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Tanz auf dem Uulkan

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Die Golclenen 20er in Bildern, Szenen
und Objekten

Sonderausstellr.rng des Landesrruseurrs


für Technik Lrncl Arbeit in Mannheinr
vonr 10. Septenrber 1994 bis 31. Januar 1995

Begleithefte zur Ausstellung

Bilder, Szenen H. Steffens/M. Unser


und Objekte

Radio f ür alle U Kern/H. Steffens


Literatur und K. Möser/Ch Kleppel
Br-rchku ltur

Normierung 1 V Benad-Wagenhoff/R. Seltz

Nornrierung 2 K Budde

Massensport H. Steffens/M.Unser

Bilderwelten H. Steffens

Volksvergnügen H. Steffens/J. Abele

lmpressum

Gestaltu ng : Heike lt4orath


Fotog rafie: Erigitte Grassmann, Klaus
Lug nsland, Rainer Paasche, Regina Spät
Text r ecJ a kt io t't : Gerhard Zweckbron ner

O beim Herausgeber:
Landesnruseurn fUr TechniI und Arbeit
in Mannheinr
N4.rseu ,,traße l, o8lb5 Man'rlrerrrr
Alle Rechte vorbehalten, I\.4annherm 1994
Gedrucht mit freundllcher UnterstiltzLlng des
Museunrsvereins fUr Technik und Arbeit e V

Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahnte:

Tanz auf dem Vulkan


Vol ksverg n ügerr

Hrsg. vonr Landesnruseurn firr Technik und Arbeit


in lt.4annheinr
Steff ens, HorsVAbele Johannes
rsBN 3-980401 5-7-X
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.'ffi i
):,

Karl Hubbuch:
Sie uobttert irn gleichert
Haus,1929/-3O
Staatliclse Kunslballe
Karlsnthe

"Es herrscht ein so dynamischer Rhythmus, daß


das von einer Kaffeehausterrasse erhaschte 'Stuck
Leben' zu einem wahren Schauspiel geworden ist.
[...] Niemals war eine Epoche so sehr auf Schau-
bilder versessen, wie die unsrige."
Fernand L6ger: Conference über die Schau-
Bühne,1925
V,ur.,"rnnüsen

Ein Streifzug durch die bunte welt des Variet€s

Theater mit bunt wechselndem Programm ar- Künstlerisch jedoch zählte die Variet6kultur im
tistischer, tänzerischer und gesanglicher Dar- Deutschland der 20er Jahre zum besten, was
bietungen ohne künstlerisch-literarischen An- in Europa zu sehen war: Magie, Kraft, Artistik,
spruch - so definiert der "Duden" noch heu- Komik, 5port, Conference - und Girls, das war
te "Varietö". Kurt Tucholsky würde dieser De- die Mischung, aus der Varietöprogramme zu-
finition zustimmen. Sein Urteil fiel 1922 dras- sammengestellt sein mußten, wollten sie die
tisch aus: Da gibt es Humoristen und Vortrags- Menschen in Massen anlocken, verzaubern
künstler und dramatische Sängerinnen mit und faszinieren. Da war es egal, ob die Künst-
Rezitativa und eine ganze Literatur, deren Min- ler in Metropolen wie Berlin, Paris, Wien und
derwertigkeit nur noch von der Unverfroren- Prag auftraten oder in der Arbeiterstadt Mann-
heit ihrer lnterpreten überboten wird. ln der heim gastierten. Denn Verlängerungen der
Tat, literarisch ging es im Variet6 wohl seltener normalerweise vierzehntägigen Engagements,
zu. für jede Künstlerin und jeden Künstler ein
Qualitätsbeweis mit gagenfördernden Auswir-
kungen, gab es nur, wenn wirklich Attraktio-
Abb.1
uaneEpktk{tt uon 1919 nen geboten wurden.

Nicht nur Berlin oder Hamburg waren Hort des


Varietös und der Revuen. Unterhalb der Metro-
polen hatte sich schon im deutschen Kaiser-
reich eine Vergnügungsstruktur herausgebil-
det, an deren Spitze Städte wie Köln, Frank-
furt, Mannheim, Stuttgart und München stan-
den. Den ungeheuren Zuspruch, den diese
Orte der Zerstreuung und Unterhaltung fan-
den, verdeutlicht das Beispiel Mannheim: Hier
existierten zeitweise bis zu zehn Künstlerthea-
ter, Kabaretts und Kleinkunstbühnen, deren
Direktoren in der Artistenwelt z. T. herausra-
gende Namen besaßen; Mannheim und Lud-

2
Ahh.2
Afru.
Att fttilt i rt illa rt n ls e in :
Febnw/MaiE 192O

*.{F*i

wigshafen galten außerdem als Talentschmie- sozialdemokratische "5chwäbische Tagwacht"


de der Artisten und Athleten. am 19. Mär2 1924.

Ahnlichen Zweifeln war die nordische Hellse-


Magie und Zauberel herin Afra, mit burgerlichem Namen Friedel
Zwischen Revolution und Hitlers Machtüber- Kreuser, im Februar 1920 ausqeselzl. Die Un-
nahme, lnf lationen und Währungsreformen, ergründliche gastierte vom 1. Februar an in
Aus- und Wiederabbau des Sozialstaates, Ar-
beitslosigkeit und Streiks, Demonstrationen
und Straßenkämpfen waren es vor allem die
sogenannten "Wundermedien", die immer
wieder fur Aufsehen und gefüllte Häuser sorg-
ten. Zu den bekanntesten "Medien" ihrer Zeit
zählten die Hellseherin "Afra" , natürlich Eric
Jan Hanussen sowie "Svengali und Trilby", das
ungelöste Rätse/ des 20. Jahrhunderfs. Letzte-
re traten 1924 in Mannheim auf, von Sozial-
demokraten und Bürgerlichen gleichermaßen
bewundert. Das Publikum fand ihre Darbie-
tungen in jeder Hinsicht fabelhaft. 35 bis 40
Besucher hatten die Möglichkeit, Svengali weit
ab von der Bühne einen Musikwunsch ins Ohr
zu flüstern, den Trilby, im Trancezustand am
Flügel auf der Bühne sitzend, unmittelbar sang
oder spielte. Einige Zweifel blieben bestehen: Abb.3
Mac Nortott.
Man kann wohl - ganz klar scheint der Fall Ailftnil in
noch nicht zu sein - am besten von einer Ge- Mattnbeinr:
Januar 1932
dankenübertragung sprechen, notierte die

3
Mannheim, nachdem sie im Jahr zuvor Tri-
umphe in Hamburg und in Wien gefeiert hat-
te. Auch ihr Mannheimer Gastspiel, das ins-
gesamt sechs Wochen dauerte, blieb während
dreier Programmwechsel die Attraktion! Afra,
deren Name in Mannheim in aller Munde ist
und deren an das Märchenhafte grenzende
Experimente fortgesetzt einen so gewaltigen
Zustrom zum Künstlertheater Apollo veranlas-
sen, wie die sozialdemokratische "Tribune"
schrieb, stellte sich in Mannheim sogar der Na-
gelprobe kritischer Zeitgenossen. Afras Kunst
bestand im "Gedankenlesen" oder "Hellse-
hen", ihr Assistent Hugo Ganske f irmierte als
"Experimentalpsychologe und Schriftsteller".
Auf zahlreiche Zuschauerbriefe hin stellte sich
die Kunstlerin während der Vorstellung einer
Untersuchung auf drahtlose lelegraphie. Nach
einer ergebnislosen Leibesvisitation wurde das
Experiment unter erschwerten Bedingungen
wiederholt: Zuschauer bildeten einen engen
Kreis um Afra - die "Gedankenubertragung"
gelang trotzdem.

