Sie sind auf Seite 1von 58

Substanzkurs 2015

18. April 2015, Bern


MA, Alexander Bücheli
Projektmitarbeiter Safer Nightlife Schweiz
Stadt Zürich Jugendberatung Streetwork
Inhalt

• Einleitung
• Konsum im Nachtleben
• Partydrogen «The Big Five» - Update
• Neue Substanzen
• Internet (Dark- Clearnet, Legal Hights, NPS)
• Mischkonsum
• Weiterführende Informationen
Einleitung…
Unterschiedliche Usergruppen

Freizeit-Drogenkonsum
• Abschalten
• Entspannen Vollzeit-Drogenkonsum
• Bewusstseinserweiterung • Abhängigkeit
• Körperliches Bedürfnis
• häufig Komorbidität
DIZ, DIB+ (psychische Störungen)
Party-Drogenkonsum
• Soziale Interaktionen
• Leistungssteigerung
Nightlife
• Symbiose, Trance Leistungs-
Präventionangebote Drogenkonsum
• Doping
• Neuro-Enhancement
• Mood-Enhancement
Die Vielzahl chemischer Substanzen
• Es gibt eine Vielzahl chemischer Substanzen mit psychoaktiven
Wirkungseigenschaften
• Die meisten Substanzen liegen als Salz (HCL) oder Sulfat vor,
weniger häufig ist die Base oder das Tartrat.
• Die meisten Substanzen stammen aus der medizinischen oder
«militärischen» Forschung – viele Substanzen haben deshalb auch
ein medizinisches Wirkpotential (LSD – Psychopharmaka, Ecstasy –
Psychopharmaka, Poppers – Angina Pectoris, GHB/GBL -
Schlafmittel)
Wieso wirken Drogen?
Substanz gelangt über das Blut ins Hirn (Bluthirnschranke):
- Ausschüttung oder Wiederaufnahmehemmung von Botenstoffen
- Verknüpfung mit substanzbeeinflussten Erinnerungen (Back-Flash)

Wirkung ist spürbar:


- Körperlich
Wirkung/Nebenwirkung, in Relation zu:
(Aktivierung/Beruhigung)
- eingenommenen Substanz und deren
- Psychisch (Stimmung,
Zusammensetzung (Drug)
Wahrnehmungs-
- Körperlichen und psychischen
veränderungen)
Voraussetzungen sowie psychischer
und sozialer Zufriedenheit (Set)
- Ort wo die Substanz eingenommen
wird (Setting)
Drug, Set und Setting
Umfeld in welchem die Alles was mit der Substanz
Substanz konsumiert wird: Drug in Zusammenhang steht:
- Wo wird und mit wem wird - Wirkprofil (Wirkung,
konsumiert? Nebenwirkungen,
- Erstkonsum Langezeitfolgen)
- Reinheit
- Streckmittel

Setting

Alles was der Konsument mit sich bringt:


Set
- Alter, Geschlecht und Gewicht
- Körperliche und psychische Voraus-
setzungen, aktuelle Verfassung
- Konsummotivation
Konsumformen

– Inhalation: sehr schnelle Wirkung; Gefahr OD; Nasen-Rachen


Probleme
– IV: schnelle Wirkung; schwierig zu dosieren (Gefahr von OD); Ekzeme
und Abszesse; Gefahr der Übertragung von Hep. C und HIV

– Nasal: schnelle Wirkung; Schädigung der Nase und Blutungen; Gefahr


der Übertragung von Hep. C
– Rektal: schnelle Wirkung, hoher Umsetzungsgrad; schwierig zu
dosieren; Darmprobleme

– IM: langsame Wirkung; kleinere Gefahr OD; Risiken gleich wie oben
– Oral: langsame Wirkung; schwierig zu dosieren; Magenprobleme
Konsum im Nachtleben…
Konsum: Typische Partynacht

- Tabak = the big five

Saferparty.ch, 2014, N = 413


Trend: Typische Partynacht

Streetwork, 2014, N=1800


Typische Partynacht: Mischkonsum

Saferparty.ch, 2014, N = 413


Die Wirkung ist entscheidend
Konsument: Erwartungen, Bedürfnisse, Voraussetzungen, Präferenzen

Wirkprofil
Erfahrungen
Erhältlichkeit
Neugier/Offenheit
Qualität
Freunde/Peers
Preis
Substanzeinfluss
Image
Setting
Substanzwahl
Welche Wirkungen werden gesucht?

