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Ramsau bei Berchtesgaden

Nationalpark-Gemeinde am Fuße des Watzmanns


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Druck gefördert durch das Bayerische Staatsministerium


für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie

Bayerisches Staatsministerium für


Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie

Die „Bergsteigerdörfer” sind eine Initiative des Österreichischen Alpenvereins, des Deutschen
Alpenvereins, des Alpenvereins Südtirol, des Alpenvereins Slowenien (Planinska Zveza Slovenije)
und des Club Alpino Italiano (CAI).
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Inhalt

Bergsteigerdörfer und Alpenkonvention  04


Vorwort  06
Ramsau bei Berchtesgaden  08
Geschichtliches  10
Besonderheiten  14
Tourentipps Sommer  20
Tourentipps Winter  38
Schlechtwetteralternativen44
Erreichbarkeit und Mobilität vor Ort  45
Partnerbetriebe & Schutzhütten 46
Wichtige Adressen 48
Karten & Führer 49
Impressum und Bildnachweise 50

2. Auflage, München 04/2020


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Bergsteigerdörfer. Mosaiksteine
einer gelebten Alpenkonvention
!

Legend Augsburg
!
Linz
!
!
Wien
National border
München
GERMANY
!
Perimeter Alpine Convention
Freiburg
!
! City
River Kempten
!
Salzburg
!
Lake Basel
! Bregenz Leoben
Glaciated area (> 3000 m) ! !
Zürich
!
Innsbruck
S WI TZ E R LAN D Vaduz
!
AUST RIA !
Graz
Luzern !

Bern !
!
LIECHTENSTEIN
Thun
!
Villach Klagenfurt Maribor
! !
!
Lausanne
! Bolzano Jesenice
! !

Kranj
Genève !
!
Ljubljana
Trento !
! Nova Gorica
Annecy ! Zagreb

!
Lyon
!
SLOVENIA !

Bérgamo Trieste
Chambéry ! !
!
Bréscia
Milano
Novara Pádova ! Venézia
!
! Verona Rijeka
! ! ! !
Grenoble
!

Torino
!

Parma
ITALY !

FRANCE
Bologna
!
Génova
!

La Spézia
!

Nice Firenze
!
!

MONACO
Marseille

O
Scale: 1 : 3,300,000
!

0 25 50 100 150 200


km

Anwendungsbereich der Alpenkonvention;


Quelle: 2. Alpenzustandsbericht der Alpenkonvention - Wasser, 2008; Autor: Umweltbundesamt Austria

Die Alpenkonvention – ein völkerrechtlicher Entwicklungsinstrument neue Bedeutung. Es


Vertrag der acht Alpenstaaten und der Euro- gilt, die Protokolle der Alpenkonvention wo
päischen Gemeinschaft; eine Vereinbarung auch immer möglich anzuwenden, nicht nur
mit höchsten Zielsetzungen für die nachhalti- im Rahmen von Genehmigungsverfahren,
ge Entwicklung im alpinen Raum, ein Meilen- sondern insbesondere im Hinblick auf inno-
stein in der Geschichte des Umweltschutzes vative Ideen für eine nachhaltige wirtschaft-
... möchte man meinen. Ganz so ist es aber liche Entwicklung auf lokaler Ebene.
leider nicht. Seit den 1950-er Jahren, in denen
die Idee zur Alpenkonvention erstmals in den Der Österreichische Alpenverein war maß-
Gründungsdokumenten der internationalen geblich am Zustandekommen der Alpenkon-
Alpenschutzkommission CIPRA aufscheint, vention mit ihren Protokollen beteiligt. Seit
bis zum Inkrafttreten 1995 und bis zum Be- jeher versucht er, die Alpenkonvention für die
ginn der Umsetzung 2002 war und ist es ein breite Öffentlichkeit fassbar zu machen, sie
langer Weg. Aber gerade jetzt, wo die sozia- von dem – zugegebenermaßen zum Teil sehr
len Probleme der Welt jeden Umweltschutz- komplizierten Juristenlatein – loszulösen und
gedanken mehr denn je in den Hintergrund in ganz konkreten Projekten mit der Bevölke-
drängen, gewinnt die Alpenkonvention als rung umzusetzen.
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Eines dieser Beispiele ist die Initiative „Berg- rengehen, Schneeschuhwandern, Langlaufen
steigerdörfer”. Im mittlerweile internationa- und Rodeln stehen auf dem Programm. Auch
len Projekt legen die Alpenvereine bereits bei schlechtes Wetter ist kein Hindernis, sich
der Auswahl der Bergsteigerdörfer in Öster- draußen zu bewegen: Von geführten geolo-
reich, Deutschland, Italien und Slowenien be- gischen oder ornithologischen Wanderungen
sonderes Augenmerk auf die Geschichte der bis hin zum Besuch von Bergwerksstollen,
Gemeinden, auf ihre Entscheidungen in der Museen und alten Werkstätten gibt es eine
Vergangenheit und ganz besonders auf ihre Vielzahl von Möglichkeiten. Oft reichen aber
zukünftigen Entwicklungsziele. Denn nicht auch schon ein warmes, trockenes Plätzchen
jedes Bergsteigerdorf aus den Anfangsjahren am Ofen, eine Tasse Tee und ein gutes Buch
des Alpintourismus ist bis heute ein solches – zum Beispiel über die Alpingeschichte der
geblieben. Viele Gemeinden haben sich ganz Region –, um einen verregneten Nachmittag
dem Wintertourismus verschrieben, haben zu genießen.
die Berghänge planiert, entwässert, Speicher- Kurzum, die Bergsteigerdörfer sollen eine
seen gegraben, gesprengt, Seilbahnen errich- Gästeschicht ansprechen, die sich Urlaubsor-
tet, Hotelburgen gebaut – "alles für den Gast". te aussucht, in denen es noch einigermaßen
Für die ortsansässige Bevölkerung resultiert „normal” zugeht. Gäste, die einen Aktiv-Ur-
daraus die Abhängigkeit von einem sich im- laub in der Natur erleben wollen, die Eigen-
mer schneller drehenden Erschließungs-Ka- verantwortung und Umweltbewusstsein
pital-Kreisel, dessen Höhepunkt noch nicht mitbringen oder zumindest sehr offen dafür
erreicht scheint. sind. Und mit dem Besuch in einem der Berg-
Mit den Bergsteigerdörfern nehmen sich steigerdörfer entsteht eine echte Symbiose:
die projekttragenden Alpenvereine mit den Denn während der Gast endlich den Alltag
Sektionen und dem Ständigen Sekretariat hinter sich lassen kann, werden in den Ge-
der Alpenkonvention sowie mit Hilfe ande- meinden Arbeitsplätze gehalten, können
rer Partner aus öffentlicher Verwaltung und kleine Gastronomiebetriebe ihr Auskommen
Tourismus jener Gemeinden an, die sich be- finden, werden Nächtigungen auf Schutz-
wusst für eine nachhaltige, eigenständige hütten gebucht, findet das regionale, kulina-
und selbstbewusste Entwicklung entschie- rische Angebot seine Abnehmer – und genau
den haben. Merkmale aller Bergsteigerdörfer DAS entspricht einer gelebten Umsetzung
sind ihre Kleinheit und Ruhe, ihre Lage im der „Alpenkonvention”: Die Balance zwischen
Alpenraum mit einer entsprechenden Relief- Schutz der Gebirgsregionen und einer nach-
energie, ihr harmonisches Ortsbild, ihre alpi- haltigen Wirtschaftsentwicklung. Oberstes
ne Geschichte, ihre gelebten Traditionen und Ziel ist es, die Wertschöpfung in der Region
ihre starke Alpinkompetenz. zu halten und nicht an irgendeinen regions-
Zusammen mit den Sektionen des Alpen- fremden Investor abzugeben.
vereins wird an einer umfangreichen Ange- Die Zeit wird zeigen, ob sich Geduld und Fleiß
botspalette an Aktivitäten, die ohne techni- auszahlen werden, aber wir – das internatio-
sche Hilfsmittel auskommen, gearbeitet. Je nale Projektteam Bergsteigerdörfer – sind da-
nach Charakter des Bergsteigerdorfes kann von überzeugt: Die Bergsteigerdörfer können
sich der Gast in einer weitestgehend unver- eine echte Vorreiterrolle für die Umsetzung
brauchten Landschaft aktiv erholen: Wan- der Alpenkonvention im Alpenraum einneh-
dern, Bergsteigen, Klettern, Bouldern, Skitou- men.
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Herzlich willkommen in Ramsau!

„Die Liebe zur Heimat ist Selbstbeherrschung Bergpioniere wie der Geometer Valentin Sta-
in der Lebensführung“. nic (Erstbesteigung Watzmann-Mittelspitze
August 1800) durchstiegen steile Wände,
Bereits vor mehr als 2000 Jahren sagte dies
um die Gipfel zu erreichen und das Land zu
der altgriechische Philosoph Platon. Und
vermessen. Der Bergführer Johann Grill, der
nicht wenige Inhalte der Kriterien, die der
„Kederbacher“ aus der Ramsau, durchstieg
Alpenverein für ein Bergsteigerdorf definiert,
1881 die Watzmann Ostwand. Die Künstler
finden sich in diesen Worten wieder.
rühmten mit ihren Gemälden die Schönheit
Ramsau, das erste Bergsteigerdorf in der Berge, und so stehen in der Ramsau im
Deutschland. Eine beeindruckende Bergwelt, 19. Jahrhundert die Wiegen von Alpinismus
Natur, wie man sie woanders kaum mehr er- und Tourismus.
lebt und fühlt, Alpingeschichte und alpine
Ramsau ist die Heimat großartiger Alpinisten
Kompetenz, maßgebliche Argumente für das
wie Hermann Buhl (Erstbesteiger des Nanga
Prädikat „Bergsteigerdorf“.
Parbat 1953) und auch großer Alpinsportler
Es ist aber auch das Wesen der Bewohner hier, wie Toni Palzer (Weltmeister Skibergsteigen).
deren Liebe zur Heimat, deren Wertschät-
Ein Stück Alpinkompetenz steckt in der Rams-
zung der Natur gegenüber, ja auch die Selbst-
au in jedem Einheimischen, und in keiner an-
beherrschung in der Lebensführung dahin-
deren Gemeinde findet der Gast eine solche
gehend, dass weniger manchmal mehr ist.
Dichte an Bergführern.
Ramsau war aufgrund seiner Lage immer
Um das Prädikat „Bergsteigerdorf“ zu erlan-
schon ein Bergsteigerdorf. Der Ort ist von
gen, mussten wir uns nicht verbiegen. Sanfter
markanten, hohen Bergen umschlossen und
Tourismus ist ein Synonym für Ramsau. Als
öffnet sich nur durch das enge Tal Richtung
Teil der Biosphärenregion Berchtesgadener
Berchtesgaden.
Land, heilklimatischer Kurort und als Ge-
Ohne den Weg über das Gebirge zu nehmen, meinde mit einem großen Flächenanteil im
wäre eine Ansiedlung kaum möglich gewe- einzigen Hochgebirgsnationalpark Deutsch-
sen. Es galt, das Vieh auf steilen Pfaden auf die lands ist hier kein Platz für Schneekanonen,
Almen zu treiben, um die bäuerliche Existenz Massen- und Eventtourismus. Hier ist Platz für
zu sichern; genau so wie das im Berchtesga- Bewegung aus eigener Kraft.
dener Bergwerk gewonnene Salz auf dem
wichtigen Handelsweg über den Hirschbichl-
Pass zu transportieren.
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Ich bin stolz, dass alles, was bei uns immer


schon selbstverständlich war, eine Würdi-
gung erfährt. Glücklich, dass unsere nachhal-
tige Lebensführung Bestätigung findet und
den nachfolgenden Generationen eine gute
Lebensgrundlage erhalten bleibt.
Ich hoffe, das Bergsteigerdorf Ramsau rückt
mit dieser Auszeichnung in das Bewusstsein
derer, die genau das suchen: ein Dorf mit
einem intakten Miteinander der Einwohner,
einen authentischen Ort mit gelebter Gast-
freundschaft und Tradition, mit wertvoller
Kulturlandschaft und großartigen Bergen.
Mit dem Prädikat „Bergsteigerdorf“ geben wir
ein Qualitätsversprechen an Dritte ab.
Ich freue mich, die ganze Ramsau freut sich,
Sie im Bergsteigerdorf Ramsau willkommen
zu heißen.

