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Modul I

BASISHYGIENE

Grundlagen der Infektionslehre


BASISHYGIENE

Lernziele
 Sie kennen die verschiedenen Arten von Krankheitserregern.
 Sie wissen, welche Übertragungswege es gibt.
 Sie können Präventionsmaßnahmen benennen.

 Krankheitserreger sind Organismen, die in anderen Lebewesen


eine Infektion oder übertragbare Krankheit auslösen können. Diese
Eigenschaft bezeichnet man als Pathogenität. Nicht alle Erreger sind
gleich pathogen. Es gibt fakultativ pathogene Erreger, die nur bei
einem geschwächten Immunsystem pathogen sind, während obligat
pathogene Erreger auch bei einem intakten Immunsystem eine
Infektion auslösen können.

Kolonisation
Erreger besiedeln die Haut, offene Wunden oder Schleimhäute besiedeln oder sind
in Sekreten oder Exkreten zu finden, lösen aber keine Krankheitssymptome aus. 

Infektion
Kranheitserreger dringen in den Körper ein, vermehren sich und lösen eine
Abwehrreaktion des Körpers aus. In der Regel bestehen  Zeichen einer
Entzündung.
Zu den Krankheitserregern zählen: BAKTERIEN, VIREN, PILZEN,
PARASITEN, PRIONEN
Infektionswege
ENDOGEN (von innen) E. COLI; EXOGEN

Der Übertragungsweg beginnt bei der Infektionsquelle. Stammt der Erreger aus
der Umgebung, spricht man von einer exogenen Infektion. Infiziert man sich mit
körpereigenen Erregern, handelt es sich um eine endogene Infektion.
Die Inkubationszeit für eine bestimmte Infektionserkrankung entspricht der Zeit,
die vom Eindringen des Krankheitserregers bis zum Auftreten der ersten
Symptome vergeht.

Die meisten Krankheitserreger haben einen typischen Infektionsweg. Weiß


man, wie ein Erreger übertragen wird, kann man Infektionen durch
bestimmte Hygienemaßnahmen vermeiden.

Ziele und Maßnahmen der Basishygiene


ZIEL
Die Kontamination oder Kolonisation von Patienten und Personal mit potenziell
krankmachenden Keimen verhindern.
Die Basishygiene umfasst Maßnahmen, die immer bei der Versorgung von
Patienten durchzuführen sind.  Sie muss vom gesamten Personal aller
Berufsgruppen beachtet werden, wenn Tätigkeiten am Patienten oder im
patientennahen Umfeld erledigt werden. 

MASSNAHMEN


Händehygiene mit Händedesinfektion und Händewaschen
 persönliche Schutzkleidung (PSA)
 Flächendesinfektion und Reinigung des Patientenumfelds
 Aufbereitung von Medizinprodukten
 Schutz vor Stich- und Schnittverletzungen
 Einhaltung der  Hustenetikette
 korrekter Umgang mit Klinikwäsche
 sachgerechte Entsorgung des Abfalls

HYGIENEPLANE

Jedes Krankenhaus hat seinen eigenen Hygieneplan, Desinfektions- und


Reinigungspläne. Sie werden von der Hygieneabteilung in
Zusammenarbeit mit dem Krankenhaushygieniker und der betreffenden
Abteilung erstellt. Die Infektionsgefahren werden zunächst analysiert und
die Risiken bewertet. Auf dieser Basis werden Pläne mit Maßnahmen
erstellt, die das Risiko für Infektionen minimieren.

Enthaltene Regelungen

 Personal- und Händehygiene

 Umgang mit Schutzkleidung: Wann ist welche zu tragen?

 Umgang und die Aufbereitung von Pflegehilfsmitteln

 Aufbereitung von gebrauchten Medizinprodukten

 Reinigung und Desinfektion

 zu verwendende Desinfektions- und Reinigungsmittel und in welcher


Konzentration sie wie lange eingesetzt werden

 erweiterte Maßnahmen bei einem Ausbruch von Infektionskrankheiten: Was


ist zu tun?

Händehygiene
Die professionelle Händehygiene dient dazu, die Ausbreitung von
Infektionen und insbesondere krankenhauserworbene Infektionen zu
verhindern. In diesem Kapitel lernen Sie die richtige Praxis der
Händehygiene kennen.

Lernziele
 Sie kennen die allgemeinen Regeln der Händehygiene.

 Sie kennen das richtige Vorgehen beim Händewaschen.

 Sie können die hygienische Händedesinfektion korrekt durchführen.


Etwa 80% der Krankenhausinfektionen werden über die Hände
übertragen (Aktion saubere Hände, RKI). Ziel der Händehygiene ist es,
die Übertragung zu unterbinden.

NAGEL

 kurz und rund schneiden

 kein Nagellack, künstliche Fingernägel oder Gelnägel  Warum?

 bei Entzündungen an Händen, Armen oder Nagelbett Betriebsarzt


konsultieren

WARUM Durch Nagellack ist die Sichtbeurteilung der Nägel behindert und mit
steigender Tragedauer nimmt die Kolonisation durch Bakterien auf den Nägeln
zu.
Die Bakteriendichte ist auf künstlichen Nägeln höher als auf natürlichen.
Zusätzlich beeinträchtigen sie den Erfolg der Händehygiene und erhöhen die
Perforationsgefahr für Einmalhandschuhe.

SCHMUCK an Händen und Unterarmen ist nicht erlaubt.  Warum?

Schmuckstücke behindern die sachgerechte Händehygiene und können dadurch zu einem


Erregerreservoir werden. Weiterhin erhöhen sie die Verletzungsgefahr und steigern die
Perforationsgefahr von Einmalhandschuhen.

PFLEGE

 konsequente Handpflege verhindert Mikroläsionen der Haut

 gepflegte Haut schützt vor der Besiedlung mit Mikroorganismen

Händewaschen
Händewaschen tötet deutlich weniger Keime ab als eine Händedesinfektion und
schädigt die Haut bei wiederholter Durchführung. Aus diesem Grund sollte die
Händewaschung auf das notwendigste Maß reduziert und nur der Entfernung von
Schmutz bzw. von gegen Alkohol unempfindliche Erreger vorbehalten sein. (gegen
Alkohol unempfindlche Erreger
Hierzu gehören Bakteriensporen, Helminthen, Kryptosporidien, Oozysten und Protozoen.
)
Indikationen. Eine Händewaschung ist nötig:

 bei Dienstbeginn

 bei sichtbarer Verschmutzung (erst desinfizieren, dann waschen)

 nach dem Toilettengang

 vor eigener Nahrungsaufnahme

 bei Dienstende

Durchführung
Seifen Sie die Hände 30 Sekunden ein.
Spülen Sie die Hände anschließend gründlich ab.
Trocknen Sie sich die Hände mit einem Einmalhandtuch.
Stellen Sie das Wasser entweder mit dem benutzten Einmalhandtuch ab.

Hygienische Händedesinfektion
Die hygienische Händedesinfektion gilt weltweit als die wirksamste
Einzelmaßnahme zur Unterbrechung von Infektionsketten und damit zur
Prophylaxe von nosokomialen Infektionen. Ein meist auf alkoholischer
Basis schnell wirkendes und rückstandsarmes Desinfektionsmittel wird in
die Hände eingerieben und die Anzahl der Mikroorganismen so stark
reduziert, dass eine Übertragung unterbunden ist.

