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Standardpflegeplan "Diabetes mellitus"

 Diabetes mellitus (umgangssprachlich “Zuckerkrankheit”) ist eine chronische


Stoffwechselstörung, bei der der Blutzuckerwert zeitweise oder ständig
erhöht ist. Es gibt verschiedene Formen des Diabetes: Am häufigsten tritt
der Typ-2-Diabetes auf, gefolgt vom Typ-1-Diabetes. In Deutschland leiden
insgesamt rund sieben Millionen Menschen an dieser Krankheit. Rund 90
Prozent davon sind vom Typ 2 betroffen und 5 bis 10 Prozent sind Typ-1-
Diabetiker.
 Bei einem Typ-1-Diabetes wird der Körper vom körpereigenen Immunsystem
angegriffen. Es kommt zur Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen der
Bauchspeicheldrüse. In der Folge kann die Bauchspeicheldrüse weniger
Insulin bilden. Der Blutzuckerspiegel erhöht sich. Typ-1-Diabetes wird in
erster Linie durch eine erbliche Veranlagung ausgelöst. Außerdem ist
anzunehmen, dass bei vorbelasteten Menschen Umwelteinflüsse (wie etwa
Infektionskrankheiten) die Krankheitsentstehung begünstigen können. Der
Typ-1-Diabetes tritt primär bei Kindern, bei Jugendlichen oder bei jungen
Erwachsenen auf (“jugendlicher Diabetes”). Die Betroffenen müssen
lebenslang Insulin applizieren.
 Bei einem Diabetes vom Typ 2 lässt die Wirksamkeit des körpereigenen
Insulins nach. Um den Blutzucker weiterhin zu regulieren, reagiert die
Bauchspeicheldrüse mit einer verstärkten Produktion von Insulin. Letztlich
jedoch ist die Bauchspeicheldrüse mit der Regulation des Blutzuckers
überfordert. Vom Typ-2-Diabetes sind hauptsächlich ältere Menschen über
40 Jahre betroffen. Daher spricht man vom sog. “Altersdiabetes”.
Übergewicht, Fettsucht (Adipositas) und Bewegungsarmut fördern die
Entstehung.

Anmerkung:

 Standardpflegepläne geben für spezielle Pflegeprobleme die typischen


pflegerischen Maßnahmen vor, so etwa wie in diesem Beispiel für Diabetes
mellitus. Standardpflegepläne umfassen generelle und potenzielle
Pflegeprobleme, Pflegemaßnahmen und Pflegeziele.
 Aus diesem Grund erleichtert ein Standardpflegeplan zwar die
Pflegedokumentation, aber er ersetzt auf keinen Fall eine individuelle auf
den Bewohner / Patienten bezogene Pflegeplanung.
 Jede Pflegefachkraft ist gehalten, diese generellen Pflegeprobleme,
Pflegemaßnahmen und Pflegeziele auf Relevanz zu überprüfen und an die
individuellen Einschränkungen und Ressourcen des jeweiligen Bewohners /
Patienten anzupassen. Wichtig ist auch beim Einsatz von
Standardpflegeplänen, diese in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und
ggf. zu überarbeiten, da sie immer auf dem aktuellen Stand sein sollten.

Pflegeproblem Pflegemaßnahmen Pflegeziel


Sich bewegen
 Als Folge des  Das Gangbild des  Die Mobilität des
Diabetes mellitus ist Bewohners wird Bewohners bleibt
die Durchblutung im beobachtet. Falls erhalten.
Bereich der Füße notwendig bieten
eingeschränkt. Es wir dem Bewohner
kommt zu Gehhilfen an, etwa
Gangunsicherheiten. Unterarmgehstütze
Die Sturzgefährdung n oder einen
ist zwar nicht erhöht, Gehwagen.
der Bewohner fühlt  Wir ermutigen den
sich aber unsicher Bewohner, jeden
und schränkt seinen Tag eine möglichst
Bewegungsradius lange Strecke zu
ein. Fuß
zurückzulegen. Wir
erläutern ihm, dass
sich die Bewegung
förderlich auf
seinen
Gesundheitszustan
d auswirkt.

Vitale Funktionen des Lebens aufrechterhalten


 Im Einstichgebiet für  Geschädigte  Es werden
die Insulininjektion Hautflächen ausreichend
befinden sich können für die Injektionspunkte
Muttermale. Injektionen nicht gefunden, um
 Die Haut des benutzt werden. diese
Bewohners ist (etwa Wir weichen daher angemessen
durch auf andere Zonen häufig wechseln
Verbrennungen) aus. Alternativ zum zu können.
großflächig vernarbt. Bauchbereich
 Durch übermäßige können auch die
Nutzung nur weniger Außenseiten des
Einstichstellen kommt Oberschenkels
es dort zu oder das Gesäß
Lipohypertrophien genutzt werden.
oder zu Atrophien.  Wir beachten
 Der Bewohner ist dabei, dass
gestürzt. Im Bereich unterschiedliche
des Injektionsfelds Injektionsbereiche
hat sich ein zu einer
Bluterguss gebildet. schnelleren oder
langsameren
Resorption führen
können.
 Wir erstellen ein
Injektionsschema.
So ist immer eine
andere
Einstichstelle
gewährleistet.

