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Ideen - Taten - Fakten Nr.

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Tagung Grünau im Almtal / Oberösterreich, 18. - 19. September 2009

Jahrestagung Bergsteigerdörfer

Öffentlicher Verkehr in peripheren Räumen


Bergsteigerdörfer
Öffentlicher Verkehr in peripheren Räumen
Tagung Grünau im Almtal, 18.-19. September 2009

Ideen - Taten - Fakten Nr. 3

Herausgeber: Oesterreichischer Alpenverein, Fachabteilung Raumplanung-Naturschutz


Olympiastr. 37, 6020 Innsbruck

Titelbild: Karl Redtenbacher: Der Almsee mit dem Toten Gebirge;


Hannes Schlosser: Bus, Almtalbahn und Display Bergsteigerdörfer

Bilder der Tagung: Hannes Schlosser

Textbearbeitung: Projektteam Bergsteigerdörfer

Übersetzungen Deutsch - Englisch: Steve Tomlin


www.bergsteigerdoerfer.at
Redaktion: Regina Stampfl und Christina Schwann

Grafik: Suess.Design.de Innsbruck, November 2009

Layout: Regina Stampfl

Druck: Aristos, Innsbruck

Finanziert aus Mitteln des Österreichischens Lebensministeriums und dem Europäischen Land-
wirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums.

Ein herzliches Dankeschön gebührt Bürgermeister Alois Weidinger und seinem Team für die
Organisation vor Ort.
Inhalt


Vorwort
Peter Haßlacher - Fachabteilung Raumplanung-Naturschutz des OeAV 7

Preamble
Peter Haßlacher - Department of Regional Development/Nature Conservation 8

1. Tag: FachTagung

Verankerung des Öffentlichen Verkehrs in der Alpenkonvention


Ewald Galle - Lebensministerium, focal point Alpenkonvention 9

Umsetzungsmöglichkeiten im Öffentlichen Personennahverkehr -


Alpine Pearls und andere erfolgreiche Projekte
Ernst Lung - Bundesministerium f. Verkehr, Innovation und Technologie 13

Nachhaltige Mobilität - Vom Schlagwort zur Realität
Leonhard Höfler - Amt der Oberösterreichischen Landesregierung 19

Sanfte Mobilität im Tourismus - Eine Analyse mit Lösungsansätzen


Romain Molitor - Geschäftsführer KOMOBILE Wien 23

Verkehrskonzept im Großarltal - Bergsteigerdorf Hüttschlag


Thomas Wirnsperger - TVB-Direktor Großarltal 27

Die Almtalbahn in Grünau - Attraktivierung und touristische Entwicklung


Alois Weidinger - Bürgermeister Grünau im Almtal 31

Animationskonzepte für Öffentlichen Personennahverkehr - Möglichkeiten der Sektionen


Gudrun Wallentin - Naturschutzreferentin OeAV-Sektion Salzburg 33

klima:aktiv mobil - Mobilitätsmanagement für Freizeit und Tourismus


Veronika Holzer - Lebensministerium 37

Zusammenfassung der Diskussionsrunden


Regina Stampfl - Projektteam Bergsteigerdörfer 41


2. Tag: Arbeitssitzung

Ein ereignisreiches Jahr - Die Aktivitäten im Zeitraum November 08 bis September 09


Christina Schwann, Projektteam Bergsteigerdörfer 45

Alpinkompetenz und Infrastruktur


Professionelle Wegebetreuung im Zillertal
Paul Steger - 1. Vorsitzender OeAV-Sektion Zillertal 49


Vorwort
Peter Haßlacher - Fachabteilung Raumplanung-Naturschutz des OeAV

Angebotsentwicklung mit Alpinkompetenz


Packageangebote im Lesachtal
Erwin Soukup - Tourismusberater Lesachtal 51
Die Alpenkonvention soll in ihrem Anwendungs- sierung der touristischen Agglomerationen. Die
Wander- und Bergführerausbildung bereich einen Mehrwert für die darin lebende und ausgewählten Orte suchen ihre eigenständige
Helmut Steinmassl - staatlich geprüfter Berg- und Skiführer 53 wirtschaftende Bevölkerung entfachen. Das war Weiterentwicklungschance auf dem Boden und
Idee, Motivation und Auftrag der Gründungsvä- in der Tradition des an Ort und Stelle entstan-
Hochwertige Ausrüstung als Bestandteil alpiner Kompetenz ter der Alpenkonvention, was es jetzt seit ihrem denen Bergsteigertourismus mit all seinen neuen
Werner Koch - Geschäftsführer Koch alpin GmbH 55 In-Kraft-Treten am 18. Dezember 2002 umzuset- aktuellen Ausprägungen. Der Oesterreichische
zen gilt. Die acht Durchführungsprotokolle und Alpenverein unterstützt sie dabei, gefördert aus
Nutzen der Bergsteigerdörfer aus Sicht der Sektionen die Deklaration „Bevölkerung und Kultur“ bilden Mitteln für die Ländliche Entwicklung Österreichs
Vorteile für einzelne Sektionen dafür den inhaltlichen Rahmen. Knapp 65 Pro- des Lebensministeriums und der Europäischen
Robert Strasser - 1. Vorsitzender OeAV-Sektion Klagenfurt 57 zent der österreichischen Staatsfläche liegen im Union.
Anwendungsbereich der Alpenkonvention, in Die nunmehr dritte Schwerpunktveranstaltung
Erfahrungen und Anregungen der Sektion Linz welchem rund 40 Prozent der österreichischen im Bergsteigerdorf Grünau im Almtal – nach
Peter Reinberg - 1. Vorsitzender OeAV-Sektion Linz 59 Peter Haßlacher - Oesterreichischer Alpenverein, Fachabteilung Bevölkerung wohnen. Ginzling im Juli 2008 und Mallnitz im November
Raumplanung-Naturschutz. Mehrere Protokolle befassen sich mit dem Länd- 2008 – setzt sich mit der schwierigen Thematik
Erste Erfolge im Projekt Bergsteigerdörfer lichen Raum und seiner Erreichbarkeit mit öffent- des umweltfreundlichen und öffentlichen Ver-
Feedback der Partner - Zusammenfassung lichen Verkehrsmitteln. Für die Mehrheit der im kehrs in ländlich-peripheren Berggebieten ausei-
Regina Stampfl - Projektteam Bergsteigerdörfer 61 OeAV-Projekt „Bergsteigerdörfer“ mitwirkenden nander. Ohne Zweifel befindet sich dieser zurzeit
Berggemeinden ist dieses Verkehrsthema von in einem spiralförmig nach unten gerichteten Ab-
Organisationsstruktur zentraler Bedeutung für die künftige Daseinsvor- wärtstrend. Immer neue Hiobsbotschaften von
Erarbeitung einer zukünftigen Organisationsstruktur sorge; die umweltfreundliche Mobilität und die Streckenauflassungen, Reduktion von Zug- und
Peter Haßlacher - Fachabteilung Raumplanung-Naturschutz des OeAV 63 Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln Buspaaren und Auflassen von Haltestationen
stellen zugleich aber auch für die Bergsteigerdör- dringen an die Öffentlichkeit. Die Erfolge in die
Resümee fer einen wichtigen Wettbewerbsvorteil im Alpin- Gegenrichtung zur Aufwertung und Stärkung der
Roland Kals - Projektteam Bergsteigerdörfer 65 tourismus gerade bei Gebirgsüberschreitungen umweltfreundlichen Anreise in die Berge erschei-
und einen nicht zu unterschätzenden Imagefak- nen deshalb oft nur als der berühmte Tropfen auf
Summary tor im an Bedeutung gewinnenden Segment des den heißen Stein. Wie für die „Alpine Pearls“, wel-
Roland Kals - Projektteam Bergsteigerdörfer 67 sanften Bergtourismus dar. Die Alpenkonvention che sich der klimafreundlichen Mobilität in ihren
ist nämlich damit angetreten, „eine nachhaltige Gemeinden verschrieben haben, gilt es jetzt auch
Politik einzuleiten, welche die Wettbewerbsfähig- für die Bergsteigerdörfer, maßgeschneiderte Pro-
keit des naturnahen Tourismus stärkt und damit gramme und Sondertarife zu erreichen. Die Um-
einen wichtigen Beitrag zur sozioökonomischen setzung der Alpenkonvention muss auf konkrete
Entwicklung des Alpenraumes leistet“ (Touris- und nachvollziehbare Maßnahmen zugespitzt
musprotokoll Art. 6, Abs. 2). Diese Stärkung der werden und darf sich nicht auf zahllose zahnlose
Wettbewerbsfähigkeit soll in erster Linie den im Einzelinitiativen und diplomatisches Geplausche
ländlichen Raum gelegenen, gegen die Entlee- einengen lassen. Sonst wird nichts aus dem er-
rung und die Ausdünnung von öffentlichen Dien- hofften Mehrwert für die Alpenbevölkerung.
sten ankämpfenden Berggemeinden zu Gute
kommen. Sie weisen eine hohe landschaftliche
Qualität auf und verzichten auf die Übertechni-
 

Das Verkehrsprotokoll
Preamble
Peter Haßlacher - Department of Regional Development/Nature Conservation, Verankerung des Öffentlichen Verkehrs in der Alpenkonvetnion

Austrian Alpine Association Ewald Galle, Lebensministerium

The Alpine Convention should result in an added develop independently on the ground and in the Die Verkehrsfrage war von Anfang an jene, in Artikel 13, wonach öffentliche oder private
value for the population living and working in the tradition of the mountaineering tourism that has an der die Ernsthaftigkeit und der tatsächlich Initiativen zur Erreichbarkeit touristischer Orte
areas covered by it. This was the idea, the motiva- arisen on their doorsteps, with all its current new vorhandene Wille der Vertragsparteien, ein und Zentren mit öffentlichen Verkehrsmitteln
tion and the commission of the founding fathers developments. The Austrian Alpine Association umfassendes politisches Programm für den zu verbessern sind und die Benutzung solcher
of the Alpine Convention that needed to be im- supports them here, with resources for the rural Alpenraum mit entsprechendem Mehrwert Verkehrsmittel durch die Touristen gefördert
plemented since it came into being on 18th De- development of Austria from the Ministry of Life zu verabschieden, gemessen wurde. Das Ver- werden soll.
cember 2002. The eight executive protocols and and the European Union. kehrsprotokoll war damit ein Jahrzehnt lang der
the declaration “Population and Culture“ form Now the third focus event, in the mountaineering Prüfstein für die Alpenkonvention und der Grad-
the contextual framework for this. Almost 65 per village of Grünau im Almtal – after Ginzling in July messer für die Bemühungen der Alpenstaaten Das Verkehrsprotokoll
cent of Austrian territory lies within the area co- 2008 and Mallnitz in November 2008 – tackles und der EG. Ein Misserfolg der Verhandlungen
vered by the Alpine Convention, in which some 40 the difficult subject of eco-friendly and public zum Verkehrsprotokoll hätte wohl unweigerlich Die meisten Anhaltspunkte zum Öffentlichen
per cent of the Austrian population lives. transport in rurally peripheral mountain regions. zu einem Scheitern des gesamten Alpenkon- Verkehr finden sich klarerweise im Verkehrspro- Ewald Galle - Lebensministerium.
Several protocols deal with rural areas and their Without doubt this currently finds itself caught ventionsregimes geführt, was auch die sehr tokoll.
accessibility by public transport. For the majo- in a downwards spiral. More and more bad news emotionale Geschichte des Verkehrsprotokolls Als Zielvorgabe zum Verkehr formuliert die Al- lungsposition Österreichs Stein des Anstoßes.
rity of the mountain communities taking part comes out about closing down branch lines, re- dokumentiert. penkonvention im Artikel 2, Belastungen und Die Kernaussage dabei bestand im Bestehen auf
in the OeAV project “mountaineering villages“, ducing bus and train combinations and closing Risiken im Bereich des inneralpinen und alpen- der Verpflichtung, den Straßenbau auf die un-
this issue of transport is of central importance to train stops. This is why successes in the other di- querenden Verkehrs auf ein Maß zu senken, das bedingt nötigen Vorhaben und Verbindungen
the future general-interest services; but environ- rection, upgrading and strengthening eco-friend- Ansätze in den Protokollen für Menschen, Tiere und Pflanzen sowie deren zu beschränken und keine neuen, umweltbe-
mentally-friendly mobility and accessibility with ly travel to the mountains, often seem to be just Lebensräume erträglich ist, u. a. durch eine ver- lastenden, hochrangigen, alpenquerenden
public transport at the same time represents for the famous ‘drop in the ocean‘. Just as with the Der Öffentliche Verkehr tritt in der Alpenkon- stärkte Verlagerung des Verkehrs, insbesondere Straßenverkehrsachsen zu errichten. Mit dieser
the mountaineering villages an important com- “Alpine Pearls“, which have devoted themselves vention und vor allem ihren Protokollen schon des Güterverkehrs, auf die Schiene, vor allem Formulierung sollte verhindert werden, dass zu
petitive advantage in Alpine tourism, particularly to climate-friendly mobility in their communi- Jahre vor einem Verkehrsprotokoll an diversen durch Schaffung geeigneter Infrastrukturen den bereits vorhandenen Nord-Südachsen eine
where travelling across mountains is concerned, ties, , it is now necessary for the mountaineering Stellen auf. Das erste Protokoll, das sich diesem und marktkonformer Anreize, ohne Diskrimi- neue hinzukommt.
and an image factor that should not be undere- villages to set up tailor-made programmes and Thema stellte, war das Raumplanungsprotokoll, nierung aus Gründen der Nationalität. Die Haltung Österreichs hatte ihren Ausgangs-
stimated in the increasingly important segment special rates. The implementation of the Alpine das in Artikel 9, Absatz 5 zum Bereich Verkehr punkt in einem Beschluss der Landeshaupt-
of sustainable mountain tourism. The Alpine Convention must be concentrated on measures festlegt, dass Maßnahmen zur Verbesserung männer vom Mai 1993, dass eine offizielle Zu-
Convention has namely begun to introduce “a that are transparent, and must not be distracted des Angebots öffentlicher Verkehrsmittel für Die Verhandlungen stimmung der Republik Österreich erst dann
sustainable policy which reinforces the competi- by numerous, toothless individual initiatives and die ansässige Bevölkerung und Gäste zu ergrei- abgegeben werden darf, wenn ein Verkehrspro-
tiveness of nature-based tourism and thus makes diplomatic small talk. Otherwise nothing will be- fen sind. Neben dieser allgemeinen Aufforde- Noch bevor mit der Ausarbeitung der Alpen- tokoll vorliegt, wonach keine neuen, hochran-
and important contribution to the socio-econo- come of the hoped for added value for the Alpine rung gibt es in diesem Protokoll keine weiteren konvention gestartet worden war, wurde die gigen, alpenquerenden Hauptverkehrsachsen
mic development of the Alpine region“ (Tourism population. Aussagen, was aber nichts daran ändert, das Schweiz anlässlich der 1. Internationalen Al- errichtet werden dürfen und das die Zustim-
protocol Art. 6, para. 2). This strengthening of gerade bei finanz- und wirtschaftspolitischen penkonferenz von Berchtesgaden (Oktober mung aller Bundesländer erhält.
competitiveness is intended primarily to be of be- Maßnahmen auch solche unverbindlichen Aus- 1989) beauftragt, den Vorsitz in einer Subar- Die unterschiedlichsten Versuche, zunächst
nefit to those mountain communities in rural are- sagen eine Relevanz erhalten. beitsgruppe „Verkehr“ zur Ausarbeitung eines durch die Arbeitsgruppe, die mangels Erfolg
as that are struggling in the face of public services Verkehrsprotokolls zu übernehmen. Schon die 1996 aufgelöst wurde, dann in bi- und trila-
being cut back and run down. They offer some In einem anderen, Jahre danach, aber immer ersten Entwürfe der sehr von Verkehrsinteres- teralen Runden zwischen Österreich, Italien
tremendous scenery, and do without the over- noch vor dem Verkehrsprotokoll verabschie- sen gesteuerten ExpertInnen wurden einer äu- und Deutschland und in einer internationalen
technification of the tourist conglomerations. deten Tourismusprotokoll gibt es eine weitere ßerst harschen Kritik unterzogen. Expertenrunde im Dezember 1995 in Wien,
The chosen villages are finding the opportunity to Aussage zum Öffentlichen Verkehr, und zwar Bereits zu diesem Zeitpunkt war die Verhand- scheiterten. Erst ein neuer Vorstoß Österreichs
Verankerung des Öffentlichen Verkehrs in der Alpenkonvetnion 10 11
Verankerung des Öffentlichen Verkehrs in der Alpenkonvetnion

1998 führte dazu, dass eine Verhandlungsrun- selbst erledigt hat und die B 191-Liechtenstei- unterzeichnet, wodurch die schon tot gesagte nationale, regionale und lokale Zielvorgaben, schaftsstruktur sowie der Erholungs- und Frei- Art. 11, Straßenverkehr
de, bestehend aus Umwelt- und Verkehrsex- ner Straße (Letzetunnel). Diese Straße, die der Alpenkonvention auch als Instrument einer Strategien und Maßnahmen zu entwickeln, zeitattraktivität des Alpenraumes verpflichten In diesem zentralen, den Straßenverkehr be-
pertInnen, nach Wien eingeladen wurde, um Umfahrung der Stadt Feldkirch dienen sollte, nachhaltigen Umwelt- und Verkehrspolitik im welche die Entwicklung der verkehrsbedingten sich die Vertragsparteien, die Einrichtung und treffenden und unmittelbar anwendbaren
einerseits hochrangige, alpenquerende Stra- war zum damaligen Zeitpunkt lediglich durch Alpenraum wieder belebt wurde. Umweltbelastungen durch eine Kombination den Ausbau kundenfreundlicher und umweltge- Artikel verzichten die Vertragsparteien nun-
ßenprojekte im Alpenraum, die bis zu diesem einen Erlass des Bundesministeriums für wirt- Das Potenzial des Verkehrsprotokolls ist in von ökonomischen Instrumenten, Raumord- rechter öffentlicher Verkehrssysteme zu fördern.“ mehr nicht nur auf den Bau neuer, hochran-
Zeitpunkt von Vertragsstaaten und Signataren schaftliche Angelegenheiten vorgegeben, fiel Österreich bis dato noch zu wenig genutzt nungs- und Verkehrsplanungsmaßnahmen Der Öffentliche Verkehr spielt im Verkehrspro- giger Straßen für den alpenquerenden Ver-
der Alpenkonvention geplant waren oder mit daher nicht unter den Ausnahmenkatalog des und ausgelotet worden. Das bedeutet auch, beschränken. tokoll keine große Rolle. Er ist eine von meh- kehr. Ein hochrangiges Straßenprojekt für den
deren Bau bereits begonnen wurden, aufzu- Artikels 8 (2) und war daher dem Verkehrspro- dass konkrete Umsetzungsschritte noch sehr Bis dato gibt es keine Ansätze zur Realisierung reren Maßnahmen zur Verkehrsreduktion und inner­alpinen Verkehr kann zudem nur unter
listen und andererseits die seit Jahren ständig tokoll unterworfen. Letztendlich bekräftigte rar sind. Hinzu kommt noch, dass die bis dato dieser Kooperationsverpflichtungen. Verkehrsverlagerung auf umweltverträglichere bestimmten und teilweise restriktiven Voraus-
aufgeschobene Diskussion über Definitionen Österreich anlässlich der MinisterInnenkonfe- ausständigen Ratifikationen durch Italien, die Verkehrsträger. setzungen realisiert werden: Erreichen der in
von unbestimmten Begriffen in Angriff zu renz mündlich, dass gemäß den Vorgaben der Schweiz und die EG einer alpenkonventions- Art. 7, Allgemeine verkehrspolitische Gleichzeitig wird aber auch der integrativen der Alpenkonvention festgelegten Zielset-
nehmen. In zwei Runden (März und Juni 1998) Alpenkonvention die Belastungen und Risiken konformen und alpenweit abgestimmten Ver- Strategie Sichtweise in der Alpenkonvention Rechnung zungen, bessere Auslastung bestehender Stra-
konnte diese wertfreie, sachliche Diskussion im Bereich des inneralpinen und alpenqueren- kehrspolitik nicht zuträglich sind. Als weiterer inhaltlicher Ansatz ist eine ratio- getragen: Die Etablierung von Öffentlichen ßen- und Bahnkapazitäten, positives Ergebnis
vorhandene Zwänge und jahrelange Irrtümer den Verkehrs auf ein Maß gesenkt werden müs- nelle und sichere Abwicklung des Verkehrs in Verkehrssystemen stellt nicht nur auf die Re- einer Zweckmäßigkeitsprüfung, die ergeben
beseitigen, wodurch erstmalig eine Atmosphä- sen, welches für Menschen, Fauna und Flora Art. 2, Begriffsbestimmungen einem grenzüberschreitenden Verkehrsnetz- duktion des motorisierten Individualverkehrs hat, dass das Projekt wirtschaftlich ist und die
re des Verständnisses und des Dialogs geschaf- erträglich ist. In diesem Sinne sei aus österrei- Erstmals wurde in einem Protokoll der Versuch werk verankert worden, das Verkehrsträger, ab, sondern bezieht auch die Aufrechterhal- Risiken beherrscht werden, und wenn letztlich
fen und damit eine Neuverhandlung erst mög- chischer Sicht davon auszugehen, dass örtliche einer weit gehenden Begriffsbestimmung un- Verkehrsmittel und Verkehrsarten aufeinander tung und Verbesserung der Siedlungs- und den Raumordnungsplänen/-programmen und
lich wurde. Umfahrungsstraßen, die weder Autobahnen ternommen. Begriffe wie „inneralpiner Verkehr“, abstimmt sowie die Intermodalität begünsti- Wirtschaftsstruktur mit ein. der nachhaltigen Entwicklung Rechnung ge-
Nach zähem Ringen um die Frage der Sinn- sind, noch baulich getrennte Richtungsfahr- „hochrangig“ oder „Umweltqualitätsziele“, gt. Überdies sind im Alpenraum bestehende Allein die Formulierung des Art. 9 lässt den tragen wird.
haftigkeit einer Neuverhandlung kamen die bahnen aufweisen, noch kreuzungsfrei sind, „Umweltqualitätsstandards“ und „Umweltindi- Verkehrssysteme und –infrastrukturen, u. a. Schluss zu, dass es sich um eine Absichtser-
MinisterInnen anlässlich der MinisterInnen- nicht als hochrangige Straßen im Sinne des katoren“ werden erstmals umschrieben. Neu durch den Einsatz von Telematik, bestmöglich klärung handelt mit einem sehr vorsichtigen Art. 13, Touristische Anlagen
konferenz in Bled (Oktober 1998) überein, eine Verkehrsprotokolls gelten. eingeführt wird der Begriff der „Zweckmäßig- zu nutzen. Bekenntnis zum Öffentlichen Verkehr. Es wird Im Zusammenhang mit touristischen Aktivi-
neue Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz Liech- Unmittelbar vor der beschließenden Minister­ keitsprüfung“. Dieses Prüfverfahren umfasst Die Umsetzung dieser Forderung ist in Öster- größtenteils die Ansicht vertreten, dass sich täten sind die verkehrlichen Auswirkungen
tensteins einzusetzen. In mehreren Sitzungs- Innenkonferenz ersuchte noch Italien um Ein- dabei die Abklärungen der verkehrspolitischen reich bislang noch unzureichend, wobei auf Art. 9 primär an die Gebietskörperschaften weiterer Erschließungen mit touristischen An-
runden konnte im Herbst 1999 ein Entwurf der richtung einer Arbeitsgruppe zur Umsetzung Notwendigkeit sowie der verkehrlichen, ökolo- gemeinschaftsrechtliche Aspekte zu achten ist. richtet und damit als Prioritätensetzung für das lagen unter Berücksichtigung der Ziele dieses
ExpertInnen präsentiert werden. Und Öster- des Verkehrsprotokolls sowie um eine gemein- gischen, ökonomischen und soziokulturellen Mit raumordnerischen und strukturellen Maß- budgetäre Gebaren der Gebietskörperschaften Protokolls zu überprüfen und soweit erforder-
reich forderte - auf Drängen der Bundesländer same Erklärung bezüglich der Rolle und Mitein- Auswirkungen. nahmen ist eine Verkehrsbeeinflussung zu verstanden wird. lich, Vorsorge- und Ausgleichsmaßnahmen zur
- erneut eine Neuformulierung des Straßen- beziehung der lokalen Gebietskörperschaften. Gunsten der Verlagerung der Transportlei- Erreichung der Ziele dieses oder anderer Proto-
artikels, wonach neue, hochrangige Haupt- Die letzte Forderung Italiens konnte verhältnis- Art. 3, Nachhaltiger Verkehr und Mobilität stungen im Personen- und Güterverkehr auf Art. 10, Eisenbahn- und Luftverkehr kolle zu ergreifen. Dabei ist dem Öffentlichen
verkehrsachsen im Gegensatz zu sonstigen mäßig unproblematisch abgehandelt werden. Darin wird die Verpflichtung der Vertragspar- das jeweils umweltverträglichere Verkehrsmit- Die zentrale Norm für den Eisenbahnverkehr Verkehr ein Vorrang einzuräumen, woraus die
hochrangigen Straßenprojekten ausnahms- Die Forderung nach Einsetzung einer Arbeits- teien festgeschrieben, mit einer aufeinander tel zu begünstigen. ist Artikel 10, der ein Maßnahmenpaket zur Verpflichtung für eine stärkere verfahrensmä-
los verboten sein sollten. Erst ein Gewaltakt gruppe zur Begleitung der Umsetzung ab dem abgestimmten Umwelt- und Verkehrspolitik zur Ausgehend vom mancherorts gegebenen De- Verbesserung der Bahninfrastruktur und des ßige Rücksichtnahme auf die Zielsetzungen
der DelegationsleiterInnen im Zuge der 15. Zeitpunkt der Unterzeichnung stieß hingegen Begrenzung verkehrsbedingter Belastungen fizit der überörtlichen Raumplanung, kann aus Schienenverkehrs, wie etwa betriebliche Opti- dieses Protokolls abgeleitet werden kann.
Sitzung des Ständigen Ausschusses, im März auf breiten Widerspruch. Es waren politische und Risiken sowohl den Belangen der Umwelt, dieser Forderung ein Anpassungsbedarf bzw. mierung und Modernisierung der Eisenbahn, Überdies sind die Schaffung und Erhaltung von
2000 in Château d’Oex (Schweiz), brachte den Erwägungen, da es nur schwer erklärbar wäre, als auch der Gesellschaft und der Wirtschaft das Erfordernis einer stärkeren gesetzlichen die Verlagerung des Güterverkehrs auf die verkehrsberuhigten und verkehrsfreien Zonen,
entscheidenden Durchbruch und vor allem wenn MinisterInnen einen Vertrag annehmen durch Maßnahmenbündel Rechnung zu tragen Verankerung abgeleitet werden. Eine verbind- Schiene oder die verstärkte Nutzung der Eisen- die Einrichtung autofreier Tourismusorte sowie
eine von allen mitgetragene Formulierung des und unterzeichnen, um gleichzeitig eine Ar- und auf Grund der besonderen Topographie liche Planung im Sinne dieses Artikels besteht bahn und die Schaffung kundenfreundlicher Maßnahmen zur Förderung der autofreien An-
Straßenverkehrsartikels. beitsgruppe zur Überprüfung der Ergebnisse der Alpen verstärkte Maßnahmen zur Lärmbe- in Österreich nicht. Synergien zwischen dem Personenfern- und reise und des autofreien Aufenthalts von Ur-
Im Vorfeld der zur Annahme und Verabschie- dieses Vertrages einzusetzen. Ein solches Man- kämpfung zu ergreifen. Ausgehend vom elementaren Gedanken der dem Regional- sowie Ortsverkehr, vorsieht. laubsgästen zu unterstützen.
dung des Verkehrsprotokolls geplanten VI. dat wäre wohl das falsche Signal nach außen Diese Verpflichtung stellt auf die Entwick- Verkehrssicherheit sind zudem die Verkehrs- Diesem Bereich sind auch vielfältige Unter- Da es sich im Vergleich zum vorherigen ersten
MinisterInnenkonferenz im Oktober 2000 in gewesen. lung eines unter den Vertragspartnern abge- wege vor Naturgefahren zu sichern, sowie die stützungs- und Fördermaßnahmen zugedacht; Absatz um eine unverbindlichere Formulie-
Luzern sorgte ein Anbringen der Vorarlberger stimmten, nachhaltigen Verkehrssystems ab, Schadstoff- und Lärmemissionen besonders ganz anders ja der Bereich des Straßenver- rung handelt, ist eine unmittelbare Verpflich-
Landesregierung für neuerliche Unruhe. Darin das unter anderem die Freisetzung von Stoffen belasteter Gebiete auf Grundlage der bestver- kehrs, wo der Verzicht und Restriktionen im tung nicht ableitbar. Künftige Planungen und
wurde eine Interpretative Erklärung der Repu- Die Umsetzung des auf ein Maß reduziert wird, welches die Tragfä- fügbaren Technologie schrittweise zu reduzie- Vordergrund stehen. Vorhaben sollten diese Parameter aber nach
blik Österreichs anlässlich der Unterzeichnung Protokolls Verkehr higkeit der betroffenen Umweltmedien nicht ren (Abs. 2). Die Wirklichkeit zeigt aber immer noch, dass Möglichkeit berücksichtigen. Mittlerweile zei-
des Protokolls Verkehr gefordert. Ausgangs- überfordert. im Spannungsfeld zwischen Warenverkehrs- gen erste Umsetzungsbeispiele, dass begon-
punkt für die Vorarlberger Intervention wa- Schließlich wurde das Verkehrsprotokoll an- Die Vertragsparteien werden zudem verpflich- Art. 9, Öffentlicher Verkehr freiheit und Umweltschutz das Pendel nach nen wird, nicht nur diesen Artikel, sondern das
ren zwei Straßenprojekte: Die S 18-Bodensee lässlich der VI. MinisterInnenkonferenz, im tet, in Übereinstimmung mit geltenden natio- Art. 9 lautet: „Zur nachhaltigen Aufrechterhal- wie vor zugunsten der Warenverkehrsfreiheit Protokoll als Ganzes wahrzunehmen und zu
Schnellstraße, die sich zwischenzeitig von Oktober 2000 in Luzern, angenommen und nalen und internationalen Rechtsvorschriften tung und Verbesserung der Siedlungs- und Wirt- ausschlägt. nutzen.
Verankerung des Öffentlichen Verkehrs in der Alpenkonvetnion 12 13

Umsetzungsmöglichkeiten im Öffentlichen
Personennahverkehr

Art. 14, Kostenwahrheit der Europäischen Gemeinschaft zu entfernen gegenseitig behindern oder gar ausschließen,
Alpine Pearls und andere erfolgreiche Projekte
Um auf die Verkehrslenkungseffekte durch eine und in weiterer Folge – letztlich erfolgreich - das sondern sich gegenseitig bedingen. Es wird –
bessere Einrechnung der wahren Kosten der Verkehrsprotokoll einer Unterzeichnung durch wie generell bei den Bergsteigerdörfern - nicht
verschiedenen Verkehrsträger hinzuwirken, ist die EG zuzuführen, zeigen den Bedarf nach Re- möglich sein, ein auf alle anwendbares Rezept Ernst Lung, Bundesmisterium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT)
im Hinblick auf die Umsetzung des Verursa- gelungen auch auf europäischer Ebene. zu entwickeln, denn dafür sind die betroffenen
cherprinzips die Entwicklung und Anwendung Aber nicht nur auf der europäischen Bühne, Gemeinden und die damit einhergehenden
des Berechnungssystems zur Ermittlung der sondern auf der kleineren, regionalen gibt Ausgangslagen zu unterschiedlich. Aber es ist
Wegekosten und der externen Kosten weiter es mittlerweile Projekte basierend auf den denkbar und möglich in einzelnen Bergstei-
zu entwickeln. Ziel ist es, schrittweise verkehrs- Vorgaben des Verkehrsprotokolls, die ganz gerdörfern, unter Beteiligung der Touristiker
spezifische Abgabensysteme einzuführen, die wesentlich dazu beitragen, nicht nur die Al- und der Verkehrsanbieter Lösungsansätze zu
es erlauben, auf gerechte Weise die wahren Ko- penkonvention umzusetzen, sondern sie den entwerfen, von denen nicht nur der Ort oder Vorteile des Öffentlichen Verkehrs bringen Bahnen und Busse gemeinsam immer- mitteln keine preisgünstigen Fahrkarten ange-
sten zu decken. In diesem Zusammenhang sol- Menschen vor Ort näher zu bringen und da- die Gemeinde, sondern das Tal oder die ganze hin rund ein Viertel der gesamten Personenver- boten werden, ergeben sich bei der Pkw-Nut-
len Systeme eingeführt werden, die den Einsatz mit auch verständlich und nutzbar zu machen. Region profitieren können. Der Verkehr hat derzeit einen Anteil von 27,6% kehrsleistung in Österreich. zung durch mehrere Personen – vor allem bei
der umweltfreundlichsten Verkehrsträger und Hervorheben möchte ich dabei den Ankauf an den Treibhausgasemissionen (Klimaschutz- ausschließlicher Betrachtung der laufenden
-mittel begünstigen, zu einer ausgewogenen eines Elektrofahrzeuges in der Region Süd- bericht 2009, Umweltbundesamt, Wien 2009), Neben Umwelt- und Sicherheitsvorteilen bie- Kosten (Treibstoff, Parkgebühren)�����������
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Ko-
Nutzung der Verkehrsinfrastrukturen führen kärnten („Solare Mobilität Südkärnten“), das in Resümee bei nach wie vor steigender Tendenz. Nahezu ten öffentliche Verkehrsmittel – einen attrak- stenvorteile. Das bedeutet, die Angebote öf-
und Anreize bieten, Potenziale ökologischer einem wahren Katalysatoreffekt dazu geführt alle Klimafachleute sind sich einig, dass der tiven, den Bedürfnissen der Fahrgäste ange- fentlicher Verkehrsmittel müssen attraktiv und
und sozioökonomischer Belastungsminderung hat, dass mittlerweile viele Gemeinden in die- Aber erst wenn auch die säumigen Vertrags- durch den Menschen verursachte zusätzliche passten Fahrplan vorausgesetzt – gerade im dennoch für die Benutzer preiswert sein, damit
mit strukturellen und raumordnerischen Maß- ser Region die Rolle des Verkehrs und allfälliger parteien der Alpenkonvention, Italien, Schweiz Treibhauseffekt auf die Alpen gravierende Aus- Freizeit- und Tourismusverkehr weitere we- sie angenommen werden. In der Praxis erfolg-
nahmen der Verkehrsbeeinflussung vermehrt Alternativen hinterfragen. Besonders gelungen und die EG, ihre jeweiligen Ratifikationsverfah- wirkungen hätte (Abschmelzen der Gletscher, sentliche Vorteile: reiche Beispiele öffentlicher Verkehrsmittel im
zu nutzen. Regelungen über die zweckgebun- ist damit zusammenhängend ein grenzüber- ren abschließen, erst dann wird auch das Proto- keine Schneesicherheit mehr in mittleren Hö- • Anfangs- und Endpunkt einer Wander- touristischen Verkehr beweisen, dass dies mög-
dene Verwendung der Einnahmen bzw. Fragen schreitendes Projekt, im Rahmen dessen ein koll Verkehr jene Wirkungen entfalten können, henlagen, Auswirkungen auf Pflanzen- und oder Bergtour müssen nicht identisch sein. lich ist, wenn alle Verantwortlichen (öffentliche
der Querfinanzierung und Umschichtung sind Konzept für Elektrofahrräder entwickelt wurde, die ihm zu Recht zugeschrieben werden, denn Tierwelt). Interessante Überquerungen sind möglich, Verwaltung, Verkehrsunternehmen, Touris-
hier offensichtlich bewusst unterlassen wor- das die Karawankenregion im Süden Österrei- es bleibt wohl unbestreitbar, dass man das Ver- Gerade die Verlagerung des Urlaubsreisever- da man nicht zum Parkplatz zurückkehren muswirtschaft, Alpine Vereine u.a.) konstruktiv
den. chs mit dem Landschaftspark Logarska dolina kehrssystem den Alpen anpassen muss und kehrs auf die Schiene bedeutet eine erhebliche muss. Einige Busse und die meisten Regi- zusammenarbeiten.
(Logartal) im Norden Sloweniens verbindet nicht umgekehrt. Verbesserung der Treibhausgasbilanz: Kommen onalverkehrszüge nehmen auch Fahrräder
und damit Natur- und Schutzgebiete für die beispielsweise Gäste aus dicht besiedelten Re- mit.
Umsetzungsprojekte Touristen erlebbar und sichtbar gemacht hat. gionen Deutschlands in die Alpen , so kann die • Während der Fahrt kann man die Land- Motivation der Bundesministerien
Entfernung für An- und Abreise mit dem Pkw schaft genießen und muss sich nicht auf
Neben diesem rechtliche Gerüst, dem man sich insgesamt 1.500 km betragen, dies entspricht den Verkehr konzentrieren. Ressortübergreifend sprechen folgende Grün-
in Österreich, noch recht zaghaft nähert, gibt Rolle der Bergsteigerdörfer Informationen zum Autor einer Größenordnung von 10% der Jahresfahr- • Will man eine schöne Tour mit erfri- de für ein Engagement für einen umweltver-
es viele Bemühungen und auch schon einige leistung eines Pkw und der verursachten Treib- schendem Bier oder einem Glas Wein aus- träglichen und sicheren Verkehr im Tourismus:
Projekte, die versuchen, die umfassenden und Es ist gerade der Verkehrsbereich, der - wahr- Ewald Galle, geboren am hausgasemissionen. Demgegenüber kommt in klingen lassen, stellt das kein Problem dar: • Verminderung und Vermeidung von nega-
komplexen Vorgaben des Verkehrsprotokolls in scheinlich mehr als andere Sektoren - gerade- 25.02.1965 in Villach. Auf- den Alpen der Großteil der Traktionsenergie für Man kann ohne Angst, Promillegrenzen zu tiven Auswirkungen des Verkehrs auf Ge-
konkrete Vorhaben zu gießen. zu prädestiniert ist, dass die Bergsteigerdörfer gewachsen und Schule Züge aus heimischer Wasserkraft, in Österreich überschreiten, genießen. sundheit und Umwelt
Herausgreifen möchte ich dabei eine Veran- eine Vorreiterrolle einnehmen und Impulse am Faaker See und Vil- über 80%. Bahnfahren stellt daher einen wir- • Attraktive öffentliche Verkehrsmittel für • Stärkung der österreichischen Wirtschaft
staltung, die zu Beginn der letzten österrei- setzen können, die mit Sicherheit weit über lach; Matura in Villach. Ab kungsvollen Beitrag zum Klimaschutz dar. den touristischen Verkehr bewirken auch durch innovative und ökologisch verträg-
chischen EU-Präsidentschaft im Jänner 2006 in Ortsgrenzen hinaus wahrgenommen werden. 1984 Studium der Rechts- Trotz technischer Verbesserungen an den Verbesserungen für die Mobilitätsbedürf- liche touristische Angebote, die neue Kun-
Wien durchgeführt wurde und an der über 500 Ein solch innovativer Weg, der auf jeden Fall wissenschaften in Wien. Kraftfahrzeugen ist der Straßenverkehr nach nisse der einheimischen Bevölkerung, z.B. dengruppen im Tourismus erschließen
ExpertInnen aus ganz Europa teilnahmen. Dass touristische Aspekte mit einschließen sollte, Ab 1990 im Umweltmi- wie vor eine wesentliche Ursache für Partikel- bei Erledigungen, im Freizeitverkehr und • Entwicklung und praktische Anwendung
Verkehr nicht isoliert betrachtet werden kann, bedingt auch, sich den konkreten, vor Ort oft nisterum. Von Beginn an (Feinstaub) und Stickoxidemissionen. Durch beim von Hol- und Bringverkehr mit Pkw innovativer Verkehrs- und Kommunikati-
sondern nur in Zusammenschau mit anderen sehr unterschiedlichen Fragestellungen im Zu- zuständig für Belange der Alpenkonvention, in die zunehmenden Kfz –Fahrleistungen werden („Elterntaxi“). onstechnologien, insbesondere aus Ös-
Bereichen, insbesondere Umwelt und Touris- sammenhang mit Bereitstellung von sinnvollen den ersten Jahren vor allem für internationale Entlastungswirkungen kompensiert. terreich (Das BMVIT unterstützt mit ver-
mus, erfolgreich und nachhaltig gestaltet wer- Verkehrssystemen zu stellen. Es sollte aber eine Aufgabenbereiche, danach auch für alle natio- Die Verkehrsunfallstatistik 2008 des Kuratori- Trotz dieser Vorteile öffentlicher Verkehrsmit- schiedenen Förderprogrammen u.a. die
den kann, liegt nicht nur auf der Hand, sondern Chance für die Bergsteigerdörfer sein, mit Hilfe nalen Fragestellungen. ums für Verkehrssicherheit (Wien 2009) zeigt tel darf nicht vergessen werden, dass die Fahrt Entwicklung nutzerfreundlicher Informa-
entspricht gerade der integrativen Sichtweise von passenden, die jeweiligen Gegebenheiten Im Jahre 2002 Veröffentlichung des Buches „Al- den Sicherheitsvorteil von Bahnen und Bussen: mit dem eigenen Pkw ebenfalls wesentliche tions- und Kommunikationstechnologien
der Alpenkonvention. Die in dieselbe Richtung erfassenden Verkehrskonzepten zu beweisen, penkonvention“. Nur 0,02% aller Verletzten waren im Bahnver- Vorteile bietet, vor allem räumliche und zeit- sowie alternative, umweltfreundliche Fahr-
zielenden Bemühungen Österreichs, das Ver- dass Umwelt, Tourismus und Verkehr und im kehr und 1,37% im Busverkehr, aber 57,3% im liche Flexibilität und die einfache Mitnahme zeugantriebe und Technologien zur Erhö-
kehrsprotokoll nicht nur aus der Negativliste besonderen der Öffentliche Verkehr sich nicht Pkw-Verkehr zu beklagen. Demgegenüber er- von Gepäck. Wenn in öffentlichen Verkehrs- hung der Verkehrssicherheit).
Alpine Pearls und andere erfolgreiche Projekte 14 15
Alpine Pearls und andere erfolgreiche Projekte

