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SCHULJAHR

20/21
THEODOR-
FLIEDER-
GYMNASIUM

Warum will ich nicht


mehr weiterleben?
Vergleich der Figuren
Faust aus „Faust I“
und Theo aus „Ein
Lächeln sieht man
auch im Dunkeln“
unter dieser
Fragestellung
DEUTSCH LK 2/FRAU OLEJNIK
JESSE GRIES-SUFFNER
Inhaltsverzeichnis

1. Themenfindung..........................................................................................................3
2. Frage nach dem Sinn des Lebens...............................................................................3
3. „Nacht“ aus „Faust I“ – Eine Analyse.......................................................................5
4. „Nacht“ aus „Faust I“ und „Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln“ von Adriana
Popescu – Ein Vergleich............................................................................................8
5. Fazit..........................................................................................................................11
6. Reflexion..................................................................................................................12
7. Literaturverzeichnis..................................................................................................14
8. Kopien der Internetquellen.......................................................................................15
9. Selbstständigkeitserklärung......................................................................................34
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1. Themenfindung

Als wir vor ungefähr einem halben Jahr zum ersten Mal nähere Informationen zu der
Facharbeit bekommen haben, war für mich schnell klar, dass ich diese im Fach Deutsch
schreiben werde. Das Problem war bei mir eigentlich, mir selbst ein Thema zu suchen,
das mich zum einen wirklich interessiert und zum anderen gut eingrenzbar ist.

Anfangs wollte ich mich mit Sprachwandel beschäftigen, da wir diesen im Unterricht
schon angeschnitten hatten und es in meinen Augen auch ein Thema ist, zu dem man
sich problemlos Informationen beschaffen kann. Mir kamen dahingehend allerdings
schon früh Bedenken, da ich merkte, dass mich dieses Thema nicht ausreichend
mitnimmt. Also begann ich noch einmal mit meinen Überlegungen ganz von vorne und
im Zuge dessen fing ich an mit dem Gedanken zu spielen, über „Faust“ zu schreiben.
Ich hatte „Faust“ aus Interesse während des ersten Lockdowns gelesen und fand gerade
die Aktualität des Dramas faszinierend. Die Idee, über die einzelnen Epochenmerkmale
im „Faust“ zu schreiben, erwies sich allerdings bei dem ersten Gespräch mit meiner
Fachlehrerin als nicht sehr praktikabel. Auf die Nachfrage, was mich denn genau an
dem Drama interessiere, beschrieb ich die Faszination der Aktualität des Stücks. Die
Frage, warum man denn eigentlich weiterleben möchte, beschäftigte mich und daraus
entstand dann die endgültige Fragestellung für die Facharbeit. Um allerdings einen
persönlichen Bezug herzustellen, habe ich mich dann noch dazu entschieden, meine
Ergebnisse von „Faust“ mit einem zeitgenössischen Roman zu vergleichen, um besser
verstehen zu können, wie sich die Auffassung zu der Sinnfrage über die Zeit verändert
hat.

2. Frage nach dem Sinn des Lebens

Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist eine der ältesten und auch wichtigsten
philosophischen Fragen, die es gibt.

Schon in der Antike beschäftigten sich Philosophen wie Epikur, Platon und Aristoteles
mit der Frage nach dem Sinn des Lebens (Nr. 6, 20).
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Die Ansätze der oben genannten Philosophen hatten von der Grundidee her auch
Bestand bis in die Neuzeit, in der sich die Philosophen weiterhin theologisch mit dieser
Frage auseinandersetzten.

Als allerdings die Zeit der Aufklärung begann und mit dieser auch die Religionskritik
zunahm, wurde auch die Kritik an der theologischen Sichtweise auf die Frage nach dem
Sinn des Lebens lauter. So entstand dann zum Beispiel die von Ludwig Feuerbach
erfundene Projektionstheorie (Nr. 5, 102), aus der dann das Zitat „Verliert nicht das
Leben gerade durch das Jenseits, in dem es erst einen Sinn finden soll, allen Sinn, allen
Zweck?“ von Ludwig Feuerbach hervorging (Nr. 6, 21). Somit befeuerte seine
Religionskritik, später dann auch die von Freud, die Kontroversität der Debatte enorm.

In der Moderne sowie in der Gegenwart gibt es nun eine Vielzahl von unterschiedlichen
Ansätzen zu dieser Frage. Zum einen gibt es den Nihilismus, welcher von der
Nichtigkeit des Lebens ausgeht und somit fast alle bekannten Normen und Werte
verneint, was wiederum auch zu dem Namen („nihil“ lat.: „nichts“) passt und dessen
bekanntester Vertreter Friederich Nietzsche war (Nr. 3). Allerdings geht die Antwort
auf die Frage nach dem Sinn des Lebens immer mehr weg von der Fremdbestimmung
zu der Eigenbestimmung. Aus dieser Strömung entstehen dann auch Zitate, wie das von
Hermann Hesse: „Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben - aber es hat nur
ganz genau so viel Sinn, als wir selbst ihm zu geben imstande sind.“ (Nr. 7) Daraus
wird ersichtlich, dass wir inzwischen viel selbstbestimmter und freier von Normen leben
und sich somit auch die Suche nach dem Sinn des Lebens inzwischen stärker auf uns
selbst fokussiert und nicht, wie früher, auf Gott.

Diesem Ansatz würde auch die Idee von Alfred Adler, das „Leben heißt sich
entwickeln“, ähneln, da Adler davon ausgeht, dass man selbst auch immer versucht sich
selbst oder anderen zu genügen und somit ganz automatisch eine Entwicklung zu Stande
kommt. (Nr. 1, 156)

Somit sieht man deutlich, dass sich die Ansätze über die Zeit hinweg immer den
jeweilig gegebenen Umständen anpassen. In der Antike wurden viele Dinge über den
Zustand der Seele erläutert, wohingegen in der Neuzeit oftmals Gott als Erklärung
herangezogen wurde. Später, als dann die ersten Religionskritiken aufkamen,
verschoben sich die Lösungsansätze von der Fremdbestimmung zu der
Eigenbestimmung.
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Ich muss sagen, dass ich mich, bevor ich angefangen habe mich für diese Facharbeit zu
informieren, mir noch nie so richtig mit der Frage nach dem Sinn des Lebens
auseinandergesetzt habe. Während des Schreibens des Kapitels habe ich gemerkt, dass
mir die Ansätze der Moderne und der Gegenwart besser entsprechen als die der Antike
oder der Neuzeit. Meiner Meinung nach sollte jeder Mensch selbst, wie es Herman
Hesse gesagt hat, dem Leben Sinn geben und sich nicht auf ein höheres Wesen
verlassen. Auch stimme ich dem Ansatz von Alfred Adler zu, da ich denke, dass es in
der Natur des Menschen liegt sich immer weiterentwickeln zu wollen, um sich immer
neue Bereiche erschließen zu können. Allerdings habe ich auch erfahren, dass es sehr
von der Situation und den Umständen abhängt, wie man eine Antwort auf die Frage
nach dem Sinn des Lebens findet. Zwischen den unterschiedlichen Ansätzen wurde ich
immer wieder hin- und hergerissen und war mir oftmals nicht sicher, welcher für mich
am plausibelsten klingt.

Somit würde ich sagen, dass wahrscheinlich jeder Mensch über eine ganz eigene
Zusammensetzung aus allen Ansätzen verfügt und sich auch nur mit dieser
identifizieren kann. Abgesehen davon wird sich die Zusammensetzung der Ansätze im
Leben wahrscheinlich auch noch viele Male verändern.

3. „Nacht“ aus „Faust I“ – Eine Analyse

Das Drama „Faust I“ von Johann Wolfgang von Goethe, welches 1829 uraufgeführt
wurde, und aus dem auch die Szene „Nacht“ stammt, handelt von einem Mann namens
Faust, welcher verstehen will, „was die Welt/ Im Innersten zusammenhält“ (Nr. 2, V.
382f.) und deswegen einen Pakt mit dem Teufel schließt.

In der Szene „Nacht“ steht Faust in seinem Studierzimmer und denkt darüber nach, was
er alles studiert hat und dass er trotzdem nicht weiß, „was die Welt/ Im Innersten
zusammenhält.“ Er hat aufgrund dessen Selbstmordgedanken und ist kurz davor sich
umzubringen.

Der Sinn des Lebens geht oftmals einher mit dem Wunsch weiterleben zu wollen. Am
Anfang der Szene „Nacht“ ist Faust in genau diesem Zustand, er ist nicht in der Lage
den Sinn des Lebens zu finden. Er beklagt, dass er, obwohl er fast alles studiert hat,
immer noch nicht weiß, „was die Welt/Im Innersten zusammenhält“ (vgl. Nr. 2,
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V.345ff). Diese Verse „was die Welt/Im Innersten zusammenhält“ (Nr. 2, V. 382f.)
tauchen im Verlauf des Dramas immer wieder auf und stehen somit metaphorisch für
seine Vorstellung vom Sinn des Lebens. Er meint damit, dass er gottgleich sein möchte.
Faust möchte Dinge verstehen, die nur Gott verstehen kann. Somit ist sein eigentlich
vermessener Sinn des Lebens, dass er auf derselben Ebene wie Gott stehen möchte.

Im Weiteren fällt auf, dass gerade das Theologiestudium ihn nicht weitergebracht hat
und er es bereut, dieses studiert zu haben (vgl. Nr. 2, V. 356). Daran kann man sehen,
dass Faust generell den Sinn des Lebens eher in der Wissenschaft als in der Theologie
sucht. Daraus wird ersichtlich, dass er ernsthafte Selbstmordgedanken hegt, da seiner
Meinung nach sein Leben nicht einmal mehr ein Hund aushalten könne (vgl. Nr. 2, V.
376). Auch erfährt man, dass er wahrscheinlich schon zu lange sucht und er somit keine
Freude mehr am Leben finden kann.

Eigentlich ist es ein gutes Zeichen, wenn man versteht, was der Sinn des Lebens für
einen bedeutet. Allerdings sieht man schon kurz vorher, dass Faust fast aufgegeben hat,
da er glaubt, dass es für den Menschen nicht möglich ist zu verstehen, „was die Welt/Im
Innersten zusammenhält, (Nr. 2, V. 382f.) und somit ist er der Meinung, dass er seinen
Sinn des Lebens nie finden kann. Dies führt ihn dann zu der Ansicht, dass niemand,
nicht einmal ein Hund, noch so weiterleben könne wie er (vgl. Nr. 2, V. 376). Seine
Selbstmordgedanken sieht man auch noch einmal in Zeile 386f., in der er davon spricht,
dass der Mondschein nun zum letzten Mal seine Pein sehen werde. Auch merkt man
daran, dass er sein Zimmer als Kerker beschreibt (vgl. Nr. 2, V. 398f.), dass er das
Gefühl hat geistig eingesperrt zu sein, da es ihm seiner Meinung nach verwehrt ist den
Sinn des Lebens zu erkennen.

