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1/29/2017 Deutsch 

lernen in München DKFA

 Wir stellen Ihnen das Übungsmaterial kostenlos zur Verfügung.

Vorbereitung: Wortschatz
 
Im Text erscheinen folgende Eigennamen:
Susanne Pölchau, Reporterin

Christian Kaernbach, Wahrnehmungsforscher (Universität Leipzig)

Chris Darwin, Wahrnehmungsforscher (University of Sussex)

Birger Kollmeier, Wissenschaftlicher Leiter des Oldenburger Hörzentrums

 
Noch ein paar Wörter, die Ihnen das Bearbeiten der Aufgaben erleichtern:
e Wahrnehmung, ­
en    etwas mit den Sinnen bemerken, z.B eine optische oder akustische
(Verb: etwas Wahrnehmung
wahrnehmen)
r Schall (nur Sg.) Schwingungen und Wellen, die man mit dem Ohr wahrnimmt
(Geräusche) orten   die Position von Geräuschen bestimmen

scheibchenweise Stück für Stück, Scheibchen für Scheibchen

raffiniert schlau, geschickt, clever
sprachbegabte
hier: Wesen, die sprechen können
(Wesen)
das Geräusch, das man besonders in einem großen, leeren Raum nach
r Nachhall (nur Sg.)
dem eigentlichen Ton noch hört
etwas (mit etwas)
etwas in eine Berechnung mit einbeziehen
verrechnen

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Aufgabe 1: Hauptinformationen der Einleitung

Hören Sie den Anfang des Textes und beantworten Sie dann drei zentrale
Fragen:
a. Von welcher Konferenz ist die Rede?

  Von der ____________________________________________________ 
 
b. Mit welchem der fünf Sinne beschäftigen sich die Forscher?

  Mit dem ____________________________________________________ 
 
In welchem Bereich wollen die Forscher ihre Erkenntnisse unter anderem
c.
anwenden?

  
  Bei der Entwicklung von _______________________________________ 
 

(Lesen Sie den Hörtext erst, wenn Sie Ihre Lösungen überprüft haben.) 

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Aufgabe 2: Zentrale Aussage des Textes

Hören Sie sich nun den ganzen Text in aller Ruhe an. Machen Sie sich keine
Notizen, sondern versuchen Sie nur, das Wesentliche zu verstehen. 
Wie könnte man die Hauptaussage des Berichts zusammenfassen? Kreuzen Sie
bitte die entsprechende Aussage an. 

Hörforscher berichten von ihren anstrengenden Experimenten, bei denen sie im
 
Labor schreckliche Geräusche hören müssen, um herauszufinden, wie das Gehirn
das Hören organisiert. 

  Das Gehör der Tiere hat Ähnlichkeiten mit dem der Menschen; die beiden werden
näher verglichen.

  Wie organisiert das Gehirn das Hören und was kann man tun, wenn dieser
Mechanismus nicht mehr funktioniert.

  Es geht um die Entwicklung spezieller Hörgeräte, die man z.B. auf Cocktailpartys
tragen kann. 

(Lesen Sie den Hörtext in Auszügen erst, wenn Sie Ihre Lösungen überprüft haben.)

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Aufgabe 3: Notizen ergänzen

Am Anfang erfahren Sie mehr über Schallwellen und Tonhöhen. 
Ergänzen Sie bitte die Notizen.

Funktion von
Schallwellen? Geräusche _______________ und
_____________________

erkennen, wie viele
_________________________________

erkennen, wer
_____________________________________

Gehirn kann auch _________________ Hörszenen 

         _________________________________________   
 
Funktion von Tonhöhe?
  man kann mehrere Sprecher
___________________________

man kann sich
______________________________________

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Gehirn kann Tonhöhen auch interpretieren, wenn man 

        
_________________________________________________ 
 

(Lesen Sie den Hörtext erst, wenn Sie Ihre Lösungen überprüft haben.)

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Aufgabe 4: richtig­falsch
Bevor Sie mit der richtig­falsch­Aufgabe anfangen: 

Welche Frage möchte Chris Darwin mit dem "Schinken­Modell" klären? 