Aus der Sicht des BMVIT sind darüber hinaus Alps Mobility II - Parlen der Alpen • Die Erarbeitung einer Studie, die einen • Die „Perlen“ bieten attraktive Angebote für Werfenweng, die erste österreichische „Perle” ren im Auto der Eltern in Werfenweng und
Aktivitäten für „sanfte“ Mobilität auch aus fol- Österreichische Projektpartner in diesem Pro- guten Überblick zu Angeboten für Freizeit Freizeitmobilität: Wandern, Nordic Walking, konnte den Bahnanteil bei der Anreise in der Neukirchen am Großvenediger
genden Gründen sinnvoll: jekt im Interreg III B Alpenprogramm der EU- und Tourismus im Öffentlichen Verkehr in Mountainbiken, Reiten, Elektrofahrzeuge, Wintersaison von vorher rund 9% auf über
Die Investitionen in das Schienennetz in Öster­ Regionalförderung waren: mehreren europäischen Staaten vermittelt. Wassersport, Langlaufen. 25% erhöhen (Saison 2000/2001 gegenüber Erfreulich war die Begeisterung mit der junge
reich bis 2014 (inklusive dem aktuellen Kon- • das Lebensministerium (Bundesministeri- • Die Entwicklung von Angeboten zur um- • Es gibt Bereiche, die frei von konventi- 1998/99) und diesen Anteil halten. Das be- Menschen bei den umweltbezogenen Pro-
junkturpaket) betragen 13,9 Milliarden Euro. um für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt weltverträglichen An- und Abreise in alpine onellem Autoverkehr, Lärm und Abga- deutet eine Verminderung um ca. 1,2 Mio. jekten mitgemacht haben. Auch die italie-
Das verbesserte Bahnnetz soll auch im Perso- und Wasserwirtschaft, kurz BMLFUW) Ferienregionen, insbesondere mit der Bahn. sen sind (Fußgängerzonen, autofreie Pkw-Kilometer und um über 200 Tonnen Treib­ nischen Partner aus der Provinz Belluno kon-
nenverkehr gut genützt werden. In der Schweiz • das Wirtschaftsministerium (Bundesmini- • Die Entwicklung eines touristischen Pro- Seitentäler­). hausgase. Ein wichtiger Erfolgsfaktor dabei ist zentrierten sich auf die Bewusstseinsbildung
fährt jede Person durchschnittlich über 1.900 sterium für Wirtschaft, Familie und Jugend, dukts „Perlen der Alpen“ : dabei handelt es • Das Engagement für den Naturschutz ist die Abholung der Gäste mit Anrufsammel- bei Jugendlichen. Die Firma Dolomitibus setzte
Bahn-Kilometer pro Jahr, fast doppelt so viel kurz BMWFJ) sich um Tourismusorte, die sich verpflich- sehr hoch. taxis vom IC-Bahnhof Bischofshofen mit dem im Rahmen des Projekts Alpine Awareness
wie in Österreich (Quelle: www.bahnfakten.at). • das Verkehrsministerium (Bundesministe- ten, strikte ökologische Kriterien einzu- • Die Nutzung erneuerbarer, nachhaltiger „Werfenweng Shuttle”. In Werfenweng sind die zahlreiche Maßnahmen um, die junge Fahrgä-
Der Tourismus stellt in Österreich ein noch we- rium für Verkehr, Innovation und Technolo- halten. Die erste österreichische Perle war Energiequellen wird forciert. Nächtigungen in der „Angebotsgruppe Urlaub ste auch als Erwachsene als Kunden für öffent-
nig ausgeschöpftes Marktpotenzial der Bahn gie, kurz BMVIT) Werfenweng, die Gemeinden Neukirchen • Auf die Erhaltung kultureller und kulina- ohne Auto” im Winter um 109% und im Som- liche Verkehrsmittel binden soll.
dar: Der Marktanteil der Schiene am Urlaubs- • das Land Salzburg am Großvenediger, Hinterstoder und das rischer Vielfalt unter Berücksichtigung der mer um 59% (1997-2004) gestiegen. Weitere Informationen unter: http://www.ubz-
verkehr der ÖsterreicherInnen betrug im Jahr • die Modellgemeinden Werfenweng, Bad Bergsteigerdorf Mallnitz folgten. regionalen Traditionen wird großer Wert stmk.at/projekte
2008 13,4% im Inlands- und 5,8% im Auslands- Hofgastein und Neukirchen am Großvene- gelegt. Die ÖBB bieten ein „Alpenperlenticket“ zur An-
verkehr, das bedeutet bei allen Urlaubsreisen diger Für Bergsteigerdörfer interessant sind die Kri- • Es wird auf die Bewahrung eines ästhe- reise in die österreichischen Perlen der Alpen Mobilalp
einen Bahnanteil von unter 10% (Statistik Aus- terien, zu deren Einhaltung sich die Perlen der tischen Ortsbildes mit alpinem Charakter an, das als flexibel verwendbare Netzkarte ( 3 In diesem Projekt, in dem in Österreich u.a. die
tria, 2009). Ausländische Projektpartner kamen aus Alpen verpflichten: geachtet. bis 14 Tage innerhalb eines Monats) für Bahn Region Eisenerz-Gesäuse und das Land Steier-
Deutschland, Italien, Frankreich und der • Perlen der Alpen sind gut mit öffentlichen und ÖBB Postbus in ganz Österreich verwend- mark mitwirkten, wurden folgende Maßnah-
Für eine stärkere Nutzung öffentlicher Ver- Schweiz. Umsetzungspartner waren zahlreiche Verkehrsmitteln erreichbar. Die derzeit 21 Perlen repräsentieren rund zwei bar und über Railtours Austria buchbar ist. men durchgeführt:
kehrsmittel im touristischen Verkehr sprechen Unternehmen aus Verkehr und Tourismus. • Das Angebot öffentlicher Verkehrsmittel Millionen Gäste und elf bis zwölf Millionen Das Projekt „Alps Mobilty II – Perlen der Alpen“ • Entwicklung und Umsetzung von regio-
auch betriebswirtschaftliche Gründe: Die Wesentliche Arbeitspakete des Projekts „Alps vor Ort und in der Urlaubsregion entspricht Gästenächtigungen jährlich. Wenn es gelingt, war ein Erfolg, es ist Vorbild für weitere Projekte nalen Verkehrskonzepten einschließlich
stärkste Nachfrage in Freizeit- und Tourismus Mobility II – Perlen der Alpen“ an denen sich den Anforderungen des Freizeit- und Tou- einen Teil dieser Gäste (etwa rund ein Viertel zur nachhaltigen Mobilität im Tourismus und bedarfsorientierter Bedienungsformen
tritt zumeist außerhalb der Verkehrsspitzen auch das BMVIT finanziell und durch fachliche rismusverkehrs (Linienverkehr, Anrufsam- wie in der Gemeinde Werfenweng) mit guten lieferte Inputs für die Verkehrsarbeitsgruppe (Rufbusse, Anrufsammeltaxis). Das Kon-
des Schüler- und Berufspendlerverkehrs auf: Betreuung beteiligte, waren: meltaxis und Rufbusse). Angeboten zur Bahnanreise zu bewegen, stellt und die Unterarbeitsgruppe „Sanfte Mobilität“ zept für die Region Eisenerz-Gesäuse kann
Wenn Schüler in der Schule und Beschäftigte dies ein erhebliches Kundenpotenzial für den zur Umsetzung des Verkehrsprotokolls der Al- als Modell für ländliche, dünn besiedelte
in ihren Betrieben sind, starten die Touristen zu Bahn-Fernverkehr dar. penkonvention. alpine Regionen in Österreich betrachtet
Ausflügen. Dadurch können bestehende Fahr- werden. Die weitgehende Einstellung des
zeug- und Personalkapazitäten gleichmäßiger Im Projekt „Alps Mobility II – Perlen der Alpen“ Alpine Awareness Bahn-Personenverkehrs durch das Gesäuse
ausgelastet werden, die touristische Nachfrage konnten folgende Schlüsselfaktoren für mehr In diesem Projekt standen verschiedene Maß- im September 2009 erforderte kurzfristig
ergänzt die Nachfrage der Einheimischen zwi- Bahnreisende zu den alpinen Feriendesti- nahmen zur Bewusstseinsbildung für umwelt- eine erneute Umplanung und erschwert
schen den Verkehrsspitzen. nationen identifiziert werden: verträgliche und sichere Mobilität im Vorder- die Anreise ohne Auto in das beliebte Berg-
• direkte Zugverbindungen in die Urlaubsre- grund. In Österreich sind vor allem folgende wander- und Klettergebiet.
gionen Teilprojekte hervorzuheben: • Einrichtung eines Netzwerks zur Mobili-
Projekterfahrungen • Haus-zu-Haus Gepäckservice • Verbesserte Führerscheinausbildung, v.a. tätsinformation und -beratung für Ein-
• wettbewerbs­fähige Packagepreise zur verkehrsmittelübergreifenden Betrach- heimische und Gäste: Tourismusbüros in
Das BMVIT hat sich gemeinsam mit zahlreichen • gute Information über die Angebote in tung von Sicherheit und Umwelt, (Koope- der Region Eisenerz-Gesäuse wurden mit
in- und ausländischen Partnern bereits an ei- verschiedenen Medien und kundenfreund- ration von Landjugend und Fahrschule): Unterstützung der Mobilitätszentrale Graz
nigen Projekten beteiligt, die zur umweltver- liche Buchungsmöglichkeiten Im Rahmen dieser Ausbildung wurden u.a. in die Lage versetzt, umfassend Auskunft
träglichen und sicheren Bewältigung des tou- • gute - den Bedürfnissen der Urlaubs- und Abgasmessungen unter Anleitung eines zu öffentlichen Verkehrsmittel zu geben,
ristischen Verkehrs – entsprechend den oben Ausflugsgäste entsprechende - Angebote Umweltmediziners und ein Spritsparwett- hervorzuheben ist Admont, siehe: www.
erläuterten Zielen – beitragen. Auch in naher öffentlicher Verkehrsmittel in den Urlaubs- bewerb mit verschiedenen Fahrschulfahr- xeismobil.at.
Zukunft ist die Beteiligung an einschlägigen regionen (Vorbild Schweiz) sowie attraktive zeugen durchgeführt. Der Fachverband der • Schulprojekte, beispielsweise ein Wettbe-
Projekten geplant, die Vorarbeiten dazu sind Rad- und Fußwegenetze Fahrschulen hat diese erweiterte Ausbil- werb zur attraktiven Gestaltung von Bus­
derzeit im Gang. Beispielhaft werden hier die dung positiv aufgenommen und bei seinen haltestellen
Projekte „Alps Mobility II – Perlen der Alpen“, „Sanft mobile“ Urlaubsangebote sind für die Mitgliedsunternehmen propagiert. • Formulierung einer Charter zur „sanften
„Alpine Awareness“ und „Mobilalp“ kurz vorge- beteiligten Tourismus- und Verkehrsunterneh- • Projekte mit Schulkindern: z.B. der Schul- Mobilität” in den Alpen
stellt. 21 Alpine Pearls gibt es im Alpenraum. Neuestes Mitglied ist das Bergsteigerdorf Mallnitz. Grafik: www.alpine-pearls.com men durchaus auch wirtschaftlich lohnend. weg als Erlebnis als Alternative zum Mitfah- • Konferenz „Umweltverträglich Reisen in Eu-
Alpine Pearls und andere erfolgreiche Projekte 16 17
Alpine Pearls und andere erfolgreiche Projekte

ropa” mit rund 700 TeilnehmerInnen in der • Netzwerk Mobilitätsmanagement für Mit- Projekte als Beitrag zur Umset- Von allen Arbeitsgruppen wird eine engere Zu- fungen mit anderen öffentlichen Verkehrs- Weitere Informationen: www.taelerbus.at
Wiener Hofburg und gleichnamiger Wett- tel- und Südosteuropa (Dieses Projekt ist zung der Alpenkonvention sammenarbeit mit den EU-Regionalförderpro- mitteln (andere Buslinien, Murtalbahn, Seil-
bewerb (siehe www.eco-travel.at) bereits genehmigt, u.a. sollen für Gäste aus grammen angestrebt. bahnen,...) wird besonders geachtet. Werfenweng-Shuttle
• Entwicklung eines GIS-basierten Reisein- Südosteuropa umweltfreundliche Reisean- Die Durchführung von Projekten zum touri- Die Tälerbusse fahren in den Tourismusregi- Die Anrufsammeltaxis verbinden den IC-Bahn-
formationssystems für die Region Eisen- gebote in die Alpen und für UrlauberInnen stischen Verkehr hat sich auch als hilfreich für onen Lungau, Murau, Nockberge und Sölk und hof Bischofshofen mit dem Tourismusort Wer-
erz-Gesäuse mit Fahrplanauskunft, Rou- aus Österreich Reisemöglichkeiten ohne die Umsetzung des Verkehrsprotokolls der Erfolgreiche Beispiele verkehren seit 1989. Eine wichtige Erweiterung fenweng (rund 900 Einwohner und 1.800 Gäst-
tenbeschreibung, nützlichen Adressen wie Auto z.B. an die Adriaküste entwickelt wer- Alpenkonvention erwiesen. Frankreich koordi- touristischer Regionen des Angebots waren die Einführung des Lun- ebetten). In der Regel werden von 7 bis 22 Uhr
Gaststätten, Geschäfte, Ärzten den) niert im Rahmen der Alpenkonvention die Akti- gau-Taktes (1997) und des Murau-Taktes (2000). Fahrten im Zweistundentakt angeboten, die
vitäten der Arbeitsgruppe Verkehr und ihrer Un- Ein attraktives, der touristischen Nachfrage Der Tälerbus wurde bereits mit mehreren Um- den Linienbusverkehr, der sich an den Bedürf-
terarbeitsgruppen. In der Gruppe „nachhaltige entsprechendes Angebot von Bussen und Bah- weltpreisen ausgezeichnet. Seit Beginn wur- nissen des Schüler- und Berufspendlerverkehrs
Geplante Projekte Interreg-Projekte Mobilität“ stellt der touristische Verkehr derzeit nen, trägt nicht nur zur umweltfreundlichen den insgesamt rund 300.000 Fahrgäste gezählt. orientiert, ergänzen.
einen inhaltlichen Schwerpunkt dar. Folgende Mobilität von Urlaubs- und Ausflugsgästen und Anreize für die Benutzung der Tälerbusse sind Das Werfenweng-Shuttle ist in den Salzbur-
Die Erfolge bereits abgeschlossener Pro- Die Beteiligung an von der EU-Kommission ge- Erfolge konnten bisher erreicht werden: der einheimischen Bevölkerung bei, sondern die kostenlose Benützung mit Gästekarten und ger Verkehrsverbund integriert und hat rund
jekte zum touristischen Nutzen haben die förderten Projekten bedeutet für die Partner • Aktive und konstruktive Beteiligung der kann für Bus- und Bahnunternehmen auch ein die Möglichkeit in Bereiche zu fahren, die für 14.000­ Fahrgäste jährlich. Es werden erdgasbe-
be­teiligten Bundesministerien (Lebensmini- erheblichen administrativen Aufwand. Den- Bahnen an der Konferenz „Nachhaltiger zusätzliches wirtschaftliches Standbein dar- den Pkw-Verkehr gesperrt sind. Das Riedingtal triebene Kleinbusse (9 Sitzplätze inkl. Lenker)
sterium, Wirtschafts­ministerium und das Bun- noch lohnt es sich, wenn man gute Projekti- Verkehr“ im Juni 2008 in Bonn und Interes- stellen. Die touristische Nachfrage ist zumeist hat dabei eine Vorreiterrolle eingenommen. eingesetzt. Der Kostendeckungsgrad durch
desministerium für Verkehr, Innovation und deen hat und interessierte Partner im In- und se an weiterführenden Projekten außerhalb der Schüler- und Berufsverkehrs- Zur Finanzierung ist hervorzuheben, dass der Fahrgeldeinnahmen beträgt ca. 30%, die Ge-
Technologie) motiviert, auch in der aktuellen Ausland findet, eine Einreichung zu versuchen. • Durchführung von detaillierten Studien zur spitzen am größten und gewährleistet eine Tälerbus auf einigen autofreien Strecken ko- samtkosten ca. EUR 80.000,- jährlich. Die übrige
Programmperiode zur territorialen Zusam- Im Alpenraumprogramm zur transnationalen Erreichbarkeit alpiner Ferienregionen mit bessere Fahrzeug - und Personalauslastung im stendeckend ist, der Zuschussbedarf der üb- Finanzierung erfolgt durch das Land Salzburg,
menarbeit im Rahmen der Regionalförderung Zusammenarbeit beträgt der Finanzierungs- dem Schwerpunkt Bahnanreise Tagesverlauf. rigen Linien wird über Verkehrsverbünde und den Regionalverband Pongau-Takt und die
der Europäischen Union Projekte gemeinsam anteil der Europäischen Union in der aktuellen • Zusammenstellung von Good Practice Bei- Beiträge von Gemeinden finanziert. Für die Gemeinden Werfenweng, Bischofshofen und
vorzubereiten und einzureichen: Förderperiode bis zu 76%. spielen für Anreise und regionale Mobilität Wanderbusse in den Wiener Alpen Sölker Linien wird auch die Bundes-Besteller- Pfarrwerfen. 2009 sind je Gemeinde rund EUR
• Nachhaltig verträglicher Verkehr und Tou- in den Ferienregionen Die Fa. Retter hat vom Postbus Buslinien in den förderung in Anspruch genommen. Die Öf- 6.900,- vorgesehen.
rismus in den Alpen und Karpaten (Nut- Für das BMVIT hat sich die internationale Zu- • verbesserte Erreichbarkeit alpiner Ferienre- Wiener Hausbergen übernommen. Dazu ge- fentlichkeitsarbeit für den Tälerbus wird vom Weitere Informationen: www.werfenweng.org
zung von regionalen Gebirgsbahnen für sammenarbeit bewährt, daraus haben sich gionen durch neue Direktzüge von der Tau- hören beispielsweise die Verbindungen vom Lebensministerium finanziell unterstützt.
den Tourismus) neue Ideen entwickelt und wurden auch in die ernstrecke und von Graz kommend über Bahnhof Payerbach-Reichenau ins Höllental
• „Mit der Bahn in die Alpen“ (Beteiligung Praxis umgesetzt. Die Teilnahme an internatio- das Ennstal nach München und darüber (Talstation der Raxseilbahn) und zum Preiner
von Bahnen, attraktive Anreisepackages) nalen Projekten verbessert die Qualität der Zu- hinaus Gscheid sowie Verbindungen in die Bucklige
• „Nachhaltig verträglicher Verkehr und Tou- sammenarbeit in Österreich: mehrere Bundes- Welt. Das Busunternehmen ist bemüht, auch
rismus im Donauraum (Packages mit Bahn, ministerien arbeiten konstruktiv mit Ländern, Aktuelle Schwerpunkte der Arbeitsgruppen am Wochenende für den Ausflugsverkehr at-
Bus, Rad und Schiff ) Gemeinden sowie Verkehrs- und Tourismusun- zur Umsetzung des Verkehrsprotokolls der Al- traktive Verbindungen anzubieten und diese
• Nutzung transeuropäischer Bahn-Achsen ternehmen zusammen. penkonvention sind: Angebote gut zu bewerben. Zur Wahrung der
für den Tourismus: Projekte auf der Bal- • die Verbesserung der Information zur An- Fahrgastinteressen wurde ein Fahrgastom-
tisch- adriatischen Achse reise in die Alpen und zur regionalen Mobi- budsmann bestellt, der sich engagiert für die
lität mit öffentlichen Verkehrsmitteln Verbesserung des Fahrtenangebots für Berg-
• Empfehlungen für ein koordiniertes Vorge- wanderer einsetzt.
hen von Verkehrsunternehmen, Gemein- Die Auslastung der Busse ist wetterabhängig,
den und Tourismusverbänden sollen erar- bei gutem Bergwetter beträgt sie bis zu über
beitet werden 70 Fahrgäste je Bus. Die Busse verkehren im
• In einem weiteren Projekt werden die Ge- Verkehrsverbund Niederösterreich Süd, bei
sundheitswirkungen des Verkehrs in den den Tarifangeboten sind noch Verbesserungen
Alpen analysiert. Dabei werden nicht nur möglich (z.B. regionale Netzkarten, Anerken-
negative Einflüsse durch Lärm- und Schad- nung der Vorteilscard Classic,...)
stoffemissionen und Maßnahmen zu deren Weitere Informationen: http://linien.retter.at
Verminderung behandelt, sondern auch
positive Gesundheitswirkungen nicht mo- Lungauer Tälerbus
torisierter Mobilität (Gehen, Nordic Wal- Mit dem Tälerbus wurde ein integriertes Um-
Im Lungau wird der Tälerbus unter anderem mit Elektrofahr- Ausflug mit Flyer-Elektrofahrrädern. king, Radfahren,...) aufgezeigt. weltverbund-Verkehrssystem für abgelegene E-Test 200 auf einer Seehöhe von 1.300 m. Im Hintergrund das Naturschutzgebiet Vellacher Kotschna in den Karawanken (auf dem
zeugen betrieben. Foto: www.taelerbus.at Foto: www.alpine-pearls.com Ortschaften geschaffen, auf optimale Verknüp- Weg ins slowenische Logartal über den Paulitschsattel). Foto: Gerald Hartmann
Alpine Pearls und andere erfolgreiche Projekte 18 19

Nachhaltige Mobilität

Vom Schlagwort zur Realität

Finanzierung • Gäste über Anreisemöglichkeiten und plätze: Ein Kfz-Stellplatz nimmt netto ca. 10
Leonhard Höfler, Amt der Oberösterreichischen Landesregierung
die Mobilitätsangebote in der Region mit Quadratmeter in Anspruch, einschließlich
Das Öffentlicher Personennah- und Regional- öffentlichen Verkehrsmitteln und mit um- der benötigten Zufahrten und Rangierflä-
verkehrsgesetz 1999 - ÖPNRV-G 1999, BGBl. I weltfreundlichen Mietfahrzeugen (Fahrrä- chen bis zu 25 Quadratmeter. Diese Flä-
Nr. 204/1999 sieht in den Paragraphen 24 (2) der, Elektroräder und Scooter etc.) in allen chen können gerade bei knappen Flächen
und 26 (3) die so genannte Bestellerförderung Kommunikationsmedien (Internet, Bro- im Gebirge oft besser verwendet werden
für Länder und Gemeinden vor, die Dienstlei- schüren, Folder und natürlich persönlich) und das Landschaftsbild weniger beein-
stungen im öffentlichen Personennah- und informieren trächtigen.
Regionalverkehr bestellen. Im heurigen Bud- • auf preisgünstige Angebote hinweisen: • weniger Lärm und bessere Luft: Hohe Um-
get sind dazu ca. 12,5 Millionen Euro für die z.B. Familienurlaub von Rail Tours Austria weltqualität wird vom überwiegenden Teil
Bestellungen der Länder und Gemeinden vor- für , „Einfach-raus-Ticket“ der ÖBB für Ta- der Urlaubs- und Ausflugsgäste in alpinen Problemstellung privater Initiativen Modelle zur verbesserten
gesehen. Diese Mittel sind für ganz Österreich gesausflüge Destinationen erwartet. Je glaubwürdiger ÖV-Erschließung entwickelt. Die Erfahrungen
nicht unbedingt großzügig bemessen, daher • Haus zu Haus Gepäckservice den potenziellen Gästen diese Umwelt- Verkehr wird immer mehr als Problem wahr- sind unterschiedlich; die Erfolge zeigen jedoch,
ist das BMVIT bemüht, neue Verkehrsdienste, • Kostenlose Benützung von Anrufsammel- qualität vermittelt werden kann, um so er- genommen. In den Städten sind es Staus, Um­ dass im Sinne einer nachhaltigen Mobilitätsent-
von denen eine erhebliche Verminderung von taxis, Bussen und Bahnen in der Urlaubsre- folgreicher können sich Destinationen am welt­belastungen und die Beeinträchtigung der wicklung, der Sicherstellung der Erreich­barkeit
Treibhausgasemissionen zu erwarten ist, beim gion mit Gästekarten (Beispiele: Sanft mo- Tourismusmarkt positionieren (siehe „Per- Urbanität; in ländlichen Räumen die Erreich­ auch für nicht über einen Pkw-verfügenden
Klima – und Energiefonds zur Förderung einzu- bil Schlüssel in Werfenweng, Neusiedler len der Alpen“ oder auch „GAST“ – Gemein- barkeit mit dem Öffentlichen Verkehr und die Personen und allgemein aus Gründen des Um-
reichen. See Card ), Finanzierung über Kurtaxen schaft autofreier Schweizer Tourismusorte Sicherstellung von Mindesterreich­barkeiten weltschutzes und der Energieeffizienz zusätz-
• Vorteile der Benützung öffentlicher Ver- • Höhere Verkehrssicherheit: Weniger Auto- von Zentren und Arbeitsplätzen. Mittlerweile liche Potenziale angesprochen werden können
Eine weitere Unterstützungsmöglichkeit bietet kehrsmittel kommunizieren, z.B.: verkehr bedeutet höhere Verkehrssicher- sind die wechselseitigen Abhängigkeiten so und die Initiativen professionell und engagiert
das Förderprogramm des Lebensministeriums • Ausgangs- und Endpunkt einer Tour heit. Wenn ein großer Teil der Gäste ohne groß, dass eine zukunftsfähige Entwicklung fortgeführt werden sollen. Überzeugend sind Leonhard Höfler ist als Verkehrsplaner bei der oberösterrei-
„klima:aktiv mobil“, das von Kollegin Holzer müssen nicht identisch sein Pkw anreist, können in den Zielorten leich- nur bei einer zielgerichteten Kooperation der Erfolgsmodelle, regional initiierte ÖV-Ange- chischen Landesregierung tätig.
vorgestellt wird. Aber auch finanzielle Unter- • gute – aber alkoholische - Getränke ter Fußgängerzonen und verkehrsberu- Akteure sichergestellt werden kann. bote und Kooperationen. Trotz nachweisbarer
stützung von Seiten der Länder ist möglich. können mit gutem Gewissen genos- higte Zonen eingerichtet werden. Die Herausforderungen des öffentlichen Ver- Erfolge konnten spürbare Verlagerungen von
Schließlich zeigen immer mehr Beispiele, dass sen werden kehrs im ländlichen Raum sind mehrfach und der Straße zum Öffentlichen Verkehr nur in
schon mit moderaten Zuschlägen zur Kurta- bestehen nicht in der Bewältigung des großen Ausnahmefällen erreicht werden.
xe für Nächtigungsgäste eine kostenlose Be­ Vor Ort sollen Besucher ohne Auto konkrete Verkehrsaufkommens, sondern in der Sicher- Es besteht ein breiter Konsens, dass der Verkehr
nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ermöglicht Vorteile haben, beispielsweise stellung der Mindestbedienung. Notwendig mittlerweile ein Ausmaß erreicht hat, das den
und deren Auslastung gesteigert werden kann. • Bahn- und Bushaltestellen liegen näher erscheinen tägliche Verbindungen (mit Rück- Kriterien der Nachhaltigkeit eklatant wider-
Informationen zum Autor
Generell können die Tourismuswirtschaft allge- beim Ziel (z.B. bei Seilbahntalstationen fahrtmöglichkeiten) von allen größeren Sied- spricht. Trotz dieses ernüchternden Befundes
mein und Seilbahnbetriebe davon profitieren, Busstationen näher zum Eingang als Pkw- lungsteilen in die höherrangigen Zentren, verläuft die Ent­wicklung quantitativ und quali-
Ernst Lung, geboren
wenn weniger Gäste mit dem Pkw kommen Parkplätze), mehrmalige Anschlüsse an die nächstliegen- tativ in die gegenteilige Richtung. Die etablierte
1956 in Wien, Studium
und daher weniger Parkplätze bereit gestellt • attraktive Kombiangebote: Liftkarten be- den Zentren und Wirtschaftsräume und die Politik reagiert mit umfangreichen Program-
der Raumplanung und
werden müssen. inhalten Bus- und Bahnanreise aus der Vernetzung der Gemeinden untereinander und men, um den negativen Effekten der Massen­
Raumordnung an der
Region in der Gemeindeerschließung, vor allem für die motorisierung und des Straßengütertrans-
Technischen Universität
• Busse und Anrufsammeltaxis, insbesonde- ältere Bevölkerung. Trotz mehrmaliger Anläufe portes zu begegnen. Dauerhafte Erfolge sind
Wien;
Schlussfolgerungen re solche mit emissionsarmen oder lokal ist es bisher nicht gelungen, Standards der bislang ausgeblieben. Die privaten Verkehrs-
seit 1989 Mitarbeiter im
für periphere Regionen emissionsfreien Antrieben dürfen in sensi-
Verkehrsministerium;
Mindestbedienung zu definieren oder gar für teilnehmer (Haushalte und Unternehmen) or-
ble Bereiche fahren, die für den konventi- verbindlich zu erklären. Innerhalb der nächsten ganisieren ihre Mobilität und Transporte nach
absolvierte 1995/96 ein
Die im Rahmen der Tagung gezeigten Beispiele onellen Kfz-Verkehr gesperrt sind (Beispiel Jahrzehnte werden sich aufgrund der demo- dem Prinzip der kurzfristigen Nutzenmaximie-
Beamtenpraktikum in der Generaldirektion XI,
belegen, dass Reise- und Ausflugsangebote Tälerbusse) graphischen Veränderung die Anforderungen rung; ökologische Zielsetzungen finden dabei
Abteilung D3 der Europäischen Kommission;
ohne Auto am Tourismusmarkt durchaus er- • Schließfächer für Sportausrüstung an deutlich verändern. Der derzeitige Linienver- nur soweit Berücksichtigung, soweit damit klar
seit 2007 Mitarbeit in der Abteilung I/K2 Wege-
folgreich sein können, wenn alle Beteiligten wie Seilbahn-Talstationen und beliebten Aus- kehr als Standardform der Verkehrserschlie- erkennbare Vorteile verbunden sind.
und externe Kosten, Maut , Verkehr und Umwelt
Gemeinden und Tourismusverbände, Verkehrs- gangspunkten für Bergtouren ßung kann dem Effizienzgebot immer weniger Die aktuelle Situation der Mobilität ist vor dem
im BMVIT, Schwerpunkte Projekte in EU – Regio-
und Tourismusunternehmen, Landes- und entsprechen. Alternativen werden entwickelt Hintergrund des Stellenwerts des Autos zu
nalprogrammen u.a. zum touristischen Verkehr,
Bundesstellen konstruktiv zusammenarbeiten. Gäste ohne eigenes Auto bedeuten auch Vor- werden müssen. sehen. Der private Pkw ist nicht nur ein tech-
zu Verkehr und Umwelt, Klimaschutzagenden,
Wesentliche Beiträge dazu können auch die teile für Gemeinden und die Tourismuswirt- In einer Reihe von Regionen wurde mit groß- nisches Mobilitätsinstrument, sondern struktu-
Alpenkonvention
Ferien- und Ausflugsdestinationen, also bei- schaft: em Engagement der öffentlichen Stellen (Land, riert die Erreichbarkeitsverhältnisse von Stand-
spielsweise die Bergsteigerdörfer, leisten: • Weniger Flächenverbrauch für Kfz-Stell- Gemeinden), der Verkehrsunternehmen und orträumen, determiniert die gesellschaftlichen
Vom Schlagwort zur Realität 20 21
Vom Schlagwort zur Realität