Herzlichst
Ihr

Herbert Gschoßmann
Bürgermeister
Gemeinde Ramsau

Ramsauer Trachtenverein vor der


Pfarrkirche St. Sebastian
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Die Ramsau
Nationalpark-Gemeinde am Fuße des Watzmanns

LAGE
Die Gemeinde Ramsau b. Berchtesgaden liegt Der Nationalpark Berchtesgaden, Deutsch-
auf einer Seehöhe von 630 – 2.713 m üNN im lands einziger Nationalpark in den Alpen,
südöstlichsten Zipfel Bayerns, angrenzend an wurde 1978 gegründet. Die geschützte Hoch-
das Bundesland Salzburg. gebirgslandschaft erstreckt sich auf 210 km²
Mit ca. 1.700 Einwohnern ist sie eine der zwischen 603 und 2.713 m üNN. Rund 250 km
kleinsten eigenständigen Gemeinden im Wanderwege und Steige eröffnen unzählige
Landkreis Berchtesgadener Land. Ramsau be- Möglichkeiten, die unberührte Natur zu ent-
sitzt das Prädikat „Heilklimatischer Kurort“ im decken:
heilklimatischen Kurgebiet des Berchtesga- www.nationalpark-berchtesgaden.de
dener Landes und liegt in der Biosphärenre-
GEBIRGSGRUPPEN
gion Berchtesgadener Land (www.brbgl.de).
Berchtesgadener Alpen
Die Gemeindefläche beträgt ca. 130 km², wo- Watzmann
bei sich davon rund 2/3 der Fläche im Natio- Hochkalter
nalpark Berchtesgaden befindet. Reiteralm
Lattengebirge

WICHTIGE GIPFEL
Watzmann – Mittelspitze (2.713 m)
Watzmann – Südspitze (2.712 m)
Hochkalter (2.607 m)
Blaueisspitze (2.481 m)
Hocheisspitze (2.523 m)
Kammerlinghorn (2.508 m)
Stadelhorn (2.286 m)
Schärtenspitze (2.153 m)
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Ramsau und die Berchtesgadener Alpen mit Watzmann (links)


und Hochkalter (Mitte) und Reiteralm (rechts) vom „Toten Mann“

ALPENVEREINSHÜT TEN WEITERE SCHUTZHÜT TEN


Blaueishütte (1.651 m) Wimbachgrieshütte (1.327 m)
(N 47° 35,210', O 12° 52,172') Naturfreunde Deutschland, Bezirk München
DAV-Sektion Berchtesgaden
Kührointhütte am Watzmann (1.420 m)
www.blaueishuette.de
www.kuehroint.com
Kärlingerhaus (1.630 m)
(N 47° 29,733, O 12°56,233)
DAV-Sektion Berchtesgaden
www.kaerlingerhaus.de
Watzmannhaus (1.930 m)
(N 47° 34,274', O 12° 52,040')
DAV-Sektion München
www.davplus.de/watzmannhaus
Neue Traunsteiner Hütte (1.570 m)
(N 47° 37,691’ , O 12° 48,059')
DAV-Sektion Traunstein
www.traunsteinerhuette.com
Ingolstädter Haus (2.119 m)
(N 47° 30,100’ , O 12° 53,233')
DAV-Sektion Ingolstadt
www.ingolstaedter-haus.de

Die Hütte erfüllt die Standards des Die Hütte ist Teil der Initiative "So schmecken die Berge",
Umweltgütesiegels der Alpenvereine d.h. es wird besonderer Wert auf Nachhaltigkeit und
(Details unter www.alpenverein.de/Huetten). die Verwendung regionaler Produkte gelegt.
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Geschichtliches

Ramsauer Holzknechte

„Ramsau Juwel der Alpen“ , auf kaum eine ein Warenaustausch zwischen Berchtesgaden
der vielen Ortschaften in den Alpen trifft die- und dem Pinzgau stattfand.
se Aussage mehr zu als auf die Ramsau im Als Unterkunftsstätte für die Fuhrleute er-
Berchtesgadener Land. Umrahmt von den richtete man um das Jahr 1500 eine Taver-
Berchtesgadener Alpen mit den südlich gele- ne, 1512 ließ Fürstpropst Gregor Rainer die
genen Gebirgsstöcken Watzmann, Hochkal- Ramsauer Pfarrkirche erbauen. Diese Kirche
ter und Reiteralm sowie den sanften Höhen ist das Wahrzeichen der Ramsau und hat ob
des Lattengebirges und des Toten Mannes ihrer Schönheit und Lage Bekanntheit in der
im Norden hat sich die kleine Nationalpark- ganzen Welt erlangt. Als 1611 durch Erzbi-
Gemeinde einen Großteil ihrer jahrhunder- schof Wolf Dietrich die Zufahrt von Bad Rei-
tealten Kultur und Tradition bewahrt. Auf chenhall nach Berchtesgaden über Hallthurm
Grund der exponierten Lage ist es den Be- gesperrt wurde, ließ der baierische Herzog
wohnern gelungen, erfolgreich Gemeinde- Maximilian I. einen neuen Fahrweg über
und Gebietsreformen zu überstehen und ihre Schwarzbachwacht durch die Ramsau nach
Eigenständigkeit zu behalten. Der westlich Berchtesgaden anlegen. Die touristische Ent-
von Berchtesgaden gelegene Ort mit seinen deckung der Ramsau vollzieht sich in meh-
Gnotschaften Au, Antenbichl, Schwarzeck reren Phasen durch adlige und bürgerliche
und Taubensee wurde erstmals im Jahr 1295 Entdeckungsreisende. Zu den ersten Über-
urkundlich unter dem Namen „Ramsaw“ er- nachtungsgästen zählen die Angehörigen
wähnt. Es darf angenommen werden, dass des bayerischen Herrschaftshauses, die in
schon zu dieser Zeit über den Hirschbichlpass den fürstpröpstlichen Revieren ihrer Jagdlei-
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Salzsäumer aus
früherer Zeit

denschaft frönten. Im Jahr 1803 verliert die sauer Gamsjagern Tatz und Wein die Erstbe-
Fürstpropstei Berchtesgaden und damit auch steigung des Hochkaltergipfels (2607 m). Tatz
die Ramsau ihre Selbstständigkeit und wird und Wein gehören somit zu den Vorläufern
dem Kurfürstentum Salzburg eingegliedert. der Erfolgsgeschichte der Ramsauer Berg-
1805 wird die Straße von Berchtesgaden über führer. 1875 erfolgt die Gründung der Sektion
Ramsau-Hintersee bis hinüber in den Pinzgau Berchtesgaden im Deutschen Alpenverein.
ausgebaut und für vierspännige Frachtwagen Zu den ersten Mitgliedern gehört auch der
befahrbar gemacht. 1810 steht wiederum ein Ramsauer Bergführer Johann Grill vom Ke-
Regierungswechsel bevor, Berchtesgaden derbachlehen. Ihm gelingt am 6. Juni 1881
und auch die Ramsau werden zusammen mit mit dem Wiener Bergsteiger Otto Schück die
Salzburg mit dem Königreich Baiern verei- Erstdurchsteigung der Watzmann-Ostwand.
nigt, und 1812 wird aus dem Vikariat Ramsau
eine eigene Pfarrei gebildet. Ein weiterer Mei- Der Bergführer Johann Grill "Kederbacher"
lenstein zur Erschließung der Ramsau erfolgt
1816 mit dem Ausbau des Fahrweges von
Ramsau über die Schwarzbachwacht nach
Bad Reichenhall. Ebenso wird mit der Errich-
tung der Soleleitung von Berchtesgaden über
Ramsau nach Bad Reichenhall begonnen. Die
Anlage bleibt über 100 Jahre in Betrieb.
Der „Ramsauer Soleleitungsweg“ (eines der
attraktivsten Teilstücke des SalzAlpenSteiges)
gehört heute zu den schönsten Panorama-
Wanderwegen des Berchtesgadener Landes.

Alpingeschichte
Auch den Bergsteigern ist Ramsau als idealer
Ausgangsort für Gipfeltouren nicht verbor-
gen geblieben. Der höchste Berg auf Ramsau-
er Gemeindegebiet, der 2713 m hohe Watz-
mann wird bereits im August 1800 von dem
Slowenen Valentin Stanic erstiegen. Im Jahr
1830 gelingt dem Salzburger Bischof Fürst
Friedrich von Schwarzenberg mit den Ram-
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Das imposante Wimbachgries mit dem Hochkaltermassiv

Der „Kederbacher“ ist erster autorisierter (1907 Gründung eines eigenen Vereins in
Bergführer Deutschlands und zählte zu den Ramsau). Dieser bemüht sich, den steigen-
weltweit besten Führern seiner Zeit. den Anforderungen der Besucher und Gäste
der Ramsau Rechnung zu tragen. Der seit
Dem großen Ansturm von Bergfreunden aus
1847 begehbare Triftsteig durch die Wim-
aller Welt wird mit dem Neu- und Ausbau
bachklamm wird erneuert und ausgebaut.
von Berghütten Rechnung getragen. So wird
Weitere Wege und Steige werden angelegt,
1888 nach 14-monatiger Bauzeit das Watz-
im Jahr 1922 kann unterhalb des Blaueisglet-
mannhaus auf 1928 m Höhe erbaut. 1898 er-
schers von der Alpenvereinssektion Hochland
richtet man auf dem Hocheck eine hölzerne
in 1.750 m Höhe eine Schutzhütte errichtet
Unterstandshütte. Leider lassen auch Unfälle
werden, die Eröffnung der Wimbachgries-
in den Bergen nicht lange auf sich warten,
hütte (1.327 m) als alpiner Stützpunkt des
schon im Jahr 1900 sterben zwei Münchner
Touristenvereins „Die Naturfreunde“ Mün-
Studenten am Watzmann. Bei der Bergung
chen erfolgt zwei Jahre später. Verfechter
der Verunglückten helfen Ramsauer Bur-
des Naturschutzes wehrten sich erfolgreich
schen. Die Gründung einer Bergwachtbereit-
gegen den geplanten Bau einer Sesselbahn
schaft erfolgt erst im Jahr 1945. Erster Bereit-
auf den Watzmann. Die Pläne wurden bis in
schaftsleiter ist Raphael Hang.
die heutige Zeit nicht verwirklicht. Ein wich-
1874 gründet Lehrer Martin Westermayr den tiger Aspekt in der Erschließung der Ramsau
Verschönerungsverein Ramsau als 11. Sektion ist der Bau der Queralpenstraße, heute Deut-
des Verschönerungsvereins Berchtesgaden sche Alpenstraße, durch das Gemeindegebiet
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der Ramsau ab dem Jahr 1934. Als Stützpunkt Haupterwerbszweig der Ramsauer Bevölke-
für Bergsteiger im Reiteralmgebirge eröffnet rung ist neben der Landwirtschaft der Touris-
1938 die neue Traunsteiner Hütte (1.560 m). mus, der gerade nach dem Wegfall der Mauer
1945 geht die Regierungsgewalt in die Hände und der Öffnung der Grenzen stark zunimmt.
der amerikanischen Besatzungsmacht über. Trotzdem ist die Gemeinde bemüht, den
Ab 1950 nimmt der Fremdenverkehr und „Sanften Tourismus“ zu praktizieren. Dabei
das Bergsteigerwesen in der Ramsau wieder steht der Erhalt der Natur und der gewach-
zu. Der Innsbrucker Bergsteiger Hermann senen bäuerlichen Kulturen stets im Vorder-
Buhl heiratet „sein Generl“ aus der Ramsau grund. Errungenschaften wie der Bau der
und verlegt nach dem Bau eines Hauses sei- zentralen Wasserversorgung, und der Abwas-
nen Wohnsitz hierher. Buhl erlangt als Erst- serkanalisation oder des Gradierwerks sowie
besteiger des Nanga Parbat (8125 m) am 3. Modernisierungsmaßnahmen bei privaten
Juli 1953 und des Broad Peak (8.051 m) große und gewerblichen Unterkünften erhöhen den
Berühmtheit. Nach der Rückkehr vom Nanga Erholungswert bei einem Aufenthalt in der
Parbat wird Buhl in seiner Heimatgemeinde Ramsau. Dazu tragen auch die Anlegung neu-
enthusiastisch gefeiert. Leider stürzt Buhl am er Themen-Wanderwege, wie des Ramsauer
27. Juni 1957 bei einem Besteigungsversuch Maler-Rundweges, des Mühlstein-Wegs, Alm-
der 7.668 m hohen Chogolisa mit einer Wech- Erlebniswegs, und die Einrichtung der grenz-
te tödlich ab und ist seitdem verschollen. In überschreitenden AlmErlebnisBus-Linie bei.
der Ramsau erinnert eine Marmorplatte an Für Gäste, die das Hochgebirge erkunden
der Friedhofsmauer und ein Bergsteiger-Eh- wollen, steht eine Reihe von erfahrenen Berg-
renmal vor der Tourist-Information an den führern zur Verfügung. Erwiesenermaßen ge-
Ausnahme-Bergsteiger. hört Ramsau deutschlandweit zu den Orten
1976 erhält Ramsau das Prädikat „Heilklima- mit der höchsten Dichte an staatlich geprüf-
tischer Kurort‘, und 1978 setzt der Bayerische ten Berg- und Skiführern.
Staat mit der Gründung des Nationalparks
Berchtesgaden ein wichtiges Zeichen für den
Umwelt- und Naturschutz in Bayern.

Ramsauer Bergführer vor der Pfarrkirche

Buchtipp:
Ramsau, so wie‘s früher war.
Herausgeber: Arbeitskreis Dorferneue-
rung Ramsau der Gemeinde Ramsau
Ramsau und Hintersee in der Malerei
des 19. Jahrhunderts.
Herausgeber: Tourist-Information Ramsau
Alpingeschichte kurz und bündig
Herausgeber: Deutscher Alpenverein
Die Bücher sind erhältlich in der Tourist-In-
formation Ramsau, www.ramsau.de
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Besonderheiten

Ramsauerinnen in festlicher Tracht in der Wallfahrtskirche Maria am Kunterweg.

