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Alpingeschichte kurz und bündig

Mauthen im Gailtal
Robert Peters und Sepp Lederer

MIT UNTERSTÜTZUNG VON BUND UND EUROPÄISCHER UNION


Alpingeschichte kurz und bündig
Mauthen im Gailtal

Robert Peters
Sepp Lederer

Oesterreichischer Alpenverein
Innsbruck, 2013

Die Initiative „Bergsteigerdörfer” ist ein Projekt des Oesterreichischen Alpenvereins


und wird aus Mitteln des österreichischen Bundesministeriums für Land- und Forst-
wirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft (Lebensministerium) und des Europäi-
schen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums gefördert.
Inhalt

Vorwort 6
Daten und Fakten 9
Geschichtliches 13
Touristische Ursprünge 15
Dokumente zur AV-Sektion Obergailtal-Lesachtal 29
Dokumente zur Wolayerseehütte 33
Chronik eines bewegten Jahrhunderts 41
Bergführer und Erstbesteigungen 55
Die Entdeckung der Mauthner Klamm 1889 67
Zentrum des Gebirgskrieges 1915–1918 71
Mauthner Katastrophen 75
Zeugen der Geschichte in Eis und Fels 79
Das kleine Mauthen − Wiege großer Männer 83
Mauthen – ein Bergsteigerdorf 95

Literatur 98
Adressen 99
Bergsteigerdörfer – Bestelladresse und weiterführende Literatur 103
Bildnachweis 109
Impressum 110


6 7

Vorwort
Fundament für die Umsetzung der Projektes. Das Ergebnis trägt zur ver-
Der Oesterreichische Alpenverein ist Verlust öffentlicher Dienstleistungen Alpenkonvention und auch für dieses tieften Einsicht in die alpinistische Ent-
traditionell dem ländlichen Raum und Grunddaseinsfunktionen betrof- Projekt mit ausgewählten österreichi- wicklung der Gemeinden bei Besuche-
des Berggebietes verbunden, wo der fen. Ohne Zweifel gehören diesen schen Alpendörfern. Die Deklaration rInnen und Gästen bei und bietet auch
Schwerpunkt seiner alpinen Infra- Regionen auch die Sympathien und weist in zwei Artikeln ausdrücklich der einheimischen Bevölkerung besse-
strukturen liegt, die Arbeitsgebiete der die Wertschätzung zahlreicher Freun- auf die in der Grundkonzeption des re Einblicke in die Alpinhistorie. Beides
Sektionen zu betreuen sind und sich dInnen. Das macht stolz, trägt aber Bergsteigerdorfprojektes verankerten soll den Stellenwert des Alpinismus in
die alpine Heimat für Tausende von wenig zur Sicherung der wirtschaftli- Ziele hin: der Gemeinde erhöhen und festigen.
BergsteigerInnen, BergwanderInnen chen Existenz bei. Es gilt also, die of- - Anerkennung der Bedeutung der Denn Alpinismus und naturnaher Al-
und FreundInnen der Alpen auftut. fensichtliche Wertschätzung in mehr alpinen ländlichen Räume als viel- pintourismus – wie ihn die Alpenkon-
Der OeAV hat sich auch verpflichtet, Wertschöpfung münden zu lassen. fältige, heterogene, eigenständige vention als Teil der Nachhaltigkeits-
das von den acht Alpenstaaten und Die Alpenkonvention spricht sich in Wirtschafts-, Natur- und Kultur- strategie für den Alpenraum versteht
der Europäischen Gemeinschaft ge- mehreren Durchführungsprotokol- standorte und Förderung integrier- – brauchen eine geistige Verankerung.
meinsam entwickelte und getragene len für die Stärkung des ländlichen ter Strategien, die an ihre jeweiligen Zugleich geht es darum, dem Alpinis-
Vertragswerk der Alpenkonvention zu Raumes aus. Etwa im Tourismuspro- Potenziale angepasst sind; mus und damit der Möglichkeit zu
fördern und umzusetzen. Die Alpen- tokoll, wo sich die Vertragsparteien - Erforschung, Erhaltung und Ent- Individualität, Spontanität und per-
konvention ist d a s Instrument zur verpflichten, die Wettbewerbsfähig- wicklung des vorhandenen materi- sönlicher Entfaltung genügend Raum
nachhaltigen Entwicklung des Alpen- keit des naturnahen Alpentourismus ellen und immateriellen Kulturerbes zu geben, nachdem die verschiedenen
raumes. Daraus leiten sich gemein- zu stärken. sowie der überlieferten Kenntnisse. Interessen und Widmungen am Ge-
same Interessen ab, die sich im OeAV- Das Projekt „Bergsteigerdörfer“ des Für den OeAV sind der Alpinismus so- birgsraum stetig steigen.
Projekt zur Stärkung österreichischer OeAV weist nicht nur eine Nähe zu den wie die Tätigkeit der alpinen Vereine Der Oesterreichische Alpenverein
Bergsteigerdörfer im Rahmen des Durchführungsprotokollen „Touris- von der Pionierzeit bis herauf zu den bedankt sich bei den Autoren dieses
Programms „Ländliche Entwicklung mus“ und „Raumplanung und nach- von der einheimischen Bevölkerung Bandes zur Alpingeschichte von Mau-
2007−2013” des österreichischen Le- haltige Entwicklung“ auf, sondern mitgetragenen Ausprägungen ein then im Gailtal sowie bei allen, die mit
bensministeriums treffen. insbesondere zur Deklaration „Bevöl- ganz wesentlicher Bestandteil des ihrem Wissen und/oder ihrer Mitarbeit
Der naturnahe Alpintourismus ist kerung und Kultur“. Diese Deklaration dörflichen und regionalen Kulturerbes einen Beitrag dazu geleistet haben.
ein wichtiges Standbein für die wurde 2006 auf der IX. Alpenkonfe- und der Identität der Menschen.
wirtschaftliche Existenz vieler Berg- renz der Umweltminister in Alpbach/ Neben der Darstellung des alpintou-
regionen, vor allem in entwick- Tirol beschlossen und ist eine Klam- ristischen Angebots ist deshalb die Peter Haßlacher
lungsschwachen und entlegeneren mer der Konvention zu den in den Aufarbeitung der Alpingeschichte die- Leiter der Fachabteilung
Alpentälern. Meist sind diese Gebiete Alpen lebenden und wirtschaftenden ser Orte in kurzer und bündiger Form Raumplanung/Naturschutz
von Bevölkerungsschwund sowie dem Menschen. Sie ist ein tragfähiges ein Meilenstein im Gesamtmosaik des des Oesterreichischen Alpenvereins
9
Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2013/100539)
Kartenausschnitt ÖK, Originalmaßstab 1:200.000; (© BEV 2013 Vervielfältigung mit Genehmigung des BEV − Bundesamt für

Daten und Fakten

Mauthen ist Teil des Doppelor- ordnet, die Weiler und Ortschaften
tes Kötschach-Mauthen, der 1958 Dolling (9 EinwohnerInnen), Gratz-
durch die Zusammenlegung der hof (12), Kreuzberg (15), Krieghof
beiden Gemeinden entstanden (5), Kronhof (14), Nischlwitz (13),
ist. Mauthen liegt im Südwesten Plöcken (0), Sittmoss (14), Weiden-
von Kärnten an der Grenze zu Itali- burg (78), Mahlbach (11) und Würm-
en am Fuße des Plöckenpasses im lach (343).
Zentrum der Karnischen Alpen und Kötschach hatte bei der Erhebung
wird im Norden von den Gailtaler Al- 1.612 BewohnerInnen. In unmittel-
pen begrenzt. Mit einer Fläche von barer Nachbarschaft liegen Buchach
154,91 km² zählt Kötschach-Mau- (11), Dobra (6), Gailberg (4), Höfling
then zu den größten Gemeinden (35), Laas (231), Lanz (13), Mandorf
Kärntens, und hatte 2012 3.419 Ein- (34) und Plon (15).
wohnerInnen. Zur Doppelgemein- Ins Lesachtal reichen die zur Ge-
de gehören 31 Ortschaften, deren meinde Kötschach-Mauthen ge-
EinwohnerInnenzahlen zuletzt 2001 hörenden Ortschaften Aigen (17),
erhoben wurden. In Mauthen lebten Gentschach (25), Kosta (11), Kreuth
zu diesem Zeitpunkt 760 Menschen. (82), Passau (3), Podlanig (37), St.
In unmittelbarer Umgebung von Jakob (83), Strajach (96), Wetzmann
Mauthen liegen, alphabetisch ge- (24) und Würda (0).

*)Jahr 1869 1890 1900 1923 1934 1951 1961 1981 1991 2010

EinwohnerInnen 2739 2687 2983 2937 3079 3673 3663 3632 3673 3419
10 11

*) Jahr 2001 2005 2009 2010 2011 Der Ort Mauthen


Nächtigungen 107.873 120.383 121.466 120.157 121.714 Seehöhe bei der Kirche: 710 m
Fläche der Katastralgemeinde: 42,99 km2
Sommer (Mai − Okt.) 85.924 92.229 88.427 88.885 91.331 EinwohnerInnenzahl 2012: 745 (rückläufig)
Die natürliche Ortsgrenze zu Kötschach bildet im Norden die Gail (aus dem
Winter (Nov. − April) 21.949 28.154 33.039 31.272 30.383 Slawischen „Die Überschäumende“), welche in früherer Zeit bei Hochwasser
oft wochenlang nicht „furtbar“ (= passierbar) war.

*) (jeweils bezogen auf die gesamte Marktgemeinde Kötschach-Mauthen)

Im Zeitraum 2001–2011 ist die 1.200 Betten angeboten. Die Zahl


Zahl der im Sommer verfügbaren der Campingstellplätze hat sich von
Gästebetten von 1.532 auf 1.374 80 auf 125 erhöht.
gesunken. Im Winter werden rund

Eine so genannte Mondschein-Karte von Mauthen; Lithografie 1899 Hauptplatz um 1920 mit Blick zum Park und dem Denkmal von Oswald Nischelwitzer
12 13

Geschichtliches

Die Siedlungsgründung geht auf meindegebiet war an Karantanien


das 5. bis 2. Jahrhundert v. Chr. gebunden, aber in der geistlichen
zurück, als das Gebiet keltischer Ausrichtung der Missionierung von
Lebensraum war. Eines der ältes- Aquileia zugeordnet.
ten Schriftdenkmäler in Kärnten, Die wirtschaftliche Blüte im Mittel-
die Venetische Felsinschrift auf der alter basierte auf dem Abbau von
Missoria oberhalb von Mauthen Erzen, Gold, Silber und Blei und
aus dem 2. Jahrhundert v. Chr., die dem Handel mit Venedig. Italien
Römerstraße über den Plöckenpass war Hauptabnehmer für Eisen und
mit der Siedlung Loncium und die Vieh. Landkarten aus der Zeit des
heute noch sichtbaren Reste eines Erzherzogtums Kärnten um 1680
Wachturms sind Zeugen einer lan- zeigen bereits alle wesentlichen
gen Entwicklungsgeschichte. Siedlungsbereiche der heutigen
Bergbau im Gailtal und die Straße Flächengemeinde Kötschach-Mau-
zwischen Aquileia und Aguntum then.
über den Plöckenpass haben dem Erste urkundliche Erwähnung fin-
Gebiet schon sehr früh große Be- den die Ortschaften in folgenden
deutung gegeben. Die Grenze des Jahren: Mauthen 1276, Höfling
Stadtgebietes von Teurnia („Met- 1300, Kötschach 1308, Podlanig
ropolis Norici“) entlang des Karni- 1374, Würmlach 1374, St. Jakob
schen Hauptkammes ist heute die 1376, Laas 1510, Mandorf 1521 und
Staatsgrenze zwischen Österreich Gentschach 1590.
und Italien. Auch zur Zeit der Karo- Auch in der Franzosenzeit 1812 bis
linger verlief die Grenze von Karan- 1814, verlief die Landesgrenze zwi-
tanien und dem Herzogtum Friaul schen Österreich und den illyrischen
hier. Provinzen auf den Höhen der Karni-
811 n. Chr. wurde die Diözesangren- schen Alpen. Zu dieser Zeit waren
ze zwischen dem Erzbistum Salz- das Obere Gailtal und das Lesachtal
burg und dem Patriarchat Aquileia zu einem Kanton mit Mauthen als
Der Hauptplatz von Mauthen um 1910 entlang der Drau gezogen. Das Ge- Kantonssitz zusammengeschlossen.
14 15

Touristische Ursprünge

Als die am 5. Mai 1894 in Mauthen denn die meisten von ihnen waren
gegründete „Section Obergailthal als Wilderer unterwegs und erlang-
des DuOeAV“ 1897 die erste Wola- ten so ihren fast sagenhaften Ruf.
yerseehütte eröffnete, war die Ba- Der wohl berühmteste unter ihnen
sis für die bis dahin eher spärliche war Pietro Samassa aus Collina, der
Erschließung dieses Abschnitts der später zu einem begehrten Führer
Karnischen Alpen gelegt. „Diesem wurde. Erst nach der Mitte des 19.
Gebiet hat bisher die liebevolle Für- Jahrhunderts begannen allmählich
sorge alpiner Kreise gefehlt“, schrieb die oft weit angereisten Bergsteiger
der Obergailtaler Sektionsvorstand die Jäger bei den Erstbesteigungen
Carl Kögeler (Kötschach) 1897 in den abzulösen.
„Mittheilungen des Deutschen und Mit der Grenzziehung des Jah-
Oesterreichischen Alpenvereins“. res 1753 entlang des Karnischen
Lange Zeit hielten sich am Karni- Hauptkammes gesellte sich noch
schen Hauptkamm nur Hirten und eine dritte Personengruppe dazu:
ihre Herden auf, dort wo sich ge- die Schmuggler. Auf ausgesetzten
rade noch Weidegründe anboten. Pfaden im unwegsamen alpinen
Anders die Jäger, vor allem Gams- Gelände waren diese verwegenen
jäger: Sie waren bis in die Hochre- Gestalten mit ihren schweren Bu-
gion unterwegs und scheuten auch ckelkörben unterwegs, von Süden
extrem ausgesetzte Felsbänder bei mit gutem italienischem Wein, von
der Verfolgung des Wildes nicht. Als Österreich mit den begehrten Ziga-
sicher gilt die Besteigung des Kolli- retten und Tabak. Es herrschte bit-
nkofels 1860 durch Anton Riebler tere Armut in den Tälern dies- und
den Älteren aus Mauthen bei einer jenseits der Grenze, die viele dazu
Jagd auf Gämsen. Einheimische zwang, durch dieses illegale Ge-
Jäger prägten die Geschichte der schäft ihre Familien mühsam und
Erstbesteigungen. Nur wenige von gefahrvoll zu ernähren.
ihnen wurden allerdings wegen Wie schon seit Langem die Wilderer
Titelbild zum Moro-Reiseführer 1894 ihrer Bergbesteigungen bekannt, von den Jägern verfolgt wurden, ge-
16 17

sellten sich nun die Zöllner mit dem risten als Führer anzubieten. Nach por zum uralten Saumpfade, auf go Eder (ab Mauthen 1 St. ), wo der
Versuch dazu, die Schmuggler zu der Reglementierung des Führerwe- dem einst die Legionen Julius Cä- alpine Wanderer gut thut, eine herz-
stellen. sens wurden viele zu autorisierten sars gegen Deutschland zogen; auf hafte Stärkung zu sich zu nehmen,
Mit Jägern und Schmugglern stan- Bergführern. Als 1915 die Karnischen diesem wandert man hoch über bevor der Aufstieg zum Wolayersee
den ortskundige Männer zur Verfü- Alpen zur Front wurden, waren diese der Schlucht des tosenden Valen- beginnt.
gung, die auf Grund ihrer Erfahrun- Männer auf beiden Seiten unent- tinbaches, in welche die drei soge- Nun führt der Saumpfad allmäh-
gen befähigt waren, sich mit dem behrliche Führer für die Truppe im nannten ‚Schmiedwarten’ mit dem lich nieder zum Valentinbache,
Einsetzen des Alpinismus den Tou- schwierigen alpinen Gelände. Umwege von einer Viertelstunde und man findet, bevor dieser (3/4
fesselnde Einblicke gewähren, leicht St. vom Eder ab) an seiner Vereini-
abwärts durch mächtigen, beson- gungsstelle mit dem vom Polinik
Frühe Berichte über Anreise und ders im Frühsommer reizenden Bu- kommenden Angerbache übersetzt
Aufstieg zum Wolayersee chenwald zum wackeren Bergwirth wird, beim ‚Gatter’ eine Wegtafel mit
und Vipernfänger Peter Ainetter vul- der Bezeichnung ‚Aufstieg zum Wo-
Wie gelangten Bergsteiger Ende des nen der Fußgänger auf einem gut
19., Anfang des 20. Jahrhunderts markierten Fußsteige fast gänzlich
nach Mauthen und von dort weiter abschneidet, über den 970 m ho-
zum Wolayersee? hen Gailbergsattel – mit schönem
Ueberblick auf die Gipfel des Haupt-
Auch darüber gibt Kögeler 1897 in stockes der Carnischen Alpen (links
seinem bereits erwähnten Aufsatz beim Kreuze hübscher Blick auf die
Auskunft: Steinermandeln – zu Wagen in 1 1/2,
„1. Von Oberdrauburg (Post- und zu Fuss in 2 St. nach dem freundli-
Schnellzugsstation der Südbahnli- chen Orte Kötschach (720 m) mit
nie Marburg–Franzensfeste, 620 m), seinen zur Aufnahme von Touristen
der Einbruchsstation für das Obere vorgesehenen, guten Gasthöfen
Gailthal, gelangt man auf der neu- Rizzi, Post, Kirschner, Bachlechner
erbauten, 13 km langen, prächti- und (weitere 20 Min.) dem vom Po-
gen, auch für Radfahrer geeigneten, linik (2333 m) überragten Markte
meist durch Wald führenden Kunst- Mauthen (Touristengasthof Ortner).
strasse, deren zahlreiche Serpenti- Ein reizender Waldweg führt em- Fotograf A. Stiegler aus Hermagor schuf diese altkolorierte Aufnahme des Ederwirtes 1922.
18 19

ab Bildstöckl) sich mit der früheren Hüttenschlüssel, auch Reit- und in 1 St. nach Nostra (Standquartier
Anstiegsroute zu vereinigen. Nach Tragthiere erhältlich) einfache An- des autorisierten Führers Stefan
ca. 3/4 St. (Achtung vor Vipern im sprüche durchaus zufriedenstellt Obernosterer, der jedoch den Som-
Bergsturz!) geht es zum verfallenen und zu längerem Verbleiben einla- mer über öfters auswärts weilt);
oberen Leger, und von diesem (10 det. b) links in 3/4 St. nach Wodmaier
Min. dahinter letzte Quelle bei der Von dort gelangt man mit einigen (Standort des autorisierten Führers
Bachübersetzung) in ca. 2 St. über Schritten links abwärts zur durch Gabriel Stabenteiner vulgo Hofer)
den stellenweise steilen Bergsturz Wegtafeln gekennzeichneten Weg- und nun entweder auf der linken
und später auf Firnschnee empor theilung Nostra-Wodmaier, sowie oder rechten Thalseite zur fürstlich
zum Valentinthörl (2136 m), endlich auf beiden Pfaden nieder zur Gail Porziaschen Jagdhütte (2 St.), sowie
von diesem in 1/2 St. hinab zum See; und über dieselbe (beiderseits in einer weiteren halben Stunde zur
im Ganzen ab Mauthen 6 St. durchwegs rothe Marke): a) rechts unteren Wolayeralm des Herrn An-