Zeitstrukturen und bestimmt Wertvorstel- Ziele. Die Grenzen gegensteuernder Strategien sation, dem Konsumverhalten und der Stand- Noch deut­lichere Unterschiede gibt es bei der ländlichen Räumen müssen die Angebots- und
lungen und Erwartungshaltungen. Der wirt- werden durch die Gewohnheiten der Verkehrs- ortwahl bewertet werden müssen. Nachhaltige Er­reich­barkeit regionaler Zentren (vom Typ Be- Nachfragebedingungen, sowie die Finanzier-
schaftliche Stellenwert des Pkw geht weit über teilnehmer, durch objektive Zwänge und auch Mobilität organisiert sich darum nicht selbst, zirkshauptstadt). Der Anteil der Bevölkerung, barkeit beachten, um eine längerfristige Sy-
seine Bedeutung als Mittel zur Raumüberwin- durch den Wettbewerb markiert. sondern braucht initiative und kooperative Ak- der innerhalb von 30 Minuten das nächstlie- stemstabilität zu gewährleisten.
dung hinaus; Einkommen und Wohlstand Innerhalb der letzten 30 Jahre hat der Mobili- teure mit Engagement und Weitblick. gende Zentrum im öffentlichen Verkehr errei-
ganzer Regionen sind von einer florierenden tätsmarkt einen deutlichen Wandel erfahren. chen kann, ist im Zeitraum 1980 bis 2000 von
Kfz-Wirtschaft abhängig („Kfz-Cluster“). Alle Mit zunehmender Pkw-Verfügbarkeit wird rund 68% auf rund 56% zurückgegangen. Wäh- Was kann bzw. muss getan wer-
Initiativen zu alternativen Formen der Erschlie- der private Pkw zum Qualitätsmaßstab der Öffentlicher Verkehr im rend dieser Zeit erhöhte sich die Pkw-Erreich- den?
ßung ländlicher Räume müssen vor diesem Verkehrs­mittelwahl und zu einem „trendset- ländlichen Raum barkeit dieser Zentren von rund 94% auf rund
Hintergrund gesehen werden. ter” der künftigen Entwicklung. Bei steigender 99%. Mittlerweile ist mit dem Pkw eine Voller- Die Ansatzpunkte zur Vorgangsweise sind
Sollen Konzepte für den Verkehr in ländlichen Pkw-Verfüg­barkeit muss die Qualität des Öf- In den letzten Jahren hat der Öffentliche Ver- schließung des Landesgebietes gegeben. mehrfach:
Räumen mit stärkerer Betonung alternativer fentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) als kehr im ländlichen Raum deutlich Anteile ver- Bereits derzeit gibt es auf lokaler und regio-
Formen der Mobilität entwickelt und umge- Konkurrenzsystem ständig steigen, um im loren. Trotz erheblicher Anstrengungen der naler Ebene eine Reihe von Initiativen, die auch • Aufbau auf vorhandenen Strukturen:
setzt werden, müssen diese den Stellwert des inter­mo­dalen Wettbewerb einen vergleich- Verkehrsunternehmen und der Länder kann im ländlichen Raum eine Verbesserung der An- Etablierte und von den Fahrgästen akzep-
Pkw in der Mobilitätsorganisation sowie den baren Standard anbieten zu können. Die die gegenwärtige Angebotsdichte außerhalb gebote des Öffentlichen Verkehrs anstreben. tierte Angebote bilden eine gute Ausgangs-
begrenzenden Korridor institutioneller Vor- Verkehrs­mittel­­wahl orientiert sich nicht mehr der Städte weder den Erwartungen der Öffent- Dabei werden die Zielsetzungen der Verringe- basis für eine zielorientierte Weiterentwick-
gaben berücksichtigen. Im folgenden Beitrag an den Vorgaben der Anbieter, sondern an den lichkeit, noch denen der Politik entsprechen. rung der Pkw-Abhängigkeit, Sicherstellung der lung; in Räumen mit Schienenverkehr ist es
wird im Kontext der Entwicklung der Mobilität, Er­wartungen der Nachfrager. Dieser Struktur- Obwohl laufend technische Innovationen Mindesterreichbarkeit auch für Personen ohne sinnvoll, die Bahnachse zu einem Rückgrat
der verkehrs­politischen Handlungsspielräume wandel ist kein Spezifikum des Öffentlichen eingeführt werden, entfernt sich der Sektor Pkw und auch Beiträge zu einem nachhaltigen der regionalen Verkehrsbedienung auszu-
und der siedlungsstrukturellen Vorgaben das Verkehrs, sondern hat sich in vielen Bereichen, zunehmend von den Anforderungen des Mo- Lebensstil genannt. In Einzelfällen konnten bauen.
Zukunftskonzept der „nachhaltigen Mobilität” unter anderem auch in Sektoren der Konsum- bilitätsmarktes. Die chronische Marktschwäche deutliche Fahrgaststeigerungen erreicht wer-
als Basis von Mobilitätskonzepten für ländliche güterversorgung, ergeben. Damit legt der Mo- des Öffentlichen Verkehrs im ländlichen Raum den, die auch Beispielswirkungen auf andere • Komplettierung der Angebote:
Räume thematisiert. Zielsetzung sind Hand- bilitätsmarkt fest, wie der Öffentliche Ver­kehr muss vor dem Hintergrund der Siedlungsstruk- Regionen haben. Erfolge beruhen meist auf In- Verkehrsteilnehmer wollen einen den je-
lungskonzepte für die Verbesserung der Erreich­ gestaltet sein muss, um neue Fahrgäste zu ge- tur gesehen werden. itiative, Engagement und Überzeugungskraft weiligen Bedürfnissen entsprechenden
barkeit und die Erhöhung der Akzeptanz des winnen und dadurch die von der Politik festge- Die räumliche Organisation der Standorte und von Einzelpersonen, denen es gelingt, die kom- Fahrplan; Vorsaussetzung für eine breite
öffentlichen Verkehrs; dadurch sollen Wege zur setzten Ziele zu erreichen. das Verkehrsverhalten verhalten sich zuei- munale Zuschussfinanzierung sicherzustellen. Akzeptanz sind dichte Bedienung während
Verminderung der Pkw-Abhängigkeit bei Auf- Die motorisierte Mobilität durchdringt alle nander wie zwei Seiten einer Medaille. Verän- Bisher vorliegende Erfahrungen bestätigen, der Hauptverkehrszeit und Abendverbin-
rechterhaltung der Erreichbarkeit abgeleitet Räume, Sektoren und Lebensbereiche; auch derungen der Siedlungsstruktur haben Rück­ dass derartige Ansätze eine längere Vorlaufzeit, dungen zur Rückfahrt. Es ist zur Kenntnis zu
werden. Die Zielsetzungen sind mehrfach und ländliche Regionen oder periphere Räume sind wirkungen auf die Erreichbarkeit, die Mobilität Planungsstabilität und Finanzierungssicherheit nehmen, dass die letzte Verbindung in der
betreffen die Mobilitätsvorsorge, die Qualität keine Reservate, sondern in das Wirtschaftsle- der Bevölkerung und die Verkehrsmittelwahl; brauchen. Regel schlecht ausgelastet ist, jedoch die
der Regionen und Verkehrslösungen für sensi- ben integrierte Regionen; die Anbindung an Änderungen der Mobilitätsmöglichkeiten be- Folgerichtig wird argumentiert, dass bei der Voraussetzung für die Akzeptanz darstellt
tive Räume als Beitrag zur Zukunftsvorsor­ge. Zentrale Orte mit Einkaufs- und Besorgungs­ einflussen wiederum die Siedlungsstruktur. Rückführung des Öffentlichen Verkehrs aus (HÖFLER, HÖLZL, 2001).
möglich­keiten, die Zugänglichkeit zu Arbeits- Wesentliche Triebkräfte sind der Wunsch nach den ländlichen Räumen entsprechend den
Vor allem im ländlichen Raum sank in den letzten Jahren der plätzen und die Erreichbarkeit von Freizeitein- Wohnlagen im Grünen und der zunehmende strikten Effizienzkriterien mittel- bis längerfri- • Angebote für alle Mobilitätsbedürf-
Anteil des öffentlichen Verkehrs. Ausgangslage für den Verkehr in richtungen ist eine Basisvoraussetzung für die Berufspendlerverkehr in die Arbeitszentren. stig Folgewirkungen in den Standortstrukturen nisse:
ländlichen Räumen demographische Stabilität und wirtschaftliche Trotz der Anstrengungen, den Öffentlichen Ver- auftreten können, die in weiterer Folge zusätz- Berufs- und Schülerverkehr bilden wäh-
Prosperität. Infrastruktur stellt die Erreichbar- kehr zu verbessern, gibt es in der Er­schließung liche Kosten an anderer Stelle bewirken; der Öf- rend der Hauptverkehrszeit den Großteil
Die Zunahme der Pkw-Bestände und der keit von Bezugs- und Absatzmärkten sicher. der Regionen erhebliche Unterschiede. Wie fentliche Verkehr ist im Kontext der gesamten des Aufkommens; in den Schwachlast-
Fahrten mit dem privaten Pkw zählen zu den Agrarisch struk­turierte Räume, Auspendlerre- das Beispiel Oberösterreich zeigt, kommen regionalen Bedienung zu sehen. Nach wie vor zeiten werden vorwiegend Fahrten im
inter­essantesten Wachstumsphänomenen gionen oder Fremdenverkehrsräume weisen die­se Disparitäten deutlich beim Vergleich gilt die Stabilität ländlicher Regionen als weit- Einkaufs- und Besorgungsverkehr sowie
der Verkehrs– und Zivilisations­geschichte der im Hinblick auf die Erfordernisse der Mobilität der Erreichbarkeiten von hochrangigen Zen- gehend außer Streit gestelltes politisches Ziel, im Freizeitverkehr durchgeführt. Der Fahr-
letzten Jahrzehnte. Die exorbitante Steigerung spezifische Erfordernisse auf. tren (Linz, Wels, Steyr und im Einzugs­bereich das jedoch durch die Ausdünnung der Versor- plan hat allen Bedürfnissen Rechnung zu
wird in den europäischen Staaten mit Beginn Es besteht zunehmende Bereitschaft, die ge- auch Salzburg) zum Aus­druck. Der Anteil der gungseinrichtungen und der Verschlechterung tragen.
der 1950er Jahre angesetzt. Die Breitenwirkung wohnten Verhaltensweisen im Verkehr kritisch Bevölkerung, der innerhalb von 50 Minuten der Erreichbarkeit zunehmend in Frage gestellt
des privaten Pkw – zurecht als Massenmoto- auf ihre Zukunftsfähigkeit zu hinterfragen. Da- ein sol­ches Zentrum mit dem ÖPNV erreichen wird. • Alternative Bedienungsformen:
risierung bezeichnet – hat die Mobilitätsge- bei zeigt sich, dass Freizeitmobilität nicht iso- kann, hat im Zeitraum 1980 bis 2000 von rund Die theoretische Basis für nachhaltige Verkehrs­ In Räumen und Zeiten schwachen
wohnheiten strukturell verändert. Kennzeich- liert, sondern in Kontext der Gesamtmobilität 60% auf rund 47% abge­nommen, während die entwicklung ist relativ breit; Nachholbedarf be- Verkehrsauf­kommens ist der herkömm-
Grünau im Almtal ist sowohl mit dem Bus als auch mit der nende Größen sind die Fahrten mit dem Pkw, gesehen werden muss, und Mobilität wieder­ Erreich­barkeit mit dem Pkw von 87% auf rund steht in der Umsetzung konkreter Projekte. liche Linienverkehr mit Standardbussen
Bahn gut erreichbar. die Fahrtweiten und die Zahl der erreichbaren um in Wechselwirkung mit der Lebensorgani- 88% zuge­nommen hat. Konzepte alternativer Verkehrsbedienung in eine extrem unwirtschaftliche Bedienung.
Vom Schlagwort zur Realität 22 23

Sanfte Mobilität im Tourismus

Eine Analyse mit Lösungsansätzen

Rufbusse und Sammeltaxen könne bei In- oder ältere Personen. In kooperativ organi- Bereits derzeit liegen in verschiedenen Räu-
Romain Molitor, Geschäftsführer KOMOBILE Wien
tegration in das Tarifsystem der Verkehrs- sierten Mobilitätszentralen können weitere men breite Erfahrungen über alternative Kon-
verbünde wirtschaftlichere Angebote si- Dienste (Wanderberatung, Veranstaltungs- zepte vor. Es ist sinnvoll diese zu nutzen und
cherstellen. Schlanke Anschlüsse an den karten etc) angeboten und dadurch Syner- den jeweiligen Erfordernissen anzupassen. Die
Verknüpfungspunkten sind sicherzustel- gien erzielt werden. Erfahrungen sind umfangreich dokumentiert
len. Im Bereich der bedarfsorientierten (siehe beispielsweise: BMVIT, 2004), auch inter-
Systeme bestehen große Handlungsmög- • Kooperation aller Akteure: nationale Erkenntnisse sind für den Planungs-
lichkeiten. Es ist sinnvoll, alle mit Mobilität, sowie mit prozess wichtig (ARTS, 2003).
vor- und nachgelagerten Diensten Be-
• Umfassendes Mobilitätsmanagement: fassten zu integrieren; institutionelle und
Die umfassende Information gewinnt zu- regionale Kooperationen können die Effi- Zusammenfassung und Schlussfol- Einleitung bei Bergtouren in Österreich erhoben. Dabei
nehmend an Bedeutung. Mobilität wird zienz steigern und die Akzeptanz deutlich gerung wurden Wanderer auf Berghütten im gesam-
zunehmend professionalisiert und überfor- erhöhen. Die Alpen wurden Ende des 19. und zu Beginn ten Alpenraum Österreichs befragt. Die Er-
dert Verkehrsteilnehmer ohne Ortskenntnis Nachhaltige Mobilität in ländlichen Räumen des 20. Jahrhunderts mit Hilfe der Eisenbahn hebung zeigt folgendes Bild: Das Auto ist das
• Den technologischen Fortschritt nutzen: steht vor zusätzlichen Herausforderungen; touristisch erschlossen; die großen Alpenüber- dominierende Verkehrsmittel bei der Anreise
Die modernen Kommunikationstechnolo- geringe Aufkommensdichte, Konzentration querungen wie Semmering (KOS, 1992) - oder und erreicht Anteile über 80% (überwiegende
gien erschließen neue Möglichkeiten der auf wenige Stunden des Tages, zum Teil auch Tauernbahn haben den Bau von großen Hotels bzw. häufige Nutzung des Autos zur Anreise)
Informationen zum Autor
Informationsbeschaffung. Eine bedarfs- demographische Ausdünnung der Regionen und die Bildung heute bekannter Tourismu- (Muhar et al., 2008, S. 28). Der Grund liegt
gerechte Konzeption kann den Systemzu- bringen den herkömmlichen Öffentlichen Ver- sorte ermöglicht. Der Bau von Straßen fand erst einerseits in der Flexibilität und den zeitlichen
Dipl.-Ing. Dr. Leonhard
gang deutlich erleichtern und eine wirt- kehr in wirtschaftlichen Zugzwang. Alternative später statt; in den 1930er Jahren mit der Groß- Vorteilen, die das Auto im Vergleich zum Öf-
Höfler, geboren 1950;
schaftlichere Betriebsform ermöglichen. Ansätze werden im „abgestuften Bedienungs- glocknerstraße (RIGELE, 1998), in den 1960er fentlichen Verkehr bietet, andererseits in der
Ausbildung Raumpla-
modell” gesehen, das die Angebote je nach Jahren mit den Autobahnen. Entsprechend schlechten Erreichbarkeit der alpinen Orte und
n e r / Ve r k e h r s p l a n e r :
• Information und Marketing: Aufkommensdichte sinnvoll zu einem Gesamt- dieser Entwicklung hat sich auch die Wahl der der Ausgangspunkte von Touren mit öffent-
nach Tätigkeit im BMVIT
Unerlässlich ist die laufende Information angebot verknüpft. Entsprechend der Mobili- Verkehrsmittel und generell das Verhalten ver- lichen Verkehrsmitteln.
seit 1987 beim Amt der
der Verkehrsteilnehmer (Mobilitätswilli- tätskette sollen ein schlankes Umsteigen, eine ändert: heute dominiert das Auto für die Ur- Ist bei der Anreise das Auto das bevorzugte
Oberösterreichischen
gen) über alternative Angebote; beispiels- barrierefreie technische Ausstattung und ein laubs- und Ausflugsfahrt. Verkehrsmittel, so ist die Situation für Wege der
Landesregierung, derzeit
weise bestehen bei Formen außerhalb des umfassendes Informationssystem verfügbar Gäste innerhalb des Urlaubsortes eine völlig
zuständig für Gesamt-
herkömmlichen Linienverkehrs (Anrufsam- sein. andere: Das Auto wird während des Aufent-
verkehrsplanung und Planung des Öffentlichen
meltaxen, Rufbusse, etc.) gewisse Zugangs- Über Erfolg oder Misserfolg der Trendwende Analyse halts offenbar stehen gelassen, wie das Bei-
Verkehrs; Höfler hat sich 2004 an der Technischen
schwellen, die bei rechtzeitiger Information zur nachhaltigen Mobilität wird in der Praxis spiel einer detaillierten Mobilitätserhebung in
Universität Wien im Bereich „Verkehrspolitik” ha-
abgebaut werden können. entschieden. Die derzeit vorherrschende breite Die Daten über die Wahl des Verkehrsmittels Bad Hofgastein 1998/19994 zeigt (Sammer,
bilitiert und hält Vorlesungen an der TU Wien und
theoretische Debatte ist auf die operative Ebe- für Ausflüge, Touren oder den Kurzurlaub sind 1999). Bad Hofgastein gehört mit rund 6.800
TU Graz;
• Gesamtkonzept für den ÖPNV: ne zu bringen. In ländlichen Räumen hat sich lückenhaft, eine umfassende Darstellung ist Betten, 6.800 Einwohnern und 1,1 Mio. Über-
Seit Juni 2009 ist Höfler an der FH-Steyr als Pro-
Es ist denkbar, dass die Anforderungen an in den letzten Jahren – mehr als in den Städten nicht möglich. Für Urlaubsfahrten nach Öster- nachtungen zu den größten Tourismusorten in
fessor für Verkehrslogistik tätig, Mitarbeiter bei
Organisation und Technologie die Akteure – der Pkw als beherrschende Mobilitätsform reich stehen für die wichtigsten Herkunftslän- Österreich (Statistik Austria, 2008).
Projekten im Logistikum / Steyr.
vor Ort überfordern; professionelle Unter- etabliert; auf den Öffentlichen Verkehr entfal- der der Urlauber Daten aus der Gästebefra-
stützung im Rahmen eines Gesamtkon- len oft nur mehr bis zu 5% aller Wege. Darum gung der Österreich Werbung zur Verfügung
Literatur:
zeptes für nachhaltige Verkehrsbedienung ist hier die Herausforderung einer Umorientie- (siehe Tabelle).
kann Hilfestellung bei der Entwicklung rung besonders groß. Mittlerweile liegen um- Der Anteil der sanften Mobilität, d.h. des Fuß-
HÖFLER L., HÖLZL K. (2000): Regionale Verkehrskonzepte
günstiger und bedarfsgerechter Angebote fangreiche Erfahrungen aus einer Reihe von gänger-, Fahrrad- und Öffentlichen Verkehrs,
– Ein Beitrag zur Lösung des Öffentlichen Verkehrs in Obe-
schaffen. Räumen vor, die zielorientiert weiterentwickelt ist bei der Anreise zum Urlaubsort gering. Auf-
rösterreich, in: Österreichische Gemeinde-Zeitung, Nr. 2 /
werden können. grund der Entfernungen bei Urlaubsfahrten
2000.
sind naturgemäß das Fahrrad (ausgenommen
BMVIT (2004): Autofreie Mobilität in kleinen Gemeinden,
bei Fahrradreisen als Urlaubsziel, z.B. entlang
Wien.
der Donau) und die eigenen Füße als Verkehrs-
ARTS-Knonsortium (2003): Handbuch Öffentlicher Person
mittel ungeeignet. Der Öffentliche Verkehr
Pennahverkehr im ländlichen Raum, gefördert mit Mitteln
(Bahn und Bus) erreicht Anteile zwischen 7 und
der DGTREN.
17%, das Auto liegt in der Regel über 80%. Verkehrsmittelwahl für Urlaubsfahrten nach Österreich.
Im Jahr 2005 wurde die Verkehrsmittelwahl Quelle: Österreich Werbung (2008), T-MONA Gästebefragung 2006/2007, Sonderauswertung
Sanfte Mobilität im Tourismus 24 25
Sanfte Mobilität im Tourismus

Im Winter dominiert die sanfte Mobilität mit nungen ergeben je nach Temperaturanstieg gruppe der Urlaubsgast, der ohne Auto anreist? tierung von Touren mit Ausgangspunkten an
einem Anteil von 75% innerhalb des Urlaub- einen deutlichen Rückgang der Schneesicher- Eine sinnvolle Kombination der verbesserten Haltestellen und Bahnhöfen des ÖV samt Be-
sortes (siehe Abb. 1). Bad Hofgastein verfügt heit in bestehenden Schigebieten (siehe Abb. Angebote kann für alle Zielgruppen Vorteile schilderung können schon einiges bewirken.
über ein flächendeckendes Angebot an Schi- 4). Entsprechende Rückgänge im Wintertou- bringen, es ist jedoch ein Fokus zu setzen.
bussen, die die Gäste zur Talstation bringen. rismus könnten die Folge sein. Die „natürliche“ Gute Angebote mit Anreizen (z.B. attraktive
Viele Ziele innerhalb von Bad Hofgastein sind Schneesicherheit nimmt aufgrund der Höhen- Entscheidende Erfolgsfaktoren für eine sanft Tickets oder Tageskarten) in Kombination mit
fußläufig erreichbar. Im Sommer ist der Anteil lage der meisten Schigebiete in Österreich mobile Anreise sind: Information können erfolgreich sein. In der
mit 90% noch höher, die Zahl der Wege in- durch den Temperaturanstieg dramatisch ab. • direkte Verbindungen aus den Haupther- Schweiz liegt der Anteil des Öffentlichen Ver-
nerhalb des Urlaubsortes jedoch bedeutend In der Abbildung 4 ist die Zahl der Schigebiete kunftsgebieten, wobei die Direktverbin- kehrs bei Bergsteigern bei 45%, also fast drei-
niedriger. Der Aktionsradius der Gäste ist im mit natürlicher Schneesicherheit in Abhängig- dungen besonders bei der Anreise im Ur- mal so hoch wie in Österreich (Muhar et al.,
Sommer größer, was an der Zahl der Wege im keit des Temperaturanstiegs dargestellt. laub eine wichtige Rolle spielen (Umsteigen 2008, S. 38).
Ziel- und Quellverkehr der Gäste ablesbar ist. Neben den Folgen der Erderwärmung sind mit Gepäck, Unsicherheit in der „Fremde“) Speziell zugeschnittene Angebote, wie der
Der Anteil des Autos ist mit 43% (Fahrer und auch weitere Folgen des Autoverkehrs spürbar • Servicequalität, insbesondere auch bei Un- Lungauer Tälerbus (Regner, 2009, S. 52), das
Mitfahrer) aber verhältnismäßig niedrig (siehe und sichtbar: Autoverkehr im Urlaubsort oder regelmäßigkeiten. Werfenweng-Shuttle oder die Alpentäler-Busse
Abb. 2). an den Ausgangspunkten der Touren verurs- in der Schweiz sind erfolgreich und werden von
Die Folgen des Wandels im Verkehrsverhalten acht hohe Schadstoffemissionen (Stickoxide, Beides sind Aspekte, die in der Regel nicht vor den angesprochenen Zielgruppen genutzt.
seit der touristischen Erschließung der Alpen Staub, etc.), hohe Lärmbelastung mit negativen Ort oder in der Region gelöst, aber unterstützt Die Information spielt eine ganz entscheidende
sind vielschichtig und spürbar. Auto (und Flug- Folgen für die Gesundheit und mindert die werden können. Rolle bei der Wahl der Verkehrsmittel. Gibt es
zeug) gehören zu den Verkehrsmitteln mit dem Aufenthaltsqualität und den Erholungswert, eine Verkehrsmittel übergreifende Tür-zu-Tür-
höchsten spezifischen Energie-„verbrauch“ derentwegen die Alpen aufgesucht werden. Wie bereits in der Analyse erwähnt, sind die An- Information? Gibt es eine Rückreisemöglich-
und damit auch den höchsten spezifischen Sichtbare Folgen sind große Flächen für Straßen gebote im Öffentlichen Verkehr derzeit fallwei- keit beim Ausstieg einer Bergtour? Gibt es ein
CO2-Emissionen (vgl. Molitor et al., 1997). Die und Parkplätze in einem ohnehin eingeengten se unzureichend. Entweder liegt die nächstge- attraktives ÖV-Angebot für Gäste, die länger als
CO2-Emissionen werden zu den klimaschädi- Raum. In den Alpen ist nur ein Teil der Flächen legene Haltestelle des ÖV z.B. zu weit von der einen Tag bleiben?
Abb. 1: Verkehrsnachfrage in Bad Hofgastein in der Wintersaison 1998/99. genden Gasen gezählt (Treibhausgase), die zu für den Menschen nutz- und besiedelbar. Nur Einstiegstelle der Bergtour entfernt, oder die
einer globalen Erwärmung führen. Gerade der 11,8% der Fläche Tirols ist als Dauersiedlungs- Haltestelle wird am Wochenende nicht oder Hier sind sowohl die Destinationen, also die
Verkehr, der neben der Industrie zu den größ- raum ausgewiesen (Statistik Austria, 2008, S. nur sporadisch angefahren. Doch nicht in allen Anbieter im Tourismus, als auch die ÖV-Unter-
ten Einzelemittenten in Österreich zählt, weist 36). Es kommt zur Nutzungskonkurrenz zwi- Fällen ist das Angebot im Öffentlichen Verkehr nehmen gefragt, entsprechende Informationen
die höchste Wachstumsrate aller Sektoren auf schen Wohnen, Erholung, Landwirtschaft und unzureichend. Informationen über eine klima­ anzubieten. Letztere bieten in der Zwischen-
(siehe Abb. 3). Verkehr. schonende Anreise oder die konsequente Orien­ zeit adressenscharfe Tür-zu-Tür Informationen
Die Folgen der anthropogenen Temperaturer- Urlaub, Bergtouren am Wochenende oder
höhung sind beispielsweise Veränderungen Ausflüge hängen naturgemäß direkt mit dem
von Eis, Schnee und gefrorenem Boden (Per- Verkehr zusammen; sie beginnen und enden
mafrost), und dadurch eine Vergrößerung und jeweils mit einer Fahrt. Es stellt sich die Frage,
vermehrte Anzahl von Gletscherseen. Dies wie diese Fahrten möglichst klimaschonend
bringt ein erhöhtes Risiko durch Fluten nach – also über die sanfte Mobilität – abgewickelt
Gletscherseeausbrüchen mit sich. Eine weitere werden können. Einige Lösungsansätze sind
Folge ist die erhöhte Instabilität des Bodens in kurz- bis mittelfristig in der jeweiligen Region
Permafrostgebieten (z.B. Berggipfel), wodurch oder vor Ort umsetzbar, andere erfordern eine
es zu vermehrten Berg- und Felsstürzen kom- Verbesserung „auf höherer Ebene“.
men kann (IPCC, 2007, S. 3 u. 5). In Gebirgs-
regionen ist auch mit einem Artenverlust (in
Hochemissions-Szenarien wird mit einem Ar- Lösungsansätze
tenverlust bis zu 60% bis 2080 gerechnet (IPPC,
2007, S. 13)) und einem Rückgang der Schnee- Bei der Entwicklung von Verbesserungen ist es
decke zu rechnen. nötig, zielgruppenorientiert vorzugehen. Sol-
Die Konsequenzen des gemessenen und pro- len Tagesausflügler oder Bergtourengeher an-
gnostizierten Temperaturanstiegs sind für den gesprochen werden? Soll die Bevölkerung zur
Wintertourismus in den Alpen, besonders in Verlagerung der täglichen Wege auf die sanfte
Abb. 2: Verkehrsnachfrage in Bad Hofgastein in der Sommersaison 1998. den Ostalpen besorgniserregend. Modellrech- Mobilität angeregt werden oder ist die Ziel- Abb. 3: Treibhausgasemissionen in Österreich 2007 und Änderung der Emissionen zwischen 1990 und 2007.
Sanfte Mobilität im Tourismus 26 27

Verkehrskonzept im Großarltal

Bergsteigerdorf Hüttschlag

Für einen Gast, der ohne Auto anreist, ist eine


Thomas Wirnsperger, TVB-Direktor Großarltal
Informationen zum Autor Sammer G. (1999), Integriertes Verkehrskonzept für die „Mobilitätsgarantie“ vor Ort ein wichtiges Kri-
Marktgemeinde Bad Hofgastein, Graz; Herry M. (1999), terium. Motiv für die Mitnahme des eigenen
Dipl.- Ing. Dr. Romain Mo- Modellvorhaben Autofreier Tourismus, Mobilitätsanalyse Autos ist oft die Sicherheit, auch vor Ort im
litor, (geb. 1959 in Luxem- Gemeinde Bad Hofgastein, Wien Urlaub mobil zu sein. Daher sind die Tourismu-
burg); Geschäftsführer von Schwärzel J., Regli P. (2004), Alpenretour, Kurzfassung, Bern sorte und –regionen gefragt, entsprechende
Komobile Wien; Statistik Austria (2008), Statistische Jahrbuch der Republik Angebote, die nicht nur dem Gast sondern
Studium des Bauingeni- Österreich 2007 auch den Einwohnern und Arbeitenden im Ort
eurwesens (Studienzweig Umweltbundesamt (2009), Klimaschutzbericht 2009, Wien zugutekommen, aufzubauen. Dabei ist zu be-
Verkehrswesen und –wirt- achten, dass das Angebot klar, leicht verständ-
schaft) an der TU Wien; lich und einfach zu nutzen ist. Die zahlreichen Großarltal - „Sackgasse“ mit großer öffentlichen Verkehrsmitteln anzubieten und
Assistent am Institut für Schibusse im Winter sind ein solches praktika- Ausdehnung zwar aus dreierlei Überlegungen:
Straßenbau und Verkehrswesen sowie am Institut an. Oft bieten aber Tourismusbetriebe oder bles Beispiel.
für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik an der –verbände nur eine mehr oder weniger exakte Das Großarltal im Süden des Salzburger Landes
TU Wien; seit 1996 freischaffender Ingenieur in Beschreibung der Erreichbarkeit mit dem Auto Ein wichtiger Punkt ist die Kommunikation des (ca. 70 km südlich der Mozartstadt Salzburg) Öffentlicher Verkehr aus mehreren
Luxemburg und in Wien (komobile Wien); an; größere Tourismusorte bieten Abholdienste vorhandenen ÖV-Angebotes. Eine enge Koo- zählt mit seiner Größe von rund 215 km² und ei- Gründen
1997-1998 Lektor an der TU-Wien, 2003-2004; vom nächst gelegenen Flughafen an: Ange- peration zwischen den Akteuren der Sektoren ner Nord-Südausdehnung von ca. 30 km zu den
Lektor an der FH Wien und seit 2008 Lektor für bote über Abholdienste vom nächstgelegenen Tourismus und Verkehr ist erforderlich, um si- längsten Tälern der Hohen Tauern. Im Süde­n Zum einen als Service für jene Gäste, die mit
Verkehrsplanung an der Université du Luxem- Bahnhof sind deutlich seltener. Informationen cherzustellen, dass die Information beim Gast und Westen ist es durch die Ankogelgruppe öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Zum an-
bourg. über eine Anreise mit dem ÖV werden weniger ankommt. begrenzt, im Osten durch die Radstädter Tau- deren, um Gästen, die mit Bus-Gruppenreisen
prominent platziert angeboten, Informationen ern. Mit seinen 14 Seitentälern und seinem ma- im Tal urlauben, aber nicht am täglichen Aus-
Literatur zur sanften Mobilität in der Region wiederum lerischen Talschluss ist es ein beliebtes Wander- flugsprogramm teilnehmen, die Möglichkeit zu
deutlich seltener. ziel für Jung und Alt. In etwa der Mitte des Tales, bieten, die Ausgangspunkte der Wanderwege
Agrawala S. OECD (2007): Climate Change in the European von wo auch das größte der Seitentäler – das bequem zu erreichen.
Alps, Adapting Winter Tourism and Natural Hazards Ma- Ellmautal – in östliche Richtung von der Groß- Zu guter letzt natürlich auch, um jene Gäste,
nagement, Paris arler Ache abzweigt, liegt der Hauptort Großarl die mit dem Pkw anreisen anzuregen, das Auto
IPCC (2007), Klimaänderung 2007; Auswirkungen, Anpas- (924 m) mit rund 3.700 Einwohnern und 4.500
sung, Verwundbarkeit, Zusammenfassung für Entschei- Gästebetten. Weitere 8 km taleinwärts befindet
dungsträger, Genf sich auf einer Höhenlage von rund 1.020 m
Kos, W. (Hg., 1992), Die Eroberung der Landschaft, Semme- das 970 Einwohner zählende Bergsteigerdorf
ring, Rax, Schneeberg, Wien Hüttschlag mit rund 520 Gäste­betten. Ab hier
MOLITOR R. et al., (1997) ; Umweltbilanz Verkehr 1950 – 1996, schlängelt sich die Straße nochmals rund 7 km
in Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie bis in den Talschluss am Fuße des Keeskogels
(Hrsg.), inkl. separater Zahlenspiegel, Wien (2.884 m) und der Arlscharte (2.252 m), die
Muhar A., Schauppenlehner T., Brandenburg C., Arnberger A. den Übergang ins südlich benachbarte Malta-
(2008), Trends- und Handlungsbedarf im Sommer-Bergtou- tal bildet. Die nächstgelegene Bahnstation be-
rismus, in OeAV-Dokumente Nr. 5, Aktivierungsprogramm findet sich in St. Johann im Pongau.
umweltfreundliche Anreise in die Berge, Innsbruck Das Großarltal ist bis in eine Höhenlage von
Österreich Werbung (2008), T-Mona Gästebefragung rund 1.250 m besiedelt. Darüber befinden sich
2006/2007, Sonderauswertung ausgedehnte Wald-, Weide- und Almflächen mit
Regner K. (2009), 20 Jahre Tälerbus, Gut organisierter Öffent- rund 40 bewirtschafteten Hütten, die dem Tal
licher Verkehr im dünnbesiedelten Dreiländer-Eck, in: Regi- auch den Namen „Tal der Almen“ eingebracht
onale Schienen, H. 2/2009; www.taelerbus.at haben. Die Ausgangspunkte der Wanderwege
Rigele G. (1998), Die Großglockner-Hochalpenstraße: zur Ge- liegen großteils nicht im Ortszentrum, sondern
schichte eines österreichischen Monuments, Wien am Ende der zahlreichen Güterwege zu den
SAB, VCS, SAC (2008), Alpentäler-Bus, Die Erschließung touri- hoch gelegenen Bauernhöfen.
stisch interessanter Ausflugsziele mit öffentlichem Verkehr,
Schlussbericht, Zürich Abb. 4: Natürliche Schneesicherheit in alpinen Schigebieten bei der Annahme bestehender Bedingungen und unter der Annahme Bereits vor Jahren wurde die Notwendigkeit er-
eines Temperarturanstiegs von 1, 2 und 4°C . kannt, Gästen vor Ort eine Fortbewegung mit Hüttschlag im Großarltal (1.020 m). Foto: Thomas Wirnsperger.
Verkehrskonzepte Großarltal 28 29
Verkehrskonzepte Großarltal

einmal stehen zu lassen und zugleich ausge- kurs verbunden werden. Erschwerend kommt Ernüchtert von dieser Auskunft folgte dann der geführt. Durch diese Konzentration auf einzel- angebotene Serviceleistung als Minimalbetrag
dehntere Wanderungen mit unterschiedlichen hinzu, dass die meist schmalen Güterwege Versuch, das Problem selbst in die Hand zu neh- ne Anbieter zu bestimmten Zeiten werden die einzustufen ist.
Ausgangs- und Zielpunkten zu unternehmen. mit einem großen Bus (Postbus oder 50-Sitzer- men – mit Erfolg, wie sich später herausstellte. Busse nun leichter voll. Nach einem ähnlichen Modell passieren
Reisebus) nicht befahren werden können. Bis Fahrten zu exponierten Punkten wie etwa die
dato war es der Fall, dass jene Gäste, die vor Ort Abholung in Kleinarl (Nachbartal) nach einer
Postbus zum „halben Preis“ nicht mobil waren, mit den unterschiedlichen Kostenreduktion durch Kostentransparenz Talübergangswanderung über den Tappen-
Taxiunternehmen des Tales zu ihren Ausgangs- Konzentration durch einheitliche Fixpreise karsee, die Fahrt von der Aualm (Alm, die über
Der Anfang erfolgte bereits vor rund 15 Jahren. punkten gefahren sind und insbesondere bei eine Höhenwanderung vom Skigebiet aus gut
Gästen mit gültiger Gästekarte wird seither der unterbesetzten Taxibussen über hohe Preise Nach Absprache mit allen lokalen Taxiunter- Jede Einzelfahrt für Erwachsene kostet fortan erreichbar ist) und die Sonnenaufgangsfahrt.
im Talboden von St. Johann im Pongau über klagten. nehmen wurde durch den Tourismusverband innerhalb der Gemeinde EUR 2,50,-, jene für Hier gibt es wiederum pro Fahrziel nur je ei-
Großarl und Hüttschlag bis in den Talschluss Was tun? Vom Tourismusverband wurde ein ein Fahrplan erarbeitet, bei dem jeder Wander- Kinder EUR 1,-, woraus sich ein Familienpreis nen Anbieter zu fix definierten Zeiten. Dadurch
verkehrende Postbus zum „halben Preis“ ange- provisorischer Fahrplan ausgearbeitet und ausgangspunkt von nur einem Taxibetreiber für eine 4-köpfige Familie von EUR 7,- ergibt, sind die Busse eher voll besetzt, woraus sich
boten. Bei der Anreise genügt es, anstatt der eine Kostenrechnung erstellt. Mit diesem mit 9-Sitzer-Bussen (Fahrer und maximal acht was als durchaus günstig zu bezeichnen ist ein günstigerer Preis pro Person ergibt. Diese
Gästekarte eine schriftliche Reservierungsbe- wurde man dann bei der Mobilitätszentrale Passagiere) angefahren wird und zwar zu vor- und auch motiviert, das eigene Auto einmal Linien müssen von sich aus kostendeckend
stätigung eines Vermieters aus Großarl oder in Bischofs­hofen, die für die Koordination des gegebenen Zeiten jeweils am frühen Vormittag stehen zu lassen. Fahrten über das Gemeinde- geführt werden – werden also vom Tourismus-
Hüttschlag vorzuweisen. Der Postbus verkehrt Öffentlichen Verkehrs im Bezirk St. Johann im und am späten Nachmittag. Dies geschieht bei gebiet hinaus (von Großarl zu einem Fahrziel verband nicht bezuschusst. Demgemäß zahlen
während der Woche täglich, an den Wochenen- Pongau verantwortlich ist, ����������������������
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. Mit einem der Hälfte der Wander-Startplätze am Sonntag, in Hüttschlag bzw. umgekehrt) kosten EUR zwei Personen für eine Fahrt pro Person natür-
den hingegen als Rufbus. Die Kostenersparnis niederschmetternden Ergebnis: Grundsätzlich Dienstag und Donnerstag, bei der anderen 4,-/Erwachsenen und EUR 2,-/Kind. Die Halte- lich mehr, als bei einem voll besetzten Bus mit
für den Gast liegt dabei bei 50%. Dieser Betrag wäre ein Wanderbus im Großarltal machbar, so Hälfte am Montag, Mittwoch und Freitag. Zu- stellen liegen jeweils beim Gemeindeamt und acht Personen pro Person verrechnet wird.
Auch an den Ausgangspunkten der Touren werden die Fahrplä- wird der ÖBB-Postbus-AG vom Tourismusver- die damalige Aussage des Regionalmanage- dem muss der Gast seine Fahrt am Vortag bis an der Gondelbahn-Talstation. Ein voll besetz-
ne ausgehängt. Foto: Thomas Wirnsperger band Großarltal in voller Höhe je nach getätigt­ ments, die Kosten würden das vorhandene 20.00 Uhr anmelden (= Rufbus). Erfolgt keine ter Bus ist bei dieser Kostenrechnung von sich
er Fahrten abzüglich eines kleinen Mengen- Budget um ein Vielfaches übersteigen, selbst Anmeldung, wird die Fahrt auch nicht durch- aus kostendeckend. Für teilbesetzte Busse be- Vermarktung
rabattes von 10% ersetzt und beläuft sich auf bei bestmöglicher Förderquote von über 50%. zahlt der Tourismusverband den Fehlbetrag
rund EUR 8.500,- pro Jahr, wobei mehr als die zwischen den tatsächlich erzielten Einnahmen Beworben werden die Busse mittels Postwurf
Hälfte dieser Summe auf die Wandermonate durch Fahrgäste und dem mit den Unter- an jeden Haushalt im Tal, durch Aushang an
Informationen zum Autor
August bis Oktober entfällt. Der Winter spielt nehmern für die jeweilige Route vereinbarten allen Haltestellen und Wander-Startplätzen,
eine untergeordnete Rolle, da die meisten Gesamtbetrag, der – je nach Fahrziel – bei EUR Versand der Fahrpläne an alle Sommer-Gä-
Thomas Wirnsperger,
Gäst­e zum Schifahren kommen und bei Bedarf 15,- bis EUR 30,- liegt. In Summe kostet dieses steanfragen und durch das Internet mit Down-
geb. 1970 in Großarl;
ohnedies mit gültigem Schipass den kosten- Wanderbus-Modell dem Tourismusverband loadmöglichkeit für den aktuellen Fahrplan.
Tourismusausbildung
losen Schibus nutzen. Großarltal rund EUR 3.500,- pro Jahr, was für die
an der Tourismusschule
Seit zwei Jahren gibt es nun auch einen Linien­
Bischofshofen und HLF
bus der Post ins Ellmautal. Auch diese Linie
Salzburg/Kleßheim; seit
kann zum halben Preis genutzt werden, der
1991 Geschäftsführer
Fahrplan des Großarler Wandertaxis. Kostenaufwand dafür beträgt rund EUR 2.000,-
des Tourismusverbandes
Foto: Thomas Wirnsperger pro Jahr.
Großarl bzw. des Touris-
musverbandes Großarltal seit 1997 (nach Fusio-
nierung der beiden Verbände Großarl und Hütt-
Weit verzweigtes Wegesystem
schlag zu einem gemeinsamen Talverband); Einer
der größten touristischen Erfolge ist sicherlich die
Mit diesen beiden Linien können allerdings
Positionierung des Großarltales als „Tal der Almen“
nur rund ein Drittel der Wander-Startplätze
und der damit einhergehende Ausbau des Som-
bedient werden. Deshalb entstand vor rund
mertourismus mit einer nahezu Verdoppelung
sieben Jahren die Idee, die sechs wichtigsten
der Sommer-Übernachtungszahlen innerhalb
Ausgangspunkte zu den Wanderwegen mit
der letzten 15 Jahre. Unter anderem Mitarbeit am
einem Taxidienst zu versorgen. Die einzelnen
erfolgreichen Konzept des „Salzburger Almsom-
Wegstrecken betragen vom Ortszentrum von
mers“ und am Wander- & Bergwegekonzept für
Großarl aus gerechnet 3 bis 13 km und sind
das Bundesland Salzburg.
Im Großarltal fahren Gäste mit dem Postbus zum halben Preis. sternförmig angeordnet. Das heißt, sie können Übersicht der Post- und Wanderbuslinien im Großarltal. Ein besonderes Erlebnis: bei Sonnenaufgang am Gipfel stehen. Erleichtert wird dies durch die angebotene Sonnenaufgangsfahrt .
Foto: Thomas Wirnsperger nicht sinnvoll mit einer Buslinie zu einem Rund- Quelle: Thomas Wirnsperger Foto: Thomas Wirnsperger
Portrait Bergsteigerdorf Hüttschlag 30 31