Alk. Hanf Koks XTC Amp. Keti. GHB Meth.

Enthemmung +++ ++ + + N +++ +++ +++


Lockerheit +++ ++ + + N ++ +++ +
Selbstvertrauen ++ N +++ N + N N ++
Verändertes
Körpergefühl ++ + + +++ + +++ +++ +

Veränderte
Wahrnehmung ++ + N +++ + +++ ++ N

Leistungs-
- - ++ + ++(+) - - +++
steigerung
Beruhigung ++ +++ - - -- ++ +++ -
-, vermindert +, leicht gesteigert
--, stark vermindert
N, Neutral
Abhängig von Drug, Set und Setting ++, stark gesteigert
+++, sehr stark gesteigert
The big five (Update)…
MDMA: Zusammensetzung
MDMA: Streckmittelinformationen (2014)
Streckmittel in % Wirkung/Risiken Zweck/Grund
Stimulierung; Nervosität, Kopfschmerzen, Wirkungs-
Koffein 9.1%
Austrocknen (Dehydration), verstärkung
Stimulierung; Erhöhung der
Körpertemperatur, Unterdrückung von
Hunger und Müdigkeit, erhöhte
Risikobereitschaft, unterdrücktes
Schmerzempfinden, Euphorie und Wirkungs-
Amphetamin 3.9% gesteigerter Rededrang. Die Kombination verstärkung
von Amphetamin und MDMA führt zu einer
hohen Dopamin- und Serotonin-
konzentration im Gehirn. Es besteht eine
hohe Belastung für den Herz-Kreislauf und
ein erhöhtes Risiko für Hirnschädigungen.
MDMA: Synthesenebenprodukte (2014)

Streckmittel in % Wirkung/Risiken Zweck/Grund

Meist keine psychoaktive Wirkung;


Synthese-
Bezüglich Wechselwirkungen
nebenprodukte Unsaubere
14.8% zwischen Synthesenebenprodukte
MDDMA, DPIA Synthese
und MDMA liegen keine Informationen
(Bis-
vor.
Amphetamin),
MDP2P, MDDMA: In hohen Dosen (ab 200mg)
Piperonal, 1- setzt eine undefinierbare und eher
Benzyl-3- unangenehme Wirkung ein. Bezüglich
ʺ
methylnaphthale Wechselwirkungen zwischen MDDMA
n und MDMA liegen keine Informationen
vor.
Kokain: Zusammensetzung
Kokain: Streckmittelinformationen

Streckmittel in % Wirkung/Risiken Zweck


Leicht stimulierend (vor allem wegen dem
Abbau in Aminorx); Übelkeit, Durchfall,
Verdauung kann auch am Folgetag noch
Levamisol 75.3% gestört sein. Allergische Reaktionen, Qualitätssteigerung
Störungen des Nervensystems
(Taubheitsgefühl bis zu Bewusstlosigkeit,
starke Müdigkeit), Sprechprobleme
Hochdosiert Erregung und Euphorie; bei
häufigem hochdosiertem Konsum
Phenacetin 22.7% nierenschädigend (Phenacetin-Niere), Wirkungssteigerung
erhöhtes Risiko von Harnleiter- und
Blasenkrebs (karzinogene Wirkung)
Einen Kokaineffekt
Lokal- Lokale örtliche Betäubung; gespritzt Herz- stimulieren; nasaler
3.9%
anästhetika Rhytmus-Störungen Konsum weniger
unangenehm
Kokain: Streckmittelinformationen

