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1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co.

KG 2005 ¥ 12 ∂

Brücke über den Traversinertobel

Bridge over the Traversinertobel

Entwurf und Tragwerksplanung:


Conzett Bronzini Gartmann, Chur
Projektleitung:
Jürg Conzett, Rolf Bachofner

Photo: Wilfried Dechau, Stuttgart

Brückenbau in der Schweiz beschert seit nicht um seiner selbst willen auf der Spur, Mala, findet man sein jüngstes Brückenbau-
Generationen ein Meisterwerk nach dem sondern sucht, was an einem bestimmten werk – eine Hängebrücke mit getrepptem
anderen. Die herausragenden Schweizer Ort mit verfügbaren Baustoffen konstruktiv Gehweg aus Holz. Auf der östlichen Tal-
Brücken überzeugen nicht allein durch kon- und gestalterisch optimiert werden kann. seite – rechtsrheinisch also – führt ein alter
struktive Souveränität, sondern auch durch Bemerkenswert dabei: Ausgerechnet die Wanderweg von Zillis über Reischen, Sant
gestalterische, skulpturale Kraft. Die Beton- Baugeschichte ist ein Steckenpferd von ihm Albin und Carschenna nach Norden in Rich-
brücken von Robert Maillart avancierten zu – kennen zu lernen und anzuerkennen, was tung Thusis. Brückenfreunde erreichen von
Pilgerstätten für Ingenieure und Architekten, die Vorfahren geleistet haben, gehört für ihn Reischen aus zunächst die Stelle, wo die
und Christian Menn garantierte eine Konti- allerdings selbstverständlich zum Metier. Punt da Suransuns – eine Spannbandbrü-
nuität im ambitionierten Schweizer Brücken- Geschichtskenntnisse fördern das Verständ- cke mit 40 m Spannweite, ebenfalls vom
bau, die nun seit einigen Jahren von Jürg nis für Pluralität, und Jürg Conzett baut ent- Büro Conzett, Bronzini und Gartmann – seit
Conzett in individueller, vielfältiger Weise sprechend mal ein Holzsprengwerk für eine 1999 den Rhein überquert. Bleibt man hier
fortgesetzt wird. Jürg Conzett lässt sich Straßenbrücke, mal ein stahlunterspanntes auf dem ausgeschilderten Wanderweg, so
nicht auf ein Baumaterial oder einen Kon- Raumfachwerk für einen Fußgängersteg, kommt man dann bald an die Stelle, wo
struktionstypus festlegen und experimentiert mal eine Hub-, mal eine Steinbogenbrücke. das Traversinertobel vis-à-vis des Dorfes
ausgesprochen gern. Er ist dem Neuen Im Traversinertobel, einem Seitental der Via Rongellen nach rechts, Richtung Osten ab-

Schnitt
Maßstab 1:600

Section A
scale 1:600

zweigt. Hier geht es gut 50 m in die Höhe, Als hängende Treppe mit variierender Stei- des Fachwerks bilden. Zusätzlich verteilen
bis man zur Stelle gelangt, wo der Wander- gung überwindet der Steg bei einer Spann- sie durch ihre Steifigkeit auftretende Einzel-
weg 1996 im Zuge einer vorsichtigen Touris- weite von 56 m eine Höhendifferenz von lasten und bilden zusammen mit Querträ-
musförderung mit dem ersten Traversiner- 22 m. Die Tragstruktur besteht aus einem gern und Diagonalstäben einen stabilen
steg um eine Attraktion bereichert worden vorgespannten Seilfachwerk mit doppeltem Windverband. Durch ihre Lage teilweise au-
war: einer unterspannten Holzkonstruktion Strebenzug in zwei vertikalen Ebenen im ßerhalb des Gehwegs verhindern sie den
aus der Feder von Jürg Conzett. Dieser Abstand von 1,9 m. Die beiden Hauptseile Blick senkrecht nach unten in die 70 m tiefe
Steg wurde im März 1999 bei einem Stein- leiten die auftretenden Vertikal- und Horizon- Schlucht und erhöhen so das Sicherheitsge-
schlag vollständig zerstört. Durch das mus- talkräfte über Stahlbetonstützen und -stre- fühl der Wanderer. Auf den beiden inneren
tergültige Engagement des Vereins «Kultur- ben in die Fundamente. An den Hauptseilen Trägern ist ein im Trittprofil geschnittenes
raum Viamala» wurden die Finanzierung sind die Seile des Rautenfachwerks mit Seil- Brettschichtholz aus Lärche aufgesattelt, auf
und der Bau einer neuen, nicht minder an- klemmen befestigt und über Gabelspann- welchem die Trittbretter einzeln verschraubt
spruchsvollen Brücke möglich. Aufgrund köpfe mit den stählernen Querträgern des sind. An jedem Querträger sind aus Flach-
der Steinschlaggefahr verlegte man den Gehwegs verbunden. Auf diesen sind zehn stählen geschweißte Geländerstützen befes-
Standort aber etwa 70 m weiter tobelab- parallel verlaufende Brettschichtholzträger tigt, dazwischen werden die Geländerbret-
wärts. Ursula Baus montiert, die den druckbelasteten Untergurt ter von je zwei Stahlstäben in die Krümmung
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Dokumentation 2
1431

gezwungen, die der Gehweg beschreibt. Over the generations, bridge building in Swit- and somewhere else a space-frame pedestri-
Um den Aufwand für die Instandhaltung zu zerland has produced a whole series of mas- an bridge trussed on the underside.
minimieren, wurden nur Materialien hoher terpieces. The concrete bridges created by His latest structure spans the Traversiner-
Dauerhaftigkeit verwendet: Lärchen- und Robert Maillart have become places of pil- tobel, a gorge-like side valley of the Via Mala.
Föhrenkernholz sowie feuerverzinkter und grimage for engineers and architects alike, In this case, it is a suspension footbridge with
galvanisierter Stahl. Einen hohen konstrukti- and for some years now, Jürg Conzett has timber steps. On the eastern side of the valley
ven Witterungsschutz ereichte man zudem pursued the same goal in his own individual – on the right bank of the Rhine – an old hik-
durch die weitgehende Vermeidung horizon- and varied way. Conzett does not rely on one ing trail leads north from Zillis in the direction
taler Flächen sowie die Minimierung und type of construction or material. He likes to of Thusis. Coming from Reischen, bridge fans
gute Belüftung von Kontaktstellen zwischen experiment, though not just for the sake of at first reach the place where the Punt da
den Bauteilen. Die Baustelle konnte nur über doing something new. Structurally and Suransuns crosses the Rhine – a stressed-
den Wanderweg erschlossen werden, was through the design, and using the appropriate ribbon bridge with a 40-metre span, built in
sowohl in der Gestaltung als auch Materiali- materials, he seeks to bring out the qualities 1999 by Conzett, Bronzini and Gartmann.
sierung der Konstruktion berücksichtigt wer- of a particular location. Conzett builds a lift Soon one reaches the point opposite the vil-
den musste. Eine temporäre Materialseil- bridge here, a stone-arch bridge there, a tim- lage of Rongellen, where the Traversinertobel
bahn in der Stegachse erleichterte den Bau. ber trussed-frame road bridge in one place, branches off to the right, towards the east.

Schnitte
Maßstab 1:20
Detail B
Maßstab 1:10
1
Sections
scale 1:20
Detail B
scale 1:10
2

1 Spiralseil verzinkt Ø 36 mm
2 Spiralseil verzinkt Ø 10 mm
3 Querträger Stahlprofil HEA verzinkt 120 mm
4 Brettschichtholzträger Lärche 220 / 140 mm
5 Aufsattlung Brettschichtholz Lärche 80 mm
6 Trittbrett Föhre 60–100 / 50 mm 7
7 Handlauf Föhre gehobelt 30 / 80 mm
8 Geländerbrett Föhre 30 / 80 mm
9 Geländerstütze Stahlblech geschweißt, verzinkt
10 Windverband Rundstahl verzinkt Ø 12/16 mm 8
11 Gabelspannschloss Stahl verzinkt
12 Seilklemme Stahl verzinkt 9
13 Gabelkopf Stahl verzinkt
14 Ausgleichplatten Stahl verzinkt 10 mm
15 Kopfplatte Stahl verzinkt 50 mm

1 Ø 36 mm galvanized steel spiral cable


2 Ø 10 mm galvanized steel spiral cable
3 galvanized steel Å-section
cross-beam 120 mm deep 11 6
4 140/220 mm laminated larch beam
5 80 mm laminated larch bearers
6 50/60–100 mm pine tread strips 4
7 80/30 mm wrot pine handrail 5
8 80/30 mm wrot pine balustrade rail
9 galvanized welded steel balustrade column
10 Ø 12–16 mm galvanized steel rod wind bracing
11 galvanized steel turnbuckle with forked head
12 galvanized steel cable clamp
13 galvanized steel forked clamp
14 10 mm galvanized steel levelling plates
15 50 mm galvanized steel head plate
3 10
1432
3 Brücke über den Traversinertobel 2005 ¥ 12 ∂

13 14 15

12
1
12
1

13 13
1

B C

From here, the route ascends a good 50 me- Designed in the form of a suspended stair- the 70-metre-deep gorge, thus increasing the
tres to the spot where a new attraction was case with varying gradients, the new bridge sense of security for hikers. The individual
added to this trail in 1996. It formed part of a spans a distance of 56 m, with a 22 m differ- treads are bolted to larch bearers on the two
circumspect programme to promote tourism ence in height between the two ends. The innermost longitudinal beams. Connected to
in the area with the creation of the first pedes- load-bearing structure consists of a pre- every cross-member are steel columns, be-
trian link across the Traversinertobel. stressed cable truss with double tension stays tween which the balustrade rails are fixed.
This was a timber structure trussed on the un- in two vertical planes 1.90 m apart. The main Durability and weather resistance were
derside and also designed by Jürg Conzett. cables are connected to the steel cross- achieved by using materials such as larch and
On 16 March 1999, however, the bridge was beams beneath the footway by a grid of diag- pine heartwood and hot-dip galvanized steel,
completely destroyed by a rockfall. Through onal cables. Mounted on the cross-beams are and by minimizing horizontal areas and the
an exemplary initiative on the part of the or- ten parallel timber beams which form the low- surface contact between elements. Access
ganization Kulturraum Viamala, funds were er (compression) chord. Together with the to the site was solely via the hiking path, and
raised to construct a new and no less attrac- cross-beams and diagonal rods, this creates this is reflected in the design, the form of con-
tive bridge. In view of the danger of falling a robust wind-bracing system. Situated out- struction and the materials. A temporary ca-
rocks, the position was moved about 70 m side the line of the footpath, the longitudinal bleway along the axis of the bridge facilitated
further down the gorge. Ursula Baus beams also prevent a direct view down into the transport of materials during construction.

