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Bundesanzeiger Seite 5 von 13

Der Auftragsbestand der IAC deckt die Umsätze des folgenden Jahres im Schnitt zu über 90 % für die nächsten vier Jahre zu fast 80
% ab. Die i. d. R. halbjährliche Überprüfung des Vergabevolumens durch den Vertrieb und die Anpassung der Vertriebs- und
Angebotsstrategien ist Teil des Risikomanagements bei IAC.

Dem Risiko des generellen Kundenverlustes begegnet IAC mit der ständigen Überprüfung des kundengerechten Leistungsangebotes,
der nachhaltigen Stärkung der Innovationskraft über das IAC Engineering und der ständigen Verbesserung der Beziehungen zu ihren
Kunden im Rahmen von Konzept- und Entwicklungsprojekten.

Wettbewerbsrisiken begegnet IAC durch eingeleitete kontinuierliche Verbesserung ihrer Marktposition. Die technische Produktpalette
wird ständig fortentwickelt, die Attraktivität für bestehende und neu zu akquirierende Kunden wird permanent erhöht. Dem
vorhandenen Kostendruck begegnet IAC durch frühzeitig eingeleitete Prozessverbesserungen. Reduzierung der Qualitätskosten,
insbesondere über die Reduzierung von Ausschuss und über Ablauf- und Logistikoptimierungen, die zu einer optimierten
Anlagennutzung und zu steigender Produktivität in allen Fertigungsbereichen führen.

Beschaffungsrisiken

Die Rohstoffpreise für Kunststofferzeugnisse sind im Wesentlichen abhängig von der Preisentwicklung für Rohöl. Dies gilt sowohl für
Kunststoffgranulate als auch für bezogene Kunststoffkomponenten und Slushpowder. Durch Vereinbarungen mit den Kunden, die i. d.
R. die Spezifikation der Rohstoffe bzw. teilweise den Lieferanten bestimmen, können diese Einkaufspreisschwankungen mit zeitlichem
Nachlauf teilweise an die Kunden weitergegeben werden. Strom- und Gaslieferverträge sind in der Regel für jeweils ein Jahr oder
länger abgeschlossen. Neue Preise wurden im Sommerhalbjahr 2011, bis teilweise Ende 2012 abgeschlossen.

Das übrige Einkaufsvolumen der IAC ist ebenfalls durch langfristige Bezugsvereinbarungen sowohl in Preis und Qualität als auch in
Menge abgesichert. Eine hohe Kostensicherheit und mittelfristig die Möglichkeiten die Lieferanten zu wechseln sind gegeben. Der
Einkauf ist beauftragt, regelmäßig die Kosten und Substitutionsmöglichkeiten für bestimmte Materialien zu überprüfen. Eine
Überprüfung der finanziellen Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Lieferanten findet ebenfalls routinemäßig statt. Trotz der
positiven wirtschaftlichen Entwicklung besteht dennoch das Risiko, dass Lieferanten in finanzielle Engpässe geraten, die im
schlechtesten Fall in eine Insolvenz führen. Lösungen werden dann situationsbezogen erarbeitet, beispielsweise durch erhöhte
Lagerhaltung im Vorfeld einer drohenden Insolvenz eines Lieferanten.

Standortrisiken

IAC fertigt in Deutschland an neun Standorten. Auf Grund der engen logistischen Verknüpfung mit den Kunden ist eine Fertigung in
Deutschland in der Nähe des abnehmenden Kundenwerkes notwendig. Die enge Vernetzung mit den Kunden sowie die relativ
kapitalintensiven Fertigungseinrichtungen, die zudem i. d. R. sehr lange Beschaffungszeiten besitzen, würde im Falle des Ausfalles
eines Werkes auf Grund höherer Gewalt zu bestandsgefährdenden Risiken führen.