Indikationen
Die hygienische Händedesinfektion als wesentlicher Bestandteil der täglichen
Pflegearbeit hat in vielerlei Situationen zu erfolgen. Die World Health
Organization (WHO) hat hierzu 5 Indikationsgruppen definiert:

 vor jedem Patientenkontakt

 vor  aseptischen Tätigkeiten

 nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material

 nach jedem Patientenkontakt


 nach jedem Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung

Nach dem Ablegen von Schutzhandschuhen muss ebenfalls eine


hygienische Händedesinfektion erfolgen.

Beachten

 Gebrauchsfertige Lösungen verwenden, entsprechende Flaschen und


Spender eindeutig beschriften

 Bei einigen Krankheitserregern (z.B. Norovirus, Rotavirus, Tuberkulose-


Erreger) muss spezielles Desinfektionsmittel verwendet werden, ebenso
kann die Einwirkzeit verlängert oder eine 2-malige Desinfektion
notwendig sein.

 Vor der Händedesinfektion sicherstellen, dass die Hände vollkommen


trocken sind.  Warum?
Bei feuchter Haut wird das Desinfektionsmittel verdünnt und verliert einen großen Teil
seiner Wirkung. Zusätzlich kommt es zur chemischen Reaktion zwischen Seifenrückständen
(Tensiden) und Alkohol.

INFORMATION VON PFLEGEEMPFÄNGERN UND ANGEHÖRIGEN

Es ist sinnvoll, auch den Pflegeempfänger und Angehörige in die


Infektionsprävention einzubeziehen und aufzuklären. Die Händedesinfektion sollte
durchgeführt werden:

 bei Betreten des Patientenzimmers

 bei Verlassen des Patientenzimmers

 vor dem Essen

 nach Benutzung der Toilette

 vor und nach Kontakt mit der eigenen Wunde, mit Schleimhäuten oder
Devices

Chirurgischen Händedesinfektion
Abzugrenzen ist die hygienische von der chirurgischen Händedesinfektion.
Während erstere die auf die Haut gelangten Keime entfernt, eliminiert die
chirurgische Händedesinfektion zusätzlich auch die physiologischen
Haftkeime auf Haut und Unterarmen, etwa vor Operationen und anderen
invasiven Eingriffen.

Durchführung
 Etwa  3–5 ml Desinfektionsmittel aus dem Spender entnehmen, das
entspricht der Menge, die in eine Hohlhand passt.
 Bei Kontamination der Unterarme muss entsprechend eine größere
Portion Händedesinfektionsmittel benutzt und das Desinfektionsmittel dann
auch auf den Unterarmen verrieben werden.
 Die gesamte Oberfläche der Hand muss für die Dauer der Einwirkzeit mit
dem Desinfektionsmittel bedeckt sein.
 Die Einwirkzeit beträgt in der Regel 30 Sekunden.

Neben der Einwirkzeit ist die Technik der hygienischen Händedesinfektion


entscheidend für die Wirksamkeit. Würden lediglich die vom Händewaschen
gewohnten Bewegungen ausgeführt, werden viele Desinfektionsschwachstellen
nicht erfasst. Die Fingerkuppen, die Fingerzwischenräume, die Falten der
Handinnenflächen sowie die Daumen müssen folglich gründlich mit in den
Desinfektionsvorgang einbezogen werden.

Reiben Sie die geschlossenen Fingerkuppen der linken Hand in der


rechten Handfläche und umgekehrt.

Verreiben Sie das Desinfektionsmittel Händfläche auf Handfläche.

Reiben Sie die rechte Handfläche auf dem linkem Handrücken und
umgekehrt.

Es folgt Handfläche auf Handfläche mit verschränkten Fingern.

Nun reiben Sie die Fingeraußenseite auf der gegenüberliegenden


Handfläche und umgekehrt.

Anschließend umschließen Sie mit der rechten Handfläche den linken


Daumen und desinfizieren ihn mit kreisenden Bewegungen. Das gleiche
machen Sie mit dem rechten Daumen.
Nachsorge
Sie sollten auf eine regelmäßige und konsequente Hautpflege mit
heilungsfördernden, feuchtigskeitregulierenden Pflegelotionen achten, um einer
Entfettung der Haut durch das alkoholische Desinfektionsmittel entgegenzuwirken.
© Kanea/stock.adobe.com

Eine Dokumentation der Händedesinfektion ist im Regelfall nicht erforderlich.

Persönliche Schutzausrüstung
Basishygiene

Zur Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) gehören neben keimarmen


Handschuhen auch ein Mund-Nasen-Schutz, ein Schutzkittel und bei
Bedarf auch ein Augenschutz und ein Haarschutz. Welche Ausrüstung
wann getragen werden muss, regeln der Hygieneplan der Klinik und die
Richtlinien des RKIs. Lernen Sie hier die Anwendung von Schutzkleidung
kennen.

Lernziele
 Sie wissen, was beim Tragen von Schutzhandschuhen zu beachten ist.

 Sie kennen den Unterschied zwischen Berufs- und Bereichskleidung.

 Sie kennen die verschiedenen Bestandteile der Schutzkleidung.


Schutzhandschuhe
Schutzhandschuhe werden getragen, um eine Keimübertragung zu verhindern,
wenn ein Kontakt zu Sekreten, Exkreten oder erregerhaltigem Material zu erwarten
ist.

Das Tragen von Handschuhen ersetzt nicht die hygienische Händedesinfektion


und bietet keinen 100%igen Schutz vor Keimen auf den Händen.

Empfehlung der TRBA


Durch die zunehmenden Allergien gegen Latex gibt es die Empfehlung der TRBA
250,
dass Handschuhe allergiearm sein sollen. Gepuderte Handschuhe gehören seit
Jahren der Vergangenheit an, auch ungepuderte Latexhandschuhe verschwinden
mehr und mehr vom Markt und werden durch Handschuhe aus verträglicherem
Nitril ersetzt.

Indkationen
Die TRBA 250 empfiehlt, bei folgenden Tätigkeiten Handschuhe zu tragen:

 Punktionen, Injektionen

 Legen von Gefäßzugängen, Blutentnahme

 Umgang mit benutzten Instrumenten, z.B. Kanülen, Skalpellen

 Operieren, Instrumentieren, Nähen von Wunden, Wundversorgung

 Intubation, Extubation, Absaugen respiratorischer Sekrete

 Pflege von inkontinenten Patienten

 Entsorgung und Transport von potenziell infektiösen Abfällen

 Reinigung und Desinfektion von kontaminierten Flächen und Gegenständen

 Reparatur/Wartung/Instandsetzung von kontaminierten medizinischen


Geräten
Regeln

 Händedesinfektion vor der Entnahme aus der Packung, um eine


Kontamination der Verpackung und der Handschuhe zu verhindern.

 Handschuhe nur kurz tragen.

 Nach Beendigung der Tätigkeit Handschuhe ablegen und in jedem Fall


eine Händedesinfektion durchführen.

 Handschuhe nur patientenbezogen und nicht zimmerbezogen verwenden.

 Handschuhe wechseln, wenn von einem kontaminierten Bereich beim


Patienten zu einem sauberen Bereich gewechselt wird.

 Handschuhe nicht in der Kitteltasche mitführen.

