Sie sind auf Seite 1von 575

Lothar Papula

Mathematische
Formelsammlung
Für Ingenieure und Naturwissenschaftler
12. Auflage
Mathematische Formelsammlung
Das sechsbändige Lehr- und Lernsystem Mathematik für Ingenieure und Natur-
wissenschaftler umfasst neben der Mathematischen Formelsammlung die
folgenden Bände:

Papula, Lothar
Mathematik für Ingenieure und Naturwissenschaftler Band 1
Ein Lehr- und Arbeitsbuch für das Grundstudium
Mit 643 Abbildungen, 500 Beispielen aus Naturwissenschaft und Technik sowie
352 Übungsaufgaben mit ausführlichen Lösungen

Mathematik für Ingenieure und Naturwissenschaftler Band 2


Ein Lehr- und Arbeitsbuch für das Grundstudium
Mit 345 Abbildungen, 300 Beispielen aus Naturwissenschaft und Technik sowie
324 Übungsaufgaben mit ausführlichen Lösungen

Mathematik für Ingenieure und Naturwissenschaftler Band 3


Vektoranalysis, Wahrscheinlichkeitsrechnung, Mathematische Statistik, Fehler-
und Ausgleichsrechnung
Mit 550 Abbildungen, zahlreichen Beispielen aus Naturwissenschaft und Technik
und 295 Übungsaufgaben mit ausführlichen Lösungen

Mathematik für Ingenieure und Naturwissenschaftler


Klausur- und Übungsaufgaben
632 Aufgaben mit ausführlichen Lösungen zum Selbststudium und zur Prüfungs-
vorbereitung

Mathematik für Ingenieure und Naturwissenschaftler –


Anwendungsbeispiele
222 Aufgabenstellungen aus Naturwissenschaft und Technik mit ausführlich
kommentierten Lösungen
Mit 369 Bildern und einem Anhang mit Physikalischen Grundlagen
Lothar Papula

Mathematische
Formelsammlung
Für Ingenieure und Naturwissenschaftler

12., überarbeitete Auflage

Mit über 400 Abbildungen, zahlreichen


Rechenbeispielen und einer ausführlichen
Integraltafel
Lothar Papula
Wiesbaden, Deutschland

ISBN 978-3-658-16194-1 ISBN 978-3-658-16195-8 (eBook)


DOI 10.1007/978-3-658-16195-8

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillier-
te bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Springer Vieweg
© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 1986, 1988, 1990, 1994, 1998, 2000, 2001, 2003, 2006, 2009, 2014,
2017
Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich
vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung des Verlags. Das gilt insbesondere
für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verar-
beitung in elektronischen Systemen.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt
auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen-
und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürften.
Der Verlag, die Autoren und die Herausgeber gehen davon aus, dass die Angaben und Informationen in diesem
Werk zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vollständig und korrekt sind. Weder der Verlag noch die Autoren oder
die Herausgeber übernehmen, ausdrücklich oder implizit, Gewähr für den Inhalt des Werkes, etwaige Fehler
oder Äußerungen.

Lektorat: Thomas Zipsner


Bilder: Graphik & Text Studio, Dr. Wolfgang Zettlmeier, Barbing
Satz: Beltz Bad Langensalza GmbH, Bad Langensalza

Gedruckt auf säurefreiem und chlorfrei gebleichtem Papier.

Springer Vieweg ist Teil von Springer Nature


Die eingetragene Gesellschaft ist Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Die Anschrift der Gesellschaft ist: Abraham-Lincoln-Strasse 46, 65189 Wiesbaden, Germany
V

Vorwort

Das Studium der Ingenieur- und Naturwissenschaften verlangt nach rasch zugänglichen
Informationen. Die vorliegende Mathematische Formelsammlung für Ingenieure und
Naturwissenschaftler wurde dementsprechend gestaltet.

Zur Auswahl des Stoffes


Ausgehend von der elementaren Schulmathematik (z. B. Bruchrechnung, Gleichungen mit
einer Unbekannten, Lehrsätze aus der Geometrie) werden alle für den Ingenieur und Natur-
wissenschaftler wesentlichen mathematischen Stoffgebiete behandelt. Dabei wurde der be-
währte Aufbau des dreibändigen Lehrbuches Mathematik für Ingenieure und Naturwis-
senschaftler konsequent beibehalten. Der Benutzer wird dies sicherlich als hilfreich
empfinden.
Im Anhang dieser Formelsammlung befinden sich eine ausführliche Integraltafel mit über
400 in den naturwissenschaftlich-technischen Anwendungen besonders häufig auftretenden
Integralen (Teil A) sowie wichtige Tabellen zur Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik
(Teil B). Der Druck erfolgte hier auf eingefärbtem Papier, um einen raschen Zugriff zu
ermöglichen.

Behandelt werden folgende Stoffgebiete:


! Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie
! Vektorrechnung
! Funktionen und Kurven
! Differentialrechnung
! Integralrechnung
! Unendliche Reihen, Taylor- und Fourier-Reihen
! Lineare Algebra
! Komplexe Zahlen und Funktionen
! Differential- und Integralrechnung für Funktionen von mehreren Variablen
! Gewöhnliche Differentialgleichungen
! Fehler- und Ausgleichsrechnung
! Fourier-Transformationen
! Laplace-Transformationen
! Vektoranalysis
! Wahrscheinlichkeitsrechnung
! Grundlagen der mathematischen Statistik
VI Vorwort

Zur Darstellung des Stoffes


Die Darstellung der mathematischen Begriffe, Formeln und Sätze erfolgt in anschaulicher
und allgemeinverständlicher Form. Wichtige Formeln wurden gerahmt und grau unterlegt
und zusätzlich durch Bilder verdeutlicht. Zahlreiche Beispiele helfen, die Formeln treff-
sicher auf eigene Problemstellungen anzuwenden. Die in einigen Beispielen benötigten
Integrale wurden der Integraltafel im Anhang (ab Seite 476) entnommen (Angabe der
laufenden Nummer und der Parameterwerte). Ein ausführliches Inhalts- und Sachwortver-
zeichnis ermöglicht ein rasches Auffinden der gewünschten Informationen.
Eine Bitte des Autors
Für sachliche und konstruktive Hinweise und Anregungen bin ich stets dankbar. Sie sind
eine unverzichtbare Voraussetzung und Hilfe für die stetige Verbesserung dieser Formel-
sammlung.

Ein Wort des Dankes . . .


. . . an alle Fachkollegen und Studierende, die durch Anregungen und Hinweise zur Ver-
besserung dieses Werkes beigetragen haben,
. . . an den Cheflektor des Verlages, Herrn Thomas Zipsner, für die hervorragende Zusam-
menarbeit,
. . . an Frau Diane Schulz vom Druck- und Satzhaus Beltz (Bad Langensalza) für den aus-
gezeichneten mathematischen Satz,
. . . an Herrn Dr. Wolfgang Zettlmeier für die hervorragende Qualität der Abbildungen.

Wiesbaden, Frühjahr 2017 Lothar Papula


Lothar Papula, ehemaliger Professor für Mathematik an der Fachhochschule Wiesbaden,
veröffentlichte 1983 beim Vieweg Verlag den ersten Band „Mathematik für Ingenieure und
Naturwissenschaftler.“ Bestätigt durch den großen Erfolg bei Studenten, folgen im Laufe
der Jahre Band 2 und 3, eine Formelsammlung, ein Buch mit Anwendungsbeispielen und
der letzte Band des Lehrwerks – ein Klausurentrainer mit über 600 Aufgaben zum Selbst-
studium und zur Prüfungsvorbereitung.

Dass man mit der Mathematik von PAPULA ausgezeichnet lernen kann, wissen alle Stu-
denten. Dass dies auch auszeichnungswürdig ist, belegt der Preis des Mathematikums in
Gießen. In der Jurybegründung heißt es: „Herr Professor Dr. Lothar Papula ist mit seinem
sechsbändigen Lehrwerk „Mathematik für Ingenieure und Naturwissenschaftler“ ein beson-
deres, didaktisches Konzept gelungen, das das Fach Mathematik einfach, verständlich und
auführlich vermittelt. Zuweilen unter Verzicht auf mathematische Strenge und mit großem
methodischen Geschick hilft er unzähligen Studienanfängern, die Hürden der Mathematik
erfolgreich zu meistern.“

Mehr als 1.000.000 verkaufte Exemplare sind ein klarer Beweis dafür.
IX

Inhaltsverzeichnis

I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie . . . . . . 1

1 Grundlegende Begriffe über Mengen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1


1.1 Definition und Darstellung einer Menge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1
1.2 Mengenoperationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2

2 Rechnen mit reellen Zahlen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2


2.1 Reelle Zahlen und ihre Eigenschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
2.1.1 Natürliche und ganze Zahlen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
2.1.2 Rationale, irrationale und reelle Zahlen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
2.1.3 Rundungsregeln für reelle Zahlen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
2.1.4 Darstellung der reellen Zahlen auf der Zahlengerade . . . . . . . . . . . 5
2.1.5 Grundrechenarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
2.2 Zahlensysteme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
2.3 Intervalle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
2.4 Bruchrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
2.5 Potenzen und Wurzeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
2.6 Logarithmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
2.7 Binomischer Lehrsatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14

3 Elementare (endliche) Reihen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16


3.1 Definition einer (endlichen) Reihe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
3.2 Arithmetische Reihen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
3.3 Geometrische Reihen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
3.4 Spezielle Zahlenreihen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

4 Gleichungen mit einer Unbekannten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17


4.1 Algebraische Gleichungen n-ten Grades . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
4.1.1 Allgemeine Vorbetrachtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
4.1.2 Lineare Gleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
4.1.3 Quadratische Gleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
4.1.4 Kubische Gleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
4.1.5 Biquadratische Gleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
4.2 Allgemeine Lösungshinweise für Gleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
4.3 Graphisches Lösungsverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
4.4 Regula falsi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
4.5 Tangentenverfahren von Newton . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

5 Ungleichungen mit einer Unbekannten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25


X Inhaltsverzeichnis

6 Lehrsätze aus der elementaren Geometrie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26


6.1 Satz des Pythagoras . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
6.2 Höhensatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
6.3 Kathetensatz (Euklid) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
6.4 Satz des Thales . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
6.5 Strahlensätze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
6.6 Sinussatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
6.7 Kosinussatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28

7 Ebene geometrische Körper (Planimetrie) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28


7.1 Dreiecke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
7.1.1 Allgemeine Beziehungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
7.1.2 Spezielle Dreiecke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
7.1.2.1 Rechtwinkliges Dreieck . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
7.1.2.2 Gleichschenkliges Dreieck . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
7.1.2.3 Gleichseitiges Dreieck . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
7.2 Quadrat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
7.3 Rechteck . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
7.4 Parallelogramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
7.5 Rhombus oder Raute . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
7.6 Trapez . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
7.7 Reguläres n-Eck . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
7.8 Kreis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
7.9 Kreissektor oder Kreisausschnitt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
7.10 Kreissegment oder Kreisabschnitt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
7.11 Kreisring . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
7.12 Ellipse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33

8 Räumliche geometrische Körper (Stereometrie) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33


8.1 Prisma . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
8.2 Würfel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
8.3 Quader . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
8.4 Pyramide . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
8.5 Pyramidenstumpf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
8.6 Tetraeder oder dreiseitige Pyramide . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
8.7 Keil . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
8.8 Gerader Kreiszylinder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
8.9 Gerader Kreiskegel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
8.10 Gerader Kreiskegelstumpf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
8.11 Kugel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
8.12 Kugelausschnitt oder Kugelsektor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
8.13 Kugelschicht oder Kugelzone . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
8.14 Kugelabschnitt, Kugelsegment, Kugelkappe oder Kalotte . . . . . . . . . . . . . . . 38
8.15 Ellipsoid . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
8.16 Rotationsparaboloid . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
8.17 Tonne oder Fass . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
8.18 Torus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
8.19 Guldinsche Regeln für Rotationskörper . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
Inhaltsverzeichnis XI

9 Koordinatensysteme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
9.1 Ebene Koordinatensysteme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
9.1.1 Rechtwinklige oder kartesische Koordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
9.1.2 Polarkoordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
9.1.3 Koordinatentransformationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
9.1.3.1 Parallelverschiebung eines kartesischen
Koordinatensystems . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
9.1.3.2 Zusammenhang zwischen den kartesischen und
den Polarkoordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
9.1.3.3 Drehung eines kartesischen Koordinatensystems . . . . . . . 43
9.2 Räumliche Koordinatensysteme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
9.2.1 Rechtwinklige oder kartesische Koordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
9.2.2 Zylinderkoordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
9.2.3 Zusammenhang zwischen den kartesischen und
den Zylinderkoordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
9.2.4 Kugelkoordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
9.2.5 Zusammenhang zwischen den kartesischen und
den Kugelkoordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45

II Vektorrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
1 Grundbegriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
1.1 Vektoren und Skalare . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
1.2 Spezielle Vektoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
1.3 Gleichheit von Vektoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
1.4 Kollineare, parallele und antiparallele Vektoren, inverser Vektor . . . . . . . . . . 47

2 Komponentendarstellung eines Vektors . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48


2.1 Komponentendarstellung in einem kartesischen Koordinatensystem . . . . . . . 48
2.2 Komponentendarstellung spezieller Vektoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
2.3 Betrag und Richtungswinkel eines Vektors . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49

3 Vektoroperationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
3.1 Addition und Subtraktion von Vektoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
3.2 Multiplikation eines Vektors mit einem Skalar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
3.3 Skalarprodukt (inneres Produkt) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
3.4 Vektorprodukt (äußeres Produkt, Kreuzprodukt) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
3.5 Spatprodukt (gemischtes Produkt) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
3.6 Formeln für Mehrfachprodukte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56

4 Anwendungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
4.1 Arbeit einer konstanten Kraft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
4.2 Vektorielle Darstellung einer Geraden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
4.2.1 Punkt-Richtungs-Form . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
4.2.2 Zwei-Punkte-Form . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
4.2.3 Abstand eines Punktes von einer Geraden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
XII Inhaltsverzeichnis

4.2.4 Abstand zweier paralleler Geraden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58


4.2.5 Abstand zweier windschiefer Geraden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
4.2.6 Schnittpunkt und Schnittwinkel zweier Geraden . . . . . . . . . . . . . . 60
4.3 Vektorielle Darstellung einer Ebene . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
4.3.1 Punkt-Richtungs-Form . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
4.3.2 Drei-Punkte-Form . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
4.3.3 Ebene senkrecht zu einem Vektor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
4.3.4 Abstand eines Punktes von einer Ebene . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
4.3.5 Abstand einer Geraden von einer Ebene . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
4.3.6 Abstand zweier paralleler Ebenen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
4.3.7 Schnittpunkt und Schnittwinkel einer Geraden mit einer Ebene . . 65
4.3.8 Schnittwinkel zweier Ebenen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66
4.3.9 Schnittgerade zweier Ebenen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66

III Funktionen und Kurven . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67


1 Grundbegriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
1.1 Definition einer Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
1.2 Darstellungsformen einer Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
1.2.1 Analytische Darstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
1.2.2 Parameterdarstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
1.2.3 Kurvengleichung in Polarkoordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
1.2.4 Graphische Darstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68

2 Allgemeine Funktionseigenschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
2.1 Nullstellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
2.2 Symmetrie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69
2.3 Monotonie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69
2.4 Periodizität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70
2.5 Umkehrfunktion (inverse Funktion) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70

3 Grenzwert und Stetigkeit einer Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71


3.1 Grenzwert einer Folge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71
3.2 Grenzwert einer Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
3.2.1 Grenzwert für x ! x0 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
3.2.2 Grenzwert für x ! + 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
3.3 Rechenregeln für Grenzwerte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
3.4 Grenzwertregel von Bernoulli und de l’Hospital . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
3.5 Stetigkeit einer Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74

4 Ganzrationale Funktionen (Polynomfunktionen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76


4.1 Definition der ganzrationalen Funktionen (Polynomfunktionen) . . . . . . . . . . 76
4.2 Lineare Funktionen (Geraden) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
4.2.1 Allgemeine Geradengleichung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
4.2.2 Hauptform einer Geraden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
4.2.3 Punkt-Steigungs-Form einer Geraden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
4.2.4 Zwei-Punkte-Form einer Geraden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
Inhaltsverzeichnis XIII

4.2.5 Achsenabschnittsform einer Geraden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77


4.2.6 Hessesche Normalform einer Geraden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
4.2.7 Abstand eine Punktes von einer Geraden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
4.2.8 Schnittwinkel zweier Geraden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78
4.3 Quadratische Funktionen (Parabeln) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78
4.3.1 Hauptform einer Parabel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78
4.3.2 Produktform einer Parabel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
4.3.3 Scheitelpunktsform einer Parabel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
4.4 Polynomfunktionen höheren Grades (n-ten Grades) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
4.4.1 Abspaltung eines Linearfaktors . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
4.4.2 Nullstellen einer Polynomfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
4.4.3 Produktdarstellung einer Polynomfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
4.5 Horner-Schema . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80
4.6 Reduzierung einer Polynomfunktion (Nullstellenberechnung) . . . . . . . . . . . . 81
4.7 Interpolationspolynome . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82
4.7.1 Allgemeine Vorbetrachtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82
4.7.2 Interpolationsformel von Lagrange . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82
4.7.3 Interpolationsformel von Newton . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84

5 Gebrochenrationale Funktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86
5.1 Definition der gebrochenrationalen Funktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86
5.2 Nullstellen, Definitionslücken, Pole . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87
5.3 Asymptotisches Verhalten im Unendlichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88

6 Potenz- und Wurzelfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88


6.1 Potenzfunktionen mit ganzzahligen Exponenten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88
6.2 Wurzelfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90
6.3 Potenzfunktionen mit rationalen Exponenten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90

7 Trigonometrische Funktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91
7.1 Winkelmaße . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91
7.2 Definition der trigonometrischen Funktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 92
7.3 Sinus- und Kosinusfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93
7.4 Tangens- und Kotangensfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94
7.5 Wichtige Beziehungen zwischen den trigonometrischen Funktionen . . . . . . 94
7.6 Trigonometrische Formeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95
7.6.1 Additionstheoreme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95
7.6.2 Formeln für halbe Winkel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96
7.6.3 Formeln für Winkelvielfache . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96
7.6.4 Formeln für Potenzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97
7.6.5 Formeln für Summen und Differenzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97
7.6.6 Formeln für Produkte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98
7.7 Anwendungen in der Schwingungslehre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98
7.7.1 Allgemeine Sinus- und Kosinusfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98
7.7.2 Harmonische Schwingungen (Sinusschwingungen) . . . . . . . . . . . . 99
7.7.2.1 Gleichung einer harmonischen Schwingung . . . . . . . . . . 99
7.7.2.2 Darstellung einer harmonischen Schwingung
im Zeigerdiagramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 99
XIV Inhaltsverzeichnis

7.7.3 Superposition (!berlagerung) gleichfrequenter


harmonischer Schwingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100

8 Arkusfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101
8.1 Arkussinus- und Arkuskosinusfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101
8.2 Arkusstangens- und Arkuskotangensfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 102
8.3 Wichtige Beziehungen zwischen den Arkusfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . 103

9 Exponentialfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 104
9.1 Definition der Exponentialfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 104
9.2 Spezielle Exponentialfunktionen aus den Anwendungen . . . . . . . . . . . . . . . . 105
9.2.1 Abklingfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105
9.2.2 Sättigungsfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105
9.2.3 Wachstumsfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
9.2.4 Gauß-Funktion (Gaußsche Glockenkurve) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
9.2.5 Kettenlinie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106

10 Logarithmusfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107
10.1 Definition der Logarithmusfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107
10.2 Spezielle Logarithmusfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107

11 Hyperbelfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108
11.1 Definition der Hyperbelfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108
11.2 Wichtige Beziehungen zwischen den Hyperbelfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . 109
11.3 Formeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 110
11.3.1 Additionstheoreme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 110
11.3.2 Formeln für halbe Argumente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 110
11.3.3 Formeln für Vielfache des Arguments . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111
11.3.4 Formeln für Potenzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111
11.3.5 Formeln für Summen und Differenzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112
11.3.6 Formeln für Produkte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112
11.3.7 Formel von Moivre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112

12 Areafunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 113
12.1 Definition der Areafunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 113
12.2 Wichtige Beziehungen zwischen den Areafunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114

13 Kegelschnitte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115
13.1 Allgemeine Gleichung eines Kegelschnittes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115
13.2 Kreis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115
13.2.1 Geometrische Definition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115
13.2.2 Mittelpunktsgleichung eines Kreises (Ursprungsgleichung) . . . . . . 116
13.2.3 Kreis in allgemeiner Lage (Hauptform, verschobener Kreis) . . . . . 116
13.2.4 Gleichung eines Kreises in Polarkoordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . 116
13.2.5 Parameterdarstellung eines Kreises . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 116
Inhaltsverzeichnis XV

13.3 Ellipse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 117


13.3.1 Geometrische Definition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 117
13.3.2 Mittelpunktsgleichung einer Ellipse (Ursprungsgleichung) . . . . . . 117
13.3.3 Ellipse in allgemeiner Lage (Hauptform, verschobene Ellipse) . . . 117
13.3.4 Gleichung einer Ellipse in Polarkoordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118
13.3.5 Parameterdarstellung einer Ellipse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118
13.4 Hyperbel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119
13.4.1 Geometrische Definition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119
13.4.2 Mittelpunktsgleichung einer Hyperbel (Ursprungsgleichung) . . . . . 119
13.4.3 Hyperbel in allgemeiner Lage (Hauptform, verschobene Hyperbel) 119
13.4.4 Gleichung einer Hyperbel in Polarkoordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . 120
13.4.5 Parameterdarstellung einer Hyperbel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121
13.4.6 Gleichung einer um 90" gedrehten Hyperbel . . . . . . . . . . . . . . . . . 121
13.4.7 Gleichung einer gleichseitigen oder rechtwinkligen Hyperbel
ða ¼ bÞ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121
13.5 Parabel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122
13.5.1 Geometrische Definition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122
13.5.2 Scheitelgleichung einer Parabel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122
13.5.3 Parabel in allgemeiner Lage (Hauptform, verschobene Parabel) . . . 122
13.5.4 Gleichung einer Parabel in Polarkoordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . 123
13.5.5 Parameterdarstellung einer Parabel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 123

14 Spezielle Kurven . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 124


14.1 Gewöhnliche Zykloide (Rollkurve) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 124
14.2 Epizykloide . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 124
14.3 Hypozykloide . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 125
14.4 Astroide (Sternkurve) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126
14.5 Kardioide (Herzkurve) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126
14.6 Lemniskate (Schleifenkurve) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127
14.7 Strophoide . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127
14.8 Cartesisches Blatt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 128
14.9 „Kleeblatt‘‘ mit n bzw. 2n Blättern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 128
14.10 Spiralen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 129
14.10.1 Archimedische Spirale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 129
14.10.2 Logarithmische Spirale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 129

IV Differentialrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130
1 Differenzierbarkeit einer Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130
1.1 Differenzenquotient . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130
1.2 Differentialquotient oder 1. Ableitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130
1.3 Ableitungsfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130
1.4 Höhere Ableitungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 131
1.5 Differential einer Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 131

