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Kinder- und Jugendmuseum in Berlin

Young People’s Museum in Berlin

Architekt:
Klaus Block, Berlin
Mitarbeiter:
Bianka Papke, Jan Hennigsen, Anna Jacob-
sen, Janek Pfeifer, Chantal Cornu, Nico
Zachara, Estela Fernandes Rocafull, Rosario
Cegara, Mathias Rösner, Michal Zierau
Tragwerksplaner:
Dierks, Babilon & Voigt, Berlin

Statt stiller Andacht herrscht seit kurzem re- sollen hier basteln, forschen und erkunden. gibt. Hier entstehen Nischen, Stufen, Balko-
ges Treiben in der Wilhelminischen Eliaskir- Entsprechend flexibel mussten die Umbau- ne und Tische, die zum Spielen und Basteln
che am Prenzlauer Berg. Da der unter Denk- ten sein und vielfältige Nutzungen möglich einladen. Die Stahl-Holz-Konstruktion ist
malschutz stehende Backsteinbau aus finan- machen. Im Erdgeschoss bietet ein großer durchgängig mit Kiefernholz beplankt und
ziellen Gründen leer stand, sah sich die offener Bereich Raum für Empfänge, Vorträ- auf den offenen Seiten mit einem Seilnetz be-
evangelische Kirche gezwungen, einen neu- ge und Arbeitsgruppen. Darüber ist eine spannt. Nur die geschlossenen »Schnittflä-
en Nutzer zu suchen. Unter den Interessen- neue Ebene auf Stützen eingezogen, auf chen« sind mit Faserzementplatten verblen-
ten befanden sich die Betreiber des Kinder- welcher zwei sieben Meter hohe »Spielrega- det und unterstreichen so den Kontrast zwi-
und Jugendmuseums, die die Kirche schließ- le« stehen. Der schmale Zwischenraum lässt schen »inneren« und »äußeren« Flächen. Im
lich für die nächsten 75 Jahre pachteten und die Blickachse vom Eingang zum Altar frei. Bereich der Apsis verbindet eine Tribüne Alt
nicht nur Umbauten vornahmen, sondern Über diesen engen Spalt hinweg verbinden und Neu, hier kann Theater gespielt und dis-
auch zerstörte Holzbalkendecken, Fassaden, Brücken die beiden Kuben. Im Gegensatz zu kutiert werden. Auch alle anderen Bereiche
Fenster und feuchte Wände instand setzten. den geschlossenen Innenseiten öffnen sich der ehemaligen Kirche werden z.B. als Shop,
Anders als bei einem konventionellen Muse- die Außenseiten dem Kirchenraum mit einer Computerraum oder Bibliothek genutzt. So
um werden die Ausstellungsstücke auch mäanderförmigen Struktur, die wie eine auf- wird sie zu einem neuen lebendigen Anzie-
selbst produziert: Kinder und Jugendliche geklappte Nussschale ihr Innenleben preis- hungspunkt im Stadtviertel.

aa bb

2 5 7 9

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3 4 6 8 6
a
a 10
1

4 4

b
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Lageplan Site plan


Maßstab 1:4000 scale 1:4000

Schnitte • Grundrisse Sections • Floor plans


Maßstab 1:500 scale 1:500

1 Eingang 1 Entrance
2 Foyer 2 Foyer
3 Shop 3 Shop
4 Ausstellung 4 Exhibition
5 Druckwerkstatt 5 Printing shop
6 Bühne 6 Stage
7 Konferenzraum 7 Conference room
8 Café 8 Café
9 Orgel 9 Organ
10 Spielregal 10 Play rack

The devotional character of the Elijah Church


on Prenzlauer Berg, Berlin, which dates from
the time of Kaiser Wilhelm II, has given way to
a mood of bustle and activity. For economic
reasons, this listed brick building had been
empty for some time, so that the Protestant
church authorities saw the need for a new
user. Among the interested parties were the
operators of the Museum for Children and
Youth, who ultimately took a 75-year lease on
the building. In addition to the reinstatement
of damaged timber-beam floors, facades and
windows and the rehabilitation of the damp
walls, a number of modifications were made.
In contrast to conventional museums, the ex-
hibits here are created partly by the young
people themselves, who are encouraged to
work with their hands, to explore things and
make discoveries.
The conversion measures had to be flexible
and capable of accommodating various uses.
The ground floor offers a large open space for
receptions, lectures and working zones. In-
serted above this is a new level, supported on
columns. It bears two seven-metre-high “play
racks”, the narrow space between which pre-
serves the visual axis between the entrance
and the altar. The two volumes are linked
across this space by bridges. Their inner
faces are closed, whereas on the outside,
visible from the church space, they reveal the
irregular stepped tiers within. Here, recesses,
steps, balconies and tables have been insert-
ed to encourage young visit-ors to play and
make things with their hands.
The mixed form of construction in steel and
timber is lined throughout with pine, and the
openings are covered with a cable net. Only
the narrow end faces are clad with fibre-
cement sheets, thereby stressing the contrast
between the internal and external surfaces.
In the area of the apse, where tiers of seating
form a link between old and new, stage works
can be performed and discussed. All the
other parts of the church are used, too – as a
shop, a computer space and library. As a re-
sult, the building has become a new centre of
attraction in the neighbourhood. Photo: Ulrich Schwarz, Berlin
3 Kinder- und Jugendmuseum in Berlin 2004 ¥ 12 ∂

1 3 88 22 99

Horizontalschnitt
7 5 Vertikalschnitte
Maßstab 1:20
Horizontal section
Vertical sections
6 scale 1:20

3 4 5

cc dd

1 Faserzementplatte 10 mm
unbehandelt, hellgrau
Gipskarton 2≈ 12,5 mm
2 Stahlprofil HEB 140
3 Diele Kiefernholz 28 mm 10
4 Kantholz 60/132 mm
5 Stahlprofil HEB 120
6 Seilnetz Edelstahl Ø 1,5 mm
Maschenweite 60 mm
7 Stahlprofil fi 200 mm
8 Kantholz 100/144 mm
9 Leiste Hartholz 28/68 mm
10 Kantholz 80/150 mm
11 Einbauleuchte
12 Horizontalverband 11
Flachstahl 10/60 mm
13 Faserzementplatte 10 mm
unbehandelt, hellgrau dd 12
12
14 Rundstahl Ø 27 mm
Gummistreifen fi 50/38 mm
15 Kantholz 150/150 mm 13
13
16 Stahlblech 5 mm mit
Gummischutzprofilen 14
14
17 Randbegrenzung
Stahlseil Ø 5 mm dd 77
mit Spannschloss
18 Schwelle 30 mm
19 Wanne Stahlblech 15 mm
20 Linoleum 5 mm
Heizestrich 80 mm 17 15
Dämmung 35 mm
Stahlbetonplatte 280 mm
1 10 mm pale-grey untreated 16
fibre-cement sheeting
2≈ 12.5 mm plasterboard
2 steel Å-section 140 mm deep
3 28 mm pine boarding
4 60/132 mm timber stud
5 steel Å-section 120 mm deep c cc
6 Ø 1.5 mm stainless-steel 6
cable net (60 mm mesh) 66
7 200 mm steel channel
8 100/144 mm timber bearer
9 28/68 mm hardwood strip
10 80/150 mm timber rail
11 inbuilt light fitting 18
12 10/60 mm flat steel
horizontal tie
13 10 mm pale-grey untreated
fibre-cement sheeting
14 Ø 27 mm steel rod
50/38 mm rubber 19
channel section
15 150/150 mm timber rail
16 5 mm sheet steel with
protective rubber strips
17 Ø 5 mm steel edge cable
with turnbuckle
18 30 mm timber threshold
19 15 mm sheet-steel tray
20 5 mm linoleum 20
20
80 mm screed around
underfloor heating
35 mm insulation
280 mm reinforced
concrete slab
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Flexible Forschungsstation Ikos