 Der Bewohner leidet  Wir animieren den  Weitere Schäden


unter einer Bewohner, einmal am Auge oder gar
diabetischen im Jahr den eine Erblindung
Retinopathie oder Augenarzt werden
unter Makulopathie. aufzusuchen. vermieden.
Wenn es bereits zu
Schädigungen
gekommen ist, sind
nach Rücksprache
mit dem Augenarzt
noch kürzere
Abstände zwischen
den
Untersuchungen
notwendig.
 Der Bewohner
muss ggf. zum
Termin begleitet
werden, da er
aufgrund der
geweiteten Pupillen
nach der
Untersuchung
unter starken
Sehstörungen
leidet.
 Der Blutdruck wird
engmaschig
überwacht. Ggf.
stellen wir sicher,
dass Blutdruck
senkende
Medikamente
konstant
eingenommen
werden.
 Wir raten dem
Bewohner, auf den
Nikotinkonsum zu
verzichten.
 Die Ernährung des
Bewohners wird so
weit umgestellt,
dass sich die
Cholesterinwerte
normalisieren.
 Wir raten dem
Bewohner, sich
ggf. auch einem
chirurgischen
Eingriff zu
unterziehen wie
etwa einer
Lasertherapie.
 Wir sensibilisieren
den Bewohner für
die Symptome
einer
Netzhautablösung.
Dazu zählen
insbesondere die
Wahrnehmung von
Lichtblitzen und
das Sehen von
schwarzen Punkten
im Gesichtsfeld
(“Rußregen”).

 Der Bewohner leidet  Wir stellen sicher,  Die Nierenfunktion


unter einer dass die ärztlich bleibt im
diabetischen verordneten größtmöglichen
Nephropathie. Antihypertensiva Umfang erhalten.
konsequent
eingenommen
werden.
 Der Bewohner wird
dazu angeleitet,
seinen Blutdruck
eigenständig zu
messen und die
Ergebnisse zu
dokumentieren.
 Wir animieren den
Bewohner, sich im
Rahmen seiner
Möglichkeiten
körperlich zu
bewegen.
 Der Bewohner soll
den Nikotinkonsum
einstellen oder
zumindest deutlich
reduzieren.
 Durch eine
Anpassung der
Ernährung wird der
Cholesterinspiegel
gesenkt. Der
Bewohner erhält
eine
entsprechende
Ernährungsberatun
g.
 Der Bewohner soll
sich gesünder
ernähren und
Übergewicht
abbauen.

 Der Bewohner klagt  Wir nutzen keine  Das Gefühl von


über kalte Füße. Heizkissen oder Wärme wird
Tatsächlich jedoch Wärmflaschen, da wieder hergestellt.
sind die Füße diese zu Die
ausreichend warm. Verbrennungen Lebensqualität
führen können. bleibt gewahrt.
 Der Bewohner
erhält
Fußmassagen,
weiche Socken,
einen Fußsack
oder ein
wärmendes Plaid
(relativ dünne
Wolldecke).

 Der Bewohner neigt  Der Bewohner soll  Eine


zur Unterzuckerung. immer seinen Unterzuckerung
Da er auch außerhalb Notfallausweis bei wird vermieden.
der Einrichtung sich tragen.
unterwegs ist, besteht  Wir stellen sicher,
das Risiko, dass er in dass der Bewohner
einer solchen immer eine kleine
Situation hilflos wäre. Packung
Traubenzucker bei
sich trägt; also zwei
bis vier Plättchen.
Falls der Bewohner
schlecht kauen
kann, sollte er
alternativ flüssigen
Traubenzucker
nutzen.
 Wir erläutern dem
Bewohner, dass er
bei Anzeichen
einer
Hypoglykämie den
Traubenzucker
sofort konsumieren
sollte, ohne zuvor
den Blutzuckerwert
zu bestimmen. Es
gilt: “Erst essen,
dann messen.”
 Wir prüfen, ob der
Bewohner ein
Glukagon-
Spritzenset bei sich
tragen soll. Im
Notfall können
Familienangehörig
e eine Spritze bei
Bewusstlosigkeit
setzen.