=--:b
Anders als bei den parapsychologischen "Hell-
sehern" und "Gedankenlesern" war dem Pu-
blikum bei den zahlreichen "Zauberern, He-
Abb.4 xern und Kartenkünstlern" wohl bewußt, daß
Hany StqlJ'itt.
ritt
sie mit Sinnestäuschungen betört wurden.
Al tft i t r Ma t t til) e in :

Juili 192.1 Aus der deutschen und internationalen Garde

4
Abb.5
Die Zdubercr D))nIslie
tlferitti.
Ar tft titt in MatnüJeitn :
I tr':taDtDtr lr)1 /

dieser Varietökünstler gastierten im Mannheim


der 20er Jahre u.a. Harry Steffin, Abdll Hamid,
The Okawaris, Tokide Kono oder der "Täu-
schungskunstler" Mac Norton. Normale Ge-
schicklichkeit und die Gesetze der Schwerkraft
schienen überwunden, wenn ein Kartenkünst-
wie Carter von der Bühne eine normale
ler
une ärli chen ka balisliscll en Wun dern.
v0Rtlj fl n tJil öIilt
0 DtR il rü $fli5ATt0i13 tr tciti l SiLüSrtRttlt,Dtil rl1 0ff t0l lult}].
Spielkarte bis ins hintere Parkett oder obere
Ränge fast genau tn die Hände des Zurufers
Einrig daslehende orienlalische Bühnenausslafung.
@
warf . Ein weiterer Kartenkünstler, Paul Lanzia,
der mit seinen rätselhaften Manipulationen
Erstaunen und Verblüffung hervorrief, gehörte den Tisch plazieren, ihn trinken und rauchen
ebenfalls zum Kreis der Stars, deren Engage- lassen und anschließend den Direktor wieder
ment öfter verlängert wurde. Sie alle aber wur- zusammensetzen. Für sie war es auch ein leich-
den von Angehörigen einer Zaubererdynastie tes, in Sekundenschnelle Menschen von einem
überstrahlt, die seit der Mitte des 19. Jahrhun- Ort im Veranstaltungssaal zu einem anderen
derts nicht nur Fürsten und Könige, Paschas zu versetzen. Kein Wunder, daß solche Darbie-
und Diktatoren unterhielten, sondern auf ihren tungen Begeisterungsstürme hervorriefen und
Tourneen überall in Europa und im vorderen faustische Träume erweckten, wie ein Mann-
Orient die Massen in ihren Bann zogen: den heimer Kritiker 1927 gestand: Wieder erstau-
Uferinis. nen wir, versuchen schüchtern zu erklären, wer-
den immer wieder getäuscht, sind stumm und -
Was waren das für Künstler, deren Gastspiel staunen. Graztös, mit einer leichten Handbe-
im Dezember 1927 auch die Mannheimer Be- wegung siehst Du aus dem Nichts Stoffe wach-
völkerung begeisterte? Die Uferinis konnten sen, Gefäße formen, Tiere aufflattern, siehst
in der Luft Fahrrad fahren, russischen Salat ver- Menschen kommen und gehen, siehst Farben,
speisen und anschließend Schlangen, Billard- Formen - und staunst vorher und nachher.
stöcke und brennende Kerzen aus dem Mund Ufeilni, lehre mich ein Teilchen Deiner Kunst,
ziehen oder einem Varietödirektor den Kopf dann will ich verschwinden lassen, was mir
abschneiden, diesen auf einen abseits stehen- nicht paßt und zitieren, wen ich rufen will.

5
Abb.6
Sauulu'itut
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t'r')i\
ArtJitilt irt trkt ntt ltei nt
Miirz 1921
E:rb-,'
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tr
Magie und Zauberei lebten von Tricks, die nicht
enttarnt werden durften, aber das Publikum
genoß die lmagination des Unergründlichen.
Die Faszination, die Hellseher und Zauberer
ausübten, war gerade in Zeiten enorm, in de-
nen, wie der französische Maler Fernand Lö-
ger 1925 bemerkte, Menschenmassen sich im
wilden Ellenbogenkampf auf die Arbeit stür-
zen, Ltm nur zu leben, und am Abend, abge-
hetzt von der Tagesmühe in den Schauhäusern hat Während die einen den Weltrekord im
zusammenströmen, um sich zu zerstreuen. Hungern erringen wollten - 1927 wurde er in
Wien auf 40 Tage gesteigert! - und damit zur
Sensation in Zirkus und Variet6 wurden, brü-
Kr"ft steten die anderen sich damit, daß als Mittag-
:
l
Tausende von Neugierigen brachten im Januar essen fünf Koteletts vertraglich festgelegt sei-

1932 den Mannheimer Straßenbahnverkehr en. Daß Hungern f ur viele in Deutschland All-
in der Nähe von G 6 zum Erliegen. Das Apollo- tag war, nahm dem "Schauhungern" nichts
Theater hatte der großen Nachfrage wegen von seiner Attraktivität. Andererseits blieb fur
einen nachmittäglichen "Volkstag" mrt Sieg- die, die von der Armenspeisung lebten, ver-
fried Wildhagen, dem deutschen Breitbart, ständlich, daß ein Muskelprotz eben seine Ra-
I
i organisiert; Siegfrieds Anblick brachte viele ins tionen benötigte. Diese Akzeptanz des Gegen-
t

Staunen: Karle, guck emool, do kann Schnte- sätzlichen zeichnete Varietö- wie Kinobesuch-
ling daheem bleiwe. er gleichermaßen aus, denn sie verstanden die
dargebotenen Künste durchaus als Botschaft,
Kraftnrenschen und Muskelprotze wie "Buffa- das Unmögliche möglich zu machen, mit
lo", der angeblich stärkste Mann der Welt, Träumen zr,r leben. Deshalb jubelten sie denr
der 1921 im Mannheimer "Palast-Theater" ga- "deutschen Siegfried" auch in Mannheim zu,
stierte, bildeten in den 20er Jahren das Pen- als er einen Möbelwagen von neunzig Zent-

dant zu den "Hungerkünstlern", denen Franz ner zog und sich gegen zwei Pferde von vter-
Kafka 1924 ein literarisches Denkrnal gesetzt zig Zentner stemmte.

6
Eine ähnliche Zuneigung hatte 1924 die 5ie-
gesgöttin der Kraft erfahren. "Sandwina", mit
Abb.7
bürgerlichem Namen Käthe Brumbach, be- .\ttlerno
herrschte schon um 1900 fast alle Tricks des Er- Attrt iile irt Mrt rr n lteint :
l-ebru ar 921,/,J u tt i 1 93 2
senkönigs Sigmund Breitbart Lrnd galt welt- 1

weit als Star der Zirkus- und Varietöszene. Na-


türlich konnte Sandwina kantige Ei-
scharf
o.l i*r)
senstäbe verbiegen oder aus ihnen ein Hufei-
'\,1i
,*
sen formen. Auch die stärkste Eisenkette zerriß
sie nach vielen Drehungen und Wrndungen
mit Achzen und Stöhnen und einem abschlie-
ßenden lauten Aufschrei. Aber daß sie sich, I

auf einem Nagelbrett liegend, einen zentner- o .)


