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Ideen - Taten - Fakten Nr.

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6. Jahrestagung Bergsteigerdörfer, Lunz am See, 3. - 6. Oktober 2013

Protokoll „Energie“ der Alpenkonvention

MIT UNTERSTÜTZUNG VON BUND UND EUROPÄISCHER UNION

Europäischer Landwirtschaftsfonds
für die Entwicklung des ländlichen
Raums: Hier investiert Europa in
die ländlichen Gebiete.
Protokoll „Energie“ der Alpenkonvention

6. Jahrestagung Bergsteigerdörfer, Lunz am See, 3. - 6. Oktober 2013


Ideen - Taten - Fakten Nr. 7

www.bergsteigerdoerfer.at
Herausgeber: Oesterreichischer Alpenverein, Fachabteilung Raumplanung-Naturschutz
Olympiastr. 37, 6020 Innsbruck
Innsbruck, Februar 2014
Titelbilder: Hannes Schlosser
Bilder der Tagung und Umgebung: Hannes Schlosser
Textbearbeitung: Christina Schwann
Redaktion: Christina Schwann
Layout: Christina Schwann
Inhalt

Vorwort
Christina Schwann, Projektteam Bergsteigerdörfer 7

Die Begrüßungsworte
Martin Ploderer, Markus Reiterer, Liliana Dagostin, Gerald Dunkel-Schwarzenberger 9

Status Quo Bericht Bergsteigerdörfer


Christina Schwann, Projektteam Bergsteigerdörfer 13

Kooperation Bergsteigerdörfer - Tschechien
Ladislav Jirasko, Leiter der Ortsgruppe Tschechien des Alpenvereins Innsbruck 17

Das Energieprotokoll der Alpenkonvention


Ewald Galle, Focal Point Alpenkonvention Österreich, Lebensministerium 19

Wasserkraft, Wind- und Solarenergie in Hinblick auf ihre Wirtschaftlichkeit


Jürgen Neubarth, Energieexperte und Gutachter, Innsbruck 25

Landesausstellung Niederösterreich 2015


Kurt Farasin, Koordinator der Landesausstellung 35

Visualisierung von großtechnischen Anlagen zur Energiegewinnung


Herbert Jungwirth, 1. Vorsitzender der OeAV-Sektion Molln 37

Wert einer unverbrauchten Landschaft


Martha Riess, Touristikkauffrau, OeAV-Landesverband Oberösterreich 41

Bergteigerdorf Lunz am See


Eine informative Wanderung durch den Ort und Besuch der Ybbstaler Hütte 45

Verabschiedung Peter Haßlacher


Fotodokumentation - Bilder von Hannes Schlosser 49

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen 51






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Vorwort

Diese 6. Jahrestagung der Bergsteigerdör- räder aktuell einnehmen, veranschaulichte


fer fand zum Generalthema „Das Protokoll Herbert Jungwirth anhand einer eindrückli-
‚Energie‘ der Alpenkonvention“ statt. Aber chen Visualisierung.
auch ein zweiter, sehr wichtiger Aspekt
stand im Vordergrund: die Pensionierung Und schließlich baten wir Martha Riess ein
von Peter Haßlacher und damit seine Ver- paar Worte zum Thema „Wert der Landschaft“
abschiedung und die Übergabe seiner Auf- zu sagen. Was bedeutet Landschaft für den
gaben im Rahmen der Bergsteigerdörfer an Menschen, welche Faktoren spielen eine Rolle
seine Nachfolgerin Liliana Dagostin. dabei, wie wir Landschaft wahrnehmen? Und
hat Landschaft tatsächlich einen Wert?
Der Druck auf die Alpen wächst von vielen
Seiten. So auch von Seiten der Elektrizitäts- Ziel unserer Tagung war es, die verschiedenen
wirtschaft, geht es doch einerseits darum, Gesichtspunkte zu sehen und zuzulassen. Auf
erneuerbare Energien zu fördern und vom der einen Seite die Wirtschaft und ihre Argu-
Atomstrom weg zu kommen und andererseits mente, auf der anderen Seite der Natur- und Zu Gast war zudem Ladislav Jirasko, Obmann
aber auch darum, entsprechende Speicherfor- Landschaftsschutz und das Ganze im Span- der Ortsgruppe Tschechien des Alpenvereins
men zu schaffen. Vielfach hört man in diesem nungsfeld einer sehr hitzig geführten Energie- Innsbruck, der eine großartige Kooperation
Zusammenhang von den „Alpen als Batterie debatte auf europäischer Ebene. Es erschien zwischen den Bergsteigerdörfern und dem
Europas“. Wie soll oder kann das verstanden uns auch wichtig, mit veralteten Vorstellungen Magazin „Alpy“ in die Tat umsetzen möchte.
werden und welche Konsequenzen hat dies aufzuräumen - wie etwa der schön klingenden
auf den alpinen Raum? Welche Rolle dabei „Energieautarkie“. Und wir versuchten, Argu- Und zuletzt sei noch Kurt Farasin erwähnt, der
das Protokoll „Energie“ der Alpenkonvention mente für unsere Bergsteigerdörfer zu finden, gemeinsam mit Werner Bätzing die Niederös-
einnimmt, erläuterte Ewald Galle in seinem die den Druck von außen sehr wohl zu spüren terreichische Landesausstellung 2015 organi-
Eingangsreferat. bekommen. Welche Möglichkeiten bietet die siert. Die Landesausstellung wird vor allem die
Alpenkonvention, welche Argumente spre- Einzigartigkeit und die Besonderheiten des al-
Unsere Tagung widmete sich im weiteren Ver- chen für eine naturnahe Landschaft? pinen Raumes in den Vordergrund stellen und
lauf sehr intensiv dem Thema der Wirtschaft- dabei die Region um den Ötscher als „Ausstel-
lichkeit von erneuerbaren Energieformen Neben den Hauptreferenten durften wir eine lungsfläche“ nutzen. Dabei soll gezeigt wer-
- sprich Energie aus Wasser, Wind und Sonne. ganze Reihe von sehr interessanten Gästen den, dass die Stärke des Alpenraumes eben in
Jürgen Neubarth zeigte auf, dass die Wirt- begrüßen. An erster Stelle darf Markus Reiterer dieser Vielfalt liegt, in der Kleinstrukturiertheit,
schaftlichkeit sich beinhart aus den Strom- genannt werden, der seit Juni 2013 der neue und damit auch in der Fähigkeit, auf verschie-
Der Lunzer See zeigt sich im Herbst von einer ganz klaren, farbenfrohen Seite. preisen an der Börse ablesen lässt, dass aus Generalsekretär der Alpenkonvention ist und dene Probleme eine Vielzahl an kreativen Lö-
Wind und Sonne einiges heraus zu holen ist, als gebürtiger Niederösterreicher nicht nur sungen zu finden.
gleichzeitig diese neuen und stark zunehmen- Lunz am See, sondern generell das Voralpen-
den Sektoren den Strompreis aber gerade zur land sehr gut kennt. In seinen Begrüßungs- Ein großes Dankeschön gebührt Gastgeber
Mittagszeit extrem weit nach unten drücken. worten spricht er sich sehr deutlich für die Martin Ploderer, der uns seine Gemeinde ge-
Das bedeutet, erneuerbare Energieformen wie Bergsteigerdörfer aus, was allen Anwesenden zeigt hat, den Wasserkluster, die Ybbstaler Hüt-
Solar- und Windenergie verlangen gleichzeitig große Hoffnung macht. te und das Grünloch sowie Birgit Hager und
nach entsprechenden Speicherformen. Barbara Eigner vom Tourismusbüro, die die
Auch der Vizepräsident des Oesterreichischen Organisation vor Ort bestens geleitet haben.
Sprechen wir allerdings vom Wert einer Land- Alpenvereins Gerald Dunkel-Schwarzenberger Außerdem sei dem Partnerbetrieb Zellerhof
schaft für den Tourismus und letztendlich vor war zu Gast und versicherte den Anwesenden, sehr herzlich für die optimale Unterbringung
allem für die Bergsteigerdörfer, dann wird es in dass für den Alpenverein mit dem Projekt der und Verpflegung gedankt.
der Diskussion um neue Wasserkraftanlagen, Bergsteigerdörfer eine Initiative ins Leben ge-
um die Ableitung von Wasser aus Seitentälern, rufen wurde, die Vorbildcharakter hat, die den
um das Aufstellen von Windparks enormer Traditionen des Alpenvereins entspricht und
Größe auf Bergketten und Solarparks schnell die auch dem Trend der Mitgliederwünsche
sehr eng. Welche Dimensionen gerade Wind- voll und ganz entgegenkommt. Für das Projektteam, Christina Schwann
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Die Begrüßungsworte
Martin Ploderer,
Markus Reiterer, Liliana Dagostin, Gerald Dunkel-Schwarzenberger

Martin Ploderer Markus Reiterer


Bürgermeister Bergsteigerdorf Generalsekretär der Alpenkonvention
Lunz am See

„Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich darf Sie Markus Reiterer trat am 1. Juni 2013 die Nach-
zur heurigen Jahrestagung im Bergsteigerdorf folge von Marco Onida als Generalsekretär der
Lunz am See herzlich willkommen heißen. Alpenkonvention an.
Ganz besonders freut es mich, dass wir den
Generalsekretär der Alpenkonvention, Markus „Sehr geehrter Herr Bürgermeister, lieber Mar-
Reiterer, bei uns haben. In Markus Reiterer ha- tin, vielen Dank für die Einladung nach Lunz
ben wir sicher einen Förderer unserer Idee, wie am See. Es ist für mich ein ganz besonderes
wir ihn in Marco Onida hatten. Danke für Deine Vergnügen, nach Lunz am See zu kommen,
Vorabzusage, Markus, wir wissen, wo Du bist, da ich Ostösterreicher bin. Für mich war die
wenn wir etwas brauchen. Gegend rund um Lunz immer eine wichtige
Ich freue mich, dass auch der weitere Ehren- Region, um mit den Bergen in Berührung zu
gast ein wesentlicher Unterstützer unserer kommen. Ich habe z.B. in Göstling Schifahren
Idee ist, Ewald Galle, Focal Point Alpenkon- gelernt – das habe ich mit Michaela Dorfmeis-
vention im Lebensministerium. Danke für Dein ter gemeinsam – sonst leider nichts. Ich war oft
Kommen. Ewald Galle ist einer, der nicht nur am Ötscher unterwegs, am Dürrenstein, am
die Bergsteigerdörfer im Ministerium bestens Ober- und Mittersee. Das sind Gegenden, wo
vertritt, sondern auch ganz profan zur Stelle ich schon viel zu lange nicht mehr war, weil ich
ist, wenn der Geldschuh drückt. einfach schon zu lange von Österreich weg war.
Ganz herzlich begrüßen darf ich außerdem Auch andere Bergsteigerdörfer wie Johnsbach
Hanspeter Mair, Geschäftsbereichsleiter im und die Steirische Krakau kenne ich. Durch
Deutschen Alpenverein. meine Übersiedlung nach Innsbruck habe ich
Vom Oesterreichischen Alpenverein darf jetzt auch die Chance, näher zu den anderen
Martin Ploderer, Bürgermeister Lunz am See
ich ganz herzlich begrüßen Gerald Dunkel- Bergsteigerdörfern zu sein und ich freue mich,
Markus Reiterer, Generalsekretär der Alpenkonvention
Schwarzenberger, Viezepräsident und zustän- sie alle in den nächsten Jahren zu besuchen.
dig für Jugend und Naturschutz. Bei mir war es so, dass ich zuerst die Liebe zu
Aus Kärnten ist bei uns der Landesverbands- den Alpen entdeckt habe und dann die Liebe in Wien. Seit 1. Juni 2013, wie bereits erwähnt,
vorsitzende Joachim Gfreiner. Dazu möchte zur Alpenkonvention. Es war nicht notwen- bin ich nun in Innsbruck. Dass ich dort sitze,
ich stellvertretend für alle Alpenvereinsfunk- digerweise eine Liebe auf den ersten Blick. werfe ich ein wenig Peter Haßlacher vor. Meine
tionäre den Chef unseres Alpenvereins, Toni Ich war gerade auf großen Konferenzen zum ersten 100 Tage im Amt sind mehr oder weni-
Hauser, begrüßen. Thema ‚Klimawandel‘ und ‚Biodiversität‘ un- ger vorüber, d.h. die Schonfrist, die ich bis jetzt
Zusammenfassend möchte ich alle Bürger- terwegs, und dann kommt Ewald Galle daher vielleicht hatte, ist jetzt auch vorbei.
meisterkollegen, alle Funktionäre und Touris- und meint, wir brauchen hier jemanden für Als mich Christina Schwann zu dieser Tagung
tiker begrüßen. ein paar Sachen – da haben wir gerade den eingeladen hat, wusste ich, das ist mir wichtig.
Zum Schluss möchte ich natürlich das Projekt- Überprüfungsausschuss verhandelt sowie den Ich habe eine Reihe von Terminen verschoben,
team der Bergsteigerdörfer begrüßen: Roland Sitz des Ständigen Sekretariates in Innsbruck. um hier her zu kommen. Was ich bereits ges-
Kals, Christina Schwann, Regina Hatheier- Und so bin ich immer mehr hinein gekommen tern Abend gemerkt habe: hier ist wirklich Le-
Stampfl und Peter Haßlacher, der ab Novem- und irgendwann ist aus der Liebe zu den Alpen ben. Die Alpenkonvention ist ein Stück Papier.
ber seine wohlverdiente Pension antreten dann auch eine Liebe zur Alpenkonvention ge- Erfüllt wird dieses erst durch solche Aktivitä-
wird. Und es freut mich ganz besonders, dass worden. ten, wie ich sie hier bei den Bergsteigerdörfern
seine Nachfolgering Liliana Dagostin ebenfalls Dann war wieder zehn Jahre nichts. Ich war in sehe. Erfüllt wird es erst wirklich durch Leute
mitgekommen ist, um uns kennen zu lernen Genf, habe Abrüstungsverhandlungen gelei- wie Euch, die die Alpenkonvention auch tat-
und sich uns vorzustellen. Liebe Liliana, wir tet, habe mich sehr für Landminenopfer einge- sächlich leben. Das hat mich gestern Abend
setzen große Erwartungen in Dich, herzlich setzt, Kriegsopfer im Allgemeinen. Dann war sehr beeindruckt. Und ich freue mich, in den
willkommen.“ ich jahrelang in Washington, dann bei der UNO nächsten Jahren ganz gezielt und verstärkt an
Die Begrüßungsworte 10 11 Die Begrüßungsworte

