Sie sind auf Seite 1von 48

Vent im Ötztal

Ein Klassiker unter den Bergsteigerdörfern


PEFC zertifiziert

Dieses Papier stammt aus nachhaltig


bewirtschafteten Wäldern und kontrollierten Quellen.

www.pefc.org

Gedruckt nach der Richtlinie „Druckerzeugnisse“ des


Österreichischen Umweltzeichens, Johann Sandler
GesmbH & Co KG, UW-Nr. 750

Die Initiative „Bergsteigerdörfer” ist ein Projekt des Österreichischen Alpenvereins, des Deutschen
Alpenvereins, des Alpenverein Südtirol, des Slowenischen Alpenvereins (Planinska Zveza Slovenije)
und des Club Alpino Italiano. Seit 16. September 2016 sind die „Bergsteigerdörfer“ zudem ein offizielles
Umsetzungsprojekt der Alpenkonvention.
Inhalt

Bergsteigerdörfer und Alpenkonvention 4


Vorwort  7
Vent im Ötztal - Ein Klassiker unter den Bergsteigerdörfern 8
Geschichtliches 10
Besonderheiten  12
Tourentipps Sommer 14
Tourentipps Winter 33

Alternativen für weniger gutes Wetter 40


Anreise 41
Mobilität vor Ort 41
Partnerbetriebe 42
Schutzhütten und Alpen 42
Wichtige Adressen 44
Wanderkarten 45
Impressum, Bildnachweis, Literatur 45

5. aktualisierte Auflage, Innsbruck 2018


4

Bergsteigerdörfer. Mosaiksteine
einer gelebten Alpenkonvention
!

Legend Augsburg
!
Linz
!
!
Wien
National border
München
GERMANY
!
Perimeter Alpine Convention
Freiburg
!
! City
River Kempten
!
Salzburg
!
Lake Basel
! Bregenz Leoben
Glaciated area (> 3000 m) ! !
Zürich
!
Innsbruck
S WI TZ E R LAN D Vaduz
!
AUST RIA !
Graz
Luzern !

Bern !
!
LIECHTENSTEIN
Thun
!
Villach Klagenfurt Maribor
! !
!
Lausanne
! Bolzano Jesenice
! !

Kranj
Genève !
!
Ljubljana
Trento !
! Nova Gorica
Annecy ! Zagreb

!
Lyon
!
SLOVENIA !

Bérgamo Trieste
Chambéry ! !
!
Bréscia
Milano
Novara Pádova ! Venézia
!
! Verona Rijeka
! ! ! !
Grenoble
!

Torino
!

Parma
ITALY !

FRANCE
Bologna
!
Génova
!

La Spézia
!

Nice Firenze
!
!

MONACO
Marseille

O
Scale: 1 : 3,300,000
!

0 25 50 100 150 200


km

Anwendungsbereich der Alpenkonvention; Quelle: 2. Alpenzustandsbericht der Alpenkonvention -


Wasser, 2008; Autor: Umweltbundesamt Austria

Die Alpenkonvention – ein völkerrechtlicher gilt, die Protokolle der Alpenkonvention wo


Vertrag der acht Alpenstaaten und der Euro- auch immer möglich anzuwenden, nicht nur
päischen Gemeinschaft; eine Vereinbarung im Rahmen von Genehmigungsverfahren,
mit höchsten Zielsetzungen für die nachhal- sondern insbesondere im Hinblick auf inno-
tige Entwicklung im alpinen Raum, ein Mei- vative Ideen für eine nachhaltige wirtschaft-
lenstein in der Geschichte des Umweltschut- liche Entwicklung auf lokaler Ebene.
zes... möchte man meinen. Ganz so ist es aber Der Österreichische Alpenverein war maß-
leider nicht. Seit den 1950er-Jahren, in denen geblich am Zustandekommen der Alpenkon-
die Idee zur Alpenkonvention erstmals in den vention mit ihren Protokollen beteiligt. Seit
Gründungsdokumenten der internationalen jeher versucht er, die Alpenkonvention für
Alpenschutzkommission CIPRA aufscheint, die breite Öffentlichkeit fassbar zu machen,
bis zum In-Kraft-Treten 1995 und bis zum Be- sie von dem – zugegebenermaßen zum Teil
ginn der Umsetzung 2002 war und ist es ein sehr komplizierten Juristenlatein – loszulö-
langer Weg. Aber gerade jetzt, wo die sozia- sen und in ganz konkreten Projekten mit der
len Probleme der Welt jeden Umweltschutz- Bevölkerung umzusetzen.
gedanken mehr denn je in den Hintergrund Eines dieser Beispiele ist die Initiative „Berg-
drängen, gewinnt die Alpenkonvention als steigerdörfer”. Im mittlerweile internationa-
Entwicklungsinstrument neue Bedeutung. Es len Projekt legen die Alpenvereine bereits bei
5

der Auswahl der Bergsteigerdörfer in Öster- gramm. Auch abseits des Bergsports ist eini-
reich, Deutschland, Italien und Slowenien be- ges geboten, z. B. geführte geologische oder
sonderes Augenmerk auf die Geschichte der ornithologische Wanderungen, Besuche von
Gemeinden, auf ihre Entscheidungen in der Bergwerksstollen, Museen und alten Werk-
Vergangenheit und ganz besonders auf ihre stätten gibt es eine Vielzahl von Möglichkei-
zukünftigen Entwicklungsziele. Denn nicht ten. Oft reicht aber auch schon ein warmes,
jedes Bergsteigerdorf aus den Anfangsjah- trockenes Plätzchen am Ofen, eine Tasse Tee
ren des Alpintourismus ist bis heute ein sol- und ein gutes Buch, zum Beispiel über die
ches geblieben. Viele Gemeinden haben sich Alpingeschichte der Region – um einen ver-
ganz dem Wintertourismus verschrieben, regneten Nachmittag zu genießen.
haben die Berghänge planiert, entwässert, Kurzum, die Bergsteigerdörfer sollen eine
Speicherseen gegraben, gesprengt, Seilbah- Gästeschicht ansprechen, die sich Urlaubs-
nen errichtet, Hotelburgen gebaut – "alles orte aussuchen, in denen es noch einiger-
für den Gast". Für die ortsansässige Bevöl- maßen „normal” zugeht. Gäste, die einen
kerung resultiert daraus die Abhängigkeit Aktivurlaub in der Natur erleben wollen, die
von einem sich immer schneller drehenden Eigenverantwortung und Umweltbewusst-
Erschließungs-Kapital-Kreisel, dessen Höhe- sein mitbringen oder zumindest sehr offen
punkt noch nicht erreicht scheint. dafür sind. Und mit dem Besuch in einem
Mit den Bergsteigerdörfern nehmen sich der Bergsteigerdörfer entsteht eine echte
die projekttragenden Alpenvereine mit den Symbiose: Denn während der Gast endlich
Sektionen und dem Ständigen Sekretariat den Alltag hinter sich lassen kann, werden
der Alpenkonvention sowie mit Hilfe ande- in den Gemeinden Arbeitsplätze gehalten,
rer Partner aus öffentlicher Verwaltung und können kleine Gastronomiebetriebe ihr Aus-
Tourismus jener Gemeinden an, die sich be- kommen finden, werden Nächtigungen auf
wusst für eine nachhaltige, eigenständige Schutzhütten gebucht, findet das regionale
und selbstbewusste Entwicklung entschie- kulinarische Angebot seine Abnehmer – und
den haben. Merkmale aller Bergsteigerdörfer genau DAS entspricht einer gelebten Um-
sind ihre Kleinheit und Ruhe, ihre Lage im setzung der Alpenkonvention – die Balance
Alpenraum mit einer entsprechenden Relie- zwischen Schutz der Gebirgsregionen und
fenergie, ihr harmonisches Ortsbild, ihre alpi- einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung.
ne Geschichte, ihre gelebten Traditionen und Oberstes Ziel ist es, die Wertschöpfung in der
ihre starke Alpinkompetenz. Region zu halten und nicht an regionsfremde
Zusammen mit den Sektionen des Alpen- Investoren abzugeben.
vereins wird an einer umfangreichen Ange-
botspalette an Aktivitäten, die ohne tech- Die Zeit wird zeigen, ob sich Geduld und
nische Hilfsmittel auskommen, gearbeitet. Fleiß auszahlen werden, aber wir – das inter-
Je nach Charakter des Bergsteigerdorfes nationale Projektteam Bergsteigerdörfer –
kann sich der Gast in einer weitestgehend sind davon überzeugt: Die Bergsteigerdörfer
unverbrauchten Landschaft aktiv erholen: können eine echte Vorreiterrolle für die Um-
Wandern, Bergsteigen, Klettern, Bouldern, setzung der Alpenkonvention im Alpenraum
Skitourengehen, Schneeschuhwandern, einnehmen.
Langlaufen und Rodeln stehen auf dem Pro-
6
7

Servus im Bergsteigerdorf Vent!

Schon vor 750 Jahren wurden die fünf Bau- umzugehen und halten uns an Franz Senn,
ernhöfe in Vent und die zwei Rofenhöfe erst- der schrieb: "Der Berg ist in seiner Schönheit
mals urkundlich erwähnt. und Erlebnisvielfalt nicht Besitz Einzelner,
Heute leben hier 150 Einwohner – seit Ge- sondern gehört allen, die sich von ihm be-
nerationen geprägt vom alpinen Umfeld schenken lassen!"
von 1.900 Metern bis hinauf in die Gipfel am
Alpenhauptkamm. Trotz der schnelllebigen Wir freuen uns schon, euch im kleinen Berg-
Zeit ein authentisch gebliebenes Bergdorf, steigerdorf Vent begrüßen zu können.
umgeben von knapp 100 Dreitausendern,
acht alpinen Schutzhütten und einem We-
genetz, dessen Initiator schon vor über 150
Jahren der Venter Pfarrer Franz Senn war. Er Markus Pirpamer
war es auch, der den Oesterreichischen und
Deutschen Alpenverein mitbegründet hat
und somit den Grundstein für den Alpintou-
rismus in unserem Heimatdorf gelegt hat.
Für uns bedeutet dieses Erbe, sorgsam und Hüttenwirt und Bauer
nachhaltig mit unserer unberührten Natur Mitglied des Gemeinderates
8

Vent im Ötztal
Ein Klassiker unter den Bergsteigerdörfern

Platzhalter LAGE
Das Bergsteigerdorf Vent, eine Fraktion der Gemeinde Sölden,
liegt am Talschluss des Ventertales, einem südlichen Seitental
des Ötztales. Mit 1.900 Metern Seehöhe ist der Ort am Fuße der
Wildspitze die zweithöchst gelegene Dauersiedlung im Ostal-
penraum.

ORTSCHAFTEN
Vent, Rofen
Seehöhe des Hauptortes: 1.900 m
Höchster Punkt: 3.774 m (Wildspitze)
Wohnbevölkerung im gesamten Gemeindegebiet von Sölden:
3.364 Einwohner. Im Ortsteil Vent leben 150 Personen.

GEBIRGSGRUPPE WICHTIGE GIPFEL


Ötztaler Alpen Wildspitze (3.774 m)
Similaun (3.606 m)
Gr. Ramolkogel (3.549 m)
Fluchtkogel (3.500 m)
9

SCHUTZHÜTTEN Brandenburger Haus (3.272 m)


Breslauer Hütte (2.844 m) (N 46°50,668', O 10°46,680')
(N 46°52,090', O 10°52,762') DAV-Sektion Berlin
DAV-Sektion Breslau
Ramolhaus (3.006 m)
Vernagthütte (2.755 m) (N 46°49,775', O 10°58,176')
(N 46°51,218', O 10°49,435') DAV-Sektion Hamburg und Niederelbe
DAV-Sektion Würzburg
Similaunhütte (3.019 m)
Martin-Busch-Hütte (2.501 m) (N 46°46,376', O 10°51,278')
(N 46°48,067', O 10°53,223') privat
DAV-Sektion Berlin
Schöne Aussicht (2.845 m)
Hochjoch-Hospiz (2.413 m) (N 46°46,997' , O10°47,519')
(N 46°49,509', O 10°50,039') privat
DAV-Sektion Berlin
10