Die Almtalbahn in Grünau

Attraktivierung und touristische Entwicklung

Das Bergsteigerdorf Hüttschlag Alois Weidinger, Bürgermeister Bergsteigerdorf Grünau im Almtal


OeAV-Nationalpark-Patentreffen 2010
Hüttschlag ist eines von zwei Bergsteigerdör- Im nächsten Jahr findet das Nationalpark-
fern im Bundesland Salzburg. Im Gegensatz Patentreffen vom 28. August bis zum 4. Sep-
zum großen Nachbarn Großarl sind hier die tember im Bergsteigerdorf Hüttschlag statt.
Hänge und Gipfel von technischen Aufstiegshil-
fen frei geblieben. Wie im gesamten Tal prägen Weitere Informationen:
auch in Hüttschlag die Almen das Bild der mitt- Willi Seifert
leren montanen Stufe. Die extensive Bergland- Oesterreichischer Alpenverein
wirtschaft gehört zur traditionsreichen Kultur- Fachabteilung Raumplanung-Naturschutz
landschaft Hüttschlags und bietet angenehme Tel.: +43/(0)512/59 547-15 Geschichte der Almtalbahn Wichtig für die erfolgreiche Umsetzung der
Einkehrmöglichkeiten mit einer großer Aus- Fax: +43/(0)512/59 547-40 Maßnahmen einerseits und die positive Ent-
wahl an regionalen Almköstlichkeiten. e-mail: willi.seifert@alpenverein.at Am 14. Oktober 1893 wurde der erste Ab- wicklung der Nachfrage war neben der Ver-
Aber auch Bergsteiger im klassischen Sinne schnitt der Almtalbahn von Wels nach Sattledt besserung und Verdichtung des Zugangebotes
kommen in Hüttschlag voll auf ihre Kosten: Im eröffnet, als Teil der damals noch bestehenden die intensive Kooperation mit den Gemeinden
hintersten Talschluss, nach den Ortsteilen Kart- Verbindung nach Rohr. entlang der Bahnlinie. Die betroffene Bevölke-
eis und Maurach, ausgehend vom nunmehr Neben dem Ziel der Verwertung des Holzreich- rung, vertreten durch die Gemeinden, wurde in
verlassenen Seegut, kann man auf den Spuren Ausgehend von Hüttschlag bieten sich eine tums und der Förderung der Eisenindustrie war die Planungen maßgebend eingebunden. Die
der alten Wallfahrtsroute nach Maria Luscha- Reihe von lohnenden Gipfelbesteigungen an: schon vor hundert Jahren die Erschließung des Kommunen haben sehr wesentlich zur Reali-
ri durch das wilde, oftmals von Hochwässern Draugstein (2.359 m), Keeskogel (2.886 m), an Naturschönheiten reichen Almtales für den sierung durch ihre Unterstützung und auch in
und Muren heimgesuchte Schödertal in die Kreuzeck (2.205 m), Kreuzkogel (2.324 m) und Fremdenverkehr Anlass für den Weiterbau der Form von Mitfinanzierung beigetragen.
Arlscharte und weiter ins kärntnerische Mal- Gamskarkogel (2.467 m). Strecke nach Grünau. Nach nur knapp 2 Jahren Damit wurde in der Region eine Identifikation
tatal und damit in das Bergsteigerdorf Malta Hinzu kommt das Thema Klettersteig. In Groß- Bauzeit wurde der zweite Abschnitt am 23. Mai mit der Bahn geschaffen, der Grundstein für
gelangen. arl gibt es bereits seit einigen Jahren einen sehr 1901 dem Verkehr übergeben. die beispielhaft positive Entwicklung der Inan-
interessanten Klettersteig am so genannten spruchnahme der Bahn.
Saukarkopf im Schwierigkeitsgrad C/D (Schlüs-
selstelle D/E), einer steilen Felswand auf der Attraktivierungsmaßnahmen Den finanziellen Rückhalt erhielt die Bahnlinie
Ostseite des Tales. durch den Abschluss und die Weiterentwick-
Neu sind die Klettersteige durch die Hüttschla- Entscheidender Meilenstein für den Erhalt und lung des Grund-Verkehrsdienstevertrages zwi-
ger Wand. Jeder, der nach Hüttschlag kommt, den heutigen Stellenwert der Almtalbahn so- schen ÖBB und dem Land Oberösterreich.
wird magisch von der steilen Felswand ange- wie die positive Entwicklung war der Beschluss 2005 hat das Land Oberösterreich im Zuge der
zogen, die in einem seltsamen Graugrün im der ÖBB im Jahr 1989, die Almtalbahn in das At- Umsetzung des Bezirksverkehrskonzeptes zur
Sonnenlicht glänzt. Im Sommer 2009 wurde traktivierungsprogramm der Regionalbahnen Ausweitung des Verkehrsangebotes einen wei-
nur ca. 10 Gehminuten von der Landesstraße aufzunehmen. teren Verkehrsdienstevertrag mit der ÖBB ab- Die Almtalbahn dient als wichtige Verbindung in die
entfernt der 140 Höhenmeter überwindende Durch die Anhebung der Fahrtgeschwindigkeit geschlossen. 2007 wurde die Bestellung noch Messestadt Wels.
Kupfergeist-Klettersteig (D/E) sowie der leichte gelang eine deutliche Verkürzung der Reise- wesentlich ausgeweitet. Und mit Dezember
Übungsklettersteig „Gletschergoaß“ in schö- zeit. Zahlreiche schienengleiche Eisenbahn- dieses Jahres wird eine weitere Verbesserung
nem, festen Fels errichtet. kreuzungen wurden aufgelassen. Daneben des Angebotes vom Land Oberösterreich be-
Nähere informationen zu den Klettersteigen bildete die Verbesserung der Verkehrsinfra- stellt und von den ÖBB umgesetzt. Die Bestel-
und allen andern Touren finden sie in der struktur durch Neuschaffung von Haltestellen, lung beinhaltet auch den Einsatz von Service-
Bergsteigerdorfbroschüre „Hüttschlag - Almen Park & Ride Anlagen und Errichtung von Fahr- personal in den Zügen und am Endbahnhof in
und Bergmähder im Großarltal“ sowie auf der radständern einen wichtigen Bestandteil der Grünau zur Unterstützung und Information der
Homepage www.bergsteigerdoerfer.at. Attraktivierungsmassnahmen. Die architekto- Reisenden.
nisch liebevoll gestalteten Bahnhofsgebäude Ergänzt wird das Bahnangebot, das als Rück-
wurden renoviert. Als gutes Beispiel ist hier grat des Öffentlichen Verkehrs gesehen wird,
der Endbahnhof Grünau zu nennen, der sich in durch ein optimal auf das Bahnangebot abge-
einem anspruchsvollen Gesamtbild zeigt. Rei- stimmtes Buskonzept. Das Fahrplanangebot
Das Bergsteigerdorf Hüttschlag mit der Hüttschlager Wand und dem Schöderhorn. sendenunterstände wurden im Design „Almtal“ wird vom Land Oberösterreich im Rahmen der Die Renovierung des Bahnhofs war ein wichtiger Bestandteil
Foto: Foto Gruber erneuert oder errichtet. Bezirksverkehrskonzepte gemeinsam mit den der Attraktivierung.
Die Almtalbahn 32 33

Animationskonzepte für Öffentlichen


Personennahverkehr

Gemeinden und mit fachlicher Unterstützung - und der Tagesausflugsverkehr. Zum Beispiel
Möglichkeiten der Sektionen
durch die Verkehrsunternehmen entwickelt. zum Wandern und Bergsteigen mit dem „Ein- Informationen zum Autor
Die Almtalbahn bietet der Bevölkerung eine fach-Raus-Ticket“ der ÖBB oder dem tollen Fa-
rasche, komfortable und umweltfreundliche milienangebot der ÖBB. Sehr beliebt sind auch Alois Weidinger, geb. Gudrun Wallentin, OeAV-Sektion Salzburg
Verbindung in die Industrie-, Schul- und Messe­ Fahrten zu den ausgezeichneten Gastronomie- 1951 in Grünau im Almtal,
stadt Wels, die Landeshauptstadt Linz sowie betrieben entlang der Strecke. ist seit 2003 Bürgermei-
Anschlüsse in alle Richtungen. Und in der Ge- ster der Gemeinde.
genrichtung dem Zentralraum ein ideales An- Große Bedeutung hat auf der Almtalbahn Seit seiner Kindheit eng
gebot für Ausflüge in die Region. der Messeverkehr. 1992 wurde die Haltestelle mit den Bergen verbun-
Wels Messe mitten im Messegelände errichtet. den: Leiter der Schischule
An geraden Jahren an denen auch die Welser Grünau-Kasberg und des Aus der Sicht des umweltbewussten Bergstei- an, weil der Alpenverein für einen Ressourcen
Verbesserung des touristischen Herbstmesse stattfindet frequentieren an ca. Skiverleihs. Engagiert sich gers bedarf es nicht selten einiger Hartnäckig- schonenden, sanften und klimaschutzkon-
Angebotes 30 Öffnungstagen 80.000 bis 100.000 Personen bereits seit 39 Jahren bei der Bergrettung. keit in der Tourenplanung, um alle Informati- formen Bergtourismus steht. Doch mir ist klar,
diese Haltestelle. Gemeinsam mit der Welser Die Bergsteigerdörfer sind ihm eine Herzensan- onen über die sanft-mobile Anreise zu einer dass diese Argumentation kaum jemanden
Dem Regionalmanagement der ÖBB-Perso- Messe bieten die ÖBB einen kostenlosen Shut- gelegenheit geworden. Bergtour zu bekommen. Häufig findet man in dazu bewegen wird, lange eingeübte Verhal-
nenverkehrs AG war und ist die Entwicklung tleverkehr zwischen Wels Hbf und Wels Messe, der Führerliteratur zwar umfassende Beschrei- tensmuster aufzugeben und auf die Bequem-
von attraktiven touristischen Angeboten ein sowie zusätzliche Züge bis Sattledt und Grünau Gattin Margit betreibt im eigenen Landgut die bungen zur Anreise mit dem Pkw, doch zweck- lichkeit des Autos zu verzichten. Dazu müssen
besonderes Anliegen - der zweite wichtige Er- an. Das ÖBB-Messeticket beinhaltet Bahnanrei- Frühstückspension “Oberschwiebel”. dienliche Informationen über Haltestellen und schon handfestere Argumente gefunden wer-
folgsfaktor für eine erfolgreiche Regionalbahn. se und Messeeintritt. aktuelle Fahrpläne sind spärlich. Neben dem den.
So wurde zum Beispiel das ÖBB-Snow & Fun Studium von Tourenverlauf und Wetter müssen Sieht man sich die Mitgliederstatistik des Alpen-
Ticket – ein all inclusive Angebot: Bahnfahrt, im Zuge der Tourenplanung also auch noch die vereins an, so wird man feststellen, dass rund
Bustransfer und Skitageskarte – das es mitt- Erfolgreiche Bilanz Busverbindungen ausgeforscht und studiert ein Drittel der Mitglieder Kinder und Jugendli-
lerweile in mehreren Bundeländern gibt, mit Reisendenfrequenz auf der Almtalbahn pro werden. Für die Gruppe der computerorien- che sind, die für selbstständige Bergtouren auf
dem Skigebiet Grünau-Kasberg entwickelt und Zum Abschluss eine statistische Bestätigung Jahr (ohne Messeverkehr): tierten Berggeher empfiehlt sich dazu der Ein- öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind.
erfolgreich eingeführt. Dieses Angebot erfreut des erfolgreichen Weges der Zusammenarbeit • 1990: 191.000 vor bzw. am Beginn der At- satz von Google Maps, das seit vorigem Jahr ein Auch organisierte Ausflüge der Alpenvereins-
sich großer Beliebtheit. zwischen ÖBB-Personenverkehr, Gemeinden traktivierung Routingservice auch für öffentliche Verkehrs-
Ebenso wichtig sind der Radtourismus - in al- und Land Oberösterreich, eine Bestätigung des • 2000: 268.561 +40% Zuwachs in zehn Jah- mittel anbietet. Hat man dann die richtige Ver-
len Zügen ist die Fahrradmitnahme möglich dargestellten Erfolgsmodelles: ren bindung gefunden, so folgt meist auch schon
• 2008: 330.885 +73% Zuwachs in achtzehn die nächste Enttäuschung: mit dem Pkw wäre
Jahren man deutlich schneller am Ziel. So muss für die
Anfahrt von Salzburg zum Ausgangspunkt des
Somit konnte mit über 400.000 Reisenden Zustiegs zur Eckberthütte im Blühnbachtal laut
inklusive Messeverkehr im Jahr 2008 das Ge- Google Maps eine Stunde und acht Minuten
samtaufkommen seit Beginn der Attraktivie- für die Bahn veranschlagt werden, im Gegen-
rung mehr als verdoppelt werden. satz zu 37 Auto-Minuten.

Die Regionalbahnen in Oberösterreich sind ein


wichtiger Bestandteil der Regionen. Für die Be- Herausforderung für Sektionen
völkerung, die Pendler, Schüler und insbeson-
dere auch für einen sanften und umweltfreund- Angesichts dieser Erfahrungen ist es für eine
lichen Tourismus und für eine nachhaltige Alpenvereinssektion eine große Herausfor-
Entwicklung der Region. Weitere Erfolgsmo- derung, ein griffiges Animationskonzept zur
delle in Oberösterreich sind insbesondere auch sanften Mobilität zu entwickeln. In erster Linie
die Mühlkreisbahn und die Donauuferbahn. gilt es gute Argumente für die Verwendung
öffentlicher Verkehrsmittel zu finden. Als Na-
Eine Bahn in der Region und das Reisen mit der turschutzreferentin der Sektion Salzburg fällt
Bahn ist Lebensqualität! mir dazu selbstverständlich auch gleich ein
schlagendes Argument ein: Ein Alpenvereins- Eine großzügige Hochgebirgstour mit Öffis: vom Grimselpass zum Jungfraujoch und zurück mit Bus und Bahn.
Der Bahnhof von Grünau im Almtal. mitglied reist mit Bus und Bahn zur Bergtour Im Bild das Panorama von der Wengernalpbahn ins Lauterbrunnental.” Foto: Andreas Katzengruber.
Möglichkeiten der Sektionen 34 35
Möglichkeiten der Sektionen

Jugend greifen oft auf Züge, Linienbusse oder Animation von Mitgliedern zur hen, achtet der Beschilderungswart Hermann gerhütte hat die Konzession für das Obersulz-
den guten alten Sektionsbus zurück. Erwach- sanften Mobilität Karigl darauf, dass die gelben Tafeln gleich von bachtal und betreibt auf Wunsch der Sektion
sene schätzen autofreie Flexibilität besonders der Haltestelle den richtigen Weg weisen. das „Kürsingertaxi“. Weiters stehen seit kurzem
dann, wenn sie Überschreitungen, Weitwan- Zuguterletzt stellten Geographiestudenten der in der Geschäftsstelle der Sektion zwei Elektro-
derungen oder Radtouren planen. Wer nach Im Folgenden wird eine Reihe von konkreten Universität Salzburg im Auftrag der Sektion ihr mopeds zur Ausleihe bereit. Ob Elektrofahr-
dem Gipfelsieg gerne einkehrt, kann das ohne Maßnahmen vorgestellt, die bereits umgesetzt Können im Internet unter Beweis. Sie program- zeuge in Sachen sanfte Mobilität allerdings der
Autoschlüssel wesentlich mehr genießen. Der wurden. Weitere Ideen harren noch ihrer Ver- mierten zur Bewerbung der Sektionshütten Weisheit letzter Schluss sind, sei dahingestellt,
Alltagsstress durch starken Rückreiseverkehr, wirklichung. eine online-Karte – ein Klick und alle Informa- denn der Elektromotor ändert nichts am hohen
Staus und Baustellen entfällt. Mit über 15.000 Mitgliedern ist die Sektion tionen über die gewünschte Hütte können ab- Ressourcenverbrauch des Individualverkehrs.
Salzburg die sechstgrößte Sektion im Oester- gerufen werden. Selbstverständlich inklusive Der Alpenverein als Verkehrs-Anbieter soll und
Letztlich ist der Verzicht auf das Auto aber eine reichischen Alpenverein und bietet damit für kartographisch dargestellter Anreiseinformati- wird jedenfalls eine Randerscheinung bleiben.
Frage des persönlichen Lebensstils. Wollen und die Umsetzung konkreter Maßnahmen in die- onen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Wesentlich wichtiger ist es, als Sektion im Be-
können wir Bergsteiger uns in unserer Freizeit sem Bereich ein interessantes Betätigungsfeld. reich der eigenen Arbeitsgebiete Lobbying für
dem Diktat der Zeiteffizienz entziehen? Auf der Nicht für jede Bergtour gibt es eine Möglichkeit ein bergsteigerfreundliches Angebot öffent-
Suche nach Ruhe und Entschleunigung, erlebt mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Beispielwirkung von licher Verkehrsmittel zu betreiben.
das Wandern heute nicht zufällig eine Renais- Doch es gibt erstaunlich viele Ziele, die sehr Tourenführern
sance. In der selben Logik könnte auch die gut ohne Auto erreichbar sind.
Eisenbahn und der gute alte Postbus wieder Leiter von ausgeschriebenen Sektionstouren Visionen und Ideen
entdeckt werden und die Anreise Teil des Er- können als Multiplikatoren wirken. Entscheidet
lebnisses sein. In 37 Minuten ins Blühnbachtal Salzburger Skitouren sich der Tourenführer nach Möglichkeit für eine Das Ziel aller Aktivitäten der Sektion Salzburg
hetzen, Parkplatzgebühr zahlen und Stau auf mit Bus und Bahn Anreise mit Bus und Bahn, so bleibt zu hoffen, zur sanften Mobilität ist es, die Planung und
der Heimreise – warum eigentlich? dass der ein oder andere Teilnehmer auch bei Durchführung von Bergtouren mit öffentlichen
Es gibt durchaus gute Gründe für eine umwelt- Der Verkehrsgeograph Karl Regner sammelt sy- privaten Bergtouren auf das Auto verzichtet. In Verkehrsmitteln so bequem, flexibel und ein-
Mit diesem Logo werden im Programmheft der Sektion Salz-
schonende Anreise, die auf den erhobenen stematisch genau jene Berg-, Rad- und Skitou- der Sektion Salzburg ist es der Initiative einiger
burg umweltfreundliche Touren gekennzeichnet.
Zeigfinger verzichten, sondern vielmehr mit ren rund um Salzburg, die sich gut mit Bus und Tourenführer zu verdanken, dass Touren aus-
handfesten Vorteilen belegt und dem Zeitgeist Bahn umsetzen lassen. In den von ihm ständig geschrieben sind, die ausdrücklich mit öffent-
entsprechend vermittelt werden könnten. aktualisierten und jahreszeitlich angepassten lichen Verkehrsmitteln durchgeführt werden.
Ein erfolgreiches Animationskonzept für au- Tourentipps auf der Homepage der Sektion Um dieses Angebot zu fördern, entwickelten
tofreie Bergtouren darf nicht das Image einer www.alpenverein-salzburg.at/tourentipps sind wir ein Logo mit der Aufschrift „autofrei – Mobil
Bürde haben, die Wanderer der Umwelt zuliebe nun immerhin schon 120 Tourenvorschläge ohne Auto“, das als Gütesiegel diese Touren im
auf sich nehmen sollten. Vielmehr muss der be- zu finden – mit dieser Fülle an Möglichkeiten Programmheft herausstreicht. Erfreulicherwei-
wusste Verzicht auf das Auto als der Ausdruck ist wohl auch ein passionierter Wanderer oder se fanden sich Nachahmungstäter unter den
eines modernen Lebensstils wahrgenommen Bergsteiger eine Zeit lang beschäftigt. Tourenführern und die Tendenz im Angebot ist
werden. Fürs Erste waren die Tourentipps auf die Stadt steigend.
Salzburg als Ausgangspunkt ausgelegt. Doch
Einer Alpenvereinssektion stehen drei vorran- entgegen der Vermutung Vieler sind Touren
gige Handlungsfelder zur Verfügung, im Rah- mit Bus und Bahn auch aus dem ländlichen Bergsteigerfreundliches
men derer sie aktiv auf die sanfte Mobilität im Raum möglich. Die Ausweitung der Touren- ÖPNV-Angebot
Bergtourismus hinwirken kann: tipps auf drei Herkunftsregionen außerhalb
• die Animation der Mitglieder zum Verzicht der Landeshauptstadt stieß daher auf große Auch wenn sich bei genauerer Betrachtung er-
auf den Privat-Pkw für Bergfahrten Aufmerksamkeit und wurde beim Wettbewerb staunlich viele Bergunternehmungen von Salz-
• die Beispielwirkung durch sanft-mobile „landauf“ preisgekrönt. Für alle, die lieber ein burg aus ohne Auto realisieren lassen, so liegt
Sektionstouren Druckwerk in der Hand halten, gibt Karl Reg- das Angebot aus Sicht eines Bergsteigers doch
• das Lobbying für ein bergsteigerfreund- ner gemeinsam mit Roland Kals die Broschüre oft im Argen. Frühmorgendliche „Bergsteiger-
liches Angebot von öffentlichem Verkehr „Salzburger Schitouren mit Bahn und Bus“ he- busse“ werden kaum angeboten und gerade
raus. Dieses Heft ist Dank der Unterstützung an Sonn- und Feiertagen ist die Frequenz sehr
Handlich für den Rucksack: die Broschüre „Salzburger
In der Alpenvereinssektion Salzburg haben sich durch das Lebensministerium kostenlos bei der niedrig. Genau genommen wurde die Sektion
Schitouren mit Bahn und Bus’ erscheint seit 2004 jährlich in einige Personen zusammengefunden, die sich Sektion Salzburg erhältlich. Salzburg schon selbst zum Anbieter von öffent- Einige Tourenführer der Sektion Salzburg gehen mit gutem Beispiel voran und organisieren die Anreise zu ihren Touren mit öffent-
aktualisierter Auflage. dem Themenbereich sanfte Mobilität widmen. Damit auch vor Ort keine Verwirrungen entste- lichen Verkehrsmitteln: der Pächter der Kürsin- lichen Verkehrsmitteln. Foto: Gudrun Wallentin
Möglichkeiten der Sektionen 36 37

klima:aktiv mobil

Mobilitätsmanagement für Freizeit und Tourismus

fach wie möglich zu gestalten. In unseren Köp- Bereich erfolgreiche Maßnahmen setzen, wird
Veronika Holzer, Lebensministerium
fen schwirren daher derzeit Ideen zu einem unsere Forderung nach einem bergsteiger-
Handy-basierten Tourenplanungstool. Wie das freundlichen Angebot bei den Betreibern öf-
Navi im Auto könnte ein GPS-Handy Wande- fentlicher Verkehrsmittel entsprechend Gehör
rer und Bergsteiger auf der Tour unterstützen. finden.
Über dieses „Bergsteiger-Navi für Beine, Bus
und Bahn“ könnten Wanderwege, Hütten, Hal-
testellen, Fahrpläne und allfällige Bus-Verspä-
Informationen zur Autorin
tungen ständig aktuell und flexibel abgerufen
werden. Der Vorteil wäre eine ständig aktuelle
Mag. Gudrun Wallentin,
Information, wie sie bei Druckwerken nie gebo- Ausgangslage ne „Umweltförderung im Inland – Betriebliche
seit zwei Jahren Natur-
ten werden kann. Verkehrsmaßnahmen“ sowie Bewusstseinsbil-
schutzreferentin der
Unsere Berge sind – sommers wie winters - ein dungskampagnen.
OeAV-Sektion Salzburg.
Der Knackpunkt all dieser Initiativen ist aller- sehr beliebtes Erholungsgebiet, gleichzeitig
Studium der Ökologie in
dings, ob sie bei den Adressaten auch ankom- aber ein ökologisch besonders schützens- Die bisherige Gesamtbilanz aller klima:aktiv
Innsbruck, von 1999 bis
men. Momentan kennen wir das Mobilitätsver- werter Bereich. Der steigende Straßenverkehr mobil Programme (Stand Juli 2009) kann sich
2005 Geschäftsführerin
halten unserer Mitglieder nicht und noch viel verursacht hier beträchtliche Belastungen sehen lassen:
im Hochgebirgs-Natur-
weniger können wir abschätzen, ob und in wel- durch Abgase, Lärm und Flächenverbrauch. 592 klima:aktiv mobil Projektpartner sparen
park Zillertaler Alpen,
chem Ausmaß unsere Angebote angenommen Dies hat gerade in Berggebieten negative Aus- bereits 301.293 Tonnen CO2  pro Jahr.  
von 2005 bis 2006 GIS-Msc.-Studium und For-
werden. Die Kenntnis darüber, warum ein Mit- wirkungen auf die Umwelt aber auch für die Le- Die Bilanz des klima:aktiv mobil - Beratungs-
schungsassistentin an der University of Edin-
glied bei einer Bergtour bewusst auf das Auto bens- und Urlaubsqualität für BewohnerInnen programms für Freizeit und Tourismus ist eben-
burgh, Schottland.
verzichtet, wäre jedoch eine Voraussetzung und BesucherInnen. falls schon beachtlich:
Seit 2007 an der Österreichischen Akademie der
für die Entwicklung treffsicherer Maßnahmen. Eine mobile Gesellschaft bedarf daher zu- 59 Projektpartner sparen bereits seit dem Start
Wissenschaften in Salzburg.
Weiters würde eine Erhebung des Status quo kunftsweisender und umweltverträglicher Mo- des Programms im Jahr 2006 jährlich rund
in Sachen Anreiseverhalten einen Referenz- bilitätskonzepte. Zahlreiche Projekte und Maß- 65.000 Tonnen CO2, davon rund 37.000 Tonnen
Begeisterte Bergsteigerin und engagierte Leite-
punkt schaffen, an dem der Erfolg unserer Be- nahmen in Österreich haben schon gezeigt, pro Jahr in Österreich.
rin des Naturschutzteams der Sektion Salzburg.
mühungen gemessen werden kann. Nur wenn dass dies möglich ist: Mobilitätsmanagement
wir nachweisen können, dass wir im eigenen im touristischen Bereich ist ein besonders viel-
versprechender Ansatz, um nachhaltiges Ver-
kehrsverhalten zu initiieren und umwelt- und
energiepolitische Zielsetzungen (Reduktion
der CO2-Emissionen, Luftreinhaltung, Lärm-
minderung, Energiesparen) zu erreichen.

Die OeAV-Sektion Salzburg von Ausrüstung, Karten, Alpinliteratur, Nutzung des Kontakt: Oesterreichicher Alpenverein, Sektion Salz-
Die Sektion Salzburg wurde im Jahr 1869 gegründet digitalen Kartenmaterials (Österreich, Schweiz) Verkauf burg, Nonntaler Hauptstraße 86, 5020 Salzburg. Tel.: Das Beratungsprogramm
und ist mit über 16.000 Mitgliedern eine der größten von Alpenvereinskarten, Internetrecherche, Beratung in +43/(0)662/82 26 92, service@alpenverein-salzburg.at klima:aktiv mobil
Sektionen im Oesterreichischen Alpenverein. alpinen Angelegenheiten, Ausbildungskurse und vieles
Die Sektion betreut in verschiedenen Arbeitsgebieten mehr. Im Rahmen dieses Programms bietet das Bun-
des Landes Salzburg (Untersberg, Osterhorngruppe, Die vierteljährlich erscheinende Mitgliederzeitschrift desministerium für Land- und Forstwirtschaft,
Tennengebirge, Hoher Göll/Hagengebirge, Venedi- „Salzburger Alpenvereinsnachrichten“ informiert über Umwelt und Wasserwirtschaft (Lebensmini-
gergruppe) etwa 450 km alpine Wege und besitzt vier ein umfangreiches Tourenprogramm für jeden Ge- sterium) kostenlose Beratung zum Mobilitäts-
bewirtschaftete Schutzhütten und mehrere Selbstver- schmack und jede Altersstufe und dokumentiert das management an. Ziel dieses Programms ist
sorgerhütten. aktuelle Vereinsgeschehen. es, eine Trendumkehr des Treibhausgas-Aus-
Neben der Stammsektion in der Stadt Salzburg gibt es Die Homepage www.alpenverein-salzburg.at liefert ak- stoßes im Verkehrsbereich durch Förderung
7 Ortsgruppen im Salzburger Zentralraum und im an- tuelle Tourentipps mit Bus und Bahn, Ankündigungen von klimafreundlicher und nachhaltiger Mo-
grenzenden Oberösterreich. und Berichte über die Aktivitäten des Alpenvereins in- bilität zu forcieren. Unterstützt werden diese
In der Geschäftsstelle können Alpenvereinsmitglieder nerhalb und außerhalb der Sektion. Blick auf die Salzburger Altstadt mit der Festung auf dem Mönchs- Aktivitäten durch das klima:aktiv mobil Förde-
ein umfangreiches Serviceangebot nutzen: Verleih berg. Foto: Bluhm Gerhard rungsprogramm sowie durch die Förderschie- Die Grafik gibt einen Überblick über das GEsamtangebot von klima:aktiv mobil. Quelle: komobile
Mobilitätsmanagement für Freizeit und Tourismus 38 39
Mobilitätsmanagement für Freizeit und Tourismus

klima:aktiv mobil Beratungspro- • Einsparungen durch geringeren Treibstoff- Beispiele • Verknüpfung touristischer Ziele des Murtals • Bereits derzeit wird im Rahmen des SAMO-
gramm für Freizeit und Tourimus verbrauch und effizientere Nutzung von mit einem eigenen, umweltfreundlichen Angebotes den Gästen für Ausflugsfahrten
Fahrzeugen Weltgymnaestrada Dornbirn 2007 JFGH-Reisebus ein Hybridfahrzeug zur Verfügung gestellt.
Das klima:aktiv mobil - Beratungsprogramm • zusätzliches Angebot für Radverkehr und Zur 13. Weltgymnaestrada im Juli 2007 in Dorn- • mit dem Bike durchs Murtal: Bike- und Da die Nachfrage nach dem SAMO-Ange-
für Freizeit und Tourismus bietet kostenfreie Öffentlichen Verkehr steigert die Attrak- birn wurden rund 22.000 Teilnehmer aus 56 Län- Mountainbike Supportcenter (Tourenan- bot immer größer wird, ist die Anschaffung
Beratung von der Projektidee zur Fördereinrei- tivität für Gäste und Besucherinnen und dern und über 85.000 Besucher registriert. gebote, Bikeguides, Radverleih, Reparatur- eines zweiten Hybrid-Autos notwendig.
chung und Umsetzung für Besucher, zusätzlich profitieren auch die Im Rahmen des klima:aktiv mobil Programms werkstätten etc.) • Um das Angebot an SAMO-Leihfahrzeugen
• Tourismusregionen (Gemeinden und Tou- Bediensteten und Einheimischen konnte ein vielfältiges Maßnahmenpaket im • gut zu Fuß durchs Murtal: Soft-Sports-Sup- vielseitig und aktuell zu halten, werden
rismusverbände) • Parkplätze für Kunden und Kundinnen kön- Bereich der Mobilität umgesetzt werden. Einen portcenter (Geführte Touren, Wandertipps zwei Selbstbalance-Roller für den Elektro-
• Ausflugsziele nen eingespart werden und die Flächen wichtigen Anteil nahm das Anreisemanagement. und Kartenmaterial, Wandern mit Bus und fahrzeuge-Fuhrpark angeschafft.
• Freizeit- und Tourismusbetriebe stehen anderen Nutzungen zur Verfügung, Die Teilnehmer- und Besucherkarte galt gleich- Bahn etc.) • Das sanft-mobile Mobilitätsangebot hat Mit dem Rad durch das Murtal. Ein attraktives Angebot der
• Veranstaltungen • stressfreie und sichere Anreise zum Urlaub- zeitig als Fahrschein für das gesamte öffentliche • begleitendes Marketing, Werbung, Motiva- aufgrund der stark steigenden Nachfrage Jugend- und Familiengästehäuser Steiermark. Foto: www.jfgh.at
sort oder Ausflugsziel Verkehrsnetz des Verkehrsverbundes Vorarlberg. tion: spezielle „All-Inclusive-Packages“, Auf- in den letzten Jahren stark zugenommen.
Mobilitätsmanagement für Freizeit und Tou- • Imagegewinn und touristische Positio- Weiters wurden der Takt stark verdichtet, die nahme des Themas in JFGH – Publikationen, Es umfasst sämtliche Shuttledienste, den
rismus bietet die Möglichkeit, eine umwelt- nierung durch umweltbewusstes und zu- Betriebszeiten ausgedehnt und Doppelstock- Infocorner zum ÖV in allen Gästehäusern, E- und Hybrid-Fahrzeuge-Fuhrpark, Rad-
freundlichere Mobilität bei der An- und Abreise kunftsorientiertes Agieren garnituren eingesetzt. Darüber hinaus fanden Events und Wettbewerbe zum Thema, Ein- und Sportgeräteverleih und Radtaxi sowie
zu forcieren, öffentliche Verkehrsangebote zu • mögliche Inanspruchnahme einer finanzi- Umbauten am Dornbirner Bahnhof sowie an führung einer „Ich reise sanft” – Rabattkarte, Schibus und Ausflugsfahrtenangebot. Um
etablieren, Radverkehr und Zufußgehen zu för- ellen Unterstützung durch das Lebensmi- weiteren Haltestellen statt. Mobilitätspläne für Mitarbeiterschulungen. trotz der starken Nachfrage die erforder-
dern, spezielle touristische Pakete zu schnüren nisterium. jede Unterkunft wurden erstellt, eine mehrspra- liche Qualität in der Organisation des Mo-
und auch Potenziale zum Spritsparen zu nut- chige Mobilitätsplattform als Informationsstelle Das Projekt bringt eine CO2-Einsparung von bilitätsangebotes bieten zu können, plant
zen. Dies zahlt sich in mehrfacher Hin­sicht aus: Die Grafik zeigt einen Überblick über die am wurde installiert und mit mobilen Endgeräten 194,8 Tonnen pro Jahr. die Gemeinde die Einstellung eines/r Mo-
• Einsparungen durch Umstellung des Fuhr- klima:aktiv mobil - Beratungsprogramm für ergänzt. Gut beschilderte Fuß- und Radwege, bilitätsbeauftragten, der/die Aufgabe hat,
parks auf emissions- und treibstoffspa- Freizeit und Tourismus teilnehmenden Projekt- Fahrradservicestationen, Fahrradabstellplätze Ausbau des sanft - mobilen Angebotes in die sanfte Mobilität in Werfenweng zu or-
rende Technologien partner. und eigene „HPV-Wege“ (HPV=Human Powered der Modellgemeinde Werfenweng ganisieren, zu managen und ihre Qualität
Vehicles wie z.B. Inlineskates, Scooters) attrak- In Werfenweng, der Modellgemeinde des Pro- sicherzustellen. Bei der Weltgymnaestrada in Dornbirn wurd ein berites Maß-
tivierten und verbesserten das Angebot. Ver- jektes „Sanfte Mobilität – Autofreier Tourismus“, • Der Mitarbeiterstand bei den Mietwagen- nahmenpaket umgesetzt. Foto: Weltgymnaestrada 2007
schiedenste Ausflugsfahrten mit öffentlichen wurden in den letzten Jahren viele Maßnah- lenkern wird um einen Mitarbeiter/eine
Verkehrsmitteln wurden angeboten. men für einen „Urlaub vom Auto“ umgesetzt. Mitarbeiterin aufgestockt, was ebenfalls
Die Weltgymnaestrada 2007 gilt als gelungenes Werfenweng ist ebenfalls Gründungsmitglied durch die starke Zunahme der Nachfrage
Gesamtbeispiel für die Durchführung einer des Vereins „Alpine Pearls“. nach SAMO-Leistungen erforderlich ge-
Großveranstaltung als „greening event“, einer Der Schwerpunkt liegt in erster Linie in der um- worden ist.
Initiative des Lebensministeriums. weltfreundlichen Bahnanreise, die auch weiter-
hin im Mittelpunkt der Anstrengungen steht. Das Projekt bringt eine CO2-Einsparung von
Das Projekt brachte eine CO2-Einsparung von In zweiter Linie werden die mit dem eigenen 193,5 Tonnen pro Jahr, davon 88,6 Tonnen pro
809,6 Tonnen pro Jahr, davon 596,1 Tonnen pro Auto anreisenden Gäste eingeladen, den Auto- Jahr in Österreich.
Jahr in Österreich. schlüssel für die Dauer des Urlaubs abzugeben
und das SAMO (=sanft mobile)-Angebot zu
Sanft - mobile Angebote in den Jugend- & Fa- nutzen. Das klima:aktiv mobil
miliengästehäusern Steiermark Folgende Projekte werden nun im Rahmen von Förderprogramm
Die Jugend- und Familiengästehäuser (JFGH) klima:aktiv mobil umgesetzt um den bereits
Steiermark GmbH wollen in einer ersten Phase vor 12 Jahren eingeschlagenen Weg weiter zu Begleitend zu den Beratungsprogrammen und
vier Gästehäuser im Murtal (Murau, Judenburg, gehen und neue Schritte in Richtung Autofrei- ergänzend zur Förderschiene „Betriebliche Ver-
Oberwölz und Seckau) mit den Möglichkeiten heit zu setzen: kehrsmaßnahmen“ im Rahmen der Umweltför-
der sanften Mobilität erschließen und vernet- • Ein bestehendes als Shuttle-Fahrzeug (Wer- derung im Inland hat das Lebensministerium
zen, um so insgesamt in dieser Tourismusregion fenweng-Shuttle und Elois) eingesetztes das klima:aktiv mobil Förderungsprogramm
den Gästen attraktive Angebote offerieren zu Diesel-Fahrzeug wird durch ein Erdgas- gestartet.
können: Fahrzeug ersetzt. Damit kann der Shuttle-
Zahlreiche Projekte aus ganz Österreich profitieren vom klima:aktiv mobil-Beratungsprogramm. • sanfte An- und Abreisemöglichkeiten: Koo- Betrieb umweltfreundlicher abgewickelt Der Förderungssatz beträgt bei Gemeinden Bei solch einem vielseitigen Angebot wie in Werfenweng kommt
Quelle: komobile peration mit Bus & Bahn werden. und anderen öffentlichen Gebietskörper- auch der Spaß nicht zu kurz. Foto: TVB Werfenweng
Mobilitätsmanagement für Freizeit und Tourismus 40 41

