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Usatenko Diana, MLnim 14-18

Glossar der Begriffe

1. Einleitung zur Sprachgeschichte

Germanistik
Germanistik ist die akademische Disziplin der Geisteswissenschaften, die
die deutsche Sprache und deutschsprachige Literatur in ihren historischen und
gegenwärtigen Formen erforscht, dokumentiert und vermittelt. In einem weiteren
Verständnis hat sie die Aufgabe, die germanischen Sprachen mit ihren Kulturen und
Literaturen zu erforschen.
Germanistik wird oft synonym verwendet mit der Fachbezeichnung Deutsche
Philologie oder Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft.

Sprachwandelgesetz
Unter Sprachwandelgesetz wird in der Linguistik zweierlei verstanden:

1. ein Konzept, wie es von Helmut Lüdtke 1980 in seiner


Untersuchung Kommunikationstheoretische Grundlagen des Sprachwandels als eine
Art Ring-Modell für die morphologische Entwicklung von Sprachen vorgestellt wird.
Dabei wird der Sprachwandel als ein ständiger Wechsel zwischen phonetischer
Vereinfachung und lexikalischer Differenzierung verstanden. Auch die
sog. Lautgesetze sind hier zu nennen. Frühe Kritik an dem Gesetzesbegriff, der in
„Lautgesetz“ steckt, stammt von Rozwadowski (1925), der sie lediglich für „general
statements of tendency“ (Adamska-Sałaciak 1993:17) hält.
2. In der Quantitativen Linguistik ist das Sprachwandelgesetz eines der vielen
mathematisch formulierten und empirisch überprüften Sprachgesetze. Es besagt, dass
beliebige Sprachwandelprozesse einen gesetzmäßigen Verlauf nehmen.
Sprachwandel beginnen langsam, beschleunigen sich und verlangsamen sich dann
wieder. Das Sprachwandelgesetz ist in der Linguistik auch unter dem
Namen Piotrowski-Gesetz bekannt, benannt nach dem St. Petersburger Linguisten
Rajmund G. Piotrowski, der offenbar als erster zusammen mit A. A. Piotrowskaja
eine mathematische Modellierung versuchte. Dieser Vorschlag wurde von Altmann
(1983) sowie Altmann u. a. (1983) kritisiert und weiterentwickelt. Es handelt sich um
ein Gesetz, das in anderen Wissenschaften seit Pierre-François Verhulst (1838)
zunächst als Modell für die Bevölkerungsdynamik, später auch für die Ausbreitung
von Krankheiten oder Gerüchten und viele andere Prozesse als logistisches
Gesetz bzw. Wachstumsgesetz bekannt ist. Die Erkenntnis, dass dieses Gesetz auch
bei Sprachwandelprozessen zu beobachten ist, lässt sich spätestens seit Kaj B.
Lindgren (1961) nachweisen.
Man unterscheidet zwei Formen des Gesetzes:

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1. den vollständigen oder unvollständigen Sprachwandel; in diesem Fall breitet
sich ein sprachliches Phänomen aus, bis es entweder alle alten Formen ersetzt hat
oder an eine von der Sprachgemeinschaft tolerierte Grenze gestoßen ist. Ein
vollständiger Sprachwandel hat im Deutschen stattgefunden, in dem das
mittelhochdeutsche was (1., 3. Person, Indikativ, Präteritum des Verbs sein)
vollständig durch war ersetzt wurde. Unvollständige Sprachwandel sind im
Wortschatz zu beobachten, etwa in der Zunahme des Wortschatzes einer Sprache
oder speziell in der Zunahme von Entlehnungen. Auch der Verlust von sprachlichen
Phänomenen folgt diesem Gesetz; es ändert sich nur ein Vorzeichen.
2. den reversiblen Sprachwandel; dieser besteht darin, dass ein sprachliches
Phänomen sich zunächst ausbreitet und dann wieder abnimmt oder gar verschwindet;
auch der umgekehrte Fall kommt vor. Man kann z. B. beobachten, dass einzelne
Wörter zunächst im Gebrauch zu- und dann wieder abnehmen; man denke etwa
an Tamagotchi. Ein relativ aktuelles Beispiel ist auch Kampfhund. Auch der
Stilwandel oder die Wahl von Vornamen unterliegen oft solchen Entwicklungen.
Ein und derselbe Typ von Sprachwandel kann unter verschiedenen Bedingungen
unterschiedliche Formen annehmen. Vulanović & Baayen (2007) entwickeln das
logistische Gesetz so weiter, dass es auch solchen komplexen Verhältnissen gerecht
werden soll und wenden es auf ein Beispiel aus der Syntax des Englischen (die
Geschichte der do-Umschreibung) an.

Bedeutung

Bedeutung: einem sprachlichen Ausdruck konventionell zugeordnete


überindividuelle Wissenseinheit (Gehalt/Inhalt/Vorstellung) mit den Eigenschaften
verallgemeinernd, vage und flexibel

Bedeutungserweiterung

Bedeutungserweiterung (Spezialisierung) ist  ein Bedeutungswandel, bei dem


der Unterbegriff zum Oberbegriff wird. 

Bedeutungswandel 

Bedeutungswandel ist neben Wortbildung und Entlehnung eines der drei


Hauptverfahren des Bezeichnungswandels, des Gegenstands der
Historischen Onomasiologie. Der Bedeutungswandel kann bis
zur Bedeutungsumkehr gehen.

Methode

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Die Methode ist auf einem Regelsystem aufbauendes Verfahren zur Erlangung
von [wissenschaftlichen] Erkenntnissen oder praktischen Ergebnissen.

Historisch-vergleichende Methode
Die historisch-vergleichende Methode ist eine der bedeutendsten
Errungenschaften der Sprachwissenschaft. Das Wesen dieses
sprachwissenschaftlichen Forschungsverfahrens besteht im Vergleich verschiedener
Entwicklungsstufen einer Sprache, um die Gesetzmassigkeiten ihrer Entwicklung
aufzudecken.
Diese Methode bestimmt auch die Verwandschaft verschiedener Sprachen. Der
Vergleich des Wortschatzes, der Laute, des grammatikalischen Formensystems und
der syntaktischen Erscheinungen verschiedener verwandter Sprachen auf ihrer
ältesten Überlieferten Stufe fuhrt dann zur Rekonstruktion der Grundsprache, die
jedoch nicht als Hauptziel der Erforschung einer Sprache betrachtet werden darf.