Wie kann
____________________________________________________________________ ? 
 
  

Bitte kreuzen Sie an, welche Aussage richtig und welche falsch ist.

a. Was trifft für das „Schinken­Modell“ zu? 
 
 richtig  falsch  

    Wie eine Schinkenscheibe, die aus Fett, Fleisch etc. besteht, hat auch der
Querschnitt durch einen Ton ein bestimmtes Muster.

    Das Muster eines Tones ist raffinierter als das Muster einer
Schinkenscheibe.

   
Das Gehirn verarbeitet die Töne scheibchenweise.

   
Das Gehirn kann aufeinanderfolgende Scheiben vergleichen.

    Das Gehirn kann manchmal nur schwer herausfinden, was relevant ist,
wenn zu viele Geräusche zur selben Zeit zu hören sind.

   
Das Gehirn kann wichtige und unwichtige Geräusche differenzieren.

b. Was haben Tierversuche gezeigt? 
 
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richtig falsch  

    Nur Lebewesen, die sprechen können, sind in der Lage wichtige und
unwichtige Töne zu differenzieren.

    Auch Mäuse verfügen über Neuronen, mit denen Sie die Tonhöhen
unterscheiden können.

    Mäuse sind nur darauf spezialisiert, Gefahrenquellen zu erkennen, z.B. den
Tritt einer Katze.

    Wenn Mäuse genauso gut hören möchten wie Menschen, dann bräuchten
sie Hilfsmittel.

(Lesen Sie den Hörtext erst, wenn Sie Ihre Lösungen überprüft haben.) 

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Aufgabe 5: Notizen und Text ergänzen

Ergänzen Sie die folgende Übersicht. 

In welchen komplexen Situationen sind Schwerhörige besonders
überfordert?

Bei vielen

___________________________________________________________________

___________________________________________________________________

__________________________________________________  und bei

___________________________________________________________________

Man nennt das: ___________________________________________________ 
 

Ergänzen Sie den Text mit Informationen aus dem Bericht. 

Bitte beachten Sie: Der folgende Text entspricht nicht Wort für Wort dem
Hörtext. 
Sie müssen die gehörten Informationen anpassen.

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Das Hifi­ ___________________________ für die Zukunft hat zwei Ziele: Es
verbessert die  

___________________________ und ermöglicht den Menschen, auch bei störendem 

___________________________ alles zu verstehen. 

Das Besondere an dem "binauralen Hörgerät" ist, dass es die Aufgabe des 

___________________________ übernimmt: Es kann den
___________________________  

vom rechten und vom linken Ohr miteinander ___________________________ . 

Mit so einem Hörgerät kann man seinen Gesprächspartner besser
___________________________ 

und wird beim Zuhören auch nicht so schnell ___________________________ . 

Leider ist die Entwicklung noch nicht abgeschlossen, denn es fehlt noch eine
___________________________  

Verbindung zwischen dem Hörgerät im linken und dem Hörgerät im rechten Ohr. 

So eine Entwicklung würde sich wirtschaftlich lohnen, denn
___________________________ Prozent 

der gesamten Bevölkerung und ___________________________ Prozent aller
Menschen 

über ___________________________ hören schlecht. 
 

(Lesen Sie den Hörtext erst, wenn Sie Ihre Lösungen überprüft haben.)

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Aufgabe 1: Hauptinformationen der Einleitung

Hören Sie den Anfang des Textes und beantworten Sie dann drei zentrale
Fragen:
a. Von welcher Konferenz ist die Rede?

  Von der 6. Tübinger Wahrnehmungskonferenz 
 
b. Mit welchem der fünf Sinne beschäftigen sich die Forscher?

  Mit dem Hören / Gehör / Hörsinn 
 
In welchem Bereich wollen die Forscher ihre Erkenntnisse unter anderem
c.
anwenden?

  
  Bei der Entwicklung von Hörgeräten 
 

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Aufgabe 2: Zentrale Aussage des Textes

Hören Sie sich nun den ganzen Text in aller Ruhe an. Machen Sie sich keine
Notizen, sondern versuchen Sie nur, das Wesentliche zu verstehen.  
Wie könnte man die Hauptaussage des Berichts zusammenfassen? Kreuzen Sie
bitte die entsprechende Aussage an. 