Geschichtliches

Vent um 1900

Vent, die älteste Siedlung im Ötztal, wurde seinen Streifzügen im hinteren Ötztal einen
erstmals im Jahre 1241 urkundlich erwähnt. willkommenen Rastplatz fand.
Die ersten Siedler waren Schafhirten aus Die Gegend um Vent wurde also bereits in
dem heutigen Südtirol. Sie kamen nach Nor- vorchristlicher Zeit von Jägern durchstreift.
den und siedelten sich in Vent an. In der frühen Bronzezeit weideten Hirten ihre
Schon lange zuvor wurden die Pässe und Schaf- und Ziegenherden in dieser Gegend,
Jöcher als Übergänge genutzt. Jäger, Hir- die jedoch nur in Form von Almen vom Vin-
ten und Händler überschritten auf diesen schgau aus genutzt wurde. Erst allmählich
Wegen den Alpenhauptkamm. Nicht alle begann die Besiedelung von Süden her, wo-
gelangten an ihr Ziel, wie der sensationelle von heute noch die zahlreichen rätoromani-
Fund des 5.300 Jahre alten „Ötzi“ beweist. schen Ortsnamen zeugen.
Neben diesem Fund entdeckte man bei ar- Vent war bis 1826 eine eigenständige Ge-
chäologischen Ausgrabungen eine stein- meinde, die zum Gericht Kastelbell im Vin-
zeitliche Jägerstation. Diese wurde bereits schgau gehörte. 1854 wurde Vent schließ-
7.600 v. Chr. genutzt und belegt damit auch lich zu Sölden eingemeindet. Heute ist Vent
die erste Begehung des Rofentals durch den eine Fraktion der Gemeinde Sölden. Die
Menschen. Auch beim „Hohlen Stein“ am Rofenhöfe (2.014 m) als höchstgelegene
Eingang des Niedertales wurden Spuren von Dauersiedlung der Ostalpen besaßen in der
steinzeitlichen Jägern gefunden. Es kann gut Vergangenheit umfangreiche Sonderrechte.
sein, dass dort auch der legendäre „Ötzi“ auf So besaßen sie noch bis 1849 völlige Steu-
11

erfreiheit und konnten Asylrecht gewähren, bensverhältnisse der Bevölkerung durch Ein-
weshalb im 15. Jahrhundert Herzog Friedrich künfte aus dem Fremdenverkehr verbessern.
IV. auf seiner Flucht von Konstanz nach Tirol Er kümmerte sich um die Infrastruktur und
hier Schutz suchte. um die Ausbildung und Vermittlung guter
Bergführer. 1862 ließ er die erste Hütte im
Alpingeschichte Venter Gebiet errichten: die Brizzi Hütte auf
Seit vielen Jahrhunderten wurde das Hoch- 2.929 m. Heute sind nur noch Mauerreste der
und Niederjoch von Schnalser Bauern im verfallenen Hütte zu sehen. 1869 regte Senn
Sommer begangen, da diese im Nieder- und zum Bau des Hochjoch-Hospizes an.
Rofental Weiderechte und Grundbesitz be- Die Erschließung durch Wege und Hütten
saßen. So bestand bereits 1681 ein Saumweg wurde vorangetrieben, 1882 wurde die Bres-
über das Hochjoch, der aber durch das Vor- lauer Hütte errichtet und in den Jahren dar-
dringen des Vernagtferners zerstört wurde. auf folgten weitere Schutzhütten.
Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgten die Mit der Gründung der ersten Skiclubs und
ersten dokumentierten Bergbesteigungen Skischulen setzte der Wintersport-Boom ein,
durch Botaniker. Auch durch militärische Ver- der in Vent aber nie solche Ausmaße erreich-
messung wurden Gipfel erstbestiegen, wie te wie zum Beispiel im Sölden.
zum Beispiel die Hochwilde 1852. Die Venter Bevölkerung erkannte früh den
Die alpintouristische Erschließung der Ötz- Wert ihrer atemberaubenden und nahezu
taler Alpen begann in der zweiten Hälfte des unberührten Bergwelt und setzte sich aktiv
19. Jahrhunderts. Die Erstbesteigungen der für deren Erhalt ein.
hohen Gipfel der Ötztaler erfolgten eben-
falls sehr früh. 1834 wurde der Similaun und
1861 der Hauptgipfel der Wildspitze bestie-
gen. Den bekannten Bergsteigern Heß und
Purtscheller gelangen weitere selbständige
Erstbesteigungen.
1847 kamen die Gebrüder Schlagintweit in
die Ötztaler Alpen, doch die Alpingeschich-
te von Vent und dem gesamten Ötztal wur-
de von Franz Senn geprägt, der als Mitbe-
gründer des Deutschen Alpenvereins den
Alpinismus förderte wie kein anderer. Er ließ
Steige und Wege anlegen und Schutzhütten
errichten. Er wollte nicht nur die Menschen
für das Bergsteigen begeistern, sondern
auch die wirtschaftliche Lage und die Le-
Die Rofenhöfe oberhalb von Vent liegen auf 2.014 m

Buchtipp:
Schlosser, Hannes: Alpingeschichte kurz und bündig – Bergsteigerdorf Vent im Ötztal; Hrsg.: Öster-
reichischer Alpenverein, Innsbruck 2012
Erhältlich im Informationsbüro Vent, T: +43 57200 260, E-Mail: vent@oetztal.com
12

Besonderheiten

Am höchsten Punkt des Schaftriebs ins Schnalstal erreichen die Schafe die Similaunhütte auf 3.019 m

Naturpark Ötztal eine mumifizierte Leiche auf einer Höhe von


Die Schutzgebiete im hinteren Ötztal wurden 3.200 m. Sie wurde untersucht und mit wis-
von der Tiroler Landesregierung im Jahr 2006 senschaftlichen Methoden konnte das Alter
mit dem Prädikat Naturpark ausgezeichnet des im Eis konservierten Leichnams auf rund
und 2009 erweitert. Der Naturpark Ötztal fasst 5.300 Jahre bestimmt werden – der bisher
somit alle Schutzgebiete und Schutzgebiets- älteste Fund eines europäischen Jägers. Als
kategorien des Ötztales als übergreifendes „Ötzi“ wurde der Mann aus dem Eis weltbe-
Dach zusammen und umfasst rund 500 km² rühmt. Der Jäger aus der Kupferzeit zog mit
vorwiegend alpines und hochalpines Gelän- Pfeil und Bogen bewaffnet, vermutlich aus
de. Rund 20 Prozent der Naturparkfläche ist dem Südtiroler Vinschgau kommend, über die
von Gletschern bedeckt. Im Widum in Vent Berge. Auf einem Steig gelangt man von der
befindet sich eine spannende Naturpark- Similaunhütte entlang des Grates in 1,5 Stun-
Ausstellung rund um die Themen Geschichte den zur Fundstelle des Ötzi. Die Gletschermu-
Vent, "Ötzi", Flurnamen, Schafübertrieb uvm. mie selbst kann im Südtiroler Archäologie-
www.naturpark-oetztal.at museum in Bozen besichtigt werden.

Ötzi – Der Mann aus dem Eis Weitwanderweg Via Alpina


Nahe dem Hauslabjoch, an der Grenze zwi- Durch das Ötztal führen zwei Etappen der Via
schen Italien und Österreich, fanden deutsche Alpina, die auf fünf verschiedenen Routen von
Bergsteiger 1991 im Eis des Niederjochferners Triest nach Monaco führt. Auf über 5.000 Kilo-
13

metern werden die acht Alpenstaaten in 342 Leben kostete. Der Verlust seines Freundes
Tagesetappen durchquert. Wanderer können traf Senn besonders hart. Er hatte es nicht im-
so den Alpenraume mit seinen vielfältigen mer leicht, den Alpinismus im hinteren Ötztal
Kulturen und Landschaften kennenlernen. Im zu fördern und geriet sogar in finanzielle Not,
Ötztal führen die Etappen des Gelben Weges da er selbst, nachdem die Spenden für den
(Startpunkt in Triest) von der Similaunhütte Bau aufgebraucht waren, Schulden machte,
nach Vent und von dort über den Panorama- um seine Vision zu verwirklichen. Nach zwölf
weg zum Tiefenbachferner, über den Petzner- Jahren in Vent wirkte er als Pfarrer in Nauders
see zur Gaislachalm und nach Zwieselstein. (1872–1881). Die letzten Jahre seines Lebens
Weiter geht es über das Pitztaler Jöchl zur verbrachte Franz Senn – zermürbt von finan-
Braunschweiger Hütte. www.via-alpina.org ziellen Belastungen und Schuldgefühlen,
ausgelöst durch den Bergtod seines Freundes
Wandertheater "Friedl mit der leeren Granbichler – in Neustift, wo er 1884 im Alter
Tasche" von 52 Jahren starb.
Eine kleine Schar an Zuschauern wandert still
durchs Niedere Tal. Auf diesem atemberau- Schaftrieb über den Gletscher
bend schönen Weg erlebt man die Geschich- Auch heute noch werden die Weiden im
te des Herzogs Friedrich und seiner phan- Ventertal von Schafbauern aus dem benach-
tastischen Flucht als ein alpines Drama (ein barten Südtiroler Schnalstal genutzt. Zirka
Schauspiel von Lawine Torrèn), live gespielt in 5.000 Schafe werden über das Nieder- und
historischen Kostümen an den Originalschau- das Hochjoch getrieben. Im Herbst werden
plätzen. Dialoge und „Filmmusik“ sind über die Schafe bei der Martin-Busch-Hütte bzw.
Funk-Ohrknöpfe zu hören. Das Freiluft-Thea- beim Hochjoch-Hospiz gesammelt. Vor Son-
ter findet im September statt. Spiel- und Geh- nenaufgang machen sich Schafe und Hirten
zeit ca. 5,5 Stunden von Vent (1.900 m) zum auf den beschwerlichen Rückweg über den
Marzellferner (2.600 m), 2 Stunden Rückweg. teils vergletscherten Weg. Der Übertrieb
über die Similaunhütte bzw. die Schöne
Franz Senn (1831 – 1884) Aussicht ist gefährlich, erfahrene Hirten füh-
Franz Senn kam 1860 nach seinem Theologie- ren den Zug an, kranke und zu junge Schafe
Studium als Kurat nach Vent. Er versuchte werden getragen. Im Schnalstal werden die
den Alpintourismus zu fördern, um die wirt- Schafe und ihre Hirten mit einem Volksfest
schaftliche Lage der verarmten Bevölkerung mit Gottesdienst willkommen geheißen. Ein
zu verbessern. Senn war selbst begeisterter farbenprächtiges Ereignis, das im Alpenraum
Bergsteiger und erstieg zahlreiche Dreitau- seinesgleichen sucht.
sender in den Ötztaler Alpen. Zu Beginn war
das Pfarrhaus Anlaufstelle für Bergsteiger, Wasserspielpark und Ballspielplatz für die
doch schon bald forcierte Senn den Bau von Kleinen
Hütten und Wegen. 1862 wurde die Brizzi- Gleich hinter dem Hotel Vent befindet sich
Hütte errichtet. Bald darauf folgte das Hoch- ein großer Ballspielplatz und ein schöner
joch-Hospiz – ausschlaggebend für ihren Bau Wasserspielpark für die Kleinen, wo nach
war ein Unglück, bei dem Senn und sein Berg- Herzenslust geplantscht, "gegatscht" und
kamerad Cyprian Granbichler auf dem Rück- gespritzt werden darf. Ein Kletterturm bietet
weg von Meran über das Hochjoch in einen zusätzlich Herausforderung und fördert die
Schneesturm gerieten, der Granbichler das Bewegungskoordination der Kinder.
14

Tourentipps Sommer

WA N D E R U N G E N

Rundweg Vent Kunstweg


Schöner Spaziergang rund um das Bergstei- In der Freiluftgalerie zwischen Vent und den
gerdorf Vent. Direkt vom Ort aus geht es auf Rofenhöfen wandert man von einem Kunst-
einem breiten Wanderweg am Gampenlift werk zum anderen, vorbei am urzeitlichen
vorbei, dann am Waldesrand talauswärts. Im Unterstand (Lager und Versammlungsplatz
Schatten lichter Zirbenwälder bis zur Brücke mittelsteinzeitlicher Jäger, 8. – 6. Jhdt. v. Chr.),
über die Venter Ache und entlang der Straße der Rofenache, dem Zirbenwald und Wei-
zurück nach Vent (60 HM, 1 h). denböden. Bildhauer haben Stein und Fels
aus der Umgebung zu Skulpturen geformt,
Besuch bei den Rofenhöfen (2.014 m) die sich harmonisch in die umgebende Land-
Die Rofenhöfe im Rofental gehören zu den schaft einfügen (hin und retour 1,5 h).
ältesten Siedlungen des Ötztales und sind
darüber hinaus auch die höchstgelegene Ramolalm (2.218 m)
Dauersiedlung in Tirol. Die Wanderung führt Von Vent geht es über einen mäßig steilen
entlang der Straße hinauf zu den Rofenhö- Weg durch den Zirbenwald. Auf halber Stre-
fen. Auf dem Rückweg wird zuerst die Rofen- cke teilt sich der Weg, linkerhand geht es ge-
ache über die Hängebrücke gequert, dann mütlich weiter, während der direkte Aufstieg
wandert man über den Schlecht- und Bärst- etwas steiler zur Alm führt (300 HM, ges. 2
boden mit ihren blumenreichen Bergwiesen h). Von der unbewirtschafteten Alm genießt
zurück nach Vent (120 HM, 1,5 h). man ein herrliches Panorama über das hin-
15

tere Ötztal. Der Abstieg über den Mutsbühel Anhöhe zweigt der Weg nach Westen ab und
(2.340 m) ist zwar etwas länger, doch beson- führt durch Latschenwälder auf den Ochsen-
ders empfehlenswert, da er nochmals einen kopf und von dort in steilen Serpentinen auf
herrlichen Blick auf die Gipfel von Wildspitze, das Hörndle (500 HM, 1,5 h).
Weißkugel und Similaun bietet. Beachtens-
wert ist auch die reiche Flora und der schöne Mutsbühel (2.361 m)
Zirbenwald, durch den man wieder zurück Steiler Anstieg durch den schönen Zirben-
nach Vent gelangt. wald zum Mutsbühel. Beachtenswert ist hier
die reiche Flora. Vom Mutsbühel bietet sich
Feldkögele (2.020 m) eine prachtvolle Aussicht auf die Wildspitze,
Von der Kirche geht man etwa einen halben die Weißkugel und den Similaun.
Kilometer entlang der Straße nach Zwie- Als Abstieg ist die Route über die Ramolalm
selstein, bevor man beim Weißbach nach empfehlenswert (460 HM, 1,5 h).
links hinauf abzweigt und durch schönen
Lärchenwald auf einem unschwierigen Weg Höhenweg Sonnberg
zum Gipfel gelangt. Man kann auch direkt Von der Bergstation des Sesselliftes wandert
von der Ortsmitte in nordöstlicher Richtung man ca. 1 Stunde Richtung Breslauer Hütte.
aufsteigen und gelangt, nachdem man den Bei der Rofenkarbrücke folgt man rechts dem
Weißbach gequert hat, flach ansteigend zum Wegweiser und wandert leicht ansteigend
Feldkögele (122 HM, 2 h). unterhalb des Wilden Mannles Richtung Tie-
fenbachgletscher. Nach ca. 2 Stunden zweigt
Hörndle (2.406 m) der Weg Richtung Vent ab. Der Höhenweg
Von Vent auf dem Weg 923 in Richtung Nie- besticht vor allem durch sein herrliches Pan-
dertal/Martin-Busch-Hütte. Auf der ersten orama (ab Bergstation Sessellift 400 HM, 5 h).
Auf dem Weg zum Wilden Mannle
16