Germanische Sprachen

Die großen germanischen Sprachen

Insgesamt zehn germanische Sprachen besitzen jeweils mehr als eine Million
Sprecher.

 Englisch ist die sprecherreichste germanische Sprache mit rund 330


Millionen Muttersprachlern und mindestens 500 Millionen Zweitsprechern.
 Deutsch wird von etwa 100 Millionen Muttersprachlern und mindestens 80
Millionen Zweitsprechern gesprochen.
 Niederländisch (25 Millionen)
 Schwedisch (10 Millionen)
 Afrikaans (6,7 Millionen, mit Zweitsprechern 16 Millionen)
 Dänisch (5,5 Millionen)
 Norwegisch (5 Millionen; Bokmål und Nynorsk)
 Niederdeutsch (ca. 5 Millionen Erst- und Zweitsprecher; Stellung als
eigenständige Sprache umstritten)
 Jiddisch (1,5 Millionen)
 Scots (1,5 Millionen; Stellung als eigene Sprache umstritten)

Deutsch

Der Begriff deutsch leitet sich vom althochdeutschen diutisc (westfränkischen


*Þeodisk) ab, was ursprünglich „zum Volk gehörig“ bedeutete (germanisch Þeudā,
althochdeutsch diot [a], Volk). Mit diesem Wort wurde vor allem die Volkssprache

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aller Sprecher eines germanischen Idioms in Abgrenzung zum Welschen der
romanischen Nachbarvölker, dem Französischen oder Italienischen und auch in
Gegensatz zum Latein der christlichen Priester im eigenen Gebiet der germanischen
Völker bezeichnet.

Periodisierung

Unter Periodisierung versteht man die Einteilung der Geschichte in aufeinander


folgende Zeitalter, historische Epochen oder Zeitabschnitte, die je für sich genommen
gemeinsame Merkmale aufweisen, sich aber voneinander in wichtiger Hinsicht
unterscheiden lassen.

Mundart

Ein Dialekt , auch als Mundart bezeichnet, ist eine lokale oder


regionale Sprachvarietät. Er kann sich von anderen Dialekten wie auch von
der Standardsprache (ursprünglich Schriftsprache) in allen Sprachbereichen,
wie Phonologie (Lautsystem), Grammatik – (Morphologie)
(Formenlehre), Syntax (Satzlehre) – Lexik (Wortschatz)
und Idiomatik unterscheiden.
Vom Begriff „Dialekt“ ist der Begriff Akzent abzugrenzen, der sich nur auf die
Aussprache bezieht.
Derjenige Teil der Sprachwissenschaft, der sich mit der Beschreibung der
Dialekte befasst, heißt Dialektologie. In der neueren Linguistik befasst sich auch
die Soziolinguistik mit Dialekten. Soweit literarische Werke in einem Dialekt verfasst
sind, spricht man von Dialektliteratur.
Urgermanisch 
Urgermanisch (auch Protogermanisch) nennt man die hypothetische
Vorläufersprache aller germanischen Sprachen, gewissermaßen die Ursprache der
germanischen Sprachfamilie, zu der unter anderem die heutigen
Sprachen Deutsch, Englisch, Niederländisch oder Schwedisch zählen. Es entwickelte
sich möglicherweise im 2. Jahrtausend v. Chr., spätestens im 1. Jahrtausend grob
rund um die westliche Ostsee, nach anderen Quellen etwas weiter südlich um
den Harz herum.
2. Konsonantismus. Zusammensetzung der Konsonantenphoneme.Die
Zweite Lautverschiebung. Vokalismus. Zusammensetzung der Vokalphoneme.
Veränderungen im System des Percussion-Vokalismus. Alte oberdeutsche
Diphthongisierung. Alte oberdeutsche Monophthongisierung. Verengung der
Diphthongs.

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Ablaut

Ablaut (auch Apophonie) wird ein Wechsel des Vokals innerhalb etymologisch
zusammengehöriger Wörter oder Wortteile in den indogermanischen Sprachen
genannt. Der Begriff wurde 1819 von Jacob Grimm in die Sprachwissenschaft zur
Bezeichnung des regelmäßigen Wechsels im Stammvokal bei der Flexion der
germanischenstarken Verben eingeführt (er wurde vereinzelt schon früher ähnlich
verwendet, allerdings noch nicht als klar umrissener Fachbegriff).

Es wird zwischen qualitativem Ablaut (Wechsel der Vokalfärbung) und


quantitativem Ablaut (Wechsel der Vokallänge) unterschieden. Die Bezeichnung für
die Ablautstufen ist nicht einheitlich. In der Regel unterscheidet man beim
indogermanischen Ablaut zwischen drei Stufen:

 Vollstufe (auch Grundstufe oder Normalstufe)


 Dehnstufe (Langstufe)
 Nullstufe (auch Schwundstufe oder Reduktionsstufe).

Umlaut

Die Erscheinung des Umlauts gehört zu den Phänomenen des kombinatorischen


Lautwandels. Das bedeutet, dass das Auftreten des Umlaut von seiner lautlichen
Umgebung abhängt. So beruht der Umlaut auf einer partiellen Assimilation an die
Folgesilbe.

Primärumlaut

Erste Umlauterscheinungen werden für das Althochdeutsche seit dem 8.


Jahrhundert belegt. Die Entstehung des Primärumlauts wird im allgemeinen in der
Forschung als ein Prozess begriffen, der in der 1. Hälfte des 9. Jahrhunderts als
abgeschlossen betrachtet werden kann. Hierbei handelt es sich um die Umlautung des
kurzen /a/ zu einem kurzen /e/, wenn in der Folgesilbe ein /i/ oder /j/ steht. Dieses
Phänomen bezeichnet man als Primärumlaut.

Sekundärumlaut

Im Zuge einer zweiten Umlautperiode zu Beginn des 10. Jahrhunderts werden


nun die ehemals im Althochdeutschen geltenden Umlauthinderungen beseitigt. Dieser
nachträglich eingetretene Umlaut wird als Sekundärumlaut bezeichnet. Das als
Ergebnis des primären Umlauts entstandene е wird in der Fachliteratur mit ẹ
bezeichnet. Viel spricht dafür, dass das ahd. ё (aus germ. е < idg. е) offener war als ẹ.