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schweren Amboß auf den Brustkasten setzen Jg
ließ, war, obwohl schon hunderte Male gezeigt,
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immer wieder unglaublich. Die Vorfuhrung der
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berühmten "Sandwina-Brücke" in deutschen
Varietes ließ den Unterschied zu Amerika spür-
bar werden: Während in Mannheim Theater-
besucher einen Spaziergang über den durch
Sandwina dargestellten lebenden Brückenpfei-
/er machen konnten, stützte sie im amerikani- 'J
schen Zirkus "Barum & Bailey", dessen Star sie
lahrelang war, eine Brücke, über die ein Auto
mit 12 Personen fuhr. EQ4,
Artistik und Akrobatlk ü^ gtguo'o
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Variet6s lebten vom Tempo ihrer Shownum-
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L' r/-/,,.
.
mern, von der atemlosen Folge eines klug kon- ., t

7
Abb.8
Die Netttt AIIison.
AufI ti tt i n llI a, t, t h e i nt.
Mtiz 1924

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I
Abb.9 I

Die 4 Ilessems: I
:

8O Teller in der lllitnrte


flollen keirler zerbaßt!

zipierten Programms, das von allen Attraktio-


nen etwas bot. Die Verwandschaft von Varietö
und Zirkus kam gerade in artistischen und akro-
batischen Vorführungen zum Ausdruck: Equi- Abb. ro
libristen (Gleichgewichtskunstler), karier (f lie-
I Kötbe Gliltitti.
Auftri l t in Ma n tüei rr1 :
gende Menschen), Jongleure und Kraftakroba- Seplentber 1920
ten gehörten zum alltäglichen Repertoire eines
Variet6s. Aus der Vielzahl dieser Künstlerinnen
und Künstler, die zwischen 1919 und 1933 auf
Mannheimer Bühnen auftraten, ragten folgen-
de sicher heraus: "5alerno", mit bürgerlichem Sowohl die "Funf Ethors" als auch die "Neun
Namen Adolf Behrend, der als Flugzeugkon- Allisons" galten, als sie in Mannheim gastier-
strukteur 1910 den "Ermunterungspreis zur ten, als beste lkarier der Welt. Kopf-auf-Kopf
Unterstützung deutscher Luftfahrt-lngenieure " balancierend erklommen zwei Mitglieder der
des Mannheimer lndustriellen Karl Lanz erhal- "4 Uessems" eine freistehende Leiter. "Käthe
ten hatte und als Jongleur nicht nur im Berliner Gültini" ließ Jongleurkeulen in unglaublichen
"Wintergarten", sondern auch in Paris, Lon- Fluqkurven über der Buhne kreisen, um sie
don, New York, Rio, Madrid, Brüssel und eben dann wieder aufzufangen. Besondere Zugkraft
auch in Mannheim Triumphe feierte; "Enrico besaßen auch die Fahrradkünstler, die mit Mi-
Rastelli" und Familie, die für eine Monatsgage niaturrädern oder Rennmaschinen die Bühne
von 30.000 Mark ihr Publikum aus der Fassung zu einem Turnierplatz der Geschicklichkeit
brachten: Was er zeigt, ist unerhört, was er werden ließen. Als das Automobil auf den
macht unglaublich. Das ist nicht mehr longlier- Straßen noch bestauntes Luxusobjekt war,
geschicklichkeit, das ist Zauberei. wurde das alltägliche Fortbewegungsmittel
Abb.12
hlanil b e irnu At h lel e, t :
Die 3 lvelton's

auf der Variet6bühne zum Arbeitsmittel von


Kunstradfahrern und Humoristen. Selbst Da-
men-Radrennen fanden statt - 3x3m genüg(t)-
en zum Arbeiten. Da wundert es nicht, daß
man auf der Bühne einen Künstler wie Sylve-
ster Schäffer auch reiten sah. Dieser Meister Neben bekannten Künstlern engagierten die
des universellen Artistenturns verfügte über Varietödirektoren häufig auch Nachwuchs-
ein unerschöpfliches Repertoire an Tricks. Nur kräfte und Künstler aus der Region, die nicht
wenige Stars durften einen Variet6abend zur ausschließlich im Variet6, sondern auch bei
Soloshow nutzen; Schäffer war derjenige, der Vereinsfeiern und ähnlichen Gelegenheiten
die sogenannte große Nummer ins Variet6- . auftraten. Sogar in der international glitzern-
programm einführte. ln Mannheim erntete er den Welt der Variet6künste war dies ein loh-
1932 Begeisterungsstürme mit seinen Darbie- nendes Unterfangen, zogen die einheimischen
tungen, in denen er als Maler, Musiker, Jong- Akteure doch ihre Bewunderer "von nebenan"
leur, Kunstschütze und Kraftathlet agierte. ins Etablissement. Aus dem Käfertaler Kraft-
und Artistenklub, in dem bevorzugt Arbeiter
Abb. lr Sport trieben, gingen 1920 die "Drei Weltons"
Syltuter Scbaeller
Auftritt in ilannhein: hervor. Mit einem modernen Kraftakt gewan-
Notentber 1932 nen sie 1928 die deutsche Meisterschaft und

ixil":'? r. i:,.., s qif :. q,rrf411t| avancierten damit zu einer Zugnummer auf


r rr iiJrTI ,[!l!i vielen Bühnen Der Kopf der Gruppe, Heinrich
Hohenecker, arbeitete als Equilibrist, Fakir
und Feuerschlucker. Durch häufige Auftritte
':< in der Stadt ebenfalls bekannt waren die "Ge-
.-' brüder Gailer" aus Ludwigshafen, die auch
fl neben Stars wie "Paul Lanzia" (1924) oder
"Mac Norton" (1932) bestanden und das Pu-
; blikum mit Kraftakrobatik, Schnellmalerei,
plastischen Künsten, humoristischen Szenen
und Jonglage überzeugten.

9
Abb. 13
I;til.bie.
A t t"ft titt it t i,I0 t t t t b e i nt :
Deentbcr 192O

I(omik
Humoristische Einlagen und Situationskomik
mit Zauberei, Artistik und Akrobatik ,, u"rüin-
den, gehörte bei fast allen Varietökünstlern
zum Repertoire. Als Komiker aber Mittelpunkt Abb.14
Beil Berrclt
und Attraktion des Gesamtprogramms zu trdt hiirtfig in Xldnilbeint
werden, das war nur wenigen Künstlern vor- atrf
behalten. In den 20er Jahren wurden Mann-
heims Varietö- und Kabarettbuhnen zu einem
Tummelplatz der nationalen wie internationa- ,
len Komikerszene - ein Spiegelbild dessen, daß, / t( a
J-
wie 1928 in einem Buch uber Artisten zu lesen
7
stand, in Deutschland eine Hausse rn Clowns
eingesetzt hatte. Neben Artisten und Akroba-
ten fanden Humoristen am häufigsten Auf-
nahme in die Programme. Naturlich brachten
platte Kalauer ein Publikum auch mal zum
Lachen, aber die wirklichen Könner ihres Fachs
verführten die Menschen, indem sie ihnen
den Spiegel der Zeit vorhielten: Tränen lachen
uber Zeitkritik.

