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Konzernnorm TL 52231

Ausgabe 2016-12
Klass.-Nr.: 55121

Schlagwörter: PC+ABS, ABS+PC, ABS, PC, Polymer, Polymergemisch, Instrumentenblende, Instrumententafel,


Ablagefach, Blende

Polymergemische aus ABS und PC


Werkstoffanforderungen

3 Ausführungen: ohne Index, A, B

Frühere Ausgaben
TL 52231: 1981-08, 1987-08, 2002-12, 2004-10, 2010-06

Änderungen
Gegenüber der TL 52231: 2010-06 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
– Dokumentationspflicht („D“) entfernt
– Anforderungen an zu verchromende Bauteile aufgenommen
– Abschnitt 3.1: Verwendungshinweis für rezyklathaltige Werkstofftypen hinzugefügt
– Tabelle 1, lfd. Nr. 6 Anforderung TL 52231-A von ≥ 120 °C in ≥ 118 °C geändert
– Abschnitt 5.3: Norm hinzugefügt und letzten Satz ergänzt
– Abschnitt 5.4: letzten Satz ergänzt
– Abschnitt „Humanverträglichkeit“ entfernt
– Abschnitt 5.8: „Heckablage“ durch „Hutablage“ ersetzt
– Mitgeltende Unterlagen aktualisiert

1 Anwendungsbereich
Diese Technische Lieferbedingung legt die Werkstoffanforderungen für Fertigteile aus Polymerge‐
mischen aus ABS und PC fest, z. B. für Instrumentenblenden, -tafeln, Ablagefächer.

Norm vor Anwendung auf Aktualität prüfen.


Die elektronisch erzeugte Norm ist authentisch und gilt ohne Unterschrift. Seite 1 von 7
Fachverantwortung Normung
GQL-P/3 Annette Behte Tel.: +49 5361 9-78324
GQL-P/3 Eckart Herrmann Tel.: +49 5361 9-42116 EBP/5 Stefanie Reiss ESD
GQL Dr. Jiping Liu Tel.: +49 5361 9-41184 Thomas Behrens

Alle Rechte vorbehalten. Weitergabe oder Vervielfältigung ohne vorherige Zustimmung einer Normenabteilung des Volkswagen Konzerns nicht gestattet.
© Volkswagen Aktiengesellschaft VWNORM-2015-07d
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2 Bezeichnung
Bezeichnungsbeispiel für die bis 110 °C wärmeformbeständige Ausführung:
PC+ABS-Polymergemisch gemäß TL 52231-A

3 Anforderungen

3.1 Grundsätzliche Anforderungen


Genehmigung von Erstlieferung und Änderung gemäß VW 01155.
Emissionsverhalten gemäß VW 50180 (sofern in der Zeichnung gefordert).
Freibewitterungsbeständigkeit gemäß VW 50185.
Farbmetrische Beurteilung gemäß VW 50190 (sofern in der Zeichnung gefordert).
Schadstoffvermeidung gemäß VW 91101.
Für eine vollständige Untersuchung sind sechs Fertigteile erforderlich.
Die Kennwerte der TL beziehen sich auf Neuware. Der Einsatz von am Markt erhältlichen Typen
von Industrieware, Regenerat und Regranulat ist nicht zulässig.
Die Beimischung von bis zu 10 % Mahlgut aus Produktionsabfällen der Erstverarbeitung (typen‐
rein; Angüsse, Stanzabfälle) aus der Produktion desselben Bauteils ist zulässig und muss abgesi‐
chert und dokumentiert sein.
Wurde der Einsatz von Rezyklat zwischen Bauteillieferant und Werkstofftechnik des Auftraggebers
abgestimmt, sind in der Freigabeprüfung des Bauteils besondere Dokumentationen zum Stofffluss
der Rezyklate zu beachten. Auf entsprechenden Bauteilen ist der Werkstoffcode gemäß
DIN EN ISO 1043-1 durch die Kennzeichnung „REC“ zu ergänzen. Ist der prozentuale Anteil des
Reyzklates verfügbar, ist er ausdrücklich anzugeben (z. B. „REC50“).

