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Johnsbach

Das Bergsteigerdorf im Nationalpark Gesäuse


Inhalt

Bergsteigerdörfer. Mosaiksteine einer gelebten Alpenkonvention 4


Vorworte 6
Johnsbach – Das Bergsteigerdorf im Nationalpark Gesäuse 8
Geschichtliches 10
Besonderheiten 12
Tourentipps Sommer 16
Tourentipps Winter 34
Alternativen für weniger gutes Wetter 40
Anreise & Mobilität vor Ort 41
Partnerbetriebe 42
Schutzhütten und Almen 43
Wichtige Adressen 44
Wanderkarten 45
Impressum, Bildnachweis, Literatur 46
Richtiges Verhalten in den Bergen 47

Die Bergsteigerdörfer sind eine Initiative der Alpenvereine. Österreichischer Alpenverein, Deutscher
Alpenverein, Alpenverein Südtirol, Slowenischer Alpenverein (Planinska Zveza Slovenije), Italienischer
Alpenverein (Club Alpino Italiano) und Schweizer Alpen-Club betreiben gemeinsam die Weiterentwicklung
der Bergsteigerdörfer, welche seit 2016 zudem ein offizielles Umsetzungsprojekt der Alpenkonvention sind.

– produziert nach den Richtlinien des Österreichischen


Umweltzeichens, Gugler GmbH, UW-Nr. 609, www.gugler.at

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4., aktualisierte Auflage, Innsbruck 2021
4 5

Bergsteigerdörfer. Mosaiksteine
einer gelebten Alpenkonvention
Legend Augsburg Linz

der Auswahl der Bergsteigerdörfer in Öster- deln stehen auf dem Programm. Auch abseits
! ! !
Wien
National border
München

reich, Deutschland, Italien und Slowenien be- des Bergsports ist einiges geboten: Mit ge-
!
Perimeter Alpine Convention GERMANY
Freiburg
!
! City

sonderes Augenmerk auf die Geschichte der führten geologischen oder ornithologischen
!
River Kempten Salzburg
!
Lake Basel
Glaciated area (> 3000 m)
!

!
Zürich
!
Bregenz
!
Leoben
Gemeinden, auf ihre Entscheidungen in der Wanderungen, Besuchen von Bergwerkss-
Vergangenheit und ganz besonders auf ihre tollen, Museen und alten Werkstätten gibt es
Innsbruck
S WI TZ E R LAN D Vaduz
!
AUST RIA !
Graz
!
Luzern

zukünftigen Entwicklungsziele. Denn nicht eine Vielzahl von Möglichkeiten. Oft reichen
!
Bern
!
LIECHTENSTEIN
Thun
Klagenfurt Maribor
jedes Bergsteigerdorf aus den Anfangsjahren aber auch schon ein warmes, trockenes Plätz-
!
Villach ! !
!
Lausanne
! Bolzano Jesenice

des Alpintourismus ist bis heute ein solches chen am Ofen, eine Tasse Tee und ein gutes
! !

Kranj
Genève !
!

Annecy
!
Trento
!
Nova Gorica
!
Ljubljana

Zagreb
geblieben. Viele Gemeinden haben sich ganz Buch, zum Beispiel über die Alpingeschichte
SLOVENIA
dem Wintertourismus verschrieben, haben der Region, um einen verregneten Nachmit-
! !
Lyon
!

Bérgamo Trieste

die Berghänge planiert, entwässert, Speicher- tag zu genießen.


Chambéry ! !
!
Bréscia
Milano !
!
Novara ! Verona Pádova ! Venézia Rijeka

seen gegraben, gesprengt, Seilbahnen errich- Kurzum, die Bergsteigerdörfer sollen eine
! ! !
Grenoble
!

!
Torino
tet, Hotelburgen gebaut – „alles für den Gast“. Gästeschicht ansprechen, die sich Urlaubs-
FRANCE
ITALY !
Parma
Für die ortsansässige Bevölkerung resultiert orte aussucht, in denen es noch einiger-
!
Génova !
Bologna
daraus die Abhängigkeit von einem sich maßen „normal” zugeht. Gäste, die einen
La Spézia
immer schneller drehenden Erschließungs- Aktivurlaub in der Natur erleben wollen, die
!

Kapital-Kreisel, dessen Höhepunkt noch nicht Eigenverantwortung und Umweltbewusst-


Firenze

erreicht scheint. sein mitbringen oder zumindest sehr offen


Nice !
!

MONACO
Marseille Scale: 1 : 3,300,000
dafür sind. Und mit dem Besuch in einem
O
!

0 25 50 100 150 200


km
Mit den Bergsteigerdörfern nehmen sich der Bergsteigerdörfer entsteht eine echte
Anwendungsbereich der Alpenkonvention; Quelle: 2. Alpenzustandsbericht der Alpenkonvention – die projekttragenden Alpenvereine mit den Symbiose: Denn während der Gast endlich
Wasser, 2008; Autor: Umweltbundesamt Austria Sektionen und dem Ständigen Sekretariat den Alltag hinter sich lassen kann, werden
der Alpenkonvention sowie mit Hilfe ande- in den Gemeinden Arbeitsplätze gehalten,
rer Partner aus öffentlicher Verwaltung und können kleine Gastronomiebetriebe ihr Aus-
Die Alpenkonvention – ein völkerrechtlicher gilt, die Protokolle der Alpenkonvention wo Tourismus jener Gemeinden an, die sich be- kommen finden, werden Nächtigungen auf
Vertrag der acht Alpenstaaten und der Euro- auch immer möglich anzuwenden, nicht nur wusst für eine nachhaltige, eigenständige Schutzhütten gebucht, findet das regionale
päischen Gemeinschaft; eine Vereinbarung im Rahmen von Genehmigungsverfahren, und selbstbewusste Entwicklung entschie- kulinarische Angebot seine Abnehmer – und
mit höchsten Zielsetzungen für die nachhalti- sondern insbesondere im Hinblick auf inno- den haben. Merkmale aller Bergsteigerdörfer genau DAS entspricht einer gelebten Um-
ge Entwicklung im alpinen Raum, ein Meilen- vative Ideen für eine nachhaltige wirtschaft- sind ihre Kleinheit und Ruhe, ihre Lage im setzung der Alpenkonvention – die Balance
stein in der Geschichte des Umweltschutzes ... liche Entwicklung auf lokaler Ebene. Alpenraum mit einer entsprechenden Relief- zwischen Schutz der Gebirgsregionen und
möchte man meinen. Ganz so ist es aber lei- Der Österreichische Alpenverein war maß- energie, ihr harmonisches Ortsbild, ihre alpi- einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung.
der nicht. Seit den 1950er-Jahren, in denen geblich am Zustandekommen der Alpenkon- ne Geschichte, ihre gelebten Traditionen und Oberstes Ziel ist es, die Wertschöpfung in der
die Idee zur Alpenkonvention erstmals in den vention mit ihren Protokollen beteiligt. Seit ihre starke Alpinkompetenz. Region zu halten und nicht an regionsfremde
Gründungsdokumenten der internationalen jeher versucht er, die Alpenkonvention für Zusammen mit den Sektionen des Alpenver- Investoren abzugeben.
Alpenschutzkommission CIPRA aufscheint, die breite Öffentlichkeit fassbar zu machen, eins wird an einer umfangreichen Angebot-
bis zum Inkrafttreten 1995 und bis zum Be- sie von dem – zugegebenermaßen zum Teil spalette an Aktivitäten, die ohne technische Die Zeit wird zeigen, ob sich Geduld und
ginn der Umsetzung 2002 war und ist es ein sehr komplizierten Juristenlatein – loszulö- Hilfsmittel auskommen, gearbeitet. Je nach Fleiß auszahlen werden, aber wir – das inter-
langer Weg. Aber gerade jetzt, wo die sozia- sen und in ganz konkreten Projekten mit der Charakter des Bergsteigerdorfes kann sich der nationale Projektteam Bergsteigerdörfer –
len Probleme der Welt jeden Umweltschutz- Bevölkerung umzusetzen. Gast in einer weitestgehend unverbrauchten sind davon überzeugt: Die Bergsteigerdörfer
gedanken mehr denn je in den Hintergrund Eines dieser Beispiele ist die Initiative „Berg- Landschaft aktiv erholen: Wandern, Berg- können eine echte Vorreiterrolle für die Um-
drängen, gewinnt die Alpenkonvention als steigerdörfer”. Im mittlerweile internationa- steigen, Klettern, Bouldern, Skitourengehen, setzung der Alpenkonvention im Alpenraum
Entwicklungsinstrument neue Bedeutung. Es len Projekt legen die Alpenvereine bereits bei Schneeschuhwandern, Langlaufen und Ro- einnehmen.
6 7

Herzlich willkommen Herzlich willkommen im


im Nationalpark Gesäuse! Bergsteigerdorf Johnsbach!