2 Erste Ableitung der elementaren Funktionen (Tabelle) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132


XVI Inhaltsverzeichnis

3 Ableitungsregeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133
3.1 Faktorregel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133
3.2 Summenregel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133
3.3 Produktregel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133
3.4 Quotientenregel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 134
3.5 Kettenregel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 134
3.6 Logarithmische Differentiation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 136
3.7 Ableitung der Umkehrfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 136
3.8 Implizite Differentiation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137
3.9 Ableitungen einer in der Parameterform dargestellten Funktion (Kurve) . . . 137
3.10 Ableitungen einer in Polarkoordination dargestellten Kurve . . . . . . . . . . . . . 138
4 Anwendungen der Differentialrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 138
4.1 Geschwindigkeit und Beschleunigung einer geradlinigen Bewegung . . . . . . 138
4.2 Tangente und Normale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139
4.3 Linearisierung einer Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139
4.4 Monotonie und Krümmung einer Kurve . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 140
4.4.1 Geometrische Deutung der 1. und 2. Ableitung . . . . . . . . . . . . . . . 140
4.4.2 Krümmung einer ebenen Kurve . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141
4.5 Relative Extremwerte (relative Maxima, relative Minima) . . . . . . . . . . . . . . . 142
4.6 Wendepunkte, Sattelpunkte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 144
4.7 Kurvendiskussion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 145

V Integralrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 147
1 Bestimmtes Integral . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 147
1.1 Definition eines bestimmten Integrals . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 147
1.2 Berechnung eines bestimmten Integrals . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 148
1.3 Elementare Integrationsregeln für bestimmte Integrale . . . . . . . . . . . . . . . . . 149
2 Unbestimmtes Integral . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 150
2.1 Definition eines unbestimmten Integrals . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 150
2.2 Allgemeine Eigenschaften der unbestimmten Integrale . . . . . . . . . . . . . . . . . 150
2.3 Tabelle der Grund- oder Stammintegrale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152
3 Integrationsmethoden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 153
3.1 Integration durch Substitution . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 153
3.1.1. Allgemeines Verfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 153
3.1.2 Spezielle Integralsubstitutionen (Tabelle) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 154
3.2 Partielle Integration (Produktintegration) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 156
3.3 Integration einer gebrochenrationalen Funktion durch Partialbruchzerlegung
des Integranden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157
3.3.1 Partialbruchzerlegung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157
3.3.2 Integration der Partialbrüche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 160
3.4 Integration durch Potenzreihenentwicklung des Integranden . . . . . . . . . . . . . 161
3.5 Numerische Integration . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 161
3.5.1 Trapezformel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 161
3.5.2 Simpsonsche Formel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 162
3.5.3 Romberg-Verfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 164
Inhaltsverzeichnis XVII

4 Uneigentliche Integrale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167


4.1 Unendliches Integrationsintervall . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167
4.2 Integrand mit einer Unendlichkeitsstelle (Pol). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167

5 Anwendungen der Integralrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 168


5.1 Integration der Bewegungsgleichung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 168
5.2 Arbeit einer ortsabhängigen Kraft (Arbeitsintegral) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 169
5.3 Lineare und quadratische Mittelwerte einer Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . 169
5.3.1 Linearer Mittelwert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 169
5.3.2 Quadratischer Mittelwert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 169
5.3.3 Zeitliche Mittelwerte einer periodischen Funktion . . . . . . . . . . . . . 169
5.4 Flächeninhalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 170
5.5 Schwerpunkt einer homogenen ebenen Fläche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 171
5.6 Flächenträgheitsmomente (Flächenmomente 2. Grades) . . . . . . . . . . . . . . . . 172
5.7 Bogenlänge einer ebenen Kurve . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 173
5.8 Volumen eines Rotationskörpers (Rotationsvolumen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 173
5.9 Mantelfläche eines Rotationskörpers (Rotationsfläche) . . . . . . . . . . . . . . . . . 175
5.10 Schwerpunkt eines homogenen Rotationskörpers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 175
5.11 Massenträgheitsmoment eines homogenen Körpers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 176

VI Unendliche Reihen, Taylor- und Fourier-Reihen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 178


1 Unendliche Reihen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 178
1.1 Grundbegriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 178
1.1.1 Definition einer unendlichen Reihe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 178
1.1.2 Konvergenz und Divergenz einer unendlichen Reihe . . . . . . . . . . . 178
1.2 Konvergenzkriterien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 179
1.2.1 Quotientenkriterium . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 179
1.2.2 Wurzelkriterium . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 180
1.2.3 Vergleichskriterien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 180
1.2.4 Leibnizsches Konvergenzkriterium für alternierende Reihen . . . . . 181
1.2.5 Eigenschaften konvergenter bzw. absolut konvergenter Reihen . . . 181
1.3 Spezielle konvergente Reihen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 181

2 Potenzreihen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 182
2.1 Definition einer Potenzreihe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 182
2.2 Konvergenzradius und Konvergenzbereich einer Potenzreihe . . . . . . . . . . . . 183
2.3 Wichtige Eigenschaften der Potenzreihen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 183

3 Taylor-Reihen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 184
3.1 Taylorsche und Mac Laurinsche Formel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 184
3.1.1 Taylorsche Formel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 184
3.1.2 Mac Laurinsche Formel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 184
3.2 Taylorsche Reihe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 185
3.3 Mac Laurinsche Reihe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 185
3.4 Spezielle Potenzreihenentwicklungen (Tabelle) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 186
3.5 Näherungspolynome einer Funktion (mit Tabelle) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 188
XVIII Inhaltsverzeichnis

4 Fourier-Reihen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 190
4.1 Fourier-Reihe einer periodischen Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 190
4.2 Fourier-Zerlegung einer nichtsinusförmigen Schwingung . . . . . . . . . . . . . . . 193
4.3 Spezielle Fourier-Reihen (Tabelle) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 195

VII Lineare Algebra . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 198


1 Reelle Matrizen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 198
1.1 Grundbegriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 198
1.1.1 n-dimensionale Vektoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 198
1.1.2 Definition einer reellen Matrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 200
1.1.3 Spezielle Matrizen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201
1.1.4 Gleichheit von Matrizen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201
1.2 Spezielle quadratische Matrizen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201
1.2.1 Diagonalmatrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 202
1.2.2 Einheitsmatrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 202
1.2.3 Dreiecksmatrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 202
1.2.4 Symmetrische Matrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 202
1.2.5 Schiefsymmetrische Matrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 202
1.2.6 Orthogonale Matrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203
1.3 Rechenoperationen für Matrizen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203
1.3.1 Addition und Subtraktion von Matrizen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203
1.3.2 Multiplikation einer Matrix mit einem Skalar . . . . . . . . . . . . . . . . . 203
1.3.3 Multiplikation von Matrizen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 204
1.4 Reguläre Matrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 205
1.5 Inverse Matrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 205
1.5.1 Definition einer inversen Matrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 205
1.5.2 Berechnung einer inversen Matrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 206
1.5.2.1 Berechnung der inversen Matrix A/1
unter Verwendung von Unterdeterminanten . . . . . . . . . . . 206
1.5.2.2 Berechnung der inversen Matrix A/1 nach dem
Gaußschen Algorithmus (Gauß-Jordan-Verfahren) . . . . . 206
1.6 Rang einer Matrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 207
1.6.1 Definitionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 207
1.6.1.1 Unterdeterminanten einer Matrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 207
1.6.1.2 Rang einer Matrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 207
1.6.1.3 Elementare Umformungen einer Matrix . . . . . . . . . . . . . . 207
1.6.2 Rangbestimmung einer Matrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 208
1.6.2.1 Rangbestimmung einer (m; n)-Matrix A
unter Verwendung von Unterdeterminanten . . . . . . . . . . . 208
1.6.2.2 Rangbestimmung einer (m; n)-Matrix A
mit Hilfe elementarer Umformungen . . . . . . . . . . . . . . . . 208
2 Determinanten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 209
2.1 Zweireihige Determinanten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 209
2.2 Dreireihige Determinanten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 210
2.3 Determinanten höherer Ordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 211
2.3.1 Unterdeterminate Dik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 211
2.3.2 Algebraisches Komplement (Adjunkte) Aik . . . . . . . . . . . . . . . . . . 211
2.3.3 Definition einer n-reihigen Determinante . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 211
Inhaltsverzeichnis XIX

2.4 Laplacescher Entwicklungssatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 212


2.5 Rechenregeln für n-reihige Determinanten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 212
2.6 Regeln zur praktischen Berechnung einer n-reihigen Determinante . . . . . . . 214
2.6.1 Elementare Umformungen einer n-reihigen Determinante . . . . . . . 214
2.6.2 Reduzierung und Berechnung einer n-reihigen Determinante . . . . 214

3 Lineare Gleichungssysteme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 215


3.1 Grundbegriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 215
3.1.1 Definition eines linearen Gleichungssystems . . . . . . . . . . . . . . . . . 215
3.1.2 Spezielle lineare Gleichungssysteme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 215
3.2 Lösungsverhalten eines linearen (m; n)-Gleichungssystems . . . . . . . . . . . . . . 216
3.2.1 Kriterium für die Lösbarkeit eines linearen (m; n)-Systems
Ax ¼ c . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 216
3.2.2 Lösungsmenge eines linearen (m; n)-Systems Ax ¼ c . . . . . . . . . 216
3.3 Lösungsverhalten eines quadratischen linearen Gleichungssystems . . . . . . . 217
3.4 Lösungsverfahren für ein lineares Gleichungssystem nach Gauß
(Gaußscher Algorithmus) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 218
3.4.1 #quivalente Umformungen eines linearen (m; n)-Systems . . . . . . . 218
3.4.2 Gaußscher Algorithmus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 218
3.5 Cramersche Regel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 221
3.6 Lineare Unabhängigkeit von Vektoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 221

4 Komplexe Matrizen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 222


4.1 Definition einer komplexen Matrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 222
4.2 Rechenoperationen und Rechenregeln für komplexe Matrizen . . . . . . . . . . . 223
4.3 Konjugiert komplexe Matrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 223
4.4 Konjugiert transponierte Matrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 224
4.5 Spezielle komplexe Matrizen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 224
4.5.1 Hermitesche Matrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 224
4.5.2 Schiefthermitesche Matrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 224
4.5.3 Unitäre Matrix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 225

5 Eigenwertprobleme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 225
5.1 Eigenwerte und Eigenvektoren einer quadratischen Matrix . . . . . . . . . . . . . . 225
5.2 Eigenwerte und Eigenvektoren spezieller n-reihiger Matrizen . . . . . . . . . . . . 227

VIII Komplexe Zahlen und Funktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 228


1 Darstellungsformen einer komplexen Zahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 228
1.1 Algebraische oder kartesische Form . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 228
1.2 Polarformen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 229
1.2.1 Trigonometrische Form . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 229
1.2.2 Exponentialform . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 229
1.3 Umrechnungen zwischen den Darstellungsformen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 230
1.3.1 Polarform ! Kartesische Form . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 230
1.3.2 Kartesische Form ! Polarform . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 230
XX Inhaltsverzeichnis

2 Grundrechenarten für komplexe Zahlen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 231


2.1 Addition und Subtraktion komplexer Zahlen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 231
2.2 Multiplikation komplexer Zahlen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 231
2.3 Division komplexer Zahlen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 232

3 Potenzieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 233
4 Radizieren (Wurzelziehen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 234
5 Natürlicher Logarithmus einer komplexen Zahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 235
6 Ortskurven . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 236
6.1 Komplexwertige Funktion einer reellen Variablen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 236
6.2 Ortskurve einer parameterabhängigen komplexen Zahl . . . . . . . . . . . . . . . . . 236
6.3 Inversion einer Ortskurve . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 237

7 Komplexe Funktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 238


7.1 Definition einer komplexen Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 238
7.2 Definitionsgleichungen einiger elementarer Funktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . 238
7.2.1 Trigonometrische Funktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 238
7.2.2 Hyperbelfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 238
7.2.3 Exponentialfunktion (e-Funktion) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 239
7.3 Wichtige Beziehungen und Formeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 239
7.3.1 Eulersche Formeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 239
7.3.2 Zusammenhang zwischen den trigonometrischen Funktionen
und der komplexen e-Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 239
7.3.3 Trigonometrische und Hyperbelfunktionen mit imaginärem
Argument . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 239
7.3.4 Additionstheoreme der trigonometrischen und Hyperbelfunktionen
für komplexes Argument . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 239
7.3.5 Arkus- und Areafunktionen mit imaginärem Argument . . . . . . . . . 240

8 Anwendungen in der Schwingungslehre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 240


8.1 Darstellung einer harmonischen Schwingung durch einen rotierenden
komplexen Zeiger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 240
8.2 Ungestörte !berlagerung gleichfrequenter harmonischer Schwingungen
(„Superpositionsprinzip‘‘) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 241

IX Differential- und Integralrechnung für Funktionen


von mehreren Variablen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 243
1 Funktionen von mehreren Variablen und ihre Darstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 243
1.1 Definition einer Funktion von mehreren Variablen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 243
1.2 Darstellungsformen einer Funktion von zwei Variablen . . . . . . . . . . . . . . . . . 243
1.2.1 Analytische Darstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 243
1.2.2 Graphische Darstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 244
1.2.2.1 Darstellung einer Funktion als Fläche im Raum . . . . . . . 244
1.2.2.2 Schnittkurvendiagramme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 244
1.2.2.3 Höhenliniendiagramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 244
Inhaltsverzeichnis XXI

1.3 Spezielle Flächen (Funktionen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 245


1.3.1 Ebenen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 245
1.3.2 Rotationsflächen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 245
1.3.2.1 Gleichung einer Rotationsfläche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 245
1.3.2.2 Spezielle Rotationsflächen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 246

2 Partielle Differentiation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 247


2.1 Partielle Ableitungen 1. Ordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 247
2.1.1 Partielle Ableitungen 1. Ordnung von z ¼ f ðx; yÞ . . . . . . . . . . . . 247
2.1.2 Partielle Ableitungen 1. Ordnung von y ¼ f ðx1 ; x2 ; . . . ; xn Þ . . . . 248
2.2 Partielle Ableitungen höherer Ordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 249
2.3 Verallgemeinerte Kettenregel (Differentiation nach einem Parameter) . . . . . . 250
2.4 Totales oder vollständiges Differential einer Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . 251
2.5 Anwendungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 253
2.5.1 Linearisierung einer Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 253
2.5.2 Relative Extremwerte (relative Maxima, relative Minima) . . . . . . . 254
2.5.3 Extremwertaufgaben mit Nebenbedingungen
(Lagrangesches Multiplikatorverfahren) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 255

3 Mehrfachintegrale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 257
3.1 Doppelintegrale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 257
3.1.1 Definition eines Doppelintegrals . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 257
3.1.2 Berechnung eines Doppelintegrals in kartesischen Koordinaten . . 258
3.1.3 Berechnung eines Doppelintegrals in Polarkoordinaten . . . . . . . . . 260
3.1.4 Anwendungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 261
3.1.4.1 Flächeninhalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 261
3.1.4.2 Schwerpunkt einer homogenen ebenen Fläche . . . . . . . . 261
3.1.4.3 Flächenträgheitsmomente (Flächenmomente 2. Grades) 262
3.2 Dreifachintegrale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 263
3.2.1 Definition eines Dreichfachintegrals . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 263
3.2.2 Berechnung eines Dreichfachintegrals in kartesischen
Koordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 264
3.2.3 Berechnung eines Dreifachintegrals in Zylinderkoordinaten . . . . . 266
3.2.4 Berechnung eines Dreifachintegrals in Kugelkoordinaten . . . . . . . 266
3.2.5 Anwendungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 267
3.2.5.1 Volumen eines zylindrischen Körpers . . . . . . . . . . . . . . . 267
3.2.5.2 Schwerpunkt eines homogenen Körpers . . . . . . . . . . . . . 268
3.2.5.3 Massenträgheitsmoment eines homogenen Körpers . . . . 269

X Gewöhnliche Differentialgleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 270


1 Grundbegriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 270
1.1 Definition einer gewöhnlichen Differentialgleichung n-ter Ordnung . . . . . . . 270
1.2 Lösungen einer Differentialgleichung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 270
1.3 Anfangswertprobleme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 270
1.4 Randwertprobleme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 271
XXII Inhaltsverzeichnis

2 Differentialgleichungen 1. Ordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 271


2.1 Differentialgleichungen 1. Ordnung mit trennbaren Variablen . . . . . . . . . . . . 271
2.2 Spezielle Differentialgleichungen 1. Ordnung, die durch Substitutionen
lösbar sind (Tabelle) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 272
2.3 Exakte Differentialgleichungen 1. Ordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 273
2.4 Lineare Differentialgleichungen 1. Ordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 274
2.4.1 Definition einer linearen Differentialgleichung 1. Ordnung . . . . . . 274
2.4.2 Integration der homogenen linearen Differentialgleichung . . . . . . . 274
2.4.3 Integration der inhomogenen linearen Differentialgleichung . . . . . 274
2.4.3.1 Integration durch Variation der Konstanten . . . . . . . . . . . 274
2.4.3.2 Integration durch Aufsuchen einer partikulären Lösung 275
2.4.4 Lineare Differentialgleichungen 1. Ordnung
mit konstanten Koeffizienten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 275
2.5 Numerische Integration einer Differentialgleichung 1. Ordnung . . . . . . . . . . 277
2.5.1 Streckenzugverfahren von Euler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 277
2.5.2 Runge-Kutta-Verfahren 2. Ordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 279
2.5.3 Runge-Kutta-Verfahren 4. Ordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 280

3 Differentialgleichungen 2. Ordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 283


3.1 Spezielle Differentialgleichungen 2. Ordnung, die sich auf
Differentialgleichungen 1. Ordnung zurückführen lassen . . . . . . . . . . . . . . . 283
3.2 Lineare Differentialgleichungen 2. Ordnung mit konstanten Koeffizienten . . 284
3.2.1 Definition einer linearen Differentialgleichung 2. Ordnung
mit konstanten Koeffizienten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 284
3.2.2 Integration der homogenen linearen Differentialgleichung . . . . . . . 284
3.2.2.1 Wronski-Determinante . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 284
3.2.2.2 Allgemeine Lösung der homogenen linearen
Differentialgleichung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 284
3.2.3 Integration der inhomogenen linearen Differentialgleichung . . . . . 285
3.3 Numerische Integration einer Differentialgleichung 2. Ordnung . . . . . . . . . . 288

4 Anwendungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 291
4.1 Mechanische Schwingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 291
4.1.1 Allgemeine Schwingungsgleichung der Mechanik . . . . . . . . . . . . . 291
4.1.2 Freie ungedämpfte Schwingung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 291
4.1.3 Freie gedämpfte Schwingung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 292
4.1.3.1 Schwache Dämpfung (Schwingungsfall) . . . . . . . . . . . . . 292
4.1.3.2 Aperiodischer Grenzfall . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 293
4.1.3.3 Aperiodisches Verhalten bei starker Dämpfung (Kriechfall) 293
4.1.4 Erzwungene Schwingung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 294
4.1.4.1 Differentialgleichung der erzwungenen Schwingung . . . 294
4.1.4.2 Stationäre Lösung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 294
4.2 Elektrische Schwingungen in einem Reihenschwingkreis . . . . . . . . . . . . . . . 295

5 Lineare Differentialgleichungen n-ter Ordnung mit konstanten Koeffizienten . . 296


5.1 Definition einer linearen Differentialgleichung n-ter Ordnung
mit konstanten Koeffizienten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 296
Inhaltsverzeichnis XXIII

5.2 Integration der homogenen linearen Differentialgleichung . . . . . . . . . . . . . . . 296


5.2.1 Wronski-Determinante . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 296
5.2.2 Allgemeine Lösung der homogenen linearen Differentialgleichung 297
5.3 Integration der inhomogenen linearen Differentialgleichung . . . . . . . . . . . . . 298

6 Systeme linearer Differentialgleichungen 1. Ordnung mit konstanten


Koeffizienten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 300
6.1 Grundbegriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 300
6.2 Integration des homogenen linearen Systems . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 300
6.3 Integration des inhomogenen linearen Systems . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 301
6.3.1 Integration durch Aufsuchen einer partikulären Lösung . . . . . . . . . 301
6.3.2 Einsetzungs- oder Eliminationsverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 302

XI Fehler- und Ausgleichsrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 304


1 Gaußsche Normalverteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 304
2 Auswertung einer Messreihe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 305
3 Gaußsches Fehlerfortpflanzungsgesetz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 308
3.1 Gaußsches Fehlerfortpflanzungsgesetz für eine Funktion
von zwei unabhängigen Variablen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 308
3.2 Gaußsches Fehlerfortpflanzungsgesetz für eine Funktion
von n unabhängigen Variablen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 310

4 Lineares Fehlerfortpflanzungsgesetz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 310


5 Ausgleichskurven . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 312
5.1 Ausgleichung nach dem Gaußschen Prinzip der kleinsten Quadrate . . . . . . . 312
5.2 Ausgleichs- oder Regressionsgerade . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 313
5.3 Ausgleichs- oder Regressionsparabel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 315

XII Fourier-Transformationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 316


1 Grundbegriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 316
2 Spezielle Fourier-Transformationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 321
3 Wichtige „Hilfsfunktionen“ in den Anwendungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 323
3.1 Sprungfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 323
3.2 Rechteckige Impulse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 325
3.3 Diracsche Deltafunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 326

4 Eigenschaften der Fourier-Transformation (Transformationssätze) . . . . . . . . . . . 329


4.1 Linearitätssatz (Satz über Linearkombinationen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 329
4.2 #hnlichkeitssatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 329
4.3 Verschiebungssatz (Zeitverschiebungssatz) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 330
4.4 Dämpfungssatz (Frequenzverschiebungssatz) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 331
XXIV Inhaltsverzeichnis

4.5 Ableitungssätze (Differentiationssätze) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 332


4.5.1 Ableitungssatz (Differentiationssatz) für die Originalfunktion . . . . 332
4.5.2 Ableitungssatz (Differentiationssatz) für die Bildfunktion . . . . . . . 333
4.6 Integrationssätze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 334
4.7 Faltungssatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 334
4.8 Vertauschungssatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 335

5 Anwendung: Lösung linearer Differentialgleichungen mit konstanten


Koeffizienten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 336
5.1 Allgemeines Lösungsverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 336
5.2 Lineare Differentialgleichungen 1. Ordnung mit konstanten Koeffizienten . . 336
5.3 Lineare Differentialgleichungen 2. Ordnung mit konstanten Koeffizienten . . 337

6 Tabellen spezieller Fourier-Transformationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 338

XIII Laplace-Transformationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 344