Streckmittel in % Wirkung/Risiken Zweck


Stimulierung; Nervosität, Kopfschmerzen, Wirkungs-
Koffein 13.6%
Austrocknen (Dehydration) verstärkung
Sedierend, krampf- und angstlösend;
Übelkeit, Müdigkeit, Mundtrockenheit,
Fieber, Schwindel, Kopfschmerzen,
Bekämpfung
Schlaflosigkeit,
Hydroxyzin 2% kokaintypische
Orientierungsschwierigkeiten,
Unruhe
Halluzinationen, erhöhte Schweissbildung,
tiefer Blutdruck oder beschleunigter
Herzschlag
Blutdrucksenkend; Appetitlosigkeit,
Schwindel, Kopfschmerzen,
Bekämpfung
Schwächegefühle, Verlangsamung des
Diltiazem 9.1% kokaintypischen
Herzschlages, Herzrhythmusstörungen,
Bluthochdruck
allergische Reaktionen, Übelkeit,
Schwellung des Gewebes oder Müdigkeit
Kokain Streckmittel

Produktion (Synthese, Extraktion, Ernte) Export


• Als Konzentrat
• Teilweise getarnt –
andere galenische Form
Kokain Premium (150 Sfr.)

Dealer Zwischenhändler 1
Gewinnmaximierung, Vortäuschen
• Koffein • Strecken mit psychoaktiven
einer besseren Qualität,
• Nicht psychoaktive Streckmittel wie Phenacetin, Levamisol
Konsumoptimierung,
Streckmittel • Evl. nicht psychoakive Streckmittel
Wirkungsverlängerung etc…
• Gewicht (0.8 für 1.0)

Zwischenhändler 2
Kokain Normal (100 Sfr.)
• Strecken mit psychoaktiven Streckmitteln
wie Koffein, Lokalanästhetika
• Nicht psychoaktive Streckmittel
Synthetisches Kokain?

Koka-Blatt Vorläufersubstanzen
(Peru, Bolivien, Kolumbien etc.) (Atropin, Tropinon etc.)

Extraktion: Synthese:
• Blätter werden mit Wasser, Kerosin, • Mindestens 18 Syntheseschritte –
Kalk, Natriumcarbonat gemischt Abhängig vom Ausgangsprodukt und
• Mischung + Aceton und verdünnte der Synthesemethode
Schwefelsäure = Cocapaste • Erste Synthese 1923
• Cocapaste + Salzsäure = Kokain*HCl

Zwar gibt es verschiedene Syntheseverfahren, diese sind viel


aufwändiger als die Extraktion des Naturprodukts. Es handelt sich
um das selbe Produkte = kein Vorteil bei der Synthese.
Amphetamin: Zusammensetzung
Amph.: Streckmittelinformationen (2014)

Streckmittel in % Wirkung/Risiken Zweck


Stimulierung, Nervosität,
Wirkungs-
Koffein 54.3% Kopfschmerzen, Austrocknen
verstärkung
(Dehydration)
Euphorie, Stimulanz, Nervosität, Wirkungs-
4-Methyl -
4% Herasen, in hohen Dosen verstärkung,
amphetamin
Serotoninsyndrom Substitut
Wirkungs-
4-Fluor - Stimulierung, Emapthie, Euphorie, verstärkung,
0.3%
amphetamin Nervosität, gesteigerter Puls Substitut

Iso- Keine psychoaktive Wirkung, toxisches Flüssiges


n. Er.
Propylalkohol Lösungsmittel, leicht entflammbar Streckmittel
Amph.: Synthesenebenprodukte (2014)

Streckmittel in % Wirkung/Risiken Zweck


Meist keine psychoaktive Wirkung;
Synthese- Unsaubere
29.7% meist erhöhte Toxizität – generell
nebenprodukte Synthese
wenig Information vorhanden
DPIA Wenig psychoaktiv, mässig toxisch ʺ
4-
Methyl-
5- Nicht psychoaktiv; toxisch ʺ
phenyl-
pyrimidin