seits gelebte Kooperation und andererseits ist Liliana Dagostin Manda – also ein Versprechen, dass dies ein hat zur z.B. Wachstumsthematik, wie wir sie zur
Alpenkonvention völkerrechtlicher Hausver- Ab 1. November 2013 Leiterin der Abtei- Hochzeitsstrauß ist, kann ich nicht geben. Ich Zeit in Zusammenhang mit der Makroregiona-
stand. Zum Beispiel: Ich mag es nicht, wenn mir lung Raumplanung-Natuschutz des OeAV fühle mich der Initiative aber vermählt. len Strategie ständig hören.
auf einer Skipiste die Steine um den Kopf flie- Kurz etwas zu meiner Person und zu meiner Aber viel mehr möchte ich dazu jetzt nicht sa-
gen – deswegen Bodenschutzprotokoll: ‚Keine Liliana Dagostin ist Juristin und seit 2007 in der Herkunft: Die ersten Berührungspunkte mit gen, denn die Veranstaltung wird von einem
Skipisten in geologisch labilen Gebieten‘. Das Abteilung Raumplanung-Natuschutz des OeAV der Alpenkonvention habe ich in Südtirol ge- anderen Thema getragen, das auch sehr stark
ist eigentlich Hausverstand und so kann man tätig. Ihr bisheriges Arbeitsgebiet war vor allem sammelt – da komme ich her – das hört man. mit einem Wachstum im alpinen Raum zusam-
die Alpenkonvention auch als etwas, das man die UVP-Verfahren im Sinne des Alpenvereins ab- Ich habe für eine umweltpolitisch aktive Stif- menhängt, vom Thema der Energie.
verstehen und leben kann, nach Außen tragen. zuwickeln. tung in Südtirol gearbeitet. Mein damaliger
Zum Thema ‚Tourismus‘ haben wir einen gro- Mit 1. November 2013 übernimmt sie die Refe- Chef war Helmut Moroder, nach wie vor Vi- Danke.“
ßen Bericht – den Alpenzustandsbericht er- ratsleitung und tritt das Erbe von Peter Haßla- zepräsident von Cipra International. Ein wei-
stellt. Hier stehen einige Dinge drinnen, die cher an. Damit ist sie auch für das Projekt der terer, der die Alpenkonvention immer massiv
einen nachdenklich machen müssen, wenn Bergsteigerdörfer zuständig. vorangetrieben hat – und Ihr seht schon, mein
man von Tourismus und Nachhaltigkeit spricht. Zugang zu den Bergsteigerdörfern kommt in Gerald Dunkel-Schwarzenberger
Die Aufenthaltsdauer der Touristen, die in die „Danke Roland, mein Rucksack ist schon um ei- erster Linie aus der Alpenkonvention – war Vizepräsident des Oesterreichischen
Alpen kommen – und es kommen im Jahr ca. niges leichter, wenn du sagst, ich werde nach Sigbert Riccabona, langjähriger Landesum- Alpenvereins
100 Millionen Leute in die Alpen – sinkt immer besten Kräfte von euch unterstützt; das nehme weltanwalt von Tirol, und Walter Tschon, sein
weiter. Die durchschnittliche Aufenthaltsdau- ich als Versprechen mit, von uns, vom Opera- Stellvertreter. Außerdem habe ich für eine „Ich freue mich, hier zu sein. Ich konnte beruf-
er der Touristen liegt bei 3 ½ Tagen. Je kürzer tiven Ausschuss – danke nochmals an Lois kurze Zeit im Ständigen Sekretariat der Alpen- lich zwei-drei Termine verschieben. Es ist mir
die Aufenthaltsdauer, desto mehr müssen die Weidinger, der mir den wunderbaren Blumen- konvention gemeinsam mit Ewald Galle 2008 als Niederösterreicher ein ganz besonderes
Leute aus und ein – d.h. wenn wir den Verkehr strauß überreicht hat. Ich bitte um tatkräftige am Kick off Meeting ‚Bevölkerung und Kultur‘ Anliegen gewesen, hierher zu kommen. Ich
nicht nachhaltig gestalten, dann werden wir Unterstützung von Euch allen, ein Versprechen arbeiten dürfen. Das Meeting war eine geniale freu mich auf eine spannende Tagung und
immer mehr Verkehrsströme haben. Das heißt, von dem Mann zu bekommen, dem wir das al- Geschichte in Villach, die nach einer Fortset- spannende Gespräche und bedanke mich
wir müssen damit umzugehen lernen, bzw. les zu verdanken haben, von Peter Haßlacher, zung verlangt hat. Daher haben wir kurze Zeit ganz besonders bei Christina und Peter für das
diese vermeiden. dass sein Ruhestand eben ein ‚Unruhezustand‘ später eine weitere Veranstaltung zu Bevölker- großartige Engagement der letzten Jahre.“
Zum Thema Energie: ich war vor kurzem in bleiben möge. Und obwohl ich mich selber als ung und Kultur in Asiago abgehalten; unter
Liliana Dagostin, Nachfolgerin von Peter Haßlacher, Gerald Dunkel-Schwarzenberger, Viezepräsident des
der Schweiz auf einer Tagung ‚Energie in den Neuling in der Gruppe der Bergsteigerdörfer Anwesenheit von Mario Rigoni Stern, was für
und der Blumenstrauß Oesterreichischen Alpenvereins
Alpen‘, bei der sehr viel über Energieeffizienz sehe, glaube ich, dass es unbedingt notwen- mich ein sehr berührendes Erlebnis war.
gesprochen wurde. Dabei sind mir zwei Din- dig ist, dass er als – ich bezeichne das auf neu- Ein kräftiger Händedruck als Symbol der Amtsüber-
dieser Zusammenarbeit mitzuwirken. ge besonders aufgefallen: Man schätzt, dass deutsch – ‚Mastermind‘ dieser Initiative erhal- Und dann kommt Peter Haßlacher, den ich da- gabe zwischen Liliana Dagostin und Peter Haßlacher.
Die Bergsteigerdörfer sind für mich das Alter- der Energieverbrauch in den Alpen im Schnitt ten bleibt, vor allem in Zusammenhang mit mals in meiner Zeit bei der Landesumweltan-
nativmodell zur touristischen Erschließung, die um 10% höher ist als außerhalb der Alpen. Das den vielen Herausforderungen, denen wir uns waltschaft Tirol kennen lernen durfte, ins Spiel.
nachhaltige Alternative zu vielen anderen Tou- ist großteils witterungs-, großteils auch durch noch stellen müssen – was eine finanzielle Ab- Die Beziehung zwischen Peter und mir ist –
rismusformen, die wir in den Alpen eben auch die interne Mobilität bedingt – und hier gäbe sicherung anbelangt, was eine Internationali- würde ich sagen – keine ganz konfliktfreie. Er
sehen. es sicher Einsparungspotenzial. Und das zwei- sierung dieser Initiative auch mitbringen mag. hat mich damals – 2007 – in sein Team geholt,
Was mir auch besonders wichtig ist, ist dieser te was mir aufgefallen ist, ist dieser ‚Sager‘ der Alle, die dafür sind, dass Peter weiterhin für die weil er mich ob meiner Offenheit, Ehrlichkeit
Gedanke ‚Alpen und Biodiversität‘. Wenn wir ‚Alpen als Batterie Europas‘, der immer wieder Initiative zur Verfügung steht, mögen daher und direkten Art, die ich pflege, geschätzt hat.
den Alpenbogen ansehen: Wir haben acht kommt. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber jetzt bitte summen. (Ein deutlich vernehmbares Dass ich mein Herz auf der Zunge trage, be-
Staaten, wir haben ein bis zwei Dutzend ver- mir gefällt das nicht wirklich. Für mich sind die und eindeutiges Summen geht durch den Raum). zeichnet Peter heute fast als brutal. Aber ich
schiedene Sprachen, je nachdem ob man man- Alpen ein Lebensraum, durchaus auch ein Wirt- Also Peter, das ist einstimmig – du musst wei- denke, das sagt er von vielen Leuten, die ihm
che Dialekte als eigene Sprache rechnet oder schaftsraum, ein Kultur- und ein Naturraum. Es ter machen. eng am Herzen liegen, deswegen nehme ich
nicht. Wir haben 50, vielleicht 55 Regionen in ist unser Lebensraum und für den arbeiten wir Jetzt komme ich zum Strauß von Luis Weidin- das einfach als Kompliment. Generell glaube
den Alpen, wir haben Hunderte, wenn nicht alle gemeinsam und dafür freue ich mich auch ger: über den habe ich wirklich sinniert. Er ist ich, dass diese offene Art jene ist – so habe ich
Tausende, natürliche Spezien und wir haben auf die Zusammenarbeit mit Ihnen. Was immer schon fast wie ein Hochzeitsstrauß und dann Euch kennen gelernt – die uns vereint. Offen
ca. 6.000 Gemeinden. Und das sind für mich ich kann, um das Bergsteigerdörfer-Projekt zu hat mich Hannes Schlosser auch noch gefragt, und unverblümt für etwas einzustehen und
die Ebenen, auf der wir Alpenkonvention leben unterstützen, werde ich gerne tun. ob das zitierfähig sei. Aber wenn ich hier so in das auch zu formulieren. Diese Offenheit lässt
müssen. Für mich ist Alpenkonvention einer- Alles Gute Ihnen, herzlichen Dank.“ die Runde schaue – da sind mir fast zu viele es auch zu, dass man einen anderen Zugang
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Status Quo Bericht Bergsteigerdörfer

Christina Schwann, Projektteam Bergsteigerdörfer

Rückblick auf Broschüren und Co


Seit dem letzten Zusammentreffen im Lesach- im Gailtal“ von Sepp Lederer, „Reichenau an
tal hat sich wieder einges bei den Bergsteiger- der Rax“ von Willi Maca und „Lunz am See“
dörfern getan: von Werner Tippelt, das im Übrigen am Abend
der Tagung in Lunz am See präsentiert wurde,
Drei neue Mitglieder konnten fertig gestellt werden.
Mit St. Jodok, Schmirn- und Valsertal, Zell-Sele
und der Region Sellraintal wurden Ende Okto- Sonderbeilage Bergsteigerdörfer
ber 2012 und im Mai und Juni 2013 drei neue BERGSTEIGER
Gemeinden, bzw. Regionen aufgenommen. Durch das große Engagement und die Be-
Alle drei Mitglieder stellten sich im Juni 2012 reitschaft aller 20 Bergsteigerdörfer, konnte
dem Operativen Ausschuss in Salzburg vor das Angebot des Magazins „Bergsteiger“, eine Christina Schwann, Projektteam Bergsteigerdörfer
und alle drei wurden aufgenommen. Sonderbeilage in der Ausgabe 07/2013 nur für
Für alle konnte in der Zwischenzeit die Einzel- die Bergsteigerdörfer zu nutzen, voll ausge-
broschüre erstellt, die Inhalte auf die Webseite schöpft werden. Die Sonderbeilage erschien
übertragen werden und natürlich sind auch in einer Auflage von 27.000 Stück und ging
alle drei Mitglieder in der neuen Gesamtbro- an alle Abonnenten in Deutschland sowie an
schüre enthalten. alle Verkaufsstellen in Bayern und Baden Würt-
Die Aufnahme auf die Plattform „Bergsteiger- temberg.
dörfer“ feierten alle drei Gemeinden jeweils
mit einer großen Beitrittsfeier, zu der vor allem Alpine Parkuhr
die einheimische Bevölkerung geladen war. Ein echtes Highlight dieses Sommers war die
Alpine Parkuhr. Die Erfindung von Bürger-
Neue Gesamtbroschüre meister Ludwig Wolf aus Johnsbach im Ge-
Die 6. Auflage der Gesamtbroschüre „Kleine säuse hat voll eingeschlagen. Mit nur wenig
und feine Bergsteigerdörfer“ wurde in einer Presseaufwand gewann die kleine Parkuhr
Auflage von 36.000 Stück gedruckt und noch schnell an Aufmerksamkeit. Bereits Anfang
im Mai 2013 an alle Bergsteigerdörfer-Partner des Sommers erregte sie viel Aufsehen. Im
versandt. Als Titelbild wurde diesmal eines aus Spätsommer konnte dann noch einmal ein
dem Lesachtal von Hannes Schlosser gewählt. deutliches Medieninteresse festgestellt wer-
den, was eventuell mit mehreren schweren
Alpingeschichtebücher Wander- und Bergsteigerunfällen in den Alpen
Auch bei der Serie „Alpingeschichte kurz und in Zusammenhang gebracht werden kann.
bündig“ geht es voran. Die Bücher „Mauthen
Status Quo Bericht der Bergsteigerdörfer 14 15 Status Quo Bericht der Bergsteigerdörfer

Die kleine Parkuhr hat sich somit als richtiger teresse vor allem daran, dass immer kurz nach Gleichzeitig wird aber auch immer wieder an - Ferienmesse Wien „Ich bedanke mich, das Wort ergreifen zu dür-
kleiner „Werbeträger“ für die Bergsteigerdör- Erscheinungstermin des „Bergaufs“ vermehrt Neuerungen und Verbesserungen gearbeitet. - Herbstmesse Klagenfurt fen. Ich war vor einiger Zeit bei einer Berg-
fer entwickelt. Broschüren bestellt und konkrete Anfragen Aktuell haben wir den linken Einzug etwas - Strategiesitzung Bergsteigerdörfer Kärnten – steigerdörfer Jahrestagung in Johnsbach im
getätigt werden. vergrößtert, die Bilduntertitel besser platziert Malta Gesäuse dabei und ich war sofort Feuer und
und wir möchten rechts ein Banner einfügen. - Vermieterversammlungen im Schmirntal Flamme.
Öffentlichkeitsarbeit „Bergauf“ Diese Banner könnte man für Werbebotschaf- und in Vent Es ist in Bayern nicht ganz einfach, diese Idee
Webseiten Neuerungen ten von Sponsoren nutzen. Wir werden dies in - Naturschutzwarteseminar im Gr. Walsertal voran zu bringen. Ich bin seit 2009 beim Deut-
Die Mitgliederzeitschrift des Oesterreichi- Die Webseite www.bergsteigerdoerfer.at als erster Linie und in einem ersten Durchlauf für schen Alpenverein – beim Bundesverband –
schen Alpenvereins „Bergauf“ erscheint 5x im eines unserer wichtigsten Elemente in der unsere eigenen Seiten nutzen - sprich für z.B. Sonstiges: ich bin der Geschäftsbereichsleiter Hütten
Jahr in einer Auflage von 250.000 Stück. In Öffentlichkeitsarbeit, wird hauptsächlich von die Partnerbetriebe. Ausflug Sektion Göttingen – Karl Heinz Hesse und Wege, Naturschutz, Raumordnung und
jeder dieser Ausgaben ist ein Beitrag zu den Regina Hatheier-Stampfl gepflegt. Ihr zur Sei- Wir versuchen die Seiten so aktuell wie mög- – nach Mallnitz Kartografie. Wir haben dank der Unterstüt-
Bergsteigerdörfern enthalten - meist
Report #2 2013 über drei te steht unser Programmierer Bernd Schlackl. lich zu halten. Sollte es einmal vorkommen, zung von Christina Schwann und insbeson-
Seiten. Gemeinsam haben sie es geschafft, dass das dass etwas nicht mehr aktuell ist, oder sich dere von Peter Haßlacher das Projekt bei allen
Website bergsteigerdoerfer.at
Diese Beiträge kommen gemäß aktueller Mit- Google-Ranking der Webseite sehr gut ist Fehler eingeschlichen habe, bitten wir alle Master-/Diplomarbeiten möglichen Empfängen immer wieder in die
glieder- und Leserumfragen sehr gut an. Tat- auch und die Zugriffe nach wie vor kontinu- Beteiligten sich direkt beim Projektteam zu Runde gegeben.
sächlich wartet man schon regelrecht auf die ierlich steigen. Die Auswertung der Websei- melden. Masterarbeit Iris Czaja, Universität Olden- Beim letzten Neujahrsempfang habe ich dann
Zeitraum: Jänner 2011 bis 29.09.2013 (KW 39)
Neuigkeiten aus den Bergsteigerdörfern. tenstatistik macht dies - wie in der Abbildung burg jemanden vom Landtag, einen Abgeordneten,
Im Büro in Innsbruck merkt man das große In- ersichtlich - sehr deutlich. Die „Bergsteigerdörfer“-Initiative des Oester- getroffen und das hat heuer im Frühjahr Fahrt
Veranstaltungen reichischen Alpenvereins: Auswirkungen nach aufgenommen. Dann hat sich der Wirtschafts-
Besucherentwicklung Wo immer es möglich ist, werden Veran- der ersten Projektphase am Beispiel der Ostti- minister Zeil dafür interessiert und so haben
staltungen von Gemeinden und Regionen roler Gemeinden im Villgratental und Kartitsch wir kurzerhand einen Termin vereinbart. Ich
genutzt, um auch die Bergsteigerdörfer ent- dachte, es wird ein Ministeriumstermin, aber
1: steiermark.orf.at
sprechend zu präsentieren. Aber auch Mes- Diplomarbeit Claudia Kreuscher, Wirt- es wurde dann gleich in Hinterstein Ende Au-
2: alpenverein.at
setermine, wie die Herbstmesse in Klagenfurt schaftsuniversität Wien gust ein ausgezeichneter Presseevent. Das
3: tirol.orf.at
oder die Ferienmesse in Wien, entwickeln sich Regionale Identität in den Dörfern der Initia- Thema „Bergsteigerdörfer“ ist damit in Bay-
Erläuterungen zu den Peaks
1, 2, 3 im Anschluss an die für die Bergsteigerdörfer recht positiv. tive Bergsteigerdörfer des Österreichischen ern angekommen. Ich habe auch schon von
Grafik.
Folgende Veranstaltungen wurden im vergan- Alpenvereins – eine empirische Untersuchung Berchtesgaden Anfragen bekommen. Regina Hatheier-Stampf, Projektteam Bergsteigerdör-
genen Jahr vom Projektteam oder Partnern Es wurde erreicht, dass diese Idee jetzt zu- fer und vor allem für die Webseite der
Bergsteigerdörfer zuständig.
wahrgenommen: mindest politisch verankert ist und auch der
- Beitrittsfeiern der neuen Gemeinden Bayerische Umweltminister ist begeistert.
International Hanspeter Mair, DAV-Geschäftsbereichsleiter und
- Qualitätssitzung Malta Und ich glaube, zumindest der Umweltminis- Promotor für Hinterstein als erstes
- Bergsicherheitstag in St. Jodok Aus mehreren Ländern wird mittlerweile In- ter kommt wieder in die Regierung, der Wirt- deutsches Bergsteigerdorf.
- Wanderopening Reichenau an der Rax teresse an dem Projekt Bergsteigerdörfer sig- schaftsminister ist ja draußen.
- Eröffnung Klettersteig Steinbach am Atter- nalisiert. Die Verantwortlichen in den anderen Erst am letzten Montag waren wir in Inns- welche Gemeinden in der Schweiz als Berg-
see Ländern suchen den Kontakt mit dem OeAV bruck und ich glaube, wir rennen hier offene steigerdörfer im Sinne des OeAV geeignet
- „Bergsteigerdorf hautnah“ im Villgratental und es wurde bereits eine Reihe von Geprä- Türen ein, wenn wir dieses Projekt internatio- wären. Sie sind bereit, die Kriterien in ähnlich
- „Pfitscherjoch grenzenlos“ (Ginzling – St. chen geführt, bzw. mit Italien das ja bereits nalisieren und das Thema „Alpenkonvention“ strenger Form zu übernehmen und auch den
Jodok, Schmirn- und Valsertal) bekannte Interreg IVA Projekt weiter vorange- tatsächlich in die Länder der Alpen bringen, Schweizer Alpen Club (SAC) mit ins Boot zu
- Pressewanderung Peter Habeler Runde – trieben. um diese Initiative als Alternativmodell zum holen. Eine Grundvoraussetzung für uns, um
Ginzling – St. Jodok, Schmirn- Valsertal Massentourismus auch in Bayern verankern zu gewährleisten, dass das Projekt in Alpen-
- CAA-Naturschutztagung – Valsertal Bergsteigerdörfer in Deutschland und ich bin guter Dinge, dass wir das mit Hin- vereinshand bleibt.
- Radio Tirol Sommerfrische im Villgratental Pressekonferenz am 24. August 2013 in Hin- terstein nächstes Jahr schaffen.“
- Italienische Naturschutzbeauftragte im delang im Allgäu – Hinterstein als erstes Deut- Bergsteigerdörfer in Italilen
Durchschnittliche Besucher pro Tag pro Kalenderwoche ab Jänner 2011 bis Kalenderwoche 39 2013 Valsertal sches Bergsteigerdorf? Bergsteigerdörfer in der Schweiz Das Interreg IV Projekt ist voll angelaufen –
- Buchpräsentation Mauthen im Gailtal Dazu eineige Worte von Hanspeter Mair, Mit Vertretern aus Graubünden fand ein zwei- Broschüren in Italienisch wurden gedruckt.
1. steiermark.orf.at: Seite zur Alpinen Parkuhr: 1.192 Besucher in KW 17, 22.-28.01.2013 DAV-Geschäftsbereichsleiter für Hütten und tes Gespräch am 25.9.2013 in Innsbruck statt. Die Verantwortlichen nahmen an der Ferien-
2. alpenverein.at: Seite zur Alpinen Parkuhr: 236 Besucher in KW 20, 13.-19.05.2013, hauptsächlich am WoE Sa, So 18./19.05.2013 Wege, Naturschutz, Raumordnung und Karto- Die Schweizer haben eine Machbarkeitsstudie messe in Wien im Jänner 2013 teil. Außerdem
© 2013 Webmaster bergsteigerdoerfer.at Seite 1
3. tirol.orf.at: Seite zum Bergsteigerdorf Sellraintal: 632 Besucher in KW 24, 10.-16.06.2013, 145 Besucher in KW 25, 17.-23.06.2013 grafie: in Auftrag gegeben, die zeigen soll, wo und wurde eine große Auftaktveranstaltung vom
Status Quo Bericht der Bergsteigerdörfer 16 17