Zusammenfassung der Diskussionsrunden

Regina Stampfl, Projektteam Bergsteigerdörfer

schaften bis zu 50% der förderungsfähigen zu 10 E-Fahrrädern pauschal mit EUR 400,- bei
Kosten, bei Betrieben zwischen 7,5% und 30%. nachgewiesenem Ökostrom bzw. EUR 200,- Informationen zur Autorin
Diese können sich in Abhängigkeit des För- Euro bei normalem Strom gefördert.
derungsgegenstandes aus Investitionen, Be- Veronika Holzer arbeitet
triebskosten der ersten 3 Jahre und Kosten von Förderpauschale für alternative Fuhrparks im Bundesministerium für
extern erbrachten immateriellen Leistungen Neue attraktive Förderpauschalen für alterna- Land- und Forstwirtschaft, Diskussionsrunde Vormittag die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, weil
zusammensetzen. tive Fuhrparks werden in Abhängigkeit unter- Umwelt und Wasserwirt- einfach nicht viele Leute da seien, aber die Ver-
In Abhängigkeit von der durch die geplanten schiedlicher Mehrkosten für die verschiedenen schaft in der Abteilung Gerhard Sailer ist beim BMVIT für die Förder­ sorgung müsse auch für entlegene und dünn
Maßnahmen erzielten CO2-Einsparung sind Antriebstechnologien und Kraftstoffe gewährt. Verkehr, Mobilität, Sied- möglichkeiten von Landbussen zuständig. besiedelte Gebiete gegeben sein. Ökonomisch
die förderungsfähigen Kosten begrenzt. Zu- Die Förderpauschale ist für Flottenumstel- lungswesen und Lärm. Er sehe sich als Verkehrsreferent des VAVÖ wichtig sei, nicht an einem einzigen Verkehrs-
sätzliche Einsparungen bei Feinstaub- oder lungen bis zu 10 Fahrzeugen vorgesehen. De- Koordinatorin des Pro- oft mit dem Problem konfrontiert, dass Sekti- mittel festzuhalten.
Stickoxid­emissionen können eine Erhöhung tails der Förderung können von der Kommu- gramms „Mobilitätsma- onen fordernd an ihn herantreten. Da jedoch Die Zusammenarbeit mit der ÖBB in puncto
dieses Kostendeckels bewirken. nalkredit Public Consulting GmbH und deren nagement für Freizeit und Tourismus“. die Fahrpläne vom Land bestellt und von den Schienenersatzverkehr funktioniere in Lunz
Die klima:aktiv mobil Förderschiene für Freizeit Homepage entnommen werden. Unternehmen gemacht würden, hätte man grundsätzlich nicht so schlecht.
und Tourismus richtet sich an sämtliche natür- als Sektion alleine keine Möglichkeit, etwas zu
liche und juristische Personen zur Ausübung bewirken. Nur Gebietskörperschaften könnten Ernst Lung, BMVIT, will keine Grundsatzdis-
gewerbsmäßiger Tätigkeit z.B. an Kommunen, Roadmap zur Förderung einen Förderantrag einreichen. kussion bezüglich Bus oder Bahn führen, man
Verkehrsverbünde, Tourismusverbände und Sailers Standpunkt zu den Einstellplänen solle jedoch immer im Sinne der Fahrgäste das
-organis­ationen, Tourismus-, Freizeit- und Be- • Nehmen Sie Kontakt mit den Beratern des der ÖBB ist pragmatisch: es sei sinnlos, die in sinnvollste Verkehrsmittel einsetzen.
herbergungsbetriebe, Freizeit-, Natur- und klima:aktiv mobil Programms „Mobilitäts­ manchen Regionen unrentablen Bahnlinien Die ÖBB mache aber vor allem im touristischen
Umweltorganisationen, Großveranstalter und management für Freizeit und Tourismus“ aufrechtzuerhalten, wenn es dafür einen gut Verkehr viele Fehler. Es gäbe gute Ansätze, wie Gerhard Sailer, links, BMVIT,
Vereine, die CO2-relevante Maßnahmen für ein auf und verein­baren Sie die weitere Vor- funktionierenden Busverkehr gebe. Die guten den Erlebniszug im Ennstal, der meistens auch Franz Kneißl, Bürgermeister von Steinbach am Attersee.
umweltfreundliches Mobilitätsverhalten inner- gangsweise. Emissionswerte der Bahn seien nur dann gege- einen Speisewagen führe, mit guten touri-
halb ihres Verantwortungsbereiches ergreifen. • Finden Sie gemeinsam mit den Beratern kli- ben, wenn der Zug auch voll sei. Ein Zug mit stischen Angebotspaketen. Dieser Zug sei nun
mafreundliche Mobilitätsmaßnahmen und zwei Fahrgästen sei ökologisch sinnlos. Der Bus vor zwei Jahren wieder zum normalen Regional­
Sonderförderaktion „Elektrofahrräder“ entwickeln Sie Ideen zur CO2-Reduktion. sei auch energieeffizient und für wenige Fahr- express geworden ohne die touristischen An-
Als Anreiz für den Einsatz von Elektro-Fahrrä- • Reichen Sie Ihr Förderansuchen bei der gäste energiesparender als ein tonnenschwerer gebotspakete und seither sei die Nutzung stark
dern bietet das Lebensministerium im Rahmen Kommunalkredit Public Consulting GmbH Zug. Gerhard Sailer bestätigt, dass nur ein Bus zurückgegangen.
des klima:aktiv mobil Förderprogramms die ein. Die Berater des Programms „Mobilitäts- mit gutem Fahrplan Sinn macht. Ansonsten Auch im Selzthal stelle ein kleines Museum
Sonderförderaktion „Förderung-Elektro-Fahr- management für Freizeit und Tourismus“ solle bei den zuständigen Unternehmen und kombiniert mit Nostalgiezügen eine Attraktion
räder“ an. Hier wird die Anschaffung von bis helfen Ihnen dabei! beim Land interveniert werden. für den Tourismus dar. Doch diese Aktivitäten
würden von der ÖBB nicht gefördert. Dabei
Martin Ploderer, Bürgermeister der Gemein- könne man Nostalgiezüge mit Anschluss an
de Lunz am See, kennt das Problem der Neben- den regulären Fahrplanverkehr führen.
bahnen, da die Ybbstalbahn in seiner Gemein- Weitere Beispiele, die zeigen würden wie man Bürgermeister Klaus Unterweger, rechts, und Kaspar Unterber-
de auch von der Schließung bedroht sei. Es auch mit Nebenbahnen erfolgreich sein könne, ger vom Tourismusverband Kals am Großglockner.
Wichtige Kontakte: Das Beratungsprogramm „Mobilitätsmanage- Das Förderprogramm wird abgewickelt von: hätte zwar bereits Treffen mit dem zuständigen sind die Pinzgaubahn seit der Übernahme der
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, ment für Freizeit und Tourismus“ wird im Auftrag Kommunalkredit Public Consulting GmbH Ministerium gegeben, doch eine Entscheidung Salzburger Lokalbahn und die Zillertalbahn.
Umwelt und Wasserwirtschaft, Abt. Verkehr, Mobi- des Bundesministerium für Land- und Forstwirt- DI Wolfgang Löffler für die Bahn konnte noch nicht erreicht wer-
lität, Siedlungswesen und Lärm: schaft, Umwelt und Wasserwirtschaft betreut Tel.: +43 (0)1 / 31631–220 den. Die ÖBB scheine generell wenig Freude Leonhard Höfler, OÖ Landesregierung, be-
Gesamtkoordination von klima:aktiv mobil: von: Email: w.loeffler@kommunalkredit.at mit den wenig ertragreichen Nebenbahnen zu tont, dass die Debatte um die Auflassung von
DI Robert Thaler, DI Iris Ehrnleitner komobile – Naturfreunde International – stadt- haben. Manchmal erscheine es so, als würden Regionalbahnen nicht neu ist. Die Frage sei nur,
Koordination des Programms „Mobilitätsmanage- land – mobilito - Klimabündnis: Nebenbahnen absichtlich herabgewirtschaf- ob man sich das Netz einer Regionalbahn lei-
ment für Freizeit und Tourismus“: DI Dr. Romain Molitor, DI Waltraud Wagner tet, um die Auflassung zu rechtfertigen. sten könne. Man könne den Schienenverkehr
Dr. Veronika Holzer komobile Wien Für den Bürgermeister ist es besonders wich- zwar noch kosteneffizienter gestalten, aber
Tel.: +43 (0)1 / 51522-1210 Tel.: +43 (0)1 / 89 00 681 tig, dass auch in entlegenen Gemeinden mit trotzdem bliebe der Schienenverkehr relativ
Email: veronika.holzer@lebensministerium.at Email: freizeit.mobil@komobile.at geringer Bevölkerung, zu denen viele Berg- teuer. Die Kosten eines Zug-Kilometers lägen
www.klimaaktivmobil.at. steigerdörfer zählen, eine Grundversorgung bei EUR 8 bis 12,-, ein Bus-Kilometer koste hin-
gewährleistet wird. Es würden nie viele Leute gegen nur EUR 2 bis 3,-. Martin Ploderer, Bürgermeister von Lunz am See.
Zusammenfassung der Diskussionsrunden 42 43
Zusammenfassung der Diskussionsrunden

Selbstverständlich hätte jede Region Anspruch ert ist, obwohl es das ineffizienteste und Co2- In der Sektion Berlin seien ganz neue Ansätze los, wenn man mit einer gewissen Zähigkeit der öffentlichen Verkehrsmittel dürften nicht
auf eine adäquate Erschließung mit öffent- belastenste Verkehrsmittel ist. Die Kostenwahr- bei der Tourenplanung aufgetreten: Gegenden, und Hilfestellung von Fachleuten die Ideen ver- an den Maßstäben von vorgestern gemessen
lichen Verkehrsmitteln, egal ob dicht oder heit bei einem Flug um EUR 29,- von Hamburg die früher niemanden interessiert haben, wür- folge. Als Maßnahme für die Bergsteiger­dörfer werden, sondern mit den Annehmlichkeiten
dünn besiedelt, aber die Erschließung müsse nach Salzburg sei unrealistisch, wenn selbst den nun aufgrund der Billigflieger zu beliebten wäre ein Kombiticket wünschenswert. der heute bevorzugten Verkehrsmittel.
kosteneffizient erfolgen. Die vernünftigste He- das Taxi mehr koste. Dieses Problem solle auf Tourenzielen. Dies seien Fakten, die man zur Höfler zeigt sich von der breiten Bekenntnis
rangehensweise wäre zu überlegen, wie man internationaler Ebene angegangen werden. Kenntnis nehmen müsse. Roland Kals unterstreicht die unterschied- zum Öffentlichen Verkehr begeistert, betont je-
mit dem vorhandenen Budget das beste An- Aber die Entscheidung für das Auto werde oft lichen Rahmenbedingungen in den Bergstei- doch, dass der verwöhnte Verkehrsteilnehmer
gebot erreichen könne. Zu oft hänge man an Roland Kals sieht für interessante Pakete und nicht bewusst gefällt und man solle vor allem gerdörfern und den Umstand, dass es wahr- ein einheitliches und einfaches Angebot will.
Nostal­gievorstellungen, deshalb sei es beson- Kombinationen eine gute Chance der Förde- bei der Sektionsarbeit die Leute nicht unnötig scheinlich keine Einheitslösungen geben wird. Daher gelte es, steigende Anforderungen der
ders wichtig, völlig emotionsfrei und rational rung, da die Fördertöpfe noch nicht ausge- angreifen. Für viele sei das Auto eine Ideologie, Benutzer und das Marktmodell zu vereinbaren.
zu überlegen, wie man mit den bestehenden schöpft seien. für ältere Leute verlängertes Wohnzimmer, für Leonhard Höfler, OÖ Landesregierung, erläu-
Mitteln Bestmögliches leisten könne. Eventuell jüngere Ausrüstungskammer und vor allem tert die Zukunftsperspektiven im Öffentlichen Roland Kals stimmt den Ausführungen zu,
seien neue Konzepte sogar besser als das bis- Gerhard Sailer zeigt sich beeindruckt von der sei es oft Gewohnheit. Von den Gewohnheiten Verkehr. Die bisherige Entwicklung würde betont aber, dass hier eine Übergangszeit not-
herige System (Bus statt Nebenbahn). guten Arbeit der Sektion Salzburg und betont, ausschließlich das Auto für die Anreise in die durch verschiedene Phasen gekennzeichnet: wendig sein wird.
wie wichtig die Sektionsarbeit im Bereich Öf- Berge zu benutzen, würden wir nur weg kom- Die erste Phase, in der noch Wenige einen eige-
Ewald Galle, Lebensministerium, argumen- fentlicher Verkehr sei. Vor allem mit entspre- men, wenn man Alternativen bieten würde. nen Pkw zur Verfügung gehabt hätten und auf Veronika Holzer, Lebensministerium,betont
tiert, dass die Alpenkonvention den internati- chenden Tourenausschreibungen könne viel Man dürfe nicht immer nur an das Schuldbe- den Öffentlichen Verkehr angewiesen gewe- je mehr es Richtung Marktorientierung gehe,
onalen Rahmen bietet und die Verpflichtung bewirkt werden. Selbstverständlich sei dies für wusstsein plädieren, sondern man müsse auch sen wären, gelte als die goldene Zeit der Ver- desto mehr müssten Verkehrsunternehmen
der Alpenstaaten zusammenzuarbeiten. Diese Großstadtsektionen einfacher. Bei Sektionen Möglichkeiten anbieten. Vielleicht wird es der kehrsunternehmen. In der zweiten Phase, der auf Kunden eingehen. Der Freizeitverkehr stel-
Verpflichtung zur Zusammenarbeit sei ein we- am Land werde bei Vereinstouren fast nur in Sektion Berlin in Zusammenarbeit mit Vent und Sozialphase, hätte vor allem für jene, die keinen le eine große Herausforderung dar, da es hier
Gudrun Steger, Buchautorin Alpingeschichte Ginzling. sentlicher Mehrwert. Fahrgemeinschaften gefahren. Ginzling gelingen, Konzepte zu entwickeln. Pkw hatten oder haben wollten die Versorgung mehr Flexibilität brauche, Bedienungen zu Ta-
Das Verkehrsprotokoll stelle einen Rahmenver- Außerdem sei die Bewusstseinsbildung schwie- durch den Öffentlichen Verkehr gewährleistet gesrandzeiten und eventuell auch ein Bedarfs-
trag dar, weshalb die Tiefenwirkung hier eher rig. Gerade bei Sitzungen und Tagungen von Roland Kals erkundigt sich bei Frau Holzer, ob werden sollen. Als dritte Phase wäre die Öko- verkehr erforderlich sein werden.
gering sei. Auch die übrigen Bestimmungen Ausschüssen werde der Nutzung des Öffent- eine solche Kooperation zwischen einer Ge- Phase gefolgt. Die jetzt aktuelle Phase sei die
seien allgemein gehalten, aber diese Bestim- lichen Verkehrs zugestimmt, doch die Realität meinde und einer Sektion förderbar wäre. Marktphase, in der sich der Öffentliche Verkehr Gudrun Steger, Ginzling, findet, dass das Ein-
mungen würden sehr wohl als Argumentati- sei eine andere. Hier würde man vermehrt auf auf dem Markt bewähren müsse! holen von Informationen und Organisieren für
onshilfe bei Interessenschwerpunkten dienen versteckte Widerstände stößen. Veronika Holzer vom Lebensministerium Der Öffentliche Verkehr werde in Zukunft nur die Anreise und das Umsteigen für einen Berg-
können. bestätigt die Fördermöglichkeit eines Projektes existieren können, wenn er sich auf dem Markt steiger kein Problem sein sollte, da er ja auch
Zum Beispiel bestehe die Verpflichtung der Gudrun Steger, Ginzling, bestätigt, dass es für zwischen Gebietskörperschaften und NGOs, bewähren kann. Das würde nicht bedeuten, die Tour plane. Warum funktioniere das bei der
Anrainerstaaten zum Ausbau der Öffentichen Sektionen im ländlichen Raum etwas schwie- förderbar wäre allerdings nur der Teil, der für dass die momentanen Kostendeckungsgrade Anreise nicht. Die meisten Leute fänden sich ja
Verkehre. riger sei. Doch es gäbe auch begrüßenswerte Österreich anfalle. von 20-50% von den Fahrgästen nach oben ge- auch am Flughafen zurecht! Bei der Anreise mit
Initiativen wie die Bergsteigerdörfer, die eine hoben werden müssen, aber die Verkehrsun- dem Öffentlichen Verkehr sei man zu bequem!
Peter Haßlacher bestätigt, dass es in diesem gute Plattform darstellen würden, um für den Peter Haßlacher weist darauf hin, dass der Al- ternehmen würden Einnahmen erzielen müs-
Rahmen schwierig ist, die Alpenkonvention ländlichen Raum adäquate Konzepte zu entwi- penverein mit seinen 350.000 Mitgliedern Ab- sen. Es müsse ein Besteller da sein, dies seien Leonhard Höfler, OÖ Landesregierung,
Veronika Holzer, Lebensministerium und Benedikt Sauer, Autor auf die rechtliche Ebene herunter zu brechen. ckeln. bild der österreichischen Gesellschaft sei und traditionell die Länder, auch Gemeinden, es merkt an, dass es bei Flügen oft keine Alter-
Alpingeschichte Villgratental. Für mehr Informationen zur rechtlichen Um- deshalb verschiedenste Charaktere und Wert- könnten aber auch private Dritte sein (NGOs). native gäbe. Sobald bequemere Alternativen
setzung fände im Oktober eine Konferenz in Bernd Schröder, DAV-Sektion Berlin, ist vorstellungen vertreten seien. Darin sieht Höfler die Herausforderung für die vorhanden seien, werden diese genutzt. Das
Salzburg statt. Die Bergsteigerdörfer hingegen überzeugt, dass sich hier etwas bewege. Er sei Generell habe der Alpenverein viel erreicht und Zukunft. Eine Förderung der Projekte sei wich- heiße, der Öffentliche Verkehr müsse sich in der
seien ein Projekt der anderen Ebene, der Pro- selbst mit dem Zug angereist, doch der Um- bewirkt, wenn er sich was in den Kopf gesetzt tig, aber nur als Anschub. Auf Dauer müsse ein Konkurrenz bewähren.
jektebene. Es sei schwierig von der Rechtsebe- stand, dass eine Online-Buchung für ein Ticket hat. Projekt Flügel bekommen.
ne wegzukommen, um zu sehen, dass es eine Berlin-Grünau nicht möglich sei, sei indisku- Durch die Initiative des Lebensministeriums Der Öffentlicher Verkehr müsse sich von der Bei der Nutzung des Öffentlichen Verkehrs
Balance zwischen den Projekten und der recht- tabel. Seit zehn Jahren bestehe zwischen der wäre die Möglichkeit der Beratung entstanden, Vergangenheit abkoppeln, als Verkehrsunter- müsse man sich organisieren. Bergsteiger seien
lichen Ebene brauche. ÖBB, der Deutschen Bahn und der Schweiz eine die nun von den Sektionen aktiv angenommen nehmen Leistungen ohne Rücksicht auf die es gewohnt, Tourenplanungen durchzuführen.
Bezüglich des „Alpenperlentickets“ stelle sich Arbeitsgemeinschaft, die es aber nicht zustan- werde. In der nächsten Zeit fänden Workshops Kostendeckungsgrade angeboten zu habe. Es Diese Tourenplanung solle laut Roland Kals
die Frage, ob es Möglichkeiten gäbe, dieses Ti- de gebracht hätte, durchgehende Fahrkarten für die Sektionen statt, in denen diese auf die gäbe Querfinanzierungen vom Güter- zum Per- auch die Anreise einschließen. Dieser Prozess
cket auf die Bergsteigerdörfer zu übertragen. für grenzüberschreitende Bahnverbindungen Möglichkeiten der Zusammenarbeit und För- sonenverkehr, niemand wüsste mehr, wer was vollziehe sich jedoch nicht über Nacht. Eine
anzubieten. Ein weiterer wichtiger Punkt wäre derung hingewiesen werden. Besonders gute bezahle. Auch im Verkehr der Zukunft werde es Hoffnung wäre, dass der Öffentlicher Verkehr
Für Thomas Wirnsperger, TVB Großarl, ist es der Gepäcktransport, vor allem bei Familien Beispiele würden immer wieder in den AV-Me- so sein, dass es kein Mittagessen gibt, ohne dass vielleicht einmal „schick“ werde, so wie pilgern.
Werner Stiller, TVB Krakautal. unverständlich, dass Flugbenzin nicht besteu- mit mehr Gepäck. dien vorgestellt werden. Es sei nicht hoffnungs- jemand bezahle. Die zukünftigen Leistungen
Zusammenfassung der Diskussionsrunden 44 45

Ein ereignisreiches Jahr

Die Aktivitäten im Zeitraum November 08 bis September 09

Christina Schwann bricht das Thema noch Das Problem in der Praxis sei, dass solche musste. Aus diesem Grund hätte sich die Ge-
Christina Schwann - Fachabteilung Raumplanung-Naturschutz des OeAV
einmal auf die Ebene der Bergsteigerdörfer he- Spezial­angebote zu wenig beworben würden. meinde dazu entschieden, die Bahn zu schlie-
runter: Diese seien sehr unterschiedlich in ihren Der Begriff „Marktwirtschaft“ dürfe aber im ßen. Daraufhin wäre sofort ein Förderverein
Ausgangslage. Das Referat von Thomas Wirn- Bezug zum ÖV nicht überstrapaziert werden, gegründet worden, der hinter der Seilbahn
sperger hätte gezeigt, was ein einzelnes Tal mit da die Versorgung mit ÖV auch eine Daseins- stehe, woraus sich für die Gemeinde eine deut-
seiner spezifischen Ausgangslage und seinem grundfunktion darstelle. Streng marktwirt- liche Entlastung ergäbe.
budgetären Rahmen realisieren könne. Jede schaftlich gesehen, rentiere sich auch jede
Gemeinde, jedes Tal müsse selbst überlegen,­ weniger frequentierte Landesstraße nicht. Martin Ploderer, Bürgermeister Lunz am
was unter den speziellen Gegebenheiten mög- Natürlich müsse versucht werden, kosteneffi- See, bestätigt die Wichtigkeit des wirtschaft-
lich sei. Es seien auch schon gute Ideen und zient und kundengerecht zu arbeiten, aber ein lichen Aspektes, aber gerade Bergsteigerdörfer
Ansätze vorhanden. Der Austausch sei ganz gewisses Element sei eben auch die Sicherung könnten sich nicht nur dem Diktat der Markt- Kriterien für Bergsteigerdörfer Eingabe der Daten in die Webseite erklärt hat.
wichtig, um aus den Erfahrungen zu lernen. der Mobilität. Wenn man schon betriebswirt- wirtschaft beugen, sonst blieben diese peri- Eben aus diesem Grund – weil das so genannte
In den Einzelbroschüren sei nicht nur die An- schaftlich denke, dann dürfe man aber andere pheren Regionen außen vor. Marktwirtschaft- Seit der letzten Jahrestagung im November „Interface“ der Webseite logisch und reibungs-
reise, sondern auch die Mobilität vor Ort aufge- Verkehrsmittel nicht außer Acht lassen. Der Hin- lich würde sich die Aufrechterhaltung des 2008 im Bergsteigerdorf Mallnitz hat sich ei- los läuft – konnten Regina und ich die Daten zu
führt. Wichtig sei die Info an den Mann zu brin- weis auf den Flugverkehr sei hier ganz wichtig. Öffentlichen Verkehrs in entlegenen Regionen niges getan. Während wir bis dahin mit viel Vor- den einzelnen Bergsteigerdörfern rasch einge-
gen: die Fahrpläne müssten ausgehängt und Hier stehe Österreich einer Kerosinsteuer nicht niemals rechnen. bereitungsarbeiten, wie der Entwicklung des ben.
bei der Anfrage mit gesendet werden. Diese abgeneigt gegenüber. Logos, des grafischen Erscheinungsbildes von Seitdem nutzen wir die Webseite nicht nur für
Art von Serviceleistungen sei von besonderer Zu den Kosten zeige das Beispiel der Vinsch- Von Veronika Holzer, Lebensministerium, Webseite und Broschüren und der Diskussion allgemeine Informationen, sondern auch für
Bedeutung. gaubahn, dass regionale Bahnen oft kosten- kommt das Angebot einer Beratung für die über die konkreten Kriterien für die Bergstei- die Ankündigung von Veranstaltungen in den
günstiger arbeiten als Staatsbahnen. Bei der Bergsteigerdorf-Angebotsgruppe. Hier seien gerdörfer beschäftigt waren, konnten wir jetzt Bergsteigerdörfern. Im Zeitraum Februar bis
Besonders stolz ist Ernst Lung, BMVIT, auf das Kostenwahrheit müsse man überdies noch zwei verschiedene Aspekte zu beachten: Zum voll und ganz durchstarten. September 2009 waren beinahe alle Bergstei-
„Alpenperlenticket“ und betont noch einmal, berücksichtigen, dass Busse keine leistungsab- einen könne man als Angebotsgruppe Anlie- Nach einer intensiven Diskussionssitzung im gerdörfer mehrmals auf der Webseite vertre-
dass alle Institutionen, die nachhaltige Mo- hängige Maut für die Benützung von Bundes- gen zum Beispiel gegenüber der ÖBB leichter Jänner 2009 in Salzburg mit einigen Vertretern ten.
bilität fördern würden - dazu zähle auch der und Landesstraßen zahlen, die Bahn jedoch durchsetzen. Diese ������������������������
Beratungstätigkeit �����
wäre aus den Bergsteigerdörfern, konnten die Krite- Alle Bergsteigerdörfer sind weiterhin herzlich
Alpenverein - günstige Angebote für den Öf- sehr wohl pro Schienenkilometer ein Infra- der eine Aspekt. Der zweite Aspekt wäre vor rien der Bergsteigerdörfer fixiert werden. Die eingeladen, uns relevante Veranstaltungstipps
fentlichen Verkehr bekommen sollten. Diese struktur-Benutzungs-Entgelt entrichten muss. allem auf die Unterschiedlichkeit der Gemein- Ausschluss-, Pflicht- und Zielkriterien wurden mitzuteilen, damit wir sie auf die Startseite der
Organisationen würden dem Öffentlichen Ver- den im Detail einzugehen. Die Erfahrung hätte in allen Bergsteigerdörfern im Gemeinderat Webseite stellen können.
kehr zusätzliche Kunden bringen und es lasse Franz-Ferdinand Türtscher, Bürgermeister gezeigt, dass durch eine gute Beratungstätig- besprochen und angenommen. Zur Zeit fehlen
sich auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht ar- Sonntag, bestätigt, dass es auch im Großen keit viele Ideen umgesetzt werden könnten. nur noch die Bestätigungen von drei Gemein-
gumentieren. Die Auslastung zu sonst weniger Walsertal Sorgen mit der ÖBB gäbe. Gute Bei- „Gemeinsam ist man stärker.“ Das gelte auch – den, die aber sicher auch bald beim OeAV ein-
frequentierten Fahrzeiten könne erhöht wer- spiele wären die Vinschgaubahn und auch die oder vor allem - wenn es politisch etwas durch- treffen werden.
den. Bei guten Konzepten, wie sie beispielswei- Montafoner Bahn in Vorarlberg. zusetzen gilt. Bereits im Tagungsband zur Sitzung in Mallnitz,
se die Sektion Salzburg erarbeitet hätte, sieht er In der Gemeinde Sonntag gäbe es eine kleine Frau Holzer ist gerne bereit, die Bergsteigerd- wurden die Kriterien in Deutsch und Englisch
gute Chancen auf Vergünstigungen und erklärt Seilbahn, der es wirtschaftlich sehr schlecht örfer mit Beratung und Förderprogrammen zu aufgelistet. Im Weiteren sind sie für jedermann
sich bereit, die nötigen Kontakte herzustellen. gehe und die Gemeinde immer dazu zahlen unterstützen. auf der Webseite unter der Rubrik „Qualität“
einsehbar.
Ein großes Dankeschön an alle Gemeinden, die
sich mit dem Gemeinderatsbeschluss hinter
das Projekt „Bergsteigerdörfer“ stellen.