„Wo der Watzmann steigt hoch hinein weitere Gipfel, so die Watzmannfrau und die
ins Blau...“ sieben Kinder, bei deren Anblick man unwill-
Diese Strophe aus einem im vorigen Jahr- kürlich an die „Watzmannsage“ erinnert wird,
hundert geschriebenen Lied über die Ram- wonach der herrschsüchtige König „Watze“
sau spiegelt die Dominanz dieses Berges in- mitsamt Frau und Kindern wegen ihrer Grau-
mitten der zahlreichen anderen Erhebungen samkeit versteinert wurden.
des Berchtesgadener Landes wider. Und Schon im Jahr 1800 wurde der Watzmann von
tatsächlich ist der Watzmann mit seinen dem aus Slowenien stammenden Theologen
2.713 Metern nicht nur der höchste Berg Valentin Stanic erstmals über den leichteren
des Berchtesgadener Landes, auch deutsch- Anstieg von der Ramsauer Seite bestiegen.
landweit gehört er zu den höchsten Gipfeln. Sehr viel schwieriger ist die Besteigung des
Gemessen an der Tatsache, dass der Zug- Watzmanns vom Königssee über die Watz-
spitzgipfel zur Hälfte nach Österreich gehört mann-Ostwand, der höchsten Wand der
und dass sich der Watzmann vollständig auf Ostalpen. Seit der Erstbesteigung durch den
deutschem Gebiet befindet, ist er sogar der Ramsauer Bergführer Johann Grill, genannt
Höchste. Höchster Punkt des markanten Ber- „Kederbacher“, zusammen mit dem Wiener
ges ist die Mittelspitze (2.713 m), die beiden Otto Schück im Jahr 1881 hat die Wand schon
anderen Gipfel, das Hocheck (2.651 m) und rund 100 Todesopfer gefordert. Die erste
die Südspitze (2.712 m) sind etwas niedriger. Winterbesteigung der Ostwand gelang auch
Zum Watzmannmassiv gehören aber noch einem berühmten Einwohner der Ramsau:
15

Am 28. Februar 1953 schaffte Hermann Buhl Auch in Kreisen der Maler und Künstler fand
im Alleingang als Vorbereitung zur späteren der Watzmann schon in früherer Zeit große
Erstbesteigung des Nanga Parbats das schier Anerkennung. Gemälde von Julius Lange,
Unmögliche. Heute ist der Watzmann ein Do- Ludwig Richter und Caspar David Friedrich
rado für alle Bergbegeisterten mit zahlreichen zeugen von einem hochwertigen Motiv für
Besteigungsmöglichkeiten und Klettertouren diese Maler. Auch in der Literatur findet die
verschiedener Schwierigkeitsgrade. Attraktivität des Berges seinen Niederschlag.
Ein beliebter Bergsteiger-Treffpunkt ist das So spielt der Watzmann im Roman des gro-
im Jahr 1888 auf 1.930 Metern Höhe erbaute ßen deutschen Schriftstellers Ludwig Gang-
Watzmannhaus. 14 Monate dauerte damals hofer „Die Martinsklause“ eine Hauptrolle.
die Bauzeit, weil das gesamte Baumate- Neben dem eingangs erwähnten Ramsau-
rial vom Tal auf den Berg getragen werden er-Lied von Edmund Ackermann erwies auch
musste. Inzwischen wurde das der Alpen- der österreichische Liedermacher Wolfgang
vereins-Sektion München gehörende Haus Ambros mit dem Musical „Der Watzmann
mehrfach erweitert und zu einer modernen ruft“ dem Berg seine Reverenz.
Berghütte ausgebaut. Für Speis und Trank Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurde
sorgen die Wirtsleute, und auch gepflegte mehrfach versucht, den Watzmann mit einer
Räumlichkeiten zum Übernachten stehen Bergbahn zu erschließen. Dieses Ansinnen
bereit. Das Watzmannhaus ist ein beliebter konnte von Verfechtern des Naturschutzes
Ausgangspunkt für weitere Touren. Doch nur mit zäher Energie und gegen viele Wider-
sehr erfahrenen und ausdauernden Berg- stände verhindert werden. Im Rahmen der
steigern mit entsprechender Ausrüstung ist Errichtung des Alpennationalparks Berchtes-
eine Überquerung des Watzmanngrates mit gaden wurden alle Pläne zur Errichtung einer
einem schwierigen Abstieg ins Wimbachgries Aufstiegshilfe auf den Watzmann endgültig
vorbehalten. zu den Akten gelegt.

An der Falzalm auf dem Weg zum Watzmann


16

Der Hintersee mit Blick ins Blaueiskar

Der Hintersee – ein Relikt aus lerklause“, dem Gasthof Auzinger, namhafte
vergangener Zeit Maler, um den idyllischen Gebirgssee von
Ein gewaltiger Felssturz mit einem Volumen verschiedenen Perspektiven aus zu verewi-
von etwa 15 Millionen Kubikmeter Gestein gen. Eine wertvolle Malerchronik, heute im
war die Grundlage für die Bildung des male- Besitz der Gemeinde Ramsau, erinnert an die-
risch gelegenen Hintersees westlich der Ge- se Zeit. In ihr finden sich Bilder von Wilhelm
meinde Ramsau. Vor ca. 3.500 Jahren stürzte Busch, Carl Rottmann, Ludwig Richter, Fried-
auf einer Breite von 400 bis 500 Metern ein rich Gauermann und Ferdinand Waldmüller.
mächtiger Gesteinsabbruch in das Tal des Der Rundweg um den malerischen See wird
Klausbachs. Dieser wurde zu einem See auf- zu jeder Jahreszeit von zahllosen Erholungs-
gestaut und durch Ablagerungen ehemaliger suchenden begangen und ist nach einem
Gletscher in die heutige Form gebracht. Sein berühmten Mitglied des bayerischen Königs-
glasklares Wasser, in dem sich die umliegen- hauses, Prinzregent Luitpold (1821-1912) be-
den Berge spiegeln, macht ihn zu einem be- nannt. Dieser hielt sich ebenfalls gerne im
gehrten Fotomotiv. Aber nicht nur bei den 1867 errichteten Forsthaus auf und genoss
Freunden der Fotografie erfreut sich der neben seiner Jagdleidenschaft im umliegen-
Hintersee größter Beliebtheit, auch Künstler den Hochgebirge auch den Blick auf den See.
und Landschaftsmaler finden hier Anreize Eine Marmortafel am Seeufer zeugt von der
für ihre Kunstwerke. Schon vor mehr als 100 Anwesenheit des beliebten bayerischen Mo-
Jahren trafen sich in der nahe gelegenen „Ma- narchen. Die Wanderparkplätze am Hinter-
17

Brücken und Holzstege für jedermann be-


quem zu begehen. Und der Betrachter des
reißenden Gebirgsbaches kann aus sicherer
Warte die Gedanken des Dramatikers und
Lyrikers Friedrich von Schiller nachvollziehen.
Allerdings ist der Klammsteig nichts für Was-
serscheue, denn von unten „wallet und siedet“
es, und von oben stürzen sich Wasserfälle in
die „dampfende Gischt“ und den Besucher
umgibt ein feiner Sprühnebel, der sich über
Gesicht und Haare legt. Zudem tropft es aus
den steilen, hoch aufragenden Felswänden.
Fast könnte man meinen, die Tropfen sind
Vorboten eines herannahenden Gewitters.
Tief ins Gestein gefressen hat sich der bestän-
dige Lauf des Wimbachwassers. So gibt es Rin-
nen und Rutschen, die in einem kreisrunden
„Gumpen“ enden. Dort kommt das Wasser
kurzfristig zur Ruhe, ja es lädt sogar zu einem
Bad wie in einem Whirlpool ein. Aber schnell
stürzen sich die Wassermassen wieder in die
Tiefe und zwängen sich über Steine und hän-
gen gebliebene Baumstümpfe durch die enge
Schlucht ins Freie. Bei genauer Betrachtung
des Naturschauspiels ergeben sich viele inter-
see sind auch Ausgangspunkte für zahlreiche essante Details wie verschiedenartige Moose
Wanderungen und Hochgebirgstouren. Gut und Flechten, die einzelne in die Klamm ein-
erschlossene Wege und Steige durch den Na- dringende Sonnenstrahlen in eine Vielzahl
tionalpark Berchtesgaden führen zu Almen, von bunten Farben zerlegen. Versteinerungen
Berghütten und zu Gipfeln mit prächtiger im abgeschliffenen Fels erinnern an die Zeit,
Aussicht auf die Bergwelt des Berchtesgade- als noch Meerwasser die Felsen umspülte.
ner Landes. Ein beliebter Ausflug führt zur in Die von Mai bis Ende Oktober geöffnete Wim-
den Wintermonaten geöffneten Wildfütte- bachklamm ist vom Parkplatz Wimbachbrü-
rung im Klausbachtal. Auch die von der Na- cke in ca. 20 Minuten gut zu erreichen und
tionalparkverwaltung geführten Adlerwan- kann auf dem Weg in das Wimbachtal auch
derungen finden großen Zuspruch. oberhalb umgangen werden. Ein Abstecher
in die Klamm lohnt sich aber allemal. Nach
Die Wimbachklamm
dem Verlassen der Klamm am oberen Ende
Seit 1847 ist die Wimbachklamm am Eingang öffnet sich nach kurzer Wegstrecke die Breite
zum Wimbachtal zwischen Watzmann und des Wimbachtales mit sehenswerter Aussicht
Hochkalter für die Allgemeinheit begehbar. auf die Sanddünen des Wimbachgrieses und
Vorher wagten sich nur einige verwegene auf die umliegenden Berge. Im weiteren Weg-
Holzknechte in die Schlucht, um verkeilte verlauf laden das Wimbachschloss und die
Holzstämme weiter zum Holzlagerplatz zu Wimbachgrieshütte mit einem breiten An-
triften. Heute ist die Klamm über gesicherte gebot an Speisen und Getränken zur Rast ein.
18

Die Bindalm mit den Felszacken der Reiteralm im Hintergrund

Das Almwesen aus behauenen Balken errichtete Gebäude,


Im Berchtesgadener Land bestand an güns- welches oft auf einem
tigen Stellen vermutlich schon in vorchrist- Sockel aus Steinen ruht, ist mit Schindeln
licher Zeit Almwirtschaft. Die Weideflächen gedeckt. Die Lärchenholzschindeln werden
wurden auf die Hochlagen ausgedehnt, um nicht genagelt und stattdessen mit liegenden
eine zusätzliche Futterquelle für das Vieh zu Holzstangen und Steinen beschwert.
schaffen. Durch jahrundertelange Pflege ent- Die Alm wird von einer Sennerin oder einem
stand an der Obergrenze bäuerlicher Existenz Senn betreut, die während des Almsommers
eine Kulturzone. von Ende Mai/Anfang Juni bis Ende Septem-
Almsiedlungen finden sich in Höhenlagen ber/Mitte Oktober im Kaser wohnen und
zwischen 600 und 2.000 Metern. Die am wei- arbeiten. Die Milch wird an Ort und Stelle zu
testen entfernt gelegenen konnten mit dem Käse, Butter oder Topfen verarbeitet. Zur Brot-
Vieh früher nur in mehreren Tagesmärschen zeit werden die Gäste mit diesen Produkten
erreicht werden. Viele der heutigen Bergpfa- bewirtet.
de, die nur geübten Bergsteigern empfohlen Traditionell bewirtschaftete Almen in Ramsau
werden, waren ursprünglich Viehtreiberwege. und Umgebung: Schapbachalm, Kühroint-
Die Almhütten werden hier, abgeleitet vom alm, Stubenalm, Halsalm, Ragertalm, Bind-
lateinischen Wort „casa“ (Hütte), Kaser ge- alm, Kammerlingalm, Kallbrunnalm, Mordau-
nannt und aus Materialien der unmittelbaren alm, Moosenalm, Anthauptenalm, Schwarz-
Umgebung gebaut. Das in Blockbauweise bachalm.
19

Direktvermarktung In einer Röhrenleitung, einer Art „Pipeline“,


Seit einigen Jahren befindet sich auf dem wurde von 1817 bis 1960 das in den Sudpfan-
Hochalmgebiet der Kallbrunnalm (Gemein- nen des Bergwerks gewonnene flüssige Salz,
degebiet des Bergsteigerdorfes Weißbach b. die Sole, in hölzernen Rohren übers Gebirge
Lofer) eine Käserei, in der die Milch der dort nach Reichenhall gepumpt. Eine leichtere
weidenden Kühe vor Ort in großem Umfang und kürzere Trasse über den Hallthurm in Bi-
zu Bergkäse und Tilsiter verarbeitet wird, mit schofswiesen schied aus, da diese damals auf
dem wiederum Groß- und Kleinhandel belie- salzburgischem Gebiet lag.
fert werden. Der Direktverkauf befindet sich Im Auftrag von König Max I. von Bayern über-
im Erdgeschoss des Almgebäudes. nahm der Ingenieur Georg von Reichenbach
im Jahr 1816 die Planung und den Bau der
Der Soleleitungsweg Soleleitung, die zu den technischen Großta-
Nicht ohne Grund bezeichnen die Einheimi- ten jener Tage zählt. Um die Höhe zu über-
schen den Soleleitungsweg als „Balkon des winden, waren Pumpen notwendig. Die
lieben Gottes“. Wassersäulenmaschine bei Ilsank (Gemeinde
Bischofswiesen) im Tal der Ramsauer Ache
Dieser Abschnitt der 29 Kilometer langen, drückte die Sole 356 Meter hoch und galt als
ehemaligen Soleleitung von Berchtesgaden die damals größte Maschine der Welt. 1961
nach Reichenhall bietet zwischen Söldenk- wurde die Soleleitung nach Inbetriebnahme
öpfl und Taubensee herrliche Ausblicke ins der neuen Leitung über Hallthurm stillgelegt.
Ramsauer Tal. Auf dem beliebten Wanderweg
befindet sich als markanter Zeuge aus der
Zeit der Soleleitung ein kurzer, begehbarer
Soleleitungstunnel.
Soleleitung
20