 Der Bewohner hat  Der Bewohner wird  Eine


häufig Fieber. Es ermahnt, sich bei Stoffwechselentgl
besteht das Risiko der Pflegekraft zu eisung wird
einer melden, wenn er vermieden.
hyperglykämischen glaubt, dass er
Stoffwechselentgleisu Fieber hat. In
ng. keinem Fall soll er
sich ohne
Rückmeldung
abends zu Bett
legen.
 Der Blutzuckerwert
des Bewohners
wird engmaschiger
erfasst; dieses
auch in der Nacht.
Wir erfassen
ebenfalls die
Körpertemperatur.
Die
Insulinapplikatione
n werden
entsprechend
angepasst.
 Bei Appetitlosigkeit
bieten wir
Kohlenhydrate in
Form von Obst,
Fruchtsäften,
Salzbrezeln oder
Salzstangen an.
 Wir stellen sicher,
dass der Bewohner
ausreichend trinkt
und
Flüssigkeitsverluste
als Folge des
Fiebers
kompensiert.
 Bei Komplikationen
wird der
behandelnde
Hausarzt oder der
Notarzt informiert
und ggf. eine
Krankenhauseinwei
sung vorbereitet.

 Der Bewohner ist  Wir verdeutlichen  Unnötige


körperlich aktiv, dem Bewohner, Schwankungen
allerdings schwankt dass dieses des
das Maß der Verhalten den Blutzuckerspiegel
Bewegung je nach Blutzuckerspiegel s werden
Tagesform und unkontrolliert vermieden.
Motivation. schwanken lässt.
 Die Wir legen ihm eine
Nahrungsaufnahme Anpassung seiner
ist unstetig. Der Lebensweise nahe.
Bewohner isst  Der
manchmal relativ viel, Blutzuckerspiegel
dann wieder nimmt er wird engmaschig
kaum Nahrung zu überwacht.
sich.  Ggf. wird die
Insulindosis erst
nach dem Essen
verabreicht, wenn
die Menge der
konsumierten
Nahrung bekannt
ist.

 Der Bewohner  Wir assistieren  Die


benötigt Anleitung / dem Bewohner bei Verabreichung
Unterstützung bei der der Messung des des Insulins
Messung des Blutzuckerspiegels. gemäß den
Blutzuckerspiegels Ggf. übernehmen ärztlichen
und bei der wir diese Vorgaben ist
Verabreichung der Maßnahme jederzeit
vollständig. gewährleistet. Der
Injektion.  Gemäß den Bewohner wird im
ärztlichen Rahmen seiner
Vorgaben werden Ressourcen daran
die beteiligt.
Insulininjektionen
durchgeführt. Im
Rahmen seiner
Möglichkeiten wird
der Bewohner an
dieser Maßnahme
beteiligt.
 Wir weisen den
Bewohner in den
Umgang mit dem
Insulin ein. Wir
üben die
selbstständige
Handhabung des
Blutzuckermessger
äts und des Pens
(Spritze).
 Wir machen den
Bewohner auf den
Spritz-Ess-Abstand
aufmerksam.

 Der Bewohner leidet  Wir beachten, dass  Eine


unter einer jede Ohnmacht Stoffwechselentgl
Verkalkung der auch die Folge eisung wird
Hirngefäße. einer rechtzeitig
 Der Bewohner nimmt Unterzuckerung bemerkt.
blutdrucksenkende sein könnte. Wir
Medikamente in messen daher stets
hoher Dosierung. den
 Er erleidet Blutzuckerspiegel.
vereinzelnd eine
Synkope, wird also
ohnmächtig.

 Beim Bewohner liegt  Wir achten sehr  Ein Herzinfarkt


eine kardiale sensibel auf wird zeitnah
Schädigung vor. Er Symptome, die i. d. erkannt und
könnte einen R. auch bei einem angemessen
Herzinfarkt erleiden. stummen Infarkt behandelt.
Durch die diabetische auftreten, etwa
Neuropathie besteht Übelkeit und ein
das Risiko eines Druckgefühl im
“stummen Magen. Dazu
Herzinfarkts”. Der kommen oft
Bewohner erleidet unspezifische
also einen Symptome wie
Herzinfarkt, ohne Luftnot, Schwäche
dass die typische oder
Symptomatik auftritt. vorübergehender
In der Folge bleibt der Verlust des
Herzinfarkt Bewusstseins.
unbehandelt.  Bei einem
hinreichenden
Verdacht rufen wir
den Notarzt und
bereiten den
Bewohner auf die
Krankenhauseinwei
sung vor.