2. Ab Kötschach über Wetzmann


(oder auf schattigem Waldsteige
an dem ‚Portenstöckl’, das ist eine
kleine Kapelle, vorüber links eben
fort) zur Lesachthalstrasse und in
Valentinbrücke an der Plöckenstraße 3–4 St. nach Gentschach, nach ei-
nach dem Ederwirt; 1935 ner weiteren Stunde St. Jakob (hier
das gute Gasthaus Kofler) und über
layersee’. Wer nicht gerne rasch an- den tiefen Podlaniggraben in 1 St.
steigt, thut gut, die Brücke zu über- nach Birnbaum, wo das schon äu-
schreiten und nach weiteren 10 Min. ßerlich durch seine schmucke Bau-
Anstiegs auf dem Pleckenpfade bei weise und die hübschen Veranden
dem mit einer Wegtafel versehenen (mit schönem Blick in das Wola-
Bildstöckel, wo sich das Valentinthal yerthal) angenehm überraschende
breit öffnet, der Route Nr. 3 nach in Gasthaus des Johann Huber (ca. 6
dieses Thal hineinzuwandern, um Touristenzimmer mit guten Bet-
vor der unteren Valentinalm (1/2 St. ten, Post- und Telegraphenstation, St. Jakob um 1910
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ton Rizzi in Kötschach, in welcher eingeschnittenem Zickzacksteige ten und guter Bewirt-
einfache landliche Erfrischungen (1/2 St.) zum Wolayersee (ca. 4–4 1/2 hung), von dem aus der
und guter Rothwein erhältlich sind. St. ab Birnbaum). Polinik erstiegen wer-
Von dort entweder rechts aufwärts den kann.
auf gutem Steige Lahnerübergang 3. Von Kötschach über Mauthen, In weiteren 3/4 St. ge-
nach Forni Avoltri (Oefen in 3 St.), Eder und das Valentinbildstöckl, langt man empor zum
oder links thaleinwärts über ein stei- wie ad 1, und über den Fahrweg Pleckenpass (1300 m,
les Rideau zum Boden und zur Hüt- oder den denselben kürzenden italienische Grenze
te der oberen Wolayeralm 1 St., in sogenannten ‚Leitersteig’ in 1/2 St. und Zollhaus), dahin-
einer weiteren 1/2 St. zum obersten ab Bildstöckl zum bestbekannten ter nach rechts, an al-
Angerl und auf in die Schuttmoräne Alpenhotel ‚Plecken’ (mit ca. 36 Bet- ten Inschrifttafeln aus
der Zeit Julius Cäsars
vorüber und auf gut
erhaltenen, römischen
Radgeleisen zur klei-
nen Alm Colinetta (1/4
St.). Einige Schritte un-
ter dieser geht es durch
eine seichte Mulde zu
einer Wandstufe, über
welche ein leichter Ab-
stieg in das vom Thale Erste Wolayerseehütte mit Biegengebirge um 1900
des Rivo Collina her
aufziehende Couloir führt, und man kleinen See, erschliesst sich ein
gelangt auf schmalem, allmählich herrlicher Anblick der Südseite der
ansteigendem Pfade links empor Kellerwand-Gruppe und des Co-
zur Alm Rio Collina und, stets am glians. Von hier aus sind folgende
linken Bachufer bleibend, zur Ca- Hochtouren ausführbar: a) über die
sera Monuments oder (südlicher) sogenannte ‚Forca Monuments’ der
Elisabeth-Kirchlein mit Plöckenhaus um 1900 zur Casera Plotta. Dort, bei dem Monte Coglians, kürzester Einstieg
22 23

in das Massiv des letzteren Berges; (oder Monuments) geht es in 1/2 St. Einw., Grazhof 16 Einw., Kreuzberg liken; Pfarre 1466 erwähnt. Zwei-
b) durch den sogenannten ‚Keller’ empor zur Forca Morcreto (von dort 47 Einw., Krieghof 22 Einw., Kronhof klassige Volksschule, Distriktsarzt,
empor (mit Führer Samassa und gewöhnlicher, leichter Anstieg auf 22 Einw., Mahlbach 7 Einw., Plöcken Postamt, Finanzkommissariat, Zoll-
nur für geübte Felsgeher) der direc- den Monte Coglians, 3 1/2–4 St. und 5 Einw., Weidenburg 72 Einw., Wetz- amt, Feuerwehr, Gesangsverein,
te, zuerst von De Urbanis in Udine in 3/4 St. zur Wegtheilung wie vor 3, mann 17 Einw., Würmlach 409 Einw. Dilettantentheater, Ortsgruppe
ausgeführte Anstieg auf die Keller- sodann rechts empor (3/4 St.) zum Flächenmaß 8226,9268 ha, 1211 des deutschen und Pfarrgruppe
wandspitzen. Von der Casera Plotta Wolayersee oder links nach Collina.“ Einw. des katholischen Schulvereins. In
Pfarramt St. Markus mit 665 Katho- der Pfarrkirche ist das Turmhaus

Das erste Reisehandbuch


Drei Jahre vor der Veröffentlichung
von Carl Kögelers Zeilen wurde
1894 das berühmte Reisehandbuch
„Das Gailthal mit dem Gitsch- und
Lessachthale“ von Hugo Moro ver-
öffentlicht. Herausgegeben vom
„Comité der Gailthalbahn“, erschien
es anlässlich der Bahneröffnung Ar-
noldstein–Hermagor. Edmund Moj-
sisovics von Mojsvár schreibt dort
in dem Kapitel „Der Gerichtsbezirk
Kötschach“ über Mauthen:
„Von Kötschach gegen Süden längs
der Reichsstrasse durch den hüb-
schen ‚Waidachwald’ und über eine
lange Gailbrücke nach dem Markte
Mauthen (710 m, 596 Einwohner),
Sitz der gleichnamigen Gemeinde Das Plöckenhaus vor ... ... und nach den Zerstörungen im Ersten
Lesachtalstraße um 1935 mit den Ortschaften: Dolling 14 Weltkrieg
24 25

romanisch, das Langhaus gotisch; Postemer, Planer (Brauhaus). Broschüre Mauthen


schöner Barockaltar mit einem vom Ausflüge: Nach Maria Schnee (10
venezianischen Künstler Doussi im Min.). Liebliches Wallfahrtskirchlein 1926 verfasste Alfons J. Klaus aus üppige Felder, blumenreiche Wie-
Jahre 1836 zu Venedig gemalten Al- auf einem Bergrücken mitten im Mauthen eine vierseitige Broschü- sen, prachtvolle grüne Hochalmen
tarbilde, den hl. Markus darstellend; Walde. Sehr schöne Thalsicht. Von re mit dem Titel „Mauthen, Plöcken und ein freier Blick auf die stolze
in der Kirche Grabstätten der Herrn hier weiter zum ‚Lamprecht’ und und deren Umgebung”,
v. Frohmüller zu Weidenburg und auf die Mauthneralpe (2 1/2 Std.). die im Frühjahr 1926
der Freien von Staudach. Grosse Alpenmatten mit reicher veröffentlicht wurde.
Mauthen ist die Heimstätte des Flora (Edelweiss). Schöne Aussicht Klaus beschreibt die
in den Pfingsttagen dieses Jah- durchs ganze Gailthal und auf die „Sommerfrische Mau-
res verstorbenen Reichsrats- und Gailthaler und Karnischen Alpen. then” so: „Mauthen
Landtagsabgeordneten Herrn Os- Auf die ‚Missoria’, ein kleines Plateau ist die Endstation der
wald Nischelwitzer, Besitzer des am nördlichen Abhange des Polinik Gailtalbahn, eine der
goldenen Verdienstkreuzes mit der (1/2 Std.). Aussicht ins Thal. ältesten und beliebtes-
Krone, des Ritterkreuzes des Franz- Nach Würmlach. Von Mauthen Ge- ten Sommerfrischen
Josef-Ordens und des Ordens der meindeweg gegen Osten über die des Gailtales und ein
eisernen Krone dritter Klasse; ge- ‚Valentin’ nach Würmlach. Dorf mit sehr günstig gelegenes
boren 30. November 1811, 1850 409 Einwohnern. Seit 1770 Kuratie Bergsteigerheim. Auf
Vicedom der Grafschaft Ortenburg, St. Lambert und Georg, 445 Katholi- freier Talbreite, in einer
1861 Landtagsabgeordneter der ken; einklassige Volksschule. Neben Höhe von 710 Metern,
Landgemeinden des Bezirks Her- der Kirche Schloss Waldeck. breitet sich der schmu-
magor und seit Einführung der Südöstlich von Würmlach auf cke Ort in eine herrliche
direkten Wahlen in den Reichsrat fruchtbaren Terrassen die Gehöfte Umgebung gebettet
Mitglied dieser Körperschaft. – Der Dolling, Krieghof und Kronhof (bis aus und schmiegt sich
vortreffliche heimatliche Künstler, hierher 40 Min.). In der Nähe von so in die Arme der Wäl-
Bildhauer Jakob Wald ist ebenfalls Dolling venetische Inschriften an der, welche die himmel-
ein Sohn Mauthens (geb. 20. Juli der alten Römerstrasse, die von Plö- ragenden Berge des Tal-
1860). cken über die Missoria nach Gurina schlusses bilden. Dazu
Gasthäuser: Ortner Albin, Huber, führte.“ die frische Waldluft,
rauschende Wasserfälle, Titelbild zum Prospekt 1926
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Bergwelt mit ihren schroffen Wän- Pension und Talherberge der Alpen- Hauptplatz ziert. Der vortreffliche Gasthäusern, teils in Privathäusern.
den, hochgeschwungenen Gipfeln vereinssektion ‚Austria’, nebst vielen Künstler, Bildhauer und Professor Badeanstalt, Touristenort, Winter-
und trutzigwilden Zinnen und Za- Privatwohnungen sorgen für die Jakob Wald war ebenfalls ein Sohn sport, alpine Rettungsstelle, Berg-
cken, wie sie wohl selten einem leiblichen Bedürfnisse der Fremden. Mauthens und auch der schalkhafte führer, Distriktsarzt und Zahnarzt,
Orte eigen sind. Der Handels- und Gewerbestand ist Dichter Markus Speibenwein.“ ..., schöne Kirche. Fischerei- und
Die hohe Lage des Tales bedingt in jedem Berufe gut vertreten. Den Aufschwung des Ortes illust- Jagdgelegenheit auf Forellen und
angenehme, kräftig anregende Ge- Die Häuser sind meist neue Bauten, riert eine Beschreibung im Kärntner Aeschen, auf Hoch- und Niederwild.
birgsluft und gleichmäßiges Klima. umgeben von Gärten und Obst- Landesprospekt, Jahrgang 1928: ... Am Walde gelegen, mit mildem
Hier genießt der Bergsteiger köst- bäumen, und so macht der Ort mit „Mauthen ist eine beliebte Som- Klima, schattigen Auen, sehr schö-
liche Höhenfreude, erhält der Er- seinen gut gehaltenen Wegen und merfrische mit 250 Betten, teils in nen Aussichtspunkten.“
holungsbedürftige Kräftigung und Steiglein, welche nach allen Rich-
finden die gequälten Nerven der tungen führen und immer wieder
Städter die ersehnte Ruhe. neue Bilder und intime Reize er-
Der stattliche Markt liegt windge- schließen, einen freundlichen Ein-
schützt und trocken, ist mit Hoch- druck.
druckquellwasser versorgt und Die Pfarrkirche, welche ein wah-
elektrisch beleuchtet. Postamt mit res Schmuckkästlein ist, hat einen
Telegraph und Telephon, Zollamt, schönen Barockaltar mit einem
Zahlstelle der Obergailtaler Bank, vom venezianischen Künstler Dous-
Ärzte, Zahnarzt, Bergführer, eine si im Jahre 1836 zu Venedig gemal-
alpine Rettungsstelle sind im Orte. ten Altarbilde, den heiligen Markus
Schwimmbad, Park und Sportplatz darstellend. Auch befinden sich
stehen zur Verfügung. dort die Grabstätten der Herren von
Ferner befinden sich im Orte ein Frömüller zu Weidenburg und den
Verschönerungs-, Schi- und Schüt- Freien von Staudach.
zenverein. Die Musikkapelle, der Mauthen ist die Heimstätte des im
Gesangverein, das Dilettantenthe- Jahre 1894 verstorbenen Reichs-
ater, Platzkonzerte, Wald- und Som- rats- und Landtagsabgeordneten
merfeste sorgen für Unterhaltung. Herrn Oswald Nischelwitzer, dem zu
Gutgeführte, gemütliche Gasthöfe, Ehren ein kunstvolles Denkmal den Einweihung des Nischelwitzer-Denkmals in Mauthen am 14. August 1898
28 29

Dokumente zur AV-Sektion


Obergailtal-Lesachtal

Die heutige Sektion Obergailtal- übergab diese Aufgabe der Sektion


Lesachtal des Oesterreichischen Austria. Man wurde Ortsgruppe der
Alpenvereins hat seit ihrer ersten Austria und erst 100 Jahre nach der
Gründung 1894 eine wechselvolle Erstgründung wieder selbständige
Geschichte durchlebt. Bereits elf Sektion, die Ende 2012 rund 2.600
Jahre nach dem Bau der Hütte beim Mitglieder zählte, davon ein Viertel
Wolayersee war man nicht mehr Jugendliche unter 25 Jahren. Die
in der Lage, deren Erhaltung und Sektion ist derzeit auch der größte
Ausbau zu bewerkstelligen und Verein des Gailtales.

Gründungsnotiz der „Section


Ober-Gailthal“
„Ober-Gailthal. Am 6. Mai fand
in Kötschach die Gründung der
210. Section unseres Vereins, der
Sektion Ober-Gailthal statt. Den
thatkräftigen Bemühungen der
Herren k.k. Notar KÖGELER, Kauf-
mann ORTNER und Werksdirector
PAOR ist es zu verdanken, dass
die junge Section bereits 55 Mit-
glieder zählt.“ („Mittheilungen des
DuOeAV“; Jahrgang 1894; neue
Folge Band X, der ganzen Reihe
1994 hat Adalbert Kunze der OeAV-Sektion Obergailtal zum 100. Geburtstag einen XX. Band; Heft 10 vom 31. Mai; Der erste Obmann der neu gegründeten
Holzschnitt gewidmet. Berlin 1894) Ortsgruppe Oberst i. R. Carl Gressel
30 31

Gründungsnotiz „Section Neugründung der Sektion Obergailtal-


Obergailthal/Kötschach“ 1894 Lesachtal 1994

Schon im Jahre 1884 war die Grün- wurde nun von Notar KÖGELER eine Sepp Lederer schrieb in der Ver- gliedschaft und meldet sich bei der
dung einer Section in Kötschach im Section mit 63 Mitgl. ins Leben ge- einszeitung „Im Blickpunkt“, 5. Aus- anderen als C-Mitglied beitragsbe-
Werke gewesen, doch kam sie nicht rufen.“ („Zeitschrift des DuOeAV“, gabe 1994, 14. Folge, einen Artikel günstigt an. Einvernehmlich und
zur Konstituierung. Am 6. Mai 1894 Jahrgang 1894 / Band XXV) unter dem Titel „Wir grüßen als selb- versöhnlich gestaltete sich danach
ständige Alpenvereinssektion“: am 9. Juli 1994 die Hundertjahrfei-
„Als Auftakt zu den Hundertjahrfei- er, bei der die vergangene, mitein-
Gründungsnotiz Ortsgruppe erlichkeiten fand am Freitag, dem ander verbrachte Zeit gelobt wurde
14. Juni 1994 die Gründungsver- und wir für die vor uns liegende mit
„Im Juni 1923 suchten Herren aus Kötschach um Gründung einer dor- sammlung zur Neugründung der den allerbesten Wünschen bedacht
tigen Ortsgruppe an und am 2. Sep- Sektion Obergailtal-Lesachtal des wurden.
tember 1923 entstand unter dem Österreichischen Alpenvereines im Die erreichte Selbständigkeit
Vorsitz von Oberlandesgerichtsrat Gasthof Engl in Kötschach statt! Alle bringt uns Vorteile auf allen Ebe-
Dr. WRESNIGG und in Anwesenheit Mitglieder der bisherigen Ortsgrup- nen des Vereinslebens. Die ge-
Pichls die Ortsgruppe Obergailtal. pe wurden aufgerufen, ihren Beitritt wählten Vereinsfunktionäre gelten
Sie soll die Aufsicht über die Pichl- mittels Übertrittserklärung bis Ok- als Ansprechpartner für Sie als Mit-
hütte führen, Nachbesserung von tober dieses Jahres bekanntzuge- glied. Nutzen wir gemeinsam alle
Wegbezeichnungen und andere ben, da die Sektion Austria als Vor- Möglichkeiten des aktiven Vereins-
Arbeiten im Gebiet der ‚Austria’ gesetzte der bisherigen Ortsgruppe lebens im OeAV und gestalten wir
durchführen. Obmann wurde zuerst den in solchen Fällen üblichen Weg die Zukunft des Vereins über die
Oberst i.R. Carl GRESSEL, dann 1924 der Übernahme aller Mitglieder der Aufbruchsstimmung hinweg ins
Dr. KOBAN, der seither immer wieder OG nicht zuließ. Selbstverständlich nächste Vereinsjahrhundert und
gewählt wurde.“ (Franz Rudovsky: besteht für alle bisherigen Mitglie- Jahrtausend der Zeitmessung. Da-
„Festschrift zum 70jährigen Bestand der die Möglichkeit einer Gastmit- bei sollen im Sinne des Gesamtver-
des Zweiges Austria, D.u.Oe.A.-V., gliedschaft sowohl bei der einen eines des OeAV weitere vereinspo-
20 Jahre war Dr. Heinrich Koban ab 1924 1862−1932“; im Verlag des Zweiges als auch anderen Sektion, das heißt, litische Schwerpunkte auf Ebene
Obmann der OeAV-Ortsgruppe Obergailtal. Austria; Wien 1932) man bezahlt bei einer die Vollmit- unserer nunmehr selbständigen
32 33

