Sie sind auf Seite 1von 3

geschaffenen \Affie / Wirklichkeit; näben der Erweiterung des Wissens über die Welt / deti4ffi

liefern vor al1em Natunvissenschaft und Utemhrrwissens t/ Technik die Mittel zu t'orausschauender
Planung und gezielter Veränderung der Wirklichkeit. Als Ilauptmerkmal der Wissenschaft wird [...] eine
von Wertungen / \+emntwortnngr, Gefühten und wirffiliehen / äußeren Bestimmungsmomenten freie,
auf Sachbezogenhelt gründende Objektivität / S,übj€kti{ütä+ angesehen, welche neben dem methodischen
Konsens die Verallgemeinerungsfählgkeit und allgemeine \htrtb€ffi / Nachprüfbarkeit wissenschaftli-
cher Aussagen begründet. " (dtv Brockhaus Lexikon in 20 Bänden, 1988)

J. W. Goethe, Auszug aus ,,Faust l"


+ Schülerarbeitsbuch 5.20*25

Vergleichendes Betrachten von Abbildungen der Dramenfigur


Faust und des historischen Faust
(Referat Über den lnhalt von ,,Faust l")
Vergleichen der Lexikondefinition von ,,Wissenschaft" mit dem
Wissenschaftsverstä ndnis von Fa ust und Wag ner
Erschließen der lnformationen über Fausts und Waqners leweilige
Vorstellungen vom Ziel der Wissenschaft, Problemen, Lösungsver-
suchen und der Verantwortungsfrage
Analysieren der Ursachen für Fausts Entschluss zum Freitod
(Analysieren eines Standbildes aus der Verfilmung der Szene
,, Nacht")

Hinweise zum Unterricht


Zur Textbearbeitung:
Der Schrverpunkt dieses Bausteins Iiegt auf dem Wissenschaftsverständnis derjen eiligen Protagonisten.
Um die Konzentration darauf zu erleichtern. ist der Auszug aus der Szene ,,Nacht" in der vorliegen-
den Form gekürzt. Als Ergänzung zum Text bietet sich ein Ausschnitt dieser Szene leinschließlich der
Geistererscheinungenl in derVerfllmung der ,,Faust"-lnszenierung des Hamburger Schauspielhauses
an (vql. DVD Faust. Peter Gorski (Kinowelt GmbH, 1960). Die Zusatzaufgabe, in der es um ein Standbild aus
dem relevanten Filmausschnitt geht, könnte somit erweitert werden, indem beispielsweise auch Aspekte
wie Sprechweise und Besetzung thematisiert werden.
Es erscheint aber in jedem Fa1l außerdem sinnvoll, einen Kursteilnehmer mit einem Referat über den
Inhalt von ,,Faust I" zu beauftragen, um zumindest Kenntnisse über den Handlungsverlauf des Dramas
zu vermitteln. (s. Zusatzmäterial S. 7-9)

Dem Text vorangestellt ist eine kurze Information über den historischen Faust.
Der Vergleich von Delacroix' Illustration zu ,,Faust" mit dem Porträt des historischen Faust kann zu
einem Gespräch über die unterschiedlichen Eindrücke, welche die bildlichen Darstellungen der Figur
vermitteln, genutzt werden.
Es empfiehlt sich, den Vergleich der Lexikondefinition mit Fausts und Wagners Wissenschaftsver-
ständnis im Unterrichtsgespräch vorzunehmen. In diesem Kontext könnte auch ein erstes Gespräch über
die Frage der Aktualität dieser beiden konträren I{altungen geführt werden.
Die Aufgabe, Ursachen für Fausts Entschluss zum Freitod aufzulisten und diesen zu bewerten, kann
als Hausaufgabe bearbeitet rverden.

@ Brinkrnann,Meyhöfer
FAUSr' WAGNER' GALILET gryMElMlI

Lösu ngsvorsch läge


Aufgabe 1

Individuelle Lösungen'
nachhängt'
Das Bild Delacroix' zelgt einen Faust, der
in Gedanken versunken ist und seinen Reflexionen
t-vpisch für einen Wissenschaftler /
Denkenden dieser
Aussehen und Kleldung (einfacher Mantel) sind
von Goethes Dramenfigur Faust in der
Zeif.Eru,irkt ratlos. Das Bild kann als adäquate Darstellung
Szene ,.Nacht" betrachtet werden'
Mann im Pelzmantei mit Halskrause
/ Mühlstein-
Die Darstellung des historischen Faust biidet einen ist auch'
höheren Schicht zu schließen ist' Mögiich
kragen ab. woraus auf die Zugehörigkeit zu einer
dassdieArrzeichenvonReichtumVorgetäuschtsind:demhistorischenFaustwird-nachnichtge-
sichertenQuellen_voneinigenForschernHochstapeleiundBetrügereivorgeworfen.DerFalrstaufZüqe^
eher erdvet'wachsen und hat dämonische
diesem Bild wirkt im Vergleich zu dem anderen

Aufgabe A+
einen Überbtick über die Handlung von
Erwartet wird ein Schüleneferat, das den Kursteilnehmern
Goethes ,,Faust I" vermittelt'
von ,,Faust" von vielen Schülerlinnen als
Nach den Erfahrungen des Verfassers wirrl die Kenntnls
wichtig erachtet.