B E R G TO U R E N

Wildes Mannle (3.019 m) quert die Niedertaler Ache und gelangt nach
Gletscherfreier 3.000er unweit der Breslauer einem kurzen Aufstieg über den Niedertalweg
Hütte mit herrlichen Ausblicken vom Gipfel, (Nr. 923) zurück nach Vent (925 HM, 5,5 h).
der durch Steige gut erschlossen ist. Über
eine Forststraße (Weg 919) geht es von Vent Auf den Spuren des Mannes aus dem Eis
hinauf zur Stableinalm und weiter in Rich- (3.210 m)
tung Breslauer Hütte. Etwa 30 Gehminuten Von Vent ausgehend Richtung Martin-Busch-
nach der Alm zweigt der Weg zum Wilden Hütte wandert man zu einer archäologischen
Mannle ab. Über einen grasigen Rücken em- Fundstelle, die als „Hohler Stein” (ca. 10 Mi-
por, vorbei an der Schlepplift-Bergstation nuten rechts vom Weg entfernt, Wegweiser,
und schließlich über felsiges Gelände un- 2.050 m) bezeichnet wird. Nach weiteren 100
schwierig zum Kamm. Weiter über Blockwerk Höhenmetern auf dem Hauptweg erreicht
auf die flache Kuppe (1.125 HM, 3-3,5 h, z.T. man die „Kaser”, einen geheimnisvollen und
seilgesichert). geweihten Ort. Man folgt dem Weg wei-
ter bis zur alten Schäferhütte (2.230 m), die
Diemweg heute noch den Hirten als Unterstand und
Von der Ramolalm in steilen Serpentinen in Sommerquartier dient, wenn sie die Schafe
Richtung Ramoljoch, bis zur Weggabelung im vom Südtiroler Schnalstal über die Jöcher
Spiegelkar. Unterhalb des Vorderen Spiegel- nach Nordtirol treiben. Die Wanderung führt
kogels zweigt man nun nach rechts ab und nun zur Martin-Busch-Hütte (2.501 m) und
wandert leicht absteigend oberhalb des Nie- schließlich hinauf bis zur Ötzi-Fundstelle un-
dertals hinüber bis zum Diembach. Dort steigt terhalb des Hauslabjochs in 3.210 m Seehöhe
man schließlich hinunter ins Niedertal, über- (1.315 HM, 6-8 h).
Die Ötzistele bietet Informationen in verschiedenen Sprachen.
17

Der Petznersee unterhalb des Tiefenbachferners

Hochalpiner Panoramaweg: Tipp: vom Tiefenbachferner in Richtung


Tiefenbachferner – Vent „Gaislachalm” absteigen. Direkt unterhalb
Der Weg beginnt am Parkplatz des Tiefen- des Tiefenbachferners liegt ein beinahe un-
bachferners auf 2.800 Metern Höhe. Zuerst bekanntes Naturjuwel, der Petznersee.
benützt man einen schottrigen Fahrweg, der Die Fahrzeiten der Busverbindung Vent-Tie-
am südlichen Rand des Parkplatzes beginnt. fenbachferner können im Informationsbüro
Nach einem kurzen Anstieg von ca. fünf Mi- Vent erfragt werden.
nuten zweigt der Wanderweg ab. Der Weg
führt nun leicht fallend, die Hänge des Seiter-
Der "Hohle Stein" bei Vent
kares querend, hinüber zum Mutboden, der
nach einem kurzen Abstieg zwischen einem
Felsriegel erreicht wird.
Weiter geht es hinein in das Weißkar, wo ein
Stempel auf Stempelsammler wartet.
Vom Weißkar aus nun weiter über einen Mo-
ränenrücken hinunter bis ca. 2.550 m, von
wo der Weg fast höhenlinienparallel die stei-
len Südhänge des Weißkopfkogels quert.
Nach dieser Querung geht es über in sanfte-
re Hänge und durch feuchte Grasböden. Der
Weg mündet in jene Straße, die für den Bau
von Lawinenschutzeinrichtungen angelegt
wurde. Der Wanderweg schneidet die Ser-
pentinen eines Forstweges. Die letzten 500
Meter werden auf der Forststraße zurückge-
legt (ca. 900 HM, 4-5 h).
18

Venter Rundtour:
Vent – Breslauer Hütte – Vernagthütte –
Hochjoch-Hospiz – Rofen – Vent
Die Rundtour nimmt ihren Ausgangspunkt in Vent. Für
den Anstieg zur Breslauer Hütte (2.844 m) über Stablein
benötigt man ca. 2,5 Stunden. Der Blick ins Rofental und
die Aussicht auf den Kreuzkamm und weiter zum Ortler
ist beeindruckend.
Ab der Breslauer Hütte folgt man dem „Seufertweg”
über 1 Stunde auf gleicher Höhe. Nach dem Mitterkar
unterhalb der Wildspitze quert die Materialseilbahn zur
Vernagthütte. Der Weg dreht nach Nordwesten und der
untere Teil des Vernagtferners wird sichtbar. Auf der ge-
genüberliegenden Talseite ist die 1850er Moräne gut Vernagthütte
erkennbar, direkt darüber die Vernagthütte. Nach einem 2.755 m
Abstieg von ca. 200 Metern überquert man den Ver-
nagtbach und steigt 30 Minuten zur Vernagthütte auf
2.755 m an (2,5 h ab Breslauer Hütte).
Von der Vernagthütte geht man ca. 10 Minuten am sel-
ben Weg zurück und zweigt dann zum Hochjoch-Hospiz
ab. Der – bei trockenem Wetter – harmlose Steig dreht
sich im Uhrzeigersinn annähernd entlang der 2.600er
Höhenlinie um die Guslarspitzen und ermöglicht ein-
drucksvolle Blicke in die Rofenschlucht und in die tiefen,
steilen Rinnen des Kreuzkamms. An einer Geländekante
gelangt man wieder zu einer Weggabelung: rechts führt
der Weg zum Brandenburger Haus, links zum Hochjoch-
Hospiz. Geradeaus genießt man einen phantastischen
Blick auf den Hintereisferner mit dem mächtigen Gipfel
der Weißkugel. Es folgt ein steiler kurzer Abstieg zum
Hochjoch-Hospiz auf 2.413 m (1,5 h ab Vernagthütte,
Weg 119).
Vom Hochjoch-Hospiz steigt man weiter ab, gelangt zu
einer kleinen Schäferhütte und schließlich an die Stelle,
wo der Vernagtbach in die Rofenache mündet. Nach der
Brücke geht es noch einmal kurz bergan, bevor der Weg
hoch über der 40 Meter tiefen Rofenschlucht nach Rofen
führt. Über die wackelige Hängebrücke erreicht man in
weiteren 30 Minuten Vent (Weg 902).

Gesamtgehzeit ca. 9 Stunden, 1.122 HM An- und Abstieg.


19

Breslauer Hütte
2.844 m

Rofenhöfe
2.014 m

Hochjoch-Hospiz
2.413 m

Die Venter Rundtour


Ausschnitt Alpenvereinskarte Ötztaler Alpen - Weißkugel, Nr. 30/2, Originalmaßstab 1:25.000.
20

Hochtour auf das Rofenkar

BERG- UND HOCHTOUREN VON DEN UMLIEGENDEN SCHUTZHÜTTEN

Die Schutzhütten in den Ötztaler Alpen rund Wildspitze (3.774 m)


um Vent sind Ausgangspunkte für zahlreiche Die Wildspitze ist der höchste Gipfel der Ötz-
Touren zu faszinierenden Gipfeln, Touren in taler Alpen und ganz Tirols, der von der Bres-
mehreren Etappen sowie Stützpunkte für lauer Hütte über das Mitterkarjoch bestiegen
Überschreitungen. wird. Von der Breslauer Hütte taleinwärts in
nordwestlicher Richtung zum Mitterkarfer-
ner. In einem Bogen um den Süd- und Süd-
Ausgangspunkt Breslauer Hütte (2.844 m) westsporn der Wildspitze herum in die hin-
terste Gletscherbucht und steil hinauf zum
Hüttenzustieg Mitterkarjoch (3.470 m), der tiefsten Einsatte-
Von Vent über den Weg 919 hinauf zur Sta- lung zwischen Wildspitze und Hinterem Bro-
bleinalm und weiter zur Hütte. Der Weg zur chkogel. Weiter über die Firnschneide gerade
Stableinalm kann mit dem Doppelsessellift empor zum Südgipfel (930 HM, 3,5 h).
abgekürzt werden oder von Vent hinein ins
Rofental bis nach Rofen und von dort steil Ötztaler Urkund (3.556 m)
hinauf zur Hütte (1.000 HM, 2,5 h). In leich- Der Ötztaler Urkund ist ein markanter Fels-
tem Auf und Ab geht es über den Weg 919 kopf im Südgrat der Wildspitze. Lohnende
in 2,5 Stunden von der Breslauer Hütte zur Tour, die aber Trittsicherheit erfordert (teil-
Vernagthütte. weise Kletterstellen im II. Schwierigkeits-
21

grad), wobei vor allem bei Vereisung äußers- Stunde über Block- und Schuttgelände un-
te Vorsicht geboten ist. Von der Breslauer schwierig den Taufkarkogel.
Hütte auf einem Steig nordwärts über die
Schrofen und Geröllhänge des Urkundkolms Weißer Kogel (3.407 m)
(3.140 m). Weiter über Schrofen und den Fels- Schöner Gipfel hoch über dem Venter Tal. Von
grat auf den Gipfel (712 HM, 2 h). der Breslauer Hütte in nordöstlicher Richtung
hinauf zum Taufkarferner und weiter auf das
Hinterer Brochkogel (3.635 m) Taufkarjoch (3.269 m). Nun über den teilwei-
Der Aufstieg bis zum Mitterkarjoch erfolgt se verfirnten Kamm zum Vorgipfel und weiter
gleich wie bei der Besteigung der Wildspitze. zum höchsten Punkt (560 HM, 3 – 4 h).
Der untere Teil wird nördlich des Kamms am
Firn des Taschachferners umgangen. Weiter
bis zum Südostgrat, der zum Gipfel führt Ausgangspunkt Vernagthütte (2.755 m)
(791 HM, 3 h).
Hüttenzustieg
Taufkarkogel (3.362 m) Von Vent über Rofen auf dem Weg 902 hinein
Von der Hütte zuerst kurz auf dem markier- in das Rofental und über die Rofner Wiesen,
ten AV-Weg in nordöstlicher Richtung, dann bis auf einer Alpe (2.096 m) kurz vor der Tal-
weiter nördlich durch das Rofenkar hinauf station der Materialseilbahn ein Weg nach
zum Rofenkarferner. Nun weiter zum Rofen- Nordwesten abzweigt. Auf diesem Weg (Nr.
karjoch (3.320 m) und über den flachen 920) geht es über den Platteiberg, bevor man
Nordwest-Grat zum Gipfel (520 HM, 2,5 h). gleichmäßig und sanft ansteigend ober-
Das Wilde Mannle bildet den südlichsten halb des Vernagtbaches nach Nordwesten
Eckpfeiler des Grates, der den Taufkarferner aufsteigt. Kurz vor der Hütte quert man den
vom Rofenkarferner trennt. Ausgehend von Bach und gelangt nun etwas steiler zur Hütte
diesem Gipfel (3.019 m) erreicht man in einer (900 HM, 3 h). Von der Vernagthütte über den
Weg 919 erreicht man nach 2 Stunden Geh-
zeit das Hochjoch-Hospiz.
Die Breslauer Hütte ist vor allem für die Besteigung
der Wildspitze ein wichtiger Stützpunkt
Fluchtkogel (3.500 m)
Der Fluchtkogel, ein schöner Aussichtsgipfel,
wird sowohl vom Brandenburger Haus als
auch von der Vernagthütte aus häufig bestie-
gen. Von der Vernagthütte zuerst in südlicher
und dann in westlicher bis nordwestlicher
Richtung zum Guslarferner. Steil geht es über
das Obere Guslarjoch (3.361 m) auf die Firn-
fläche des Kesselwandferners. Weiter entlang
des Grates hinauf zum Gipfel (735 HM, 2,5 h).