Flüssiges
Keine psychoaktive Wirkung;
Streckmittel,
Phenylaceton 4.7% Syntheseausgangsprodukt, toxisch,
Syntheseneben-
leicht entflammbar
produkt
Amphetamin Pulver/Paste
Phenylaceton, Amphetaminsynthese (Leuckart, Reduktion von Ephedrin)
APAN, Ephedrin

Nebenprodukte/Verun Amphetamin Base


reinigungen (DPIA) • Gelbliche Flüssigkeit
Speed (Pulver)
• Nicht wasserlöslich
• 38%
• Aminartiger Geruch
• > Koffein Koffein, (fischig)
Milchzucker,
Stärke
Schwefelsäure

Paste Amphetaminsulfat
• 48.6% • Weisses, trockenes Pulver
• > Neben- • im Wasser löslich
produkte • Chemisch stabil

Phenylaceton
Iso-Propanol
Some new substances…
Meth: Substanz/Einnahme

Substanz
• Methamphetamin (N-Methylamphetamin)
• Formen:
– Pille (Thaipille, WY, Jaba, Shabu)
– Kristalle (Crystal Meht, Pico)
• Preise Thaipille, ca. 40 Sfr./Pille; Crystal Meth ca. 300
Sfr./Gramm
Nacheffekte bis zu 70 Stunden

Max.
Einnahme Dosis Wirkungseintritt Wirkdauer
Wirkungsgrad

Oral 5 bis 35mg 30 bis 45 Min. 60 bis 90 Min. 5 bis 11 Stunden

Nasal 5 bis 40mg 10 bis 20 Min. 30 bis 60 Min. 4 bis 10 Stunden

Geraucht 5 bis 25mg Wenige Sek. wenige Min. 3 bis 7 Stunden

Gespritzt 5 bis 15mg Mehrere Sek. mehrere Min. 6 bis 12 Stunden


Meth: Wirkung/Risiken
Wirkung/Rausch
• Psychostimulans, Noradrenalin wird freigesetzt, Selbstwertgefühl wird durch
Dopamin gesteigert (ausgeprägter als bei Amphetamin). Wirkt leistungs- und
luststeigernd, enthemmend und schmerzstillend

Nebenwirkungen
• Mundtrockenheit, Herzrasen, erhöhter Blutdruck, fehlende Risikoeinsicht, Zittern,
Schlaflosigkeit (Insomnia)

Langzeitrisiken
• stark auszehrende Substanz mit hohem psychischen Abhängigkeitspotential, Akne,
Aggressionen, Depressionen, Paranoia, Amphetaminpsychosen – verstärkt durch
Schlafentzug
Mythen
• Zombie-Droge
• Abhängigkeit nach dem ersten Mal
Meth: Come-Downverlaufskurve

Abhängig von Konsumform (Rauchen,


Spitzen, Schnupfen)

Dosis muss erhöht werden, um einen


vergleichbaren Wirkungspeak zu
erreichen

4 Wochen

Bis 20 Stunden

Down wird immer ausgeprägter


Meth Safer Use

- Auf das Essen achten: Vitamin- und Nährstoffzufuhr nach dem


Konsum. Bei saurem Urin wird die Wiederaufnahme von
Methamphetamin während des Ausscheidens verhindert.
- Mehrwöchige Konsumpausen
- Safer Use nasaler Konsum, fein zerhackt in kleinen Dosen oder
oral (Thaipille)
- Genügend Zeit für den Konsum und die Erholung danach
einplanen, Bindgen vermeiden – nicht nachdosieren
- Im Zusammenhang mit Sex: Grenzen und Stoppsignale vor dem
Konsum vereinbaren. Öfter Kondome wechseln und Gleitmittel
verwenden
DMT: Substanz/Einnahme