Sich pflegen
 Die Haut im Bereich  Die Haut wird  Die Haut bleibt in
der Füße ist trocken, täglich mit mäßig einem gesunden
spröde und rissig. temperiertem Zustand und ist
Wasser belastbar.
gewaschen.
 Fußbäder sollten
nur wenige Minuten
dauern. Die
Temperatur des
Wassers wird
mittels
Thermometer
kontrolliert.
 Wir nutzen pH-
neutrale Seife oder
Pflegeschäume.
Wir verwenden
Körperlotionen mit
einem 5- oder 10-
prozentigen Zusatz
von Urea.
 Nach dem Baden
oder nach dem
Waschen werden
die
Zehenzwischenräu
me mit einem
weichen Handtuch
sorgfältig
getrocknet, um die
Entstehung von
Pilzinfektionen zu
vermeiden. Die
Zehenzwischenräu
me werden nicht
mit einer Lotion
eingecremt.
 Zum Kürzen der
Nägel nutzen wir
keine Schere,
sondern eine Feile.
Mittels eines
Naturbimssteins
kann mäßige
Hornhaut
abgetragen
werden.
 Alle Maßnahmen
zur Fußpflege, die
mit einem
Verletzungsrisiko
verbunden sind,
werden von einem
Podologen
durchgeführt.

 Der Bewohner ist  Wir prüfen, ob der  Entstandene


aufgrund seiner Bewohner einen Schäden an den
eingeschränkten Spiegel nutzen Füßen werden
Sehfähigkeiten nicht kann, um sich an zeitnah erfasst
mehr in der Lage, der Inspektion zu und angemessen
seine Füße visuell auf beteiligen. behandelt.
Verletzungen zu  Wir kontrollieren
überprüfen. die Füße des
 Der Bewohner ist Bewohners täglich
adipös und kann auf Fissuren, auf
seine Füße nicht Blasen und auf
sehen. Eine Wunden; dieses
Inspektion ist nicht etwa im Rahmen
möglich. der täglichen
 Als Folge von Waschung am
Gelenkschäden o. Ä. Waschbecken.
kann der Bewohner  Wir prüfen
mit seinen Händen regelmäßig die
die Füße nicht Fußpulse.
erreichen und auf
Schäden
kontrollieren.

 Der Bewohner leidet  Der betroffene Fuß  Aufgetretene


unter einem wird ruhiggestellt. Wunden heilen
diabetischen Der Bewohner soll ab.
Fußsyndrom. es strikt vermeiden,  Das Auftreten von
die geschädigte weiteren
Hautregion zu Schädigungen
belasten. wird vermieden.
 Wir hinterfragen  Eine Amputation
kritisch, ob die des Fußes oder
Blutzuckereinstellu von Zehen ist
ng optimal verläuft. nicht erforderlich.
Ggf. regen wir die
Umstellung der
Insulintherapie an.
 Auftretende
Wundinfektionen
werden strikt
behandelt. Wir
regen die
Erstellung eines
Antibiogramms an,
um die
Empfindlichkeit und
die Resistenz von
Krankheitskeimen
zu bestimmen.
Durch strikte
Hygiene wird eine
Übertragung
insbesondere mit
MRSA vermieden.
 Nekrosen lassen
wir abtragen.
 Wir prüfen
regelmäßig die
Fußpulse.
 Wir stehen dem
Bewohner jederzeit
für ein Gespräch
zur Verfügung.
Insbesondere
thematisieren wir
seine Angst vor
einer Amputation.

 Der Bewohner ist  Wir stellen eine  Erkrankungen im


anfällig für Karies, für sorgfältige Mundraum
Parodontitis sowie für Mundhygiene werden vermieden
Pilzerkrankungen im sicher. Wenn der oder zumindest
Mundraum. Bewohner mit der rechtzeitig
Zahnpflege
überfordert ist, bemerkt.
helfen wir ihm
dabei.
 Wir legen dem
Bewohner nahe,
die jährliche
zahnärztliche
Untersuchung
konsequent
durchzuführen.

 Der Bewohner ist  Die gefährdeten  Hautschäden und


adipös. Er weist Bereiche werden Pilzinfektionen
zahlreiche Hautfalten stets gründlich werden
in den Leisten und gewaschen und vermieden.
unter den Brüsten sorgfältig
auf. Hier bilden sich getrocknet.
vermehrt  Wir legen
Hautläsionen und Leinenläppchen
Hautpilzinfektionen. oder Kompressen
in die Hautfalten,
um die Haut
trocken zu halten.
 Wir nutzen
Antimykotikasalben
, um Pilzinfektionen
zu beseitigen. Der
Wirkstoff muss
nach dem
Verschwinden der
sichtbaren
Hautschäden noch
mindestens eine
weitere Woche
aufgetragen
werden.