Einer, der dies beim Publikum stets erreichte,


war der Mannheimer Fritz Durr; er hatte kurz
nach der Jahrhundertwende am berühmten
Saalbau-Theater bei verschiedenen Artisten
gelernt und anschließend mit dem Ludwigsha-
fener Georg Gailer alle Erdteile bereist. lm
Pulverdampf des Ersten Weltkrieges, zunächst l

10
Dic Saia4l*lroainhf !
$ qLE,n
Abb. t5
Ckrire' \Yhkktfi'utttl
die 3I:rutellinis

als Matrose in Flandern und dann am Front-


theater Ostende, entwickelte Fritz Dürr offen-
bar in Anlehnung an den Pionier der ameri-
"rpnä LLIN\
kanischen Filmkomik und des Slapsticks Mac mit internationalen Humoristen, die allesamt
Sennett seine Figur des "Ben-Benett", eines an Mannheimer Bühnen gastierten. Und er
ewigen Pechvogels, eines Verlierers. Nicht nur stand auch den "3 Fratellinis" oder "Grock"
die Soldaten konnten sich darin wiedererken- in nichts nach. Vor allem "Grock", hinter dre-
nen, auch während der Weimarer Zeit verlor sem Künstlernamen verbarg sich der Schwei-
der "Pechvogel" nrchts von seiner Aktualität. zer Dr Adrian Wettach, galt als Genie und
"Ben-Benett", 1953 in Mannheim-Käfertal Philosoph unter den Clowns. Mit zeittypischer
711ährig verstorben,trat an allen großen Häu- Schwermutigkeit verwickelte er sich während
sern und - wie die Uferinis - vor Königen und seines Programms in Hindernissen, Wider-
Gouverneuren, Staatspräsidenten und Millio- spenstigkeiten, Bosheiten und Heimtücken,
nären auf. Vor allem aber die kleinen Leute die er, anders als Ben Benett, ledoch mit un-
konnten sich mit ihm identif izieren: Alles ging heimlrchem Phlegma ertrug und überwand.
daneben, nichts wollte gelingen - trotzdem Grocks erstaunter Ausruf tVlt möööööglich!
machte er weiter. Er bekam immer die Ohrfei- hatte als Markenzeichen den gleichen Stellen-
gren, so die "Neue Badische Landeszeitung" wert wie das Akrobat schööööön" der Rivels.
zu seinem Auftritt im Apollo-Weihnachtspro- Er zeigte, wie Zirkushistoriker anmerkten, daß
gramm von 1931 Er stützte seine Nummer auf es möglich war, einen um den anderen Miß-
die Schadenfreude, auf eine stille, fast hilflos erfolg zu erleben, da er eine glückliche Lösung
wirkende Pechkomik, die fast etwas Philoso- der diversen Mißgeschicke vorweg nahm. Der
phisches an sich hatte, auf Kompositionen von begeisterte Kritiker seines Mannheimer Gast-
Pointen und Gegenpointen, und er'kam an' spiels notierte. Das ist erne merkwürdige Welt-
damir, schrieb der "Mannheimer Morgen" zu beha nd I u ng u nd Weltei nstel u ng.
I

seinem 70. Geburtstag.

"Ben-Benett", der vielseitige Artistenclown, Schausport


konnte in einem Atemzug genannt werden mit Variet6s in Städten von der Größe Mannheims
"Fritchie", "Noni", "King Repp" und"Robins", konnten naturlich ein attraktives und aufwen-

11
Abb.17
Ftilz SlolzenuYtld.
Altfttitt in Mdililbein.
Aptil 1920

diges Nummernprogramm nicht über das qan-


ze Jahr durchhalten. Zu Beginn der 20erJahre
bürgerte sich ein Veranstaltungsrhythmus ein,
in dem Variet6programme, Sportveranstal-
tungen und Gastspiele bekannter auswärtiger
Bühnen sich abwechselten. Vor allem in der
lnflationszeit war die Mannheimer Frühjahrs-
saison deshalb von sensationellen Preiskämp-
fen der Boxer und Ringer geprägt: Um DREI des Variet6sports lag vor allem darin, daß es
MILLIONEN MARKkämpften 1923 Boxer und zwischen Sieg und Niederlage nichts gab, was
Ringer im Mai, als das "Apollo" seinen großen das Vergnügen begrenzt hätte: A//e Giffe er-
5portmonat veranstaltete. Die Attraktivität /aubt waren beim freien, amerikanischen Ring-
kampf im April 1920. Vor stets ausverkauftem
Haus, in stickiger, verrauchter Luft kämpften
Abb. 16
T. illcttejko: Boxkantpf itt dje Athleten immer bis zur Entscheidung. Als
eittenr BerlitW Vaielö am 13. Juni 1923 der Österreicher Randolfi
seinen Kampf gegen Servane Christensen be-
endete, hatten beide insgesamt eine Stunde
und 30 Minuten auf der Matte gestandenl Die
Unwägbarkeit von Kampfdauer und -ausgang
hatte geschäftsfördernde Auswirkungen: Die
Zuschauer wurden bei der Stange gehalten.
Als der Russe Czaruchin gegen den Berliner
Gebhard antrat, notierte der "Mannheimer
General-Anzeiger" nach zwei Tagen: Auch
dieser jederzeit offene Kampf mußte wieder,
nun schon zum zweiten Male, wegen einge-
tretene r Pol i zei stu n d e e rgeb n i sl os a bgebro-

t2
chen werden. Bisherige Ringzeit insgesamt ln den 20er Jahren feierte qr Erfolge mit den
50 Minuten. Natürlich strömten die Besucher "Judischen Miniaturen" und gastierte auf
am nächsten Abend wieder ins Varietö. Ob- zahlreichen Kabarett- und Variet6bühnen; ge-
wohl man im Mai 28 Kampftage veranstal- meinsam mit Claire Waldoff war er 1926
tete, reichte die Zeit nicht: der 5portmonat der Star des großen Fastnachts-Kabaretts im
wurde verlängert. Am 21 . )uni, nach fast 50 Mannheimer "Apollo". Auch Max Schmeling
Kampftagen, das waren gut 200 Stunden wurde Opfer seiner satirischen Conferencen
Boxen und Ringen, ertönte endlich der Schluß- im Berliner "Kabarett der Komiker", als er
gong 930 durch Sharkeys Tiefschlag erstmals Welt-
'1

meister geworden war.

Conferenciers, Dilettanten, Direktof€n Trotz seiner Erfolge in der Metropole Berlin


Gleich ob Sportveranstaltung oder atemloses blieb Paul Nikolaus ein volksverbundener
Nummernvariet6 - eine zentrale Bedeutung Mensch; in Mannheim sagte er sogar zu, erne
besaßen diejenigen, die durch ein Programm jener Dilettanten-Vorstellungen zu moderie-
fuhrten, das Publikum "anmachten", Stim- ren, die alljährlrch am Rosenmontag das Apol-
mungen testeten und oft genug auch Lucken lotheater in ein Tollhaus verwandelten Skan-
stopfen mußten: die Conferenciers. Unter dalöser Verlauf - Das Rowdytum triumphiert -
ihnen tummelten sich exotische Persönlichkei- Man wirft mit Stinkbomben, lauteten die
ten, Grenzgänger zwischen Literatur und Va- Schlagzeilen der "Neuen Mannheimer Zei-
riet6, Sänger, Humoristen und Kabarettisten. tung" nach einer solchen Veranstaltung 1930.
Einer von ihnen war Paul Nikolaus, eigentlich Eigentlich boten diese Vorstellungen JUngen
Paul Nikolaus Steiner, Sohn einer angesehen- Künstlerinnen und Künstlern, aber auch Laien,
en Mannheimer Kaufmannsfamilie, der 1933 die Chance, sich dem Publikum auf einer gro-
vor den Nazis die Flucht ergreifen mußte und ßen Bühne vorzustellen. Aber es hatte sich
schließlich den Freitod wählte. Mit zwanzig eingebürgert, daß an diesem Tag das Publikum
Jahren hatte er 1914 unter dem Titel "Sturm" der Hauptakteur war: Statt Beifall hagelte es
erste Ged ichte veröffentl icht, unm ittel bar nach faule Eier, Orangen, Kartoffeln und Bierdeckel.
dem Ersten Weltkrieg folgte "Katastrophe", Manche Künstler traten gleich in Schutzklei-
wie er seine Verse der Hingabe genannt hatte. dung auf, die Direktjon hatte vorsorqlich stets

