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Gegenstand der Pragmatik 

: definition : In der linguistischen Pragmatik beschäftigt man sich mit


Handlungs- und Situationsbezügen von sprachlichen Äußerungen sowie mit der Einbettung von
Äußerungen in den sprachlichen Kontext. Das zentrale Paradigma der Pragmatik besteht zum
einen in der Sprechakttheorie, zum anderen befasst sich die Pragmatik mit den sprachlichen
Phänomenen der Anaphorizität und Indexikalität sowie den Präsuppositionen.
Die Pragmatik hat es mit nicht-versprachlichten Annahmen und Prinzipien zu tun, die die
Bedeutung von Äußerungen mitbestimmen, mit Ironie, mit Gefühlen, die in einer Äußerung
mitschwingen,... Möglich wäre eine Definition durch Aufzählung: Pragmatik ist danach das Studium
von Deixis, implikaturen, Sprechakten, Aspekten der Diskursstruktur,… Untershied zwischen
Pragmatik und Semantik: Die Pragmatik hat wie die Semantik mit der Bedeutung von Sätzen zu tun.
Da jeder Satz in einem bestimmten situativen oder sprachlichen Kontext geäußert wird, wäre eine
Abgrenzung von Semantik und Pragmatik der Art, dass die Semantik es mit der Bedeutung von
Sätzen in einem „null-Kontext“ zu tun habe, die Pragmatik mit der Interpretation von Sätzen in
Kontexten, nicht machbar.
- Sowohl bei mündlichen als auch bei schriftlichen Kommunikationsakten spielt der sprachliche
und situativer Kontext eine Rolle. Das gilt sowohl für die Produktion von Äußerungen als auch für
ihre Interpretation durch den Rezipienten.
- Bezüglich des Sprechers ist relevant, wer redet, wann er spricht und wie er auf sich selbst Bezug
nimmt. Je nachdem, wer redet (ein König ein Minister,ein Pfarrer), wird der Redebeitrag mehr oder
weniger offiziell, länger oder kürzer sein. Wann jemand redet, ist teilweise sozial geregelt. Für
Kinder galt früher „ein Kind redet nur, wenn es gefragt wird“. In einem Round-Table-Gespräch wird
einer Person gewöhnlich explizit Rederecht erteilt. Auf sich selbst bezog sich ein König früher mit
‚wir‘, während alle anderen schlicht ‚ich‘ gebräuchten. Relevant ist hier unter anderem die Zahl der
Adressdaten und die soziale Beziehung zwischen spreche und Adressat, die sich im Deutschen im
Unterschied du vs. Sie niederschlägt.//- Der wahrnehmungsräume spielt auch bei der
sprecheridentifizierung eine Rolle. Im Dunkeln oder hinter der verschlossenen Tür (z.b. Bei 'ich' als
Antwort auf die Frage 'wer ist da?') ist eine Identifizierung des Sprechers erschwert, so dass
sekundäre Merkmale (z.b. Charakteristische Eigenschaften der Stimme) ausschlaggegebend
sind.//2 Sprechakte: Def: Äußerungen sind nicht nur Akte des Sagens und Meinens – eine Person
spricht -, sondern zugleich auch Handlungen. Solche Sprechhandlungen nennt man Sprechakte.
Allgemeines: An der Sprechakttheorie hat die Semantik ebenso viel Anteil wie die Pragmatik:
Ausgangsthese ist die von AUSTIN gemachte Feststellung, dass sprechen handeln sei. Der
Sprachphilosoph John Austin hat zwei grundsätzliche Typen von Sprechakten unterschieden:
konstative und performative Sprechakte. Während konstative Sprechakte etwas ausdrücken, das
wahr oder falsch sein kann, ist dies für performative nicht der Fall. Eine Äußerung wie ,Hilfe!' ist
eine Handlung, die angemessen oder unangemessen sein kann, die aber nicht wahr oder falsch ist.
Seit Austins grundlegendem Werk zur Sprechakttheorie "How to do things with words" ist
mehrfach versucht worden, Sprechakte zu klassifizieren. Eine vollständig befriedigende Lösung gibt
es indes nicht, u.a. auch deshalb, weil die einzelnen Sprechakte oft kulturspezifisch sind.
Gegen Ende seiner Vorlesungen kommt AUSTIN jedoch zum Schluss, dass alle Äußerungen, auch
Feststellungen und andere „constatives“, Handlungen sind. Sprechen ist eine Form des Handelns
und unterliegt Bedingungen, wie sie für Handlungen typisch sind. Drei Aspekte sind für sprachliche
Äußerungen aller Art charakteristisch.