Kesselwandspitze (3.414 m)
Schroffer Felsgipfel südlich des Fluchtkogels.
Bis zum Guslarferner gleicher Anstieg wie
oben. Am Ferner zweigt man jedoch zum un-
22

teren Guslarjoch (3.311 m) ab und steigt dort dere Brochkogel interessante und lohnen-
über den Nordgrat in unschwieriger Block- de Anstiege. Je nach Anstiegsvariante –
kletterei über Gesteinsblöcke zum Gipfel auf ob von der Vernagthütte über das Vernagt-
(649 HM, 2 h). joch (3.400 m) und weiter über die blockigen
Gratköpfe des Nordgrates, vom Seuffertweg
Schwarzwandspitze (3.467 m) von Süden in schöner und leichter Kletterei
Kleiner Gipfel südwestlich der Hochvernagt- (II) über den Platteikogel (3.427 m) oder über
spitze. Ihren Namen erhielt die Schwarzwand- den Südgrat – benötigt man für die 800 Hö-
spitze aufgrund ihrer mächtigen „Schwarzen henmeter etwa 3 bis 4 Stunden auf den Gipfel.
Wand”, die vom Südgrat hinunter gegen die
Eisbrüche des Gepatschferners abstürzt. Un-
schwierige Gletscherwanderung. Von der Ausgangspunkt Hochjoch-Hospiz (2.413 m)
Hütte westlich empor in die Firnbucht süd-
lich des Südecks der Hochvernagtspitze. Man Hüttenzustieg
steuert nun direkt die tiefste Einsattelung an Der Zustieg zum Hochjoch-Hospiz er-
und steigt über den Nordgrat zum Gipfel auf folgt von Vent durch das Rofental. Über
(702 HM, 3 h). den Weg 902 gelangt man zuerst zu den
Rofenhöfen, dann durch die eindrucksvolle
Vorderer Brochkogel (3.565 m) Rofner Schlucht und oberhalb des Rofen-
Im Schatten der Wildspitze bietet der Vor- baches immer weiter taleinwärts bis zur

Die Wildspitze ist mit 3.774 m der höchste Berg Nordtirols


23

wird die Mutspitze bis zur Ostflanke der


Vorderen Hintereisspitze umgangen (sie
kann aber auch überschritten werden). Über
den steilen Nordgrat zum Gipfel (1.025 HM,
4 h). Die Überschreitung von der Vorderen
zur Mittleren und Hinteren Hintereisspitze ist
möglich.

Saykogel (3.360 m)
Auf dem markierten Steig anfangs westseitig
hinunter bis zu einer Brücke, die über den
Hochjochbach führt. Nun in steilen Serpen-
tinen aufwärts, bevor es taleinwärts in Rich-
tung Hochjoch geht. Auf 2.460 m Höhe quert
man über eine Brücke auf das andere Bachu-
fer und steigt weiter über Moränengelände
auf einem gut markierten Steig zum Westgrat
des Saykogels auf. Zwischen Grat und Hoch-
jochferner führt der Weg unschwierig empor,
bevor man das letzte Stück direkt über den
Grat zum Gipfel gelangt (947 HM, 4 h).

Fineilspitze (3.516 m)
Das Hochjoch-Hospiz ist Ausgangspunkt für Touren Schon von weitem sieht man die steile Eis-
auf die Vordere Hintereisspitze, den Saykogel sowie wand der Fineilspitze. Ebenso wie die Nord-
die Fineilspitze. wand brechen auch nach Westen und Nord-
westen steile Eis- und Felsflanken vom Gipfel
Schutzhütte (500 HM, 2 h). Der Übergang ab. Zahlreiche anspruchsvolle Routen füh-
zur Martin-Busch-Hütte führt zuerst hinauf ren auf den Gipfel, besonders schön ist die
Richtung Hochjoch, bevor man an einer Brü- Route über die Eisschneide des Nordgrates.
cke nach Süden abzweigt und steil hinauf Vom Hochjoch-Hospiz zuerst auf dem Weg in
zum Saykogel (3.360 m) aufsteigt. Vom Gip- Richtung Saykogel. Auf etwa 2.900 m zweigt
fel zuerst steil hinab und in östlicher Rich- man nach Süden auf den Hochjochferner
tung zur Martin-Busch-Hütte (1.000 HM, 6 h). ab und steuert gegen die vom Gipfel nach
Norden herabziehende Felsrippe zu. Hier
Vordere Hintereisspitze (3.437 m) zuerst mäßig steil über die Firnschneide em-
Auf gutem Steig geht es westlich taleinwärts por, dann steil und ausgesetzt über Eis zum
zur Ausmündung des Kesselwandferners. Gipfel (1.103 HM, 4 bis 5 h). Eine weitere an-
Über den ausgeprägten Moränenrücken bis spruchsvolle Route führt als Eistour durch die
zu dessen Gipfelpunkt. Nun dem O.-Reuther 50 Grad steile Nordwand.
Weg aufwärts folgend. Beim Normalanstieg
24

Die imposante Similaunhütte steht direkt an der Grenze zu Südtirol auf 3.019 m.

Ausgangspunkt Similaunhütte (3.019 m) im I. Schwierigkeitsgrad) und einen Vorgipfel


zum höchsten Punkt (500 HM, 2, 5 h).
Similaun (3.606 m)
Von der Hütte über einen Moränenrücken in Hauslabkogel (3.403 m)
wenigen Minuten auf den Niederjochferner. Von der Hütte in nördlicher Richtung hinun-
Hier südostwärts über flachen Firn auf einen ter auf den flachen Niederjochferner, dann
Schrofenrücken, der bis in den Gletscher hin- links über Firn- und Geröllfelder hinüber zum
einragt. Unschwierig auf einem Steig über die- Hauslabjoch (3.279 m). Nun in nordöstlicher
sen Felsrücken, dahinter weiter auf dem Obe- Richtung über den zuerst recht schmalen
ren Niederjochferner empor. Anschließend Grat in vorwiegend festem Fels aufwärts, wo-
über Firn oder bei Vereisung besser rechts bei ein Steilaufschwung rechts umgangen
über Felsen auf den Grat und über diesen, wird. Mehrere Kletterstellen im II. Schwierig-
zum Teil ausgesetzt, zum Gipfel (587 HM, 2 h). keitsgrad müssen überwunden werden, be-
vor man den Gipfel erreicht (384 HM, 1,5 bis 2
Fineilspitze (3.516 m) h). Vorsicht, zum Teil brüchiges Gestein!
Beim Aufstieg über den Nordostgrat folgt man
den Spuren der Erstbestesteiger Senn, Gstrein
und Granbichler. Von der Hütte geht es zuerst Ausgangspunkt
in nördlicher Richtung auf den flachen Nieder- Martin-Busch-Hütte (2.501 m)
jochferner, dann links über Geröll- und Firnfel-
der auf das Hauslabjoch empor. Vom Haus- Hüttenzustieg
labjoch südwestlich über den Firngrat zuerst Von Vent auf halber Höhe des Ochsenko-
mäßig steil, später steiler und ausgesetzt em- pfliftes nach links ins Niedertal. Auf breitem
por. Abschließend über Felsen (Kletterstellen Weg (Nr. 923) taleinwärts, vorbei an der neu
25

errichteten Kapelle und der Schäferhütte.


Mäßig ansteigend zur Hütte (600 HM, 2,5 h).

Kreuzspitze (3.457 m)
Gletscherpfarrer Senn bestieg mit seinem
Bergkameraden Granbichler erstmals im
Jahre 1865 die Kreuzspitze. Auf den Spuren
der Erstbesteiger erreicht man den Gipfel
von der Martin-Busch-Hütte ohne größere
Schwierigkeiten. Von der Hütte führt der
Steig nordwestlich über die Hänge empor
und an der ehemaligen Brizzi Hütte vorbei.
Weiter über weite Schutthänge bis zum Be-
ginn des Südostgrates und über diesen zum
Gipfel (956 HM, 2,5 h).

Hintere Schwärze (3.628 m)


Von der Hütte über den Niederjochbach zum Hinter der Martin-Busch-Hütte erhebt sich die
spaltenreichen Marzellferner. Der Aufstieg Mutmalspitze
über den Gletscher erfolgt südwestlich. Neu-
erdings ist die Gletschertour auch über den gelang. Der Aufstieg von der Martin-Busch-
Steilhang links der Eisbrüche möglich. Vom Hütte ist der kürzeste und führt von Nord-
Oberrand des Gletschers in Richtung Marzell- osten über den Nordgrat. Von der Hütte zu-
joch. Über eine Firnrampe direkt zum Gipfel erst in Richtung Similaunhütte bis vor den
(1.127 HM, 4,5 h). Saybach. Über Schutt hinauf zum Sayferner
und am rechten Rand des Gletschers weiter
Hauslabkogel (3.403 m) hinauf zur Scharte (3.236 m). Von der Scharte
Namensgeber dieses Gipfels war F. v. Haus- geht es über Blockwerk und Firn am Grat ent-
lab, dem im Jahr 1819 (!) die Erstbesteigung lang zum Gipfel (902 HM, 3 h).

Ausgangspunkt vieler Touren ist die Martin-Busch-Hütte auf 2.501 m


26

scherzunge des Niederjochferners auf. In süd-


östlicher Richtung geht es am orographisch
linken Ufer des Gletschers bis zum Ansatz des
Nordwestgrates und über den zum Teil ausge-
setzten Grat zum Gipfel (1.105 HM, 4 h).

Über den Marzellkamm auf den Similaun


(3.606 m)
Ein weiterer schöner und unschwieriger,
aber anstrengender Anstieg führt über den
Marzellkamm auf den Similaun. Von der
Hütte taleinwärts und nach wenigen hun-
dert Metern den Niederjochbach queren. In
weitem Bogen führt ein Steig um den öst-
lichen Fuß des Marzellkamms herum und
von Nordosten in steilen Serpentinen auf
Blick auf den Niederjochferner diesen empor. Nun in südlicher Richtung
über den flachen Kamm. Der Weg ist kaum
Similaun (3.606 m) bezeichnet und teilweise schwer zu finden.
Von der Martin-Busch-Hütte taleinwärts ent- Gutes Orientierungsvermögen ist daher
lang des Niederjochbaches. Am Wegweiser unbedingt notwendig! Nach Überschrei-
verlässt man den Weg zur Similaunhütte und tung der höchsten Punkte (höchster Punkt
steigt wiederum entlang des Baches zur Glet- 3.149 m) des Kammes, gelangt man süd-

Kurz unterhalb des Similaungipfels


27

wärts hinab auf den Niederjochferner in leichter Gratkletterei (III-) die Ehrichspitze
(3.150 m), über den man schließlich zum (3.425 m).
Nordwestgrat des Similauns gelangt (siehe
oben; 1.105 HM, 5 h). Fluchtkogel (3.500 m)
Wuchtiger Eisberg mit breiter Firnflanke, der
aufgrund seiner hervorragenden Aussicht
Ausgangspunkt Brandenburger Haus häufig besucht wird. Vom Brandenburger
(3.272 m) Haus in nordöstlicher Richtung über das fla-
che Becken des Kesselwandferners hinauf
Hüttenzustieg zum Oberen Guslarjoch (3.361 m). Vom Joch
Vom Hochjoch-Hospiz geht es in steilen Ser- über die Firnfläche an den Steilaufschwung
pentinen den Hang hinauf, dann zweigt der und nahe an der orographisch rechten Be-
Weg nach links ab und führt hinüber zur wild grenzung bzw. teilweise am Grat selbst
zerklüfteten Zunge des Kesselwandferners. auf den oberen Firnhang, über den man
Das letzte Stück zur Hütte über den Gletscher schließlich weniger steil zum Gipfel gelangt
(860 HM, 3,5 h). (228 HM, 1,5 h).