Allerdings sieht man auch, dass er später, als er in einem Buch ein Zeichen entdeckt,
noch einmal neue Hoffnung schöpft (vgl. Nr. 2, V. 434ff.). Er sieht in diesem Zeichen
den Erdgeist und ruft ihn an sich ihm zu zeigen (vgl. Nr. 2, V. 475f.). Er ist schließlich
der Meinung, dass er es selbst nie schaffen wird verstehen zu können, „was die Welt/
Im Innersten zusammenhält“ (Nr. 2, V. 382f.), weswegen er auf seiner Suche nach
Wissen etwas Überirdisches anruft, in der Hoffnung, dass der Erdgeist seine
Wissbegierde befriedigen kann. Als ihm der Erdgeist nun erscheint, erkennt Faust aber,
dass der Erdgeist zu mächtig für ihn ist und er seine Anwesenheit nicht aushält (vgl. Nr.
2, V. 486). Dieses Gefühl von Faust wird durch die Worte „Wo bist du, Faust?“ (Nr. 2,
V. 494) auch noch einmal verstärkt, da der Erdgeist Faust nun das Gefühl gibt klein und
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nichtig zu sein. Faust bleibt allerdings weiterhin bei seinem Irrglauben, dass er dem
Geist ähnlich sei (vgl. Nr. 2, V. 500). Der Erdgeist sagt Faust nun, dass Faust nur dem
Geist gleiche, den er sich vorstellen könne, nicht aber ihm, da er selbst weit über dem
Begreifbaren für Faust stehe (vgl. Nr. 2, V. 512). Als Faust das hört, fällt er ohnmächtig
zu Boden, da seine Hoffnung zu erkennen, was der Sinn des Lebens ist, nun erneut
enttäuscht wurde und er noch einmal bestätigt bekommen hat, dass es ihm nie möglich
sein wird zu erkennen, „was die Welt/Im Innersten zusammenhält“ (Nr. 2, V. 382f.).

Allerdings erhofft Faust sich trotz der Worte des Erdgeistes, dass der Erdgeist ihn noch
seinem Ziel näherbringen wird. Als Wagner, sein Kollege, nämlich wieder abgetreten
ist, ärgert er sich, dass er während eines in seinen Augen sehr wichtigen Gespräches von
ihm unterbrochen wurde (vgl. Nr. 2, 606f.). Abgesehen davon ist Faust der Meinung,
dass er ganz kurz davor ist den Sinn des Lebens zu finden (vgl. Nr. 2, V. 615). Auch
merkt man, dass es ihm viel bedeutet mit Überirdischem zu reden, da er das
Zurückkommen in die Menschenwelt als „grausam“ (Nr. 2, V. 628) bezeichnet. Später
merkt man dann, dass dieses Nichtwissen Faust offenbar große seelische Schmerzen
bereitet, die ihn immer wieder um seine Ruhe bringen (vgl. Nr. 2, V. 645f.).

Danach sucht Faust den Schuldigen, den es eigentlich nicht gibt, aber nach dem Treffen
mit dem Erdgeist ist er der Meinung, dass er, da er den Göttern nicht gleicht, ein Wurm
sein müsse (vgl. Nr. 2, V. 652ff.). In seiner depressiven Stimmung glaubt er, dass es
allen Menschen auf der Welt so gehe und es nur einzelne glückliche Menschen auf der
Welt gebe (vgl. Nr. 2, V. 662f.). Er verliert somit jeglichen Glauben daran jemals
wieder glücklich sein zu können und entfernt sich somit auch noch einmal ein
beträchtliches Stück weiter von dem Wunsch weiterleben zu wollen.

Danach heften sich seine Augen an eine Phiole, wodurch noch einmal dieses
unterbewusste Verlangen nach dem Tod deutlich wird (vgl. Nr. 2, V. 686ff.). Auch
bezeichnet er die Phiole als „lieblich“ und „hell“ (Nr. 2, V. 689), woran man erneut
erkennt, dass er mit dem Leben abgeschlossen hat und er den Tod als Erlösung sieht.
Dieser Lebensüberdruss wird auch noch einmal darin deutlich, dass er sich selbst als
bereit für den Tod beschreibt (vgl. Nr. 2, V. 703).

Außerdem spricht er sich Mut zu, da er sagt, dass er der Erdsonne entschlossen den
Rücken kehren werde (vgl. Nr. 2, V. 709). Etwas Ähnliches macht er auch noch einmal,
als er sich in Vers 712 einredet, dass es nun Zeit für neue Taten sei. Beide Beispiele
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zeigen aber auch, dass er mit dem Leben noch nicht ganz abgeschlossen hat und in ihm
ein kleiner Rest schlummert, der weiterleben möchte.

Dennoch gießt er aber den Inhalt der Phiole in eine Schale und führt sie zum Mund, als
plötzlich Glockenklang ertönt und ihm die Schale gewaltsam vom Munde gezogen wird
(vgl. Nr. 2, V. 743). Faust glaubt zwar nicht mehr an den Auferstehungsglauben, aber er
hat dies offensichtlich in seiner Kindheit getan. Somit hat dieser Glockenklang, der das
Osterfest ankündigt, an dem Jesus von den Toten wieder auferstanden ist, ihn an seinen
früheren Glauben erinnert, den er inzwischen nicht mehr hat, der ihm aber dennoch im
Unterbewusstsein erhalten geblieben ist. Diese Auffassung kann man mit der damaligen
- in Bezug auf den Sinn des Lebens - verknüpfen, denn dieser ist bei Gott zu suchen.
Faust glaubt zwar nicht mehr an Gott, wird allerdings durch seinen noch aus
Kindertagen bestehenden Auferstehungsglauben aufgehalten. Somit passt Fausts
Denken für diesen kurzen Moment zur damaligen Anschauung in Bezug auf den Sinn
des Lebens, da er indirekt von seinem Glauben zurückgehalten wird. Allerdings ist
Faust in Bezug auf den Sinn des Lebens seiner Zeit voraus, da er schon sehr
selbstbestimmt lebt und nicht wie damals üblich einer Fremdbestimmung unterliegt.

Insgesamt kann man sagen, dass Faust in dieser Szene vier Phasen durchlebt. Zuerst
wird ihm bewusst, dass er trotz aller absolvierten Studiengänge nicht in der Lage ist,
den Sinn des Lebens zu erkennen. Danach schöpft er, als er den Erdgeist anruft, noch
einmal Hoffnung und denkt, dass er vielleicht doch in der Lage ist zu erkennen, „was
die Welt/ Im Innersten zusammenhält“ (Nr. 2, V. 382f.). Allerdings wird diese
Hoffnung danach direkt wieder zunichtegemacht, weswegen er sich entscheidet sich
umzubringen, da er nun endgültig jegliche Hoffnung verloren hat. Die letzte Phase ist
dann die unterbewusste Erinnerung an den Auferstehungsglauben aus seiner Kindheit,
der durch den Chorgesang an Ostern angestoßen wird und aufgrund dessen er dann doch
nicht in der Lage ist sich umzubringen. Somit wird er durch seinen damaligen Glauben
von seinem letzten Schritt zurückgehalten.

4. „Nacht“ aus „Faust I“ und „Ein Lächeln sieht man auch im


Dunkeln“ von Adriana Popescu – Ein Vergleich
9

Im Folgenden werde ich die analysierte Szene „Nacht“ aus Goethes Faust mit einem
Romanausschnitt aus „Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln“ von Adriana Popescu
vergleichen, um die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Frage nach dem Sinn des
Lebens besser verstehen zu können.

Der Roman „Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln“ von Adriana Popescu, welcher
2020 erschienen ist, handelt von drei Jugendlichen, die alle mit verschiedenen Traumata
aus der Vergangenheit zu kämpfen haben.

In dem von mir ausgewählten Romanausschnitt von Seite 315 bis 331 geht es darum,
dass Theo, einer der Jugendlichen, an den Ort, wo er in der Vergangenheit ausgeraubt
wurde, zurückgeht und dort auf die Schienen einer Bahnstrecke springen will, er aber
von seinem Freund Samuel zurückgehalten wird.

Der größte Unterscheid zwischen Faust und Theo ist der Grund, warum sie keinen Sinn
mehr darin sehen weiterleben zu wollen. Bei Faust ist es die Tatsache, dass er glaubt,
dass sein Sinn des Lebens darin liegt zu verstehen, „was die Welt/Im Innersten
zusammenhält“ (vgl. Nr. 2, V. 382f.). Da allerdings in seinen Augen nicht möglich ist
zu verstehen, wie dies funktioniert (vgl. Nr. 2, V. 364), sieht er für sich keinen Grund
mehr weiterzuleben. Zusätzlich kommt allerdings noch hinzu, dass er allein ist und
keine Person hat, zu der er aufschauen oder mit der ein ernstzunehmender Austausch
stattfinden kann. Dies liegt daran, dass er deutlich intelligenter ist als beispielsweise
Wagner und er in seinen Augen kein ernst zu nehmendes Gespräch mit ihm führen
kann.

Bei Theo ist es anders, er hat nämlich bis zu seinem Überfall ein ganz normales und
auch glückliches Leben geführt. Durch den Raubüberfall hat er aber ein Trauma erlitten,
weswegen sein Leben plötzlich seinen Sinn verloren hat, da er andauernd in der Angst
lebt, dass er noch einmal überfallen werden könnte. Auch glaubt Theo, dass er sich
durch einen Suizid nicht nur selbst befreien würde, sondern beispielsweise auch seine
Schwester und seine Eltern, da diese sich dann keine Sorgen mehr um ihn zu machen
bräuchten (vgl. Nr. 4, 316). Ein in seinen Augen weiterer Grund sich umzubringen, ist,
dass er in der Schule gemobbt wird und somit auch zusätzlich noch
zwischenmenschliche Probleme hat.
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Die wohl größte Parallele ist, dass sowohl Faust (vgl. Nr. 2 V. 703) als auch Theo (vgl.
Nr. 4, 315) den Tod in dem jeweiligen Moment als Erlösung begreifen, beide sehen zu
diesem Zeitpunkt keinen Sinn mehr weiterzuleben.

Auch verlieren sowohl Theo als auch Faust den Glauben an die Menschheit bzw. den
Glauben an das Gute und Intelligente im Menschen. Faust ist nämlich der Meinung,
dass der Mensch zu nichtig ist, um zu verstehen, „was die Welt/Im Innersten
zusammenhält“ (vgl. Nr. 2, V. 382f.). Theo hingegen glaubt, dass niemand ihn
vermissen würde (vgl. Nr. 4, 316), wenn er sich umbringen würde. Er spricht sich somit
auch selbst Mut zu, genauso, wie es auch Faust versucht, indem er sich einredet, dass er
entschlossen die Erde verlassen werde (vgl. Nr. 2, V.309). In diesem Zusammenhang
vereint sie dann aber noch etwas.

Beide haben nämlich in sich noch eine Stimme, aufgrund derer sie doch weiterleben
möchten. Dies wird bei Theo zum einen darin deutlich, dass er sagt „Wieso will so viel
von mir immer noch hier sein?“ (vgl. Nr. 4, 316) und zum anderen kommt zum
Ausdruck, dass er sich noch Mut für den letzten Schritt zusprechen muss. Er hat
nämlich auch das Gefühl, dass er mit der Welt noch nicht ganz abgeschlossen hat. Theo
handelt somit sehr eigenbestimmt, was wiederum auch zur heutigen Zeit passt, da sich
die Suche nach dem Sinn des Lebens eben von der Fremdbestimmung durch Gott zu der
Eigenbestimmung gewandelt hat. Genau dafür ist Theo nämlich ein sehr passendes
Beispiel, da in seinem Leben Gott gar keine Rolle spielt. Dieser versteckte Wille
weiterleben zu wollen, wird bei Faust eher in der Tatsache deutlich, dass er mehrmals
neue Hoffnung schöpft, als er das Zeichen des Erdgeistes sieht (vgl. Nr. 2, V. 375f.).
Bei ihm kommt dann immer wieder seine Wissbegierde zum Vorschein, die doch noch
immer verstehen will, „was die Welt/Im Innersten zusammenhält“ (vgl. Nr. 2, V. 382f.).

Somit verbindet beide Protagonisten auch ihre ausgeprägte Selbstbestimmtheit, die vor
allem bei Faust nicht selbstverständlich ist, da zu seiner Zeit die Menschen, wie in
Kapitel 2 beschrieben, oftmals durch Gott fremdbestimmt lebten.

Eine weitere wichtige Parallele ist, dass beide am Ende von dem letzten Schritt
zurückgehalten werden. Wie dies geschieht, ist dann allerdings wieder verschieden.

