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Urbane Dorfidylle

Projekt: Wohnüberbauung Maiengasse, Basel


Herausgeber: db Deutsche Bauzeitung, April 2020, Seite: 56 - 62
Text: Mathias Remmele, Foto: Kuster Frey

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1
56

Esch Sintzel GmbH, Architekten ETH BSA SIA


Badenerstrasse  156, CH  –   8 004 Zürich, T  +41  44  297 99  00
info@eschsintzel.ch, www.eschsintzel.ch 1/7
Urbane Dorfidylle
Projekt: Wohnüberbauung Maiengasse, Basel
Herausgeber: db Deutsche Bauzeitung, April 2020, Seite: 56 - 62
Text: Mathias Remmele, Foto: Kuster Frey

URBANE
DORFIDYLLE
WOHNÜBERBAUUNG MAIENGASSE IN BASEL (CH)

Mit einem vielfältigen Wohnungsangebot samt Kinder- { Architekten: Esch Sintzel


garten, durchdachten Grundrissen und einer das Wohn- Tragwerksplanung: Ernst Basler + Partner, Zürich
quartier bereichernden städtebaulichen Lösung kann das
zweiteilige Projekt als Vorbild für einen zeitgemäßen, { Kritik: Mathias Remmele
sozial ausgerichteten städtischen Wohnungsbau dienen. Fotos: Kuster Frey
Das V-förmig tief ins Blockinnere hineingreifende
Holz-Wohngebäude bildet eine halböffentliche Zone,
die viele Möglichkeiten der Aneignung eröffnet.

Selbst in der wohlhabenden Schweiz mit ihren vergleichsweise fürstlich an- reichungen hat sich zurecht das vom Zürcher Büro Esch Sintzel Architekten
mutenden Durchschnittsverdiensten ist bezahlbarer Wohnraum für Menschen vorgeschlagene Projekt durchgesetzt, das nach knapp dreijähriger Bauzeit
mit mittlerem und niedrigem Einkommen immer schwieriger zu finden. Das fertiggestellt werden konnte.
gilt besonders für die wirtschaftlich prosperierenden Großstädte.
Im politisch rot-grün dominierten Stadtkanton Basel versucht man dieser SENSIBLER STÄDTEBAU
Entwicklung mit einem öffentlichen Wohnungsbauprogramm entgegenzu-
steuern. Vor diesem Hintergrund ist die Wohnüberbauung Maiengasse zu Die Grundlage für den siegreichen Entwurf bildete eine sorgfältige Analyse
sehen, die von der Stadt selbst finanziert und verwaltet wird. der vorgefundenen städtebaulichen Situation sowie eine feinfühlige und
In einem westlich der Altstadt gelegenen, ruhigen Wohnquartier, das im durchdachte Interpretation der Wettbewerbsintention. ›
19. Jahrhundert entstanden war, verfügte die Stadt über ein rund 4 400 m²
großes Grundstück. Es zieht sich entlang der Maiengasse, nimmt den gesam-
ten Hofraum des Baublocks ein und umfasst außerdem eine Parzelle an der [1] Im zur Gasse hin offenen Hof defi-
Hebelstraße. Auf dem Areal war bis Anfang dieses Jahrhunderts ein städti- nieren die leicht erhöhten Eingangs-
scher Werkhof ansässig, dessen heterogene Bauten – u. a. ein großer hölzerner veranden der Maisonette-Wohnungen die
Schuppen – einer Wohnbebauung weichen sollten. Für das Projekt, zu dem Grenze zwischen halböffentlichem und
neben Mietwohnungen auch zwei Kindergärten gehören, wurde 2013 ein privatem Raum
offener Architekturwettbewerb ausgelobt. Gefordert war dabei ein Mehrgene-
rationenhaus mit einem vielfältigen Wohnungsangebot im mittleren Preis- [2] Zwischen neuem Hofgebäude und Block-
segment – für jüngere und ältere Kleinhaushalte ebenso wie für Familien mit randbebauung wurde ein geschützter Spiel-
Kindern. Die Erschwinglichkeit der Mieten galt es durch entsprechend öko- platz angelegt – hier noch im Bau. Dane-
nomische Bebauungskonzepte sicherzustellen. Unter den insgesamt 46 Ein- ben bleibt Platz für kleine Mietergärten