1 Grundbegriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 344

2 Eigenschaften der Laplace-Transformation (Transformationssätze) . . . . . . . . . . 345


2.1 Linearitätssatz (Satz über Linearkombinationen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 345
2.2 #hnlichkeitssatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 346
2.3 Verschiebungssätze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 347
2.4 Dämpfungssatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 348
2.5 Ableitungssätze (Differentiationssätze) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 348
2.5.1 Ableitungssatz (Differentiationssatz) für die Originalfunktion . . . . 348
2.5.2 Ableitungssatz (Differentiationssatz) für die Bildfunktion. . . . . . . . 350
2.6 Integrationssätze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 350
2.6.1 Integrationssatz für die Originalfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 350
2.6.2 Integrationssatz für die Bildfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 351
2.7 Faltungssatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 352
2.8 Grenzwertsätze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 353

3 Laplace-Transformierte einer periodischen Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 354

4 Laplace-Transformierte spezieller Funktionen (Impulse) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 355

5 Anwendung: Lösung linearer Anfangswertprobleme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 360


5.1 Allgemeines Lösungsverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 360
5.2 Lineare Differentialgleichungen 1. Ordnung mit konstanten Koeffizienten . . 361
5.3 Lineare Differentialgleichungen 2. Ordnung mit konstanten Koeffizienten . . 362

6 Tabelle spezieller Laplace-Transformationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 363


Inhaltsverzeichnis XXV

XIV Vektoranalysis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 368


1 Ebene und räumliche Kurven . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 368
1.1 Vektorielle Darstellung einer Kurve . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 368
1.2 Differentiation eines Vektors nach einem Parameter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 369
1.2.1 Ableitung einer Vektorfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 369
1.2.2 Tangentenvektor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 369
1.2.3 Ableitungsregeln für Summen und Produkte . . . . . . . . . . . . . . . . . 369
1.2.4 Geschwindigkeits- und Beschleunigungsvektor
eines Massenpunktes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 370
1.3 Bogenlänge einer Kurve . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 371
1.4 Tangenten- und Hauptnormaleneinheitsvektor einer Kurve . . . . . . . . . . . . . . 371
1.5 Krümmung einer Kurve . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 372

2 Flächen im Raum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 374


2.1 Vektorielle Darstellung einer Fläche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 374
2.2 Flächenkurven . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 375
2.3 Flächennormale und Flächenelement . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 375
2.4 Tangentialebene . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 376
2.4.1 Tangentialebene einer Fläche vom Typ ~ r ¼~ r ðu; vÞ . . . . . . . . . . . 376
2.4.2 Tangentialebene einer Fläche vom Typ z ¼ f ðx; yÞ. . . . . . . . . . . . 377
2.4.3 Tangentialebene einer Fläche vom Typ Fðx; y; zÞ ¼ 0 . . . . . . . . . 377

3 Skalar- und Vektorfelder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 378


3.1 Skalarfelder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 378
3.2 Vektorfelder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 378

4 Gradient eines Skalarfeldes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 380


5 Divergenz und Rotation eines Vektorfeldes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 382
5.1 Divergenz eines Vektorfeldes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 382
5.2 Rotation eines Vektorfeldes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 383
5.3 Spezielle Vektorfelder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 384

6 Darstellung von Gradient, Divergenz, Rotation und Laplace-Operator


in speziellen Koordinatensystemen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 385
6.1 Darstellung in Polarkoordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 385
6.2 Darstellung in Zylinderkoordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 387
6.3 Darstellung in Kugelkoordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 390

7 Linien- oder Kurvenintegrale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 392


7.1 Linienintegral in der Ebene . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 392
7.2 Linienintegral im Raum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 394
7.3 Wegunabhängigkeit eines Linien- oder Kurvenintegrals . . . . . . . . . . . . . . . . 394
7.4 Konservative Vektorfelder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 395
7.5 Arbeitsintegral (Arbeit eines Kraftfeldes) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 396
XXVI Inhaltsverzeichnis

8 Oberflächenintegrale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 397
8.1 Definition eines Oberflächenintegrals . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 397
8.2 Berechnung eines Oberflächenintegrals . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 398
8.2.1 Berechnung eines Oberflächenintegrals in symmetriegerechten
Koordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 398
8.2.2 Berechnung eines Oberflächenintegrals unter Verwendung
von Flächenparametern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 399

9 Integralsätze von Gauß und Stokes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 400


9.1 Gaußscher Integralsatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 400
9.2 Stokesscher Integralsatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 401

XV Wahrscheinlichkeitsrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 403
1 Hilfsmittel aus der Kombinatorik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 403
1.1 Permutationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 403
1.2 Kombinationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 404
1.3 Variationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 404

2 Grundbegriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 405
3 Wahrscheinlichkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 407
3.1 Absolute und relative Häufigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 407
3.2 Wahrscheinlichkeitsaxiome von Kolmogoroff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 408
3.3 Laplace-Experimente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 408
3.4 Bedingte Wahrscheinlichkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 409
3.5 Multiplikationssatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 409
3.6 Stochastisch unabhängige Ereignisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 410
3.7 Mehrstufige Zufallsexperimente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 410

4 Wahrscheinlichkeitsverteilung einer Zufallsvariablen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 412


4.1 Zufallsvariable . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 412
4.2 Verteilungsfunktion einer Zufallsvariablen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 413
4.3 Kennwerte oder Maßzahlen einer Verteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 415

5 Spezielle diskrete Wahrscheinlichkeitsverteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 417


5.1 Binomialverteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 417
5.2 Hypergeometrische Verteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 419
5.3 Poisson-Verteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 421
5.4 Approximationen diskreter Wahrscheinlichkeitsverteilungen (Tabelle) . . . . . 422

6 Spezielle stetige Wahrscheinlichkeitsverteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 423


6.1 Gaußsche Normalverteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 423
6.1.1 Allgemeine Normalverteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 423
6.1.2 Standardnormalverteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 424
Inhaltsverzeichnis XXVII

6.1.3 Berechnung von Wahrscheinlichkeiten mit Hilfe der tabellierten


Verteilungsfunktion der Standardnormalverteilung . . . . . . . . . . . . . 425
6.1.4 Quantile der Standardnormalverteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 426
6.2 Exponentialverteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 427

7 Wahrscheinlichkeitsverteilungen von mehreren Zufallsvariablen . . . . . . . . . . . . . 428


7.1 Mehrdimensionale Zufallsvariable . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 428
7.2 Summen, Linearkombinationen und Produkte von Zufallsvariablen . . . . . . . 430
7.2.1 Additionssätze für Mittelwerte und Varianzen . . . . . . . . . . . . . . . . 430
7.2.2 Multiplikationssatz für Mittelwerte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 431
7.2.3 Wahrscheinlichkeitsverteilung einer Summe . . . . . . . . . . . . . . . . . . 431

8 Prüf- oder Testverteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 432


8.1 Chi-Quadrat-Verteilung („ c 2-Verteilung“) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 432
8.2 t-Verteilung von Student . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 434

XVI Grundlagen der mathematischen Statistik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 436


1 Grundbegriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 436
1.1 Zufallsstichproben aus einer Grundgesamtheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 436
1.2 Häufigkeitsverteilung einer Stichprobe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 437
1.3 Gruppierung der Stichprobenwerte bei umfangreichen Stichproben . . . . . . . 439

2 Kennwerte oder Maßzahlen einer Stichprobe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 442


2.1 Mittelwert, Varianz und Standardabweichung einer Stichprobe . . . . . . . . . . . 442
2.2 Berechnung der Kennwerte unter Verwendung der Häufigkeitsfunktion . . . . 444
2.3 Berechnung der Kennwerte einer gruppierten Stichprobe . . . . . . . . . . . . . . . 445

3 Statistische Schätzmethoden für unbekannte Parameter


(„Parameterschätzungen“) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 446
3.1 Aufgaben der Parameterschätzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 446
3.2 Schätzfunktionen und Schätzwerte für unbekannte Parameter
(„Punktschätzungen“) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 446
3.2.1 Schätz- und Stichprobenfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 446
3.2.2 Schätzungen für den Mittelwert m und die Varianz s 2 . . . . . . . . 447
3.2.3 Schätzungen für einen Anteilswert p
(Parameter p einer Binomialverteilung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 448
3.2.4 Schätzwerte für die Parameter spezieller Wahrscheinlichkeits-
verteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 448
3.3 Vertrauens- oder Konfidenzintervalle für unbekannte Parameter
(„Intervallschätzungen“) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 449
3.3.1 Vertrauens- oder Konfidenzintervalle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 449
3.3.2 Vertrauensintervalle für den unbekannten Mittelwert m
einer Normalverteilung bei bekannter Varianz s 2 . . . . . . . . . . . . . 450
3.3.3 Vertrauensintervalle für den unbekannten Mittelwert m
einer Normalverteilung bei unbekannter Varianz s 2 . . . . . . . . . . . 451
XXVIII Inhaltsverzeichnis

3.3.4 Vertrauensintervalle für den unbekannten Mittelwert m


bei einer beliebigen Verteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 452
3.3.5 Vertrauensintervalle für die unbekannte Varianz s 2
einer Normalverteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 453
3.3.6 Vertrauensintervalle für einen unbekannten Anteilswert p
(Parameter p einer Binomialverteilung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 454
3.3.7 Musterbeispiel für die Bestimmung eines Vertrauensintervalls . . . . 455

4 Statistische Prüfverfahren für unbekannte Parameter („Parametertests“) . . . . . 456


4.1 Statistische Hypothesen und Parametertests . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 456
4.2 Spezielle Parametertests . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 457
4.2.1 Test für den unbekannten Mittelwert m einer Normalverteilung
bei bekannter Varianz s 2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 457
4.2.2 Test für den unbekannten Mittelwert m einer Normalverteilung
bei unbekannter Varianz s 2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 459
4.2.3 Tests für die Gleichheit der unbekannten Mittelwerte m1 und m2
zweier Normalverteilungen („Differenzentests“) . . . . . . . . . . . . . . . 460
4.2.3.1 Differenzentests für Mittelwerte bei abhängigen
Stichproben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 461
4.2.3.2 Differenzentests für Mittelwerte bei unabhängigen
Stichproben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 462
4.2.4 Tests für die unbekannte Varianz s 2 einer Normalverteilung . . . 466
4.2.5 Tests für den unbekannten Anteilswert p
(Parameter p einer Binomialverteilung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 468
4.2.6 Musterbeispiel für einen Parametertest . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 470

5 Chi-Quadrat-Test . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 471
XXIX

Anhang Teil A

Integraltafel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 476
1 Integrale mit ax þ b . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 477
2 Integrale mit ax þ b und px þ q . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 478
3 Integrale mit a2 þ x2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 479
4 Integrale mit a2 / x2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 480
5 Integrale mit ax2 þ bx þ c . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 482
6 Integrale mit a3 + x3 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 484
7 Integrale mit a4 þ x4 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 484
8 Integrale mit a4 / x4 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 484
pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
9 Integrale mit ax þ b . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 485
pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
10 Integrale mit ax þ b und px þ q . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 486
pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
11 Integrale mit ax þ b und px þ q . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 487
pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
12 Integrale mit a2 þ x 2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 488
pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
13 Integrale mit a2 / x 2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 490
pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
14 Integrale mit x2 / a2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 492
pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
15 Integrale mit ax2 þ bx þ c . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 494
16 Integrale mit sin ðaxÞ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 496
17 Integrale mit cos ðaxÞ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 498
18 Integrale mit sin ðaxÞ und cos ðaxÞ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 500
19 Integrale mit tan ðaxÞ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 503
20 Integrale mit cot ðaxÞ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 503
21 Integrale mit einer Arkusfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 504
22 Integrale mit eax . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 505
23 Integrale mit ln x . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 506
24 Integrale mit sinh ðaxÞ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 508
25 Integrale mit cosh ðaxÞ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 509
26 Integrale mit sinh ðaxÞ und cosh ðaxÞ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 510
27 Integrale mit tanh ðaxÞ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 511
28 Integrale mit coth ðaxÞ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 511
29 Integrale mit einer Areafunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 512
XXX

Anhang Teil B

Tabellen zur Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik . . . . . . . . . . . 513


Tabelle 1: Verteilungsfunktion fðuÞ der Standardnormalverteilung . . . . . . . . . . . . . . 514
Tabelle 2: Quantile der Standardnormalverteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 516
Tabelle 3: Quantile der Chi-Quadrat-Verteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 518
Tabelle 4: Quantile der t-Verteilung von „Student“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 520

Sachwortverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 522
1

I Allgemeine Grundlagen aus Algebra,


Arithmetik und Geometrie

1 Grundlegende Begriffe über Mengen

1.1 Definition und Darstellung einer Menge


Menge
Unter einer Menge M versteht man die Zusammenfassung gewisser wohlunterschiedener
Objekte, Elemente genannt, zu einer Einheit.
a 2 M : a ist ein Element von M ða gehört zur Menge MÞ
a 62 M : a ist kein Element von M ða gehört nicht zur Menge MÞ

Beschreibende Darstellungsform:
M ¼ fx j x besitzt die Eigenschaften E1 ; E2 ; E3 ; . . .g

Aufzählende Darstellungsform:
M ¼ fa1 ; a2 ; . . . ; an g: Endliche Menge mit n Elementen
M ¼ fa1 ; a2 ; a3 ; . . .g: Unendliche Menge

Leere Menge
Eine Menge heißt leer, wenn sie kein Element enthält. Symbolische Schreibweise: f g; ˘

Teilmenge
Eine Menge A heißt Teilmenge einer Menge B,
wenn jedes Element von A auch zur Menge B B A
gehört. Symbolische Schreibweise: A & B. A heißt
Untermenge, B Obermenge.

Gleichheit von Mengen


Zwei Mengen A und B heißen gleich, wenn jedes Element von A auch Element von B
ist und umgekehrt. Symbolische Schreibweise: A ¼ B

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017


L. Papula, Mathematische Formelsammlung, DOI 10.1007/978-3-658-16195-8_1
2 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

1.2 Mengenoperationen
Durchschnitt zweier Mengen (Schnittmenge)
Die Schnittmenge A \ B zweier Mengen A
und B ist die Menge aller Elemente, die so-
wohl zu A als auch zu B gehören: A B

A \ B ¼ fx j x 2 A und x 2 Bg

Vereinigung zweier Mengen (Vereinigungsmenge)


Die Vereinigungsmenge A [ B zweier Men-
gen A und B ist die Menge aller Elemente,
die zu A oder zu B oder zu beiden Men-
gen gehören: A B

A [ B ¼ fx j x 2 A oder x 2 Bg

Differenz zweier Mengen (Differenzmenge, Restmenge)


Die Differenz- oder Restmenge A n B zwei-
er Mengen A und B ist die Menge aller
Elemente, die zu A, nicht aber zu B gehö-
ren: A B

A n B ¼ fx j x 2 A und x 62 Bg

2 Rechnen mit reellen Zahlen

2.1 Reelle Zahlen und ihre Eigenschaften


2.1.1 Natürliche und ganze Zahlen

N ¼ f0; 1; 2; . . .g Menge der natürlichen Zahlen


N* ¼ f1; 2; 3; . . .g Menge der positiven ganzen Zahlen

Hinweis: Die Zahl 0 gehört nach DIN 5473 zu den natürlichen Zahlen. N* ist die Men-
ge der natürlichen Zahlen ohne 0, d. h. N* ¼ N n f0g.
Eigenschaften: Addition und Multiplikation sind in der Menge N unbeschränkt durch-
führbar.
2 Rechnen mit reellen Zahlen 3

Primzahl p
Natürliche Zahl größer als 1, die nur durch 1 und sich selbst teilbar ist.

& Beispiele
Die ersten Primzahlen lauten: 2, 3, 5, 7, 11, 13, . . .
&

Zerlegung in Primfaktoren
Jede natürliche Zahl n ( 2 lässt sich eindeutig in ein Produkt aus Primzahlen zerlegen.

& Beispiel
140 ¼ 2 . 70 ¼ 2 . 2 . 35 ¼ 2 . 2 . 5 . 7 ¼ 2 2 . 5 . 7
&

Größter gemeinsamer Teiler (ggT)


ggT mehrerer Zahlen: größte Zahl, die gemeinsamer Teiler der gegebenen Zahlen ist.
Regel: Man zerlegt die Zahlen in Primfaktoren und bildet das Produkt der höchsten Poten-
zen von Primfaktoren, die allen gegebenen Zahlen gemeinsam sind.

& Beispiel
9
60 ¼ 2 2 . 3 1 . 5 1 >
=
72 ¼ 2 3 . 3 2 ) 12 ist die größte Zahl, durch die 60 und 72 gemeinsam teilbar sind.
>
;
2 1
ggT ¼ 2 . 3 ¼ 12
&

Kleinstes gemeinsames Vielfaches (kgV)


kgV mehrerer Zahlen: kleinste Zahl, die alle gegebenen Zahlen als Teiler enthält.
Regel: Man zerlegt die Zahlen in Primfaktoren und bildet das Produkt der jeweils höch-
sten Potenzen von Primfaktoren, die in mindestens einer der gegebenen Zahlen auftreten.

& Beispiel
9
60 ¼ 2 2 . 3 1 . 5 1 >
=
72 ¼ 2 3 . 3 2 ) 360 ist die kleinste Zahl, die durch 60 und 72 teilbar ist.
>
;
kgV ¼ 2 3 . 3 2 . 5 1 ¼ 360
&
4 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

Einige Teilbarkeitsregeln

Eine natürliche Zahl


ist teilbar durch . . . wenn . . .

2 die letzte Ziffer durch 2 teilbar ist,

3 die Quersumme durch 3 teilbar ist,

4 die aus den beiden letzten Ziffern


gebildete Zahl durch 4 teilbar ist,

5 die letzte Ziffer eine 5 oder 0 ist.

Ganze Zahlen

Z ¼ f0; + 1; + 2; + 3; . . .g Menge der ganzen Zahlen

Eine weitere übliche Schreibweise: Z ¼ f. . . , / 3, / 2, / 1, 0, 1, 2, 3, . . .g


Addition, Subtraktion und Multiplikation sind in der Menge Z unbeschränkt durchführ-
bar.

2.1.2 Rationale, irrationale und reelle Zahlen


Die Menge Q der rationalen Zahlen enthält alle endlichen und unendlichen periodischen
Dezimalbrüche (Dezimalzahlen):
n a o
Q ¼ x j x ¼ mit a 2 Z und b 2 N * Menge der rationalen Zahlen
b

Die irrationalen Zahlen bestehen aus allen unendlichen nichtperiodischen Dezimalbrüchen


(Dezimalzahlen).
Die Menge R der reellen Zahlen enthält die rationalen und irrationalen Zahlen und so-
mit sämtliche (endlichen und unendlichen) Dezimalbrüche (Dezimalzahlen).

& Beispiele
33
(1) ¼ 4;125 endliche Dezimalzahl (rational)
8
1
(2) ¼ 0;333333 . . . unendliche periodische Dezimalzahl (rational)
3
pffiffiffi
(3) 2 ¼ 1;414213 . . . unendliche nichtperiodische Dezimalzahl (irrational)
&
2 Rechnen mit reellen Zahlen 5

2.1.3 Rundungsregeln für reelle Zahlen


In der Praxis wird mit endlich vielen Dezimalstellen nach dem Komma gerechnet. Bei
Rundung auf n Dezimalstellen nach dem Komma gelten dann folgende Regeln:
(1) Es wird abgerundet, wenn in der ðn þ 1Þ-ten Dezimalstelle nach dem Komma eine
0, 1, 2, 3 oder 4 steht.
(2) Es wird aufgerundet, wenn in der ðn þ 1Þ-ten Dezimalstelle nach dem Komma eine
5, 6, 7, 8 oder 9 steht.
(3) Rundungsfehler: ) 0;5 . 10 /n

& Beispiele
Wir runden die nachfolgenden Zahlen auf 3 Dezimalstellen nach dem Komma (die in der 4. Dezimalstelle
nach dem Komma stehende Ziffer (Pfeil) entscheidet dabei über Ab- oder Aufrundung):

4;517863 . . . ' 4;518 Fehler: ) 0;5 . 10 /3 ¼ 0;0005


#
Aufrundung

0;417346 . . . ' 0;417 Fehler: ) 0;5 . 10 /3 ¼ 0;0005


#
Abrundung
&

2.1.4 Darstellung der reellen Zahlen auf der Zahlengerade


Zahlengerade
Die bildliche Darstellung einer reellen Zahl erfolgt durch einen Punkt auf einer Zahlenge-
rade, wobei positive Zahlen nach rechts und negative Zahlen nach links, jeweils vom Null-
punkt aus, abgetragen werden:

–2,5 –2 –1 0 1 2 2,5

Anordnung der reellen Zahlen auf der Zahlengerade


a < b (a kleiner b)
a b

a ¼ b (a gleich b)
a=b

a > b (a größer b)
b a

Weitere Ungleichungen:
a ) b (a kleiner oder gleich b)
a ( b (a größer oder gleich b)
6 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

Betrag einer reellen Zahl


Der Betrag j a j einer reellen Zahl a ist der Abstand des Bildpunktes vom Nullpunkt:
8 9 a
< a a > 0=
jaj ¼ 0 fur
€ a ¼ 0 ðj a j ( 0Þ
: ;
/a a < 0 0 a

Rechenregeln für Beträge


(1) ja + bj ) jaj þ jbj (Dreiecksungleichung)
(2) jaj / jbj ) jaj þ jbj
(3) j a1 þ a2 þ a3 þ . . . þ an j ) j a1 j þ j a2 j þ j a3 j þ . . . þ j an j
(4) jabj ¼ jaj . jbj
"a" jaj
" "
(5) " " ¼ ðb 6¼ 0Þ
b jbj
Beachte: jxj ¼ a , x1= 2 ¼ + a ða > 0Þ

Signum (Vorzeichen) einer reellen Zahl


8 9
< 1 a > 0=
sgn ðaÞ ¼ 0 fur
€ a ¼ 0
: ;
/1 a < 0

2.1.5 Grundrechenarten
Es sind vier Grundrechenarten erklärt:
1. Addition ! Summe a þ b (a, b: Summanden)
2. Subtraktion ! Differenz a / b (a, b: Minuend bzw. Subtrahend)
3. Multiplikation ! Produkt a . b (a, b: Faktoren)
a
4. Division ! Quotient (a, b: Dividend bzw. Divisor; b 6¼ 0Þ
b
Summen, Differenzen, Produkte und Quotienten zweier reeller Zahlen ergeben wieder
reelle Zahlen. Ausnahme: Die Division durch die Zahl 0 ist verboten!
a
Andere Schreibweisen für Produkte bzw. Quotienten: a . b oder a b bzw. oder
a = b oder a : b. b
2 Rechnen mit reellen Zahlen 7

Rechenregeln
Kommutativgesetze aþb ¼ bþa
ab ¼ ba
Assoziativgesetze a þ ðb þ cÞ ¼ ða þ bÞ þ c
a ðb cÞ ¼ ða bÞ c
Distributivgesetz a ðb þ cÞ ¼ a b þ a c

2.2 Zahlensysteme
Dezimalsystem (dekadisches oder Zehnersystem)
Basis: a ¼ 10 Zehn Ziffern: 0; 1; 2; . . . ; 9

Die Darstellung einer (reellen) Zahl erfolgt durch Entwicklung nach fallenden Potenzen der
Basis a ¼ 10. Es handelt sich dabei um ein Stellenwert- oder Positionssystem, d. h. der
Wert einer Ziffer hängt von der Position (Stelle) ab.