Dokumente zur Wolayerseehütte

In der Überschaubarkeit unserer „Auf die Schutzhütten übergehend, eins an dem Wolayersee (1997 m)
Sektion, in der wir die vielen, in deren Entstehung in Bälde zu er- eine Schutzhütte.“ („Mittheilungen
den letzten Jahren geworbenen warten sein dürfte, seien von den in des Deutschen und Oesterreichi-
Nicht-Gailtaler oder -Lesachtaler den Ostalpen liegenden die unten schen Alpenvereins“; Jahrgang
gerne als unsere Mitglieder weiter- angeführten erwähnt: (...) in den 1896; neue Folge Band XII, der gan-
führen möchten, liegen die Vortei- Carnischen Alpen erbaut die Sec- zen Reihe XXII. Band; Heft 3 vom 15.
le der persönlichen Betreuung und tion Obergailthal des Deutschen Februar; Seite 33; Wien 1896)
Beratung. Wir bieten über einen und Oesterreichischen Alpenver-
starken, vielseitigen Mitarbeiter-
stab Möglichkeiten der Betäti-
gung nicht nur im alpinistischen, Eröffnungsprogramm
sondern auch im Bereich anderer
Sportarten oder auf dem Gebiet „8. und 9. August Begrüßung der tin nach Mauthen und Kötschach;
der Wissenschaft und Kultur und Gäste in Kötschach; 9. August dort Festcommers; 11. August Aus-
Sepp Lederer 1994, im Jahr der Neugrün- erlauben uns auch festzuhalten, nachmittags Abmarsch nach Birn- flüge unter Führung der Mitglieder
dung der Sektion dass der Alpenverein mit seiner baum, Uebernachtung daselbst im des Sectionsausschusses. − Die
Jugendarbeit bei der Lösung man- Gasthause Joh. HUBER oder nach Hütte wird vom 10. August bis 15.
cher Probleme behilflich sein kann. Wunsch in der fürstl. Porzia‘schen October bewirthschaftet werden.“
Mit der Verselbständigung wur- Jagdhütte in der Wolaya; 10. Au- („Mittheilungen des Deutschen und
Sektion, im Übrigen der 192. in Ös- de ein zunächst wichtiger Anfang gust, 5 U. früh, Aufstieg zur Hütte. Oesterreichischen Alpenvereins“;
terreich, gesetzt werden, wie etwa gemacht. Viel Arbeit liegt nun vor Ankunft 10 U. Bewirthung der Gäste Jahrgang 1897; neue Folge Band
eine umfassende Öffentlichkeits- uns, die zu bewältigen wir nur ge- durch die Section. 11 U. kirchliche XIII, der ganzen Reihe XXIII. Band;
arbeit, die Unterstützung unserer meinsam in der Lage sind. Getreu Einweihung; alpine Festfeier. Nach- Heft 12 vom 13. Juni; Seite 143;
Mitarbeiter und Funktionäre in all dem Motto, ‚Mit dem Alpenverein mittag Wanderung durch die Valen- Wien 1897)
ihren Arbeitsbereichen sowie die auf dem richtigen Weg’, bin ich zu-
Betonung der Jugend- und Fami- versichtlich, dass wir auf diesem
lienarbeit unter dem Motto ‚Jung, Weg zu unseren Zielen finden und Eröffnungsfeier
aktiv und vielseitig’ als Grundlage gemeinsam Erfolg haben werden.
für ein gedeihliches Wachstum des Ein kräftiges ‚Berg Heil’ wünscht Ih- Über die Eröffnungsfeierlichkeiten Deutschen und Oesterreichischen
Vereins. nen Ihr Sepp Lederer.“ berichten die „Mittheilungen des Alpenvereins” (1897, Heft 16 vom
34 35

31. August): „Am 10. August fand Notar K. Kögeler in Kötschach, in schen zahlreiche Vereinsmitglieder Haus dem Schutze der Umwohner
programmgemäss die feierliche diesen Blättern ausführlich be- und Gäste aus Mauthen, die den und schloss mit einem Prosit auf die
Eröffnung dieser wichtigen und in richtet hat. Die offizielle Festpartie Weg durch das Valentinthal genom- S. Obergailthal, deren unermüdli-
prachtvoller Landschaft gelege- reiste am 9. August nachmittags men hatten, und auch viele Freunde chen Vorstand und auf den dauern-
nen Hütte statt, über deren gros- von Kötschach ab, nachdem das aus den benachbarten italienischen den Bestand des Hauses. Herr No-
se Bedeutung der verdienstvolle vormittägige Regenwetter sich Thälern eingefunden. Vom Central- tar Kögeler gedachte dankend der
Vorstand der S. Obergailthal, Herr plötzlich in das glanzvollste Ge- Ausschusse waren die Herren Prof. ausgiebigen Unterstützung durch
gentheil verkehrt hatte. E. Richter und Rud. Wagner, ferner den Gesamtverein (4700 M.) und
Im Gasthause Huber in Mitglieder der Sectionen Austria, schloss mit einem Hoch auf diesen.
Birnbaum wurde genäch- Breslau, Graz, Klagenfurt, Lienz und Damit waren die offiziellen Reden
tigt; eine Gruppe Land- Rosenheim anwesend, ferner Mit- beendigt, und die Gesellschaft be-
leute in alten Gailthaler glieder des Oesterr. Touristen-Clubs gab sich größtenteils über die nur
Nationaltrachten erfreute u. a. m. Nachdem der Vorstand der 3 Minuten entfernte Grenze auf
die Gäste mit Gesang; an festgebenden Section die Gäste italienisches Gebiet, wo der Gast-
Ausschmückungen und begrüsst hatte, vollzog der Herr wirth von Collina unverzollten Asti
anderen festlichen Ver- Pfarrer von Birnbaum die kirchliche spumante schenkte. Um 1 U. fand
anstaltungen, nicht zum Einweihung, und Herr Prof. Richter ein gemeinsames Mittagessen statt,
Mindesten auch im Menu beglückwünschte namens des Ge- worauf die meisten Gäste durch das
der feierlichen Abendta- samtvereins die S. Obergailthal zur Valentinthal abstiegen.
fel, war Grossartiges ge- Vollendung des schwierigen und Das Wetter war tadellos. Mit der
leistet worden. Trotzdem gelungenen Werkes. Er machte die Wolayerseehütte hat die S. Ober-
setzte sich der Zug am anwesenden Landleute und Führer gailthal dem Alpenverein einen
nächsten Morgen so früh auf die wirthschaftliche Bedeutung ganz besonders werthvollen und
in Bewegung, dass trotz der Hütte für die Gegend aufmerk- wichtigen Besitz zugeführt, der
des langen Weges durch sam, deren grossartige Schönheit hoffentlich eine neue Aera im Besu-
das Wolayerthal die Feier- noch keineswegs nach Verdienst che der Carnischen Alpen einleiten
lichkeit der Hütteneröff- gewürdigt sei. Auf der Plöcken wird. Herrn Notar Kögeler, der die
nung rechtzeitig um 11 U. verdiene ebenso ein grosses Hotel Seele und der Schöpfer der Unter-
stattfinden konnte. Bei der zu stehen als am Karersee oder an nehmung war, wird der Dank des
Die erste Wolayerseehütte von 1897 mit dem Seekopf Hütte hatten sich inzwi- ähnlichen Orten. Er empfahl das Vereins stets erhalten bleiben.“
36 37

Ausstattung der Hütte nicht um Neuerschließung eines nicht abtreten möchte. Endlich, am
Gebietes handelt, sondern bloß 13. Mai 1909, wurde einstimmig
In seinem Aufsatz „Die Wolayer- willkommene Spende des Herrn um die Übernahme einer Hütte, beschlossen, die Hütte zu über-
seehütte“, der 1897 in den „Mitt- k. k. Hofrathes und Directors der was sich für eine noch hüttenlose nehmen. Der Hüttengrund wur-
heilungen des Deutschen und geologischen Reichsanstalt, Dr. v. Sektion eher empfehle, als für eine de ‚Austria’ von dem Eigentümer
Oesterreichischen Alpenvereins“ Stache, sind. Dahinter liegt das Zim- Sektion, die bereits mehrere Hütten Anton RIZZI geschenkt und dies
veröffentlicht wurde, beschreibt mer des Wirthschafters, rechts vom besitze und die kaum imstande sei, grundbücherlich vermerkt.“ (Franz
Carl Kögeler unter anderem die Eingange der Wohn-, respective für die ordentliche Haltung dieses Rudovsky: „Festschrift zum 70jähri-
Ausstattung der ersten Hütte am Speiseraum und das Schlafzimmer Besitzes aufzukommen’. 1909 trat gen Bestand des Zweiges Austria,
Wolayersee: mit 6–7 Pritschenlagern. In dem noch hinzu, dass die S. Mödling D.u.Oe.A.-V., 1862–1932“; im Verlag
„Die Hütte, 9,20 m lang, 6,20 m durch eine aus dem Speisezimmer anfragte, ob ‚Austria’ ihr die Hütte des Zweiges Austria; Wien 1932)
breit, nahezu 4 m hoch, ganz aus ro- führende Treppe verbundenen
them, an Ort und Stelle gebroche- Dachstocke befindet sich rechts der
nem Marmor gebaut, weist in ihrem vertäfelte Touristenschlafraum mit Eduard-Pichl-Hütte
Erdgeschosse links das Damenzim- 7 Pritschenlagern, links der Führer-
mer auf, dessen zwei vorzügliche raum mit Heulager für circa 10 Per- 1923 wurde die im Ersten Weltkrieg baute Schutzhütte am Wolayersee
Betten eine hochwertige und sehr sonen.“ zerstörte Hütte wiedererrichtet und mit einer schlichten Feier dem turis-
nach dem damaligen Vorsitzenden tischen Verkehr übergeben.
der Sektion Austria benannt. Die Ein wundervoller Sommertag lag
Eigentümerwechsel „Mittheilungen des DuOeAV” (Jahr- über den herrlichen Höhen, die das
gang 1923) berichteten unter der schmucke Haus in hehrer Größe
1907 sah sich die Sektion Ober- da durch die Übernahme eines so Rubrik „Hütten und Wege”: umstehen, und die rechte Feierstun-
gailthal als zu finanzschwach, die entfernten Arbeitsgebietes eine „Am 5. August d. J. wurde von dem de erfüllte alle Herzen, als nach den
Wolayerseehütte zu erhalten und allzu große Belastung der Sektion Vertreter des Hauptausschusses Begrüßungsworten, mit denen Re-
bot sie der Sektion Austria in Wien befürchtet wurde. Die Zustimmung unseres D. u. Oe. A. V. und in An- gierungsrat Jascheck die schlichte
unentgeltlich an. Zwei Jahre später und Übernahme zog sich bis 1909 wesenheit der Vertreter von Behör- Feier einleitete, zuerst der Erbauer
war der Eigentümerwechsel vollzo- hinaus. Holl setzte sich für die An- den, öffentlichen Körperschaften, der neuen Schutzhütte, Zimmer-
gen. nahme ein, während andere maß- befreundeter Sektionen und Verei- meister Andreas Wald, über den Bau
„Das Angebot erweckte bei der gebende Ausschußmitglieder sich nigungen und einer großen Schar des Hauses sprach und die edel-
‚Austria’ zuerst keine Begeisterung, dagegen aussprachen, ‚weil es sich von Bergsteigern die wieder aufge- weißgeschmückten Hüttenschlüs-
38 39

sel des neuen Hauses Oberbaurat wohl am Bau des Hauses als auch an liebevoller Sorge zu betreuen und in einem Damenschlafraum mit 6
Ing. Viktor Hinterberger überreich- der bergsteigerischen Erschließung darüber zu wachen, daß sie stets Doppelschlafstellen finden 52 Berg-
te, der in seiner Ansprache die Bau- des Hüttengebietes aufzeigte. eine Pflegestätte echter Bergstei- steiger reinliche und bequeme Un-
geschichte des Hauses darstellte Hierauf nahm Pichl das Wort zur gersitten bleibe. terkunft. Von der Hütte selbst bietet
und die werktätige Mitarbeit des Festrede. Allen, die an dem Bau des Das stockhohe Haus besteht aus sich eine prachtvolle Aussicht auf
Sektionsvorstandes Hofrat Pichl so- Hauses mitgearbeitet haben, dank- Bruchstein, dem ein Erker und das die Berge des Wolayersee-Gebietes,
te er und allen, die gekommen weit vorspringende Mansarden- die neben einfachen allgemeinen
waren, um an der Feier teilzu- dach ein schmuckes Aussehen zugänglichen Steigen auch Aufga-
nehmen. Er gedachte der ge- verleihen. – In zwei Zimmern mit ben aufweisen, die an Kraft, Ent-
fallenen Helden ... und schloß je zwei Betten, in dem großen all- schlossenheit und Erfahrung des
seine Rede mit den Worten: gemeinen Schlafraum mit 18 Dop- Bergsteigers die höchsten Anforde-
So wünsche ich, daß die pelpritschenlagern für Herren und rungen stellen.“
Hütte, die nunmehr meinen
Namen trägt und der Opfer-
willigkeit der Sektionsmitglie-
der ihr Entstehen verdankt,
vielen Bergsteigern Schutz
und Schirm bieten möge bei
Wetternot, und daß sie eine
willkommene Raststätte sein
möge für all jene, die sich auf
den herrlichen Zinnen rings-
um neuen Lebensmut und
frohe Tatkraft für das Leben ...
geholt haben.
Hierauf überträgt Hofrat Pichl
dem Hüttenwarte Ing. Hinter-
berger die Obsorge über die
Eduard-Pichl-Hütte, Eduard Pichl in der Bildmitte; neue Schutzhütte der Sektion
ca. 1930 Austria mit der Bitte, sie mit Die Wolayerseehütte heute
40 41

Chronik eines bewegten


Jahrhunderts

1898: Erster Bewirtschafter der Wo- anhaltender schwerer Kämpfe. Es


layerseehütte wird der autorisierte entstand ein gewaltiges Wegenetz
Führer Stefan Obernosterer. vom Ortler bis zur Adria, das die Ver-
1907: Die Sektion Obergailthal, die bindung von den Tal-Endpunkten
sich zu finanzschwach fühlt, die bis zu den Höhenstellungen her-
Wolayerseehütte selbst zu erhalten, stellte. Auch der Karnische Haupt-
bietet diese unentgeltlich der Sek- kamm vom Hornischek bis zum
tion Austria in Wien an. Es dauert Nassfeld wurde zur Gebirgsfront.
zwei Jahre, bis das Angebot ange- Brennpunkt der Kampfhandlungen
nommen wird. waren der Plöckenpass und die an-
1909: Nach der Übernahme der grenzenden Höhenzüge zwischen
Hütte am Wolayersee ergänzt die Cellon, Kleinem Pal, Freikofel und
Sektion Austria das Inventar und er- Großem Pal (siehe auch Kapitel
neuert Geschirr und Matratzen. „Zentrum des Gebirgskrieges 1915–
1910: Die Wolayerseehütte wird an 1918“).
der Nordseite neu verputzt. Es wird Juni 1915: Die Wolayerseehütte
für guten Ablauf des Schmelz- und wird von Granaten zerstört.
Regenwassers gesorgt und erreicht, 1919: Die Gailtalbahn nimmt wie-
dass die früher sehr feuchte Hütte der den Verkehr auf, täglich fährt
fortan trocken bleibt. Ein Anbau zur ein Zug zwischen Arnoldstein und
1976 wurde der Karnische Höhenweg 403 eröffnet; am Rednerpult Unterbringung einer Kuh und eines Kötschach.
Prof. Walther Schaumann Tragtieres wird ausgeführt. 1919: Nach dem Krieg wird durch
1914: Bewirtschafter der Hütte wird die Not dieser Jahre ein neuer Er-
der Ederwirt J. Klauss. werbszweig geboren: die Bunt-
1915: Mit der Kriegserklärung des metallsammler. Sie waren in den
Königreichs Italien an Österreich- Bergen unterwegs, um von der in
Ungarn am 23. Mai wurde auch das Mengen herumliegenden Munition
Hochgebirge zum Schauplatz lang und Blindgängern die Messing- und
42 43

mählich verfallende cherlich Eigentum


Kriegsbaracken zur der Sektion Austria
Verfügung. Trotz ist, als einstöcki-
aller Probleme wur- ges Haus errichtet.
den schon wieder Am 5. August 1923
schwierige Touren wird die Hütte un-
und auch Erstbege- ter dem Namen
hungen unternom- Eduard-Pichl-Hütte
men. mit einem Festakt
Februar 1921: Edu- ihrer Bestimmung
ard Pichl, maßgebli- übergeben.
cher Erschließer der
Karnischen Alpen, 1924: Der
wird Vorsitzender Gastraum der
der Sektion Austria Pichl-Hütte wird
und setzt als fanati- erweitert. Die Akademikerhütte diente als Notunterkunft am Wolayersee
scher Antisemit den 1925–1928: Bei
Die zerschossene Wolayerseehütte nach dem Ersten Weltkrieg sogenannten „Arier- seinen vielen Bergtouren am Kar- der Entschluss, die ehemals kriege-
paragraphen“ durch, nischen Hauptkamm stieß Eduard rische Infrastruktur für touristische
Kupferteile für den Weiterverkauf der in Folge zum Ausschluss der Ju- Pichl immer wieder auf noch recht Zwecke zu nutzen. Als Obmann der
zu gewinnen. den aus dem Alpenverein führt. gut erhaltene Kriegsbaracken, die Wiener Alpenvereinssektion Aust-
Zahlreiche schwere und auch töd- 1921: Aus einer beschädigten durch alte Frontsteige unterein- ria konnte Pichl seinen Hauptaus-
liche Unfälle waren dabei dies- und Kriegsbaracke wird von Mitgliedern ander verbunden waren. Bei einer schuss von der Bedeutung seiner
jenseits der Grenze zu beklagen. der Austria-Bergsteigerschaft und dieser Touren wurde Pichl von ei- Idee für den örtlichen und überre-
Der Krieg holte sich im Frieden der Akademischen Sektion Wien nem Schlechtwettereinbruch über- gionalen Tourismus überzeugen.
immer noch neue Opfer. Den Hir- die Akademikerhütte am Frauenhü- rascht, der ihn zwang, in einer dieser Es gelang ihm, Angehörige der von
ten, Jägern, Buntmetallsammlern gel errichtet. Baracken Schutz zu suchen und zu ihm gegründeten Jungmannschaft
und wenigen Bergsteigern dieser 1922, 1923: Die Wolayerseehütte übernachten. Unter dem Eindruck sowie einen kleinen Kreis begeis-
Zeit standen als Notquartiere all- wird am alten Platz, der grundbü- dieses Erlebnisses entstand bei ihm terter Bergsteiger als Freiwillige für
44 45