t3
Abb.18
Wi I I ia n S c b i[f, Di re k t o r
1:

u nd Conferetrcier. Irli b r
te dß Kabarelt Runpel-
nayer in Matl?lheint

Das "Apollo" galt in den 2Oer Jahren als größ-


te Variet6bühne Mannheims; in seinem Schat-
ten stand auch das "Kabarett Rumpelmayer"
mit dem "Caf6 Höhenzollern" in O 7, 8. Des-
sen Direktor, William Schüff, genoß jedoch in
der internationalen Artistenwelt hohes Anse-
hen. Er zählte neben Persönlichkeiten wie Ot-
to Reutter, Max Allison, Paul Spadoni, Adolf
Salerno und anderen zu den frühen Mitglie-
dern der "lnternationalen Artisten Loge", die
sich seit ihrer Gründun g 1901 zur einflußreich-
sten Zirkus- und Variet6organisation entwik-
kelt hatte. Schüff überzeugte nicht nur als Pro-
grammdirektor, sondern war selbst auch ein
vielseitiger Künstler: Als Conferencie4 Steg-
reifdichtel Humorist am F/tigre/ wurde er nicht
nur von seinem eigenen Hause angekündigt,
auch dem weltbekannten Berliner "Metropol"
war Schüffs lmprovisationskunst ein Engage-
ment wert; hier gastierte er 1924 gemeinsam
mit ClaireWaldoff.

Fast genau fünfundzwanzig Jahre, von 1907


bis 1933, prägte Saly Zacharias als Direktor
die ältesten Kulissen einziehen lassen. Dilet- des "Apollo" maßgeblich das Variet6leben der
tanten-Tage boten kein Variet6 der herkömm- Stadt. Mit Geschick führte er das "Apollo" auf
lichen Art, sondern eine verkehrte Welt: Er- einen Spitzenplatz unter deutschen Variet6-
staunen und Verwunderung lagen auf Seiten bühnen, ein Haus, das allen Neuerungen ge-
der Direktion, der Künstler und der tollkühnen genüber offen blieb: Zacharias überließ 1924
Laien. die Bühne Ewald Andre Dupont, einem der

t4
Abb.19
Lia Coletli.
Auftritt itt ilatttt beint.
Septentber 1921

bedeutendsten Filmregisseure der 2Oer Jahre,


zu dessen Experiment eines Krnoyariefös (vgl.
Ausstellungsbegleitheft Nr. 7: Bilderwelten);
Zacharias ließ das Haus mehrmals um- und
ausbauen, so daß es schließlich 1.500 Besuch-
er faßte, und er brachte das "Apollo" 1929/30
in einen internationalen Varietökonzern unter
Leitung der Berliner "Scala" ein, um den Aus-
wirkungen der Weltwirtschaftskrise entgegen-
zusteuern. Die Machtübernahme der Nazis
1933 zwang ihn zur Aufgabe, und 1939 ge-
lang ihm glücklicherweise von Berlin aus die
FIucht in die Schweiz. Während seines Mann-
heimer Wirkens in den 2Oer Jahren öffnete kein Fordbetrieb und kein tayloristisches lJnter-
Zacharias sein Haus auch der in den Metropo- nehmen offenbart. Dazu dienten ihm mit
len Berlin und Wien bewunderten "Girlkultur" "Zeitmotorik" und "Rhythmus" zwei Beqriffe,
die gerade in den Arbeitswissenschaften eine
zentrale Bedeutung besaßen - und erstaunli-
Gt.k chen,reise auch zur Analyse des Girlphänomens
Vergleiche zwischen amerikanischem und der 20er Jahre taugten Giese erfaßte den Un-
europäischem Rhythmus und Lebensgefühl terschied zwischen Amerika und Deutschland
nannte der deutsche Arbeits- und Rationali- in prägnanter Kürze. Girls waren gedrillte,
sierungswissenschaftler Fritz Giese im Unterti- nach bestimmten einfachen Techniken geübte
tel seine Studie "Girlkultur", die er 1925, Tanzkörper, Bewegungsmaschinen von teil-
nur kurz nach dem phänomenalen Erfolg der weise frappanter Wirkung und einer viel nach-
"Lawrence-Tiller-Girls" bei ihrem ersten Auf- denklicher machenden lJrsachenkette. [...] Sie
tritt in Deutschland, herausbrachte. Der Ratio- waren etwas ganz und gar anderes als unsere
nalisierer entwickelte eine eigenwillige Per- Gruppentänze. in Wandervogelreihen voll Pu-
spektive: Von den Randzonen der Kultur aus bertätsi d ea I i sm us der Ju ngen u n d I nfa nti I i smus
wolle er Dinge sichtbar werden lassen, die der Alten.

15
Abb.20
Gescbu,asler Enurt.
Attft til t i n trI&t t t t b ei nt :

Jatrudr 1925

Die Einbindung der Girls in das deutsche Va- Der Erfolg des Ronacher Theaters mit der Re-
riete war ein typischer "Amerikanismus", eine vue "Wren gib acht" von 1923 war in den
Zeiterscheinung der prosperierenden Weimar- folgenden Jahren stets übertroffen worden;
er Jahre 1924 bis 1929130 - und zugleich ein die lnszenierungen dort wie in Berlin steiger-
Großstadtphänomen. Während das Nummern- ten sich in eine gigantomanische Flut von Sze-
variete kaum Unterschiede zwischen Metro- nen, Personen und Ausstattungsmitteln. Als
pole und "Provinz" kannte, traten diese in der das Mannheimer Publikum im Dezember 1925
Hausse der Ausstattungsrevue und der Girl- in den Genuß dieser Revue kam, waren von
trupps deutlich hervor. 1923, als in Wien das der Originalbesetzung weder Hans Albers noch
Ronacher-Theater eine Ausstattungsrevue in Hans Moser dabei, aber immerhin gaben die
13 Bildern erstmals mit nackten Girls präsen- "12 Vienna-Girls" und die "Stanley-Sisters"
tierte, übte sich auch der Mannheimer Apollo- dem Ganzen ein internationales Flair. Das
Direktor in diesem Genre. Die als große hist- "Apollo" avancierte zur Abspielstätte vergan-
orische Ausstattu ngsrevue angekündigte Auf- gener Erfolge der Metropolenbühnen. Die
führung rn 3 (l) Bildern mit dem Titel "Fröhli- "Nelson-Girls" und Rudolph Nelson gastierten
che Churpfalz 1115" blieb ledoch im Provin- hier im März 1927, das Stadttheater Wien er-
zialismus stecken. Seine in lokalpatrioilscher götzte mit der Ausstattungsrevue in 50 (!) Bil-
Weise mit großen Kosten inszenierte Revue dern "Alles aus Liebe" die Mannheimer zu
verzeichnete zwar 100 Mitwirkende, wurde Weihnachten 1928 - ledoch ohne die Stars der
jedoch grdßtenteils von Dilettanten bestritten, Urauffuhrung, La Jana und Hans Moser. Die
vermerkte die Presse.Das Mannheimer Girl- Girls symbolisierten wie der Bubikopf den
zeitalter begann erst im Januar 1925, als das neuen, amerikanisch-emanzipierten Frauen-
"Apollo" die "Jackson-Girls" aus London en- typus der 20er Jahre. Das ldeal der sportiven
gagierte, die ein Jahr später in einer Berliner Frau hatte nach dem Ersten Weltkrieg in Euro-
Charell-Revue Erfolge feierten. Die kurpfäl- pa Einqanq gefunden, auch der Fetisch "Ju-
zischen Reaktionen waren eher spröde gewe- gend" fand im strahlend jungen und durchtrai-
sen: Als pikant und farbenrerch beurteilte die nierten Girl seine lnkarnation. Aber während
"Neue Mannheimer Zeitung" den Auftritt. diese ldeale in der deutschen Revue zu einer

t6
Trivialform des Theaters verkamen, wie der in den Übertreibungen des Taylorsystems, im-
Musikwissenschaftler Franz-Peter Kothes 1977 mer nur einen Weg fürcne beste Arbeitswei-
urteilte, blieben sie dem Variet6 im Kunst- se kennr.
und Ausdruckstanz erhalten.