Ausziehen der Handschuhe

Schritt 1
Heben Sie einen Handschuh mit den anderen Hand an.
Schritt 2
Rollen Sie den Handschuh von der Hand mit der Innenseite nach außen ab.
Schritt 3
Fassen Sie mit der nicht behandschuhten Hand unter die Stulpe des zweiten
Handschuhs.
Schritt 4
Ziehen Sie den zweiten Handschuh mit der Innenseite nach außen über den ersten
Handschuh ab und entsorgen Sie anschließend die Handschuhe.

Schutzkleidung
Schutzkleidung wird bei der Versorgung von Patienten mit bestimmten
Krankheitserregern getragen. Sie dient dem Mitarbeiter zum Schutz vor
schädigenden Einwirkungen während der Arbeit.

Soll Schutzkleidung den Patienten vor nosokomialen Infektionen und


Kolonisationen schützen, muss sie zwischen der Versorgung
verschiedener Patienten gewechselt werden.
Reinigung, Desinfektion und Sterilisation
Lernziele
 Sie kennen die unterschiedlichen Methoden der Desinfektion.

 Sie wissen, welche Regeln beim Umgang mit Desinfektionsmitteln zu


beachten sind.

 Sie kennen die verschiedenen Sterilisationsverfahren.

Bei der Reinigung wird Schmutz entfernt. Dies kann chemisch und
physikalisch erfolgen, manuell oder maschinell stattfinden. Bei der
Reinigung wird die Zahl der Krankheitserreger reduziert.

Bei der Desinfektion wird die Zahl der Krankheitserreger soweit


vermindert, dass keine Ansteckung mehr von ihnen ausgeht. Man
bezeichnet dies als Antisepsis. Desinfektion kann chemisch oder
thermisch oder kombiniert stattfinden.

Methoden der Desinfektion


Einlegemethode
Wischdesinfektion
Sprühdesinfektion
Thermische Desinfektion
Desinfektion mit strömendem Dampf
Desinfektion mittels Strahlen
Thermisch-chemische Desinfektion

Einlegemethode

 Gegenstände werden vollständig in Desinfektionslösung eingelegt.

 Auch Hohlräume der Gegenstände müssen erreicht werden.

 Vom Hersteller vorgegebene Einwirkzeit muss eingehalten werden.


Wischdesinfektion

 Gegenstände und Flächen werden mit ausreichender Menge der Lösung


unter leichtem Druck abgewischt.

 "nebelfeuchtes" Wischen ist insuffizient.

Sprühdesinfektion

 Nur bei schlecht zugänglichen Flächen anzuwenden.

 Die Wirksamkeit ist begrenzt.  Warum?

Thermische Desinfektion

 Der Sprühnebel reizt die Atemwege.

 Desinfektion durch Hitze. 

 Gegenstände werden ausgekocht und Krankheitserreger dabei abgetötet.

 Anhaftender Schmutz muss vorher entfernt worden sein.

Desinfektion mit strömendem Dampf

Textilien wie Matratzen, Decken oder Kopfkissen lassen sich sicher


und zuverlässig desinfizieren.

Desinfektion mittels Strahlen

 Kurzwellige UV-C-Strahlen werden erzeugt, um Bakterien zu inaktivieren. 

 Anwendung finden Sie z.B. bei Trinkwasser oder Warmwassser. 

Thermisch-chemische Desinfektion

 Kombination von Hitzeenergie und chemischen Reinigungswirkstoffen 


 Angewendet in vollautomatischen Reinigungs- und Desinfektionsmaschinen
für OP-Instrumente, Endoskope, usw.

Umgang mit Desinfektionsmitteln


Zur Flächendesinfektion stehen unterschiedliche Präparate zur Verfügung. Für
kleinere Oberflächen < 1m2 eignen sich auch Alkohole. Bei größeren Flächen sind
diese wegen der Explosionsgefahr nicht gestattet.

Regeln im Umgang mit Desinfektionsmitteln

 Lösungen immer mit kaltem Wasser ansetzen

 bei Konzentraten: Augenschutz und chemikalienbeständige Handschuhe


(aus Nitril) verwenden

 Lappen regelmäßig wechseln oder Einmallappen nutzen

 Herstellerangaben zur Nutzungszeit beachten

 auf die richtige Konzentration achten

 patientennahes Umfeld täglich wischdesinfizieren

 nach Kontamination mit Blut, Stuhl oder Erbrochenem Gegenstände sofort


desinfizierend reinigen

Haltbarkeit von Desinfektionsmitteln


 Sie ist den Herstellerangaben zu entnehmen. In der Kombination von
Einmal-Vliestüchern in einem Spendersystem, z.B. dem Descowibes-
System, kann eine Lösung bis zu 28 Tage genutzt werden
(Herstellerangaben beachten). Alle anderen Lösungen müssen etwa 1-mal
täglich gewechselt werden.

Flächendesinfektion
Von den Oberflächen in der Patientenumgebung darf kein Infektionsrisiko
ausgehen. Sie sollten nach dem möglichen Übertragungsrisiko klassifiziert werden
und die entsprechenden Desinfektions- und Reinigungsmaßnahmen im
Hygieneplan der Klinik festgehalten sein.
Flächen mit häufigem Hand- und Hautkontakt müssen mindestens 1-mal täglich
desinfizierend aufbereitet werden, bei sichtbarer Kontamination sofort. Eine
alleinige Beseitigung sichtbarer Verschmutzungen reicht nicht aus.

Als Schlussdesinfektion bezeichnet man die Desinfektion des Zimmers


und der darin befindlichen Gegenstände nach Aufhebung einer Isolierung.

Sterilisation
"Steril" bedeutet frei von allen vermehrungsfähigen Mikroorganismen.
Diese vollkommene Keimfreiheit wird auch Asepsis genannt und kann
nur durch Sterilisation erreicht werden.

Die Wahl des Sterilisationsverfahrens hängt von der Beschaffenheit des


Materials ab:
Dampfsterilisation
Die Sterilisation erfolgt mit "feuchter Hitze", z.B. bei mindestens 134°C für
5 Minuten. Es ist das am häufigsten einesetzte Verfahren. Mit Dampf
können Textilien, Glas, Metall und Gummi sterilisiert werden.

Sterilisation mit Strahlen


Da nicht alle Geräte die feuchte Hitze der Dampfsterilisation vertragen,
werden für diese Geräte ionisierende Strahlen (β- oder γ-Strahlen)
genutzt. Es ist das Sterilisationsverfahren, das auch
Verbandmaterialhersteller verwenden, um ihre Produkte zu sterilisieren.

Plasmasterilisation
Die Sterilisation erfolgt durch hochfrequenz- oder mikrowelleninduzierte
Plasmaentladungen. Bei dieser Methode wird mit Temperaturen im Bereich
von 45–70°C gearbeitet.

Gassterilisation
Die Sterilisation mit Formaldehyd oder Ethylenoxid wird bei Instrumenten
angewendet, die aus hitzempfindlichem Material hergestellt sind, z.B.
Endoskope. Achtung: Dabei enstehen toxische Gase.

Nach der Sterilisation sind krankmachende Keime entfernt, es können aber


noch Pyrogene enthalten sein. Pyrogenfreiheit ist bei allen paraenteralen
Lösungen wichtig. Pyrogene werden durch Filtration aus Infusionslösungen
entfernt.