8
9
2

5 6

11

4
3

A
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Wohnhaus in Zürich

Dwelling Block in Zurich

Architekt:
Christian Kerez, Zürich
Mitarbeiter:
Andreas Meiler
Tragwerksplaner:
Joseph Schwartz, Oberägerih

Der Neubau eines Mehrfamilienhauses im Joseph Schwartz, Tragwerksplaner: For the architect, the main challenge of this
einstigen Villenquartier Zürichs macht in Die Ausführungsplanung des Mehrfamilien- development lay in realizing an open, flowing
seiner Radikalität und Reduktion von Form hauses wurde in enger Zusammenarbeit concept of internal space, while establishing
und Material die Entwurfsabsicht klar von Architekt und Ingenieur entwickelt. Beim strong links with the outdoor realm. Construc-
erfahrbar: den Raum als architektonisches architektonischen Entwurf des Gebäudes tionally, this was achieved with a complex,
Konzept. Die wesentliche Herausforderung spielte die Tragstruktur eine wesentliche three-dimensional composition, using pre-
lag für den Architekten in der Realisierung Rolle. Der Ingenieur ermöglichte es, das stressed flat slabs, point-supported, rough-
offener, fließender Raumübergänge im Inne- architektonische Konzept des Architekten finished wall slabs – offset to each other – and
ren und in der Herstellung eines starken durch Einsatz der heute zur Verfügung ste- cantlevered balcony slabs. The structure ex-
Bezugs zum Grün des Außenraumes. Die henden technischen Mittel, wie z. B. fort- ploits the scope of prestressed concrete.
konstruktive Umsetzung erfolgt über eine schrittliche Betonrezeptur, Schalungstech- The terrazzo pavings are continued externally
komplexe, dreidimensionale Komposition nik, Vorspannung, in die Realität umzusetzen. on the balconies. A striking contrast exists be-
von vorgespannten Flachdecken, punktge- Die Dimensionierung der Wände, die freien tween the solid character of the concrete and
lagerten Wandscheiben und auskragenden Auskragungen der Decken und die Ausbil- the dematerialized building skin with its almost
Balkonplatten, die technisch und material- dung des Kellergrundrisses mit einer stüt- continuous areas of glazing, which are not
technologisch die Möglichkeiten des Vor- zenfreien Parkgarage wurden gemeinsam even interrupted by columns.
spannbetons ausloten: Massive, zueinander entwickelt und optimiert. Mit moderner Vor-
versetzte Wandscheiben gliedern jede spanntechnik konnten die freien Deckenrän- The load-bearing structure played a major
Wohnung in offene Raumzonen, die Blick- der so ausgebildet werden, dass die groß- role in planning this building, and the engineer
bezüge im Inneren der Wohnung und nach flächigen Fensterscheiben nicht durch die made an important contribution to the archi-
außen erlebbar machen. Die Wandscheiben Kriechverformungen der Decken gefährdet tectural concept, employing modern forms
werden in rohem Sichtbeton belassen, die sind. Ähnlich wie im Brückenbau mussten of technology in terms of the concrete mixes,
monolithisch gegossene Bodenoberfläche die Stahl- und Spannbetonarbeiten mit Sorg- formwork systems, prestressing, etc. The
aus Terrazzo setzt sich konsequenterweise falt realisiert werden. Die Mitarbeit des Inge- collaborative work between architect and
auf den auskragenden Balkonelementen im nieurs beschränkte sich nicht nur auf die engineer extended to the layout of the walls,
Außenraum fort. Das Zusammenwirken der Statik, sondern dehnte sich auch auf die the cantilevered slabs, the articulation of the
vorgespannten, vertikal versetzten Wand- Ausbildung der Terrazzo-Bodenbeläge und basement plan with a column-free parking
scheiben und der Deckenelemte über die die Innentreppe aus. Die Herausforderung area, and even to the terrazzo floor construc-
fünf Geschosse gewährleistet die Statik, so- für die Bauunternehmung war außergewöhn- tion and the internal stairs. Using modern pre-
dass als Kontrast zur Massivität des Betons lich, erregte doch das Gebäude bereits wäh- stressing techniques, it was possible to con-
die Entmaterialisierung der Gebäudehülle rend der Rohbauarbeiten großes Aufsehen, struct the unsupported edges of the floor
durch eine fast durchgängige, stützenfreie schließlich bleiben alle Oberflächen nach slabs in such a way that the window panes
Verglasung demonstriert werden kann. Fertigstellung des Gebäudes sichtbar. are not endangered by creep deformation.

Lageplan Site plan


Maßstab 1:4000 scale 1:4000 3 4 5

Grundrisse • Schnitt Section • Floor plans


Vorspannpläne Post-tensioning plans
Maßstab 1:500 scale 1:500
2

aa EG/
Ground floor
1

a
3 4

6 7

∂ 2005 ¥ 12 2 8Wohnhaus 8
in Zürich
Dokumentation 2
1435

9 9

a 1 Zugang
12 Eingangshalle
3 Kellerabteile
4 Heizanlage
3 4 5 5 Zuluft
6 Treppenhaus
7 Aufzug
6 87 Wohnungen 6 7
6 a 9 Terrasse
2 8 8 8 8

9 9 Decke über 1. OG/ 9 9


Slab over first floor
9 10

5 9

bb
Vertikalschnitt6Südfassade
7 6
Vertical section through south 7
facade 9 6 7
Horizontalschnitt Attikaa Horizontal section through roof storey
Maßstab 1:208 8 scale 1:20 8 8 8 9

1 Oberlicht motorbetrieben 1 motor-operated roof light: steel and alum. Decke über 2. OG/
9 9 9 9 Slab over second floor 9
Isolierverglasung in Stahl-Alu-Rahmen frame with double glazing (U = 1.1 W/m2K):
U= 1,1 W/m2K 8 mm toughened glass + 12 mm cavity +
ESG 8 + SZR 12 + VSG 12 mm 12 mm lam. safety glass
2 Aluminiumpaneel gedämmt 2 aluminium panel with insulation
3 Kiesschüttung 50–90 mm 3 50–90 mm bed of gravel
Dichtungsbahn 2-lagig 2 mm 2 mm two-layer roof sealing membrane
Wärmedämmung PU-Platten 160mm 160 mm polyurethane insulation slabs
Dampfsperre 1,5 mm 1.5 mm vapour barrier
Stahlbeton 210–250 mm 210–250 mm concrete roof slab to falls
4 Bewehrungsanschluss mit 4 reinforcement connection with
Dämmung 80 mm 80 mm insulation
5 Außenwand Stahlbeton 400 mm mit 5 400 mm reinforced concrete external wall
Kerndämmung 120 mm with 120 mm core insulation
6 Isolierverglasung in Aluminium-Rahmen 6 aluminium frame with double glazing
U= 1,7 W/m2K (U = 1.7 W/m2K): 12 mm float glass +
Float 12 + SZR 16 + VSG 14 mm Decke über Attika/
16 mm cavity + 14 mm lam. safety glass
7 Rinne Stahlblech Roof slab
7 50/130/117/2 mm sheet-steel drainage
a
fi 50/130/117/2 mm channel
8 Terrazzo fugenlos 100–120 mm 8 100–120 mm polished terrazzo to falls
Trennlage PE-Folie 1 mm 1 mm sheet polythene separating layer
Trittschalldämmung 10 mm 10 mm impact-sound 3 insulation 4 5
Abdichtung Bitumenbahn 1 mm 1 mm bituminous sealing layer
Stahlbeton 310–340 mm 310–340 mm reinforced concrete slab
9 Brüstung VSG 2≈ 10 mm, in 9 balustrade: lam. safety glass 6 7
Stahlprofil fi 90/80/100/8 mm (2≈ 10 mm) in 90/80/100/8 mm steel chan-
Randfuge Silikon 10 mm nel 2 8 8
10 Stahlblech 3 mm mit 10 mm silicone joint at edges
Führungsschlitz 20 mm 10 3 mm sheet steel with 20 mm
11 Stahlblech 3 mm mit guide slit 9 9
Lüftungsöffnung Ø 30 mm, an 11 3 mm sheet steel with Ø 30 mm ventilation
Stahlwinkel gehalten opening; fixed to steel angle 1. OG/
Luftzufuhr Bodendiffusor diffuser for underfloor air supply 1st floor
a
12 Terrazzo 30 mm, Zementestrich mit 12 30 mm terrazzo paving
1
Fußbodenheizung 90 mm 90 mm screed with underfloor heating
Trennlage PE-Folie 1 mm 1 mm sheet polythene separating layer
Dämmung Steinwolle 40 mm 5 40 mm rock-wool insulation
3 300 mm
Stahlbeton 4 300 mm reinforced concrete floor slab

6 7 6 7
a
2 8 8 8 8
6
9 9 9 9

2. OG/
2nd floor
1

5 9

9 6 7 5 6 71 Access route 9 6 7
a 2 Entrance hall
3 Basement stores 9
8 8 8 8 8
4 Heating plant
5 Ventilation
9 9 9 69 Staircase 9
7 Lift
8 Dwellings Attika/
cc 9 Terrace/Balcony Roof storey
1436
3 Wohnhaus in Zürich 2005 ¥ 12 ∂

1 2

3 4

c c
5

10

b b

10 11 7 8 9

Photo: Walter Mair, Zürich

12
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2005 ¥ 12 ∂

Fabrikgebäude in Niederstetten

Factory in Niederstetten 20 20 20

Architekten:
Florian Nagler Architekten, München
Mitarbeiter:
Almut Schwabe, Matthias Müller, 19 19 19
Claudia Tiemann
Tragwerksplaner:
Merz Kaufmann Partner, Dornbirn

17 18 17 17

Lageplan
Maßstab 1:6000
Schnitte • Grundrisse
Obergeschoss
Erdgeschoss
Maßstab 1:1000 aa bb