Ein Bergsteigerdorf wird man nicht so ein- erstreckt. Das sind weniger als 1% der Lan- Das Johnsbachtal mit dem gleichnamigen Wanderer oder nur Genießer der Gastlichkeit
fach! Da heißt es, viele Kriterien zu erfüllen. desfläche, was auch dem Flächenprozent Ort Johnsbach liegt gleichermaßen der Süd- - warnen: Nehmt euch Zeit für den Besuch im
So muss der Ort noch „in Ordnung“ sein. entspricht, der sich europaweit noch „wild“ seite des Gesäuses zu Füßen. Das Gesäuse, Tal. Denn in den Gaststätten trifft man immer
Nicht nur, was die dörfliche Struktur, sondern nennen darf. Freilich sind – der Nationalpark als Universität des Kletterns des Öfteren Bekannte, Kameraden, die man schon lange
auch, was die Umgebung betrifft. Ein beson- wurde erst 2002 gegründet - noch Spuren bezeichnet, bietet tatsächlich lange und nicht mehr gesehen hat und bei der ausge-
deres Augenmerk liegen also auf der Quali- ehemaliger Bewirtschaftung zu sehen. Diese schwierige Kletterrouten in meist bestem zeichneten Küche und Betreuung durch die
tät von Landschaft und Natur, die zu einem verschwinden aber zusehends und Wande- Fels. Nicht nur die grimmige Nordseite mit Gastwirte "rennt der Schmäh". Meist gesellt
gewissen Teil auch über einen gesetzlichen rungen in den Nationalpark laden ein auf das den bekannten schwierigen Dachlrouten lo- sich noch der eine oder andere Musikant
Schutzstatus verfügen müssen. Johnsbach Abenteuer „unberührte Natur“. cken die Kletterer an, auch die weitaus lieb- dazu und ehe man sich´s versieht, wird ge-
hat das alles und als Schutzgebiet sogar ei- In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ehr- lichere Südseite wartet mit exzellenten Fels- sungen, getanzt und Bergsteigerlatein aus-
nen Nationalpark. fürchtige Momente beim Eintauchen in die routen auf. Klingende Erstbegehernamen getauscht - und das kann manchmal bis in
Nationalparks gelten zurecht als die Königs- Welt des ursprünglichen Gesäuses. Bergstei- wie Forstenlechner, Schinko, Peterka, Dibona die frühen Morgenstunden dauern. Doch
klasse der Schutzgebiete. In einem National- gerdorf zu sein ist nicht ganz leicht, auf die und Hoi bürgen für Qualität. So ist es nicht im "Bergsteigernabel" des Gesäuses findet
park ist der Schutz der natürlichen Prozesse Berge in einem Bergsteigerdorf gelangt man verwunderlich, dass die Gaststätten in Johns- man immer ein Schlafplätzchen und kann
ziemlich kompromisslos. Eine Bedienung an allerdings einfach. Einfach „zfuaß“, wie wir in bach ein heimeliges Zentrum für Kletterer von den nächsten schönen Routen träumen.
den natürlichen Ressourcen ist tabu, erlaubt Johnsbach sagen. Denn hinauf geht es nur und Skitourengeher geworden sind. Denn Besuchen Sie das Bergsteigerdorf Johnsbach
ist nur eine extensive Almwirtschaft. Für Be- aus eigener (Muskel)kraft. auch im Winter bzw. Frühjahr ist Johnsbach und überzeugen Sie sich selbst!
sucher stehen Nationalparks aber offen! Sie ein äußerst beliebtes Ziel, das für Anfänger,
entführen uns in eine kleine Welt, in der wir Genießer bis zum Extremen großartige Ski-
richtig aufatmen können, weil wir aller Ver- abfahrten vorweisen kann.
antwortung enthoben sind. Im Nationalpark Auch wenn Johnsbach ein kleiner Ort ist, so
müssen wir ja nicht in die natürlichen Ab- sind doch vier Sektionen des Österreichi-
läufe eingreifen. Was immer wird, ist gut! schen Alpenvereins dort tätig: die Sektion
Im Talboden bewirtschaften die Johnsba- Mit freundlichen Grüßen Austria bewirtschaftet die Heßhütte und die Mit freundlichen Grüßen,
cher Bauern seit Generationen ihre kleintei- DI Herbert Wölger Haindlkarhhütte, die Sektion Mödling die Mag. Ludwig Wolf
ligen Höfe, eine nachhaltige Landwirtschaft, Nationalparkdirektor Mödlinger Hütte und die Sektion Admont- Alt-Bgm. von Johnsbach
wie sie noch in vielen Alpentälern zu fin- Gesäuse hat für die Erschließung von Klet-
den ist. Aber gleich anschließend, Richtung tergärten und die Sanierung der alten Ge-
Norden, beginnt die Wildnis des National- säuserouten gesorgt. Doch man muss den
park Gesäuse, die sich über rund 12.000 ha Besucher - sei es Kletterer, Skitourengeher,
8 9

Johnsbach
Das Bergsteigerdorf im Nationalpark Gesäuse

LAGE SCHUTZHÜTTEN GEBIRGSGRUPPE


In einem kleinen Seitental des Ennstales liegt am Südrand der Ge- Heßhütte (1.699 m) Ennstaler Alpen (Gesäuseberge)
säuseberge und mitten im Nationalpark Gesäuse das Bergsteigerdorf (N 47° 33,671', O 14° 39,132') Eisenerzer Alpen
Johnsbach. Der Ort erstreckt sich vom tiefsten Punkt, der Hartelsgra- ÖAV-Sektion Austria
benbrücke (521 m), bis zum höchsten Gipfel der Gesäuseberge (Hoch-
tor 2.369 m) und liegt zwischen zwei großen Gebirgsmassiven, der Mödlinger Hütte (1.523 m) WICHTIGE GIPFEL
Hochtorkette und der Reichensteingruppe. (N 47° 31,746', O 14° 33,193') Hochtor (2.369 m)
Der durch den Ort fließende Johnsbach bildet die geologische Gren- ÖAV-Sektion Mödling Großer Ödstein (2.335 m)
ze zwischen den Nördlichen Kalkalpen und dem Grauwackenzug der Admonter Reichenstein (2.251 m)
Eisenerzer Alpen. Haindlkarhütte (1.121 m) Hochzinödl (2.191 m)
(N 47°34,30', O 14°36,727') Planspitze (2.117 m)
DIE GEMEINDE ÖAV-Sektion Austria Spielkogel (1.731 m)
Johnsbach ist seit 2015 Teil der Gemeinde Admont und verzeichnet
um die 150 Einwohner. Der gleichnamige Johnsbach fließt durch ein
Seitental und gibt dem Ort seinen Namen. Eine besondere Statistik bie- ALMEN
tet Johnsbach durch die geringe Einwohnerzahl und die große Fläche Kölblalm
(97,7 km²). Der Ort hat somit eine Bevölkerungsdichte von 1,5 Personen Zeiringeralm
pro km². Das Tal ist bereits seit 140 Jahren vom Tourismus geprägt und Huberalm
zieht vor allem Alpinisten und Skitourengeher von weither an. Ebneralm
10 11

Geschichtliches
Bergsteigergruppe, die auf dem Sattel des
Ennseck ein Jahr später die Heßhütte errich-
tete. Heinrich Heß und Andreas Rodlauer
gelangen noch weitere Erstbegehungen, dar-
unter die Besteigung des Kleinen Buchsteins.
Nicht zu vergessen ist, dass die Steiermärki-
schen Landesforste, welche in dieser Pionier-
zeit die Grundflächen im Gesäuse erwarben,
auch ihren Teil zur Erschließung beitrugen:
das technische Meisterwerk der Hartelsgra-
benstraße zeugt heute noch davon.
In den 1920er-Jahren entdeckten die damali-
gen "Jungen Wilden" der Wiener und Grazer
Kletterszene die Gesäuseberge. Zu den Glanz-
leistungen dieser Zeit zählt zweifelsohne die
1936 bezwungene Dachl-Rosskuppen-Ver-
schneidung. Wiederholungsversuche schei-
terten mehrfach, und es sollte tatsächlich
zwölf Jahre dauern, bis diese Route ihre zwei- Bild der Heßhütte um 1924.
te Begehung erlebte.
Nach den sechziger Jahren, die von tech- geschraubt. Aber es sind im Gesäuse gera-
Johnsbach mit Kirche, Pfarrhaus und Stall um 1910. nischer Kletterei dominiert waren, wurden de die klassischen alpinen Klettertouren, die
neue Anstiege ganz im Sinne der Kletterpio- auch heute noch- in mühevoller Arbeit gene-
Alpingeschichte begeisterte aus aller Herren Länder strömten niere vorwiegend im freien Stil geklettert. Mit ralsaniert und mit Bohrhaken versehen - zum
Seit vielen Jahrhunderten schreibt das Gesäu- in die Gesäuseberge. Um dem Ansturm ge- dem modernen Sportklettern wurden auch in beliebten Ziel von Bergsteigern gehören und
se Alpingeschichte. Am Beginn waren es Jä- recht zu werden, mussten sogar Sonderzüge den Gesäusebergen die Schwierigkeitsgrade die bewegte Geschichte des Bergsteigens im
ger und Hirten, welche die Gipfel bestiegen. eingeschoben werden. Aber vor allem wa- der Routen in schwindelerregende Höhen Gesäuse wieder aufleben lassen.
Die "Almnamen" Hochtor, Planspitze, Gsuch- ren es Wiener Alpinisten, die das Geschehen
mauer und Stadelfeld zeugen heute noch da- prägten. Sie waren verantwortlich für viele
von. Das Benediktinerstift Admont, im Jahre neue und anspruchsvolle Anstiege durch
1074 gegründet, hatte als Grundherr die Alm- die steilen Nordwände und sind bis heute
wirtschaft zu verwalten. Die Bauern pflegten untrennbar mit der Erschließungsgeschichte
die Almwege – die heutigen markierten Wan- der Gesäuseberge verbunden.
derwege. Ein Mann muss dabei besonders hervorge- Buchtipps:
Die mächtigen Felsaufbauten der Gesäuse- hoben werden, der Wiener Alpinist Heinrich
berge lockten aber vor allem die Pioniere des Heß (1857 – 1946). Er gilt als "Erschließer" und Josef Hasitschka: Alpingeschichte kurz und bündig - Johnsbach im Gesäuse.
Alpinismus nach Johnsbach. Mit der Eröff- "Vater des Gesäuses". Gemeinsam mit seinem Österreichischer Alpenverein (Hg.) 2016 (2. Auflage).
nung der "Kronprinz-Rudolfsbahn" im Jahre langjährigen Führer und Gefährten Andreas J. Hasitschka, E. Kren, A. Mokrejs: Gesäuse-Pioniere. Alpingeschichte aus der Universität
1872 begann die tatsächliche touristische Rodlauer beging er am 5. Juli 1877 erstmals des Bergsteigens. Schall Verlag 2008
Entdeckung des Gesäuses, das sich zu einer den Wasserfallweg und den Peternpfad. Der J. Hasitschka, E. Kren, A. Mokrejs: Der Ödstein. Schall Verlag 2010
der ersten und bekanntesten Tourismusregi- ersten Begehung des Wasserfallsteiges folgte J. Hasitschka, E. Kren, A. Mokrejs: Erlesenes Gesäuse – eine alpinliterarische Zeitreise.
onen Österreichs entwickelte. Die Alpine Ret- in den Jahren 1891 bis 1892 die Errichtung Schall Verlag 2012
tungsstelle im Gesäuse gilt nach Reichenau einer gesicherten Steiganlage durch die "Al- Josef Hasitschka: Der Johnsbacher Kupferweg. Nationalpark Gesäuse Gmbh (Hg.), 2018.
an der Rax als die älteste der Ostalpen. Berg- pine Gesellschaft D´Ennsthaler", jener Wiener
12 13

Besonderheiten
die Schauhöhle wieder renoviert und mit
einem einbruchsicheren Tor vor Mineralien-
räubern geschützt.
Die Odelsteinhöhle bietet ein einzigartiges
Naturjuwel, welches unter fachkundiger
Führung nach Anmeldung beim Kölblwirt
besucht werden kann. Geführte Touren
werden auch vom Nationalpark Gesäuse
angeboten - eine sehr gute Alternative bei
schlechtem Wetter.