Pyrogene
Pyrogene sind fiebererzeugende Stoffe, die aus den Zellwänden der abgetöteten Mikroorganismen
entstanden sind.

Umgang mit und Aufbereitung von


Medizinprodukten
Medizinprodukte sind alle Gegenstände, die zur medizinischen Versorgung
von Patienten eingesetzt werden. Sie unterscheiden sich von Arzneimitteln
dadurch, dass sie auf vorwiegend physikalischem Weg zum Einsatz
kommen. Neben dem Gesetz über Medizinprodukte gibt es mehrere
Verordnungen, die beim Umgang mit Medizinprodukten zu beachten sind.
Lernen Sie hier, worauf es in der Praxis ankommt.

Lernziele
 Sie wissen, was bei der Aufbereitung von Medizinprodukten zu beachten
ist.

 Sie können mit Klinikwäsche richtig umgehen.

 Sie wissen, wie Sie verschiedene Pflegeutensilien handhaben.

Aufbereitung von Medizinprodukten


Medizinprodukte sind Gegenstände oder Stoffe, die zu diagnostischen
oder therapeutischen Zwecken bei Menschen angewendet werden, also
z.B. Instrumente, Verbandstoffe, Infusionsgeräte, Katheter,
Herzschrittmacher, Röntgengeräte, Sehhilfen. Anders als Arzneimittel,
die pharmakologisch, immunologisch oder metabolisch wirken, wirken
Medizinprodukte primär physikalisch.

Einmalprodukte dürfen nicht wiederaufbereitet und müssen nach


Gebrauch entsorgt werden.

RICHTLINIEN
Medizinprodukte werden für die hygienischen Aufbereitungsanforderungen
in unterschiedliche Klassen eingeteilt. Die Kommission für Krankenhaushygiene
und Infektionsprävention (KRINKO) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte (BfArM) hat eine gemeinsame Richtlinie zur Aufbereitung von
Medizinprodukten aufgestellt. Im Medizinproduktegesetz (MPG), der
Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) und in den Richtlinien des
Robert Koch-Instituts (RKI) sind die entsprechenden Normen hinterlegt.
Ausführliche Informationen finden Sie in der  Pflichtunterweisung
Medizinproduktegesetz.

AUFBEREITUNG
Unsterile Medizinprodukte werden auf Station, sterile in der AEMP aufbereitet.

 Sterile Instrumente werden in geschlossenen Behältern zur AEMP


transportiert, um das Personal vor Verletzungen und Kontaminationen und
die Produkte vor Beschädigung zu schützen.

 Unsterile Medizinprodukte, die mit der Haut des Patienten in Berührung


kommen, werden mit alkoholischen, hautverträglichen Desinfektionsmitteln
aufbereitet, um Allergien beim Patienten zu vermeiden.

AEMP
 Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte; ehemals ZVSA (Zentrale
Sterilgutversorgungsabteilung)

AUFBEWAHRUNG
Sterile Medizinprodukte werden in geschlossenen Schränken oder
Schubladen aufbewahrt. In offenen Regalen ist die Sterilität nur 48 Stunden
gewährleistet, bei geschützter Lagerung 6 Monate bzw. nach Herstellerangaben
und Aufdruck.

 Lagerung staubfrei und trocken, ohne Sonneneinstrahlung und bei


Raumtemperatur.

 "first in – first out"-Prinzip: Produkte werden nach Verfallsdatum


gelagert und benutzt.

 Behandlungsindikator zeigt erfolgreiche Sterilisation an.

 Die gewährleistete Sterilität zeigt ein Aufdruck.


 Umverpackung muss unbeschädigt sein.

 Öffnung erst unmittelbar vor Anwendung.

Schutz vor Stich- und Schnittverletzungen


Spitze Gegenstände wie Kanülen, Lanzetten müssen in durchstichsicheren
Behältern entsorgt werden. Ein Recapping ist nicht erlaubt. Außerdem
lassen sich Stichverletzungen durch eine sachgerechte Anwendung von
Sicherheitskanülen reduzieren.

Recapping
Zurückstecken der Kanüle oder des Trokars in seine Schutzhülle

Die TRBA 250 schreibt vor, dass Instrumente wie Kanülen,


Blutzuckerlanzetten, Venenverweilkanülen und ähnliches in allen
Bereichen der Klinik sicher sein müssen. Sichere Instrumente sind
Medizinprodukte, die den Benutzer vor Verletzungen schützen sollen.
TRBA 250
Die "Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe 250" enthält grundsätzliche Aussagen zu den
Anforderungen an Hygienepläne.

Umgang mit Klinikwäsche


Benutzte Wäsche wird umgehend in einem entsprechenden Wäschesack entsorgt.
Die benutzte Wäsche darf nicht auf dem Boden gelagert werden. Je nach
Verschmutzungsgrad gibt es unterschiedliche Wäschesäcke, die farblich
gekennzeichnet sind.
Saubere Klinikwäsche wird in verschlossenen Schränken oder Wagen gelagert.
Vor der Entnahme der Wäsche müssen die Hände desinfiziert werden.

Fassen Sie niemals mit benutzten Handschuhen in den sauberen


Wäscheschrank oder Wagen, um etwas zu entnehmen. Sie kontaminieren
womöglich die Wäsche und bereiten so den Weg für eine Schmierinfektion.

Umgang mit Pflegeutensilien


Pflegeutensilien müssen nach Gebrauch aufbereitet werden, bevor sie beim
nächsten Patienten eingesetzt werden. Wie dies zu geschehen hat, darüber gibt der
Desinfektionsplan der Klinik Auskunft.
 Für Steckbecken und Urinflaschen gibt es eine Steckbeckenspüle für eine
thermisch-chemische Desinfektion.
 Angebrochene Zahnpasta, Hautlotion oder Pflegetücher dürfen nur für
einen Patienten benutzt werden, wenn diese beim Patienten aufbewahrt
werden und nicht klar ist, wie der Inhalt entnommen wurde.
 Für isolierte Patienten werden immer eigene Pflegeutensilien benutzt, die
beim Patienten verbleiben (Ausnahme Steckbecken und Urinflasche).

EXERCITII

Ergänzen Sie den Lückentext.


Bei der
ReinigungDesinfektionSterilisation
 
wird Schmutz entfernt. Dies kann chemisch und physikalisch erfolgen, manuell
oder maschinell stattfinden. Bei der Reinigung wird die Zahl der Krankheitserreger
reduziertverdoppelterhöht
. Bei der
ReinigungSterilisationDesinfektion
 
wird die Zahl der Krankheitserreger soweit vermindert, dass keine Ansteckung
mehr von ihnen ausgeht. Man bezeichnet dies als
AsepsisAntisepsisSterilgut
. Desinfektion kann chemisch oder thermisch stattfinden, auch eine Kombination
aus beiden Verfahren ist möglich.
Sehr gut! Sie haben alle Lücken richtig ausgefüllt.
2 / 2
NICHT BEWERTET
MEHRERE ANTWORTEN MÖGLICH

Welche Regeln gelten im Umgang mit Desinfektionsmitteln?


vor Kontamination mit Blut, Stuhl oder Erbrochenem Gegenstände sofort
desinfizierend reinigen
bei Konzentraten: Augenschutz und chemikalienbeständige Handschuhe (aus
Nitril) verwenden
Lappen regelmäßig wechseln oder Einmallappen nutzen
Herstellerangaben zur Nutzungszeit beachten
Lösungen mit lauwarmen Wasser ansetzen
auf die richtige Konzentration achten
Lösungen immer mit kaltem Wasser ansetzen
Sehr gut! Sie haben die richtige Auswahl getroffen.