Kooperation Bergsteigerdörfer - Tschechien

Ladislav Jirasko, Leiter der Ortsgruppe Tschechien des Alpenvereins Innsbruck


Bosconero-Gruppe. Longarone ist Ihnen viel- intensiv unterstützt. Was wir noch brauchen,
leicht ein Begriff, Belluno ist die Bezirkshaupt- ist die Vernetzung der Alpenvereine auf der
stadt. höheren Ebene, damit man das strategische Roland Kals: „Gefühlte 50 % der Mitglieder des unterwegs. In all den Jahren habe ich viele
Die Zusammenarbeit gestaltet sich außeror- Vorgehen gut abstimmen kann.“ Alpenvereins Innsbruck sind Tschechen; Im persönliche Freunde in Österreich gewonnen,
dentlich angenehm und freundlich. Ich war Grunde schließt sich ein großer Kreis. Johann habe Kontakte geknüpft und kann besondere
sehr überrascht, wie stark unsere Idee in Ita- Stüdl, einer der Gründerväter des Deutschen Angebote für Tschechen anbieten. Das Reise-
lien Resonanz findet. Da hat man manchmal Alpenvereins war gebürtiger Prager, Kauf- büro ist auf Österreich spezialisiert. Wir produ-
das Gefühl – und das ist manchmal ein Gefühl Ausblick mann und Großunternehmer und hat sehr viel zieren mehrere verschiedene Kataloge.
der Überforderung -, dass man sich in diesen für die damalige Erschließung der Alpen im Zur Zeit haben wir außerdem 20.000 registrier-
norditalienischen Gebirgsgebieten sehr viel Das Förderprojekt läuft mit Ende 2013 offiziell Bereich der Schutzhütten und Wege sowie der te Mitglieder (Tschechen und Slowaken) in der
von solchen Initiativen erwartet. Im Grunde aus. Dem Ansuchen um eine Projektverlän- Ausbildung der Bergführer geleistet. Ortsgruppe Tschechien des Alpenvereins Inns-
haben wir dort vielfach diese Verhältnisse, gerung bis Mitte 2014 wurde von Seiten des Ladislav Jirasko ist Organisator des größten bruck. In der Datei haben wir aber 37.000 Ad-
wie sie uns gestern Martin Ploderer (Bgm. Lebensministeriums statt gegeben. Wie es Alpinfestivals in Tschechien, das alljährlich in ressen. All diese bekommen das Magazin ‚Alpy‘
Lunz am See) aus seiner Heimatgemeinde danach weiter gehen wird, ist zur Zeit noch Prag stattfindet und er betreibt ein Reisebüro um 40 % ermäßigt.
am Hochschwab geschildert hat. Was in Ös- offen. mit dem schönen Namen ‚Alpy‘.“
terreich eine Ausnahme ist, ist in Norditalien Angedacht ist eine Projektüberbrückungspha- Außerdem organisieren wir jedes Jahr die
fast schon Standard. Das heißt, die Bergstei- se bis Anfang 2015 und ab dann ein weiteres Ladislav Jirasko: „Es ist eine sehr große Ehre für Alpinmesse in Prag. Gerne würde ich die Mit-
gerdörfer-Initiative wird dort als letzte Chance 3-Jahresförderprogramm, das mithelfen soll, mich, dass ich hier vor Ihnen sprechen darf. glieder der Bergsteigerdörfer einladen, die
gesehen. Das sind Abwanderungsgebiete, die die Bergsteigerdörfer in Österreich auf eigene Herzlichen Dank an Peter Haßlacher, mit dem nächste Jahrestagung in Prag im Rahmen der
bereits seit hundert Jahren von der Arbeits- Beine zu stellen. ich schon seit Jahren in Kontakt stehe. Wir ha- Alpinmesse dort abzuhalten.“
emigration geprägt sind – in diesem Fall einer ben bei meinen Besuchen in Innsbruck immer
ganz besonderen Form der Arbeitsemigration, Dazu ein paar Worte von Peter Haßlacher: wieder über das Thema der Bergsteigerdör- Ladislav Jirasko
nämlich jene der Eismacher. Die Eismacher in „Ewald, ich möchte mich bei Dir im Namen des fer gesprochen und schon damals hatte ich Leiter der Ortsgruppe Tschechien
österreichischen oder bayerischen Eissalons Oesterreichischen Alpenvereins ganz herzli- großes Interesse daran, eine Kooperation mit des Alpenvereins Innsbruck
kommen vielfach nämlich nicht aus dem Mit- chen für die großartige und dauerhafte Unter- Euch einzugehen, weil ich glaube, dass es ein ladislav.jirasko@alpy.cz Ladislav Jirasko, Leiter der Ortsgruppe Tschechien des
telmeergebiet, wie man vielleicht vermuten stützung und für Dein Wohlwollen gegenüber Thema ist, das die Mitglieder unserer Orts- Alpenvereins Innsbruck
Roland Kals, Moderator, Projektteam Bergsteigerdörfer
würde, sondern aus dem Val di Zoldo, aus ei- dem Projekt bedanken. Ich bitte Dich, dies gruppe ganz besonders interessiert.
Österreich und Koordinator des italienischen Projektes.
nem dieser Dörfer. Von dort hat sich die Idee für die Bergsteigerdörfer, für diese erlesene
Peter Haßlacher, Leiter der Abteilung Raumplanung- der Italienischen Eismacher weltweit verbrei- Auswahl an Gemeinden in Zukunft auch so Schon seit 12 Jahren produzieren wir das Ma-
Naturschutz des Oesterreichischen Alpenvereins und tet. zu handhaben. Vor allem auch in dieser End- gazin ‚Alpy‘, das in Tschechien die Nr. 1 zum
Initiator des Projektes „Bergsteigerdörfer“. Dieses Projekt läuft jetzt seit etwa einem Jahr. phase, in der sich nun der Qualitätsstandard Thema Alpinliteratur darstellt. Wir haben vor,
Wir haben den Ansatz gewählt, dass wir Al- in den Gemeinden langsam entwickelt, den in Heft Nr. 1 – 2014 alle 20 österreichischen
19.- 22. 9. 2013 im Val di Zoldo abgehalten. penvereinsfunktionäre als Multiplikatoren auf wir alle angestrebt haben, ist Deine Unterstüt- Bergsteigerdörfer in einem eigenen Beilagen-
Details dazu von Roland Kals, Projektteam mehrere Tage jeweils in die Gebiete einladen. zung besonders wichtig. Das ist meine ganz heft vorzustellen und damit zum ersten mal
Bergsteigerdörfer und Österreichischer Pro- Vor zwei Wochen fand die erste dieser Einla- persönliche Bitte an Dich.“ in Tschechien zu präsentieren. Wie vereinbart,
jektkoordinator im Interreg Projekt mit Italien: dungsrunden im italienischen Teil statt. Das bekomme ich heute von Christina Schwann
Echo war erfreulich; von Österreich waren 35 Texte und Bilder zu den österreichischen
„Es handelt sich hier um die Zusammenarbeit Teilnehmer und von Italien ca. 15 dabei. Also Bergsteigerdörfern auf Deutsch. Die gesamte
zweier Regionen, einer Osttiroler Region und rund 50 Personen haben den viertätigen Auf- Übersetzung vom Deutschen ins Tschechische
einer Italienischen Region, im Rahmen eines enthalt sehr genossen und – wie ich glaube organisieren wir selber und tragen auch die
Interreg IV Projektes, das auf drei Jahre be- – sehr interessante Einblicke in die Thematik Kosten dafür zur Gänze alleine.
fristet ist. Auf österreichischer Seite sind die erhalten. Ende März 2014 wird Obertilliach
beiden Bergsteigerdörfer Kartitsch und Ober- Gastort für eine weitere Gruppe sein. Wir sind Seit die Grenzen offen sind, haben die Tsche-
tilliach beteiligt. In Italien ist das ein – vielen zur Zeit dabei, diese Einladung vor zu bereiten. chen großen Hunger auf die Berge in den Al-
sicher wenig bekanntes – Gebiet, das Val di Ein spannendes Unternehmen. Mich freut pen, wie Wildspitze, Großglockner und Dach-
Zoldo südlich des Monte Pelmo, eingespannt ganz besonders, dass der italienische Alpen- stein. Seit 1990 bin ich beinahe jede Woche mit
zwischen Civetta und Monte Pelmo und der verein CAI die Idee mittlerweile auch sehr einem ganzen Bus voll bergbegeisterter Leute
Christina Schwann übergibt Ladislav Jirasko eine CD mit Texten und Bildern zu allen Bergsteigerdörfern.
18 19

Das Energieprotokoll der Alpenkonvention

Ewald Galle, Focal Point Alpenkonvention Österreich, Lebensministerium

Allgemeines Protokollbestimmungen

In der Alpenkonvention wird als Ziel formu- Art. 2, Grundverpflichtungen


liert, eine natur- und landschaftsschonende so-
wie umweltverträgliche Erzeugung, Verteilung Eine Weiterentwicklung stellt die Festlegung
und Nutzung der Energie durchzusetzen und einer generellen Hierarchisierung der energie-
energiesparende Maßnahmen zu fördern (Art. 2 politischen Maßnahmen dar. Demnach wäre
Abs. 2 lit.k). in erster Linie der Energiebedarf durch den
Einsatz effizienter Technologien zu reduzie-
Schon sehr früh, anlässlich der II. Internatio- ren, sodann verstärkt erneuerbare Energie-
nalen Alpenkonferenz 1991, wurde Italien mit träger zu nutzen und schließlich bestehende
der Ausarbeitung eines Protokolls zu diesem Anlagen zur Erzeugung von Energie aus nicht Ewald Galle - Focal Point Alpenkonvention Österreich,
Bereich betraut. Allein die Konstituierung erneuerbaren Energieträgern zu optimieren. Lebensministerium
dieser Arbeitsgruppe nahm jedoch Jahre in Die Umsetzung dieser energiepolitisch rich-
Anspruch und die ersten Verhandlungsrun- tungsweisenden Regelung soll zu einer De-
den wurden vor allem von VertreterInnen der zentralisierung der Energieversorgung auf Ba- „Aussagen, wie die strategische
Energiewirtschaft geprägt. Nach einer Intensi- sis erneuerbarer Energieträger im Alpenraum Bedeutung der Alpen als „Batterie“
vierung der Verhandlungsrunden, beginnend führen und den Bedarf an neuen Anlagen zum
Europas, können auch missinter-
mit Sommer 1995, konnte schließlich ein Pro- Einsatz nicht erneuerbarer Energieressourcen
tokoll finalisiert werden, das im Rahmen der V. möglichst verhindern bzw. den Ersatz von An-
pretiert werden im Sinne einer
Internationalen Alpenkonferenz vom 16. Ok- lagen bewirken, die mit fossilen Brennstoffen Einflussnahme durch externe Nut-
tober 1998 in Bled zur Unterzeichnung aufge- betrieben werden. zer und damit einer Fremdbestim-
legt wurde. Damals unterzeichneten lediglich mung von außen.“
Deutschland und Slowenien. Frankreich holte Zudem geht es auch um die Verminderung
die Unterfertigung durch den Botschafter im der Beeinträchtigungen von Umwelt und
Dezember 1998 beim Verwahrer nach. Öster- Landschaft durch die energietechnischen Inf-
reich und die Schweiz unterzeichneten 2000, rastrukturen mittels Vorsorgemaßnahmen bei
Italien 2001, Liechtenstein 2002 und die EU neuen Anlagen und, soweit erforderlich, mit-
2006. Es ist seit Dezember 2002 in Kraft und tels Sanierungsmaßnahmen bei bestehenden
mittlerweile auch europäisches Recht. Anlagen.

Den wesentlichen, in diesem Protokoll vorge- Bei der Errichtung neuer und bei erheblichem sei noch besonders hingewiesen: In Artikel
sehenen Handlungsaufträgen, insbesondere Ausbau bestehender, großer energietechni- 2 Absatz 4 wird festgehalten, dass die Ver-
im Bereich der Energieeinsparung sowie der scher Anlagen ist eine Umweltverträglich- tragsparteien die Schutzgebiete mit ihren
rationalen Verwendung und der bevorzugten keitsprüfung im alpinen Raum, einschließlich Pufferzonen, die Schon- und Ruhezonen so-
Nutzung erneuerbarer Energieträger, wird in einer Bewertung der räumlichen und sozio- wie die unversehrten naturnahen Gebiete
Österreich bereits weitestgehend Rechnung ökonomischen Auswirkungen, vorzunehmen. und Landschaften bewahren und die ener-
getragen. Mitumfasst ist ein Anhörungsrecht auf inter- gietechnischen Infrastrukturen im Hinblick
nationaler Ebene, wenn grenzüberschreiten- auf die unterschiedlichen Empfindlichkeits-,
de Auswirkungen bestehen sollten. Belastbarkeits- und Beeinträchtigungsgrade
der alpinen Ökosysteme optimieren müssen.
Auf eine Bestimmung, die in Zukunft ange- Gemäß den Leitlinien für die Praxis zur recht-
sichts des Booms an Windkraftanlagen viel- lichen Umsetzung der Alpenkonvention wird
leicht noch an Bedeutung gewinnen wird, diese Bestimmung als national unmittelbar
Das Energieprotokoll der Alpenkonvention 20 21 Das Energieprotokoll der Alpenkonvention

anwendbar erachtet. Mögen Pufferzonen Diese Maßnahmenpalette geht größtenteils Weiters sind die Vertragsparteien verpflichtet, und Verknüpfung vorhandener und neuer
nicht immer klar definiert sein und oft nur mit zahlreichen schon existierenden nati- den Wasserhaushalt in den Trinkwasserschutz- Emissions- und Immissionsüberwachungssys-
als rechnerisch ermittelte Flächenstreifen be- onalen Umsetzungsschritten konform, wie und Naturschutzgebieten mit ihren Pufferzo- teme in grenznahen Gebieten scheint es noch
zeichnet werden, so handelt es sich dabei un- beispielsweise einer 15a B-VG Vereinbarung nen, in den Schon- und Ruhezonen sowie in Nachholbedarf zu geben.
bestreitbar um Einflusszonen eines bestimm- über die Einsparung von Energie1 oder die den unversehrten naturnahen Gebieten und
ten Phänomens oder einer Wirkgröße. Das hat teilweise Verwendung von Verbrauchsabga- Landschaften zu erhalten.
zur Folge, dass damit Areale erfasst werden, ben auf Elektrizität und Erdgas für energie- Art. 9, Kernkraft
die nicht dem Schutzgebietsregime unterlie- sparende und umweltschonende Maßnah- Ganz im Sinne der zuvor schon angesproche-
gen, die aber unmittelbar an solche angrenzen men. Lediglich die Förderung und Umsetzung nen Hierarchisierung wird den Vertragspar- Es kam nicht unerwartet, dass dieser Artikel,
oder räumlich nahe gelegen sind, um die auf- kommunaler und lokaler Energie- und Klima- teien zudem vor einem Neubau die Wiederin- nicht zuletzt auf Grund der österreichischen
tretenden Wechselwirkungen eines Schutzge- schutzkonzepte im Hinblick auf die zuvor an- betriebnahme stillgelegter Wasserkraftwerke Ablehnung der friedlichen Nutzung von
bietes mit der unmittelbaren Umgebung im gesprochene Hierarchisierung der energiepo- empfohlen. Atomenergie, am heftigsten umstritten wur-
Sinne des Schutzzweckes abzufedern. litischen Maßnahmen scheint nicht zur Gänze de. Die österreichische Verhandlungsposition
Eine weitere internationale Neuerung besteht erfüllt zu sein und wäre allenfalls nachzujus- Über dies ist zu prüfen, wie den Endverbrau- - die Kernkraftnutzung ist in Österreich verfas-
in der Verpflichtung, im Energiebereich bei tieren. Dabei könnten auch die Bergsteiger- chern alpiner Ressourcen marktgerechte Prei- sungsgesetzlich grundsätzlich ausgeschlos-
der Entwicklung von Methoden zur besse- dörfer eine Vorreiterrolle einnehmen. se berechnet und inwieweit die von der ansäs- sen2- bestand daher auch in der Forderung,
ren Berücksichtigung der Kostenwahrheit zu- sigen Bevölkerung im öffentlichen Interesse dass die Vertragsparteien im Konventionsge-
sammenzuarbeiten. Mit der Umsetzung des erbrachten Leistungen angemessen abgegol- biet der Alpen auf die Planung und Errichtung
Prinzips der Kostenwahrheit soll langfristig Art. 6, Erneuerbare Energieträger ten werden, sodass sich dieses Protokoll an von Kernkraftwerken und anderen Anlagen
eine Verringerung der Umweltbelastung aus andere (Bergwald, Berglandwirtschaft, Raum- des Kernbrennstoff-Kreislaufes (z.B. Atommüll-
energietechnischen Anlagen erfolgen (Abs. 6). Im Rahmen der vorhandenen finanziellen planung oder Bodenschutz) anlehnt und da- lager) verzichten. Dieser Anspruch war jedoch
Inwieweit dieser sehr positive Kooperations- Möglichkeiten sind erneuerbare Energieträ- mit den durchaus fortschrittlichen Charakter in den Verhandlungen mit den Vertragspart-
gedanke auch national noch seinen Nieder- ger unter umwelt- und landschaftsverträgli- unterstreicht. nern der Alpenkonvention nicht durchsetzbar.
schlag finden wird, bleibt abzuwarten. chen Bedingungen zu fördern und bevorzugt
zu nutzen. Weiters ist der Einsatz erneuerba- Es gab sogar die Intention, die Zielvorgabe der Zum gegenwärtigen Zeitpunkt befindet sich
rer Energieträger auch in Verbindung mit der Alpenkonvention betreffend Wasserhaushalt im Anwendungsgebiet der Alpenkonvention
Ein Großteil der Lunzer Haushalte bezieht seinen Art. 5, Energieeinsparung und die rationelle bestehenden konventionellen Energiever- im Energieprotokoll mitzuverhandeln und kein Atomkraftwerksstandort. Das vorhande- Ewald Galle, Lebensministerium
Strom aus der Wasserkraftschnecke, die mitten im Ort
Energieverwendung sorgung zu unterstützen. In diesem Zusam- sich dabei auf die Wasserkraft als klassische ne Gefahrenpotenzial durch Kernkraftwerke, Herbert Jungwirth, 1. Vorsitzender der
an der Ois eingebaut ist.
menhang ist insbesondere die rationelle Er- erneuerbare Energieform zu konzentrieren. die nur wenige Kilometer außerhalb des An- OeAV-Sektion Molln
Dabei handelt es sich um ein sehr umfassen- gänzung von Wasserressourcen und Holz aus Da damit aber nur ein, zugegeben wichtiger, wendungsgebietes der Alpenkonvention lie-
des Maßnahmenbündel, um in erster Linie nachhaltiger Bergwaldwirtschaft zur Ener- Aspekt der Wasserwirtschaft erfasst werden gen, wie etwa Krsko (SLO), Beznau (CH) oder
vorhandene Energiesparpotenziale bestmög- gieerzeugung zu fördern. Auch diese Bestim- würde, wäre es aber immer noch eine sekto- Isar I und II (D), bleibt hingegen unberührt.
lich zu nutzen, wie etwa die Verbesserung der mung zieht national keinen Handlungsbedarf rale Sichtweise. Auch die Fragen der Haftung von Betreibern
Wärmedämmung bei Gebäuden bzw. der Ef- nach sich. Neben einer Fülle von Maßnahmen von Kernkraftwerken für Risiken nach dem
fizienz von Wärmeverteilungssystemen, eine in den Ländern (Biomasseberatung, Biodiesel Betrieb der Anlagen sowie des Transports und
Leistungsoptimierung der Heizungs-, Lüf- etc.) wird die Stromerzeugung aus erneuerba- Art. 8, Energie aus fossilen Brennstoffen der Lagerung nuklearer Brennstoffe und Abfäl-
tungs- und Klimaanlagen, die Durchführung rer Energie ausdrücklich genannt. le wurden diskutiert, fanden letztendlich aber
von periodischen Kontrollen, gegebenenfalls Bei neuen thermischen Anlagen zur Strom- keine Aufnahme ins Protokoll.
Reduktion der Schadstoffemissionen ther- und/oder Wärmeerzeugung aus fossilen Ener-
mischer Anlagen, Energieeinsparung durch Art. 7, Wasserkraft gieträgern sind die besten verfügbaren Tech- Der entsprechende Kernkraftartikel im Ener-
Energieverwendung und Energieumwand- niken zum Einsatz zu bringen. Weiters sind gieprotokoll verpflichtet die Vertragsparteien
lung, eine verbrauchsabhängige Abrechnung Sowohl bei neuen, als auch - soweit möglich - die technische und wirtschaftliche Machbar- mit dem Ziel eines dauerhaften Schutzes der
der Heiz- und Warmwasserkosten, Planung bei bestehenden Wasserkraftanlagen sind die keit sowie die ökologische Zweckmäßigkeit Gesundheit der Menschen, des Tier- und Pflan-
und Förderung von Neubauten mit Nied- ökologische Funktionsfähigkeit der Fließge- des Ersatzes von thermischen Anlagen, die zenbestandes, ihrer Lebensgemeinschaften,
rigenergietechnologie, die Förderung und wässer und die Unversehrtheit der Landschaf- mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, Lebensräume und deren Wechselbeziehungen
Umsetzung kommunaler und lokaler Ener- ten durch geeignete Maßnahmen sicherzu- durch Anlagen, in denen erneuerbare Ener- zu einem umfassenden Informationsaustausch
gie- und Klimaschutzkonzepte sowie die ener- stellen, unter anderem durch Vorschreibung gieträger zum Einsatz gelangen, zu prüfen, im Rahmen der internationalen Übereinkünfte
gietechnische Gebäudesanierung bei Umbau- von Restwassermengen, was in Österreich womit der bereits angesprochene Hierarchie- über Kernkraftwerke und andere kerntechni-
ten einschließlich der Förderung des Einsatzes bereits bestehendes Recht ist. gedanke konsequent weitergeführt wird. Le- sche Anlagen, die Auswirkungen auf den Al-
von umweltverträglichen Heizungssystemen. diglich zur Forderung nach Harmonisierung penraum haben oder haben könnten. Darüber