Tourentipps Sommer

Morgensonne im Blaueiskar

WANDERUNGEN

Ramsauer Malerweg Ramsauer Soleleitungsweg


Weg-Nr.: 64; 62 Weg-Nr.: 65; 1
Länge gesamt: 12 km Länge gesamt: 12,5 km
Höhendifferenz: 300 m Höhendifferenz: 400 m
Zeit gesamt: 4 Std. Zeit gesamt: 5 Std.
Schwierigkeitsgrad: leicht Schwierigkeitsgrad: leicht
Ausgangspunkt: Parkplatz Neuhausenbrücke Ausgangspunkt: Parkplatz Neuhausenbrücke
Entlang der Ramsauer Ache wandern wir über Wir starten nahe der Ramsauer Ortsmitte und
die Gletscherquellen und die Marxenklamm wandern in westlicher Richtung zur weltbe-
in Richtung Hintersee. Auf dem Weg passie- kannten Ramsauer Pfarrkirche St. Sebastian.
ren wir den wild romantischen Zauberwald, Von dort weiter, vorbei an der ehemaligen
eines der 100 schönsten Geotope in Bayern. Stiftstaverne Oberwirt zum Kunterweg. An
Wir umrunden den Hintersee. Der Rückweg der sehenswerten Wallfahrtskirche Maria am
führt uns über den Wartstein, der einen herr- Kunterweg vorbei zur Hindenburglinde. Von
lichen Blick über die majestätischen Berge hier leicht rechts zum Soleleitungsweg in
und den malerischen Hintersee bietet. Vorbei Richtung Zipfhäusl und Söldenköpfl. Der na-
an der im Wald gelegenen Wallfahrtskirche hezu ebene Weg bietet auf halber Hanghöhe
Maria am Kunterweg erreichen wir die Pfarr- in idealer Südlage paradiesische Aussichten
kirche der Ramsau, St. Sebastian, die schon ins Wimbachtal und ins Ramsauer Tal. Ein
zu Beginn des 19. Jahrhunderts viele Künstler Infostand zeigt die originalen Holzröhren und
und Landschaftsmaler in die schöne Ramsau Details zur Geschichte der Soleleitung. Um
lockte. das Vergnügen perfekt zu machen, erwarten
21

uns auf der Wegstrecke zahlreiche Gasthäu- Alm-Erlebnis-Weg


ser. Vom Söldenköpfl hinab nach Ilsank. Von AV-Weg: 470; 475; 479
hier bringt uns ein Linienbus (846) bequem Länge gesamt: 12 km
zurück nach Ramsau. Höhendifferenz: 650 m
Zeit gesamt: 4 ½ Std.
Halsalm - Adlerweg
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
Weg-Nr.: 63 Ausgangspunkt: Parkplatz Schwarzbach-
Länge gesamt: 6 km wacht
Höhendifferenz: 450 m
Die Bergbauern haben von der Natur gelernt
Zeit gesamt: 3 ½ Std.
und die Almwirtschaft optimal den Bedingun-
Schwierigkeitsgrad: leicht
gen im Gebirge angepasst. Sie können unter-
Ausgangspunkt: Parkplatz Nationalpark-
wegs bei frischer Milch und einer herzhaften
Infostelle Hintersee
Brotzeit aufschlussreiche Einblicke in den All-
Mit etwas Glück können Sie die Könige der tag der Sennerinnen und Senner gewinnen.
Lüfte in freier Wildbahn beobachten, wenn Wir starten an der Schwarzbachwacht auf
auch aus gehörigem Abstand. Nach dem dem AV-Weg 470 zur Moosenalm, dann über
ersten Stück auf der asphaltierten Hirsch- die Lattenbergalm hinunter zur Mordaualm
bichlstraße zweigt der Weg nach rechts zur und von dort zurück zum Taubensee an der
Halsalm und zum Böslsteig ab. Es geht steil Alpenstraße.
bergauf, bis sich der Wald lichtet und die
Halsalm in einem sanften Sattel auftaucht.
Zurück geht es in östlicher Richtung über
einen schmalen Pfad zum Hintersee und von
dort wieder zum Ausgangspunkt (Fernglas
mitnehmen).
Aussicht von der Halsalm auf Ramsau und Hoher Göll
22

Toter Mann und Soleleitungsweg Klausbachtal


Weg-Nr.: 66; 67; 1; 68 Weg-Nr.: 481
Länge gesamt: 12 km Länge einfach: 7 km
Höhendifferenz: 500 m Höhendifferenz: 400 m
Zeit gesamt: 4 Std. Zeit gesamt: 2 ¼ Std.
Schwierigkeitsgrad: leicht Schwierigkeitsgrad: leicht
Ausgangspunkt: Parkplatz Schwarzecker Ausgangspunkt: Parkplatz Hirschbichlstraße
Straße Der Weg folgt der historischen Salzhandels-
Vom Parkplatz am Hochschwarzeck nehmen route von Ramsau über den Hirschbichlpass
wir den Weg-Nr. 66/67 zum Hirschkaser/Toter nach Weißbach bei Lofer. Am Klausbach ent-
Mann. Alternativ kann man auch die Sessel- lang führt der Weg durch das sanft anstei-
bahn zum Hirscheck benützen. Hier oben gende Tal aufwärts. Zuerst wechseln Weide-
offenbart sich uns ein majestätischer Aus- flächen und lichter Mischwald, später geht es
blick mit 360°-Panorama auf alle Berge der steiler durch dichte Nadelwälder, über unzäh-
Region. Von der Bezoldhütte über den Brei- lige Quellen und munter sprudelnde Bergbä-
triedelsteig wandern wir zur Berggaststätte che, vorbei an den majestätisch aufragenden
Söldenköpfl und zum Soleleitungsweg. Die- Felsabstürzen der Ramsauer Dolomiten über
ser führt uns auf immer gleicher Ebene vorbei die malerische Bindalm zum Grenzgasthaus
am Berggasthof Gerstreit zur Gaststätte Zipf- Hirschbichl. (Lohnenswert ist auch ein Abste-
häusl. Mit einem letzten kleinen Anstieg über cher zur Litzlalm: 2,5 km Länge, ¾ Std. Geh-
den Schwarzecker Weg gelangen wir zurück zeit, 175 Höhenmeter).
zum Ausgangspunkt. Mit dem AlmErlebnisBus, der einzigen Bus-
linie im Nationalpark, kann die Strecke belie-
Rund um den Schmuckenstein
big verkürzt werden.
Weg-Nr.: 75
Länge gesamt: 8,5 km Durch das Wimbachtal zur
Höhendifferenz: 250 m Wimbachgrieshütte
Zeit gesamt: 3 Std. Weg-Nr.: 421
Schwierigkeitsgrad: leicht Länge einfach: 8,5 km
Ausgangspunkt: Parkplatz Hochschwarzeck Höhendifferenz: 700 m
Zunächst auf der asphaltierten Straße „am Zeit gesamt: 3 ¼ Std.
Gseng“ bergauf bis zum Schmuckenlehen, Schwierigkeitsgrad: leicht
einem der höchstgelegenen Bergbauernhöfe Ausgangspunkt: Parkplatz Wimbachbrücke
im Berchtesgadener Land. Von hier bergauf Das Wimbachtal bietet uns ein unvergleich-
den Wanderweg 75 „rund um den Schmuck- liches Naturerlebnis mit der Wimbachklamm
enstein“ nehmen. Rechts haltend, erreichen und dem imposanten Schuttstrom ab der
wir durch wunderschönen Bergwald mit Mitte des Tals zwischen Watzmann und
Ausblicken auf das Lattengebirge die Mor- Hochkalter. Nachdem wir die sehenswerte
daualm, die im Almsommer bewirtschaftet Klamm am Taleingang passiert haben, führt
ist. Über das Almfeld halten wir uns links zur der Weg nun mäßig steil, aber kontinuierlich
Gsengschneid/Hochschwarzeck, wo wir un- ansteigend, vorbei am Wimbachschloss, ehe-
seren Ausgangspunkt wieder erreichen. mals Jagdschloss der bayerischen Könige, zur
Wimbachgrieshütte.
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In der Wimbachklamm

BERGTOUREN

Von der Wimbachgrieshütte zum Schärtenspitze (2.153 m)


Funtensee (Kärlingerhaus) Weg-Nr.: 482
Weg-Nr.: 421 Länge einfach: 6,8 km
Länge einfach: 9,3 km Höhendifferenz: 1.375 m
Höhendifferenz: 775 m Zeit gesamt: 4 ½ Std.
Zeit gesamt: 4 ½ Std. Schwierigkeitsgrad: bis Blaueishütte leicht,
Schwierigkeitsgrad: schwer zur Schärtenspitze schwer
Ausgangspunkt: Wimbachgrieshütte (bis Ausgangspunkt: Parkplatz Seeklause am
hier wie bei vorheriger Tour) Hintersee
Von der Wimbachgrieshütte durch das hinte- Vom Parkplatz am Hintersee steigen wir über
re Wimbachtal zum Trischübelpass (1.764 m) die Schärten-Alm zielstrebig in 3 h zur Blau-
in ca. 1 ¼ Std. aufsteigen. eishütte auf. Die Hütte markiert den Fuß eines
Danach in das schutterfüllte Kar hinab zu imposanten Gletscherkars, im Norden liegt
dem nach rechts führenden Oberlahnersteig. tief unten der romantische Hintersee. Unter-
Über den schwierigen, stellenweise versicher- wegs zur Schärtenspitze können wir den
ten Bergsteig rechts haltend zum Funtensee/ Blaueisgletscher, den nördlichsten Gletscher
Kärlingerhaus. der Alpen, eingehend bestaunen. Der Steig
zur Schärtenspitze ist stellenweise ausgesetzt
und mit Drahtseilen versichert.
24

Aufstieg zur Schärtenspitze mit Eisbodenscharte und Blaueisspitze im Hintergrund

Hochalm und Wimbachschloss Von der Hochalm über die Eisenboden-


AV-Weg: 486 und 2 scharte zur Blaueishütte
Länge gesamt: 13,5 km AV-Weg: 486 (teilweise)
Höhendifferenz: 870 m Länge gesamt: 3,3 km
Zeit gesamt: 6 Std. Höhendifferenz: 650 m
Schwierigkeitsgrad: Zeit gesamt: 2 ½ Std.
bis Hochalm leicht, Schwierigkeitsgrad: schwer
Abstieg zum Wimbachschloss schwer Ausgangspunkt: Parkplatz Pfeiffenmacher-
Ausgangspunkt: Parkplatz Pfeiffenmacher- brücke
brücke Zuerst über Eckaualm zur Hochalm, Weg. Nr.
Vom Parkplatz Pfeiffenmacherbrücke geht es 486 (wie bei vorheriger Tour). Bei der Hütte
über einen Forstweg, der im Winter auch als auf der Hochalm (1.500 m) den zunächst flach
Rodelbahn genutzt wird, hinauf zur Eckaualm, nach rechts verlaufenden Steigspuren folgen.
die man nach ca. 1 ½ Std. erreicht. Weitere Auf gut kenntlichem Steig über die steile,
1 ½ Std. benötigt man zur unbewirtschafteten wellige Hochfläche der Hochalm bis zu einem
Hochalm. Schuttkegel aufsteigen, von hier nach rechts
Der Abstieg zum Wimbachschloss (ca. 1 ½ in die versicherte, felsige Rinne zur Eisboden-
Std.) ist schwierig und steil. Vom Wimbach- scharte (2.049 m). Zur Schärtenspitze wendet
schloss geht es talauswärts zur Wimbach- man sich nach rechts und folgt dem ausge-
brücke und von dort auf dem Fußweg (Nr. 2) prägten, stellenweise versicherten Grat nach
zur Ramsauer Ortsmitte und zum Ausgangs- Norden. Kurz vor dem Gipfel mündet der
punkt. Anstieg von der Blaueishütte ein. Über den
versicherten Gipfelaufbau zur Schärtenspitze
(2.153 m) aufsteigen. Abstieg über Blaueis-
hütte nach Ramsau.
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Kühroint & Archenkanzel Die Tour führt uns durch das Wimbachtal über
AV-Weg: 442; 443 das Wimbachschloss bis hin zur Wimbach-
Länge einfach: 9 km grieshütte. Weiter über die verfallene Trischü-
Höhendifferenz: 850 m belalm und die Sigeretplatte hinunter zur
Zeit gesamt: 3 ¾ Std. Wallfahrtskirche St. Bartholomä am Königs-
see. Über diesen gelangen wir per Schiff zur
Schwierigkeitsgrad: leicht
Anlegestelle und mit dem Bus über Berchtes-
Ausgangspunkt: Parkplatz Wimbachbrücke
gaden zurück zum Ausgangspunkt.
Ein leichter Forststraßenanstieg, der uns
durch das Hochtal über die Schapbachalm Watzmannhaus - Watzmann-Hocheck
zur Kührointhütte führt. Von dort aus ist es AV-Weg: 441
lohnend, den Ausflug zu einem der schöns- Länge einfach: 9,5 km
ten Tiefblicke auf den Königssee, der Ar- Höhendifferenz: 2.050 m
chenkanzel, zu machen. Der Abstieg über Zeit gesamt: 6 ½ Std.
den Rinnkendlsteig nach St. Bartholomä ist Schwierigkeitsgrad:
ein versicherter Bergsteig. Auf diesem Steig bis Watzmannhaus mittel,
herrscht stellenweise Steinschlaggefahr. zum Hocheck schwer
Ausgangspunkt: Parkplatz Wimbachbrücke
Rund um den Watzmann
Wir folgen dem Weg 441 über die Stuben-
AV-Weg: 411; 419; 421 alm zur Mitterkaseralm, beide Almen sind
Länge gesamt: 20 km im Sommer bewirtschaftet. Über die Falzalm
Höhendifferenz: 1.250 m gelangen wir zum Watzmannhaus auf 1.930
Zeit gesamt: 10 Std. m Höhe. Ein anspruchsvoller bis schwieri-
Schwierigkeitsgrad: mittel, ger, stellenweise versicherter alpiner Anstieg
Sigeretplatte schwer führt uns über den breiten Gipfelrücken auf
Ausgangspunkt: Parkplatz Wimbachbrücke das Watzmann-Hocheck (2.651 m).