MODUL 2 COVID-19 Allgemein


Übertragung, Symptome, Verlauf und Prävention

In diesem Kapitel erhalten Sie alle wichtigen Informationen zum neuen


Coronavirus SARS-CoV-2 und der Erkrankung COVID-19.

Lernziele
 Sie wissen, was SARS-CoV-2 ist und wie er übertragen wird.

 Sie kennen Risikofaktoren für einen schweren Verlauf von COVID-19.

 Sie kennen die wichtigsten Symptome von COVID-19.

 Sie wissen, wie lang die Inkubationszeit von COVID-19 ist.

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2


Coronaviren gibt es schon länger. Es handelt sich dabei um kranzförmige
behüllte RNA-Viren (lat. corona = Kranz, Krone). RNA heißt, dass das
Erbmaterial der Viren aus Ribonukleinsäure besteht. Viren dieser Art können sich
schnell an neue Wirte anpassen. Auch der Influenza- und der Ebolavirus sind
RNA-Viren.
Beim Menschen verursachen Coronaviren vor allem Erkrankungen der
Atemwege in unterschiedlichen Schweregraden – von einer eher harmlosen
Erkältung bis hin zu letal verlaufenden Erkrankungen der Lunge. Sie sind
verantwortlich für das Schwere Akute Atemwegssyndrom (SARS) und wurden
sowohl bei Tieren als auch bei Menschen nachgewiesen.
Das Ende 2019 neu aufgetauchte Coronavirus in China löst wie andere
Coronaviren Erkältungskrankheiten oder in schweren Fällen Lungenentzündungen
aus - allerdings können auch andere Organe oder Organsysteme durch das Virus
angegriffen werden.

Quelle: Thieme

Namensgebung
Der Virus wurde zuerst als "novel coronavirus 2019" bezeichnet. Kurzgefasst:
2019-nCoV. Als klar wurde, dass der Virus SARS ähnlich ist, wurde er umbenannt
in SARS-CoV-2. Die Erkrankung, die durch SARS-CoV-2 ausgelöst wird, wurde
von der WHO mit COVID-19 (Corona virus disease 2019) benannt.

Virusvarianten
Seit Dezember 2020 treten Virusvarianten vermehrt auf.
Inzwischen werden diese in besorgniserregende Varianten (Variants of Concern,
VOC) und Varianten unter Beobachtung (Variants of Interests, VOI) eingeteilt.

VARIANTS OF CONCERNS
Hierunter werden Varianten einsortiert, die eine erhöhte Übertragbarkeit, eine
veränderte Immunantwort oder einen schwereren Krankheitsverlauf verursachen
können.
Alpha
Die zuerst im Vereinigten Königreich auftretende Linie B.1.1.7, genannt Alpha,
hat eine erhöhte Übertragbarkeit und zeigt nach neusten Untersuchungen eine
erhöhte Fallsterblichkeitsrate. In Deutschland ist die Variante seit April 2021 mit
über 80% die vorherrschende Virusvariante. Erste Untersuchungen zeigen, dass die
mRNA-Impfstoffe gegen die Viren dieser Linie wirken.
Beta
Zeitgleich trat in Südafrika eine weitere Variante auf, die B.1.351 bzw. Beta
genannt wird. Sie hat andere Varianten in Südafrika verdrängt, sodass davon
auszugehen ist, dass ebenfalls eine erhöhte Übertragbarkeit vorliegt. Bei dieser
Variante gibt es Hinweise, dass eine Komponente der Immunantwort bei der
Impfung geringer ausfällt. Damit würden die bislang zugelassenen Impfstoffe eine
geringere Wirksamkeit aufweisen.
Gamma
In Brasilien ist zuerst die Variante P.1 bzw. Gamma aufgetreten, die Ähnlichkeit
mit der Mutation Beta hat. Daher wird auch hier eine geringere Immunantwort und
eine potentiell erhöhte Übertragbarkeit angenommen.
Delta
Die Variante B.1.617.2, genannt Delta und in Indien zuerst nachgewiesen, wurde
im Mai 2021 zur besorgniserregenden Variante erklärt. Hier geht man aktuell
davon aus, dass die Viruseigenschaften eine erhöhte Übertragbarkeit bedingen. Im
Vergleich zu Infektionen mit Alpha sind höhere Raten an Hospitalisation,
Intensivpflichtigkeit und Todesfällen beobachtet worden.

VARIANTS OF INTEREST
Für die Varianten unter Beobachtung führt die WHO eine Übersicht. Zu den
VOI gehören Varianten, die bestimmte Mutationen im Virengut haben und
mehrere Fallcluster oder Fälle in verschiedenen Ländern verursacht
haben. 

Übertragung von COVID-19


Das RKI unterscheidet zwischen ansteckenden Personen mit Symptomen,
ansteckenden Personen noch ohne Symptome und ansteckenden Personen, die nie
Symptome entwickeln. 
Welcher Anteil sich bei welchen Personengruppen (symptomatisch,
präsymptomatisch oder asymptomatisch) ansteckt, ist nicht klar. Die größte
Relevanz haben sicher Übertragungen von Personen mit Krankheitszeichen.
Allerdings steckt sich ein durchaus relevanter Anteil bei präsymptomatischen
Personen an. Wie groß dieser Anteil ist, lässt sich aktuell nicht genau beziffern,
weil in vielen Studien der Symptombeginn nicht (gut) definiert wurde. Der Anteil
der Ansteckungen bei asymptomatischen Personen scheint eher eine
untergeordnete Rolle zu spielen.
Auch der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Beginn der Ansteckungsfähigkeit
ist variabel. Möglich sind wohl auch sehr kurze Zeiträume, beispielsweise am
selben Tag oder am Tag nach der Infektion. Als sicher gilt aber, dass die
Ansteckungsfähigkeit in der Zeit um den Symptombeginn am größten ist.
Ebenfalls sicher ist, dass das Risiko, SARS-CoV-2 zu übertragen, im
Krankheitsverlauf zunehmend geringer wird - aber auch, dass die
Ansteckungsfähigkeit von der Schwere der Erkrankung abhängt: Bei einer
moderaten Erkrankung ist es unwahrscheinlich, das Virus nach einer Dauer von 10
Tagen noch übertragen zu können. Im Gegensatz dazu können Patienten mit einem
schweren Verlauf auch nach dieser Zeitdauer noch andere Personen anstecken.
Unabhängig von der Schwere der Erkrankung besteht bei älteren Personen ein
größeres Risiko für eine verlängerte Ausscheidung von Viren-RNA.

