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Semantik: die Bedeutung von Wörter und Satze: Traditionelle Begriff: In traditioneller

Betrachtungsweise wurde generell von der Bedeu- tung einzelner Wörter gehandelt, im
Gegensatz zu strukturalistischen Ansätzen, bei denen die Strukturierung des Wortschatzes
(paradigma- tischer Aspekt) und die semantischen Beziehungen von Wörtern in Sätzen
(syntagmatischer Aspekt) diskutiert wird. Im vorigen Jahrhundert und z.T. in diesem war
Sprachwissenschaft eine vorwiegend diachronische Disziplin. Dabei stand insbesondere die
Etymologie im Vordergrund, welche Grundformen und Grundbedeutungen der Wörter, ihre
lautlichen und inhaltlichen Veränderungen und die Bedingungen des Laut- und
Bedeutungswandels erforschte. Soweit nur die Bedeutungsveränderungen betroffen sind, spricht
man auch von Semasiologie. Die Begriffe BedeutunEserweiterung und Bedeutungsverengung
meinen, daß Wörter eine umfassendere oder kleinere Umweltreferenz erhalten. Das Wort Fran
2. B, das heute jede verheiratete Person weiblichen Geschlechts und auch unverhei- ratete nicht
mehr sehr junge Damen bezeichnet, war im mhd. Sprach- gebrauch auf adelige frouwen
beschränkt. Umgekehrt war im mhd. Sprachgebrauch eine hochzit irgendein Fest, während
heute eine Hoch- zeit nur eine Festlichkeit anläßlich einer Eheschließung bezeichnet. Die beiden
diachronischen Begriffe Bedeutungserweiterung haben in synchronischer Betradhtungsweise ihr
oberbegriffliches Pen- dant im Begriff Bedeutungsumfang (E xtension): je größer der
Bedeutungsumfang cines Wortes ist, auf desto mehr Re- ferenten ist es in Einzelfällen
anwendbar. In denselben Bereich gehören die beiden Begriffe Bedeutungsverbesserung und -
ver- schlechterung, die auf eine Wertung nach gesellschaftlichen oder moralischen Normen
hinweisen: in mhd. Sprachgebrauch hatte wip (Weib) die Bedeutung wie heute Fran, während
Weib heute in die Gruppe möglicher Schimpfwörter gehört oder als archaisch und luthe- risch
eingestuft wird. Homonyme sind verschiedene Wörter mit demselben Sprachkörper. Nicht in
allen Fäl- len von Mehrdeutigkeit spricht man jedoch von mehreren Wörtern; es gibt viele Fälle,
bei denen man von mehreren Bedeutungen eines Wortes spricht wie beim oben angeführten
Beispiel Fuchs mit den Bedeutungsreihen Vulpes, Pferd, Schmetterling und Reineke, listiger
Mensch. In soldchen Fällen spricht man von der Polysemie eines Wortes. Die Grenze zwischen
Homonymie und Polysemie ist nicht klar gezogen, aber in der Lexikographie unterscheidet man
schon immer zwischen beiden Typen.Polysemie werden unter einem Stichwort mehrere
Bedeutungen ange- geben. Als Beispiel mag das Wort Schloß dienen, das teilweise als Homonym
geführt wird und teilweise als Polysem, wobei dann diachronische Information berüdksichtigt
wird; das Gebäude Schloß schloß einmal ein Tal ab. Im Zusammenhang mit der Synonymie wird
neuerdings der Begriff der Hyponymie eingeführt. Hyponymie bezeichnet den Sach- verhalt der
Inklusion, des Einschließens von Bedeutungen. Die Bedeu- tung von Pflanze ist z. B. in den
Bedeutungen von Baum, Busch, Gras usw. eingeschlossen, die Bedeutung von Baum ist
wiederum in den Be- deutungen von Birke, Buche, Fichte, Tanne, Erle usw. enthalten. Syno-
nymie wäre dann der Sonderfall wechselseitiger Hy ponymie. Hypo- nymierelation sind auch für
die Satzsemantik wichtig (Paraphrase). Für die Antonymie, die einen Gegensatz von
Bedeutungen bezeichnen soll, trifft das nur bedingt zu, weil kaum generell zu definieren sein
dürfte, von welchem gemeinsamen Bezugspunkt her man einen Gegensatz der Bedeutungen
konstatiert. Gewohnlich wer- den Paare wie Liebe- Haß, schon- baßlich, klag - dumm, gut böse
usw. als Antonyme bezeidinet. Der Bezugspunkt ist dabei offen- sichtlich eine Bewertung von
Eigenschaften oder Verhaltensweisen nach einer gesellschaftlichen oder ästhetischen Norm.