Webseite

Bereits im Februar 2009 – gut einen Monat


früher als geplant – konnte die neue Websei-
te www.bergsteigerdoerfer.at online gehen.
Ein Dank an unseren Programmierer Bernd
Ferdinand Trautwein, Autor Alpingeschichte und Christoph Schlackl, der Regina Stampfl und mir in nur
Christian Unterguggenberger, TVB Lesachtal. Hüthmayr , Amtsleiter aus Grünau im Almtal. Christina Schwann, Projektteam Bergsteigerdörfer/OeAV. einer Stunde alle wesentlichen Funktionen zur
Grafik: Webseitenstatistik
Ein ereignisreiches Jahr 46 47
Ein ereignisreiches Jahr

Unser Programmierer betreute die Webseite kann pro Gemeinde eine Auflage von 7.000 Folgende Artikel waren bis jetzt in den Zeit- schutz. Das diesjährige OeAV-Naturschutzwar-
auch nach der Online-Schaltung weiter, was Stück finanziert werden. schriften vertreten: tetreffen fand Mitte Juli in Lunz am See statt.
sehr wichtig ist, da die Seiten auf häufig ge- Die erste fertig gestellte Broschüre war „Johns- Ausgabe Nr. 2/09: Diese Gelegenheit wurde für eine außerge-
fragte Suchbegriffe abgestimmt werden müs- bach im Gesäuse“ (Auflage 7.000 Stück) im Juni „Bergsteigerdörfer reloaded“, Roland Kals wöhnliche Pressekonferenz genutzt: Landesrat
sen, so dass alle gängigen Suchmaschinen un- 2009. Ein großes Dankeschön gilt Bürgermei- Vorwort: „Bergsteigerdörfer, Berg- und Weit- Stephan Pernkopf, Marco Onida (Generalse-
sere Webseite ausfindig machen können. ster Ludwig Wolf von Johnsbach, der sich nicht wandern“, Fritz Käfer kretär der Alpenkonvention), Gerhard Heiling-
Außerdem können wir täglich nachsehen, wie scheute, diese Vorreiterrolle einzunehmen. „Johnsbach im Gesäuse – ein Bergsteigerdorf brunner (Präsident des Umweltdachverbandes)
viele Leute sich unsere Webseite ansehen. Im Weiteren folgten die Broschüren „Hüttschlag wie aus dem Bilderbuche“, Christina Schwann und sogar Finanzminister Josef Pröll waren an-
Die Besucherzahlen auf der Webseite korre- im Großarltal“ (Auflage 15.000 Stück), „Lunz am Ausgabe Nr. 3/09: wesend. Ein sichtbares Zeichen dafür, dass das
lieren stark mit den Erscheinungsdaten des See“ (Auflage 7.000 Stück) und die „Steirische „Verborgenes Paradies – das Bergsteigerdorf Thema „Alpenkonvention“ mit all seinen klei-
„Bergauf“ – der Mitgliederzeitschrift des OeAV. Krakau“ (Auflage 10.000 Stück). In den Start- Hüttschlag im Großarltal“, Christina Schwann nen Mosaiksteinen, zu denen ganz besonders
Da in jedem neuen „Bergauf“ – beginnend mit löchern stehen „Vent im Ötztal“, „Mallnitz“, „Das Ausgabe Nr. 4/09: die Bergsteigerdörfer zählen, auch politisch
Heft Nr. 2/09 – mindestens ein Artikel zu einem Tiroler Gailtal“ und „Ginzling im Zillertal“. „Die Farbe Grün – Bergsteigen in der Steirischen von großer Bedeutung ist. Bei traumhaftem
Bergsteigerdorf enthalten ist, schnellen die Bis Ende 2010 sollen alle 17 Einzelbroschüren Krakau“, Roland Kals Wetter kam die von Bürgermeister Martin Plo-
Besucherzahlen mit den Erscheinungsdaten fertig gestellt sein. „Wurzeln und Fundament – die Alpingeschich- derer gehisste Bergsteigerdorffahne ausneh-
jeweils in die Höhe. te der Bergsteigerdörfer“, Peter Haßlacher mend gut zur Geltung.
Abgesehen davon, berichtete uns Bernd Für die Winterausgabe Nr. 5/09 wird ein Artikel Das Nationalpark- Patentreffen 2010 findet üb-
Schlackl, dass die Verweildauer mit rund vier Alpingeschichte kurz und bündig zum Tiroler Gailtal erscheinen. (Erscheinungs- rigens im Bergsteigerdorf Hüttschlag im Groß- Bei der Naturschutzwartetagung in Lunz am See wurde erst-
Minuten pro Person außergewöhnlich lang ist, datum: 6.11.2009) arltal statt. Die Vorbereitungsarbeiten sind in mals die Bergsteigerdorf-Fahne gehisst. Foto: Ch. Schwann
was auf die Qualität der Seiten und den Infor- Alle Autoren und Autorinnen, die seit der Im Panorama erschien im Heft Juni 2009 ein vollem Gange.
Die Neuauflager der Gesamtbroschüre „Kleine und feine Berg- mationsgehalt schließen lässt – kurz, die Leute Startkonferenz im Juni 08 in Ginzling für das entsprechender Artikel zu den Bergsteigerdör-
steigerdörfer zum Genießen und Verweilen“. lesen unsere Texte. Projekt Alpingeschichte kurz und bündig der fern inklusive Webadresse und Bestelladresse Und von noch einer herausragenden Gegeben-
Bergsteigerdörfer gewonnen werden konnten, für Broschüren. heit darf hier berichtet werden: Am 24. August
sind sehr intensiv damit beschäftigt, in ihren Roland Kals verfasste außerdem Textmodule 2009 besuchte Umweltminister Niki Berlako­
Printmedien Gemeinden zu recherchieren, Dachböden mit für Sektionen des Alpenvereins und für Ge- vich das Bergsteigerdorf Ginzling im Zillertal.
privaten Bildersammlungen und historischem meinden. Damit sollte es den Verantwortlichen Er zeigte sich von dem Projekt „Bergsteigerdör-
Ein besonderes Anliegen war uns die Neuauf- Textmaterial zu durchstöbern, Interviews zu für Gemeindezeitungen und Sektionsheften fer“ sehr angetan und besichtigte mit großem
lage der Gesamtbroschüre „Kleine und feine führen und die Sektionsarbeit der Vereine ans erleichtert werden, das Thema Bergsteigerdör- Interesse den neuen und vom Projekt teilfinan-
Bergsteigerdörfer zum Genießen und Verwei- Licht zu holen. Hannes Schlosser stützt als Re- fer bestmöglich zu verbreiten. zierten Naturparkklettersteig, den Mitglieder
len“. Die 124 Seiten umfassende Broschüre wur- dakteur das gesamte Projekt und das OeAV- der Bergrettung Ginzling eindrucksvoll präsen-
de in einer Auflage von 25.000 Stück gedruckt. Museum in Innsbruck steht bei der Suche nach Damit auch die Bevölkerung der Bergsteigerd- tierten.
600 Stück gingen direkt an jede Gemeinde, Bildern und historischen Texten zur Verfügung. örfer bestmöglich über das Projekt Bescheid
aber auch die ortsansäßigen Sektionen, die Erfreulicherweise konnte bereits ein Buch weiß, wurden kleine Folder mit allen wesent- Pressekonferenz in Lunz am See.
Hüttenwirte und die Partnerbetriebe haben Ex- fertig gestellt werden: „Alpingeschichte kurz lichen Inhalten zur Philosophie der Bergstei- Projektabwicklung Foto: Christina Schwann

emplare erhalten. Im Laufe des Sommers wur- und bündig - Großes Walsertal“ von Ingeborg gerdörfer, dem Nutzen für die Gemeinden
den die Bestände der Gemeinden kontinuier- Schmid-Mummert. Am 26. Oktober 2009 fand sowie dem Konnex zur Alpenkonvention ent- Der letzte große Punkt ist die Projektabwick-
lich aufgefüllt. Die Broschüre erfreut sich regen in Faschina im Großen Walsertal die Buchprä- wickelt und per Postwurf oder gemeinsam mit lung. Bis jetzt konnte primär der Naturpark-
Interesses und wird auch gerne direkt über die sentation statt. der Gemeindezeitschrift an alle Haushalte ver- Klettersteig in Ginzling finanziell mit getragen
Webseite angefordert. In naher Zukunft werden die Bücher für Ginz- schickt. werden. Dazu kamen Anfang des Sommers die
Neben der Gesamtbroschüre war von Anfang ling im Zillertal und das Tiroler Gailtal fertig. beiden neuen Klettersteige in der Hüttschlager
an geplant, Einzelbroschüren zu jedem Berg- Wand: Gletschergoaß und Kupfergeist.
steigerdorf zu entwickeln. Diese Broschüren Veranstaltungen Weitere Projekte sind die Gestaltung und Pro-
im Format DIN A5 enthalten umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit duktion von Gipfelbüchern im Großen Walser-
Informationen zu den Besonderheiten, den Es ist uns ein Anliegen, vermehrt Alpenver- tal, die Unterstützung des Kulturprojektes
Tourentipps für Sommer und Winter, Karten- Selbstverständlich werden für die Öffentlich- eins-Veranstaltungen in den Bergsteigerdör- „ArteVent“ in Vent sowie die Herstellung eines
ausschnitte, Schlechtwetteralternativen und keitsarbeit primär die AV-eigenen Medien wie fern abzuhalten. Dazu zählen vor allem die Prototypen eines Projektaufstellers in Lunz am
natürlich ausführliche Beschreibungen zur das „Bergauf“, die Mitgliederzeitschrift des Naturschutzwartetreffen (einmal im Jahr) und See. Der Aufsteller wurde von einer ortsan-
Die ersten vier Einzelbroschüren: Johnsbach im Gesäuse, Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie OeAV sowie das „Panorama“, die Mitgliederzeit- die Nationalpark-Patentreffen (alle zwei Jahre) säßigen metallverarbeitenden Firma in Lunz Umweltminister Niki Berlakovich zu Besuch im Bergsteigerdorf
Hüttschlag, Lunz am See und die Steirische Krakau. der Mobilität vor Ort. Von Seiten des Projektes schrift des DAV genutzt. der OeAV-Fachabteilung Raumplanung-Natur- am See gefertigt. Das Logo Bergsteigerdörfer Ginzling. Foto: Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen
Ein ereignisreiches Jahr 48 49

Alpinkompetenz und Infrastruktur

Professionelle Wegebetreuung im Zillertal

ist dabei in Durchbruchform abgebildet und Webseite sowie in den Einzelbroschüren ange-
Paul Steger, 1. Vorsitzender OeAV-Sektion Zillertal
der obere Rand des Aufstellers zeigt die Berg­ führt und verlinkt werden. Diese Betriebe müs-
silhouette des Hausberges von Lunz am See. sen gewisse Kriterien erfüllen, unter anderem
Dieser Aufsteller, Bürgermeister Martin Plo- eine 10%-ige Ermäßigung für Mitglieder Alpi-
derer konnte ihn im Rahmen der 2. Jahresta- ner Vereine. Eine eigene Veranstaltung für Gas-
gung persönlich präsentieren, erfreut sich so tronome im Villgratental, an der Regina Stampfl
großen Interesses, dass wir beschlossen haben, und ich auf Einladung von Josef Schett teilnah-
je einen derartigen Aufsteller für alle Gemein- men, fruchtete offenbar: Für das Vill­gratental
den zu fördern. Jeder Aufsteller wird dabei in- haben sich rund 30 (!) Partnerbetriebe ange-
dividuell angefertigt. meldet. Die Partnerbetriebe sind uns außer-
dem bei der Verbreitung von Gästefragebögen Die Gründung der Mittlerweile wurden 2008 3.138 Stunden (da- Sicherlich ist es gut, wenn es Wegewarte gibt,
behilflich, die im Herbst 2009 eingesammelt ARGE-Höhenwege von 1.000 Stunden Fremdleistungen) geleistet. die im DAV wie im OeAV ehrenamtlich tätig
Sonstiges werden und einen ersten Status Quo zum Be- Der finanzielle Aufwand betrug EUR 88.000,-. sind. Wie aber soll die Arbeit erledigt werden,
kanntheitsgrad des Projektes darlegen. Im hinteren Zillertal, welches weitgehend vom wenn der Wegewart bis zu 1.000 Kilometer von
Um das Projekt „Bergsteigerdörfer“ besser Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen um- Die Sektionen sollen ihre Arbeitsgebiete nicht der Hütte entfernt wohnt?
sichtbar zu machen, wurden Plaketten entwi- Abschließend darf ich mich bei allen Vertretern fasst wird, sind zehn Sektionen des DAV tätig, aus der Hand geben. Diese Argumentation Deshalb muss ich einfach eine Lanze dafür
ckelt, die an geeigneter Stelle in den Bergstei- der Gemeinden, Tourismusverbände und den die ihren Sitz weit weg von den Arbeitsgebie- kann ich bestätigen, muss aber sagen, dass in brechen, dass man eine Institution schafft, die
Bürgermeister Martin Ploderer, Lunz am See, bei der Präsentati- gerdörfern angebracht werden können. Zu- Sektionen der Alpinen Vereine sehr herzlich für ten haben. Dies hat dazu geführt, dass bereits der heutigen Zeit allein hinsichtlich der recht- für die Wegehaltung zuständig ist, wobei die
on des neuen Bergsteigerdorf-Aufstellers. sätzlich gibt es für jede Gemeinde eine Fahne die ausgezeichnete Zusammenarbeit und das 1982 aus der Not heraus die ARGE-Höhenwege lichen Situation Probleme anders zu beurtei- Aufgaben in gutem Einvernehmen mit den ört-
und Aufkleber. große Engagement bedanken, ohne dass die gegründet wurden. Damit wurde für die Sek- len sind, als in früherer Zeit. Verletzte sich in lichen Institutionen erledigt werden müssen.
Mittlerweile konnte eine ganze Reihe von Part- Einzelbroschüren nicht entstehen könnten und tionen eine Institution geschaffen, die sofort der Vergangenheit ein Mensch am Berg, dann Besonders wichtig ist dabei, dass die Zustän-
nerbetrieben identifiziert werden, die auf der das Projekt vor Ort nicht verankert wäre. einsatzfähig war, wenn es darum ging, bei be- war das eben so und es passierte nichts. Heu- digkeiten genau geregelt werden. So fällt der
sonderen Ereignissen wie Hochwässern, Mur- te genügt bereits ein Unfall am Gehsteig, um Hüttenanstieg in die Kompetenz der jeweiligen
schäden oder weggerissenen Wegen tätig zu Schadenersatz bzw. Verdienstausfall geltend Sektion. Leistungen auf diesen Wegen werden
Klausner, Rudolf (2008): Das Bergsteigerdorf Ginzling. In: werden. zu machen. Das ist für mich der Punkt, der dazu zwar von der ARGE-Höhenwege zeitweise aus-
Informationen zur Autorin Oesterreichischer Alpenverein, Fachabteilung Raumpla- In der ARGE-Höhenwege sind nicht nur die führt, dass die Erhaltung der Wege besser und geführt, es erfolgt jedoch eine Verrechnung an
nung-Naturschutz (Hrsg.): Startkonferenz Bergsteiger-
Christina Schwann (geb. dörfer. Bergsteigerdorf Ginzling, 10.-11. Juli 2008. Reihe:
DAV-Sektionen vertreten, sondern es sind professioneller erledigt werden muss. die Sektion.
1977), Ökologin. Geboren in „Bergsteigerdörfer Ideen, Taten, Fakten.“ Nr. 1. Innsbruck, auch die Gemeinden in der Umgebung des
S. 18-19. Naturparks beteiligt. Dies sind Mayrhofen,
Graz, aufgewachsen in Saal-
Oesterreichischer Alpenverein, Fachabteilung Raumplanung-
felden (S), Studium in Inns- Naturschutz – Hrsg. (2006): Kleine und feine Bergsteigerd-
Finkenberg, Brandberg, Hippach, Schwendau,
bruck. Seit 2002 im Oester- örfer zum Genießen und Verweilen. Innsbruck, 2., aktuali- Ramsau und Tux. Selbstverständlich sind auch
sierte und erweiterte Auflage, 148 S. die Tourismusverbände und die Seilbahnen
reichischen Alpenverein
Oesterreichischer Alpenverein, Fachabteilung Raumplanung-
Detail des Bergsteigerdorf-Aufstellers. für das Interreg-Projekt „Via Naturschutz – Hrsg. (2008): Startkonferenz Bergsteigerdör-
beteiligt. Auch die ehemalige Kraftwerksge-
Alpina“ zuständig; seit 2008 fer. Bergsteigerdorf Ginzling, 10.-11. Juli 2008. Reihe: „Berg- sellschaft Tauernkraftwerke AG, heute Austrian
steigerdörfer Ideen, Taten, Fakten.“ Nr. 1. Innsbruck, 36 S. Hydro Power AG, ist Mitglied.
in der Fachabteilung Raum-
Oesterreichischer Alpenverein/Sektion Zillertal – Hrsg. (2008):
planung - Naturschutz zusätzlich für die Initiative Sonderinfo „Entwicklung des Hochgebirgs-Naturparkes
Alle Aufgezählten leisten ihre Beiträge, wobei
„Bergsteigerdörfer“. „Zillertaler Alpen“ bis zur Entstehung des Naturparkhauses. von den Gemeinden und den Tourismusver-
Ginzling, Mayrhofen, Innsbruck, 44 S. bänden der Hauptteil übernommen wird, um
Literatur (Kap. III: Bergsteigerdorf Ginzling-Dornauberg – ein Modell
für die nachhaltige Entwicklung von Bergsteigerdörfern im
die erforderlichen Arbeiten durchführen zu
Fankhauser, Günther, Peter Haßlacher und Rudolf Klausner Alpenraum; mit Beiträgen von Peter Haßlacher, Willi Seifert, können.
(2003): Das Bergsteigerdorf Ginzling in der Naturparkregi- Paul Steger und Gudrun Wallentin).
on Zillertaler Alpen. Ein Modellprojekt für die nachhaltige Schwann, Christina (2008): Die Bergsteigerdörfer – ein Bei-
Entwicklung von Bergsteigerdörfern im Alpenraum (Pro- trag zur Umsetzung der Alpenkonvention in ausgewählten
In den vielen Jahren seit Bestehen der ARGE
jektskizze). Mayrhofen, 16 S. Gemeinden. In: Die Alpenkonvention – Nachhaltige Ent- ist auch der finanzielle Aufwand stark gewach-
Kals, Roland (2006): bergsteigerdörfer.at – ein Tourismuspro- wicklung für die Alpen Nr. 52, S. 2-3. sen:
jekt des Alpenvereins zur Umsetzung der Alpenkonvention Süß, Christian (2008): Corporate Design Bergsteigerdörfer.
– Eckpunkte der Angebotsentwicklung. In: Haßlacher, P. In: Oesterreichischer Alpenverein, Fachabteilung Raum-
1998 wurden ungefähr 1.000 Stunden geleistet
(Red.): Mosaiksteine zur Umsetzung der Alpenkonvention planung-Naturschutz (Hrsg.): Startkonferenz Bergsteiger- und hiefür ca. EUR 14.000,- ausgegeben.
– Bergsteigerdörfer, Alpintourismus in Österreichs Alpen dörfer. Bergsteigerdorf Ginzling, 10.-11. Juli 2008. Reihe: 2006 waren es 2.100 Stunden, wobei der finan-
(Fachbeiträge des Oesterreichischen Alpenvereins – Serie: „Bergsteigerdörfer Ideen, Taten, Fakten.“ Nr. 1. Innsbruck,
Christina Schwann und Josef Schett bei der Informations-Ver- Alpine Raumordnung Nr. 28). Innsbruck, S. 50-63. S. 20-22.
zielle Aufwand auf ca. EUR 70.000,-gestiegen
anstaltung im Villgratental. Foto: R. Stampfl ist. Die Erhaltung der Wege ist besonders im Hochgebirge schwierig. Foto: ARGE Höhenwege Zillertal
Alpinkompetenz und Infrastruktur 50 51

Angebotsentwicklung mit Alpinkompetenz

Packageangebote im Lesachtal

Arbeitseinteilung • sämtliche Klettersteige, welche vom Touris- lertaler Alpen mit 378 Quadratkilometern um-
Erwin Soukup, Tourismusberater
musverband Mayrhofen/Hippach betreut fasst praktisch alle Hütten.
Generell ist bei Saisonsbeginn ohne Aufforder­ werden Ich denke, dass der Naturpark eine riesige
ung eine Kontrollbegehung des jeweiligen • Kletterrouten, welche direkt vom Hochge- Chance ist, um den AV-Sektionen zu helfen,
Gebietsbetreuers erforderlich. Bei dieser Bege- birgsnaturpark Zillertaler Alpen oder der ihre Hütten zu erhalten und zu beleben und
hung sollen die erforderlichen Brücken aufge- OeAV-Sektion Zillertal betreut werden. damit den Sommertourismus zu stärken.
stellt, kleinere Mängel behoben bzw. größere • Ausnahme mit Kostenbeteiligung der Be-
Arbeitseinsätze abgeschätzt werden. troffenen, bilden Katastrophensituationen, Lassen Sie mich zum Abschluss meiner Ausfüh-
Eine zusätzliche Aufgabe ist es, die vorhan- welche immer separat und unbürokratisch rungen noch einen Blick in die Zukunft werfen:
denen bzw. notwendigen Hinweistafeln aufzu- verhandelt werden. Um künftig den Aufgaben der Wegbetreuung
stellen oder zur Reparatur ins Tal mitzunehmen. mit allen sich dabei ergebenden Problemen Die meisten auf Webseiten angebotenen Veranstalter Wanderreisen Inhalte eines Angebotes
Ebenso soll bei Saisonsende unaufgefordert Die Arbeit wird im wesentlichen auf zehn Ge- gerecht zu werden, erscheint es mir notwen- Pauschalen sind nur eine Zusammenfassung
eine Schlussbegehung stattfinden. bietsbetreuer aufgeteilt, welche jährlich ab 1. dig, den Südtiroler Weg zu beschreiten. von üblichen, meist sowieso inkludierten Der Wanderreisemarkt ist vielfach umkämpft. Eine gute Angebotspauschale sollte folgende
Meldungen über Wegverlegungen, Wegabbrü- Mai bis Ende Oktober über den Tourismusver- Allein im Naturpark Riesenferner/Ahrntal sind Leistungen, die gebündelt werden um etwas Es gibt in diesem Bereich viele Anbieter, die sich Punkte beinhalten:
che, defekte Brücken, fehlende Hinweistafeln band Mayrhofen als geringfügig beschäftigt von April bis November vier Arbeiter voll be- für das „Schaufenster“ Internet zu offerieren. auf dieses Segment spezialisiert haben. Das An- • klares Thema
usw. die von Gästen oder Einheimische an den gemeldet sind. schäftigt und leisten dabei 3.000 Arbeitsstun- Dabei wird vielfach die Frage nach buchungs- gebot geht von Europa (vielfach wenig zu fin- • Höhepunkte im Überblick
verantwortlichen Stellen eingehen, sind dem den. entscheidenden Inhalten nicht gestellt. Einige den) hinaus in alle Welt. Indien, Tibet, Marokko • Beschreibung (eventuell mit Karte/Skizze)
Einsatzleiter zu melden. Auf unser Gebiet bezogen ergeben sich durch Die Finanzierung erfolgt über das Amt für Na- solcher Pauschalen wurden vorgetragen. aber auch die Mongolei zählen zu den derzeit • genaues Programm
meine Tätigkeit in der Gemeinde günstige turparke. Der Südtiroler Weg würde künftig interessantesten Destinationen. Professionelle • Preise und Zeiten
Rahmenbedingungen. Das wird nicht überall wesentlich höheren finanziellen Aufwand er- Anbieter sind unter anderem ASI (Alpinschule • Leistungen im Detail
Zuständigkeitsbereich in dieser Art und Weise möglich sein. Ich sitze fordern, der die Mitglieder der ARGE auf eine Die neue Lust am Wandern Innsbruck), Weltweitwandern, Wikinger Reisen, • Teilnehmeranzahl (bei Gruppenreisen)
direkt neben dem Bürgermeister, habe tagtäg- harte Probe stellen wird. Grauland, DAV-�����������������������������
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Summit Club uvm. Jeder Anbie- • schnell buchbar
Generell wird festgelegt, dass die ARGE-Höhen- lich mit Bauen zu tun und kann damit die Anlie- Gehen war in der Menschheitsgeschichte die ter hat seine speziellen Schwerpunkte. • Bildsprache
wege Zillertal nur jene Wege betreut, welche gen der Sektionen sofort und unbürokratisch Unabdingbar ist daher meine Forderung, keine einzige Form der Fortbewegung. Heute ist
eindeutig als Höhenwanderwege (Übergänge an den Bürgermeister weitergeben, wodurch neuen Wege zu bauen, da die Erhaltung des be- Wandern wieder „in“. Es geht um Naturerleben
von Hütte zu Hütte) bezeichnet werden kön- Vieles leichter zu erledigen ist. stehenden Wegenetzes eine Aufgabe darstellt, als Lebensstil, Wanderungen werden von Pro- Angebotsvergleich Beispielpauschale „Schneeschuh-
nen. Es werden auch bereichsüberschreitende die kaum mehr bewältigt werden kann. minenten medienwirksam unternommen oder wandern im Lesachtal“
Wege mit ins Betreuungsnetz aufgenommen, Fördernd ist natürlich der Kontakt der auswär- als Event zur Belustigung von Massen einge- Vergleicht man die Angebote von Hotels und
wobei diese jeweils vorher mit den zustän- tigen Sektionen mit der örtlichen Sektion, wo- setzt. Marken wie Jack Wolfskin, Salewa, Mam- Reiseveranstaltern, so zeigen sich große in- Erleben Sie Winterlandschaften: Lautlos bewe-
digen Tourismusverbänden abgestimmt wer- bei der Blick zum Hauptverein nicht außer Acht mut uvm. prägen Sehnsüchte in ihrer Werbung haltliche Unterschiede. gen wir uns auf den Schneeschuhen durch ver-
den müssen. gelassen werden darf. nach den Bergen und der Natur. Dabei werden schneite Wälder, malerische Almen hinauf zu
neue Technologien eingesetzt um das Outdoo- Hotelangebote: anmutigen Gipfeln. Die Natur zeigt sich von der
Im Arbeitsgebiet befinden sich 32 Brücken ver- rerlebnis angenehm erlebbar zu machen. Es • Leistungsaufzählung (Hotelleistungen) stillsten Seite. Schnee wirkt: Als Schutzschicht
schiedener Bauart sowie 16 Seilsicherungen. Zusammenarbeit mit dem Informationen zum Autor
gibt eine Vielzahl von Wandermagazinen, In- • Thema nicht ersichtlich für Boden und Pflanzen, als optisches High-
Weiters sind die gesamten Markierungen lau- Hochgebirgs-Naturpark Ing. Paul Steger ist beruflich ternetseiten und Berichten in Zeitungen über • kein konkretes Programm light, als Spiegel der die Sonnenstrahlen bricht
fend instand zu halten bzw. fallweise zu er- Zillertaler Alpen seit 37 Jahren als Bauamts- das Thema. Wandern ist in aller Munde! • Gültigkeitsdauer über Monate und als Zeichenpapier für unsere Spuren.
neuern. Dies gilt auch für die Beschilderungen leiter der Marktgemeinde • geringe Attraktivität
nach dem Wander- und Bergewegekonzept Mayrhofen tätig; Hape Kerkeling schreibt in seinem Buch „Ich • Preis Leistungsverhältnis schlecht
des Landes Tirol. Jährlich treffen sich die DAV-Sektionen ge- seit 1996 ist er 1. Vorsit- bin dann mal weg“ über seine Erfahrungen • provisionsfreier Verkauf
meinsam mit der OeAV-Sektion Zillertal, der zender und seit 1986 Na- am Jakobsweg. Durch diese medienwirksame • Vertrieb direkt über das Hotel
Nicht in den Betreuungsbereich fallen: ARGE-Höhenwege sowie dem Hochgebirgs- turschutzwart der Sektion Aktion eines Prominenten kamen Pilgerreisen
• Wege, welche als reine Mountainbikestre- Naturpark Zillertaler Alpen zum Erfahrungsaus- Zillertal; wieder in aller Munde. Nicht nur am Jakobsweg Angebote von Reiseveranstaltern:
cken ausgewiesen sind tausch. Dort wird gemeinsam mit der Sektion sind jährlich tausende Pilger unterwegs. Auch • konkrete Themen
• Wanderwege im Tal (diese Zuständigkeit Zillertal und dem Verein Naturpark alles be- Die Sektion Zillertal wurde 1871 gegründet und in Österreich sind am Hemmaweg oder zu den • geplanter Programmablauf
liegt jeweils bei den einzelnen Tourismus- sprochen, was wichtig ist und was zum Wohle hat 1.500 Mitlglieder. Die Sektion besitzt keine ei- bekannten Wallfahrtsorten Maria Zell oder Ma- • buchbar zu bestimmten Terminen
verbänden) der Hütten und zum Wohle der alpinen Berg- gene Hütte, engagiert sich jedoch stark in ihrem ria Luggau (um nur einige zu nennen) viele Pil- • tägliche Leistungen genau beschrieben
• generell alle Aufstiege zu den Hütten welt beiträgt. Dies hat auch im weitesten Sinne Arbeitsgebiet. ger und Gruppen unterwegs. Die Suche nach • Vertrieb über Reisebüro, Online, …
• Gipfelanstiege (Kennzeichnung „Alpiner dazu geführt, dass im Zillertal ein Schutzgebiet dem Sinn aber auch der Eventcharakter dieser • Provisionen an viele Partner
Steig“) entstanden ist. Der Hochgebirgs-Naturpark Zil- Wallfahrten machen den Erfolg aus. Schneeschuhwanderung auf die Samalm. Foto: Erwin Soukup
Angebotsentwicklung mit Alpinkompetenz 52 53
Angebotsentwicklung mit Alpinkompetenz

Wander- und Bergführerausbildung

Wer den Winter aktiv abseits von Massen, Ge- 4. Tag: St. Lorenzen, Lakenalm Leistungen:
Helmut Steinmassl, staatlich geprüfter Berg- u. Schiführer
mütlichkeit in gediegener Atmosphäre, bäuer- Nach dem Frühstück fahren wir zum Aus- • Unterkunft: 6 Nächte in sehr gemütlichen
liches Ambiente und echte Gastfreundschaft gangspunkt nach St. Lorenzen (1.128 m). Über und großzügigen Appartements mit Du-
erleben will fühlt sich hier sicher aufgehoben. einen malerischen Waldweg führt die Route sche, WC, Kühlschrank, Sat-TV
Die notwendige Ausrüstung steht zur Verfü- hinauf zur Lakenalm (1.610 m). Die Strecke zu- • Wellnessbereich mit Sauna, Infrarotkabine,
gung. rück nach St. Lorenzen macht wegen der Tief- uvm.
schneeläufe viel Spass. Nach dem Abendessen • Schneeschuhe, Stöcke, Gamaschen für die
Geplantes Programm: Verkostung von selbst gebrannten Schnäpsen. gesamte Woche
1. Tag: Individuelle Anreise ins Lesachtal. • alle Transfers vor Ort
Auf Anfrage Abholung vom Bahnhof oder Flug- 5. Tag: Samalm • geselliger Hofabend mit Informationen
hafen Klagenfurt möglich. Wir treffen uns bis Nach dem Frühstück gibt es heute die Genie- über die Woche, das Leben der Bergbau- Wir konzentrieren uns nicht auf Details der Aus- Die Ausbildung zum staatlich geprüften In-
18 Uhr in unserem Quartier zum gemeinsamen ßertour auf die Samalm. Von St. Lorenzen aus ernfamilien im Tal, die Touren bildungen, sondern auf die Kernfrage: Wer darf struktor gibt es für die Bereiche Schitouren,
Abendessen. In gemütlicher Runde bekom- geht es über Xaveriberg hinauf zum Samalm- • Schnapsverkostung mit Einführung ins Gäste in die Berge führen beziehungsweise wer Snowboardtouren, Schihochtouren, Schi Alpin,
men Sie anschließend Informationen über die kreuz (1.960 m). Gemütliches Abendessen mit Schnapsbrennen hat auch rechtlich die notwendigen Vorausset- Snowboard, Sportklettern, Wandern und Win-
Touren der kommenden Tage. regionalen Spezialitäten. • 1 Einstiegstour zum gewöhnen an die zungen? terwandern, Paddeln, Klettern Alpin, Moun-
Schneeschuhe   tainbike.
2. Tag: Eingewöhnungstag 6. Tag: Obergail, Gamskofel • 4 Tagestouren mit staatlich geprüften Wan- Der klassische Bergführerberuf hat besonders Der Instruktor (bis 2002 „Lehrwart”) in Öster-
Frühstück mit Produkten aus der eigenen Land- Nach dem Frühstück geht es nach Obergail, derführern durch eine immer stärker abenteuer- und  er- reich entspricht dem „Fachübungsleiter” beim
wirtschaft. Die Jause für die Tour können Sie von wo uns die Gipfeltour auf den Gamskofel • Frühstücksbuffet mit Produkten aus der ei- lebnisorientierte Welt in den letzten 15 Jahren Deutschen Alpenverein.
sich am Frühstücksbuffet selbst zubereiten. Tee (2.122 m) führt. Nach dem Abstieg Möglichkeit genen Landwirtschaft eine starke Veränderung durchgemacht. Dies
für die Tour steht bereit. Nach der Einweisung zum Entspannen in der Sauna und Abendes- • täglich Jause (vom Buffet) und Tee (inkl. fordert jeden Bergführer (s)eine spezielle Rich-
Neue Trendsportarten fordern auch erweiterte Ausbildunen.
folgt die Ausgabe der Schneeschuhe, Stöcke sen. Leihthermoskannen) für die Touren tung einzuschlagen. Viele Angebote mussten Wer darf Was anbieten? Foto: Heli Steinmassl
und Gamaschen für die Tourenwoche. Bei Spie- • Abendessen mit regionalen Spezialitäten hin zu kurzweiligen Erlebnisangeboten ange-
len im Schnee vergisst man die Schneeschuhe 7. Tag: Heimreise • Wanderinformationen (Kartenmaterial, Be- passt werden. Es war immer klar, ein vom Alpenverein aus-
und erlernt leicht das Laufen mit diesen. An- Nach dem Schlemmerfrühstück individuelle schreibung, etc.)   gebildeter Instruktor oder Fachübungsleiter
schließend gemütliche Wanderung entlang Heimreise. • Frühbucher-Dankeschön: Hochwertiger darf nur vereinsinterne Ausbildungen und
der Gail. Abendessen in der Unterkunft. Rucksack (Buchung 3 Mon. vor Abreise) Neue Berufsbilder Führungen unternehmen. Instruktoren und
Ausrüstungsliste: • Bonuskarte -15% bei unserem Ausrüstungs- Fachübungsleiter arbeiten ausschließlich eh-
3. Tag: Assing, Oberrasteralm, Motalpe • Rucksack, ca. 30 Liter Inhalt partner „Northland Professional” Innerhalb der letzten 10 Jahre erlebte der Out- renamtlich.
Nach dem Frühstück fahren wir nach Assing • Bergschuhe oder Trekkingschuhe, wasser- doormarkt eine wahre Explosion der Outdoor- Gewerblich dürfen nur Berg- und Schiführer,
(höchstes Bergdorf des Tales) auf 1.424 m. Mit dicht und atmungsaktiv berufssparten. Hier ein kleiner Auszug aus dem Canyonführer und Wanderführer mit staatli-
den Schneeschuhen geht es gemütlich zur • lange Berghose Internet: cher Anerkennung und Autorisierung führen.
Oberrasteralm. Nach der Jause in der urigen • Anorak, atmungsaktiv und wasserdicht Erlebnispädagoge, Natur- und Erlebnispäda- Tirol war das erste Land in dem kommerzielles
Informationen zum Autor
Hütte geht’s weiter zur Motalpe (1.814 m) und • Shirts zum wechseln während der Tour goge, Erlebnistrainer, Outdoortrainer, Out- Führen von Bergwandertouren durch die Lan-
hinter dem Grünkofel retour zum Ausgangs- • Pullover, Haube, Handschuhe doorlehrwart, Outdoor Coach, Outsidetrainer, desregierung gesetzlich geregelt wurde. Im Unter fachkundiger Leitung ist die Begehung eines Kletter-
Erwin Soukup, Dipl. Tou-
steiges für Kinder ein spannendes Erlebnis. Foto: Heli Steinmassl
punkt. Abendessen im Quartier. • Wasserflasche, ev. kleine Thermoskanne rismusmanager, Tiroler Outdoor Development Trainer, Incentivetrai- „Tiroler Bergsportführerverband” sind heute
(es gibt in der Unterkunft Leihthermoskan- Wanderführer, Ski- und ner, Mountainbiketrainer, Langlauftrainer, Al- die Berufsgruppen Berg- und Schiführer, Berg-
nen) Snowboardlehrer; Studium pin Trainer, Wanderleiter, Schneeschuhführer, wanderführer und Schluchtenführer zusam-
• 2 Teleskopwanderstöcke Tourismusmanagement in Hochseiltrainer, Rope Course Trainer, Trainer mengefasst.
• Schneeschuhe, Stöcke und Gamaschen Klagenfurt; für niedere Seilaufbauten, Trainer für hohe Auch Vorarlberg und Oberösterreich haben
werden die ganze Woche zur Verfügung 10 Jahre im TVB Lesachtal, Seilaufbauten, Wildnis-Trainer, Kanuguide, Raf- nachgezogen und Regelungen mit Ausbildung
gestellt leitet einen Tourismusbe- tingguide, Sportkletterführer, Kletterbetreuer, und Authorisierung getroffen.
trieb mit Landwirtschaft Canyoningführer, Canyoningguide, Canyoning-  
Termine: und arbeitet als selbständiger Tourismusberater begleitguide, Schluchtenführer, Höhlenführer. Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung
10.01.10 - 16.01.10 € 525,- mit dem Schwerpunkt Wandern, alternativer Win-   muss laut Landesgesetz bei der zuständigen
24.01.10 - 30.01.10 € 525,- terurlaub, Coaching von kleinen und mittleren Die immer breitere Fächerung und Spezialisie- Bezirkshauptmannschaft die Befugnis zum au-
14.02.10 - 20.02.10  € 575,- Betrieben, Webberatung und Kooperationen; rung der Bergsportarten schlägt sich auch in torisierten und geprüften Bergwanderführer
Viele Betriebe im Lesachtal, wie der Familienbauernhof Mesner, 07.03.10 - 13.03.10 € 525,- den neuen Bezeichnungen der Ausbildner Al- erworben werden. Für die Arbeit in Vereinen bietet sich die Ausbildung zum
bieten spezielle Winterpauschalen. Foto: Erwin Soukup 21.03.10 - 27.03.10 € 525,- piner Vereine nieder. Für Wanderführer gilt in Tirol eine Einschrän- Instruktor an. Foto: Heli Steinmassl
Angebotsentwicklung mit Alpinkompetenz 54 55
Angebotsentwicklung mit Alpinkompetenz