seinen Plan zu gewinnen. Aus alten Staatsgrenze gelegenen einsamen Lesachtal nur in langen Fußmär- an, Kötschach, Mauthen, dem Plö-
Frontwegen entstand so ein zusam- Hütten wiederholt geplündert wur- schen erreichbar. ckenhaus und der Bischofsalm. Die
menhängender Höhenweg entlang den, entschloss sich die Sektion ab 1926: Der autorisierte Führer Adam Übernachtung kostete für Mitglie-
des Karnischen Hauptkammes. 1931, nur mehr einfachste Einrich- Stramitzer wird Hüttenpächter der der einen Schilling.
Ehemalige Kriegsbaracken wur- tung in ihnen zu belassen. Wolayerseehütte. 6. Juli 1930: Die 1928/29 erweiter-
den in Unterkünfte für Bergsteiger Immer mehr Touristen und Wande- Es verkehrten nun bereits zwei Züge te und aufgestockte Eduard-Pichl-
umfunktioniert: Raudenscharten- rer konnten in diesen Jahren wieder täglich auf der Gailtalbahn, und ein Hütte wird eröffnet.
hütte (2.298 m/eröffnet 16. August in die Berge gehen. Postkraftwagen fuhr ein Mal täglich 15. August 1932: Das Gefallenen-
1925), Steinkarhütte (2.520 m/8. Juli 1925: Die Akademikerhütte wird auf den Plöckenpass. Denkmal auf dem Frauenhügel
1928), Reiterkarhütte (2.240 m/ 9. ausgebessert. Die Aufsichtsbehör- 1928, 1929: Die Pichl-Hütte wird hinter der Pichl-Hütte wird enthüllt
Juli 1928), Torkarhütte (2.467 m/ 17. de erteilt Genehmigungen für den nach Plänen des Ausschussmitglie- und eingeweiht. Die Militärberg-
August 1925), Porzehütte (1.900 m/ Kraftwagenverkehr von Kötschach des Josef Kovats erweitert und um- steigervereinigung der Sektion
10. Juli 1928). Da die direkt an der bis nach Birnbaum. Zuvor war das gestaltet. Austria hatte zuvor den Beschluss
Juni 1929: Im Verlag Artaria er-
scheint Eduard Pichls „Führer durch
die Karnische Hauptkette” als erster
umfänglicher Führer über die Karni-
schen Alpen. Vorab erschien in der
„Zeitschrift des DuOeAV” (Jahrgän-
ge 1925−27) Pichls umfangreiche
Monografie über die Karnischen
Alpen.
1929 hatten die langjährigen Be-
mühungen der Sektion Austria Er-
folg, Gastwirte in den Talorten der
Karnischen Alpen zu Vertragsab-
schlüssen zu bewegen, als Alpen-
vereinsheime Bergsteigern günsti-
ge Quartiere anzubieten. Dadurch
1923 entstand die Hütte am Wolayersee neu und erhielt den Namen Eduard-Pichl-Hütte gab es 15 AV-Heime zwischen Silli- Bau des Denkmals am Frauenhügel
46 47

tungsbetrieben oder als Rotkreuz- Torkarhütte und die erste Porze-


Schwestern in Lazaretten tätig. Im- hütte fielen dem Vandalismus zum
mer stiller wurde es dadurch auch Opfer.
auf den Schutzhütten. Verbunden Die englische Besatzungsmacht
mit steigender Partisanentätigkeit beschränkte die Bewegungsfreiheit
in den Karnischen Alpen ab Anfang auf einen Zehn-Kilometer-Umkreis
1944, war aus dem Gebiet allmäh- vom Wohnort ein und verhängte
lich eine zu meidende Zone ge- ein Ausgehverbot von 20 bis 5 Uhr.
worden. Wenn es auch in den Kar- Alle Hoffnungen, nach Kriegsende
nischen Alpen zu keinen größeren nun endlich wieder in die Berge zu
Kampfhandlungen kam, so wurde können, blieben noch auf länge-
doch vieles an Infrastruktur schwer re Zeit unerfüllbar. Erst nach Auf-
beschädigt oder zerstört. hebung der durch die Engländer
1945: Nach Ende des Zweiten Welt- verfügten Sperrzone im Gail- und
krieg kam es in der im Kriege nicht Lesachtal begann zögernd eine
beschädigten Pichl-Hütte zu Vanda- Wiederbelebung des Bergsteigens.
lenakten. Tür- und Fensterrahmen Da nun fast alle Stützpunkte für
wurden herausgerissen, Böden Touristen nach einer Tagesetappe
Einweihung des Gefallenen-Denkmals Eingemauerte Urkunde und Möbel demoliert, Inventar im Bereich des Karnischen Kammes
am Frauenhügel, 15. August 1932 verschwand. Auch die aus Kriegs- – insbesondere im Osttiroler Ab-
baracken des Ersten Weltkrieges schnitt – fehlten, vereinsamte und
gefasst, den im Gebirgskrieg Gefal- ein, die wieder ohne Einschränkun- entstandenen einfachen AV-Hütten verfiel der Höhenweg immer mehr.
lenen ein Denkmal zu setzen, das gen in die nunmehrige Ostmark rei- am Karnischen Hauptkamm wur- Zunächst versuchte man mit den
auf Pichls Vorschlag am Wolayersee sen konnten. Mit Beginn des Zwei- den während der letzten Kriegsjah- noch vorhandenen Hütten durch
errichtet wurde. ten Weltkrieges am 1. September re und in den Nachkriegsmonaten meist improvisierte Instandsetzun-
1938−1945: Mit dem Anschluss Ös- 1939 konnten immer weniger Berg- durch Plünderungen und Brandstif- gen einen primitiven Hüttenbetrieb
terreichs an Nazi-Deutschland trat steiger zu Bergtouren aufbrechen, tungen so beschädigt oder zerstört, aufzunehmen. Die englische Besat-
für einen kurzen Sommer ein star- fern der Heimat standen die meis- dass ein Wiederaufbau nicht mehr zungsmacht spendete Suppenpul-
ker Aufschwung des Tourismus vor ten als Soldaten irgendwo an der in Frage kam: Raudenschartenhüt- ver, damit die Hüttenwirte in der
allem durch Gäste aus dem Altreich Front; viele Frauen waren in Rüs- te, Steinkarhütte, Reiterkarhütte, Lage waren, wenigstens in dieser
48 49

Form ein „Bergsteigeressen” herzu- kaum jemand an eine Wiederbele- bis zur Wiedergründung der Sekti- Verbindung entlang des gesamten
stellen. bung des Karnischen Höhenweges on Obergailtal-Lesachtal 1995 sein Hauptkammes von Sillian/Sexten
1947: Der zum Gebietswart der glauben wollte, man sah nur in den Nachfolger. bis Arnoldstein, kostenlos an die für
wieder zugelassenen Sektion Aus- Zentralalpen eine Zukunft für alpi- 1976: Gleichzeitig mit der feier- die weitere Erhaltung zuständigen
tria bestellte Hans Völkl – Pichl ne Vereine. Doch dann waren zwei lichen Eröffnung des neuen Rat- Institutionen.
spielte aus verständlichen Gründen Männer bereit, sich mit Schaumann hauses in Kötschach-Mauthen am August 1976: Eröffnung der Dr.-
nach dem Zweiten Weltkrieg kei- voll für eine Reaktivierung des We- 21. August 1976 übergaben die Steinwender-Hütte (1.750 m) auf
ne Rolle mehr – findet die Eduard- ges einzusetzen: der Kötschacher Dolomitenfreunde den Karnischen dem Zollner. Die Hütte wurde von
Pichl-Hütte beim ersten Besuch in Gemeindearzt Dr. Ernst Steinwen- Höhenweg, als durchgehender der Sektion Austria errichtet, nach-
erbärmlichem Zustand vor. der und der Generalsekretär des
1949, 1950: Wiederaufbau der Hüt- OeAV-Hauptausschusses, Dr. Ri-
te am Wolayersee, die sofort nach chard Grumm. Schaumann schlug
Fertigstellung den Betrieb wieder vor, dass die Dolomitenfreunde ihr
aufnimmt. Max Brandstätter (Birn- Know-how, ihre Maschinen sowie
baum) ist Pächter der Hütte, die Geländefahrzeuge einbringen und
ihren Namen „Eduard-Pichl-Hütte“ mit ihren internationalen Freiwil-
zunächst behält. ligen den Hütten- und Wegebau
1973: Oberst Prof. Walther Schau- durchführen könnten. Der OeAV
mann, Obmann der Dolomiten- sollte die Kosten für das Baumate-
freunde, der vom privaten Berg- rial und die Verpflegung der Frei-
steigen her, aber auch dienstlich willigen übernehmen. Auf dieser
als Soldat und Alpinreferent durch Basis konnte ein Arbeitsabkommen
Jahrzehnte in den Karnischen Al- geschlossen und mit den Arbeiten
pen unterwegs war, wollte nicht begonnen werden.
akzeptieren, dass der Weg am Kar- 1973−1991: Dr. Ernst Steinwender
nischen Hauptkamm, auf dem die ist Vorsitzender der Ortsgruppe
Landschaft und ihre Geschichte Obergailtal-Lesachtal in der Sektion
eine aussagestarke geschlossene Austria. Nach seinem unerwarteten
Einheit bilden, brach liegen blei- Tod 1991 wird Dir. Sepp Lederer,
ben sollte. Zunächst schien es, dass zuvor Jugendleiter der Ortsgruppe, Walther Schaumann (li.) und Ernst Steinwender
50 51

dem es auf dem Karnischen Hö- 1995: Baubeginn für das OeAV- Österreichischen Alpenvereins, Ju- österreichischen Sektionen gegen
henweg zwischen Nassfeld und Zentrum beim Waldbad in Mau- den als Mitglieder nicht mehr zu ak- den Ausschluss der Juden. 1924
Plöckenpass keine Unterkunft gab. then: Jugendheim, Eislaufplatz, 28 zeptieren. Hinter der umstrittenen wurde die Sektion ‚Donauland’, die
Anfang der Achtzigerjahre wurde Meter hoher Kletterturm, Beach- Durchsetzung in den Statuten stan- für jüdische Alpinisten weiterhin of-
neben der Hütte die Friedenska- Volleyball-Plätze, Eisstock-Bahnen den nationalistische Aktivisten um fengestanden hatte, vom Österrei-
pelle errichtet und am 20. Septem- usw. den Schönerer-Biographen Eduard chischen Alpenverein ausgeschlos-
ber 1987 feierlich eingeweiht. Ein 1998: Baubeginn für den Kletter- Pichl und den Nationalsozialisten sen“, heißt es in einer Studie der Uni
Umbau samt Erweiterung erfolgte steig „Weg ohne Grenze – Via ferra- Walter Riehl. Trotz heftiger Kritik Salzburg. Nach langem Überlegen
1993 und verlieh der Hütte das jet- te senza confine“ auf den Cellon. der deutschen Alpinisten entfaltete und weil die Kritik aus den eigenen
zige Aussehen. 2000: Auf der Hohen Warte wird am sich kein Widerstand der anderen Reihen immer größer wurde, hat die
31. August 1986: Dank der Bemü- 18. August ein neuer Klettersteig
hungen des damaligen Obmannes eröffnet. Der „Weg der 26er” wurde
der Ortsgruppe Obergailtal, Ernst durch Alpinpersonal des Jägerba-
Steinwender, wird die Eduard-Pichl- taillons 26 in Spittal/Drau gebaut.
Hütte nach Um- und Zubauten wie- 2002: Als Zeichen der Distanzierung
dereröffnet. von Eduard Pichl, der aktiver Natio-
1992: Eröffnung des durch die Do- nalsozialist war und als Antisemit
lomitenfreunde erbauten Museums bereits 1924 den Arierparagraphen
„1915−1918, vom Ortler bis zur im Alpenverein durchsetzte, erhielt
Adria“ im Rathaus von Kötschach- die nach Pichl benannte Hütte 2002
Mauthen, als Mahnung zum Erhalt wieder ihren ursprünglichen Na-
des Friedens in Europa. men „Wolayerseehütte“, denn Pichls
1994: Zum 100-jährigen Grün- Name steht wie kein anderer für die
dungsjubiläum der Sektion wird antisemitische Haltung des Alpen-
1994 nach langwierigen Verhand- vereins. „Mit dem Alpenverein hatte
lungen unter dem damaligen Orts- der Apartheidsantisemitismus erst-
gruppenobmann und heutigen mals in einer Massenorganisation
Sektionsvorsitzenden Sepp Lederer Erfolg. Am bekanntesten ist der
die OeAV-Sektion Obergailtal-Le- berüchtigte Beschluss vom 27. Ok-
sachtal neu gegründet. tober 1921 der Sektion ‚Austria’ des Reste einer Anlage aus dem Ersten Weltkrieg am Fuße des Kleinen Pal
52 53

Jahreshauptversammlung der Sek- geht die Ära Müllmann zu Ende. Seit 2006: Die Sektion Obergailtal-Le- Freilichtmuseum auf den Kleinen
tion Austria dann 2002 beschlossen, 1963 hatte Familie Müllmann aus sachtal erwirbt die Dr.-Steinwen- Pal und durch den Cellon-Stollen
der Hütte in den Karnischen Alpen Nostra 5, vulgo „Großrübner“ bei der-Hütte auf dem Zollner von der werden von den Dolomitenfreun-
ihren ursprünglichen Namen zu- Birnbaum, die Hütte bewirtschaftet. Sektion Austria um 25.000,- Euro den ins Wegeverzeichnis der Sekti-
rückzugeben. Was 1963 für zunächst eine Saison und benennt sie in Zollnerseehütte on Obergailtal übernommen.
2002: Die Dolomitenfreunde be- als Säumer mit Pferd begonnen hat- um. Neben dem Reißkofelbiwak be- 2012: Die Bauarbeiten im OeAV-
gingen das 20-jährige Jubiläum des te, endete im Oktober 2005 – also sitzt die Sektion Obergail-Lesachtal Freizeitpark in Mauthen sind abge-
von ihnen erbauten Freilichtmuse- nach 42 Jahren. 1968 hatte Andreas nun eine bewirtschaftete alpine Un- schlossen. Die Verhandlungen um
ums 1915−1918 im Plöckengebiet, Müllmann sen. mit seiner Ehefrau terkunft. Es werden sofort Umbau- Aufnahme als „Ausbildungszentrum
welches aus vier Sektoren besteht Maria die Hütte als Pächter bis 1981 arbeiten eingeleitet. Süd“ durch den Hauptverein wer-
und das weltweit größte Museum übernommen, ehe deren Sohn Sepp 2010: Beginn der Arbeiten für den positiv abgeschlossen. Fortan
dieser Art ist. Allein der Sektor Klei- mit Gattin Maria und den Kindern die Verlegung des Klettersteiges werden neben den schon obligaten
ner Pal umfasst über 70 historische Bernhard und Christopher gefolgt „Oberst-Gressel-Gedenkweg“ zur Jugendcamps auch Kurse der Al-
Objekte. waren. Seither ist Helmut Ortner aus Cellon-Schulter (1.700 m). penvereinsakademie im OeAV-Frei-
2005: Auf der Wolayerseehütte St. Lorenzen Pächter der Hütte. 2011: Die Wege und Zustiege ins zeitpark Mauthen abgehalten.

Zollnerseehütte mit Kapelle Die winterfesten Gebäude im OeAV-Freizeitpark Mauthen


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Bergführer und Erstbesteigungen