Ikos Flexible Research Station

Architekt:
Gilles Ebersolt, Paris
Mitarbeiter: Eric Merlo

Von den zehn Millionen Tier- und Pflanzen- Die selbsttragende Konstruktion ist für zwei Ecken des Ikosaeders sind 40 mm dicke
arten, die auf der Erde existieren sollen, bis drei Forscher ausgelegt, die sich darin Rohre aus Duraluminium befestigt: Als
sind der Wissenschaft gerade mal zwei Milli- bis zu fünf Tagen aufhalten. Der witterungs- Knoten dienen speziell entwickelte Schei-
onen bekannt, der Rest lebt in unzugängli- geschützte Stützpunkt mit einem Durchmes- ben, die auf minimaler Fläche eine maxima-
chen Lebensräumen – am Grunde der Tief- ser von 3,20 m bietet auf minimalem Raum le Anzahl von Verbindungen ermöglichen.
see oder hoch oben in den Wipfeln des tro- genug Platz für Arbeitsflächen, Kochgele- Die je nach Ausstattung zwischen 50 und
pischen Regenwaldes. Bereits 1987 hatte genheit, WC sowie drei Schlafplätze in 100 kg leichte Konstruktion lässt sich kom-
der Architekt eine mobile, aufblasbare For- Hängematten. Während die Böden aus plett zerlegen und ist daher in punkto Trans-
scherstation entwickelt, die wie ein riesiges Mehrschichtplatten fest montiert sind, ist port und Montage einfach zu handhaben:
Schlauchboot auf den Baumkronen aufliegt. die Außenhaut flexibel: Je nach Bedarf Das Grundgerüst wird zunächst am Boden
Bei Ikos hatte er das Ziel, Aufbau, Transport schützen eine abnehmbare Membran vor vormontiert, dann vor Ort transportiert und
und Handhabung einfacher zu gestalten. der Sonne oder eine wasserdichte, transpa- dort fertig gestellt. Mit Hilfe eines Heißluft-
Entstanden ist eine kugelförmige mobile rente Folie vor Wind und Regen. Die Geo- ballons lässt sich Ikos bis in die Kronen von
Wohn- und Arbeitszelle, deren Befesti- metrie der »Kugel« ist in einen Ikosaeder Urwaldriesen einfügen, ohne die Vegetation
gungssystem an unterschiedliche örtliche aufgelöst, ein regelmäßiges Vieleck aus zu verletzen. Der Zugang von unten erfolgt
Gegebenheiten angepasst werden kann. 20 gleichseitigen Dreiecken. An den zwölf über eine Strickleiter, die auch die vertikale

Photo: Francis Demange/gamma, Paris


∂ 2004 ¥ 12 Flexible Forschungsstation Ikos 2

Erschließung im Inneren übernimmt. Abgesi- Most of the animal and plant species that ex- with a net, the upper level serves as a viewing
chert mit einem Fangnetz dient die oberste ist on earth have inaccessible habitats. Gilles and observation platform.
Ebene als Beobachtungsplattform, die sich Ebersolt’s Ikos structure allows scientists to As the name suggests, the geometry of Ikos
je nach örtlicher Situation mit konstruktiven research the wealth of life at close quarters in is resolved into an icosahedron – a solid fig-
Zusatzelementen frei gestalten lässt. Die the tips of rainforest trees. The roughly spheri- ure, consisting of 20 plane equilateral trian-
Aluminiumkonstruktion kann mit Seilen von cal, mobile cell can be raised with a hot-air gles. Fixed at the 12 tips of this structure are
den Ästen abgehängt oder, wie bei astlosen balloon without disturbing the vegetation. The 40 mm thick Duralumin bars with disc nodes.
Bäumen in Alaska erforderlich, wie ein Ring structure accommodates two to three scien- The extremely lightweight construction can be
um den Stamm gelegt werden. Auf Mada- tists, who can spend up to five days in it. With completely dismantled and is simple to trans-
gaskar haben die Forscher ihr Domizil auf a diameter of 3.20 m, the “sphere” contains port and erect. The basic framework is pre-
drei Stelzen über unzugängliche Felsspalten working areas, cooking facilities, a WC and assembled on the ground and transported
gestellt, um sich von dort in die Tiefe abzu- three sleeping hammocks. Within the flexible to its location, where the remaining assembly
seilen. Weitere Einsatzbereiche als Beob- outer skin, there is a rigid floor of laminated work is completed. Further uses are foreseen
achtungsstation im Öko-Tourismus, tem- sheeting. A removable sunscreen membrane for Ikos in the future: as an observation station
porärer Wohnraum oder Baustellenbude or a waterproof transparent film can be used for ecological tourism, as temporary living
sind für die Zukunft denkbar. as protection against the elements. Secured space or as a building site hut.

3 43 4

5 5 5 5
1

8 8
6 6

7 7

Ansichten • Grundrisse Maßstab 1:100 Elevations • Plans scale 1:100

A Ringkonstruktion um Baumstamm in Alaska A Ring construction around tree in Alaska


B Abhängung mit Seilen im Regenwald B Cable suspension in rainforest
1 Polyestergewebe, PVC-beschichtet 1 PVC-coated polyester fabric
A 2 Beobachtungsplattform Mehrschichtholz 2 Laminated-timber viewing platform
3 Tisch mit integrierter Spüle 3 Table with integrated sink
4 Sitz/WC Mehrschichtholz 4 Laminated timber seat/WC
5 Tragkonstruktion Aluminiumrohr Ø 38 mm 5 Ø 38 mm tubular aluminium bearing structure
6 Einstiegsöffnung 6 Access opening
7 Arbeitstisch 7 Work table
8 Hängematte 8 Hammock
3 Flexible Forschungsstation Ikos 2004 ¥ 12 ∂

1 2 3

5 3 4

Ansicht Maßstab 1:100


Knoten Aufsicht • Untersicht • Axonometrie
Maßstab 1:5 1

1 Aluminiumrohr Ø 38 mm 2
2 Verbindungsstück Gussteil Aluminium
mit eingeschnittenem Gewinde
3 Verbindungsplatte Aluminium 10 mm
Ø 180 mm mit Bohrungen Ø 9 mm
4 Ausschnitt in Verbindungsplatte 3
32/23–32 mm zur Durchführung von Seilen 4
5 Aluminiumrohr Ø 42 mm
6 gabelförmige Aluminiumhalterung