Substanz
• DMT (N,N-dimethyltryptamin) und sein eng Verwandter,
potentere Cousin 5-MeO-DMT (5-Methoxy-N,N-
dimethyltryptamin) sind psychoaktive Tryptamine
(Natürlich&Synthetisch).
• Auch bekannt unter dem Namen Nexus

Formen:
– DMT: Harz, Pulver oder teerige Masse
– Ayahuasca; schamanischen Kräutertrank, Mischung aus
DMT-haltigen Pflanzen und einen MAO-Hemmer (Pflanzen)
– Changa; rauchbare Mischung aus DMT und MAO-Hemmer
DMT: Substanz/Einnahme

Wirkungs- Max.
Substanz Einnahme Dosis Wirkdauer
eintritt Wirkungsgrad
30 bis
Oral 30 bis 60 min Nach 60 Min. Bis 6 Stunden
150mg
20 bis
DMT Nasal 5 bis 10 min 10 bis 15 Min. 30 bis 45 Min.
50mg
15 bis
Inhalativ Wenige Sek. Einige Sek. 5 bis 20 Min.
60mg
2 bis
Gespritzt Wenige Min. Einige Min. 10 bis 30 Min.
3mg
2 bis
5-MeO Nasal 5 bis 10 Min. 10 bis 15 Min. 30 bis 45 Min.
20mg
2 bis
Inhalativ Wenige Sek. Einige Sek. 5 bis 20 Min.
15mg

Kann bis zu 8 Stunden nachklingen


DMT: Wirkung/Risiken
Wirkung/Rausch
• Eintauchen in bizarre Welten, Materien verdinglichen sich (bei 5MeO auch optisch)
• Körper-Geist-Trennung
• Verändertes Zeitempfinden, stark verlangsamt, «Entering the void»
• Kurzzeitige Euphorie, Stimmungsschwankungen
• 5-MeO, farbige übereinanderliegende pulsierende Muster

Nebenwirkungen
• Erhöhter Puls und Blutdruck
• Psychische Überforderung, bis hin zu Nahtoderfahrungen
• Stark eingeschränkte körperliche Wahrnehmung, Bewegungsfähigkeit
Schwerelosigkeit, Gefühl zu fallen

Langzeitrisiken
• Störungen der Selbst- und Realitätserkennung
• Auslösen vulnerabler Psychosen
Mythen
• Instant-Drug, für Zwischendurch
DMT Safer Use

• Konsumiere nur, wenn du dich psychisch gut fühlst (Set).


• Konsumiere nicht alleine! Nimm es in einer geschützten Atmosphäre und
zusammen mit erfahrenen Freunden oder Freundinnen, denen du vertraust, ein.
• Konsumiere im Sitzen oder Liegen, da die körperliche Wahrnehmung während
des Rausches beeinträchtigt und sich bewegen quasi unmöglich ist.
• Dosiere erst vorsichtig. Setzt keine Wirkung ein, erhöhe die Dosis erst beim
nächsten Mal. Lege nicht an demselben Tag nach.
• Verzichte auf Mischkonsum! Die Einnahme von DMT/5-MeO-DMT mit Alkohol oder
diversen Medikamenten (vor allem bei MAO-Hemmern) kann zu äusserst starken
und/oder unangenehmen Nebenwirkungen (extrem erhöhter Blutdruck) führen.
• Auf den Verzehr MAO-Hemmender Lebensmittel wie gereifter Käse, geräucheter
Fisch/Fleisch, Sauerkraut, Tofu und Schokolade soll vor und nach dem Konsum
verzichtet werden.
• Personen mit hohem Blutdruck sollten kein DMT/5-MeO-DMT konsumieren.
• Ein Trip mit DMT/5-MeO-DMT sollte ein Ausnahmeerlebnis bleiben.
Codein: Substanz/Einnahme

Substanz
– Codein = Methylmorphin, im Opium aus Schlafmohn
– Gemixt mit Sprite und Promethazin, Tabletten auch bekannt
als Sizzurp, Lean, Purple Drank oder Texas Tea
– In Form von Tabletten, Brausetabletten, Sirup, Tropfen und
Zäpfchen erhältlich
– Oft Verwendung in hustenstillenden Mitteln, selten in
Schmerzmedikamenten
– Dosis: 20 bis 200 mg