Faust wird vor dem letzten Schritt von seinen Erinnerungen gerettet, da er Chorgesänge
hört, die Ostern ankündigen und diese Klänge bei ihm den Auferstehungsglauben
wieder zum Vorschein bringen, den er noch unterbewusst, aus seinen Kindheitstagen
11

behalten hat, obwohl er inzwischen nicht mehr an Gott glaubt (vgl. Nr. 2, V. 781 ff.).
Dies kann man dann wieder in Verbindung zu der damals üblichen Ansicht bringen,
dass der Sinn des Lebens bei Gott zu suchen ist.

Bei Theo ist dies anders, er wird nämlich von Samuel von der Bahnsteigkante
zurückgezogen und kann somit nicht selbst entscheiden (vgl. Nr. 4, 323). Allerdings
wird ihm im folgenden Gespräch auch klar, dass er noch nicht bereit ist die Erde zu
verlassen und es ihm irgendwann bestimmt wieder besser gehen wird. Er entscheidet
sich somit anfangs nicht selbst sich nicht umzubringen, sondern bekommt Hilfe von
einem Freund. Der größte Unterscheid in diesem Moment ist also, dass Faust allein ist,
wohingegen Theo von Freunden und Familie Unterstützung erhält.

Nach dem Vergleich wird insgesamt deutlich, dass die beiden Protagonisten mehr
Gemeinsamkeiten als Unterscheide verbindet. Die Unterschiede, die es gibt, sind aber
fast alle auf die veränderten äußeren Einflüsse, sprich auf die Zeit, aus der die Werke
stammen, zurückzuführen. Dies wird gerade bei dem Grund nicht mehr weiterleben zu
wollen deutlich. Zur Lebenszeit Fausts gab es eben noch kein Cybermobbing oder
ähnliche Phänomene, weswegen diese für ihn auch keine Rolle spielen.

Wenn man aber nur die Personen betrachtet und die äußeren Einflüsse so weit wie
möglich versucht auszublenden, fallen einem grundlegende Gemeinsamkeiten auf. Zum
einen wäre da die offensichtliche Tatsache, dass beide in diesem Moment den Wunsch
haben zu sterben, weswegen ich auch diese Bücher ausgesucht habe. Aber da wäre zum
anderen auch der Aspekt, dass beide an einem bestimmten Punkt den Glauben an die
Menschheit oder alle ihnen nahestehenden Personen verlieren. Auch sprechen sich
beide Protagonisten auf eine ähnliche Art und Weise Mut zu. Beide gingen nämlich von
einer Nichtigkeit ihrer selbst aus und versuchten sich somit einzureden, dass es
niemanden interessieren würde, wenn sie auf einmal weg wären. Somit haben die
beiden Charaktere in Anbetracht der Tatsache, dass sie weder dasselbe Alter haben noch
in derselben Zeit leben, erstaunlich viele Gemeinsamkeiten.

5. Fazit

Die Idee war, wie auch im ersten Teil der Facharbeit beschrieben, dass ich am Ende
meiner Betrachtungen, besser nachvollziehen kann, wie sich der Grund nicht mehr
12

weiterleben zu wollen über die Zeit verändert hat. Dabei ist auch noch einmal deutlich
geworden, dass dieser Grund immer mit der Zeit geht und sich eben den Gegebenheiten
anpasst, da jede Zeit andere Werte und Normen hat.

Somit haben beispielsweise früher viele Leute ihr Leben beendet, weil sie gegen
gesellschaftliche Normen verstoßen haben. Da die Gesellschaft heutzutage
glücklicherweise deutlich toleranter ist, ist dies bei heutigen Suiziden kein häufiger
Grund mehr. Somit ist Faust keine Person, die für die damalige Gesellschaft typisch ist,
da er sehr gebildet ist und viele Leute gar kein so großes Wissen hatten wie er.
Schließlich will Faust sterben, da es ihm nicht möglich ist gottgleich zu werden und
nicht aus gesellschaftlichen Gründen.

Theo allerdings ist für mich ein passendes Beispiel für die heutige Gesellschaft, da
heutzutage das Ausschließen aus der Gesellschaft, was früher sehr offen propagiert
wurde, heutzutage ein wenig subtiler passiert. Hierbei spielt das Internet eine
entscheidende Rolle, durch das ist es nämlich möglich, Personen deutlich anonymer
seelisch zu verletzen, als dies noch früher der Fall war. Somit ist Cybermobbing, aber
auch das „normale“ Mobbing eines der größten Probleme der heutigen Zeit. Deswegen
stellt Theo für mich auch ein Paradebeispiel dar, da genau das ihm passiert ist, somit
sein Trauma von dem Überfall noch einmal verstärkt wird und er deswegen auch keinen
Sinn mehr darin sieht weiterzuleben.

Somit stellen beide Protagonisten aber in einem Punkt sehr gut die Zeit dar, in der sie
Leben. Beide entsprechen nämlich für einen kurzen Augenblick den zu der jeweiligen
Zeit typischen Vorstellung des Sinn des Lebens. Faust wird nämlich von seinem
Glauben an die Auferstehung zurückgehalten, den er sich noch aus Kindheitstagen
bewahrt hat, was gut in die damalige Zeit passt, da es damals üblich war den Sinn des
Lebens bei Gott zu suchen. Theo ist ein perfektes Beispiel dafür, dass wir, wie in dem
zweiten Kapitel beschrieben, nun deutlich selbstbestimmter leben.

Allerdings glaube ich, dass die einzelnen Schritte hin zu einem Suizid immer ähnlich
sind und sie es auch bleiben werden, da die Psyche der Menschen sich immer ähneln
wird, egal in welche Zeit man schaut. Der Mensch braucht Erfolgserlebnisse und er
braucht auch Leute, die an ihn glauben, bzw. die mit ihm einfach gerne Zeit verbringen.
Genau diese Probleme haben beide Charaktere. Beide haben nie ein Erfolgserlebnis, da
der eine etwas verstehen will, was er nicht kann und der andere das Gefühl hat, dass
sein Befinden nie mehr besser werden wird.
13

Auch wird der Selbsterhaltungstrieb im Menschen nie verschwinden, jeder Mensch, der
keinen Sinn mehr im Leben sieht, wird, genau wie Faust, jede Möglichkeit ergreifen,
um noch einmal neu Hoffnung schöpfen zu können. Schließlich sollte eigentlich jeder
immer noch mindestens einen Grund haben weiterleben zu wollen und selbst wenn man
glaubt, dass man ihn nicht hat, wird man ihn finden, denn das Leben sollte immer besser
als der Tod sein.

6. Reflexion

Beide Bücher kannte ich natürlich schon, bevor ich angefangen habe die Facharbeit zu
schreiben und habe damals auch schon die Parallelen erkannt, weswegen ich mich dann
auch entschieden habe den Roman zu einem Vergleich heranzuziehen. Aber als ich
dann für den Vergleich die Abschnitte der beiden Bücher genauer gelesen habe, ist mir
erst aufgefallen, wie ähnlich sich die beiden Geschichten eigentlich sind. Auch wurde
mir noch einmal klar, dass trotz all der Veränderungen über die Zeit und einem sehr
starken gesellschaftlichen Umdenken die Personen doch immer noch ähnlich denken.
Man findet sogar bei den Gedanken der beiden Protagonisten erstaunlich viele
Gemeinsamkeiten und das, obwohl sie nicht nur aus unterschiedlichen Zeiten stammen,
sondern auch noch unterschiedlich alt sind. Auch fand ich es interessant zu sehen, wie
sich der Sinn des Lebens immer der jeweiligen Zeit angepasst und sich mit ihr
weiterentwickelt hat. Eigentlich ist dies vergleichbar mit der Literatur, die eben auch
immer mit der Zeit geht und die Probleme der jeweiligen Zeit beleuchtet.

Mit meinem Zeitmanagement der Facharbeit bin ich zufrieden, obwohl ich mir anfangs
schon Gedanken darüber gemacht habe, wie ich mir eine so lange Facharbeit zeitlich
einteilen soll. Normalerweise neige ich nämlich dazu Hausaufgaben noch am selben
Tag oder spätestens am nächsten Tag zu erledigen, was bei einer Facharbeit natürlich
nicht möglich ist. Was ich hingegen unterschätzt habe ist der Zeitaufwand zum
Heraussuchen von Zitaten. Gerade bei dem Vergleich hat es sehr viel Zeit in Anspruch
genommen aus beiden Büchern die passenden Stellen herauszusuchen. Das korrekte
Eintippen der Textstellen ist darüber hinaus auch noch unglaublich aufwendig.

Inhaltlich fiel mir das Fazit sehr schwer. Anfangs dachte ich, dass das kein Problem
darstellt, da ich dieses in der Schule schließlich schon häufige Male gemacht habe. Es
fiel mir sehr schwer alle wichtigen Ergebnisse in einem Fazit zusammenzufassen, ohne
dabei einfach meine Analysen zu wiederholen.
14

Auch den Aufbau der Analysen fand ich nicht ganz einfach, da sie eben einen ganz
anderen Umfang als die in Klausuren einnehmen. Ich musste somit aufpassen, dass ich
meine Aspekte so sortiere, dass ich mich nicht andauernd wiederhole.

Alles in allem war die Facharbeit eine interessante Erfahrung für mich.

7. Literaturverzeichnis

1. Brunner und Wiegand (Hg.), Adler Alfred, Der Sinn des Lebens (1933),
Religion und Individualpsychologie (1933), Vandenhoeck & Ruprecht Verlag,
Göttingen 2008
2. Goethe, Johann Wolfgang von, Faust I, Westermann/Schroedel, 2017
Braunschweig
3. https://neueswort.de/nihilismus/, 10.02.2021
4. Popescu, Adriana, Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln, cbt Verlag,
München 2020
5. Rupp und Dietrich (Hg), Kursbuch Religion, Calwer Verlag, 2014 Stuttgart
6. https://de.wikipedia.org/wiki/Sinn_des_Lebens, 10.02.2021
7. https://www.zitate-online.de/literaturzitate/allgemein/19493/wir-verlangen-das-
leben-muesse-einen-sinn.html, 10.02.2021
15

8. Kopien der Internetquellen

Nihilismus
Das bildungssprachliche Substantiv Nihilismus bezeichnet eine Weltanschauung, die von der Nichtigkeit und Sinnlosigkeit
alles Bestehenden und Seienden ausgeht. Alle positiven Zielsetzungen, Ideale und Werte werden in diesem Sinne
abgelehnt, gepaart mit einer völligen Verneinung aller Normen und Werte.

Bedeutende Vertreter des Nihilismus als philosophische Strömung sind Friedrich Nietzsche und Martin Heidegger.

Das Wort Nihilismus ist seit dem 18. Jahrhundert belegt und auf das lateinische substantivische Pronomen nihil (nichts)
zurückzuführen.

Er rechtfertigt sein pubertierendes, notorisches Nein-Sagen mit der


Begründung, Anhänger des Nihilismus zu sein.

Es ist das wohl größte Paradoxon des Punks: Dass diese auf Nihilismus
und Verneinung aufbauende Bewegung zu solch einer Eruption von
Aktivität und Kreativität führt. – Gerhard Pretting, Kultur: Manchester
1976, Brandeins, 08/2005

Deshalb stellt sich die Schuldfrage doch anders als in der Tragödie. Denn
die tragische Situation wird im Irak nicht von Göttern schicksalhaft
verhängt, sondern von Terroristen gemacht. Sie wollen töten. Also sind
sie schuld an den Toten. Sie stellen sich außerhalb der Moral, deshalb
darf man sich von ihnen nicht zu einer moralischen Entscheidung
zwingen lassen. Sonst siegt die Logik der Gewalt: Der Nihilist tötet, doch
beschuldigt andere. Wer diesem Nihilismus nachgibt, wird immer der
Unterlegene sein. – Evelyn Fingern, Zweite Warnung, DIE ZEIT Nº 37/2014

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Sinn erfragt sie die biologische und sozio-kulturelle Evolution und insbesondere die Frage nach
einer möglichen Sinngebung für den Homo sapiens. Im engsten Sinn forscht sie nach der
[1]
„Deutung des Verhältnisses, in dem der Mensch zu seiner Welt steht“.