Hörforscher berichten von ihren anstrengenden Experimenten, bei denen sie im
Labor schreckliche Geräusche hören müssen, um herauszufinden, wie das Gehirn
 
das Hören organisiert. 
(Die Beschreibung der Arbeitsbedingungen von Hörforschern ist nur eine
Nebeninformation, aber nicht das zentrale Thema des Berichts.)

Das Gehör der Tiere hat Ähnlichkeiten mit dem der Menschen; die beiden werden
  näher verglichen. 
(Dieses Thema wird nur in einem kleinen Abschnitt angesprochen und ist nicht das
Hauptthema des Berichts.)

Wie organisiert das Gehirn das Hören und was kann man tun, wenn dieser
Mechanismus nicht mehr funktioniert. 
(Richtig! Dieser Satz fasst die Hauptaussage des Berichts am besten zusammen.)

Es geht um die Entwicklung spezieller Hörgeräte, die man z.B. auf Cocktailpartys
tragen kann. 
  (Um die Entwicklung spezieller Hörgeräte geht es nur im zweiten Teil des Berichts;
es ist jedoch nicht die Rede davon, dass man sie auf Cocktailpartys tragen kann;
Cocktailparty­Effekt nennt man lediglich die erschwerten Bedingungen bei einer
Kommunikation.)

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 Wir stellen Ihnen das Übungsmaterial kostenlos zur Verfügung.

Aufgabe 3: Notizen ergänzen

Am Anfang erfahren Sie mehr über Schallwellen und Tonhöhen. 
Ergänzen Sie bitte die Notizen.

  Funktion von
Schallwellen? Geräusche orten und zuordnen

erkennen, wie viele Personen sprechen

erkennen, wer am nächsten steht

Gehirn kann auch komplexe Hörszenen analysieren 

 
Funktion von
Tonhöhe? man kann mehrere Sprecher auseinanderhalten
 
 
man kann sich auf einen Sprecher konzentrieren

Gehirn kann Tonhöhen auch interpretieren, wenn man mehrere
Geräusche gleichzeitig hört 
 

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Aufgabe 4: richtig­falsch
Bevor Sie mit der richtig­falsch­Aufgabe anfangen: 

Welche Frage möchte Chris Darwin mit dem "Schinken­Modell" klären? 

Wie kann unser Gehirn die Tonhöhen erkennen? 

  

Bitte kreuzen Sie an, welche Aussage richtig und welche falsch ist.

a. Was trifft für das „Schinken­Modell“ zu? 
 
 richtig  falsch  

  Wie eine Schinkenscheibe, die aus Fett, Fleisch etc. besteht, hat auch der
Querschnitt durch einen Ton ein bestimmtes Muster.

Das Muster eines Tones ist raffinierter als das Muster einer
   Schinkenscheibe. 
 
(Nicht das Muster ist raffinierter, sondern die Vorgehensweise des Gehirns:
Es analysiert nicht nur einzelne Scheiben, sondern Sequenzen von
Scheiben.)

    
Das Gehirn verarbeitet die Töne scheibchenweise.

   
Das Gehirn kann aufeinanderfolgende Scheiben vergleichen.

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Das Gehirn kann manchmal nur schwer herausfinden, was relevant ist,
   wenn zu viele Geräusche zur selben Zeit zu hören sind. 
 
(Ob es dem Gehirn schwer fällt, Relevantes von Unwichtigem zu trennen,
davon steht nichts im Text; es wird nur erwähnt, dass es über diese
Fähigkeit verfügt.)

   
Das Gehirn kann wichtige und unwichtige Geräusche differenzieren.

b. Was haben Tierversuche gezeigt? 
 
richtig falsch  

   Nur Lebewesen, die sprechen können, sind in der Lage wichtige und
  unwichtige Töne zu differenzieren. 
(Nein, diese Fähigkeit ist nicht nur auf sprachbegabte Wesen beschränkt;
das haben Tierversuche gezeigt.)

