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Didaktische Spiele im Fremdsprachenunterricht

Empirische Forschungen (Beschreibung und Ergebnisse)

Es gibt begrenzte empirische Forschungen, die die Wirkungen von Sprachlernspielen


systematisch belegen können.

1. Emese Mátyás, 2010: Sprachlernspiele: Ablauf und Ergebnisse eines Forschungsprojekts für
die gymnasiale Oberstufe im finnischen und ungarischen DaF-Kontext

Es wurden eine Online-Umfrage sowie halbstandardisierte Interviews mit finnischen und


ungarischen DaF-Lehrern durchgeführt, wodurch die Spielpraxis beider Länder sowie
subjektive Theorien der Lehrkräfte zum Spieleinsatz erhoben wurden. Die Ergebnisse zeigen,
dass erhebliche Unterschiede zwischen den beiden Kontexten bestehen, was den Einsatz der
kooperativen und kompetitiven Sprachlernspiele und die Lehrziele während des Spieleinsatzes
angeht. Die Unterschiede können auf unterschiedliche Unterrichtstradition und -kultur sowie
die Leitlinien der jeweiligen Lehrpläne zurückgeführt werden.

An der Fragebogenuntersuchung haben sich 48 Lehrende aus Finnland und 49 Lehrende aus
Ungarn beteiligt.

Nach den Forschungsergebnissen werden Sprachlernspiele in den beiden untersuchten


Kontexten von der Mehrheit der Lehrenden einmal in der Woche oder einmal im Monat
eingesetzt. Als Gründe für den relativ seltenen Einsatz wurden von den Befragten der
Zeitmangel im Unterricht sowie die schwierige Zugänglichkeit der Sprachlernspiele genannt.

Auf Grund der Fragebogenantworten konnte festgestellt werden, dass der Einsatz
mediengestützter Sprachlernspiele im heutigen finnischen und ungarischen DaF-Unterricht
eher sporadisch ist. Dieses Ergebnis kann wie folgt erklärt werden: beim Spielangebot
überwiegen nach wie vor die Angebote der Printmedien, wenn auch ein Zuwachs an
spielerischen Lernmöglichkeiten im Internet sowie in Form von Sprachlernprogrammen
festgestellt werden konnte.

Was das Spielangebot in den verwendeten DaF-Lehrwerken angeht, waren die Lehrenden in
beiden Kontexten unzufrieden. Die Lehrkräfte aus Finnland erwähnten jedoch als einen
positiven Wandel, dass es in den neueren finnischen Lehrwerken immer mehr Sprachlernspiele
gibt, wenn auch sie eindeutig der Ansicht waren, dass das Spielangebot in den Lehrwerken sehr
gering ist.

2. Gergana Marinova, 2005: Fremdsprachenerwerb durch Spiel?

Das Forschungsobjekt dieser Studie sind die subjektiven Einstellungen erwachsener


Fremdsprachenlernenden zu verschiedenen Fremdsprachenbeschäftigungen (z.B. Projekte,
Diskussionen, Referate, Diktate, Videoprogramme usw.). Das Ziel der durchgeführten Studie
ist zu zeigen, welche individuelle Einstellungen zu Sprachlernspielen im Vergleich zu anderen
Fremdsprachenunterrichtsinstrumenten die Lernenden haben.

Es wurden 133 Personen (bulgarische Studenten im Alter von 19 bis 25 Jahre) schriftlich
befragt. Die statistische Analyse zeigt, dass sowohl „Sprachlernspiele“ als auch
„Rollenspiele“ und „Wettbewerbe“ von den Probanden relativ niedrige Bewertungen erhalten
haben. Das Resultat lässt an dieser Stelle den Schluss zu, dass in der erwähnten Stichprobe in
Bezug auf das Lernen nicht viel von einem Fremdsprachenunterrichtsspiel erwartet wird bzw.
nicht viele Personen aus der Stichprobe der Meinung sind, dass ein Spiel zu ihrem individuellen
Fremdsprachenerwerb beitragen kann.

3. Lien Chuan Yeh, 2014: Gezielte Vermittlung und Akzeptanz von Wortschatzlernmethoden:
Eine empirische Untersuchung über den Einfluss von Lehrmethoden auf das Lernverhalten bei
DaF-Studierenden in Taiwan und in China

Die Forschung von Yeh befasst sich mit der Akzeptanz von fünf verschiedenen
Wortschatzlernmethoden bei chinesischen Lernenden. In der Forschung werden insgesamt 754
Germanistik-Studierende befragt, um ihre Meinung gegenüber den verschiedenen Methoden zu
sammeln. Dabei werden die linguistisch-kognitive Methode, die situativ-imitative Methode,
Sprachlernspiele, multimediale und internetgestützte Methoden und die Vermittlung von
Wortschatzlernstrategien und -techniken als Methode berücksichtigt. Die Forschung zeigt, dass
die Befragten nur sehr wenig Erfahrung mit Sprachlernspielen haben. Die Methode wird von
der Mehrheit der Befragten als positiv bewertet, allerdings zeigen Sprachlernspiele im
Vergleich mit anderen Methoden relativ niedrigere Akzeptanz.