Nationalpark Gesäuse
1958 wurde das Gesäuse als erstes Natur- Der Bergsteigerfriedhof mit der Pfarrkirche Hl. Ägydius.
schutzgebiet der Steiermark unter Schutz
gestellt und es folgten Überlegungen zur
Gründung eines Nationalparks. Schließlich
wurde 2002 der Nationalpark Gesäuse um-
gesetzt und ist somit der jüngste der sechs
österreichischen Nationalparks und mit ei-
ner Fläche von 11.054 ha der drittgrößte in
unserem Land. Der Ortsteil Johnsbach hat
Johnsbach ist Teil des Nationalparks Gesäuse. dabei einen Anteil von 51% an der Gesamt-
fläche.
Die geschützten Naturräume umfassen vor
KULTURELLE BESONDERHEITEN Jahren wurden die Totgeborgenen aber allem alpine Flächen und Wald, aber auch
vermehrt in ihre Heimatorte überführt. Der auf den Schutz und den Erhalt von Almwei-
Bergsteigerfriedhof Johnsbach Rückgang der Gräber am Bergsteigerfriedhof den und Wiesen wird großer Wert gelegt. In Die Odelstinhöhle - bekannt für ihre Aragonitkristalle.
Es besteht wohl eine besondere Beziehung hängt aber auch damit zusammen, dass er- einem umfangreichen Bildungsangebot wird
zwischen Himmel und Erde, wenn man vom freulicherweise immer weniger Bergsteiger durch die Nationalpark-Ranger Wissen auf er-
Friedhof über den Kirchengrat in einer Linie in den Gesäusebergen verunglücken. lebnisreiche Art und Weise vermittelt. Alpine Parkuhr
zum Hohen Ödstein blickt. Im Bergsteiger- Das Zulassen von Wildnis und unbeeinfluss- 2013 hat Ludwig Wolf, ehem. Bürgermeister
friedhof sind all jene Menschen begraben, Odelsteinhöhle ter Natur und das bewusste Hintanstellen von Johnsbach und Kölblwirt in Johnsbach
die in den Gesäusebergen verunglückten. Im hinteren Johnsbachtal liegt das Natur- von menschlichen Bedürfnissen und Nutz- die sog. "Alpine Parkuhr" erfunden. Seither
Grabsteine und Grabkreuze erinnern an 83 denkmal Odelsteinhöhle. Die 470 m lange ungsansprüchen zugunsten natürlicher Ab- wurde sie schon mehrfach im Rahmen der
hier begrabene Bergsteiger. 49 Gräber mit Höhle liegt im erzführenden Kalk aus dem läufe und Prozesse wird von künftigen Ge- Bergsteigerdörfer neu aufgelegt – die Nach-
59 Bergtoten sind noch erhalten, 24 weitere Altpaläozoikum (Erdaltertum). Die Besonder- nerationen als eine der größten kulturellen frage ist beständig hoch.
Alpinisten, deren Gräber bereits aufgelassen heiten der Höhle sind Sinterablagerungen an Leistungen des 21. Jahrhunderts verstanden Durch das Einstellen der geschätzten Rück-
sind, ruhen auf diesem Friedhof. Somit ist der den Wänden, Sintersäulen und Tropfsteinbil- werden. kehr und gut sichtbar im Auto hinterlegt,
Bergsteigerfriedhof in Johnsbach der größ- dungen sowie die nur noch in Resten vorhan- Keine menschlichen Eingriffe zulassen be- können einerseits unnötige Bergrettungsein-
te in Österreich und auch einer der größten denen grünlich-bläulichen Aragonitkristalle. deutet aber auch, einen Naturschutz zu ak- sätze verhindert werden, andererseits kann
der Welt. Insgesamt verzeichnet die Toten- Bereits 1910 wurde die Odelsteinhöhle durch zeptieren, der nicht auf das Konservieren ein Einsatz aber auch wesentlich rascher
liste des Bergsteigerfriedhofes in Johnsbach den Besitzer zu einer Schauhöhle ausgebaut, eines gefälligen Ist-Zustandes ausgerichtet und effektiver stattfinden. Die Parkuhr kann
in ihrer Statistik die Schicksale von 524 ver- 1931 folgte die Erklärung zum Naturdenk- ist, sondern dynamische – eben ungeplante kostenfrei über info@bergsteigerdoerfer.org
unglückten Bergsteigern. Ab den fünfziger mal. Jahrzehnte später, im Jahre 2002, wurde – Prozesse zulässt! bestellt werden.
14 15

Benediktiner-Stift Admont Auch in wirtschaftlicher Hinsicht ist das Stift Sternenhimmel ohne Lichtverschmutzung
Das Benediktinerstift Admont Admont ein wichtiger Betrieb in der Region: In Johnsbach findet man einen der dun-
wurde im Jahr 1074 gegrün- mit 27.000 ha Grundbesitz und etwa 500 Mit- kelsten Nachthimmel Europas vor. Da
det und noch heute leben die arbeitern besitzt das Kloster einen enormen Österreichs größte Städte Wien, Graz, Salz-
Mönche nach den Grundsät- wirtschaftlichen Stellenwert. Am bekanntes- burg und Linz weit entfernt sind vom Gesäu-
zen des Heiligen Benedikt von ten ist aber wohl die spätbarocke Klosterbi- se, lässt sich hier besonders gut „Sternderl
Nursia: Ora et labora et lege - bliothek des Stifts Admont, die als größte schaun“. 6000 Sterne sind mit freiem Auge
bete und arbeite und lies. Klosterbibliothek der Welt gilt. Über 200.000 sichtbar und wenn der Himmel klar und wol-
Dass im Stift Admont viel ge- Bände und Schriften umfasst der gesamte kenfrei ist, leuchten sie mit einer Klarheit,
arbeitet wird, sieht man da- Bücherbestand, die kostbarsten Schätze da- die man in Mitteleuropa nur mehr an ganz
ran, dass vom Stift neben 26 runter sind die mehr als 1.400 Handschriften wenigen Orten vorfindet. Kein Wunder, dass
betreuten Pfarren auch ein ab dem 8. Jahrhundert und 530 Inkunabeln die Nationalpark Fotoschule mit nächtlichen
Stiftsgymnasium und ein Pfle- (Frühdrucke bis zum Jahr 1500). Fotoworkshops Astrofotografen von nah und
geheim geführt werden. fern anzieht.

Wo Sterne noch Sterne sein dürfen: Im Bergsteigerdorf Johnsbach


Die weltgrößte Klosterbibliothek im Benediktinerstift Admont. wurde nämlich innerhalb einer Ortschaft der dunkelste Nachthimmel Österreichs gemessen.
16 17

Tourentipps Sommer
Johnsbacher Almrunde
Die Johnsbacher Almrunde am
Ende des Johnsbachtales ist eine
gemütliche Almwanderung für
die ganze Familie. Ausgangs-
punkt ist der Parkplatz Ebner-
kreuzung, von dem es zuerst
hinauf zur Kölblalm (1.108 m)
geht, deren bewegte Geschichte
weit ins Mittelalter zurückreicht.
Schlackenfunde im Bereich der
Hütte wurden sogar bis in die
Bronzezeit zurückdatiert, ge-
Am Kneippweg.
nauere Aufzeichnungen sind seit
dem Mittelalter vorhanden.
Zu dieser Zeit war die Kölblalm noch eine formationstafeln die Geschichten und Bege-
dauernd bewohnte Schwaige, die vorwie- benheiten, die sich hier scheinbar zugetra-
gend zur Viehzucht diente. 1741 schließlich gen haben, näher.
wurde die Schwaige aufgelassen und nur
noch im Sommer als Alm bewirtschaftet. Bibelweg
WEITWANDERN 5. Etappe: Klinkehütte – Johnsbach Heute ist die Alm im Besitz der Familie Kölbl Vom Bergsteigerfriedhof Johnsbach führt
Über den „Aussichtsbalkon“ mit Blick auf die und liegt als einzige Privatparzelle im Nati- ein Weg in Richtung Pfarrmauer, dessen
Luchs Trail schroffen Gesäuseberge ins Bergsteigerdorf onalpark Gesäuse. Von der Kölblalm geht es Endpunkt eine kleine Plattform bildet. Von
(Mittel; gesamt 210 km, 11.000 HM) Johnsbach. 5 bis 6 Stunden, 760 HM weiter zur Huberalm, dem höchsten Punkt hier kann man seinen Blick über das vorde-
Der Luchs Trail ist ein Weitwanderweg mit 11 6. Etappe: Johnsbach – Gstatterboden der Wanderung (1.300 m), dann über den ur- re Johnsbachtal schweifen lassen. Entlang
Etappen durch 3 international anerkannte Eine gemütliche Etappe mit Streifzug durch alten Knüppelweg zur Ebneralm oder gleich des Weges illustrieren Bildstöcke des Malers
Großschutzgebiete und berührt Österreichs die Johnsbacher Bergsteigergeschichte. hinunter zur Zeiringeralm (1.082 m). Mit dem Helmut Witte Gleichnisse aus der Bibel. In
erstes Weltnaturerbe. Er führt durch Öster- 3 Stunden, 80 HM Rückweg zur Ebnerkreuzung schließt sich die einer Broschüre, erhältlich in der Pfarrkirche
reichs wilde (Wald-)Mitte, die von der Alpen- 10 km lange Runde, für die man etwa 3 Stun- Johnsbach, kann man die Gleichnisse und
konvention als Pilotregion für den ökolo- Genauere Informationen mit Beschreibungen den Gehzeit einplanen sollte. Kommentare dazu nachlesen.
gischen Verbund wiederholt ausgezeichnet der einzelnen Etappen und eine interaktive Karte
wurde. Da darf natürlich Johnsbach entlang gibt es auf www.luchstrail.at oder in der Luchs Erlebnisweg "Wilder John" Johnsbacher Kupferweg
des Weitwanderweges nicht fehlen. Trail Broschüre, erhältlich im Infobüro Admont. Am Sagenweg im Johnsbachtal kann man Der Johnsbacher Kupferweg führt in 3-4
Die wildromantische Berglandschaft ist eintauchen in eine Welt der "Wildfrauen und Stunden vom Paradeisstollen in Hinterrad-
wahrscheinlich das größte naturnahe Wald- Hexen", "Buckligen Schneider", "Versteiner- mer entlang des markierten Wanderweges
gebiet Mitteleuropas. Deshalb wurde auch WANDERN ten Mönche" und "Helllichten Steinen". Die Nr. 669 über den Neuburgsattel in die bron-
der Luchs hier wieder angesiedelt. Der Trail bizarren Felsformationen des Gesäuses be- zezeitliche Montangeschichte dieser Regi-
macht auf diese gefährdete Tierart aufmerk- Kneippweg flügelten die Phantasie der Bewohner seit on: prähistorische Schmelzplätze und Berg-
sam und trägt somit zu ihrem Schutz und Ein besonders idyllisch gelegenes Plätzchen jeher und so ranken sich zahlreiche Sagen bauspuren können bequem an markierten
Überleben bei. ist der Johnsbacher Kneippweg. Er hat eine und Legenden um verschiedenste außer- Punkten (Rastbänken) beobachtet werden.
Wem der ganze Trail zu lange ist, der kann Länge von 1,5 km und befindet sich unweit gewöhnliche Naturphänomene und Land- Das gleichnamige Begleitbuch (100 Seiten)
auch einfach die Touren durch Johnsbach vom Kölblwirt entfernt. Er gilt als Geheimtipp schaftselemente. Der Sagenweg, der über erklärt die harte Arbeit der Bergknappen vor
durchwandern, denn hier führen 2 dieser 11 und als Kraftplatz, an dem man seine Akkus einen markierten und durchwegs flachen 3500 Jahren. Endpunkt ist die Jausenstation
Etappen durch. wieder aufladen kann. Steig verläuft, bringt dem Besucher auf In- Zeiringeralm.
18 19