& Beispiel
1998 ¼ 1000 þ 900 þ 90 þ 8 ¼ 1 . 10 3 þ 9 . 10 2 þ 9 . 10 1 þ 8 . 10 0
# # # #
1 9 9 8

Schreibweise: (1998)10 , wobei der Index 10 die Basis des Systems kennzeichnet. Sind Mißverständnisse
ausgeschlossen, darf der Index weggelassen werden.
&

Dualsystem (binäres oder Zweiersystem)


Basis: a ¼ 2 Zwei Ziffern: 0, 1

Die Entwicklung einer (reellen) Zahl erfolgt hier nach fallenden Potenzen der Basis
a ¼ 2 (Rechenbasis der Computersysteme).

& Beispiele
(1) ð1001:1Þ2 ¼ 1 . 2 3 þ 0 . 2 2 þ 0 . 2 1 þ 1 . 2 0 þ 1 . 2 /1 ¼
1
¼ 8þ0þ0þ1þ ¼ ð9;5Þ10
2
(2) Wir stellen die Zahl ð11Þ10 aus dem Dezimalsystem im Dualsystem dar:

ð11Þ10 ¼ 11 ¼ 8 þ 2 þ 1 ¼ 1 . 2 3 þ 0 . 2 2 þ 1 . 2 1 þ 1 . 2 0
# # # #
1 0 1 1

Ergebnis: ð11Þ10 ¼ ð1011Þ2


&
8 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

2.3 Intervalle
Intervalle sind spezielle Teilmengen von R, die auf der Zahlengerade durch zwei Rand-
punkte a und b begrenzt werden ða < bÞ.

Endliche Intervalle

½ a; b % ¼ fx j a ) x ) bg oder a ) x ) b abgeschlossenes Intervall


)
½ a; b Þ ¼ fx j a ) x < bg oder a ) x < b
halboffene Intervalle
ða; b % ¼ fx j a < x ) bg oder a < x ) b
ða; b Þ ¼ fx j a < x < bg oder a < x < b offenes Intervall

Unendliche Intervalle

½ a; 1Þ ¼ fx j a ) x < 1Þ oder a ) x < 1 oder x ( a


ða; 1Þ ¼ fx j a < x < 1Þ oder a < x < 1 oder x > a
ð/1; b % ¼ fx j /1 < x ) bg oder /1 < x ) b oder x ) b
ð/1; b Þ ¼ fx j /1 < x < bg oder /1 < x < b oder x < b
ð/1; 0Þ 0 R / oder /1 < x < 0 oder x < 0
ð0; 1Þ 0 Rþ oder 0 < x < 1 oder x > 0
ð/1; 1Þ 0 R oder /1 < x < 1 oder jxj < 1

2.4 Bruchrechnung
Hinweis: Die nachfolgenden Begriffe und Regeln lassen sich sinngemäß auch auf mathe-
matische Ausdrücke übertragen.
Ein Bruch a = b heißt echt, wenn j a j < j b j ist, sonst unecht.

Kehrwert einer Zahl


8 9
< a 1=a =
Der Kehrwert von ist ðmit a 6¼ 0 und b 6¼ 0Þ
: ;
a=b b=a

Regel: Bei der Kehrwertbildung werden Zähler und Nenner miteinander vertauscht.

& Beispiel
1 3 4
Der Kehrwert von 2 ist ¼ 0,5, der Kehrwert von ist .
2 4 3
&
2 Rechnen mit reellen Zahlen 9

Erweitern eines Bruches mit einer Zahl k 6¼ 0

a a.k
¼
b b.k

Regel: Zähler und Nenner werden mit derselben Zahl k 6¼ 0 multipliziert.

& Beispiel
2
Wir erweitern den Bruch mit der Zahl 3:
5
2 2 .3 6
¼ ¼
5 5.3 15
&

Kürzen eines Bruches durch eine Zahl k 6¼ 0

a a=k c a k .c c
¼ ¼ bzw. ¼ ¼ (Kurzen
€ des gemeinsamen Faktors kÞ
b b=k d b k .d d

Regel: Zähler und Nenner werden durch dieselbe Zahl k 6¼ 0 dividiert.

& Beispiel
15
Wir kürzen den Bruch durch 5:
25
15 15=5 3 15 5.3 3
¼ ¼ bzw: ¼ ¼
25 25=5 5 25 5.5 5
&

Addition und Subtraktion zweier Brüche

a c a.d +b.c
+ ¼
b d b.d

Regel: Die Brüche werden gleichnamig gemacht, d. h. auf einen gemeinsamen Nenner,
den sog. Hauptnenner, gebracht. Der Hauptnenner ist das kleinste gemeinsame
Vielfache der Einzelnenner.

& Beispiel

3 2 3.5þ2.4 15 þ 8 23
þ ¼ ¼ ¼ ðHauptnenner : 4 . 5 ¼ 20Þ
4 5 4.5 20 20
&
10 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

Multiplikation zweier Brüche

a c a.c
. ¼
b d b.d

Regel: Zwei Brüche werden multipliziert, indem man ihre Zähler und ihre Nenner mitei-
nander multipliziert.

& Beispiel
3 5 3.5 15
. ¼ ¼
4 7 4.7 28
&

Division zweier Brüche (Doppelbruch)

a c a d a.d
: ¼ . ¼
b d b c b.c

Regel: Zwei Brüche werden dividiert, indem man mit dem Kehrwert des Divisors (Kehr-
wert des Nennerbruches) multipliziert.

& Beispiel
3 2
4 5 4 7 4.7 28 5
: ¼ . ¼ ¼ Divisor :
3 7 3 5 3.5 15 7
&

2.5 Potenzen und Wurzeln


Potenz a n
Unter einer Potenz a n versteht man ein Produkt mit n gleichen Faktoren a:

an ¼ a . a . a ... a a: Basis oder Grundzahl ða 2 RÞ


|fflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
n gleiche Faktoren n: Exponent oder Hochzahl ðn 2 N *Þ

1
Ferner (für a 6¼ 0Þ: a 0 ¼ 1; a /n ¼
an
& Beispiele

(1) 5 4 ¼ 5 . 5 . 5 . 5 ¼ 625
1 1 1
(2) 2 /3 ¼ ¼ ¼
23 2.2.2 8
&
2 Rechnen mit reellen Zahlen 11

Rechenregeln für Potenzen

(1) a m . a n ¼ a mþn

|fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
am
(2) ¼ a m/n ða 6¼ 0Þ
an
(3) ða m Þ n ¼ ða n Þ m ¼ a m . n m; n 2 N *; a; b 2 R
(4) a n . b n ¼ ða . bÞn
an ! a 4n
(5) n
¼ ðb 6¼ 0Þ
b b

Im Falle a > 0; b > 0 gelten die Potenzregeln sogar für beliebige reelle Exponenten.
Ferner (für a > 0Þ: a b ¼ e b . ln a ( ln a: natürlicher Logarithmus von a)

& Beispiele
(1) 3 2 . 3 3 ¼ 3 2 þ 3 ¼ 3 5 ¼ 243 (2) ð2 3 Þ 2 ¼ 2 3 . 2 ¼ 2 6 ¼ 64

5 2 . 3 2 ¼ ð5 . 3Þ 2 ¼ 15 2 ¼ 225
1 1
(3) (4) ð5 4 Þ 2 ¼ 5 4 . 2 ¼ 5 2 ¼ 25
3 23
64 20 3 20
(5) ¼ 6 4 / 2 ¼ 6 2 ¼ 36 (6) ¼ ¼ 4 3 ¼ 64
62 53 5
&

p ffiffiffi
n a
Wurzel
Die eindeutig bestimmte nichtnegative Lösung x der Gleichung x n ¼ a mit a ( 0
heißt n-te Wurzel aus a ðn ¼ 2; 3; 4; . . .Þ. Symbolische Schreibweise:

p ffiffiffi
n a 1 a: Radikand ða ( 0Þ
x ¼ oder x ¼ an
n: Wurzelexponent ðn ¼ 2; 3; 4; . . .Þ

Anmerkungen
pffiffiffi
(1) n a ist diejenige nichtnegative Zahl, deren n-te Potenz gleich a ist.
pffiffiffi
(2) n a lässt sich
pffiffiffi auch als Potenz der Basis a mit dem rationalem Exponenten 1=n
darstellen: n a ¼ a 1=n . Es gelten die Potenzregeln (1) bis (5).
pffiffiffi pffiffiffi
(3) 2 a ¼ a : Quadratwurzel aus a (der Wurzelexponent wird meist weggelassen)
p ffiffiffi
3 a : Kubikwurzel aus a
pffiffiffiffiffiffi
(4) Man beachte: a 2 ¼ j a j
(5) Das Wurzelziehen oder Radizieren ist die zum Potenzieren inverse Operation:
pffiffiffi
b ¼ a n , a ¼ n b (nur für a ( 0, b ( 0)
12 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

Rechenregeln für Wurzeln


p ffiffiffiffiffiffi 1 1 m pffiffiffi

|fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
n
(1) a m ¼ ða m Þ n ¼ ða n Þ m ¼ a n ¼ ð n aÞ m
pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffiffiffiffi
m p n a ¼ m a1 1 1 1 pffiffiffi
n ¼ ða n Þ m ¼ a m . n ¼ m . n a
(2)
p ffiffiffi pffiffiffi
n a . n b ¼ ða 1 1 1 pffiffiffiffiffiffi m; n 2 N *; a ( 0; b ( 0
(3) n Þ . ðb n Þ ¼ ða bÞ n ¼ n a b
p ffiffiffi
n a 1 ! a 41n rffiffiffiffiffi
an n a
(4) p
n
ffiffiffi ¼ 1 ¼ ¼ ðb > 0Þ
b bn b b
p
n
ffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffi pffiffiffi
Merke: a + b 6¼ n a + n b

& Beispiele
p ffiffiffi pffiffiffi p ffiffiffiffiffi p ffiffiffiffiffiffiffiffi qffiffiffiffiffiffi 1 1
4
(1) 2
9 ¼ 9 ¼ 3; 3
21 ¼ 2;7589 ; 256 ¼ 4 2 8 ¼ ð2 8 Þ 4 ¼ 2 8 . 4 ¼ 2 2 ¼ 4
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi 2 1 pffiffiffiffiffiffiffiffi
6
(2) 2;5 2 ¼ 2;5 6 ¼ 2;5 3 ¼ 3 2;5 ¼ 1;3572
p ffiffiffiffiffiffiffiffi qffiffiffiffiffiffi
4 p ffiffiffi 4 1 1 1 1 1 1 pffiffiffi
(3) 3
6 ¼ 6 3 ¼ ð6 3 Þ 4 ¼ 6 3 . 4 ¼ 6 12 ¼ 12 6 ¼ 1;1610
&

2.6 Logarithmen
Logarithmus log a r
Jede positive Zahl r > 0 ist als Potenz einer beliebigen positiven Basis a > 0, a 6¼ 1
in der Form r ¼ a x darstellbar. Die eindeutig bestimmte Lösung x der Gleichung
r ¼ a x heißt Logarithmus von r zur Basis a. Symbolische Schreibweise:

r: Numerus ðr > 0Þ
x ¼ log a r
a: Basis ða > 0; a 6¼ 1Þ

Anmerkungen
(1) Logarithmen können nur von positiven Zahlen gebildet werden und sind noch von
der Basis abhängig!
(2) Für jede (zulässige) Basis a gilt: log a a ¼ 1; log a 1 ¼ 0
(3) log a ða x Þ ¼ x (für a > 0; a 6¼ 1 und x 2 R)
(4) a log a x ¼ x (für a > 0; a 6¼ 1 und x > 0)

& Beispiele

(1) 5 x ¼ 125 ) x ¼ log 5 125 ¼ 3 ðwegen 125 ¼ 5 3 Þ

(2) log 4 64 ¼ log 4 4 3 ¼ 3 ðwegen 64 ¼ 4 3 Þ


3 2
1 1 1
(3) log 10 ¼ log 10 10 / 2 ¼ /2 wegen ¼ 2
¼ 10 / 2
100 100 10
&
2 Rechnen mit reellen Zahlen 13

Rechenregeln für Logarithmen

(1) log a ðu . vÞ ¼ log a u þ log a v

|fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
!u4
(2) log a ¼ log a u / log a v
v a > 0; u > 0; v > 0; k 2 R
(3) log a ðu k Þ ¼ k . log a u n ¼ 2; 3; 4; . . .
3 2
pn
ffiffiffi 1
(4) log a u ¼ . log a u
n

Spezielle Logarithmen
1. Zehnerlogarithmus (Briggscher oder dekadischer Logarithmus): log 10 r 0 lg r
2. Zweierlogarithmus (binärer Logarithmus): log 2 r 0 lb r
3. Natürlicher Logarithmus (Logarithmus naturalis): log e r 0 ln r
ðe ¼ 2;718281 . . . ¼ Eulersche ZahlÞ

& Beispiele
1
(1) log 2 ¼ log 2 1 / log 2 8 ¼ 0 / 3 ¼ / 3 ðwegen 1 ¼ 2 0 und 8 ¼ 2 3 Þ
8
(2) ln 104 ¼ 4;6444
pffiffiffiffiffi 1 1 1
(3) lg 3 24 ¼ lg ð24 3 Þ ¼ . lg 24 ¼ . 1;3802 ¼ 0;4601
3 3
&

Umrechnung von der Basis a in die Basis b (mit a > 0, b > 0, a 6¼ 1, b 6¼ 1)

log a r 1
log b r ¼ ¼ . log a r ¼ K . log a r ðr > 0Þ
log a b log a b

Regel: Beim Basiswechsel a ! b werden die Logarithmen mit einer Konstanten K


(dem Kehrwert von log a b) multipliziert.

Sonderfälle
(1) Basiswechsel 10 ! e:
lg r lg r
ln r ¼ ¼ ¼ 2;3026 . lg r
lg e 0;4343
(2) Basiswechsel e ! 10:
ln r ln r
lg r ¼ ¼ ¼ 0;4343 . ln r
ln 10 2;3026
14 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

2.7 Binomischer Lehrsatz


n-Fakultät
n! (gelesen: „ n Fakultät“) ist definitionsgemäß das Produkt der ersten n positiven gan-
zen Zahlen:

Q
n
n ! ¼ 1 . 2 . 3 . . . ðn / 1Þ n ¼ k ðn 2 N *Þ
k¼1

Ergänzend definiert man: 0 ! ¼ 1


Zerlegung: ðn þ 1Þ ! ¼ 1 . 2 . 3 . . . n . ðn þ 1Þ ¼ n ! ðn þ 1Þ
|fflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
n!

Der Binomische Lehrsatz


Die Potenzen eines Binoms a þ b lassen sich nach dem Binomischen Lehrsatz wie folgt
entwickeln ðn 2 N *Þ:
!n4 !n4 !n4
ða þ bÞ n ¼ a n þ a n/1 . b 1 þ a n/2 . b 2 þ a n/3 . b 3 þ
1 2 3
!n4 ! n 4 1
þ a n/4 . b 4 þ . . . þ a . b n/1 þ b n ¼
4 n/1
n ! 4
X n ! 4
X
n n
¼ a n/k . b k ¼ a k . b n/k
k¼0
k k¼0
k

!n4
Die Koeffizienten (gelesen: „ n über k “) heißen Binomialkoeffizienten, ihr Bil-
dungsgesetz lautet: k

!n4 n ðn / 1Þ ðn / 2Þ . . . ½n / ðk / 1Þ% n!
¼ ¼ ðk ) nÞ
k k! k ! ðn / kÞ !

Entwicklung für ða / bÞ n : Im Binomischen Lehrsatz wird b formal durch / b ersetzt


(Vorzeichenwechsel bei den ungeraden Potenzen von b).

Anmerkung
Lässt man für den Exponenten n auch reelle Werte zu, so erhält man die allgemeine
(unendliche) Binomische Reihe (siehe Tabelle in VI.3.4). Das Bildungsgesetz der Binomial-
koeffizienten bleibt dabei erhalten.
2 Rechnen mit reellen Zahlen 15

Einige Eigenschaften der Binomialkoeffizienten


!n4 !n4 !n4
¼ ¼ 1 ¼ 0 fur
€ k > n
0 n k !n4 ! n 4
!n4 ! 4 !n4 3 2 3 2 ¼ ¼ n
n n nþ1 1 n/1
¼ þ ¼
k n/k k k þ1 k þ1

Pascalsches Dreieck zur Bestimmung der Binomialkoeffizienten


!n4
Der Binomialkoeffizient steht in der ðn þ 1Þ-ten Zeile an ðk þ 1Þ-ter Stelle.
k

Zeile
1 1
1 1 2
|fflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflffl}
1 2 1 3
|fflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflffl}
1 3 3 1 4
|fflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflffl}
1 4 6 4 1 5
|fflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflffl}
1 5 10 10 5 1 6
|fflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflffl}
1 6 15 20 15 6 1 7
: : : : " : : : :
3 2
6
3

& Beispiel
3 2
6
¼ 20 (7. Zeile, 4. Stelle von links; eingekreiste Zahl im obigen Pascalschen Dreieck)
3
&

Die ersten binomischen Formeln

ða þ bÞ 2 ¼ a 2 þ 2 a b þ b 2 (1. Binom)
ða þ bÞ 3 ¼ a 3 þ 3 a 2 b þ 3 a b 2 þ b 3
ða þ bÞ 4 ¼ a 4 þ 4 a 3 b þ 6 a 2 b 2 þ 4 a b 3 þ b 4

ða / bÞ 2 ¼ a 2 / 2 a b þ b 2 (2. Binom)
3
ða / bÞ ¼ a / 3a b þ 3a b / b3
3 2 2

ða / bÞ 4 ¼ a 4 / 4 a 3 b þ 6 a 2 b 2 / 4 a b 3 þ b 4

ða þ bÞ ða / bÞ ¼ a 2 / b 2 (3. Binom)
16 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

3 Elementare (endliche) Reihen

3.1 Definition einer (endlichen) Reihe


Unter einer endlichen Reihe versteht man die Summe
P
n
a1 þ a2 þ a3 þ . . . þ an ¼ ak
k¼1

a1 : Anfangsglied an : Endglied ak : allgemeines Reihenglied (k ¼ 1, 2, . . . , nÞ

3.2 Arithmetische Reihen


Die Differenz zweier aufeinanderfolgender Glieder ist konstant: ak þ 1 / ak ¼ const: ¼ d.
Die Reihe besitzt den Summenwert

P
n
a þ ða þ dÞ þ ða þ 2 dÞ þ . . . þ ½ a þ ðn / 1Þ d % ¼ ½ a þ ðk / 1Þ d % ¼
3 2 k¼1
n
¼ 2 a þ ðn / 1Þ d
2

a: Anfangsglied an ¼ a þ ðn / 1Þ d : Endglied
Bildungsgesetz der arithmetischen Reihe: ak ¼ a þ ðk / 1Þ d ðk ¼ 1; 2; . . . ; nÞ

3.3 Geometrische Reihen


ak þ 1
Der Quotient zweier aufeinanderfolgender Glieder ist konstant: ¼ const: ¼ q. Die
Reihe besitzt den Summenwert ak

P
n a ðq n / 1Þ
a þ a q þ a q 2 þ . . . þ a q n/1 ¼ a q k/1 ¼ ðq 6¼ 1Þ
k¼1 q/1

a: Anfangsglied an ¼ a q n / 1 : Endglied
Bildungsgesetz der geometrischen Reihe: ak ¼ a q k / 1 ðk ¼ 1; 2; . . . ; nÞ
Für q ¼ 1 hat die geometrische Reihe den Summenwert n a

3.4 Spezielle Zahlenreihen


P
n n ðn þ 1Þ
(1) 1 þ 2 þ 3 þ ... þ n ¼ k ¼
k¼1 2
P
n
(2) 1 þ 3 þ 5 þ . . . þ ð2 n / 1Þ ¼ ð2 k / 1Þ ¼ n 2
k¼1
4 Gleichungen mit einer Unbekannten 17

P
n
(3) 2 þ 4 þ 6 þ ... þ 2n ¼ 2 k ¼ n ðn þ 1Þ
k¼1

P
n n ðn þ 1Þ ð2 n þ 1Þ
(4) 12 þ 22 þ 32 þ ... þ n2 ¼ k2 ¼
k¼1 6
P
n n ð2 n / 1Þ ð2 n þ 1Þ
(5) 1 2 þ 3 2 þ 5 2 þ . . . þ ð2 n / 1Þ 2 ¼ ð2 k / 1Þ 2 ¼
k¼1 3

P
n n 2 ðn þ 1Þ 2
(6) 13 þ 23 þ 33 þ ... þ n3 ¼ k3 ¼
k¼1 4

4 Gleichungen mit einer Unbekannten

4.1 Algebraische Gleichungen n-ten Grades


4.1.1 Allgemeine Vorbetrachtungen
Eine algebraische Gleichung n-ten Grades besitzt die allgemeine Form

an x n þ an / 1 x n / 1 þ . . . þ a1 x þ a0 ¼ 0 ðan 6¼ 0; ak 2 RÞ

Eigenschaften
(1) Die Gleichung besitzt höchstens n reelle Wurzeln oder Lösungen. Lässt man auch
komplexe Lösungen zu, so gibt es genau n Lösungen, wobei grundsätzlich mehr-
fache Werte entsprechend oft gezählt werden (Fundamentalsatz der Algebra, siehe
auch VIII.4).
(2) Für ungerades n hat die Gleichung mindestens eine reelle Lösung, für gerades n
dagegen braucht die Gleichung keine reelle Lösung zu haben.
(3) Komplexe Lösungen treten (wenn überhaupt) stets paarweise auf, nämlich in konju-
giert komplexer Form (siehe auch VIII.1.1).
Allgemeine Lösungsformeln existieren nur für n ) 4. Für n > 4 ist man auf Näherungs-
verfahren angewiesen (z. B. auf das Tangentenverfahren von Newton, siehe Abschnitt 4.5).
Ist eine reelle Lösung x1 der algebraischen Gleichung n-ten Grades bekannt (eine solche
Lösung lässt sich häufig durch Erraten oder Probieren finden), so kann der Grad der Glei-
chung durch Abspalten des zugehörigen Linearfaktors x / x1 um 1 erniedrigt werden
(siehe Horner-Schema, III.4.5).
18 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

4.1.2 Lineare Gleichungen


Allgemeine Form einer linearen Gleichung (mit Lösung):

a0
a1 x þ a0 ¼ 0 ) x1 ¼ / ða1 6¼ 0Þ
a1

4.1.3 Quadratische Gleichungen


Allgemeine Form

a2 x 2 þ a1 x þ a0 ¼ 0 ða2 6¼ 0Þ

Normalform mit Lösungen (sog. „ p, q-Formel“)


s3
ffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
2
2 p p 2 p pffiffiffiffi
x þ px þ q ¼ 0 ) x1=2 ¼ / + /q ¼ / + D
2 2 2
3 22
p
Die Diskriminante D ¼ / q entscheidet dabei über die Art der Lösungen:
2
D > 0: Zwei verschiedene reelle Lösungen
D ¼ 0: Eine doppelte reelle Lösung
D < 0: Zwei zueinander konjugiert komplexe Lösungen (siehe auch VIII.1.1)

Vietascher Wurzelsatz

x1 þ x2 ¼ / p ; x1 x2 ¼ q

x1 ; x2 : Wurzeln (Lösungen) der quadratischen Gleichung x 2 þ p x þ q ¼ 0


& Beispiel
x2 / 4x / 5 ¼ 0 ð p ¼ / 4; q ¼ / 5Þ
3 22 3 22
p /4
D ¼ /q ¼ þ 5 ¼ ð/ 2Þ 2 þ 5 ¼ 4 þ 5 ¼ 9 > 0 )
2 2
Zwei verschiedene reelle Lösungen:
pffiffiffi
x1=2 ¼ 2 + 9 ¼ 2 + 3; d. h. x1 ¼ 5; x2 ¼ / 1
x1 þ x2 ¼ 5 / 1 ¼ 4 ¼ / p
x1 x2 ¼ 5 . ð/ 1Þ ¼ / 5 ¼ q
&

4.1.4 Kubische Gleichungen


Allgemeine Form

a3 x 3 þ a2 x 2 þ a1 x þ a0 ¼ 0 ða3 6¼ 0Þ
4 Gleichungen mit einer Unbekannten 19

Normalform mit Lösungen

x3 þ ax2 þ bx þ c ¼ 0
3 23 3 22
p q 3b / a2 2a3 ab
Die Diskriminante D ¼ þ mit p ¼ und q ¼ / þc
3 2 3 27 3
entscheidet dabei über die Art der Lösungen:
D > 0: Eine reelle und zwei zueinander konjugiert komplexe Lösungen
D ¼ 0: Drei reelle Lösungen, darunter eine doppelte Lösung 1Þ
D < 0: Drei reelle Lösungen

Cardanische Lösungsformel

a 9 rffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
x1 ¼ u þ v / > q pffiffiffiffi
>
> u ¼ 3
/ þ D
3 >
> 2
>
>
>
= rffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
uþv a u / v pffiffiffi q pffiffiffiffi
x2 ¼ / / þ 3j >
> v ¼ 3 / / D
2 3 2 >
> 2
>
>
uþv a u / v pffiffiffi >
>
;
x3 ¼ / / / 3j j : Imaginare
€ Einheit mit j2 ¼ / 1
2 3 2

Hinweis: Numerische Lösungsmethoden führen meist schneller zum Ziel.