Site plan
scale 1:6000 cc
Sections • Floor plans
First floor
Ground floor
scale 1:1000

dd

1 Betriebsrat/-arzt
2 Haustechnik
3 Versand
4 Endprüfung 20 20 20
5 Besprechung
6 Endbearbeitung
7 Aufenthaltsraum
8 Hartbearbeitung
9 Schleiföllager
10 Härteprüfraum
11 Strahlraum 19 19 19
12 Härterei
13 Weichbearbeitung
14 Salzlager
15 Schulung
16 Umkleide
17 Großraumbüro
18 Geschäftsführung
17 18 17 17
19 Luftraum
20 Technikbühne

b a
1 Works committee/Doctor
2 Mechanical services
3 Dispatch
4 Final check
5 Conference room
6 Final processing
7 Rest room 12 4 2
d 14 d
8 Hard processing
9 Grinding-oil store
10 Hardness tests 5 2
15 13 8 3
11 Blasting room 10 11
12 Hardening 6
1
13 Soft processing 16
14 Salt store
15 Training
9 7
16 Changing room
17 Open-plan office c c
18 Management
19 Void
20 Services platform

b a
∂ 2005 ¥ 12 Fabrikgebäude inDokumentation
Niederstetten 1439
2

Wie eine silbern glänzende Schmuckscha- Gordian Kley, merz kaufmann partner: The three production halls are clearly legible
tulle liegt das neue Fabrikgebäude eines Die Zusammenarbeit von Architekt und Inge- through the cubic volumes on top of the plinth
Herstellers von Präzisionsgewindebohrern in nieur begann bereits während der Grundla- storey. The administration spaces are located
der hügeligen Landschaft am Ortsrand von genermittlung; in vielen Besprechungen wur- on the cantilevered upper floor. Below this, a
Niederstetten. Zur Gliederung des Areals den Entwurf, Ausführung, Vordimensionie- glazed access route affords views out to the
griff der Architekt ein Motiv auf, das die Um- rung und Detail parallel erarbeitet. Im Ein- landscape from all points. The room-height
gebung prägt: Steinriegel, die die Weinbau- klang mit der geplanten Gebäudestruktur load-bearing structure in the halls is borne by
ern als Windschutz ihrer Felder errichteten. wurden Orientierung und Anordnung der Tra- four reinforced concrete cores. There are no
Dieses Bild wurde in Form einer Rasen- gachsen und Lastpunkte festgelegt. Die Ma- suspended soffits, so that all service runs are
skulptur umgesetzt, die zugleich den Erd- terialien mussten auf die Nutzungen und auf exposed. Roof lights ensure an even level of
aushub des Gebäudes aufnimmt. In diese einen sinnvollen statischen Einsatz abge- natural lighting, and indoor-climate control is
Struktur fügt sich die Fabrik mit ihren drei stimmt werden. Als Kernstück der Fabrik soll- based on a synergetic concept. In winter,
Produktionshallen ein, die durch aufgesetzte ten die drei Produktionshallen transparent, waste heat from the machines is used to heat
Kuben von außen deutlich ablesbar sind. Im stützenfrei und gleichmäßig blendfrei belich- the halls; while in summer, natural and me-
auskragenden Obergeschoss befinden sich tet sein. Die Reduzierung auf das Wesentli- chanical ventilation are combined with cool-air
die Verwaltungsräume mit Panoramablick che führte hier zu einem integrativen System recovery to maintain agreeable conditions.
über das Tal. Darunter dient ein hangseiti- aller vorhandenen Elemente. Schlanke drei-
ger, verglaster Gang als Erschließung. Die- teilige Brettschichtholzträger überspannen The collaboration between the architect and
ser geht ohne Trennung in die Hallen über, die Hallenbreite von 28 m und tragen die the engineer began at the design stage. The
sodass die Mitarbeiter den Ausblick in die Lasten über Stützen auf die Kerne ab, die mit core structures consist of in-situ concrete
Landschaft an jeder Stelle genießen können. Wänden aus Ortbeton und Fertigteildecken walls and prestressed precast concrete floor
Das raumhohe Tragwerk der Hallen lagert massiv ausgeführt wurden. Der obere Druck- slabs. In contrast, the halls and the office and
auf vier Kernen aus Stahlbeton. Ein additi- gurt und der untere Zuggurt der Träger wer- service platforms have a transparent, eco-
ves System aus Hauptträgern, Holzbindern den mit seitlich aufgeschraubten Stahlzan- nomical timber structure. The halls, which
und Zugseilen bildet die transparente Struk- gen am mittleren Hauptbinder befestigt. Ein form the heart of the development, are rough-
tur. Auf abgehängte Decken wurde verzich- Trapezblech als Mehrfeldträger bildet die tra- ly 28 m wide and are spanned at two-metre
tet, alle Installationen werden sichtbar inner- gende Dachfläche. Verwaltung und Technik- centres by slender three-part timber trusses
halb der aufgelösten Träger geführt, Ober- bühnen sind in Holztafelbauweise mit schlan- supported by columns. The ribbed-metal
lichter garantieren eine gleichmäßige, natür- ken Stahlstützen ausgeführt. Die horizontale roofing forms a multi-span continuous beam
liche Beleuchtung. Eine durchgängig mate- Aussteifung erfolgt überall durch die Dach- laid between the trusses. Horizontal bracing is
rialgerechte und auf das Wesentliche redu- und Deckenscheiben. Die Stahlbetonwand- provided by the floor diaphragms, while verti-
zierte Ausführung verleiht dem Bau eine scheiben der vier massiven Kerne garantie- cal stability is ensured by the reinforced con-
unaufdringliche elegante Erscheinung. ren die vertikale Stabilität des Gebäudes. crete wall slabs to the four cores.

Photo: Stefan Müller-Naumann, München


3
1440 Fabrikgebäude in Niederstetten 2005 ¥ 12 ∂

Schnitt
Maßstab 1:20

1 1 Dachdichtung PVC
Wärmedämmung Mineralfaser 100 mm
Dampfsperre PE-Folie
Trapezblech Stahl teilweise gelocht 45/150 mm
Holzkeil Dachrand max. 160/120 mm
2 Ober-/Untergurt BSH 120/120 mm
5
3 Stahlprofil fi 2≈ 65 mm
4 Binder BSH 120/1280 mm
befestigt mit Flachstahl 325/700 mm
5 Randpfette BSH 140/160 mm
2 6 Verblendung OSB-Platte 15 mm
7 Kantholz 30/50 mm
3 10 8 Zugstab Stahl Ø 20 mm
9 Stütze BSH 120/160 mm
6 10 Gipskartonplatte 12,5 mm
Dampfsperre PE-Folie
Wärmedämmung Mineralwolle 100 mm
Pfosten, Riegel Kantholz 60/120 mm
OSB-Platte 18 mm
4 Unterspannbahn
Befestigung Schwert Flachstahl ¡ 150/120 mm
Unterkonstruktion Aluminiumprofil
} 120/80 mm, ∑ 2≈ 60/60 mm
Lamellen Aluminumblech Z genietet 3 mm
7 11 Lüftungslamellen Aluminium
12 Dachdichtung PVC
Wärmedämmung Mineralfaser 100 mm
Dampfsperre Bitumenbahn
Stahlbetonrippendecke 300 mm

Section
scale 1:20
11
1 PVC roof sealing layer
100 mm mineral-fibre thermal insulation
sheet polythene vapour barrier
trapezoidal ribbed steel sheeting, partly perforated
(45/150 mm)
timber wedge at edge of roof (max. 160/120 mm)
2 120/120 mm lam. timber upper/lower chord
3 2≈ 65 mm steel channels
4 120/1280 mm lam. timber beam fixed with
325/700 mm steel plate
5 140/160 mm lam. timber edge purlin
6 15 mm oriented-strand board fascia
8 7 50/30 mm wood strips
8 Ø 20 mm steel tension rod
9 120/160 mm lam. timber column
10 12.5 mm plasterboard
9 sheet polythene vapour barrier
100 mm mineral-wool thermal insulation
12 60/120 mm wood posts and rails
18 mm oriented-strand board
waterproof layer
150/120 mm steel fixing plate
aluminium supporting structure:
2 120/80 mm T-section; 2≈ 60/60 mm angles
3 mm sheet-aluminium Z-section louvres, riveted
11 aluminium ventilation louvres
12 PVC roof sealing layer
100 mm mineral-wool thermal insulation
bituminous sheet vapour barrier
300 mm reinforced concrete ribbed slab
∂ 2005 ¥ 12 Fabrikgebäude inDokumentation
Niederstetten 1441
4

2
2

1
1

3
3

4
4

Isometrie

Vertikalschnitt
Horizontalschnitte
Maßstab 1:20

1 Lamellen Aluminumblech Z, genietet 3 mm


Unterkonstruktion Stahlprofil ∑ 55/55 mm
2 Dachdichtung PVC, Gefälledämmung
Steinwolle 80 –160 mm, Dampfsperre
OSB-Platte 25 mm, Balkenlage 80/160 mm
Stahlprofil HEA 240 mit Füllholz 60/120 mm
und Lagerholz 68/80 mm, Holzlattung 30/60 mm
Feuerschutzplatte Gipskarton 12,5 mm
Aluminiumschiene 60/60 mm
Akustikdämmplatte Mineralfaser 20 mm
Gipskartonplatte mit Vlies kaschiert 12,5 mm
3 Randträger BSH 100/200 mm bzw. 100/400 mm
4 Festverglasung Sonnenschutzglas VSG 2≈ 4 mm
+ SZR 22 mm + ESG 6 mm, U= 1,1 W/m2K
5 Linoleum 3 mm, Heizestrich 77 mm, Trennlage
Trittschalldämmung Mineralwolle 40 mm, Lattung
Notabdichtung Bitumenbahn 5 mm
OSB-Platte 30 mm, Balkenlage 220/80 mm
Stahlprofil HEA 300 mit Füllholz 60/120 mm
und Lagerholz 100/46 mm, Dampfsperre PE-Folie
Wärmedämmung Mineralwolle 140 mm a a
Gipskartonplatte 25 mm, OSB Platte 13 mm
6 Stütze Stahlrohr ¡ 200/80 mm a a
7 Türe Wärmeschutzglas ESG 6 mm + SZR 16 mm
5
+ VSG 2≈ 4 mm, U= 1,3 W/m2K
8 Stahlfaserbeton mit Fußbodenheizung 200 mm 5
Bautenschutzmatte, PE-Folie zweilagig
Perimeterdämmung druckfest 100 mm
9 Binder BSH 160/1250 mm, BSH 160/1090 mm
10 Zugstab Stahl Ø 20 mm
11 Ober-/Untergurt BSH 120/120 mm, e= 2 m 3
12 Binder BSH 120/1280 mm
13 Stahlprofil fi 2≈ 65/65 mm 3