Sie ist eng verbunden mit den Fragestellungen „Woher kommen wir? Wohin gehen wir?
Warum sind wir hier auf Erden?“ und weiter: „Wie sollen wir leben, um unseren Daseinszweck
zu erfüllen?“ Hierbei wird diskutiert, ob dieser durch eine äußere Institution vorgegeben ist,
etwa ein göttliches Gebot, ob ein bestimmtes Verhalten der Natur entspringt, dass z. B. der
Mensch dem Zweck der Fortpflanzung oder Arterhaltung folgt, oder ob er gefordert ist,
autonom ein selbstbestimmtes Leben zu führen und sich einen Lebensweg zu
Hamlet, auf Sinnsuche mit Yoricks

Schädel

[2]
wählen, den er als sinnvoll erachtet. Sinnvoll erscheint ein Leben dann, wenn es einer
idealen
[3]
Wertvorstellung entspricht.
17

Inhaltsverzeichnis
Problematik der Fragestellung
Gründe für die Sinnfrage
Metasinn
Reaktionen auf die Sinnfrage
Negative Reaktionen
Positive Reaktionen
Antworten der Philosophie Antike und Mittelalter
Neuzeit
Moderne
Gegenwart
Antworten der Religionen Christentum
Islam
Hinduismus
Buddhismus
Judentum
Bahaitum
Theologisch-naturphilosophische Spekulationen
Sicht der Soziologischen Systemtheorie
Humoristische und spöttische Antworten
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise

Problematik der Fragestellung

Zumeist wird die Frage nach dem Sinn des Lebens so verstanden, dass nach einem bestimmten
Zweck gefragt wird, dem das Leben dienen soll, oder nach einem bestimmten Ziel, das
angestrebt werden soll. Genauso kann nach dem Wert, dem Nutzen oder der Bedeutung des
Lebens gefragt werden. Viele Missverständnisse bei den Versuchen, einen solchen Zweck zu
bestimmen, haben ihre Ursache darin, dass versäumt wird, die Begriffe Sinn und Leben
eindeutig und klar zu definieren. Hinzu kommt, dass man bezweifeln kann, ob eine vernünftige
Antwort überhaupt möglich ist. Günther Anders hat dazu geschrieben: „Warum setzen Sie
eigentlich voraus, dass ein Leben, außer da zu sein, auch noch etwas haben müsste oder auch
[4]
nur könnte – eben das, was Sie Sinn nennen?“

Ein anderer Autor unterscheidet zuerst die Begriffswelt:


18

„‚Sinn und Zweck‘, das wird oft zusammen gebraucht. Ziel ist fern, Zweck ist nah. Sinn ist tief,
Zweck ist flach. Ziel ist erreichbar, Sinn nicht. Sex im Alter ist zwecklos, aber nicht sinnlos. Sinn
[5]
ist ein Füllstand in einem Gefäß – ein ‚erfülltes Leben‘, sagt man.“ – J ÜRGEN BEETZ

Eine Verständigung über das mit „Lebenssinn“ Gemeinte setzt zunächst eine sprachliche
[6]
Klärung und Eingrenzung voraus. „Sinn“ ist ein mehrdeutiger Begriff, er kann entweder als
teleologischer Sinn oder als rein sprachlicher Begriff („Sinn“ als Bedeutung einer Aussage)
[7]
aufgefasst werden. Auch der Begriff „Leben“ muss geklärt werden, denn es kann das
„Leben“ als biologisches Phänomen – insbesondere eines Kollektivs höherer Lebewesen (vgl.
hierzu Anthropisches Prinzip) – oder das „Leben“ eines einzelnen Individuums gemeint sein.

Gründe für die Sinnfrage

Die Fragestellung nach dem Sinn des Lebens ist offenbar nur dem Menschen zu eigen. Schon in
der antiken Philosophie hat man festgestellt, dass er offenbar das einzig bekannte
sprachbegabte Vernunft- und Verstandeswesen (zoon logon echon) ist, das die
Voraussetzungen für eine selbstbezügliche Sinnreflexion vorweisen kann.

Der Mensch als gesellschaftliches Wesen ist mit der Erziehung, Ausbildung, dem Berufsleben
usw. stets in Beziehung zu anderen Menschen und wird von klein auf zur Nützlichkeit, zur
Arbeit, zu sinnvollem Handeln, zu einem sinnvollen Leben angehalten, oftmals ohne dieses
ausdrücklich als Sinn seines Lebens benannt zu bekommen.

Viele Menschen stellen sich die Frage nach dem Sinn des Lebens im Alltag in der Regel nicht,
solange die eigene Lebensführung nicht zweifelhaft oder fragwürdig wird. Häufig kommt es zu
einer existenziellen Sinnkrise, wenn Ereignisse nicht mehr in das vorhandene Sinnkonzept
integriert werden können: z. B. durch Enttäuschungen, Unglücke oder die Anforderungen eines
neuen Lebensabschnitts. Die Folge ist oftmals der Beginn oder die Wiederaufnahme der
Reflexion über den Lebenssinn, zu denen dann auch Fragen wie die nach dem Glück oder gar
dem Sinn des Leidens gehören. Wenn eine Person ein kritisches Ereignis bewältigt, das zu
einem Sinnverlust geführt hatte, findet sie für es häufig auch einen Sinn (s. Sinnfindung).

Viele Menschen, die sich an Psychotherapeuten wenden, betrachten den Sinnverlust als
[8]
Krankheit und äußern die Hoffnung, ihrem Leben einen neuen Sinn geben zu können. Die
Empfindung völliger Sinnlosigkeit des eigenen Daseins, zusammen mit einem „Gefühl der
[9]
Gefühllosigkeit“ und der inneren Leere, kann auch ein Symptom einer Depression sein.

Der österreichische Neurologe und Psychiater Viktor E. Frankl begründete in den späten
1920er Jahren die Logotherapie und Existenzanalyse. Er ging davon aus, dass die primäre
Motivationskraft des Menschen ein existenzielles Streben nach Sinn im Leben sei.

Metasinn

Eine grundsätzliche Schwierigkeit bei der Auseinandersetzung mit den Fragen nach Lebenssinn
ist die prinzipielle Möglichkeit des menschlichen Verstandes, einen einmal angenommenen
Standpunkt wiederum zu hinterfragen oder auch die Urteilsperspektive potenziell beliebig zu
wechseln (vgl. Relativismus). Die Suche kann darum scheinbar endlos fortgesetzt werden (vgl.
infiniter Regress), bzw. es entsteht der Eindruck, dass die Frage nicht – oder nicht endgültig –
19

[10]
zu beantworten wäre (Thomas Nagel ). „Der Sinn des Lebens ist ein sinnvolles Wort; aber es
[11]
läßt sich nichts Sinnvolles aussagen.“ Einige Sinnangebote erweisen sich aufgrund von
Dogmatisierung oder Immunisierungsstrategien als mit Hilfe rationaler Argumente nur schwer
oder gar nicht innerhalb ihres eigenen Systems kritisierbar. Ebenso lässt sich in manchen
ideologischen Lehren kaum eine oder keine immanente theoretische Lücke entdecken. Die
Beurteilung solcher Sinnangebote kann aber mittels externer Maßstäbe erfolgen.

Ein Problem, das in einer unendlichen Rekursion münden kann, ist die Frage, warum die
meisten Sinnsuchenden nie nach dem Sinn der Lebenssinn-Frage selbst fragen: Warum stellen
sich viele Menschen überhaupt die Frage nach dem Sinn ihres Daseins? Warum drängt es viele
Menschen so sehr, sie zu beantworten? Was ist eigentlich der Gewinn oder der Verlust, wenn
sie beantwortet oder nicht beantwortet wird? So könnte auch eingewendet werden, dass es
sinnlos sei, so viel Zeit und Arbeit auf die Lösung dieses „Rätsels“ zu verwenden. Auf der
anderen Seite scheint die Erklärung für das Sich-Stellen dieser Frage auf der

Hand zu liegen: Fragt man nach dem Sinn, dann deswegen, weil er verlorengegangen ist – ohne
diese
[12]
„Verlorenheit“ (Uneigentlichkeit nach Heidegger ) würde sich die Frage gar nicht erst stellen;
es ist der Sinn einer jeden Frage, ihre Antwort zu finden.

Reaktionen auf die Sinnfrage

Negative Reaktionen

Das Stellen der Frage nach dem Sinn des Lebens muss nicht zwingend eine positiv bestimmte
Antwort nach sich ziehen. Verschiedenen psychologischen Ansätzen nach wählen viele
Menschen den Weg der

Verdrängung. Sie weichen einer Auseinandersetzung mit der Sinnfrage und letztlich auch mit
sich selbst aus. So „funktionieren“ sie zwar im Alltag unauffällig weiter, doch haben sie, im
Wortlaut der Existenzphilosophie, eine Existenzform der Uneigentlichkeit (Martin Heidegger),
d. h. eine nicht authentische Lebensweise gewählt.

Eine andere Reaktion ist der Zynismus. Davon spricht man, wenn Menschen zwar eine große
Sinnleere in ihrem Leben empfinden, das Leiden daran jedoch unterdrücken. Ihr Leben wird
dann nur noch von Sachzwängen und dem Selbsterhaltungstrieb vorangetrieben (Peter
[13]
Sloterdijk ).

Wenn kein Sinn (mehr) im Leben gefunden bzw. gesehen werden kann, ist die Verzweiflung, so
bei Kierkegaard, eine mögliche Reaktion. In einer solchen Verfassung droht das Leben zu
scheitern. Ihre

Ausprägungen können Depressionen und Suizid sein, d. h. eine chronische oder akute
Lebensunfähigkeit, verneinung oder -verweigerung.

Weiterhin gibt es (vor allem im Existentialismus) die Auffassung, das Leben habe keinen Sinn
an sich (was a priori weder als gut noch als schlecht bewertet werden könne), so z. B. bei
[14]
Albert Camus, für den das Leben grundsätzlich absurd ist. Wie Camus in Der Mythos des
Sisyphos ausführt, widerspreche diese Vorstellung allerdings nicht notwendigerweise der
20

Bejahung des Lebens und dem Glück des Menschen, das gerade in den nie endenden
Anstrengungen gegen eine absurde Welt gefunden werden könne.

Theodor W. Adorno charakterisierte in seinem Werk Negative Dialektik die Frage nach dem
Sinn des Lebens als eine der letzten, in denen die Kategorien der Metaphysik in der Welt nach
dem Holocaust weiterlebten. Ihr Anspruch auf Objektivität widerspreche aber nahezu jeder
Antwort, die erst subjektiv zu erschaffen und zu affirmieren wäre. Die Frage selbst sei
Symptom einer objektiv sinnlosen Welt, in der Sinn für das subjektivindividuelle Leben fehle.
„Was ohne Schmach Anspruch hätte auf den Namen Sinn, ist beim Offenen, nicht in sich
Verschlossenen; die These, das Leben habe keinen, wäre als positive genauso töricht, wie ihr
[15]
Gegenteil falsch ist; wahr ist jene nur als Schlag auf die beteuernde Phrase.“ Nicht durch
einen Sinneswandel hin zur Erfüllung, sondern nur durch die objektive Abschaffung des die
Versagung erzeugenden Prinzips könne das menschliche Dasein von seiner Leere kuriert
werden.