Insgesamt sollten für diese Wanderung ca. erklimmt. Der einfachste Anstieg ist der Weg
6 bis 7 Stunden eingeplant werden. Mit ei- von der Heßhütte, von der man in etwa 2 -
ner Übernachtung auf der Mödlinger Hütte 2,5 Stunden (420 HM) die Planspitze erreicht.
kann die Tour auch bequem als Zwei-Tages- Von der Hütte quert man nach Nordwesten
Tour durchgeführt werden. Für besonders durch Latschengelände und über Felsbänder
Konditionsstarke bietet sich noch die wei- bis zum Geröllkar unterhalb der Peternschar-
tere Höhenwanderung über das Blaseneck te. Der Weg führt dann weiter aufwärts in die
(1.969 m), den Sonnleitenkogel (1.908m) und Seekarscharte und über einige leichte Klet-
den Leobner (2.036m) an. Zurück ins Johns- terstellen hinauf zum Gipfel.
bachtal geht es schließlich über die Grössin-
geralm zum Gscheidegger. Haindlkarhütte (1.121 m)
Die Haindlkarhütte ist Ausgangspunkt für
Vom Johnsbachtal über die Heßhütte auf eine Vielzahl von Klettertouren an den Nord-
das Hochzinödl (2.191 m) wänden der Hochtorgruppe, sowie für die
Vom Kölblwirt führt der markierte Weg über Begehung des Peternpfades. Zur Haindlkar-
die Koderalm und die Stadlalm auf die Heß- hütte gelangt man entweder über das Ha-
hütte. Von der Hütte geht es in Richtung indlkar oder die Gsengscharte. Die erste Vari-
Westen zuerst steil empor durch Latschen- ante führt vom Parkplatz Haindlkar in ca. 1,5
gelände und dann über einen Steig durch Stunden zur Hütte. Der zweite Anstieg vom
schroffes Gelände auf den Gipfel der Hoch- Gasthof Bachbrücke führt zuerst taleinwärts
zinödl. Für den Aufstieg vom Johnsbachtal Richtung Johnsbach, dann in das "Gseng"
aus benötigt man ca. 3,5 Stunden (1.300HM). und den neuerbauten Steig steil hinauf über
Der Abstieg über den Nordrücken der Zinödl die Gsengscharte in ca. 2 Stunden Gehzeit
Die Heßhütte der ÖAV-Sektion Austria auf 1.699 m. bietet prächtige Aussichtspunkte in die Ge- zur Haindlkarhütte. Die beiden Varianten las-
säuseschlucht und zum Buchstein, bevor es sen sich auch gut zu einer Rundtour kombi-
den Westhang der Hochzinödl querend zu- nieren, bei der man an der Enns startet und
BERGTOUREN wenige steile Stellen zu überwinden. Dafür rück zur Heßhütte geht. über das Haindlkar und die Gsengscharte ins
kann sowohl von der Mödlinger Hütte als Als alternativer Abstieg bietet sich eine Run- Johnsbachtal gelangt.
Mödlingerhütte (1.523 m) auf auch vom Gipfel des Spielkogels ein tolles de über die Sulzkaralm an, allerdings ist hier
den Spielkogel (1.731 m) Panorama genossen werden. Die Mödlinger nochmals ein Gegenanstieg von etwa 450HM Über das Schneeloch
Ausgangspunkt für diese Wanderung ist der Hütte ist außerdem mit dem Umweltgütesi- einzuplanen. Vom Gipfel zuerst nordwest- auf das Hochtor (2.369 m)
Gasthof Donnerwirt in Johnsbach. Von dort egel des Alpenvereins und dem österreichi- wärts und dann hinab in das Sulzkar. Dann Vom Gasthof Kölblwirt führt die Tour zu-
südwestwärts auf dem Weg Nr. 601 entlang schen Umweltzeichen ausgezeichnet. über die Sulzkaralm (1.453m) leicht bergauf nächst als gemütliche Wanderung vorbei
des Baches, dann etwas steiler durch den und über den Sulzkarhund (1.822m) wieder am Wolfbauer Wasserfall und über den alten
Wald vorbei an der Huberalm. Mehrmals Johnsbacher Höhenweg hinab zum Weg, der auf die Heßhütte führt. Almweg über den "zachen Schuh" (steilste
kreuzt man eine Forststraße, bis man schließ- Vom Spielkogel wandert man weiter über Stelle des Wanderweges) auf den ersten Ko-
lich über den Kammrücken zur Mödlinger das Brünntörl bis zur höchsten Erhebung, Planspitze (2.117 m) derboden. Hier biegt man nun auf dem gut
Hütte gelangt. Von der Hütte bietet sich ein dem Anhartskogel (1.764m). Anschließend Um den Gipfel der Planspitze zu erreichen, markierten Weg Nr. 664 in Richtung Hochtor
herrlicher Blick auf den Ödstein, den Admon- hinunter zum Niederberg, von dort weist hat man drei verschiedene Anstiege zur ab. Über die Latschenzone steigt man ent-
ter Reichenstein und in die Niederen Tauern. eine Wegtafel in das Sebringtal, über welches Wahl: aus dem Ennstal führt der Wasser- lang des Wandfußes des Rinnersteines in ein
Über schöne Bergwiesen am Kamm entlang man zurück nach Johnsbach gelangt. Über fallweg über einen versicherten Steig von weites Kar. Gämsen stehen in Sichtweite und
geht es dann weiter zum Spielkogel. den Schattseitenweg kommt man entlang Nordwesten auf die Planspitze, während beäugen neugierig die Bergsteiger. Gämsen
Die Wanderung ist mit 950HM nicht zu lang des Johnsbaches wieder zurück zum Aus- man über den Peternpfad von der Haindlkar- waren auch der Grund, warum auf diesem hi-
und auch nicht sehr schwierig, es sind nur gangspunkt beim Gasthof Donnerwirt. hütte aus in leichter Kletterei (II) den Gipfel storischen Weg das Hochtor bereits im Jahre
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Peternpfad (II) keiten bleiben meist um I bzw. I+ und wech-


Heinrich Heß und Andreas Rodlauer gelang seln mit Gehgelände und Schrofenbändern,
1877 die erste alpintouristische Durchstei- aber auch Kletterstellen im II. Schwierigkeits-
gung dieser beliebten und spektakulären grad sind zu meistern.
Route, doch sie waren sicher nicht die Ersten,
die auf diesem Weg durch die Wand stiegen. Admonter Reichenstein (2.251 m) –
Die Legende erzählt vom "Schwarzen Peter", Normalanstieg (II)
der beim Wildern auf der Flucht vor seinen Ausgangspunkt für diese Tour auf den höch-
Verfolgern auf rätselhafte Weise durch die sten Gipfel der Reichensteingruppe ist die
steilen Felsschluchten zwischen Peternschar- Mödlinger Hütte. Von dieser über den mar-
te und Rosskuppe entwischen konnte. kierten Wanderweg zum Heldenkreuz. Auf
Von der Haindlkarhütte führt der durchge- dem anschließenden Rasenrücken zweigt ein
hend markierte Peternpfad auf die Petern- deutlich erkennbarer Steig ab. Einige Stellen
scharte. Ein Pfad im eigentlichen Sinn ist I+ und II sind zu überwinden, sonst Schrofen
der Peternpfad allerdings nicht, vielmehr und schwierigeres Gehgelände, welches ab-
eine leichte Klettertour, die an exponierten solute Trittsicherheit erfordert. Die Mitnahme
Stellen zwar mit Haken versehen, aber nicht von Helm und Seil empfiehlt sich, die Schlüs-
Der Gipfel der Planspitze. durchgängig versichert ist. Die Schwierig- selstelle ist mit Haken abgesichert.

1836 vom Stiftsvorsteher Pater Benno Kreil ausgedehnt werden. Hier bieten sich dann Vom Dachlgrat genießt man ein umwerfendes Panorama.
mit Johnsbacher Jägern bestiegen wurde. Er- von der Hütte weitere Touren an, wie zum
staunlich für die damalige Zeit, beginnt doch Beispiel auf das Hochzinödl (2.191m) oder
ab dem Schneeloch der anspruchsvolle Teil auf die Planspitze (2.117 m).
der Tour in teilweise leichter Kletterei (einzel-
ne Stellen I bis II) auf den Gipfel des Hochtor
(2.369m). Der Abstieg erfolgt ostwärts über ALPINKLETTERN
einen ausgesetzten Grat auf dem Josefinen-
steig zurück zur Heßhütte. Trittsicherheit ist Rund um das Bergsteigerdorf Johnsbach
auf diesem Steig erforderlich, da neben versi- existieren unzählige herausragende alpine
cherten (B) Stellen auch einige unversicherte Klettertouren. Für Touren in der Hochtor-,
Kletterpassagen im I. Schwierigkeitsgrad zu Reichenstein- und Buchsteingruppe bieten
überwinden sind. die Haindlkarhütte, die Heßhütte, die Klin-
Mit einer Übernachtung auf der Heßhütte kehütte und das Buchsteinhaus gute Stütz-
kann die Tour auch bequem auf zwei Tage punkte.