6
6 6
10
b b
b b
7
7
7 10
12 8

13 8

7
12

13
aa
1442
5 Fabrikgebäude in Niederstetten 2005 ¥ 12 ∂

Isometric

Vertical section
Horizontal sections
scale 1:20

1 3 mm sheet-aluminium Z-section louvres, riveted


11 55/55 mm steel supporting angle
2 PVC roof sealing layer
9 10 80–160 mm rock-wool insulation to falls
vapour barrier; 25 mm oriented-strand board
80/160 mm timber beams
steel Å-section 240 mm deep with wood filling and
bearers; 30/60 mm wood battens
12.5 mm plasterboard fire protection
60/60 mm aluminium rail
20 mm mineral-fibre acoustic insulation slabs
c c 12.5 mm plasterboard with fibre-mat lining
3 100/200 and 100/400 mm lam. timber edge beams
4 fixed sunscreen glazing: lam. safety glass (2≈ 4 mm)
+ cavity + 6 mm toughened glass (U = 1.1 W/m2K)
5 3 mm linoleum; 77 mm screed around underfloor
heating; separating layer
40 mm mineral-wool impact-sound insulation
5 mm bituminous second sealing layer
30 mm oriented-strand board on 80/220 mm beams
steel Å-sections 300 mm deep with 60/120 mm
wood filling and 100/46 mm wood bearers
sheet polythene vapour barrier
140 mm mineral-wool thermal insulation
25 mm plasterboard; 13 mm oriented-strand board
6 80/200 mm steel RHS column
7 door with low-E glazing: 6 mm toughened glass +
16 mm cavity + lam. safety glass (2≈ 4 mm)
(U = 1.3 W/m2K)
8 200 mm steel-fibre concrete with underfloor heating
protective building mat; two-layer polythene sheeting
100 mm compression-resistant perimeter insulation
12 9 lam. timber truss (160/1250 mm and 160/1090 mm)
10 Ø 20 mm steel tension rod
9 11 120/120 mm lam. timber upper/lower chords
13 (e = 2 m)
12 120/1280 mm lam. timber truss
13 2≈ 65/65 mm steel channel ties

11

10

7
12

13
bb cc
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2005 ¥ 12 ∂

Callcenter in Galway

Call Centre in Galway

Architekten:
Buchholz McEvoy, Dublin
Mitarbeiter:
Graham Petrie, Jim Luke, Annette Kolpert,
Sabine Klingner, Julie Fisher, Rebecca
Egan, Brian Mwenelupembe
Tragwerksplaner:
MPP, Dublin
Tragwerksplaner Atrium:
RFR, Stuttgart

Das Bürogebäude einer Softwarefirma für Fassadenelemente zwischen den Fenstern; kale Holzlamellen ausreichenden Blend-
360 Mitarbeiter befindet sich in einem Ge- sie enthalten Heizkörper, manuell bedienba- und Sonnenschutz, ohne die Belichtung
werbegebiet etwas außerhalb von Galway re Lüftungsklappen und speziell entwickelte oder den Sichtbezug zum Außenraum zu
an der Westküste Irlands. Von hier aus er- Wärmerückgewinnungsventilatoren. Diese beeinträchtigen. Im Atrium erfolgt eine Ver-
folgt die weltweite Kundenbetreuung. bringen die vortemperierte Zuluft an der De- schattung der Innenfassaden durch die ho-
Das Gebäudekonzept entstand, noch bevor cke entlang in die Raumtiefe ein und ermög- hen, schlanken Schichtholzträger der Dach-
der genaue Standort bekannt war, allein aus lichen so eine bessere Verteilung als bei rei- konstruktion; vor allem bei tiefstehender
den Nutzungsanforderungen und der geo- ner Fensterlüftung. Das Atrium wird mittels Sonne ergibt sich durch die fischgrätförmi-
grafisch-klimatischen Lage als maßgebliche natürlicher Konvektion über zentral gesteu- ge Struktur ein optimaler Schutz. Die aus
Entwurfskriterien. Die günstigen Wind- und erte Klappen im oberen und unteren Be- dem Grundriss entwickelte Anordnung der
Klimaverhältnisse mit vergleichsweise war- reich belüftet. Bei meist vorherrschendem Träger führt zudem zu kürzeren Element-
men Wintern und kühlen Sommern ermög- Wind wird die Luft aus dem Atrium abgezo- längen als bei Einfeldträgern. Primärträger
lichen es, in Verbindung mit einer geschick- gen und bewirkt eine Querlüftung der Büro- und quer liegende Verglasungsträger bil-
ten »Klimasteuerung« auf eine Klimaanlage trakte. Bei Windstille dient das Atrium als den zusammen einen stabilen Verband.
zu verzichten. In zwei 13 Meter breiten Rie- Luftvorrat für die Fensterlüftung. Die unver- Das System des Dachs setzt sich in der
geln befinden sich die ost-west-orientierten kleideten Betondecken der Büros stehen als Fassade fort. Eine Trägerschar knickt nach
Arbeitsräume, die sich über die gesamte thermische Speichermasse zur Verfügung, unten ab und geht in Fassadenstützen über,
Raumtiefe erstrecken. Dazwischen liegt um sommerliche Temperaturspitzen abzu- die andere wird um 90 ° gekippt zu horizon-
das verglaste, unbeheizte Atrium. Die zu- puffern und im Winter die tagsüber freige- talen Riegeln.
einander versetzten Gebäudeteile sind über setzte Wärme über Nacht zu speichern. Die nach ökologischen Gesichtspunkten
Brückenelemente verbunden. Die offene Großflächige Verglasungen längs der Büro- ausgewählten Materialien – vorwiegend Be-
Bürostruktur ermöglicht eine natürliche räume ermöglichen eine weitgehend natür- ton, Holz und Glas – wurden meist unbehan-
Querlüftung der Räume von der Fassade liche Belichtung, unterstützt durch über Ta- delt eingesetzt, was die Materialqualitäten
zum Atrium hin. Belüftung und Temperie- geslichtsensoren gesteuerte Deckenfluter. der Baustoffe hervorhebt und aufwändige
rung erfolgen dabei über schmale, vertikale An den Außenfassaden bieten wenige verti- Nachbehandlungen entfallen lässt.

Grundrisse • Schnitte
Maßstab 1:750
Axonometrie

Sections • Layout plans


scale 1:750
Axonometric
aa bb

1 Kantine
2 Atrium
3 Eingang
4 Büro 4 4 4
5 Pausenbereich

1 Canteen
2 Atrium 5
3 Entrance 3
4 Offices
5 Recreationala area a
1 2 5

4 4 4

EG 1. u. 2. OG
Ground floor 1st + 2nd floors
b
∂ 2005 ¥ 12 Callcenter in Galway
Diskussion/Berichte/Der aktuelle Bau/Dokumentation/Technik 2
1445

This office building, designed to accommodate


360 employees of a software company, is situ-
ated in an industrial park outside Galway on the
west coast of Ireland. The concept was drawn
up before the precise location was known; the
main design criteria were the 12
10 11
functional needs defined in the brief and the ge- 14
ographic-climatic situation.
The favourable climate and wind conditions,
in conjunction with imaginative indoor-climate
control, made it possible to do without me-
chanical air conditioning. Housed in two
13-metre-wide tracts, the workspaces have an
east-west orientation. Situated between the
two tracts, which are offset to each other and
linked by bridges, is a glazed, unheated atrium.

Schnitt 17
Maßstab 1:20
18
Section
scale 1:20

The open-plan office structure allows natural


cross-ventilation from the outer facade to the
atrium. Air supply and thermal control are ef-
fected from vertical facade elements between
the windows. The atrium is ventilated by a
3 natural convection process via centrally oper-
4 8 ated flaps. The wind that usually prevails in
this region draws the air out of the atrium,
5 thereby activating the cross-ventilation of the
offices. In windless conditions, the atrium
contains a reserve of fresh air for window ven-
tilation. The unclad concrete floor slabs over
the offices serve as thermal storage elements.
Large areas of glazing allow natural lighting for
6
the most part. This is supported by soffit light-
ing controlled by daylight sensors. Vertical
timber louvres on the facade afford the neces-
7 sary sunshading, without impairing the natural
lighting or visual links with the outside world.
Shading to the facades within the atrium is
provided by the deep, slender laminated tim-
ber beams of the roof structure. Through the
herringbone layout, the beams are also short-
9 er in length than members over the full width
of the bay. The primary beams and the cross-
bearers for glazing create a rigid form of con-
struction. The roof system is also reflected in
the columns and rails of the facade.
The materials, principally concrete, wood and
glass, were selected on an ecological basis
and incorporated in the building for the most
part in an untreated state, partly to speed up
the erection process, but also to bring out
their visual and haptic qualities.
3
1446 Callcenter
Projekt in Galway 2005 ¥ 12 ∂

15

16

14

13

12

12 13

Mathias Kutterer, RFR: Die Geometrie der 1 Dachaufbau: 7 Halteleiste Aluminium für Holzlamelle
Tragstruktur und die Grundrissanordnung Kiesschüttung 50 mm 8 Fassadenelement Sperrholz furniert 18 + 25 mm
Wärmedämmung vlieskaschiert 75 mm 9 Aluminium-Sandwichpaneel wärmegedämmt
der Gebäuderiegel entstand im Verlauf ei- Abdichtung Asphalt 25 mm 75 mm hinter Abdeckung ESG emailliert 6 mm
nes mehrwöchigen Gedankenaustauschs Gefälleestrich armiert ≥ 75 mm 10 VSG 6 + 10 mm, Low-E-Beschichtung außen
zwischen Architekt, Tragwerks- und Klima- Wärmedämmung EPS 100 + 125 mm 11 Verglasungsträger Stahlrohr | 80/80/6 mm
Dampfsperre 12 Hauptträger Furnierschichtholz 850 / 69 mm
planer. Die entscheidenden Gespräche wur- Ortbetondecke mit vorgefertigter Untersicht 13 Ankerplatte Stahl 10 mm
den dabei keineswegs synchron geführt, 2 Brüstungselement Stahlbeton vorgefertigt 14 Stahlblech eingeschlitzt 10 mm
z. B. während regulärer Meetings oder 3 Sonnenschutzlamellen Iroko 70 / 22 mm 15 Sicherungsseil Stahl Ø 8 mm
4 Alu-Sandwichpaneel wärmegedämmt 25 mm 16 Firstabschluss Stahlblech verzinkt 5 mm
Telefonkonferenzen, sondern zeitlich und 5 Fassadenelement Sperrholz furniert 17 Anschlusselement Stahlblech verschweißt
räumlich versetzt und in drei verschiedenen 6 Lüftungsklappe Sperrholz furniert 18 Lüftungsklappe
Sprachen. Der Architekt übernahm die gedämmt 18 + 25 + 18 mm
Rolle eines Kommunikators zwischen den
Fachplanern und ermöglichte damit das Zu-
sammenwachsen ganz unterschiedlicher 1 roof construction: 7 aluminium fixing strip for wood louvre
Gedankenlinien. So entstand mit der ferti- 50 mm bed of gravel 8 veneered plywood facade element (18 + 25 mm)
75 mm thermal insulation with fibre mat 9 75 mm alum. sandwich panel with thermal insula-
gungstechnisch günstigen Überkreuzung 25 mm asphalt sealing layer tion and 6 mm enamelled toughened glass lining
der Schichtholzträger in Feldmitte gleichzei- 75 mm (min.) reinforced screed to falls 10 lam. safety glass (6 + 10 mm) with low-E coating
tig eine klimatisch optimale Verschattung 100 + 125 mm exp. polystyrene thermal insulation 11 80/80/6 mm steel SHS glazing support
vapour barrier 12 69/850 mm lam. timber main beam
der Atriumsfassaden und durch den Versatz in-situ concrete roof on prec. conc. soffit slab 13 10 mm steel anchor plate
der Gebäuderiegel eine Minimierung der 2 precast concrete balustrade element 14 10 mm steel plate with bored openings
notwendigen Fluchttreppen. Alle Beteiligten 3 70/22 mm iroko sunshading louvres 15 Ø 8 mm steel safety cable
4 25 mm alum. sandwich panel with insulation 16 5 mm galvanized sheet-steel ridge closing strip
waren gleichermaßen in die Entstehungsge- 5 veneered plywood facade element 17 welded steel-plate connecting element
schichte einer ungewöhnlichen und vielfältig 6 veneered plywood ventilation flap with insulation 18 ventilation flap
logischen Struktur einbezogen. (18 + 25 + 18 mm)