Dahmann Spitze (3.401 m) Weißseespitze (3.526 m)


Die nördlich des Brandenburger Hauses ge- Vom Brandenburger Haus hinunter zum Kes-
legene Dahmann Spitze ist der Hausberg selwandjoch. Hier quert man den Gepatsch-
der Schutzhütte und wird auf einem Steig ferner flach hinüber in südwestlicher Rich-
in einer halben Stunde Gehzeit erreicht. In tung gegen die Zinne (3.381 m). Diese bleibt
einer weiteren halben Stunde erreicht man links liegen, man hält in westlicher Richtung

Das Brandenburgerhaus der DAV-Sektion Berlin auf 3.272 m


28

auf den sich allmählich ausprägenden Firnrü- und den Hintereisferner direkt zum Hoch-
cken zu. Über diesen Südost-Rücken erreicht joch-Hospiz in ca. 4 Stunden.
man unschwierig den Gipfel (254 HM, 2,5 h).

Weißkugel (3.739 m) Ausgangspunkt Ramolhaus (3.006 m)


Vom Brandenburger Haus zuerst in südwest-
licher Richtung und später in südlicher zur Hüttenzustieg
Vernaglwand (Punkt: 3.065 m). Auf teilweise Von Vent auf dem Weg 902 hinauf zur Ra-
versichertem Steig hinunter auf den Lang- molalm und weiter steil zum Ramoljoch
taufernferner. Über diesen gletscherspalten- (3.186 m). Kurzer Abstieg über Felsen zum
reichen Ferner zum Weißkugeljoch und von Ramolferner und über diesen zur Hütte
hier steil über den Felsgrat direkt zum Gipfel. (1.300 HM, 5 h). Schwieriger Hüttenzustieg,
Schöner ist allerdings der Anstieg über den der Erfahrung und gute Ausrüstung voraus-
herrlichen Nordgrat (manchmal durch Verei- setzt.
sung schwierig).
Gehzeiten: beide Anstiege ca. 6 bis 7 Stunden. Großer Ramolkogel (3.550 m)
Leichtester Abstieg: über das Hintereisjoch Vom Ramolhaus über den Nordostgrat zum
Mittleren und über den Ostgrat zum Gro-
Auf dem Weg zum Fluchtkogel ßen Ramolkogel. Sehr lohnender und häufig
begangener Anstieg mit einigen leichten
Kletterstellen (II) und flachen Firn und Eis-
passagen. Vorsicht: zum Teil gefährliche
Wächten am Gipfelgrat. Vom Ramolhaus
hinauf in Richtung Ramoljoch und weiter
nordwestwärts über den Ramolferner an-
steigen bis auf den breiten Firnsattel (3.367
m) zwischen Nördlichem und Mittlerem Ra-
molkogel. Nun nach Westen zum Grat und in
leichter Kletterei (I) zum Gipfel des Mittleren
Ramolkogel. Weiter dem Gratverlauf folgen.
Hier sind teilweise ausgesetzte Kletterstel-
len im II. Schwierigkeitsgrad zu überwinden.
Das letzte Stück über Firn zum Gipfel des
Großen Ramolkogels (544 HM, 3 h).

Hinterer Spiegelkogel (3.426 m)


Selten besuchter Gipfel, der in Verbin-
dung mit der Firmisanschneide für Geübte
durchaus lohnend ist. Die Schwierigkeiten
schwanken je nach Verhältnissen stark, vor
allem im Frühsommer ist aufgrund großer
Wächten Vorsicht geboten. Vom Ramolhaus
über die südlichen Ausläufer des Ramolfer-
ners aufwärts und über Felsen hinauf zum
29

Großer Ramolkogel
3.550 m

Hinterer Spiegelkogel Ramolhaus


3.426 m 3.006 m

Firmisanschneide
3.491 m

Ausgangspunkt Ramolhaus. AusschnittRamolhaus.


Ausgangspunkt Alpenvereinskarte
AusschnittÖtztaler Alpen - Gurgl,
Alpenvereinskarte Nr.Alpen
Ötztaler 30/1,- Gurgl, Nr. 30/1,
Originalmaßstab 1:25.000. Originalmaßstab 1:25.000.
30

Ramoljoch (3.186 m). Nun in südlicher Rich- Die Firmisanschneide kann auch sehr gut
tung über Firn und Fels auf einen Vorkopf. über den Nordostgrat in Verbindung mit dem
Von hier auf dem langen Nordostgrat zum Spiegelkogel bestiegen werden. Vom Spie-
Gipfel (420 HM, 2,5 h). geljoch (3.251 m) in leichter Kletterei (I) über
den mäßig ansteigenden Nordostgrat empor
Firmisanschneide (3.491 m) bis zur Graterhebung auf 3.380 Metern See-
Vom Ramolhaus die südlichen Hänge queren höhe. Weiter über die Gratschneide zum Gip-
bis zum Eisfeld der Firmisanschneide. Dieses fel (1,5 h vom Spiegeljoch).
wird gegen Süden gequert, bis man steil an-
steigend nach rechts über eine Randkluft und Schöne Aussicht (2.846 m)
Felsen auf das Firmisanjoch (3.287 m) gelangt. Von Vent durch das herrliche Rofental und die
Das Joch kann auch gletscherfrei erreicht eindrucksvolle Rofner Schlucht auf mäßig an-
werden, indem man mit geringem Höhen- steigendem Weg zum Hochjoch Hospiz. Von
verlust unterhalb des Gletschers nach Süden dort steiler Abstieg zur Eisenbrücke, die über
quert und über Schuttgelände unschwierig den Hintereisbach führt. Weiter in einigen
zum Joch ansteigt. Vom Firmisanjoch gelangt Serpentinen hinauf und oberhalb des Hoch-
man schließlich über den langen Felsrücken jochferners mäßig ansteigend zum Schutz-
des Südostgrates auf den Gipfel (485 HM, 3 h). haus Schöne Aussicht (ab Vent ca. 5,5 h).

Die abwechslungsreichen Bergtouren rund um Vent begeistern viele Besucher


31

Der harte Fels im Ötztal bietet hervorragende Klettermöglichkeiten

FELSKLETTERN UND KLETTERSTEIGE

Im Ötztal sind einige schöne Klettergebie- rigkeitsgraden an. Der Klettergarten ist auf-
te und auch Möglichkeiten zum Bouldern grund der großen Wiese und einigen leichten
vorhanden. In Vent selbst dominieren eher Kinderrouten besonders gut für Familien ge-
hochalpine Touren, die aufgrund der alpinen eignet. Aber auch geübte Kletterer und Klet-
Gefahren viel Erfahrung und Können voraus- tererinnen finden an der Engelswand ihre
setzen. Herausforderung: Viele kleine Leisten und
senkrechte bis leicht überhängende Wände
Klettergarten Moosalm bei Sölden ermöglichen Routen bis zum VIII. Schwierig-
(32 Routen von III+ bis VIII+) keitsgrad, die aber durchwegs gut abgesi-
Südlich von Sölden befindet sich oberhalb chert sind.
der Moosalm ein schöner, westseitig ge-
legener Klettergarten. Die Touren sind mit Klettergarten Oberried
Bohrhaken gut abgesichert und bieten für Schöner Klettergarten in Längenfeld, der
Einsteiger und Kletterer im gemäßigten durch seine zahlreichen leichteren Routen
Schwierigkeitsgrad ideale Bedingungen. vor allem für Familien geeignet ist. Idyllisch
an einer Viehweide gelegen, ist der Kletter-
Klettergarten Engelswand garten durch seine nord- und ostseitige Ex-
Schöner und sehr beliebter Klettergarten position vor allem an heißen Sommertagen
in Tumpen – Umhausen. Nach einem kur- zu empfehlen.
zen Zustieg bieten sich 64 Routen mit einer
Länge von 15 bis 35 Metern in allen Schwie-
32

Stuibenfall Klettersteig (C) Schwärzenklamm Klettersteig (C/D)


Ein besonders schöner und nicht allzu Ein herrlicher Panorama-Klettersteig inmit-
schwieriger Klettersteig befindet sich in Um- ten der Obergurgler Gletscherwelt. Obwohl
hausen. Der Zustieg erfolgt in nur 30 Minu- dem Steig die absoluten Schwierigkeiten
ten vom Parkplatz beim „Ötzidorf”. Gleich zu fehlen, ist er auf Grund seiner alpinen Höhen-
Beginn geht es über eine Seilbrücke, bevor lage und der Ausrichtung auf der Nordseite
man im ersten Teil unschwierig (A, B) über recht anspruchsvoll und erfordert Kletter-
Blockgelände im Wald aufsteigt. Der zweite steigerfahrung. Es gibt ausreichend Tritthil-
Abschnitt führt in einer Querung und über fen und auch zwei Notausstiege, welche ge-
zwei kurze Überhänge (C) hinüber zum to- kennzeichnet sind und auch ein Abkürzen
senden Wasserfall. Den krönenden Abschluss der Route ermöglichen. Von Obergurgl aus
bildet eine spektakuläre Seilbrücke, die über erreicht man die Langtalereck Hütte in ca. 2,5
die Abbruchkante des Wasserfalls führt. Die- Stunden. Von dort aus dem Weg 35 Richtung
se heikle Stelle kann aber auch umgangen Hochwilde Haus folgen und in 20 Minuten
werden. Der Schwierigkeitsgrad des Kletter- zum Einstieg des Klettersteiges.
steiges ist meist B mit nur wenigen kurzen 350 Höhenmeter (2.410 - 2.760 m) und 700
C-Stellen. Der Abstieg erfolgt im Nahbereich Meter Kletterlänge. Ca. 3 Stunden, mit dem
des Wasserfalls. Ein kurzer Abstecher zu den Abstieg zur Langtalereck Hütte 4 Stunden.
beiden Aussichtsplattformen bietet noch
einmal einen herrlichen Blick über den Stu- Zirmwald Klettersteig (B/C)
ibenfall. Bereits der Einstieg über die Hängebrü-
cke erfordert Mut und Geschicklichkeit, ein
Der Zirmwaldklettersteig in Obergurgl
Drahtseil zur Sicherung mit dem Klettersteig-
set ist vorhanden. Der familienfreundliche
Klettersteig hat zwei schwerere C Passagen
die etwas Erfahrung erfordern. Besonders
angenehm ist der leichte Wanderweg zum
und vom Ausstieg. Somit können auch nicht
Kletterer ganz nah am Geschehen sein.
Von Sölden aus erreicht man auf der Bun-
desstraße in ca. 30 Minuten Obergurgl.
Der Parkplatz bei der Kirche ist gebühren-
pflichtig, bei der Festkogelbahn parkt man
kostenlos. Von dort gelangt man über den
Wanderweg Zirbenwald, Davids Hütte zum
Einstieg.
100 Höhenmeter und 400 Meter Kletterlän-
ge. ca. 1,5 bis 2 Stunden, mit dem Abstieg
etwa 3 Stunden.

Eine Übersicht über die Klettergärten und Klet-


tersteige im Ötztal ist hier zu finden:
sommer.oetztal.com/klettern
sommer.oetztal.com/sportkletterfuehrer
33

Tourentipps Winter

SKITOUREN

Venter Skirunde Besteigung des Similaun (3.606 m) an. Über


Ein echter Skitourenklassiker, der das Herz den Niederjochferner geht es unschwierig in
jedes Alpinisten höher schlägen lässt, ist die ca. 2 Stunden zum Gipfel.
fünftägige Venter Skirunde. Seit dem Winter
2004 ist diese einmalige Skirundtour in den 2. Tag: Similaunhütte – Fineilspitze – Schöne
Ötztaler Alpen wieder möglich. Die Schutz- Aussicht (500 HM, 5 h)
hütten, die dabei als Stützpunkte dienen, Von der Similaunhütte vorbei am Tisenjoch
haben von Mitte März bis Ende Mai geöffnet. (3.210 m), der Fundstelle des Ötzi, hinüber
Ausgehend vom Bergsteigerdorf Vent führt zum Hauslabjoch (3.279 m) und weiter über
die Venter Runde in fünf Tagen über die den Nordostgrat auf die Fineilspitze (3.516 m).
höchsten Gipfel der Ötztaler Alpen. Sie ist Nach einer schönen Abfahrt über einen na-
konditionell anspruchsvoll und bei einigen menlosen Gletscher und der anschließenden
Gipfelgraten müssen exponierte und einfa- Querung des Hochjochferners gelangt man
chere Kletterstellen überwunden werden. nach einem kurzen Anstieg zur Schönen Aus-
sicht (2.846 m).
1. Tag: Vent – Similaunhütte – Similaun
(1.700 HM, 7 h) 3. Tag: Schöne Aussicht – Weißkugel –
Von Vent steigt man durch das Niedertal zur Hochjoch-Hospiz (900 HM, 7 - 8 h)
Martin-Busch-Hütte (2.501 m) und weiter zur Von der Schönen Aussicht geht es über
Similaunhütte (3.019 m) auf (1.125 HM, 5 h). das Jochköfel hinauf zum „Im hintern Eis”
Von der Similaunhütte bietet sich noch die (3.270 m). Nun hinunter zum Hintereisferner
34

Wildspitze
Hochvernagt-Spitze (3.530 m)

Bres
Fluchtkogel (3.500 m)

Vernagthütte

Brandenburger Haus

Hochjoch-Hospiz

Weißkugel (3.739 m)

Schöne Aussicht
Similaun
Fineilspitze (3.516 m)

Die Venter Skirunde, Ausschnitt Alpenvereinskarten Ötztaler Alpen-Gurgl Nr. 30/1


und Ötzaler Alpen - Weißkugel 30/2
Originalmaßstab 1:25.000.
35

und über diesen zum Hintereisjoch (3.460 m).