3.2 Beschaffenheit
Die Fertigteile müssen an der Oberfläche und im Inneren frei von Fehlstellen und Fertigungsfeh‐
lern wie Fließlinien, Schlieren, Lunkern, Rissen und dergleichen sein. Einfallstellen im Bereich des
Ansatzes von Rippen und Versteifungen sind nur dann zulässig, wenn sie weder die Funktion noch
das Aussehen und die Montierbarkeit beeinträchtigen.
Die Fertigteile müssen eine einwandfreie Montage zulassen.

3.3 Herstellung
Spritzgießverfahren

3.4 Ausführungen
– TL 52231 ABS+PC-Polymergemisch, Standardtyp, wärmeformbeständig bis +100 °C
– TL 52231-A PC+ABS-Polymergemisch, mit erhöhter Wärmeformbeständigkeit bis
+110 °C
– TL 52231-B PC+ABS-Polymergemisch, mit erhöhter Wärmeformbeständigkeit bis
+120 °C
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3.5 Kennzeichnung gemäß VDA 260


– TL 52231 > ABS+PC <
– TL 52231-A > PC+ABS <
– TL 52231-B > PC+ABS <

3.6 Konditionierung
Die für die einzelnen Prüfungen erforderlichen Proben sind vor den Prüfungen mindestens 48 h im
Normalklima gemäß VW 50554 – 23/50-2 zu konditionieren.

3.7 Auswertung der Messergebnisse


Die geforderten Zahlenwerte gelten für jede Einzelmessung.

3.8 Werkstoff
Siehe Abschnitt 5.1.
Alle Ausführungen: Polymergemisch aus Acrylnitril-Butadien-Styrol-Pfropfpolymerisat und Polycar‐
bonat.

3.9 Farbton
Gemäß Zeichnung und/oder Freigabe.

3.10 Anforderungen an zu verchromende Bauteile


Der eingesetzte Werkstoff muss vom Rohstoffhersteller als galvanisierfähig ausgewiesen sein
(„Galvanotype“). Für die Werkstoffprüfungen werden unbeschichtete Rohteile verwendet.
Diese müssen die in der TL 528 festgelegten Anforderungen hinsichtlich Abschnitt „Aussehen und
Spannungshaushalt des Rohteiles“, Abschnitt „Oberflächenbeschaffenheit des unbeschichteten
Formteils“ sowie Qualität: Abschnitt „Fertigteil“ erfüllen.

4 Eigenschaften
Siehe Tabelle 1.
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Tabelle 1
Nr. Eigenschaft Einheit Anforderung
TL 52231 TL 52231-A TL 52231-B
1 Dichte g/cm 3
1,10 ± 0,01 1,12 ± 0,01 1,14 ± 0,01
gemäß DIN EN ISO 1183-1,
Auftriebsmethode
2 Biegefestigkeit MPa ≥ 60 ≥ 65 ≥ 75
gemäß DIN EN ISO 178 und
Abschnitt 5.2
3 Kerbschlagzähigkeit kJ/m2 ≥ 30 ≥ 40 ≥ 20
gemäß DIN EN ISO 179-1/1eA und
Abschnitt 5.3
4 Kerbschlagzähigkeit kJ/m2 ≥ 14 ≥ 20 ≥ 10
gemäß DIN EN ISO 179-1 und
Abschnitt 5.3
5 Schlagzähigkeit kJ/m2 kein Bruch
gemäß DIN EN ISO 179-1/1eU und
Abschnitt 5.4
6 Wärmeformbeständigkeit nach Vicat °C ≥ 110 ≥ 118 ≥ 125
gemäß DIN EN ISO 306, Verfahren
B50
7 Wärmeverhalten gemäß DIN 53497
und Abschnitt 5.5
Lagerungstemperatur °C 90 + 2 110 - 2 120 ± 2
Die Fertigteile dürfen weder eine Ver‐
sprödung noch sichtbare und/oder die
Funktion beeinträchtigende Veränderun‐
gen der Form, Farbe und Oberfläche
aufweisen.
8 Kälteverhalten Die Fertigteile müssen in der Kälte voll
siehe Abschnitt 5.6 funktionsfähig und beschädigungsfrei
bleiben. Sie dürfen auch nach Erwär‐
mung auf +23 °C keine Risse oder ande‐
re Schäden aufweisen.
9 Kugelfallprüfung gemäß PV 3905 und - Kein Bruch, -
Abschnitt 5.7 keine Riss‐
bildung.
10 Heißbelichtung gemäß PV 1303 und Die belichtete Oberfläche darf keine Ver‐
Abschnitt 5.8 änderung gegenüber dem Anlieferungs‐
(Anforderung gilt nur für sichtbare Tei‐ zustand, wie z. B. Farbänderung, Krei‐
le im Fahrzeuginneren oder falls in der dung und/oder Rissbildung, aufweisen.
Zeichnung gefordert). Graumaßstabsstufe ≥ 4
Anzahl der Belichtungsproben gemäß gemäß DIN EN 20105-A02.
Zeichnung.
11 Brennverhalten Gemäß TL 1010 (falls in Zeichnung
und/oder Freigabe gefordert).
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5 Prüfungshinweise