Kletterliteratur
Alle Kletterrouten des Gesäuses sind ausgezeichnet in Kletterführern dokumentiert.
Aktuelle Infos dazu auf www.xeis-auslese.at (mit Onlineshop) bzw. www.alpinstil.at
Die Bücher sind im Buchhandel, in vielen Verkaufsstellen der Region und im Infobüro Admont erhältlich.
Für den Winter 2021 ist die Herausgabe eines umfangreichen Gesamtführers (J. Reinmüller, A. Hollinger) geplant.
22 23
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26 27

A/B 25 m Abstieg
flacher Grat auf der Südseite
B B 700 m
INFOTAFEL
Geologie
senkrechte Felswand
A/B 650 m A
A
600 m 6 SOS Tafel
flacher Grat Gamsband
A/B
A
550 m
A 70 m
5 m bergab
Klettersteig INFOTAFEL
Geologie
flacher Grat
2 m bergab

GEOSTEIG - Silberreith großer Absatz


A/B
A 500 m 5 SOS Tafel
45 Minuten markierter Abstieg zur Forststraße
und weiter über den markierten Sonnseitenweg
Johnsbach - Nationalpark Gesäuse B
Plattenquergang zum Parkplatz Gasthof Donnerwirt
kleine Höhle B/C
Aussichtsband
(nordseitig) B
450 m
ANFORDERUNGSPROFIL A/B
Schwierigkeit C (mittel) Kondition 3 A
Klettersteig 700 m, 330 Hm, 2 Std. Armkraft 2 flacher Grat 400 m 4 SOS Tafel

Zustieg 70 Hm, 15 Min. Technik 3 A


Abstieg 400 Hm, 45 Min. Mut / Psyche 2 B/C
Exposition Südwest Erfahrung Anfänger B 350 m

Kante B/C

A/B Nützliche Informationen


Charakter B/C
300 m 3 SOS Tafel Nützliche Informationen
INFOTAFEL
Höhe Einstieg: 768 m
Landschaftlich ausgesprochen schöner Klettersteig in mittelmäßiger B Höhe Einstieg: 768 m
Schwierigkeit (C). Der im Nationalpark Gesäuse gelegene, naturnahe
Geologie
Höhe Gipfel: 1.105 m
Höhe Gipfel: 1.105 m
A/B
Klettersteig führt über eine ausgeprägte Kalkkante mit beeindru- Klettersteigausrüstung bereits
Klettersteigausrüstung bereitsbeim
beim Auto anziehen.
Auto anziehen.
ckenden Blicken vom Bergsteigerfriedhof Richtung Ödstein. 2. Quergang C 250 m Keine Flucht- oder Abbruchmöglichkeit
Keine Flucht- oder Abbruchmöglichkeit am amKlettersteig!
Klettersteig!
große Steilstufe
B Kapuzenturm
Achtung Achtung bei Gewittern!
bei Gewittern!
Zustieg (einfach)
ums Eck auf die Nordseite
A Der Klettersteig ist bei oder nach Regen besonders rutschig!
B
200 m 2 SOS Tafel
Der Klettersteig ist einsteigen.
Nicht zu spät bei oder nach Regen besonders
Der Klettersteig ist lang ... rutschig!
Vom Parkplatz beim Gasthof Donnerwirt (753 m) talauswärts zum Spreizschritt
B
Nicht zu spät einsteigen.
In Johnsbach Derländliche
gibt es gute Klettersteig ist lang ...
Gastronomie!
Tunnel. Nach der Steinmauer auf dem Steig Richtung Sattel mit flacher Grat Der Johnsbacher
In Johnsbach Bergsteigerfriedhof
gibt es gute ist legendär und sehenswert.
ländliche Gastronomie!
INFOTAFEL
Strommasten. Vor dem Strommasten nach links auf der Nordseite im Geologie A Ausgangspunkt: Gasthof Donnerwirt in Johnsbach (753 m)
Wald ca. 70 m steil bergauf zum Einstieg. Gratabsatz 150 m Der Johnsbacher Bergsteigerfriedhof ist legendär und sehenswert.
https://goo.gl/maps/QytF2D4noMppBGb1A
1. Quergang
B/C
C
Ausgangspunkt: Gasthof Donnerwirt in Johnsbach (753 m)
senkrechte
Abstieg (mittel) Steilstufe https://goo.gl/maps/QytF2D4noMppBGb1A
Beschränkungen
B/C
Am Abstieg befindet sich noch ein Stahlseil an einer Steilstufe. Steilstufe
Jahreszeitliche Sperre
Klettersteigausrüstung noch benützen! B In der Winterzeit, zwischen 1. November und 30. April bleibt der
Beschränkungen
Vom Gipfel dem Stahlseil folgen und auf dem markierten Weg zur gr. Absatz
100 m 1 SOS Tafel Geosteig gesperrt (Lawinengefahr bei Schneelage und Wildruhe).
Forststraße und dem Sonnseitenweg zum Parkplatz folgen. A/B

B/C Jahreszeitliche Sperre


Tageszeitliche Sperre
In der Winterzeit,
Zwischen 1.zwischen
Mai und 31. 1. November
Oktober kann derund 30. zwischen
Geosteig April bleibt
7 Uhr der
Erhalter
Waldrücken A
50 m
Geosteigund
gesperrt (Lawinengefahr
bis zu einer beiderSchneelage
Stunde vor Einbruch und Wildruhe).
Dunkelheit, jedoch
Naturfreunde Selzthal und Weng. 1. Steilstufe B/C längstens bis 19 Uhr begangen werden.
Schäden am Steig bitte dort melden. A/B
Einstiegsband
B/C Tageszeitliche Sperre
Zwischen 1. Mai und 31. Oktober kann der Geosteig zwischen 7 Uhr
und bis zu einer Stunde vor Einbruch der Dunkelheit, jedoch
Zustieg 150 m
Strommasten
längstens bis 19 Uhr begangen werden.
am Sattel

Parken bitte
beim Gasthof Donner!
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doors" errichtet. Aufgrund des kurzen Zu- gesteuert werden, sind die Huberalm und
stiegs eignen sich die Klettersteige auch bei Zeiringeralm. Von hier hinunter zum Gschei-
unsicherem Wetter. Geklettert wird auf drei degger und zurück nach Johnsbach. Alle drei
verschiedenen Varianten: ein schwerer Klet- Almen sind in den Sommermonaten bewirt-
tersteig (D), der über einen überhängenden schaftet und laden zu einer gemütlichen
Block und dann über einen Pfeiler führt, eine Almjause ein.
leichtere Variante (C/D) mit einem Überhang
im Einstieg und als dritte Möglichkeit die Um- Gstatterboden - Hochscheibe - Hieflau
gehung des Einstiegsüberhangs (B/C). Ausgangs- bzw. Endpunkte der rund 15.7 km
langen Tour sind Gstatterboden bzw. Hieflau.
Ab Gstatterboden beträgt die Höhendiffe-
MOUNTAINBIKEN renz bis zur schönen und bewirtschafteten
Hochscheibenalm 626 m. Fahrzeit gesamt ca.
Almbike-Tour 2,5 Stunden.
Wunderschöne Mountainbiketour, leicht
über Schotter- und Bergstraßen von Alm zu Trans Nationalpark
Alm führt (400 HM, 8 km). Diese 470 Kilometer lange und 13.300 Höhen-
Der Wasserfallweg gilt unter ambitionierten Bergsteigern als der schönste Zustieg zur Heßhütte. Von Johnsbach geht es hinein bis zum hin- meter stolze MTB-Rundtour verbindet den
teren Ende des Johnsbachtals. Kurz bevor Nationalpark Gesäuse mit dem Nationalpark
die asphaltierte Straße endet, zweigt man Kalkalpen. Aber keine Sorge, die 8 Etappen
VERSICHERTE WEGE UND KLETTERSTEIGE die erste Begehung durch Heinrich Heß und zum Ebnerhof ab. Von dort führt die Runde können auch einzeln geradelt werden. Un-
seine Gefährten. 1891/92 wurde dann die hinauf zur Kölblalm und weiter bergauf zur verfälschte Natur und atemberaubende Aus-
Geosteig Silberreith gesicherte Steiganlage errichtet, heute ist Ebneralm. Die letzten beiden Almen, die an- blicke sind so oder so ein ständiger Begleiter.
Ausgangspunkt für den landschaftlich beson- der älteste Klettersteig der Ennstaler Alpen
ders schönen, mittelschweren Klettersteig ist generalsaniert und bietet eine landschaftlich
Für Mountainbike-Touren eignen sich vor allem die Schotter- und Bergstraßen.
der Parkplatz beim GH Donner. Neben der besonders reizvolle Tour.
Straße geht man talauswärts zum kurzen Von der Kummerbrücke, die in unmittelbarer
Tunnel am Ortseingang von Johnsbach. Man Nähe der gleichnamigen Bahnhaltestelle
folgt der Straße weiter etwa 50 Meter talaus- liegt, geht es durch den Wald auf dem Weg
wärts und gelangt dann rechts über einen Nr. 660 ins so genannte "Kummer". Über Fels-
schmalen Pfad rasch zum Einstieg. Der Klet- stufen geht es direkt unter dem Wasserfall
tersteig nutzt den Grat-Kamm Richtung Öd- nach Westen und entlang einer Felswand zur
steingipfel. Links blickt man zu den wilden ersten Leiter. Weiter hinauf über einen lär-
Felsfluchten der Zwischenmäuer, rechts hi- chenbestandenen Steilhang zur "Kanzel". Hier
nunter auf den berühmten Bergsteigerfried- eröffnen sich erste Tiefblicke ins Ennstal, be-
hof von Johnsbach. Auf dem Steig selbst gibt vor es auf dem mit Stahlseilen und Klammern
es keine Fluchtmöglichkeit. Der Abstieg führt versicherten Steig zur "Emesruh" geht. Weiter
auf einem markierten Weg (eine Stelle versi- über Leitern zum Ausstieg. Von dort leicht
chert, A) ins Tal zurück, wobei das letzte Stück ansteigend zur Ebersangeralm (1.483 m) und
auf der Straße zurückgelegt wird. weiter zur Heßhütte.

Wasserfallweg Johnsbachklettersteige Alpinpark Johnsbach


Der Wasserfallweg ist der wohl schönste Die Klettersteige im Alpinpark Johnsbach
Zustieg zur Heßhütte. Bereits 1877 erfolgte wurden von der Sportagentur "absolute out-
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Buchsteinrunde Gesäuse Hüttenrunde


Diese malerische MTB-Tour in drei Tagesetap- Das Gesäuse ist zu schön, um nur ein oder
pen durch das Gesäuse verläuft rund um den zwei Tage hier zu verbringen. Auf der Gesäu-
großen Buchstein, durch den Nationalpark se Hüttenrunde erlebt man am besten das
Gesäuse und Naturpark Steirische Eisen- ganze Gesäuse auf einen Streich.
wurzen. Sechs Tage, sieben Hütten, unendliche Wei-
1. Etappe: GH Hensle in St. Gallen bis ten. Und dieses Abenteuer kann man sogar
GH Stiegenwirt in Palfau vollkommen flexibel buchen - keine fixen
2. Etappe: GH Stiegenwirt bis GH Kölblwirt Übernachtungsorte, zahlreiche Varianten
in Johnsbach und vollkommen mobil ohne eigenes Auto.
3. Etappe: GH Kölblwirt bis GH Hensle So lernt man das Gesäuse von wirklich al-
len Ecken und Enden kennen: Seine Hütten,
Ausgangs- und Endpunkt ist St. Gallen; Länge landschaftliche Vielfalt und verschiedenen
158 km, 4.700 HM, buchbar inkl. Gepäcktrans- Berggruppen.
port von April bis Oktober unter
www.buchsteinrunde.at

Buchtipp:
Szépfalusi, Csaba: Gesäuse mit Haller Mauern und Eisenerzer Alpen.
Kral Verlag, Mai 2021; ISBN: 978-3-99024-970-3

Zwischendurch darf und soll auch gerastet werden.


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Klettergenuss am Großen Buchstein.