Tanzdarbietungen wurden in den 20er Jahren I(rise der Republik - Koniunktur d€s vari€t€s

zu Programmschwerpunkten einzelner Buh- Bei aller Wertschätzung für die bunt schillern-
nen; in Mannheim waren dies zunächst das den und niveauvollen Variet6künste der 20er
"Kabarett Rumpelmayer" unter dem Direktor
Jahre bleibt die Frage offen, wieso in Zeiten
William Schüff und später die "Libelle". lm politischer lnstabilität, wirtschaftlicher Krisen
Zeitalter von Foxtrott, Shimmy, Charlston, Bos- und ideologischer Verunsicherung gerade die
ton und Black Bottom konnten Solotänzer, "Schaubühnen" unterschiedlichster Art, also
Tanzduos und artistische Tanznummern auch Varietäs, Kabaretts und Tingeltangel, einen
ohne Revuerahmenhandlung in das Nummern- solch überwältigenden Zuspruch fanden. Denn
varietö eingebaut und häufig gar als Attrak- die Besucher kamen ja nicht mehr nur aus
tion angeboten werden. Sogar experimentelle bürgerlichen Kreisen, wie noch im Kaiserreich,
Ausdruckstänze und die Körperschule einer sondern das Publikum bot meist einen reprä-
Mary Wigmann fanden im Variet6 Platz. Der sentativen Querschnitt aller Klassen und Schich-
Varietötanz, der fur Valeska Gert neben dem ten. Zeitgenossen haben gerne die Vergnü-
modernen Kunsttanz seine Berechtigung hat- gungssucht mit der Suche nach Zerstreuung,
te, war die Antwort der "Provinz" auf die 8e- nach Ablenkung von einer harten bis brutalen
soffenheit des Schauens, die den Wiener Kri- Wirklichkeit erklärt. Reicht dieses Fluchtmotiv
tiker Felix Salten '1924 in einer Ausstattungs- allein jedoch aus, um den Dandyismus der
revue befallen hatte. Den Unterschied zwi- Armen, wie der Schriftsteller Hugo Ball dieses
schen kunstlerischem Tanz und den Tanzbatail- Phänomen benannt hat, zu deuten? Tiefer als
lonen der Girltrupps benannte der Arbeits- die Qual des Alltags saß bei den Menschen
wissenschaftler Giese am Beispiel der Labar,- nach dem Ersten Weltkrieg die Verunsicherung
und Wigmann-Schulen, wo eben jeder nach und der Verlust traditioneller Werte. ln seiner
seiner Weise streng individuell sich gebärdet, "Conference über die Schaubühne" urteilte
während die ameilkanische Venus, ganz wie Fernand L6qer 1925: Eine Epoche, geboren

a7
Abb.21
Afiislerßtrcik ht
Stutlgafi, 1924

aus einem erzieherischen Krieg, der alle Wer- auch zu, an die See/enwanderung zu glauben
te ihrer Heiligkeit entkleidete und einer allge- daß also die See/en 'Verstorbener' nach einem
meinen Revision unterzog. Offenbart die At- gewissen Zeitraum von neuem geboren wer-
traktivität des Varietes und seiner Künste, die den. Ebenso tauchte das lJnfaßbare in deren
Hinwendung zu Magie, Zauberei und anderen Gedankenwelt auf, verbunden mit der Hoff-
lllusionismen eine Grundstruktur menschlich- nung: Es soll eben das Große, Ewige dahinter
en Verhaltens: die Hinwendung zum unterhal- stehen.
tend Unfaßbaren als Sinnsuche in einer
krisengeschüttelten Gesellschaft? ln solchen und ähnlichen "Geständnissen"
kam zum Ausdruck, daß auch unter Arbeitern
Der Theologe Paul Piechowski griff Mitte der die Bereitschaft vorhanden war, Grenzen zu
20er Jahre ein Tabuthem a auf . Proletarischer uberschreiten, die Möglichkeit des Übersinnli-
Glaube. ln der Auswertung seiner umfangrei- chen nicht abzulehnen, sich auf Grenzgänge,
chen Fragebogenaktion zur religiösen Gedan- wie sie im Varietö in populärer Form geboten
kenwelt der organisierten deutschen Arbeiter- wurden, einzulassen. Wie die Kurzfassung
schaft nach sozialistischen und kommunisti- eines Varietöprogramms liest sich Fernand Lö-
schen Selbstzeugnissen konstatierte er ein BrTd gers Feststellung. Der Lebenslauf ist derma-
der Verworrenheif und ein Durcheinander ßen atemlos, daß alles bewegt und beweglich
der gegenwärtigen Lage, dem die Menschen geworden rst. Oder wie es ein Arbeiter Mit-
orientierungslos gegenüberstanden. Gerade te der 2Oer Jahre ausdrückte: Das Leben hat
die Fragen nach dem Jenseits ließen auch bei einen tiefen Sinn: Es ist alles im Fluß.
überzeugten Sozialisten diese Brüche erken-
nen. Eine Weltanschauung, so antwortete ein Horst Steffens
Arbeiter auf die Fragen des Theologen, wird
immer individuell sein. Etwas, was ich für
wahr halte, braucht für den anderen nicht
wahr zu sern. Offen gaben andere Arbeiter

18
"Hymne an die Frelheit"
Mannhelmer Arbeiterchöre
in den 20erJahren

ln der Vielfalt der kulturellen Entwicklungen Einen organisatorischen Rahmen fanden Arbei-
der 20er Jahre standen Gesangvereine in Kon- tergesangvereine 1908 in der Gründung des
kurrenz zu anderen Vergnügungen der Zeit. " Deutschen Arbeiter-Sängerbundes" (D.A.S.).

Arnold Schattschneider, von 1920 bis 1930 Di- Seine Blutezeit erfuhr der Arbeitergesang dann
rigent der Mannheimer Volks-Singakademie, in den Jahren der Weimarer Republik. 1923
gab in einer Festschrift zum zehnjährigen Ju- verzeichnete der D.A.S. 260 000 aktive Mitglie-
biläum des Chores die weitverbreitete Ansicht der. Er förderte die Vereinsarbeit durch die Her-
wieder, ein Rückgang der Leistungen des Chor- ausgabe von Noten und Liederbuchern; er or-
gesangs liege in der Buntheit unserer Zeit mit ganisierte 5ängerfeste und bot in der "Deut-
ih ren ne rven peitsc h e n d en Ve rg n ügu ngen.