5.1 Werkstoff
Die Identitätsprüfung erfolgt infrarotspektroskopisch.

5.2 Biegefestigkeit
Bestimmung der Biegespannung bei Höchstkraft gemäß DIN EN ISO 178, jedoch Probekörper
Länge: (50 ± 1) mm, Breite: (6 ± 0,2) mm; Dicke entsprechend der Erzeugnisdicke (bis
max. 4 mm); Stützweite: 40 mm; Auflageradius: 1,0 mm bis 1,2 mm; Prüfgeschwindigkeit:
(14 ± 1) mm/min.
Aus einseitig genarbten Formteilen hergestellte Probekörper sind so auf die Auflager der Prüfma‐
schine zu legen, dass die genarbte Seite gegen die Druckfinne zeigt.

5.3 Kerbschlagzähigkeit
Prüfgerät Pendelschlagwerk 4J.
Sollte aus apparativen Gründen und/oder wegen Probengröße und -form eine Prüfung gemäß Ta‐
belle 1, lfd. Nr. 3 nicht möglich sein, kann auch wie folgt verfahren werden:
Schlagbiegeversuch (breitseitiger Schlag) gemäß DIN EN ISO 179-1, jedoch Probekörper Länge:
(50 ± 1) mm, Breite: (6 ± 0,2) mm, Dicke entsprechend der Erzeugnisdicke (bis max. 4 mm); Wi‐
derlagerabstand (Stützweite): 40 mm, Prüfgerät Pendelschlagwerk 4J gemäß DIN EN ISO 13802.
Die Proben werden breitseitig mit einer 0,8 mm breiten U-förmigen Kerbe versehen. Die Kerbtiefe
beträgt 1/3 der Probendicke. Die den Kerbgrund begrenzenden Kanten müssen einen Rundungs‐
halbmesser von < 0,1 mm aufweisen.
Bei einseitig genarbten Fertigteilen sind die Proben auf der genarbten Seite zu kerben und diese
anschließend so auf die Widerlager des Pendelschlagwerks zu legen, dass die Kerbmitte sich ge‐
nau in der Schlagebene befindet. Dabei ist darauf zu achten, dass sich die Kerbe auf der der Ham‐
merschneide abgewandeten Seite befindet. Dieses bedarf jedoch der vorherigen Vereinbarung mit
der freigebenden Werkstofftechnik.

5.4 Schlagzähigkeit
Sollte aus apparativen Gründen und/oder wegen Probengröße und -form eine Prüfung gemäß Ta‐
belle 1, lfd. Nr. 5 nicht möglich sein, kann auch wie folgt verfahren werden:
Schlagbiegeversuch (breitseitiger Schlag) gemäß DIN EN ISO 179-1, jedoch Probekörper Länge:
(50 ± 1) mm, Breite: (6 ± 0,2) mm, Dicke entsprechend der Erzeugnisdicke (bis max. 4 mm); Wi‐
derlagerabstand (Stützweite): 40 mm, Prüfgerät Pendelschlagwerk 4J.
Aus einseitig genarbten Fertigteilen hergestellte Proben sind so auf die Widerlager des Pendel‐
schlagwerkes zu legen, dass die genarbte Seite gegen die Hammerschneide zeigt.
Dieses bedarf jedoch der vorherigen Vereinbarung mit der freigebenden Werkstofftechnik.