Von hier über den Südgrat auf die Weißkugel
e (3.774 m) (3.739 m), die mit einer imposanten Aussicht
aufwarten kann. Die Abfahrt führt über den
Hintereisferner hinunter zum Hochjoch-Hos-
piz (2.413 m).

4. Tag: Hochjoch-Hospiz – Fluchtkogel –


slauer Hütte Vernagthütte (1.100 HM, 5 h)
Vom Hochjoch-Hospiz gelangt man über
den Kesselwandferner ins Obere Guslarjoch
Vent (3.361 m) und weiter auf den Gipfel des
Fluchtkogels (3.500 m). Nun über den Guslar-
ferner hinunter zur Vernagthütte (2.755 m).

5.Tag: Vernagthütte – Wildspitze – Vent


(1.000 HM, 5,5 - 7 h)
Am letzten Tag der Venter Skirunde erfolgt
die Besteigung des höchsten Gipfels in den
Ötztaler Alpen, der Wildspitze. Von der Ver-
nagthütte über den Großen und Kleinen
Vernagtferner ins Brochkogeljoch (3.423 m)
und weiter über den Taschachferner auf die
Wildspitze (3.774 m).

Die Abfahrt führt zuerst ins Mitterkarjoch


(3.470 m) und weiter steil hinunter zum Mit-
Martin-Busch-Hütte terkarferner. Über die Reste des Gletschers
und durch das Mitterkar hinunter zur Bres-
lauer Hütte (2.844 m). Über das kleine Skige-
biet Stablein gelangt man nach fünf herrli-
chen Tourentagen zurück nach Vent.

Hint. Schwärze (3.628 m)


nhütte
Similaun (3.606 m)

Für die Venter Skirunde muss man sich Zeit nehmen,


um all die schönen Eindrücke der Ötztaler Alpen in
vollen Zügen genießen zu können.
36

Ausgangspunkt Vent Über den flachen Gletscher steuert man das


Rofenkarjoch (3.320 m) an, von dem man
Nördlicher Ramolkogel (3.427 m) über den nordwestlichen Rücken unschwie-
Direkt von Vent geht es durch einen schütte- rig zum Gipfel des Taufkarkogels gelangt
ren Zirbenbestand hinauf zur Ramolalm und (1.472 HM, 5 h).
steil über den Ramolbach zu einer Schulter.
Nun in südöstlicher Richtung zum Spiegel- Weitere Skitouren vom Ausgangspunkt Vent:
ferner und links weiter bis zum Ramoljoch Manigenbachkogel (3.313 m), Südlicher
(3.189 m). Von hier mit den geschulterten Latschkogel (3.357 m), Mittlerer Spiegelkogel
Skiern ein kurzes Stück hinunter zum Ra- (3.310 m)
molferner. In nördlicher Richtung steigt man
sanft hinauf zu einer Einsattelung (hier be-
steht auch die Möglichkeit, den Mittleren Ra- Ausgangspunkt Breslauer Hütte
molkogel zu besteigen). Über unschwierige
Blöcke wird schließlich der Gipfel bestiegen Wildspitze (3.774 m)
(1.570 HM, 5,5 h). Der Traum vieler Alpinisten ist die Besteigung
der Wildspitze, dem höchsten Berg Tirols. Von
Hinterer Spiegelkogel (3.426 m) der Breslauer Hütte quert man in Richtung
Mit seiner imposanten Nordflanke bietet der Nordwesten in eine weite sanfte Mulde und
Hintere Spiegelkogel eine anspruchsvolle erreicht den Mitterkarferner. Ab ca. 3.250 m
und interessante Frühjahrsskitour für erfah- führt die Tour in Richtung Norden bis zum
rene Bergsteiger. Der Aufstieg von Vent er- Mitterkarjoch, das sehr steil überwunden
folgt gleich wie beim Ramolkogel hinauf bis werden muss. Anschließend flach über den
zum Spiegelferner. Das Gletscherbecken des Taschachferner, der zu einer steilen Rampe
Spiegelferners wird nun in südlicher Richtung vor dem Gipfelaufbau führt. Von hier entwe-
überquert, hinauf bis zu einer Mulde und wei- der über den Nordwest- oder Südwestgrat
ter in Richtung Scharte zwischen Mittlerem möglichst hoch hinauf. Die letzten Meter un-
und Hinterem Spiegelkogel (3.214 m). Knapp schwierig zu Fuß zum Gipfel (930 HM, 3,5 h).
links der Scharte auf den überfirnten Westgrat Die Abfahrt führt über schöne Südosthänge,
des Gipfels und über diesen bis zum felsigen wird jedoch von der Steilstufe beim Mitter-
Grat. Unschwierig über den Grat zum Gipfel karjoch unterbrochen.
(1.531 HM, 4 h).
Weitere Skitouren von der Breslauer Hütte:
Taufkarkogel (3.367 m) Vorderer Brochkogel (3.565 m), Hinterer Broch-
Von Vent über die Skipiste bis zur Bergstation kogel (3.635 m), Taufkarkogel (3.367 m)
Stablein (Liftunterstützung möglich). Nach
weiteren 250 Höhenmetern quert man in
Richtung Norden und steigt steil zum Weiß- Ausgangspunkt Vernagthütte
bach auf. Diesem folgt man in das Taufkar,
aus dem es unschwierig bis zum Taufkarfer- Hochvernagtspitze (3.530 m)
ner und weiter steil hinauf ins Taufkarjoch Klassischer Skitourenberg in den Ötztaler Al-
(3.218 m) geht. Hier erfolgt ein Wechsel auf pen, der von der Vernagthütte über den ge-
den Mittelbergferner, den man in westlicher ring geneigten Vernagtferner bestiegen wird.
Richtung unterhalb des Taufkarkogels quert. Von der Hütte über den Moränenkamm hin-
37

auf zum Großen Vernagtferner, steuert man


auf die große Felsinsel im Gletscher zu. Weiter
in nordwestlicher Richtung über die Hänge
empor zum Gipfel. An der folgenden Steilstu-
fe rechts haltend aufwärts und über das flache
Plateau zum Westgipfel (775 HM, 2,5 h).

Fluchtkogel (3.500 m)
Der Fluchtkogel ist vor allem wegen seiner
lohnenden Abfahrt über die ost- bis südost-
seitigen Gletscherhänge des Guslarferners
ein beliebter Skitourenberg. Der Aufstieg von
der Vernagthütte führt zuerst entlang der auf- Die Wildspitze ist sommers
fallenden Moräne nach Westen, in einem lan- wie winters imposant
gen Bogen um den Fuß der Hintergraslspitze
herum, bis zum Guslarferner. Weiter in Rich-
tung Westen hinauf zum Oberen Guslarjoch
(3.361 m). Das letzte Stück des Anstiegs steil
zu Fuß über den breiten Gletscherrücken zum
Gipfel. Bei günstigen Verhältnissen kann der
Gipfel auch mit Ski über die Flanke bestiegen
werden (728 HM, 2,5 h).

Schwarzwandspitze (3.461 m)
Von der Vernagthütte Aufstieg zum Großen
Vernagtferner. Man steuert teils steil, teils flach
über das freie Gletscherbecken den Kamm an,
der von der Schwarzwandspitze nach Norden
zieht. Vom Kamm noch etwa 30 Höhenme- Der Anstieg zur Weißkugel bietet
tern zu Fuß zum Gipfel (706 HM, 2,5 h). ein unübertroffenes Panorama

Hinterer Brochkogel (3.635 m)


Von der Vernagthütte zuerst in nördlicher,
ab ca. 2.900 Metern Seehöhe in nordöstli-
cher Richtung bis zum Kleinen Vernagtferner.
Nun auf den Südsporn der Petersenspitze zu,
in Richtung Brochkogeljoch (3.423 m). Etwa
auf einer Höhe von 3.200 Metern nach Osten
zum Vernagtjoch (3.400 m), wo man nach
links auf die flachere Rampe, die zum Gip-
felaufbau führt, gelangt. Zu Fuß weiter zum
Gipfel (950 HM, 3,5 h). Bei guten Verhältnis-
sen kann man auch mit Ski über die 150 Me-
ter hohe, steile Gipfelflanke abfahren.
Zahlreiche Skitourenmöglichkeiten rund um Vent
38

Weitere Skitouren von der Vernagthütte: Weißkugel herabzieht. Über diesen Rücken
Guslarspitzen (3.151 m, 3.126 m, 3.118 m), unschwierig auf den Gipfel (1.327 HM, 5 h).
Kesselwandspitze (3.414 m), Hochvernagtwand
(3.400 m), Wildspitze (3.774 m), Vorderer Broch- Saykogel (3.360 m)
kogel (3.565 m), Petersenspitze (3.484 m) Der erste Teil der Tour bis zur Bachquerung ist
ident mit jener auf die Fineilspitze. Nach der
Bachüberquerung in südöstlicher Richtung
Ausgangspunkt Hochjoch-Hospiz über die erste steile Stufe empor und weiter
über schöne Böden hinauf zum Kreuzfer-
Fineilspitze (3.516 m) ner. Man hält sich anfangs etwas links und
Schöne Skihochtour über flache und weite schwenkt in 3.200 Metern Seehöhe nach
Gletscherböden. Im Bereich des Hochjoch- rechts hinüber bis an den Fuß des Nordost-
baches ist auf die teils steilen und lawinenge- grates. In steilem Firn zu Fuß zum Gipfel. Bei
fährdeten Hänge zu achten. Von der Schutz- günstigen Bedingungen kann der Gipfel auch
hütte fährt man zuerst in südwestlicher mit Skiern bestiegen werden (1.065 HM, 3,5 h).
Richtung in den Talboden ab (2.292 m), den
man bei einer Brücke erreicht. Nun erfolgt Weitere Skitouren vom Hochjoch-Hospiz:
am jenseitigen Hang der Aufstieg bis zu ei- Kreuzkogel (3.338 m), Sennkogel (3.398 m),
nem Rücken und über diesen weiter zum Hauslabkogel (3.402 m), Egg (3.219 m), Inne-
Talboden des Hochjochtales (2.460 m), wo re Quellspitze (3.514 m), Hochvernagelwand
man den Bach überquert. Weiter in südlicher (3.433 m), Langtauferer Spitze (3.528 m),
Richtung bis auf ca. 2.600 m. Nun in östlicher Mutspitze (3.257 m), Guslarspitzen (3.151 m,
Richtung über den Hochjochferner hinauf 3.126 m, 3.118 m)
zum Hauslabjoch (3.283 m), wo man sich
kurz unterhalb rechts hält. Weiter bis zum
Skidepot. Unschwierig, aber ausgesetzt über AusgangspunktSimilaunhütte
Blöcke zum Gipfel (1.221 HM, 4,5 h).
Similaun (3.606 m)
Weißkugel (3.739m) Der Similaun gilt in den Ötztaler Alpen als
Ein Klassiker für Skitouren ist mit Sicherheit ein relativ einfacher Dreitausender, der eine
die Weißkugel, die mit ihrer auffälligen Py- atemberaubende Aussicht bietet. Dennoch
ramidenform die gesamte Umgebung über- handelt es sich um eine hochalpine Tour, die
ragt. Häufiger wird sie, aufgrund des kürze- keinesfalls unterschätzt werden darf.
ren Zustieges, von der Weißkugelhütte aus Von der Schutzhütte geht es ein kurzes
dem Langtaufertal/Südtirol bestiegen. Aber Stück zum Niederjochferner hinunter und
auch vom Hochjoch-Hospiz ist dieser Berg anschließend sanft in Richtung Osten zur
ein beliebtes Skitourenziel. Anfangs geht Firnschneide am Gipfelfuß. Hier wird das Ge-
es von der Hütte dem Sommerweg folgend lände wieder etwas steiler. Schließlich über
ohne viel Höhengewinn zum Hintereisfer- den schmalen Grat unschwierig zu Fuß zum
ner. Ab ca. 3.000 Metern Seehöhe hält man Gipfel (587 HM, 2 h).
sich links und steuert das Hintereisjoch an.
Von dort ein kurzes Stück auf dem Matscher Weitere Skitour von der Similaunhütte:
Ferner zum breiten Rücken, der von der Fineilspitze (3.516 m)
39

Ausgangspunkt Martin-Busch-Hütte LANGLAUFEN

Similaun (3.606 m) Loipe Ebenle


Durch das flache Niedertal zur Gletscherzun- Schöne und sonnige Loipe, die sich auf dem
ge des Niederjochferners. Hier linkshaltend Weg zu den Rofenhöfen befindet. Auf 1.950
und mittelsteil empor und weiter über das Metern Seehöhe führt die Strecke 1 km durch
flache Gletscherbecken bis zum Gipfelfuß. hügeliges Gelände.
Von hier zu Fuß über eine Stufe und über den
schmalen Grat zum Gipfel (1.106 HM, 4 h). Übungsloipe Vent
Unterhalb der Kirche am Ortsanfang von
Hintere Schwärze (3.624m) Vent befindet sich eine kurze (1 km) und
Von der Hütte in südlicher Richtung zum Nie- einfache Übungsloipe in leicht kupiertem
derjochbach und weiter um den nördlichen Gelände, die sich hervorragend für Anfänger
Marzellkamm herum. Nun steigt man zum eignet. Die richtige Technik können Lang-
Marzellferner auf, vorbei an den gefährlichen laufaspiranten bei Kursen der Schischule
Gletscherbrüchen. Ab ca. 3.150 Metern See- Vent erlernen.
höhe lässt man die Mutmalspitzen hinter sich
und erreicht eine Rampe, die steil hinauf zum SCHNEESPIELPLATZ
Gipfelgrat führt. Über diesen in sehr expo-
nierter Lage zu Fuß bis zum höchsten Punkt Mit dem Schneespielplatz wurde ein kleines
(1.250 HM, 4 h). Paradies für Kinder geschaffen. Für Eltern,
Großeltern und weitere Begleitpersonen
Kreuzkogel (3.338 m) stehen Bänke und Wellnessliegen zum Ent-
Der Kreuzkogel ist ein unscheinbarer Gipfel, spannen zur Verfügung. Die Kinder hingegen
bietet aber eine der schönsten gletscher- können in den Schneeburgen ihrer Fantasie
freien Abfahrten in den zentralen Ötztaler freien Lauf lassen oder mit dem Opa eine
Alpen, die vor allem bei Firn besonders loh- Schneeballschlacht veranstalten.
nend ist. Von der Hütte in Richtung Westen
steil hinauf zum Brizzisee (2.920 m). Weiter
bis unter den felsigen Gipfelaufbau. Nun
nach rechts bis zur Einsattelung. Von hier zu
Fuß unschwierig zum Gipfel (837 HM, 2,5 h).