Elevation scale 1:100


Node: view from above • view from below • 5
axomometric scale 1:5
6
1 Ø 38 mm aluminium tube
2 cast-aluminium connecting piece with
cut thread
3 Ø 180 mm aluminium connecting plate
10 mm thick with Ø 9 mm borings
4 32/23–32 mm opening in connecting
plate for ropes
5 Ø 42 mm aluminium tube
6 forked aluminium fixing piece
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Forschungsstation Peak_Lab

Peak_Lab Research Station

Architekturabteilung HTA Luzern


Prof. Ulrich Pfammatter
Betreuer: Christian Fierz, Mathias Frey,
Armando Meletta, Urs Rieder
Lehrstuhl für Gebäudelehre und
Produktentwicklung TU München
Prof. Richard Horden
Betreuer: Lydia Haack, Walter Klasz
Tragwerksplaner:
Joseph Schwartz, HTA Luzern

Das Peak_Lab am »Kleinen Matterhorn«


entstand als Gemeinschaftsstudie der ETH
Zürich und der TU München für eine alpine
Forschungsstation. Es ist ein visionäres Pro-
jekt, in dem nicht nur ein neuer Bautyp ent-
wickelt wird, sondern das auch der Material-
entwicklung von Leichtbauweisen dient.
Das Konzept sieht vor, dass drei Personen
drei Wochen lang in der Station arbeiten
und wohnen können. Das extreme Klima
und Windgeschwindigkeiten bis 260 km/h in
knapp 4000 m Höhe beschränken Bautätig-
keiten auf etwa 50 Tage im Jahr. Vorferti-
gung ist unumgänglich, um eine schnelle
Montage zu gewährleisten mit möglichst ge-
ringen Eingriffen in die Landschaft. Die verti-
kale Orientierung minimiert Risiken durch
Steinschlag und Lawinen, der aerodynami-
sche Querschnitt reduziert die Wirbelbil-
dung und damit die auf Oberfläche und
Konstruktion wirkenden Kräfte. Das Gebäu-
de kann an unterschiedlichen Standorten in-
stalliert werden. Für den Transport mit dem
Helikopter dürfen Abmessungen und Ge-
wicht vorgegebene Grenzen nicht über-
schreiten. Deshalb ist das Gebäude in fünf
Module aufgeteilt, die über eine Leiter mit-
einander verbunden sind. Wie beim Klettern
bewegen sich die Wissenschaftler in der
Vertikalen, Bullaugen geben ausschnitthafte
Ausblicke auf Felsen und das Bergpanora-
ma frei.
In der Spitze ist die Lüftungstechnik unter-
gebracht, im zweiten Modul liegt der Ein-
gang, der über einen Steg erreicht wird mit
Windfang, Garderobe und Sanitärbereich.
Der Tank für geschmolzenen Schnee kann
unter der Garderobe befüllt werden. Die
Haustechnik ist im dritten Modul als kom-
pakter Container bergseitig des Koch- und
Essbereichs angeordnet. Das eigentliche
Labor befindet sich im vierten Modul. Hier
können die unterteilbaren Tische für die Ar-
beit an Laptops sowie als Liege für höhen-
medizinische Untersuchungen verwendet
werden. Tische und Regale sind am
rückwärtigen Tragsystem befestigt, wo sie
an Schienen in der Höhe verschoben und
weggeklappt werden können. Das unterste
Modul dient als Schlafraum. Der seitliche
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5 5

a
a

3
55 55

44

a a
a a

33

D B

1
B

1
C

11

D
2

22
2 aa

A Lüftungszentrale Versatz der höhenverstellbaren Stockbetten Um unabhängig von der Sonneneinstrah-


B Eingangsmodul
C Haustechnikcontainer, Küche, Essen ermöglicht das Sitzen am Fußende. lung zu sein, bringt ein Nacherhitzer die Luft
D Labor mit Arbeitstisch in vier Segmente teilbar Die Station soll energieautark, selbst ver- auf Raumtemperatur. Geschmolzener
E Schlafen und entsorgend funktionieren. Photovoltaik- Schnee dient ais Trinkwasser, Grauwasser
1 Auflager Treppe längenverstellbar
2 Auflager Tragwerksstreben mit Kugelgelenk zellen erzeugen auf der ganzen der Sonne wird wieder aufbereitet.
3 Einlass Luftansaugung zugewandten Hülle Strom. Es ist geplant, Als Fundament sind lediglich drei Veranke-
4 Garderobe, darunter Klappe Schneeschmelztank die PV-Module auf die Aluminiumhülle auf- rungen in den Fels einbetoniert, die weitere
5 Durchstieg mit Leiter
zudampfen, zum heutigen Zeitpunkt ist die- Montage erfolgt per Helikopter: Das kom-
A Ventilation plant se Technologie jedoch noch nicht ausge- plette Aluminium-Tragwerk, bestehend aus
B Entrance module reift. Frischluft zur Heizung strömt über seit- Zugangssteg, Druckstäben und einem verti-
C Services container, kitchen and dining area liche Ausstülpungen des Eingangsmoduls, kalen Dreigurtbinder als Rückgrad, wird an-
D Laboratory with working table divisible into 4 parts
E Sleeping module wo der Flugschnee abfällt, nach oben zur geflogen, mit den Fußpunkten verbunden
1 Fixing for gangway/stairs; adjustable in length Lüftungszentrale. Dann wird die Zuluft im und abgespannt. Dann folgen die einzelnen
2 Fixing for structural struts with ball bearings Hinterlüftungsraum der PV-Fassade nach Module, die am Dreigurtbinder von unten
3 Air intake
4 Cloakroom; flap to melted-snow tank below unten geführt und dabei von den besonnten nach oben aufeinanderfolgend eingehängt
5 Vertical ladder access Aluminiumblechen erneut vorgewärmt. werden.
3 Forschungsstation Peak_Lab 2004 ¥ 12 ∂

Grundrisse • Schnitt Maßstab 1:100 Layout plans • Section scale 1:100

Modul: Module
Lichte Höhe: 2,13 m clear height: 2.13 m
Breite: 3,70 m width: 3.70 m
Tiefe: 2,00 m depth: 2.00 m
Gewicht: 190–620 kg weight: 190–620 kg
Gesamtgewicht mit Tragwerk: 4000 kg Total weight, including structure: 4,000 kg