    Auch Mäuse verfügen über Neuronen, mit denen Sie die Tonhöhen
unterscheiden können.

   Mäuse sind nur darauf spezialisiert, Gefahrenquellen zu erkennen, z.B. den
  Tritt einer Katze. 
(Der Text erwähnt nicht, dass sie sich nur darauf spezialisieren,
Gefahrenquellen zu erkennen. Das ist lediglich ein Beispiel.)

   Wenn Mäuse genauso gut hören möchten wie Menschen, dann bräuchten
 
sie Hilfsmittel. 
(Ob Menschen oder Tiere besser hören, davon steht nichts im Text.)

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Aufgabe 5: Notizen und Text ergänzen

Ergänzen Sie die folgende Übersicht. 

In welchen komplexen Situationen sind Schwerhörige besonders
überfordert?

Bei vielen 

Stimmen

Geräuschen

Schallquellen und bei

Nachhall

Man nennt das: Cocktailparty­Effekt 
 

Ergänzen Sie den Text mit Informationen aus dem Bericht. 

Bitte beachten Sie: Der folgende Text entspricht nicht Wort für Wort dem
Hörtext.  
Sie müssen die gehörten Informationen anpassen.

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Das Hifi­ Hörgerät für die Zukunft hat zwei Ziele: Es verbessert die   

Klangqualität  und ermöglicht den Menschen, auch bei störendem  

Lärm alles zu verstehen. 

Das Besondere an dem "binauralen Hörgerät" ist, dass es die Aufgabe des  

Gehirns übernimmt: Es kann den Klang  

vom rechten und vom linken Ohr miteinander verrechnen. 

Mit so einem Hörgerät kann man seinen Gesprächspartner besser verstehen  

und wird beim Zuhören auch nicht so schnell müde. 

Leider ist die Entwicklung noch nicht abgeschlossen, denn es fehlt noch eine drahtlose  

Verbindung zwischen dem Hörgerät im linken und dem Hörgerät im rechten Ohr. 

So eine Entwicklung würde sich wirtschaftlich lohnen, denn 15/fünfzehn Prozent  

der gesamten Bevölkerung und 50/fünfzig Prozent aller Menschen  

über 65/fünfundsechzig hören schlecht.
 

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Aufgabe 6: ganzen Text noch einmal hören
[Geräusche] Ein typischer Klangbrei, alltäglich für Kongresse, Bahnhöfe oder Partys.
Kommunikation wird da anstrengend und verlangt unserem Gehirn Höchstleistungen ab.
Cocktailparty­Effekt nennen Gehirnforscher diese erschwerten Bedingungen. Wie können
wir uns in einem solchen Akustik­Salat noch auf einen bestimmten Gesprächspartner
konzentrieren? Und was läuft dabei in unserem Gehirn ab? Was Forscher dazu bisher
wissen und wie sie ihre Ergebnisse ganz praktisch – zum Beispiel für die Entwicklung von
Hörgeräten – verwerten, das konnte man letztes Wochenende bei der 6. Tübinger
Wahrnehmungskonferenz erfahren. Susanne Pölchau berichtet: 
 
Allein anhand von Schallwellen können wir Geräusche orten und zuordnen, erkennen, wie
viele Personen sprechen, wer am lautesten ist, und wer am nächsten steht. Unser Gehirn
hat enorme Fähigkeiten, komplexe Hörszenen zu analysieren, sagt Christian Kaernbach.
Der Wahrnehmungsforscher aus Leipzig witzelt gerne, dass Hörforscher bereits zu
Lebzeiten einen ganz besonderen Platz in der Hölle haben. Er spielt darauf an, welch
hässliche Geräusche er und seine Kollegen sich ständig im Labor anhören müssen.
[Geräusche] Und all das nur, um in Experimenten herauszufinden, wie das Gehirn das
Hören organisiert.
Wie erkennt es zum Beispiel Tonhöhen? Die Tonhöhe spielt eine wichtige Rolle, wenn es
darum geht, mehrere Sprecher auseinander zu halten und sich speziell auf einen zu
konzentrieren. Das hat Chris Darwin von der University of Sussex herausgefunden. Aber
wie interpretiert unser Gehirn die Tonhöhe, wenn mehrere Geräusche gleichzeitig zu hören
sind? 
 