Einnahme Wirkungseintritt Max. Wirkungsgrad Wirkdauer


Nach 15 bis 30
Oral Ab 60 Min. 4 bis 6 Stunden
Min.
Nach 10 bis 20
Rektal Ab 40 bis 60 Min. 4 bis 6 Stunden
Min.
Codein: Wirkung/Risiken
Wirkung/Rausch
– Sehr individuell (nicht alle sprechen gleich auf die Substanz an)
– Gelassenheit, Unbeschwertheit, Euphorie
– z. T. Selbstbewusstseinssteigerung
– Aufregung, Hitze im Kopf, Pulsbeschleunigung
– Bei höheren Dosen (100 – 200mg): Schlaf, Betäubungsgefühl

Risiken/Nebenwirkungen
– Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Erbrechen, Appetitlosigkeit
– Senkung der Atemfrequenz
Mythen
– Schläfrigkeit • Makatussin und Sprite = Sizzurp (Promethazin
in der Schweiz nicht erhältlich)
Langzeitrisiken
– Erhöhtes Abhängigkeitspotential/Toleranzentwicklung
– Verminderte sexuelle Lust (bis zu Unfruchtbarkeit), Verstopfung,
Schlafstörung/Ruhelosigkeit, etc.
Internet…
(NPS, Darknet, Clearweb)
Neue NPS auf dem Markt (2014)
NPS Wirkklassen (2014)
NPS Evolution (Cannabinoide) (2014)
NPS Vergleich Schweiz (2014)
Konsum von NPS (2013)

Saferparty.ch, 2014, N = 413


NPS, Ländervergleich (GDS 2014)
Darknet und Clearweb

- Kein Unterschied in Bezug auf die


Strafverfolgung
- Risiko der Beschlagnahmung am Zoll
(Brief, Paketpost)
- Falsche Marketingversprechungen
Mischkonsum…
Mischen = verbessertes Wirkprofil

Alk. Hanf Koks XTC Amp. Keti. GHB Meth.

Enthemmung +++ ++ + + N +++ +++ +++


Lockerheit +++ ++ + + N ++ +++ +
Selbstvertrauen ++ N +++ N + N N ++
Verändertes
Körpergefühl ++ + + +++ + +++ +++ +

Veränderte
Wahrnehmung ++ + N +++ + +++ ++ N

Leistungs-
- - ++ + ++(+) - - +++
steigerung
Beruhigung ++ +++ - - -- ++ +++ -
-, vermindert +, leicht gesteigert
--, stark vermindert Abhängig von Drug, Set und Setting ++, stark gesteigert
N, Neutral +++, sehr stark gesteigert
Weitere Gründe
- Wirkungsverstärkung, Dämpfung substanzspezifischer Nebenwirkungen
Mischen = Erhöhtes Risikopotential
Alk. Hanf Koks XTC Amp. Keti. GHB Crystal
Distanzlosigkeit +++ N ++ N N
1 ≠ 2+++
1N + +++
Aggressions- +++ - +++ N + - - +++
potential
Kontrollverlust ++ + ++ + N +++ ++ ++

Eingeschränkte +++ + + ++ N +++ +++ ++


Handlungs-
fähigkeit
Übelkeit +++ + N + N N + N

Ohnmacht ++ + N N N ++ ++ N

Akute Vergiftung ++ N + + + + +++ ++

Überhitzung N N + +++ ++ + N ++

Dehydration +++ + + +++ ++ + ++ ++


-, vermindert +, leicht gesteigert
--, stark vermindert Abhängig von Drug, Set und Setting ++, stark gesteigert
N, Neutral +++, sehr stark gesteigert
Mischen: erhöhtes Risiko, aber…
Risikoarm Risikokonsum Hohes Risiko Sehr hohes Risiko
Ecstasy + LSD Cannabis + Ecstasy Ecstasy + Speed Kokain + Alkohol
Cannabis + Alkohol Cannabis + Speed Ecstasy + Kokain Kokain + Speed
Tabak + Y Cannabis + Kokain Kokain + Halluzinogene Halluzin. + Cannabis
Ecstasy + GHB/GBL Alkohol + Halluzinogene Pilze + Alkohol