Positive Reaktionen

Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebenssinn kann aber auch zu positiven Antworten
führen:

Nach Viktor Frankl kann der Mensch seinem Leben prinzipiell in jeder Situation Sinn
abgewinnen oder geben, solange er bei Bewusstsein ist. Der ehemalige KZ-Häftling zog aus
dem Holocaust andere Schlussfolgerungen als Adorno und paraphrasierte Nietzsche: „Wer ein
Warum zu leben hat, erträgt fast jedes
[16]
Wie.“ Dies gilt selbst für Extremsituationen. „Was ist der Mensch? Er ist das Wesen, das
immer entscheidet, was er ist. Er ist das Wesen, das die Gaskammern erfunden hat; aber
zugleich ist er das Wesen, das in die Gaskammern gegangen ist, aufrecht und ein Gebet auf
[17]
den Lippen.“

Viktor Frankl sah selbst im Leiden und im Scheitern noch einen Sinn: „Ich sehe zunehmend ein,
dass das Leben so unendlich sinnvoll ist, dass auch im Leiden und sogar im Scheitern noch ein
Sinn liegen muss. Und der einzige Trost, der mir bleibt, ist darin gelegen, dass ich mit gutem
Gewissen sagen kann, ich habe die
[18]
Möglichkeiten, die sich mir boten, verwirklicht.“ Eine zentrale Aussage Frankls zur Frage
nach dem Sinn lautet: „Nicht wir dürfen nach dem Sinn des Lebens fragen - das Leben ist es,
[19]
das Fragen stellt, Fragen an uns richtet - wir sind die Befragten!“

„Sinn geben würde auf Moralisieren hinauslaufen. Und die Moral im alten Sinn wird bald
ausgespielt haben. Über kurz oder lang werden wir nämlich nicht mehr moralisieren, sondern
die Moral ontologisieren – gut und böse werden nicht definiert werden im Sinne von etwas,
das wir tun sollen beziehungsweise nicht tun dürfen, sondern gut wird uns dünken, was die
Erfüllung des einem Seienden aufgetragenen und abverlangten Sinnes fördert, und für böse
werden wir halten, was solche Sinnerfüllung hemmt. Sinn kann nicht gegeben, sondern muss
[20]
gefunden werden.“ – VIKTOR FRANKL

Ähnlich wie Frankl sah Karl Jaspers in der Freiheit und dem Bewusstsein der Verantwortung
den entscheidenden Impuls, „der hier wie überall in der Aktivität des Daseins die
Grenzsituationen überwindet, der ein positives Bewußtsein von den Grenzsituationen schafft,
21

der das Erleben von Sinn, von Halt, von Notwendigkeit gibt, der daraus Kräfte für konkrete
Lebensaktionen schöpft, sie aber nie verbindlich und zureichend in gegenständlicher Form für
[21]
andere aussprechen kann.“ Eine wirklich freie Entscheidung können die meisten aber nur
dann treffen, wenn ihre Grundbedürfnisse erfüllt sind (Abraham Maslow).

Hunger, Durst, Schmerz, Angst, Unfreiheit usw. können daher sehr schnell zu einem Verlust an
wahrgenommenem Lebenssinn führen. Die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse darf
jedoch nicht mit der von diesen grundsätzlich unabhängigen Sinnsetzung bzw. -findung
verwechselt werden.

Steht die eigene Person im Zentrum der Suche nach dem Lebenssinn, so können Wünsche
nach Befriedigung körperlicher, materieller, sozialer und geistiger Bedürfnisse dominieren. Der
Sinn kann z. B. im Streben nach Macht, Besitz, Ansehen, sowie Fortpflanzung, erfüllter
Partnerschaft oder Selbstverwirklichung gesehen werden. Eine andere Ausprägung liegt
vielleicht in der Suche nach Erkenntnis oder persönlicher Entwicklung.

Eine weitere Ausrichtung des Lebenssinns entsteht durch die Bedeutungsgebung im Hinblick
auf andere Menschen bis hin zur Menschheit oder allgemein der Umwelt. Konkret kann es sich
dabei etwa um Hilfe im weitesten Sinne handeln: die Weitergabe von Wissen und Fähigkeiten,
alltäglich gelebte Mitmenschlichkeit oder auch um soziales oder politisches Engagement.
Oftmals orientiert sich das Handeln an einem Ideal (z. B. Liebe, Harmonie oder Gerechtigkeit).
Hermann Hesse formulierte hierzu: „Sinn erhält das Leben einzig durch die Liebe: das heißt: je
mehr wir zu lieben und uns hinzugeben fähig sind, desto sinnvoller wird unser
[22]
Leben.“ Ähnlich ausgerichtet ist die Formulierung von Dag Hammarskjöld: „Wage das Ja –
und Du erlebst

Sinn. Wiederhole das Ja – und alles bekommt Sinn. Wenn alles Sinn hat, wie kannst Du anderes
leben als ein

Ja.“[23]

Wird die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht in menschlichen Belangen
gesucht, so kann sie auch in philosophischen oder spirituellen Angelegenheiten gefunden
werden. Fragen nach dem Sinn oder Ursprung allen Seins (Ontologie) spielen hier häufig eine
Rolle, möglicherweise stehen die Suche nach

Erleuchtung oder das Streben nach der Vereinigung mit dem Absoluten bzw. Gott im
Mittelpunkt. Zu diesem Zweck könnte etwa Philosophie studiert, einer bestimmten
Religionsgemeinschaft beigetreten, ein spezieller spiritueller Weg beschritten oder einem
geistigen Vorbild nachgefolgt werden.

Antworten der Philosophie

Die Auffassungen über den Sinn des Lebens, die in der Geschichte der Philosophie dargelegt
und begründet wurden, können als repräsentativ für die nicht-religiösen Ansichten gelten.
Einige der Antworten, die im Laufe der Zeit auf die Frage nach dem Lebenssinn gegeben
wurden, sollen hier im Folgenden vorgestellt werden.

Antike und Mittelalter

Der Sinn des Lebens bestand in der Philosophie der Antike in der Hauptsache in der Erlangung
der Glückseligkeit (eudaimonía). Diese wurde gemeinhin als das höchste, erstrebenswerteste
22

Gut angesehen. Unterschiede in den philosophischen Schulen ergaben sich vor allem aus der
Definition dessen, was unter Glück zu verstehen sei, und der Art und Weise, wie man glaubte,
[24]
dass dieses erreicht werden könnte.

Nach Platon (Politeia) besteht die unsterbliche menschliche Seele aus drei Teilen: der
Vernunft, dem Mut und den Trieben. Nur wenn diese drei Seelenteile im Gleichgewicht sind
und sich nicht gegenseitig widersprechen, kann der Mensch glücklich sein. Dann erreicht er die
Gerechtigkeit als höchste der Kardinaltugenden. Der höchste Sinn liegt in der philosophischen
[25]
Reflexion: „Ein Leben ohne Selbstprüfung verdient nicht gelebt zu werden.“

Sein Schüler Aristoteles betrachtete die Glückseligkeit nicht als statischen Zustand, sondern als
ein stetiges Tätigsein der Seele. Vollkommenes Glück kann der Mensch nur im kontemplativen
Leben (bios theoretikos), d. h. im Philosophieren bzw. im wissenschaftlichen Forschen finden.

Die Stoa identifizierte das Erreichen der Tugend mit der Glückseligkeit. Nur der Weise, der im
Einklang mit der Ordnung des Kosmos lebe, frei von Affekten, Wünschen und Leidenschaften
und gleichgültig gegenüber dem eigenen äußeren Schicksal, könne den Endzustand der
Apathie erreichen. Diese Unempfindlichkeit gegen die Wechselfälle des Lebens, die stoische
Ruhe, bedeute das einzige Glück.

Für Epikur wiederum lag der Sinn des Lebens in der (vornehmlich nicht-sinnlichen) Lust, die im
Ideal der Seelenruhe (Ataraxie) besteht. Die maßvolle Befriedigung der Grundbedürfnisse
bildete für ihn die Basis der besonders erstrebenswerten geistig-seelischen inneren Freuden.
Voraussetzungen für die Glückseligkeit waren die Überwindung von Angst und Schmerz. Seine
Empfehlung war auch ein Rückzug aus der Öffentlichkeit in einen kleinen Kreis von Freunden.

Das Mittelalter schließlich war die Zeit, in der in Europa das Christentum dominierte, das in
dieser Zeit das Monopol auf die Sinnangebote besaß. Die Kirche lehrte, dass nur das Befolgen
der sakralen Gebote dem
[26]
Leben einen Sinn geben könne. Im späten Mittelalter verlagerte sich der Schwerpunkt von
der eher kollektiven auf eine individuellere Form des Lebenssinns, der in der persönlichen
Nachfolge Christi und der mystischen Vereinigung mit Gott schon zu Lebzeiten gesucht wurde.
Stark verkürzt kann man aus Sicht des Mittelalters als den Sinn des Lebens das ewige Leben,
also die ewige und maximal mögliche Gemeinschaft mit Gott, angeben. „Die christlich-
abendländische Metaphysik war eines der großen Gehäuse, in dem Menschen auf Erden ihre
Platzanweisung und damit ihre Einfügung in einen größeren Sinnzusammenhang erhalten
[27]
haben.“

Neuzeit

Auch zu Beginn der Neuzeit orientierten sich die meisten Menschen noch an der christlichen
Lehre. Erst die Aufklärung begann die auf Frömmigkeit und Traditionen vertrauende,
autoritätsgläubige Geisteshaltung kritisch zu hinterfragen. Der Mensch sollte sich wieder
seines eigenen Verstandes bedienen (sapere aude!) und die Verantwortung für sein eigenes
Leben selbst übernehmen, statt sich auf weltliche oder kirchliche Institutionen zu verlassen.

Immanuel Kant kritisierte die herkömmlichen Vorstellungen von Glück, da diese bedeuteten,
dass jeder den unvorhersehbaren Schwankungen seiner eigenen wechselhaften Triebe,
Bedürfnisse, Gewohnheiten und Vorlieben ausgeliefert sei. Auch der Freiheit, der
Unsterblichkeit und Gott könne man sich im Wege der Vernunft nicht nähern. Man könne sie
23

allein postulieren. Kant forderte stattdessen, dass sich der Mensch freiwillig den Gesetzen der
Moral (kategorischer Imperativ) unterwirft. Dadurch könne ein selbstbestimmtes (autonomes),
vernünftiges Leben geführt werden, in dem sich immerhin Zufriedenheit erreichen lasse. „Um
der Sinnhaftigkeit der Sittlichkeit willen und um der Sinnhaftigkeit der Welt willen müssen wir
Gott und Unsterblichkeit postulieren: Die ethische Bestimmung des Menschen fordert seine
[28]
Weiterdauer.“

Auch der Determinismus hatte Auswirkungen auf die Debatte um den Sinn des Lebens.
Deterministen behaupten, dass ein Zustand der Welt zusammen mit den Naturgesetzen jeden
weiteren Zustand der Welt festlegt. Nicht wenige Philosophen waren und sind der Auffassung,
dass dies einen freien Willen unmöglich mache. Wenn der Weltverlauf schon feststehe, so
könne man sich nicht mehr frei für eine Handlung entscheiden. Doch damit, so wurde weiter
argumentiert, drohe auch der Sinn des Lebens zu einer Farce zu werden. Schließlich könne
man sich einen Sinn dann nicht mehr aus freier Entscheidung geben und für seine Erfüllung
sorgen.

In Arthur Schopenhauers philosophischer Konzeption ist das Leben durch das Prinzip des
Willens geprägt. Dieser Wille sei kein individueller Wille, sondern ein metaphysisches
Grundprinzip, das sich als Resultat des unbewussten und ziellosen Dranges des Willens in allen
bekannten Erscheinungen manifestiere. Dies ist für ihn gleichbedeutend mit Leiden, da das
Wollen des Menschen niemals dauerhaft zufriedenzustellen sei. Nur der ästhetische Genuss,
die Versenkung in Kunst und Musik könne den Menschen in einen Zustand der reinen
Anschauung versetzen, in dem das Leiden aufgehoben ist.