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SCHWERPUNKT : WOHNEN

Lageplan, M 1:10 000 Grundriss 2. OG, M 1:1 000

Schnitt, M 1:1 000

Grundriss EG, M 1:1 000

Grundriss 1. OG, M 1:1 000

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› Für die Parzelle an der Hebelstraße schlugen Esch Sintzel die Schlie- DURCHDACHTE UND ZEITGEMÄSSE GRUNDRISSLÖSUNGEN
ßung des Blockrands vor. Für den deutlich größeren Grundstücksteil hin-
gegen, der sich von der Maiengasse aus ins Blockinnere erstreckt, suchten sie Das Teilprojekt in der Hebelstraße ist zweifellos ein gelungenes städtisches
eine andere Lösung. Statt auch hier den Blockrand zu schließen, entwickelten Wohnhaus, das sich durch gestalterische Anklänge an die spätmoderne Archi-
sie eine einfache Großform, die das Grundstück klug nutzt und zugleich den tektur der 60er Jahre auszeichnet, wie auch durch spannungsvolle Raumver-
Stadtraum bereichert: einen V-förmigen Baukörper, der sich zum Straßen- dichtungen und -weitungen, die sich in den 16 Wohneinheiten (inkl. einer
raum hin öffnet und so eine halböffentliche, gassenartige Platzanlage entste- Atelier-Wohnung) aus der Ausdrehung einzelner Raumsequenzen aus der
hen lässt. Damit passt sich der Entwurf zwanglos in das offene und eher infor- Orthogonalität heraus ergeben. Dennoch bildet das Gebäude mit 39 Wohn-
melle Stadtgefüge ein, das die Maiengasse charakterisiert. Der zwischen dem einheiten im Hof das eigentliche Herzstück des Projekts. Ein geglückter
neuen Hofgebäude und der bestehenden Blockrandbebauung entstandene Städtebau ist das eine. Die einmal gefundene Gebäudeform sinnvoll mit Leben
Raum wird als geschützter Spielplatz für die Kindergärten und als Garten- zu füllen das andere. Die Architekten standen vor der Herausforderung, ›
raum für die Mieter genutzt. Der halböffentliche Charakter des Hofs wird
durch eine bewusste Platzierung der Kindergärten im Scheitelpunkt des Neu-
baus hervorgehoben.
Die städtebaulich begründete Zweiteilung des Projekts akzentuierten die Archi-
tekten, indem sie die beiden Neubauten auch in formaler und baukonstruk-
tiver Hinsicht unterschiedlich konzipierten. Während das fünfstöckige Wohn-
haus an der Hebelstraße als konventioneller Massivbau ausgeführt wurde, [3] Die Blockrandbebauung an der Hebel-
präsentiert sich das dreistöckige Hofgebäude als Holzbau. Bei dieser Entschei- straße ragt in den Gartenhof hinein und
dung spielten, wie Projektleiter Marco Rickenbacher bekennt, ökologische wendet sich den beiden Kindergarten-
Ziele eine untergeordnete Rolle – 2013 stand das Thema Klima noch nicht so gruppen im EG des Holzbaus (rechts) zu.
im Fokus wie heute. Inspirierend sei vielmehr ein alter Holzschuppen gewe- Ein halböffentliches Wegenetz ermöglicht
sen, der früher im Zentrum des städtischen Werkhofs stand. Diese Remi- Fußgängern die Querung des Baublocks
niszenz an die spezifische Geschichte des Orts wirkt
nicht zuletzt deshalb plausibel, weil sie dem kleintei- [4] Wie in den Wohnungen bestehen die
ligen, beinahe schon dörflichen Charakter des Blockin- weiß gestrichenen Innenwände auch im
nern angemessen ist. Kindergarten aus Hartfaserplatten