Hochwertige Ausrüstung als Bestandteil alpiner Kompetenz


kung auf blaue (leichte) und rote (normale) eingeengten Spezialbereich des Instruktors hi-
Wanderwege; schwarze Wanderwege, auf de- nausgeht, ist darin auch keine zusätzliche Ge- Informationen zum Autor
nen Absturzgefahr gilt�����������������������
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, dürfen nicht geführt fährdung der Teilnehmer zu sehen. Werner Koch, Geschäftsführer Koch alpin GmbH
werden. Die anderen Bundesländer werden Am Rande sei erwähnt, dass die Regelung der Helmut Steinmassl, Tisch-
vermutlich nachziehen. Berg- und Skiführer Landessache ist, wodurch ler, staatlich geprüfter
Für den Winter gilt: Wanderführer bzw. alle sich Unterschiede zwischen einzelnen Bundes- Berg- und Schiführer,
Nicht-Bergführer müssen im schneebedeckten ländern ergeben. (Auszüge bergundsteigen, Canyon- und Höhlenfüh-
Gelände mit ihren Gästen in Bereichen unter Dr. Thomas Zivny.) rer, Bergrettungsmitglied.
30 Grad Steilheit bleiben, wobei auch die Ein- Arbeitet seit 18 Jahren
zugsbereiche der Lawinen mit berücksichtigt hauptberuflich als Berg-
werden müssen. führer, am liebsten mit Kin- Zusammenarbeit mit den • Welche Ausrüstung kann ich vor Ort auslei- Erlebnis Schitour
der- und Jugendgruppen. Bergsteigerdörfern hen oder kaufen?
Bis vor 4 Jahren war die Welt noch in Ordnung. Entdeckte 1999 die Klarahöhle - benannt nach • Welches Service bekomme ich vor Ort? Schitouren bieten eine einzigartige Kombina-
Doch plötzlich hat ein OGH Urteil in Salzburg seiner Tochter - im Nationalpark Kalkalpen. Wesentliche Bestandteile der alpinen Kompe- tion aus Ruhe, Einsamkeit und Naturerlebnis
diese Grundwerte zerschlagen: Verheiratet, zwei Söhne, eine Tochter. tenz eines Bergsteigerdorfes ist einerseits die Ziel sollte sein, dass jeder Partnerbetrieb eine beim Aufstieg sowie einem besonderen „Kick“
Die Entscheidung fiel zugunsten der Sport- Palette an Natursportarten und andererseits Basisausstattung an Leihausrüstung anbie- bei der Abfahrt im Pulverschnee. Allerdings
kletterinstruktoren: Mit einem Gewerbeschein Literatur & weiterführende Information die Verfügbarkeit hochwertiger Ausrüstung in tet und es daneben ein Netzwerk an alpinen sind die Anforderungen an das Können, das
können kommerzielle Sportkletter- und Boul- der Region. Partnerbetrieben gibt, die geführte Touren Verantwortungsbewusstsein und die Sicher-
www.alpenverein.at/Ausbildung
derkurse abgehalten werden. Wenn das Tätig- www.bergfuehrer.at
Im Einklang mit der Idee der Bergsteigerdörfer veranstalten oder Ausrüstungsverleih, - ver- heit hoch. Daher wird es gerade in den Berg-
keitsfeld gemäß Gewerbeschein nicht über den www.bspa.at/innsbruck stehen nicht Fun, Action oder Fitness im Vor- kauf und –service anbieten (z.B. Alpinschulen, steigerdörfen großen Bedarf an geführten Tou-
www.vavoe.at dergrund, sondern eine ganzheitliche körper- Verleihbetriebe und Sportfachhändler vor Ort). ren in unterschiedlichen Anforderungsklassen
liche Herausforderung verbunden mit echtem Als Teil der Kooperation würde die Firma Koch geben.
Erleben und Naturgenuss. Die alpine Bergwelt alpin diesen Partnerbetrieben ein maßge- Zusätzliche Qualitätskriterien, mit denen sich
bildet den Fokus dieser Aktivitäten und ist nicht schneidertes Produktsortiment zu günstigen Bergsteigerdörfer von anderen Destinationen
bloße Kulisse. Konditionen anbieten und diese Betriebe lau- abheben können, sind Kursangebote (z.B. La-
Bergsteigerdörfer haben die einzigartige Mög- fend betreuen, mit den Produktschwerpunkten winenkunde), ergänzt durch ein besonders
lichkeit, die Nische zwischen „Wohlfühl”- De- Schitourengehen und Schneeschuhwandern. hochwertiges Verleih- und Serviceangebot
stinationen auf der einen Seite und „Halligalli”- (Ausrüstung, Karten- oder Führermaterial).
Regionen auf der anderen Seite zu besetzen
und sich am touristischen Markt als Ziel „Berg-
Wanderführer, Bergwanderführer Staatl. geprüfter Berg- und Schiführer Staatl. geprüfter Instruktor affiner“ Touristen eindeutig zu positionieren.
• befähigt zum gewerblichen Führen von Gästen • befähigt zum gewerblichen Führen von Gästen • für ehrenamtliche Tourenführer und Betreuer in Unter “Berg-affin” verstehen wir dabei nicht nur
im alpinen Gelände; Ausbildung über den VAVÖ im Sommer und Winter im alpinen Gelände (Fels, Vereinen und Schulen ambitionierte Alpinisten, sondern alle, die sich
(Verband Alpiner Vereine Österreichs) oder den Eis,...) • Eignungsprüfung erforderlich in alpiner Umgebung und weitgehend unver-
Tiroler Bergsportführerverband (Tiroler Bergwan- • Ausbildungsdauer 2 Jahre • Voraussetzung: Bestätigung des Vereins über eh- fälschter alpiner Natur und Kultur wohl fühlen.
derführer) • Vorraussetzung ist eine erfolgreich abgelegte renamtliche Mitarbeit
• Ausbildungsdauer in Tirol: jeweils einwöchiges Eignungsprüfung und ein vollständiger Touren­ • Veranstalter: Die Bundessportakademien Inns- Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Bergstei-
Sommer- und Wintermodul, bericht bruck, Linz, Wien und Graz gerdörfer ein optimal aufbereitetes Angebot
Ausbildungsdsdauer VAVÖ: Grund- und Intensiv- • Ausbildung bei der Bundessportakademie Inns- • Qualifikationen: Instruktoren für Schitouren, Schi- an naturverträglichen Aktivitäten anbieten.
modul (4 Tage), fakultativ das Modul Winterwan- bruck hochtouren, Snowboard, Hochtouren, Klettern Folgende Fragen sollen dabei für den Gast
dern (4 Tage) • Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung Alpin, Sportklettern, Mountainbike, Wandern, rasch beantwortet werden können:
• Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung muss je nach Landesgesetz bei der zuständigen Winterwandern;
muss laut Landesgesetz bei der zuständigen Be- Bezirkshauptmannschaft um die Autorisierung • Mitgliedschaft bei Alpinem Verein • Welche Sportarten/Aktivitäten sind im je-
zirkshauptmannschaft die Befugnis zum autori- zum staatlich geprüften Berg- und Schiführer an- weiligen Ort möglich?
sierten und geprüften Bergwanderführer erwor- gesucht werden • Wer bietet geführte Touren (Schitouren,
ben werden. • Mitgliedschaft beim Bergführerverband Schneeschuhtouren, Bergtouren, Klettern,
• Mitgliedschaft bei Alpinem Verein bzw. Canyoning, Paddeln, usw.) an? In welchem
Bergsportführer­verband Zeitraum, zu welchen Preisen?
• Welchen Risiken bin ich dabei ausgesetzt? Mit der richtigen Ausrüstung wird der Aufstieg zum Genuss. Foto: Archiv KochAlpin
Angebotsentwicklung mit Alpinkompetenz 56 57

Nutzen der Bergsteigerdörfer aus der Sicht


der Sektionen

Koch alpin bietet ein breites Angebot unter- ben. Es sollten Schneeschuhe in Damen- und händler die Rolle des lokalen Ansprechpartners
Vorteile für einzelne Sektionen
schiedlichster Steigfelle für jede Art von Tou- Herrenausführung für einfache Wanderungen, für Hotels und kleinere Tourenveranstalter.
ren- oder Freerideschi, Fellzubehör zum Imprä- aber auch für alpinen Einsatz (ausgestattet mit Koch alpin steht dem Fachhandel und allen
gnieren oder Nachbeschichten der Felle und Steighilfe) verfügbar sein. Fachkundige Bera- gewerblichen Kunden mit detaillierten Pro- Robert Straßer, 1. Vorsitzender der OeAV-Sektion Klagenfurt
ein perfektes Serviceangebot für Fachhändler tung zu Produkten und empfehlenswerter Zu- duktinformationen, fachkundiger Beratung
und Verleihbetriebe. satzausrüstung sowie zu Risiken, Gefahren und und einem maßgeschneiderten Angebot zur
Verhaltenstipps beim Zusammentreffen mit Verfügung.
Wildtieren könnten die Projektpartner in den
Schneeschuhwandern Bergsteigerdörfern besonders auszeichnen.
Koch alpin bietet im Schneeschuhbereich für
Im Vergleich zu Schitouren stellen Schnee- jeden Einsatzzweck das passende Produkt aus Informationen zum Autor Die Alpinen Vereine wurden zur Erschließung die Erhaltung der Schönheit und Ursprünglich- landschaftlichen Reiz verloren haben. Jeder
schuhwanderungen geringere Anforderungen, dem aktuellen Sortiment von über 40 Mo- der Bergwelt gegründet. Seit geraumer Zeit hat keit der Bergwelt eintreten, ist die Mitglieder- Schritt zur Förderung des sanften Tourismus
Mag. Werner Koch, Ge-
sie eignen sich daher besonders für Familien dellen, ein umfassendes Zubehörprogramm man erkannt, dass sich der Alpenverein in ver- zahl ständig steigend. unterstützt daher nicht nur die Arbeit der Sek-
schäftsführer der Firma
und Gruppen. Das Spektrum reicht dabei von (Transporttaschen, Gamaschen, Teleskopstö- stärktem Maße dem Schutz der unberührten Wir leben heute im Überfluss der Angebote tionen, sondern verwirklicht die Satzung des
Koch alpin GmbH
der stimmungsvollen Fackelwanderung am cke), eine fachkundige und zielgerichtete Be- Bergwelt widmen muss. und der Kunde ist bestrebt das Beste zum Alpenvereins und unterstützt die Intentionen
Abend bis zur anspruchsvollen 2-Tagestour mit ratung und ein optimales Service in unserem Heute ist es vor allem der Zweck des Vereins, günstigsten Preis zu erhalten. Der Anbieter ist der Alpenkonvention.
Früher Einstieg in den Fa-
Iglu-Übernachtung. Hier kann ein sorgfältig zu- Betrieb in Mils/Tirol. das Bergsteigen, alpine Sportarten und das gezwungen, auf sich aufmerksam zu machen - Der Alpenverein ist massiv bestrebt der Zer-
milienbetrieb mit Schwer-
sammengestelltes Angebot an geführten Tou- Für alle, die ein besonderes Erlebnis suchen, Wandern zu fördern und zu pflegen, die Schön- mit immer spektakuläreren, herausragenderen störung der Bergwelt entgegen zu wirken. Er
punkt auf der Herstellung
ren ein entscheidendes Kriterium für die Wahl haben wir mit der IceBox ein Iglubauwerkzeug heit und Ursprünglichkeit der Bergwelt zu er- Angeboten zu werben, wobei vermehrt durch bemüht sich nicht nur ernsthaft, dem über-
von Steigfellen für Ski-
des Urlaubsziels sein. im Angebot, mit dem Iglus z.B. während einer halten, die Kenntnisse über die Gebirge zu er- Inszenierungen nachgeholfen wird. So wird bordenden Erschließungswahn Einhalt zu
tourengeher, sukzessiver
Schneeschuhwanderungen lassen sich auch Schneeschuhtour zeitsparend und relativ ein- weitern und zu verbreiten und dadurch auch beispielsweise suggeriert, dass die Fahrt mit gebieten, sondern er ist auch in der Lage, vor
Ausbau des Großhandelsprogramms im Out-
bei geringerer Schneelage durchführen. Ein fach errichtet werden können. die Liebe zu Volk und Heimat zu pflegen. Die einer Seilbahn für sich ein besonderes Naturer- allem durch seine Hütten und Wege die nötige
door-Bereich; Neben der beruflichen Tätigkeit
weiterer Pluspunkt ist der leichte Transport von Erschließung der Bergwelt erachtet der Alpen- lebnis sei. Tatsächlich wird die Natur nur völlig Infrastruktur für den sanften Tourismus zur Ver-
abgeschlossenes Studium Politkwissenschaften
Schneeschuhen gerade bei Anreise mit öffent- verein als abgeschlossen. passiv, wie beim Fernsehen oder im Kino kon- fügung zu stellen.
lichen Verkehrsmitteln. Service in Innsbruck, 15 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit für
Über 360.000 Menschen bekennen sich zum sumiert. Immer größer wird die Zahl der Menschen, die
den Zweig Innsbruck des Österreichischen Alpen-
Speziell ausgeschilderte Schneeschuh-Routen Oesterreichischen Alpenverein. 22.000 ehren- Die Spirale, der Berg als Sportgerät, als Event- die Natur beschaulich und in Ruhe genießen,
vereins.
in Verbindung mit Tourenbeschreibungen oder Damit der Verleih und der Verkauf von Berg- amtliche Mitarbeiter opfern darüber hinaus park - immer größer, immer lauter - dreht sich die sich nach Bergtouren ohne Massenauflauf
Kontakt: Koch alpin GmbH, Voldererbrücke 9, A
Foldern erleichtern Anfängern den Einstieg in sportausrüstung in den einzelnen Bergstei- Freizeit, Energie und meist auch eigene Mittel nun schon seit Jahrzehnten auch in unseren sehnen. Ich persönlich bin fest davon über-
6068 Mils, Tel. (0)5223 45594-0, Fax-94, office@
diesen Sport. gerdörfern optimal funktioniert, sind für jedes dem Alpenverein, weil sie sich mit Herz und Bergen. Mittlerweile gibt es auch in Öster- zeugt, dass die Zahl jener, die man dafür begei-
kochalpin.at, www.kochalpin.at
Auch bei Schneeschuhen sollte das Verleihan- einzelne Gebiet die möglichen Anbieter zu er- Seele zu den Zielen des Vereins bekennen. Weil reich so stark erschlossene Gebiete, dass sie stern kann, noch viel, viel größer ist. Bedauer-
gebot nicht auf ein Produkt beschränkt blei- heben. Idealerweise übernimmt ein Sportfach- auch große Teile der übrigen Bevölkerung für alpinistisch völlig entwertet sind und ihren lich an unserer gesellschaftlichen Entwicklung

Koch alpin Neben den Steigfellen aus der eigenen Produktion pe „Langlaufen und Winterwandern in Österreich”, die Die OeAV-Sektion Klagenfurt Fraganter Jugendherberge, einem Frühlingsfest, zuletzt Kontakt: Oesterreichischer Alpenverein, Sektion Klagen-
Mit dem Hintergrund eines Produktionsbetriebes von umfasst unser Sortiment folgendes Großhandelspro- Testcenter der „Best-of-Wandern Regionen”, Tauern Al- Die mit 11.300 Mitgliedern neuntgrößte Sektion des auf dem Gelände der UNI Klagenfurt und verschieden- furt, Völkermarkter Straße 9, 9020 Klagenfurt, Tel.: +43/
Tourenfellen der Marken colltex und contour bietet gramm: pin oder die Alpine Pearls Gemeinden. OeAV ist heute Eigentümer der Klagenfurter Hütte, des artigen Veranstaltungen im Jugendraum in der Kla- (0)463/513056; office@alpenverein-klu.at;
Koch alpin ein ausgewähltes Großhandelsprogramm • Schneeschuhe und Teleskopstöcke der US-Marken Glocknerhauses, des Fraganter Schutzhauses, einer Ju- genfurter Geschäftsstelle bestehen. Zur Jugendarbeit
an Wintersport- und Outdoorausrüstung. Folgende Tubbs und MSR gendherberge in der Fragant, zweier kleinerer Hütten zählen natürlich auch jeweils 10 Kinder- und Jugend-
Kriterien sind bei uns ausschlaggebend für die Auswahl • Outdoor-Ausrüstung der Marken Therm-a-Rest und eines Biwaks. Sportkletterkurse im Herbst und im Frühjahr, sowie die
unserer Produkte: (Isomatten), MSR (Kocher, Zelte), Platpyus (Trink- Dazu leisten 19 ehrenamtlich tätige Wegebetreuer der drei Gruppen des Sportkletter-Wettkampfteams.
• Naturverträglichkeit: Wir bieten ausgewählte Pro- systeme) Sektion durch die Instandhaltung von 500 km Wegen Jährliche Schitechnik-, Schitouren-, Fels-, Eis-, Klet-
dukte für Natursportarten wie Skitourengehen, • Outdoor-Zubehör der schwedischen Marke Light- und Klettersteigen in den Karawanken, Norischen Al- tersteig- und Orientierungskurse, so wie wöchentlich
Schneeschuhwandern, Trekking oder Expediti- my-Fire pen, der Saualpe, Goldberg- und Glocknergruppe einen mehrere Wander- und Alpin-Führungstouren, Mehrtag-
onen an. wesentlichen Beitrag zur Erschließung dieser Gebiete es-Führungstouren und Auslandsfahrten bilden das An-
• Weltweite Markführerschaft: Alle Marken in un- Vor allem mit dem Schneeschuh-Sortiment arbeiten und damit zum Fremdenverkehr. gebot für unsere interessierten Mitglieder.
serem Programm sind in ihrem Produktsegment wir seit vielen Jahren intensiv mit touristischen Anbie- Große Bedeutung misst der Alpenverein Klagenfurt der Das Jugend und Tourenprogramm wird noch wesent­­
weltweit anerkannt und führend, was Innovation tern zusammen. Zu unseren Partnern zählen hier unter Schneeschuhwandern erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Jugendarbeit bei, die aus sieben Kursen in den Som- lich durch das Angebot der 5 Ortsgruppen der Sektion Das Glocknerhaus im Nationalpark Hohe Tauern.
und Qualität betrifft. anderem die Tiroler Wanderhotels, die Angebotsgrup- Foto: Archiv Koch alpin mermonaten und einer Winterveranstaltung in der Klagenfurt ergänzt. Foto: OeAV Sektion Klagenfurt
Nutzen der Bergsteigerdörfer aus Sicht der Sektionen 58 59
Nutzen der Bergsteigerdörfer aus Sicht der Sektionen

Erfahrungen und Anregungen der Sektion Linz

ist, dass die, die sich im Grunde ihrer Seele nach Kernbereiche des Alpenvereins, die er immer • Sie stärkt die betroffenen Sektionen hin-
Peter Reinberg, 1. Vorsitzender der OeAV-Sektion Linz
Entschleunigung, nach Ruhe sehnen, auch erst gefördert hat. sichtlich besserer Hüttenbewirtschaftung
mit Werbung, am besten gleich mit einer guten Mit dem Projekt „Bergsteigerdörfer” will der und Bettenauslastung
Inszenierung, auf ihre ureigensten Wünsche OeAV auch die Präsenz der Sektionen in ih- • Die Wertschätzung der ehrenamtlichen
aufmerksam gemacht und ihnen lohnende ren Arbeitsgebieten stärken. Es soll auch der Mitarbeit wird der Bevölkerung nahe ge-
Ziele angeboten werden müssen. Bevölkerung und den Gästen die Tatsache ins bracht.
Peter Haßlacher und sein Team im Oesterrei- Bewusstsein gerufen werden, dass die alpine • Gute Auslastung der sektionseigenen Tou-
chischen Alpenverein sind seit vielen Jahren Infrastruktur, mit der Erhaltung von Hütten und renveranstaltungen ist ein wirtschaftliches
bemüht, Naturjuwele nicht nur zu schützen Wegen und der Wegemarkierung, nur durch Ziel dieses Projekts.
sondern sie auch in das öffentliche Interesse zu die ehrenamtliche Tätigkeit vieler Vereinsmit- • All diese Vorteile verursachen weder den
rücken. glieder gewährleistet ist. beteiligten Alpenvereinssektion noch den Aktuelle Erfahrungen mit dem bei einem Halbpensionssatz von EUR 40,- ha- Von der Jahreshauptversammlung in Hallein
Das Projekt „Bergsteigerdörfer” stellt eine groß- Der Hauptverein wird im Rahmen der Aktion Gemeinden und Partnerbetrieben zusätz- Projekt „Bergsteigerdörfer“ ben. Die Wandergruppen, Radfahrergruppen wurden 40 Exemplare der Broschüre mitge­
artige Initiative dar, die Interessen der einhei- „Bergsteigerdörfer” den Sektionen Hilfestel- liche Kosten. etc. bevorzugen ihre Stammhotels und -pensi- nommen und an die Kundinnen und Kunden
mischen Bevölkerung und des Alpenvereins zu lung zur besseren Hüttenauslastung und zur Die Aktion als solche ist noch wenig bekannt, onen, mit denen sie bei entsprechender Grup- der Geschäftsstelle weitergegeben.
verbinden und die beteiligten Dörfer bei ihrem vermehrten Annahme des Sektions-Tourenan- Abschließend darf ich feststellen, dass es in freilich führen Touren der Sektion Linz in viele pengröße gute Konditionen aushandeln. Im Weiteren werden folgende Punkte ange­
Bemühen zu unterstützen, sich am Erschlie- gebotes anbieten. Der Erfolg dieser Hilfestel- diesem Projekt viele Gewinner geben wird: dieser Orte, ohne dass sich die Gruppen und strebt:
ßungswahn nicht zu beteiligen. Das gesamte lung hängt aber naturgemäß immer sehr vom Tourenführer des Kriteriums „Bergsteigerdorf“ • Einholung näherer Informationen über Un-
Projekt verursacht weder den Gemeinden noch Engagement der einzelnen Sektionen ab. • die Bergwelt, die Natur bewusst wären. Auch ist unklar, wie sich die Aktivierungsüberlegungen und terkünfte und Tourenmöglichkeiten
den Sektion und den Partnerbetrieben zusätz- Der Hauptverein ist bemüht, Sitzungen und • alle, im Besonderen aber die direkt betrof- Bergsteigerdörfer von anderen Marketingbe- Ziele in der Sektionsarbeit • Erfahrungsaustausch mit anderen Sekti-
liche Kosten. andere Veranstaltungen, auch außerhalb des fenen Sektionen des Alpenvereins griffen wie Wanderdörfer unterscheiden. onen
Die Broschüre „Kleine und feine Bergsteiger­ Projektes „Bergsteigerdörfer”, beispielsweise • die Bergsteigerdörfer Partnerbetriebe Eine Umfrage bei Ortsgruppenobleuten ergab Wir werden in der Sektion Linz versuchen, die­ • Verstärkte Einbeziehung der Bergsteiger­
dörfer zum Genießen und Verweilen” ist schon Paten- und Naturschutzwartetreffen, in Berg- • die Einheimische Bevölkerung und die Ge- Vorbehalte gegenüber den Preiskategorien der se interessante Initiative in mehrfacher Weise dörfer in das Tourenangebot
etwas ganz Besonderes. Alleine ihr Erschei- steigerdörfern abzuhalten. Solche Veranstal- meinden Unterkünfte. Es besteht zumindest der Eindruck zu unterstützen und zu fördern. Anfang No- Beim Ortsgruppentag am 13. November 2009
nungsbild macht so richtig Lust auf Urlaub. tungen sind meist mit einer Exkursion ver- • alle Alpinen Vereine – mag dieser auch unrichtig sein – dass eher vember erschien in der Sektionszeitschrift „Linz referierte Roland Kals vom Gesamtverein so-
Dazu bieten die Bergsteigerdörfer für jeden bunden, die in enger Zusammenarbeit mit der • die gesamte Bevölkerung höhere Hotelkategorien angeboten werden, alpin“, Heft 03/2009, Seite 34, ein Bericht über wohl über die Bergsteigerdörfer als auch über
etwas. Es wird nicht nur der Wanderer sonder ortsansässigen Sektion geplant und durchge- während die Gruppen eine „Schmerzgrenze“ die Bergsteigerdörfer mit Karte und Bildern. den öffentlichen Verkehr
auch der Bergsteiger mit interessanten Touren- führt wird. Dabei ist das gegenseitige Kennen-
vorschlägen angesprochen. lernen ein sehr gewollter Nebeneffekt.
Die ersten beiden Auflagen mit insgesamt
25.000 Exemplaren sind bereits vergriffen. Heu- Zusammenfassend können die Ziele des Pro-
Informationen zum Autor
er erschien die 3. aktualisierte und erweiterte jekts „Bergsteigerdörfer” folgend umrissen
Auflage mit 50.000 Exemplaren. Diese werden werden. Robert Straßer, geb. 1940,
nicht nur an die beteiligten Sektionen, Partner- verheiratet, drei erwach-
betriebe, Gemeinden, Tourismusvereine und • Der Alpenverein bewirbt naturfreundliche sene Söhne; pensionierter
Hütten sondern auch an andere Gemeinden Tourenziele. Er fördert das Verständnis für Beamter der Stadt Klagen-
und Sektionen ausgegeben. Die breite Streu- Natur und Umwelt. Das Besondere ist die furt; Tourenführer sowie
ung verspricht einen tollen Werbeerfolg. enge Zusammenarbeit zwischen Gemein- von 1992 bis 1996 Bergret-
Die ersten Bergsteigerdörfer wurden nach sehr den und Alpenverein. tungswart in der Sektion
klaren Richtlinien ausgewählt. Sie entsprechen • Durch die Broschüre „Kleine und feine Berg- Klagenfurt;
jedenfalls den Vorstellungen eines sanften steigerdörfer zum Genießen und Verweilen” Seit 1996 1. Vorsitzender
Tourismus. Es sind Gemeinden, die trotz ihrer werden nicht nur den betroffenen Dörfern der Sektion; in dieser Zeit wurden vor allem das
besonderen landschaftlichen Schönheit wirt- und Sektionen, sonder auch der gesamten Glocknerhaus und das Fraganter Schutzhaus ge-
schaftlich und touristisch benachteiligt sind. Bevölkerung die Ziele des Alpenvereins neralsaniert, eine Kletterhalle errichtet und eine
Sie bieten ihren Besuchern, sich bei ihnen durch faktisches Handeln nahe gebracht. wesentlich größere Geschäftsstelle angemietet
ohne technische Hilfsmittel, mit eigener Kraft • Die Broschüre ist ein starker Anreiz, die vor- und schließlich angekauft; von besonderer Be-
am Berg zu bewegen. Dabei werden Klettern, gestellten Gebiete zu besuchen. deutung war für ihn der Ausbau der Jugendar-
Bergtouren, Schitouren, Wandern, Schnee- • Die Aktion macht generell Lust auf unbe- beit;
schuhwandern, Langlaufen usw. angeboten. rührte Landschaft und stellt den Eventpark Das Bergsteigerdorf Grünau im Almtal und das Tote Gebirge: traditionsreiche und beliebte Tourenziele der Sektion Linz.
Bei all diesen Aktivitäten handelt es sich um Alpen in Frage. Foto: Karl Redtenbacher
Nutzen der Bergsteigerdörfer aus Sicht der Sektionen 60 61

Erste Erfolge im Projekt Bergsteigerdörfer

Feedback der Partner - Zusammenfassung

Jedenfalls zeigt sich, dass die aufgelegten Bro-


Regina Stampfl, Projektteam Bergsteigerdörfer
schüren über die Bergsteigerdörfer von den Informationen zum Autor
Kundinnen und Kunden der Geschäftsstelle
gerne mitgenommen werden. Dr. Peter Reinberg, am
4.10.1943 geboren, war bis
2008 aktiver Beamter des Im Großen Walsertal mache sich die Initiative noch notwendig. Positiv sei aber zu bemerken, setzt. Wichtig sei, sich der eigenen Stärken be-
Öffentlicher Verkehr Landes Oberöster­reich; noch wenig bemerkbar, da heuer viele andere dass bis jetzt noch für kein Bild gezahlt hätte wusst zu werden und mit professioneller Hilfe
seit 27. März 2009 ist er Themen präsent gewesen wären. Monika Bi- werden müssen. gut zu präsentieren. Knackpunkt in Lunz wäre
Zum Thema des ersten Tags der Tagung kann Präsident der Sektion Linz, schof vom Biosphärenpark betont, wie wich- Das schlichte Layout solle bewusst eine Abhe- die OeAV-Naturschutzwarte-Tagung gewesen,
ich folgendes berichten: bei der er bereits seit 36 tig aber die Partnerbetriebe und die Mitwir- bung von üblichen Tourismusprospekten sein. wo die Bevölkerung gemerkt hätte, dass die
Bahn und Bus werden bei der Sektion Linz Jahren Mitglied ist; kung der Region für die Umsetzung seien. Eine Anforderung an die Partnerbetriebe sei die Initiative wirklich Gäste nach Lunz bringe. Viele
und ihren Ortsgruppen hauptsächlich im Kin- seine Lieblingswanderge- Christina Schwann weist auf die zwei durch- Gewährung von 10% Rabatt für AV-Mitglieder. Veranstaltungen in die Bergsteigerdörfer zu
der- und Jugendprogramm, bei Seniorenwan- biete liegen in Oberösterreich, besonders gerne geführten Projekte, den Klettergarten Wand- Der Vorteil solle direkt an die Mitglieder der Al- bringen, sich gut zu präsentieren und das Logo
derungen und Radreisen verwendet. Hierbei geht er ins Tote Gebirge; seine Kondition testete fluh und die Gipfelbücher, hin. Gemeinsam pinen Vereine weitergegeben werden. Der Pro- überall unterzubringen, sei ein zentraler Punkt.
werden allerdings hauptsächlich Busse
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von
���� er kürzlich bei der 24 Stunden-Wanderung mit solle nun Schritt für Schritt noch mehr erreicht zentsatz der Partnerbetriebe sei stark vom Ort Beim Ortseingang könnten ähnliche Tafeln wie
Privatunternehmen genutzt. Hans Kammerlander; werden. selbst abhängig. In Johnsbach beispielsweise der Kopf des Aufstellers platziert werden. Herz-
Auch bei den Wander- und Schiwochen über- Matthias Danninger vom Hochgebirgs-Na- gäbe es drei Gastbetriebe, die alle drei Partner- lichen Dank an das Team!
wiegt die Nutzung von Bussen von Privatunter- turpark Zillertaler Alpen findet das Projekt betriebe seien�
������. Gerhard Moser, Vent, bestätigt die vorbild-
nehmen. Fahrgemeinschaften mit Privat-Pkws besonders interessant, da die Fraktion Ginzling Ludwig Wolf, Bgm. Johnsbach, erklärt, dass liche Bewerbung des Projektes durch den Al-
kommen vorwiegend bei Tages- und Wochen- und der Naturpark intensiv zusammenarbeiten es bei einer kleinen Gemeinde einfacher sei, penverein, allerdings solle die internationale
endtouren zum Einsatz. würden, gemeinsam würden neue Ideen ent- dass alle dabei sind. Es hätte nur einiger Tele- Presse noch mehr angesprochen werden. Bei
Die Initiativen der Sektion Salzburg für Schi- wickelt. Die Präsentation könnte noch stärker fonate bedurft und alle Betriebe wären sofort der Reaktivierung der Venter Schirunde habe
touren mit öffentlichen Verkehrsmitteln und forciert werden. Wichtig seien auch die Part- dabei gewesen. Alle seien sehr stolz auf die die Pressearbeit durch Stephanie Haug einen
eine entsprechende Kennzeichnung dieser nerbetriebe, wobei es hier vielleicht gelingen Broschüre und die Be­triebe würden selbst nach großen Mehrwert nach sich gezogen.
autofreien Touren (siehe Bergauf, Heft 4/2009 könnte, zwischen den Naturpark-Partnern und der Broschüre fragen. Wichtig sei auch, dass es Die Handhabung der Partnerbetriebe sei auch
sowie den Vortrag von Frau Mag. Wallentin im den Bergsteigerdorf-Partnern Gemeinsam- eine Broschüre und kein Prospekt sei, das man in Vent noch etwas unklar.
Rahmen der Jahrestagung Bergsteigerdörfer) keiten zu finden. sich aufhebe und auch später noch einmal zur Christina Schwann weist darauf hin, dass mit
werden wir uns zum Vorbild nehmen und das Erwin Soukup, Lesachtal, sieht die Bergstei- Hand nehme. Stephanie Haug bereits Gespräche geführt
Thema in unserer Sektion weiter behandeln. gerdörfer als gute Version aus der Masse he- Für die Gemeinde Johnsbach sei die Initiative werden würden. Ihre Pressearbeit wäre ein gro-
raus zu leuchten, als Alternative und Chance ein Riesenerfolg. Trotz der kurzen Phase wür- ßer Gewinn für die Bergsteigerdörfer, da sie das
für eine kleine Region in einem gemeinsamen den bereits zahlreiche Gäste wegen der Berg- Feingefühl hätte, diejenigen Medien heraus-
Netzwerk etwas zu bewegen. Durch die Un- steigerdorf-Initiative kommen. Eine Anregung zusuchen, die am meisten Erfolg versprechen
Die OeAV-Sektion Linz Gebäuden eingerichtet, die Hofpürglhütte hat einen zu dieser neuen Kletteranlage im Universitätsviertel terstützung eines solch potenten Partners wie wäre noch, auf den Aufklebern die Webadresse würden. Die Partnerbetriebe würden derzeit
Die Sektion Linz wurde 1874 gegründet, sie hat derzeit Boulderraum sowie einen großen Klettergarten in un- von Linz ist sehr zufriedenstellend, die Kurse sind ausge­ dem Alpenverein, bestünden gute Chancen, an aufzudrucken. auf der Webseite und in der Broschüre bewor-
15.000 Mitglieder und hält den Österreichrekord mit der mittelbarer Nähe. In Linz-Süd gibt es die zweitgrößte bucht. eine breite Kundenschicht zu kommen. Martin Ploderer, Bgm. Lunz am See, berich- ben. Die zukünftige Handhabung bezüglich
Zahl von 18 Ortsgruppen in großen Teilen Oberöster- Kletterhalle Österreichs im Sportpark Auwiesen, die von Die Partnerbetriebe sollten strengeren Krite- tet, dass in Lunz das Projekt sehr gut ange- Mitgliedsbeitrag sei noch nicht geklärt und
reichs. den Naturfreunden betreut wird. rien bezüglich der Alpinkompetenz unterlie- nommen werde. Generell seien die Bergstei- hänge von den weiteren För­dermöglichkeiten
Die Sektion Linz ist im Besitz von drei Schutzhäusern Die Sektion hat daher vor zwei Jahren mit der Pla- gen. Auch ein kleiner, symbolischer Mitglieds- gerdörfer eine Organisation mit einem breiten ab. Auf jeden Fall müssten die Partnerbetriebe
(Linzerhaus/Wurzeralm in Oberösterreich, Linzer nung einer Sportklettermöglichkeit in Linz nördlich der Beitrag wäre sinnvoll, um die Ernsthaftigkeit Angebot. Die Bergsteigerdörfer seien keine noch mehr nach außen transportiert werden.
Tauplitzhaus in der Steiermark und Hofpürglhütte in Donau begonnen. In enger Kooperation mit der Linzer der Mitgliedschaft des Betriebes zu unter- Konkurrenz unter­einander, sondern würden Die Partnerbetriebe stünden erst im Anfangs-
Salzburg), drei Selbstversorgerhäusern und zwei Aus- Union ADM, die in Linz-Nord unter anderem eine Ten- streichen. Beim Layout wäre vor allem bei den sich gegenseitig ergänzen. Für jeden sei et- stadium und Erfahrungswerte müssten gesam-
sichtswarten (Sternsteinwarte/Bad Leonfelden, Gise- nishalle betreibt, und der im Vergabeverfahren sieg- Einzelbroschüren mehr Übersicht für die Orte was dabei, die Bergsteigerdörfer seien so un- melt werden.
lawarte/Lichtenberg – letztere wurde heuer zum Denk- reichen Firma DCD (Wien/Waidhofen a.d.Ybbs) wurde verknüpft mit aussagekräftigeren Bildern wün- terschiedlich wie die Alpenvereinsmitglieder Klaus Küchenhoff, DAV-Sektion Breslau, ist
mal erklärt). Unsere Geschäftsstelle liegt zentral in Linz zunächst im März 2009 eine umgebaute Squashbox mit schenswert. selbst. Die Broschüren seien gut gelungen. seit 42 Jahren Gast des Hotels Post, und be-
am Hauptplatz 23. 120 m² Kletterfläche für Vorstieg und Bouldern eröffnet, Christina Schwann betont, dass die Bilder von Wichtig seien erste Erfolge, auch in Lunz am grüßt den Rabatt für Alpenvereinsmitglieder.
und am 12.9.2009 konnte in festlichem Rahmen der 15 den Gemeinden, Sektionen, Tourismusverbän- See seien bereits Gäste wegen der Bergstei- Vor allem aber würde die Möglichkeit ge-
Kletterpark Linz-Urfahr m hohen ÖAV und Oberbank-Kletterturm als Outdoor- den und vielfach auch von privaten Personen gerdörfer gekommen. Entscheidend sei aber schätzt, bei einem Aufenthalt von einer Woche
Verschiedene Ortsgruppen haben in den letzten anlage mit 850 m² Kletterfläche – die größte derartige zur Verfügung gestellt werden würden. Eine auch die Akzeptanz bei der Bevölkerung. Die auch einmal zwei Tage auf der Breslauer Hütte
Jahren Kletterwände in Schulturnsälen und ähnlichen Anlage in Österreich - eröffnet werden. Der Zuspruch Der neue KLetterpark Linz-Urfahr. Foto: Sektion Linz bessere Abstimmung auf die Texte wäre sicher Idee hätte sich schon gut in den Köpfen festge- verbringen zu können, ohne in dieser Zeit das
Erste Erfolge im Projekt Bergsteigerdörfer 62 63