-Sie werden von einer Intension des Sprechers gesteuert.
-Sie verändern auch auf bestimmte Art und Weise die Welt (wenn auch meist in kleineren
Bereichen).
-Sie untereliegen spezifischen Bedingungen, die von AUSTIN „Glückensbedingungen“ genannt
werden. bestandteile von Sprechakten: Def1: Den visuell und akustisch wahrnehmbaren Ackt, für
den Kinn-, Lippen- und zungenbewegungen sowie „Geräuschemachen“ kennzeichnend sind, nennt
SEARLE lokutionären Akt. Den Akt,der das Verweisen auf Personen, Dinge und Sachverhalte
enthält, nennt er propositionalen Akt. Den funktionellen Teil des Sprechakts, also das Erteilen von
Befehlen, Machen von Feststellungen,… nennt er illokutionären (bzw. Illokutiven) Akt; Den Akt,
den er durch informieren, irritieren und Langweilen illustriert, nennt er im Anschluss an AUSTIN
perlokutiven Akt. Def2: Der lokutionäre Akt: die Auserung eines Satzes.
Der illokutionäre Akt: der Akttyp, der durch die Auserung durchgefuhrt wird
(z.B. Behauptung, Angebot, Befehl, Warnung usw.), kann durch ein performatives Verb
bezeichnet werden. Der perlokutionäre Akt: das Hervorbringen des beabsichtigten Effekts beim
Adressaten, (z.B. Glauben an eine Behauptung, Annahme eines Angebots, Ausfuhren eines
Befehls.) illokution und perlokution… sind funktionen der Äusserung. Propositionale Akte:
WUNDERLICH trägt diesem Umstand Rechnung, indem er annimmt, dass grundsätzlich eine
Illokution mit einem ‚propositionalen Gehalt‘ verbunden ist, dass dieser aber nur bei
repräsentativen Sprechakten (Aussagen, Feststellungen, Behauptungen,…) „Proposition“ in vollen
Sinne des Wortes genannt werden kann. Die anderen illokutionen sind mit ‚offenen Propositionen‘
(bei Direktiva, das heißt Anordnungen, Befehlen, Btten,..). Propositionsbegriffen (bei
Entscheidungsfragen) oder Prädikatsbegriffen (bei Ergänzungsfragen) verbunden. Eine proposition
ist demnach eine besondere Ausprägung des propositionalen Gehalts. So wie eine Illokution durch
besondere sprachliche Mittel, so genannte „illokutive Indikatoren“, markiert werden kann, so wird
eine proposition durch „propositionale Indikatoren“ angezeigt.
Die Annahme von SEARLE, dass eine Proposition genau einen Referenz- und einem Prädikarionsakt
enthält, ist nicht aufrechtzuerhalten: es gibt Propositionen ohne referenz : z.B Es regnet/ scheint…
Referenz ist nicht an das Subjekt gebunden, sondern kommt auch innerhalb der VP vor. (Hans
kennt Helga) referieren Subjekt und Objekt; (Hans geht zum Bahnhof) gibt es ein referierendes
(direktionales) Adverbial. (Es zieht Hans nach München) referiert das Subjekt gar nicht, dafür gibt
es ein referierendes Objekt und ein referierendes adverbial.