1 BGBl 388/1995. 2 BGBl I 149/1999.


Das Energieprotokoll der Alpenkonvention 22 23 Das Energieprotokoll der Alpenkonvention

hinaus haben die Vertragsparteien, soweit wie Art. 13, Abstimmung sollen Fragen zum Klimawandel stärker in die Diskussion
möglich, für eine Harmonisierung und Vernet- Diskussionen miteinbezogen werden.
zung ihrer Systeme zur Überwachung der Um- Bei Vorhaben mit möglichen grenzüber- Herbert Jungwirth: „Die letzte Aussage hat biet‘ zu bezeichnen ist. Warum klopft diesem
weltradioaktivität Sorge zu tragen. Die Frage schreitenden Auswirkungen sind vorherige mir sehr viel Freude bereitet – das mit der UVP- Herrn Wallnöfer niemand von oben auf seine
der Vernetzung der Systeme zur Überwachung Konsultationen bezüglich ihrer Folgen durch- Prüfung. Wir haben im Ennstal – was ja heute Finger?“
der Umweltradioaktivität stellt in diesem Zu- zuführen. Bei derartigen Projekten muss den auch mein Hauptvortragsthema sein wird – die
sammenhang eine Neuerung dar. betroffenen Vertragsparteien überdies Ge-
Resümee Situation, dass ein Betreiber eines Windparks Ewald Galle: „Ich kann klopfen, aber ob er es
legenheit gegeben werden, rechtzeitig eine sich natürlich knapp unter die 20 MW hinein hört, weiß ich nicht. Das ist eine berechtigte
Stellungnahme abzugeben, wobei aber die Energie und ihr Zusammenspiel mit der im- gelegt hat, um sich das UVP-Verfahren zu spa- Frage, auf die die Tiroler im Grunde eine Ant-
Art. 10, Energietransport und -verteilung Maßgabe der „Rechtzeitigkeit“ einige Fragen manenten Klimaproblematik sind große He- ren. Die Nachbargemeinde hat dann aber mit wort haben sollten. Die Alpenkonvention ist
offen lässt. Diese ist sodann im Rahmen eines rausforderungen für die Zukunft des alpinen der Energie AG auch ein Projekt eingereicht im Moment auf meine Person beschränkt. Ich
Beim Bau von Stromleitungen und den ent- Genehmigungsverfahrens angemessen zu Raums, gleichzeitig aber auch eine Chance, mit vier Windparkanalagen und dort sind die klopfe überall herum, werde gehört oder nicht
sprechenden Netzstationen sowie von Gas- berücksichtigen. Schon mit dem national um- diesen Raum besser zu positionieren. Wenn 20 MW überschritten worden. Viele haben es gehört. Das Letztere hat meistens den Vorzug.
und Ölleitungen, einschließlich der Pump- und gesetzten ECE-Übereinkommen über die Um- es dann heißt, die Alpen wären die „Batte- vielleicht mitbekommen, dass hier die Energie Das ist übrigens auch der Grund, warum ich
Kompressionsstationen und sonstigen Anla- weltverträglichkeitsprüfung im grenzüberschrei- rie“ Europas, so ist die Gefahr groß, dass die AG zum Rückzug geblasen hat. Jetzt ist dieses nächste Woche Personalgespräche durchfüh-
gen mit erheblichen Auswirkungen, haben die tenden Rahmen (Espoo-Konvention)³ wurde vorhandenen Ressourcen all jene anziehen, eine Projekt mit rund 16 MW im Vordergrund ren werde, um vielleicht einige Umstrukturie- Helmut Lang, langjähriger 2. Vorsitzender in der
Vertragsparteien alle erforderlichen Vorkeh- diese Verpflichtung erfüllt. die den Alpenraum ganz anders wahrneh- und würde faktisch aus der UVP-Pflicht heraus- rungen nach der Wahl zu nutzen, um vielleicht Sektion Villach und im OeAV-Landesverband Kärnten
rungen zu treffen, um die Belastungen von Be- men, jedenfalls nicht als gleichberechtigter fallen. Wenn ich Ihre Aussagen, Herr Dr. Galle, auch der Alpenkonvention personell mehr sehr um die Bergsteigerdörfer bemüht.
völkerung und Umwelt gering zu halten. Dabei Lebensraum für Menschen mit einer einma- richtig interpretiere und es sich hier ja um eine Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen.
sind bestehende Strukturen und Leitungsver- ligen Vielfalt an Flora und Fauna. Gerade ein Nationalparkregion sowie eine Region inner- Wir haben z.B. diese Bestimmung hervor ge-
läufe soweit wie möglich zu benutzen. mittlerweile erfolgreiches Projekt, wie das der halb des Anwendungsbereichs der Alpenkon- holt für Sattelberg. Die Südtiroler, die quasi
Ausblick Bergsteigerdörfer, kann dann einerseits der vention handelt, dann wäre eigentlich wieder am Brenner in unmittelbarer Nähe zu einem
Die unter Umständen erforderliche Adaptie- Beweisführung dienen, wie es punktuell ge- eine UVP zu machen. Da fahre ich mit einem Naturschutzgebiet, 16 Windkrafträder bauen
rung von elektrischen Versorgungsleitungen, Bei der letzten MinisterInnenkonferenz wurde lingt, die Energie/Klimafrage mit den vorhan- ganz guten Gefühl nach Hause.“ wollten. Das war eines der Mittel, das wir von
damit sie keine Gefahr für große Vögel (Greif- eine neue Plattform „Energie“ unter Schweizer den Mitteln im Sinne eines lebensfähigen Rau- Seiten der Alpenkonvention in das Verfahren
vögel, Störche) darstellen, wurde allerdings Vorsitz, die ihre Arbeit bereits aufgenommen mes zu gestalten und andererseits das alpine Ewald Galle: „Dieses Spiel kommt nicht nur eingebracht haben.“
nicht in diese Bestimmung aufgenommen; ge- hat, gegründet. Dabei ist darauf zu achten, Bewusstsein zu wecken, selbstbewusst und bei Energiegeschichten zum Tragen, sondern
nauso wenig wie etwa das Problem des Trans- dass die Stoßrichtung und die Kernaussagen eigenverantwortlich aufzutreten. auch bei Verkehrsprojekten - hier der berühm- Helmut Lang: „In dieser Diskussion war eine klarer zu machen, hier ist Potenzial enthalten.
ports von Kernbrennstäben. der Verhandlungsergebnisse den Alpenraum te Schwellenwert von 10 km. Das steht auch Randbemerkung eines pensionierten Sekti- Es ist Stand der Technik, dass die Pumpwasser-
nicht ausschließlich als Produktionsraum für im Verkehrsprotokoll so drinnen, dass im Rah- onschefs – ich glaube, aus dem Wirtschafts- kraftwerke im Alpenraum die Spitzen in den
Energie, sondern auch als Verbrauchsraum men der Umweltverträglichkeitsprüfung eine ministerium: die Elektroversorgungsunter- Ballungszentren außerhalb der Alpen abde-
Art. 12, Umweltverträglichkeitsprüfung sehen. Aussagen, wie die strategische Bedeu- ‚Zweckmäßigkeitsprüfung‘ durchzuführen ist, nehmer (EVUs) kaufen um ca. 1 Cent die cken, aber der Alpenraum darf nicht alleine als
tung der Alpen als „Batterie“ Europas, können die wiederum auf die ökonomischen, ökologi- KW-Stunde ein damit sie pumpen können und ‚Batterie‘ gesehen werden.“
Bei der Planung energiewirtschaftlicher An- auch missinterpretiert werden im Sinne einer schen und sozioökonomischen Dimensionen arbeiten dann das hochwertige Wasser ab und
lagen sind entsprechende Umweltverträg- Einflussnahme durch externe Nutzer und da- abstellt. Die Prüfung ist umfassender, laut den verdienen damit 10 Cent pro KW-Stunde. Das
lichkeitsprüfungen durchzuführen. Dabei ist mit einer Fremdbestimmung von außen. Vorgaben, und in Österreich immerhin mit scheint der wirtschaftliche Hintergrund zu
die beste verfügbare Technik zur Vermeidung Generell wären die Aspekte der Energieeffizi- dem Status eines einfachen Gesetzes verse- sein, von dem die EVUs ausschließlich gerettet
oder Verringerung von Umweltbelastungen enz, der Energievermeidung und der Energie- hen.“ werden und das ist mehr als bedenklich.“
soweit wie möglich zu verwenden sowie gege- einsparung besonders hervorzuheben. Dazu
benenfalls der Abbau stillgelegter umweltbe- gehören auch Fragen der dezentralen Energie- Helmut Lang: „Artikel 2 Ziffer 4: Wer hat von Ewald Galle: „Wenn man sich die Intention
lastender Anlagen vorzusehen. Auch diese Be- erzeugung und alpenspezifische Themenstel- euch in dieser Woche das Journal ‚Panorama‘ anschaut, im Alpenraum immer mehr Spei-
stimmung ist in Österreich Stand der Technik lungen, wie Biomasse oder Wasserkraftnut- auf Ö1 gehört, das dem Kraftwerksbau in ei- cherkraftwerke zu bauen, im Wissen, dass sie
und der dazugehörigen Verfahren. Lediglich zung. nem Seitental des Kaunertales gewidmet nicht für den Alpenraum sind, sondern um in
für Vorhaben, die unter dem Schwellenwert Darüber hinaus ist die Plattform Energie auch war? Da ist von den Betreibern, der Tiwag und München oder in Mailand die Spitzenzeiten
des Anhanges I des UVP-G liegen, könnten dafür geschaffen worden, um die Klimalücke ihrem Generaldirektor Wallnöfer, als selbst- von dort heraus abzudecken. Da muss der
die in den Materiengesetzen vorgesehenen im Energieprotokoll, das sich in der ersten Ewald Galle verständlich hingestellt worden, dass dort Alpenraum eine Rolle haben, die auch in Au-
verfahrensrechtlichen Bestimmungen nicht Hälfte der 90er-Jahre diesem Thema noch Focal Point Alpenkonvention eine 120 m hohe Staumauer in einem Gebiet genhöhe zu den Protagonisten auf der Ener-
ausreichen, um der in diesem Art. normierten nicht gewidmet hatte, zu schließen. Daher Lebensministerium errichtet werden soll, das im Sinne der Alpen- giewirtschaftsebene stattfindet. Dazu bietet
Verpflichtung zu entsprechen. ewald.galle@lebensministerium.at konvention als ‚unversehrtes, naturnahes Ge- das Energieprotokoll auch Möglichkeiten, dies

3 BGBl III 201/1997.


24 25

Wasserkraft, Wind- und Solarenergie in


Hinblick auf ihre Wirtschaftlichkeit
Jürgen Neubarth, Energieexperte und Gutachter, Innsbruck
(zusammengefasst von Christina Schwann, Projektteam Bergsteigerdörfer)

Ich werde versuchen, mich gemäß den Vorga- teil konzentriert. Der Rest – vor allem Verkehr
ben auf das Thema der Wirtschaftlichkeit der – ist immer ein schwieriges Thema, denn hier
Wasser-, Wind- und Solarenergie zu beschrän- trifft man den potenziellen Wähler direkt. Das
ken. Ich möchte einige Beispiele von Projekten Thema „Wärme“ kann man – vor allem im
bringen, die für den Alpenraum und ev. auch ländlichen Raum - mit Biomasse noch rela-
für die Bergsteigerdörfer von Relevanz sind. tiv gut in den Griff bekommen. Aber generell
Beim Thema Wasserkraft befinden wir uns na- ist es so, dass es hier eine sehr einseitige Be-
turgemäß dort, wo die großen Fallhöhen zur trachtungsweise in Richtung Strom gibt – und
Verfügung stehen und wo die besten Potenzi- Stromautarkie heißt, dass man letztendlich
ale vorhanden sind. nur zu 20 % energieautark ist.
Auch zum Thema „Energieautarkie“ möchte 32 % erneuerbare Energien ist im Vergleich
ich ein paar Worte sagen, weil viele Gemein- zum europäischen Schnitt, wo wir knapp über
den zunehmend versuchen, ihren Energiebe- 10 % liegen, schon sehr, sehr gut. Die Ziele von
darf – und hier eigentlich ihren Strombedarf Seiten der EU geben vor, dass Österreich im Jürgen Neubarth, Energieexperte und Gutachter
– auf breitere Beine zu stellen. Auch deswegen Jahr 2020 35 % erreichen muss. Ich denke, das
aktuell, weil tatsächlich viele durch die Lande ist durchaus ein realistisches Ziel, weil es ne-
ziehen und Projektideen vorstellen, die nicht ben dem Strombereich insbesondere auch im
unbedingt alle das leisten, was sie versprechen. Wärmesegment noch Ausbaupotenziale gibt.

Einleitend möchte ich auf das Energiesystem


in Österreich von heute und von morgen ein- Österreichische Energiesstrategie „Wir haben nur ein beschränktes
gehen. Dann werde ich zu den drei Modellen, Ressourcenpotenzial für erneuer-
die ich heute kurz vorstellen möchte, etwas Die Energiestrategie in Österreich hat die Ziele bare Energien und wenn man wirk-
zur Erzeugungscharakteristik erzählen, weil der EU auf Österreich herunter gebrochen. Ein lich langfristig in Richtung 100 %
das eine ganz wesentliche Randbedingung ist, wesentliches Ziel ist die Energieeffizienz. Hier
wenn man von Energieautarkie sprechen will
erneuerbar gehen will, dann wird
wird noch verhältnismäßig wenig getan, weil
und welche Einschränkungen es diesbezüglich es hier wieder den Einzelnen trifft – schwer- man mit dem Ressourcenpotenzial
gibt. Dazu ein paar Worte zu den Förderungen, punktmäßig Einsparung von Raumwärme supereffizient umgehen müssen.“
die man lukrieren kann, was kostet das Ganze. und natürlich beim Verkehrssektor. Man muss
sagen, dass das Effizienzziel eines konstanten
Der Schlegeisspeicher. Foto: Ch. Schwann. Energieverbrauches bis 2020 durchaus ambiti-
Energieverbrauch in Österreich oniert ist. D.h. das ca. 20 % Energie gegenüber
eines business as usual Szenarios eingespart
Wenn man sich den Energieverbrauch in Ös- werden. Würden wir so weiter arbeiten wie
terreich anschaut, dann sind rund 20 % des bisher, würde der Energieverbrauch um 20 %
Endenergieverbrauches Strom, 15 % erneuer- steigen. Jeder von uns findet aber jeden Tag
bare Energien, im Wesentlichen Biomasse, So- ganz einfache Bespiele, wie man Energie ein-
larthermie, Umgebungswärme und der große sparen könnte, ohne unseren Lebensstandard
Rest sind nach wie vor fossile Brennstoffe. Wir einzuschränken.
kommen in Österreich zwar schon auf 32 % er- Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist
neuerbare Energien aber 2/3 sind nach wie vor ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil der Ös-
fossil. Sehr häufig ist es so, dass sich das Thema terreichischen Energiestrategie und dabei vor
der Energieautarkie auf den kleinen Stroman- allem im Stromsektor im Bereich der Wasser-
Wasserkraft, Wind- und Solarenergie 26 27 Wasserkraft, Wind- und Solarenergie