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Restumlaut

Zeitgleich zum Sekundärumlaut tritt nun auch die Umlautung sämtlicher anderer
Vokale und Diphtonge ein. Diese bezeichnet man als Restumlaute.

Monophthongierung

Eine Monophthongierung ist eine lautliche Veränderung, die aus einem


Diphthong einen Monophthong werden lässt.

Diphthongierung

Eine Diphthongierung ist ein Lautwandel, der aus einem einfachen Vokal
(einem Monophthong) eine Folge von zwei Vokalen (einen Diphthong) werden lässt.
Der umgekehrte Lautwandel heißt Monophthongierung. Die Diphthongierung ist ein
Lautwandel, der nur Vokale betrifft.

Vokalharmonie

Die Vokalharmonie (auch Synharmonismus) ist ein phonologischer Prozess, bei


dem mehrere Vokale bezüglich bestimmter Merkmale aneinander angeglichen
werden. Im weiteren Sinn ist die Vokalharmonie jede Angleichung von Vokalen an
den Artikulationsort oder die Artikulationsart eines anderen Vokals. Es handelt sich
also um einen Assimilationsvorgang. Die Entstehung der Umlaute in den
germanischen Sprachen fällt in diese Kategorie eines Assimilationsvorganges, nicht
der Vokalharmonie im engeren Sinne.

Hebung

Die diachrone Linguistik versteht unter Hebung einen vokalischen Lautwandel,


der durch die Veränderung des Artikulationsortes eines Vokals durch eine höhere
Zungenlage hervorgerufen wird.

Senkung

Die diachrone Linguistik versteht unter Senkung einen vokalischen Lautwandel,


der durch die Veränderung des Artikulationsortes eines Vokals durch eine niedrigere
Zungenlage hervorgerufen wird.

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Zweite Lautverschiebung

Zweite Lautverschiebung – Als deutsche oder zweite Lautverschiebung (auch:


hochdeutsche oder althochdeutsche Lautverschiebung) wird ein regelhafter
Lautwandel im Bereich des Konsonantismus verstanden, durch den sich die
nachmaligen hochdeutschen Dialekte von den nachmaligen niederdeutschen
Mundarten und den übrigen altgermanischen Varietäten überhaupt fortentwickelten.

Benrather Linie

Benrather Linie oder auch maken-machen-Linie bezeichnet in der Germanistik


eine Isoglosseinnerhalb des kontinentalwestgermanischen Dialektkontinuums. Sie
trennt das Hochdeutsche und die mitteldeutschen Mundarten vom Niederdeutschen.

Die Benrather Linie markiert den nördlichen Bereich der zweiten


Lautverschiebung und wird mit der Tenuisverschiebung k → ch in Verbindung
gebracht. Die Isoglosse bezeichnet den Verlauf des nördlichen Verbes maken
gegenüber dem südlicheren machen. Die Benennung der Benrather Linie erfolgte
1877 durch den Sprachwissenschaftler Georg Wenker nach dem Ort Benrath, in
dessen Nähe sie den Rhein überschreitet

Speyerer Linie

Als Speyerer Linie bezeichnet die moderne Germanistik eine Isoglosse


innerhalb des westgermanischenDialektkontinuums. Sie trennt das Oberdeutsche vom
Mitteldeutschen.

Die Speyerer Linie wird auch als Appel-/Apfel-Linie bezeichnet und wird
üblicherweise als südliche Grenzlinie des mitteldeutschen Sprachgebietes angesehen,
das im Norden durch die Benrather Liniebegrenzt wird. Südlich der Speyerer Linie
liegt das Gebiet der oberdeutschen Dialekte. Da die Speyerer Linie bei den Städten
Faulbach, Freudenberg und Großheubach mehrfach den Main überschreitet, wird sie
auch Main-Linie genannt. Dort, im Gebiet des Spessart, heißt sie regional auch
Äppeläquator.

Uerdinger Linie

Die Uerdinger Linie oder ik-ich-Linie bezeichnet in der Germanistik die ik/ich-
Isoglosse. Nebenformen sind ek bzw. ech. Die Uerdinger Linie trennt u. a. das

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Nordniederfränkische vom Südniederfränkischen. Sie spannt sich vom belgischen
Löwen über das niederländische Roermond, Venlo und Viersen, überquert zwischen
Krefeld-Uerdingen und Duisburg-Mündelheim den Rhein, verläuft nördlich von
Mintard an der Ruhr entlang, weiter durch das Bergische Land und trifft bei
Wuppertal wieder auf die Benrather Linie oder „maken-/machen-Linie“.

Konsonantismus
Jacob Grimm (1822 Deutsche Grammatik): erste (germanische)
Lautverschiebung (Grimmsches Gesetz, Grimm’s law)
Die germanische (im germanistischen Zusammenhang „erste“)
Lautverschiebung (fachsprachlich kurz „Grimm“, englisch auch Grimm’s
law genannt) kennzeichnet den Übergang
vom (ur)indogermanischen zum (ur)germanischen Konsonantensystem.
Diese Lautverschiebung bewirkte eine deutliche Differenzierung zwischen dem
(Prä-)Germanischen und den übrigen sich differenzierenden indogermanischen
Sprachen. Sie fand wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des
1. Jahrtausends v. Chr. statt.
Die stimmlosen behauchten Verschlusslaute + die unbehauchten Varianten sind
zu stimmlosen Reibelauten geworden:
ph ~ p > f (lat. pater ~ dt. Vater)
th ~ t > þ (lat. tres ~ eng. three)
kh ~ k > Χ (h) (lat. cord ~ dt. Herz)
Die L. erfasste die stimmlosen Verschlusslaute nicht, die das zweite Glied einer
Konsonantengruppe bildeten.(sp, st, sk)
• sk wurde zu ſ durch die Palatalisierung
• k >Χ (ahd. fisc > dt. Fisch)

Vokalismus
Abschwächung: nach der Verlagerung des dynamischen Akzents auf die erste
Silbe des Wortes → Abschwächung der nebentonig gewordenen Endsilben

Konsonantengemination 
Die westgermanische Konsonantengemination ist ein Lautgesetz, das
alle Konsonanten außer r betrifft. Steht der Konsonant nach einem Kurzvokal und vor
einem Sonoranten, wird der Konsonant geminiert, wobei die Regelmässigkeit dieses
Lautgesetzes von mehreren Faktoren abhängt. Im Germanischen existieren noch
weitere Lautgesetze, die die Entstehung von Geminaten gefördert haben, so zum
Beispiel Assimilationen in Resonantenclustern, Kluges Gesetz oder Holtzmanns
Gesetz. Die Datierung ist umstritten. Auf jeden Fall ging sie der Althochdeutschen

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Lautverschiebung und dem Wegzug der Angelsachsen voraus, so dass ein Zeitraum
zwischen dem 2. und 5. Jahrhundert n. Chr. zur Diskussion steht.