 Der Bewohner leidet  Wir verdeutlichen  Pilzinfektionen


häufig unter dem Bewohner die werden vermieden
Pilzinfektionen im Wichtigkeit einer und ggf.
Genitalbereich. sorgfältigen konsequent
Inspektion der therapiert.
Intimregion.
Wichtig ist
insbesondere eine
zeitnahe Therapie
einer Pilzinfektion.
 Wir erläutern dem
Bewohner, welchen
Einfluss die Wahl
der richtigen
Kleidung auf das
Hautklima im
Intimbereich nimmt.
Feuchtigkeit und
Wärmestauungen
sollten vermieden
werden.
 Bewohnerinnen
können
Milchsäurebakterie
n verwenden, um
einem Scheidenpilz
vorzubeugen.

 Der Bewohner klagt  Die Haut des  Der Bewohner


über Juckreiz als Bewohners wird wird vom Juckreiz
Folge der zweimal täglich befreit.
Stoffwechselstörung. eingecremt. Wir
nutzen W/O-
Emulsionen. Bei
sehr trockener
Haut applizieren
wir Präparate mit
Harnstoffzusatz.
 Der Bewohner
erhält rückfettende
Ölbäder.
 Zur Hautreinigung
verwenden wir
milde, pH-neutrale
Präparate.
 Bei starkem
Juckreiz ist die
vorübergehende
Therapie mit
Glukokortikoiden
sinnvoll. Ggf.
bestellen wir
bevorzugt
kortisonfreie
Antihistamine.
 Wir beachten, dass
Juckreiz immer
auch auf eine
Pilzinfektion
hindeuten kann.
Essen und trinken
 Der Bewohner leidet  Wir erläutern dem  Eine
unter einer Bewohner, dass zu Überversorgung
diabetischen viel Eiweiß sich des Körpers mit
Nephropathie. Er negativ auf die Eiweiß wird
nimmt zu viel Eiweiß Nierenfunktion vermieden.
zu sich. auswirkt. Dieses ist  Die Nierenfunktion
vor allem dann zu wird unterstützt.
beachten, wenn
gleichzeitig ein
Bluthochdruck
vorliegt und der
Blutzuckerlangzeit
wert (HbA1c-Wert)
auffällig ist.
 Der Bewohner soll
die Eiweißzufuhr
auf rund 20
Prozent der
Gesamtkalorien
begrenzen.

 Der Bewohner  Wir empfehlen dem  Eine


konsumiert große Bewohner, Alkohol Hypoglykämie
Mengen Alkohol. nur gelegentlich zu wird vermieden.
Dieses steigert das konsumieren.
Risiko für schwere  Der Bewohner
Hypoglykämien. sollte den täglichen
Alkoholkonsum auf
20 Gramm
begrenzen. Frauen
sollten maximal 10
Gramm Alkohol pro
Tag zu sich
nehmen.
 Nach Möglichkeit
sollte der
Bewohner den
Alkohol gemeinsam
mit etwas
kohlenhydrathaltige
r Nahrung
konsumieren.

 Der Bewohner nimmt  Wir animieren den  Eine


zu wenig Flüssigkeit Bewohner, pro Tag ausreichende
zu sich. ein bis eineinhalb Flüssigkeitsversor
Liter Flüssigkeit zu gung ist
trinken. Er soll vor sichergestellt.
allem kalorienarme
Getränke wie
Mineralwasser oder
Tee zu sich
nehmen.
 Schorlen sind
ebenfalls geeignet,
wenn sie
hinreichend
verdünnt sind.
 Ungeeignet sind
stark zuckerhaltige
Getränke wie Cola,
Limonaden,
unverdünnte Säfte
sowie Alkoholika
mit viel Zucker
(z.B. Dessertweine,
süßer Sekt, Liköre
sowie Alcopops).

 Als Folge von  Der Bewohner soll  Der Bewohner


Diabetes mellitus einen längeren kann Nahrung
leidet der Bewohner Abstand zwischen ohne ein Völle-
unter der Insulininjektion und Druckgefühl
Nervenschädigungen. und der aufnehmen.
Diese äußern sich im Nahrungsaufnahm
Magen-Darm-Trakt e einhalten.
durch eine
Gastroparese
(“Magenlähmung”).
Der Bewohner klagt
über ein Völle- und
Druckgefühl.