Sonderfall D < 0
Für D < 0 erhält man die drei reellen Lösungen meist bequemer mit Hilfe des folgenden
trigonometrischen Lösungsansatzes:
rffiffiffiffiffiffiffi 9
jpj ! j4 a >
x1 ¼ 2 . . cos / >
>
>
>
3 3 3 >
>
rffiffiffiffiffiffiffi >
=
jpj ! j 4 a q
x2 ¼ 2 . . cos þ 120" / cos j ¼ / sffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
3 23
3 3 3 >
> jpj
rffiffiffiffiffiffiffi >
>
! 4 >
> 2.
jpj j a >
> 3
x3 ¼ 2 . . cos þ 240" / ;
3 3 3

Der Hilfswinkel j wird aus der angegebenen Gleichung berechnet.

Vietascher Wurzelsatz

x1 þ x2 þ x3 ¼ / a ; x1 x2 þ x2 x3 þ x3 x1 ¼ b ; x1 x2 x3 ¼ / c

x1 ; x2 ; x3 : Wurzeln (Lösungen) der kubischen Gleichung x 3 þ a x 2 þ b x þ c ¼ 0


Für den Spezialfall p ¼ q ¼ 0 erhält man eine dreifache Lösung: x1=2=3 ¼ / a=3:
20 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

& Beispiel
x 3 þ x 2 / 8 x / 12 ¼ 0 ða ¼ 1; b ¼ / 8; c ¼ / 12Þ
3 b / a2 3 ð/ 8Þ / 1 2 25
p ¼ ¼ ¼ /
3 3 3
2 a3 ab 2. 13 1 ð/ 8Þ 2 8 2 þ 8 . 9 / 12 . 27 250
q ¼ / þc ¼ / / 12 ¼ þ / 12 ¼ ¼ /
27 3 27 3 27 3 27 27
! p 43 ! q 42 3 2523 3 12522 3 2 23
5
3 3 22
5 / 5 þ 56
6
Diskriminante: D ¼ þ ¼ / þ / ¼ / 2
þ 3
¼ ¼0
3 2 9 27 3 3 36
Es gibt also drei reelle Lösungen, darunter eine Doppellösung. Wegen D ¼ 0 ist ferner u ¼ v:
rffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi rffiffiffiffiffiffiffiffi sffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
3 23
q 3 125 3 5 5
u ¼ v ¼ 3 / ¼ ¼ ¼
2 27 3 3
Lösungen nach der Cardanischen Lösungsformel unter Beachtung von u þ v ¼ 2 u und u / v ¼ 0:
a 10 1 9
x1 ¼ 2 u / ¼ / ¼ ¼ 3
3 3 3 3
2u a a 5 1 6
x 2=3 ¼ / / ¼ /u / ¼ / / ¼ / ¼ /2
2 3 3 3 3 3
&

Sonderfall: x 3 + a x 2 + b x = 0 (Absolutglied c = 0)
Die Gleichung zerfällt in eine lineare Gleichung mit der Lösung x1 ¼ 0 und in eine
quadratische Gleichung mit möglicherweise zwei weiteren Lösungen:

x ¼ 0 ) x1 ¼ 0
x 3 þ a x 2 þ b x ¼ x ðx 2 þ a x þ bÞ ¼ 0
x2 þ ax þ b ¼ 0

& Beispiel
x 3 / 2 x 2 / 15 x ¼ 0
x ¼ 0 ) x1 ¼ 0
x ðx 2 / 2 x / 15Þ ¼ 0
x 2 / 2 x / 15 ¼ 0 ) x2=3 ¼ 1 + 4

Lösungen: x1 ¼ 0; x2 ¼ 5; x3 ¼ / 3
&

4.1.5 Biquadratische Gleichungen


Eine algebraische Gleichung 4. Grades mit ausschließlich geraden Exponenten heißt bi-
quadratisch:

a4 x 4 þ a2 x 2 þ a0 ¼ 0 oder x4 þ ax2 þ b ¼ 0 ða4 6¼ 0Þ

Sie lässt sich mit Hilfe der Substitution u ¼ x 2 in eine quadratische Gleichung überfüh-
ren. Aus den beiden Wurzeln dieser Gleichung erhält man durch Rücksubstitution die
(reellen) Lösungen der biquadratischen Gleichung 2Þ .


Allgemeines Lösungsverfahren für eine beliebige Gleichung 4. Grades: siehe Bronstein-Semendjajew
4 Gleichungen mit einer Unbekannten 21

& Beispiel
x 4 / 10 x 2 þ 9 ¼ 0

Substitution u ¼ x 2 :
u 2 / 10 u þ 9 ¼ 0 ) u1=2 ¼ 5 + 4; u1 ¼ 9 ; u2 ¼ 1

Rücksubstitution mittels x 2 ¼ u:
x 2 ¼ u1 ¼ 9 ) x1=2 ¼ + 3
x 2 ¼ u2 ¼ 1 ) x3=4 ¼ + 1

Lösungen: x1 ¼ 3 ; x2 ¼ / 3 ; x3 ¼ 1; x4 ¼ / 1
&

4.2 Allgemeine Lösungshinweise für Gleichungen


Für viele Gleichungen wie beispielsweise Wurzelgleichungen, trigonometrische oder gonio-
metrische Gleichungen, Exponential- und logarithmische Gleichungen gibt es kein allge-
meines Lösungsverfahren. Sie lassen sich daher meist nur mit Näherungsmethoden behan-
deln (siehe graphische und numerische Lösungsverfahren). In Sonderfällen gelingt es, die
Gleichung mit Hilfe elementarer Umformungen oder einer geeigneten Substitution in eine
algebraische Gleichung n-ten Grades zu überführen, die dann mit den in Abschnitt 4.1
dargelegten Methoden gelöst werden kann.

Wichtiger Hinweis: Der !bergang von der gegebenen Gleichung zu einer algebraischen
Gleichung n-ten Grades ist oft nur mit Hilfe nichtäquivalenter Umformungen 3Þ möglich
(Beispiel: Quadrieren von Wurzelausdrücken, siehe nachfolgendes Beispiel (1)). Dabei
kann sich die Lösungsmenge der Gleichung verändern, d. h. es können sog. „Scheinlö-
sungen“ auftreten. Es ist daher stets durch Einsetzen der gefundenen Werte in die Aus-
gangsgleichung zu prüfen, ob auch eine Lösung dieser Gleichung vorliegt oder nicht.

& Beispiele
pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
(1) Wurzelgleichung 4x þ1 þ1 ¼ 2x
Die Wurzel wird zunächst isoliert und anschließend durch Quadrieren (also eine nichtäquivalente Um-
formung) beseitigt:
pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
4 x þ 1 ¼ 2 x / 1 j quadrieren
4 x þ 1 ¼ ð2 x / 1Þ 2 ¼ 4 x 2 / 4 x þ 1
4x2 / 8x ¼ 0 j : 4 ) x 2 / 2 x ¼ x ðx / 2Þ ¼ 0 ) x1 ¼ 0 ; x2 ¼ 2

Wir prüfen durch Einsetzen in die Ausgangsgleichung (Wurzelgleichung), ob diese Werte auch die
Wurzelgleichung lösen:
pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffi
x1 ¼ 0 4.0þ1þ1 ¼ 2.0 ) 1þ1 ¼ 1þ1 ¼ 2 ¼ 0
Widerspruch: x1 ¼ 0 ist somit keine Lösung der Wurzelgleichung
pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffi
x1 ¼ 2 4 .2 þ 1 þ 1 ¼ 2 . 2 ) 9þ1 ¼ 3þ1 ¼ 4 ¼ 4
x2 ¼ 2 ist eine (und zwar die einzige) Lösung der Wurzelgleichung

Lösung der Wurzelgleichung: x ¼ 2


Bei einer äquivalenten Umformung bleibt die Lösungsmenge einer Gleichung erhalten. Umformungen, die zu
einer Veränderung der Lösungsmenge führen können (aber nicht müssen), heißen nichtäquivalente Umformungen.
22 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

(2) Trigonometrische Gleichung cos 2 x ¼ sin x þ 0;25

Unter Verwendung der Beziehung cos 2 x ¼ 1 / sin 2 x („trigonometrischer Pythagoras“) und der
sich anschließenden Substitution u ¼ sin x erhalten wir zunächst eine quadratische Gleichung mit
zwei verschiedenen reellen Lösungen:

1 / sin 2 x ¼ sin x þ 0;25 oder sin 2 x þ sin x / 0;75 ¼ 0

u 2 þ u / 0;75 ¼ 0 ) u1 ¼ 0;5 ; u2 ¼ / 1;5

Rücksubstitution mittels sin x ¼ u:


y
sin x ¼ u1 ¼ 0;5 )
9 1 y = sin x
p >
x1 k ¼ þ k . 2p >
= y = 0,5
6
ðk 2 ZÞ 0,5
5 >
>
x2 k ¼ p þ k . 2p ;
6
p 2p
(Schnittstellen von y ¼ sin x mit der Geraden x
y ¼ 0;5)
p 5 p
sin x ¼ u2 ¼ / 1;5 ) Keine Lösungen
6 6
p
Lösungen: x1 k ¼ þ k . 2p;
6 –1
5
x2 k ¼ p þ k . 2p
6
&

4.3 Graphisches Lösungsverfahren


Die Lösungen der Gleichung f ðxÞ ¼ 0 sind die Nullstellen der Funktion y ¼ f ðxÞ. Um
diese zu bestimmen, erstellt man eine Wertetabelle, zeichnet die Funktion und liest die
Nullstellen aus der Zeichnung ab. Meist ist es jedoch günstiger, die Gleichung f ðxÞ ¼ 0
zunächst durch Termumstellungen auf die Form f1 ðxÞ ¼ f2 ðxÞ zu bringen. Die gesuchten
Lösungen sind dann die Abszissen der Schnittpunkte der beiden (meist wesentlich einfache-
ren) Kurven y ¼ f1 ðxÞ und y ¼ f2 ðxÞ.
Nachteil der graphischen Methode: Geringe Ablesegenauigkeit

& Beispiel
y
e /x þ x 2 / 4 ¼ 0
4
Aufspalten durch Termumstellungen:
y = 4 – x2
e /x ¼ 4 / x 2
f

f1 ðxÞ f2 ðxÞ

Lösungen nach nebenstehendem Bild


(Schnittstellen der Parabel y ¼ 4 / x 2
mit der Exponentialfunktion y ¼ e / x ): y = e –x
1
x1 ' / 1;05; x2 ' 1;95

1 x
≈ –1,05 ≈1,95
&
4 Gleichungen mit einer Unbekannten 23

4.4 Regula falsi


Es werden zunächst zwei Näherungswerte (Startwerte) x1 und x2 für die gesuchte Lö-
sung x der Gleichung f ðxÞ ¼ 0 so bestimmt, dass sie auf verschiedenen Seiten der
Lösung x liegen. Dies ist bei einer stetigen Funktion der Fall, wenn f ðx1 Þ . f ðx2 Þ < 0
ist, d. h. die Funktion muss in den beiden Startpunkten ein unterschiedliches Vorzeichen
haben. Die gesuchte Lösung x liegt somit im Intervall ½ x1 ; x2 %. Einen besseren Nähe-
rungswert erhält man dann aus der Gleichung

x2 / x1
x3 ¼ x2 / y2 mit y1 ¼ f ðx1 Þ ; y2 ¼ f ðx2 Þ
y2 / y1

Dann wiederholt man das beschriebene Verfahren mit den Startwerten x1 ; x3 oder x2 ; x3,
je nachdem, ob f ðx1 Þ . f ðx3 Þ < 0 oder f ðx2 Þ . f ðx3 Þ < 0 ist usw.

Geometrische Deutung y
Die Kurve y ¼ f ðxÞ wird zwischen x1 und P2
x2 durch die dortige Sekante ersetzt. Der Sekante
Schnittpunkt dieser Sekante mit der x-Achse
liefert einen verbesserten Näherungswert für
die gesuchte Lösung (Nullstelle x). Dann y2
wird das Verfahren mit den Startwerten
x1 ; x3 oder x2 ; x3 wiederholt (siehe weiter
oben). x1 y = f(x)
x3 x x2 x
y1

P1

& Beispiel
Nullstellenberechnung der Funktion f ðxÞ ¼ x 3 / 0;1 x / 1: x 3 / 0;1 x / 1 ¼ 0 oder x 3 ¼ 0;1 x þ 1

Startwerte: x1 ¼ 0;95 und x2 ¼ 1;05 y


(aus der Skizze entnommen, die gesuchte Lösung
liegt in der Nähe von x ¼ 1): 1,5 y = x3

f ðx1 Þ . f ðx2 Þ ¼ f ð0;95Þ . f ð1;05Þ ¼ y = 0,1x + 1


¼ ð/ 0;2376Þ . ð0;0526Þ < 0 1

Verbesserter Wert nach der Regula Falsi:


x2 / x1 0,5
x3 ¼ x2 / . y2 ¼
y2 / y1
1;05 / 0;95
¼ 1;05 / . 0;0526 ¼
0;0526 / ð/ 0;2376Þ 1,5
0,5 x
¼ 1;0319 ' 1;032
≈1
Kontrolle: f ð1;0319Þ ¼ / 0;0044 ' 0
&
24 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

4.5 Tangentenverfahren von Newton


Ausgehend von einem geeigneten Startwert x0 (auch Roh-, Näherungs- oder Anfangswert
genannt) erhält man nach der Iterationsvorschrift

f ðxn / 1 Þ
xn ¼ xn / 1 / ðn ¼ 1; 2; 3; . . .Þ
f 0 ðxn / 1 Þ

eine Folge von Näherungswerten x0 ; x1 ; x2 ; . . . für die gesuchte Lösung x der Glei-
chung f ðxÞ ¼ 0. Im Falle der Konvergenz verdoppelt sich mit jedem Iterationsschritt die
Anzahl der gültigen Dezimalstellen.

Konvergenzbedingung
Die Folge der Näherungswerte x0 ; x1 ; x2 ; . . . konvergiert gegen die gesuchte Lösung x
der Gleichung f ðxÞ ¼ 0, wenn im Intervall ½ a; b %, in dem alle Näherungswerte liegen,
die folgende Bedingung erfüllt ist:
" " y
" f ðxÞ . f 00 ðxÞ "
" "
" ½ f 0 ðxÞ% 2 " < 1 y = f(x)
Tangente
in P0

Geometrische Deutung P0
Tangente
in P1
Die Kurve y ¼ f ðxÞ wird an der Stelle x0
P1 y0
durch die dortige Tangente ersetzt. Der
Schnittpunkt der Tangente mit der x-Achse x y1
liefert dann einen verbesserten Näherungs- x2 x1 x0 x
wert x1 für die gesuchte Lösung (Nullstelle
x). Dann wird das beschriebene Verfahren
mit x1 als Startwert wiederholt usw..

& Beispiel y
ln x þ x / 2;8 ¼ 0 oder ln x ¼ / x þ 2;8

Startwert nach nebenstehendem Bild: x0 ¼ 2


y = –x + 2,8
f ðxÞ ¼ ln x þ x / 2;8
1 1 y = ln x
f 0 ðxÞ ¼ þ 1; f 00 ðxÞ ¼ /
x x2
1
Konvergenzbedingung für den Startwert x0 ¼ 2:

f ð2Þ ¼ / 0;10685 ; f 0 ð2Þ ¼ 1;5 ; f 00 ð2Þ ¼ / 0;25


" " " "
" f ð2Þ . f 00 ð2Þ " " ð/ 0;10685Þ . ð/ 0;25Þ " 1 x
" " " " ¼
" ½ f 0 ð2Þ% 2 " ¼ " 1;5 2 "
≈2
¼ 0;01187 < 1

Die Konvergenzbedingung ist somit erfüllt.


5 Ungleichungen mit einer Unbekannten 25

Newton-Iteration (zwei Schritte):

n xn / 1 f ðxn / 1 Þ f 0 ðxn / 1 Þ xn

1 2 /0,106 85 1,5 2,071 23


2 2,071 23 /0,000 63 1,482 80 2,071 65

Lösung: x ¼ 2;071 65 ðKontrolle : f ð2;071 65Þ ¼ / 0;000 005 ' 0Þ &

5 Ungleichungen mit einer Unbekannten

Ungleichungen mit einer Unbekannten x entstehen, wenn man zwei Terme T1 ðxÞ und
T2 ðxÞ durch eines der Relationszeichen „< “, „> “, „) “, „( “, miteinander verbindet.
Sie lassen sich in vielen Fällen (ähnlich wie Gleichungen) durch sog. „äquivalente Umfor-
mungen“ lösen. Zu diesen gehören:
1. Die Seiten einer Ungleichung dürfen miteinander vertauscht werden, wenn gleichzeitig
das Relationszeichen umgedreht wird.
2. Auf beiden Seiten einer Ungleichung darf ein beliebiger Term TðxÞ addiert oder sub-
trahiert werden.
3. Eine Ungleichung darf mit einem beliebigen positiven Term TðxÞ > 0 multipliziert
oder durch einen solchen Term dividiert werden.
4. Eine Ungleichung darf mit einem beliebigen negativen Term TðxÞ < 0 multipliziert
oder durch einen solchen Term dividiert werden, wenn gleichzeitig das Relationszeichen
umgedreht wird.

Anmerkungen
(1) Bei der Multiplikation bzw. Division mit einem Term TðxÞ muss TðxÞ ¼ 6 0 voraus-
gesetzt werden. Kann TðxÞ sowohl positiv als auch negativ werden, so ist eine Fall-
unterscheidung durchzuführen.
(2) Die Lösungsmengen von Ungleichungen sind in der Regel Intervalle bzw. Vereini-
gungen von Intervallen.

& Beispiel
x2 < x oder x 2 / x ¼ x ðx / 1Þ < 0

Wir lösen diese Ungleichung wie folgt durch Fallunterscheidung (das Produkt kann nur negativ sein, wenn
die Faktoren x und x / 1 ein unterschiedliches Vorzeichen haben).
'
1. Fall: x > 0
) x > 0 und x < 1 ) 0 < x < 1
x /1 < 0
'
2. Fall: x < 0
) x < 0 und x > 1 ) Widerspruch
x /1 > 0

Lösungsintervall: 0 < x < 1 &


26 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

Häufig lassen sich Ungleichungen mit Hilfe einer Skizze anschaulich lösen, wie wir am
soeben behandelten Beispiel zeigen wollen.

& Beispiel
Die Lösungen der Ungleichung x 2 < x liegen dort, wo die Parabel y ¼ x 2 unterhalb der Geraden
y ¼ x verläuft. Lösungsweg: Kurvenschnittpunkte berechnen, Skizze anfertigen und das Lösungsintervall
„ablesen“.