Abschwächung der Vokale

Man unterscheidet starke und schwache Positionen der Phoneme. In der starken
Position behält das Phonem alle seine charakteristischen Züge bei. Die starke
Position für die deutschen Vokale ist ihre Stellung in einer betonten Silbe und die
schwache Position - in einer unbetonten Silbe. Eine Abart der schwachen Position ist
die Position der Neutralisierung, in der das betreffende Phonem mit einem oder
mehreren anderen Phonemen zusammenfällt. In diesem Fall geht es um das sgn.
Archiphonem (Prager phonologische Schule) oder um das Hyperphonem (Moskauer
phonologische Schule) oder das "schwache Phonem" im Unterschied zum starken
Phonem (R.I.Awanessow).

Abschwächung der Vokale ist der Übergang aus der starken in die schwache
Position, in die Position der Neutralisierung.

Die Auslautverhärtung

Die Auslautverhärtung betrifft die stimmhaften Konsonanten b <b>, d <d> und z


<z>, die – wenn sie in den Auslaut oder vor auslautendem s <s> zu stehen kommen –
zu den entsprechenden stimmlosen Konsonanten f <f>, þ <þ> und s <s> werden.

Venerisches Gesetz

Dem Wirken des Vernerschen Gesetzes war auch idg. s unterworfen. In einigen
Positionen (je nach der Betonung) blieb es stimmlos, in anderen wurde es zum
stimmhaften Frikativ z, und dann trat im Deutschen (wie auch im Englischen)
Rhotazismus ein (Wandel z > r), vgl.: ai. nsā die ‘Nase’ ~ ahd. nasa, aber ai.
snu‘Schwiegertochter’~ ahd. snur (< germ. *snuzō).
Daher umfasste der urgermanische Konsonantismus folgende Laute: stimmhafte
Frikative , đ, ; stimmlose Frikative f, þ, χ; stimmhafte Plosive b, d, g; stimmlose
Plosive p, t, k, sowie die Frikative s, z, die Halbvokale w, j und die Sonoranten r, l,
m, n.

Germersheimer Linie
Als Germersheimer Linie wird eine der Speyerer
Linie benachbarte Isoglosse bezeichnet, die sogenannte Pund/Pfund-Linie: In den
Gebieten nördlich der Linie ist in den Dialekten (Niederdeutsch, Hessisch, Pfälzisch)

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die Hochdeutsche Lautverschiebung unvollständig durchgeführt, das Wort <Pfund>
heißt dort /pund/, südlich heißt es /(p)fund/. Da jedoch die Appel/Apfel- und
die Pund/Pfund-Isoglossen über weite Teile einen fast identischen Verlauf aufweisen,
ist es in der Germanistik üblich geworden, in diesem Bereich beide Sprachlinien
gemeinschaftlich abzuhandeln, da die hier beschriebene Isoglosse lediglich eine
Nebenlinie der Speyerer Linie darstellt.

Diphthong
Ein Diphthong ist ein Doppellaut aus zwei verschiedenen Vokalen innerhalb
einer einzigen Silbe. Gleichbedeutende Bezeichnungen dafür sind
auch Doppelvokal, Doppellaut, Zwielaut oder Zweilaut.
Die bekanntesten Schreibungen von Diphthongen im Deutschen sind ei, au,
äu und eu; selten sind ai, oi und ui. Diphthonge kommen in nahezu allen Sprachen
vor.

Monophthong
Ein Monophthong (v. griech. monos „allein“ und phthóngos „Laut“) ist ein
einfacher Vokal ohne Veränderung der Qualität (z. B. „u“, „a“) im Gegensatz
zu Diphthongen (z. B. „au“, „ei“).
Monophthonge können in ihrer Quantität (Langvokal oder Kurzvokal) und
Qualität (Öffnungsgrad, Lippenrundung) unterschieden werden. Eine
zweidimensionale Darstellung liefert das Vokaldreieck.
Die Monophthonge sind wie alle Laute zeitlichen Veränderungen unterworfen,
es kommt zum Lautwandel. Einige deutsche Monophthonge sind
durch Monophthongierung aus Diphthongen entstanden; andererseits gingen alte
Monophthonge dem System durch Diphthongierung verloren.
Unter einem Konsonanten versteht man einen Laut, dessen Artikulation eine
Verengung des Stimmtraktes beinhaltet, sodass der Atemluftstrom ganz oder
teilweise blockiert wird und es zu hörbaren Turbulenzen (Luftwirbelungen) kommt.
Die Konsonanten des Deutschen gliedern sich in die Gruppe
der Obstruenten (Plosive, Frikative, Affrikaten) und die Gruppe
der Sonoranten (Liquide/Laterale, Nasale), dazu kommt der Halbvokal oder
Halbkonsonant /j/.

Vokal
Ein Vokal (von lateinisch [litera/littera] vocalis ‚tönender [Buchstabe]‘;
zu vox ‚Stimme‘) oder Selbstlaut ist ein Laut, bei dessen Artikulation der Phonations-
strom weitgehend ungehindert durch den Mund ausströmen kann. Vokale sind im
Allgemeinen stimmhaft.

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Vokallaute (oder Vokale; Terminus überschneidet sich mit der Bedeutung
„Vokalbuchstabe“) sind Phone, also Einheiten der gesprochenen
Sprache. Buchstaben der Schriftsprache wie A, E, I, O, U sind Vokalbuchstaben, sie
werden allgemeinsprachlich, so auch im Duden,[1] aber meist ebenfalls „Vokale“
genannt.

Mainlinie
Die Mainlinie bildet die Grenze zwischen ober - und mitteldeutschen
Mundarten.

Weißwurstäquator
Der Weißwurstäquator  bildet die Grenze zwischen ober - und mitteldeutschen
Mundarten.

Akkomodation
Akkomodation - Angleichung von Vokalen an ihre harte konsonantische
Umgebung ("Velarisierung") oder weiche konsonantische Umgebung ("i-Färbung",
"Palatalitätsstufen").

