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Entsprechend den dort aufgestellten Forderungen für den

ich
habe Klassenunterricht
ein „Griechisches Elementarbuch, Leipzig 1894" zusammengestellt. Nicht bloß nach
grammatischen Gesichtspunkten, sondern mehr noch nach ihrer Wichtigkeit für
die Lektüre

ich
lasse die Verba lernen. Indem jedes Berdum schon bei der

Vorführung zwei, drei nnd An

in
erstmaligen mehr verschiedenen Formen zur
wendung kommt, merkt der Schüler, daß das Verbum nicht, wie das bisher üblich
war, einer grammatischen Regel als Beispiel dienen, sondern daß es um seiner

selbst willen eingeprägt werden soll. Die schwierigen und dabei seltenen Perfekt-
nur

sie
(in der Anabasis Prozent der gesamten Verbalformen

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formen machen
werden für den
2.
aus) Kursus aufgespart.
Um von Zeit zu Zeit

ich
den Schüler möglichst formensicher zu machen, habe
die Aufgabe gestellt, von einer ganzen Reihe von Verben, die nach bestimmten

Gesichtspunkten geordnet sind, eine und dieselbe Form zu bilden; im Schulunter


je

richte haben sich diese „Formenextemporalien" durch alle Klassen besonders nützlich

erwiesen.
Wie in der Schule das Griechische mit Knaben begonnen wird, die schon

mehrere Jahre Lateinisch getrieben haben, voraus, daß auch derjenige,

ich
so

setze

welcher meine Unterrichtsbriefe studieren will, einigeKenntnis der lateinischen


Sprache mitbringe. Eine Erklärung allgemein üblicher grammatischer Ausdrücke,
wird,
ich
in

wie für
sie

sonst Unterrichtsbriefen geboten habe infolgedessen nicht

nötig gehalten.
Der zweite Kursus wird gleichzeitig mit der zweiten Hälfte der Konjugation
(Perfektformen, Verba auf Einzelheiten des Augments und der Reduplikation,
Repetition der Verba ihrer Prüsensbilduug) die interessantesten
nach Teile der
Anabasis bringen, nämlich Buch (Fcldzug des Kyros) und Buch IV 4—5 nebst
I
V

(Beschwerden des armenischen Winters).


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Ein Anhang wird schließlich die erste Anleitung zur Homerlektüre geben.

Moskau, im März 1900.

?r«k. Dr. Ernst Koch.


Inspektor der Petri- Pauli Schule.
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