Abstieg von der


Watzmann-Südspitze
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Watzmann-Überschreitung vom Hocheck Hochkalter-Überschreitung


AV-Weg: 441 AV-Weg: 482
Länge: 14,4 km Länge gesamt: 19 km
Höhendifferenz: Höhendifferenz: 1.825 m
Aufstieg 250 m Zeit gesamt: 10 Std.
Abstieg 2.300 m Schwierigkeitsgrad:
Zeit gesamt: 11 ¼ Std. bis Blaueishütte leicht, danach schwer
Schwierigkeitsgrad: schwer, Ausgangspunkt: Parkplatz Seeklause
Kletterstellen bis II Vom Hintersee steigen wir zielstrebig zur
Ausgangspunkt: Watzmann-Hocheck Blaueishütte auf. Die Hütte markiert den Fuß
Die Überschreitung führt vom Hocheck zur eines imposanten Gletscherkars. Von dort aus
Mittel- und Südspitze des Watzmanns ins wandern wir Steigspuren folgend über die
Wimbachtal und zurück zur Wimbachbrücke. markante steile Schuttrinne rechts des Rot-
Diese Unternehmung ist eine äußerst schwie- palfens bis unter die plattige Abschlusswand.
rige und über längere Strecken versicherte al- Weiter geht es über den so genannten Schö-
pine Gratüberschreitung, die die drei Haupt- nen Fleck (2.015 m) südwärts über den Rot-
gipfel des Watzmanns miteinander verbindet. palfen (dieser kann auch westlich umgangen
Die landschaftlich großartige und höchst werden). Kurz vor dem Gipfel des Hochkalters
abwechslungsreiche Gratüberschreitung ist erfordert eine kleine Scharte noch einmal
über weite Strecken durch Drahtseile, künst- eine kurze Klettereinlage, ehe wir unser Ziel
liche Tritte und einzementierte Eisenstäbe auf 2.607 m erreichen und mit einem unver-
versichert. Allerdings müssen auch längere gleichlichen Ausblick belohnt werden.
Passagen ohne Seilsicherung überwunden Den Abstieg begehen wir durch das abge-
werden. Die gesamte Überschreitung des legene Ofental, das einen sehr schwierigen
Watzmanns sollte auch bei einer Übernach- alpinen Steig aufweist, der auch Kletterpassa-
tung auf dem Watzmannhaus in Bezug auf gen enthält.
die konditionellen und alpinen Ansprüche
in keinem Fall unterschätzt werden. Auch
der Abstieg von der Südspitze ins Wimbach-
tal ist äußerst schwierig und nur an wenigen
Stellen versichert. Weitere Information zur
sicheren Durchführung der Watzmann-Über-
schreitung gibt die Broschüre des DAV „Der
Watzmann - Sicher auf den König der Berch-
tesgadener Alpen“, erhältlich u.a. in der Tou-
rist- Information Ramsau.

Das Hochkaltermassiv von Nordwesten


27

Engertalm und weiter bis zur wunderschönen


Bindalm kurz vor der Passhöhe Hirschbichl.
Bis hier geht auch von ca. Mitte Mai bis An-
fang Oktober der AlmErlebnisBus.
Von der Bindalm links aufwärts (Weg 481)
über Mittereisalm und Karlkopf (2.195 m)
unschwer auf das Kammerlinghorn. Für den
Rückweg können wir dieselbe Route wählen
oder wir nehmen den Weg vom Karlboden
(1.815 m) links hinab zu den Kammerlingal-
Almmesse auf der Bindalm men und zum Hirschbichl (Haltestelle Alm-
ErlebnisBus).
Kammerlinghorn (2.484 m)
Reiter Steinberg (Böslsteig)
AV-Weg: 2/ 481
AV-Weg: 472
Länge einfach: 12 km
Höhendifferenz: 1.750 m Länge einfach: 6,8 km
Zeit einfach: 7 Std. Höhendifferenz: 1.300 m
Schwierigkeitsgrad: Hirschbichl leicht, Kam- Zeit einfach: 6 Std.
merlinghorn mittel Schwierigkeitsgrad: schwierig
Ausgangspunkt: Parkplatz Hirschbichlstraße Ausgangspunkt: Parkplatz Hirschbichlstraße
Von der Nationalpark-Infostelle Hintersee Nach ca. 300 m auf der asphaltierten Hirsch-
(Klausbachhaus) folgen wir zunächst der as- bichlstraße zweigt der Weg rechts zur Hals-
phaltierten Straße 300 m, dann auf gut aus- alm/Böslsteig ab. Erreicht man die Halsgrube,
gebautem Kiesweg über die Hängebrücke zur hält man sich zunächst leicht links abwärts.

Das Reiteralm-Massiv – auch die "Ramsauer Dolomiten" genannt


28

Die Halsgrube querend in westlicher Rich- MOUNTAINBIKEN


tung, steigt man steil über teils baumbestan-
dene, teils steinige Grashänge in kurzen Keh- Wimbachbrücke-Schapbachalm-Kühroint
ren zum Fuß der Felswände. Von dort weiter Länge gesamt: 15,5 km
aufwärts den drahtseilversicherten Steig ins Höhendifferenz: 780 m
untere Wagendrischlkar und zum darüber Zeit einfach: 2 ½ Std.
liegenden Reiter Steinberg. Dann über die Schwierigkeitsgrad: mittel
Steinberggasse hinab ins Reitertret und über Wegbeschaffenheit:
Almfeld rechts (östlich) zur Neuen Traun- Asphalt: 0,9 km
steiner Hütte. Abstieg über Wachterlsteig- Forstweg: 14,6 km
Taubensee-Hintersee. Ausgangspunkt: Parkplatz Wimbachbrücke
Mayrbergscharte (2.053 m) Vom Parkplatz links über die Brücke und den
über Schaflsteig zunächst asphaltierten Schapbachweg berg-
auf. Auf stetig ansteigender Forststraße zur
AV-Weg: 473
Länge einfach: 3,8 km Schapbachalm am Fuße der Watzmann-Frau
Höhendifferenz: 1.125 m und in langen, mittelsteilen bis steilen Keh-
Zeit einfach: 3 Std. ren zur Kührointalm. Tipp: Den Abstecher zur
Schwierigkeitsgrad: schwierig Archenkanzel mit Tiefblick auf den Königssee
Ausgangspunkt: Engertalm (bis zur Engert- noch mitnehmen, wobei man mit dem MTB
Holzstube mit dem AlmErlebnisBus vom nur bis zur Wendeplatte fahren darf. Unver-
Parkplatz Hirschbichlstraße) gesslicher Tiefblick auf den Königssee!
Von der Haltestelle Engert-Holzstube (Alm- Rund um die Reiteralm
ErlebnisBus-Linie 847), ca. 250 m der Asphalt-
Länge gesamt: 51,4
straße taleinwärts folgen, bis kurz vor der En-
Höhendifferenz: 1.130 m
gertalm (965 m) der Schaflsteig nach rechts
Zeit einfach: 5 Std.
abzweigt. Er führt in steilen Kehren durch den
Bergwald empor. Über latschenbewachsenen Schwierigkeitsgrad: schwer
Kamm zwischen Stadelgraben und Mühl- Wegbeschaffenheit:
sturzgräben mit wechselnder Steilheit, teils Asphalt: 28,8 km
in steilen, sandigen Latschengassen zu einer Forstweg: 22,6 km
kleinen Scharte hinauf. Ausgangspunkt: Nationalpark Informations-
stelle, Hirschbichlstraße
Weiter an einem Geländerücken folgend auf-
wärts, bis bei ca. 1.800 Hm nach links über Vom Parkplatz Hirschbichlstraße geht’s am
Schrofen und brüchigen Fels zum Sockel linken Ufer des Hintersees entlang bergauf
der Stadelmauer gequert werden kann. Am zum Taubensee und weiter zur Schwarzba-
Wandfuß entlang, unterhalb eines markan- chalm. Nun den Schwarzbach bis Unterjetten-
ten Felsturms (Stegerturm) vorbei, bis zum berg folgen. Danach durch das Saalachtal mit
Beginn des Klettersteiges hinüberqueren und seiner vielfältigen Bergwelt am Ufer der Saa-
durch eine Felsrampe, die in eine Geröllrinne lach flussaufwärts Richtung Schneizlreuth,
übergeht, zur Mayrbergscharte aufsteigen. Unken, Lofer bis nach St. Martin. Ein langer
Von hier sind verschiedene (schwierigere) Anstieg durch das Wildental führt hinauf zum
Gipfelanstiege möglich (Wagendrischlhorn, Hirschbichl und wieder zurück durch den Na-
Stadelhorn), auch der Abstieg zur Neuen tionalpark Berchtesgaden (Klausbachtal) zum
Traunsteiner Hütte. Ausgangspunkt Parkplatz Hirschbichlstraße.
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Hintersee - Kallbrunnalm Schwarzbachwacht – Anthauptenalm


Länge gesamt: 31,8 km Länge gesamt: 26 km
Höhendifferenz: 910 m Höhendifferenz: 660 m
Zeit einfach: 4 Std. Zeit einfach: 2 - 3 Std.
Schwierigkeitsgrad: mittel Schwierigkeitsgrad: mittel
Wegbeschaffenheit: Wegbeschaffenheit:
Asphalt: 15,9 km Asphalt: 13,2 km,
Forstweg: 15,9 km Forstweg: 12,8 km
Ausgangspunkt: Nationalpark Informations- Ausgangspunkt: Parkplatz Neuhausenbrücke
stelle, Hirschbichlstraße Zunächst fahren wir auf der Ortsstraße in
Vom Parkplatz Hirschbichlstraße durch das westlicher Richtung in die Ortsmitte, vorbei
Klausbachtal zur Berggaststätte am Hirsch- an der weltberühmten Pfarrkirche St. Sebas-
bichl und von dort über das Forsthaus Falleck tian rund 1,5 km bis zur Lattenbachbrücke.
auf teilweise steiler Forststraße zur wunder- Hier zweigen wir rechts ab auf die Alte Rei-
schönen Kallbrunnalm. 16 Berchtesgadener chenhaller Straße, die uns bis zur Passhöhe
und 15 Pinzgauer Almbauern bewirtschaften Schwarzbachwacht führt. Von hier zweigt
diese Alm, die urkundlich 1386 das erste Mal rechts der Forstweg in Richtung Anthaupte-
erwähnt wurde. Tipp: Eine Bereicherung ist nalm ab, der mäßig, aber kontinuierlich stei-
der Abstecher zum Dießbachstausee. gend durch die Weißwand im Lattengebirge
zu dieser ruhig gelegenen, romantischen Alm
führt. Tipp: Bei der hinteren Almhütte links
noch zur Vogelspitze zu Fuß in ca. ¼ h gehen,
wunderschöner Aussichtspunkt!
Auf dem Weg zur Anthauptenalm
30

Schärtenspitze Westwand - Logig Line ( V )


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KLET TERN IM BLAUEISKAR

Steiler, fester, gutgriffiger Fels ... Eine fast un- Hier gibt es für jeden „seine“ Route, ganz egal
begrenzte Menge an Boulderblöcken, gut ob Anfänger, Extremkletterer, Boulderer oder
gesicherte Sportkletterrouten oder ernste Alpinist. Beispielhaft für die Vielzahl an Rou-
Alpinunternehmungen in grandioser Umge- ten sind einige hier beschrieben.
bung im Herzen des Nationalparks? Und das Zugang zur Blaueishütte:
Ganze gewürzt mit einer bestens geführten Vom Parkplatz der Blaueishütte beim Hinter-
Alpenvereinshütte, wo die größte Sorge des see in ca. 2 ¾ Std. und 850 Hm zur Blaueis-
Gastes wohl sein dürfte, welchen der hausge- hütte.
machten Kuchen er essen soll?
Herzlich Willkommen im Kletter- und Boulder-
eldorado rund um die Blaueishütte der DAV-
Sektion Berchtesgaden!