Stark befördert wurde die Sinnfrage durch die sich im 19. Jahrhundert ausbreitende
Religionskritik. So fragte Ludwig Feuerbach: „Verliert nicht das Leben gerade durch das
[29]
Jenseits, in dem es erst einen Sinn finden soll, allen Sinn, allen Zweck?“ Aus der gleichen
Perspektive problematisierte Søren Kierkegaard in Entweder – Oder die Bedeutung des Lebens
[30]
für die Existenz des Menschen.

Moderne

Einen völlig anderen Ansatz vertrat Friedrich Nietzsche. Nach seiner Analyse lebte er in einer
Zeit, die er als zerrissen betrachtete, geprägt vom inneren Verfall. Gott war für den Menschen
kein Leitbild mehr (Gott ist tot). „Das verehrende Herz zerbrechen, als man am festesten
[31]
gebunden ist. Der freie Geist. Unabhängigkeit, Zeit der Wüste. Kritik alles Verehrten.“ Diese
Haltung ist der Nihilismus, die Zeit der absoluten Wert- und Sinnlosigkeit. „Denken wir diesen
Gedanken in seiner furchtbarsten Form: das Dasein, so wie es ist, ohne Sinn und Ziel, aber
unvermeidlich wiederkehrend, ohne ein Finale ins Nichts: ‚die ewige Wiederkehr‘. Das ist die
[32]
extremste Form des Nihilismus: das Nichts (das ‚Sinnlose‘) ewig!“ Um diesem zu
entkommen, sah Nietzsche die Aufgabe des Menschen darin, einen höher entwickelten
Menschentypus hervorzubringen: den Übermenschen. Dieser soll hart und ohne jedes Mitleid
gegen sich selbst und andere sein. Sein Lebenszweck besteht darin, aus seinem Leben und aus
der Menschheit ein Kunstwerk zu formen. Er forderte: „wozu Du da bist, das frage dich: und
wenn Du es nicht erfahren kannst, nun so stecke Dir selber Ziele, hohe und edle Ziele und gehe
[33]
an ihnen zu Grunde“ Ähnlich wie Max Stirner betrachtete er den Egoismus als ein Korrektiv
zum Ethizismus von Kirche und Staat, die den Sinn des Lebens in einer höheren Ordnung
[34]
verorten, dem sich der Einzelne unterzuordnen hat.
24

In der Lebensphilosophie Wilhelm Diltheys, der die Geschichtlichkeit


des Menschen betonte, kommt vor allem der Philosophie die
Aufgabe zu, den Stand der geistigen Entwicklung zu reflektieren und
damit dem Denken der jeweiligen Epoche einen Sinn zu geben.

„Philosophie ist das Umfassendste, die allseitigste jener Funktionen,


durch die der menschliche Geist zum Bewußtsein seiner Zwecke
gelangt: Sinn des Lebens und Universums. Der immer rege
Zusammenhang des menschlichen Geistes mit sich selbst. Das
[35]
Letzte, das Höchste der menschlichen Kultur überhaupt.“ Lutz
Geldsetzer merkt hierzu an: „So sieht Dilthey implizit in der
Philosophie

jedenfalls die ausschlaggebende Macht in der Geschichte, durch die und Der amerikanische Senator Alb
mittels derer der Mensch in der Kultur über sein erkennendes Verhältnis zur Barkley besichtigt das KZ
Welt, seine ‚Wertbestimmungen des Gefühls‘ und die Willenshandlungen in Buchenwald am 24. April 1945
der ‚Führung des Lebens und der Leitung der
[36]
Gesellschaft‘ Klarheit gewinnt und sich Rechenschaft abgibt.“
Der Existenzialismus beschäftigte sich besonders intensiv mit der Problematik des Lebenssinns.
Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass es jedem Menschen aufgegeben ist, frei zu wählen
und zu entscheiden, was er mit seinem Leben tun will. Jean-Paul Sartre formulierte hierzu:
[37]
„Frei sein heißt zum Freisein verurteilt sein.“ Der Mensch ist in die Welt „hineingeworfen“
worden und müsse sich nun selbst definieren. Das bedeutet: Der Mensch sei nichts anderes als
das, wozu er sich selbst macht. Er konzipiert ständig neue Entwürfe von sich, die er dann
(nach)lebt. Diese totale Freiheit bedeute aber auch die Bürde einer vollständigen
Verantwortung für sich und sein Handeln, denn das eigene Leben könne durch keine andere,
[38]
höhere Instanz mehr entschuldigt werden.

Der modernen analytischen Sprachphilosophie, wie sie sich auf Wittgenstein beziehen lässt,
schien unklar, welchen Status Aussagen über das, was man tun oder nicht tun soll, haben
können. „Die Lösung des Problems des Lebens merkt man am Verschwinden dieses Problems.
(Ist nicht dies der Grund, warum

Menschen, denen der Sinn des Lebens nach langen Zweifeln klar wurde, warum diese dann
[39]
nicht sagen können, worin der Sinn bestand?)“ (TLP 6.521) Er konzedierte aber, dass der
Mensch im religiösen Glauben einen Sinn finden kann: „An einen Gott glauben, heißt sehen,
daß es mit den Tatsachen der Welt noch nicht abgetan ist. An Gott glauben, heißt sehen, daß
[40]
das Leben einen Sinn hat.“ Vor allem Bertrand

[41]
Russell betonte, dass man dem objektiven Naturprozess keinen Sinn entnehmen könne.
Damit geriet die Sinnfrage in einen Raum individueller Entscheidung außerhalb eines strenger
zu fassenden philosophischen Projekts. Sie trennt aus dieser Perspektive daher den Bereich
des Lebens von den Bereichen, in denen die Philosophie aus ihrer Sicht Antwort zu geben
vermag.

Die Logotherapie von Viktor Frankl ist eine Methode der Psychotherapie, um Menschen von
krankmachender Sinnleere zu befreien. Denn wenn der Mensch seinen Willen zum Sinn in der
Lebenspraxis nicht zur Geltung bringen kann, entstehen bedrückende Sinn- und
Wertlosigkeitsgefühle.
25

Gegenwart

Die drohende Auslöschung der Menschheit durch einen globalen


Krieg, das mögliche Ende des Fortschritts, die zunehmend sichtbar
werdende Zerstörung der Umwelt, die warnende Vorhersage vom
Ende des Wachstums und der Wegfall der Wertesysteme (wie im
Holocaust) in der westlichen Hemisphäre haben im Verlauf der
zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem gesellschaftlichen
Phänomen geführt, das häufig als allgemeine Sinnkrise bezeichnet
wurde. In ihrem Gefolge gewannen auch skeptische Positionen stark
an Bedeutung. So vertrat etwa Emil Cioran eine existentielle Skepsis,
die von einem „Dasein ohne Endergebnis“ ausgeht. Die Argumente
des Zweifels an jedem Lebenssinn drohen hier allerdings stets zur
völligen Verzweiflung zu führen.

Obwohl die Naturwissenschaften sich – dem positivistischen

Verständnis gemäß – nicht mit metaphysischen Sinnfragen beschäftigen, Atombombenabwurf auf


oder metaphysische Sinnfragen gar für sinnlos erklären, werden aus ihren Hiroshima am 6. August 1945
Ergebnissen Folgerungen für die Beantwortung eschatologischer Fragen
abgeleitet. So sieht beispielsweise Hoimar
von Ditfurth den Sinn des Lebens untrennbar mit dem Sinn der kosmischen Evolution
[42]
verknüpft.

Der moderne Hedonismus betont in der Nachfolge der Utilitaristen und klassischen Hedonisten
das Erleben und Erstreben von sinnlicher Lust. Der Lebenssinn liege in der Befriedigung von
Bedürfnissen. Intensive, reizvolle und angenehme Lustempfindungen werden aktiv gesucht
und nach Möglichkeit gesteigert. Die Verrechnung von Lust und Unlust soll dabei für das
Individuum möglichst zu jedem Zeitpunkt ein positives Gesamtergebnis aufweisen.

Wieder an Aristoteles anknüpfend stellt Martha Nussbaum die Frage nach einem guten Leben
in den Mittelpunkt ihres Denkens. Sie warnt vor der Zerbrechlichkeit des guten Lebens und hat
in Zusammenarbeit mit Amartya Sen ein Konzept entworfen, in dem sie konkret zu bestimmen
versucht, welches die Befähigungen sind, die ein Mensch benötigt, um ein gutes Leben führen
[43][44]
zu können. Ähnlich bezieht sich auch Alasdair McIntyre auf die Tugendlehre des
[45]
Aristoteles.

In Anlehnung an Aristoteles und mehr noch an den Philosophen Thomas von Aquin
argumentieren Vertreter des Neuthomismus bzw. der Neuscholastik wie Henry Deku.
Demnach besteht der Sinn des Lebens im Glücklichwerden durch die Erkenntnis des Wahren
und das Tun des Guten, und zwar letztlich zur Ehre
[46]
Gottes.

Antworten der Religionen

Die verschiedenen Religionen geben unterschiedliche Antworten auf die Frage nach dem Sinn
des Lebens, die hier – geordnet nach Verbreitung – nur kurz skizziert werden sollen. Die
Abschnitte beschreiben jeweils die

Sicht der entsprechenden Religion. Christentum


26

Das Christentum ist durch die Apostel begründet worden, die


in der Nachfolge Jesu von Nazaret das Evangelium
verkündeten. Der Überlieferung nach war er der Sohn der
Jungfrau Maria, der Frau eines jüdischen Handwerkers mit
Namen Joseph. Als Gottes Sohn und Messias verkündigte er
das kommende Reich Gottes und erlöste die Menschen von
Sünde und Tod durch seinen freiwilligen Tod am Kreuz und
seine Auferstehung. Durch dieses stellvertretende Opfer
können die Menschen Vergebung für ihre Sünden erlangen,
sofern sie die so begründete Gemeinschaft mit Gott für sich
persönlich im Glauben annehmen.

Der Sinn des Lebens im Christentum ist es, diese


Gemeinschaft mit Gott und untereinander im Leben wie im
bzw. nach dem Tod zu pflegen. Voraussetzung ist hierzu das
Leben in Liebe, das die innere und äußerliche Umkehr (Buße)
und den Glauben an die Erlösung durch Jesus Christus, wie
sie in der Bibel beschrieben wird, voraussetzt. Mit der
Wiedergeburt bzw. der Taufe beginnt das von der Sünde und
dem Tod erlöste Leben, das sich in Gebeten, Sakramenten
und guten Werken fortsetzt.

Dietrich Bonhoeffer sah den Sinn des Lebens vor allem in der
Nachfolge Christi:

„Wir meinen, weil dieser oder jener Mensch lebt, habe es


auch für uns Sinn zu leben. In Wahrheit ist es aber so: Wenn
die Erde gewürdigt wurde, den Menschen Jesus zu tragen,
wenn ein Engel begleiten die Seelen ins

Mensch wie Jesus gelebt hat, dann und nur dann hat es für Jenseits (Gemälde von
uns Menschen einen Sinn zu leben […] Der unbiblische Hieronymus
Begriff des Sinnes ist ja nur eine Übersetzung dessen, was die Bosch, Anf. 16. Jh.)
Bibel
[47]
‚Verheißung‘ nennt.“

Islam
25

Der Islam wurde durch Mohammed begründet, der als Sohn eines Händlers im heutigen Saudi-
Arabien geboren wurde. Der Überlieferung nach erschien ihm der Erzengel Gabriel und
übermittelte ihm die Verse des Korans. Der Islam sieht sich als Fortsetzung und Wiederkehr
einiger Ursprungsreligionen (Judentum, Christentum) in korrekter und vollendeter Form.

Der Sinn des Lebens im Islam besteht darin, Allah zu dienen und sein Wohlgefallen zu
erreichen. Dies wird im Koran in der Sure 51, Vers 56 so beschrieben: „Und die Menschen und
die Dschinn habe ich erschaffen, nur damit sie mir dienen.“ Dazu dienen u. a. der feste Glaube
an Gott und seine Vorsehung, die Überwindung schlechter Eigenschaften und falscher Ideen,
verantwortliches Handeln, Eintreten gegen Ungerechtigkeit und das Vollbringen guter Taten.