Organisationsstruktur

Erarbeitung einer zukünftigen Organisationsstruktur

Hotel bezahlen zu müssen. Vent hebe sich von verlinkt werden könne. Auch bei Tagungen für Grünau schon viel bewirkt habe, auch Din-
Peter Haßlacher - Fachabteilung Raumplanung-Naturschutz des OeAV
Sölden ab und das sei sehr wichtig. würden die Broschüren aufgelegt. Möglich wä- ge die man nicht gleich bemerke. Als Beispiel
Gudrun Wallentin, OeAV-Sektion Salzburg, ren im weiteren Beiträge in den Sektionsnach- wäre hier der Klettersteig zu nennen. Durch die
schließt sich Herrn Reinberg und Herrn Straßer richten der beteiligten Sektionen. Unterstützung der Sektion Wels und die Argu-
an. Die Bergsteigerdörfer seien ein Vorbildpro- Christina Schwann begrüßt die vorgebrachten mentation, wie wichtig ein Klettersteig für ein
jekt des Alpenvereins, wie der Alpenverein in Ideen von Herrn Hesse und betont wie wichtig Bergsteigerdorf sei, konnte der Leader-Aus-
seinen Arbeitsgebieten arbeite. Leider sei der es sei, dass jeder einen Beitrag leiste. schuss schneller überzeugt werden.
Begriff der Arbeitsgebiete bei vielen Sektionen Bernd Schröder, DAV-Sektion Berlin, richtet Vier Betriebe wären bereits als Bergsteigerdorf-
ins Hintertreffen geraten. Der Auftrag sei nun, großes Lob für die professionelle Arbeit an das Partnerbetriebe und AV-Partnerhäuser auf-
die Idee mehr in Sektionen hineinzutragen, Team. Ein wichtiges Element sei es, zurück zu genommen worden. Bei der Bevölkerung be­
sodass sich der eine oder andere Tourenführer den Quellen zu gehen und den Gedanken von stehe noch Aufholbedarf. Bürgermeister Alois
in ein Bergsteigerdorf verirre. Als Alpenvereins- Franz Senn weiterzuführen und die wirtschaft- Weidinger selbst ist durch die Bergsteigerdorf- Wie der Literatur über das Projekt „Bergsteiger­ Raumplanung/Naturschutz tätige Koordinato- Projektbegleitende Arbeitsgruppe
mitglied solle man sich mit den Grundideen liche und touristische Entwicklung zu fördern. Initiative wieder AV-Mitglied geworden. dörfer“ gut zu entnehmen ist, steht die Ent- rin des Projekts Bergsteigerdörfer; Roland Kals
des Alpenvereins identifizieren und in ein Die Not zu lindern, wie damals Franz Senn, sei Der Bürgermeister richtet seinen Dank an das wicklung und Verwirklichung dieser Projek- und Regina Stampfl als externe Mitglieder des Auf Initiative des Lebensministeriums gibt
Bergsteigerdorf fahren, weil es ein Alpenver- heute nicht mehr so wichtig. Es solle sich da- Team, die Gemeinde Grünau als Tagungsort tidee in sehr engem Zusammenhang mit dem Projektteams vom Salzburger Planungsbüro es auch noch in unregelmäßigen Abständen
eins-Projekt ist. hingehend entwickeln, dass die Talorte wieder gewählt zu haben und für die partnerschaft- Oesterreichischen Alpenverein. Nach zahl- arp planning.consulting.research) ebenso in stattfindende Treffen, an welchen VertreterIn-
Hannes Schlosser berichtet über den Stand an Bedeutung gewinnen. Oft gelange man mit liche und kollegiale Zusammenarbeit. reichen (Planungs-)Gesprächen gab das Prä- diesem operativen Ausschuss vertreten. nen des Lebensministeriums, des Bundesmin-
der Alpingeschichte-Bücher. Es würden insge- dem Auto bis zum Ausgangspunkt der Tour sidium des Oesterreichischen Alpenvereins in Zu den Hauptaufgaben des operativen Aus- isteriums für Wirtschaft, Jugend und Familie
samt zehn Bücher herausgegeben. Das erste und komme gar nicht mehr ins Dorf. Es bestehe seiner 34. Sitzung vom 18.2.2008 „grünes Licht“ schusses werden die Festlegung der strate- sowie des OeAV-Projektteams teilnehmen und
sei bereits fertig, zwei weitere seien kurz vor kein Kontakt und keine Bindung an den Talort. zur Durchführung des Projekts in der Fachab- gischen Ausrichtung des Projekts, die Beratung die Kanäle zur Österreich Werbung bzw. zu
der Fertigstellung. Die Bergsteigerdörfer seien Ginzling würden die wenigsten aus der Sektion Zusammenfassung: teilung Raumplanung/Naturschutz. der jährlichen Arbeitsprogramme mit den darin weiteren Fördermöglichkeiten öffnen sollen.
so unterschiedlich, dass sie auf den ersten Blick kennen, da man ja bis zum Schlegeis hochfah- Das Projekt ist gut angelaufen, erste Erfolge Durch die Finanzierung des Projekts aus Mitteln enthaltenen Meilensteinen, die Qualitätssicher- Projektteam und operativer Ausschuss stehen
nicht viel gemeinsam hätten. Durch die Aufar- ren kann und von dort viel schneller auf der stellen sich ein. Die Broschüren werden gut des Lebensministeriums und der Europäischen ung der ergriffenen Schritte, die Nachschär- jedenfalls in sehr engem Kontakt. Der Weisen-
beitung der Alpingeschichte würde aber sicht- Hütte sei. Die Bergsteigerdörfer sollten in der angenommen und finden großen Anklang. Union LE 07‑13 besteht selbstverständlicher- fung der beschlossenen Aufnahmekriterien für rat berät den operativen Ausschuss und steht
bar werden, wie ähnlich sie sich in gewisser Sektion wieder mehr verankert und die Berge Wichtig ist die Identifikation der Bevölker- weise eine enge Abstimmung zwischen dem die Bergsteigerdörfer, usw., zählen. Jedenfalls in direktem Kontakt zum Projektteam. Die Sit-
Weise doch sind und dass alle ein gemein- und Talorte wie­der enger vernetzt werden. ung und der Akteure mit dem Projekt. Alpenverein als Projektträger und der im Leb- werden die „big points“ allen Gemeinden an- zungen sollen auf ein praktisches Minimum be-
samen Ziel verfolgen würden. Ludwig Wolf, Johnsbach, merkt noch an, dass Die Pressearbeit muss vor allem internation- ensministerium zuständigen Abteilung V/9 lässlich der jährlich stattfindenden Tagungen schränkt bleiben, jedoch die Kommunikation
Karl-Heinz Hesse, ARGE-Tauernhöhenwege, immer nur einer alleine reden könne, aber sin- al noch verstärkt werden, es gibt dazu aber (MR Dr. Ewald Galle). zur Debatte und Beschlussfassung vorgelegt. zwischen den Mitgliedern des Projektteams
lobt die gute Zusammenarbeit zwischen den gen könnten alle gemeinsam. Vielleicht wäre bereits Gespräche mit einer renom­mier­ten und dem operativen Ausschuss rege sein. Re-
Bergsteigerdörfern Mallnitz und Malta und der das ein guter Gedanke, ein gemeinsames Lie- Agentur. Auch bezüglich der Partnerbe- gelmäßige Ortsbesuche durch das Projektteam
ARGE-Tauernhöhenwege. Eine wichtige Aufga- derbuch für die Bergsteigerdörfer zu entwi- ­triebe ist noch viel Arbeit zu leisten, hier Operativer Ausschuss Weisenrat müssen ebenso Priorität haben wie die gegen-
be der Sektionen sei es, Wege und Hütten zu ckeln und Sängerwochenenden auf Hütten zu werden strengere Kriterien hinsichtlich der seitige Vernetzung unter den ausgewählten
erhalten, was gerade für alpenferne Sektionen organisieren, um die Leute zu motivieren und Alpinkompetenz gewünscht. Eine Verbesse­ Im Laufe der letzten Monate hat sich die Not- Derartige Leuchtturmprojekte zur nachhalti- Gemeinden.
oft schwierig sei. das Hüttenleben wieder aufzufrischen. rung hinsichtlich Struktur und Bildsprache wendigkeit und Zweckmäßigkeit einer breiter gen Entwicklung des Ländlichen Raumes im Gerade in Hinblick auf die Verlängerung des
Die ARGE-Tauernhöhenwege habe eine eigene Alois Weidinger, Bgm. Grünau im Almtal, wird bei den Broschüren angeregt. aufgestellten Projektsteuerungsstruktur als sin- Berggebiet bedürfen jedoch auch einer extern- Projekts Bergsteigerdörfer von 2011 bis 2013
Homepage, auf der zu den Bergsteigerdörfern bestätigt, dass die Bergsteigerdörfer-Initiative nvoll herausgestellt. en fachlichen Begleitung. Diese soll die Sicht innerhalb der Programmperiode LE 07-13 stellt
Demnach wird ein operativer Ausschuss von außen in das Projekt einbringen und zwar das Know-how und die Erfahrung sowohl des
eingesetzt, welcher aus Vertretern der Gemei- aus der raumwissenschaftlichen, alpinphiloso- Weisenrates als auch der Bürgermeister eine
nden mit einer guten Ost-West-Verteilung phischen, touristischen, jung-dynamischen ganz wichtige Wissensquelle dar. So soll dabei
der Bürgermeister, einer OeAV-Sektion, nach Perspektive sowie aus dem Blickwinkel eines auch darüber diskutiert werden, ob es Sinn
Möglichkeit einer DAV-Sektion mit Arbeits- erfahrenen Gastes. Dieser Weisenrat verkörpert macht, das vom OeAV in Österreich initiierte
gebiet in einem Bergsteigerdorf, des Touris- zusammen mit dem Alpenverein den wichtigen Projekt mit Hilfe des Ständigen Sekretariats auf
mus, eines Partnerbetriebes sowie des Oes- „think tank“ für die laufende Projektadaptier- weitere Alpenstaaten im Anwendungsbereich
terreichischen Alpenvereins als Projektträger ung, nimmt die Funktion eines Evaluierers von der Alpenkonvention auszudehnen.
zusammengesetzt sein soll. Selbstverständlich laufenden Gemeindeentwicklungsprozessen in Jedenfalls ist es nunmehr mit dieser Organisa-
ist das für die unmittelbare Umsetzung ver­ Hinblick auf das OeAV-Projekt Bergsteigerdör- tionsstruktur gewährleistet, dass dieses Projekt
antwortliche Projektteam (Peter Haßlacher/ fer wahr und gibt u.a. auch Stellungnahmen zu fachlich und politisch gut abgefedert seinen
Leiter der Fachabt. Raumplanung/Naturschutz möglichen Neuzugängen für das Netzwerk der harmonischen Lauf nimmt.
Klaus Küchenhoff, DAV-Sektion Breslau. Bürgermeister Ludwig Wolf, Johnsbach. Bernd Schröder, DAV-Sektion Berlin. des OeAV; Christina Schwann/in der Fachabt. Bergsteigerdörfer ab.
64 65

Resümee

Roland Kals, Projektteam Bergsteigerdörfer

Tagung leuchtet, unter anderem die präzisen Definitio- Räumen ist die große Herausforderung, die
nen verkehrspolitischer Schlüsselbegriffe oder im Mobilitätsmarkt mittlerweile klaffende
Engagement pur: Das ist der Gesamteindruck die Pflicht zur Begünstigung der Intermodalität Lücke zwischen den Anforderungen und den
der diesjährigen Bergsteigerdörfer Jahresta- und zur Verlagerung der Transportleistungen (im Regelfall dürftigen) Angeboten zu ver-
gung. Die Organisatoren haben gerufen und im Güter- und Personenverkehr auf das jeweils ringern. Dabei geht es um eine längerfristige
(fast) alle sind gekommen: Bürgermeister, Tour- umweltverträglichste Verkehrsmittel. Systemstabilität auf den Fundamenten: aus­
istiker, Autoren und Vertreter von Alpenvereins­ Wie ein roter Faden zieht sich auch durch das reichende Vorlaufzeit, sorgfältige Angebots­
sektionen trafen sich mit dem Projektteam Verkehrsprotokoll die Frage nach der unmit- planung und nachhaltige Finanzierung dieses
zu einem zweitägigen überaus intensiven telbaren Anwendbarkeit einzelner Bestim- Angebotes. Die Lösung kann ein „abgestufes
Gedankenaustausch. mungen. Dabei ist zwischen den rechtlich- Bedienungsmodell“ sein, das auf schlanke Mo-
Die Thematik hatte es in sich: Wie kann in „pe- normativen und den „(umwelt)politischen“ bilitätsketten und Barriere­freiheit setzt, wobei
ripheren Gebieten“ - und um solche handelt es Bestandteilen des Vertragswerks zu unterschei- letztere nicht auf die fahrzeugtechnische
sich bei den Bergsteigerdörfern zumeist - eine den. Eine große Rolle spielt auch, wie man die Ausstattung beschränkt bleiben darf, sondern
angemessene Mobilitätsqualität abseits des Alpenkonvention grundsätzlich auffasst. Denn: auch die umfassende Information über die Mo-
individuellen Personenkraftwagens langfristig Nirgends steht geschrieben, dass Vertragsbe- bilitätsangebote einschließt.
gesichert werden? standteile nicht unmittelbar umgesetzt werden In die selbe Kerbe schlägt Romain MOLITOR,
Dies vor dem Hintergrund sich fundamental dürfen. Das heißt, abseits der von manchen als der auf den Umstand aufmerksam macht, dass
Der Ötztaler Bus im Bergsteigerdorf Vent. Foto: Ötztal Tourismus.
verändernder Rahmenbedingungen, wie zum lästige Pflicht empfundenen unmittelbaren Re- in der frühen Tourismuserschließung der Al-
Beispiel der unübersehbare Rückzug ehemals chtsverbindlichkeit steht es Bund, Ländern und pen die Eisenbahn das Standardverkehrsmit-
staatstragender Mobilitätsdienstleister aus Gemeinden frei, Initiativen zur Förderung der tel gewesen ist. Während heute das eigene
„Es sollte aber eine Chance für die Bergsteigerdörfer sein, mit Hilfe von passenden, die jeweiligen Gegeben- der Fläche und die damit einhergehende Ver­ Alpenkonventionsziele zu starten. Ewald Galle Auto im weitaus überwiegenden Ausmaß
heiten erfassenden Verkehrskonzepten zu beweisen, dass Umwelt, Tourismus und Verkehr und im schlechterung des Angebotes, was vor allem ist beizupflichten, wenn er meint, der Verke- für die An- und Abreise verwendet wird, trifft
besonderen der Öffentliche Verkehr sich nicht gegenseitig behindern oder gar ausschließen, die Mobilitätsbedürfnisse der Tourismusak- hrsbereich sei prädestiniert für die Bergsteiger- dies interessanterweise für die Mobilität am
sondern sich gegenseitig bedingen.“ teure betrifft. dörfer, jene innovativen Impulse zu setzen, die Urlaubs­ort in wesentlich geringerem Ausmaß
Diesem schwierigen Thema muss im Gesamt­ weit über die Gemeindegrenzen hinaus wahrg- zu - ein entsprechendes Mobilitätsangebot
Ewald Galle, Lebensministerium, Grünau, 2009. konzept der Bergsteigerdörfer ein wichtiger enommen werden können. vorausge­setzt. Wird dieses Angebot sogar zur
Stellenwert eingeräumt werden, da die Finan- Anregungen dazu lieferte das Referat von Ernst „Mobilitätsgarantie“ für den Gast, dann hat
zierung der Bergsteigerdörfer-Initiative aus LUNG, der verschiedene Initiativen zur Ent- man einen echten Wettbewerbsvorteil, wie das
Mitteln der Ländlichen Entwicklung erfolgt, wicklung regionaler Gesamtverkehrskonzepte Paradebeispiel Werfenweng deutlich zeigt.
die für die Umsetzung der Alpenkonvention sowohl für touristische als auch für alltägliche Ein bestens funktionierendes Beispiel aus
vorgesehen sind. Und eine der Grundverpflich- Bedürfnisse präsentierte. Dabei zeigt sich, dass der Praxis stellte Thomas WIRNSPERGER vom
tungen in der Alpenkonvention ist die Senkung „autofreie“ Reise- und Urlaubsangebote at- Tourismusverband Großarl, dem auch das
der aus dem Verkehr entstehenden Belastun- traktiv und erfolgreich sein können, wenn die Bergsteigerdorf Hüttschlag angehört, vor.
gen auf ein für Menschen, Tiere und Pflanzen Zusammenarbeit aller Beteiligten klappt. Und Das langgestreckte Großarltal mit seinen 14
verträgliches Maß. dann gibt es einige durchaus beabsichtigte Seitentälern hat sich in den vergangenen
Die Verankerung des Öffentlichen Verkehrs in Nebennutzen, wie z. B. der geringere Fahrzeug- Jahren als Wanderparadies etabliert. Der
der Alpenkonvention war dann auch der Titel Stellplatzbedarf innerhalb und außerhalb der Wanderbus Großarl/Hüttschlag ist ein touris-
des Grundsatzvortrages von Ewald GALLE, in Ortschaften, die verringerte Lärmbelastung, tisches Transportsystem, das die in der Region
dem er zunächst die Stoßrichtung des Verkehrs­ die erhöhte Luftgüte oder das verringerte Un- vorhandenen Ressourcen intelligent verknüpft.
protokolles (Verhinderung weiterer alpenquer- fallrisiko. Einerseits durch die Nutzung der Postbuslinien
ender Straßentransitrouten) und den daraus Diesem „Setting“ einer erfolgreichen Zusam- zu Sondertarifen, andererseits durch fahrplan-
resultierenden jahrelangen Verhandlungs- menarbeit für ein attraktives ÖV-Angebot mäßig verkehrende Taxidienste zu günstigen
marathon schilderte. Anschließend wurden widmete sich Leonhard HÖFLER in seinem Fixpreisen. Der sorgfältigen Planung des An-
einige interessante Protokollinhalte näher be- ausführlichen Grundsatzreferat. In peripheren gebotes und der konsequenten Koordinierung
Resümee 66 67

Summary

Roland Kals, Projektteam Bergsteigerdörfer

der Anbieter ist es zu verdanken, dass der Zu­ dass der bewusste Verzicht auf das Auto nicht auftreten könnten. Zunächst wäre es jedenfalls
schussbedarf für diese Dienstleistung überra- als Opfer, sondern als Ausdruck eines neuen al- sinnvoll, wenn der Alpenverein mit den großen
schend gering gehalten werden kann. pinen Lebensstils etabliert werden kann. Anbietern über Spezialangebote für Vereins-
Wie man eine Regionalbahn (wieder) attraktiv Gute Ideen brauchen zur Umsetzung auch Un- mitglieder verhandelt und diese im Gegenzug
machen kann, erläuterte Alois WEIDINGER am terstützung. Welche Möglichkeiten es dafür auch breit kommuniziert.
Beispiel der Almtalbahn. Neben der Beschleu­ gibt, wurde von Veronika HOLZER am Beispiel Congress vices in goods and passenger traffic to the
nigung der Reisegeschwindigkeit durch ver- des Beratungsprogrammes klima:aktiv mobil most environ­mentally-compatible means of
schiedene technische Maßnahmen und die erläutert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Arbeitssitzung Commitment pure: This is the overall impres- transport in each case.
Verdichtung der Zugfolgen wurde auch der klimafreundlichen Mobilitätsmanagement für sion of this year‘s mountaineering villages an- The question of the direct applicability of in-
„Wohlfühlfaktor“ für die Reisenden nicht ver- Freizeit und Tourismus, ergänzt durch Umwelt- Der zweite Sitzungstag widmete sich dem The- nual congress. The organisers put the word out, dividual regulations is also a recurring theme
gessen, etwa durch liebevolle Restaurierung förderungen für betriebliche Verkehrsmaßnah- ma Alpinkompetenz und Infrastruktur in den and (almost) all came: Mayors, tourism profes- in the transport protocol. Distinction must be
von Bahnhofsgebäuden oder die Einrichtung men und Bewusstseinsbildungskampagnen. Bergsteigerdörfern. Paul STEGER erläuterte die sionals, authors and representatives of Alpine made here between the legal-regulatory com-
neuer Haltestellen, P&R-Anlagen und Fahr- Organisationsstruktur der Alpinwegebetreu- association branches met with the project ponents and the (environmental-) political
radabstellanlagen. Durchaus gegen den Trend Die Diskussion der Vorträge erbrachte einige ung im Zillertal, die ganz auf den Einsatz pro- team for an extremely intensive two-day ex- components of the treaty. A large role is also
wird weiterhin auf Servicepersonal in den interessante Ansätze für die Bergsteigerdör- fessioneller Akteure setzt. Diese werden aus change of views. played by how the Alpine Convention is inter-
Zügen, aber auch am Endbahnhof Grünau ge­ fer-Initiative, von denen einige hervorgehoben einem Pool finanziert, der von den zuständigen The subject was a complex one: How, in preted in principal. Because: nowhere does it
setzt. Damit ist unter anderem ein wesentlicher seien: Etwa der Gedanke, nach dem Vorbild Alpenvereinssektionen, den Gemeinden, den “peripheral areas“ - and these are what the say that contract components may not be im-
Baustein für ein funktionierendes Gästeinfor- des „Alpenperlentickets“ ein Kombiticket für Tourismusverbänden und den Seilbahnunter- mountaineering villages generally are - can plemented immediately. This means that, with-
mationsangebot gesichert. die An- und Abreise in die Bergsteigerdörfer nehmen gespeist wird. an appropriate quality of mobility without in- out direct legal force, felt by many to be an irri-
Gudrun WALLENTIN schilderte anhand zu entwickeln. Oder die Überlegung der Alpen­ Erwin SOUKUP schilderte anhand anschaulicher dividual passenger cars be safeguarded in the tating obligation, the State, Federal States and
typisch­er Beispielsfälle die Schwierigkeiten, vereins-Sektion Berlin, ein Kooperationsprojekt Beispiele aus dem Lesachtal, wie gut gestaltete long term? communities are at liberty to start initiatives for Visiting the Konrad-Lorenz research station.
auf die man stößt, wenn Bergtouren mit Hilfe mit den Bergsteigerdörfern Vent und Ginzling Packageangebote aussehen müssen, um eine This is to the backdrop of fundamentally chang- the support of Alpine Convention targets. You
öffentlicher Verkehrsmittel geplant werden. zu starten. entsprechende Gästenachfrage auszulösen. ing prevailing conditions, such as the incalcu- have to agree with Ewald Galle when he says
Gleichzeitig eröffnen sich jedoch Variations- Konkret hat der Oesterreichische Alpenverein Heli STEINMASSL gab einen Überblick der Qua- lable withdrawal of former state-supporting that the area of transport is predestined for
möglichkeiten, die bei der Standardanreise mit das Beratungsangebot von klima:aktiv mobil lifikationen, die im Bereich kommerzieller Out- mobility service providers from the area, and mountaineering villages to create innovative
dem Auto nicht genutzt werden können (Stich- bereits angenommen und führt zur Zeit Arbeits­ door-Angebote erforderlich sind, nicht ohne the associated deterioration in what is offered, impulses that could reverberate far beyond the
wort: Zwang zur Rückkehr an den Ausgangs­ kreissitzungen in den großen Sektionen durch. kritische Seitenblicke auf die unterschiedlichen which above all affects the mobility needs of borders of the communities.
punkt der Tour). Letztlich ist es aber eine Frage Spannend ist in diesem Zusammenhang die rechtlichen Rahmenbedingungen einzelner those taking an active part in tourism. Some suggestions for these were provided in
der Gewohnheit, in welcher Weise sich Bergbe- Frage, in wie weit es gelingt, die An- und Abrei­ Bundesländer und die Unwägbarkeiten der This complicated subject must be given priori- the lecture by Ernst LUNG, who presented vari-
geisterte dem Objekt ihrer Begierde annähern. se mit öffentlichen Verkehrsmitteln (wieder) ständigen Rechtssprechung in diesem Zusam- ty in the overall concept of the mountaineering ous initiatives on the development of regional
Bei der Wiedergewinnung einer sanfteren Mo- zum integrativen Bestandteil der Tourenpla- menhang. villages, since the mountaineering villages ini- integrated transport concepts, both for tourist
bilität kommt den Alpinvereinen eine wichtige nung zu machen. Werner KOCH präsentierte das Angebotsspek- tiative is financed through rural development and for day-to-day requirements. It is shown
Aufgabe zu: Motivierung, Angebotsentwick- Derzeit vielleicht noch ungewöhnlich ist die trum des Ausrüstungsanbieters Koch Alpin ins- funds, which are set aside to put the aims of the here that “car-free“ travel offers can be attrac-
lung im Bereich der geführten Touren, aber Idee, dass auch große Nichtregierungsorgani- besondere für winterliche Unternehmungen Alpine Convention into practise. And one of the tive and successful if there is cooperation be-
auch Lobbying in Richtung bergsteigerfreund- sationen, wie z.B. die Alpinen Vereine, als Bes- und erörterte die grundsätzlichen Möglich- basic commitments in the Alpine Convention tween all those involved. And then there are Presentation of the display.
licher ÖV-Angebote. Als Vision steht im Raum, teller von Verkehrsdienstleistungen am Markt keiten der Zusammenarbeit mit der Bergstei- is to lower the pollution caused by traffic to a a number of certainly intended side benefits,
gerdörfer-Initiative. level acceptable to man, animals and plants. such as the lower number of vehicle parking
Abgerundet wurde die Tagung durch Peter The anchoring of public transport in the Al- spaces needed inside and outside the villages,
REINBERG (Linz) und Robert STRASSER (Klagen­ pine Convention was then also the title of the the reduced noise pollution, the increased air
furt), die sich mit den Möglichkeiten großer principle lecture by Ewald GALLE, in which he quality or the reduced risk of accidents.
Alpenvereinssektionen beschäftigten, die Zu- described the approach of the transport pro- Leonhard HÖFLER dedicated his detailed key-
sammenarbeit mit den Bergsteigerdörfern zu tocol (prevention of further cross-Alpine road note speech to this “setting“ of a successful
intensivieren. transit routes) and the marathon of negotia- cooperation for an attractive public transport
Als letzten Tagesordnungspunkt präsentierte tions resulting from this, lasting several years. provision. In peripheral areas, the great chal-
das Projektteam den Entwurf einer Organisa- Afterwards a number of interesting protocol lenge is to close the by now huge gap in the
tionsstruktur, auf deren Grundlage die weitere contents were studied in more detail, including mobility market between demand and the
Zusammenarbeit und Qualitätssicherung erfol- the precise definitions of key transport political­ (generally poor) supply. What is at stake here
gen soll. Dieser Vorschlag wurde von den Teil- concepts, or the commitment to favouring is a long-term, fundamental system stability:
Rudolf Klausner, Ortsvorsteher Ginzling. Franz-Ferdinand Türtscher, Bürgermeister Sonntag. nehmern einhellig angenommen. inter­modality and transferring transport ser- sufficient preparation time, careful planning of Intense disussions even during the breaks.
Summary 68 69

Anhang

Teilnehmerliste

offers and sustainable financing of these offers. an important component for a functioning ac- One idea that is currently perhaps still unusual Referenten und Referentinnen
The solution may be a “graduated operating cess to information for guests. is that large non-governmental organisations,
model“, based on slender mobility chains and Using typical case examples, Gudrun WAL- such as the Alpine associations, could enter GALLE Ewald Lebensministerium, internationale Umweltangelegenheiten
wheelchair access, whereby the latter must not LENTIN described the difficulties encountered the market as customers for transport services.
be restricted to the technical fittings of vehicles when mountain tours are planned with the First it would make sense, however, for the Al- HÖFLER Leonhard Amt der Oberösterr. Landesregierung, Gesamtverkehrsplanung u. öffentl.
but should also include extensive information help of public transport. At the same time this pine association to negotiate with the large Verkehr
on the mobility provisions available. opens up different possibilities, which cannot providers about special rates for members, and
The same line is taken by Romain MOLITOR, who be used when arriving by car (keyword: being to communicate this widely. LUNG Ernst Bundesminsterium für Verkehr, Innovation und Technologie
draws to our attention the fact that in the early forced to return to the starting point of the
tourist development of the Alps, the railway tour). But ultimately the way in which those HOLZER Veronika Lebensministerium, Abt. Verkehr, Mobilität, Siedlungswesen u. Lärm
was the standard means of transport. Whereas who enthuse about the mountains approach Second Day
today the private car is used to a very great ex- their object of desire just comes down to peo- MOLITOR Romain Geschäftsführer KOMOBILE Wien
tent to reach the region and return home, inter- ple’s habits. The Alpine associations are faced The second day of the meeting was devoted
estingly this is much less the case for mobility with an important task in moving towards a to the subject of Alpine competence and infra- WIRNSPERGER Thomas Direktor Tourismusverband Großarl
in the holiday resort itself – provided that there more gentle form of mobility: Motivation, de- structure in the mountaineering villages. Paul
are sufficient transport options available. If this veloping resources for guided tours, but also STEGER explained the organisational structure WALLENTIN Gudrun Naturschutzreferentin der OeAV-Sektion Salzburg
transport provision even becomes a “guarantee lobbying for the provision of mountaineering- of the Alpine trail supervision in the Zillertal,
of mobility“ for the guest, then you have a real friendly public transport. There is a tentative vi- which relies entirely on the use of profession- STRASSER Robert 1. Vorsitzender der OeAV-Sektion Klagenfurt
competitive advantage, as the shining example sion that deliberately doing without cars need als. These are financed from a pool supported
of Werfenweng clearly demonstrates. not be a disadvantage, but can be established by the relevant Alpine association branches, SOUKUP Erwin Tourismusverband Lesachtal
A practical example that is working very well as an expression of a new alpine lifestyle. the communities, tourism associations and
is introduced by Thomas WIRNSBERGER from Good ideas also need support for them to cable railway companies. REINBERG Peter 1. Vorsitzender der OeAV-Sektion Linz
the Großarl tourism association, to which the be implemented. What options there are are Erwin SOUKOP described, using illustrative ex-
mountaineering village of Hüttschlag also be- explained by Veronika HOLZER, using the ex- amples from the Lesachtal, what well-designed HASSLACHER Peter Team Bergsteigerdörfer, OeAV-Fachabteilung Raumplanung-Naturschutz
longs. The extended Großarltal, with its 14 side ample of the consultation programme, klima: package offers need to look like to create an
valleys, has established itself as a paradise for aktiv mobil [‘climate:active mobile‘]. The main appropriate demand for guests. Herbert STEIN- SCHWANN Christina Team Bergsteigerdörfer, OeAV-Fachabteilung Raumplanung-Naturschutz
hikers in recent years. The Großarl / Hüttschlag emphasis here is on climate-friendly mobility MASSL gave an overview of the qualifications
hiking bus is a tourist transport system that management for leisure and tourism, supple- that are required in the field of commercial STAMPFL Regina Team Bergsteigerdörfer, arp-Salzburg
intelligently links the existing resources in the mented by environmental subsidies for op- outdoor offers, not without a critical look at the
area. On the one hand through the use of post erational transport policies und awareness cre- different legal frameworks of individual Federal KALS Roland Team Bergsteigerdörfer, arp-Salzburg
bus lines at special rates, on the other through ation campaigns. States and the unpredictability of the constant
regular scheduled taxi services at favourable The discussion of the lectures resulted in a jurisdiction in this context. Werner KOCH pre- STEGER Paul 1. Vorsitzender der OeAV-Sektion Zillertal
fixed prices. It was down to the careful plan- number of interesting approaches for the sented the range of offers from outdoor equip-
ning of the service and coordination of the ser- mountaineering villages initiative, a few of ment manufacturer Koch Alpin, particularly for KOCH Werner Geschäftsführer Koch alpin
vice providers that the subsidy requirements which stand out: such as the idea, following the undertakings in winter, and explained the basic
for this service can be kept surprisingly low. example of the “Alpine Pearls Tickets“, to offer a possibilities of cooperating with the mountain- STEINMASSL Helmut Staatlich geprüfter Berg- und Schiführer
How you can make a regional railway attrac- combined ticket for travelling to and from the eering villages initiati­v­e.
tive (again) is explained by Alois WEIDINGER, mountaineering villages. Or the consideration The congress was rounded off by Peter REIN-
taking the Almtal railway as an example. Apart by the Berlin branch of the Alpine Association BERG (Linz) and Robert STRASSER (Klagenfurt), Teilnehmer und Teilnehmerinnen
from the journey speed increasing, through to start a cooperation project with the moun- who looked at the possibilities of intensifying
various technical measures, and having more taineering villages of Vent and Ginzling. cooperation between the large Alpine asso- PLODERER Martin Bürgermeister Lunz am See
trains running, the “feelgood factor“ for travel- Specifically the Austrian Alpine Association has ciation branches and the mountaineering vil-
lers was not forgotten, for example through the already accepted the consulting offer of klima: lages. MAYR Hans Obmann TVB Lunz am See
affectionate renovation of station buildings or aktiv mobil, and is currently holding meetings As the final item on the agenda, the project
the installation of new stops, P&R facilities or of working groups in the large branches. In this team presented the draft of an organisation SCHRÖDER Bernd Geschäftsführer der DAV-Sektion Berlin
bicycle-parking stands. In contrast with current context, the issue is very interesting as to what structure on the basis of which further coop-
trends, emphasis is placed on having service extent it will (again) be possible to make travel- eration and quality assurance should continue. MOSER Gerhard Partnerbetrieb Vent im Ötztal
staff in the trains, but also at the terminus of ling to and from the area by public transport an This suggestion was accepted unanimously by
Grünau. Among other things, this safeguards integrative component of tour planning. the participants. KÜCHENHOFF Klaus 2. Vorsitzender der DAV-Sektion Breslau
Teilnehmerliste 70

Adressen
Ruth Moser, Monika Bischof Bürgermeister Konrad Esterl Ortsvorsteher Rudolf Klausner
Biosphärenpark Großes Walsertal Gemeindeamt Krakaumühlen Dornauberg-Ginzling
BISCHOF Monika Tourismusverband und Biosphärenpark Gr. Walsertal Jagdbergstr. 272 8854 Krakauhintermühlen 11 Naturparkhaus
6721 Thüringerberg gde@krakauhintermuehlen.steiermark.at 6295 Ginzling 229
TÜRTSCHER Franz Ferdinand Bürgermeister Sonntag, Gr. Walsertal info@grosseswalsertal.at ortsvorstehung@ginzling.net
Bürgermeister Otto Esterl
Bürgermeister Alois Klammer Gemeindeamt Krakauschatten Bürgermeister Michael Hohentwarter
HESSE Karl-Heinz ARGE Tauernhöhenwege Gemeindeamt Kartitsch 8854 Krakauschatten 28b Gemeindeamt
HNr. 80 gde@krakauschatten.steiermark.at Unterweißbach 36
9941 Kartitsch 5093 Weißbach
SAUER Benedikt Buchautor Alpingeschichte Villgratental gemeindeamt@kartitsch.at Bürgermeister Franz Guggenberger buergermeister@weissbach.at
Gemeindeamt Lesachtal
TRAUTWEIN Ferdinand Buchautor Alpingeschichte Grünau im Almtal Bürgermeister Klaus Unterweger 9653 Liesing, 29 Bürgermeister Hans Toferer
Gemeindeamt Kals am Großglockner lesachtal@ktn.gde.at Gemeindeamt Hüttschlag
Ködnitz 69 HNr. 19
KENDLER Sepp Obmann OeAV-Ortsgruppe Hüttschlag 9981 Kals am Großglockner Bürgermeister Matthias Scherer 5612 Hüttschlag
bgm@kals.at Gemeindeamt info@grossarltal.info
Dorf 4
STEGER Gudrun Buchautorin Alpingeschichte Ginzling Bürgermeister Günther Novak 9942 Obertilliach Bürgermeister Alois Weidinger
Gemeindeamt Mallnitz gemeinde@obertilliach.gv.at Im Dorf 17
KLAUSNER Rudolf Ortsvorsteher Ginzling HNr. 11 4645 Grünau im Almtal
9822 Mallnitz Bürgermeister Robert Mößler bgm.weidinger@gruenau.ooe.gv.at
gemeinde@mallnitz.at Gemeindeamt
DANNINGER Matthias Geschäftsführer Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen HNr. 62a Josef Schett
Bürgermeister Martin Ploderer 9943 Untertilliach Obmann Tourismusverband Villgraten
Marktgemeinde Lunz am See gde.untertilliach@lesachtalonline.at 9932 Innervillgraten, 116
KLENOVEC Chrisine Geschäftsführerin Naturpark Weißbach Amonstraße 16 office@villgraternatur.at
3293 Lunz am See Bürgermeister Johann Ledolter
GUGGENBERGER Christian Tourismusverband Lesachtal info@lunz.gv.at Gemeindeamt Reichenau Bürgermeister Klaus Rüscher
Hauptstraße 63 Gemeindeamt Malta
Bürgermeister Ludwig Wolf 2651 Reichenau a. d. Rax 9854 Malta
WOLF Ludwig Bürgermeister Johnsbach Gemeinde Johnsbach gemeindeamt2651@reichenau.at malta@ktn.gde.at
8912 Johnsbach
info@johnsbach.at Gemeinderat Konrad Klotz Bürgermeister Franz Kneißl
HOFSTÄTTER Beatrix Tourismusverband Grünau im Almtal Rofen 35 Gemeinde Steinbach am Attersee
Bürgermeister Wenzel Steinhart 6458 Vent HNr. 4
SCHMID-MUMMERT Ingeborg Buchautorin Alpingeschichte Gr. Walsertal Gemeinde Krakaudorf info@geierwallihof.at 4853 Steinbach am Attersee
HNr. 120 gemeinde@steinbach-attersee.ooe.gv.at
8854 Krakaudorf
UNTERWEGER Klaus Bürgermeister Kals am Großglockner gde@krakaudorf.steiermark.at

UNTERBERGER Kaspar Tourismusverband Kals am Großglockner

STOCK Brita Naturschutzwartin OeAV-Sektion Waidhofen/Ybbs


Ständiges Sekretariat der Alpenkonvention Projektteam Bergsteigerdörfer:
STRASSER Peter Arbeitsgruppe UNESCO Welterbegebiete d. Alpenkonvention www.alpconv.org
sekretariat@alpconv.org Peter Haßlacher, Christina Schwann
DRECHSLER Thomas Alpenregion Nationalpark Gesäuse Oesterreichischer Alpenverein
Sitz in Innsbruck Fachabteilung Raumplanung-Naturschutz
Herzog-Friedrich-Straße 15 Olympiastr. 37
SAILER Gerhard BM f. Verkehr, Innovatin und Technologie A-6020 Innsbruck 6020 Innsbruck
Österreich Tel.: +43/(0)512/59547-31
KNEISSL Franz Bürgermeister Steinbach am Attersee Tel.: +43/(0)512/588589-0 peter.hasslacher@alpenverein.at
christina.schwann@alpenverein.at
Außenstelle in Bozen
SCHLOSSER Hannes Redakteur Alpingeschichte Roland Kals, Regina Stampfl
Drususallee 1
I-39100 Bozen arp - planning.consulting.research
WOLFSTEINER Stefan Zivildiener OeAV-Fachabteilung Raumplanung-Naturschutz Italien Bittsolweg 16
Tel.: +39/0471/055357 5023 Salzburg
STILLER Werner TVB Krakautal Tel.: +43/(0)662/644777
Ewald Galle roland.kals@bergsteigerdoerfer.at
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und regina.stampfl@bergsteigerdoerfer.at
HÜTHMAYR Christoph Amtsleiter Gemeinde Grünau im Almtal Wasserwirtschaft
Abteilung V/9: Internationale Umweltangelegenheiten
WEIDINGER Alois Bürgermeister Grünau im Almtal Stubenbastei 5
1010 Wien
Tel.: +43/(0)1/515 2216-17
DRACK Fritz TVB Grünau Kasberg-Almen
ewald.galle@lebensministerium.at
www.bergsteigerdoerfer.at