Routen an der Schärtenspitze mit Bohrhakenabsicherung:


Die Glorreichen 7 (VI+ , 280 m, 9 SL), Logig Line (V, 240 m, 8 SL), Anderl's Neubeginn (III+, 5 SL)
Routen an der Schärtenspitze mit teilweiser Bohrhakenabsicherung:
Ham-Ham (VI, 250 m, 8 SL), Blaueishendl (V+, 300 m, 7 SL), Westgrat (V+, 350 m), Waterpipe (VI-, 290 m, 7 SL)
Durch's Fenster zum Zwerg (V, 275 m, 7 SL)

Übersicht Klettertouren
an der Schärtenspitze

Anderl´s
Neubeginn

Logig Line
Westgrat Blaueishendl Variante durchs Fenster
zum Zwerg
Glorreiche 7 WaterPipe
Ham Ham
Logig Line
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ALPINKLET TERN Kleinkalterwand „Weg der Methusalixe“


(VI+, 385 m, 14 SL)
Blaueisumrahmung
(Stellen IV, 8-10 h) Zustieg: Von der Blaueishütte dem Weg zum
Blaueisgletscher folgen. Bei den Abzweigun-
Großzügige Rundtour der Berge um das Blau- gen zu Hochkalter und Schärtenspitze gera-
eiskar. Die lohnendsten Anstiege werden ver- deaus weiter, bis hinter dem Rotpalfen ein
bunden, um Blaueisspitze und Hochkalter zu markantes steiles Schnee- bzw. Geröllfeld von
überschreiten. der Rotpalfenschlucht in Richtung Gletscher
Routenverlauf: Über Normalweg (1) oder herabführt. Über dieses am besten von links
Nordostwand (bis III, 7 SL) auf die Schärten- her aufsteigen, bis bei erster Gelegenheit
spitze und weiter zur Eisbodenscharte. Über nach links auf das steile, begrünte Band un-
den Nordgrat auf die Blaueisspitze (Stellen IV terhalb der Kleinkalterwand hinausgequert
und III, ca. 3 h), Gehgelände hinab zur Blaueis- werden kann. Auf diesem zu markanten,
scharte. In ca. 30 Minuten auf den Hochkalter großen Felsblock aufsteigen. Und oberhalb
(Passagen II, v.a. I oder Gehgelände). dieses Felsblocks schräg rechts über das zu-
Der Abstieg folgt dem markierten Normal- nehmend steiler werdende Schnee- bzw. Ge-
weg über Kleinkalter, Rotpalfen und Schönen röllfeld aufsteigen.
Fleck zurück zur Blaueishütte. Route:14 SL mit 385 Klettermetern
Absicherung: komplett mit Bohrhaken
Schärtenspitze Westwand
Abstieg: Vom Ende der Tour ca. 5 Min. gerade
Hier befinden sich eine Fülle an gut mit Bohr-
aufwärts zu riesigen Felsblöcken, hier unter-
haken gesicherten alpinen Mehrseillängen-
halb nach rechts zum Normalanstieg zum
routen. Durch gute Absicherung, kurzen Zu-
Hochkalter queren. In 1 – 1.5 h zurück zur
stieg und gemäßigten Schwierigkeiten (III
Blaueishütte.
- VI+) bieten sich diese Routen für Anfänger
und erste „Alpinversuche“ an. Rotpalfen-Ostwand „Requiem“
Zustieg: Von der Blaueishütte den Weg Rich- (VI, 280 m, 8 SL)
tung Schärtenspitze folgen, auf dem Morä- Grandiose Kletterei in meist gutem Fels. Hier
nenrücken auf dem Weg zum Steinberg an ist der versierte Alpinkletterer gefordert:
den Wandfuß. 30 Minuten von der Hütte. Standplätze sind zwar gebohrt, für Zwischen-
sicherungen muss aber zur Gänze selbst ge-
Kleinkalterwand „Asterix“,
sorgt werden.
(VII-, 300 m, 13 SL)
Zustieg: Von der Ruine der alten Blaueis-
Zustieg: Dem Weg zum Blaueisgletscher
hütte folgt man dem Weg zum Gletscher bis
folgen und bis zum ersten Pfeiler links des
auf Höhe der Rotpalfen-Ostwand. Nun quert
Bandes am Wandfuß der Kleinkalterplatten
man über Blöcke zu ihr hinüber. Der Einstieg
aufsteigen. Über einen plattigen Vorbau (I-II)
befindet sich 50 m links des Rotpalfen-Risses
zum Wandfuß hinauf. Ca. 45 - 50 min von der
unterhalb einer senkrechten Wasserrinne.
Blaueishütte.
Route: 8 SL mit 280 Klettermetern.
Abstieg: Über die Route abseilen. Alternativ
150-200 Hm dem Grat in Verlängerung des Absicherung: Clean. Bohrhaken an den
Pfeilers (III - IV) zum Normalanstieg des Hoch- Standplätzen, für die Zwischensicherungen
kalters folgen. Auf diesem in 1 - 1.5 h zurück muss zur Gänze selbst gesorgt werden.
zur Blaueishütte. Abstieg: Über die Route abseilen
33

Rotpalfen-Ostwand "Requiem": schon die 1. Länge der "Requiem" macht Lust auf mehr...

SPORTKLET TERN

Klettergarten „Eiswelle“
Zugang: Von der Blaueishütte zur Ruine der
alten Blaueishütte, dann über Blöcke zur
Schärtenwandverschneidung queren. Der
Klettergarten befindet sich der Verschnei-
dung. 15 - 20 min von der Blaueishütte.
Ausrichtung: Ost
Wandhöhe: 15 - 20 m
Schwierigkeit: 4 bis 7+
34

Bouldern im Blaueiskar
35

BOULDERN IM BLAUEISKAR KLET TERSTEIGE

Rund um die Blaueishütte kommen die Boul- Grünstein-Klettersteig


derer voll auf ihre Kosten! (Schönau am Königssee)
Im August 1908 brach ein großer Teil des Moderner Sport-Klettersteig mit homogener
Gipfels des Hochkalters ab, und ein Bergsturz Schwierigkeitsverteilung (A-E) und kurzen
von ungefähr 250.000 Kubikmeter Fels don- Gehpassagen.
nerte ins Blaueiskar. Wandhöhe: 400 m
Daher liegen heute im direkten Hüttenum- Klettersteiglänge: 670 m
feld eine unzählbare Anzahl von Kalkblöcken Start beim Parkplatz Königssee, Zustieg ent-
verschiedenster Größen, mit Linien von leicht lang der Bob- und Rodelbahn, Durchstieg bis
bis schwer. zum Gipfel 2-3 Std.
Bereits Ende der 1990er-Jahre haben Klem www.klettersteig-gruenstein.de
Loskot & Gefährten dieses einzigartige Boul-
dergebiet erschlossen. Gerade durch die Hö- Schützensteig am Kleinen Jenner
henlage bietet sich das Gebiet für den Hoch- (Schönau am Königssee)
sommer an. Da der Aufstieg zur Blaueishütte Leichter, landschaftlich schöner Klettersteig,
mit Crashpads doch eher lang ist, bietet sich der auch für klettererfahrene Kinder geeignet
der Aufenthalt auf der bestens bewirtschafte- ist (Schwierigkeit A/B).
ten Alpenvereinshütte für ein paar Tage gera- Gesamtdauer: 4-5 Std.
dezu an. Durchstieg: 1-1 ½ Std.
Höhe: 1600 - 2000 m Kürzester Zustieg über Jenner-Bergstation,
Boulderanzahl: ca. 150 zweiter Zustieg vom Parkplatz Hinterbrand.
Schwierigkeiten: FB 6a - 7c
www.klettersteig-gruenstein.de

Untersberger-Berchtesgadener
Hochthronsteig
(Marktschellenberg)
Moderner Sportklettersteig durch die 400 m
hohe Ostwand, homogene Schwierigkeits-
verteilung (C/D),
Aufstieg von Ettenberg oder Maria Gern (2 ½
bis 3 Std.). Durchstieg: ca. 2 ½ Std.
Abstieg vom Stöhr-Haus zum Ausgangs-
punkt, ca. 3 Std.
www.berchtesgadener-land.com/
natur/wandern/wander-touren/
klettersteige-bergsteige-alpinsteige/
hochthron-klettersteig
36
37

Kartengrundlage: Topographische Karte 1:25.000; © Bayerische Vermessungsverwaltung


38

Tourentipps Winter

Auf Skitour zur Hochalm


SKITOUREN

Watzmann-Gugl (1.801 m) Watzmannkar - 3. Kind (2.232 m)


Länge gesamt: 9,5 km Länge einfach: 8 km
Höhendifferenz: 1.170 m Höhendifferenz: 1.800 m
Zeit gesamt: 3 ½ Std. Zeit gesamt: 4 Std.
Schwierigkeitsgrad: einfach Schwierigkeitsgrad: mittel
Ausgangspunkt: Parkplatz Wimbachbrücke Ausgangspunkt: Parkplatz Wimbachbrücke
Vom Parkplatz Wimbachbrücke links über die Vom Parkplatz Wimbachbrücke steigt man
Brücke den Weg 441 bis zur Stubenalm fol- in Richtung Kühroint über den Schapbach-
gen; von hier die Waldschneise zuerst noch boden auf und folgt der Forststraße weiter
gerade, dann rechts aufwärts zum Plateau bergauf bis zum „Schapbachwinkl“. Danach
der Gugl. Abfahrt über die Stubenalm. Durch der Markierung rechts zum Watzmannkar fol-
den hoch reichenden Waldmantel ist diese gen. Unterhalb der Watzmannfrau im linken
Skitour eine hervorragende Hochwinter-Ski- Karbereich aufwärts bis zum Fuß des markan-
tour, wenn Lawinen- und Schneeverhältnisse ten 4. Watzmannkindes. Von hier links hinauf
oberhalb der Waldgrenze ungünstig sind. zum 3. Watzmannkind (Varianten: 5. Kind und
„Skischarte“).
39

Die Abfahrt folgt dem Aufstiegsweg. Ach- SCHNEESCHUHWANDERN


tung: bei der geräumten Forststraße ist mit
Gegenverkehr durch Fahrzeuge zu rechnen! Zur Mordaualm
Wichtig: Im Watzmannkar das Wald-Wild- Weg Nr.: 479
Schongebiet beachten (siehe Alpenvereins- Länge gesamt: 5,6 km
karte BY20) Höhendifferenz: 300 m
Zeit gesamt: 3 Std.
Hochalm (2.012 m) Schwierigkeitsgrad: einfach
Länge einfach: 6,5 km Ausgangspunkt: Parkplatz Taubensee
Höhendifferenz: 1.350 m (an der Alpenstraße B305)
Zeit gesamt: 3 ½ Std. Vom Parkplatz auf dem Fahrweg Richtung
Schwierigkeitsgrad: mittel Mordaualm (diese ist im Winter nicht bewirt-
Ausgangspunkt: Parkplatz Pfeiffenmacher- schaftet). Die Tour besticht durch eine herr-
brücke liche Aussicht auf den Watzmann und das
Zunächst geht es auf der Forststraße (Weg-Nr. Hochkaltermassiv.
486) zur Eckaualm, nun über die Mitterkaser-
Diensthütte in Richtung Stanglahnerrinne zur Zum Wimbachschloss
Hochalm (1.500 m). Von hier über kupiertes Weg Nr.: 421
Gelände zu Füßen der Schärten- und Blaueis- Länge gesamt: 8,4 km
spitze zum höchsten Punkt dieser wunder- Höhendifferenz: 310 m
schönen Skitour. Zeit gesamt: 3 ½ Std.
Schwierigkeitsgrad: einfach
Hundstodreibe Ausgangspunkt: Parkplatz Wimbachbrücke
Länge gesamt: 33,5 km Der Beschilderung zur Wimbachklamm (von
Höhendifferenz: 2.380 m November bis April geschlossen) folgen, aber
Zeit gesamt: 8-10 Std. auf dem Weg 421 bis zum Wimbach-Jagd-
Schwierigkeitsgrad: schwer schloss (im Winter nur Weihnachten/Ostern
Ausgangspunkt: Parkplatz Wimbachbrücke bewirtschaftet) bleiben.
Vom Parkplatz Wimbachbrücke zunächst
zum Wimbachschloss und weiter zum Wim-
bachgries, anschließend über den Trischübel
ins Steinerne Meer und über die Hundstod-
scharte, den höchsten Punkt der Tour rund
um den Hundstod. Abfahrt über den Loferer
Seilergraben ins Wimbachgries und wieder
zurück zur Wimbachbrücke. Die Hundstodrei-
be ist nur für erfahrene und vor allem kondi-
tionsstarke Skibergsteiger geeignet.