Palatalisierung
Palatalisierung bezeichnet die stellungsbedingte Änderung eines Lautes durch
Hebung des Zungenrückens in Richtung des harten Gaumens (lateinisch palatum).
Der fragliche Laut wird damit weiter nach vorn verschoben (z. B. von /k/ nach /tʃ/).
Die Palatalisierung wird in der IPA-Lautschrift mit dem Zeichen ʲ dargestellt:
[pʲ, tʲ, sʲ] etc. In der Keltologie und in der Slawistik wird üblicherweise eine
Umschrift mit den Konsonanten nachgestellten Strichen verwendet: /g′/, /d′/, /f′/ usw.
im Gegensatz zu /g/, /d/, /f/ usw.
Der Begriff Palatalisierung wird sowohl in der synchronischen als auch in
der diachronischen Sprachwissenschaft benutzt.

Velarisierung
Mit dem Begriff Velarisierung bezeichnet man in
der Phonetik eine Sekundärartikulation, bei der dem Primärlaut mittels einer
zusätzlichen approximativen Verengung des Mundraums durch Hebung der
Hinterzunge an das Velum ein dunklerer Ton verliehen wird.

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Reduktion
Reduktion: Wortbildungsart; Bildung eines Wortes durch Kürzung einer
längeren Vollform (Wort oder syntaktische Fügung); Kurzwort
Unter Reduktion versteht man die Abschwächung eines Lautes in unbetonter
Position. Da in den germ. Sprachen die Betonung (der Akzent) auf der ersten Silbe
des Wortes bzw. des Morphems festgelegt wurde, befanden sich die Suffixe, die
Flexionsendungen und auch die Präfixe in unbetonter Position. Folglich führte diese
Veränderung der Akzentuation zu einer Reduktion der unbetonten Vokale, die in
allen germanischen Sprachen noch vor der schriftlichen Überlieferung begann. So
verlor die Kasusendung des N.Sg. der Substantiva im Gotischen ihren Vokal: germ.
*dagaz > got. dags, germ. *gastiz > got. gasts. In der deutschen Sprache war noch
vor dem Beginn der schriftlichen Tradition diese Endung (Vokal + Konsonant)
vollständig geschwunden.
Die Reduktion der unbetonten Vokale wies folgende Haupttypen auf.
1. Kürzung der Langvokale: ahd. tagā > mhd. Tage, ahd. habēn > mhd. haben.

2. Veränderung der Vokalqualität (des Timbres); kurz i, e, a, o, u gehen in den


neutralen Vokal ə über: ahd. gesti > mhd. geste, ahd. zungūn > mhd. zungen.

3. Gänzlicher Wegfall von Vokalen und Konsonanten: ahd. nemamēs > mhd.
nemen, ahd. sunu > mhd. sun.
Aus diesen Beispielen geht hervor, dass diese Reduktion einen entscheidenden
Einfluss auf die Entwicklung der Flexion der Substantive, der Verben, der Adjektive
und der Pronomina ausübte und letztlich zu einem Umbau und einer Veränderung der
gesamten morphologischen Struktur der deutschen Sprache in nhd. Zeit geführt hat.

3. Wortschatz des Althochdeutschen, seine etymologischen Eigenschaften.


Morphologische und syntaktische Merkmale des Althochdeutschen

Sprachstufe
Als Sprachstufe, bisweilen auch Sprachperiode genannt, werden größere
Entwicklungsabschnitte einer Sprache bezeichnet, die durch mehr oder weniger
einheitliche Merkmale und Entwicklungen gekennzeichnet sind.

Wort

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Ein Wort ist eine selbständige sprachliche Einheit. In der natürlichen
Sprache besitzt es – im Gegensatz zu einem Laut oder einer Silbe – eine
eigenständige Bedeutung.

Wortart
Unter Wortart, Wortklasse oder lexikalischer Kategorie versteht man die Klasse
von Wörtern einer Sprache aufgrund der Zuordnung nach
gemeinsamen grammatischen Merkmalen. Die Wortartlehre versucht
eine Klassifizierung der lexikalisch-grammatischen Einheiten einer Sprache.

Wortschatz

Gesamtmenge aller Wörter einer Sprache zu einem bestimmten Zeitpunkt (H.


Bußmann), von dem der einzelne Sprecher jeweils nur einen Teil aktiv und passiv
beherrscht regionaler/fachsprachlicher/sondersprachlicher/standardsprachlicher
Wortschatz: varietätenspezifische Teilmengen

Wortbildung
Die Wortbildung ist ein Gegenstandsbereich der Grammatik, und bildet eine der
zwei Hauptabteilungen der linguistischen Morphologie (die andere ist die Flexion:
die Bildung von Wortformen). Als Wortbildung bezeichnet man sprachliche
Verfahren, mit denen neue Wörter (Lexeme) auf der Basis schon vorhandener
sprachlicher Mittel erzeugt werden. Wortbildung ist
neben Bedeutungswandel und Entlehnung eine der wesentlichen Formen
der Wortschatzerweiterung.
Wortbildung

 Als Wortbildung bezeichnet man sprachliche Verfahren, mit denen neue


komplexe Wörter (Lexeme) auf der Basis schon vorhandener sprachlicher Mittel
erzeugt werden. Diese sprachlichen Mittel können einfache und komplexe
Wörter, Morpheme, Affixe und Fugenelemente sein. 

Wortbildungsmodell

Das Wortbildungsmodell ist eine stabile Struktur, die eine verallgemeinerte


lexikalisch-kategoriale Bedeutung hat und zum Füllen mit unterschiedlichem
lexikalischem Material (d. H. Unterschiedlichen lexikalischen Grundlagen) geeignet
ist.

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Wortartwechsel
Als Transposition  bestimmte Untertypen der Wortbildung. Die Bezeichnung
begegnet in der Germanistik und in der internationalen linguistischen Literatur in
unterschiedlicher Bedeutung.