Kurvenschnittpunkte:
y
x2 ¼ x oder x ðx / 1Þ ¼ 0 )
1 y=x
x1 ¼ 0 ; x2 ¼ 1

Aus der Skizze folgt: L ¼ ð0;1Þ


0,5

y = x2
0,5 1 x

0<x<1

&

6 Lehrsätze aus der elementaren Geometrie

6.1 Satz des Pythagoras


In einem rechtwinkligen Dreieck gilt: C

c2 ¼ a2 þ b2 b a

a; b: Katheten
A B
c: Hypotenuse c

6.2 Höhensatz
In einem rechtwinkligen Dreieck gilt: C

h2 ¼ p . q b a
h
a; b: Katheten q p
A B
h: Höhe c=p+q
c: Hypotenuse ðc ¼ p þ qÞ
p; q: Hypotenusenabschnitte
6 Lehrsätze aus der elementaren Geometrie 27

6.3 Kathetensatz (Euklid)


In einem rechtwinkligen Dreieck gilt: C

a2 ¼ c . p und b2 ¼ c . q b a
h

a; b: Katheten q p
A B
c: Hypotenuse ðc ¼ p þ qÞ c=p+q

p; q: Hypotenusenabschnitte

6.4 Satz des Thales


C2
Jeder Peripheriewinkel über einem Kreis-
C1
durchmesser AB ist ein rechter Winkel. Die
Winkel bei C1 ; C2 und C3 sind jeweils C3
rechte Winkel.
A B
M

6.5 Strahlensätze
1. Strahlensatz
Werden zwei von einem gemeinsamen Punkt
S ausgehende Strahlen von Parallelen ge- B2
schnitten, so verhalten sich die Abschnitte
B1
auf dem einen Strahl wie die entsprechenden
Abschnitte auf dem anderen Strahl:

S A1 S B1 S A1 S B1 S
¼ bzw: ¼ A1 A2
S A2 S B2 A1 A2 B1 B2

2. Strahlensatz
Werden zwei von einem gemeinsamen Punkt
S ausgehende Strahlen von Parallelen ge- B2
schnitten, so verhalten sich die Abschnitte
auf den beiden Parallelen wie die entspre- B1
chenden Abschnitte auf einem Strahl, vom
Schnittpunkt S aus gemessen:
S
A1 B1 S A1 S B1 A1 A2
¼ ¼
A2 B2 S A2 S B2
28 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

6.6 Sinussatz
In einem beliebigen Dreieck gilt: C
g
a b c
¼ ¼ b a
sin a sin b sin g

a b
A B
6.7 Kosinussatz c

In einem beliebigen Dreieck gilt: C


g
a 2 ¼ b 2 þ c 2 / 2 b c . cos a b a
b 2 ¼ a 2 þ c 2 / 2 a c . cos b
c 2 ¼ a 2 þ b 2 / 2 a b . cos g
a b
A c B

7 Ebene geometrische Körper (Planimetrie)

Bezeichnungen
A: Fläche d : Diagonale h: Höhe r; R: Radius U : Umfang

7.1 Dreiecke
7.1.1 Allgemeine Beziehungen
C
a þ b þ g ¼ 180" g
1 1 b
A ¼ ch ¼ b c . sin a ¼ S
h a
2 2
pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
¼ s ðs / aÞ ðs / bÞ ðs / cÞ ðs ¼ U=2Þ A
a b
B
c
U¼ aþbþc
Schwerpunkt S:
Schnittpunkt der Seitenhalbierenden Der Schwerpunkt S teilt die Seiten-
a b c halbierenden jeweils im Verhältnis
Sinussatz: ¼ ¼ 2 : 1 (von der jeweiligen Ecke aus be-
sin a sin b sin g
trachtet).
Kosinussatz: a 2 ¼ b 2 þ c 2 / 2 b c . cos a
b 2 ¼ a 2 þ c 2 / 2 a c . cos b
c 2 ¼ a 2 þ b 2 / 2 a b . cos g
7 Ebene geometrische Körper (Planimetrie) 29

Inkreis eines Dreiecks


C
Mittelpunkt M des Inkreises:
Schnittpunkt der Winkelhalbierenden
rffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi b r a
ðs / aÞ ðs / bÞ ðs / cÞ
r ¼ M
s
ðs ¼ U=2Þ A c B

Umkreis eines Dreiecks


C
Mittelpunkt M des Umkreises:
Schnittpunkt der Mittelsenkrechten b R a
abc
R ¼ pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
4 s ðs / aÞ ðs / bÞ ðs / cÞ M
ðs ¼ U=2Þ A c B

7.1.2 Spezielle Dreiecke


7.1.2.1 Rechtwinkliges Dreieck
C
g ¼ 90" und a þ b ¼ 90"
1 1 a
A ¼ hc ¼ ab b h
2 2
Pythagoras: c2 ¼ a2 þ b2 a q p b
A B
c=p+q
Höhensatz: h2 ¼ p . q
Kathetensatz: a 2 ¼ c . p; b2 ¼ c . q

p, q: Hypotenusenabschnitte

7.1.2.2 Gleichschenkliges Dreieck


C
a ¼ b, g ¼ 180" / 2 a
a ¼ b, g
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
1 1 a a
A ¼ hc ¼ c 4a2 / c2 h
2 4
c c
U ¼ 2a þ c a 2 2 a
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi A c B
1
h ¼ 4a2 / c2
2
30 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

7.1.2.3 Gleichseitiges Dreieck


C
a ¼ b¼ c
60°
a ¼ b ¼ g ¼ 60"
1 1 2 pffiffiffi
A ¼ ah ¼ a 3 a h a
2 4
U ¼ 3a S
1 pffiffiffi a a
h ¼ a 3 2 2
2 A
60° 60°
B
a
Der Schwerpunkt S hat von jeder Seite den
Abstand h=3.

7.2 Quadrat
a
A ¼ a2
U ¼ 4a d
pffiffiffi
d ¼ a 2 S
a a
Schwerpunkt S:
Schnittpunkt der Diagonalen d

Die Diagonalen halbieren sich in S und ste-


a
hen senkrecht aufeinander.

7.3 Rechteck
a
A ¼ ab
S
U ¼ 2a þ 2b b b
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi d d
d ¼ a2 þ b2
a
Schwerpunkt S:
Schnittpunkt der Diagonalen

Die Diagonalen halbieren sich in S.

Sonderfall: a ¼ b ) Quadrat
7 Ebene geometrische Körper (Planimetrie) 31

7.4 Parallelogramm
Parallelogramm: Viereck, dessen gegenüberliegende Seiten parallel und gleichlang sind.
a
A ¼ a h ¼ a b . sin a d1
a
U ¼ 2a þ 2b b h S
b
h ¼ b . sin a d2
rffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi a
d1=2 ¼ a þ b + 2 a b 2 / h 2
2 2 a

Schwerpunkt S:
a: Grundlinie
Schnittpunkt der Diagonalen
b: Seitenlinie
Die Diagonalen halbieren sich in S.
Sonderfall: a ¼ 90" ) Rechteck

7.5 Rhombus oder Raute


Rhombus oder Raute: Parallelogramm mit vier gleichlangen Seiten ða ¼ bÞ.
a
12 a
A ¼ a h ¼ a . sin a ¼ d1 d2
2 d1
U ¼ 4a
h ¼ a . sin a a h
S
a
d1 ¼ 2 a . cos ða=2Þ d2
d2 ¼ 2 a . sin ða=2Þ
Schwerpunkt S: a
a
Schnittpunkt der Diagonalen

Die Diagonalen halbieren sich in S und ste-


hen senkrecht aufeinander.
Sonderfall: a ¼ 90" ) Quadrat

7.6 Trapez
Trapez: Viereck mit zwei gegenüberliegenden parallelen Seiten (Seitenlängen: a; b).
b
1
m ¼ ða þ bÞ
2
1 h m
A ¼ mh ¼ ða þ bÞ h
2 h
2
Schwerpunkt S: a b
a
Auf der Verbindungslinie der Mitten der
beiden parallelen Grundlinien im Abstand
h ða þ 2 bÞ a, b: Grundlinien ða k bÞ
von der Grundlinie a
3 ða þ b Þ m: Mittellinie
32 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

7.7 Reguläres n-Eck


Reguläres n-Eck: Regelmäßiges Vieleck (n-Eck) mit n gleichlangen Seiten der Länge a
und dem Zentriwinkel j ¼ 2 p=n bzw. j ¼ 360" =n. Die n Ecken liegen auf einem
Kreis mit dem Radius r (Umkreis).
a a
1
A ¼ n a 2 . cot ðp=nÞ
4 r
a a
U ¼ na f r
a a
r ¼ ¼ M
2 . sin ðj=2Þ 2 . sin ðp=nÞ
a a
Schwerpunkt S:
Mittelpunkt M des Umkreises a a

7.8 Kreis
A ¼ pr2
U ¼ 2pr r
M
Schwerpunkt S: Kreismittelpunkt M

7.9 Kreissektor oder Kreisausschnitt


b
9
1 2 1
A ¼ r j ¼ rb =
2 2 j in rad
; r r
b ¼ rj
f
Schwerpunkt S: M
Auf der Symmetrieachse im Abstand
4 r . sin ðj=2Þ
vom Kreismittelpunkt M
3j
j: Zentriwinkel
7.10 Kreissegment oder Kreisabschnitt
1 2 x
y
A¼ r ðj / sin jÞ ðj in radÞ
2
r f r
x ¼ 2 r . sin ðj=2Þ
M
y ¼ r ½1 / cos ðj=2Þ% ¼ 2 r . sin 2 ðj=4Þ
Schwerpunkt S:
Auf der Symmetrieachse im Abstand
4 r . sin 3 ðj=2Þ j: Zentriwinkel
vom Kreismittelpunkt M
3 ðj / sin jÞ
8 Räumliche geometrische Körper (Stereometrie) 33

7.11 Kreisring

A ¼ p ðR 2 / r 2 Þ R

U ¼ 2 p ðr þ RÞ
r
Schwerpunkt S: M
Mittelpunkt M der beiden
konzentrischen Kreise

r, R: Innen- bzw. Außenradius

7.12 Ellipse

A ¼ pab b
/ pffiffiffiffiffiffi .
U ' p 1;5 ða þ bÞ / a b
M a
Schwerpunkt S:
Mittelpunkt M der Ellipse

a, b: Große bzw. kleine Halbachse

8 Räumliche geometrische Körper (Stereometrie)

Bezeichnungen
A: Grundfläche d: Raumdiagonale h: Höhe M: Mantelfläche
O: Oberfläche r, R: Radius s: Mantellinie V: Volumen

8.1 Prisma
Die beiden Grundflächen eines schiefen Prismas liegen in parallelen Ebenen und sind
kongruente n-Ecke (grau unterlegt), die n Seitenflächen sind Parallelogramme.

Ao ¼ Au A0

V ¼ Ao h ¼ Au h
h
Schwerpunkt S:
Liegt auf der Verbindungslinie der Schwer-
punkte der beiden Grundflächen und hal-
biert diese Linie ·
Au
34 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

Spat oder Parallelepiped: Die Grundflächen sind Parallelogramme, der Schwerpunkt S


liegt im Schnittpunkt der Raumdiagonalen (diese halbieren sich in S).
Gerades Prisma: Die Kanten stehen senkrecht auf den beiden Grundflächen
(Sonderfälle: Quader und Würfel).
Reguläres Prisma: Ein gerades Prisma, dessen Grundflächen reguläre n-Ecke sind.

8.2 Würfel

V ¼ a3
O ¼ 6a2 d
pffiffiffi
d ¼ a 3
S
Schwerpunkt S: a
Schnittpunkt der Raumdiagonalen
a
a: Kantenlänge a

8.3 Quader

V ¼ abc d
O ¼ 2 ða b þ a c þ b cÞ
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi S c
d ¼ a2 þ b2 þ c2
b
Schwerpunkt S:
a
Schnittpunkt der Raumdiagonalen

a, b, c: Kantenlängen
Sonderfall: a ¼ b ¼ c ) Würfel

8.4 Pyramide
Die Grundfläche ist ein Vieleck (Dreieck, Viereck usw.), die Seitenflächen sind Dreiecke,
die in der Spitze zusammenlaufen.

1
V ¼ Ah
3
Schwerpunkt S:
h
Auf der Verbindungslinie der Spitze mit
dem Schwerpunkt der Grundfläche im
Abstand h=4 von der Grundfläche

Reguläre oder gleichseitige Pyramide: A


Die Grundfläche ist ein regelmäßiges Viel-
eck, die Pyramidenspitze liegt senkrecht über
dem Schwerpunkt der Grundfläche.
8 Räumliche geometrische Körper (Stereometrie) 35

8.5 Pyramidenstumpf
Die Schnittflächen Au und Ao sind parallel, die Seitenflächen sind Trapeze.

h ! pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi 4
A0
V ¼ Au þ Au Ao þ Ao
3
Schwerpunkt S: h
Auf der Verbindungslinie der Schwer-
punkte der beiden Schnittflächen Au
und Ao im Abstand
1 pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi 0 Au
h Au þ 2 Au Ao þ 3 Ao
1 pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi 0
4 Au þ Au Ao þ Ao
von der Schnittfläche Au (Grundfläche)

A u : Grundfläche
A o : Deckfläche
h: Höhe

8.6 Tetraeder oder dreiseitige Pyramide


Das Tetraeder ist ein Spezialfall der Pyramide, die Grundfläche ist ein Dreieck.

1
V ¼ Ah
3
Schwerpunkt S: h
Auf der Verbindungslinie der Spitze mit
dem Schwerpunkt der Grundfläche im
Abstand h=4 von der Grundfläche A

A: Grundfläche
h: Höhe

Reguläres Tetraeder: Die vier Flächen sind gleichseitige Dreiecke mit der Seitenlänge a.
Volumen und Oberfläche berechnen sich wie folgt:

1 3 pffiffiffi
V ¼ a 2
12
pffiffiffi
O ¼ a2 3
36 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

8.7 Keil
Die Grundfläche ist ein Rechteck, die vier Seitenflächen gleichschenklige Dreiecke bzw.
gleichschenklige Trapeze.
c
1
V ¼ b h ð2 a þ cÞ
6

h
a; b: Grundseiten
c: Obere Kantenlinie

· · b
a

8.8 Gerader Kreiszylinder


r
V ¼ pr2h
M ¼ 2prh
O ¼ 2 p r ðr þ hÞ
S h
Schwerpunkt S:
Auf der Symmetrieachse im Abstand h=2
von der Grundfläche
r

8.9 Gerader Kreiskegel


1
V ¼ pr2h
3
M ¼ prs s h
O ¼ p r ðr þ sÞ S
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
s ¼ r2 þ h2 r

Schwerpunkt S:
Auf der Symmetrieachse im Abstand h=4
von der Grundfläche
8 Räumliche geometrische Körper (Stereometrie) 37

8.10 Gerader Kreiskegelstumpf


Die beiden kreisförmigen Schnittflächen mit den Radien r und R sind parallel.

r
1
V ¼ p h ðR 2 þ R r þ r 2 Þ
3
M ¼ p ðR þ rÞ s s h

O ¼ p ½ R 2 þ r 2 þ ðR þ rÞ s% S
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
s ¼ h 2 þ ðR / r Þ 2 R

Schwerpunkt S:
Auf der Symmetrieachse im Abstand h: Höhe des Kegelstumpfes
2
h ðR þ 2 R r þ 3 r Þ 2 s: Seitenlinie (Mantellinie)
4 ðR 2 þ R r þ r 2 Þ
von der Grundfläche (Radius R)

Sonderfall: r ¼ 0 ) Kreiskegel

8.11 Kugel
4
V¼ pR3
3 R
O ¼ 4pR2
Schwerpunkt S: M
Kugelmittelpunkt M

8.12 Kugelausschnitt oder Kugelsektor


2
V ¼ pR2h h
3 r
O ¼ p R ð2 h þ rÞ
pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi R R
r ¼ h ð2 R / hÞ M
Schwerpunkt S:
Auf der Symmetrieachse im Abstand
3
ð2 R / hÞ vom Kugelmittelpunkt M
8 h: Höhe des Kugelausschnitts

Sonderfälle: h ¼ R ) Halbkugel
h ¼ 2 R ) Kugel
38 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

8.13 Kugelschicht oder Kugelzone


1 r1
V ¼ p h ð3 r 21 þ 3 r 22 þ h 2 Þ
6 r2 h
M ¼ 2pRh
O ¼ p ð2 R h þ r 21 þ r 22 Þ M

Schwerpunkt S: R

Auf der Symmetrieachse im Abstand


3 ðr 42 / r 41 Þ
2 h ð3 r 21 þ 3 r 22 þ h 2 Þ r1 ; r2 : Radien der kreisförmigen
vom Kugelmittelpunkt M Grundflächen
h: Höhe der Kugelschicht
Sonderfälle: h ¼ 2 R ) Kugel (Schichtdicke)
r1 ¼ 0 ) Kugelabschnitt

8.14 Kugelabschnitt, Kugelsegment, Kugelkappe oder Kalotte


1 h
V ¼ p h 2 ð3 R / hÞ ¼ r
3
1 RR
¼ p h ð3 r 2 þ h 2 Þ
6
M
M ¼ 2pRh
O ¼ p ð2 R h þ r 2 Þ ¼ p h ð4 R / hÞ
pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
r ¼ h ð2 R / hÞ
Schwerpunkt S: r: Radius der kreisförmigen
Grundfläche
Auf der Symmetrieachse im Abstand
h: Höhe der Kugelkappe
3 ð2 R / hÞ 2
4 ð3 R / hÞ
vom Kugelmittelpunkt M

Sonderfälle: h ¼ r ¼ R ) Halbkugel
h ¼ 2 R ) Kugel

8.15 Ellipsoid
4 c
V ¼ pabc
3 M
Schwerpunkt S: a b

Mittelpunkt M des Ellipsoids


a, b, c: Halbachsen des
Sonderfall: a ¼ b ¼ c ) Kugel mit
Ellipsoids
dem Radius R ¼ a
8 Räumliche geometrische Körper (Stereometrie) 39

Rotationsellipsoid (a = b)
Rotationsachse: Achse 2 c

4
V ¼ pa2 c
3

8.16 Rotationsparaboloid
r
1
V¼ pr2 h
2
S
Schwerpunkt S: h
Auf der Symmetrieachse im Abstand
2
h vom Scheitelpunkt
3
Scheitelpunkt

r: Radius der kreisförmigen Deckfläche


h: Höhe des Rotationsparaboloids

8.17 Tonne oder Fass


Der Rotationskörper wird erzeugt durch Drehung einer Kurve mit sphärischer, ellipti-
scher oder parabolischer Krümmung. Die beiden parallelen Grundflächen sind Kreise
vom Radius r.

Sphärische oder elliptische Krümmung 2r

1
V¼ p h ð2 R 2 þ r 2 Þ
3

2R
h
Parabolische Krümmung

1
V ¼ p h ð8 R 2 þ 4 R r þ 3 r 2 Þ
15
40 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

8.18 Torus
Die in Bild a) skizzierte Kreisfläche erzeugt bei Drehung um die eingezeichnete Achse den
in Bild b) dargestellten Torus ðRing mit einem kreisförmigen Querschnitt; r < RÞ.

V ¼ 2p2r2R
O ¼ 4p2rR 2r
R

a) r R b)

8.19 Guldinsche Regeln für Rotationskörper


Mantelfläche eines Rotationskörpers (1. Guldinsche Regel)
Die Mantelfläche eines Rotationskörpers ist gleich dem Produkt aus der Länge der rotieren-
den Kurve, die diesen Körper erzeugt, und dem Umfang des Kreises, den der Schwerpunkt
der Kurve bei der Rotation beschreibt:

y
M ¼ s ð2 p x0 Þ ¼ 2 p x0 s

s: Länge der rotierenden Kurve


x0 : Abstand des Schwerpunktes S
der rotierenden Kurve von der S
Rotationsachse x0
s

x
& Beispiel
Für den Torus gilt (siehe Abschnitt 8.18):
s ¼ 2pr (Umfang des rotierenden Kreises)
x0 ¼ R (Abstand Kreislinienschwerpunkt –– Rotationsachse)
Somit ist
M ¼ 2 p x0 s ¼ 2 p . R . 2 p r ¼ 4 p 2 r R

die Mantelfläche (Oberfläche) des Torus.


&
9 Koordinatensysteme 41

Volumen eines Rotationskörpers (2. Guldinsche Regel)


Das Volumen eines Rotationskörpers ist gleich dem Produkt aus dem Flächeninhalt des
rotierenden Flächenstücks, das diesen Körper erzeugt, und dem Umfang des Kreises, den
der Schwerpunkt des Flächenstücks bei der Rotation beschreibt:

y
V ¼ A ð2 p x0 Þ ¼ 2 p x0 A

A: Flächeninhalt des rotierenden


Flächenstücks
x0 : Abstand des Schwerpunktes S des S
rotierenden Flächenstücks von der x0
Rotationsachse A

& Beispiel
Für den Torus gilt (siehe Abschnitt 8.18):
A ¼ pr2 (Fläche des rotierenden Kreises)
x0 ¼ R (Abstand Kreisflächenschwerpunkt –– Rotationsachse)
Somit ist
V ¼ 2 p x0 A ¼ 2 p . R . p r 2 ¼ 2 p 2 r 2 R
das Volumen des Torus.
&

9 Koordinatensysteme

9.1 Ebene Koordinatensysteme


9.1.1 Rechtwinklige oder kartesische Koordinaten
Die beiden Koordinatenachsen stehen senkrecht aufeinander, die Lage des Punktes P wird
durch zwei mit einem Vorzeichen versehene Abstandskoordinaten x und y, die sog.
rechtwinkligen oder kartesischen Koordinaten, beschrieben:

y
O: Ursprung, Nullpunkt
P = (x;y)
x: Abszisse o
des Punktes P
y: Ordinate y

j x j; j y j: Abstand des Punktes P


von der y- bzw. x-Achse 0 x x
42 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

9.1.2 Polarkoordinaten
Die Lage des Punktes P wird durch eine Abstandskoordinate r ( 0 und eine Winkelko-
ordinate j, die sog. Polarkoordinaten, beschrieben (siehe hierzu auch XIV.6.1):
P = (r;f)
O: Pol
r
r : Abstand des Punktes P vom Pol O
j: Winkel zwischen dem Strahl OP f
0
und der Polarachse Polarachse

Der Winkel j wird positiv gemessen bei Drehung im Gegenuhrzeigersinn, negativ bei
Drehung im Uhrzeigersinn. Er ist nur bis auf ganzzahlige Vielfache von 2 p bzw. 360"
bestimmt. Man beschränkt sich daher bei der Winkelangabe meist auf den im Intervall
0 ) j < 2 p gelegenen Hauptwert (im Gradmaß: 0" ) j < 360" ) 4Þ . Für den Pol
selbst ist r ¼ 0, der Winkel j dagegen ist unbestimmt.