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Tourentipps Winter
Die Messdaten sind abrufbar unter Gipfels über den Rotgraben und die Rotleiten
www.nationalpark.co.at/Wetterstationen zurück zum Gasthof Donnerwirt.

Spielkogel (1.731 m) Heldenkreuz (1.630 m)


Schöner und im Vergleich zu den bekannten Kleiner Gipfel südlich der Mödlinger Hütte am
Skitouren im Johnsbachtal einsamer Anstieg, Fuße des Reichensteins, der sich als lohnende
der durch die Nord-Exposition meist mit Alternative mit sehr schöner Aussicht bei La-
schönem Tiefschnee aufwartet. Der relativ la- winengefahr anbietet. Anstieg zur Mödlinge
winensichere Anstieg führt vom Gasthof Don- Hütte wie oben. Von der Hütte auf dem Weg
nerwirt entlang des Sommerweges (Weg Nr. Nr. 672 nach Norden in Richtung Reichen-
601) zur Mödlinger Hütte (1.523m). Von der stein. Am Treffnersee vorbei, gelangt man
Hütte geht es in südwestlicher Richtung über über eine kurze Steilstufe zum flachen Plateau
die Almböden der Treffneralm bis zum Wald- des Heldenkreuzes (870 HM, 2,5 Stunden).
rand. Dann dem markierten Weg folgend mä-
ßig steil bergauf, bis zu einer Steilstufe kurz Blaseneck (1.969 m)
unterhalb des Gipfels. Nach Überwinden die- Eine Skitour mit besonders schönen Abfahrten
ser Steilstufe geht es über den flachen Kamm nach Norden ins Johnsbachtal, wobei mehre-
zum Gipfel (980 HM, 2,5 Stunden). Abfahrt re Varianten über die Ploden, den Bärengra-
wie Aufstieg oder als Variante unterhalb des ben und den Sebringgraben möglich sind.

Skitour auf den Gscheideggkogel – Beschreibung und aktuelle Bedingungen auf alpenvereinaktiv.com/s/ZCGTx

SKITOUREN bis zur Zeiringeralm, dort über die Lichtung


und entlang des alten Forstweges weiter
Rund um Johnsbach gibt es eine Vielzahl an zum Überegg. Hierher gelangt man auch ab
lohnenswerten Skitouren. Tafeln an den Aus- dem Parkplatz Ebner durch die Klamm und
gangspunkten geben jeweils einen Über- den Forstweg (zeitweise Rodelbahn) über
blick über den Routenverlauf sowie diverse die Ebneralm. Ab hier führt die Tour über
Abfahrtsmöglichkeiten. den Rücken zur "Drahbank", einem sonnigen
Da jedoch viele diese Skitouren durch das Rastplatz. (Zur Drahbank gelangt man auch
Gebiet des Nationalparks Gesäuse führen durch die Klamm und über die Schröckalm
und somit auch die Lebensräume von ver- entlang einer gut markierten Variante.) Ent-
schiedenen Tierarten wie Rotwild und Rau- lang der hohen Markierungsstangen durch
fußhühnern tangieren, bitten wir, sich an den "Korridor" (bitte nicht abweichen, links
den sensiblen Stellen unbedingt an die Mar- und rechts liegen streng geschützte Rau-
kierungen in Form von Schneestangen zu fußhuhn-Habitate!) und über den schattigen
halten. Gipfelhang (nahezu immer idealer Pulver-
schnee) zum Gipfel des Gschaideggs. Sehr
Gscheideggkogel (1.788 m) schöne Fernsicht, besonders zum Lugauer.
Eine Skitour für alle Altersklassen, die auch Abfahrt nur entlang der Markierungsstan-
nach Neuschneefällen bzw. bei unsicheren gen. (780 HM, 2 bis 2,5 Stunden). Knapp un-
Verhältnissen möglich ist. terhalb des Gipfels hat der Nationalpark Ge-
Vom Parkplatz oberhalb des Gschaidegger säuse eine Wetterstation installiert.
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Der Der Aufstieg erfolgt vom Parkplatz ober- volle Stellen unterhalb des Leobner Törls so-
halb vom Gschaidegger über die Forststraße wie am Gipfelhang. Vom Gschaidegger über
zur Breitenbergeralm. Zuerst über den flachen die Forststraße ostwärts und dann südwärts
Almboden und durch einen Graben, weiter im Graben zu den Hütten der Grössingeralm.
hinauf durch den immer lichter werdenden Nach Süden führt eine markante Rinne (Sau-
Wald zum Gipfel (950HM, 2,5 Stunden). trog) zum Leobner Törl (1.739m), von wo man
südlich entlang der Leobner Mauer in einem
Leobner (2.036 m) großen Linksbogen auf den Gipfel aufsteigt.
Bekanntes und beliebtes Skitourenziel im Die Abfahrt erfolgt je nach Verhältnissen ins
Johnsbachtal. Leichtere Skitour (1.020 HM, Leobnerkar oder entlang der Aufstiegsspur
2,5 Stunden), allerdings mit zwei anspruchs- durch den Sautrog.

Lugauer (2.217 m)
Klassische Skitour auf einen der markantes-
ten Skigipfel der Ennstaler Alpen. Langer und
anstrengender Aufstieg, der mit einer außer-
gewöhnlich schönen Abfahrt über die steile
Lugauerplan belohnt wird.
Vom Parkplatz Ebner durch die Klamm und
entlang des Schafhüttelgrabens zur Pfarralm
(1.302 m) und weiter zur Schröckalm. An der
Schröckalm und der Foitlbaueralm vorbei
und in nordöstlicher Richtung aufwärts zum
Hüpflinger Hals (1.703 m). Die markierte Ski- Einer der markantesten Gipfel der Ennstaler Alpen: der Lugauer.

Pulverschnee am Gscheideggkogel. Eine sehr schöne route führt um den Rücken des Haselkogels genussreiche Abfahrten bietet. Der längere
und beliebte Skitour führt auf die Gsuchmauer. herum und leitet vorbei an der Haselkaralm Anstieg von Norden wird weniger begangen,
(1.482 m) hinunter in das Haselkar. In diesem belohnt jedoch mit großer landschaftlicher
Bereich ist die Skimarkierung unbedingt Schönheit und einer rassigen Abfahrt über
einzuhalten, da man sich nicht nur im Nati- das Stadelfeld.
onalpark, sondern überdies in einem sen- Vom Parkplatz Ebner-Klamm über die Forst-
siblen Wildschutzgebiet befindet. straße durch die Teufelsklamm und weiter
Über das Kar aufsteigen bis unter die mar- über den Almweg entlang des Schafhüttel-
kante Lugauerplan und über die immer stei- grabens zur Pfarralm (1.302 m). Von hier in
ler werdende Flanke bis zum Vorgipfel auf- nordöstlicher Richtung über Lichtungen hi-
steigen (Skidepot). Über den schmalen und nauf zur Kölbl-Galtviehalm und weiter in das
felsigen Grat geht es schließlich ausgesetzt schöne Südkar, über welches man in einem
zum Südwestgipfel (1.700 HM, 6 Stunden). Bogen nach Westen zum Stadelfeldsattel ge-
Abfahrt wie Aufstieg. langt und nach rechts über den Kamm hinü-
ber zur Gsuchmauer (1.150HM, 3 Stunden).
Gsuchmauer (2.116 m) Die steile Abfahrt über das Südkar ist beson-
Schöne Skitour, wobei besonders der Auf- ders bei Firn zu empfehlen.
stieg über das Südkar beliebt ist und bei Firn
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SCHNEESCHUHWANDERN

Mit Schneeschuhen geht es munter durch


die Johnsbacher Winterlandschaft. Wichtig
ist dabei, dass man im Nationalpark nicht von
den ausgewiesenen Wegen abkommt. Win-
terfrieden findet der Mensch, wenn er oder
sie da vor sich hin marschiert, den Schnee
unter sich spürt und die Kulisse rundherum
einsaugt.

Johnsbacher Almenrunde (1.400 m)


Ausgangspunkt: Parkplatz Ebner Klamm. Garantierter Rodelspaß auf der Ebneralm.
Ab hier führt der Weg entlang der Ausschil-
derung „Johnsbacher Almenrunde“ durch
die Teufelsklamm auf die Pfarralm über
Schröckalm und Ebneralm zurück in Rich-
tung Zeiringeralm. Bei Schönwetter ist im
Winter die Ebneralm geöffnet. Bitte vorher
anrufen. Aufstiegszeit: ca. 4h; 450 HM
Sonntagskogel (1.856 m) Weg zur Schröckalm. Von dort entlang der
Sehr schöne und mittlerweile sehr beliebte Aufstiegsspuren zurück zum Gscheidegger. Gscheideggkogel (1.788 m)
Skitour von Johnsbach über die sogenannte Ausgangspunkt: Parkplatz Ebner Klamm
Scheiben. Aufgrund der nordseitigen Lage Festkogel (2.269 m) Die Forststraße entlang bis zur Abzweigung
oft Pulverschnee. Die Tour ist meist auch Die Skitour auf den Festkogel verlangt auf- Richtung Ebneralm/Zeiringeralm, ab nun im-
nach Neuschneefällen möglich, Vorsicht ist grund ihrer Länge und Steilheit unterhalb mer den Markierungen in Richtung „Gschei-
vor allem im obersten, freien Teil geboten des Gipfels einiges an Kondition und Können degg“ in moderat ansteigendem Gelände
(Schneebrettgefahr). Bei sicheren Verhält- vom Tourengeher bzw. Tourengeherin. Bei folgen. Keine Einkehrmöglichkeit!
nissen ist auch eine Abfahrt durch das Sonn- Firn ist die Skitour allerdings eine echte Ge- Aufstiegszeit: ca. 4 Stunden; 790 HM
Muss man probiert haben: Eisstockschießen
tagskar möglich (980HM, 2,5 Stunden). nusstour. 4 Stunden sollten für die 1.400 HM
beim Donnerwirt.
veranschlagt werden.
Hochhäusl (2.026 m) Vom Kölblwirt geht es entlang des markierten RODELN DORFLIFT
Vom Gschaidegger zuerst Richtung Le- Weges Richtung Heßhütte. Der Anstieg führt
obner, bis nach etwa 1km die Forststraße über Wiesen und durch die etwas steilere Rodelbahn Ebneralm durch die Rund um den Bärenseitenlift in Johnsbach –
links abzweigt und gemächlich bergan zur Waldstufe zur offenen Fläche der Unteren Teufelsklamm nicht weit vom Kölblwirt entfernt – darf die
Schröckalm führt. Weiter hinter der Hütte in Koderalm (1.220m). Von dort geht es links in Nicht nur für Kinder ist Rodeln ein großes Natur noch artenreich und so gut wie unbe-
Richtung Nordosten durch den Wald zur Neu- Richtung Schneeloch auf den Ödstein zu, um Vergnügen. Vom Parkplatz bei der Ebner- rührt sein. Der einfache Schlepplift, die drei
burgalm. Über den steiler und schmäler wer- dann weiter nach rechts über eine Rampe auf kreuzung geht es durch die Teufelsklamm abwechslungsreichen Pisten und die Hütte für
denden Waldrücken nordwestlich der Alm bis die Rinnersteinböden zu queren. Den Schnee- hinauf zur Ebneralm. Nach einer Stunde Geh- den Einkehrschwung, haben bereits Generati-
auf das Hochplateau unter dem Gipfel. Von lochturm umgeht man südlich und steigt zeit kann man die 200 HM wieder abfahren. onenübergreifend vielen Familien einen wun-
hier je nach Verhältnissen auf den Gipfel des schließlich durch das Schneekar auf bis zum Wer keine eigenen Rodel hat, kann sich auf derschönen Ski-Winter ermöglicht. Sind die
Hochhäusls (1.000 HM, 3 Stunden). Verbindungsgrat zwischen Hochtor und Fest- der Ebneralm eine ausleihen. Pisten nicht nur Ski-und-Snowboard-Spaß-Ga-
Abfahrt über den Gipfelhang bis zum Rücken, kogel, wo auch das Skidepot errichtet wird. Aktuelle Informationen unter rant, sondern auch Ausgangspunkt für wunder-
dort südwestlich in den Wald und über einen Von hier geht es südwestlich auf den Gipfel. T: +43/(0)664/344 11 88. schöne Skitouren hinauf in die Gesäuseberge.
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Alternativen Anreise & Mobilität vor Ort