-SEARLE nimmt auch illokutive Akte ohne Proposition an: Hurra! Ist eine konventionalisierte
Begeisterungsäußerung, Au! ein Schmerzensschrei, tchüss ein Abschiedskuss. Eine proposition (mit
Referenz und Prädikation) ist nicht erkennbar. Propositionen haben nicht an sich einen
Wahrheitsgehalt, sondern nur, wenn sie in einem Absage- (bzw. Feststellungs-) Akt vorkommen:
Paul bleibt hier: kann wahr oder falsch sein; bei b-f besteht diese Möglichkeit nicht; das gilt nicht
nur für Sprechakte ohne proposition, sondern auch für solche, die eine proposition aufweisen, die
mit einer anderen Illokution als der Feststellung verbunden ist. WUNDERLICH trägt diesem
Umstand Rechnung, indem er annimmt, dass grundsätzlich eine Illokution mit einem
‚propositionalen Gehalt‘ verbunden ist, dass dieser aber nur bei repräsentativen Sprechakten
(Aussagen, Feststellungen, Behauptungen,…) „Proposition“ in vollen Sinne des Wortes genannt
werden kann. Die anderen illokutionen sind mit „offenen Propositionen“ (bei Direktiva, das heißt
Anordnungen, Befehlen, Bitten,…), „Positionsbegriffen“ (bei Entscheidungsfragen) oder
„Prädikatsbegriffen“ (bei Ergänzungsfragen) verbunden. Eine proposition ist danach eine
besondere Ausprägung des propositionalen Gehalts. (Mir liegt an deiner Zustimmung). Schließlich
ist bei SEARLE zu kritisieren, dass er nur einen Spezialfall von Referenz behandelt, nämlich definite
Referenz, und diese nur für Singularische individuative NPs wie Hans, der Tisch,… nicht aber für
pluralische (die Tische) oder kontinuative (das Glück). Das beeinflusst entscheiden seinen
Glücksbedingungen und Regeln für Referenzakte. Illokutive Akte: der illokutiver Akt ist der Teilakt
des Äußerungsakts, der nach SEARLE das Machen von Feststellungen, Erteilen von Befehlen,… Der
illokutive Akt ist konstitutiert durch eine illokutive Kraft (~ Redehandlungswert), d.h. das
kommunikative Ziel, das man nach den Konventionen der Sprachgemeinschaft mit einer solchen
Äußerung erreichen kann. Man kann sich die illokutive Kraft als einen Operator auf oberster
Satzbedeutungsebene vorstellen, der eine (modalisierte) Proposition in einen Sprechakt überführt.
kurz: die Funktion der Äußerung betrifft. Woran erkennt der Adressat die Illokution?
Hauptindikatoren: - An illokutiven Indikatoren - an Handlungen des Sprechers, die die Äußerung
begleiten (z.b. Gebärden, stimmstärke und Intonationseigenschaften, die nicht Grammatikalisiert
--und damit Teil des illokutiven oder propositionalen Indikators-- sind, - an situativen bzw.
kontextuellen Bezügen der Äußerung (Zeitpunkt, Raum, Redezusammenhang und so
weiter).Illokutive Indikatoren sind die Modi (Indikativ,Imperativ,…) und satztypen .Sie sind jedoch
nicht immer eindeutig, sondern bedürfen vielfach der Ergänzung durch den kontext.
Das gilt besonders für die Modi des Verbs und die satztypen. Ein Aussagesatz wie (Paul bleibt hier)
kann für die verschiedensten illokutive Akte benutzt werden, z.b. Als Feststellung, Aufforderung,
versprechen oder Drohung. MEIBAUER erläutert an den Beispielen (Du bleibst nachher noch hier-
Sie wohnen schon lange hier?) den Unterschied zwischen Satztyp und Illokution. -Performative
Verben: Gemeint sind solche Verben wie sagen, äußern, fragen, behaupten usw: gelten als die
eindeutigsten illokutiven Indikatoren, können aber auch nichtwörtlich (metaphorisch) gebraucht
werden und zeigen dann nicht den illokutiven Akt an, den man aufgrund ihrer wörtliche Bedeutung
erwartet würde. Sie lassen sich nach einer Menge von Kriterien klassifizieren, darunter:
Zeitstabilität, insbesondere Telizität,-Valenzrahmen,-Performativität (s.u.).
Die performative Formel besteht aus einem performativen Verb in der 1.Person Präsens (sing oder
plural), dem Subjekt in der 1. und dem Objekt in der 2. Person,. In anderen Personen oder Tempora
werden diese verben nicht performativ gebraucht. z.B :‘Er bat mich‘ oder ‚ich habe ihm
versprochen‘. Nicht alle illokutiven (Illokutionsbeschreibenden) Verben können performativ
verwendet werden. So ist ‚drohen‘ illokutiv (das heißt Illokutionsanzeigend), aber nicht
performativ. (Paul drohte mir,mich anzuzeigen) ist ein Bericht über einen droh- Akt. Aber auch (Ich
drohe dir, dich anzuzeigen) ist eine Feststellung, nur (Ich zeige dich an) ist als Drohung verstehbar.
-Mimik, gestern und Intonation können eine Illokution nicht immer verdeutlichen: so kann () mit
energischer Intonation gesprochen, immer noch eine eindringliche Feststellung sein, nicht
unbedingt eine Drohung oder Aufforderung.