Die ersten Informationen einer tou-


ristischen Erstersteigung im Gebiet
gehen auf das Jahr 1849 zurück, als
Touristen aus Wien unter Führung
des Gämsenjägers Johann Festin
aus Reisach den Gipfel des Reißkofel
in den Gailtaler Alpen erstiegen. Jo-
hann Festin, vulgo Walden Hans,
gehörte zu den ältesten Bergfüh-
rern des Gailtales. Er wurde 1829
geboren und starb fast 90-jährig am
16. Februar 1918. Sein Vater war aus
San Pietro di Comelico eingewan-
dert und hieß Osvaldo Festino. In
der hierzulande üblichen Art wurde
er statt Oswald „Wald“ gerufen, und Johann Festin, vulgo Walden Hans
so kam der Sohn zum Namen „Wal-
den Hans“. mit einer Sicherheit, dass Letzterer
1853 führte er Paul Grohmann über über ihn schreiben konnte: „Er klet-
die Dreischneid und Amlacher Höhe terte wie eine Katze!“ Die geschäftli-
auf den Torkofel und 1855 auf den che Seite trat bei Walden Hans ganz
Haupt- und den Westgipfel des in den Hintergrund, er war glück-
Reißkofels. Als der Walden Hans lich, wenn er auch anderen Men-
1892 Albin Ortner und Heinrich Ko- schen die Schönheiten seines Kofels
ban hinaufführte, war er schon öfter zeigen konnte. In seinen letzten
als hundert Mal oben gewesen, ent- Jahren, als er wegen seiner Alters-
weder als Führer oder als Gämsen- schwäche nichts mehr verdienen
jäger. Zwölf Jahre später überstieg konnte, war er auf die Mildtätigkeit
der 75-Jährige mit Lothar Patéra seiner Nachbarn angewiesen, die
Originalseite des Gipfelbuchs vom Hinteren Mooskofel, 1895 noch den schwierigen Westgipfel ihm Milch und Brot zutrugen.
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Adam Riebler mal zwei Drei Jahre später stand er, begleitet
von zwei Führern, auf der Keller-
Zahlreiche Erstbegehungen im weil man den einen Fuß hebt, muss spitze, die er vom Eiskar aus erstbe-
Plöckengebiet gelangen in den der andere rasten!“ stieg. Die erste Überschreitung der
1860er-Jahren. Die beiden Führer Kellerspitze vom Kollinkofel aus mit
Josef Moser und Adam Riebler der Josef Moser aus Kötschach (1838– Abstieg ins Eiskar gelang 1878 den
Ältere erreichten den Cellongipfel 1904) hatte am Ruhm der ersten beiden Grafen Guido und Cäsare
(Frischenkofel), Riebler auch den Besteigung der Kellerwand Anteil. Mantica mit einem Führer.
Kollin, auf den er dann auch Ed- Gemeinsam mit Führer Peter Sal- Adam Riebler der Jüngere (1844–
mund von Mojsisovics und Adam cher aus Sterzen und Paul Groh- 1914), ebenfalls Schlossermeister
Waldner führte. Zudem gelang mann gelang es 1868, die Westliche in Mauthen, ist als Bergführer weit
Riebler die Überquerung vom Kollin Kellerspitze zu erklimmen. Moser berühmter geworden als sein Vater Adam Riebler der Jüngere beim
zur Kellerspitze, ehe er den Touris- war ein kleiner, aber sehr stämmi- und zählte zu den hervorragends- Hacklziehen
ten J. Hocke aus Udine über diesen ger Mann, der den Beruf eines Haf- ten Felskletterern seiner Zeit. War
Grat führte. nermeisters ausübte. Er führte bei es ihm doch gelungen, vom Kollin- Ende der 1880er-Jahre unternahm
Adam Riebler der Ältere (1819– der ersten Besteigung des Grünen kofel, den Spuren einer angeschos- auch der Geologe Dr. Fritz Frech
1891), Schlossermeister in Mau- Mooskofels 1888 sowie beim ersten senen Gams folgend, über den mit Begleitern Erstbesteigungen
then, war durch lange Zeit der ein- Abstieg vom Kollinkofel über den abschreckenden Grat die östliche auf die Gipfel hoch über Mauthen −
zige Führer auf den Kollinkofel, den Nordostgrat zum Keesgabele 1889. (höhere) Kellerspitze als Erster zu darunter der Mittlere Moos- und der
er wahrscheinlich als Erster bei ei- Die beiden Jäger Th. Bucher und betreten, auf einem Wege, den je- Gamskofel und die Grüne Schneid
ner Gamsjagd bestiegen hat. Da der F. Stramitzer fanden einen Weg der, Paul Grohmann inbegriffen, für aus dem Valentintal. Zudem unter-
Kollinkofel damals als schwieriger aus dem Valentintal ins Eiskar im unmöglich gehalten hatte. Riebler nahm er als erster Bergsteiger den
Berg galt, hatte Riebler bald den Ruf Kellerwandmassiv, dem kleinsten war von ungewöhnlicher Körper- Abstieg vom Kollin über den Ost-
eines tüchtigen Führers, zumal er Gletscher der Ostalpen. Diese Route größe, was ihm den Beinamen „Der grat zur Grünen Schneid und weiter
sich um die ihm Anvertrauten sehr wurde 1916 als Kriegssteig erneu- Lange“ eingetragen hat, dabei von über das Gabele zum Eiskar.
besorgt zeigte und sie gut zu unter- ert. schlankem Wuchs und sehr sehnig. Die Mauthner Bergsteiger Albin
halten verstand. Beim Bergsteigen Paul Grohmann erreichte 1865 als Bekannt war seine außerordentli- Ortner und Dr. Heinrich Koban
war er, wie auch in seinem sonsti- erster Tourist mit zwei Führern auch che Fingerkraft, die ihn zum unbe- (langjähriger Vorsitzender der
gen Leben, ein Feind jedes Hastens. den Gipfel des höchsten Berges der siegten „Hacklzieher“ der Gegend DuOeAV-Ortsgruppe Obergailtal)
Bekannt war sein Ausspruch: „Der- Karnischen Alpen, die Hohe Warte. machte. sowie H. Klaus, Heinrich Prunner,
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J. Waizer und weitere Einheimische durch und fand auf der gegenüber- ren Mooskofel, querte in der Nord-
führten in den 1890er-Jahren viele liegenden Seite des Tales eine neue seite unter dem „Turm“ und kam als
weitere Erstbegehungen durch: so Route vom Eiskar auf die Kellerspit- erster Ersteiger auf den Hinteren
auf den Cellon (Frischenkofel), die ze. Mooskofel, wo er eine kleine rote
Kellerwand, die Hohe Warte, den Po- Auf den Cellon fand Ludwig Darm- Fahne aufpflanzte.
linik, den Moos- und den Gamskofel. städter mit Führer Stabeler einen Zehn Tage später machten er und
1895 führte Albrecht von Krafft neuen Anstieg von Südwesten, den Albin Ortner zum ersten Mal den
die erste Besteigung des Hinteren Heinrich Koban anschließend mit Übergang vom Hinteren Moosko-
Mooskofels aus dem Valentintal einem neuen Einstieg wiederholte. fel zum Gamskofel, dessen Gipfel
sie als zweite Ersteiger erreichten.
Jast hat auch ein kleines Büchlein
Pietro Samassa und der Jast mit den Eintragungen der beiden
Touren auf dem Gipfel des Hinteren
Unter den einheimischen Erschlie- sungsingenieur und auch Wiener Mooskofel hinterlassen. Vom Moos-
ßern der Berge um Mauthen ragen Touristen wie Gustav Baldermann, kofel aus hatte er größere Berge
zwei Männer besonders hervor – Artur Jaroschek, Hans Wödl und gesehen, Hohe Warte und Keller- Hans Kofler, vulgo Jast
ein Wilderer aus Leidenschaft und Siebeneicher auf die Gipfel „seines wand, dorthin zog es ihn jetzt.
ein kerniger Bauer: Pietro Samassa Reviers“. Am 2. September 1895 fand Jast ei- Im Ersten Weltkrieg gab Jast einem
aus Collina und Hans Kofler aus Samassas Spuren folgte auch der nen Durchstieg durch die Nordflan- Offizier den Rat, dass für einen
Sittmoos. berühmte Alpenmaler Edward ke der Hohen Warte. Wenige Tage Durchbruch durch die italienische
Pietro Samassa (1866–1912), ein Theodor Compton mit dem Führer darauf fand er mit J. Zojer einen Front nur die Gegend bei Raibl in
mutiger, wildernder Gämsenjäger, Obernosterer, als Samassa der Grat- neuen Zugang durch die Westab- Betracht komme. Nach erfolgrei-
besuchte auf seinen Jagdausflügen übergang vom Monte Canale zum stürze des Kollinkofel-Südostgra- chem Durchbruch meinte der Of-
die meisten Gipfel, wurde oftmals Seekopf in umgekehrter Richtung tes. fizier: „Sie sollten nicht Bauer sein,
von österreichischen Jägern ver- gelang. Als Berater beim Bau der Lesach- sondern im Generalstab sitzen!“
folgt und fand doch immer wieder Hans Kofler, vulgo Jast (ca. 1835– talstraße konnte Jast sich nicht Das Haus „Jast“ in Sittmoos diente
einen Durchschlupf. 1888 bestieg ca. 1920) aus Sittmoos kletterte durchsetzen, und so wurde nicht lange Zeit als Alpenvereinsherber-
er zuerst die Cima di Sasso Nero, nach einer überstandenen schwe- in der Tiefe, nahe dem Gailfluss ge- ge auf dem Weg durchs Sittmooser
dann den Seekopf und den Monte ren Grippe am 11. August 1895 baut, sondern hoch oben durch die Tal und über das Böse Gangele zum
Canale. Er führte einen Vermes- über die Nordwand auf den mittle- Gräben von Ortschaft zu Ortschaft. Wolayersee.
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Schneller als die Gendarmen Uhr früh hinter der Plenge getroffen netter als Bergführer im Plöckenge-
habe. Da man es für vollkommen biet, wo er die beste Ortskenntnis
Simon Ainetter, geboren 1867 in Ainetter war in seinen jüngeren ausgeschlossen hielt, diesen Weg, besaß, sehr bewährt. 1929 ist er in
Aigen, übersiedelte in jungen Jah- Jahren leidenschaftlicher Wilderer, für den ein guter Geher sechs Stun- den Ruhestand getreten.
ren nach Mauthen und absolvierte dem die Hüter des Gesetzes oftmals den braucht, in etwas mehr als zwei Nachfolger als Bergführer wurde
1903 den Bergführerkurs in Villach. auf den Fersen waren. Aber dem Stunden zu bewältigen, wurde eine sein Sohn Simon Ainetter der Jün-
Er wurde Nachfolger der beiden flinken „Simele“, wie er allgemein Sinnestäuschung des Gendarmen gere. 1972 wurde dieser für seine
Riebler als Bergführer in Mauthen genannt wurde, gelang es immer angenommen und der „Simele“ frei- Verdienste um den Bergrettungs-
und hatte in den Jahren vor dem zu entkommen. Einmal hatte er gesprochen. dienst am Hauptplatz in Mauthen
Ersten Weltkrieg reichlich Gelegen- das Missgeschick, südlich der Plen- Im Krieg gegen Italien hat sich Ai- geehrt.
heit zu Führungen, besonders in der ge einem Gendarmen in die Arme
Kellerwandgruppe. zu laufen. Er nahm Reißaus, sauste
um die Ostflanke der Plenge her- Neutouren
um bis zur Schafalm und von dort
den steilen Lahner hinunter zur Ende des 19. Jahrhunderts trat mit gang über den Hinteren Mooskofel
Gail, überquerte diese und rannte dem in Kötschach ansässigen Tier- und Gamskofel zum Wodnertörl
bei Strajach vorüber hinauf zur Rö- arzt Dr. Lothar Patéra (1876–1931) und Wolayersee, die Plenge erstieg
then und weiter über den Gailberg ein weiterer Bergsteiger in den Kar- er von Norden.
nach Oberdrauburg, wo er gera- nischen Alpen auf. Wenn er nicht Mit dem Wiederaufbau der Wola-
de noch rechtzeitig um dreiviertel alleine unterwegs war, begleiteten yerseehütte nach dem Ersten Welt-
neun Uhr eintraf, um die Post zum ihn zumeist J. Waizer und der Füh- krieg begann ein neuer Abschnitt
Bahnhof zu fahren: denn seine Ar- rer Stabentheiner, mit denen er in der Erschließung der Berge
beit war die des Postkutschers. Bei zahlreiche Neutouren durchführte. oberhalb Mauthens. Mitglieder der
der unvermeidlichen Gerichtsver- So erstieg er den Gamskofel über Austria-Jungmannschaft und der
handlung konnte der Postmeister den Südwestgrat, unternahm die Akademischen AV-Sektion Wien
unter Eid aussagen, dass Ainetter erste Überschreitung des Wolayer- arbeiteten 1921 als Freiwillige am
zur angegebenen Stunde seinen kopfes, bestieg den Wolayerkopf Wiederaufbau der 1915 zerstör-
Postdienst versehen habe, während über die Ostwand und den Vorde- ten Hütte, sammelten und bargen
die Anzeige des Gendarmen laute- ren Mooskofel von der Mauthner vorhandenes Barackenholz und
Simon Ainetter der Ältere te, dass er Ainetter um halb sieben Alm aus. Patéra fand einen Über- „wohnten“ in einer von ihnen in-
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standgesetzten Baracke direkt bei Mauthen berichtet. So beschreiben Wichtige Erstbesteigungen und -begehungen
der Hütte, die sie „Akademikerhüt- etwa Dr. Julius Kugy in seinem Buch in den Mauthner Bergen
te“ nannten. Das Schwedische Rote „Aus dem Leben eines Bergstei-
Kreuz spendete die Lebensmittel gers“ (1925) oder Franz Rudofsky in
für die Jungmannschaft, gekocht der Festschrift zum 70-jährigen Be- 1849 Reißkofel: Wiener Touristen geführt von J. Festin
wurde im Freien vor der Hütte. Sie stand des Zweiges Austria (1932),
wurde zum Ausgangspunkt einer aber auch der Vorstand der AV- 1855 Hohe Warte: Edmund von Mojsisovics mit zwei Führern
ganzen Reihe von Neutouren. Ortsgruppe Obergailtal Heinrich
Schon früh wurde über die Berg- Koban in seinen Artikeln diese her- 1860 Kollinkofel: A. Riebler der Ältere
führer im Gebiet der Karnischen ausragenden Persönlichkeiten und
Alpen rund um den Bergsteigerort ihre Verdienste um den Alpinismus. 1860 Eiskar vom Valentintal: Th. Bucher, F. Stramitzer

1865, 30. Sept. Hohe Warte Südseite: Paul Grohmann und die Führer
U. Sottocorona und Hofer

1868, 15. Juli Kellerspitze Nordanstieg: Paul Grohmann, J. Moser,


P. Salcher

1878, 13. Juli Kollinkofel, Gratquerung zur Kellerspitze: A. Riebler der


Jüngere, I. Hocke

1888 Cima di Sasso Nero: P. Samassa

1889 Gailtaler Polinik Ostwand: K. Koban, A. Ortner

1892 Seekopf: P. Samassa

1893 Gailtaler Polinik Nordgrat: K. Koban, A. Ortner

Wanderer am Kleinen Pal 1895, 20. Aug. Mooskofel SW-Grat: L. Patéra, I. Waizer
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1895, 21. Aug. Kellerspitzen Südwand: G. Urbanis, P. Samassa 1904 Roßkofel Nordostwand-Wand am Nassfeld, Vorderer
Mooskofel von der Mauthner Alm, Plenge-Nordwand,
1895, 21. Aug. Hinterer Mooskofel-Grat – Gamskofel: H. Kofler, A. Ortner Kellerwarte und Raudenspitze: L.Patéra

1895, 2. Sept. Nordwand Hohe Warte – Gratquerung – Kellerscharte – 1912, 10. Aug. Chianaletta von Canale aus: Willi und Walter Bernuth
Kellerwandturm: H. Kofler
1912, 14. Sept. Rauchkofel Nordostgrat: L. Patéra, P. Müller
1898, 28. Juni Wolayerkopf. K. B. Schmid
1913, Mauthner Alm – Vorderer Mooskofel-Grat zum Mitt-
1898, 30. Juni Cellon: L. Darmstädter, H. Stabeler 22./23. Juni leren und Hinteren Mooskofel – Gamskofel – Wodner
Törl – Wolayersee: L. Patéra, J. Hofer.
1898, 17. Aug. Gamskofel von NW: H. Koban, A. Ortner
1921, 30. Aug. Austria-Scharte: E. Pichl, T. Nießner
1898, 3. Sept. Hohe Warte, Südwestgrat: A. Ortner, I. Waizer
1922, Überschreitung des gesamten Gratverlaufs Biegen-
1898, 12. Sept. Monte Canale-Grat – Seekopf: H. Wödl, P. Samassa 14./15. Juni gebirge Seekopf – Canale – Chianalettagrat – Cima
di Sasso Nero – Wolayerkopf – Biegenköpfe –
1899, 10. Juli Kellerspitze über Nordwest-Wand vom Valentintal: Giramondopass: R. Damberger, R. Steiger
J. Kugy, G. Bolaffio, J. Komac, P. Samassa
1922, 16. Juni Direkte Nordwand Hohe Warte: R. Damberger,
1900, 6. Juni Polinik über Ostwand: H. Koban R. Steiger

1900, 23. Juli Hohe Warte Nordwand: H. Koban, Prunner 1922 Tangelloch Nordanstieg: Pichl, Haberl, Nießner,
Sikenberg
1900, 14. Aug. Polinik über NW-Wand: H. Koban
1925, 2. Juni Gamskofel Südwand: H. Kaser, K. Grün
1902 Kellerspitze Westgrat: G. Jahn, F. Langsteiner
1927, 24. Juli Monte Canale Nordkante: L. Mucha, H. G. Novak
1903, 6. Jan. Polinik, erste Winterbesteigung bis oberhalb Spielbo-
dentörl mit Skiern: H. Klauß, H. Koban, A. Ortner,
H. Sellenati
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Die Entdeckung der


Mauthner Klamm 1889

1890 berichtet die „Österreichische Valentin-Klamm, die südlich von


Touristen-Zeitung“ (X. Band/Jahr- Mauthen im Gailthale beginnt; sie
gang 1890, S. 22) über die Entde- ist 4 bis 5 m breit, 3 km lang, und
ckung der Mauthner Klamm: ihr engster Theil, die ‚Finstern’ – so-
„Im Sommer 1889 wurde von den genannt, weil es darin durch die
Herren Apotheker v. Findenegg, überhängenden Felswände des
Bleiberger Unions-Director Frank Polinik und der Plecken fast ganz
und Landesforst-Inspector Suda finster ist – misst 1 km Länge. Der
eine Klamm erforscht. Dies war die Valentinbach, welcher 2200 m hoch

Cromolithkarte von der Valentinsperre am Eingang der Mauthner Klamm;


„In der 2. Finsternis“: Gemälde von Adalbert Kunze; Besitz Sepp Lederer von Kilian Ortner aus Mauthen, 1903
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aus der Kellerwand entspringt und Schliesslich kamen sie bis zum Hals le Werk „Die österreichisch-ungari- woanders zusammengedrängt
dessen Wasser in der Regel nicht in dasselbe und mussten, da dessen sche Monarchie in Wort und Bild“. sieht.“
mehr als 5–6° R. misst, durchtost Tiefe noch immer zunahm, kurz vor Im Band „Kärnten und Krain“ findet Heute kann man die gesamte
sie und macht sie zu einer wahren dem Ende der Klamm zur Umkehr sich folgender Hinweis auf die Mau- Klammschlucht bis zum Ausstieg
‚Sommerfrische’. sich entschliessen. Der Rückzug thner Klamm: „Tief zwischen den oberhalb des Ederwirtes auf dem
Die sie Durchforschenden wateten wurde auf dem gleichen, beschwer- Bergriesen hat sich der Valentin- „Klabautersteig“, einem teilweise
in Folge unübersteigbarer Hinder- lichen und gefährlichen Wege aus- bach sein Felsenbett gegraben und durchs Wasser führenden, mehrere
nisse fortwährend Ufer wechselnd, geführt, noch dazu mit dem pho- bildet eine mehr als zwei Stunden Kilometer langen Klettersteig bege-
grösstentheils durch‘s Wasser. tographischen Apparat des Herren lange Klamm voll von Bildern über- hen. Man durchschreitet dabei zwei
v. Findenegg, der ein sehr ge- wältigender Großartigkeit, wie man atemberaubende „Finsternisse“ und
schickter Amateur ist, und dabei sie auf solch engem Raume selten überwindet sechs Wasserfälle.
wurden mehrere tadellos gelun-
gene photographische Aufnah-
men gemacht.
Die Section Villach des D. u. Ö.
A.-V. beschloss, diese Klamm in
den nächsten zwei Jahren zu-
gänglich machen zu lassen mit
einem Kostenaufwande von
1000 fl.; 600 fl. sollen im künfti-
gen Jahre zur Herstellung des
Weges bis zur ‚Finstern’, und der
Rest im Jahre 1891 zum Stegbau
in der letzteren verwendet wer-
den. Mit diesem Weg durch die
Klamm wird zugleich ein näherer
Weg auf die Plecken gewonnen,
als der bis jetzt benützte über die
Steganlage in der Mauthner Klamm 1950; Höhe ist.“
von Ludwig Hauser 1891 erschien das monumenta- Die Jausenstation in der Mauthner Klamm; 1934. Die Hütte stand bis in die 1960er-Jahre.
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Zentrum des Gebirgskrieges


1915–1918

Am 23. Mai 1915 erklärt das König- beschäftigt waren. Der Krieg zwingt
reich Italien Österreich-Ungarn den sie auf die wichtigsten Gipfel, um
Krieg. Der Karnische Kamm wird diese so lange zu halten, bis regu-
plötzlich zur Verteidigungslinie. Es läre Truppen eintreffen. Das Gleiche
sind freiwillige Kärntner Schützen, machen die freiwilligen Schützen,
schlecht bewaffnet, schlecht aus- deren Weg jedoch von Mauthen
gerüstet, mangelhaft ausgebildet aus länger ist als der ihrer Vettern
und ohne jede Erfahrung, die auf und Bekannten aus Timau, und
den Berg müssen. Dazu kommen so treffen sie dort oben auf diese
Landsturmbataillone, die man schwer bewaffneten Männer mit
hierher verlegt hat, um Wehrkraft Alpini-Hüten auf ihren Köpfen. Auf
vorzutäuschen. Die heikelste Stelle Männer, mit denen man verschwä-
ist wohl der Plöckenpass und seine gert ist, deren Arbeitskamerad man
Umgebung. war, wird nicht gleich geschossen.
Gleich zu Beginn spielt sich auf dem Aber streiten kann man wohl, und
Kleinen Pal eine Tragikomödie ab. so entspinnt sich eine gewaltige
Der Organisator der freiwilligen Redeschlacht. Das trifft niemanden
Kärntner Schützen im Oberen Gail- so wirklich, ist auch keineswegs
tal ist Hauptmann Carl Gressel, ein beleidigend; aber es entscheidet
Berufsoffizier, der nach einer schwe- auch nicht über den Besitz des Ber-
ren Verwundung in der Heimat ges. Einer der Kärntner Schützen
weilt. Er ist Besitzer des Plöcken- eilt hinunter ins Tal nach Mauthen,
hauses und eines Großteils des Plö- zur einzigen Autorität, zum Haupt-
ckengebietes. Er hat in Mauthen ein mann Gressel. Dieser reitet auf den
großes Gut und einige Sägewerke, Plöcken und steigt auf den Pal. Als
wo vor dem Krieg zahlreiche Leu- die Tischlwanger Aushilfs-Alpini
te von „drüben“, hauptsächlich aus den Hauptmann sehen, ziehen
Abtransport eines Kriegsverwundeten von der Kellerwand Timau, das sie Tischlwang nennen, sie die Hüte und wünschen einen
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guten Tag. Gressel aber schnauzt drohte Gebiet. Es beginnt ernst zu auf steilen Pfaden im so unwirtli- mehrmals von italienischer Artil-
sie an: „Was sucht ihr da heroben? werden, ein verlustreicher Gebirgs- chen Hochgebirge. lerie beschossen und auch schwer
Schaut, dass ihr augenblicklich ver- krieg beginnt. Der Talort Mauthen war wichtiger getroffen.
schwindet!“ Unter dem Kommando von Gene- Umschlagplatz für Kriegsgüter, Heute erinnern das Plöckenmuse-
Und die Männer nehmen ihre Ge- ralmajor Johann Fernengel, der am rettender Ort für Verwundete und um 1915−1918 im Rathaus und das
wehre, ziehen noch einmal den Hut 24. Mai auf dem Plöcken eintrifft, Kranke im Lazarett sowie Treffpunkt Freiluftmuseum auf dem Kleinen
und verlassen den Kampfplatz: Ein gibt es in den nächsten Monaten für Erholung suchende Frontsolda- Pal an diese schwere Zeit mit dem
Sieg der Autorität. erbitterte Kämpfe um die Erobe- ten. Leitspruch: „Mai nemici sempre piu
Doch wenig später rücken von Sü- rung der Gipfel rund um den Plö- Am Fuße der heiß umkämpften amici!“–„Nie mehr Feinde, immer
den die Italiener mit starken Kräf- ckenpass wie Promos, Großer Pal, Berge gelegen, wurde Mauthen mehr Freunde!“
ten an, von Norden hasten ein paar Freikofel, Kleiner Pal und Cellon.
Landsturmkompanien in das be- Mehr als zweieinhalb Jahre dau-
ert dieser Wahnsinn, dem allein im
Plöckenabschnitt Tausende junge
Männer nicht nur durch Einwirkung
von Waffen, sondern auch durch
Naturkatastrophen zum Opfer fal-
len. So gab es etwa vom 11. bis 15.
Dezember 1916 im Armeebereich
des 10. Armeekommandos 637 Tote
und 134 Schwerverletzte durch La-
winen.
Mit enormen technischen Mitteln
mussten Versorgungseinrichtun-
gen geschaffen werden. Im weglo-
sen Gelände entstand ein großes
Netz von Seilbahnen und Schräg-
aufzügen, der Mensch blieb aber
dennoch unverzichtbarer Bestand-
Unterstand im Eiskar, Kellerwandmassiv teil der zahllosen Trägerkolonnen Unterstände mit Seilbahnstation; Kleiner Pal 1916
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Mauthner Katastrophen