 Der Bewohner leidet  Der Bewohner  Der


häufig unter Durchfall erhält Blutzuckerspiegel
und unter Erbrechen. Kohlenhydrate in wird auch in
Dadurch ist die einer leicht Phasen mit
Resorption der resorbierbaren häufigem
Kohlenhydrate Form. Dazu zählen Erbrechen und mit
beeinträchtigt. Nahrungsmittel wie Durchfall
 Der Bewohner erhält Haferflockensuppe, stabilisiert.
orale Antidiabetika. Grießbrei,
Diese Wirkstoffe Salzstangen oder
werden durch den Kartoffelbrei.
Durchfall und durch Geeignet sind auch
das Erbrechen nicht Getränke wie etwa
vollständig vom gesüßter Tee.
Körper  Wir stellen sicher,
aufgenommen. dass der Bewohner
ausreichend trinkt,
um die durch den
Durchfall und durch
das Erbrechen
verlorene
Flüssigkeit zu
ersetzen.
 Der Blutzucker wird
alle zwei Stunden
überprüft.
 Diabetiker mit
Tablettenbehandlu
ng werden ggf.
vorübergehend mit
Insulin behandelt,
sofern dieses
ärztlich angeordnet
ist.
 Bei einem
gehäuften
Auftreten von
Übelkeit ist ggf. der
Einsatz von
Antiemetika
notwendig, also
von Wirkstoffen,
die Übelkeit
lindern.

Ausscheiden
 Als Folge der  Wir führen ein  Die Kontinenz
autonomen konsequentes bleibt erhalten.
Neuropathie kommt Blasentraining  Eine Infektion wird
es zu Störungen im durch. vermieden.
Urogenitaltrakt. Der  Der Bewohner wird
Bewohner leidet unter zu einer
Blasenentleerungsstö umfassenden
rungen mit Intimhygiene
Restharnbildung. angeleitet.
 Es kommt gehäuft zu  Der Urin wird auf
aufsteigenden Veränderungen
Infektionen. kontrolliert.
 Beim Bewohner Insbesondere bei
wurde ein einem
Blasenkatheter ungewöhnlichen
gelegt. Dieser erhöht Uringeruch sollte
das Infektionsrisiko ein Urinstatus
zusätzlich. erhoben werden.
 Der Bewohner soll
ausreichend
Flüssigkeit zu sich
nehmen. Wir bieten
daher stets ein
Getränk an.
 Der Bewohner wird
umfassend über
die Symptome
einer Blasen- und
Nierenbeckenentzü
ndung informiert.
Er soll sich bei
relevanten
Beschwerden an
die Pflegekraft
wenden.
 Ein Blasenkatheter
sollte nur dann
gelegt werden,
wenn alle
Alternativen
erfolglos blieben.

 Der Bewohner leidet  Durch eine  Schäden am Auge


unter Einblutungen Laxanzientherapie als Folge eines
am stellen wir sicher, gesteigerten
Augenhintergrund. dass es bei der intrazerebralen
Durch das Pressen Defäkation zu Drucks werden
beim Stuhlgang keiner Erhöhung vermieden.
intensivieren sich die des intrazerebralen
Schädigungen. Drucks kommt.
 Wir legen dem
Bewohner nahe,
bei der Defäkation
auf die Nutzung der
Bauchpresse zu
verzichten und
etwas länger
abzuwarten.
 Wir ermuntern den
Bewohner, sich im
Rahmen seiner
Möglichkeiten
körperlich zu
bewegen und damit
die Obstipation zu
lindern.

Sich kleiden
 Die Bewohnerin ist  Wir raten der  Die Bewohnerin
anfällig für ein Bewohnerin, flache nutzt
diabetisches Schuhe mit einem angemessenes
Fußsyndrom. Ihre breiten und Schuhwerk.
Schuhe passen niedrigen Absatz
schlecht und üben auf zu tragen.
gefährdete  Die Sohlen sollten
Hautbereiche zu viel dick und flexibel
Druck aus. sein. Ideal ist eine
Luftpolsterung.
 Es ist wichtig, dass
die Zehen über
ausreichend
Bewegungsspielrau
m verfügen.
 Die Schuhe sollten
am Fuß nicht
drücken und nicht
reiben. Vor allem
die gefährdeten
Hautbereiche
dürfen nicht
geschädigt werden.
Die Schuhe sollten
bequem sitzen, da
unbequeme
Schuhe den Spaß
an der Bewegung
mindern.
 Wenn
Bewohnerinnen auf
hochhackige
Schuhe nicht
verzichten wollen,
drängen wir auf
eine möglichst
kurze Nutzung,
etwa bei Festen
oder bei ähnlichen
Veranstaltungen.
Die Bewohnerin
sollte also
bequeme
Ersatzschuhe
dabei haben und
diese dann
schnellstmöglich
tragen.
 Die Bewohnerin
sollte ihre Schuhe
am Nachmittag
oder am Abend
kaufen, wenn die
Füße den
maximalen Umfang
erreicht haben.
Schuhe, die am
Morgen gekauft
werden, könnten
am Abend schon
nicht mehr passen.
 Wenn die
Bewohnerin
zwischen zwei
passenden Größen
schwankt, sollte sie
immer die größeren
Schuhe kaufen.