Respiratorische Aufnahme virushaltiger Flüssigkeitspartikel


Eine COVID-19-Erkrankung wird hauptsächlich durch die respiratorische
Aufnahme virushaltiger Flüssigkeitspartikel übertragen. Diese
Flüssigkeitspartikel entstehen beim Atmen, Husten, Sprechen oder Niesen.
Abhängig von der Größe der Partikel kann man Tröpfchen (größer 5 µm) von
kleineren Partikeln wie Tröpfchenkernen oder Aerosolen (kleiner 5 µm)
differenzieren. Es lässt sich hier keine absolute Grenze ziehen, denn durch
Austrocknung an der Luft können aus größeren Tröpfchen auch Tröpfchenkerne
entstehen. Laut RKI werden beim Atmen und Sprechen und verstärkt beim
Schreien oder Singen kleinere Partikel, also Aerosole ausgestoßen. Wer hustet oder
niesen muss, produziert zusätzlich deutlich mehr Tröpfchen. Größere Tröpfchen
sinken schneller zu Boden als Aerosole. Diese können, abhängig von diversen
Faktoren, in der Luft schweben und sich so in geschlossenen Räumen verteilen.
Die Verteilungsrate und -form ist beispielsweise von der Größe der Partikel und
der Raumtemperatur sowie der Luftfeuchtigkeit abhängig. Bei einer Studie mit
künstlich angereicherten Aerosolen waren vermehrungsfähige Viren bis zu drei
Stunden in den Aerosolen nachweisbar. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion
kann erhöht sein, wenn man sich länger in kleinen, schlecht oder gar nicht
belüfteten Räumen aufhält - insbesondere dann, wenn besonders viele Aerosole
freigesetzt werden und gleichzeitig von anderen Personen aufgenommen werden
können. In diesem Fall kann das Einhalten des Mindestabstands von 2m nicht mehr
ausreichend sein. Das RKI nennt als Beispiel hier das gemeinsame Singen in einem
geschlossenen Raum über einen längeren Zeitraum oder Fitnesskurse sowie
schweres Arbeiten bei mangelnder Belüftung. 
Eine Maske kann das Risiko einer Übertragung durch Partikel jeglicher Größe im
unmittelbaren Umfeld um eine infizierte Person reduzieren. Im Außenbereich sind
solche Übertragungen seltener beobachtet worden. Wenn draußen der
Mindestabstand eingehalten wird, verringert die Luftbewegung das Risiko einer
Ansteckung.

Kontaktübertragung
Eine Übertragung durch kontaminierte Oberflächen, also eine
Kontaktübertragung, kann nicht ausgeschlossen werden – vor allem in der
direkten Umgebung von infektiösen Patienten. Es wurden Bestandteile von Viren
auf Flächen gefunden, die in der Umgebung von infizierten Personen untersucht
wurden. Allerdings konnte man bis jetzt mit diesen Virenbestandteilen keine Viren
anzüchten. Es ist also unklar, ob die Virenbestandteile tatsächlich für eine
Ansteckung ausreichen. Übertragungen durch den Verzehr kontaminierter
Nahrungsmittel konnten bisher nicht nachgewiesen werden.

Übertragung von der Mutter auf das Kind


Zu dieser Frage gibt es bisher nicht viele Studien. Es gibt nur eine bestätigte
Infektion im Mutterleib mit folgender Erkrankung und einzelne mögliche
Erkrankungsfälle. Ansonsten sind Kinder positiver Mütter bisher meist ohne
Krankheitszeichen. In Muttermilch konnte teilweise die Virus-RNA nachgewiesen
werden, allerdings gelang daraus bisher keine Virusanzucht, weshalb die deutschen
Fachgesellschaften das Stillen unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen
empfehlen.

Tests auf COVID-19


Personen mit Symptomen für eine COVID-19-Erkrankung (z.B. schwere
Erkältungssymptome oder Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns werden per
PCR-Test getestet. Der richtige Ansprechpartner bei Symptomen ist der Hausarzt
oder der ärztliche Bereitschaftsdienst an Wochenenden und Feiertagen sowie
abends und nachts (Tel. 116 117).
Die Teststrategie wurde in Deutschland in den vergangenen Monaten immer
wieder je nach Pandemie-Lage angepasst. Mit  Beschluss vom 10.08.2021 und
Umsetzung in Länderrecht gilt nun, dass Personen, die bisher nicht vollständig
geimpft wurden, für bestimmte Zwecke Negativtests vorlegen müssen.
Je nach Situation handelt es sich um einen Antigen-Schnelltest, der nicht älter als
24 Stunden sein darf oder einen PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist.
Tests sind unter anderem Voraussetzung für den Besuch in Alten- und
Pflegeheimen, Krankenhäusern und Einrichtungen der Behindertenhilfe.
Die aktuell gültigen Regeln für Ihr Bundesland finden Sie auf den Seiten Ihrer
Landesregierung.

Arten von COVID-Tests


Mittlerweile sind verschiedene Tests auf eine COVID-19-Erkrankung verfügbar.
Sie basieren entweder auf der Methode des Antigen-Tests oder auf der Methode
des PCR-Tests.

Wie funktioniert ein Antigen-Test?


Der Schnelltest detektiert nicht das Virus selbst, sondern Proteinteile des Virus.
Allerdings stellt der Antigen-Test immer eine Momentaufnahme dar, denn bei zu
geringer Viruslast (beispielsweise am Anfang oder bei Abklingen der Infektion)
schlägt der Test nicht an. Möglich sind auch falsch positive Testergebnisse, da sich
verschiedene Viren aus der Familie der Coronaviren ähneln. Trotzdem ist der
Antigen-Test geeignet, um in bestimmten Situationen potenziell Infizierte von
gesunden Personen zu trennen. Die Ergebnisse liegen bereits nach ca. 20 Minuten
vor. Ein positiver Antigen-Test muss allerdings immer durch einen PCR-Test
bestätigt werden.

Wie funktioniert ein PCR-Test ?


Für einen Labortest auf COVID-19 benötigt man einen Abstrich, ähnlich wie bei
einem Test auf Influenza. Im Labor wird das Erbmaterial des Erregers isoliert und
dann ein PCR-Test durchgeführt. Dabei wird das Erbgut des Virus immer wieder
vermehrt, bis man den Virus identifizieren kann. Ein PCR-Test detektiert den
Virus vom 1. Tag der Infektion an.
Für SARS-CoV-2 ist der vom RKI empfohlene Standard der Nasopharynx-
Abstrich, also ein Nasen-Rachen-Abstrich. Ein Oropharynx-Abstrich
(Rachenabstrich) ist für den Patienten angenehmer und hat eine vergleichbare bzw.
etwas niedrigere Sensitivität. Die beiden Abstriche können ggf. auch kombiniert
werden.
Testergebnisse sind bereits nach einigen Stunden verfügbar, im Regelfall dauert es
ungefähr 4–5 Stunden.