Die Mauthner Brauerei Planner war mit den Hilfsmitteln vergleicht, die
am 10. Juli 1903 Ausgangspunkt den Betroffenen zugestanden wur-
einer verheerenden Brandkatastro- den: Kaiser Franz Joseph I. spen-
phe: der gesamte Ortskern wurde dete 4.000 Kronen. Das Dankes-
eingeäschert. Besonders schwer be- schreiben des Bürgermeisters und
troffen war auch das im Bau befind- des Hilfskomitees an den Kaiser ist
liche Haus Steinwender, das gerade noch erhalten. Zudem kamen in der
vor der Gleichenfeier stand. Nach Diözese Gurk, in der auf Bitten des
Schätzungen von Experten belief Pfarrers gesammelt wurde, über
sich der Gesamtschaden des Feuers 1.000 Kronen zusammen. Jeder der
auf 600.000 Kronen. 44 betroffenen Besitzer in Mauthen
Das „Enterörtl“ nach dem Brand mit Blick von der Würmlacher Straße Wie hart es die „Abbrandler“ ge- erhielt 30 Kronen, ein besonders
Richtung Westen; 1903 troffen hatte, wird deutlich, wenn schwer getroffener Bürger erhielt
man die riesige Schadenssumme 180 Kronen.

Blick vom Mauthner Hauptplatz Richtung Süden zum Polinik im März 1909 Die Brandruinen in Mauthen; 1903
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Schneemassen richtet von weiteren Wintern


mit Schneechaos, so etwa 1940
Die Karnischen Alpen gelten schon Winter 1909 wurde Mauthen tief und 1951. Bereits zu Weihnach-
seit jeher als „Schneeloch“, und so eingeschneit, und die Schneemas- ten 1950 gab es die erste gro-
ist es nicht verwunderlich, dass es sen erlaubten ein Fortkommen nur ße, noch halbwegs erträgliche
im Laufe der Jahrhunderte zu etli- auf einem ganz engen, ausgeschau- Menge Schnee. Ihr folgte zu
chen Schneekatastrophen kam. Im felten Steig. Beginn des neuen Jahres die
1916/17 kämpfte man gegen zweite Welle, die sich bereits
einen Hochgebirgswinter, unangenehmer auswirkte. Es
wie es ihn seit Jahrzehnten unterblieb für Tage der Zug-
nicht mehr gegeben hatte. verkehr und für Wochen der
Weil sich an der Front am Omnibusbetrieb. Entmutigend
Karnischen Kamm so viele schließlich die dritte Schnee-
Menschen befanden, waren welle in den ersten Februarta-
die Konsequenzen besonders gen: Es ging überhaupt nichts
dramatisch. Alleine der De- mehr, kein Strom, kein Telefon,
zemberschnee forderte 637 kein Verkehr, keine Lebens-
Lawinentote. mittelversorgung. Schnee, der
Anfang April 1917 führte ein von den Dächern geschaufelt
dreitägiger Schneefall zu ei- werden musste, häufte sich
nem Schneezuwachs von fünf bis zu den Dachrinnen, Häuser
Metern. Am 2. April um halb konnte man nur durch Fenster
zehn Uhr nachts gingen die im ersten Stock betreten. Ins-
ersten Lawinen ab, Dutzende gesamt betrug die Schneehö- 1951 mussten die Dächer mehrmals
folgten und vernichteten al- he 7,2 Meter. Als am 12. Februar abgeschaufelt werden.
les, was sich ihnen in den Weg 1951 noch eine Regenperiode
stellte. Am 6. April gingen al- eintrat, war die Katastrophe voll- In wochenlangen Arbeitseinsätzen
leine auf die Plöckenstraße 15 kommen. Keller standen unter Was- der Bevölkerung konnte der Ort
Stiegen und Tunnel führen zu den Eingängen der mächtige Lawinen nieder. ser, der Valentinbach drohte wie aber wieder halbwegs freigelegt
Häuser – wie hier zum Gasthof Kellerwand; 1951 Die Chronik von Mauthen be- schon 1873 über die Ufer zu treten. werden.
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Zeugen der Geschichte


in Eis und Fels

Seit Jahrzehnten wird der südlichs- „Auch im Jahr 2010 gehörte der Eis-
te Gletscher Österreichs im Keller- kargletscher zu einem der wenigen
wandmassiv vermessen. Dafür ist Gletscher in Österreich, welche sich
seit über 20 Jahren Mag. Gerhard in ihrer Länge nicht zurückzogen.
Hohenwarter aus Villach verant- Nach den Jahren 2008 und 2009
wortlich. Alljährlich wird allen Inte- war dies im Vorjahr am südlichsten
ressierten ein detaillierter Bericht Gletscher Österreichs bereits zum
übermittelt. In einem der letzten dritten Mal in Folge der Fall.
Berichte stand folgendes zu lesen: Nicht zuletzt diese Tatsache recht-

Der Eiskargletscher im Kellerwand-Massiv im August 2010

Dickenmessung auf dem Eiskargletscher am 1. Juli 2010


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fertigt weitere Untersuchungen im seite werden die Radarstrahlen am Erdaltertum. Kein ande-
eisigen Kar in der Kellerwand. Am 1. Felsgestein reflektiert und gelangen res Gebiet in den Alpen
Juli 2010 wurde mit Unterstützung so wieder zurück zu den Antennen. besitzt so viele steiner-
der ZAMG (Zentralanstalt für Me- Aufgrund der Laufzeit der Strahlen ne Zeugnisse aus 500
teorologie und Geodynamik) eine durch das Eis kann man dessen Di- Millionen Jahren Erdge-
Gletscherdickenmessung mittels cke berechnen. Erste Auswertun- schichte.
Radar durchgeführt. Um die Eis- gen zeigen, dass das Eiskar teilweise Fossilien oder Verstei-
dicke zu eruieren, wurde von den noch bis zu 40 Meter dick ist, an vie- nerungen sind Reste
Gletscherforschern ein Bodenradar- len Stellen beträgt die Eismächtig- vergangenen Lebens,
gerät in mehreren Profillinien über keit immerhin noch 25 bis 30 Meter. gleichsam Bilder der
das Eiskar getragen. Das Bodenra- Sofern die nächsten Winter in Bezug Vergangenheit. Diese
dar sendet hochfrequente Impulse auf Schneefall nicht total auslassen Schaustücke der Natur
in kurzen Abständen in die Tiefe; und die Sommertemperaturen ei- waren einem ständigen
die am Foto (S. 79) ersichtlichen nigermaßen erträglich bleiben, ha- Wechsel unterworfen. Unterwegs auf dem Geotrail Zollnersee
Stangen dienen als Empfangs- bzw. ben die Gletschermesser im Eiskar Jede Zeit hat einmalige,
Sendeantennen. An der Eisunter- noch einige Jahre zu tun.“ unnachahmliche Kreationen und
Schöpfungen hervorgebracht: Mit
deren Hilfe ist es möglich, das Alter
Abenteuer Erdgeschichte im Geopark von Gesteinen zu bestimmen, in
welchen sie enthalten sind.
Der rund 830 km2 große „GeoPark terstützen dieses Regionsprojekt, in Neben uralten fossilen Meeresbe-
Karnische Alpen“ erstreckt sich dessen Mittelpunkt das Besucher- wohnern und dem größten Pflan-
entlang der Staatsgrenze zu Italien zentrum in Dellach/Gail steht. Der zenfossil Österreichs, dem als Natur-
von Feistritz/Gail im Osten bis Maria GeoPark Karnische Alpen wird nach denkmal geschützten Urbaum im Trilobiten sind eine ausgestorbene Klasse
Luggau im Westen. Er umfasst die Abschluss der Aufnahmeformalitä- versteinerten Wald von Laas, faszi- meeresbewohnender Gliederfüßer
Karnischen Alpen, die Gailtaler Al- ten der zweite von der UNESCO an- nieren im GeoPark Karnische Alpen
pen, die südlichen Lienzer Dolomi- erkannte Geopark Österreichs sein. abenteuerliche, aber auch sanfte idyllische Bergseen, erbauliche
ten und das Gail- und Lesachtal. Alle Das Besondere am GeoPark Kar- Schluchten, hunderte Meter hohe Almlandschaften und die nahezu
Gemeinden des Bezirks Hermagor nische Alpen sind seine uralten Felswände, darin eingebettet der unverfälschte Kulturlandschaft des
und die Gemeinde Feistritz/Gail un- Fossilien und Gesteine aus dem südlichste Gletscher Österreichs, Gail- und Lesachtals.
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Das kleine Mauthen −


Wiege grosser Männer

Es wird nicht viele Kärntner, selbst ren brachte, schrieb die Kärntner
österreichische Orte geben, die in Volkszeitung am 15. April: „Nicht
Relation zu ihrer Größe so viele be- zu Unrecht wies der Heimatfor-
deutende Persönlichkeiten des geis- scher Thomas Tiefenbacher in sei-
tigen und wirtschaftlichen Lebens nen Vorträgen darauf hin, daß der
hervorgebracht haben wie der klei- Grenzmarkt Mauthen mit seinen
ne Grenzmarkt Mauthen im Gailtal. 860 Einwohnern unter sämtlichen
Zu ihnen zählen überregional be- Orten des Gailtales den höchsten
deutende Politiker wie Oskar Ni- Prozentsatz an Intellektuellen her-
schelwitzer und Josef Klaus (Kurz- vorgebracht hat. Sind aus Mauthen
porträts weiter unten), Hans Lagger doch im Laufe der letzten Jahrzehn-
(mehrere Jahre hindurch Landesrat, te nicht weniger als 32 graduierte
Finanzreferent, Landesschulins- Akademiker, sieben Geistliche und
pektor für Kärnten sowie National- 26 Lehrpersonen hervorgegan-
rat) oder der Rechtsanwalt Dr. Igo gen. Das ist ein weit über den Lan-
Tschurtschenthaler (Nationalrat und des- und den Bundesdurchschnitt
Stadtrat in Klagenfurt). hinausgehender Prozentsatz, der
Auf der Skiwiese, dem „Pregran“ oberhalb von Mauthen, herrschte schon 1914 reger Zu diesen porträtierten Persönlich- umso erfreulicher ist, da viele dieser
Skibetrieb, wie auf dem Foto des Bozner Fotografen J. Gugler zu sehen ist. keiten zählen auch die beiden Maler Persönlichkeiten bedeutende Stel-
Hans Sellenati und Adalbert Kunze lungen im Berufsleben innehaben.
sowie der Arzt Heinrich Koban. Ge- Fast alle haben Genügsamkeit und
meinsam ist der Mehrzahl der be- Sparsamkeit, Arbeitsfleiß und An-
rühmten Mauthner, dass sie der Na- passungsfähigkeit in die Verhältnis-
tur und den Bergen eng verbunden se, in die sie hineingestellt wurden,
waren und in der lokalen Alpenver- mit sich genommen, ohne von den
einssektion eine Rolle spielten. christlichen Idealen und den von
Als es 1961 mit Josef Klaus erst- den Eltern übernommenen Grund-
mals ein Mauthner zu Ministereh- sätzen abzukommen.“
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Oswald Nischelwitzer Josef Klaus


Der Mauthner Oswald Nischelwit- net. Das Denkmal für Nischelwitzer Als Sohn eines Bäckermeisters wur- der Arbeiterkammer, 1939 wurde er
zer, geboren am 30. November schuf der Mauthner Künstler Jakob de Josef Klaus am 15. August 1910 zur Wehrmacht eingezogen.
1811, gestorben am 15. Mai 1894, Wald im gleichen Jahr. in Mauthen geboren, seine Mutter Nach dem Krieg eröffnete er in Hal-
war langjähriger Reichsrats- und Anfang der 1960er-Jahre stand stammte aus einer Bergbauernfa- lein eine Rechtsanwaltskanzlei und
Landtagsabgeordneter. Er hat sich das Denkmal nahe dem Landhaus milie. Sein Vater starb früh, weshalb machte rasch politische Karriere.
insbesondere um 1890 für den Kellerwand dem Straßenbau im die Mutter besonderen Einfluss 1949–1961 war Klaus Salzburger
Hochwasserschutz und die Verbau- Wege und wurde deshalb an seinen auf Josef ausübte. Schon in jun- Landeshauptmann, ehe er am 11.
ung der Gail, aber auch für den Aus- heutigen Platz im Mauthner Orts- gen Jahren brachte sie ihrem Sohn April 1961 als Finanzminister ins
bau der Gailbergstraße eingesetzt. kern übersiedelt. Einige Mauthner Italienisch und Stenographie bei. Kabinett von Alfons Gorbach beru-
Die Straße wurde in Anwesenheit waren damals verärgert, weil die Außerdem soll sie Josef zu großer fen wurde. 1966 wurde Klaus nach
des Landespräsidenten Freiherr Nischelwitzer-Büste nun Richtung Frömmigkeit erzogen haben. Klaus dem Wahlsieg der ÖVP Kanzler der
von Schmidt-Zabirow 1897 eröff- Kötschach blickt. besuchte das Knabenseminar in Kla- ersten Alleinregierung der Zweiten
genfurt und studierte anschließend Republik. 1970 unterlag er Bruno
Jus in Wien, wo er 1934 promovier- Kreiskys SPÖ und zog sich aus der
te. Als Exponent des Ständestaates Politik zurück. Josef Klaus starb am
entließen ihn die Nazis als Juristen 25. Juli 2001 in Wien.