Das Wimbachschloss
40

Winterwanderer am Ramsauer Soleleitungsweg


WINTERWANDERN

Zur Stubenalm Von Ramsau durch den Zauberwald


Weg Nr.: 441/ 444/ 442 zum Hintersee
Länge gesamt: 7,6 km Weg Nr.: 2/ 62
Höhendifferenz: 520 m Länge gesamt: 9,4 km
Zeit gesamt: 3 ½ Std. Höhendifferenz: 150 m
Schwierigkeitsgrad: mittel Zeit gesamt: 3 Std.
Ausgangspunkt: Parkplatz Wimbachbrücke Schwierigkeitsgrad: einfach
Vom Parkplatz der Beschilderung zum Watz- Ausgangspunkt: Parkplatz Neuhausenbrücke
mannhaus (Weg 441) folgen. In steilen Keh- Den Fußweg zur Dorfmitte Ramsau in
ren gelangt man so zur Stubenalm. Leicht Richtung Hintersee nehmen. An den Glet-
oberhalb der Stubenalm führt der Weg 441 scherquellen vorbei wandert man zur Mar-
zur Schapbachkreuzung und weiter über die xenklamm. Entlang der Ramsauer Ache
geräumte Forststraße zurück zum Parkplatz durchquert man den Zauberwald und ge-
Wimbachbrücke. langt zum Hintersee. Hier beim Kiosk links auf
dem Prinzregent-Luitpold-Weg den See um-
runden und auf der Alten Hinterseer Straße
wieder in Richtung Ramsau-Ortsmitte.
41

Soleleitung nach Osten


Weg Nr.: 1
Länge einfach: 11 km
Höhendifferenz: 50 m
Zeit: 3 Std.
Schwierigkeitsgrad: einfach
Ausgangspunkt: Gaststätte Zipfhäusl
Vom Parkplatz beim Zipfhäusl ohne merk-
liche Steigung ostwärts über die sonnigen
Südhänge des Ramsauer Tales. Mit Blick auf
das Dorf und die markantesten Berggipfel
Rodeln am Hochschwarzeck
der Berchtesgadener Alpen führt der Weg
über das Berggasthaus Gerstreit zum Berg-
gasthaus Söldenköpfl. Rückweg wie Hinweg. FAMILIEN-WINTERSPORTGEBIET
HOCHSCHWARZECK
Soleleitung nach Westen Das kleine Familienskigebiet Hochschwarzeck
Weg Nr.: 1/ 73 bietet einen Doppelsessellift, drei Schlepp-
Länge gesamt: 8,5 km lifte und knapp 3 Kilometer an Pisten auf rei-
Höhendifferenz: 120 m nem Naturschnee. Dazu für Skitourenanfän-
Zeit einfach: 2 ½ Std. ger optimale Möglichkeiten.
Schwierigkeitsgrad: einfach www.hochschwarzeck.info
Ausgangspunkt: Gaststätte Zipfhäusl
Vom Parkplatz beim Zipfhäusl in westlicher RODELN
Richtung bis oberhalb des Kaltbachlehens. Im Familienskigebiet Hochschwarzeck wartet
Von dort den Pfaffental-Rundweg (Weg 73) die 2,3 km lange präparierte Naturrodelbahn
und über den Soleleitungsweg wieder zurück „Hirscheckblitz“ auf den Rodelfan.
zum Ausgangspunkt.
Infos über aktuelle Bedingungen und
Vom Hintersee durch das Klausbachtal Öffnungszeiten: www.hirscheckblitz.de
Weg Nr.: 481 LANGLAUF
Länge gesamt: 4 km
Höhendifferenz: 50 m Bestens präparierte Loipen gibt‘s am Tauben-
Zeit einfach: ¾ Std. see und am Hochschwarzeck. Mehr Infos zu
Schwierigkeitsgrad: einfach den Loipen unter www.ramsau.de/de/winter/
Ausgangspunkt: Nationalpark Infostelle 220-loipen-in-ramsau.html
am Hintersee
Vom Parkplatz Hirschbichlstraße vorbei am
Klausbachhaus, nach 200 m links auf den
Fußweg zur Winter-Wildfütterung. Beste Zeit
zum Beobachten des Rotwilds ist ab ca. 14.00
Uhr (Zur Wildfütterung fährt auch ein Pfer-
deschlitten; Anmeldung im Klausbachhaus,
Tel.: 08657-1431).
42

Natürlich auf Tour

Naturverträgliche Ski- und Unsere Routen- und Schutzgebietsempfeh-


Schneeschuhtouren lungen helfen Ihnen dabei, so rücksichtsvoll
Die Berge sind Lebensraum für Wildtiere und und umweltfreundlich wie möglich draußen
Sehnsuchtsraum vieler Wintersportler. Diese unterwegs zu sein.
Koexistenz funktioniert nur mit Respekt vor
Informationen zu den Schutzgebieten
der Natur.
– www.alpenverein.de/natuerlich-auf-tour
Unser Ziel – www.alpenvereinaktiv.com
Mit der Kampagne „Natürlich auf Tour“ sollen – Infotafeln an den Tourenausgangspunkten
sensible Bereiche in den Alpen geschützt – Alpenvereinskarten (BY-Serie)
sowie Störungen von Wildtieren vermieden – Tourenführer mit dem DAV-Gütesiegel
werden. Um dies zu ermöglichen, geben „Natürlich auf Tour“
wir naturverträgliche Routenempfehlungen – DAV-Infoflyer
für Ski- und Schneeschuhgänger heraus. Im
Gegenzug bitten wir Sie darum, keine Wald-
Wild-Schongebiete zu betreten.

Sensible Bereiche meiden


Der Bergwald und der Bereich der Waldgren-
ze bieten Lebensraum für gefährdete Tier-
arten, beispielsweise Rauhfußhühner. Die
Flucht bei Störungen der Tiere benötigt viel
Energie, welche in den Wintermonaten durch
Nahrungsknappheit kaum wiedergewonnen
werden kann. Häufige Störungen können
zum Tod des Wildtieres führen.
43

Watzmanngebiet

Legende
Skiroute für geübte
Tourengeher
Skiroute nur für Geübte
bei besten Verhältnissen
Skiroute für geübte
Tourengeher, zu Fuß Hochalm
Skiroute für geübte
Tourengeher, empfohlene
Richtung
Wald-Wild-Schonge-
biet, Skitouren- und
Schneeschuhgeher:
Bitte nicht betreten
oder befahren!

Für alle Touren gilt:


Sie bewegen sich im un-
gesicherten alpinen Ge-
lände auf eigenes Risiko.
Auf alpine Gefahren,ins-
besondere Lawinegefahr,
müssen Sie selbst ach-
ten. Eine Haftung wird
nicht übernommen.
44

Alternativen für weniger gutes Wetter


DAV Alpin & Kletterzentrum Enzianbrennerei Graßl
Bergsteigerhaus Ganz Brennereibesichtigung
Kletterhalle der DAV-Sektion Berchtesgaden Salzburger Str. 105, 83471 Berchtesgaden
1.755 m² Kletterfläche und mehr als www.grassl.com
200 Routen
Watzmannstraße 4, 83483 Bischofswiesen Eishalle Berchtesgaden
Tel.: +49 (0)8652 - 97 64 620 An der Schießstätte, 83471 Berchtesgaden
www.kletterzentrum-berchtesgaden.de www.berchtesgaden.de
Mo - Fr 10 - 22 Uhr
Sa, So, Feiertage 10 - 20 Uhr Bad Reichenhall – Alte Saline
Alte Saline 9, 83435 Bad Reichenhall
Nationalpark-Zentrum Haus der Berge Tel.: +49 (0)8651 - 70 02 146
Hanielstraße 7, 83471 Berchtesgaden www.alte-saline.de
Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 17
www.haus-der-berge.com Bad Reichenhall - Rupertus-Therme
Friedrich-Ebert-Allee 21,
Salzbergwerk Berchtesgaden 83435 Bad Reichenhall
Bergwerkstraße 83, 83471 Berchtesgaden Tel.: +49 (0)8651 - 76 22 0
www.salzbergwerk.de
www.salzheilstollen.com Salzburg – Haus der Natur
www.hausdernatur.at
Watzmann-Therme in Berchtesgaden Salzburger Museen
Bergwerkstraße 54, 83471 Berchtesgaden www.salzburgmuseum.at
www.watzmann-therme.de
Zoo Salzburg
Königliches Schloss und Rehmuseum in www.zoo-salzburg.at
Berchtesgaden
Schlossplatz 2, 83471 Berchtesgaden Salzburger Freilichtmuseum Großgmain
www.schloss-berchtesgaden.de Hasenweg 1, A-5084 Grossgmain
Tel.: +43 (0)662 - 85 00 11
Dokumentation Obersalzberg www.freilichtmuseum.com
Salzbergstraße 41, 83471 Berchtesgaden
www.obersalzberg.de Traumwerk (Spielzeug-Museum)
Zum Traumwerk 1, 83454 Anger-Aufham
Museum Schloss Adelsheim +49 (0)8656 - 98 95 00
(Heimatmuseum) www.hanspeterporsche.com
Schroffenbergallee 6, 83471 Berchtesgaden
www.heimatmuseum-berchtesgaden.de
45

Anreise
Anreise mit Bahn und Bus Anreise mit dem PKW
Ramsau b. Berchtesgaden ist mit dem ÖPNV Von Norden kommend, erreichen Sie Ramsau
von Norden via Freilassing oder Salzburg er- bequem mit dem Auto über die Autobahn A8
reichbar. München-Salzburg. Nehmen Sie die Ausfahrt
Vom Salzburger Hauptbahnhof fährt stünd- Traunstein/Siegsdorf. Sie fahren auf der B 305
lich der Regionalbus 840 in 45 Minuten nach über Inzell, Weißbach, Schneizlreuth und sind
Berchtesgaden. Von dort mit Bus 846 in 15 in einer guten 1/2 Stunde in der Ramsau. Von
Minuten nach Ramsau. Süden über die österreichische Autobahn A 1
– Ausfahrt Salzburg Süd/Grödig über Berch-
Von München mit der Deutschen Bahn mit
tesgaden nach Ramsau.
Umsteigen in Freilassing nach Berchtesgaden,
von dort weiter mit Bus 846 nach Ramsau.
Chiemsee

Traunstein
Freilassing
A1
nach München A8 Salzburg
nach Wien

Inzell Bad Reichenhall

Markt- A10
Bischofswiesen
Schneizelreuth schellenberg
B3 B2
05 0
Berchtgesgaden
nach Innsbruck Lofer
Schönau a.
Königssee
Ramsau b.
Berchtesgaden Königssee
D
Ös eutsc
ter
rei hland
Bergsteigerdorf
Weißbach b. Lofer ch

MOBILITÄT VOR ORT

Wichtige Buslinien: eBike-Verleih Sport Brandner


Linie 846: Berchtesgaden-Ramsau-Hintersee Im Tal 64,
Telefon: +49 8657 790
Freies Fahren mit der Gästekarte der Touris-
musregion Berchtesgaden-Königssee, die Sie
als Gast in allen Ramsauer Beherbergungsbe-
trieben erhalten.
Linie 847: AlmErlebnisBus
Die einzige Buslinie im Nationalpark Berchtes-
gaden fährt vom Hintersee ins Klausbachtal
zum Hirschbichl und weiter ins benachbarte
Bergsteigerdorf Weißbach b. Lofer, www.al-
merlebnisbus.com
Linie 845: Ringlinie Ramsau
„Panoramawanderbus “
Hochschwarzeck-Hintersee-Ramsau
46

Partnerbetriebe
Bergsteigerdorf-Partnerbetriebe gehen spe- ÜBERNACHTUNG
ziell auf die Bedürfnisse von Wanderern, Berg-
steigern und Skitourengehern ein. Ein frühes Berghotel Rehlegg (****s)
Frühstück, Informationen zu Leihmaterial, die Hotel, lokale Produkte und nachhaltige
Vermittlung eines Bergführers oder Tipps zu Bewirtschaftung
Touren gehören ebenso zur Serviceleistung Holzengasse 16-18, 83486 Ramsau
wie die Verwendung regionaler Produkte in Tel.: +49 (0)8657 - 98 84 0
der Küche. info@rehlegg.de
Als Mitglied eines Alpinen Vereins erhalten www.rehlegg.de
Sie 10 % Ermäßigung auf das Standardan-
gebot (Übernachtung mit Frühstück, Ferien- CVJM Aktivzentrum Hintersee
wohnung etc.). Diese Ermäßigung gilt nur bei Jugendhaus, Gästezimmer, Mehrbettzimmer
Direktbuchung in der Unterkunft. Bitte bezie- Am See 51, 83486 Hintersee - Ramsau
hen Sie sich bereits bei der Buchung auf das Tel.: +49 (0)8657 - 98 87 12
Bergsteigerdorf-Angebot und legen Sie bei hintersee@cvjm.de
Anreise Ihren Mitgliedsausweis vor. www.hintersee.de

Die Blaueishütte der DAV-Sektion Berchtesgaden Gästehaus Heißenlehen


Familie Gschoßmann
Alpenstraße 89, 83486 Ramsau
Tel.: +49 (0)8657 610
info@heissenlehen.de
www.heissenlehen.de

Gasthaus & Pension Seeklause


Gästezimmer am Hintersee
Am See 65, 83486 Hintersee - Ramsau
Tel.: +49 (0)8657 - 91 99 38
restaurant@hintersee-gasthaus-seeklause.de
www.hintersee-gasthaus-seeklause.de

Ferienwohnungen Martinsklause
Ferienwohnungen in der Ortsmitte
Gabi Rasp
Tel.: +49 (0)8657 - 268
Im Tal 101, 83486 Ramsau
info@martinsklause.de
www.martinsklause.de

Gästehaus Karolina
Gästezimmer und Ferienwohnung
in Ortsnähe
Alois und Johanna Resch
Im Tal 96, 83486 Ramsau
Tel.: +49 (0)8657 - 280
info@haus-karolina.de
www.haus-karolina.de
47