Located on the Klein Matterhorn, Peak_Lab is At the top is the ventilation plant. Below this, via wings on the entrance module and fed into
a visionary concept for an Alpine research and the second module – reached via a gangway the ventilation plant above. The air then flows
testing station in a lightweight form of con- – contains the entrance/wind lobby, a cloak- down through the ventilation space behind
struction. It is designed to accommodate room space and sanitary facilities. The me- the facade, where it is heated by the alumini-
three people, who can live and work in the chanical services are housed in a compact um cladding. A reheating apparatus finally
laboratory for three weeks at a time. At an alti- container in the third module, where there is warms the air to the desired internal tempera-
tude of nearly 4,000 m, the extreme climatic also a cooking and dining area. The actual ture. Drinking water is provided by melted
conditions, with wind speeds up to 260 km/h, laboratory is in the fourth module, with divisi- snow; and waste water is reprocessed.
restrict building activities to roughly 50 days a ble sliding, folding tables that can be used as The lab is held in position by only three an-
year. Prefabrication is essential, therefore. laptop working areas or as a couch for high- chor fixings concreted into the rock. The en-
The station can be installed in different loca- altitude medical investigations. The lowest tire load-bearing structure, consisting of the
tions, but since it has to be transported by module serves as a sleeping compartment. triangular vertical lattice-truss spine, the gang-
helicopter, the dimensions and weight may Peak_Lab is self-sufficient in terms of energy way and compression struts, arrives by heli-
not exceed certain limits. The structure is supply and waste disposal. Electricity is gen- copter. It is fixed to the anchor points and
therefore divided into five modules, with a ver- erated by photovoltaic cells over the entire stayed with cables. The modules are then
tical ladder linking the individual spatial units. surface facing the sun. Fresh air is sucked in flown in individually and hung on to the spine.
∂ 2004 ¥ 12 Forschungsstation Peak_Lab 4

Grundriss Schlafraum Maßstab 1:20 Plan of sleeping module scale 1:20

1 Abspannseil 1 steel cable stays


2 Steigbügel Aluminium 2 aluminium stirrup ladder
3 Dreigurtbinder aus Aluminiumrohren 3 tubular aluminium triangular lattice truss
4 Verbindungsleiter 4 access ladder
5 Bodenfenster 5 window in floor
6 Wandaufbau U= 0,07 W/m2K: 6 wall construction (U = 0.07 W/m2K):
Photovoltaik-Paneele, Aluminiumblech 3 mm photovoltaic panels on 3 mm sheet aluminium
Hinterlüftung zur Vorwärmung der Zuluft 30 mm 30 mm cavity for preheating air intake
Folie, winddicht windproof sheeting
Leichtbau-Hartschaumstoff 30 mm 30 mm lightweight rigid-foam insulation
Vakuum-Isolationspaneel 2x 30 mm 2≈ 30 mm vacuum insulation panels with
mit versetzten Stößen, Folie luftdicht staggered joints; airtight membrane
Leichtbau-Hartschaumstoff 30 mm 30 mm lightweight rigid-foam insulation
Polycarbonatplatte 2 mm 2 mm polycarbonate sheeting
7 Acrylglas mit UV-Filter 10 mm 7 10 mm perspex with UV filter
8 Dreifachverglasung Acrylglas 8 triple perspex glazing
9 Sitzfläche 9 seating
10 Stockbetten versetzt angeordnet 10 sleeping bunks offset to each other
11 Installationsschacht 11 services shaft

4 6
1

11

9 8 7

10

10

E
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Rucksackhaus Schnitt • Grundriss


Maßstab 1:100

Rucksack House 1 Rucksackhaus


2 Ankerdorne
3 Stahlseil Ø 16 mm
Künstler: 4 Umlenkung Kantholz
Stefan Eberstadt, München 5 Umlenkung Stahlrohr
Tragwerksplaner: 6 Rückverankerung
im Mauerwerk
a.k.a. Ingenieure, München
Thomas Bec
Section • Plan
scale 1:100

1 rucksack house
2 anchor bolt
3 Ø 16 mm steel cable
4 timber deflection piece
5 steel deflection tube
6 anchoring in rear wall Photo: Silke Koch, Leipzig

Wohnungsbau besteht nicht selten aus glat- 4 4 5 5


ten Häuserfronten mit normierten Grundris-
sen und niedrigen Raumhöhen. Das Ruck-
sackhaus ist ein Vorschlag, die Wohnqualität
individuell zu verbessern und dabei die
Grenze zwischen Architektur und Kunst aus-
zuloten. Schalungstafeln als Verkleidung, die
ungewöhnliche Anordnung der Fenster so-
wie die archaisch wirkende Art der Aufhän-
gung weisen den Anbau demonstrativ als
Fremdkörper aus: Wie ein Rucksack hängt 3 3 3 3 3 3
der holzverschalte Stahlkäfig an Stahlseilen,
die über das Dach des bestehenden Ge-
bäudes laufen und in der rückwärtigen Fas-
sade verankert sind. Im Innern entsteht ein 2 2
»schwebender Lichtraum«, außerhalb der
Begrenzung der eigentlichen Wohnung. Der
Bewohner tritt aus der Privatsphäre durchs1 1
Fenster hinaus, um doch privat zu bleiben,
obwohl das angehängte Zimmer in den öf-
fentlichen Raum hineinragt und von fünf Sei-
ten Einblicke von außen bietet. Die Innen- 6 6
ausstattung macht keine Vorgaben für eine
konkrete Nutzung, Wandflächen lassen sich
zu einer Liegeplattform, einem Tisch und ei-
nem Hocker ausklappen. Als temporäre
Ausstellungsinstallation an der ehemaligen
Baumwollspinnerei in Leipzig realisiert, wur-
de auf Wärmedämmung verzichtet, zusätzli-
che statische Vorkehrungen abhängig von
der Altbausubstanz ergänzt. Die nächsten
Stationen im Sommer 2005 sind München
und die Plan 05 in Köln.

The Rucksack House offers a way of improv-


ing housing quality on an individual basis. It is
also an attempt to explore the boundary be-
tween architecture and art. Like a rucksack,
the timber-clad steel cage is suspended from 2 2 6 6
a
steel cables that run over the roof of the exist- a
a a
ing building and are anchored in the rear fa-
cade. Within the cube, one has the impres-
sion of “floating” outside the confines of the1 1
actual dwelling in a space filled with light.
Elements can be folded down from the wall
to form furnishings. Realized as a temporary
exhibition installation, the volume is not ther-
mally insulated. Additional structural measures
can be implemented in accordance with the
relevant building fabric.
∂ 2004 ¥ 12 Rucksackhaus 2

15 1 1 Edelstahlseil Ø 16 mm mit Spannschloss 1 Ø 16 mm stainless-steel cable with turnbuckle