und der Windkraft. Die Photovoltaik hat hier von ca. 80 % an erneuerbaren Energieformen sind mit dem Wasserpotenzial gesegnet. In Stromerzeugung aus Wasserkraft Der Strompreis sen kann. Wir als Endkunden zahlen auch das
einen vergleichsweise geringen Anteil. im Stromsektor erreicht werden. Dies wird anderen Ländern – schaut man alleine nach Man muss differenzieren zwischen dem Strom- Netz inkl. einer Reihe von Abgaben und Steu-
Auf europäischer Ebene sind die Ziele bis nur möglich sein, wenn wir vor allem Wind- Deutschland – kann man die Wasserkraft nicht Die Wirtschaftlichkeit von Erzeugungsträgern preis, den wir als Endkunden zahlen und dem ern – z.B. für Innsbruck ca. 16 Cent pro kWh (Ki-
2050 vorgeschrieben. Bis dahin soll ein Anteil und Solarenergie ausbauen. Wir in Österreich mehr ausbauen. Auch im Bereich der Biomas- hängt von unterschiedlichen Inputparametern Strompreis, den ein Erzeugungsprojekt erlö- lowattstunde). In Deutschland liegt der Preis
se stößt man zunehmend an die Grenzen, weil ab. Es ist wichtig, die Annahmen, die von Pro-
hier auch die Preise in den letzten Jahren deut- jektentwicklern aufgestellt werden, kritisch zu
lich angezogen haben und damit die Wettbe- hinterfragen.
werbsfähigkeit deutlich nachgelassen hat. Au- Auf der einen Seite steht die Kostenseite – die
ßerdem darf nicht vergessen werden, dass z.B. Investitionskosten und die Kosten für Betrieb
in Tirol bereits heute mehr Holz verheizt wird, und Wartung, sowie weitere Kosten wie z.B.
als wir selber gewinnen. Zum Teil kommt das das Portfoliomanagement (Vermarktung des
Holz aus Skandinavien, im schlimmsten Fall Stromes; innerhalb der Ökostrombilanzgrup-
aus den Sibirischen Primärwäldern. D.h. bei pe fallen diese Kosten demgegenüber nicht
der Biomasse muss auch der Nachhaltigkeits- an).
aspekt mit berücksichtigt werden. Auf der anderen Seite: die Erlösanteile – die Ein-
Deswegen wird sich der Ausbau der erneu- nahmen für den Stromverkauf – können über
erbaren Energien auf europäischer Ebene den Einspeisungstarif über das Ökostromge-
auf Wind- und Solarenergie konzentrieren. setz definiert werden, es kann aber auch – bei
Jedoch sind das die beiden Energieträger Wasserkraftprojekten – der Marktpreis sein.
mit den ungünstigsten Erzeugungseigen- Es besteht ggf. die Möglichkeit, für Ökostrom
schaften, weil schwankend und daher nur zusätzliche Einnahmen aus dem Verkauf von
eingeschränkt planbar. Ein System, das auf Grünstrom-Zertifikaten zu erlösen, für Spei-
diesen beiden Energieträgern aufbaut, erfor- cherkraftwerke außerdem über den Regel-
dert daher entsprechende Begleitmaßnah- markt zusätzliche Erlöse zu erzielen. Nicht zu
men. Auch beim Wasser gibt es jahreszeitliche vergessen, das Thema „Förderungen“, das vor
Schwankungen, die sich aber wesentlich bes- allem bei der Umsetzung kleinerer Projekte
ser prognostizieren lassen. zum Tragen kommt.
Konkrete Beispiele aus Deutschland aus dem Zusätzlicher, wesentlicher Faktor ist die Pla-
Jahr 2009: die gesamte Windstromerzeugung nungs- und Bauzeit. Das heißt es fallen jahre-
in Deutschland schwankt im Jahresverlauf von lang Kosten an, die vorfinanziert werden müs-
ca. 20.000 MW bis nahezu auf 0 MW. D.h. ein sen, ohne dass damit etwas verdient werden
System, das nur mit Windstrom auskommen kann. Sprich es fallen Zinsen an, die ebenfalls
will, braucht entsprechende Begleitmaßnah- zu berücksichtigen sind: neben der eigentli-
men. chen Finanzierung, Renditeanforderungen – 5
Natürlich schwankt auch die Wasserkraft im – 15 %. Der Verbund hat z.B. zur Zeit Kapitalan-
saisonalen Verlauf. Beispiel Kraftwerk Obere forderungen von 7,5% Vorsteuer – darunter
Isel: zwischen den einzelnen Jahren gibt es un- wird kein Projekt realisiert. Das sind die Anfor-
terschiedliche Abflusskurven und eben einen derungen, die der Kapitalmarkt definiert. Die
sehr ausgeprägten Sommerabfluss. Gemeinde würde es vielleicht auch zu einem
Der massive Ausbau der Photovoltaik in geringeren Zinsanteil machen, wodurch man
Deutschland stellt für die Wasserkraft ein ev. Vorteile gegenüber einem großen Investor
zunehmend großes Problem dar. Im Sommer hat. Generell aber ein wichtiger Punkt – der
drückt sehr viel Stromerzeugung in den Markt Zinssatz, der vor allem bei längerer Laufzeit
- gleichzeitig liegt aber auch bei der Laufwas- zum Tragen kommt.
serkraft ein ausgeprägter Erzeugungsschwer- Durch die lange Betriebszeit hat man außer-
punkt häufig in den Sommermonaten. D.h. die dem ein erhöhtes Erlösrisiko – gerade im Ver-
Wirtschaftlichkeit von Projekten wird zuneh- gleich Wasserkraft mit Wind- oder Solarener-
mend kritischer zu beurteilen sein. Umgekehrt gie ist das Thema nicht zu vernachlässigen.
wird das Thema der Speicheroptionen immer Der Investor berücksichtigt das erhöhte Risiko
wichtiger. üblicherweise mit einer höheren Rendite.
Wasserkraft, Wind- und Solarenergie 28 29 Wasserkraft, Wind- und Solarenergie

höher – fast doppelt so hoch, d.h. wir haben in börse, die sich im Mittel bei ca. 3,5 - 4,0 Cent Strombörsen sind die Referenzpreise, wenn es von 48,8 €/MWh ein gewisses Risiko hat, dass die Bezirke Osttirol und Landeck über das TIRIS Wenn es um Stromautarkie geht, dann sind
Österreich eine sehr gute Position. Generell lie- für die kWh bewegen. Die Ökostromanlagen darum geht, die Einnahmen für Erzeugungs- sich das Projekt rechnet und man eigentlich diese Spezialkarten abrufen. D.h. als Hausbe- immer die saisonalen und tageszeitlichen
gen die Kostensenkungspotenziale vielleicht bekommen deutlich mehr – bis zu 20 Cent pro projekte abzuschätzen. hoffen muss, dass die Strompreise wieder stei- sitzer oder Projektinteressierter kann man sich Einspeisungsverhalten wichtige Aspekte. Ein
bei ½ - 1 Cent/kWh und nicht viel höher. kWh. In den frühen 2000er-Jahren gab es einen gen. Das Ökostromgesetz fordert außerdem, ansehen, wie das eigene Haus grundsätzlich Beispiel aus Innsbruck: Das Gesamtpotenzi-
Wir haben heute Strompreise an der Strom- Die Entwicklung der Strompreise an den deutlichen Anstieg und dann einen starken eine dynamische Wirtschaftlichkeitsberech- geeignet wäre. al liegt bei 300 GWh, was ca. 1/3 des Jahres-
Rückgang der Preise in den letzten Jahren. nung durchzuführen, bei der eben nicht nur
Dies kommt durch die vermehrte Einspeisung die Ausgabenseite, sondern auch die Einnah-
aus Wind- und Solarenergie zustande, die sehr menseite berücksichtigt wird.
günstig einspeisen, weil eben die Erzeugungs- Die Parameter können entsprechend variie-
kosten sehr gering sind und diese drücken den ren und damit ändern sich natürlich auch die
Preis an den Strombörsen massiv. Stromgestehungskosten entsprechend. Der
Dazu kommt aber auch, dass – sieht man sich Betrachtungszeitraum hat dabei eigentlich
nicht nur die Jahresdurchschnittswerte, son- relativ wenig Einfluss. Wichtige Faktoren sind
dern die Monatswerte an – die Sommerpreise Förderungen, Betriebskosten und der Zinssatz.
z.T. deutlich geringer sind, als jene im Winter – Bei der dynamischen Wirtschaftlichkeitsbe-
zudem im Winter auch ein höherer Verbrauch rechnung wird außerdem genau angesehen,
vorliegt. Bei der tatsächlichen Berechnung ab wann sich die Anlage amortisieren würde
des Erlöses einer Anlage müssen die saisona- – ausgehend vom Strompreis und der Verzin-
len Schwankungen sehr wohl berücksichtigt sung des aufgenommenen Kapitals.
werden und damit wird der Erlös jedenfalls Allgemein kann gesagt werden, dass die
geringer ausfallen, als wenn man sich nur die Marktsituation aktuell aufgrund der negati-
Jahresmittelwerte ansieht. ven Entwicklung an den Strombörsen eher
Ein Beispiel zum Tagesstrompreis an der ös- ungünstig ist. Der Verband der Kleinwasser-
terreichischen Börse (vom 3.10.2013): Zu Mit- kraftwerke setzt sich deswegen stark dafür ein,
tag ist der Strompreis 0. D.h. hätten Sie ein dass das Ökostromgesetz angepasst wird, dass
Laufkraftwerk, dann hätten Sie gestern zu Anstelle der Investitionsförderung wieder ein
Mittag überhaupt nichts verdient. Die Gründe: fixer Einspeisungstarif festgelegt wird und da-
Feiertag in Deutschland – d.h. die Nachfrage durch u.a. auch die Planungssicherheit erhöht
war sehr gering, schönes Wetter, d.h. um die wird.
Mittagszeit ist viel Sonnenstrom ins System
eingespeist worden.
Photovoltaik
Kleinwasserkraftwerke in Österreich
Als Kleinwasserkraftwerke bezeichnet man Strom aus Sonnenenergie ist ein Thema, das
alle Anlagen, die unter 10 MW liegen. Gegen- immer wichtiger wird, weil auch die Förderbe-
übergestellt werden die elektrische Leistung dingungen besser geworden sind. Wenn man
(MW) und die spezifischen Investitionskosten von Stromautarkie spricht, ist die Wasserkraft
(€/kWh). Generell kann man sagen, alles was meist nicht so gern gesehen, weil sie immer
über 1€/kWh liegt, ist aus wirtschaftlicher mit einem gewissen Landschaftseingriff ein-
Sicht weniger attraktiv, was darunter liegt ist her geht.
attraktiver. Eine ganze Reihe der analysierten Grundsätzlich sind die Potenziale für Pho-
Projekte liegt darunter, aber es gibt auch Aus- tovoltaik in Österreich sehr gut, vor allem im
reißer nach oben. Die Grafik (siehe nächste Alpenraum; durchaus besser als beispielswei-
Seite) kann als ein erster Indikator für das eige- se in Norditalien, weil bei uns im Winter kaum
ne geplante Kraftwerk herangezogen werden. Nebel ist, es durch Schneereflexion zu höheren
Nicht mit einberechnet sind hier allerdings die Erträgen kommt und in größerer Seehöhe ist
Förderungen, die man eventuell bekommen die Strahlung höher.
würde. Gemeinden, Regionen, Bezirke erstellen heute
Tatsächlich zeigt das exemplarische Beispiel oftmals so genannte Solarkataster, auf denen
eines Laufwasserkraftwerkes mit Ausleitung, man für jedes einzelne Gebäude das Solarpo-
dass man bei spezifischen Erzeugungskosten tenzial ablesen kann. In Tirol kann man z.B. für
Wasserkraft, Wind- und Solarenergie 30 31 Wasserkraft, Wind- und Solarenergie

stromverbrauches entspricht. Gerade im städ- voltaikanlagen realisieren. Innsbruck hat nur oder dezentral entsprechende Speichermög- onskapazitäten aufgebaut wurden. ist. Das obere Wipptal – das Brennergebiet realisierten Windprojekte konzentrieren sich
tischen Bereich stehen sehr viele Dachflächen eine Höchstlast von etwa 120 MW. Das heißt, lichkeiten schaffen muss. Oder ich brauche Wenn man die Modul- und Betriebskosten – hat sehr gute Windvoraussetzungen, die auf Standorte in der Steiermark und im obe-
zur Verfügung – d.h. man kann ohne Land- es kann sein, dass ein Großteil der möglichen eine entsprechende Netzinfrastruktur, um sowie die Stromgestehungskosten nach dem durchaus mit dem Burgenland vergleichbar ren Mürztal. Im Alpenraum ist der Aufwand
schaftsverbrauch bei nicht denkmalgeschütz- Leistung gar nicht verbraucht werden kann. mich mit anderen Gegenden austauschen zu gleichen Ansatz ermittelt wie zuvor für die sind. für die Errichtung z.T. sehr groß. Die Zufahrts-
ten Gebäuden ohne größere Eingriffe Photo- Die Konsequenz ist, dass ich entweder zentral können. Wasserkraft, dann kommen Stromgestehungs- Die im österreichischen Alpenraum bereits straßen erfordern große Kurvenradien, um die
Ich persönliche sehe den Wunsch nach kosten von 12 - 25 Cent pro kWh zustande. Das
Stromautarkie sehr kritisch. Zum einen, weil es ist deutlich mehr als bei der Wasserkraft und
zum jetzigen Stand technisch sehr schwierig hat eine große Spannweite, da abhängig von
ist. Gemeinden, die zusätzlich das Wasserkraft- der Größe der Anlage, der Ausrichtung, Dach-
potenzial nutzen können, tun sich hier leich- neigung, etc.
ter. Sonst wird es schwierig, zu jeder Stunde Selbst in Österreich liegen die Stromgeste-
und jeder Sekunde den Bedarf zu decken. Mit hungskosten für Solarstrom heute unter den
entsprechenden Partnern kann man über das Kosten für Haushaltsstrom. Durch das Errei-
Jahr ev. die Ballance halten, d.h. es geht eher in chen der so genannten Grid Parity wird der
Richtung Stromautonomie. Ausbau für Solarstrom natürlich in Zukunft
Mir als Energiewirtschaftler ist es wichtig, noch attraktiver. Die Netzanschlusskosten sind
darauf hinzuweisen, dass man beim Thema aber dennoch da und das, was derjenige, der
Energie- oder Stromautarkie Bewusstseins- eine Photovoltaikanlage am Dach hat, weniger
bildung betreibt. zahlt, wird der Nachbar mehr zahlen müssen.
Dazu noch ein Beispiel – ein etwas Übertrie-
benes vielleicht: Die solare Mobilität für 365 Förderungen für Photovoltaik
Tage im Jahr. Die Theorie: Um ein Auto mit Bis 5 kW läuft die Förderung über den Klima-
einer Laufleistung von 15.000 km pro Jahr zu und Energiefonds. Ab 5 kW gibt es Förderun-
betreiben, brauche ich eigentlich nur eine sehr gen durch das Ökostromgesetz mit einem
kleine PV-Anlage – etwas, das auf jedem Gara- fixen Einspeistarif von 18,12 Cent/kWh. Außer-
gendach Platz hat. Wenn man aber zusätzlich dem gibt es eine Reihe von zusätzlichen Förde-
die saisonale und tageszeitliche Charakteristik rungen durch Länder und Gemeinden. Die För-
berücksichtigt, dann müssen Sie sich 10 Stück dertöpfe sind heute deutlich besser gefüllt als
von riesengroßen Batteriespeichern dazu stel- in der Vergangenheit, deswegen ist es wichtig
len und noch einmal 1 Million Euro in die Hand – sollte man eine solche Anlage planen – sich
nehmen. Vermutlich schenkt Ihnen dann der genau zu informieren.
Batteriehersteller die Photovoltaikanlage.
D.h. wann immer man in Richtung Solarener-
gie geht – und das wird man in Österreich Stromerzeugung aus Windkraft
vermehrt – muss man sich gleichzeitig auch
Gedanken über entsprechende Speichermaß- Die Windenergie hat im Alpenraum von den
nahmen und Ausgleichsmöglichkeiten ma- drei angesprochenen Energieerzeugungsfor-
chen. men mengenmäßig sicher den geringsten
Anteil. Die Diskussionen werden aktuell aber
Kosten für Solarstromanlagen recht emotional geführt.
Die Kosten sind in den letzten Jahren mas- Sieht man sich die Windpotenzialkarte in Ös-
siv gefallen. Eine kleine Hausanlage bis 10 terreich an, sieht man, dass die besten Poten-
kW Peak bekommt man heute schon für ca. ziale in Niederösterreich und dem Burgenland
EUR 1.700.- pro installiertem kW. Vor ein paar liegen. Das sind natürlich auch jene Gebiete, in
Jahren hätte das noch EUR 4.000 - 5.000.- ge- denen aktuell am meisten Windräder stehen
kostet. Für die nächsten Jahre ist eine weitere bzw. aufgestellt werden. Aber auch im Alpen-
Tendenz nach unten zu erwarten, wobei sicher raum gibt es einzelne Gebiete mit sehr hohen
nicht mehr in dieser Geschwindigkeit. Der Windgeschwindigkeiten, wobei die Mehrzahl
Grund für den Kostenrückgang war natürlich, davon in einer Höhe liegt, die praktisch nicht
dass vor allem in Deutschland massiv in den erschließbar ist bzw. aufgrund des notwendi-
Ausbau investiert und v.a. in China Produkti- gen Wegebaus wirtschaftlich nicht interessant
Wasserkraft, Wind- und Solarenergie 32 33 Wasserkraft, Wind- und Solarenergie