Abb.22
Der gemeinschaftliche Gesang hatte in der Ar- Alzeic lsen des Det ttsc ls ert
Ar ln i le r-S ci r t ge rb u t rcl e s
beiterbewegung eine lange Tradition. Anknup-
fend an das bürgerliche Chorvereinswesen ent-
wickelte sich aus Handwerker-Gesangvereinen
und aus den Gesangsabteilungen der Arbeiter-
bildungsvereine und des "Allgemeinen Deut-
schen Arbeiter-Vereins" in der zweiten Hälfte
des 19. Jahrhunderts eine Arbeitersängerbe-
wegung, die während der Geltungsdauer des
Sozialistengesetzes auch als Tarnung für poli-
tische Arbeit benutzt wurde. Seitdem fest im
Alltag der Arbeiterbevölkerung verankert, wirk-
ten die Chöre schon bald über Arbeiterkreise
hinaus. Die Besonderheit des Arbeitergesangs
entsprang seiner Herkunft aus dem "Milieu":
Das Vereinsleben diente nicht nur dem Frei-
zeitvergnügen, sondern unterstützte die Aus-
prägung einer eigenen ldentität, eines politi-
schen und kulturellen Selbstverständnisses.

t9
Abb.24
Sondemarke des
1. Deutscben Arbeiter-
sringerbundufests in
Hannouq 1928

schen Arbeiter-Sängerzeitung" und in Fach-


büchern Raum für Diskussionen zu Aufgaben
und Zielen der Arbeitersängerbewegung. ln
Mannheim gab es über 15 Vereine, die der
Dachorganisation beigetreten waren.

lmmer liegt ein heimlich freuen über meinem


I a lsl-.rl -- ,a ,.1 f J
Arbeitstag - dichtete eine Sängerin zum zehn-
jährigen Jubiläum der Volks-Singakademie
Mannheim voller Vorfreude auf abendliche bunden: Vielfältige Anlässe boten sich den
Proben. Die Arbeitersängerbewegung war in Gesangvereinen für Auftritte. Dazu gehörten
erster Linie in die lokale Vereinskultur einge- eigene Konzertabende, Vereinsfeiern, Sänger-
feste, Aufmärsche zum 1. Mai und Gewerk-
schaftsversammlungen. Die Vereine dienten
Abb.23 nicht nur dem Gesang, sondern Waren Orte
Ausflug des Arfuiterge- der Unterhaltung für die Familien und Freunde
sangrcrsins Ziegelbaßn
der aktiven 5änger. Sommerfeste, Wandertage
und Bälle bereicherten das Vereinsleben und
das Kulturleben der Stadt. Die Einbindung der
Gesangvereine in den Alltag der Bevölkerung
spiegelte sich gerade auch in der Abhängigkeit
der Vereinsarbeit von den Folgen wirtschaftli-
cher Krisen wider. Arbeitslose mußten geringe-
re Mitgliedsbeiträge bezahlen oder erhielten
nach den Probeabenden auf Kosten der Ver-
einskasse Bier - ein Versuch, auch sie in der
Vereinsgemeinschaft zu halten. Gegen Ende
der 20er Jahre setzte trotzdem ein verstärkter
Mitgliederschwund ein, der seinen Ursprung
in der steigenden Arbeitslosigkeit, in Perspek-
Abb.25
Festkarte des
1. Deutscben Arbeiter-
sängerbundesfests in
Hannouer 1928

tivlosigkeit und mangelndem Nachwuchs hat-


te. Vereinsprotokolle belegen dies mit zahlrei-
chen Klagen über zurückgehende Mitglieds-
beiträge.

Das arbeitende Volk ist fähig, eine 'Missa So-


lemnis' zu singen und zu hören - triumphie-
J
rend berichtete 1928 die "Volkswacht Biele-
feld" über die Aufführung dieses Werkes von
Beethoven durch die Volks-Singakademie
Mannheim unter Mitwirkung der Berliner Phil-
harmoniker. Das Konzert fand im Rahmen
des ersten Arbeiter-Sängerfestes in Hannover
statt. Seit 1920 leitete Professor Arnold Schatt-
schneider die Volks-Singakademie Mannheim.
Werke von Beethoven, Bruch und Bach gehör-
abb.26
ten zu ihrem Programm. Spitzenkonzerte in Abzeicben des
1. Deutscben Arbeiter,
Köln, Karlsruhe und Hannover verbreiteten den
sängerbuntlesfests in
Ruf der Volks-Singakademie weit über die Hannouer 1928
Grenzen der Region. Der Arbeitergesang er-
schien in den 20er Jahren als "hohe Kulturtat",
das "arbeitende Volk" bewies, daß es Zugang mit Musikern des Nationaltheaters Mannheim
zur "Musikkultur" gefunden hatte. Arbeiter- bereicherte die zahlreichen Konzerte der Chor-
gesangvereine zogen in die Konzertsäle der gemeinschaften.
Städte ein. Durch den Zusammenschluß meh-
rerer Vereine in Sängervereinigungen, Volks- Konzerte der Mannheimer Gesangvereine
chören oder in der "ARGE", einer Arbeitsge- wurden in Zeitungen vorwiegend unter, musi-
meinschaft von Vereinen, sollte auch in Mann- kalischen Gesichtspunkten besprochen. Nach
heim die Aufführung größerer Chorwerke er- einem Konzert des Arbeiter-Sängerkartells be-
möglicht werden. Eine enge Zusammenarbeit mängelte der Kritiker der "Neuen Mannheimer

ffi
Zeitung" am 17. 5. 1927 etwa die Mannhei- Wie in einem ldealstaat mußte einer dem an-
mer Sprache in Vokalen wie in Konsonanten, dern, alle dem Ganzen dienen. Die Einord-
das deutsche Überforte. Gelobt wurden das nung der Sänger in das Ganze, die Harmonie
ilchtige Kl4ngverhältms und das richtige Piano und Disziplin unter der Führung des Dirigen-
als Käfertaler und Feudenheimer Tugenden. ten waren in bürgerlichen und sozialdemokra-
Die Arbeitersänger entwickelten aber auch tischen Zeitungsberichten immer wiederkeh-
selbst Wertvorstellungen, in denen sich Zuhö- rende Grundgedanken jenseits aller Klassenge-
rer aus bürgerlichen Kreisen wiederfinden gensätze.
konnten. Die iubiläumsschrift der Volks-Sing-
akademie Mannheim von 1930 vermerkte: Die Perfektion "bürgerlicher Gesangskultur"
Es gab kein Hervordrängen der Einzelstimme. durch die Arbeitergesangvereine und ihre Auf-
tritte in den Konzertsälen der Städte ließen
Abb.27 die Grenzen zwischen Arbeiter- und Bürgermi-
D ie Vo I ks -S i nga kad e rnie lieu fließend werden. Dies wurde eine Quelle
Marmbeirn im Rosm-
zahlreicher Spannungen im "Deutschen Ar-
84rtm Matrnbeirn
beiter-Sängerbund" und führte zu kritischen
Stimmen innerhalb der Mannheimer Arbeiter-
schaft. Die kommunistisch orientierte Mann-
heimer "Arbeiter-Zeitung" bemerkle 1927
nach einem Konzert: Es wäre unserer Ansicht
nach Aufgabe der Sänger selbst, für ein ande-
resProgramm Sorge zu tragen, aus dem man
den proletarischen Charakter des Vereins er-
kennt. Denn nur dies unterscheidet den Ar-
beitergesang vom bürgerlichen.