Mathilde und Hans Sellenati


Der Todestag von Mathilde Selle- kam ihr erstes Kind, Leopold, auf die
nati (geb. Martens) jährte sich am Welt (gestorben 21. Jänner 1857).
17. Februar 2011 zum 100. Mal. Sie Mathilde Sellenati brachte vier wei-
wurde am 31. März 1834 auf Schloss tere Kinder zur Welt, ehe ihre Ehe
Kellerberg bei Villach geboren. Am um 1873 scheiterte. Sie ließ sich
20. Mai 1855 heiratete die Künstle- scheiden und heiratete schließlich
rin in Villach den Handlungsreisen- in zweiter Ehe einen Herrn Morocut-
Oswald Nischelwitzer, 1811–1894 Denkmal für Oswald Nischelwitzer den Johann Sellenati. Im Mai 1856 ti, der jedoch kurze Zeit später ver-
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starb. Mathilde Sellenati-Morocutti Sellenati erhielt von seiner Mutter trationen versehen, in gekonnter dieser Sportart in Mauthen. Auf
übersiedelte im Herbst 1876 mit den ersten Zeichenunterricht und Versform kommentierte. seine Initiative hin wurde 1919 die
ihren Kindern nach Wien, arbeitete begann 1880 ein Studium an der Hans Sellenati war ein begeisterter „Sektion Obergailtal des Verbandes
dort als Restauratorin in der Fami- Akademie der Bildenden Künste in Skifahrer, der den Wintersport in der Skiläufer Kärntens“, aus welcher
liengalerie des Grafen Esterházy. München, das er aber nicht been- vielen humorvollen Bildergeschich- der heutige Obergailtaler Sportklub
Etwa ab Ende der 1880er-Jahre, dete. ten darstellte und karikierte. Er be- (OSK) hervorging, innerhalb des
nachweislich ab 1894, lebte sie mit 1896 kehrte er als Porträtmaler nach mühte sich auch um die Förderung dortigen Alpenvereins gegründet.
ihrer Tochter, der Lehrerin Friederike Villach zurück, wo er in den folgen-
Sellenati, bis zu ihrem Tod in Mau- den Jahren zu einem angesehenen
then. Künstler avancierte. Heinrich Koban
Mathilde Sel- 1905 übersiedelte er zu seiner Mut-
lenatis drittes ter nach Mauthen, erteilte privaten Geboren wurde Heinrich Koban bestellt wur-
Kind war der Zeichenunterricht und fertigte unter am 14. März 1877 als Sohn des de. Beson-
spätere Künstler anderem zahlreiche Landschaftsbil- Mauthner Distriktsarztes Kajetan dere Erfolge
und Skipionier der, Kinderporträts (alle in Privatbe- Koban und dessen Gattin Emilie erzielte er als
Hans (Johann) sitz) und Porträts von neun Mauth- geb. Ortner in Mauthen. Nach der Impfarzt an-
Baptist Selle- ner Bürgermeistern. Daneben setzte Volksschule in Mauthen und dem lässlich eines
nati, geboren er sich auch für den Tourismus ein. Gymnasium in Villach studierte er Blatternfalles
Der junge Künstler am 6. Septem- So gründete Hans Sellenati 1906 ei- von 1896 bis 1902 Medizin in Graz, 1907 und bei
Hans Sellenati ber 1861. Hans nen Verschönerungsverein in Mau- wo er am 22. Dezember 1902 zum der Bekämp-
then. Er engagierte sich innerhalb Doktor der gesamten Heilkunde fung der Jungmediziner
des Alpenvereins für die Erschlie- promovierte. Scharlachepi- Heinrich Koban 1904
ßung der Berge durch sichere Wan- 1903 bis 1906 war Koban Sekundar- demie in Tar-
derwege, gestaltete für die Mauth- arzt im Landeskrankenhaus Klagen- vis und Raibl 1910.
ener Sommergäste „Bunte Abende“ furt, ehe er sich in Tarvis als prak- Mit Ausbruch des Ersten Weltkrie-
und brachte ab 1898 das „Mauthner tischer Arzt niederließ, wo er am ges wurde Dr. Koban als Assistenz-
Local-Witzblatt – Die Schreibe“ her- 1. Juni 1906 auch zum Betriebsarzt arzt eingezogen und stieg 1917 zum
aus, in dem er das örtliche Tagesge- der Kettenfabrik Weissenfels, am Regimentsarzt im Hauptmannsrang
schehen und die Schwächen seiner 17. Februar 1907 zum Distriktsarzt auf.
Skipionier Hans Sellenati Mitmenschen, mit zahlreichen Illus- und mit 1. März 1912 zum Bahnarzt Nach dem Krieg widmete er sich zu-
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nächst wieder seiner Praxis in Tarvis bis ins hohe Alter von 85 Jahren Warte (2.810 m) auf einer neuen, ernannt. Bereits 1958 hatte diese
bzw. der Tätigkeit als italienischer eine ärztliche Praxis betrieb und außerordentlich schönen Kletter- Sektion ihm für die 60-jährige Mit-
Medico condotto (Gemeinde- und sein ärztliches Wissen und die um- route durch die Nordwand. Unge- gliedschaft das Goldene Edelweiß
Sprengelarzt) und Bahnarzt. Durch fangreiche Erfahrung für die Ge- zählte BergsteigerInnen benützen verliehen.
den Friedensvertrag kam das gan- sundheit der Bevölkerung einsetz- seither diese Koban-Prunner-Route Verdient hat sich Heinrich Koban
ze Kanaltal und Raibler Becken zu te. In Würdigung seiner Verdienste beim Aufstieg auf die Hohe Warte. auch um die Erforschung der histo-
Italien und damit auch Tarvis selbst. wurde ihm der Titel „Medizinalrat“ Sein zweites Hobby war der Ski- rischen Wege, speziell der Veneter-
Als deutschsprachiger Österreicher verliehen. lauf, und Koban wurde zu einem und Römerwege über den Plöcken-
lehnte es Koban ab, für Italien zu Bereits 1924 war er Obmann der der ältesten Pioniere Kärntens auf pass gemacht.
optieren, und blieb österreichischer Ortsgruppe Obergailtal des Al- diesem Gebiet. Bereits 1903 hat Der OeAV hat neben dem Hel-
Staatsbürger. Die deutschsprachi- penvereins geworden und blieb er mit Skiern den Gailtaler Polinik denfriedhof auf der Kreuztratte
gen Bewohner schlossen sich zu es über 20 Jahre. Kein Zufall, stand erstiegen. Bei dieser winterlichen im Plöckengebiet 1971 auf einem
einer Interessengemeinschaft der doch die Bergsteigerei schon in sei- Erstbesteigung waren auch noch Marmorstein eine Gedenktafel für
Kanaltaler zusammen, Koban stand nen jungen Jahren im Mittelpunkt Albin Ortner, Notar Hans Klaus und Heinrich Koban angebracht.
an der Spitze eines Proponenten- seiner Freizeitgestaltung. Hans Sellenati dabei.
komitees zur Gründung eines Ver- Schon als 12-Jähriger durchkletter- Bei den Skirennen
eins. Diesem wurde jedoch von den te Koban unter Führung seines On- entlang der Karni-
italienischen Behörden die Betäti- kels Albin Ortner die Ostwand des schen Hauptkette im
gungserlaubnis versagt. Obwohl Poliniks (2.333 m) und absolvierte Bereich des oberen
Koban bei der Bevölkerung sehr im Alleingang einen Klettersteig auf Gailtales war Koban
beliebt war, schikanierten ihn die den Torkofel in der Jaukengruppe. ab den 20er-Jahren
Behörden. Schließlich war für ihn Mit 15 Jahren und nochmals unter immer als Sportarzt
der Deportationsbefehl bei der zu- Führung von Albin Ortner erstieg tätig.
ständigen italienischen Polizeistelle er den Mittelgipfel des Reißkofels – Für die hervorragen-
bereits eingelangt, aber vor dessen eine Erstbesteigung. Deren sollten den alpinistischen
Vollziehung konnte Koban am12. in den folgenden Jahren weitere im Leistungen wurde
Dezember 1923 Tarvis verlassen. Bereich des Karnischen Kamms fol- der Arzt und Berg-
Nur vier Tage später ließ sich Dr. Ko- gen. Zusammen mit seinem Berg- steiger 1962 zum „Großvater mit Lupe“, Porträt Heinrich Koban,
ban als praktischer Arzt in seinem freund Heinrich Prunner, Lehrer in 15. Ehrenmitglied der Kaltnadelradierung von seiner Enkelin Herta Hofer 1970;
Heimatort Mauthen nieder, wo er Mauthen, erreichte Koban die Hohe OeAV-Sektion Austria Graphische Sammlung Albertina, Wien
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Albrecht Dürer und der Frischenkofel


Lange wurde gerätselt, welcher hender Zeichnung Modell gestan- einige Laubbäume gezeichnet, die ban in einem Artikel in den 1960er-
Berg Albrecht Dürer bei untenste- den ist. Heinrich Koban ist zu einem ihrem Aussehen nach Ahorne sein Jahren.
Ergebnis gekommen, können, womit die
ordnet sie Dürers zwei- Mitteilung Rieblers
ter Italienreise 1505 zu bestätigt erscheint.
und identifiziert mit ho- Dürer hat also,
her Wahrscheinlichkeit falls meine Über-
den Frischenkofel/Cel- legung richtig ist,
lon: „Vom Frischenkofel bald nach Über-
will ich ein besonderes schreitung des
Merkmal hervorheben, Plöckenpasses die
das auch eine gewisse kühne Gestalt des
Beweiskraft für mei- Frischenkofels vor
ne Annahme besitzt. sich gehabt, die auf
Die Schlucht, die links ihn offenbar einen
vom höchsten Gipfel derartigen Ein-
herunterzieht, heißt druck machte, daß
Ahornachgraben, weil er zum Stifte griff
früher im Almenbereich und sie zeichnete.
desselben Ahornbäume Damit hat unser
standen, wie ich in den Berg und mit ihm
neunziger Jahren vom die Plöcken durch
Bergführer Adam Riebler den großen Künst-
in Mauthen, dem damals ler eine Weihe er- Ausschnitt einer Aufnahme des Frischenkofels (Cellon) von
Nobelpreisträger Max Planck, 1940, vom Aufstieg auf den
besten Kenner der Ber- fahren, deren Glanz
Polinik aus dem Angertal. Heinrich Koban zieht aus dem Foto
ge des Plöckengebietes, auch weiterhin einen Rückschluss auf Dürers Standplatz, den er in der oberhalb
Albrecht Dürer: „Bergwand mit Schlucht“, Kreide; erfahren habe. Nun hat über sie leuchten der im Ersten Weltkrieg zerstörten Elisabeth-Kapelle vermutet,
381 x 267 mm, Weimar, Goethe-Nationalmuseum Dürer in seinem Bilde wird“, schrieb Ko- unweit der Plöckenstraße.
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Adalbert Kunze te kleinformatige Arbeiten, die den mus verhaftet wäre.


Weg des Frontsoldaten von Norwe- Dem Alpenverein und insbesondere
Mauthen, wo er mit vier Geschwis- gen an das Eismeer, nach Finnland der Sektion Obergailtal-Lesachtal
tern eine glückliche Kindheit ver- und wieder zurück verfolgen lassen. war Adalbert Kunze eng verbunden.
brachte, erhielt er vom Maler Hans Die herbe Landschaft des hohen 80-jährig schuf er zum 100. Geburts-
Sellenati eine erste künstlerische Nordens und ihre intensive Farbig- tag der Sektion 1994 zwei seiner
Unterweisung. keit spiegeln sich darin wider, das wohl ausdrucksstärksten und aus-
Der Volksschule in Mauthen und militärische Geschehen spielt kaum sagekräftigsten Holzschnitte: „100
der Mittelschule in Klagenfurt folgte eine Rolle. Jahre Sektion“ (S. 28) und „Blumen-
von 1933 bis 1938 ein Studium an Nach dem Krieg kehrt Kunze heim, er wanderweg“. 2006 starb das erste
der Wiener Kunstakademie mit Wil- widmet dem Gailtal eine Reihe von Ehrenmitglied der Sektion Obergail-
helm Dachauer und Herbert Boeckl kraftvollen künstlerischen Arbeiten, tal-Lesachtal 92-jährig.
als Lehrern. 1937 erhielt Kunze den zu denen sowohl Ölge-
Jahrgangspreis der Wiener Kunst- mälde als auch Aqua-
akademie für Malerei. relle, Holzschnitte und
Neben der Kunst war der Sport, Zeichnungen zählen.
vor allem das Skifahren und Berg- Von 1948 bis 1980 un-
steigen, für den naturbegeisterten terrichtet er als Kunst-
jungen Mann ein zweites wichtiges erzieher an den beiden
Standbein. Villacher Gymnasien.
Prof. Adalbert Kunze: 1995 erstes Dem Studienabschluss folgte die In seinem eigenen
Ehrenmitglied der Sektion Obergailtal- Einberufung zur deutschen Wehr- Werk nutzte der aka-
Lesachtal macht. Als Soldat im Gebirgsjäger- demische Maler viel-
regiment 139 kam er schon in Polen fältige Techniken, die
Adalbert Kunze wurde am 23. April zum Einsatz, anschließend er- und meisten seiner Bilder
1914 in Mauthen im Gailtal gebo- überlebte Kunze den Krieg im Nor- zeigen Landschafts-
ren. Dieser Landschaft seiner Kind- den, beginnend mit dem erbitterten motive. Stets blieb da-
Ein Konzert der Trachtenkapelle Mauthen, deren Tracht
heit und Jugend ist er stets verbun- Kampf um Narvik im Frühjahr 1940, bei Gegenständlichkeit Adalbert Kunze entworfen hat, unter dem von ihm
den geblieben, sie war künstlerische bis zum Kriegsende im Mai 1945. In gewahrt, doch ohne geschaffenen Fresko „Festlicher Empfang des Erzherzog
Anregung und vielfältiges Motiv. In diesen Jahren entstanden hunder- dass diese dem Realis- Johann in Mauthen anno 1804“ im OeAV-Freizeitpark.
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Mauthen – ein Bergsteigerdorf

Obwohl Mauthen als Tourismusort derzubeleben, so etwa das Mauth-


schon bessere Zeiten erlebt hat, ner Waldbad. Das heutige Natur-
ist die Tradition des Bergsteigens schwimmbad in Mauthen ist eine
im Ort am Fuße der Kellerwand im von zahlreichen Weichenstellungen
Herzen der Karnischen Alpen erhal- zur Erhöhung der Attraktivität des
ten geblieben. Noch immer zieht Ortes für TouristInnen. Nach seinem
es Wanderer und BergsteigerInnen Umbau 1996 zieht es im Sommer
vieler Nationen in diese Grenzre- wieder zahlreiche Einheimische
gion als Ausgangspunkt für die Be- und Gäste an. Entstanden ist das
gehung von Etappen der Via Alpina Bad 1924 auf Initiative des Verschö-
oder des Karnischen Höhenweges nerungsvereins Mauthen, dessen
und für den Besuch im kriegshisto- Obmann damals Leopold Durchner
risch einzigartigen Freilichtmuse- war. Das Bürgermeisteramt hatte in
um Plöckenpass-Kleiner Pal. jenen Jahren Carl Gressel inne. Das
In jüngster Zeit wurden aber auch Bad wurde 1956 – Bürgermeister
für Klettersteiggeher und Extrem- war Andreas Wald – erstmals umge-
kletterer attraktive Routen erschlos- baut. 1996 erfolgte unter Federfüh-
sen, die auch eine Vielzahl bergbe- rung der OeAV-Sektion Obergailtal-
geisterter Menschen der jüngeren Lesachtal mit Sepp Lederer an der
Generation anziehen. Spitze eine völlige Umgestaltung
Man hat sich aber auch bemüht, zum Naturbad in seiner heutigen
Traditionelles zu erhalten oder wie- Form.

OeAV-Freizeitpark
Gleich nebenan entstand, gleich- den Kindern und Jugendlichen
falls unter Federführung Lederers, wegen seines vielfältigen und sehr
der imposante OeAV-Freizeitpark, attraktiven Angebots zugutekam.
Der Eis- und Kletterturm im OeAV-Freizeitpark ist Mauthens jüngstes Wahrzeichen. der anfänglich in allererster Linie Hier sind sozusagen alle alpinisti-
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schen Möglichkeiten gebündelt. genügend Platz für 34 abenteuer- nuten die Mauthner Klamm, eine such des Hallenbades oder des
Der Freizeitpark ist das Herzstück hungrige Burschen und Mädchen, Schlucht, die man vom Ende der Plöckenmuseums, außerdem gibt
der Sektion und wird jetzt auch als für BetreuerInnen stehen zwei Zim- Stege aus auch auf einem Kletter- es oberhalb der Duschanlage einen
„Ausbildungszentrum Süd“ durch mer mit fünf Betten bereit. Man steig durchqueren kann. Seminarraum, wo man basteln oder
den Hauptverein genutzt. kann aber auch im mitgebrachten Auf den zwei Beachvolleyballplät- Filme anschauen kann.
Obwohl ein wenig abgelegen, Zelt übernachten. Daneben kann zen ist stets Hochbetrieb, abends Gekocht wird im AV-Jugendheim
ist der Freizeitpark wegen seines man sich im Naturschwimmbad wird in der wohl größten Sandkiste mit gemütlicher Gaststube, geges-
Wahrzeichens dennoch nicht zu austoben oder in die kühleren Flu- des Tales gern gespielt, während sen wird aber meistens im Freien.
übersehen: Den 28 Meter hohen ten des angrenzenden Valentinba- daneben das Lagerfeuer knistert. Der Hochseilgarten mit Ein- und
Kletterturm besteigen fast alle Be- ches tauchen. Den asphaltierten Eishockeyplatz Ausstieg direkt im Camp ist die
sucherInnen mindestens ein Mal. Geht man den Bachlauf aufwärts, nutzen im Sommer vor allem die wohl größte Attraktion im Sommer.
Zwei winterfeste Schlaflager bieten erreicht man nach wenigen Mi- Buben für ihren geliebten Fußball. Im Winter wird auf dem Eisturm ge-
Bei Schlechtwetter lockt ein Be- klettert.

Perspektiven für das Bergsteigerdorf


Von Großstädten und touristischen folgreich vor allem die Jugend anzu-
Ballungszentren weit entfernt, ist sprechen. Eltern bringen ihre Kinder
das Bergsteigerdorf Mauthen im aus nah und fern und sind von der
Oberen Gailtal eine ruhige Oase Vielfältigkeit der Natur sowie den
für den Tourismus geblieben. Die reichhaltigen Möglichkeiten, diese
Berge und all die anderen Natur- zu genießen, angetan. Viele verspre-
schönheiten sind zum Geheimtipp chen, wiederzukommen!
für Erholung suchende Menschen, Darin liegt die Chance als Bergstei-
aber auch Abenteurer geworden. gerdorf, die es nachhaltig zu nutzen
Der Alpenverein versucht in Mau- gilt. Mit viel Fleiß und Ausdauer und
then mit seinen zahlreichen Camps in enger Zusammenarbeit mit den
und Ausbildungskursen im „OeAV- Partnern der Plattform „Bergsteiger-
Das Naturbad neben dem Freizeitpark der OeAV-Sektion Obergailtal-Lesachtal Ausbildungszentrum Süd“ recht er- dörfer“ sollte dies gelingen.
98 99

Literatur Adressen
Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Mitteilungen des Deutschen Zollnerseehütte (1.750 m) Tourismusinfo Kötschach-Mauthen
und Österreichischen Alpenvereins; diverse alte Jahrgänge (an entsprechender (N 46° 36,209‘, O 13° 04,131‘) Rathaus Kötschach 390
Stelle jeweils angegeben) OeAV-Sektion Obergailtal-Lesachtal 9640 Kötschach-Mauthen
Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Zeitschrift des Deutschen und Schlafplätze: 2 Betten, 28 Lager Tel.: +43/(0)4715/85 16
Österreichischen Alpenvereins; diverse alte Jahrgänge (an entsprechender Stelle Winterraum: 6 Betten, AV-Schloss Fax: +43/(0)4715/85 13-31
jeweils angegeben) Bewirtschaftungszeit: info@koemau.com
Holl, Peter: Karnischer Hauptkamm; Alpenvereinsführer, Bergverlag Rudolf Rother, Ende Mai bis Anfang Oktober www.koemau.com
München 1988, 2., vollständig neu bearb. Auflage Telefon Hütte: +43/(0)676/960 22 09
Klaus, Alfons J.: Mauthen, Plöcken und deren Umgebung; vierseitige Broschüre, Ca- office@oeav-obergailtal.at Marktgemeinde Kötschach-Mauthen
rinthia, Klagenfurt 1926 www.oeav-obergailtal.at Rathaus Kötschach 390
Moro, Hugo: Das Gailthal mit dem Gitsch- und Lessachthale in Kärnten; herausge- 9640 Kötschach-Mauthen
geben vom Comite der Gailthalbahn, Hermagor 1894; 1. Auflage, Druck von A. Wolayerseehütte (1.960 m) Tel.: +43/(0)4715/8513
Bruckmann, München (N 47°24,596‘, O 14°3,378‘) Fax: +43/(0)4715/8513-30
Österreichischer Touristenklub (Hrsg.): Österreichische Touristenzeitung; X. Band, OeAV-Sektion Austria koetschach-mauthen@ktn.gde.at
1890 Schlafplätze: 19 Betten, 36 Lager www.koetschach-mauthen.gv.at
Peters, Robert: Karnisch-nostalgisches Bilderbuch; Alte Ansichtskarten und Bilder Winterraum: 10 Betten, AV-Schloss
aus den Karnischen Alpen; diverse Ausgaben, bisher 30 Ausgaben erschienen (er- Bewirtschaftungszeit: Österreichischer Bergrettungsdienst
hältlich in der Buchhandlung Moser in Kötschach) Mitte Juni bis Ende September Ortsstelle Kötschach-Mauthen
Pichl, Eduard: Führer durch die Karnische Hauptkette, unter Berücksichtigung der Telefon Hütte: +43/(0)720/346 141 Ortsstellenleiter: Klaus Hohenwarter
südlichen Lienzer Dolomiten und der östlichen Gailtaler Alpen; Verlag Artaria, wolayerseehuette@gmx.at Reisach 56
Wien 1929, 1. Auflage www.wolayerseehuette.at 9633 Reisach im Gailtal
Rudovsky, Franz: Festschrift zum 70jährigen Bestand des Zweiges Austria, D.u.Ö.A.V., Tel.: +43/(0)676/878 025 45
1862−1932; Verlag des Zweiges Austria, Wien 1932 klaus.hohenwarter@bergrettung-
Schönlaub, Hans Peter: Der wahre Held ist die Natur – Geopark Karnische Region; koetschach.at
herausgegeben von der Geologischen Bundesanstalt Wien und dem Gemeinde- www.bergrettung-koetschach.at
verband Karnische Region; Holzhausen-Verlag, Wien 2005, 1. bis 3. Tausend
Sektion Obergailtal-Lesachtal (Hrsg.): Im Blickpunkt; Vereinszeitung der Sektion
Obergailtal-Lesachtal;
100 101