Hinduismus

Der Hinduismus besteht aus verschiedenen Wegen ohne gemeinsame Gründerfigur oder
allgemeingültige kanonisierte Heilige Schrift. Die einzelnen philosophischen Auffassungen
haben teilweise verschiedene Konzepte hinsichtlich der Lehre von Leben, Tod und Erlösung.
Ebenso unterschiedlich sind die Konzepte vom Sinn des Lebens. Für viele bedeutet es ein Leben
nach den traditionellen „vier Lebenszielen“, nämlich Artha (Wohlstand), Kama (Begierde),
Dharma (Pflicht, Moral) und schließlich als letztes Ziel Moksha, die Erlösung. Für die Anhänger
der monistischen Advaita-Lehre bedeutet Moksha ein Aufgehen in das „kosmische
Bewusstsein“, ins Brahman. Für die Anhänger der Dvaita-Lehre hat die Gottesliebe (Bhakti)
einen zentralen Stellenwert, Erlösung bedeutet für sie ewige Gemeinschaft mit Gott.

Buddhismus

Der Begründer des Buddhismus, Siddhartha Gautama, lebte der Überlieferung nach vor etwa
2500 Jahren als reicher Fürstensohn unbekümmert und von allen Unannehmlichkeiten
ferngehalten in einem Palast. Er wehrte sich gegen diese Abschottung. Als er sie als junger
Heranwachsender überwand und sich der Realität des unausweichlichen Leidens („Dukkha“)
und Todes stellte, erkannte er die Sinnlosigkeit seines bisherigen Lebens. Er beschloss, nach
einem Ausweg aus dem Leiden zu suchen, und fand seinen eigenen Weg durch Meditation. Im
Ringen um Erlösung erreichte er schließlich die oft ungenau als „Erleuchtung“ bezeichnete
Einsicht (Bodhi „Erwachen“) in die Ursache des Leidens und deren Aufhebung.

Der Sinn des Lebens im alten Buddhismus ist es, dem Kreislauf der Reinkarnationen im Samsara
durch das
[48]
Eingehen in das Nirvana zu entkommen, in das völlige Verlöschen – was das Verlöschen der
Sinnfrage logisch einschließt. In der Lehre der Buddhisten wird alles Leben und Tun als
schließlich zum Leiden führend entlarvt. Hierfür wird die Gier nach Leben, Macht und Lust als
ursächlich erkannt. Nur die völlige Auslöschung dieser Gier kann zur Überwindung des
[49]
Leidens führen.

Im Verlauf der langen Entwicklung des Buddhismus entstand eine Vielzahl buddhistischer
Schulen und Strömungen, die zum Teil sehr verschiedene Methoden als Wege zur Befreiung
aus dem Kreislauf des Leidens anwenden. Allen buddhistischen Traditionen ist der sogenannte
„Edle Achtfache Pfad“ gemein.

In den späteren Schulen des Mahayana-Buddhismus wird vorrangig nicht die Erlösung der
eigenen Person durch das Eingehen ins Nirvana angestrebt, sondern die Idealexistenz eines
Bodhisattva, der zunächst den anderen Lebewesen hilft, sich aus dem endlosen Kreislauf zu
retten, um erst danach selbst ins Nirvana überzugehen.
26

Judentum

Die jüdische Religion basiert auf den religiösen Überlieferungen des Volkes der Juden. In der
Geschichte des Judentums entstanden eine Reihe grundlegender Glaubensprinzipien, deren
Einhaltung von Juden mehr oder weniger erwartet wird, um in Einklang mit der jüdischen
religiösen Gemeinschaft und ihrem Glauben zu sein.

Der Sinn des Lebens im Judentum besteht in der Einhaltung der göttlichen Gesetze, d. h. in der
Ehrfurcht vor Gott und seinem Willen. Die Regeln und göttlichen Gebote („Mitzwa“) sind im
Tanach gesammelt, der in Talmud und Midraschim diskutiert und ausgelegt wird.

Bahaitum
[50]
Das Bahaitum betont die Einheit der Menschheit. Für Bahai besteht der Sinn des Lebens im
geistigen

Wachstum und dem Dienst an der Menschheit. Der Mensch wird als spirituelles Wesen
betrachtet. Nach den

Bahai-Lehren bietet das Leben des Menschen in dieser materiellen


Welt erweiterte Wachstumsmöglichkeiten, um göttliche
Eigenschaften und Tugenden zu entwickeln, und die Propheten
[51][52]
wurden von Gott gesandt, um dies zu fördern.

Theologisch-naturphilosophische Spekulationen
Das Ringsymbol repräsentiert die

Teilhard de Chardin und Frank Tipler sehen einen teleologischen Sinn

Verbindung der Menschheit zu Gott in der Evolution des Universums, deren Ende von beiden als
Omegapunkt bezeichnet wird.

In den naturphilosophischen Arbeiten Teilhard de Chardins um 1930 ist Leben im Kosmos ein
schöpferischer Vorgang in Richtung immer höherer Organisiertheit, die von Gott bewirkt wird.
Ziel dieser Entwicklung ist die absolute Liebe, die in Jesus Christus vorweggenommen wurde.
Die „Radiale Energie“ der Evolution – und damit auch die Menschheit – mündet schließlich im
„Punkt Omega“. Der Sinn des Lebens jedes Einzelnen ist demnach die Teilhabe an der
Entwicklung der „absoluten Liebe“.

Der Kosmologe Frank J. Tipler veröffentlichte 1994 eine auf einer ähnlichen Vorstellung
aufbauende Omegapunkt-Theorie, nach der der Sinn des Lebens darin besteht, die in der
kosmischen Geschichte vollendete Gottheit zu schaffen. Nach dieser These ist Gott sowohl Ziel
als auch Ursprung der Evolution des

Universums. Im Big Crunch lässt Gott aus Agape das Universum und alle jemals existent
gewesenen geliebten Lebewesen, nunmehr „geheilt“, als perfekte Simulation virtuell
auferstehen. Die Partizipation an der Evolution der menschlichen Kultur im Universum sei
demnach Sinn des einzelnen Lebens.

Sicht der Soziologischen Systemtheorie

Nach der Luhmannschen Systemtheorie, einer Spielart der Soziologischen Systemtheorie des
deutschen Soziologen Niklas Luhmann, ist Sinn das universale Medium der Formbildung
27

psychischer und sozialer Systeme und damit grundlegende Voraussetzung für den Fortbestand
dieser Systeme.

Physische, soziale und psychische Systeme bilden Formen. Zur Formenbildung benötigen sie
ein Medium. So wie für physische Systeme die Gegenstände, mit denen sich die Physik befasst,
ein universales Medium zur Bildung von Formen sind, so ist Sinn das universale Medium, mit
dem soziale und psychische Systeme Formen bilden können.

Im Medium Sinn gibt es mögliche Formen (die noch nicht aktualisiert wurden) und
aktualisierte (tatsächlich verwirklichte) Formen. Soziale Systeme erleben diesen Unterschied
und handeln, indem sie aus möglichen Formen wählen (selektieren) und sie zu aktualisierten
Formen werden lassen. Die Differenz zwischen möglichen und aktualisierten Formen ist
überhaupt der Grund für das Erleben und Handeln sozialer Systeme. Und Sinn als Medium für
Formen ist die Voraussetzung dazu, ermöglicht es dem System also überhaupt erst, an sich
anzuschließen und damit fortzubestehen (siehe Anschluss (Luhmann)).

Humoristische und spöttische Antworten

Auf die ewige Grundfrage des Menschen gibt es viele weitere Antworten, dazu gehören auch
folgende nicht ernst zu nehmende:

„42“ ist im Roman Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams die Antwort auf die
Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“. Allerdings sei unbekannt, wie
diese Frage eigentlich laute.

„Der Sinn des Lebens ist, über den Sinn des Lebens nachzudenken“ aus dem Comic B.C.
von Johnny Hart

In „Der Sinn des Lebens“ (The Meaning of Life), einem Film der britischen Komikertruppe

Monty Python, gibt eine Fernsehansagerin den Sinn des Lebens bekannt: „Seien Sie nett zu

Ihren Nachbarn, vermeiden Sie fettes Essen, lesen Sie ein paar gute Bücher, machen Sie
Spaziergänge und versuchen Sie, in Frieden und Harmonie mit Menschen jeden Glaubens und
jeder Nation zu leben.“

Literatur

Jürgen August Alt: Wenn Sinn knapp wird. Über das gelingende Leben in einer entzauberten
Welt. Campus, Frankfurt am Main / Wien 1997, ISBN 3-593-35684-8. (Diskussion verschiedener
historischer und moderner Sinnangebote)

Johanna J. Danis: Sinnführung. Vorträge Dezember 1997 – Mai 1999, Edition


Psychosymbolik, München 2000, ISBN 3-925350-74-8.

Viktor Frankl: Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn. Eine Auswahl aus dem
Gesamtwerk. 17. Auflage. Piper, München 2004, ISBN 3-492-20289-6 (Die Logotherapie
beschäftigt sich besonders mit der Sinnfrage).

Terry Eagleton: Der Sinn des Lebens. Ullstein, Berlin 2008, ISBN 978-3-550-08720-2.

Christoph Fehige, Georg Meggle, Ulla Wessels (Hrsg.): Der Sinn des Lebens. 5. Auflage. dtv,

München 2002, ISBN 3-423-30744-7. (Hervorragende Zusammenstellung wichtiger


Quellentexte)
28

Hartmut Gese: Die Frage nach dem Lebenssinn. Hiob und die Folgen. In: Alttestamentliche
Studien. Mohr, Tübingen 1991, S. 170–188, ISBN 3-16-145699-8 (Pp) / ISBN 3-16-145739-0
(Gb).

Bernulf Kanitscheider: Auf der Suche nach dem Sinn. Insel-Taschenbuch, Frankfurt am
Main / Leipzig 1995, ISBN 3-458-33448-3.

Peter Lauster: Der Sinn des Lebens. Econ, Düsseldorf, u. a. 1991, ISBN 3-430-15911-3.

Horst-Joachim Rahn: Zum Sinn des Lebens. Windmühle, Hamburg 2012, ISBN 978-3-
86451005-2.

Hans Reiner: Der Sinn unseres Daseins. Herausgegeben und bearbeitet von Norbert
Huppertz. Pais, Oberried 2004, ISBN 978-3-931992-21-7.

Manfred Spitzer: Vom Sinn des Lebens: Wege statt Werke. Schattauer, Stuttgart 2007,
ISBN 978-3-7945-2563-8.

Pirmin Stekeler-Weithofer: Sinn (Grundthemen Philosophie). de Gruyter, Berlin / Boston


2011, ISBN 978-3-11-025415-0.

Paul Tiedemann: Über den Sinn des Lebens. Die perspektivische Lebensform. WBG,

Darmstadt 1993, ISBN 3-534-12030-2 (Systematisierung verschiedener Typen von


Sinnkonzepten). Reinhard Lauth: Der Sinn des Daseins, Jerrentrup, München 2002, ISBN 3-
935990-02-2 (Facsimile der Habilitationsschrift Universität München [1948], 381 Seiten).

Tatjana Schnell: Psychologie des Lebenssinns. Springer 2016, ISBN 978-3-662-48921-5.

Thomas Kriza: Die Frage nach dem Sinn des Lebens. Das zwiegespaltene Verhältnis des
modernen Denkens zu den Sinnentwürfen der Vergangenheit (= Blaue Reihe). Meiner,
Hamburg 2018, ISBN 978-3-7873-3326-4 (eingeschränkte Vorschau (https://books.google.de/b
ooks?id=LxCKDwAAQBAJ) in der Google-Buchsuche).

Weblinks
Wikiquote: Sinn des Leben – Zitate

Thaddeus Metz: The Meaning of Life. (http://plato.stanford.edu/entries/life-meaning) In:


Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.