Wenn alle sprachlichen und Gestiken Indikatoren Versagen, wie weiß dann der Sprecher, welche
illokutive Funktion eine Äußerung hat?, jede Illokution unterliegt Bedingungen, die sowohl der
Sprecher als auch der Adressat kennt. SEARLE hat diese glückensbedingungen für den Sprechakt
versprechen ausführlich dargestellt und diese Analyse auf andere illokutive Akte ausgedehnt.
‫ شروط‬Bedingungen für versprechen: 1-es gelten normale Eingabe und Ausgabe Bedingungen. 2-
Sprecher drückt in der Äußerung von Satz die proposition aus, dass Präposition. 3-Indem Sprecher
ausdrückt, dass Präposition, prädiziert der sprecher einen zukünftigen Akt von Sprecher.4-Der
Hörer würde es vorziehen, dass Sprecher Akt ausführt, statt dass er Akt unterließe, und spreche
glaubt, dass hörer es vorziehen würde, dass er Akt ausführt, statt Akt zu unterlassen. 5-Es ist
sowohl für spreche als auch für Hörer nicht offensichtlich, dass Sprecher bei normalen Verlauf der
Ereignisse Akt ausführen wird. 6-Sprecher beabsichtigt, Akt zu tun. 7-Sprecher beabsichtigt, sich
mit der Äußerung von Satz zur Ausführung von Akt zu verpflichten. 8-Sprecher beabsichtigt, mit der
Äußerung von Satz bei hörer die Überzeugung zu wecken, dass die Bedingungen 6 und 7 erfüllt
sind, indem der Hörer seine Absicht, diese Überzeugung hervorzurufen, erkennt; Und er
beabsichtigt, dass diese Erkenntnis sich dadurch vollzieht, dass der geäußerte Satz als ein solcher
erkannt wird, wie man ihn konfessionellerweise verwendet, um solche Überzeugungen zu wecken.
9-Die semantischen Regeln des Dialekts, den Sprecher und Hörer sprechen, sind so, dass Satz
korrekt und aufrichtig dann und nur dann geäußert wird, wenn die Bedingungen 1 bis 8 erfüllt sind.
-->Bedingung 1 gilt für illokutive Akte allgemein. Ist ein Gesprächspartner taub oder findet das
Gespräch in unmittelbarer Nähe eines Pressluftbohres statt,dann sind die ein- und
Ausgabebedingungen nicht erfüllt, und der illokutionäre Akt (und damit der gesamte Sprechakt) ist
schon auf dieser Stufe gescheitert. //Bedingungen 2 und 3 nennt SEARLE Bedingungen des
propositionalen Gehalts. 2 ist von allgemeinerer Art als 3, gilt jedoch nicht für alle illokutiven Akte,
da es nach SEARLE ja Sprechakte ohne Präposition gibt. 3 ist Versprechenspazifistisch: es geht
immer um einen zukünftigen Akt, den der Sprecher selbst ausführt oder für dessen Ausführung er
sorgt; insofern ist ( ich verspreche, dass mein Sohn die Schularbeiten macht ), falls die anderen
Bedingungen zutreffen, geglückt, (Ich verspreche, dass Sie mir helfen) nicht. Das SEARLE Terminus
„Akt“ zu eng ist, zeigt (ich verspreche, mich ruhig zu verhalten), wo ein Verhalten bzw. ein Zustand
versprochen wird. //Bedingungen 5 und 4 sind Einleitungsbedingungen. 4 lässt sich auch die Formel
bringen, dass Akt für den Adressaten angenehm sein muss. 5 besagt, dass man normalerweise
nichts verspricht, wovon ohnehin klar ist, dass man es tut. (ich esse heute zu Mittag) ist nur ein
sinnvolles versprechen, wenn Sprecher normalerweise nicht zu Mittag ist. Diese
Offensichtlichkeitsbedingung gilt für die meisten illokutiven Akte, sogar für Feststellungen. Ein
berühmtes Beispiel ist (Der Steuermann ist nicht betrunken); der Kapitän macht im Logbuch die
Eintragung und will damit andeuten, dass der Steuermann im Gegensatz zu sonst nicht betrunken
ist.