Anlagenteile überhaupt bis zur Baustelle zu chend aufwendiger und im Winter kann es Konzepte für Windkraftanlagen Diskussion Liliana Dagostin: „Ich möchte konkret auch Photovoltaik nach Österreich rein drückt und
transportieren. D.h. die Wirtschaftlichkeit wird aufgrund der Schneelage sein, dass man die Es gibt eine Reihe von Konzepten für Wind- etwas zum Wert der Landschaft sagen. Wir bei einem Ausbau des Stromnetzes nach Ita-
zusätzlich vom ggf. notwendigen Ausbau der Anlagen zur Wartung nur mit dem Hubschrau- kraftanlagen, wobei sich das „Dreiblattrotor“- Herbert Jungwirth: „In meiner Heimatge- haben vor zwei Jahren eine ganz wichtige Ta- lien auch die italienische PV-Stromerzeugung
Zufahrtsstraßen stark beeinflusst. Auch der ber erreichen kann. Konzept für großtechnische Anlagen bewährt meinde ist ein größeres Pumpwasserkraftwerk gung in Bozen gemeinsam mit dem Ständigen in Österreich Auswirkungen haben wird. Und
Aufbau vor Ort ist im alpinen Raum entspre- hat. Die Nutzung der Klein- und Kleinstwind- in Planung, bzw. vollständig fertig bewilligt. Sekretariat der Alpenkonvention organisiert, irgendwann drückt auch die österreichische
kraftanlagen wird ebenfalls diskutiert, wobei Das Kraftwerk ist kavernenförmig im Berg ge- bei der es um den Wert der Landschaft gegan- Photovoltaik die Laufwasserkraft mehr oder
diese zum Teil technisch wenig ausgereift sind plant – d.h. naturschutzfachlich war dies nicht gen ist. D.h. es geht auch darum, gerade bei weniger aus dem Markt. D.h. Sie haben dann
und deren Errichtung oft teurer ist, als die Er- das große Problem, ist jetzt aber kurz vor dem den Bergsteigerdörfen, die Energienutzung in ein Kraftwerk, das dann produziert, wenn
zeugung von Strom durch Photovoltaik. Scheitern. Das Projekt scheitert offensichtlich direkten Bezug zum Tourismus und damit zum der Strompreis an der Börse praktisch 0 ist.
an der Rentabilität Spitzenstrom und Nacht- Wert der Landschaft zu stellen.“ Sie haben ein volles Erlösrisiko im Gegensatz
Kostenstruktur von Windkraftanlagen strom. Ist anzunehmen, dass sich dies an den zum Speicherkraftwerk, dass den Strom dann
Die Gesamtkosten liegen bei ca. 1.800 €/ Börsen wieder ändern wird?“ Angelika Krismer: „Wir haben damit das größ- erzeugen kann, wenn weder der Strom von
kW, d.h. im Bereich einer Photovoltaikanla- te Problem, dass das Wasser ein öffentliches Deutschland noch von Italien kommt. Das
ge; allerdings sind die Volllaststunden bei Jürgen Neubarth: „Ich glaube, es wird sich Gut ist. Das Wasser gehört nicht uns, den Ein- führt dazu, dass das Projekt ‚Kaunertal‘ aus rein
Windkraftanlagen deutlich größer. Die Strom- nicht mehr so ändern, dass es wieder so ist, wohnern oder den Gemeindebürgern. Au- energiewirtschaftlicher Sicht ein sehr schönes
gestehungskosten liegen im Schnitt bei ca. wie es einmal war. Dafür sorgt die Photovolta- ßerdem hat die Gemeinde Sölden ein Projekt Projekt ist, weil es genau jene Anforderung er-
der Hälfte im Vergleich zur Photovoltaik, z.T. ik, die zur Mittagszeit den Preis drückt. Es gibt eingereicht, von einem Tal – von der Gurglera- füllt, die zukünftig auch für das Gesamtsystem
bereits unter 7Cent/kWh. Das ist immer noch keine so klare Unterscheidung mehr zwischen che – wo im Moment alles am Bundesministe- sehr wichtig sind. Die örtliche Problematik ist
weit entfernt von den aktuellen Börsenprei- Tag- und Nachtstrom, von dem die Pumpwas- rium für Land- und Forstwirtschaft liegt. D.h. mir aber durchaus bekannt.“
sen, aber doch in einem attraktiven Bereich, serkraftwerke jahrelang sehr gut gelebt haben. es wird alles hinten angehalten und gebremst
wenn die Börsenpreise wieder anziehen wür- Es wird sich zeigen, was nach Abebben des und wir bekommen keine Genehmigung. Wo- Liliana Dagostin: „Bei einem Vortrag von dir,
den – z.B. wenn die CO2-Zertifikatspreise wie- ‚Tsunami‘ noch an Fundament übrig bleibt, auf bei die Gurglerache sicher zu wenig wäre, man den ich vor einiger Zeit gehört habe, hast du
der steigen. Dann ist die Windkraft neben der das dann wieder aufgebaut werden kann. Mo- müsste Venter- und Gurglerache vereinen, um aber doch gerade diese aktuelle wilde Pla-
Wasserkraft diejenige, die am ehesten ohne mentan werden Projekte tatsächlich aufgrund ein rentables Projekt zu haben. nungswut der Kraftwerksbauer in Frage ge-
Förderungen auskommen wird. der Situation an der Strombörse geschoben. Wir wissen auch, dass die TIWAG ein großes stellt, z.B. Oberer Inn.
Ich gehe davon aus, dass bis 2020 kein – nicht Projekt hat und dass große Projekte Vorrang Wenn man jetzt anfängt zu planen und extrem
Abschließend möchte ich sagen, dass die schon in Bau befindliches – Projekt mehr kom- gegenüber den kleinen haben. Wir in Vent lange Verfahren in Kauf nimmt, ist das dann
Diskussion um ein energieautarkes Öster- men wird.“ leben vom Tourismus, von dieser Natur von noch wirtschaftlich? Oder können sich so gro-
reich, um eine energieautarke Gemeinde der Landschaft. Wir sind nicht umsonst ein ße Unternehmen wie die TIWAG das einfach
oder auch nur eines Bauernhofes nicht dazu Hartmut Heidinger: „Es hat mir sehr gut ge- Bergsteigerdorf. Unsere Gäste sagen das auch leisten?“
führen soll, dass die Ressourcen ineffizient fallen, dass Sie die ‚Energieautarkie‘ so beson- ständig: ‚Lasst es so, wie es ist.‘ Geplant wäre
genutzt werden. Schließlich haben wir nur ders hervorgehoben haben, da das ein Wort gewesen, hinten im Rofental eine 120 m hohe Jürgen Neubarth: „Ich denke, dass sich in
ein beschränktes Ressourcenpotenzial für er- ist, bei dem es auch mir immer den Magen Staumauer zu errichten, 5-6 Jahre Bauzeit, alles den nächsten zwei Jahren zeigen wird, wie
neuerbare Energien und wenn man wirklich zusammenkrampft, weil es dazu führt, dass durchlöchert – unvorstellbar, hier noch einen sich die Strompreise an der Börse entwickeln.
langfristig in Richtung 100 % erneuerbar ge- ein unheimlicher Egoismus entsteht, der dann Sommergast her zu bekommen, der wegen Dann wird man auch sehen, wie es mit den
hen will dann wird man mit dem Ressourcen- wiederum dazu führt, dass es ineffizient wird. der schönen Natur kommt. Wir haben sehr da- Pumpwasserkraftwerken weiter geht. Aus Pro-
potenzial supereffizient umgehen müssen. Energieautarkie als Schlagwort darf nur dazu gegen gekämpft, wobei uns der Deutsche Al- jektentwicklersicht ist es durchaus eine nach-
führen, dass man ein Gefühl dafür bekommt, penverein am meisten geholfen hat. vollziehbare Strategie, schon mal zu planen,
was man an Potenzial zur Verfügung hat. Es ist Jetzt ist geplant, außerhalb von Vent beide Ar- einzureichen, nachzubessern, etc. Sellrain-Silz
meines Erachtens wichtig, dass ich genau weiß, chen in das Kaunertal abzuleiten. Wir müssen z.B. wird schon seit 2005 geplant. Natürlich
wo liegen meine Stärken, wo meine Schwä- weiter kämpfen, aber es wird nicht leicht und fließt hier sehr viel Geld rein, aber das ist Auf-
chen, was muss ich mir erkaufen. wir sind um jede Hilfe dankbar.“ gabe der Unternehmen, so ein Projekt zu ent-
Was mir zu wenig herausgekommen ist, ist die wickeln. “
Frage der Speicher. Gerade die Nutzung von Jürgen Neubarth: „Das Gemeindeprojekt, ein
regenerativer Energie in der Form, wie wir es Laufkraftwerk in mehreren Stufen, wäre eben
gerade gehört haben, führt dazu, dass man genau ein solches, dass voll in den Konflikt mit
einen sehr großen Bedarf an Speichern hat. der Photovoltaik fällt und damit mittel- und
Jürgen Neubarth Die große Gefahr liegt darin, dass die Alpen als langfristig – kurzfristig sowieso – ein sehr ho-
e3 consult Speicherpotenzial, als Batterie, ins Gespräch hes wirtschaftliches Risiko hat. Sie produzie-
office@e3-consult.at kommen und dadurch natürlich ein irrsinniger ren damit zusätzlich Strom, zu Zeitpunkten,
www.e3-consul.t.at Druck entsteht.“ wo es ohnehin zu viel gibt, weil die deutsche
34 35

Landesausstellung Niederösterreich 2015

Kurt Farasin, Koordinator der Landesausstellung

Die Landesausstellung Niederösterreich findet Mit der Ausstellung wollen wir zeigen, was
alle zwei Jahre statt, ist immer stark verankert das Besondere des Alpenraumes ist. Es geht
in der Region und wird sehr gut besucht. um die Frage: „Wie steht der Alpenraum heute
in Europa da?“ Bätzing sagt: „1989 wurden die
Zur Zeit haben wir die Landesausstellung zum Alpen von Europa verlassen und im Stich gelas-
Thema „Brot und Wein“ im Weinviertel, mit sen. Außer Österreich gibt es keine Länder mehr,
der Region, mit der Bevölkerung. Zwischen die sich um die Alpen kümmern. Sie ziehen das
300.000 und 350.000 Besucher pilgern zu den Geld in die Metropolen, sie schöpfen die Förder-
Ausstellungsorten und wir regstrieren, dass es ungsmittel aus dem Alpenraum ab, um global
sich zunehmend um eine internationale Besu- wettbewerbsfähig zu sein. Österreich ist eines
cherschicht handelt. der wenigen Beispiele, wo Alpenraum mit der
Förderpolitik noch das zulässt, wo wir die Zu-
Die Landesausstellung 2015 trägt den Titel kunft sehen.“
„Im Ötscherland. Eine Wiederentdeckung Und genau diese Zukunft wollen wir mit der Kurt Farasin, Koordinator der Landesausstellung
der Alpen“ und soll eine Auseinandersetzung Ausstellung auch zeigen, denn die Alpen ste-
werden zwischen dem urbanen und dem rura- hen nicht im Gegensatz zum urbanem Raum,
len Raum. Es wird eine Landesausstellung, die sondern sollen und müssen in Zukunft selbst-
die lokalen und regionalen Themen ansieht bewusst den ruralen Raum zeigen mit all sei-
und über den gesamten Alpenraum projeziert. nen Lebensformen, die diesen Raum auszeich- „Die Landesausstellung 2015 trägt
Es wird eine Landesausstellung, die sich dem nen. Wir wollen zeigen, wie wichtig es ist, sich den Titel ‚Im Ötscherland. Eine Wie-
Besonderen des Regionalen widmet. Sie wird für die Alpen auf europäischer Ebene einzuset- derentdeckung der Alpen‘ und soll
sich den Besonderheiten des Alpenraumes zen, aber nicht aus städtischer Sicht, sondern
eine Auseinandersetzung werden
durchaus auch in einer kritischen Bestands- in Augenhöhe und in Partnerschaft. Wir wollen
aufnahme annehmen und zeigen, wie sich die zeigen, dass Alpenraum ein Raum der Kreati-
zwischen dem urbanen und dem
Alpen heute darstellen. vität und Vielfalt ist und dass der Alpenraum ruralen Raum.“
andere Problemlösungsansätze hat.
Die Ausstellung hat einen Kurator, der bei
Ihnen bekannt sein dürfte: Werner Bätzing. Mit Bätzing und den Leuten vor Ort haben
Werner Bätzing arbeitet bereits seit einem Jahr wir jene Orte ausfindig gemacht, an denen
mit uns an diesem Projekt – in regelmäßigen die Ausstellung rund um den Ötscher statt-
Workshops und Treffen. Es war nicht leicht, ihn finden soll. Es sind drei Orte und wir haben
zu gewinnen. Die, die ihn kennen, wissen, er ist sechs Alleinstellungsmerkmale für diese Orte
nicht nur ein sehr kritischer, sondern auch ein gefunden, wo wir denken, dass ist nicht einmal
sehr wählerischer Mensch, der höchste Quali- dieser Region so wirklich bewusst.
tät verlangt. 1.) Hauptalleinstellungsmerkmal dieser Regi-
Blick vom Ötscher. Foto: Ch. Schwann Die Gestaltung der Ausstellung planen wir mit on ist mit Abstand der größter Waldanteil der
einem Schweizer Ausstellungsmacher, der bei gesamten Alpen.
einigen von Ihnen vermutlich auch kein Unbe- 2.) Der zweite Punkte ist, dass es im Alpenraum
kannter ist: Beat Gugger, der unter anderem drei natürliche Flusssysteme gibt, die noch
für den Alpenverein die Ausstellung „Berge – bis zum Mittellauf reichen. Alle anderen sind
eine unverständliche Leidenschaft“ in der Inns- nicht mehr vorhanden. Diese drei Flusssyste-
brucker Hofburg mitgestaltet hat. Außerdem me werden Sie kennen: Tagliamento, Lech und
wird die Ausstellung von einem Schweizer die Salza.
Grafikteam begleitet. 3.) Der dritte Punkt sind die Ötscherschluch-
Landesausstellung Niederösterreich 2015 36 37

Visualisierung von großtechnischen


Anlagen im alpinen Raum
ten, denn dieses geologisch, geografische Sys-
tem hat die Besonderheit, dass die Einheimi-
Wir suchen noch Kooperationspartner. Als
einen Partner wünschen wir uns die Berg-
Erobern 200 m hohe Windindustrieanlagen unsere Berge?
schen nicht rauf, sondern runter gehen. steigerdörfer.
4.) Der vierte Punkt wird durch den einzigen
Urwald des gesamten Alpenraumes gestellt. Generell soll mit der Ausstellung der urbane Herbert Jungwirth, Landesnaturschutzreferent OeAV-OÖ
5.) Das Gebiet wurde von der UNESCO in eine Mensch abgeholt und in die Landschaft ge-
Welterbeliste gereiht. Nur mehr 10 % der eu- führt werden. Dies passiert zum Beispiel mit
ropäischen Landfläche ermöglichen einen zwei Rundwanderwegen, wovon einer rund
ungetrübten Blick auf die Milchstraße. Die um den Ötscher führt. Für den Wanderführer
Lichtverschmutzung von Europa ist derma- konnten wir Werner Bätzing gewinnen. Das Präambel: Die betroffenen Gemeinden, mit einer ausge-
ßen intensiv geworden, dass jener Ort, wo Buch wird im Rot Punkt Verlag erscheinen. wiesenen Positivzone, haben sehr schnell auch
die Milchstraße noch gut beobachtet werden Die Ausstellung wird sehr intensiv beworben, Mit den tragischen Ereignissen in Japan die neue Einnahmequelle erkannt. Indem der
kann, jener hier im Alpenvorland ist. Bereits ab ich denke, das ist eine der intensivst beworbe- begann auch in Österreich eine richtige Pla- OÖ. Windmasterplan nur eine Richtlinie war,
den Kalkalpen hat man eine deutliche Redu- nen Veranstaltungen in Österreich im kulturel- nungs- und Investitionswelle für Windin- wurde auch in weiterer Folge die Verbotszone
zierung aufgrund der dicht besiedelten Täler. len Bereich. Z.B. werden neben den 1,5 Milli- dustrieanlagen (in der Folge kurz WIA). War für Windindustrieanlagen ins Auge gefasst. Es
6.) Der sechste Punkt ist Mariazell als End- onen Flyern auch 1,5 Millionen Wanderkarten die Errichtung bis dato mit Schwerpunkt hatte den Anschein, gerade in der Nähe des
punkt einer der meistfrequentierten Pilgerwe- gedruckt, die die Orte vorstellen und mitein- auf den östlichen Bereich von Österreich Nationalparks Kalkalpen, im Besonderen in der
ge. Dieser Pilgerweg ist seit vielen hunderten ander verbinden. Wir wollen wieder eine per- (NÖ und Burgenland „Parndorfer Platte“) Verbotszone, war es offensichtlich am Schöns-
von Jahren ein Weg, der pro Jahr von 3.000 bis sönliche Auseinandersetzung mit dem Thema, konzentriert, wurden nun Österreichweit ten, WIA zu planen.
4.000 Menschen gegangen wird. Im 18. Jahr- aber so geführt, dass nicht Themenwege, Sky- Standorte für WIA gesucht/geplant/ und
hundert sind sogar Pilgerzüge mit 30.000 Mit- walks oder sonstige Geräte in die Gegend ge- auch umgesetzt. Was zu befürchten war, Bedingt durch die in Aussicht gestellten Ein-
gliedern des ungarischen Königshauses hier stellt werden, sondern das was vorhanden ist, der alpine Raum wurde für WIA entdeckt. nahmen (zwischen 4.000, 5.000 Euro u.m. je
durchgezogen und das durch eine protestan- soll veranschaulicht werden. Der Umweltdachverband (in der Folge kurz Windrad/p.a.) war man bereit seine einzig-
tische Enklave im Salzkammergut. UWD) hat dies rechtzeitig erkannt und vo- artigen Landschaften, den Naturschutz, den
rausschauend sein Positionspapier „Um- so wichtigen Erholungsraum, ohne „Wenn
weltfreundliche Nutzung der Windener- und Aber“ am „Altar der Energiewende“ zu
gie – eine Frage der Standortwahl!“ am opfern. Nur in Ausnahmefällen gab es in den
01.12.2011 in seiner Vollversammlung ver- Gemeindestuben knappe Entscheidungen.
abschiedet und medial entsprechend veröf- Fast einstimmig wurden die Beschlüsse für die Herbert Jungwirth, 1. Vorsitzender der Sektion Molln
fentlicht.

Im Februar 2012 wurde dann der OÖ. Wind-


masterplan, eine Richtlinie für Ausweisung
von Positiv- und Negativzonen, präsentiert.
Was man nicht für möglich gehalten hat,
der alpine Raum war für WIA nun endgültig
entdeckt. Sogar in der unmittelbaren Nähe
des Nationalparks Kalkalpen, waren Posi-
tivzonen für Windindustrieanlagen ausge-
wiesen.

Von nun an gab es kein Halten mehr, die gro-


ße Lösung, das große Ziel - 100 % erneuerbare
Energie bei der Stromerzeugung - die Chan-
ce auf eine Energiewende bei der Strompro-
duktion wurde von nun an, fälschlicherweise
nur mehr in der Errichtung von WIA gesehen.
Energieeffizienz und Energiesparen waren nun
Kurt Farasin kein Thema mehr. Sehr rasch, war man zudem
Leiter der Landesausstellung bei Einwänden gegen Windindustrieanalgen,
Niederösterreich 2015 als Befürworter der Atomkraft gestempelt. Foto 1: Windrad-Rotortransport – Quelle:Fotoarchiv Alpenverein Molln - Steyrtal
Visualisierung von großtechnischen Anlagen 38 39 Visualisierung von großtechnischen Anlagen