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SCHWERPUNKT : WOHNEN
1

2
3

4
Vertikalschnitt, M 1:25
1 Dachaufbau:
zementgebundene Wellfaserplatte, 60 mm
Konterlattung, 60 x 60 mm
Lattung im Gefälle, 24 x 48 mm
Unterdachfolie
Unterdachplatte, 16 mm
Sparrendach, 100 x 120 mm
Wärmedämmung, Steinwolle, 240 mm
5
Dreischichtplatte, 42 mm
Balkenlage, 100 x 120 mm, Nadelholz 6
Vertikalschnitt, M 1:25
2 Randbalken, BSH, Nadelholz, 340 x 180 mm
3 Fensterrahmen, Lärche, lasiert 1 Dachaufbau:
4 Isolierverglasung, dreifach 7 Zementgebundene
5 Absturzsicherung, Stahl, pulverbeschichtet Konterlattung, 60 x
6 Faltschiebeladen, Nadelholz; UK Metall, pulverbeschichtet Lattung im Gefälle,
7 Deckenaufbau: Unterdachfolie
Parkett, 15 mm Unterdachplatte, 16
Unterlagsboden, 83 mm
8 Sparrendach, 100 5x
Wärmedämmung, S
Trennlage
Dreischichtplatte, 4
Trittschalldämmung, 40 mm Balkenlage, 100 x 1
Schüttung, 60 mm 9 ›
2 Randbalken, BSH, F
Dreischichtplatte, 42 mm 3 Fensterrahmen,Ba Lä
Balkenlage, 100 x 260 mm, Nadelholz 10 4 desd
Isolierverglasung,
8 Simsbrett, Tanne, druckimprägniert, lasiert 5 Absturzsicherung,sta
9 Dreischichtplatte, Nadelholz; 6 Faltschiebeladen,einH
UK Lattung als Hinterlüftung, 10 mm UK Metall, pulverbe
Ko
10 zementgebundene Spanplatte 7 Deckenaufbau:
11 Holzstütze, Nadelholz, CNC-gefräst, grundiert und lasiert
Parkett, 15 mm 2,5
Unterlagsboden,vie 83
12 Sitzbank, klappbar, Tanne, grundiert und lasiert
13 Bodenaufbau:
11 Trennlage die
Trittschalldämmunnu
Parkett, 15 mm Schüttung, 60 mm
Unterlagsboden, 85 mm die
Dreischichtplatte, 4
Trennlage Balkenlage, 100 telg
x2
Trittschalldämmung, 20 mm 12 8 ver
Simsbrett, Tannenh
Dämmung EPS,140 mm 9 Dreischichtplatte F
jew
Betondecke, 240 mm UK Lattung als Hin
Di
Feuchteschutzdämmung, 75 mm 10 Zementgebundene
11 bem
Holzstütze, Fichte/
14 Wandaufbau:
13 14 15 Um
grundiert und lasie
Schalung stehend, Nadelholz,
12 ma
Sitzbank, klappbar
sägerau, druckimprägniert, lasiert 27 mm
13 Bodenaufbau: sch
Rostlattung, 27 + 27 mm Parkett, 15 mm ein
Fassadenbahn Unterlagsboden, 8
Weichfaserplatte, 35 mm Trennlage Leb
16
Wärmedämmung, Steinwolle, 240 mm Nu
Trittschalldämmun
Konstruktionsvollholz, 80 x 240 mm Dämmung EPS,140 we
OSB-Platte, 15 mm Betondecke, 240Dim
Gipsfaserplatte, 10 mm Feuchteschutzdämgeö
15 vorfabrizierte Betonelemente, sandgestrahlt 14 Wandaufbau:
zei
Schalung stehend,
16 Stützenfuß, Metall
Di
druckimprägniert,
Rostlattung, 27 Ge
+2
Fassadenbahn sch
Weichfaserplatte, 3
den
Wärmedämmung,
wi
Konstruktionsvollh
un
OSB-Platte, 15 mm
Gipsfaserplatte,dr
10
15 Vorfabrizierte Beto
60 16 Stützenfuß, Metall