2 Stahlwinkel mit Öse an Stahlrahmen geschweißt 2 steel angle with eye, welded to steel frame
3 Furniersperrholz 18 mm Phenolharz beschichtet 3 18 mm resin-coated lam. construction board
16
4 Rahmen Stahlrohr | 80/80/3,2 mm 4 80/80/3.2 mm steel SHS cage
5 Furniersperrholz Birke 5 12, 18, 21 mm lam. birch construction board
Decke 12 mm, Wand 18 mm, Boden 21 mm 6 4 mm steel flat support for glazing
6 Auflager Verglasung Flachstahl 4 mm 7 8 mm extruded perspex fixed glazing, bent to 90°
7 Festverglasung Acrylglas extrudiert 8 mm, an angle at edge of structure, sealed with silicone
Gebäudekante 90° gebogen, silikonversiegelt 8 250/250/20 mm steel plate welded to steel cage
8 Flanschblech Flachstahl 250/250/20 mm 9 100 mm steel restraining channel 500 mm long
an Stahlrahmen geschweißt 10 steel Å-beam 100 mm deep with 250/250/20 mm
9 Widerlager Stahlprofil fi 100, l= 500 mm flange plate
10 HEB 100 mit Flanschblech 250/250/20 mm 11 18 mm wall panel 2,000/900 mm magnetically
11 Furniersperrholz magnetisch fixiert vertikal aus- fixed, pivoting down as divan
klappbar als Liege 2000/900/18 mm 12 plywood flap, folding out as support for divan
12 Sperrholz ausklappbar als Unterbau für Liege 13 25 mm cast perspex sheet floor reinforcement
Rückverankerung Stahlseil 13 Durchbruchschutz Acrylglas gegossen 25 mm 14 400 mm existing brick wall
Schnitt Maßstab 1:20 14 Mauerwerk (Bestand) 400 mm 15 4 mm steel sheet on 250/250 mm timber bearer
Rear anchoring with steel 15 Flachstahl 4 mm auf Kantholz 250/250 mm 16 Ø 120 mm steel tube welded to steel channel
cable 16 Stahlrohr Ø 120 mm auf Stahlprofil fi geschweißt 17 250/250/15 mm steel anchor plate with
Section scale 1:20 17 17 Ankerplatte Flachstahl 250/250/15 mm, 4x M16 4≈ Ø 16 mm bolts

1 1

9
3 4 6 7
2

8
5
10

5 11

13 5 12

7
14

Straßenfassade Schnitt Maßstab 1:20


Section through street facade scale 1:20
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Mobiles Künstleratelier in Utrecht

Mobile Artist’s Studio in Utrecht

Künstler:
BikvanderPol, Rotterdam
Architekten:
Korteknie Stuhlmacher Architecten,
Rotterdam
Mitarbeiter:
Christian Kahl
Tragwerksplaner:
Pieters Bouwtechniek, Utrecht

Photo: Korteknie Stuhlmacher Architecten, Rotterdamm

Die Stadterweiterung Leidsche Rijn in Utrecht c


ist mit 30 000 Wohnungen eines der größten
Neubaugebiete der Niederlande. Die Planun-
gen wurden von Beginn an von einer Kunst- b
initiative begleitet. Als eines von mehreren
Kunstprojekten entstand das Atelier »Haus
No 19«, in dem internationale Künstler als
»Artists in Residence« für einen begrenzten a 2 3 a
1 5 6
Zeitraum wohnen und arbeiten. Das Gebäu-
de wird aber auch für spontane Kulturveran- 4
staltungen wie Kinderkino genutzt, die dazu
beitragen sollen, den Kontakt der Bewohner
untereinander zu fördern. Der spannungsrei-
c b
che Standort genau auf der Grenze zwischen
unverbauter Naturidylle mit Kanälen und Wei-
delandschaft und dicht bebauter Siedlung
wird durch die Ausblicke auf die jeweilige
Seite unmittelbar erlebbar. Da die Box als
Ganzes auch an anderen Orten aufgestellt
werden soll, wurde die Konstruktion aus
Dickholztafeln mit Stahlprofilen verstärkt. Die
Außenmaße durften einem Transport auf öf-
fentlichen Straßen nicht entgegen stehen.
Trotz der Mobilität wollten die Architekten ein
Maximum an Raum von hoher Qualität mit
guten Tageslichtverhältnissen und ausrei-
chend Privatsphäre für die Künstler schaffen.
Sind die klappbaren Fassadenelemente ge-
öffnet, bekommt das nach innen gerichtete
Haus einen komplett anderen Charakter: Die
7
aufgeklappten Holztafeln werden zu Plattfor-
men, auf denen der Künstler sich und seine
7 7
Arbeiten der Stadt präsentieren kann. 7

Set in one of the largest new housing devel-


opments in the Netherlands, studio no. 19
provides accommodation for international
“artists in residence” and can also be used for aa
spontaneous cultural events. Designed to be
moved as a whole and erected in other loca-
tions, the box, with a timber structure, was re-
inforced with steel members. Despite the con- Grundriss Floor plan
Ansicht Elevation
cept of mobility, the architects wished to Schnitte Sections
achieve a high degree of spatial quality and Maßstab 1:200 scale 1:200
good daylighting conditions. Once the pivot-
1 Schlafraum 1 Bedroom
ing facade elements have been opened, the 2 Dusche 2 Shower
seemingly introverted studio house assumes a 3 WC 3 WC
different character. Folded down, the timber 4 Küche 4 Kitchen
5 Wohnraum 5 Living room
panels form platforms on which the artists can 6 Atelier 6 Studio
present themselves and their work to the city. bb cc 7 Dachterrasse 7 Roof terrace
∂ 2004 ¥ 12 Mobiles Künstleratelier in Utrecht 2

2 7

Horizontalschnitt Horizontal section


Vertikalschnitt Vertical section
Maßstab 1:20 scale 1:20

2 3

4
3 Mobiles Künstleratelier in Utrecht 2004 ¥ 12 ∂

1 Dichtungsbahn
Wärmedämmung 50 mm auf Dickholztafel 105 mm
2 Klappfassade: Dreischichtplatte 26 mm
Lattung 27/44 mm, Windsperre
Lattung 44/125 mm, Rahmen Stahlrohr ¡ 60/120/5 mm
Hartschaumdämmung 70 mm, Dreischichtplatte 26 mm
3 OSB-Platte epoxidharzbeschichtet 18 mm
Lattung 27/44 mm, Hartschaumdämmung 20 mm
Dickholz 135 mm
4 Verstärkung Bodenplatte Dickholz 400/85 mm
5 Rahmen Stahlrohr |150/150/6 mm
6 Schiebetür Ausstieg Dachterrasse
7 Dreischichtplatte 26 mm
Lattung 44/89 mm mit Windsperre
Hartschaumdämmung 69 mm, Dickholztafel 85 mm

1 roof sealing layer


50 mm thermal insulation on
105 mm laminated timber sheeting
2 bottom-hung facade flap:
26 mm three-ply laminated sheeting
27/44 mm timber battens; windproof layer
60/120/5 mm steel RHS frame
44/125 mm timber battens
70 mm rigid-foam thermal insulation
26 mm three-ply laminated sheeting
3 18 mm epoxy-resin-coated oriented-strand board
27/44 mm wood battens
20 mm rigid-foam insulation
135 mm laminated timber sheeting
4 400/85 mm laminated timber bracing strip
5 150/150/6 mm steel SHS frame
6 sliding door: access to roof terrace
7 wall construction: 26 mm three-ply laminated sheeting
44/89 mm wood battens; windproof layer
69 mm rigid-foam insulation
85 mm laminated timber sheeting
1 2004 ¥ 12 ∂

Micro-Compact Home in München

Micro-Compact Home in Munich

Architekten:
Horden, Cherry, Lee Architects, London
Lydia Haack + John Höpfner Architekten,
München
Tragwerksplanung:
Brengelmann Ingenieure, München