Ableitung

Ableitung: Wortbildungsprodukt, das durch Derivation entstanden ist; auch:


Derivat

Derivat

Derivat: Wortbildungsprodukt, das durch Derivation entstanden ist; auch:


Ableitung

Zusammensetzung

Zusammensetzung ist die Verbindung zweier verschieden- od. gleichartiger


Wörter zur näheren Bestimmung der Bedeutung des einen; Zusammensetzungen mit
gleichartigen Wörtern sind z.B.: Nachtmahl, Dachfenster etc.; Zusammensetzungen
mit ungleichartigen Wörtern: anzünden, Schlachtvieh, Schwarzholz, feuerspeiend etc.
Ein so zusammengesetztes Wort heißt ein Compositum; wenn es mit zwei
vorstehenden Bildungssylben zusammengesetzt ist, Bicompositum, z.B. anberaumen,
ausverkaufen etc.; ein aus Wörtern verschiedener Sprachen zusammengesetztes Wort
heißt Vox hibrida, s.d.; 3) die Verbindung mehrer Theile zu einem einzigen Ganzen
od. Theil

Bedeutung

Bedeutung: einem sprachlichen Ausdruck konventionell zugeordnete


überindividuelle Wissenseinheit (Gehalt/Inhalt/Vorstellung) mit den Eigenschaften
verallgemeinernd, vage und flexibel

Bedeutungserweiterung

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Bedeutungserweiterung (Spezialisierung) ist ein Bedeutungswandel, bei dem der
Unterbegriff zum Oberbegriff wird.

Bedeutungsverbesserung oder Bedeutungsverschlechterung

Bedeutungsverbesserung oder -verschlechterung führt zu einer Änderung der


sprachlichen (stilistischen) Ebene. Zum Beispiel kann ein euphemistisch verwendetes
Wort die ursprünglich „schlechten“ Eigenschaften des vertretenen Wortes
übernehmen und dadurch eine Stufe tiefer sinken (Bedeutungsverschlechterung –
siehe auch Euphemismus-Tretmühle). Aber auch das Umgekehrte, eine
Bedeutungsverbesserung, ist möglich. Die Bedeutungsverschlechterung wird auch
Pejoration genannt, die Bedeutungsverbesserung Melioration.

Bedeutungsverengung und Bedeutungserweiterung

Bedeutungsverengung (Spezialisierung) ist ein Bedeutungswandel, bei dem der


Oberbegriff zum Unterbegriff wird. Sprich, der Bedeutungsumfang wird kleiner,
dadurch dass noch weitere, spezialisierende Merkmale zu dem ursprünglichen Inhalt
dazugekommen sind.

Aktuelle Bedeutung

Bedeutung einer lexikalischen Einheit auf der Parole-Ebene, durch


Textbeziehungen festgelegt; auch: Textbedeutung/Sinn

Lexikalische Bedeutung

Bedeutung von Lexemen; eigenständige Bedeutung der Stichwörter


im Lexikon/ Wörterbuch, die ein Wort im Satz annehmen kann und nicht nur eine
grammatische Funktion ausdrückt. Die Wörter der Hauptwortarten Substantiv, Verb,
Adjektiv und Adverb haben eine solche lexikalische Bedeutung. Bei anderen
Wortarten ist sie weniger ausgeprägt oder gar nicht vorhanden.

Semantik

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Semantik (von altgriechisch σημαίνειν sēmaínein, deutsch ‚bezeichnen, ein
Zeichen geben‘), auch Bedeutungslehre, nennt man die Theorie oder Wissenschaft
von der Bedeutung der Zeichen. Zeichen können hierbei beliebige Symbole sein,
insbesondere aber auch Sätze, Satzteile, Wörter oder Wortteile.
Soweit sich die Semantik mit Zeichen aller Art befasst, ist sie ein Teilbereich
der Semiotik. Sofern sie sich allein mit sprachlichen Zeichen befasst, ist sie eine
Teildisziplin der Linguistik.

Lexikalisierung
Lexikalisierung bezeichnet den Prozess und das Ergebnis des
Bedeutungswandels, welcher dazu führt, dass die Bedeutung eines Wortes nicht mehr
aus der Bedeutung seiner Bestandteile erschlossen werden kann. Lexikalisierung ist
ein Begriff der Sprachwissenschaft, der innerhalb verschiedener
Forschungsrichtungen verwendet wird.

Bedeutungswandel

Bedeutungswandel ist Veränderung der Wortbedeutung.

Lehnübersetzung

Mit Lehnübersetzung wird ein zusammengesetztes Wort bezeichnet, welches


nach einem Fremdwort gebildet wurde, indem beide oder alle Bestandteile des
Fremdwortes einzeln in eine andere Sprache übersetzt wurden. Wird nur ein
Bestandteil des Ausgangswortes wörtlich übersetzt, wird das auch als
Lehnübertragung bezeichnet.

Scheinentlehnung (Pseudoentlehnung)

Einen Sonderfall bildet die Scheinentlehnung, bei der ein Wort oder Fremdwort
aus Bestandteilen der Gebersprache neu gebildet wird, das in dieser Gebersprache
selbst so nicht existiert oder eine andere Bedeutung hat, z. B. „Friseur“
(französisch coiffeur), „Handy“ (britisch mobile phone, amerikanisch cell phone) und
„Smoking“ (britisch dinner jacket, amerikanisch tuxedo). Sofern dabei auf in der
Nehmersprache bereits vorhandene Fremdwörter zurückgegriffen wird, kann man
Scheinentlehnungen auch als Lehnprägungen (Lehnschöpfungen) einstufen.

Lehnwort

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Ein Lehnwort ist ein Wort, das aus der Sprache (der Geber- oder Quellsprache)
in die Nehmersprache (Zielsprache) übernommen (entlehnt) wurde. Die
Gebersprache muss dabei nicht unbedingt auch die Ursprungssprache sein, sondern
kann auch eine vermittelnde Sprache (Vermittlersprache) sein (beispielsweise
bei Cache).
Ein Wort kann mehrmals, zu verschiedenen Zeiten und auch aus verschiedenen
vermittelnden Gebersprachen in die Nehmersprache übernommen werden sowie in
dieser dann auch in verschiedenen Bedeutungen, Lautungen oder Schreibungen
auftreten. Der übergeordnete Vorgang, der zur Bildung von Lehnwörtern führt,
wird Entlehnung genannt. Die Entlehnung stellt einen wichtigen Faktor
im Sprachwandel dar und ist Gegenstand der Bezeichnungslehre (Onomasiologie).

Umschreibung

Umschreibung ist Beschreibung eines Sachverhaltes mit anderen sprachlichen


Mitteln.

Entlehnung

1. Übernahme von Sprachelementen aus anderen Sprachen;


2. sprachliche Einheit als Ergebnis dieses Prozesses
Sprachliche Entlehnung lässt sich unterscheiden als lexikalische, semantische
und syntaktische Entlehnung.