The geometry of the load-bearing structure


and the layout of the building tracts were de-
termined in the course of a long and fruitful
exchange of ideas between the architect, the
structural engineer and the indoor-climate
engineer. The layout of the laminated timber
beams, for example, which intersect in the
middle of the bays, was not only advanta-
geous in terms of fabrication; it also provides
shading for the atrium facades and has a pos-
itive effect on the indoor climate. Similarly, by
staggering the two tracts of the building, it
was possible to minimize the requisite number
of escape staircases. Everyone involved in the
scheme participated in the creation of an un-
usual structure with a manifold logic.
∂ 2005 ¥ 12 Callcenter in Galway
Diskussion/Berichte/Der aktuelle Bau/Dokumentation/Technik 4
1447

Vertikalschnitt • Horizontalschnitt Vertical section • Horizontal section


Maßstab 1:20 scale 1:20
1 2 3
1 VSG 6 + 10 mm, 1 laminated safety glass (6 + 10 mm)
Low-E-Beschichtung außen with low-E coating externally
2 Verglasungsträger 2 80/80/6 mm steel SHS
Stahlrohr | 80/80/6 mm glazing support
3 Hauptträger 3 69/850 mm lam. timber
Furnierschichtholz 850 / 69 mm main beam
4 Stahlblech eingeschlitzt 10 mm 4 10 mm steel plate with bored
1 5 Bolzen Stahl Ø 60 mm openings
6 Ankerplatte Stahl 10 mm 5 Ø 60 mm steel bolt
4 7 Querriegel 6 10 mm steel anchor plate
Furnierschichtholz 850 / 69 mm 7 850/69 mm lam. timber cross-beam
5 8 Fassadenstütze 8 69/1150 mm lam. timber facade
Furnierschichtholz 1150 / 69 mm column
9 Ankerplatte Stahl 10 mm auf 9 10 mm steel anchor plate on
Mörtelbett als Ausgleichsschicht mortar levelling bed
10 Punkthalterung 10 point fixing
11 Querriegel Stahlrohr 11 320/200/8 mm steel RHS cross-
| 320/200/8 mm beam

7
11 6

c c

Photo: Buchholz McEvoy, Dublin

2 7
4

9 8

10 11 6

cc
∂© Institut
1 2005 ¥für
12internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG Dokumentation
2005 ¥ 12 ∂ 1449

Berlin Hauptbahnhof – Lehrter Bahnhof

Architekten:
gmp von Gerkan Marg und Partner
Hamburg/Berlin
Meinhard von Gerkan, Jürgen Hillmer
Projektleiter: Hans-Joachim Glahn, Klaus
Hoyer, Prisca Marschner, Susanne Winter
Tragwerksplaner:
Schlaich Bergermann und Partner, Stuttgart
Jörg Schlaich, Hans Schober, Jochen
Gugeler, Thomas Moschner, Stefan Justiz
Tragwerksplaner Untergeschosse:
IVZ/Emch+Berger, Bern

On 28 May 2006, after a 10-year period of Am 28. Mai 2006 wird nach über 10 Jahren nutzungen werden in einem 5 Meter hohen
construction, Lehrter Station, the largest rail- Bauzeit Europas größter Bahnhof für den Sockelbau verborgen.
way station in Europe, will be opened. A new Fern-, Regional- und Nahverkehr eröffnet. Bereits fertig gestellt ist die ostwestgerichte-
urban building type was to be created that Prognosen gehen davon aus, dass ihn bis te, ursprünglich 430 m lange Bahnsteighal-
would mark the intersection of major north- im Jahr 2010 ca. 2 40 000 Passagiere pro le, die nach Kürzungen von Bauherrenseite
south and east-west railway routes. The spa- Tag frequentieren werden. Der Lehrter Bahn- in einer Länge von 321 m mit einem filigra-
cious glazed halls with their broad openings hof wird zum Berliner Hauptbahnhof. Hier nen Glasdach mit 8450 verschieden großen
are flooded with natural light, which pene- kreuzen sich die neue Nord-Süd-ICE-Fern- Glasscheiben überspannt ist (Abb. A, B). Im
trates down to the platforms below ground. bahnverbindung Kopenhagen–Rom, die in Endzustand durchschneidet sie zwei 46 Me-
The ceilings over the lowest two floors were 15 Metern unter der Erde in einem Tunnel ter hohe Gebäudescheiben, die in ihrer La-
designed as cross-vaulted structures to die Spree unterquert, und die in 10 Metern ge und Ausrichtung die unterirdisch gelege-
create a high-quality spatial environment. über Straßenniveau bogenförmig geführte nen Nord-Süd-Bahnsteige des Bahnhofs im
The 321-metre-long east-west platform hall Ost-West-Trasse Moskau–Paris. Ihre vier Stadtraum abbilden.
with its slenderly articulated glazed roof is al- Gleise folgen zusammen mit zwei S-Bahn- Zwischen diesen Bügelbauten mit insge-
ready complete (ill. A, B). Ultimately, it will cut gleisen auf vier neuen Stadtbahnbrücken samt 50 000 m2 Brutto-Geschossfläche be-
through the middle of two 46-metre-high slab dem Verlauf der bisherigen Bahnanlagen. findet sich die 43 m breite und 159 m lange
developments, the orientation and position of Hinzu kommen weitere S-Bahn-Trassen so- Bahnhofshalle. Mit ihrem großzügigen Luft-
which will mark the north-south platforms be- wie eine nordsüdverbindende U-Bahnlinie. raum und drei Geschossen mit Läden und
low ground. Between these two “bridge” Das zentrale Entwurfsprinzip des Lehrter Restaurants zwischen den Fernbahnebenen
structures, which contain 50,000 m2 of office Bahnhofs liegt darin, die Besonderheit der dient sie auch als Geschäftszentrum für das
space, lies the 43-metre-wide and 159-metre- Kreuzung zweier – teilweise unterirdischer – künftige Stadtquartier, das um den Bahnhof
long station hall. Ultimately, the development Bahntrassen als neuen Gebäudetyp im herum entstehen soll. Die Torgeste der Ein-
will serve as a business centre for the sur- Stadtraum sichtbar zu machen. Großzügige gangsfassaden nach Süden zum nahen Re-
rounding urban district. The gateway-like ges- Glashallen und die Durchflutung mit Tages- gierungsviertel und im Norden zum Stadt-
ture of the north- and south-facing entrance licht, das durch weite Öffnungen bis auf die quartier Moabit hin verbindet beide Stadt-
facades links two parts of the city and accen- unterirdischen Bahnsteige dringt, schaffen teile und unterstreicht den Charakter eines
tuates the character of the station as a public eine Atmosphäre, die sich bewusst vom öffentlichen Gebäudes. Überdeckt wird die
building. The north-south hall is also covered »Schmuddelniveau« vieler Bahnhofsviertel Nord-Süd-Halle von einer filigranen Glas-
by a glazed arch structure. The point of inter- absetzt. So sind die Untersichten der zwei tonne. Der Schnittpunkt der Fernbahnlinien
section between the main-line routes is untersten Geschossdecken von gmp als wird durch die Verschneidung beider sich
marked by the crossing of the two halls – Kreuzgewölbe geplant, um gerade hier qua- kreuzender Glashallen zu einer Vierung
rather like that in a church – reflecting the idea litativ hochwertige Räume zu schaffen. Not- betont, ganz im Sinne einer »Kathedrale
of a “cathedral of mobility”. wendige, aber nicht repräsentative Neben- der Mobilität«.

A Ost-West-Dach Schnitt Maßstab 1:600


Die sich verjüngende Bogenform der Stadtbahn-
brücken wird durch eine Schalenkonstruktion über-
spannt, die in drei Richtungen gebogen ist. Zu-
nächst wurde ein Ursprungsbinder mit geometrischer
Führungslinie sowie zugehöriger Über- und Unter-
spannung entwickelt. Alle 23 Binder sind affine Ab-
bildungen davon und werden entsprechend ihrer
Spannweite (ca. 68 m–59 m) in der Höhe skaliert .