notwendigen Flächenwidmungen in den Ge- echte Entscheidungsgrundlage für die Ge- schlossen und waren nicht mehr zu bremsen. befestigte ebene Flächen geschaffen wer- Obwohl der Windmasterplan extra auf die Ver- Auf die weiteren Nachteile einer Windindust-
meindestuben gefasst. Von den Fachabteilun- meinderäte betreffend dem Landschaftsbild. In den Gemeindestuben haben anfangs nur den müssen. 2-3 Kräne errichten den Haupt- meidung von kettenförmigen Anordnungen - rieanlage in alpinen Lagen wie Naturschutz,
gen des Landes war eine Informationsarbeit Visualisierungen sollten nicht erst verbindlich die Betreiber/Investoren präsentiert. Die NGO kran, welcher dann die WIA aufstellt. Alleine WIA hinweist, ist dies zwangsläufig in Kammla- Baustellen- und Betriebslärm, Zerstörung ei-
im Hinblick auf die Auswirkungen der WIA im bei UVP-pflichtigen Windparks vorgeschrie- bekamen gleich gar keine Chance, ihre Beden- die Gondel hat ein Gewicht von rund 70-80 gen, entlang der Waldrücken, in alpinen Lange nes Erholungsraumes, der Beschränkungen
Wald und exponierten Lagen nicht vorgese- ben werden, sondern grundsätzlich bei allen ken vor einem Gemeinderat zu äußeren. to. Dementsprechend muss der Untergrund es in der Regel nicht anders möglich. für den Naturtourismus (Eiswurf ) usw. wird
hen. Die Mitglieder der Gemeinderäte wurden WIA, egal welcher Größer, als eine Entschei- auch befestigt sein. hier nicht näher eingegangen. Dieser Beitrag
nur einseitig von verschiedenen Investoren dungsgrundlage dem Gemeinderat vorgelegt Besonders das Bündnis ÖBf mit Energie AG (Foto 3 und 4) Unterschätzt wird auch die Umdrehungsge- beschränkt sich auf die Problematik, fehlende
informiert. werden und von Experten auch erklärt wer- war hier rücksichtslos unterwegs. Gerade die- schwindigkeit eines Windrades. Die von wei- Visualisierung und ihre Folge bei den Entschei-
den. se Investorengruppe hatte keine Hemmnisse • Diese Baustelle muss man sich nun in die al- ten so schön langsam drehenden Rotoren (z.B.: dungsträgern.
In den Stellungnahmen eines Amtssachver- in der Verbotszone des Windmasterplanes in pinen Lagen vorstellen, wo in der Regel keine 55 m lang) haben immerhin an den Rotoren-
ständigen findet man Formulierungen wie: „In Eine kleine Gruppe rund um die Landesnatur- der Nähe des Nationalparks Kalkalpen zu pla- ebenen Flächen vorhanden sind. Um in einer den bei einer Umdrehungsgeschwindigkeit
diesem Wirkfeld, vor allem von den Siedlungs- schutzreferenten im Alpenverein OÖ. (Jung- nen und Windmessmasten zu errichten. Be- Hanglage von 30 Grad und mehr, eine Fläche von 4 sec. bereits eine Geschwindigkeit von
räumen im Osten bzw. Nordosten ist eine hohe wirth und Riess) begann im Frühsommer 2012 denkt man, von der Energie AG ist das Land von rund 5.000 m² zu schaffen, entstehen in 311 km/h.
Raumwirksamkeit zu erwarten“. Was sicherlich ehrenamtlich mit der so wichtigen fehlenden OÖ selbst der Mehrheitseigner, so konterka- der Folge steinbruchartige Hanganrisse. In Herbert Jungwirth
korrekt formuliert ist, aber das eigentliche Informationsarbeit. Hier wurden dann die ei- rierten diese mit ihrer rücksichtslosen Vorge- Summe ist für jedes Windrad eine Megabau- Ähnlich wird auch die Erntefläche eines Wind- Landesnaturschutzreferent OeAV-OÖ
Ausmaß, die Dominanz von WIA mit einer Bau- gentlichen Eingriffe und die Visualisierungen hensweise den vom Land OÖ. beschlossenen stelle im Gebirge notwendig. rades oder eines Windparks unterschätzt. Bei herbert.jungwirth@vmb.at
höhe im Bereich von 180 bis 200 m wird dem auf hohem fachlichem Niveau präsentiert und Windmasterplan. einem Rotordurchmesser von 50m und 7 WIA
Entscheidungsträger nicht vermittelt. Nur so mancher Befürworter von WIA wurde beim Erst mit der Visualisierung der Eingriffe im Zu- • Die Bauhöhe eines Windrades überschreitet ergeben sich bereits 5,5 ha rotierende Fläche,
maßstabsgetreue Visualisierungen sind eine Anblick der Fotomontagen nachdenklich und sammenhang mit dem Ausbau der notwendi- das Vorstellungsvermögen. Gerade im ländli- welche sich dem Vogelzug und den standort-
sehr häufig in weiterer Folge auch ein Gegner gen Infrastruktur, begann ganz zögerlich ein chen Raum sind die Kirchen (35 – 40 m hoch) treuen Vögeln entgegenstellt.
von WIA im alpinen Raum, auf Waldrücken und Umdenkprozess, sowohl auf politischer Ebene, unsere größten Gebäude, an welche wir uns Besonders gefährdet sind die Thermikflieger
in exponierter Lage. als auch in der Bevölkerung und auch bei vie- orientieren. Mit der mündlichen Ausfüh- (Adler, Störche), aber auch die schnellen Jäger
len Naturschützern, welcher hier zwei Herzen rung, das Windrad ist 3, 4, ja sogar 5mal so wie der Wanderfalke und die Arten mit großen
Die div. Vorsprachen bei den div. Mitgliedern in ihrer Brust hatten – Umweltschutz versus groß wie eine Kirche, beeindruckte man so Raumansprüchen (Territorial- und Nahrungs-
der OÖ. Landesregierung, waren anfangs ent- Naturschutz. manchen Gesprächspartner noch gar nicht. flüge), bzw. auch jene Arten, die Kuppen und
mutigend und von sehr geringem Erfolg. „Die Beim Anblick einer Fotomontage, wo sich Höhenrücken bevorzugen (Raufußhühner).
Gemeinden haben es in der Hand“, war die „One Look is Worth A Thousand Words“ und eine klassische Kirche eines Dorfes wie eine Die Zugvögel sind generell betroffen, eben-
aus dem Landhaus vermittelte Botschaft. Man „One Picture is Worth Ten Thousand Words“ Waldkapelle ausnimmt, wurde aber so man- so die nachtaktiven Arten wie Eulen, Wald-
spürte aber auch damals, die Dimension, was geht auf die Jahre 1921 und 1927 zurück (Wi- cher Befürworter von WIA in weiterer Folge schnepfen u.a.
kommt hier auf uns zu, wurde auch auf politi- kipedia) und dies war dann eines der Erfolgs- ein Gegner.
scher Ebene nicht erkannt und die Gemeinden rezepte beim Aufzeigen der Nachteile von WIA (Foto 5 und 6)
Foto 4: Bauplatz für die Schwerstkräne –
Foto 2: Transport Turmsegment eines Windrades – haben schon die Einleitung auf Umwidmung im alpinen Raum. Die anfängliche Schwierig-
Fotoarchiv Alpenverein Molln - Steyrtal
Quelle: Fotoarchiv Alpenverein Molln von Grünland in Sonderwidmung für WIA be- keit war somit endlich überwunden. Wo liegen
nun die besonderen Nachteile der WIA im al-
pinen Raum.

• Wegen der Schwersttransporte ist die Infra-


struktur einerseits zu erweitern (verbreitern,
befestigen) und zwangsläufig muss das Stra-
ßennetz zu den jeweiligen Standorten der
WIA ausgebaut werden. Man bedenke allei-
ne die Rotoren haben mittlerweile eine Län-
ge von 55 m und mehr. (Foto 1 und 2)

• An jedem einzelnen Standort eines Wind-


rades ist eine entsprechende Baufläche zu
schaffen. Am Beispiel Windpark Kobernauß-
erwald (Munderfing OÖ.) wurde das Flächen-
ausmaß so richtig bewusst. Ganze 5.700 m²
benötigt dort durchschnittlich alleine ein
einziges Windrad. Dies deswegen, da für die
Foto 3: Bauplatz für eine Windrad - Baustelle Munderfing - Quelle: OÖN Errichtung der Windkraftanlage besondere Foto 5: Mollner Kirche im Vergleich zu einem Windrad – Quelle: Jungwirth Herbert Foto 6: Dambergwarte und Fotomontage – Quelle: Martha Riess
40 41

Wert einer unverbrauchten Landschaft

Martha Riess, Touristikkauffrau, OeAV-Landesverband Oberösterreich

Landschaft als Teil des touristischen liches Wachstum zu erzielen. Äußert jemand
Leistungsangebots Bedenken, wischen die Tourismusverantwort-
lichen diese vom Tisch, kurzfristiges Gewinn-
Seit Jahrtausenden prägt der Mensch die streben ist alles, was zählt. Erst kürzlich hat der
Landschaft. Doch noch nie war die Umgestal- Skiort Ischgl dies mit dem Bau einer Seilbahn
tung so einschneidend wie während der letz- auf den Piz Val Gronda eindrucksvoll bewiesen.
ten hundertzwanzig Jahre. Vor allem Energie- Die Errichtung von großtechnischen Anlagen
und Tourismuswirtschaft sind die treibenden verunstaltet die Landschaft und zerstört ein
Kräfte. Während die Energiewirtschaft Land- ökologisch außergewöhnlich wertvolles und
schaft verbraucht, ohne originäres Interesse äußerst sensibles Gebiet, der Preis für einen
an ihrem Erhalt zu haben, braucht die Touris- kleinen Zugewinn an Sportangebot.
muswirtschaft sehr wohl intakte Landschaft
als Bestandteil ihres Leistungsangebots. Oder Dabei zieht der Tross des Massentourismus
kennen Sie eine ländliche Tourismusdestina- von einer Station zur nächsten, immer auf der Martha Riess, OeAV-Landesverband Oberösterreich
tion, die nicht mit ihrer schönen Landschaft Suche nach neuen „Geheimtipps“ mit schö-
wirbt? Selbst Städte ziehen ihre umliegenden neren, weil intakten Landschaften. Erst wenn
Naturattraktionen heran, um ihr Angebot auf- die wohlhabenden und qualitätsorientierten
zuwerten und generieren daraus ein Allein- Gäste ausbleiben, die Gästeschicht, die län-
stellungsmerkmal. So wirbt Wien beispielswei- ger bleibt und durchschnittlich mehr ausgibt „Während die Energiewirtschaft
se mit seinen innerhalb der Stadt liegenden als die anderen, erst dann dämmert es den Landschaft verbraucht, ohne ori-
Weingärten, Dresden mit der reizvollen Land- Verantwortlichen, dass sie wohl ihre Seele ver-
ginäres Interesse an ihrem Erhalt
schaft der Elbauen, bei anderen finden sich kauft haben.
die nahen Naturschönheiten sogar im Slogan zu haben, braucht die Tourismus-
wieder: „Steyr am Nationalpark“, „Luzern – die Tourismusdestinationen, denen es trotz ihrer wirtschaft sehr wohl intakte Land-
Stadt. Der See. Die Berge.“ Die Liste ließe sich schönen Landschaften bislang gelungen ist, schaft als Bestandteil ihres Leis-
um zahlreiche Beispiele verlängern. sich dem Massentourismus und seinen negati- tungsangebots.“
ven Auswirkungen weitgehend zu entziehen,
Schöne Landschaften sind dabei immer mehr sind Sardinien oder die kanarischen Inseln
oder weniger intakte Naturräume, dazu zäh- Lanzarote, La Gomera, La Palma und El Hierro.
len sowohl Schutz- und Wildnisgebiete, als In Österreich zählen dazu vor allem die „Berg-
auch kleinstrukturierte und weitgehend im steigerdörfer“, kleine, feine alpintouristisch
Einklang mit der Natur bewirtschaftete Kul- geprägte Orte, die sich auf Initiative des Oes-
turlandschaften. Wenn es jedoch darum geht, terreichischen Alpenvereins bestimmten Qua-
diese Schönheit zu erhalten, dann hat dieser litätsstandards unterwerfen und einen Beitrag
Wert oft keine Bedeutung mehr, wie es Diskus- zur alpinen Tourismusförderung im Sinne der
Speicherteich zur Pistenbeschneiung, Pisten im Kalkstein, Forststraßen und ein Bergwerk ziehen den Blick auf sich und zerstören die Harmonie der Landschaft.
sionen rund um technische Erschließungen Alpenkonvention leisten. Die mittlerweile 20
Foto: Martha Rieß
zeigen. Meist wird zusätzlichen infrastrukturel- Ortschaften haben sich dem „Erschließungs-
len Erschließungen Vorrang eingeräumt, ob- Kapital-Event-Kreisel“1 entzogen und bieten
wohl diese immer Naturzerstörungen im gro- ihren Gästen menschlich berührende Erleb-
ßen Ausmaß zur Folge haben. Bewahrung gilt nisse in authentischen und überschaubaren
als nicht zeitgemäß. Noch größere und teurere Strukturen.
Investitionen werden getätigt, um wirtschaft-

1 Schwann, Chr. / Hatheier-Stampfl, R. / Haßlacher, P. / Kals, R.: Vorwort. Gesamtbroschüre Bergsteigerdörfer, Mai 2013, S. 7
Wert einer unverbrauchten Naturlandschaft 42 43 Wert einer unverbrauchten Naturlandschaft

Definition von Landschaft für Ressourcen, Gesundheits- und Klimasiche- Der touristische Stellenwert von Landschaft und Software zusammensetzt. Dazu gehört bar machen. Allerdings mit Einschränkungen zuweisung bestehen, die wiederum durch die
rung, für den Erhalt der Biodiversität, für tou- in Österreich ist ein ambivalenter. Zum einen zum einen das Angebot rund um Beherber- im Hinblick auf Großevents: Davon verträgt unterschiedlichsten menschlichen Erfahrun-
Generell gibt es keine einheitliche Definition, ristische Attraktionen und für Produktionsstät- verdankt Österreich einen Großteil seiner tou- gung, (Nah-)Versorgung, alpiner Infrastruk- eine Region nur eine sehr geringe Anzahl, un- gen, Ansprüche, Bedürfnisse und Interessen
was Landschaft ist, weshalb der Begriff der ten und Infrastrukturanlagen. ristischen Einnahmen seinen schönen Land- tur, Einrichtungen für Freizeitaktivitäten, abhängig davon, welche Zielgruppe das Ange- beeinflusst werden. So sind Landschaften für
Landschaft ein „kompositorischer“ Begriff ist, schaften, die Darstellung von Landschaft ist Parkplätze sowie die Erreichbarkeit von land- bot anspricht. den einen Erholungsraum, für den anderen
in dem sich Bezüge zu vielen Fachbereichen Die Europäische Landschaftskonvention de- ein unverzichtbarer Bestandteil jeder Touris- schaftlichen und naturwissenschaftlichen Wirtschaftsraum, je nachdem aus welchem Le-
wiederfinden, die von einer über tausendjähri- finiert Landschaft als „ein Gebiet, wie es von muswerbung und die Touristiker wissen, dass Besonderheiten. Eng damit verbunden ist die benszusammenhang heraus Landschaft erlebt
gen, mitteleuropäischen Ideen-, Literatur- und Menschen wahrgenommen wird und des- sich viele Gäste für einen österreichischen Bereitstellung von touristischen Dienstleis- Wert von Landschaft durch Bedeutungen wird.
Kunstgeschichte geprägt wurde. 2 sen Charakter das Ergebnis der Wirkung und Urlaubsort entscheiden, weil sie dort intak- tungen, die eine Urlaubsdestination oft erst
Wechselwirkung von natürlichen und mensch- te Natur und Landschaft genießen können. erfahrbar machen. Der Gast erfährt hier die Landschaft ist für den Menschen von Bedeu- Doch es gibt auch die universale oder auch
Jeder Mensch hat ein anderes Bild vor Au- lichen Faktoren ist.“3 Dennoch gehört Österreich zu den sieben Na- wesentlichen Begegnungen mit Einheimi- tung, weil sie für ihn Bedeutung hat. Dies ist biologisch-evolutionsbedingte Bedeutung
gen, wenn das Bild einer schönen Landschaft tionen des Europarates, die bislang die Euro- schen, die seinen Aufenthalt zu einer einzig- keine Leistung der Landschaft, sondern des der Landschaft. Diese Landschaft verfügt über
vor dem inneren Auge entsteht. Demnach päische Landschaftskonvention (2000) weder artigen Erfahrung werden lassen: Ski- oder Menschen. Diese Bedeutungen sind nicht ob- Elemente und Strukturen, die das Überleben
wird Landschaft individuell unterschiedlich Touristischer Stellenwert von Landschaft unterzeichnet noch ratifiziert haben. Ebenso Segelschule, Ski- oder Surflehrer, Bergführer, jektiv, sondern sie werden zugewiesen, wahr- der Urmenschen sicherten. Diese savannen-
empfunden, ebenso misst ihr jeder Mensch wird im Strategiepapier des Wirtschaftsminis- Kutschenfahrt, Mal- und Fotokurse, Töpfer- genommen und interpretiert.4 Dadurch stellt ähnlichen Landschaften werden auch heute
aus seiner Vergangenheit und seinen Erfah- Landschaft hat keinen Preis, und nur wenige teriums von 2010 „Neue Wege im Tourismus“ und Handarbeitskurse, … oder der Gastgeber, sich die Frage, ob der Wert, die Bedeutung der noch instinktiv von den Menschen bevorzugt,
rungen subjektiv eine andere Bedeutung bei. bemühen sich um den Schutz und Erhalt der der Begriff „Landschaft“ kein einziges Mal er- der sich für seine Gäste Zeit nimmt und sie in Landschaft beliebig ist oder ob sie eine Gültig- die mit ihren Baumgruppen, Sicht auf Fluss-
Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten, die allen Landschaft. Vor allem bei der Planung von wähnt. Einzig die Tourismusprotokolle der Al- die Geschichte und die Besonderheiten seines keit hat, die über den Einzelnen, über soziale läufe oder Seen und dem Vorhandensein von
Menschen zu Eigen sind. So beschreibt Land- Infrastruktur-Großprojekten werden Land- penkonvention bieten eine zukunftsweisende Ortes einführt. Gruppen und sogar über Kulturen hinausgeht? Aussichtspunkten die Lebens- und Sicher-
schaft das Bild eines Lebensraumes für Tiere, schaftswerte meist ungenügend oder gar Arbeitsgrundlage, die bislang nur in der Qua- Zum anderen umfasst es das Angebot an re- heitsbedürfnisse der Menschen befriedigen.
Pflanzen und Menschen, aber auch eine geo- nicht berücksichtigt. Die Betrachtungsweise litätsmarke der Bergsteigerdörfer konsequent gionalen Besonderheiten, die zur Erlebbarkeit Zum einen gibt es objektive physische Merk- Sie bieten ein „Sehen ohne gesehen zu wer-
graphische Einheit, um ein Gebiet anhand na- der Landschaft ist einseitig ökonomisch aus- ihren Niederschlag findet. einer Landschaft mit allen Sinnen beitragen. male, die wiederum zum Großteil aus der den“ – also Schutz und Überblick gleicherma-
turwissenschaftlicher Merkmale abzugrenzen. gerichtet; kommt es zu Beeinträchtigungen Diese spiegeln die wirtschaftliche Tradition Interaktion von Mensch und Natur hervor- ßen. Sie ist die Landschaft, in der der Mensch
Außerdem erfüllt Landschaft viele Funktionen, oder gar zur Zerstörung von Landschaft, dann einer Region wieder, wie bspw. Bergkäse aus gingen, zum anderen subjektive Bedeutun- die Fähigkeit, Informationen zu sammeln und
sie ist Lebens- und Erholungsraum, Identifika- kostet diese vordergründig nichts. Touristische Inwertsetzung von Landschaft Vorarlberg, im Besonderen der Heublumen- gen, die aus einem Wechselspiel zwischen zu verarbeiten, entwickelt hat. Sie verfügt
tions- und Erinnerungsraum, sie bietet Raum käse aus dem Großen Walsertal, Holzschnitze- Bedeutungswahrnehmung und Bedeutungs- über jene Anordnung, wie sie in den meisten
Die touristische Inwertsetzung der Landschaft reien aus dem Grödnertal, Weißwein aus der
spielt eine wesentliche Rolle in der touristi- Wachau, Kernöl und Weißwein aus der „Steiri-
schen Leistungsgestaltung, quer durch alle schen Toskana“ (Südsteiermark), Minerale aus
Zielgruppen. Die Erreichbarkeit ist vor allem dem Gasteinertal oder Leinenstoffe aus dem
im Tagestourismus von Bedeutung, viel sub- Mühlviertel.
stanzieller ist allerdings die Attraktivität der
Landschaft. Darunter subsumieren sich die Vor allem für die Hardware gilt, dass ein Mehr
landschaftliche Eigenart und topographische nicht zwingend den wirtschaftlichen Erfolg
Elemente, die Artenvielfalt, Schutzgebiete, erhöht. Ein Wettkampf um die meisten Pisten-
Intaktheit durch das Fehlen von großtechni- kilometer, Höhenmeter und Liftanlagen führt
schen Anlagen, kulturhistorische Elemente nur in eine ruinöse Preisschlacht, die kein ös-
sowie besondere Nutzungsformen (natur- terreichischer Skiort in der Lage ist auf lange
nah und ökologisch bewirtschaftete Kultur- Sicht zu überleben. Maßnahmen, die ohnehin
landschaften, Almwirtschaft, Weinbau,…). Je nur mit steuerlichen Mitteln zu finanzieren
vielfältiger und intakter die Landschaft sich sind und die sich kaum jemals amortisieren,
darstellt, desto schöner wird sie empfunden, die Folgekosten für die Zerstörung der Land-
desto attraktiver und begehrenswerter er- schaft noch gar nicht mit eingerechnet. Dage-
scheint sie dem Gast. gen machen sich Investitionen in die Software
einer Region sehr wohl bezahlt, da sie die tra-
Der dritte Erfolgsfaktor, der maßgeblich zur ditionellen Besonderheiten einer Region und
touristischen Inwertsetzung beiträgt, ist die menschlich erlebbare-überschaubare Struktu-
touristische Infrastruktur, die sich aus Hard- ren aus allen Blickwinkeln für den Gast erfahr-
Probstei St. Gerold, Bergsteigerdorf Großes Walsertal; Foto: Erich Auer Blick in die Nationalpark Kalkalpen Region Ennstal; Foto: Adler