Worin unterschied sich der Arbeitergesang


nech vom bürgerlichen? Arbeitergesangvereine
waren politische Vereine. ln Aufrufen und öf-
fentlichen Verlautbarungen stellten sich Mann-
Abb.2a
Scbell0ckplltteil nit
Arbeitercböre,r

heimer Arbeitergesangvereine ausdrücklich rn del. Manche Agitationsveranstaltung konnte


den Dienst der Kulturbewegung der Arbeiter- nun auch musikalisch umrahmt werden, selbst
k/asse. Sie richteten sich an alle freiheitlich ge- wenn kein Arbeiterchor vor Ort war. Der "elek-
sinnten Arbeiter, Angestellten und Beamten trische" Wahlkampf bürgerte sich nach und
und grenzten sich damit gegen antirepublika- nach ein. Neben den Chören gab es auch poli-
nische Kreise und gegen eine nationalistische tische Reden auf "Schellack", Kinoprolektio-
Gesangskultur ab. Gerade in der LiedauswahL nen ergänzten die Agitation visuell. Trotzdem
setzten sie politische Akzente. Beethovens klagten auch die Arbeitersänger in Überein-
Werk, insbesondere der Schlußchor aus der lX. stimmung mit dem Arbeiterradiobund, daß ihr
Symphonie, galt in der politischen Deutung Gesang zu selten im Radio zu hören sei.
der Arbeitersänger als Verkörperung der revo-
lutionären Menschheitsverbrüderung. Zahlrei- Arbeitergesangvereine in den 2Oer Jahren wid-
che politische Lieder, sogenannte Tendenzchö- meten sich dem im Wertungssingen so ge-
re, prägten das Liedprogramm der Arbeiter- nannten Kunstgesang, den Volks- und Arbeiter-
gesangvereine ebenfalls. Pathetische Freiheits- liedern. Dabei blieben sie ihren freiheitlichen
gesänge wie etwa die "Hymne an die Freiheit" Ansichten verpflichtet. Sie störten damit nach
des Komponisten G. Adolph Uthmann waren Hitlers Machtergreifung den Totalitätsanspruch
bei Konzerten als Eingangschöre besonders des politischen Regimes. Einige Vereine traten
beliebt. Der Mannheimer Ludwig Gaber brach- 1933 aus dem Deutschen-Arbeiter-Sänger-
Ie 1927 und 1929 seine Werke "Weltenfriede" Bund von selbst aus und vollzogen durch ihren
und "Freiheit" zur Auffuhrung. Von Arnold Wechsel zu bürgerlichen Vereinen die Gleich-
Schattschneider sind ebenfalls Kompositionen schaltung. Die übrigen wurden verboten, Ver-
von Freiheitsliedern bezeugt. einsschriften und Dokumente beschlagnahmt
u nd zerstört, manche Vereinsfah nen verbrannt,

Bei den Arbeitersängern hielten natürlich auch a ndere von Vereinsm itgliedern versteckt. Da mit
die neuen Medien Einzug - ihre Nutzung er- fand die Arbeitergesangsbewegung der 2Oer
folgte vor allem in Wahlkämpfen: Aufzeich- Jahre auch in Mannheim ihr gewaltsames Ende.
nungen von Arbeiterkonzerten wurden auf
Schallplatten gepreßt und kamen in den Han- Johannes Abele

23
ZTtTerte und welterführende Llteratur

Ball, Hugo: Kothes, Franz-Peter:


Flammetti oder vom Dandyismus der Armen. Die theatralische Revue in Berlin und Wien. 1900 - 1938.
Berlin 1918. Wilhelmshaven'1977.

Colmann. Fred/Trier, Walter: Lammel, lnge:


Artisten. Arbeitermusikkultur in Deutschland 1844-1945. Bilder und
Dresden 1928. Dokumente.
Leipzig 1984.
Eberstaller, Gerhard/Brandstätter, Christian/
Paul, Bernhard: L6ger, Fernand:
Circus. Conference über die Schaubühne.
o.O., o.J. ln: Europa-Almanach
Potsdam'1925. S. 119 - 132.
Giese, Fritz:
Girlkultur. Vergleich zwischen amerikanischem und Lipp, Wolfgang:
europäischem Rhythmus und Lebensgefühl. Magie - Macht und Gefahr. Zur Soziologie des lrrationalen.
München 1925. ln: Archiv für Kulturgeschichte 6611984, S. 389 - 423.

Hermand, Jost/Trommler, Frank: Mülle4 Hedwig/Stöckemann, Patricia:


Die Kultur der Weimarer Republik. "... jeder Mensch ist ern Tänzer." Ausdruckstanz in
München 1978. Deutschland zwischen 1900 und 1945.
Gießen 1993.
Jansen, Wolfgang:
Glanzrevuen der zwanziger Jahre. Noltenius, Rainer (Hg.):
Berlin 1987. lllustrierte Geschichte der Arbeiterchöre. ISchriften des Fritz-
Hüser-lnstituts für deutsche und ausländische Arbeiter-
Das Variet6. Die glanzvolle Geschichte
literatur Reihe 1, Bd.8l.
einer unterhaltenden Kunst.
Essen 1992.
Berlin 1990.
Panter, Peter (d.i. Kurt Tucholsky):
Kafka, Franz: Variet6 und Kritik.
Ein Hungerkünstler (1924).
ln: Die Weltbühne 192212.Hb1., S. 88 - 90.
ln: Sämtliche Erzählungen.
Frankfurt a.M. 1972. S. 1-15 - 2O9.
Piechowski, Paul:
Proletarischer Glaube. Die religiöse Gedankenwelt der
KannonieI Reinhard: organisierten deutschen Arbeiterschaft nach sozialistischen
Einige Gedanken zum Begriff der "Arbeitermusikkultur".
und kommunistischen Selbstzeugnissen.
ln: H. Fielhauer/O. Bockhorn. Volkskunde, Sozialwissen-
Berlin 1928.
schaften und Arbeiterkultur. Ein Tagungsbericht.
Wien / München / Zürich 1982. S. 41-50.
Volks-Singakademie Mannheim.
10 Jahre Volks-Singakademie mit Arnold Schattschneider
Klenke. Dietmar / Lilje, Peter / Waltet Franz:
1 920- 1 930.
Arbeitersänger und Volksbühnen in der Weimarer Republik.
lFestschriftl Mannheim 1930.
Bonn 1992.
Bildnachweise

Titelbild Weitere Bilder von:


Kartenkünstler Carter
Circus-, Variet6- und Artistenarchiv e.V, Marburg StadtarchiV Mannheim
Institut f ür Theaterwissenschaften der
Abb. t,5, 15 Universität, Köln
Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim

Abb. 2, 3, 4, 6,7, 8, 9, 10, 11, 13, 't4, 18, 19,20


Circus-, Varietö- und Artistenarchiv e.V, Marburg

Abb. 12
Siegf ried Angelis, Mannheim

Abb. 16
Deutsches Sportmuseum e.V, Köln

Abb. 17
Deutsches Plakatmuseum, Essen

Abb.21
Ullstein Bilderdienst, Berlin

Abb.22,24,25,26,28
Arbeitermusikarchiv,
KlausJürgen Hohn, Nürnberg
(Leihgaben)

Abb.23
K. Beisel,
Heidelbe rgZiege lha usen

Abb.27
Volks-Singakademie Mannheim. 10 Jahre Volks-
Singakademie mit Arnold Schattschneider 1920 - 1930.
IFestschrift] Mannheim 1 930
(Leihgabe Fritz Kheil, Heidelberg)

Rückseite
Circus-, Variete- und Artistenarchiv e.V, Marburg
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