Ergebnisse aus der empirischen Forschung zur Sinnfrage. (http://www.sinnforschung.org/)


Universität Innsbruck

Christian Thies: Denn jeder sucht ein All. Vom Sinn des Lebens. Reclam, Leipzig 2003, ISBN
3-379-20048-4.

Herbert Frohnhofen: Der christliche Glaube und die Sinnfrage. (http://www.theologie-


beitraege. de/sinn.pdf) In: theologie-beitraege.de (PDF-Datei; 124 kB)

Klaus-Peter Pfeiffer: „Sinn des Lebens“. (http://d-nb.info/96845738x/34) Systematische


Überlegungen im Ausgang von Robert Reininger, Diss. Bonn 2001

Einzelnachweise

Herbert Frohnhofen zitiert P. Tiedemann, S. 2, These 7 (PDF (http://www.theologie-beitraege.d


e/sinn.pdf)).
29

Volker Gerhardt: Stichwort Sinn des Lebens. In: HWPh, Band 9, 1995.

Friedrich Schleiermacher: Über den Wert des Lebens. (1792/93, posthum), G. Meckenstock
(Hrsg.): Kritische Gesamtausgabe. Band I/1, de Gruyter, Berlin/New York, S. 391 ff.; William
James: Is life worth living? In: The will to believe, and other essays in popular philosophy.
Longmans, Green & Co., New York 1897.

Günther Anders: Die Antiquiertheit des Menschen. Band II, C. H. Beck, München 1980, ISBN
3406-47645-7, Kapitel Die Antiquiertheit des Sinns, S. 369: Über die Zerstörung des Lebens im
Zeitalter der dritten industriellen Revolution.

Jürgen Beetz: Eine phantastische Reise durch Wissenschaft und Philosophie: Don Quijote und

Sancho Pansa im Gespräch, Kapitel 13: Diskurs über den Sinn des Lebens. Alibri, Aschaffenburg
2012, S. 234. Er vermutet, dass das Leben oder das Universum überhaupt keine Eigenschaft mit
der Bezeichnung "Sinn" habe, so wenig, wie ein Atom eine Eigenschaft mit der Bezeichnung
"Farbe" hat (a. a. O., S. 232).

Christoph Fehige, Georg Meggle, Ulla Wessels: Vorab. In: dies. (Hrsg.): Der Sinn des Lebens.

5. Auflage. Dtv, München 2002, S. 14.

Fredrik Agell: Die Frage nach dem Sinn des Lebens: Über Erkenntnis und Kunst im Denken
Nietzsches. Wilhelm Fink, München 2006, S. 135.

Harry Stroeken: Psychotherapie und der Sinn des Lebens. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen
1998, S. 30.

Psychologie: Depression – die Krankheit mit dem Mangel an Sinn.


(https://www.welt.de/gesund heit/article5562551/Depression-die-Krankheit-mit-dem-
Mangel-an-Sinn.html) In: Welt online, abgerufen am 19. Februar 2012.

Thomas Nagel: Das Absurde. Kapitel 2 In: Über das Leben, die Seele und den Tod. Hain,
Königstein 1984.

Ludwig Marcuse: Philosophie des Un-Glücks. Diogenes, Zürich 1981, S. 233 (Ursprünglich:
Pessimismus. Ein Stadium der Reife. Rowohlt, Hamburg 1953).

Martin Heidegger: Sein und Zeit. §§ 9 und 45.

Peter Sloterdijk: „In dem Augenblick, in dem unser Bewußtsein reif wird, die Idee des Guten als
eines Zieles fallenzulassen und sich dem, was schon da ist, hinzugeben, wird eine

Entspannung möglich, in der das Auftürmen von Mitteln zu Gunsten imaginärer, immerferner
Ziele sich von selbst erübrigt. Nur vom Kynismus her läßt sich der Zynismus eindämmen, nicht
von der Moral aus.“ In: Kritik der zynischen Vernunft. Band 1, Suhrkamp, Frankfurt 1983, S.
367.

Albert Camus: Das Absurde entsteht aus dieser Gegenüberstellung des Menschen, der fragt,
und der Welt, die vernunftwidrig schweigt. In: Der Mythos von Sisyphos. Ein Versuch über das
Absurde. Rowohlt, Hamburg 1959, S. 56.

Theodor W. Adorno: Negative Dialektik. Suhrkamp, Frankfurt 1966, S. 370.

Viktor Frankl: Psychotherapie für den Laien. Rundfunkvorträge über Seelenheilkunde. 4.


Auflage. Freiburg 1973, S. 67.
30

Viktor Frankl: … trotzdem Ja zum Leben sagen. Kösel, München 1977, S. 108.

Viktor E. Frankl: Es kommt der Tag, da bist du frei. Kösel-Verlag, München 2015, ISBN 978-
3466-37138-9, S. 49.

Viktor E. Frankl: Es kommt der Tag, da bist Du frei. Kösel-Verlag, München 2015, ISBN 978-
3466-37138-9, S. 116.

Viktor Frankl: Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn. Eine Auswahl aus dem Gesamtwerk.

19. Auflage. Piper, München 2006, ISBN 978-3-492-20289-3, S. 155.|

Karl Jaspers: Psychologie der Weltanschauungen. Springer, Berlin 1919, S. 272–273.

Hermann Hesse in einem Brief vom 16. Juni 1956 an Marianne Wedel, abgedruckt in:

Hermann Hesse: Lieben, das ist Glück. Gedanken aus seinen Werken und Briefen. Liebe, Glück,
Humor und Musik. Zusammengestellt von Volker Michels, Suhrkamp, Frankfurt 2008, S. 7.

Dag Hammarskjöld: Zeichen am Weg, zitiert nach: Reinhard Lettmann: Wage das Ja zu dir
selbst, zum Mitmenschen, zu Gott. Butzon & Bercker, Kevelaer 1994.

Wilhelm Schmid: Das schöne Leben. Was es heißt, den „Sinn des Lebens“ zu finden. In: der
blaue reiter, Ausgabe 8.

Platon: Apologie des Sokrates. 38 a

Aaron J. Gurjewitsch: Das Weltbild des mittelalterlichen Menschen. Beck, München 1997, S.
102; Robert Spaemann spricht von einer mittelalterlichen „theologischen Teleologie“:

Naturteleologie und Handlung. Hermann Krings zum 65. Geburtstag mit Dank. In: Zeitschrift für
philosophische Forschung. Bd. 32, H. 4 (Okt. – Dec., 1978), S. 481–493.

Helmut Gollwitzer: Krummes Holz – aufrechter Gang. Zur Frage nach dem Sinn des Lebens.
Christian Kaiser Verlag, 10. Auflage München 1985, S. 90.

Helmut Gollwitzer: Krummes Holz – aufrechter Gang. Zur Frage nach dem Sinn des Lebens.
Christian Kaiser Verlag, 10. Auflage München 1985, S. 94–95.

Ludwig Feuerbach: Die Unsterblichkeitsfrage vom Standpunkte der Anthropologie. (1846) In:
W. Schuffenhauer (Hrsg.): Gesammelte Werke. Band 10, S. 282.

Søren Kierkegaard: Entweder/Oder. Ein Lebensfragment. (1843), II. Abschnitt: Das


Gleichgewicht zwischen dem Ästhetischen und dem Ethischen in der Herausarbeitung der
Persönlichkeit, dtv, München 1975.

Friedrich Nietzsche: Nachgelassene Fragmente Sommer–Herbst 1884 (26 | 47 (http://www.the


nietzschechannel.com/notebooks/german/nachd/nachd26a.htm))

Friedrich Nietzsche: Nachgelassene Fragmente Sommer 1886–Herbst 1887 (5 | 71 (http://ww

w.thenietzschechannel.com/notebooks/german/nache/nache5.htm))

Friedrich Nietzsche: Nachgelassene Fragmente Sommer/Herbst 1873. (29 | 54 (http://www.the


nietzschechannel.com/notebooks/german/nacha/nacha29a.htm))

Jean-Claude Wolf: Egoismus und Moral. Paulusverlag, Freiburg/Schweiz 2007, S. 34.


31

Wilhelm Dilthey: Allgemeine Geschichte der Philosophie. Vorlesungen 1900–1905. hrsg. und
eingeleitet von Hans-Ulrich Lessing

Lutz Geldsetzer: Die Philosophie der Philosophiegeschichte im 19. Jahrhundert. Zur


Wissenschaftstheorie der Philosophiegeschichtsschreibung und -betrachtung. Hain, Meisenhain
am Glan 1968, S. 110.

Jean Paul Sartre: Das Sein und das Nichts. Rowohlt, Reinbek 1993, S. 253.

Hans-Martin Schönherr-Mann: Sartre: Philosophie als Lebensform. Beck, München 2005, S.


31ff.

Ludwig Wittgenstein: Logisch-philosophische Abhandlung, Tractatus logico-philosophicus.

Kritische Edition. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998.

Ludwig Wittgenstein: Tagebücher 1914–18. In: Schriften. Band 1, Suhrkamp, Frankfurt 1960, S.
167.

Bertrand Russell: A free man’s worship. (1903), In: Mysticism and Logic. Longmans Green, New
York/ London 1918.

Sinngemäß aus seinem Buch „Innenansichten eines Artgenossen“: „Der Ausgang der
kosmischen Geschichte allein wird ihre Rechtfertigung bilden. Da diese- als unüberbietbarer
gigantischer Leerlauf gedacht- die am wenigsten plausible Annahme von allen darstellt, muss
es dem Menschen genügen zu wissen, dass sein Dasein Sinn im Rahmen dieses Ganzen hat. Das
ist mehr als mancher zu hoffen wagte.“

Martha Nussbaum, Amartya Sen: The Quality of Life. Clarendon Press, Oxford 1993.

Martha Nussbaum: Die Grenzen der Gerechtigkeit. Behinderung, Nationalität und


Spezieszugehörigkeit. Suhrkamp, Berlin 2010.

Alasdair McIntyre: Der Verlust der Tugend. Zur moralischen Krise der Gegenwart. Suhrkamp,
Frankfurt am Main 1995.

Vgl. Henry Deku: Wahrheit und Unwahrheit der Tradition, St. Ottilien 1986, Seite 255 f.

Dietrich Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Hrsg.
von Eberhard Bethge. Gesammelte Werke Bd. 8. Kaiser, Gütersloh 1998, S. 426.

Gautama Buddha (überliefert): Dígha Nikáya (DN 16), Maháparinibbána Sutta


(http://www.palik anon.com/digha/d16_6.htm#16.6.3)

Gautama Buddha (überliefert): Dígha Nikáya (DN 22), Mahásatipatthána Sutta


(http://www.palik anon.com/digha/d22.htm)

"Bahaism." The American Heritage Dictionary of the English Language. 4. Auflage. Houghton
Mifflin Company, 2007 (reference.com (http://dictionary.reference.com/browse/bahaism)).

Smith, P.: A Concise Encyclopedia of the Bahá'í Faith. Oneworld Publications, Oxford 1999,
ISBN 978-1-85168-184-6, S. 325–328.

The Purpose of Life' Bahá'í Topics An Information Resource of the Bahá'í International

Community. (https://web.archive.org/web/20090829233333/http://info.bahai.org/article-1-4-
0-6.h tml) Archiviert vom Original (https://giftbot.toolforge.org/deref.fcgi?url=http%3A%2F
32

%2Finfo.bah ai.org%2Farticle-1-4-0-6.html) am 29. August 2009; abgerufen am 13. September


2009.

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Diese Seite wurde zuletzt am 18. Januar 2021 um 20:59 Uhr bearbeitet.

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9. Selbstständigkeitserklärung

Ich erkläre, dass ich die Facharbeit ohne fremde Hilfe angefertigt und nur die im
Literaturverzeichniss angeführten Quellen und Hilfsmittel benutzt habe.

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