A Section through east-west roof scale 1:600


A three-dimensionally curved shell structure is
spanned over the tapering arched form of the
suburban railway bridges. Initially, an original truss
with a geometric line and the relevant cable tensioning
above and below the arch was developed.
All 23 trusses are affine in form to this and are gradu-
ated in height in accordance with their spans (approx.
68–59 m). A
2
1450 Berlin Hauptbahnhof –- Lehrter
Lehrter Bahnhof
Bahnhof 2005 ¥ 12 ∂

aa

Jörg Schlaich und Jochen Gugeler, alle Glasscheiben eben, allerdings auch die der man davon ausgeht, dass Funktion,
Schlaich Bergermann und Partner: Stäbe nicht gleich lang sind. Die Weiterent- Konstruktion und Form eine Einheit bilden.
Die leichten Gitterschalen, die mit Seilen wicklung gegenüber den klassischen Bahn- Wenn ein Architekt ohne Mitwirken eines am
oder Seilnetzen ausgesteift sind, wurden hofshallen besteht darin, dass wir erstens Entwurf interessierten Ingenieurs allein der-
von uns entwickelt und schon mehrmals alle 6 Gleise in einem Schwung überspan- artige Hallen entwerfen würde, könnte er nur
realisiert. Mit ihnen gelingen fast beliebig nen, zweitens statt der früher steil aufragen- wiederholen, was er schon kennt und würde
geformte Schalen von äußerster Transpa- den Parabelbögen für die Dampfzüge einen den Ingenieur zum Statiker degradieren.
renz, weil sie direkt verglast werden, also flachen Korbbogen wählten, diesen mit ei- Ebenso käme der Ingenieur ohne die Anre-
Tragstruktur und Sprossen dasselbe sind. ner Seilverspannung stabilisierten und drit- gung des Architekten durchaus auf isoliert
Darüber hinaus sind sie vergleichsweise tens zwischen diesen Bögen im Abstand betrachtet gute Lösungen, die aber den
wirtschaftlich, weil alle Stäbe gleich lang von etwa 13 Metern anstelle der üblichen städtebaulichen Kontext missachten könn-
sind. Beim Lehrter Bahnhof haben wir zu- Pfetten und Sprossen transparente Gitter- ten oder eben auch nur auf fade Wiederho-
dem die Gitterstruktur als so genannte ge- schalen einsetzten. Bereits beim Gutachter- lungen. Meinhard von Gerkans städtebauli-
streckte Translationsfläche geformt – dank Wettbewerb waren wir am Entwurf beteiligt, che Idee der beiden Bügelbauten über den
derer trotz in Spannweiten und Grundriss- wie es das Merkmal einer guten Zusammen- sich kreuzenden Glashallen bedingte, dass
krümmung ständig variierender Geometrie arbeit von Architekt und Ingenieur ist, bei die Bahnsteigdächer sich flach einfügen

2 3 1
1

Lageplan Site plan Photo: gmp von Gerkan Marg und Partner, Hamburg/Berlin
Maßstab 1:10 000 scale 1:10,000
1 Ost-West-Glasdach 1 East-west glazed roof
(ursprüngliche (original length shown
Länge gepunktet) by dotted line)
2 Bügelbauten 2 “Bridge” structures
3 Bahnhofshalle 3 Station hall
4 Sockelgebäude 4 Plinth structure
5 neues Stadtquartier 5 New urban district
6 Bundeskanzleramt 6 Federal Chancellery
∂ 2005 ¥ 12 Berlin Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof
Dokumentation 3
1451

bb

sollten. Letzteres war aber keine strikte Vor- Jörg Schlaich and Jochen Gugeler, Schlaich inserted between the arches (which are at 13-
gabe von ihm, sondern eine Anregung, die Bergermann und Partner: metre centres) instead of the usual purlins. As
zu einer beide befriedigenden Lösung führ- The lattice shell braced by cables or cable nets engineers, we were already involved in the de-
te. Auf Vorschlag der Architekten entwickel- is a form of construction developed by our of- sign at the competition stage. With two
ten wir für die beiden vorgespannten Fassa- fice. With this system, it is possible to create “bridge” structures rising above the intersect-
den des Nord-Süd-Dachs gemeinsam eine economical shell structures of almost any ing glazed halls, the roofs over the platforms
filigrane, zweischichtige Konstruktion mit shape and of the greatest transparency, since had to have a flattish form. Our contribution in-
Glasschwertern, die der gestalterischen the glazing can be applied direct to the load- cluded the concept and calculations for the
Funktion eines Portals gerecht wird. Das bearing frame. In the case of Lehrter Station, assembly of the glazed roofs and the two ca-
Montagekonzept und die Montageberech- we designed the lattice structure as a so- ble-trussed facades (not built as yet) beneath
nungen für die Glasdächer und die vorge- called “extended translation shell”, thanks to the north-south roof. (Initially, we wanted to re-
spannten Fassaden entstanden in unserem which all panes of glass are planar. Important peat a minimal cable-net facade that we had
Büro. Das Klappen der Bügelbrücken war features include the fact that the roof spans all developed earlier, but it was too modest for
ein Sondervorschlag der ausführenden Fir- six tracks in a single sweep; that it has a flat the architects in this situation). We therefore
men. Wir hatten dafür ursprünglich eine multi-centred arch form stabilized by cable jointly created a two-layer variant form with
Montage im Freivorbau erarbeitet. stays; and that transparent lattice shells were glass fins.

2
1 13
a

14

3 10
19
4

5 15
7 11 16

4
6
8 17 b
10
4
8 4 17

b
15

18
18 10
10
A B 14
12 13
a

Grundrisse • Schnitte 3 Information 13 Glasschwertfassade Sections • Plans 4 Shop 13 Facade with glass fins
Maßstab 1:2000 4 Ladenfläche 14 Büro scale 1:2000 5 Void to 1st basement 14 Offices
A Sockelgeschoss 5 Luftraum bis 1. UG 15 Ebene +1 A Plinth storey at 6 Panorama lift 15 Level +1: travel centre
Straßenebene 6 Panoramaaufzug DB Reisezentrum street level 7 Void to 2nd basement 16 Suburban-rail
B Ebene +2 7 Luftraum bis 2. UG 16 Bahnsteig S-Bahn B Level +2: 8 Deliveries platforms
Stadtbahnbrücken 8 Anlieferung 17 Bahnsteig Fernbahn suburban-rail bridges 9 Dining / Refreshments 17 Main-line platforms
9 Gastronomie 18 Abluftturm 1 Northern entrance: 10 Station hall ±0 18 Services tower
1 Eingang Nord 10 Bahnhofshalle ±0 19 Vorplatz Seiten- buses, trams 11 Eastern entrance 19 Forecourt: side
(Bus,Tram) 11 Eingang Ost eingang auf Sockel- 2 Entrance, office lobby 12 Southern entrance: entrance to plinth
2 Eingang Büro 12 Eingang Süd (Taxi) geschoss 3 Information taxis storey
4
1452 Berlin Hauptbahnhof –- Lehrter
Lehrter Bahnhof
Bahnhof 2005 ¥ 12 ∂

1 2
3
4
5
7

9 6
8

10

13

16
11

14 15
12
Montage der Bügelbauten und des Nord- Grad Neigung angehoben. Anschließend The two “bridge” structures, each with a span
Süd-Dachs: Die beiden Bügelbauten mit je wurden sie mit jeweils acht 330-Tonnen-Lit- of 76 metres, and the north-south roof have
76 m Spannweite und das Nord-Süd-Dach zenhebern auf der Ebene 5 der Türme über to be erected with only three brief breaks in
mussten bei laufendem Bahnbetrieb errich- Gelenke in den Pylonen in die waagerechte rail services. The trough-shaped trusses that
tet werden. Für das Kippen der Brückenhälf- Endlage geklappt (Abb. I). Dann konnten form the 1,250-tonne halves of the bridges
ten standen lediglich zwei Sperrpausen (so- die zugbeanspruchten Untergurte der Fach- were erected in an upright position and then
wie ein Reservetermin) von Freitagabend werke temporär miteinander verschraubt tipped by 9° to fix the steel cables used to
bis Montagmorgen für Arbeiten über den werden, die druckbeanspruchten Mittel- und lower the elements into a horizontal position
Gleisen zur Verfügung. Die Montagetermine Obergurte sind als Kontaktstoß ausgebildet. (ill. I). Temporary crane tracks were fixed to
mussten Jahre im Voraus mit der Bahn ab- Das Nord-Süd-Glasdach wurde in mehreren these structures to help move the preassem-
gestimmt werden, da europaweit ca. 2500 Abschnitten auf einem Traggerüst zwischen bled bays of the north-south roof and the
Zugverbindungen von den Unterbrechun- den südlichen Türmen vorgefertigt und im crossing (with a span of 42 m) into place
gen betroffen waren. Die 1250 Tonnen Taktschiebeverfahren über die Gleise ver- (ill. K). The edge beams of the arched roof will
schweren Brückenhälften wurden in Senk- schoben (Abb. K). Hierzu waren an den be fixed to brackets on the outer structure of
rechtposition auf den Türmen montiert und Brücken provisorische Verschubbahnen the “bridge” buildings or suspended from
mit jeweils vier 330-Tonnen-Litzenhebern angeschraubt worden (Abb. L). them over the tracks (see p. 1530).
auf der obersten Ebene der Türme bis 15

Schnitt Bahnsteighalle Ost-West 5 Sogteller in den Scheibenecken, Aluminium- 14 Seilklemme Stahlgusselement


Maßstab 1:50 druckguss Ø 140 mm gleitgeschliffen 15 Unterspannung Hauptbinder Stahlgussknoten
Auflager Verglasung linienförmig: 16 Druckstab Stahlrohr Ø 114 mm
1 RWA-Öffnungsflügel Silikonprofil 60 mm mit Versteifungsblech
2 Schienen Befahranlage First, Stahlrohr Ø 100 mm Höhe variabel, bei unterschiedlicher Glasdicke 17 Überspannung Stahlseil Ø 58 mm
3 Sonnenschutzverglasung VSG aus bleibt Außenfläche bündig 18 Druckstab Stahlrohr Ø 127 mm
TVG 2≈ 10–6 mm je nach Statik 6 Längsstab Stahlprofil T 175/60/30 mm mit Versteifungsblech
1,52 mm PVB-Folie 7 Seilnetz Gitterschale Stahlseil 2≈ Ø 12 mm 19 Schneefang Aluminiumrohr Ø 50 mm
Aufgrund der strahlenförmigen Verjüngung der 8 Halterung für Stromschiene Innenreinigungsgerät 20 Regenabweisprofil Zuluftflügel
Netzstruktur in Längs- und Querrichtung ergeben Flachstahl ¡ 12/50 mm 21 Zuluftflügel rahmenlos
sich von 90° abweichende Formate von max. 9 Hauptbinder Stahlprofil Å 450 mm geschweißt 22 unterer Randträger Stahlrohr ¡ 450/450/50 mm
1,70 m ≈ 1,70 m bis 1,50 m ≈ 1,40 m. Höhe 450–900 mm mit aufgeschweißten Lisenen
Silikonfuge 10 Diagonalseile Stahl paarweise 2≈ Ø 22 mm 23 Rollenlager verschieblich,
4 VSG mit Photovoltaikzellen: 11 Diagonalseil Stahl mittig Ø 30 mm Stahlgusselement mit eingebautem Gelenklager,
TVG 10–8 mm je nach Statik 12 Unterspannung Stahlseil Ø 44 mm Welle über zwei Auflagerböcke gehalten
PV-Zellen im Gießharzverbund 2 mm 13 Druckstab Stahlrohr Ø 101 mm 24 Stadtbahnbrücke Stahlbeton
TVG 10–8 mm je nach Statik mit Versteifungsblech 25 Schiene für Reinigungsbefahranlage Traufe
∂ 2005 ¥ 12 Berlin Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof
Dokumentation 5
1453