 Die Füße des  Wir ermahnen den  Die Haut im


Bewohners sind Bewohner, nicht Bereich der Füße
anfällig für barfuß zu gehen. bleibt belastbar.
Verletzungen. Er  Wir prüfen, ob das  Verletzungen
leidet dort unter Schuhwerk die werden
Missempfindungen Bildung von vermieden.
und unter Druckstellen
Gefühlsstörungen. fördert.
 Zudem wird der
Sitz der
Schuheinlagen
kontrolliert und
Fremdkörper
entfernt. Wir
prüfen, ob Nähte in
den Schuhen
scheuern.
 Der Bewohner soll
Strümpfe aus
Baumwolle oder
aus Seide wählen
und Synthetikstoffe
vermeiden. Die
Strümpfe sollten
keine Nähte oder
einschneidende
Bündchen haben.
 Wir prüfen, ob der
Bewohner Schuhe
vom
Orthopädieschuhm
acher tragen sollte.

Ruhen und schlafen


 Der Bewohner leidet  Wir prüfen, ob ein  Der Bewohner
unter einer Deckenheber (sog. findet einen
diabetischen "Tunnel" oder erholsamen
Polyneuropathie. Die "Bahnhof") die Schlaf.
Missempfindungen Beschwerden
sind in der Nacht so lindert.
stark, dass er den  Wir erklären dem
Auflagedruck der Bewohner, dass
Bettdecke als Nikotin und Alkohol
schmerzhaft mitursächlich für
empfindet. die
 Der Bewohner kann Schmerzbelastung
aufgrund der sind. Er soll sein
Schmerzbelastung Konsumverhalten
nicht schlafen. entsprechend
anpassen.
 Sofern eine
ärztliche
Anordnung vorliegt,
erhält der
Bewohner
Analgetika und
Antidepressiva.

 Der Bewohner ist  Der Bewohner wird  Der Bewohner


anfällig für nächtliche am Morgen nach erleidet keine
Hypoglykämien. Im seinem Befinden nächtliche
Schlaf nimmt der befragt. Hypoglykämie.
Bewohner die Gleichzeitig
Symptome aber nicht messen wir seinen
wahr und schläft Nüchtern-
weiter. Blutzuckerwert.
Wenn dieser
normal ist und sich
der Bewohner
wohlfühlt, gehen
wir davon aus,
dass es in der
Nacht zu keiner
Hypoglykämie kam.
 Der Bewohner
sollte keine
Schlafmittel
nehmen, da diese
die Symptomatik
einer nächtlichen
Stoffwechselentglei
sung verschleiern.
 Die Nachtwache
achtet auf
relevante
Symptome wie
Unruhe, Schwitzen,
Albträume usw.
 Bei relevanten
Beobachtungen
weckt die
Pflegekraft den
Bewohner und
kontrolliert den
Blutzuckerwert.
Dieser kann ggf.
mit Traubenzucker,
Apfelsaft oder
anderen schnell
resorbierbaren
Kohlenhydraten
korrigiert werden.
 Wenn der
Bewohner nicht
weckbar ist, wird
sofort der Notarzt
informiert. Erst
danach bestimmt
die Pflegekraft den
Blutzuckerwert.

Sich als Mann oder Frau fühlen und verhalten


 Der Bewohner leidet  Wir bieten dem  Das Sexualleben
unter erektiler Bewohner / der des Bewohners
Dysfunktion. Bewohnerin einen bleibt erhalten.
 Die Bewohnerin klagt Dialog zu diesem Das
über Thema an und Selbstwertgefühl
Scheidentrockenheit, versuchen, Tabus wird gestärkt.
Schmerzen beim abzubauen.
Geschlechtsverkehr,  Wir ermuntern den
Orgasmusprobleme Bewohner, einen
und über ein Facharzt
vermindertes aufzusuchen. Wir
sexuelles Verlangen. helfen bei der
Einnahme
geeigneter
Medikamente wie
etwa Cialis, Levitra,
Spedra oder
Viagra.
 Wir prüfen, ob das
Paar Hilfsmittel
nutzen kann wie
etwa Gleitmittel.
 Schmerzen beim
Geschlechtsverkeh
r können ggf. durch
hormonhaltige
Salben oder
Zäpfchen gelindert
werden.
 Die Bewohnerin
kann mittels
Beckenbodentraini
ng die
Durchblutung im
Vaginalbereich
fördern.

Für eine sichere Umgebung sorgen


 Der Bewohner muss  Wir nutzen  Eine
verschiedene Insuline verschiedenfarbige Verwechselung
parallel nutzen. Er Injektionshilfen, der Insulinarten
verwechselt diese damit sich der wird vermieden.
häufig. Bewohner schnell  Das Insulin wird
und sicher korrekt injiziert.
orientieren kann.
 Kurzwirksames
Insulin wird mit
einem
Mahlzeitensymbol
gekennzeichnet;
langwirksames
Insulin mit einem
Mond.
 Ggf. helfen wir dem
Bewohner dabei,
das jeweils
einzunehmende
Insulin
auszuwählen. Die
Injektion sollte der
Bewohner
eigenständig
durchführen.
 Wir empfehlen dem
Bewohner,
kurzwirksames
Insulin in den
Bauch zu
applizieren.
Langwirksames
Insulin sollte der
Bewohner in den
Oberschenkel
injizieren.