5.5 Wärmeverhalten
Warmlagerungsversuch gemäß DIN 53497 Verfahren B, an mindestens zwei kompletten Fertigtei‐
len, d. h. mit eventuellen Einbauten. Lagerungsdauer (22 + 2) h.
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5.6 Kälteverhalten
Lagerung von mindestens zwei kompletten Fertigteilen in Luft bei (-30 ± 1) °C; Lagerungsdauer
(22 + 2) h.

5.7 Kugelfallprüfung
Kugelfallprüfung gemäß PV 3905 an mindestens einem planen Bauteilabschnitt.
Kugelfallhöhe (450 ± 10) mm; Kugelaufschlagpunkt z. B. Instrumententafeloberseite oder wie in
der Zeichnung festgelegt.

5.8 Heißbelichtung
Falls in der Zeichnung die Anzahl von Belichtungsperioden nicht definiert ist, gilt folgende Rege‐
lung:
– 3 Belichtungsperioden für Bauteile im Bereich indirekter Sonneneinstrahlung,
– 5 Belichtungsperioden für Bauteile im Bereich direkter Sonneneinstrahlung (z. B. Türbrüs‐
tung),
– 10 Belichtungsperioden für Bauteile im Bereich höchster Sonneneinstrahlung (z. B. Hutabla‐
ge).

6 Mitgeltende Unterlagen
Die folgenden in der Norm zitierten Dokumente sind zur Anwendung dieser Norm erforderlich:

PV 1303 Nichtmetallische Werkstoffe; Belichtungsprüfung für Bauteile des Fahr‐


zeuginnenraumes
PV 3905 Organische Werkstoffe; Kugelfall-Prüfung
TL 1010 Innenausstattungsmaterialien; Brennverhalten, Werkstoffanforderungen
TL 528 Kunststoffteile, verchromt; Werkstoffanforderungen
VW 01155 Fahrzeug-Teile; Genehmigung von Erstlieferung und Änderung
VW 50180 Bauteile des Fahrzeuginnenraumes; Emissionsverhalten
VW 50185 Fahrzeugbauteile; Freibewitterungsbeständigkeit
VW 50190 Bauteile der Fahrzeuginnenausstattung; Messtechnische Beurteilung
von Farbe und Glanzgrad; Visuelle Beurteilung von Chromoberflächen
VW 50554 Normalklimate und Raumtemperaturen; Anforderungen für Prüfklimate
VW 91101 Umweltnorm Fahrzeug; Fahrzeugteile, Werkstoffe, Betriebsstoffe;
Schadstoffvermeidung
DIN 53497 Prüfung von Kunststoffen; Warmlagerungsversuch an Formteilen aus
thermoplastischen Formmassen, ohne äußere mechanische Beanspru‐
chung
DIN EN 20105-A02 Textilien - Farbechtheitsprüfungen - Teil A02: Graumaßstab zur Bewer‐
tung der Änderung der Farbe
DIN EN ISO 1043-1 Kunststoffe - Kennbuchstaben und Kurzzeichen - Teil 1: Basis-Polymere
und ihre besonderen Eigenschaften
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DIN EN ISO 1183-1 Kunststoffe - Verfahren zur Bestimmung der Dichte von nicht ver‐
schäumten Kunststoffen - Teil 1: Eintauchverfahren, Verfahren mit Flüs‐
sigkeitspyknometer und Titrationsverfahren
DIN EN ISO 13802 Kunststoffe - Verifizierung von Pendelschlagwerken - Charpy-, Izod- und
Schlagzugversuch
DIN EN ISO 178 Kunststoffe - Bestimmung der Biegeeigenschaften
DIN EN ISO 179-1 Kunststoffe - Bestimmung der Charpy-Schlageigenschaften - Teil 1:
Nicht instrumentierte Schlagzähigkeitsprüfung
DIN EN ISO 306 Kunststoffe - Thermoplaste - Bestimmung der Vicat-Erweichungstempe‐
ratur (VST)
VDA 260 Bauteile von Kraftfahrzeugen - Kennzeichnung der Werkstoffe