Weitere Skitouren von der Martin-Busch-


Hütte:
Saykogel (3.360 m), Sennkogel (3.400 m),
Kreuzspitze (3.457 m), Fineilspitze (3.516 m),
Marzellkamm (3.147 m), Mittlere, Östliche u.
Westliche Marzellspitzen (3.532 m, 3.550 m,
3.529 m), Mutmalspitze (3.528 m)

Der Schneespielplatz in Vent


40

Alternativen
für weniger gutes Wetter

Der archäologische Freilichtpark Ötzi-Dorf bietet lebendige Einblicke in die jungsteinzeitliche Geschichte

Naturpark Ötztal Ötztaler Heimat- und Freilichtmuseum


Umfangreiches Naturparkprogramm (Nature Lehn 24, 6444 Längenfeld
Watch-Führungen, Geologische Führungen, T: +43 5253 5540 od. +43 664 4868555
Ausstellungen,etc.) info@oetztal-museum.at
Infos unter: www.oetztal-museum.at
Gurglerstraße 104, 6456 Obergurgl
T: +43 664 1210350 Ötztaler Schafwollzentrum
info@naturpark-oetztal.at Michael Regensburger
www.naturpark-oetztal.at Regensburger GmbH
6441 Umhausen
Ötzidorf in Umhausen T: +43 5255 5293
T: +43 5255 50022 regensburger@telering.at
F: +43 5255 50033 www.schafwolle.com
office@oetzi-dorf.at
www.oetzi-dorf.at Greifvogelpark Umhausen
Greifvögel hautnah erleben auf 5.000 m²
Stuibenfall in Umhausen und in einer Freiluftarena mit rund 300
Größter Wasserfall Tirols Sitzplätzen
Wanderweg ausgehend direkt vom Park- Täglich spektakuläre Flugvorführungen
platz des Ötzidorfes 15 Volieren für Adler, Geier, Milane, Eulen,
Bussarde, Raben & Falken
Therme - Aqua Dome Längenfeld www.umhausen.com/greifvogelpark
Oberlängenfeld 140, 6444 Längenfeld
T: +43 5253 6400 Zahlreiche weitere Möglichkeiten finden Sie
office@aqua-dome.at im Familien-Ausflugsfolder, der im Informati-
www.aqua-dome.at onsbüro Vent aufliegt.
41

Anreise

Von Graz mit der Bahn über Selzthal, Kitzbü-


hel, Wörgl und Innsbruck (eventuell umstei-
gen) bis zum Bahnhof Ötztal. Weiter mit dem
Linienbus 4194 nach Sölden (umsteigen)
und von dort nach Vent.

Anreise mit dem PKW


Osten, Norden: Von Wien/Linz/Salzburg auf
der A 1, A 8 und A 93 bis Kiefersfelden. An-
schließend auf der A 12 bis zur Ausfahrt Ötztal.
Anreise mit Bahn und Bus Weiter auf der B 186 nach Sölden und Zwiesel-
Osten, Norden: Mit der Bahn von Wien/Linz stein. Von dort rechter Hand auf der Landes-
über Salzburg, Innsbruck bis Ötztal Bahnhof. straße durch das Ventertal bis nach Vent.
Weiter mit dem Linienbus 4194 nach Sölden. Von Innsbruck auf der A 12 bis zur Ausfahrt
Von Sölden verkehren regelmäßig (im Som- Ötztal. Weiter siehe oben.
mer stündlich) Linienbusse der Ötztaler Ver- Westen: Von Bregenz auf der A 14, S 16 und A
kehrgesellschaft nach Vent. 12 bis zur Ausfahrt Ötztal. Weiter siehe oben.
Westen: Von Bregenz mit der Bahn über Lan- Süden: Von Klagenfurt auf der A 10 bis Salz-
deck bis Ötztal Bahnhof. Weiter mit dem Lini- burg. Weiter auf der A 8 bis Rosenheim und
enbus 4194 nach Sölden. Weiter mit dem Bus A93 bis Kiefersfelden. Von dort auf der A 12
nach Vent. bis zur Ausfahrt Ötztal. Weiter siehe oben.
Süden: Von Klagenfurt mit der Bahn nach Von Graz auf der A 9 bis Liezen und weiter auf
Schwarzach-St. Veit. Umsteigen in Richtung der B 146 über Schladming nach Radstadt.
Bregenz und weiter über Kitzbühel, Wörgl, In- Auf der A 10 von Radstadt bis Salzburg. Dann
nsbruck bis zum Bahnhof Ötztal. Dort weiter über die A 8 und A 93 bis Kiefersfelden und
mit dem Linienbus 4194 bis Sölden und von weiter auf der A 12 bis zur Ausfahrt Ötztal.
dort nach Vent. Weiter siehe oben.

Mobilität vor Ort


Ötztaler Verkehrsgesellschaft Sommerfahrplan: Mitte Juni bis Ende September
T: +43 5254 3550; www.oetztaler.at Winterfahrplan: Mitte Dezember bis ca. Ende
April
Linienbus 4194: Imst – Ötztal Bhf – Sölden –
Zwieselstein – Timmelsjoch; www.vvt.at Ötztal Shuttle:
vom Flughafen Innsbruck ins Ötztal (gegen
Linienbus von Sölden nach Vent Voranmeldung bzw. Buchung)
Ötztaler Verkehrsgesellschaft T: 0043 5254 3550
www.oetztaler.at, www.vent.at www.oetztaler.at
42

Partnerbetriebe
Bergsteigerdorf-Partnerbetriebe gehen speziell auf die Bedürfnisse von Wanderern, Berg-
steigern und Skitourengehern ein. Ein frühes Frühstück, Informationen zu Leihmaterial, die
Vermittlung eines Bergführers oder Tipps zu Touren gehören ebenso zur Serviceleistung wie
die Verwendung vieler regionaler Produkte in der Küche.
Außerdem erhalten Sie als Mitglied eines Alpinen Vereins (ÖAV, DAV, AVS, PZS, CAI) 10%
Ermäßigung auf das Standardangebot (Übernachtung mit Frühstück). Bitte Mitgliedschaft
bereits bei der Buchung bekannt geben und bei der Abrechnung den gültigen Mitglieds-
ausweis für alle Beteiligten vorlegen.

Hotel Alt Vent Tyrol Haus Reinstadler


Marzellweg 2, 6458 Vent Gampenweg 9, 6448 Vent
T: +43 5254 8130 T: +43 664 4488511
info@hotel-vent.at info@pension-reinstadler.at
www.hotel-vent.at www.pension-reinstadler.at

Haus Eberhard
Staatl. gepr. Berg- und Skiführer
Spiegelbachweg 1, 6458 Vent
T: +43 5254 8129
info@haus-eberhard.at
www.haus-eberhard.at

Schutzhütten
Breslauer Hütte (2.844 m) Winter: Anfang März bis Mitte Mai
DAV-Sektion Breslau T Hütte: +43 664 1412119
Schlafplätze: 50 Betten, 107 Lager Satelliten-T: +43 720 920315
Winterraum: 25 Betten, offen info@wieshof.at
Bewirtschaftungszeit: www.wieshof.at; www.dav-wuerzburg.de
Mitte Juni bis Ende September
T Hütte: +43 664 5300898 od. Martin-Busch-Hütte (2.501 m)
+43 676 9634596 DAV-Sektion Berlin
info@venterbergwelt.at Schlafplätze: 40 Betten, 72 Lager
www.dav-breslau.de; www.breslauerhuette.at Winterraum: 15 Betten, offen
Bewirtschaftungszeit:
Vernagthütte (2.755 m) Sommer: Mitte Juni bis Ende September
DAV-Sektion Würzburg Winter: März bis Anfang Mai (Pfingsten)
Schlafplätze: 62 Betten, 110 Lager T Tal: +43 5254 8130
Winterraum: 22 Betten, offen T Hütte: +43 664 3043151
Bewirtschaftungszeit: info@hotel-vent.at
Sommer: Anfang Juli bis Mitte September www.hotel-vent.at
43

Hochjoch-Hospiz (2.412 m) T Hütte: +39 0473 669711


DAV-Sektion Berlin Satelliten-T: +43 720 920439
Schlafplätze: 15 Betten, 45 Lager info@similaunhuette.com
Winterraum: 20 Betten, offen www.similaunhuette.com
Bewirtschaftungszeit:
Sommer: Mitte Juni bis Ende September Ramolhaus (3.006 m)
Winter: Mitte März bis Anfang Mai DAV-Sektion Hamburg u. Niederelbe
T Hütte: +43 664 7980 757 Schlafplätze: 26 Betten, 38 Lager
Satelliten-T: +43 720 920311 Winterraum: 10 Betten, offen
info@hochjoch-hospiz.at Bewirtschaftungszeit:
www.hochjoch-hospiz.at Sommer: Ende Juni bis Mitte
September
Brandenburger Haus (3.272 m) T Hütte: +43 664 8597694
DAV-Sektion Berlin info@edelweiss-gurgl.com
Schlafplätze: 25 Betten, 50 Lager www.edelweiss-gurgl.com
Winterraum: 8 Betten, offen
Bewirtschaftungszeit: Schöne Aussicht (2.845 m), privat
Sommer: Anfang Juli bis Mitte September Schlafplätze: 55 Betten, 18 Lager
T: +43 664 7980757 Bewirtschaftungszeit:
Satelliten-T: +43 720 910304 Sommer: Mitte Juni bis Anfang Oktober
brandenburgerhaus.vent@gmail.com Winter: Mitte November bis Anfang Mai
www.brandenburgerhaus.com T Hütte: +39 0473 662140
info@schoeneaussicht.it
Similaunhütte (3.019 m), privat www.schoeneaussicht.it
Schlafplätze: 40 Betten, 30 Lager
Bewirtschaftungszeit:
Sommer: Mitte Juni bis Anfang Oktober
Winter: Anfang/Mitte März bis Anfang Mai
44

Wichtige Adressen
Gemeindeamt Deutscher Alpenverein
Gemeindestraße 1, 6450 Sölden Sektion Breslau
T: +43 5254 2225 Heinrich-Ebner-Str. 17, 70372 Stuttgart
F: +43 5254 2225-18 T: +49 711 567585
amtsleiter@soelden.tirol.gv.at F: +49 7150 829057
www.dav-sektion-breslau.de
Ötztal Tourismus – Information Vent
Venterstraße 35, 6458 Vent Deutscher Alpenverein
T: +43 572 00260 Sektion Würzburg
F: +43 572 00261 Kaiserstr. 13, 97070 Würzburg
vent@oetztal.com T: +49 931 573080
www.vent.at F: +49 931 573090
www.dav-wuerzburg.de
Naturpark Ötztal
Gurglerstraße 104, 6456 Obergurgl Deutscher Alpenverein
T: +43 664 1210350 Sektion Hamburg und Niederelbe
info@naturpark-oetztal.at Döhrnstr. 4, 22529 Hamburg
www.naturpark-oetztal.at T: +49 40 600888 88
F: +49 40 600888-87
Österreichischer Alpenverein www.alpenverein-hamburg.de
Sektion Innerötztal
Vorsitzender: Josef Klotz Österreichischer Bergrettungsdienst
Schmiedhofstraße 40, 450 Sölden Bergrettung Sölden
T: +43 5254 2690 Dorfstraße 151, 6450 Sölden
oeav.inneroetztal@aon.at Josef Fiegl (Obmann)
T: +43 664 4428118
Deutscher Alpenverein soelden@bergrettung-tirol.com
Sektion Berlin www.br-soelden.at
Markgrafenstr. 11, 10969 Berlin NOTRUF: 140 oder 112
T: +49 30 2510943
F: +49 30 252999-89 Alpine Auskunft
www.dav-berlin.de T: +43 512 587828
www.alpine-auskunft.at