Wortbildung

Als Wortbildung bezeichnet man sprachliche Verfahren, mit denen neue


komplexe Wörter (Lexeme) auf der Basis schon vorhandener sprachlicher Mittel
erzeugt werden. Diese sprachlichen Mittel können einfache und komplexe Wörter,
Morpheme, Affixe und Fugenelemente sein.

Unter Wortbildung versteht man die Entstehung neuer Wörter aus den in der
Sprache vorhandenen Wortstämmen auf Grund bestimmter Regeln nach den in der
Sprache festgelegten Mustern oder Modellen.

Wortbildungsmittel

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Zu den Wortbildungsmitteln werden solche Begriffe wie Wortwurzel,
Wortstamm, verschiedene Präfixe und Suffixe und historischer Lautwechsel (Ablaut,
Umlaut, Brechung) gerechnet.

Wortbildungsmodell

Als Wortbildungsmodell bezeichnet man eine stabile Struktur, die über eine
verallgemeinerte lexikalisch-kategoriale Bedeutung verfügt und geeignet ist, mit
verschiedenem lexikalischem Material (d. h. mit verschiedenen lexikalischen
Stämmen) ausgefüllt zu werden.

Konversion
Der Ausdruck Konversion (auch: Nullableitung, Nullderivation) bezeichnet in
der linguistischen Wortbildungslehre einen Wortbildungstyp, bei dem
ein Wortstamm oder auch ein flektiertes Wort ohne Veränderung der Form in eine
neue Wortart übertragen wird („Wortartwechsel ohne Wortbildungselemente“[

Schriftsprache
1) standardisierte Sprache als Gegenbegriff zu Dialekt, Umgangssprache
2) geschriebene Sprache, die sich im Gegensatz zur gesprochenen Sprache oft
durch besondere Merkmale wie komplexere Syntax auszeichnet
3)  Sprache, für die es ein Schriftsystem gibt und in der schriftliche Texte
vorliegen
4) Text in geschriebener Form mit besonderen stilistischen Merkmalen

Schriftdenkmal

Gegenstand, der einen Text/Texte in einer bestimmten Schrift enthält.

Althochdeutsche Literatur
Zur althochdeutschen Literatur werden alle Textzeugnisse gerechnet, die
im hochdeutschen Sprachraum zwischen etwa 750 und 1050 entstanden. Dazu
gehören im engeren Sinn hochdeutsche Texte in alemannischer und bairischer
Schreibsprache sowie Texte in Fränkisch (Altrheinfränkisch, Altmittelfränkisch,
Altostfränkisch, Altsüdrheinfränkisch). Auch die überlieferten, wenig zahlreichen
Texte in Altniederfränkisch und Altniederdeutsch werden literaturgeschichtlich im
Rahmen und als Teil der althochdeutschen Literatur behandelt, da vor allem im 9.
Jahrhundert die althochdeutsche Literatursprache eine starke Ausstrahlung auf ihre
Nachbarsprachen besaß. Auch die wenigen erhaltenen langobardischen Texte zählen
zur althochdeutschen Literatur.

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Suffigierung
Suffigierung beschreibt einen Prozess, bei dem ein Affix einer Wortwurzel oder
einem Wortstamm nachgestellt wird. Das Suffix ist in der Regel ein gebundenes
Morphem, das einem freien, lexikalischen Morphem angehängt wird. Die
Suffigierung dient so der Derivation oder der Flexion. Mit Flexion ist die
Realisierung grammatischer Merkmale gemeint, während mithilfe der Derivation
neue Lexeme gebildet werden, indem häufig ein Wort in eine andere Wortart
überführt wird.

Affigierung
Die Affigierung beschreibt einen Prozess, bei dem Affixe mit
einem Wortstamm oder einer Wortwurzel verbunden werden. Die Affigierung dient
der Derivation und der Flexion. Es gibt verschiedene Formen der Affigierung. Im
Deutschen werden Affixe primär vor oder nach einem Lexem angefügt. Affixe, die
vor dem Lexem stehen, mit dem sie ein neues Wort bilden, nennt man Präfixe.
Affixe, die am Ende eines Lexems angefügt werden, nennt man Suffixe.
Die Affigierung erfüllt verschiedene Funktionen. Neben der Derivation oder der
Flexion können mithilfe von Affixen auch Partizipien gebildet werden, indem diese
sowohl vor als auch nach dem Wort angefügt werden (Zirkumfigierung).

Affix
Affix (lat. affixum, ‚das Angeheftete‘) wird als Oberbegriff für alle Begriffe
verwendet, mit denen Morpheme hinsichtlich ihrer Position beschrieben werden. Ein
Affix ist ein unselbstständiges Morphem, das an eine Wortwurzel oder
einen Wortstamm angefügt wird. Morpheme sind bedeutungssprachliche Einheiten
und Grundbausteine für Wörter und dienen als Ausgangsform für Wortbildung und
Flexion.
Affixe werden nach ihrer Funktion in Wortbildungs- und Flexionsaffixe
unterschieden. Wort-bildungsaffixe ändern die lexikalische Kategorie eines Wortes
oder Bedeutung, während Flexionsaffixe grammatische Merkmale an einer Wurzel
realisieren. Wortbildungsaffixe können vor oder nach einer Wurzel stehen,
Flexionsaffixe können nur nach einer Wurzel stehen. Ein Affix, das der Wurzel
vorausgeht, nennt man Präfix . Wird ein Affix hingegen der Wurzel nachgestellt,
spricht man von einem Suffix, während ein Zirkumfix die Wurzel umschließt.

Suffix
Ein Suffix (lat. suffixum, ‚das an, unter etwas Angeheftete‘) bezeichnet
ein unselbstständiges Morphem, das einer Wortwurzel oder
einem Wortstamm nachgestellt wird. Morpheme sind bedeutungssprachliche

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Einheiten und Grundbausteine für Wörter und dienen als Ausgangsform
für Wortbildung und Flexion.
Man unterscheidet zwischen Wortbildungs- und Flexionsaffixen. Suffixe können
in beiden Varianten auftreten, das heißt, sie können sowohl die lexikalische Kategorie
oder Bedeutung eines Wortes ändern (Derivation) als auch grammatische
Informationen realisieren. Den Prozess der Anfügung eines Suffixes nennt
man Suffigierung.