für weniger gutes Wetter

Anreise mit Bahn und Bus


Osten, Norden: Von Wien mit der Bahn
bis Amstetten, dort umsteigen in den
Regionalzug über Kleinreifling bis
Weissenbach-St. Gallen Bahnhof und
dann mit dem Bus 912 nach Gesäuse
Bachbrücke/Weidendom. Optional
über Leoben mit Umstieg in EC nach
Liezen und dann mit dem Bus 910 nach
Gesäuse Bachbrücke/Weidendom. Ab
hier mit dem Taxi nach Johnsbach.
Von Linz entweder am Wochenende
mit der Bahn nach Selzthal und dort
umsteigen in den Regionalzug nach
Gesäuse Bachbrücke/Weidendom oder mit
der Bahn über Amstetten (siehe oben). Westen: Von Bregenz/Innsbruck auf der A 12,
Westen: Von Innsbruck/Salzburg mit der A 93 und A 8 bis Salzburg.
City-Rock – Kletterzentrum Liezen Weidendom des Nationalparks Gesäuse Bahn über Schwarzach-St. Veit nach Bi- Ab Salzburg auf der A 1 bis zum Knoten
ÖAV Sektion Liezen An der Abzweigung nach Johnsbach gegen- schofshofen und Selzthal (eventuelles Um- Voralpenkreuz. Weiter siehe oben.
900 m² Kletterfläche, 670 m² Vorstieg, 230 m² über dem Bachwirt. steigen erforderlich). Weiter siehe oben. Süden: Von Graz auf der A 9 bis zur Ausfahrt
Boulder mit insgesamt ca. 1.300 Griffen; über www.nationalpark.co.at Süden: Von Graz mit der Bahn bis Liezen und Ardning/Admont/Gesäuse. Weiter auf der
100 Routen; Möglichkeit für individuelle Klet- dann mit der Buslinie 910 bis zur Station Ge- B 146 über Admont nach Johnsbach.
ter- und Technikkurse. Nationalparkpavillon Gstatterboden säuse Bachbrücke/Weidendom. Von Klagenfurt auf der A 10 bis Radstadt.
Sportzentrum 3, 8940 Liezen Der Gastronomiebetrieb mit Infostelle und Süden: Von Klagenfurt mit der Bahn bis Weiter auf der B 146 nach Liezen. Kurz nach
T: +43/(0)3612/24220 Nationalpark Ausstellung ist der ideale Bischofshofen. Umsteigen nach Liezen und Liezen auf der B 146 nach Admont und
Email: office@city-rock.at Ausgangs- und Endpunkt für viele Wande- dann mit der Buslinie 910 nach Gesäuse Johnsbach.
www.city-rock.at rungen. www.nationalpark-gesaeuse.at Bachbrücke/Weidendom. Oder mit der Bahn
von Klagenfurt über Leoben bzw. St. Michael
Odelsteinhöhle Veranstaltungen des Nationalparks Gesäuse i.d. Obersteiermark nach Selzthal. Weiter sie- MOBILITÄT VOR ORT
Die Odelsteinhöhle liegt auf 1.085 HM und Der Nationalpark bietet eine große Vielfalt an he oben.
kann im Zuge einer Führung (Kölblwirt) be- Wanderungen, Exkursionen und Fotokursen Gesäuse Sammeltaxi
sucht werden. Sie war eine der ersten Höhlen, an. Schwerpunkte sind Wildnis, besondere ÖBB: Zwei Mal am Wochenende (SA, SO) Di- Mit dem Sammeltaxi ins Bergsteigerdorf
die man Anfang des 20. Jahrhunderts zu ei- (endemische) Arten im Gesäuse, der dunkle rektverbindung von Wien über St. Pölten und Johnsbach! Anruf unter +43/(0)3613/2100099
ner Schauhöhle ausgebaut hatte. Nachthimmel und vieles mehr. Amstetten zu den Bahnhöfen im Gesäuse. – täglich von 8:00 bis 20:00 Uhr erreichbar.
www.nationalpark-gesaeuse.at Mehr Infos auf Seite 31, Stand 2021 –
Stift Admont Anreise mit dem Auto vorbehaltlich Änderungen.
Mit international beachtenswertem Kultur- Forstmuseum Großreifling, „Silvanum“ Osten, Norden: Von Wien/Linz auf der A1
programm. Großreifling, im historisch bedeutsamen bis zum Knoten Voralpenkreuz. Weiter auf "Bergsteigertaxi" Zeiringer
www.stiftadmont.at 3-stöckigen Innerberger Vorrats-"Kasten". der A9 bis zur Ausfahrt Ardning/Admont/ Johnsbach
T: +43/(0)3633/2201 40 Gesäuse. Auf der B 146 gelangt man über 8912 Johnsbach
Bergsteigerfriedhof Johnsbach Kontakt: Mag. Veronika Frank Admont nach Johnsbach. T: +43/(0)3611/215
Broschüren liegen in der Pfarrkirche auf. www.landl.at
42 43

Partnerbetriebe Schutzhütten und Almen


SCHUTZHÜTTEN ALMEN UND JAUSENSTATIONEN

Heßhütte (1.699 m) Kölblalm


(N 47° 33,671', O 14° 39,132') Johnsbach 65, Admont
ÖAV-Sektion Austria T: +43/(0)3611/216
Schlafplätze: 43 Betten, 85 Lager koelblwirt@aon.at
Winterraum: 6 Betten, offen Bewirtschaftung: Mitte Mai – Mitte Oktober
Bewirtschaftungszeit:
Mitte Mai bis Ende Oktober Zeiringeralm
T: +43/(0)664/430 80 60 oder Johnsbach, Admont
+43/(0)3611/211 09 T: +43/(0) 664/3912 106
www.alpenverein.at/hesshuette/ Bewirtschaftung: 1. Mai bis 31. Oktober
reservierung.php
Huberalm
Mödlinger Hütte (1.523 m) Johnsbach 59, Admont
(N 47° 31,746', O 14° 33,193') T: +43/(0)3611/289
ÖAV-Sektion Mödling harald.nachbagauer@aon.at
Schlafplätze: 34 Betten, 40 Lager http://www.huberbauer.at
Winterraum: 4 Betten, Sonderschloss Bewirtschaftung: Mitte Mai bis Ende Oktober
Bergsteigerdorf-Partnerbetriebe gehen speziell auf die Bedürfnisse von Wanderern, Bewirtschaftungszeit:
Bergsteigern und Skitourengehern ein. Ein frühes Frühstück, Informationen zu Leihmaterial, Sommer: Mai bis Ende Oktober Ebneralm
die Vermittlung eines Bergführers oder Tipps zu Touren gehören ebenso zur Serviceleistung T: +43/(0)664/7512 7446 oder Johnsbach 87, Admont
wie die Verwendung vieler regionaler Produkte in der Küche. +43/(0)720/516 762 T: +43/(0)664/344 11 88
Außerdem erhalten Sie als Mitglied eines alpinen Vereins (ÖAV, DAV, AVS, PZS, CAI, SAC) www.alpenverein.at/moedlingerhuette/ Bewirtschaftung: Mitte Mai bis Oktober an
10 % Ermäßigung auf das Standardangebot (Übernachtung mit Frühstück). Bitte Mitgliedschaft reservierung.php den Wochenenden, bei Schönwetter auch
bereits bei der Buchung bekannt geben und bei der Abrechnung den gültigen Mitglieds- unter der Woche. Bitte anrufen.
ausweis für alle Beteiligten vorlegen. Haindlkarhütte (1.121 m)
(N 47°34,30', O 14°36,727') Genusshütte
ÖAV-Sektion Austria Johnsbach 21, 8912 Admont
Gasthof Donnerwirt Gasthof Ödsteinblick Schlafplätze: 17 Betten, 34 Lager T: +43/(0)664/1537 677
Familie Stadlauer AV-Vertragshaus Bewirtschaftungszeit: office@genusshuette.at
Johnsbach 5, 8912 Admont Familie Zeiringer Mai bis Anfang Oktober Bewirtschaftungszeit:
T: +43/(0)3611/218 Johnsbach 57, 8912 Admont T: +43/(0)3611/22 115 Ende Mai bis Ende Oktober
office@donnerwirt.at T: +43(0)3611/215 0 info@haindlkarhuette.at Donnerstag – Montag 11:30 – 19:00 Uhr
www.donnerwirt.at oedsteinblick@aon.at www.alpenverein.at/haindlkarhuette
www.oedsteinblick.at
Gasthof Kölblwirt
Familie Wolf
Johnsbach 65, 8912 Admont
T: +43/(0)3611/216
koelblwirt@aon.at
www.koelblwirt.at
44 45