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Vertikalschnitt, M 1:25

1 Dachaufbau:
Zementgebundene Wellfaserplatte, 60 mm
Konterlattung, 60 x 60 mm
Lattung im Gefälle, 24 x 48 mm
Unterdachfolie
Unterdachplatte, 16 mm
Sparrendach, 100 5x 120 mm
Wärmedämmung, Steinwolle, 240 mm
Dreischichtplatte, 42 mm
Balkenlage, 100 x 120 mm, Fichte/Tanne
› die vom Auslober geforderte Vielfalt der Wohnungsgrößen – die
2 Randbalken, BSH, Fichte/Tanne 340 x 180 mm
3 Fensterrahmen,Bandbreite
Lärche, lasiertreicht von 1,5 bis zu 6,5 Zimmer – in den V-förmigen Baukörper
4 desdreifach
Isolierverglasung, Hofgebäudes zu integrieren. Man ahnt, welche Puzzelei das bedeutete und
5 Absturzsicherung,staunt,
Stahl,wie gut es gelang. Marco Rickenbacher und sein Entwurfsteam fanden
pulverbeschichtet
6 Faltschiebeladen, Holz/Tanne
eine Lösung, indem sie den gesamten Baukörper gleichsam zonierten: In den
UK Metall, pulverbeschichtet
Kopfbauten zur Gasse sind über drei Stockwerke mittelgroße Wohnungen mit
7 Deckenaufbau:
Parkett, 15 mm 2,5 und 3,5 Zimmern untergebracht. In den Schenkeln befinden sich jeweils 6
Unterlagsboden,vier reihenhausartig angeordnete Maisonettewohnungen mit 4,5 Zimmern,
83 mm
Trennlage die EG und 1. OG umfassen. Im 2. OG ist jeweils Raum für zwei große Woh- KLASSISCHER SKELETTBAU
Trittschalldämmung,
nungen40 mmmit 5,5 bzw. 6,5 Zimmern. Im Scheitel des Hofgebäudes liegen im EG
Schüttung, 60 mm
die Räume
Dreischichtplatte, 42 mm
der beiden Kindergärten. Darüber bleibt Platz für kleine und mit- Baukonstruktiv betrachtet ist das Hofgebäude ein klassischer Skelettbau aus
Balkenlage, 100 telgroße
x 260 mm,Wohnungen
Fichte/Tanne mit 1,5, 2,5 und 3,5 Zimmern. Sämtliche Wohnungen Holz. Vier Stahlbetonkerne, die Treppen und Aufzüge aufnehmen, dienen der
8 verfügen
Simsbrett, Tannenholz, entweder überlasiert
druckimprägniert, eine Loggia oder eine Terrasse. Den Maisonettes ist Erschließung der Geschosswohnungen, steifen die Konstruktion aus und tra-
9 Dreischichtplatte Fichte/Tanne
jeweils ein privater Gartenbereich an der Rückseite des Hauses zugeordnet. gen den Brandschutzbestimmungen Rechnung. Das Raster von Stützen und
UK Lattung als Hinterlüftung,
Die Wohnungen 10 mmals Ganzes, aber auch die einzelnen Räume sind eher knapp Trägern verleiht dem gesamten Gebäude und den Wohnungsgrundrissen eine
10 Zementgebundenen Spanplatte
11
bemessen, um auf diese Weise die Wirtschaftlichkeit der Anlage zu sichern.
Holzstütze, Fichte/Tanne, CNC-gefräst, klare Struktur. Es ermöglicht darüber hinaus ein hohes Maß an rationeller
Umso wichtiger war es die Verkehrsflächen klein zu halten und für eine opti-
grundiert und lasiert Vorfertigung. Leichtbauwände erlauben vielfach eine spätere Änderung des
12 male
Sitzbank, klappbar, Nutzung
Tanne, desund
grundiert vorhandenen
lasiert Raums zu sorgen. Relativ geringe Unter- Grundrisses ohne Eingriff ins Tragwerk. Die ökologischen Vorteile des Holz-
13 Bodenaufbau: schiede in den Raumgrößen ermöglichen innerhalb der einzelnen Wohn- baus muss man heute nicht mehr herausstreichen. Um den Schallschutz so-
Parkett, 15 mm einheiten einen flexiblen Gebrauch je nach individuellen Bedürfnissen und wohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung zu garantieren, wurden ›
Unterlagsboden, 85 mm
Trennlage Lebensformen. In vielen Wohnungen lässt sich der Wohnraum – etwa bei
Nutzung
Trittschalldämmung, 20 mm durch eine WG – von der Wohnküche abtrennen und steht dann als
Dämmung EPS,140 weiterer
mm Individualraum zur Verfügung.
Betondecke, 240DiemmAusstattung ist einfach, aber solide und geschmackvoll. Bodenbeläge aus [5] Blick zum Hof: Die schlichte Fassade
Feuchteschutzdämmung, 75 mm
geöltem Eichenparkett sorgen für eine wohnliche Atmosphäre. Vor den Küchen- des Gebäudes – eine Holzverschalung mit
14 Wandaufbau:
zeilen und im Eingangsbereich
Schalung stehend, Fichte/Tanne, sägerau, wurden dazu passende rote Tonfliesen verlegt. vertikaler Lattung – wird durch die
Dielasiert
druckimprägniert, weißen27 mm Innenwände bestehen aus Hartfaserplatten. Als Holzbau tritt das farbig abgesetzten Fensterläden sowie
Rostlattung, 27 Gebäude
+ 27 mm im Innern nur an den Decken mit ihren offenen Balkenlagen in Er- durch Lisenen und Gesimse gegliedert
Fassadenbahn scheinung. Die Raumhöhe bis zur Unterkante der Balken beträgt 2,50 m; in
Weichfaserplatte, 35 mm
den Zwischenräumen erreicht sie 2,76 m. Die Bauausführung ist,
Wärmedämmung, Steinwolle, 240 mm
[6] In den Wohnungen verweisen die
wie in
Konstruktionsvollholz, 80 xder
240 mm Schweiz üblich, von herausragender Qualität Decken mit ihrer offenen Balkenlage auf
und trägt nicht unwesentlich zum positiven Gesamtein-
OSB-Platte, 15 mm den Holzbau. Einbauküchen gehören in
Gipsfaserplatte,druck
10 mm bei. der Schweiz zu jeder Mietwohnung
15 Vorfabrizierte Betonelemente, sandgestrahlt
16 Stützenfuß, Metall 61