This lightweight, transportable minimal dwell-


ing can be adapted to various locations. While
the spatial layout is influenced by traditional
Japanese tea-house architecture, the struc-
ture is realized with state-of-the art technolo- 4 5
gy. To accommodate all functions within a 1

cube with a side length of only 2.65 m, the 3 2


space was divided into distinct zones, one of a
1
which houses all the wet uses. The kitchen
floor area also serves as seating for the
sunken dining space, while the sleeping bunk
b b
over the table can be folded up. The modular
construction system allows cubes with vari-
ous functions to be assembled on a support- Achtung! a
ing system to create a continuous complex.
Im Illustrator müssen die Bilder aus Datei "D12/04_iHome_Ans/pict_kd"
A first prototype dwelling will be built in 2005.
hinter die Zeichnung gelegt werden
Das Micro-Compact Home ist eine leicht
transportable, an unterschiedliche Standorte
adaptierbare Kleinstwohnung, mit der in kur-
zer Zeit – auch temporär – architektonisch
wertvoller Wohnraum geschaffen werden
kann. Das Konzept basiert auf Studien der
TU München und dem Tokio Institute of
Technology. Während die räumliche Dispo-
sition durch die traditionelle japanische Tee-
hausarchitektur beeinflusst ist, wurden für
die Materialisierung die neuesten Technolo-
gien eingesetzt. Um sämtliche Wohnfunktio-
nen in einem Würfel mit 2,65 Meter Kanten-
länge unterzubringen, wurde der Raum
durch eine klare Schichtung zoniert: Die
kompakte Nasszelle mit WC und Dusche bil-
det mit der Küchenzeile die Installations-
spange. In der Mittelachse liegen der Ein-
gang und die Verkehrsfläche der Küche, die
auch als Sitzbank für den abgesenkten Ess-
platz dient. Der Schlafplatz über dem Tisch
wird, falls erforderlich, hochgeklappt. Durch
den modularen Aufbau können mehrere Ku-
ben zu größeren Einheiten für Sozialräume
addiert und auf einem Tragsystem montiert
zu einer Siedlung angeordnet werden. Zwi-
schen und unter den Würfeln entstehen Frei-
räume für Kommunikation und Bepflanzun-
gen. Integraler Bestandteil der Planung vom
Sponsoring bis zum Detail sind die mit Lo-
gos bedruckten Aluminiumfassaden. Der
erste Prototyp einer Wohneinheit für das
Studentenwerk wird 2005 fertig gestellt.
∂ 2004 ¥ 12 Micro-Compact Home in München 2

Ansicht • Grundriss Elevation • Layout plan


Maßstab 1:200 scale 1:200
Schnitte Maßstab 1:50 Sections scale 1:50
Detailschnitt Maßstab Sectional detail
1:10 scale 1:10

1 Terrasse 1 terrace
7 2 Eingang/Dusche 2 entrance/shower
3 Stauraum 3 storage space
4 Essbereich 4 dining area
6 5 Küche 5 kitchen
6 Schiebetür 6 sliding door
7 Acrylglas auf 7 3 mm perspex on
Klettband 3 mm- velcro strip
2 Membran diff. offen, 2 mm moisture-
GFK 2 mm, diffusing GRP
Wärmedämmung im membrane
Gefälle 100 mm 100 mm thermal
1 OSB-Platte 12 mm insulation to falls
Membran diff.offen 12 mm OSB to falls
Hinterlüftung 22 mm moisture-diffusing
Aluminium kaschiert membrane
3
mit bedruckter Folie 22 mm vent. cavity
5 mm 5 mm coated alum.
8 Stahlrohr Ø 150 mm 8 Ø 150 mm steel tube
9 Bett klappbar 9 fold-up bunk
10 Lochblech 10 3 mm perforated
Aluminium 3 mm sheet aluminium
11 Klappfenster 4 + 11 top-hung alum. win-
8 SZR 11 + Folie + dow with double
SZR 11 + 4 mm glazing: 4 mm glass
U= 0,6 W/m2K + 11 mm cavity +
12 Epoxidharzbe- film layer + 11 mm
schichtung cavity + 4 mm glass
OSB-Platte19 mm, (U= 0.6 W/m2K)
Wärmedämmung 12 19 mm OSB with
100 mm epoxy-resin coating;
GFK 2 mm 100 mm thermal in-
Membran diff.offen sulation; 2 mm GRP;
Hinterlüftung 10 mm membrane;
Aluminium kaschiert 10 mm cavity;
aa 3 mm 3 mm alum. lining
13 Stahlprofil verzinkt 13 100/150/10 mm
100/150/10 mm galv. steel section

7
7

6
9 10
5 11

4
1

12 3
10

11

12

13
bb
1 2004 ¥ 12 ∂

Drehbarer Wohnwürfel in Dipperz

Rotatable Housing Cube in Dipperz

Architekten:
Sturm und Wartzeck, Dipperz
Mitarbeiter:
Tobias Glaser, Bernd Jäger

Der Wohnwürfel ist Teil eines Raumkonzep- Grundriss • Schnitt Floor plan • Section
Maßstab 1:100 scale 1:100
tes, bei dem die Nutzungseinheiten eines Detailschnitt Sectional details
Hauses in räumlich getrennten Kuben unter- Maßstab 1:20 scale 1:20
gebracht sind. Dass man beim Wechseln
der Räume ins Freie tritt, ist Bestandteil a
dieser Vorstellung vom Wohnen inmitten
der Natur. Die bisher erste realisierte Raum-
einheit ist der Wohnwürfel. Hochwärmege-
dämmte Holztafelelemente umschließen 3
eine beinahe energieautarke Raumzelle, die
von Photovoltaikpaneelen mit Strom versorgt 1 4 b
wird. Eine Seite besteht aus einer Drei-
Scheiben-Wärmeschutzverglasung mit b 3
Xenonfüllung, die auch im Winter für einen
erheblichen solaren Energieeintrag sorgt
und trotz der begrenzten Raumgröße einen
großzügigen Eindruck mit weitem Panora- a
ma nach draußen schafft. Sicht- und Blend-
schutz bietet ein von unten nach oben lau-
fender Screen. Ein Oberlicht und ein Klapp-
flügel rahmen bei den geschlosseneren
Wandflächen den Blick in den Himmel und
auf die Wiese. Hocker, Tischplatte und
Matratze kommen durch Aufklappen und
Ausziehen der Wand- und Bodenflächen
zum Vorschein und verwandeln die abstrak-
te meditative Raumhülle in ein funktionales
Arbeits-, Wohn- oder Schlafzimmer. Über
ein kostengünstiges LKW-Drehlager unter
der Bodenplatte kann der Würfel von Hand
aa
in die gewünschte Position gedreht werden,
um die Orientierung der Aussicht und das
Maß der Sonneneinstrahlung zu regeln.