 Die Funktion des  Die Maßnahmen im  Der Bewohner


kardiovaskulären Rahmen der stürzt nicht.
Systems ist durch die Sturzprophylaxe
autonome werden intensiviert.
Neuropathie  Der Bewohner soll
beeinträchtigt. Es in der Nacht
kommt vereinzelt zu Stoppersocken
einem Blutdruckabfall tragen.
im Stehen. Der  Hindernisse
Bewohner ist werden beseitigt,
sturzgefährdet. also Schwellen,
Teppichkanten und
auf der Erde
liegende
Elektrokabel.
 Der Bewohner wird
beim Gehen von
einer Pflegekraft
begleitet.
 Wir prüfen, ob der
Bewohner eine
Hüftprotektorhose
tragen sollte.
 Wir prüfen
Medikamente auf
ihre sturzfördernde
Wirkung, z. B.
Benzodiazepine,
Neuroleptika und
trizyklische
Antidepressiva.
 Wir achten darauf,
dass der Bewohner
seine Brille trägt.

 Als Folge der  Wir regen eine  Die Haut wird vor
Neuropathie verspürt angemessene übermäßiger
der Bewohner keinen Analgetikaversorgu Druckeinwirkung
Schmerz mehr, wenn ng an. Zusätzlich geschützt.
er einen Hautbereich zu den  Ein sich
zu lange belastet. Schmerzmitteln entwickelndes
 Der Bewohner leidet sollte der Druckgeschwür
als Folge der Bewohner ggf. wird zeitnah
Polyneuropathie unter auch erkannt.
starken Schmerzen. Antidepressiva
Er vermeidet erhalten.
Bewegungen und  Der Bewohner wird
lagert sich nicht regelmäßig
selbstständig um. umgelagert; dieses
 Das Dekubitusrisiko auch in der Nacht.
ist erhöht.  Gefährdete
Hautbereiche
werden
freigelagert.
 Wir führen den
Fingerdrucktest
durch, um
einsetzende
Druckgeschwüre
zeitnah zu
erkennen.

 Der Bewohner lagert  Wir empfehlen dem  Durch eine


das Insulin im Bewohner, das angemessene
eigenen Kühlschrank Insulin im Lagerung bleibt
in einem der Gemüsefach die Wirksamkeit
Türfächer. Durch das seines des Insulins
ständige Öffnen der Kühlschranks zu erhalten.
Tür wird das deponieren, da
Medikament immer dieses seltener
wieder geöffnet wird. Wir
durchgeschüttelt. stellen sicher, dass
 Der Bewohner lagert das Insulin bei
seine im Gebrauch einer Temperatur
befindlichen Pens von 2 bis 8 Grad
nicht fachgerecht. gelagert wird.
 Der Bewohner  Wir sensibilisieren
benötigt nur wenige den Bewohner für
Einheiten. Im Pen eine angemessene
befindet sich mehr Aufbewahrung des
Insulin, als er Pens. Dieser muss
innerhalb von vier bei
Wochen benötigt. Es Zimmertemperatur
besteht die Gefahr, gelagert werden
dass der Bewohner und darf nicht im
Insulin injiziert, Kühlschrank
dessen Haltbarkeit aufbewahrt
abgelaufen ist. werden. Der Pen
muss vor Hitze,
Kälte und
Sonneneinstrahlun
g geschützt
werden.
 Wir prüfen, ob das
Anbruchdatum auf
dem Pen vermerkt
ist.

Mit existenziellen Erfahrungen des Lebens umgehen


 Der Bewohner ist  Wir versuchen, den  Der Bewohner
deprimiert, da er an Bewohner gewinnt seine
einer chronischen einfühlsam zu Lebensfreude und
Krankheit leidet. begleiten. sein
Diese mindert die  Auf Wunsch stellen Selbstwertgefühl
Lebensqualität wir den Kontakt zu zurück.
deutlich. anderen
 Wenn der Bewohner Erkrankten her;
eine depressive dieses etwa im
Phase durchlebt, Rahmen einer
verschlechtert sich Selbsthilfegruppe.
durch den  Auf Wunsch
Bewegungsmangel nehmen wir
die Kontakt zur
Blutzuckereinstellung. zuständigen
Gemeinde auf und
bitten um
seelsorgerische
Unterstützung.

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