Bedingung 6 nennt SEARLE die Aufrichtigkeitsbedingung, 7 die wissentliche Bedingung. Die
Aufrichtigkeitsbedingung ist umstritten. SEARLE selbst spricht von unaufrichtigen Versprechen, was
darauf schließen lässt, dass er sie zu den Verprechen rechnet. Nach WUNDERLICH wäre ein
unaufrichtiges versprechen gelungen (es wird vom Adressaten als versprechen verstanden und
akzeptiert), aber nicht erfolgreich: die versprochene Handlung erfolgt nicht -was sich allerdings erst
zu einem späteren Zeitpunkt herausstellt. Serle revidiert die Aufrichtigkeitsbedingung so, dass
Sprecher nicht tatsächlich die Intention haben muss, Akt zu tun, sondern seine Verantwortung
ausdruckt, Akt zu tun (gleich, ob er die Intension hat oder nicht). Äußerungen wie (Ich verspreche
dir zu kommen, aber ich komme nicht) sind absurd. Ähnlich ist bei einer Behauptung davon
auszugehen, dass der Sprecher sich für die Wahrheit des Behaupteten verbürgt und Argumente
dafür liefern kann. Eine Behauptung glückt, wenn der Adressat das behauptete als wahr oder
wahrscheinlich anerkennt.
Die wesentliche Bedingung ist die zentrale Bedingung. Beim versprechen liegt sie in der von
Sprecher unternommenen Selbstverpflichtung. Bedingungen 8 und 9 sind wieder allgemeiner Art:
nach 8 muss der Sprecher dem Adressaten,die Intension der Äußerung deutlich machen; 9 nimmt
Bezug auf die Beschaffenheit des gemeinsamen sprachlichen Kodes (SEARLE versteht ‚Dialekt‘ in
einem weiten Sinne): aus der Wahl der benutzten Wörter (versprechen, geloben usw.), aus der
syntaktischen Konstruktion (ich verspreche dir vs. Ich versprach dir) und der offenbaren Einhaltung
der anderen Bedingungen muss hervorgehen, dass wirklich ein Versprechen intendiert ist. Aus den
Bedingungen für Illokutionen extrahiert SEARLE semantische Regeln für den Gebrauch illokutiver
und Direktoren für versprechen.
Regel 1: ein versprechen wird nur im Kontext eines Satzes geäußert, der einen zukünftigen Akt des
Sprechers ausdrückt. Regel 2: ein versprechen liegt nur vor, wenn Sprecher glaubt, dass der Hörer
die Durchführung von Akt durch der Sprecher der Nichtdurchführung vorzieht. Regel 3: nur wenn
die Durchführung von Akt durch Sprecher für nicht für Sprecher und Hörer ohnehin offensichtlich
ist, zählt die Äußerung als Versprechen. Regeln 2 und 3 nennt SEARLE einleitungsregeln. Regel 4:
die Aufrichtigkeitsregel, besagt, dass nur dann ein versprechen geäußert wird, wenn spreche
beabsichtigt, Akte zu tun. Diese Regel müsste revidiert werden, parallel zur Revision vom
Bedingung 6. Regel 5, die wesentliche Regel, heißt: die Äußerung eines Versprechens gilt als
Übernahme einer Verpflichtung, Akt zu tun.//Diese Regeln sind konstitutive Regeln: sie
konstituieren einen Sachverhalt, während regulative Regeln einen bereits bestehenden
Sachverhalt normieren. Als nicht-sprachliche Beispiele konstitutiver Regeln and serle Regeln, nach
denen z.b. dach Springer oder der Läufer im Schachspiel gezogen werden. Beispiele für regulative
Regeln sind die Tischsitten und andere gesellschaftliche geregelte Verhaltensweisen wie
Schlipstragen oder Händeschütteln.//SEARLE dehnt die Analyse auf andere illokutive Akte aus. Für
aufforderungsakte gilt, z.b. Die propositionale Regel, dass ein künftiger Akt von höherer
ausgedrückt wird. , und die wesentliche Regel, dass die Äußerung als Versuch von Sprecher gilt,
hörer zu veranlassen, Akte zu tun. Feststellungsakte sind in ihrer proposition nicht zeitlich
gebunden; sie kann gegenwärtig, vergangen, zukünftig sein, sich auf Sprecher, höherer oder dritte
Personen oder Dinge beziehen. Ihre wesentliche Regel besagt: die Äußerung von der Satz gilt als
Bestreben, in präposition einen tatsächlichen Sachverhalt darzustellen. Die wesentliche Regel für
Danksagungen ist eng an die Aufrichtigkeitsregel angelehnt und besagt, dass die betreffende
Äußerung als Ausdruck von Dankbarkeit oder Wertschätzung dient. Entcheidend ist das
Ausdrücken ein Gefühls (z.b. Dankbarkeit), nicht das tatsächliche Vorhandensein des Gefühls (das
schwer überhaupt ist).