17

18

Section through east-west platform hall


scale 1:50
19
1 opening flap for smoke/exhaust-air extract
2 Ø 100 mm tubular steel track for ridge travelling plant
3 sunscreen glazing: lam. safety glass consisting
of partially toughened glass (2≈ 10–6 mm, 20
depending on structural calculations);
1.52 mm PVB film
Because of the radial tapering form of the net struc-
ture in the longitudinal and lateral directions, ele-
ments with angles deviating from 90° can
occur from max. 1.70 ≈ 1.70 m to 1.50 ≈ 1.40 m.
silicone joints
4 lam. safety glass with photovoltaic cells in 2 mm cast
resin: 2≈ 10–8 mm partially toughened glass
5 Ø 140 mm aluminium suetion plate at corners of 21
panes
60 mm linear silicone bedding for glazing,
variable in depth to maintain plane outer surface with
different thicknesses of glass
6 175/60/30 mm steel longitudinal T-section
7 cable net lattice shell: 2≈ Ø 12 mm steel cables
8 12/50 mm steel-flat fixing strip for electric cables
9 450 mm steel Å-section main truss (450–900 mm
deep)
10 2≈ Ø 22 mm diagonal pairs of cables
11 Ø 30 mm steel diagonal cable in middle
12 Ø 44 mm steel cable trussing on underside
13 Ø 101 mm tubular steel strut with reinforcing fins
22
14 cast-steel cable clamp
15 cast-steel cable trussing node
16 Ø 114 mm tubular steel strut with reinforcing fins
17 Ø 58 mm steel cable trussing on top 25
18 Ø 127 mm tubular steel strut with reinforcing fins 23
19 Ø 50 mm tubular aluminium snow guard 24
20 rain-repellent section over air-intake flap
21 air-intake flap without frame
22 450/450/50 mm steel SHS lower edge beam with
reinforcing strips welded on
23 cast-steel sliding roller bearing with inbuilt hinge;
shaft mounted on two supports
24 reinforced concrete suburban-rail bridge
25 external rail for travelling cleaning car
1454
6 Berlin Hauptbahnhof –- Lehrter
Lehrter Bahnhof
Bahnhof 2005 ¥ 12 ∂
12

14

Details Ost-West-Dach 1 Sonnenschutzvergla- 9 Bogenstab Stahlprofil Details of east-west roof 1 sunscreen glazing: T-section
Maßstab 1:10 sung VSG aus TVG } 145/60/30 mm scale 1:10 lam. safety glass: 10 50/20 mm steel-flat
2≈ 10–6 mm 10 Halterung Strom- 2≈ 6–10 mm partially fixing strip for electric
A, B Netzknoten (je nach Statik) schiene Flachstahl A, B Cablenet nodes toughened flint glass cables
C Knoten Hauptbinder 1,52 mm PVB-Folie 50/20 mm C Cable-truss node 13 1.52 mm PVB film 11 450 mm steel
D Knoten Unterspan- 2 Sogteller in den 11 Hauptbinder D Cable truss nodes 2 Ø 140 mm alum. Å-section main beam
nung Scheibenecken Stahlprofil Å 450 mm on underside suction plate 450–900 mm deep
E Vierung Aluminiumdruckguss geschweißt E Crossing of east-west neoprene seal 12 turnbuckle for
Ost-West-Dach/ Ø 140 mm Höhe 450–900 mm roof and 3 60 mm linear silicone Ø 30 mm diagonal
Nord-Süd-Dach Dichtung EPDM 12 Spannschloss für Dia- north-south roof bedding for glass steel cable
3 Auflagerung Vergla- gonalseil Ø 30 mm 4 18Ø 16 mm threaded 13 2≈ Ø 22 mm diagonal
sung linienförmig, 13 2 ≈ Stahlseil Ø 22 mm sleeve pairs of cables
Silikonprofil ¡ 60 mm 14 Druckstab 5 175/60/30 mm steel 14 Ø 101 mm tubular
4 Gewindehülse M16 Stahlrohr Ø 101 mm longitudinal T-section steel strut with
5 Längsstab Stahlprofil mit Versteifungsblech 16
6 Ø 100 mm cable reinforcing fins
15
} 175/60/30 mm 15 Stahlseil Ø 44 mm clamp 15 Ø 44 mm steel cable
6 Seilklemme 16 Knoten Unterspan- 17
7 Ø 12 mm cable net 16 cast-steel cable
Ø100 mm nung Stahlguss lattice shell trussing node
7 Gitterschale 17 Seilklemme 8 12 mm sheet-steel 17 cast-steel cable
Stahlseil Ø 12 mm Stahlgusselement star fixing clamp clamp
8 Sternlasche 18 Gabelfitting Stahl 9 145/60/30 mm 18 forked fitting for
Stahlblech 12 mm für Diagonalseil curved steel diagonal cable

6 9
7

1 1 2 2
A B
11 7 11 7
1 1 2 3 4 2 3 7 4 7

11 7 11 7
3 4 3 7 4 7
6 6

6 6
5 8 8 5 9 8 8 9
10 10
10 10
5 8 8 5 9 8 8 9
10 10
10 10

11 11

11 11

12 12
12 12
12 12
14 14
12 12

14 14

13 13 14 14
13 13
13 13 14 14
13 13 18 18
16 16
18 18 18 18
16 16
15 17 15 17
18 18
16 16
5 15
17 17 15 17 15 17
C D
16 16
5 15
17 17
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2005 ¥ 12 ∂

Flughafenterminal in Madrid Lageplan Maßstab 1:100 000


Grundrisse Maßstab 1:7500
1 ältere Terminals
Airport Terminal in Madrid 2 neues Terminal
3 Satellitengebäude
4 Parken
Architekten: 5 Flughafenservice
2
Richard Rogers Partnership, London 6 automatische Gepäckabfertigung
Estudio Lamela, Madrid 7 Läden
8 Flugbereich/Boarding
Tragwerksplaner:
Anthony Hunt Associates, London / TPS, Site plan scale 1:100,000
Croydon mit OTEP / HCA, Madrid Layout plans scale 1:7,500
1 Existing terminals
2 New terminal
3 3 Satellite
1
4 Parking block
5 Airport service
6 Automatic luggage check-in
7 Shops
8 Departures / Boarding area

Mit der Erweiterung des Flughafens Madrid- eine Million Quadratmeter Nutzfläche. Ihre reiche Ankunft, Check-in, Pass- und Sicher-
Barajas um zwei Start- und Landebahnen gewaltige Größe führte zu der Entschei- heitskontrolle sowie Boarding gegeneinan-
sowie ein neues Terminal und ein zugehöri- dung, für die Hauptgebäude eine beliebig der ab. So wird die Orientierung im Gebäu-
ges Satellitengebäude erhöht sich die Ka- erweiterbare, repetitive Struktur aus groß- de erleichtert und auch die unteren Ebenen
pazität des Flughafens auf bis zu 70 Millio- maßstäblichen Modulen auf einem Kon- werden mit Tageslicht versorgt. Zudem
nen Passagiere pro Jahr. Dies macht ihn struktionsraster von 18 ≈ 9 Metern zu wäh- gliedern die mit Brücken überspannten,
zum wichtigen Knotenpunkt des europäi- len. Die linear gerichtete Anlage mit ihrer gebäudehohen Lichtgräben den Gesamt-
schen Flugverkehrs, vor allem für Fernflüge klaren Raumfolge wird geprägt von Reihen raum auf spektakuläre Weise. Das Dach als
nach Südamerika. Das aus einem Wettbe- schmaler, wellenförmiger Dachelemente, bestimmendes Element der nordsüdorien-
werb hervorgegangene Projekt beinhaltet die von zentralen Stützenbäumen getragen tierten Gebäude beschattet die verglasten
neben Terminal- und Satellitengebäude werden und Hauptterminal und Satelliten- Fassaden mit weiten Überständen. Zusätz-
c
auch die zugehörigen Parkhäuser, ein au- gebäude überdecken. In regelmäßigem liche Sonnenschutzelemente an den Ge-
tomatisches Gepäckabfertigungssystem, Rhythmus sorgen große Oberlichtöffnun- bäudelängsseiten sind vom Dachüberstand
automatische Personenbeförderung zwi- gen im Dach für tageslichtdurchflutete abgehängt und lassen die Fassaden noch
schen Hauptterminal und Satellitengebäu- Abflugbereiche4 im Obergeschoss. Licht- stärker in den Hintergrund treten. Die Un-
de sowie Eisenbahn- und U-Bahn-Statio- gräben teilen die Geschossdecken in terseite des mit Aluminiumblech gedeckten
nen. Insgesamt umfasst die Anlage über parallele Streifen und grenzen so die Be- Daches ist mit Bambusleisten verkleidet,

5 5 5
6 6 6
4
5 5 5
7 7 7

7
8 8 8
b

5 5 5
6 c 6 6

5 5 5
7 7 7

7
8 8 8
b

Terminal – 1. Obergeschoss Terminal: 1st floor

8 8
8 8
5
5
5
a
Satellit – 2. Obergeschoss a Satellite: 2nd floor

8 8
8 8
∂ 2005 ¥ 12 Flughafenterminal
Dokumentation
in Madrid 1457
2

wodurch eine nahtlose, weiche Oberfläche The extension of Barajas Airport in Madrid has the departure areas on the upper level are
entsteht, deren Rhythmus die Passagier- increased the capacity to 70 million passen- flooded with daylight. The upper floor slabs
bereiche im Inneren bestimmt. gers a year. The present project comprises are divided into parallel strips by linear open-
Das Gesamttragwerk setzt sich aus drei the terminal and satellite buildings and many ings that separate the various functional areas
unterschiedlichen Systemen zusammen: important ancillary facilities. Altogether, the from each other. This also facilitates a sense
die massive Stahlbetonkonstruktion der development contains more than a million of orientation in the building and allows day-
Untergeschosse, das Stahlbeton-Tragwerk square metres of functional floor area. For the light to penetrate to the lower levels.
der drei Obergeschosse (aus Stützen, main buildings, an infinitely extendable, repeti- The load-bearing structure comprises three
nachträglich vorgespannten Trägern und tive structure was chosen, consisting of large- different systems: the solid concrete con-
Deckenplatten) und das Stahltragwerk des scale modules based on an 18 x 9 m structur- struction of the basement storeys; the con-
Dachs. Ein vorgespanntes Seiltragwerk für al grid. The main terminal and the satellite crete structure of the three floors above
die Verglasung der Längsfassaden zieht building, with their linear layout and clear spa- ground, consisting of columns, post-tensioned
Dach und Stahlbetonstruktur zusammen tial sequences, are distinguished by rows of beams and floor slabs; and the steel roof. A
und trägt so zur Stabilität der Gesamtstruk- narrow, wave-like roof elements supported by pretensioned cable system for the glazing to
tur bei. Die einfache Materialpalette und central, branching columns. While the glazed the long facades ties the roof and the con-
eine nachvollziehbare Detaillierung verstär- facades are shaded by the broad extension of crete structure together and increases the
ken den direkten Charakter der Architektur. the roof, large roof-light openings ensure that overall stability of the building.