2 http://de.wikipedia.org/wiki/Landschaft, 22.09.2013 4 Hunziker, Marcel (2010): Die Bedeutung der Landschaft für den Menschen: objektive Eigenschaft der Landschaft oder individuelle
3 http://conventions.coe.int/Treaty/GER/Treaties/Html/176.htm, 22.09.2013 Wahrnehmung des Menschen? Landschaftsqualität. Konzepte, Indikatoren und Datengrundlagen. Forum für Wissen 2010, S. 33-41
Wert einer unverbrauchten Naturlandschaft 44 45

Bergsteigerdorf Lunz am See

Eine informative Wanderung durch den Ort mit Bürgermeister Martin Ploderer
alpinen Kulturlandschaften als Mosaik von Of- mit Einheimischen, das Kennenlernen ihres Ar- als Teil der Natur, er kommt in Kontakt mit dem
fenland, Baumgruppen, Gewässern und Aus- beitsalltages, ihrer Erfahrungen, durch die der Göttlichen und findet auf diese Weise zurück und Besuch auf der Ybbstaler Hütte
sichtspunkten anzutreffen ist. Es ist auch die Gast Landschaftserfahrungen sammelt, die zu seinem göttlichen Ursprung.
Landschaftsform, die in der Malerei bevorzugt bewirken, dass die Landschaft danach nicht
wird. mehr als die Gleiche erlebt wird wie zuvor. Dieses Erleben hat natürlich auch Auswirkun-
gen auf unsere Gesundheit – psychisch und
Die soziale Bedeutung der Landschaft erklärt Eng damit verknüpft ist die menschliche Bin- physisch. Einerseits ist der Mensch Teil der
sich zum einen durch die Schaffung und Stabi- dung an einen bestimmten Ort und den damit Natur, als solcher greift der Mensch auch fort- Der Lunzer Rundgang begann beim Zellerhof, nem Investor, das Projekt (Hotel mit ca. 120
lisierung von Ortsidentität, wobei Landschaft verbundenen gewachsenen, sozialen Bindun- während verändernd in die Natur ein. Er ist führte über den so genannten „Bildungscam- Betten) doch noch zu realisieren.
als externes Gedächtnis dient. Sie erinnert die gen. Gerade der flexible und mobile Mensch somit Geschöpf und Schöpfer zugleich. Aber pus“ zum Kirchenplatz, vorbei am Amonhaus Im Weiteren laufen Vorbereitungen, um ein
Bewohner an persönliche Erfahrungen, Fähig- entwickelt immer mehr die Sehnsucht nach jedes Mal, wenn der Mensch gestaltend in die über die Brücke über die Ybbs mit Erklärungen Geschäft mit regionalen Produkten am Kir-
keiten, Werte und ihr Zugehörigkeitsgefühl Verwurzelung mit einem Ort, der ihm vertraut umgebende Welt eingreift und sie damit ver- zur Wasserschnecke bis zum Wasserkluster der chenplatz zu etablieren. Dieses soll auch Treff-
und stabilisiert damit deren Identität. Gleich- ist, wo er sich auskennt, mit dem er (positive) ändert, verändert er sich auch selbst. Mit der Uni Wien. punkt und Veranstaltungsort für diverse kleine
zeitig braucht Identität aber das Ausdrücken Erinnerungen verbindet. Diese Dimension Veränderung im Außen ist immer auch eine Bürgermeister Martin Ploderer darf an dieser „Events“ werden. Betreiber soll ein Verein sein,
von Individualität, das aber viele Menschen kann die Landschaftspräferenz im positiven Veränderung der eigenen, inneren Natur ver- Stelle ein ganz herzliches Dankeschön für die der das Projekt im Rahmen einer Aktion von C3
in ihrer Wohnumgebung nicht mehr erleben Sinne beeinflussen, vor allem dann, wenn die bunden, vor allem weil der Mensch durch die äußerst informative, ehrliche und abwechs- Alps entwickelt hat.
können. Damit lässt sich die zunehmende vertraute Landschaft für die Person auch tat- Veränderungen seiner eigenen Fähigkeiten, lungsreiche Führung ausgesprochen werden.
touristische Nachfrage nach intakter, traditio- sächlich von Bedeutung ist. Fertigkeiten, Erfahrungen, sein Wissen aus- Auch Inge und Paul Wurzer, Pächter der
neller Kulturlandschaft und Brauchtum sowie dehnt und seine Persönlichkeit fortbildet. Ge- Ybbstaler Hütte, sei sehr herzlich für die 3. Station: Amonhaus – Gemeindeamt –
nach Wildnis erklären, sie ist der Versuch, diese Die spirituelle Bedeutung der Landschaft rückt lingt der Aneignungsprozess, dann erfüllt das freundliche Aufnahme und den ausgezeichne- Tourismusbüro und Amonpark
Defizite zu kompensieren. zunehmend in den Vordergrund, da Spiritua- mit Gefühlen der Freude, Zufriedenheit und ten Schweinsbraten gedankt.
lität allgemein wieder als salonfähig gilt, wo- Glück. Aueßrdem ein großes Dankgeschön an Anton Das Amonhaus wurde mit Hilfe des Landes
Soziale Erfahrungen in der Landschaft werden rüber man auch offen spricht. Ausdruck dieser Hauser, Obmann der OeAV-Ortsgruppe Lunz Niederösterreich und des Denkmalamtes auf-
im Besonderen dadurch bestimmt, mit wel- Entwicklung ist das Pilgern, das sich seit eini- Landschaft und Natur stillen grundlegende am See, und den Mitgliedern, die uns alle ge- wändig (Schindeldach, Sgraffiti, Heizung, Tro-
chen Menschen man unterwegs ist, wem man gen Jahren zunehmender Beliebtheit erfreut, Bedürfnisse des Menschen. Sie sind seine Le- meinsam auf der Wanderung zur Hütte beglei- ckenlegung des Mauerwerkes, Sanitäranlagen,
begegnet. Dies ist ein entscheidender Punkt, aber auch Wandern und Bergsteigen begeis- bensgrundlagen, hier findet er alles, was er tet haben und uns damit das Gefühl vermittel- Installationen) renoviert.
der den touristischen Wert von Landschaft tert immer mehr Menschen. Auf diese Art er- zum Leben braucht, aber auch Ruhe, Entspan- ten, sehr willkommen in Lunz am See zu sein. Ein vorgelagertes Grundstück konnte nach
mitbestimmt; so ist es vor allem der Kontakt lebt der Mensch Landschaften, er erfährt sich nung, Stille, Kräftigung und Sinn. Natur und jahrelangen Verhandlungen erworben wer-
Landschaft sind des Menschen Lehrmeister, den. Das verfallene Gebäude wurde abgetra-
hier macht er Erfahrungen, die sein Leben und 1. Station: „Bildungscampus“ Lunz am See gen und ein kleiner, feiner Garten, „der Amon- Der „Bildungscampus“ und die Außenanlagen
die Sichtweise darauf verändern. Als Summe
an einzelnen Erfahrungen spiegeln sie das Der Kindergarten für drei Gruppen inklusive
Wesentliche einer Landschaft wieder. Letztlich Außenanlagen die gemeinsam von Kindergar-
sind es die mit Körper, Geist und Seele erarbei- ten, Volksschule und neuer Mittelschule ge-
teten landschaftlichen Erfahrungen, die den nutzt werden, wurde neu gebaut. Es handelt
Menschen mit großer Freude erfüllen und ihm sich dabei um eine großzügige Investition,
Wohlbefinden verschaffen. Sie sind letztlich um die jungen Familien mit Kindern so gut als
eine unabdingbare Voraussetzung für einen möglich im Ort zu halten. Denn: „Keine Schu-
gelungenen Urlaubsaufenthalt und erhöhen le – keine Kinder – keine jungen Familien, die
die Wahrscheinlichkeit, dass der Gast wieder- dableiben“. In diesen Teufelskreis wolle man
kommt und den Urlaubsort weiterempfiehlt. möglichst nicht kommen.

2. Station: Kirchenplatz - Ortszentrum –


Problemzone von Lunz am See

Hier wurde mit einem Hotelprojekt begonnen.


Martha Riess Die Firma ist allerdings in Konkurs gegangen
Touristikkauffrau, und hat eine Baustelle mitten im Ort hinterlas-
OeAV-Landesverband Oberösterreich sen (Keller und 30 Tiefgaragenplätze).
marthariess@hotmail.com Derzeit gibt es wieder Verhandlungen mit ei-
Kleinstrukturierte Kulturlandschaft in der Nationalpark Kalkalpen Region Ennstal; Foto: Walter Schiftner
Bergsteigerdorf Lunz am See 46 47 Bergsteigerdorf Lunz am See

Die Wanderung zur Ybbstaler Hütte:

park“ angelegt. Das Amonhaus beherbergt 6. Station: „Hy tech“ Anlage der Boku-Wien
das Gemeindeamt, das Hammerherrenmuse-
um, das Handarbeitsmuseum, eine Hauska- „Schwallproblematik an Österreichs Fließge-
pelle und das erst heuer großzügig renovierte wässern“
Tourismusbüro. Diese Anlage ist die einzige derartige in ganz
Österreich.
Weitere Infos: http://hydropeaking.boku.ac.at/
4. Station: St. Johannesbrücke – hytec.htm
E-Werk Schwaighofer

Die überdachte Brücke über die Ybbs bietet 7. Station: Wasserkluster – Seebühne
Künstlern die Möglichkeit für Ausstellungen,
was sehr gerne angenommen wird. Von der Dr. Martin Kainz stellte den Wasserkluster vor,
Brücke sieht man die Wasserkraftschnecke des berichtete über die Besonderheiten des Lun-
E-Werkes, die ca. 40 KW liefert. Das ist die erste zer Sees und die laufenden Projekte, wie zum
derartige Anlage in Niederösterreich, eine wei- Beispiel zum Thema Fischfutter.
tere ist im Ortsteil Kasten in Bau. Bürgermeister Martin Ploderer informierte
Weitere Infos: http://www.e-werk-schwaigho- über die Seebühne, die am gegenüberliegen-
fer.at den Seeufer situiert ist. Sie wird während der
Badesaison unter Tags als zusätzliche Liegeflä-
che genutzt und abends zurück in die Seebüh-
5. Station: Seebachbad ne verwandelt, auf der hochkarätige Konzerte
stattfinden.
Das Seebachbad ist eine kleine, feine Bade- Weitere Infos: http://www.wasserkluster-lunz.
möglichkeit vor allem für Familien mit Kindern. ac.at
Sie wird fast ausschließlich von Einheimischen
genutzt und wird nicht aktiv beworben.
48 49

Verabschiedung Peter Haßlacher


30 Jahre Abteilung Raumplanung-Naturschutz des

Oesterreichischen Alpenvereins, Vater der Bergsteigerdörfer,

wohlverdiente Pension

Die Vertreter der Bergsteigerdörfer ließen es sich nicht nehmen, Peter Haßlacher ihren außerordentlichen Dank für die breite Unterstützung für die
Umsetzung der Bergsteigerdörfer kund zu tun. Jeder Gemeindevertreter überreichte Peter Haßlacher ein Geschenk aus dem jeweiligen Ort - jedes
verbunden mit einer kleinen Geschichte.

Bgm. Engelbert Wassner - Zell/Sele überreicht einen Hans Jury bringt Geschenke aus dem Bergsteigerdorf Bgm. Franz Kneißl übergibt eine CD mit klassischer
handgeflochtenen Korb samt Inhalt. Malta. Musik aus dem Bergsteigerdorf Steinbach am Attersee.

Andreas Kleinwächter überbringt das Geschenk im Thomas Wirnsperger überbringt die besten Grüße aus Angelika Krismer und Peter Scheiber als treue Vertreter
Namen des Bergsteigerdorfes Malnitz. Hüttschlag in Form eines Bergkristalls. des Bergsteigerdorfes Vent.

Peter Haßlacher im Kreise der Bergsteigerdorf-VerteterInnen, sowie Liliana Dagostin als seine Nachfolgerin (links).

Monika Bischof und Bgm. Franz Ferdinand Türtscher Bgm. Alois Weidinger aus dem Bergsteigerdorf Grünau Hansjörg Schneider mit einem Kisterl aus dem Berg-
übergringen einen Walserstolz aus dem Gr. Walsertal. und Ludwig Wolf aus Johnsbach im Gesäuse. steigerdorf Obertilliach.
Verabschiedung Peter Haßlacher 50 51

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen

1 Außerlechner Josef Bürgermeister Kartitsch


2 Bischof Monika Verein Gr. Walsertal Tourismus
3 Dagostin Liliana Abt. Raumplanung-Naturschutz, OeAV
4 Draschl Leonhard Vizebürgermeister Kartitsch
5 Dunkel-Schwarzenberger Gerold Vizepräsident Oesterreichischer Alpenverein
6 Eigner Barbara Geschäftsführerin Tourismusverein Lunz am See
7 Fallmann Norbert Obmann Bergrettung
8 Farasin Kurt Landesausstellung Niederösterreich
9 Fürhapter Martin Tourismusobmann Villgratental
Bgm. Josef Außerlechner überbringt die allerbesten Christian Unterguggenberger bringt Wanderausrü- Sepp Lederer überreicht einen Bierkrug aus dem Berg-
Grüße aus Kartitsch. stung und Hochprozentiges aus dem Lesachtal. steigerdorf Mauthen. 10 Galle Ewald Focal Piont Alpekonvntion
11 Gfreiner Joachim Vorsitzender des OeAV-Landesverbandes Kärnten
12 Goller Anton Amtsleiter Kartitsch
13 Gstraunthaler Josef Tourismusobmann Wipptal (Schmirn- u. Valsertal)
14 Hager Birgit Tourismusverein Lunz am See
15 Haselwanter Martin Bürgermeister Gries im Sellrain
16 Haßlacher Peter Projektteam Bergsteigerdörfer
17 Hatheier-Stampfl Regina Projektteam Bergsteigerdörfer
18 Hauser Anton Obmann OeAV-Ortsgruppe Lunz am See
19 Heidinger Hartmut 1. Vorsitzender der OeAV-Sektion Graz
20 Hesse Karl-Heinz DAV-Sektion Göttingen, Tauernhöhenwege
Bgm. Karl Kapferer überbringt ein Aquarell mit dem Josef Gstraunthaler mit einem wunderschön bestick- Josef Schett und Martin Fürhapter haben viel Schaf- 21 Hohenwarter Astrid Vizebürgermeisterin Weißbach bei Lofer
Lüsener Fernerkogel im Sellraintal. ten Kissen aus St. Jodok - Schmirn- und Valsertal. wolle im Gepäck.
22 Hudler Katharina Gemeinderätin Lunz am see
23 Jirasko Ladislav Ortsgruppe Tschechien des Alpenvereins Innsbruck
24 Jungwirth Herbert 1. Vorsitzender OeAV-Sektion Molln
25 Jury Hans 1. Vorsitzender der OeAV-Sektion Gmünd
26 Kals Roland Projektteam Bergsteigerdörfer
27 Kapferer Karl Bürgermeister St. Sigmund im Sellrain
28 Kendler Sepp 1. Vorsitzender der OeAV-Sektion Großarl-Hüttschlag
29 Klausner Rudof Ortsvorsteher Ginzling im Zillertal

Paul Steger und Orstvorsteher Rudi Klausner mit Bgm. Martin Ploderer und Hans Mayr übergeben das Christine Klenovec überbringt die besten Grüße aus
einem Steinbock aus dem Bergsteigerdorf Ginzling. Geschenk des Bergsteigerdorfes Lunz am See. dem Bergsteigerdorf Weißbach bei Lofer.

Sabine Tauchner überbrachte die besten Grüße aus Auch Markus Reiterer wünscht Peter Haßlacher alles Peter Haßlacher - ein wenig überwältigt von den
dem Bergsteigerdorf Reichenau an der Rax. Gute für die wohlverdiente Pension. vielen Geschenken.
52 53

30 Kleinwächter Andreas Tourismusbüro Mallnitz


31 Klenovec Christine Naturpark Weißbach, Weißbach bei Lofer
32 Kneißl Franz Bürgermeister Steinbach am Attersee
33 Krismer Angelika Partnerbetrieb Vent, Gemeinderätin Vent
34 Lang Helmut OeAV-Sektion Zweig Villach
35 Lederer Sepp 1. Vorsitzender der OeAV-Sektion Obergailtal-Lesachtal
36 Mair Hanspeter DAV-Geschäftsbereichsleiter
37 Mayr Hans Tourismusverein Lunz am See
38 Neubarth Jürgen Energieexperte und Gutachter Markus Reiterer Regina Hatheier-Stampfl Roland Kals
39 Paumann Anton Gemeinderat Lunz am See
40 Ploderer Martin Bürgermeister Lunz am See
41 Prugger Andreas OeAV-Sekt. Obergailtal-Lesachtal; Hütten- u. Wegewart
42 Reiterer Markus Generalsekretär der Alpenkonvention
43 Riess Martha OeAV-Landesverband Oberösterreich
44 Rüscher Klaus Bürgermeister Malta
45 Schachner Josef Vizebürgermeister Lunz am See
46 Scheiber Peter Partnerbetrieb Vent
47 Schett Josef Stellvertreter Tourismus Osttirol
Hartmut Heidinger Josef Kendler Josef Außerlechner
48 Schlosser Hannes Redakteur Alpingeschichte, Fotograf
49 Schneider Hansjörg Tourismusverband Obertilliach
50 Schwann Christina Projektteam Bergsteigerdörfer
51 Steger Paul 1. Vorsitzender der OeAV-Sektion Zillertal
52 Stiller Werner Tourismusobmann Steirische Krakau, Partnerbetrieb
53 Tauchner Sabine Tourismusverein Reichenau an der Rax
54 Türtscher Franz Ferdinand Bürgermeister Sonntag im Gr. Walsertal
55 Türtscher Wilfried Wanderführer Gr. Walsertal
56 Unterguggenberger Christian Tourismusinformation Lesachtal
Klaus Rüscher Werner Stiller Wilfried Türtscher
57 Wassner Egon Amtsleiter Zell-Sele
58 Wassner Engelbert Bürgermeister Zell-Sele
59 Weidinger Alois Bürgermeister Grünau im Almtal
60 Wirnsperger Thomas Tourismusdirektor Großarltal
61 Wolf Ludwig Bürgermeister Johnsbach im Gesäuse

Hanspeter Mair Karl Heinz Hesse Astrid Hohenwarter

Josef Schett Ludwig Wolf Angelika Krismer Franz Ferdinand Türtscher Hans Mayr Andreas Prugger
54
Lunz am See, 2013

www.bergsteigerdoerfer.at