Ferienwohnung Wimbachtal Gästehaus Oslhof


Ferienwohnung an der Wimbachbrücke Familie Hattensperger & Familie Schacht
Friederike und Gottfried Wurm Fendtenweg 8, 83486 Ramsau
Im Grund 1, 83486 Ramsau Tel. +49 (0)8657 - 598
Tel.: +49 (0)8657 - 677 info@oslhof.de
info@ferienwohnung-wimbachtal.de www.oslhof.de
www.ferienwohnung-wimbachtal.de
Gasthof & Cafe Rehwinkl
Gästehaus Hinterponholz Gästezimmer und Restaurant am Touren-
Gästezimmer und Ferienwohnungen ausgangspunkt Wimbachbrücke
Fam. Johanna und Helmut Stutz Fam. Anton Sandholz
Triebenbachstr. 17, 83486 Ramsau Tel.: +49 (0)8657 - 347
Telefon +49 (0)8657 - 12 47; Berchtesgadener Str. 27, 83486 Ramsau
info@hinterponholz.de info@rehwinkl-ramsau.de
www.hinterponholz.de www.rehwinkl-ramsau.de

Bergbauernhof Vorderloiplsau Wirtshaus Waldquelle


Ferienwohnungen in idyllischer Lage an Bayrische Küche und Pizzeria
den Südhängen des Ramsauer Tals Riesenbichl 25, 83486 Ramsau
Lorenz Köppl Tel.: +49 (0)8657 - 291
Loiplsau 20, 83486 Ramsau www.wirtshaus-waldquelle.de
Tel.: +49 (0)8657 - 625 täglich ab 12.00 Uhr (Dienstag & Mittwoch
info@vorderloiplsau.de Ruhetag)
www.vorderloiplsau.de

Schutzhütten
Blaueishütte (1.680 m) Watzmannhaus (1.930m)
Geöffnet: Geöffnet Mitte Mai - Mitte Oktober
Mitte Mai - Mitte Oktober Tel. Hütte: +49 (0)8652 - 96 42 22
Tel. Hütte: +49 (0)8657 - 271 Tel. Tal: +49 (0)8652 - 97 94 44 (nur ausser-
www.blaueishuette.de halb der Bewirtschaftungszeiten)
info@blaueishuette.de www.davplus.de/watzmannhaus

Kärlingerhaus (1.630 m) Neue Traunsteiner Hütte (1.560 m)


Geöffnet: Geöffnet Mitte Mai bis Ende Oktober
Mitte Mai - Mitte Oktober, Ostern (Ostern auf Anfrage)
Tel. Hütte: +49 (0)8652 - 60 91 010 Tel. Hütte: +49 (0)171 - 43 78 919
Tel. Tal: +49 (0)8650 - 513 (nur ausserhalb der www.traunsteinerhuette.com
Bewirtschaftungszeiten) office@traunsteinerhuette.com
info@kaerlingerhaus.de
www.kaerlingerhaus.de Ingolstädter Haus (2.119 m)
Reservierungen über Homepage Geöffnet Mitte Juni - Anfang Oktober
oder per Mail Tel.: +43 (0)6582 /83 53
Mobil +43 (0)664 / 8465629
info@ingolstaedter-haus.de
www.ingolstaedter-haus.de
48

Wichtige Adressen
Tourist-Information Ramsau BERG- UND SKIFÜHRER
Im Tal 2, Haus des Gastes, 83486 Ramsau
www.ramsau.de Bergschule Watzmann
Tel.: +49 (0)8657 - 98 89 20 Hubert Nagl, staatl. geprüfter Berg- und
info@ramsau.de Skiführer
Am Forstamt 3, 83486 Ramsau
Deutscher Alpenverein Tel.: +49 (0)8657 - 711
Sektion Berchtesgaden info@bergschule-watzmann.de
Watzmannstr. 4, 83483 Bischofswiesen www.bergschule-watzmann.de
www.dav-berchtesgaden.de
info@dav-berchtesgaden.de Outdoor-Club
Tel.: +49 (0)8652 - 976 46 11 Toni Graßl, staatl. geprüfter Berg- und Skifüh-
rer, Griesstätter Str. 9, 83471 Berchtesgaden
Tourismusregion Tel:: +49 (0)8652 - 97 76 0
Berchtesgaden-Königssee info@outdoor-club.de
Königsseer Str. 2, 83471 Berchtesgaden www.outdoor-club.de
www.berchtesgaden.com
info@berchtesgaden.com Berchtesgadener Bergführer e.V.
Tel.: +49 (0)8652 - 96 70 Tel.: +49 (0)8652 - 97 89 690
www.berchtesgadener-bergfuehrer.de
Berchtesgadener Land Tourismus GmbH Sportgeschäfte
www.berchtesgaden.de Sportgeschäft M+R Brandner
info@bglt.de Im Tal 64, Ramsau
Tel.: +49 (0)8652 - 65 65 050 (+ Fahrradverleih MTB & e-bike)
Tel.: +49 (0)8657 - 790
Alpine Auskunft der DAV-Sektion www.sportbrandner.de
Berchtesgaden
Mitte Mai bis Ende Oktober - Montag bis
BERGSPORT-VERKAUF UND VERLEIH
Freitag von 16.00 - 18.00 Uhr,
Tel.: +49 (0)8652 - 976 46 15 Bergsport Geistaller
alpine-auskunft@dav-berchtesgaden.de Griesstätterstraße 8, Berchtesgaden
www.bergsport-geistaller.de
Tel.: +49 (0)8652 - 3186

Sportgeschäft M+R Brandner


Im Tal 64, 83486 Ramsau
(Fahrradverleih MTB + eBike)
www.sportbrandner.de
Tel.: +49 (0)8657 - 790
49

Karten und Führer


ALPENVEREINSKARTEN

Alpenvereinskarte BY20
– Lattengebirge, Reiteralm, Ramsau
Maßstab 1:25.000, inkl. Ski- und Schnee-
schuhrouten

Alpenvereinskarte BY21
– Nationalpark Berchtesgaden, Watzmann
Maßstab 1:25.000, inkl. Ski- und Schnee-
schuhrouten

Alpenvereinskarte BY22 Alpenvereinskarten online bestellen:


– Berchtesgaden, Untersberg www.dav-shop.de
Maßstab 1:25.000, inkl. Ski- und Schnee-
schuhrouten
WINTERWANDERN
WANDERFÜHRER
Rother Wanderbuch
Alpenvereinsführer Winterwandern - Berchtesgaden
Berchtesgadener Alpen (alpin) Bergverlag Rother, 3. Auflage 2014
Hrsg.: Deutscher und Österreichischer Alpen-
verein, Alpenverein Südtirol SKITOURENFÜHRER
Bergverlag Rother GmbH
Skitourenführer Bayerische Alpen
Rother Wanderführer Markus Stadler, Panico Alpinverlag
Berchtesgadener Land 4. Auflage 2019
Bergverlag Rother, 16. Auflage 2019
Rother Skitourenführer
KLET TERFÜHRER Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen
Bergverlag Rother, 6. Auflage 2020
Kletterführer „Best of Genuss“
Auswahlführer alpiner Genussklettereien
von 3 bis 7-, Panico Alpinverlag

Boulderführer „Alpen en Bloc Band 2“ TOURENPORTAL DER ALPENVEREINE


inkl. Bouldertopos Blaueis
Panico Alpinverlag alpenvereinaktiv.com
Alle hier beschriebenen Touren finden Sie
Online - Klettertopos auch auf www.alpenvereinaktiv.com mit
Auf der Homepage der Blaueishütte gibt es – detaillierten Tourenbeschreibungen
eine Vielzahl an Kletter- und Bouldertopos – Fotos
sowie hervorragende Routenbeschreibung – GPX-Daten als Gratis-Download
gratis zum Download:
www.blaueishuette.de
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Impressum
Herausgeber:
Deutscher Alpenverein
Von-Kahr-Str. 2-4
D-80997 München
Tel.: +49 89 14003 0
natur@alpenverein.de

Für den Inhalt verantwortlich: Gemeinde Ramsau; DAV Ressort Naturschutz und Kartografie  |  Konzeption:
Dr. Tobias Hipp  |  Autoren: Alois Amort, Herbert Gschoßmann, Waltraud Gschoßmann, Fritz Rasp  |  Layout:
Gschwendtner & Partner, München  |  Druck: Mühlbauer Druck, Puchheim  |  Papier: Enviro Ahead (aus 100%
Altpapier; FSC-zertifiziert)  |  Auflage: 4.000 [06/20] Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit vorheriger Geneh-
migung des Herausgebers.

Bildnachweis:
Titelbild: Die Ramsauer Pfarrkirche St. Sebastian, Foto: Marika Hildebrand
Bild Rückseite: Auf dem Gipfel der Schärtenspitze, Foto: Wolfgang Ehn
Wolfgang Ehn: S. 20, S. 21, S. 24, S. 30, S. 33, S. 34, S. 46, S. 52
Georg Grainer: S. 40
Raphael Hang: S. 31
Tobias Hipp: S. 8-9;
Daniel Hug: S. 42
Hochschwarzeck Bergbahnen GmbH: S. 41
Sepp Leitner: S. 7; S. 19
Marika Hildebrandt: S. 12, S. 16, S. 18, S. 21, S. 26, S. 50
„Ramsau, so wie‘s früher war“: S. 10; S. 11
Rattelmüller P.E.: S. 11
Fritz Rasp: S. 13, S. 15, S. 23, S. 25, S. 27, S. 27, S. 29, S. 38, S. 39
Hans Stangassinger: S. 14
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Richtiges Verhalten in den Bergen


1. Vor jeder Tour müssen die Bergerfahrung und körperliche Eignung aller Teilnehmer –
Erwachsener und Kinder – geprüft werden. Bergsteigen verlangt oft Trittsicherheit und
Schwindelfreiheit.
2. Jede Bergtour soll anhand von Tourenbeschreibungen und Wanderkarten genau ge-
plant werden. Auch Auskünfte Alpiner Vereine und Ortskundiger, wie Bergführer und
Hüttenwirte, können dabei entscheidend helfen.
3. Entsprechende Ausrüstung und Bekleidung sind für das Bergsteigen notwendig. Im Win-
ter muss man die Notfallausrüstung (LVS, Schaufel, Sonde), beim Klettern oder für den
Klettersteig die adäquate Sicherungsausrüstung inkl. Helm mitführen. Beim Bergwan-
dern braucht man vor allem feste, hohe Schuhe mit griffiger Sohle. Da das Wetter in den
Bergen oft sehr rasch umschlägt, sind Regen- und Kälteschutz ebenfalls sehr wichtig.
4. Aus Gründen der Sicherheit sollten vor dem Aufbruch Weg und Ziel der Tour sowie der
voraussichtliche Zeitpunkt der Rückkehr dem Hüttenwirt bzw. Hotelier oder Freunden
bekannt gegeben werden.
5. Das Tempo muss den schwächsten Mitgliedern der Gruppe angepasst werden. Speziell
zu Beginn der Tour ist auf besonders langsames Gehen zu achten. Unbedingt andere
Teilnehmer beobachten, damit Erschöpfung rechtzeitig erkannt werden kann.
6. Markierte Wege nicht verlassen. Um Stürze zu vermeiden, ist auch im leichten Gelände
größte Aufmerksamkeit notwendig. Vorsicht beim Begehen von steilen Grashängen,
vor allem bei Nässe. Besonders gefährlich ist das Überqueren von steilen Schneefeldern
bzw. Gletschern.
7. Das Abtreten von Steinen ist unbedingt zu vermeiden, weil dadurch andere Bergwan-
derer verletzt werden könnten. Steinschlaggefährdete Stellen sollen einzeln möglichst
rasch und ohne anzuhalten passiert werden.
8. Hunde im Almgebiet - ein heikles Thema! Unter bestimmten Umständen (z.B. Kühe mit
Jungtieren) kann es vorkommen, dass Rinder insbesondere auf angeleinte Hunde ag-
gressiv reagieren. Fingerspitzengefühl, Vorsicht und Ruhe sind gefragt, allfällige Warn-
hinweise bitte unbedingt beachten!
9. Wenn das Wetter umschlägt, Nebel einfällt, der Weg zu schwierig wird oder in schlech-
tem Zustand ist, sollte man umkehren. Das ist keine Schande, sondern ein Zeichen der
Vernunft.
10. Tritt ein Unfall ein, Ruhe bewahren. In manchen Fällen wird man sich selbst helfen kön-
nen. Wenn nicht, soll durch Handy, Rufen, Lichtzeichen oder Winken mit großen Klei-
dungsstücken versucht werden, Hilfe herbeizuholen. Ein Verletzter sollte möglichst
nicht alleine gelassen werden.
11. Die Berge sind für alle da. An ihrer Erhaltung und Sauberkeit mitzuhelfen, ist Pflicht je-
des Bergsteigers. Man soll seine Abfälle ins Tal mitnehmen, die Tier- und Pflanzenwelt
soll geschont werden.
Quelle: UIAA/VAVÖ

Internationaler Notruf: 112 / Bergrettungsdienst Österreich aus dem Inland: 140


Die Bergsteigerdörfer
Ginzling im Zillertal Matsch
Großes Walsertal Mauthen
Grünau im Almtal Ramsau bei Berchtesgaden
Gschnitztal Region Sellraintal
Hüttschlag im Großarltal Schleching und Sachrang
Jezersko St. Jodok, Schmirn- und Valsertal
Johnsbach im Gesäuse Steinbach am Attersee
Kreuth Steirische Krakau
Lesachtal Tiroler Gailtal
Luče Val di Zoldo
Lungiarü Vent im Ötztal
Lunz am See Villgratental
Mallnitz Weißbach bei Lofer
Malta Zell – Sele
Stand 2020

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