Selbsttest  Schnelltest  Lab

Methode Antigen-Test Antigen-Test PCR-Test


Beschreibung Antigen-Test für Laien für die Anwendung zu Antigen-Test, der von geschultem Personal Zuverlässigster Test, b

Hause entnommen wird und vor Ort ausgewertet wird Probenmaterial von Fa

und im Labor ausgewe

In welcher Kein Verdacht auf eine Erkrankung, keine kein Verdacht und keine Symptome ODER bei Symptomen einer E

Situation Symptome, aber geplante Aktivität (beispielsweise Verdachtsfall nach Kontakt zu einer infizierten Verdachtsfall ODER n

Besuche) Person Selbsttest oder Schnell

Zweck  Vorbeugende Testung zum Fremdschutz Vorbeugende Testung zum Fremdschutz ODER Bestätigung oder Auss

Ausschluss einer COVID-19-Erkrankung Erkrankung

Wo Erhältlich in Apotheken, Drogerien oder im Durchführung in Arztpraxen, Apotheken, Durchführung in Arztp

Einzelhandel Testzentren (z.B. an Flughäfen oder Testzentren, wenn der

Autobahnen) positiv war

Wie Die Probe wird im Regelfall aus der Nase Der Abstrich wird vom Fachpersonal Der Abstrich wird aus

entnommen – Gebrauchsanweisung beachten, es entnommen, Nasen- oder Rachenabstrich entnommen

gibt auch Speicheltests

Dauer bis zum 15–30 Minuten 15–30 Minuten Testdauer: 4–5 Stunde

Testergebnis Mitteilung des Ergebn

Folgen eines zusätzlicher Labortest  – Termin beim Hausarzt zusätzlicher Labortest  – Termin beim Hausarzt häusliche Isolation, Er

positiven Tests oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst Gesundheitsamt gegeb

vereinbaren und bis zum Termin häusliche vereinbaren und bis zum Termin häusliche des Gesundheitsamts z

Isolation  Isolation beachten

Folgen eines Das Testergebnis gilt nur für 24 Stunden, die Das Testergebnis gilt nur für 24 Stunden, die Auch hier ist der negat

negativen Tests üblichen Abstands- und Hygieneregeln müssen üblichen Abstands- und Hygieneregeln müssen Momentaufnahme, die

trotzdem beachtet werden trotzdem beachtet werden Hygieneregeln müssen

werden

COVID-19-Tests

Risikogruppen für schwere Verläufe von COVID-


19
Quelle: Thieme

Schwere Verläufe von COVID-19 sind laut RKI eher selten. Sie können aber auch
bei Personen ohne bekannte Vorerkrankungen auftreten und jüngere Patienten
treffen.
Schwere Krankheitsverläufe sind häufiger bei folgenden Gruppen:
Ältere Menschen
Das Risiko für einen schweren Verlauf steigt ab einem Alter von ungefähr
50-60 Jahren stetig an. 86 Prozent der in Deutschland an COVID-19
verstorbenen Personen waren 70 Jahre oder älter.

Raucher
Stark adipöse Menschen
Personen mit bestimmten Vorerkrankungen
Männliches Geschlecht
Menschen mit Trisomie 21
Das RKI weist allerdings explizit darauf hin, dass diese Angaben nur als
Orientierung und Überblick zu nutzen sind. Die Komplexität von beispielsweise
bestehenden Vorerkrankungen und anderen Einflussfaktoren wie Alter,
Geschlecht, Gewicht und vieles mehr, machen es nicht möglich, für einzelne
Personen das Risiko einer schweren Erkrankung korrekt vorauszusagen.
Spezielle Gruppen
Schwangere
Ungeborene Kinder
Kinder und Jugendliche
Symptome von COVID-19
Die Symptome einer COVID-19-Infektion sind je nach Schweregrad und Patient
sehr unterschiedlich. Sie reichen von Verläufen ohne merkliche Symptome bis hin
zu schweren Lungenentzündungen und daraus folgendem Lungenversagen. Einen
typischen Krankheitsverlauf gibt daher so nicht. 

Anders als zuerst angenommen, kann sich das Virus nicht nur in der Lunge
ausbreiten, sondern auch in anderen Organen. Welche Organe befallen werden, ist
unter anderem davon abhängig, wie die Dichte der ACE-2-Rezeptoren ist. Diese
Rezeptoren lassen das Virus in Zellen eintreten. Zusätzlich zu diesen
Zellveränderungen sind bei einer schweren Infektion überschießende
Immunreaktionen und Durchblutungsstörungen aufgrund einer erhöhten
Gerinnbarkeit des Blutes die größten Probleme.
 Vor allem bei schweren Verläufen sind weitreichende Beeinträchtigungen möglich

 Pulmonale Erkrankungen (Pneunomien, beatmungspflichtiges ARDS)

 Neurologische Symptome und Erkrankungen (Kopfschmerzen, Schwindel,


neuropsychiatrische Krankheitsbilder, Gehirnentzündungen,
Hirnhautentzündungen, Schlaganfälle, Guillain-Barré-Syndrom, Miller-
Fisher-Syndrom)

 Gastrointestinale Symptome (Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen,


Durchfälle, Leberfunktionsstörungen)

 Herz-Kreislauf-Symptome (auch bei milderen Verläufen, bei schweren


Infektionen werden eine Reihe von kardiovaskulären Erkrankungen
beobachtet)

 Nierenversagen (vor allem bei schwerkranken Patienten)

 Dermatologische Erkrankungen (insgesamt selten, aber in recht großer


Bandbreite von Ausschlägen über Bläschen zu Hautläsionen)

 Pädiatrisches Inflammatorisches Multisystemisches Syndrom bei Kindern


und Jugendlichen (sehr selten im späteren Erkrankungsverlauf)

 Hyperinflammationssyndrom (selten, in Folge kann ein Multiorganversagen


auftreten)

 Co-Infektionen oder Superinfektionen

Langzeitfolgen
Wer eine Infektion mit einer Pneumonie erleidet, braucht im Regelfall längere Zeit
bis er wieder gesund ist. Das gilt für COVID-Infektionen genauso wie für andere
Infektionen. Es gibt allerdings Hinweise darauf, dass auch Patienten mit einem
milden Verlauf von COVID-19 längerfristig gesundheitliche Probleme haben
können. Dazu zählen Müdigkeit, Erschöpfung, Kurzatmigkeit, Konzentrations- und
Gedächtnisprobleme, Schlafstörungen, Muskelschwäche und psychische Probleme.
Zudem auch Verschlechterungen der Lungenfunktion und weitere
Organerkrankungen (Leber, Niere, Herzmuskel, Neuauftreten von Diabetes).
Das britische National Institute for Health an Care Excellence hat in einer ersten
Leitlinie vorgeschlagen, "Long Covid" (alle Symptome, die mehr als 4 Wochen
seit Infektion bestehen) und "Post-COVID-Syndrom" (Krankheitsbilder, die mehr
als 12 Wochen bestehen oder nach mehr als 12 Wochen neu auftreten und nicht
von anderen Erkrankungen herrühren können). 
Derzeit gibt es keine verlässlichen Daten, wie viele Menschen nach einer Infektion
von Long COVID betroffen sind oder warum einige Patienten länger anhaltende
Symptome haben als andere.
Für Deutschland werden die folgenden Symptome einer akuten Infektion am
häufigsten genannt:

HUSTEN
FIEBER
SCHNUPFEN
STÖRUNG DES GERUCHS-/GESCHMACKSSINSS
PNEUMONIE
SONSTIGE
Weitere von Patienten genannte Symptome sind Halsschmerzen, Atemnot, Kopf-
und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit,
Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Konjunktivitis, Hautausschlag,
Lymphknotenschwellung, Apathie oder Somnolenz.
Viele COVID-19-Patienten leiden zudem unter Co-Infektionen, das trifft vor allem
bei schweren Verläufen zu.
Inkubationszeit von COVID-19
Die Inkubationszeit von COVID-19 liegt zwischen 1–14 Tagen, im Mittel sind es
5–6 Tage.