The concept foresees the various functions of


a house accommodated in spatially discrete a
cubes. The first unit to be realized so far is the
living cell. Enclosed on three sides by highly
insulated timber-panel walls, it is supplied with
3
electricity by photovoltaic panels, so that it is
virtually self-sufficient in terms of energy. The
fourth wall consists of triple low-E glazing with 1 4 b
a xenon filling. This ensures considerable
solar-energy gains, even in winter, and also b 3
creates a sense of spaciousness. Folding and
pull-out furnishings transform the space into a
realm for living, working and sleeping. The
views out and the heat gains through the glaz- a
ing can be controlled by manually rotating the
cube on a pivoting bearing. Photo: Sturm und Wartzeck, Dipperz
∂ 2004 ¥ 12 Drehbarer Wohnwürfel in Dipperz 2

6 7

3
8

5 5

1 2 3

10

bb

1 Furnierschichtholz Birke, Baumwolle 200 mm 1 22 mm fold-up lam. birch 200 mm cotton thermal-
22 mm aufklappbar Furnierschichtholz 18 mm sheeting insulation
2 Matratze Dampfsperre 2 mattress 18 mm lam. timber sheeting
3 Stauraum Furnierschichtholz 18 mm 3 storage space vapour barrier
4 Tischplatte ausziehbar 8 Furnierschichtholz 12 mm 4 draw-out table 18 mm lam. timber sheeting
5 Hocker Sperrholzständer 200 mm, 5 stool 8 12 mm lam. timber sheeting
6 Solarzellen dazwischen Dämmung 6 solar cells 200 mm insulation between
7 Alublech gekantet Furnierschichtholz 12 mm 7 folded sheet aluminium 200 mm plywood studs
Gefälle Holzschwert Abdichtung 9 Wärmeschutzverglasung timber bearers to falls 12 mm lam. timber sheeting
Furnierschichtholz 22 mm U= 0,4 W/m2 K sealing layer 9 low-E glazing (U = 0.4 W/m2K)
Wärmedämmung, 10 LKW-Drehlager 22 mm lam. timber sheeting 10 lorry pivoting bearing
1 2004 ¥ 12 ∂

Ferienhaus am Övre Gla

Holiday House on Övre Gla

Architekten:
24H-architecture, Rotterdam
Mitarbeiter:
Boris Zeiser und Maartje Lammers mit
Olav Bruin, Jeroen ter Haar, Sabrina Kers,
Fieke Poelman
Tragwerksplaner:
ABT, Delft
Walter Spangenberg, Wiljan Houweling

Das Grundstück des Ferienhauses liegt am son teleskopartig aus dem Haus gefahren ten wurden am Computer konstruiert und
Ufer des schwedischen Sees Övre Gla, in- wird. Als »Kokon« bezeichnen die Architek- die Zeichnungsausdrucke als Vorlage für
mitten des Naturschutzgebiets Glaskogen. ten das Gebäude im Winter, wenn das die Fabrik zurechtgeschnitten. Die Verklei-
Hier Neubauten zu errichten ist nicht er- Wohnzimmer eingefahren ist und deshalb dung, Schindeln aus rötlichem Zedernholz,
laubt, einzige Ausnahme bilden Anbauten von zwei Gebäudehüllen umschlossen wird. nehmen mit zunehmender Verwitterung die
an bereits bestehende Häuser. Allerdings ist Im Sommer findet dann die Verwandlung Farbe der grauen Granitfelsen der Umge-
die Erweiterungsfläche auf das Doppelte statt: Wie eine Schublade schiebt sich der bung an. So fügt sich das Ferienhaus unauf-
der Bestandsfläche begrenzt. So standen Wohnbereich in gut 20 Sekunden aus seiner fällig in die Natur ein und wirkt durch seine
für den Anbau an die Hütte aus dem 18. Schale Richtung Wasser. Die Mechanik Gestalt und Metamorphose wie ein über-
Jahrhundert nur 30 m2 zur Verfügung. Hinzu wird, manuell betrieben mittels Hebezug dimensionales Wesen aus dem Tierreich.
kam, dass ein vorgegebener Abstand zum und Stahlseilen, die die ausfahrbare Kon- Die wenigen Glasflächen in der Fassade
benachbarten Bach, der die Grundstücks- struktion mit dem Fundament verbinden. sind so positioniert, dass vom See aus keine
grenze bildet, einzuhalten war. Eine unkon- Für die Vorfertigung des gebogenen Raum- Reflexion zu sehen ist. Aufgrund dieser
ventionelle Konstruktion schafft dennoch tragwerks lieferten die Architekten Schablo- Maßnahmen wurde der Entwurf, der sich
mehr Fläche für die Bewohner: Ein bewegli- nen: Die aufwändigen Formen der einzelnen über die Regulierungen der Baubehörde
cher Raum, der für die Dauer der Feriensai- Holzspanten aus verleimten Sperrholzplat- hinwegsetzte, dennoch akzeptiert.
a

1
Lageplan Site plan 1 Schlafraum 1 Bedroom
Maßstab 1:1000 scale 1:1000 2 Essbereich 2 Dining area
Schnitte • Grundrisse Sections • Floor plans 3 Kochzeile 3 Kitchen unit
Maßstab 1:200 scale 1:200 4 Wohnraum 4 Living room
2
aa
b b
3 4

d
e
a

bb cc

1 1

2 2
b b c 4 c
3 4 3

d
e
a
∂ 2004 ¥ 12 Ferienhaus am Övre Gla 2

f f

Photo: Christian Richters, Münster

4
1 Holzschindel Rot-Zeder gesägt l= 450 mm 1 sawn red-cedar shingles 450 mm long
Lattung/Konterlattung 2≈ 10 mm (Hinterlüftung) 10 mm battens; 10 mm counterbattens (ventilated
Abdichtung Kunststoffbahn, Spanten dazwischen cavity) on plastic sheet sealing layer
Wärmedämmung Mineralwolle 200 mm 200 mm mineral-wool thermal insulation/studding
Dampfbremse, Holzschalung Birke 30/6 mm vapour-retarding layer; 6/30 mm birch strips
2 Auslass Fassadenhinterlüftung 2 outlet for facade-cavity ventilation
3 Rinne Stahlblech feuerverzinkt 3 galvanized sheet-steel gutter
4 Furniersperrholz wasserfest, 4 2≈ 18 mm waterproof-bonded
2≈ 18 mm, Holzträger 220/70 mm lam. construction board on 70/220 timber joists 7
Wärmedämmung Mineralwolle 80 mm 80 mm mineral-wool thermal insulation
Furniersperrholz wasserfest 18 mm 18 mm waterproof-bonded lam. construction board
5 Holzboden ausfahrbar 5 sliding timber floor construction
6 Verbundträger Kiefer 2≈ 260/200 mm 6 2≈ 200/260 mm composite pine beam
7 Rollenlager in Aussparung 270/130/70 mm 7 roller bearer in 270/130/70 mm recess 5 6
8 Holzträger Kiefer 2≈ 220/70 mm 8 2≈ 220/70 mm composite pine beam
Laufschiene Flachstahl verzinkt galv. steel flat runner 7
9 Stahlprofil ∑ 100/100/10 mm 9 100/100/10 mm steel angle and
Ankerstange Stahlstab Ø 20 mm im Fels verklebt Ø 20 mm steel anchor rod, adhesive fixed in rock 8
10 Spanten Furniersperrholz wasserfest 3x 18 mm 10 3≈ 18 mm waterproof lam. construction board ribs 9
11 Festverglasung ESG 5 + SZR 68 + ESG 4 mm 11 fixed glazing: 5 + 4 mm toughened glass
Rahmen Furniersperrholz demontierbar + 68 mm cavity; demountable lam. frame
12 Öffnungsflügel Isolierverglasung 12 opening light with double glazing 10
13 Fensterbrett Kupferblech auf Furniersperrholz 13 sheet copper sill on lam. construction board dd
3 Ferienhaus am Övre Gla 2004 ¥ 12 ∂