Wichtige Adressen
Tourismusverband Gesäuse Österreichischer Alpenverein BERG- UND SKIFÜHRER Bergsteigerschule Bergpuls
Hauptstraße 35, 8911 Admont Sektion Mödling NATURVERMITTLER René Guhl
T: +43/(0)3613/211 60 10 Vorsitzender: Mag. (FH) Matthias Merz T: +43/(0)676/74 00 82
info@gesaeuse.at; www.gesaeuse.at Brühlerstraße 5, 2340 Mödling Paul Sodamin office@bergpuls.at
T: +43/(0)2236/472 49 Bergführer www.bergpuls.at
Nationalpark Gesäuse info@alpenverein-moedling.at T: +43/(0)3615/34 81
Info-Büro Admont www.alpenverein.at/moedling Mobil: +43/(0)664/423 84 48 Canyon-Mountain
Hauptstraße 35, 8911 Admont paul.sodamin@aon.at Siedler Stefan
T: +43/(0)3613/211 60 20 Österreichische Naturfreunde www.paul-sodamin.at T: +43/(0)664/617 45 00
www.nationalpark-gesaeuse.at Ortsgruppe Admont/Hall info@canyon-mountain.at
Vorsitzender: Johann Vesely Christian Stang www.canyon-mountain.at
Marktgemeinde Admont Steinfeldsiedlung 480, 8911 Admont Bergführer
Hauptstraße 36, 8911 Admont T: +43/(0)699/1041 1375 T: +43/(0)664/968 78 55 AUSRÜSTUNGSVERLEIH
T: +43/(0)3613/27 200 stangl.chri@gmx.at
gemeinde@admont.at Alpiner Rettungsdienst Gesäuse www.bergfuehrer-stangl.com Pörl Sport Shop
Ortsstellenleiter: DI Hannes Leinweber Tourenski, Schneeschuhe, Fahrräder, E-Bikes,
Österreichischer Alpenverein 8911 Admont Alpinschule Alpinstil Langlaufausrüstung, Klettersteigset etc.
Sektion Admont-Gesäuse Zentrale: +43/(0)3613/205 99 Jürgen Reinmüller Hauptstraße 18, 8911 Admont
Vorsitzender: Ernst Kren admont@bergrettung-stmk.at T: +43/(0)664/863 37 89 T: +43/(0)3613/215 21
Marienpark 225, 8911 Admont office@alpinstil.at info@poerl-sport-shop.at
T: +43/(0)3613/22 199 Campingplatz „Forstgarten Gstatterboden“ www.alpinstil.at www.poerl-sport-shop.at
alpenverein.admont@gmx.at Campingplatz am Ennsufer, direkt am Fuße
der Planspitze, 5 Minuten zum Bahnhof
Österreichischer Alpenverein Gstatterboden.
Sektion Austria Platz für 100 Personen; Feuerstellen:
Vorsitzender: VD KR Friedrich Macher, Prof.
Rotenturmstr. 14, 1010 Wien
Gstatterboden 105, 8913 Gstatterboden;
knapp südlich der Ennsbrücke Wanderkarten
T: +43/(0)1/513 10 03 T: +43/(0)664/825 23 23
austria@sektion.alpenverein.at campingplatz@landesforste.at Alpenvereinskarte Nr. 16 – ÖK50-UTM Nr. 4212, 4215
www.alpenverein-austria.at www.landesforste.at Ennstaler Alpen-Gesäuse Maßstab 1:25.000
Wander- und Skitourenkarte, Maßstab ÖK25V-UTM Nr. 4212 West/Ost, 4215 West/
1:25.000 Ost

Alpenvereinskarten Digital Kompass Wander-, Bike- und Skitouren-


Maßstäbe 1:25.000 und 1:50.000 (sämtliche karte Nr. 206
Alpenvereinskarten der Alpenregion auf Nationalpark Gesäuse
USB-Stick) – UTM- und geographische Koor- Maßstab: 1:25.000
dinaten – Distanzmesser, Zeichenfunktion –
GPS-Routenplanung (Waypoints, Tracks) Österreich Karte (ÖK)
Nr. 99, 100
Freytag & Berndt Wanderkarte Nr. 62 Maßstab 1:50.000
Maßstab 1:50.000
46

Impressum, Bildnachweis, Literatur Richtiges Verhalten in den Bergen

Herausgeber: Österreichischer Alpenverein, Olympiastr. 37, 6020 Innsbruck


Als Natursport bietet Bergwandern große Chancen für Gesundheit, Gemeinschaft und Erlebnis. Die
Texte: Regina Stampfl-Hatheier (arp Salzburg), Ludwig Wolf, Josef Hasitschka, Nationalpark Gesäuse, folgenden Empfehlungen der alpinen Vereine dienen dazu, Bergwanderungen möglichst sicher und
Tourismusverband Gesäuse
genussvoll zu gestalten.
Grafik: SuessDesign.de
Layout und Redaktion: Barbara Reitler, ÖAV 1. Gesund in die Berge: Bergwandern ist Ausdauersport. Die positiven Belastungsreize für Herz und
Kreislauf setzen Gesundheit und eine realistische Selbsteinschätzung voraus. Vermeide Zeitdruck
Druck: gugler* DruckSinn Druckerei für nachhaltig Schönes, Melk/ Donau
und wähle das Tempo so, dass niemand in der Gruppe außer Atem kommt.
2. Sorgfältige Planung: Wanderkarten, Führerliteratur, Internet und Experten informieren über Länge,
Bildnachweis: Höhendifferenz, Schwierigkeit und die aktuellen Verhältnisse. Touren immer auf die Gruppe abstimmen!
Achte besonders auf den Wetterbericht, da Regen, Wind und Kälte das Unfallrisiko erhöhen.
Archiv Hasitschka, J.: 10, 11
Herzog, H.: 35 3. Vollständige Ausrüstung: Passe deine Ausrüstung deiner Unternehmung an und achte auf ein geringes
Rucksackgewicht. Regen-, Kälte- und Sonnenschutz gehören immer in den Rucksack, ebenso Erste-Hilfe-
Hollinger, A.: 12, 14 (u.), 14-15 (unten),
Paket und Mobiltelefon (Euro-Notruf 112). Karte oder GPS unterstützen die Orientierung.
Kerschbaumer, T.: 20, 37
4. Passendes Schuhwerk: Gute Wanderschuhe schützen und entlasten den Fuß und verbessern die
Leitner, S.: 6, 7, 13 (unten), 18, 21, 28, 29, 30, 32, 34, 36 (beide), 39 (unten), 40, 42, 47
Trittsicherheit! Achte bei deiner Wahl auf perfekte Passform, rutschfeste Profilsohle, Wasserdichtigkeit
Mauthner, M.: 16 und geringes Gewicht.
Nachbagauer, E.: 8-9
5. Trittsicherheit ist der Schlüssel: Stürze, als Folge von Ausrutschen oder Stolpern, sind die häufigste
Sattler, Th.: 14 (oben), 17, 38, 39 (oben) Unfallursache! Beachte, dass zu hohes Tempo oder Müdigkeit deine Trittsicherheit und Konzentration
Scheucher, Ch.: 13 (oben) stark beeinträchtigen. Achtung Steinschlag: Durch achtsames Gehen vermeidest du das Lostreten von
Steinen.
Umweltbundesamt Austria: 4
6. Auf markierten Wegen bleiben: Im weglosen Gelände steigt das Risiko für Orientierungsverlust, Absturz
Titelbild: Am Totenköpfl Ostgrad, Andreas Hollinger und Steinschlag. Vermeide Abkürzungen und kehre zum letzten bekannten Punkt zurück, wenn du
einmal vom Weg abgekommen bist. Häufig unterschätzt und sehr gefährlich: Steile Altschneefelder!
Bild Rückseite: Das Bergsteigerdorf Johnsbach steht für alpine Abenteuer, Andreas Hollinger
7. Regelmäßige Pausen: Rechtzeitige Rast dient der Erholung, dem Genuss der Landschaft und der
Geselligkeit. Essen und Trinken sind notwendig, um Leistungsfähigkeit und Konzentration zu erhal-
Literaturangaben: ten. Isotonische Getränke sind ideale Durstlöscher. Müsliriegel, Trockenobst und Kekse stillen den
Hunger unterwegs.
Auferbauer, G. & L. (2001): Gesäuse mit Eisenerzer Alpen. Bergverlag Rother; München, 137 S.
Hasitschka, J. el al: Siehe Buchtipps auf S. 11 dieser Publikation. 8. Verantwortung für Kinder: Beachte, dass Abwechslung und spielerisches Entdecken für Kinder im
Vordergrund stehen! In Passagen mit Absturzrisiko kann ein Erwachsener nur ein Kind betreuen. Sehr
Österreichischer Alpenverein – Hrsg. (2001): Naturerlebnisweg Rauchboden.
ausgesetzte Touren, die lang anhaltende Konzentration erfordern, sind für Kinder nicht geeignet.
Naturkundlicher Führer – Bundesländerreihe, Band 10; Innsbruck, 58 S.
Reinmüller J., Hollinger A., Kohlhofer- Feichter M. (2002): Xeis – Auslese. Auswahlkletterführer Gesäuse. 9. Kleine Gruppen: Kleine Gruppen gewährleisten Flexibilität und ermöglichen gegenseitige Hilfe.
Vertraute Personen über Ziel, Route und Rückkehr informieren. In der Gruppe zusammen bleiben.
Alpiner Rettungsdienst Gesäuse, Admont, 1. Auflage 240 S. 2. erweiterte Auflage 2009, ca. 488 Seiten.
Achtung Alleingänger: Bereits kleine Zwischenfälle können zu ernsten Notlagen führen.
Schall, K. (2003): Genuß-Schitourenatlas – Österreich Ost., 6. aktual. Auflage. Schall-Verlag; Wien, 336 S.
10. Respekt für Natur und Umwelt: Zum Schutz der Bergnatur: Keine Abfälle zurücklassen, Lärm
Walter, M. & H.: Johnsbach von der Knappensiedlung zum Feriendorf. Eigenverlag Walter 1985, 300 S.
vermeiden, auf den Wegen bleiben, Wild- und Weidetiere nicht beunruhigen, Pflanzen unberührt
lassen und Schutzgebiete respektieren. Zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel verwenden oder
Webadressen:
Fahrgemeinschaften bilden.
www.gesaeuse.at www.xeis-auslese.at
www.nationalpark-gesaeuse.at www.alpinstil.at Sicher Bergwandern: 10 Empfehlungen des Österreichischen Alpenvereins/CAA
www.johnsbach.at www.alpintouren.at
www.admont.at www.bergsteigen.at Alpiner Notruf: 140
Internationaler Notruf: 112
Die Bergsteigerdörfer

Balme Luče Valsertal


Ginzling im Zillertal Lungiarü Steinbach am Attersee
Göriach Lunz am See Steinberg am Rofan
Großes Walsertal Mallnitz Steirische Krakau
Grünau im Almtal Malta Tiroler Gailtal
Gschnitztal Matsch Triora
Hüttschlag im Großarltal Mauthen Val di Zoldo
Jezersko Ramsau b. Berchtesgaden Vent im Ötztal
Johnsbach im Gesäuse Region Sellraintal Villgratental
Kreuth Sachrang - Schleching Weißbach bei Lofer
Lavin, Guarda & Ardez St. Antönien Zell-Sele
Lesachtal St. Jodok, Schmirn- & Stand Juni 2021

www.bergsteigerdoerfer.org