Tragwerksschema Maßstab 1:800


Querschnitt Satellit • Längsschnitt Terminal
Querschnitt Terminal
Maßstab 1:2000

Load-bearing diagram scale 1:800


Cross-section through satellite structure
Longitudinal section through terminal
Cross-section through terminal
scale 1:2000

Les Postawa, SKM Anthony Hunts: gekrümmte Nebenträger im Abstand von nach oben hin Y-förmig verzweigen.
Dachkonstruktion und Fassade des Flugha- ca. 3,5 Metern angeordnet, die die Pfetten Die klar linear gerichtete Anlage des Ge-
fens Barajas sind gute Beispiele für eine in- und die Dachdeckung tragen. Die aus Kom- bäudes verlangte nach einer Tragstruktur
tegrative Zusammenarbeit von Architekt und ponenten gefügte Ausführung der Stahlrah- ohne nennenswerte vertikale Elemente für
Tragwerksplaner. Angesichts der Ausmaße men wurde gewählt, um Herstellung und die Glasfassade. Eine Reihe von Seilträ-
des Gebäudes von über einem Kilometer Konstruktion zu vereinfachen; sie entspricht gern, die sich zwischen den Dach-Haupt-
Länge verlangte der Entwurf eine modulare der repetitiven Form des Gebäudes. trägern und der Bodenplatte spannen,
Struktur, die das lineare Konzept auf ele- Konische, V-förmige Stützen, die paarweise sind daher die einzigen vertikalen Struktur-
gante Weise akzentuiert. Das Flügelprofil im Abstand von 18 Metern entlang der elemente. Jeder Seilträger ist mit einer
folgt dem Belastungsverlauf des Dachs und Längsachse jedes Gebäudes angeordnet Kraft von 45 Tonnen vorgespannt, um zu
bietet so in Bereichen mit starker Belastung sind, bilden die Hauptstützen des Dachs. verhindern, dass die Edelstahlstäbe bei
einen höheren Querschnitt. Die Hauptträger Die biegesteife Bolzenverbindung zu den Windeinwirkung Druck auf die Fassade
im Abstand von 9 Metern bestehen aus ge- in Stahlbeton ausgeführten Sockeln erlaubt ausüben. Die Verglasung wird durch Rie-
krümmten Stahlträgern mit 1500 mm Höhe den Stützen, auch die Horizontalausstei- gel mit 9 Metern Länge gehalten, die zwi-
über dem zentralen Bereich jeder Halle und fung des Dachs zu übernehmen. Die Au- schen den Seilträgern angeordnet sind.
verjüngen sich über den »Lichtgräben« auf ßenkante des Dachs wird durch geneigte
1100 mm bzw. über den externen Stützen Stahltützen getragen, die jeweils aus zwei
auf 750 mm. Zwischen diesen sind ebenfalls ovalen Hohlprofilen bestehen und sich
3
1458 Flughafenterminal in Madrid 2005 ¥ 12 ∂

Les Postawa, SKM Anthony Hunts: 75 cm over the external column supports. canted columns at 18-metre centres. These
The design of the roof and external facade is a Curved secondary steel beams at roughly consist of pairs of oval-shaped hollow sections
fine example of those areas where the archi- 3.50-metre centres span between the primary which diverge to form a Y-shape. The linear
tect and engineer had to collaborate closely girders, which in turn support purlins and the features of the building suggested that the de-
with each other to achieve truly integrated roof cladding. A steel frame construction was sign of the supporting structure to the glazed
planning. Given the scale of the building, which chosen because its component nature facili- facades should be predominantly horizontal,
is more than a kilometre in length, the architec- tates fabrication and erection. It was also an with no significant vertical elements. A series of
tural design demanded a structure that would appropriate solution in view of the repetitive simple cable trusses, which span between the
be both modular and elegant, and that would nature of the building. primary roof beams and the concourse slab,
emphasize the strongly linear concept. The primary vertical support to the roof is in were the only vertical structural elements within
The gull-wing profile of the roof is designed the form of tapering V-columns laid out in pairs the line of the facade. Each cable truss is pre-
to follow the stress pattern, thus providing a at 18-metre centres along the spine of each tensioned with a force of 45 tonnes to prevent
deeper section to areas of high stress. The building. The bolted connections to the con- the stainless-steel rods going into compression
primary beams, at 9-metre centres, consist of crete sub-columns are designed to provide full when subject to lateral wind forces acting on
tapering, curved steel-plate girders 1.50 m fixity, thus allowing the columns to act as verti- the facade. The glazing is then supported on
deep over the central area of each bay, reduc- cal cantilevers and lend lateral support to the horizontal transoms, which span a distance of
ing to 1.10 m in depth over the canyons and roof. The outer edge of the roof is borne by 9 m between the cable trusses.

1 Parken 4 Abfertigung 1 Parking block 4 Check-in area


2 Nahverkehr 5 Läden 2 Local transport 5 Shops
3 automatische Gepäckaufgabe 6 Flugbereich/Boarding 3 Automatic luggage check-in 6 Departures / Boarding area

D 6 A
5 5

aa bb

1 2 3 5 5
3 4 5 6
2

cc

13

12
1 14
11

5
3 15
7
6

5
4
8
9 10

A B C
∂ 2005 ¥ 12 Flughafenterminal
Dokumentation
in Madrid 1459
4

Isometrie Isometric
Detailschnitte Maßstab 1:20 Sectional details scale 1:20

1 Aluminiumblech 0,9 mm Holzwerkstoffplatte 16 mm 1 0.9 mm sheet aluminium 175 mm mineral-wool insulation


2 Dachrinne Aluminiumblech 3 mm Dampfsperre 2 3 mm sheet-alum. gutter 16 mm composite wood board
3 Stahlprofil Å 520/260 mm Stahl-Hutprofil verzinkt 1,5 mm 3 260/520 mm steel Å-section vapour barrier
4 Hauptträger Stahl geschweißt dazwischen Steinwolle 30 mm 4 welded steel main beam: 1.5 mm galv. steel cover strip
Flansche 500/30 mm Aluminium-Trapezblech, 500/30 mm flange;15 mm web 30 mm layer of rock wool
Steg 690–1440/15 mm perforiert mit Steinwolle gefüllt 690 –1440 mm deep 1.2 mm perforated ribbed alum.
5 Stahlprofil fi 100 mm 35/200/1,2 mm 5 100 mm steel channel sheeting (35/200) with rock wool
6 Stahlrohr | 60/4 mm 12 Aluminiumblech gekantet 1,4 mm 6 60/60/4 mm steel SHS 12 1.4 mm sheet alum. bent to shape
7 Nebenträger Stahlprofil IPE 500 13 Sonnenschutzverglasung 7 steel secondary Å-beam 13 low-E glazing: 12 mm toughened
8 Stahlrohr | 60/40/2 mm ESG 12 + SZR 12 + VSG 12 mm 500 mm deep glass + 12 mm cavity +
9 Stahl-Hutprofil verzinkt 14 Stahlprofil IPE 200 8 60/40/2 mm steel RHS 12 mm lam. safety glass
12/20/20/1 mm 15 Stahlrohr Ø 200/8 mm 9 12/20/20/1 mm galv. steel 14 steel Å-beam 200 mm deep
10 Bambusleisten 100/5 mm cover strip 15 Ø 200/8 mm steel tube
11 Dachelement 10 100/5 mm bamboo strips
Aluminiumblech clipbefestigt 11 roof-cladding element:
65/400/0,9 mm 0.9 mm sheet alum. 65/400 mm
Mineralwolle 175 mm fixed with clips
1460
5 Flughafenterminal in Madrid 2005 ¥ 12 ∂

1
4 5

Photo: Katsuhisa Kida, Tokio

Schnitt Maßstab 1:100


Detailschnitte Maßstab 1:20
1 Hauptträger Stahlprofil
Flansch 500/30 mm
2 Edelstahlprofil 6
3 Befestigungslasche
Stahlblech 45 mm
4 Gabelkopf Edelstahl
5 Edelstahlseil Ø 38 mm
6 Aluminiumprofil eloxiert 7
7 Edelstahlseil Ø 33 mm
8 Sonnenschutzverglasung
ESG 12 + SZR 12 + VSG
12 mm
9 Kreuzungsmuffe Edel-
stahl poliert
10 Sicherungsscheibe
Edelstahlblech poliert
11 Druckstab Edelstahlguss- 8
teil poliert
12 Polyurethanschaum- d d
füllung
10
13 Stahlprofil aus Stahlrohr
Ø 76 mm + Flachstahl 9
14 EPDM-Profil 11 12 13
15 Bolzen Edelstahl Ø 80 mm
16 Abdeckung Aluminium-
profil naturfarben eloxiert
17 Abdeckung Quellluftkanal
Aluminium natureloxiert
18 Belag Naturstein 30 mm

Section scale 1:100


Sectional details scale 1:20
1 steel main beam: 11
500/30 mm flange
2 stainless-steel section
3 45 mm steel fixing plate 14
4 stainless-steel forked head
5 Ø 38 mm stainless-steel
cable
6 anodized-aluminium section
7 Ø 33 mm stainless-steel
cable dd
8 low-E glazing:
12 mm toughened glass +
12 mm cavity +
12 mm lam. safety glass
9 polished stainless-steel
cross-coupling
10 polished stainless-steel
fixing disc
11 polished cast stainless-
steel compression bar
12 polyurethene foam filling
13 Ø 76 mm steel tube 17
with steel flat 16
14 neoprene section
15 Ø 80 mm stainless-steel
bolt 15 18
16 naturally anodized
aluminium cover strip
17 naturally anodized
aluminium cover to air
supply duct
D 18 30 mm stone paving