Verstärkt wird dieses Risiko durch die Just-in-Time und Just-in-Sequence Lieferbeziehungen, die die Reaktionszeit bei Störungen auf
ein Maximum von wenigen Stunden einschränkt. Zur Risikominimierung sind so genannte „Alarmketten“ installiert, worüber
Spezialisten zur Behebung von technischen Problemen und die betroffenen Kunden sofort informiert werden, die dann über eine
abgestimmte Alternativfertigung eine Fehlerbehebung ermöglichen, ohne dass es zu Fertigungsunterbrechungen beim Kunden kommt.

Keines der IAC Werke steht in einem von Naturkatastrophen gefährdeten Gebiet. Regelmäßige Überprüfungen der an allen
Produktionsstandorten installierten vorbeugenden Sicherheitseinrichtungen führen zu einer sehr hohen Fertigungssicherheit. An allen
Standorten sind aufwändige Maßnahmen im baulichen Brandschutz getroffen worden. In Abstimmung mit den Kundenvereinbarungen
halten die Werke darüber hinaus entsprechende Sicherheitsbestände vor.

Personalrisiken

Interne Weiterbildung und Qualifizierung, angemessene Vergütung und ein Vertrauensklima sind die Rahmenbedingungen zum Erhalt
der Firmentreue der Mitarbeiter. Neue Mitarbeiter, z. B. für den Bereich Engineering oder des Einkaufs, werden über die gute
technische Reputation und den Ruf der IAC im Wettbewerb gewonnen.

Eine offene Unternehmenskultur und eine umfassende Kommunikation zwischen allen Führungsebenen und den IAC Führungskräften
ermöglicht Mitarbeitern sich mit der Unternehmenspolitik zu identifizieren.

IT-Risiken

Die Steuerung des Unternehmens baut auf die bei IAC eingesetzten IT-Systeme. Eine permanente Lieferbereitschaft gegenüber den
Kunden der Automobilindustrie Just-in-Time oder Just-in-Sequence ist ohne die ständige Verfügbarkeit der zum Teil komplexen IT-
Systeme und deren Daten undenkbar. Gravierende Systemausfälle, Datenverluste oder generelle Sicherheitsmängel könnten die
Lieferbereitschaft gefährden. Die Fertigung bei den Kunden wäre hierdurch nach kurzer Zeit auf Grund von fehlenden oder
fehlerhaften Belieferungen ebenfalls nicht mehr möglich. Die IT-Sicherheit hat somit einen hohen Stellenwert bei IAC.

Finanzrisiken

IAC ist als international tätiges Produktionsunternehmen Finanzrisiken ausgesetzt. Diese Finanzrisiken umfassen derzeit Ausfallrisiken
von Kundenforderungen, Lieferantenleistungen, Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Währungs-Kursschwankungen.

Durch eine präventive Bonitätsbeurteilung der Nicht-OEM-Kunden sowie der laufenden Überwachung der Einhaltung von vereinbarten
Zahlungszielen bei allen Kunden werden Forderungsausfallrisiken nahezu eliminiert. Bei Lieferanten finden ebenfalls regelmäßig
Monitoring und Bonitätsbeurteilungen statt. Bei kritischer Entwicklung werden Ersatzlieferanten aufgebaut.

Die Liquiditätsversorgung wird durch die Kreditbereitstellung der Muttergesellschaft gewährleistet. Insoweit ist die künftige
Entwicklung der IAC Group GmbH auch davon abhängig, dass von Gesellschafterseite ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt
werden. Die finanzielle Unterstützung wurde von der International Automotive Components Group Europe S.àr.l. zugesichert und in
2009 bzw. 2011 durch Darlehensgewährung und Forderungsverzicht bestätigt. Die Gesellschaft betreibt eine sehr intensive
Liquiditätsvorausschau und ein Liquiditätsreporting. Hier werden auch alle Konzerngesellschaften einbezogen, da die IAC über die
Entrepreneur-Verträge zum Ausgleich von Verlusten der Werke verpflichtet ist und somit auch nahezu alle Risiken der
Schwestergesellschaften trägt. Dies gewährleistet eine rechtzeitige Steuerungsmöglichkeit für das Management. Insgesamt gehen wir
von einer positiven Fortbestehensprognose für die IAC-Gruppe aus.

https://www.bundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet?session.sessionid=82d9420e6... 20.01.2016