9.1.3 Koordinatentransformationen
9.1.3.1 Parallelverschiebung eines kartesischen Koordinatensystems
Das neue u; v-System geht durch Parallelverschiebung aus dem alten x, y-System hervor:
ðx; yÞ: Koordinaten des Punktes P im alten System (x, y-System)
ðu; vÞ: Koordinaten des Punktes P im neuen System (u, v-System)
ða; bÞ: Koordinaten des Nullpunktes O 0 des neuen u, v-Systems, bezogen auf das alte
x,y-System
a: Verschiebung der y-Achse (a > 0: nach rechts; a < 0: nach links)
b: Verschiebung der x-Achse (b > 0: nach oben; b < 0: nach unten)

y v P
x ¼ uþa u ¼ x /a
bzw. v
y ¼ vþb v ¼ y/b
y u
a 0' u b

0 x x

9.1.3.2 Zusammenhang zwischen den kartesischen und den Polarkoordinaten


y
Bezeichnungen:
P
Pol: Koordinatenursprung O
Polarachse: x-Achse r y

f
0 x x


Unter dem Hauptwert wird häufig auch der im Intervall / p < j ) p gelegene Wert verstanden.
9 Koordinatensysteme 43

Polarkoordinaten ! Kartesische Koordinaten

x ¼ r . cos j; y ¼ r . sin j

Kartesische Koordinaten ! Polarkoordinaten


qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi y x y
r ¼ x 2 þ y 2 , sin j ¼ , cos j ¼ ; tan j ¼
r r x

Die Berechnung des Winkels j erfolgt am bequemsten anhand einer Lageskizze (siehe
nachfolgendes Beispiel) oder nach der folgenden vom jeweiligen Quadrant abhängigen
Formel (j im Bogenmaß; im Gradmaß muss p durch 180" ersetzt werden):

Quadrant I II, III IV


j ¼ arctan ðy=xÞ arctan ðy=xÞ þ p arctan ðy=xÞ þ 2 p

Sonderfall: x ¼ 0 ) j ¼ p=2 für y > 0 , j ¼ 3p=2 für y < 0


& Beispiel
Gegeben: P ¼ ð/4; 3Þ, d. h. x ¼ /4, y ¼ 3 y
Gesucht: Polarkoordinaten r; j des Punktes P
P
Lösung: Der Punkt P liegt im 2. Quadrant. Aus dem 3
eingezeichneten rechtwinkligen Dreieck mit den Katheten
der Längen 3 und 4 und der Hypotenuse r berechnen wir
r
der Reihe nach r, den Hilfswinkel a und daraus j: 3
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
r ¼ 42 þ 32 ¼ 5
4 a f
3 3
tan a ¼ ) a ¼ arctan ¼ 36;87" )
4 4 –4 x
j ¼ 180" / a ¼ 143;13"
Zum gleichen Ergebnis führt auch die obige Formel (2. Quadrant):
j ¼ arctan ðy = xÞ þ p ¼ arctan ð3 = / 4Þ þ p ¼ arctan ð/ 3 = 4Þ þ p ¼ 2;4981 ¼ 143;13" &

9.1.3.3 Drehung eines kartesischen Koordinatensystems


Das neue u; v-System geht durch Drehung um den Winkel j um den Nullpunkt aus dem
alten x; y-System hervor.
ðx; yÞ: Koordinaten des Punktes P im alten System
y
ðu; vÞ: Koordinaten des Punktes P im neuen System
P
v u
v
u ¼ y . sin j þ x . cos j
y
v ¼ y . cos j / x . sin j
u
x ¼ u . cos j / v . sin j
y ¼ u . sin j þ v . cos j f
0 x x
44 I Allgemeine Grundlagen aus Algebra, Arithmetik und Geometrie

9.2 Räumliche Koordinatensysteme


9.2.1 Rechtwinklige oder kartesische Koordinaten
Die drei Koordinatenachsen (x; y- und z-Achse) stehen paarweise senkrecht aufeinander
und besitzen die gleiche Orientierung wie Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten
Hand (rechtshändiges System). Die Lage des Raumpunktes P wird durch drei Abstands-
koordinaten x, y und z, die sog. rechtwinkligen oder kartesischen Koordinaten, beschrie-
ben:

z
O: Ursprung, Nullpunkt
x; y; z: Senkrechte (mit einem Vorzeichen z
versehene) Abstände des Raum- P = (x;y;z)
punktes P von den drei
Koordinatenebenen
z
x; y; z 2 R y
0
z: Höhenkoordinate y
x
x
y
x

9.2.2 Zylinderkoordinaten
Die Lage des Raumpunktes P wird durch zwei Abstandskoordinaten r, z und eine Winkel-
koordinate j, die sog. Zylinderkoordinaten, beschrieben (siehe hierzu auch XIV.6.2) 5) :

z
O: Ursprung, Nullpunkt
r; j: Polarkoordinaten des Projektions- z
r
punktes P 0 in der x; y-Ebene P
ðr ( 0; 0 ) j < 2 pÞ
z: Höhenkoordinate
(entspricht der kartesischen z
Koordinate z mit z 2 R) y
0
f r y
x
r: Senkrechter Abstand des Punktes P von x
der z-Achse y P'
x

9.2.3 Zusammenhang zwischen den kartesischen und den Zylinderkoordinaten


Zylinderkoordinaten ( r; j; z) ! Kartesische Koordinaten (x; y; z)

x ¼ r . cos j; y ¼ r . sin j; z ¼ z


Statt r verwendet man häufig auch r (wenn Verwechslungen mit der Kugelkoordinate r auszuschließen sind).
9 Koordinatensysteme 45

Kartesische Koordinaten (x; y; z) ! Zylinderkoordinaten ( r; j; z)


qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
y x y
r ¼ x2 þ y2; sin j ¼ ; cos j ¼ ; tan j ¼ ; z ¼ z
r r x

Sonderfall: x ¼ 0 ) j ¼ p=2 für y > 0 , j ¼ 3p=2 für y < 0

9.2.4 Kugelkoordinaten z

Die Lage des Raumpunktes P wird durch z


eine Abstandskoordinate r und zwei Win-
kelkoordinaten J und j, die sog. Kugel-
koordinaten, beschrieben (siehe hierzu auch P
r
XIV.6.3):

r
u z
y
0
f y
x

x
y
x

O: Ursprung, Nullpunkt
*!
r: Abstand des Punktes P vom Nullpunkt (Länge des Ortsvektors ~
r ¼ OP ; r ( 0)
J: Winkel zwischen dem Ortsvektor ~
r und der positiven z-Achse (Breitenkoordinate
mit 0 ) J ) p)
j: Winkel zwischen der Projektion des Ortsvektors ~r auf die x; y-Ebene und der
positiven x-Achse (Längenkoordinate mit 0 ) j < 2 p)

9.2.5 Zusammenhang zwischen den kartesischen und den Kugelkoordinaten


Kugelkoordinaten (r; J; j) ! Kartesische Koordinaten (x; y; z)

x ¼ r . sin J . cos j; y ¼ r . sin J . sin j; z ¼ r . cos J

Kartesische Koordinaten (x; y; z) ! Kugelkoordinaten (r; J; j)


qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi !
z y
r ¼ x 2 þ y 2 þ z 2; J ¼ arccos qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi ; tan j ¼
x
x2 þ y2 þ z2

Hinweis: Berechnung der Längenkoordinate j unter Verwendung der in Abschnitt 9.1.3.2


angegebenen Formeln.
46

II Vektorrechnung

1 Grundbegriffe

1.1 Vektoren und Skalare


Vektoren sind gerichtete Größen, die durch a Q
eine Maßzahl und eine Richtung vollständig a = PQ
beschrieben und in symbolischer Form durch
einen Pfeil dargestellt werden (Bild a)). Die
Länge des Pfeils heißt Betrag j ~a j ¼ a des a =a
Vektors ~ a, die Pfeilspitze legt die Richtung
(Orientierung) des Vektors fest.
a) P b)

Ein Vektor ~a lässt sich auch eindeutig durch einen Anfangs- und Endpunkt festlegen:
*!
~
a ¼ PQ (Bild b)). Bei einer physikalisch-technischen Vektorgröße gehört zur vollstän-
digen Beschreibung noch die Angabe der Maßeinheit.
Skalare dagegen sind Größen ohne Richtungseigenschaft. Sie sind durch Angabe einer
Maßzahl (bzw. einer Maßzahl und einer Maßeinheit) eindeutig beschrieben.
In den Anwendungen unterscheidet man:
1. Freie Vektoren: Sie dürfen parallel zu sich selbst verschoben werden.
2. Linienflüchtige Vektoren: Sie sind längs ihrer Wirkungslinie verschiebbar.
3. Gebundene Vektoren: Sie werden von einem festen Punkt aus abgetragen.

1.2 Spezielle Vektoren


Nullvektor ~0 : Vektor der Länge 0 (seine Richtung ist unbestimmt)
Einheitsvektor ~e : Vektor der Länge 1
*!
Ortsvektor ~r ðPÞ ¼ OP : Vom Nullpunkt O zum Punkt P gerichteter Vektor

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017


L. Papula, Mathematische Formelsammlung, DOI 10.1007/978-3-658-16195-8_2
1 Grundbegriffe 47

1.3 Gleichheit von Vektoren


Zwei Vektoren heißen gleich, wenn sie sich durch Parallelverschiebung zur Deckung brin-
gen lassen. Sie stimmen in Betrag und Richtung und somit auch in ihren Komponenten
überein (siehe II.2.1).
a b
a ¼ b~ , ax ¼ bx ; ay ¼ by ; az ¼ bz
~

ax ; ay ; az : Skalare Komponenten von ~


a
bx ; by ; bz : Skalare Komponenten von b~

1.4 Kollineare, parallele und antiparallele Vektoren, inverser Vektor


Kollineare Vektoren lassen sich stets durch Parallelverschiebung in eine gemeinsame Linie
bringen (Bild a)).
Parallele Vektoren haben gleiche Richtung (Bild b)). Symbolische Schreibweise: ~a " " b~:
Antiparallele Vektoren haben entgegengesetzte Richtung (Bild c)). Symbolische Schreibwei-
a " # b~.
se: ~

b a
a a
b
b –a
b
a
a) b) c) d)

Parallele bzw. anti-parallele Vektoren sind demnach kollinear.


Zu jedem Vektor ~ a gibt es einen inversen oder Gegenvektor / ~ a (Bild d)). Er entsteht
aus dem Vektor ~ a durch Richtungsumkehr. Die Vektoren ~ a und / ~
a sind somit gleich-
lang, ihre Komponenten unterscheiden sich lediglich im Vorzeichen.
48 II Vektorrechnung

2 Komponentendarstellung eines Vektors

2.1 Komponentendarstellung in einem kartesischen Koordinatensystem


Die Einheitsvektoren ~ ex ; ~
ey und ~ ez , auch Basisvektoren genannt, stehen paarweise senk-
recht aufeinander und bilden in dieser Reihenfolge ein Rechtssystem (rechtshändiges Sys-
tem), d. h. sie haben dieselbe Orientierung wie Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten
Hand (Bild a)). Statt ~
ex ; ~
ey ; ~
ez verwendet man auch die Symbole ~ e1 ; ~ e3 oder ~
e2 ; ~ j; k~.
i; ~

z
az

P
ez
a

ex ey y ay y

ax
x a) b)
x

a die folgende Komponentendarstellung (Bild b)) 1Þ :


In diesem System besitzt ein Vektor ~
1 0
ax
~
a ¼~
ax þ ~
ay þ ~
az ¼ ax ~
ex þ ay ~ ez ¼ @ ay A
ey þ az ~
az

~
ax ; ~
ay ; ~
az : Vektorkomponenten von ~ a
ax ; ay ; az : Vektorkoordinaten oder skalare Vektorkomponenten von ~
a
0 1
ax
@ ay A : Schreibweise in Form eines sog. Spaltenvektors
az

Schreibweise als Zeilenvektor: ~


a ¼ ðax ay az Þ

2.2 Komponentendarstellung spezieller Vektoren


0 1
x2 / x1
**! **!
Vektor P1 P2 : P1 P2 ¼ ðx2 / x1 Þ~
ex þ ðy2 / y1 Þ~ ez ¼ @ y2 / y1 A
ey þ ðz2 / z1 Þ~
z2 / z1
0 1
x
*!
Ortsvektor von P: ~ r ðPÞ ¼ OP ¼ x ~ ex þ y~
ey þ z~ez ¼ @ y A
z

Bei ebenen Vektoren verschwindet die dritte Komponente.
2 Komponentendarstellung eines Vektors 49

0 1
0
Nullvektor: ~0 ¼ 0~ex þ 0~
ey þ 0~ez ¼ @ 0 A
0
0 1 0 1 0 1
1 0 0
Basisvektoren: ~ex ¼ 1~
ex þ 0~ey þ 0~ez ¼ @ 0 A ; analog: ~
ey ¼ @ 1 A ; ~
ez ¼ @ 0 A
0 0 1

2.3 Betrag und Richtungswinkel eines Vektors


Betrag (Länge) eines Vektors
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
j~
aj ¼ a ¼ a 2x þ a 2y þ a 2z ¼ ~ a.~ a ðj ~
a j ( 0Þ

Richtungswinkel eines Vektors (Richtungskosinus)


Für die Richtungswinkel a; b und g, die z
der Vektor ~a 6¼ ~
0 mit den drei Koordinaten-
achsen (Basisvektoren) bildet, gelten folgen-
de Beziehungen: a

g
ax ay az b
cos a ¼ ; cos b ¼ ; cos g ¼ a
j~
aj j~
aj j~
aj y

cos 2 a þ cos 2 b þ cos 2 g ¼ 1


x

Hinweis: Für den Nullvektor ~


0 lassen sich keine Richtungswinkel angeben.
Umgekehrt lassen sich die Vektorkoordinaten aus dem Betrag und den drei Richtungswin-
keln (Richtungskosinus) des Vektors berechnen:

ax ¼ j ~
a j . cos a ; ay ¼ j ~
a j . cos b ; az ¼ j ~
a j . cos g

& Beispiel
Wir berechnen den Betrag und die drei Richtungswinkel des Vektors ~ a ¼ 4~
ex / 2~
ey þ 5~
ez :
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffiffiffi 4
j~
a j ¼ 4 2 þ ð/ 2Þ 2 þ 5 2 ¼ 45 ¼ 6;71 ; cos a ¼ pffiffiffiffiffi ¼ 0;5963 ) a ¼ 53;4"
45
/2 5
cos b ¼ pffiffiffiffiffi ¼ / 0;2981 ) b ¼ 107;3" ; cos g ¼ pffiffiffiffiffi ¼ 0;7454 ) g ¼ 41;8"
45 45

Kontrolle: cos 2 a þ cos 2 b þ cos 2 g ¼ 0;5963 2 þ ð/ 0;2981Þ 2 þ 0;7454 2 ¼ 1


&
50 II Vektorrechnung

3 Vektoroperationen

3.1 Addition und Subtraktion von Vektoren


Geometrische Darstellung
Addition und Subtraktion zweier Vektoren er-
folgen nach der Parallelogrammregel.

b
Summenvektor ~
s ¼ ~
aþ b~ d s

Differenzvektor ~
d ¼~a/ b~

Differenzvektor: Zu ~
a wird der inverse
1 Vektor
0 a
von b~ addiert: d~ ¼ ~
a / b~ ¼ ~a þ / b~ .

Die Addition mehrerer Vektoren erfolgt nach an


der Polygonregel (Vektorpolygon).
a3
~
s ¼~
a1 þ ~
a2 þ ~
a3 þ . . . þ ~
an Summenvektor s

Hinweis: Das Vektorpolygon liegt i. Allg.


nicht in einer Ebene. a2

a1

Komponentendarstellung
Addition und Subtraktion zweier Vektoren erfolgen komponentenweise:
0 1 0 1 0 1
ax bx ax + bx
a + b~ ¼ @ ay A + @ by A ¼ @ ay + by A
~
az bz az + bz

Rechenregeln
Kommutativgesetz a þ b~ ¼
~ b~ þ ~a
1 0 1 0
Assoziativgesetz a þ b~ þ ~
~ c ¼ ~a þ b~ þ ~
c
3 Vektoroperationen 51

3.2 Multiplikation eines Vektors mit einem Skalar


Geometrische Darstellung
la
l~
a : Vektor mit der Länge j l j . j ~
a j und
der Richtung oder Gegenrichtung des a
Vektors ~
a:
l > 0 : l~
a "" ~
a
für l < 0 : l~
a "# ~
a la = l a

l ¼ 0 : l~ ~
a ¼ 0
(Skizze: l > 0)

Komponentendarstellung
Die Multiplikation eines Vektors mit einem reellen Skalar erfolgt komponentenweise:
0
1 0 1
ax l ax
a ¼ l @ ay A ¼ @ l ay A
l~ ðl 2 RÞ
az l az

Rechenregeln
9
Assoziativgesetz lðm ~
a Þ ¼ mðl ~
a Þ ¼ ðl mÞ ~
a >
=
1 0
Distributivgesetze a þ b~ ¼ l ~
l ~ a þ l b~ l; m 2 R
>
;
ðl þ mÞ ~
a ¼ l~a þ m~ a
Normierung eines Vektors
a
a 6¼ ~
Für den in Richtung des Vektors ~ 0 wei-
senden Einheitsvektor ~ea gilt:
0 1
ax =j ~
aj
~
a B C ea
~
ea ¼ ¼ @ ay =j ~
ajA; j~
ea j ¼ 1 a =a
j~
aj
az =j ~
aj 1

(Skizze: j ~
a j > 1)
3.3 Skalarprodukt (inneres Produkt)
Definition eines Skalarproduktes
Das Skalarprodukt ~ a . b~ zweier Vektoren ~
a b
~
und b ist der wie folgt definierte Skalar:
" "
~ a j . " b~" . cos j
a . b~ ¼ j ~ f

j: Winkel zwischen den beiden Vektoren mit a

0" ) j ) 180"
52 II Vektorrechnung

Skalarprodukt in der Komponentendarstellung


0 1 0 1
ax bx
a . b~ ¼ @ ay A . @ by A ¼ ax bx þ ay by þ az bz
~
az bz

Regel: Komponentenweise multiplizieren, die Produkte aufaddieren.

Sonderfälle
(1) ~
a.~ a ¼ a 2x þ a 2y þ a 2z ¼ j ~
aj2
( " " )
a j . " b~"
j~ a " " b~
~
(2) a . b~ ¼
~ " " für
a j . " b~"
/ j~ a " # b~
~
(3) Die Einheitsvektoren ~
ex ; ~ ez bilden eine orthonormierte Basis 2Þ :
ey ; ~
~
ex . ~
ex ¼ ~
ey . ~
ey ¼ ~
ez . ~
ez ¼ 1 ; ~
ex . ~
ey ¼ ~
ey . ~
ez ¼ ~
ez . ~
ex ¼ 0

Rechenregeln
Kommutativgesetz ~a . b~ ¼ b~ . ~
a
1 0
Distributivgesetz a . b~ þ ~
~ c ¼ a . b~ þ ~
~ a.~
c
1 0 1 0
Assoziativgesetz l ~a . b~ ¼ a Þ . b~ ¼ ~
ðl ~ a . l b~ ðl 2 RÞ

Schnittwinkel zweier Vektoren


a und b~ berechnet
Den Schnittwinkel j zweier vom Nullvektor verschiedener Vektoren ~
man aus der folgenden Gleichung ð0" ) j ) 180" Þ:

a . b~
~ ax bx þ ay by þ az bz
cos j ¼ " " ¼ qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
ffi qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
"
a j . b~
j~ "
a 2x þ a 2y þ a 2z . b 2x þ b 2y þ b 2z

cos j ¼ 0 ) rechter Winkel


cos j > 0 ) spitzer Winkel ðstrumpfer Winkel bei cos j < 0Þ

& Beispiel 0 1 0 1
1 5
Wir bestimmen den Schnittwinkel j der Vektoren ~ a ¼ @ 2 A und b~ ¼ @/1 A :
/3 /5
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi " " qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
a j ¼ 12 þ 2 2 þ ð/ 3Þ 2 ¼ 14 ;
j~
pffiffiffiffiffi " b~" ¼ 5 2 þ ð/ 1Þ 2 þ ð/ 5Þ 2 ¼ pffiffiffiffiffi 51
0 1 0 1
1 5
a . b~
~ 18
a . b~ ¼ @ 2 A . @/1 A ¼ 5 / 2 þ 15 ¼ 18 ;
~ cos j ¼ ¼ pffiffiffiffiffi pffiffiffiffiffi ¼ 0;6736 )
/3 /5 a j . j b~j
j~ 14 . 51

j ¼ arccos 0;6736 ¼ 47;7" &


Orthonormierte Vektoren sind Einheitsvektoren, die paarweise aufeinander senkrecht stehen.
3 Vektoroperationen 53

Orthogonalität zweier Vektoren


Zwei vom Nullvektor verschiedene Vektoren ~ a und b~ stehen genau dann senkrecht auf-
einander, wenn ihr Skalarprodukt verschwindet:

a . b~ ¼ 0 , ~
~ a ? b~ (orthogonale Vektoren)

Projektion eines Vektors auf einen zweiten Vektor


Durch Projektion des Vektors b~ auf den Vektor ~
a 6¼ ~
0 entsteht der folgende Vektor
~
(Komponente von b in Richtung von ~ a Þ:
! b
a . b~
~ 1 0
b~a ¼ a ¼ b~ . ~
~ ea ~ea
aj2
j~
f
ba a
ea : Einheitsvektor in Richtung von ~
~ a mit
~
a
~
ea ¼
j~
aj

3.4 Vektorprodukt (äußeres Produkt, Kreuzprodukt)


Definition eines Vektorproduktes
Das Vektorprodukt ~c ¼ ~a - b~ zweier Vektoren ~
a und b~ ist der eindeutig bestimmte
Vektor ~
c mit den folgenden Eigenschaften:
" "
(1) j~ a j . " b~" . sin j
c j ¼ j~ c =a ×b
(2) ~
c ?~ c ? b~
a und ~
c.~
ð~ c . b~ ¼ 0Þ
a ¼~ b

a; b~; ~
(3) ~ c: Rechtssystem
f

a
a und b~ mit 0" ) j ) 180"
j: Winkel zwischen den Vektoren ~

Geometrische Deutung: Der Betrag des Vektorproduktes ~ c ¼~a - b~ ist gleich dem Flä-
cheninhalt des von den Vektoren ~ a und b~ aufgespannten Parallelogramms:
" " " "
c j ¼ "~
AParallelogramm ¼ j~ a - b~" ¼ j ~
a j . " b~" . sin j ð0" ) j ) 180" Þ

Das Vektorprodukt ~ a - b~ steht senkrecht auf der Parallelogrammfläche.


c ¼~
54 II Vektorrechnung

Vektorprodukt in der Komponentendarstellung


1 0 0 1 0 1
ax bx ay bz / az by
a - b~ ¼ @ ay A - @ by A ¼ @ az bx / ax bz A
~
az bz ax by / ay bx

Anmerkung
xi
Durch zyklisches Vertauschen der Indizes erhält man
aus der ersten Komponente die zweite und aus dieser ?
schließlich die dritte Komponente. y z
7
& Beispiel 0 1
1
a ¼ @ 4 A und
Wir berechnen mit Hilfe des Vektorproduktes den Flächeninhalt A des von den Vektoren ~
0 1 0
/2
~
b ¼ @ 5 A aufgespannten Parallelogramms:
3
0 1 0 1 0 1 0 1 0 1
1 /2 4.3/0.5 12 / 0 12
a - b~ ¼ @ 4 A - @ 5 A ¼ @ 0 . ð/ 2Þ / 1 . 3 A ¼ @ 0 / 3 A ¼ @ / 3 A
~ )
0 3 1 . 5 / 4 . ð/ 2Þ 5þ8 13
" " qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
A ¼ "~ a - b~" ¼ 12 2 þ ð/ 3Þ 2 þ 13 2 ¼ 17;94
&

Vektorprodukt in der Determinantenschreibweise


" "
"~ ~ ez ""
~
" ex ey
~ " "
a - b ¼ " ax
~ ay az "
" "
" bx by bz "

Die dreireihige Determinante lässt sich formal nach der Regel von Sarrus berechnen (siehe
VII.2.2).