Schnitte
The house is located on the shores of a Maßstab 1:20
Swedish lake in a nature reserve. The only
new buildings allowed in this area are exten- Sections
scale 1:20
sions to existing structures. In the present
scheme, an unconventional method of con-
struction was used, in the form of a room
that can be extended telescopically out of its
basic “cocoon” in summer in little more than
20 seconds. Templates were supplied by the
architects for the prefabrication of the curved
load-bearing plywood structure. After a period
of weathering, the red-cedar shingle cladding
acquires the colour of the grey granite rock of
the surroundings. The few glazed areas in the
1 facade were located so as to avoid reflections
that would be visible from the lake.

9
1

11
1
g g 10

12

11

ff

12

13
1

5 6

12

10

ee gg
1 2004 ¥ 12 ∂

Wohngalerie in Karuizawa

House and Gallery in Karuizawa

Architekt:
Makoto Yamaguchi, Tokio
Tragwerksplaner:
Space and Structure Engineering
Workshop, Tokio

Lageplan Site plan


Maßstab 1:1000 scale 1:1000
Grundriss • Schnitt Floor plan • Section
Maßstab 1:200 scale 1:200

Zwei bis drei Autostunden nordwestlich von der roh belassene Estrichboden prägen das Karuizawa is a popular recreational resort
Tokio liegt Karuizawa, beliebtes Ziel für Er- Innere. Teils mattierte Glasabtrennungen zu north-west of Tokyo. The clients wanted a
holung suchende Hauptstädter. Am Hang den Nebenräumen, vollständig verspiegelte quiet retreat where they could receive friends
oberhalb des kleinen Ortes sitzt ein strah- Wände in Bad und Küche sowie polierte and also hold exhibitions. At the centre of the
lend weißer Kristall inmitten üppiger Vegeta- Edelstahlstreifen als abschließende Kanten hexagonal house is a Y-shaped main space
tion. Die Bauherren, ein moderne Kunst sorgen für immer neue Perspektiven. Keine with a fully glazed window front at the end of
sammelndes Musikerpaar, wünschten sich unnötigen Elemente stören die minimalisti- each leg, from where there are views of the
einen Rückzugsort, an dem sie auch aus- sche Ruhe. Wie in traditionellen japanischen forested surrounding hills. The space itself is
stellen oder Freunde empfangen können. Ein Häusern spielen sich wichtige Funktionen finished with uniformly white walls and ceil-
Y-förmiger Hauptraum, seitlich flankiert von auf dem Boden ab: Im Bad bildet eine weiß ings, and a screeded floor. Mirror walls and
Küche, Bad und Schlafbereich, bestimmt gestrichene Vertiefung die Wanne, zum Ko- partitions in transparent and translucent glass
den sechseckigen Grundriss. Er mündet in chen steigt man ein paar Stufen hinab in ei- create constantly changing perspectives. As
drei vollständig verglaste Stirnseiten, die nen schwarzen Graben. Der Estrich wird so- in traditional Japanese houses, certain func-
nach Osten, Süden und Westen Ausblicke mit zur Arbeitsfläche mit eingelassener tions are performed on the floor. In the kitch-
über die bewaldeten Hügel gewähren. Spüle und Kochfeld, weitere Küchengeräte en, one descends a few steps into a pit to
Einheitlich weiße Wände und Decken sowie und Schränke sind darunter verborgen. work, and the bathtub is recessed in the floor.

a 4

1 3
44 3
3
6
6 a
aa 22 6 a
1 2

5
a

55

aa

1 Terrasse/Zugang 1 Terrace/Entrance
2 Hauptraum 2 Main space
3 Bodenklappe Glas 3 Glass flap in floor
4 Bad 4 Bathroom
5 Küche 5 Kitchen
6 Schlafbereich 6 Sleeping area
Photo: Nacása & Partners Inc., Tokio 7 Lager/Technik 7 Store/Services
∂ 2004 ¥ 12 Wohngalerie in Karuizawa 2

Detailschnitt Küche
Detailschnitt Fensterfront
Maßstab 1:20

1 Dachabdichtung faserverstärkter
Kunststoff weiß 3 mm
Sperrholz 12 mm
Holzbalken 45/105 mm bzw. 105/180 mm
Wärmedämmung 150 mm
3
Luftzwischenraum zwischen Abstandshölzern
Kanthölzer 45/45 mm
Gipskarton weiß gestrichen 9,5 mm
2 Glastrennwand Float 10 mm
3 Abdichtung faserverstärkter
Kunststoff weiß 3 mm
Sperrholz 12 mm 4
Wärmedämmung 30 mm
Sperrholz 12 mm
Wärmedämmung 50 mm
Holzständer 105/105 mm bzw. 45/105 mm
Sperrholz 12 mm
Gipskarton weiß gestrichen 9,5 mm
4 Heizestrich gestrichen 70 mm
Wärmedämmung 25 mm
Sperrholz 2x 12 mm
Holzbalken 45/105 mm 5
Holzbalken 105/180 mm
5 Küchengraben,
Sperrholz und Estrich schwarz gestrichen
6 Kantenabdeckung Edelstahl poliert 1,5 mm
7 Isolierverglasung 6 + SZR 6 + 6 mm 5
in Edelstahlrahmen

Sectional details of kitchen


Sectional details of window front
scale 1:20

1 3 mm white fibre-reinforced plastic


roof sealing layer
12 mm plywood
150 mm thermal insulation between
45/105 mm and 105/180 mm timber rafters
cavity
45/45 mm wood bearers and wood firrings
9.5 mm plasterboard, painted white
2 10 mm float-glass partition
3 3 mm white fibre-reinforced plastic sealing layer
12 mm plywood
30 mm thermal insulation
12 mm plywood
50 mm thermal insulation between
105/105 mm and 45/105 mm timber studding 6 7
12 mm plywood
9.5 mm plasterboard, painted white
4 70 mm screed around underfloor heating; painted
25 mm thermal insulation
2≈ 12 mm plywood
45/105 mm timber beams
105/180 mm timber beams
5 kitchen pit: plywood and screed, painted black
6 1.5 mm polished stainless-steel edging
7 double glazing: 2≈ 6 mm glass + 6 mm cavity in
stainless-steel frame