AUSRÜSTUNGSVERLEIH Sportalm, nur im Winter


T: +43 5254 813053
Venter Kaufhäusl www.skiverleih-vent.at
T.: +43 660 8103127
www.venter.at BERGFÜHRER VENT

Bergführerstelle Vent Bergführerstelle Vent


T.: +43 5254 8106 T: +43 5254 8106
www.bergfuehrer-vent.at www.bergfuehrer-vent.at
45

Wanderkarten
Alpenvereinskarte Nr. 30/1 USB-Stick) – UTM- und Geographische Koor-
Ötztaler Alpen - Gurgl (Weg und Ski) dinaten – Distanzmessung, Zeichenfunkti-
Maßstab 1:25.000 on– GPS-Routenplanung (Waypoints, Tracks)

Alpenvereinskarte Nr. 30/2 Österreichische Karte (ÖK)


Ötztaler Alpen - Weißkugel (Weg und Ski) Maßstab 1:50.000
Maßstab 1:25.000 ÖK50-BMN Nr. 172, 173
ÖK50-UTM Nr. 2103, 2109
Alpenvereinskarte Nr. 30/6
Ötztaler Alpen - Wildspitze (Weg und Ski) Maßstab 1:25.000
Maßstab 1:25.000 ÖK25V-UTM Nr. 2103 West/Ost

Alpenvereinskarten Digital Freytag & Berndt Wanderkarte Nr. 251


Maßstäbe 1:25.000 und 1:50.000 (sämtliche Maßstab 1:50.000
Alpenvereinskarten der Alpenregon auf

Impressum, Bildnachweis, Literatur


Herausgeber: Österreichischer Alpenverein, Olympiastr. 37, 6020 Innsbruck
Texte: Regina Stampfl, Roland Kals (arp Salzburg), Bianca Klotz (Ötztal Tourismus, Vent), Thomas
Schmarda (Naturpark Ötztal), Kilian Scheiber (Bergführerstelle Vent), Peter Haßlacher, Christina Schwann
Grafik: SuessDesign.de
Layout und Redaktion: Marion Hetzenauer, ÖAV
Druck: Sandler Print & Packaging, Marbach

Bildnachweis:
Bauer, Alfons (Ötztal Tourismus): S. 39 Ritschel, Bernd (Ötztal Tourismus): S. 6, 14, 15, 16,
Brey, Anton (Ötztal Tourismus): S. 1 20, 28, 30, 43
Christoph Schöch Photography: S. 40 Ötztal Tourismus: S. 17 u., 21, 22, 23, 25 u., 27, 33,
Holzknecht, Elias: S. 31 37 o.
Kranebitter, Klaus (Ötztal Tourismus): S. 32 Scheiber, Peter: S. 10
Lohmann, Alexander Maria: S. 48 Schlosser, Hannes: S. 11, 14, 17 o., 26 u.
Nösig, Isidor (Ötztal Tourismus): S. 8-9 Schwann, Christina: S. 24, 25 o., 26 o.,
Mangold, Guido (Ötztal Tourismus): S. 35, 37 m., 37 u. Umweltbundesamt Austria: S. 4

Literaturangaben:
Barnick, H. (1981): Erstes Ruhegebiet in Tirol. In: Berichte zur Raumforschung und Raumplanung 25, H.
5/6, S. 30-31.
Bätzing, W. (2002): Leitideen für eine nachhaltige Tourismusentwicklung im Ötztal, Tirol. In: Luger, K. u.
46

F. Rest (Hrsg.): Der Alpentourismus. Entwicklungspotenziale im Spannungsfeld von Kultur, Ökonomie


und Ökologie. Innsbruck, Wien, München, Bozen: Studien Verlag, S. 465-490.
Bodini, G. (1998): Auf den Spuren des Mannes aus dem Eis: Schnalstal- Vinschgau-Vent. Kulturverein
Schnals (Hrsg.). Schnals.
DAV, OeAV & AVS – Hrsg. (2005): Die Alpenvereinshütten (Band I: Ostalpen), 9. Auflage. Bergverlag Ro-
ther; München, 555 S., Karten u. Übersichtsskizzen.
Freiberger, P. (2004): Frühling auf 3.000 m. Frühjahrsskitouren im Hochvernagt. In: Bergsteiger Heft 3;
München, S. 26-31.
Haid, H. (2000): Sölden im Ötztal. Natur und Kultur, Ruhegebiet Ötztaler Alpen. OeAV-Reihe – Bundeslän-
der, Band 7. Studien Verlag; Innsbruck, 107 S.
Haßlacher, P. (1998): Alpine Ruhegebiete – Trümpfe für Naturschutz und Tourismus. In: CIPRA Interna-
tional (Hrsg.): 1. Alpenreport: Daten, Fakten, Probleme, Lösungsansätze. Verlag Paul Haupt; Bern,
Stuttgart, Wien, S. 300-307.
Haßlacher, P. (2004): Entwicklung und Förderung von Bergsteigerdörfern. Zukunftsaufgabe bei der
Umsetzung der Alpenkonvention. Fachbeiträge des OeAV – Serie: Alpine Raumordnung, Nr. 24;
Innsbruck, S. 36-45.
Haßlacher, P. (2004): Schluss mit der Gletscherliebe? Der Naturschutz hat in den Ötztaler Alpen viel zu
verlieren. In: BERG Alpenvereinsjahrbuch 2004 (= Zeitschrift Bd. 128). München, Innsbruck, Bozen, S.
28-35.
Haßlacher, P. (2004): Vent. Die Renaissance des Bergsteigerdorfes. In: BERGE (= Das internationale Maga-
zin der Bergwelt) Nr. 2, S. 32-35.
Haßlacher, P. – Red. (2004): Die Alpenkonvention – Markierungen für ihre Umsetzung.
Herbke, S. (2005): Rund um Vent – Ötztaler Weißheiten. In: Panorama (= Mitteilungen des Deutschen
Alpenvereins), Nr. 1, 57. Jg; München, S. 29-37.
Klier, W. (1993): Ötztaler Alpen – Gebietsführer für Wanderer und Berg-steiger. Bergverlag Rudolf Rother;
München, 278 S.
Klier, W. (1993): Ötztaler Alpen (Alpenvereinsführer). Bergverlag Rudolf Rother; München, 569 S.
Oberwalder, L., N. Mailänder, H. Haid, F. Fliri, P. Haßlacher (2004): Franz Senn – Alpinismuspionier und
Gründer des Alpenvereins. Tyrolia-Verlag; Innsbruck, Wien, 199 S.
Peterka, F. (1988): Zentralalpenweg 02: Donautal-Alpenhauptkamm-Rheintal. 3., verbesserte Auflage,
Verlag Wienerwald; Langenzersdorf, 211 S.
Schall, K., R. Weiss, S. Weiss u. Kärntner u. Osttiroler Bergführer (1998): Genuss-Schitourenatlas (Südtirol &
Österreich Süd). 1. Aufl., Schall Verlag; Wien, 308 S.
Schlosser, H.: Naturkundlicher Führer Via Alpina – Ötztaler Alpen, Bundesländer Bd 16, Oesterreichischer
Alpenverein (Hrsg.), Innsbruck, 2007, 150 S.
Seibert, D. (1988): Ötztaler Alpen (Skiführer). Bergverlag Rudolf Rother; München, 169 S.
Sektion Berlin, Sektion Breslau, Sektion Würzburg – Hrsg. (2004): Informationsbroschüre: Venter Ski-
Rundtour (Ötztaler Alpen), 11 S.
Tourismusverband Vent – Hrsg. (2005): Venter Skirunde – Ötztaler Klassiker. Informationsfalter; Vent, 4 S.
Weiss, R. (1988): Ötztaler Alpen (Skitouren). Steiger Verlag. Berwang, 296 S.
Witty, S. (2004): Klassische Skirundtour im Ötztal wieder möglich. In: DAV-Panorama H. 2; München, S.
100-101.
Richtiges Verhalten in den Bergen

Als Natursport bietet Bergwandern große Chancen für Gesundheit, Gemeinschaft und Erlebnis. Die
folgenden Empfehlungen der alpinen Vereine dienen dazu, Bergwanderungen möglichst sicher und
genussvoll zu gestalten.

1. Gesund in die Berge: Bergwandern ist Ausdauersport. Die positiven Belastungsreize für Herz und
Kreislauf setzen Gesundheit und eine realistische Selbsteinschätzung voraus. Vermeide Zeitdruck
und wähle das Tempo so, dass niemand in der Gruppe außer Atem kommt.
2. Sorgfältige Planung: Wanderkarten, Führerliteratur, Internet und Experten informieren über Länge,
Höhendifferenz, Schwierigkeit und die aktuellen Verhältnisse. Touren immer auf die Gruppe abstimmen!
Achte besonders auf den Wetterbericht, da Regen, Wind und Kälte das Unfallrisiko erhöhen.
3. Vollständige Ausrüstung: Passe deine Ausrüstung deiner Unternehmung an und achte auf ein geringes
Rucksackgewicht. Regen-, Kälte- und Sonnenschutz gehören immer in den Rucksack, ebenso Erste-
Hilfe-Paket und Mobiltelefon (Euro-Notruf 112). Karte oder GPS unterstützen die Orientierung.
4. Passendes Schuhwerk: Gute Wanderschuhe schützen und entlasten den Fuß und verbessern
die Trittsicherheit! Achte bei deiner Wahl auf perfekte Passform, rutschfeste Profilsohle,
Wasserdichtigkeit und geringes Gewicht.
5. Trittsicherheit ist der Schlüssel: Stürze, als Folge von Ausrutschen oder Stolpern, sind die häufigste
Unfallursache! Beachte, dass zu hohes Tempo oder Müdigkeit deine Trittsicherheit und Konzentration
stark beeinträchtigen. Achtung Steinschlag: Durch achtsames Gehen vermeidest du das Lostreten
von Steinen.
6. Auf markierten Wegen bleiben: Im weglosen Gelände steigt das Risiko für Orientierungsverlust,
Absturz und Steinschlag. Vermeide Abkürzungen und kehre zum letzten bekannten Punkt zurück, wenn
du einmal vom Weg abgekommen bist. Häufig unterschätzt und sehr gefährlich: Steile Altschneefelder!
7. Regelmäßige Pausen: Rechtzeitige Rast dient der Erholung, dem Genuss der Landschaft und der
Geselligkeit. Essen und Trinken sind notwendig, um Leistungsfähigkeit und Konzentration zu erhal-
ten. Isotonische Getränke sind ideale Durstlöscher. Müsliriegel, Trockenobst und Kekse stillen den
Hunger unterwegs.
8. Verantwortung für Kinder: Beachte, dass Abwechslung und spielerisches Entdecken für Kinder im
Vordergrund stehen! In Passagen mit Absturzrisiko kann ein Erwachsener nur ein Kind betreuen. Sehr
ausgesetzte Touren, die lang anhaltende Konzentration erfordern, sind für Kinder nicht geeignet.
9. Kleine Gruppen: Kleine Gruppen gewährleisten Flexibilität und ermöglichen gegenseitige Hilfe.
Vertraute Personen über Ziel, Route und Rückkehr informieren. In der Gruppe zusammen bleiben.
Achtung Alleingänger: Bereits kleine Zwischenfälle können zu ernsten Notlagen führen.
10. Respekt für Natur und Umwelt: Zum Schutz der Bergnatur: Keine Abfälle zurücklassen, Lärm
vermeiden, auf den Wegen bleiben, Wild- und Weidetiere nicht beunruhigen, Pflanzen unberührt
lassen und Schutzgebiete respektieren. Zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel verwenden oder
Fahrgemeinschaften bilden.

Sicher Bergwandern:10 Empfehlungen des Österreichischen Alpenvereins/ CAA

Alpiner Notruf: 140


Internationaler Notruf: 112
Vent im Ötztal
Großes Walsteral Mauthen
Ginzling im Zillertal Ramsau bei Berchtesgaden
Grünau im Almtal Region Sellraintal
Hüttschlag im Großarltal Schleching – Sachrang
Jezersko Steinbach am Attersee
Johnsbach im Gesäuse Steirische Krakau
Kreuth St. Jodok, Schmirn- und Valsertal
Lesachtal Tiroler Gailtal
Lungiarü Val di Zoldo
Lunz am See Villgratental
Mallnitz Weißbach bei Lofer
Malta Zell-Sele
Matsch ab Sommer 2019: Gschnitztal, Luče

www.bergsteigerdoerfer.org