Vql. die tabellarische Übersicht auf S' 11

Aufgabe 2
Wissenschaft
Es sollte erkannt werden, dass sich die in dem
Lexikonartikel gemachten Aussagen über
Wissenschaft wiederfinden, z. B.:
in mehreren Punkten in Wagners Auffassung von

.,,DerlnbegriffdesdurchForschung,LehreundüberlieferteLiteraturgebildeten'geordnetenundbeqrün'
Zeit: "'(7n11'\
deten, für als gesichert erachteten i.4/issens einer
-WagnersTraditionsgläubigkeit:',WieschwersindnichtdieMittelzrterwerben'/Durch
(Zn 101-102)
die man zu den Quellen steigtl"
,,Verzeihtl es ist ein groß Er-
- eine Achtung l,or geistigen Autoritäten der Vergangenheit:
getzen,/SichindenGeistderZeitenZuVersetzen,/Zuschauen,wievorunseinweiser
Mann gedacht, ..." (Zn 109-111)
W. ist die rationale, nachvollziehbare Erkenntnis " '"
\7'6)
. ,Hauptzie) der

- bei meinem kritischen Bestreben' " '" Z'


wAGNER: ,,...
99) '

. Welt " '" zng f ')


,,... Erweiterung des Iüssens über die
-WAGNER:,,A]leindieWeltldesMenschenHerzundGeistl/Möcht,jeolicherdochwas
davon erkennen'" (Zn 125-126)
alles wissen'" Z'140\
,,Zwar weiß ich viei, doch möcht' ich

j'n der Definition


so gut wie keine Entsprechungen
Für Fausts Au{Tassung von Wissenschaft lassen sich
des Lexikonartikels finden.
die welr" könnte ais Anklang
an Fausts grund-
Ledigtich der Aspekr ,,Erweiterungdes wissens über
werden:
legendes Motiv seiner Bestrebungen gedeutet
ich erkenne, was die Welt / Im lnnersten zusammenhäIr' /"'" (7n 29f ')
,,Dass
Eheristesmöglich,z.B.inderAussage,,AJsllauptmelkmalderwissenschaftwirdt"'lejnevonwer
auf Sachbezogenheit gtündende Obiektivitdt
tungen, Gefühlen und öu$eren Bestimmungsmomenten freie,
angesehen,'..,,(2n12-15)eindirektesGegenbildZuFaustsHaitungzrterkennen.

@ Brinkmann,MeYhöfer
fi

Aufgabe 4la
zum Freitod
Wesentliche Ursachen für Fausts Entschluss
Erkenntnissen
. Studium der Philosophie, Jura, Medizin und Theologie führten zu keinen befriedigenden
über die Welt (zn 1-6)
. sich als nutzlos Vn 7 ' 11' 13t')
das Erlangen akadernischer Titei erwies
21-23)
. lebt in armseligen materiellen Verhältnissen Qn
.Versuche,durchEirrsatzokkulterPraktikenzurErkenntniszugelangen,scheitern(7n24_32)
45-48)
. Unfähigkeit, in der Natur Trost in der Existenzkrise zu finden 39-44'
(Zn

. Verzweiflung an seiner Existenz Vn 5f '' 23' 45t" 149f '')


. einerseits: sieht sich als ,,Ebenbild der Gottheit" (Zn 153f')
.andererseits:erkenntseineHybris:"DenGötterngteich'ichnichtl"'!'{zn191f'\
der vergangenheit erworben wurden und in
Büchern ver-
. sieht keinen Sinn in Erkenntnissen, die in
öffentlichtsind (zn 32,37 t', 43, 491',92f '' 105f '' 19s-202)
\, .dasgesamteErbederVergangenheiterscheintihmhutzlos(7n77f.,'200,215f.,221-224)

Aufgabe 4lb
Individuetle Auffassungen
thematisiert wer-
Es ist vorsteilbu., du* gru^dsätzliche
ethische Überlegungen zum Thema ,,Freitod"
Verständnis
dass Schüler/innen für Fausts Entschluss kaum
den. Grundsätzlich ist davon auszugehen,
entsprechen und es schwer vorstellbar ist' dass
haben, da seine Motive nicht ihrer Lebenswirklichkeit
gerät, die der Fausts vergleichbar ist'
ein moderner wssenschaftler in eine Situation

Aufgabe A+
I ndividuelle Meinungen.
tendieren, sich gegen Aktuaiisierungen alter Theaterstücke
Da Schülerinnen und Schüler häufig dazu
erwalten, die der Zeit entsprechen' in der eil1
Drama
zu wenden und ein Bühnenbild sowie Kostüme
und zumindest FauStS Kostüm als zu ,,modern..
spielt, kann Vermutet werden, dass das Bühnenbild
empfunden werden.

@ Brinkmann,tUeYfrOfer