Präffix
Ein Präfix (lat. praefixum, ‚das vorn Angeheftete‘) bezeichnet
ein unselbstständiges Morphem, das einer Wortwurzel oder
einem Wortstamm vorausgeht, mit dem es ein neues Wort bildet. Morpheme sind
bedeutungssprachliche Einheiten und Grundbausteine für Wörter.
Man unterscheidet zwischen Wortbildungs- und Flexionsaffixen. Präfixe
sind Wortbildungsaffixe, das heißt, sie ändern die lexikalische Kategorie oder die
Bedeutung eines Wortes (Derivation). So entstehen unter anderem verbale
Präfixderivate (belüg(en)). Den Prozess der Anfügung eines Affixes vor einen
Wortstamm nennt man Präfigierung.

Präfigierung
Präfigierung beschreibt einen Prozess, bei dem ein Affix mit
einer Wortwurzel oder einem Wortstamm verbunden wird. Wortwurzeln und
Wortstämme sind die Ausgangsform für Wortbildung und Flexion. Das Präfix ist ein
Affix, das vor dem Lexem steht, mit dem es ein neues Wort bildet.
Die Präfigierung dient der Derivation, also der Entstehung eines neuen Lexems
und der Bedeutungsänderung von Wörtern.

Zirkumfix
Zirkumfix: Affixkombination aus Präfix und Suffix; fungiert in der
kombinatorischen Derivation als eine diskontinuierliche UK (Ge- ... -e bei Gerede,
un- ... -lich bei unwiederbringlich.

Fugenelement

Fugenelement (auch: Interfix): semantisch leeres Segment in der Kompositions-


oder Derivationsfuge (Arbeit/s/anzug, willen/t/lich)

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4. Phonologisches System. Betonung

Phonem
Ein Phonem (selten: Fonem) (von altgriechisch φωνή phōnḗ, deutsch ‚Laut‘,
‚Ton‘, ‚Stimme‘, ‚Sprache‘) ist die abstrakte Klasse aller Laute (Phone), die in einer
gesprochenen Sprache die gleiche bedeutungsunterscheidende (distinktive) Funktion
haben.

Reduktion
Reduktion: Wortbildungsart; Bildung eines Wortes durch Kürzung einer
längeren Vollform (Wort oder syntaktische Fügung); Kurzwort
Unter Reduktion versteht man die Abschwächung eines Lautes in unbetonter
Position. Da in den germ. Sprachen die Betonung (der Akzent) auf der ersten Silbe
des Wortes bzw. des Morphems festgelegt wurde, befanden sich die Suffixe, die
Flexionsendungen und auch die Präfixe in unbetonter Position. Folglich führte diese
Veränderung der Akzentuation zu einer Reduktion der unbetonten Vokale, die in
allen germanischen Sprachen noch vor der schriftlichen Überlieferung begann. So
verlor die Kasusendung des N.Sg. der Substantiva im Gotischen ihren Vokal: germ.
*dagaz > got. dags, germ. *gastiz > got. gasts. In der deutschen Sprache war noch
vor dem Beginn der schriftlichen Tradition diese Endung (Vokal + Konsonant)
vollständig geschwunden.
Die Reduktion der unbetonten Vokale wies folgende Haupttypen auf.
1. Kürzung der Langvokale: ahd. tagā > mhd. Tage, ahd. habēn > mhd. haben.

2. Veränderung der Vokalqualität (des Timbres); kurz i, e, a, o, u gehen in den


neutralen Vokal ə über: ahd. gesti > mhd. geste, ahd. zungūn > mhd. zungen.

3. Gänzlicher Wegfall von Vokalen und Konsonanten: ahd. nemamēs > mhd.
nemen, ahd. sunu > mhd. sun.
Aus diesen Beispielen geht hervor, dass diese Reduktion einen entscheidenden
Einfluss auf die Entwicklung der Flexion der Substantive, der Verben, der Adjektive
und der Pronomina ausübte und letztlich zu einem Umbau und einer Veränderung der
gesamten morphologischen Struktur der deutschen Sprache in nhd. Zeit geführt hat.

Laut
Ein Laut ist allgemein ein Geräusch oder ein Klang, hervorgerufen durch die
menschliche oder tierische Stimme. Die Erzeugung und Wahrnehmung von
menschlichen Lauten ist Gegenstand der Phonetik, im Tierreich der Bioakustik.

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Geräuschlaut
Als Obstruent (auch Geräuschkonsonant, Geräuschlaut) werden Sprachlaute,
genauer: eine Gruppe von Konsonanten, bezeichnet, bei denen eine Verengung oder
ein Verschluss der Artikulationsorgane gebildet wird, wodurch der Phonationsstrom
durch Nase oder Mund behindert oder unterbrochen und ein spezifisches Geräusch
erzeugt wird. Zur Klasse der Obstruenten gehören Plosive, Affrikaten und Frikative.
Zu den stimmhaften Obstruenten zählen z. B.: [b], [v], [d], [g] sowie [z]. Zu den
stimmlosen Obstruenten ordnet man u. a. [p], [t], [k], [f], [s] ein.

Akzent(Betonung)
Der Akzent  in der Sprachwissenschaft ist eine suprasegmentale Eigenschaft von
Lauten, Wörtern, Wortgruppen und Sätzen. Sie dient der Hervorhebung von Silben,
Wörtern, Wortgruppen und Sätzen. Spezifisch spricht man vom Wortakzent, bei dem
eine Silbe hervorgehoben wird, bzw. vom Satzakzent, bei dem ein Wort
hervorgehoben wird.
Als Mittel kommen

 dynamischer (Tonstärke),
 melodischer (Tonhöhe) und
 temporaler (Tondauer)

Entlabialisierung
Unter Entlabialisierung oder Entrundung versteht man in der Phonetik Prozess
und Ergebnis eines Aussprache-Wandels, durch den ursprünglich mittels
der Vorderzunge gerundete Vokale ihre Lippenrundung verlieren.

Intonation
Intonation beschreibt in der Linguistik verschiedene Merkmale der Prosodie. In
der Phonetik versteht man unter Intonation den wahrgenommenen zeitlichen Verlauf
der Tonhöhe innerhalb eines Wortes (Wortmelodie), eines Satzes (Satzmelodie) oder
eines vollzogenen Sprechakts (im Sinne einer Sprachmelodie).

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