Dauer vom Krankheitsbeginn bis Krankenhausbehandlung


Der Zeitraum bis zu einer Hospitalisierung ist je nach Land unterschiedlich, da
auch die Struktur und Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme unterschiedlich
sind.
Aus einer Untersuchung der ersten Welle wird berichtet, dass Erkrankte im Schnitt
nach 4 Tagen stationär aufgenommen wurden. In Deutschland werden ca. 10% der
gemeldeten COVID-19-Fälle in einem Krankenhaus behandelt, von diesen im
Krankenhaus behandelten Patienten werden in Deutschland ca. 14%
intensivmedizinisch betreut.

Therapie und Impfung von COVID-19


Momentan werden bei einer COVID-19-Erkrankung nur die Symptome
behandelt – je nach Schwere der Erkrankung reicht dies von Bettruhe bis hin zu
einer Beatmung auf der Intensivstation. Eine ursächliche Therapie ist derzeit nicht
möglich. Es gibt aber Forschungen zur Entwicklung eines Medikaments, das zur
Behandlung von COVID-19 eingesetzt werden könnte.

Für das antiviral wirkende Medikament Remdesivir wurde im Sommer 2020 von
der EU-Kommission eine bedingte Zulassung zur Anwendung bei Patienten mit
einer Pneumonie erteilt, die zusätzlich Sauerstoff benötigen und sich in einer
frühen Phase der Erkrankung befinden.
Dexamethason erhielt eine positive Bewertung der Europäischen Arzneimittel-
Agentur für die Anwendung bei Patienten, die zusätzlich Sauerstoff oder eine
künstliche Beatmung benötigen.
Verschiedene sogenannte monoklonale Antikörper, die direkt gegen Viren wirken,
befinden sich derzeit im Zulassungsverfahren.  Weitere spezifische
Therapieansätze werden in Studien geprüft. Derzeit laufen mehr als 4.500 Studien
mit mehr als 400 Wirkstoffen.
Seit Ende Dezember 2020 wird in Deutschland gegen COVID-19 geimpft.
Momentan sind 4 Impfstoffe gegen COVID-19 zugelassen:

 mRNA-COVID-19-Impfstoffe:

o Comirnaty® von BioNTech/Pfizer 

o Spikevax® von Moderna (ehemals COVID-19 Vaccine Moderna®)

o COVID-19-Vektor-Impfstoff: 

o Vaxzevria® von Astra Zeneca (ehemals COVID-19-Vaccine


AstraZeneca®) 
o COVID-19 Vaccine Janssen® von Johnson & Johnson

Einige weitere Impfstoffe werden derzeit bei der Europäischen


Arzneimittelbehörde zur Zulassung geprüft, weitere Impfstoffe sind in
Entwicklung.

Vermeidung einer Infektion


COVID-19 Allgemein

Einleitung
In diesem Kapitel zeigen wir Ihnen, wie Sie sich im privaten Umfeld vor einer
Virusinfektion wie COVID-19 schützen können.

Lernziele
 Sie kennen das richtige Vorgehen beim Händewaschen.

 Sie wissen, welche weiteren infektionspräventiven Maßnahmen es gibt.

Händewaschen
Im privaten Umfeld und ohne nachgewiesene Infektion mit COVID-19 reicht es
aus, die Hände regelmäßig gründlich zu waschen. Desinfektionsmittel sollten nur
verwendet werden, wenn keine Möglichkeit besteht, die Hände zu waschen oder
wenn man Kontakt zu Corona-Erkrankten hat.
© sorrapongs/stock.adobe.com

Die wichtigsten Indikationen für das Händewaschen:

 nach dem Putzen der Nase 

 nach dem Nachhausekommen

 vor der Essenszubereitung und -aufnahme

 vor dem Einnehmen von Medikamten

 nach dem Toilettengang – im Idealfall benutzt jeder ein eigenes Handtuch


In der Bilderserie zeigen wir, wie man sich die Hände in öffentlichen
Einrichtungen korrekt wäscht.

Geben Sie mithilfe des Ellenbogens die Flüssigseife aus dem Spender in
die trockene Hand.
Bedienen Sie die Armatur so, dass die Hände nicht damit in Kontakt
kommen.
Seifen Sie die Hände 20–30 Sekunden ein.
Spülen Sie die Hände anschließend gründlich ab.
Trocknen Sie sich die Hände mit einem Einmalhandtuch.
Stellen Sie das Wasser entweder mit dem Ellenbogen oder dem benutzten
Einmalhandtuch ab.

Weitere Maßnahmen zur Vermeidung einer


Infektion
Abstand halten
Wer ausreichend Abstand zu anderen Personen hält, minimiert das eigene
Infektionsrisiko und auch die Gefahr, andere anzustecken. Insbesondere wenn
jemand bereits erkrankt ist oder zur Risikogruppe gehört, sollte auf mindestens 1–
2m Abstand geachtet werden.

Berührungen vermeiden
Berührungen wie Händeschütteln oder Umarmungen zur Begrüßung sollten in der
derzeitigen Situation unterbleiben, um eine Übertragung zu verhindern.
Husten-/Niesetikette
Durch die Einhaltung der Husten- bzw. Niesetikette lässt sich die Übertragung von
Atemwegsinfekten reduzieren. Beim Husten können Sekrettröpfchen bis zu 4
Meter getragen werden, deshalb sollen beim Husten oder Niesen Mund und Nase
mit Einmaltüchern bedeckt sein und man sollte sich von anderen Personen
abwenden. Die Einmaltaschentücher werden nach der Benutzung umgehend
entsorgt. Zum Putzen der Nase sollen Einmaltaschentücher verwendet werden.
Nach Kontakt mit Atemwegssekreten sollen die Hände ausführlich gewaschen
werden.
Hände weg vom Gesicht
Studien belegen, dass man sich im Durchschnitt 16–23 mal pro Stunde ins Gesicht
fasst. Die meisten der Berührungen geschehen unbewusst. Wer die Anzahl der
Berührungen bewusst reduzieren kann, reduziert auch die Gefahr einer Infektion
durch Übertragung über die Hände.
Soziale Kontakte reduzieren
Je weniger Menschen sich an einem Ort befinden, desto geringer ist die Gefahr
einer Infektion. Um eine weitere Ausbreitung von COVID-19 zu verhindern,
sollten Sie Kontakte zu Menschengruppen meiden. Vor allem Veranstaltungen, bei
denen viele Menschen in geschlossenen Räumen zusammenkommen sind nach
derzeitigem Wissenstand Gelegenheiten, sich mit dem Virus anzustecken. Die
Ansteckungsgefahr lässt sich verringern, wenn Begegnungen draußen stattfinden.
Größere und gut belüftete Räume und kurze Treffen sorgen ebenfalls für eine
Verminderung des Risikos.

Isolation bzw. Quarantäne


Wer auf COVID-19 getestet wird, wird bis zum Vorliegen des Testergebnisses
isoliert, um das Virus nicht weiter zu übertragen. Bei den meisten Patienten reicht
eine häusliche Quarantäne aus, in der Klinik werden die Patienten in
Isolierzimmern untergebracht. Bei einer bestätigten COVID-19-Erkrankung
besteht eine Meldepflicht des Arztes ans Gesundheitsamt. Dieses kann dann die
Quarantäne durchsetzen. Auch Kontaktpersonen können isoliert werden. Da
angenommen wird, dass die maximale Inkubationszeit der COVID-19-Infektion 14
Tage betrifft, werden (Verdachts-)Patienten in der Regel für diese Zeit isoliert.