(Übersetzung Darwin) „Ein einfaches Modell, wie das Gehirn die Tonhöhe erkennen kann,
sagt Chris Darwin, ist, dass es die Töne sozusagen scheibchenweise verarbeitet, in etwa
so, als ließen wir einen Schinken durch eine Schneidemaschine und dann schauen wir uns
Stück für Stück an: Wie viel Fett, wie viel Fleisch ist dran, an jeder einzelnen Scheibe? Und
welches Muster ergibt sich daraus? Unser Gehirn untersucht aber nicht jeden Ton wie eine
Scheibe Schinken: Es ist viel raffinierter: Es kann auch die Zusammensetzung der
vorhergegangenen Schinkenscheiben anschauen und manchmal sogar die, die noch folgen
werden. Und daraus folgert es dann, welche Aspekte für das relevant sind, was man
gerade hört, und welche nur zufällig zur selben Zeit zu hören waren.“

Dass diese Fähigkeit nicht nur auf sprachbegabte Wesen beschränkt ist und in der
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Evolution wohl bereits sehr früh angelegt wurde, zeigen Tierversuche. „Bereits Mäuse
zeigen tonhöhen­sensitive Neuronen und das ist kein Zufall, denn schließlich hilft ihnen ja
diese selbe Analyse ­ sagen wir mal eine Gefahrenquelle ­ aus der Mischung der
Schallgeräusche herauszudividieren. Das für sie Relevante, das kann ja auch überdeckt
sein durch Raschelgeräusche von Blättern oder sonst etwas und sie müssen trotzdem den
Tritt der Katze jetzt da heraushören und deshalb brauchen die genau solche
szenenanalytische Hilfsmittel, wie wir sie brauchen.“ 
 
Welche Meisterleistung das Gehirn normalerweise beim Hören vollbringt, wird deutlich,
wenn das Gehör nicht mehr gut funktioniert. Schwerhörige sind besonders in komplexen
Situationen überfordert, wenn es viele Stimmen, Geräusche, Schallquellen und Nachhall
gibt. Diesen so genannten Cocktailparty­Effekt können kommerzielle Hörgeräte bisher nicht
ausgleichen. Am neu gegründeten Oldenburger Kompetenzzentrum Hörtech wird derzeit
ein Hifi­Hörgerät für die Zukunft entwickelt.  

Professor Birger Kollmeyer: "Da geht es vorwiegend darum, verbesserte Lösungen für eine
bessere Klangqualität und besseres Verstehen auch unter Störlärm zu erreichen. Ein
wesentlicher Ansatz ist dabei das binaurale Hörgerät, das heißt also ein Hörgerät, wo die
beiden Seiten – rechtes und linkes Ohr, rechte / linke Seite ­ miteinander wechselwirken.
Das heißt in diesem Hörgerät wird etwas von dem nachgemacht, was unser Gehirn
normalerweise automatisch macht, nämlich den Klang vom rechten Ohr und vom linken
Ohr miteinander zu verrechnen und unerwünschte Störschallanteile und Nachhall zu
reduzieren und den gewünschten Klang zu verstärken." 
 
Dieses Gerät hilft nicht nur, das Gegenüber besser zu verstehen, es senkt auch die
Ermüdung beim Zuhören. Um das neue Gerät auf den Markt bringen zu können, muss
allerdings jetzt noch eine drahtlose Verbindung zwischen den beiden Hörgeräten im linken
und im rechten Ohr entwickelt werden. Lohnend sind solche Entwicklungen allemal: Rund
15 % der Bevölkerung und die Hälfte aller Menschen im Alter über 65 hören schlecht, und
wer schwer hört, hat es schwer im Leben.
 
Quelle: Bayern 5 am Sonntag (Redaktion Wissenschaft & Technik)
Sendung vom 26.01.2003 [ca. 490 Wörter; Länge: 4:39]

http://www.dkfa.de/de/hv­training?view=hv&id=4 2/2

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