Oesterreichischer Alpenverein Oesterreichischer Alpenverein Dolomitenfreunde GeoPark Karnische Alpen


Sektion Obergailtal-Lesachtal Sektion Austria Ungargasse 71/5/7 Besucherzentrum
Mauthen 223 Rotenturmstraße 14 1030 Wien bzw. 9635 Dellach/Gail 65
9640 Kötschach-Mauthen 1010 Wien Rathaus Kötschach Tel.: +43/(0)4718/301-17 oder
Tel.: +43/(0)4715/8243 Tel.: +43/(0)1/513 10 03 9640 Kötschach-Mauthen +43/(0)4718/301-22 oder
Fax: +43/(0)4715/8243 austria@sektion.alpenverein.at Tel.: +43/(0)4715/8513-32 +43/(0)4718/301-33
Mobiltelefon: +43/(0)676/58 58 625 www.alpenverein-austria.at Mobil: +43/(0)664/872 57 87 office@geopark-karnische-alpen.at
office@oeav-obergailtal.at office@dolomitenfreunde.at www.geopark-karnische-alpen.at
www.oeav-obergailtal.at www.dolomitenfreunde.at

Mauthen und der Karnische Kamm


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Bergsteigerdörfer – www.bergsteigerdoerfer.at
Das Projekt „Bergsteigerdörfer“ ist eine Initiative des Oesterreichischen Alpenver-
eins. Es handelt sich dabei um kleine Gemeinden, die nach einem strengen Krite-
rienkatalog ausgewählt werden und für ein reichhaltiges Alpinangebot in unver-
brauchter Naturlandschaft stehen. „Bewegung aus eigener Kraft“ lautet das Motto
der Bergsteigerdörfer. Damit sind Aktivitäten wie Wandern, Bergsteigen, Klettern,
Schneeschuhwandern, Skitourengehen und Langlaufen gemeint. Die Initiative steht
unter der Schirmherrschaft der Alpenkonvention, und es ist Aufgabe der Bergstei-
gerdörfer, nicht nur selbst nachhaltig zu wirtschaften, sondern auch eine starke Vor-
bildfunktion für andere Gemeinden auszuüben.
Folgende Gemeinden bzw. Talschaften zählen zu den Bergsteigerdörfern: Das Große
Walsertal, Ginzling im Zillertal, Vent im Ötztal, St. Jodok – Schmirn- und Valsertal,
das Sellraintal, das Villgratental, das Tiroler Gailtal, die Gemeinde Lesachtal, Mauthen,
Mallnitz, Malta, Zell–Sele, Weißbach bei Lofer, Hüttschlag im Großarltal, Johnsbach
im Gesäuse, die Steirische Krakau, Steinbach am Attersee, Grünau im Almtal, Lunz
am See und Reichenau an der Rax.

Projektteam:
Oesterreichischer Alpenverein
Peter Haßlacher, Christina Schwann, Roland Kals, Regina Stampfl
Olympiastraße 37
6020 Innsbruck
Tel.: +43/(0)512/59 547-31
Fax: +43/(0)512/59 547-40
Am Gipfel des Polinik christina.schwann@alpenverein.at
www.bergsteigerdoerfer.at
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Serie Alpingeschichte kurz und bündig: Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergsteigerdorf Hüttschlag – Almen und Berg-
Glantschnig, Erich: Alpingeschichte kurz und bündig – Mallnitz; Hrsg. Oesterreichischer mähder im Großarltal; 46 Seiten; 2. Auflage, Innsbruck 2012
Alpenverein; 118 Seiten; Innsbruck 2011 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergsteigerdorf Lunz am See – Wo die Ois zur
Hasitschka, Josef: Alpingeschichte kurz und bündig – Johnsbach im Gesäuse; Hrsg. Ybbs mutiert; 46 Seiten; 2. Auflage, Innsbruck 2011
Oesterreichischer Alpenverein; 122 Seiten; Innsbruck 2010 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergsteigerdorf Steirische Krakau – Fernsehen
Maca, Willi: Alpingeschichte kurz und bündig – Reichenau an der Rax; Hrsg. Oesterrei- mit Seeaugen; 42 Seiten; 2. Auflage, Innsbruck 2012
chischer Alpenverein; 126 Seiten; Innsbruck 2013 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergsteigerdorf Vent im Ötztal – Ein Klassiker
Mair, Walter: Alpingeschichte kurz und bündig – Das Lesachtal; Hrsg. Oesterreichischer unter den Bergsteigerdörfern; 50 Seiten; 2. Auflage, Innsbruck 2012
Alpenverein; 122 Seiten; Innsbruck 2011 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergsteigerdorf Ginzling – Am Anfang war das
Peters, Robert und Lederer, Sepp: Alpingeschichte kurz und bündig – Mauthen im Bergsteigen; 46 Seiten; 2. Auflage, Innsbruck 2012
Gailtal; Hrsg. Oesterreichischer Alpenverein; 110 Seiten, Innsbruck 2013 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergsteigerdorf Mallnitz – Perle im Nationalpark
Sauer, Benedikt: Alpingeschichte kurz und bündig – Das Villgratental; Hrsg. Oesterreichi- Hohe Tauern; 42 Seiten; 2. Auflage, Innsbruck 2012
scher Alpenverein; 118 Seiten; Innsbruck 2011 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergsteigerdörfer Kartitsch, Obertilliach, Unter-
Schlosser, Hannes: Alpingeschichte kurz und bündig – Vent im Ötztal; Hrsg. Oesterrei- tilliach – Drei Gemeinden im Tiroler Gailtal; 42 Seiten; 2. Auflage, Innsbruck 2012
chischer Alpenverein; 122 Seiten, Innsbruck 2012 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Das Große Walsertal – Willkommen im UNESCO-
Schmid-Mummert, Ingeborg: Alpingeschichte kurz und bündig – Das Große Walsertal; Biosphärenpark; 46 Seiten; 2. Auflage, Innsbruck 2011
Hrsg. Oesterreichischer Alpenverein; 106 Seiten; 2. Auflage, Innsbruck 2012 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Das Lesachtal – Ausgezeichnet naturbelassen;
Steger, Gudrun: Alpingeschichte kurz und bündig – Ginzling im Zillertal; Hrsg. Oesterrei- 58 Seiten; Innsbruck 2010
chischer Alpenverein; 114 Seiten; Innsbruck 2010 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Grünau im Almtal – Grüne Auen und grünes
Trautwein, Ferdinand: Alpingeschichte kurz und bündig – Grünau im Almtal; Hrsg. Wasser; 42 Seiten; Innsbruck 2010
Oesterreichischer Alpenverein; 110 Seiten; Innsbruck 2010 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Das Villgratental – Herz-Ass in Inner- und Außer-
Wallentin, Gudrun und Herta: Alpingeschichte kurz und bündig – Steinbach am Atter- villgraten; 50 Seiten; Innsbruck 2010
see; Hrsg. Oesterreichischer Alpenverein; 110 Seiten; Innsbruck 2010 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Reichenau an der Rax – Wo Künstler und Thera-
Wiedemayr, Ludwig: Alpingeschichte kurz und bündig – Das Tiroler Gailtal − Kartitsch, peuten in die Berge gehen; 46 Seiten; Innsbruck 2010
Obertilliach, Untertilliach; Hrsg. Oesterreichischer Alpenverein; 106 Seiten; Innsbruck Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Malta – Im Tal der stürzenden Wasser; 46 Seiten;
2010 Innsbruck 2010
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Steinbach am Attersee – Kultur und Bergnatur
Broschüren: am Alpenstrand; 42 Seiten; Innsbruck 2010
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Kleine und feine Bergsteigerdörfer zum Genießen Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Weißbach bei Lofer – Almen, Klammen, Kletter-
und Verweilen; 130 Seiten, 5. Auflage; Innsbruck 2012 gärten; 46 Seiten; Innsbruck 2011
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergsteigerdorf Johnsbach im Gesäuse – Ein Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Mauthen im Gailtal – Im Herzen der Karnischen
alpines Arkadien; 38 Seiten; 2. Auflage, Innsbruck 2011 Alpen; 50 Seiten; Innsbruck 2011
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Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): St. Jodok, Schmirn- und Valsertal – Stolze Berge – Innsbruck 2009; S. 70–72
Sanfte Täler; 46 Seiten; Innsbruck 2012 Guggenberger, Ingeborg: Das Lesachtal – Ein Märchenland; in: Oesterreichischer Alpen-
verein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 1/2012; Innsbruck 2012; S. 70–72
Serie Ideen – Taten – Fakten: Haßlacher, Peter: Entwicklung und Förderung von Bergsteigerdörfern – Zukunftsauf-
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Startkonferenz Bergsteigerdörfer im Bergsteiger- gabe bei der Umsetzung der Alpenkonvention; in: Haßlacher, Peter (Red.): Die Alpen-
dorf Ginzling, 10.–11. Juli 2008, Tagungsband; Serie Ideen – Taten – Fakten Nr.1; konvention – Markierungen für ihre Umsetzung (Fachbeiträge des Oesterreichischen
34 Seiten; Innsbruck 2008 Alpenvereins – Serie: Alpine Raumordnung Nr. 24); Innsbruck 2004
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergsteigerdörfer – Ein Modell für die Umsetzung Haßlacher, Peter: Wurzeln und Fundament – Die Alpingeschichte der Bergsteigerdörfer;
der Alpenkonvention, Tagung Mallnitz/Kärnten, 26.–27. November 2008; Serie Ideen – in: Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr.
Taten – Fakten Nr. 2; 54 Seiten; Innsbruck 2009 4/2009; Innsbruck 2009; S. 18–20
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Jahrestagung Bergsteigerdörfer – Öffentlicher Kals, Roland: bergsteigerdoerfer.at – Ein Tourismusprojekt des Alpenvereins zur Um-
Verkehr in peripheren Räumen, Grünau im Almtal; Serie Ideen – Taten – Fakten Nr. 3; setzung der Alpenkonvention – Eckpunkte der Angebotsentwicklung; in: Haßlacher,
70 Seiten; Innsbruck 2010 Peter (Red.): Mosaiksteine der Alpenkonvention – Bergsteigerdörfer, Alpintourismus
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Jahrestagung Bergsteigerdörfer – Berglandwirt- in Österreichs Alpen (Fachbeiträge des Oesterreichischen Alpenvereins – Serie: Alpine
schaft und zukunftsfähiger Bergtourismus – eine untrennbare Einheit, Sonntag im Gr. Raumordnung Nr. 28); Innsbruck 2006; S. 50–63
Walsertal; Serie Ideen – Taten – Fakten Nr. 4; 78 Seiten; Innsbruck 2011 Kals, Roland: Bergsteigerdörfer reloaded – Für einen naturverträglichen Bergtourismus;
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Jahrestagung Bergsteigerdörfer – Nachhaltiger in: Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 2/
Bergtourismus – Kernkompetenz der Bergsteigerdörfer, Johnsbach im Gesäuse; Serie 2009; Innsbruck 2009; S. 8–12
Ideen – Taten – Fakten Nr. 5; 50 Seiten; Innsbruck 2012 Kals, Roland: Die Farbe Grün – Bergsteigen in der Steirischen Krakau; in: Oesterreichi-
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Jahrestagung Bergsteigerdörfer – Raumplanung scher Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 4/2009; Innsbruck
und nachhaltige Entwicklung, Lesachtal; Serie Ideen – Taten – Fakten Nr. 6; 46 Seiten; 2009; S. 74–76
Innsbruck 2013 Kals, Roland: Lunz am See – Vom Reiz des Unspektakulären; in Oesterreichischer
Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 1/2010; Innsbruck 2010;
Weiterführende Literatur Bergsteigerdörfer: S. 50–53
Bischof, Monika und Schwann, Christina: Großes Walsertal – Ein von Tobeln durch- Kals, Roland: Grünau im Almtal – Nordwände, Kolkraben und Seenidyll; in: Oesterreichi-
tobeltes Tal; in: Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des scher Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 3/2010; Innsbruck
OeAV, Nr. 2/2010; Innsbruck 2010; S. 82–84 2010; S. 94–97
Fürhapter, Martin: Villgratental – Geheimnisvolle Bergsteigerdörfer; in: Oesterreichischer Kals, Roland: Dreitausenderjagd – Bergsteigerdorf Malta; in: Oesterreichischer Alpenver-
Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 4/2011; Innsbruck 2011; ein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 4/2010; Innsbruck 2010; S. 62–64
S. 82–84 Kals, Roland: So speziell – Reichenau an der Rax; in: Oesterreichischer Alpenverein
Goller, Anton und Wiedemayr, Ludwig: Drei Bergsteigerdörfer im Tiroler Gailtal; in: (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 1/2011; Innsbruck 2011; S. 46–49
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 5/2009; Kals, Roland: Weißbach – Klettern, Bergradeln und Almenlust; in: Oesterreichischer
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Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 2/2011; Innsbruck 2011; reichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 2/2013;
S. 96–99 Innsbruck 2013; S. 84–86
Kendler, Sepp: Rund um die Tauernkönigin – Traumroute im Bergsteigerdörfer-Dreieck; Wallentin, Gudrun: Ginzling – Am Anfang war das Bergsteigen; in: Oesterreichischer
in: Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 3/ Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 3/2011; Innsbruck 2011;
2012; Innsbruck 2012; S. 70–73 S. 56–58
Lederer, Sepp: Mauthen im Gailtal – Im Herzen der Karnischen Alpen; in: Oesterreichi- Wallentin, Gudrun: Steinbach am Attersee – Wo dem Gebirge ein See zu Füßen liegt; in:
scher Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 5/2011; Innsbruck Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 2/
2011; S. 96–98 2012; Innsbruck 2012; S. 100–104
Schlosser, Hannes: Vent – Einzigartigkeit inmitten der Ötztaler Alpen; in: Oesterreichi-
scher Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 5/2010; Innsbruck
2010; S. 62–63
Schwann, Christina: Die Bergsteigerdörfer – Ein Beitrag zur Umsetzung der Alpenkon-
vention in ausgewählten Gemeinden; in: Die Alpenkonvention: Nachhaltige Entwick- Bildnachweis
lung für die Alpen, Nr. 52; Innsbruck 2008; S. 2–3
Schwann, Christina: Bergsteigerdörfer – Ein Idealfall der Alpenkonvention; in: Die Alpen- Archiv Sepp LEDERER: 28, 30, 32, 39, 52, 53, 54, 62, 66, 78, 79, 81, 82, 86, 87, 88, 89,
konvention: Nachhaltige Entwicklung für die Alpen, Nr. 54; Innsbruck 2009; S. 11–12 92, 93, 94, 96, 100, 102
Schwann, Christina und Stampfl, Regina: Johnsbach im Gesäuse – Ein Bergsteigerdorf Archiv Robert PETERS: 10, 11, 12, 14, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 25, 27, 29, 34, 38, 42, 43,
wie aus dem Bilderbuch; in: Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf– Mittei- 44, 45, 46, 55, 57, 59, 60, 67, 68, 69, 74, 75, 76, 77, 84
lungsheft des OeAV, Nr. 2/2009; Innsbruck 2009; S. 62–64 Archiv PLÖCKENMUSEUM: 40, 49, 51, 70, 71, 73
Schwann, Christina: Verborgenes Paradies – Das Bergsteigerdorf Hüttschlag im Groß-
arltal; in: Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV,
Nr. 3/2009; Innsbruck 2009; S. 76–79
Schwann, Christina: Die Seele baumeln lassen – Bergsteigerdörfer-Partnerbetriebe und
Hütten; in: Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV,
Nr. 4/2012; Innsbruck 2012; S. 88–91
Schwann, Christina: Schneeschuhwandern – Ein Plädoyer für die Langsamkeit; in:
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 5/2012;
Innsbruck 2012; S. 92–95
Schwann, Christina: Familien-Zuwachs – St. Jodok ist das neue Bergsteigerdorf; in:
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 1/2013;
Innsbruck 2013; S. 66–69
Schwann, Christina: Herz-Ass-Runde – Wandereinladung ins Villgratental; in: Oester-
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Impressum Robert Peters, 1954 in Aachen (Nordrhein-Westfalen)


geboren, Abitur 1974. 1975−1977 Ausbildung zum
Herausgeber: Oesterreichischer Alpenverein, Olympiastr. 37, 6020 Innsbruck Verlagskaufmann, anschließend Volontariat bei der
Redaktion: Hannes Schlosser und Christina Schwann „Aachener Volkszeitung“. Kulturredakteur und Re-
Grafik: SuessDesign.de daktionsleiter einer Lokalredaktion, ehe er 1987 in
Layout: Christina Schwann die Sportredaktion wechselte, wo er bis heute als fest
Druck: Sterndruck, Fügen angestellter Sportredakteur für die beiden Tageszei-
tungen „Aachener Zeitung“ und „Aachener Nachrich-
ten“ arbeitet.
1970 kam Peters erstmals nach Kötschach-Mauthen,
wo er seither regelmäßig seinen Urlaub verbringt und
die Berge wandernd und kletternd erkundet. Seit 1987 Mitglied der lokalen OeAV-
Sektion. Als Archivar der Sektion gibt er seit 1997 die Druckschrift „Karnisch-nos-
talgisches Bilderbuch“ (Alte Ansichtskarten und Bilder aus den Karnischen Alpen)
heraus, von der bisher 30 Ausgaben erschienen sind. Peters verfügt über ein sehr
umfangreiches Archiv aus alten Bildern, Postkarten, Büchern und Heimatbelegen
aus Kötschach-Mauthen und der Karnischen Region.

Josef „Sepp“ Lederer, Direktor, Oberschulrat i. R., 1948


in Mauthen geboren, Volks- und Hauptschule in Mau-
then, Lehrerbildungsanstalt in Klagenfurt. Seit 2008 im
Ruhestand.
Seit frühester Jugend dem Alpinismus verbunden,
war Lederer 30 Jahre Ortsstellenleiter der Bergrettung
Kötschach-Mauthen, Jugendleiter des OeAV, Obmann
der seinerzeitigen Ortsgruppe Obergailtal der Sektion
Titelbild: Mauthen um 1850; Aquarell eines unbekannten Künstlers; Austria und ist seit 1994 Obmann der von ihm wieder-
Besitz Sepp Lederer gegründeten Sektion Obergailtal-Lesachtal des OeAV.
Bild Rückseite: Auf dem Gipfel des Kleinen Trieb bei der Zollnerseehütte, aus dem Lederer widmet sich seit Jahren dem Aufbau des
Nebel ragt der Gipfel des Reißkofels. „OeAV-Jugend-Ausbildungszentrums Süd“ und der Verbesserung der alpinen Infra-
struktur im Kerngebiet der Karnischen Alpen. Aktiver Umwelt- und Naturschutz sind
ihm ein großes Anliegen.
www.bergsteigerdoerfer.at

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