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SCHWERPUNKT : WOHNEN

› einige Anstrengungen v. a. in Bezug auf die Schallentkopplung von { Standort: Maiengasse 7, CH-4056 Basel
Materialstößen und zwischen den einzelnen Wohneinheiten unternommen. Bauherr: Immobilien Kanton Basel-Stadt / Hochbauamt, Basel
Nach außen hin zeigt sich das Hofgebäude unmissverständlich als Holzbau – Architekten: ARGE EschSintzel / BFB AG, Zürich
straßenseitig sowie an der Stirnseite des Hofplatzes durch die sichtbaren Pri- Mitarbeiter: Marco Rickenbacher (Projektleitung), Nicola Wild (stv.); Sarah
märträger und die zumindest in den Loggien deutlich erkennbaren Decken- von Wartburg, Nike Himmels, Maneeza Ali Khan, Matthias Berger, Stephan
balken; an den Hofseiten durch eine Holzverschalung mit vertikaler Lattung, Sintzel, Philipp Esch
die immer dort, wo sie von geschosshohen Fensteröffnungen unterbrochen Tragwerksplanung: Ernst Basler + Partner, Zürich
wird, wiederum einen (diesmal seitlichen) Blick auf die Primärträger freigibt. HLS-Planung: Vadea, St. Gallen
Noch deutlicher verweisen hier freilich die hölzernen »Säulen« vor den im EG Elektroplanung: Edeco, Aesch
aus der Fassadenflucht zurückspringenden Eingangsveranden der Maisonette- Bauphysik: BWS Bauphysik, Winterthur
Wohnungen auf den Holzbau. Brandschutzplanung: Bachofner, Frümsen
Diese von CNC-Maschinen bearbeiteten Stützen, die sich – von oben nach Baumanagement: Büro für Bauökonomie, Basel
unten betrachtet – von einem quadratischen Querschnitt allmählich zum Farbberatung: Archfarbe, Andrea Burkhard, Zürich
optisch rund wirkenden 32-Eck entwickeln, sind ein gestalterisches Detail, Lichtplanung: TT Licht, Zürich
das der sonst recht nüchternen Erscheinung des Gebäudes eine eigentümlich Freiraumgestaltung: Schmid Landschaftsarchitekten, Zürich
verspielte und – wenn man so will – heimelige Note verleiht. Zugleich sind es Kunst am Bau: Jürg Stäuble, Basel
diese Stützen, die auf eine weitere, nahegelegene Referenz des Hofgebäudes BGF: 6 338 m²; HNF oberirdisch: 4 461 m²(Wohnen), 360 m² (Kindergarten)
verweisen: das 1987/88 erbaute hölzerne Wohnhaus im Hof, das zu den BRI: 27 085 m³
besten Frühwerken von Herzog & de Meuron gehört. • Baukosten: keine Angabe
Bauzeit: Juli 2016 bis September 2018
Auszeichnungen: Hase in Bronze (Hochparterre – die Besten 2018);
Auszeichnung Guter Bauten 2018, Prämierung 2018 Heimatschutz Basel

{ Beteiligte Firmen:
Rohbau: Rofra Bau, Aesch, www.rofrabaut.ch
{ Der eher ernst-skeptische Gesichts- Montagebau in Holz: Hürzeler Holzbau, Basel, www.huerzeler-holz.ch;
ausdruck täuscht – unser Kritiker Husner, Frick, www.husner.ch
Mathias Remmele war sehr angetan Dreh- und Schiebeläden: Alurex Kindt, Lyss, www.alurexkindt.ch
von den vielen guten Ideen, die die- Metallbauarbeiten: R + R Metallbau, Birsfelden, www.rrmetallbau.ch
ses Projekt sowohl auf der konzep- Schreinerarbeiten: Hinze Schreinerei, Tecknau, www.hinze-schreinerei.ch
tionellen als auch auf der gestalte- Unterlagsböden: Mohler-Nager, Pratteln, www.mohlernager.ch
rischen Ebene auszeichnen. Oberflächenbehandlung innen: Dürrenberger Maler, Basel
Aufzüge: AS Aufzüge, Reinach, www.lift.ch

[7] Mit einladender Geste öffnen sich die Flügel


des Hofgebäudes zum Straßenraum. Die Platzierung
der Kindergärten am Ende des Hofplatzes unter-
streicht dessen halböffentlichen Charakter

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