Tabak + Kath Alkohol + Ecstasy GHB/GBL + Alkohol


Alkohol + Speed Poppers + Viagra
Cannabis + GHB/GBL 3 Substanzen +++
Amphetamin + GHB/GBL
Ketamin + Kokain

Risiko ist von Drug, Set und Setting, von der Dosis und der zeitlichen
Verzögerung zwischen der Einnahme der Substanz abhängig
Safer Use…
Safer Use – Zusammenfassung
• Legal ≠ nicht gleich weniger gefährlich
• Substanzqualität mitentscheidend für das Risiko
• Akut toxische Streckmittel eher Mythos als Realität
• Drogen und Mischkonsum als Wechselwirkung zwischen
beabsichtigter Wirkung (reflektiert), substanzinduzierten
Entscheidungsimpulsivität und Einfluss äusserer Faktoren begreifen
• Entmystifizierung mittels Fakten, generiert durch Forschung und
Drug Checking angeboten
• Das Risiko lässt sich nie ganz ausschliessen, da jede Person
individuell auf Substanzen reagiert (z. B. allergische Reaktion)
Drogeninduzierte Risiken: Übersicht
Alk. Hanf Koks XTC Amp. Keti. GHB Crystal
Distanzlosigkeit +++ N ++ N N N +++ +++

Aggressions- +++ - +++ N + - - +++


potential
Kontrollverlust ++ + ++ + N +++ ++ ++

Eingeschränkte +++ + + ++ N +++ +++ ++


Handlungs-
fähigkeit
Übelkeit +++ + N + N N + N

Ohnmacht ++ + N N N ++ ++ N

Akute Vergiftung ++ N + + + + +++ ++

Überhitzung N N + +++ ++ + N ++

Dehydration +++ + + +++ ++ + ++ ++


Safer Use: Tipps

• Weitere Risiko-Minimierungs-Strategien sind:


• Genügend Wasser trinken, ½ Liter/Stunde, keinen oder nur
wenig Alkohol
• Mischkonsum generell vermeiden oder auf wenige Substanzen
reduzieren
• Fastenzeit einlegen (mindestens 4 Wochen pro Jahre Pause)
• Erholung nach dem Konsum für Körper, Geist und Psyche
• Drug, Set, Setting einbeziehen
Drug, Set und Setting beachten
- Fühle ich mich wohl in - Informiere dich bevor du
dieser Umgebung, mit Drug konsumierst
diesen Leuten? - Drug Checking nutzen
- Safer Use Materialien

Setting

- Wieso willst du konsumieren (Motivation)?


Set
- Auf Alter, Geschlecht und Körpergewicht
achten
- Psychische und körperliche Vorbelastungen
kennen
Weiterführende Links…
Interessante Links

• Safer Nightlife Schweiz: www.infodrog.ch


• Bundesamt für Gesundheit (BAG): www.bag.admin.ch
• Schweizerische Betäubungsmittelstatistik auf www.bfs.ch
• Jährlicher World Drug Report und Regionenberichte der UNODC auf
www.unodc.org
• EMCDDA-Berichte zu Lage Drogen in Europa www.emcdda.europa.eu
• Substanzinfos: www.saferparty.ch / www.know-drugs.ch /
www.erowid.com / www.eve-rave.ch / www.drugscouts.de /
www.checkyourdrugs.at / www.saferparty.ch / www.nuit-blanche.ch /
www.technoplus.org / www.safernightlife.org /
Danke fürs Zuhören
alexander.buecheli@zuerich.ch