Solche antonymischen Paare sind für psychologisdhe Untersuchungen und Erklärungen zum
Sprachverhalten und zur Relation zwischen Bewertungshandlungen und ihrer Verbalisierung
widhtig", das Aufgliedern des Wortschatzes nach Antonymien erscheint für eine linguistische
Analyse jedoch wenig Antonymie bezeichnet übrigens nicht jeweilige Negation: anschön, klug -
nicht dumm verwendet. sinnvoll. dafür würden Expansionsableitungen wie schön unklug oder
ein Syntagma wie dumm verwendet.Wortfeld: Bei der Untersuchung von Wortschatzstrukturen
geht man davon aus, daß bestimmte Referenzbereiche" wie z. B. Familie und Ver- wandtschaft,
Farben, militärische Ränge, Bewegungsvorgänge' usw. durch eine Reihe von Wörtern bezeichnet
werden, deren Inhalte ein- ander bedingen. Das sei am Beispiel der Farben erläutert: die Farben
sind als Umwelterscheinungen ein Kontinuum; beim sprachlichen Ver- weis benutzt man jedoch
mehrere Wörter, man löst das Kontinuum auf in sog. diskrete, d. h. gegencinander abgetrennte
Teile, z. B. rot, orange, gelb, grün. Jeder der Wortinhalte dieser Wörter ist in referentieller
Hinsicht ungenau, aber in sprachlicher Hinsicht ist seine relative Stel-lung im lexikalischen Feld
fixiert: orange liegt zwischen rot und gelb, gelb zwischen orange und grün usw. Verschiedene
Spradhen sind in ihren in sprachlichen Einheiten fixierten Inhalten nidht isomorph". Die
Bestimmung von Wortinhalten im Feld und Nicht-Isomorphie verschiedener Felder läßt sich auch
am Feld der Schulnoten demon- strieren. Zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen
Verwaltungs- bezirken oder Bundesländern gab es, je nach den Erlassen der Kultus- ministerien,
eine untorschiedliche Anzahl von Noten.Das Prinzip der Inhaltsbegrenzung durch Feldnachbarn
ist im Schul- notenfeld einsehbar demonstriert. Allerdings handelt es sich hier eigentlich nicht
um ein echtes Wortfeld der natürlichen Sprache, weil den Wörtern eine Zahlenskala zugrunde
liegt (1-4, 1-5 oder 1-6), die zudem durch einen ministeriellen Erlaß, also durch einen will-
kürlichen Akt , festgelegt ist. Beim Aufstellen echter Wortfelder und beim Bestimmen der Inhalte
seiner Elemente gibt es in der Feldforschung theoretische und methodi- sche Schwierigkeiten,
von denen einige erwähnt seien: Das Ausgehen von Wörtern statt etwa von Lexemen bedingt
von, Anfang an eine Ungegauigkeit insbesondere im Hinblick auf Wortartzugenörigkeiten, weil es
keinen exakten Wortbegriff gibt.Die Verbindung von Inhalten und sprachlich- geistigen Zugriffen
auf die angesprochene Welt führt beim Aufstellen und Gliedern der Felder zu vielen auf der
Intuition.

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