Sonderfälle
(1) a - b~ ¼ ~
Für kollineare Vektoren ist ~ 0 und umgekehrt (entartetes Parallelogramm).
(2) ~
a-~ a¼0 ~
(3) Für die Einheitsvektoren ~
ex ; ~
ey ; ~
ez gilt (sie bilden ez
in dieser Reihenfolge ein Rechtssystem):
~
ex - ~ex ¼ ~ey - ~ey ¼ ~
ez - ~ez ¼ ~ 0
~
ex - ~
ey ¼ ~
ez ; ~
ey - ~
ez ¼ ~
ex ; ~
ez - ~
ex ¼ ~
ey ey
ex
3 Vektoroperationen 55

Rechenregeln
1 0
Antikommutativgesetz a - b~ ¼
~ / b~ - ~
a
1 0
Distributivgesetze a - b~ þ ~
~ c ¼ a - b~ þ ~
~ a -~
c
1 0
a þ b~ - ~
~ c¼ ~ c þ b~ - ~
a -~ c
1 0 1 0
Assoziativgesetz a - b~ ¼
l ~ a Þ - b~ ¼ ~
ðl ~ a - l b~ ðl 2 RÞ

Kollineare Vektoren

a und b~ sind genau dann kollinear, wenn


Zwei vom Nullvektor verschiedene Vektoren ~
ihr Vektorprodukt verschwindet:

a - b~ ¼ ~
~ a " " b~
0 , ~ oder a " # b~
~ (kollineare Vektoren)

3.5 Spatprodukt (gemischtes Produkt)


Definition eines Spatproduktes
/ .
Das Spatprodukt ~ a b~~c dreier Vektoren ~
a;
b~ und ~ c ist das skalare Produkt aus den
a
Vektoren ~a und b~ - ~ c :
c
/ . 1 0
a b~~
~ a . b~ - ~
c ¼~ c

b
/ .
Das Spatprodukt ~ a b~~
c ist positiv, wenn die Vektoren ~ a; b~ und ~c in dieser Reihen-
folge ein Rechtssystem bilden, sonst negativ.
/ .
Geometrische Deutung: Der Betrag des Spatproduktes ~ a b~~
c ist das Volumen des von
den Vektoren ~ a; b~ und ~ c aufgespannten Spats (auch Parallelepiped genannt):
"/ ."
VSpat ¼ " ~a b~~c "

Spatprodukt in der Komponentendarstellung


/ .
a b~~
~ c ¼ ax ðby cz / bz cy Þ þ ay ðbz cx / bx cz Þ þ az ðbx cy / by cx )

Spatprodukt in der Determinantenschreibweise


" "
" ax ay az ""
/ . "
" "
a b~~
~ c ¼ " bx by bz "
" "
" cx cy cz "
56 II Vektorrechnung

Rechenregeln
/ . / . / .
(1) a; b~ und ~
~ c dürfen zyklisch vertauscht werden: a b~~
~ c ¼ b~~
c~a ¼ ~ a b~
c~
(2) Vertauschen zweier Vektoren bewirkt einen Vorzeichenwechsel des Spatproduktes:
/ . / .
z. B. ~ a b~~
c ¼/ ~ c b~ (die Vektoren b~ und ~
a~ c wurden vertauscht)

Komplanare Vektoren
Drei Vektoren sind genau dann komplanar, wenn ihr Spatprodukt verschwindet:
/ .
a b~~
~ a; b~; ~
c ¼0 , ~ c sind komplanar (d. h. sie liegen in einer Ebene)

& Beispiel 0 1 0 1 0 1
1 4 /2
Das Spatprodukt a ¼ @ / 2 A; b~ ¼ @ 1 A und ~
der Vektoren ~ c ¼ @/ 5 A verschwindet:
4 2 6
" "
" 1 /2 4 " "
/ . "
" "
a b~~
~ c ¼" 4 1 2 " ¼ 6 þ 8 / 80 þ 8 þ 10 þ 48 ¼ 0 ) ~ a; b~; ~
c sind komplanar
" "
" /2 /5 6 " &

3.6 Formeln für Mehrfachprodukte


(1) Entwicklungssätze:
1 0 1 0
a - b~ - ~
~ c ¼ ð~ a .~c Þ b~ / ~ a . b~ ~c
1 0 1 0
~ ~
a - b -~ c ¼ ð~a.~ ~
cÞb / b . ~ ~ c ~ a
1 0 1 0 1 0 1 01 0
(2) a - b~ . ~
~ c - d~ ¼ ð~ a.~ c Þ b~ . d~ / ~a . d~ b~ . ~
c
Spezialfall ~
c¼~ a; d~ ¼ b~:
1 0 1 0 1 0 1 02
~a - b~ . ~a - b~ ¼ ð~ a.~ a Þ b~ . b~ / ~a . b~

4 Anwendungen

4.1 Arbeit einer konstanten Kraft


Eine konstante Kraft F~ verrichtet beim Verschieben eines Massenpunktes m um den
Vektor ~
s die folgende Arbeit (Skalarprodukt aus Kraft- und Verschiebungsvektor):
F
~.~
W ¼F ~j . j~
s ¼ jF s j . cos j ¼ Fs s

Fs : Kraftkomponente in Wegrichtung
m f Fs
s ¼ j~
s j: Verschiebung
s
4 Anwendungen 57

4.2 Vektorielle Darstellung einer Geraden


4.2.1 Punkt-Richtungs-Form

In der Parameterdarstellung
P1
Gegeben: Ein Punkt P1 auf der Geraden g r1
mit dem Ortsvektor ~r1 und ein a
Richtungsvektor ~
a der Geraden
la
P
~
r ðlÞ ¼ ~
r1 þ l ~
a
r ( l) g

a 6¼ ~
l: Parameter; l 2 R; ~ 0 0

& Beispiel
Die Vektorgleichung der durch den Punkt P1 ¼ ð1; / 2; 5Þ verlaufenden Geraden mit dem Richtungsvektor
0 1
2
a ¼ @/4 A lautet:
~
2
0 1 0 1 0 1
1 2 1 þ 2l
~
r ðlÞ ¼ ~
r1 þ l~a ¼ @/ 2 A þ l @ / 4 A ¼ @ / 2 / 4 l A ðl 2 RÞ
5 2 5 þ 2l
&

In der Determinantenschreibweise
" "
" ~ ~ ~ "
" ex ey ez "
" ax ay az " ¼ 0
" "
" x / x1 y / y1 z / z1 "

~
ex ; ~
ey ; ~
ez : Einheitsvektoren (Basisvektoren)
ax ; ay ; az : Skalare Vektorkomponenten des Richtungsvektors ~
a
x1 ; y1 ; z1 : Koordinaten des festen Punktes P1 der Geraden
x; y; z: Koordinaten des laufenden Punktes P der Geraden

4.2.2 Zwei-Punkte-Form
P1
Gegeben: Zwei verschiedene Punkte P1 und r1
P2 auf der Geraden g mit den r2 – r1
Ortsvektoren ~
r1 und ~
r2 P2
r2 l ( r2 – r1)
**!
~
r ðlÞ ¼ ~
r1 þ l P1 P2 ¼ ~ r2 / ~
r1 þ l ð~ r1 Þ
P

l: Parameter; l 2 R r ( l)
g
~
r2 / ~
r1 : Richtungsvektor der Geraden 0
58 II Vektorrechnung

& Beispiel
Die Vektorgleichung der Geraden durch die beiden Punkte P1 ¼ ð/1; 5; 0Þ und P2 ¼ ð1; /3; 2Þ lautet:
0 1 0 1 0 1
/1 1þ1 /1 þ 2 l
~
r ðlÞ ¼ ~ r2 / ~
r1 þ l ð~ r1 Þ ¼ @ A @
5 þ l /3 / 5 ¼ A @ 5 / 8lA ðl 2 RÞ
0 2/0 2l
&

4.2.3 Abstand eines Punktes von einer Geraden

Gegeben: Eine Gerade g mit der Gleichung


~
r ðlÞ ¼ ~
r1 þ l ~
a und ein Punkt Q P1
mit dem Ortsvektor ~
rQ r1
a rQ Q

j~ rQ / ~
a - ð~ r1 Þ j d
d ¼
j~
aj
g

~
a: Richtungsvektor der Geraden
0
d ¼ 0 ) Q liegt auf der Geraden.

& Beispiel
Wir berechnen den Abstand d des Punktes Q ¼ ð1; 5; 3Þ von der Geraden mit der Vektorgleichung
0 1 0 1
1 2
~
r ðlÞ ¼ ~
r1 þ l ~a ¼ @ 1 A þ l@ /3 A:
4 5
0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1
2 1/1 2 0 3 / 20 / 17
~
a - ð~rQ / ~ @ A @ A
r1 Þ ¼ / 3 - 5 / 1 ¼ / 3 - @ A @ A @
4 ¼ 0þ 2 ¼ A @ 2A
5 3/4 5 /1 8/ 0 8
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffiffiffiffiffiffi qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffiffiffi
j~ rQ / ~
a - ð~ r1 Þ j ¼ ð/17Þ 2 þ 2 2 þ 8 2 ¼ 357 ; j~
aj ¼ 2 2 þ ð/ 3Þ 2 þ 5 2 ¼ 38
pffiffiffiffiffiffiffiffi
j~ rQ / ~
a - ð~ r1 Þ j 357
d ¼ ¼ pffiffiffiffiffi ¼ 3;065
j~
aj 38
&

4.2.4 Abstand zweier paralleler Geraden


Gegeben: Zwei parallele Geraden g1 und
g2 mit den Gleichungen P2
a2
r2
~
r ðl1 Þ ¼ ~
r1 þ l1 ~
a1 und
P1 a
~
r ðl2 Þ ¼ ~
r2 þ l2 ~
a2 1 d
r1 g2

j~ r2 / ~
a1 - ð~ r1 Þ j
d ¼
j~
a1 j 0 g1

Die Geraden g1 und g2 mit den Richtungsvektoren ~ a1 und ~ a2 sind genau dann
parallel, wenn die beiden Richtungsvektoren kollinear sind, d. h. ~ a2 ¼ ~
a1 - ~ 0 ist. In der
Abstandsformel darf der Vektor ~a1 durch den Vektor ~a2 ersetzt werden.
d ¼ 0 ) Die Geraden g1 und g2 fallen zusammen.
4 Anwendungen 59

& Beispiel
P1 ¼ ð1; 0; 5Þ ist ein Punkt der Geraden g1 ; P2 ¼ ð0; 2; 1Þ ein solcher der Geraden g2 . Der gemein-
0 1
2
same Richtungsvektor ist ~ a2 ¼ @ 1 A . Wir bestimmen den Abstand d dieser parallelen Geraden:
a1 ¼ ~
1
0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1
2 0/1 2 /1 /4 / 2 /6
~ r1 Þ ¼ @ 1 A - @ 2 / 0 A ¼ @ 1 A - @ 2 A ¼ @ / 1 þ
r2 / ~
a1 - ð~ 8A ¼ @ 7A
1 1/5 1 /4 4þ 1 5
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffiffiffiffiffiffi qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffi
j~ r2 / ~
a1 - ð~ r1 Þ j ¼ ð/6Þ 2 þ 7 2 þ 5 2 ¼ 110 ; j~
a1 j ¼ 22 þ 12 þ 12 ¼ 6
pffiffiffiffiffiffiffiffi
j~ r2 / ~
a1 - ð~ r1 Þ j 110
d ¼ ¼ pffiffiffi ¼ 4;282
j~
a1 j 6
&

4.2.5 Abstand zweier windschiefer Geraden


Gegeben: Zwei windschiefe Geraden g1 und P2 a2
g2 mit den Gleichungen g2
r2
~
r ðl1 Þ ¼ ~
r1 þ l1 ~
a1 und
~
r ðl2 Þ ¼ ~
r2 þ l2 ~
a2 d

a1 ~
j ½~ r2 / ~
a2 ð~ r1 Þ% j
d ¼ g1
a1 - ~
j~ a2 j P1
a1
Die Geraden g1 und g2 sind genau dann
r1
windschief (d. h. nicht parallel und kommen
nicht zum Schnitt), wenn die Bedingungen
~
a1 - ~ a2 6¼ ~ a1 ~
0 und ½~ r2 / ~
a2 ð~ r1 Þ% 6¼ 0 er- 0
füllt sind.

& Beispiel
0 1 0 1 0 1 0 1
5 1 2 3
~
r ðl1 Þ ¼ ~ a1 ¼ @ 2 A þ l1 @ 1 A und ~
r1 þ l1 ~ r ðl2 Þ ¼ ~ a2 ¼ @/1 A þ l2 @ 2 A sind die Glei-
r2 þ l2 ~
1 3 0 1
chungen zweier windschiefer Geraden g1 und g2 , deren Abstand d wir berechnen wollen:

" " " "


" 1 1 3 " " 1 1 3 "
" " " "
½~ ~ r2 / r1 Þ% ¼ ""
a1 a2 ð~ ~ 3 2 1 " ¼" 3
" " 2 1 " ¼
"
" ð2 / 5Þ ð/ 1 / 2Þ ð0 / 1Þ " " /3 /3 /1 "

¼ / 2 / 3 / 27 þ 18 þ 3 þ 3 ¼ / 8

0 1 0 1 0 1 0 1
1 3 1/6 /5 qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffiffiffi
~
a1 - ~ @ A @ A @
a2 ¼ 1 - 2 ¼ 9 / 1 ¼ A @ 8A; a1 - ~
j~ a2 j ¼ ð/ 5Þ 2 þ 8 2 þ ð/ 1Þ 2 ¼ 90
3 1 2/3 /1

a1 ~
j½~ r2 / ~
a2 ð~ r1 Þ% j j / 8j
d ¼ ¼ pffiffiffiffiffi ¼ 0;843
a1 - ~
j~ a2 j 90 &
60 II Vektorrechnung

4.2.6 Schnittpunkt und Schnittwinkel zweier Geraden


Unter dem Schnittwinkel j zweier Geraden g2
versteht man den Winkel zwischen den zuge-
hörigen Richtungsvektoren (auch dann, wenn a2
sich die Geraden nicht schneiden). a2 a1
Gegeben: Zwei Geraden g1 und g2 mit f g1
den Richtungsvektoren ~
a1 und ~
a2 a1
3 2
~
a1 . ~a2
j ¼ arccos
j~
a1 j . j~
a2 j

Die Geraden g1: ~


r ¼~ r1 þ l1 ~
a1 und g2: ~
r ¼~
r2 þ l2 ~
a2 schneiden sich genau dann in
einem Punkt, wenn die Bedingungen
~ a2 6¼ ~
a1 - ~ 0 und a1 ~
[~ r2 / ~
a2 ð~ r1 Þ% ¼ 0
erfüllt sind. Ihren Schnittpunkt S erhält man durch Gleichsetzen der beiden Ortsvektoren:
~
r1 þ l1 ~
a1 ¼ ~
r2 þ l2 ~
a2
Diese Vektorgleichung führt (komponentenweise geschrieben) zu einem linearen Gleichungs-
system mit drei Gleichungen und den beiden Unbekannten l1 und l2 . Die (eindeutige)
Lösung liefert die zum Schnittpunkt S gehörigen Parameterwerte. Den Ortsvektor ~ rS des
gesuchten Schnittpunktes S erhält man dann durch Einsetzen des Parameterwertes l1 in die
Gleichung der Geraden g1 (alternativ: l2 in die Gleichung der Geraden g2 einsetzen).

& Beispiel 0 1 0 1
3 2
Die beiden Geraden g1 und g2 mit den Richtungsvektoren ~ a1 ¼ @ 1 A und ~ a2 ¼ @ 5 A schneiden
sich unter dem folgenden Winkel: /2 3
0 1
3 2
~
a1 . ~a2 B 3 . 2 þ 1 . 5 þ ð/ 2Þ . 3 C
j ¼ arccos ¼ arccos @qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi A ¼ arccos 0;2168 ¼ 77;5"
j~
a1 j . j~
a2 j 2 2
3 þ 1 þ ð/ 2Þ . 2 þ 5 þ 3 2 2 2 2
&

4.3 Vektorielle Darstellung einer Ebene


4.3.1 Punkt-Richtungs-Form
In der Parameterdarstellung
P
Gegeben: Ein Punkt P1 der Ebene E mit mb
dem Ortsvektor ~ r1 und zwei r (l; m)
nichtkollineare Richtungsvektoren b
~ 0 und b~ 6¼ ~
a 6¼ ~ 0 der Ebene E
P1
a la
~
r ðl; mÞ ¼ ~ a þ m b~
r1 þ l ~
r1

l; m: Parameter; l; m 2 R
a - b~: Normalenvektor der Ebene
~ 0
4 Anwendungen 61

& Beispiel 0 1
8
a ¼ @1A
Eine Ebene E enthalte den Punkt P1 ¼ ð1; 3; 5Þ und besitze die beiden Richtungsvektoren ~
0 1 3
1
~
und b ¼ /2 A. Ihre Vektorgleichung lautet dann:
@
4 0 1 0 1 0 1 0 1
1 8 1 1 þ 8l þ m
~
r ðl; mÞ ¼ ~
r1 þ l ~ ~
a þ m b ¼ 3 þ l 1 þ m /2 ¼ 3 þ l / 2 m A
@ A @ A @ A @ ðl; m 2 RÞ
5 3 4 5 þ 3l þ 4m
&

In der Determinantenschreibweise
" "
" ax ay az "
" "
" "
" bx by bz " ¼ 0
" "
" x / x1 y / y1 z / z1 "
)
ax ; ay ; az :
a und b~
Skalare Vektorkomponenten der Richtungsvektoren ~
bx ; by ; bz :
x1 ; y1 ; z1 : Koordinaten des festen Punktes P1 der Ebene
x; y; z: Koordinaten des laufenden Punktes P der Ebene

4.3.2 Drei-Punkte-Form
In der Parameterdarstellung
Gegeben: Drei verschiedene Punkte P1 ; P2
und P3 der Ebene E mit den P3
Ortsvektoren ~
r1 ; ~
r2 und ~
r3 P
r1

**
*! **
*! r3 r (l; m)
r3 –

~
r ðl; mÞ ¼ ~
r1 þ l P1 P2 þ m P1 P3 ¼ E
P1 P2
¼~ r2 / ~
r1 þ l ð~ r3 / ~
r1 Þ þ m ð~ r1 Þ r2 – r1
r1 r2
l; m: Parameter; l; m 2 R
Die Ebene ist eindeutig bestimmt, wenn die drei
Punkte nicht in einer Geraden liegen. Dies ist 0
der Fall, wenn ð~r2 / ~ r3 / ~
r1 Þ - ð~ 6 ~
r1 Þ ¼ 0 ist.
Die Vektoren ~ r2 / ~r1 und ~ r3 / ~ r1 sind
Richtungsvektoren, ihr Vektorprodukt somit
ein Normalenvektor der Ebene.
& Beispiel
Die Gleichung der Ebene durch die drei Punkte P1 ¼ ð1; 1; 2Þ; P2 ¼ ð0; 4; /5Þ und P3 ¼ ð/ 3; 4; 9Þ
lautet wie folgt: 0 1 0 1 0 1
1 0/1 /3 / 1
~
r ðl; mÞ ¼ ~r1 þ l ð~
r2 / ~
r1 Þ þ m ð~ r1 Þ ¼ @ 1 A þ l @ 4 / 1 A þ m @ 4 / 1 A ¼
r3 / ~
2 /5 / 2 9/2
0 1 0 1 0 1 0 1
1 /1 /4 1 / l / 4m
¼ @1A þ l@ 3A þ m@ 3A ¼ @1 þ 3l þ 3mA ðl; m 2 RÞ
2 /7 7 2 / 7l þ 7m
&
62 II Vektorrechnung

In der Determinantenschreibweise
" "
" 1 x y z "
" "
" 1 x1 y1 z1 "
" "
" "¼0
" 1 x2 y2 z2 "
" "
" 1 x3 y3 z3 "

xi ; yi ; zi : Koordinaten des festen Punktes Pi der Ebene ði ¼ 1; 2; 3Þ


x; y; z: Koordinaten des laufenden Punktes der Ebene

4.3.3 Ebene senkrecht zu einem Vektor


Gegeben: Ein Punkt P1 der Ebene E mit
dem Ortsvektor ~ r1 und ein Nor- n
malenvektor ~ n der Ebene (steht
senkrecht auf der Ebene) r – r1
P1 P E
r1 r
~ r /~
n . ð~ r1 Þ ¼ 0 oder ~
n .~
r ¼~
n .~
r1

Koordinatendarstellung der Ebene:


ax þ by þ cz þ d ¼ 0
0

& Beispiel 0 1
2
n ¼ @1A
Die Gleichung einer Ebene durch den Punkt P1 ¼ ð10; / 3; 2Þ und senkrecht zum Vektor ~
(Normalenvektor) lautet wie folgt: 5
0 1 0 1
2 x / 10
~ r1 Þ ¼ @ 1 A . @ y þ 3 A ¼ 2 ðx / 10Þ þ 1 ðy þ 3Þ þ 5 ðz / 2Þ ¼ 0 )
r /~
n . ð~
5 z/ 2

2 x þ y þ 5z ¼ 27
&

4.3.4 Abstand eines Punktes von einer Ebene


Gegeben: Eine Ebene E mit der Gleichung Q
~ r /~
n . ð~ r1 Þ ¼ 0 und ein Punkt rQ
Q mit dem Ortsvektor ~
rQ

j~ rQ / ~
n . ð~ r1 Þj d
d ¼
j~
nj n
E
P1
Q0 :Fußpunkt des Lotes von Q auf die r1
Q'
Ebene E
d ¼ 0 ) Q liegt in der Ebene.
0
4 Anwendungen 63

& Beispiel 0 1
/1
Eine Ebene verläuft durch den Punkt P1 ¼ ð3; 1; n ¼@
8Þ und steht senkrecht zum Vektor ~ 5 A : Wir
berechnen den Abstand d des Punktes Q ¼ ð1; 2; 0Þ von dieser Ebene: 3
0 1 0 1 0 1 0 1
/1 1/3 /1 /2
~ rQ / ~
n . ð~ r1 Þ ¼ @ A @
5 . 2/1 ¼ A @ 5A . @ 1 A ¼ 2 þ 5 / 24 ¼ / 17
3 0/8 3 /8
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffiffiffi j~
n . ð~
rQ / ~
r1 Þ j j / 17 j
j~
nj ¼ ð/1Þ 2 þ 5 2 þ 3 2 ¼ 35 ; d ¼ ¼ pffiffiffiffiffi ¼ 2;874
j~
nj 35
&

4.3.5 Abstand einer Geraden von einer Ebene


Gegeben: Eine Ebene E mit der Gleichung
g
~ r /~
n . ð~ r0 Þ ¼ 0 und eine zu die-
a
ser Ebene parallele Gerade g mit P1
d
der Gleichung ~ r ðlÞ ¼ ~
r1 þ l ~
a r1

j~ r1 / ~
n . ð~ r0 Þ j n
d ¼ Parallele
j~
nj P0 zu g
g*
r0 E
Eine Gerade mit dem Richtungsvektor ~ a
verläuft genau dann parallel zu einer Ebene
mit dem Normalenvektor ~ n, wenn das Ska-
larprodukt ~ a.~ n verschwindet. Die Gerade 0
g * liegt in der Ebene E und verläuft paral-
lel zur Geraden g.
d ¼ 0 ) Gerade g liegt in der Ebene E.

& Beispiel 1 0
2
Die Ebene E verlaufe durch den Punkt P0 ¼ ð1; 3; 2Þ und senkrecht zum Vektor ~ n ¼ @/1 A ; die
5
0 1
2
a ¼ @/1 A : Wegen
Gerade g gehe durch den Punkt P1 ¼ ð0; 7; /3Þ und besitze den Richtungsvektor ~
0 1 0 1 /1
2 2
~
a.~n ¼ @/ 1 A . @/1 A ¼ 4 þ 1 / 5 ¼ 0
/1 5

gilt g k E. Wir berechnen den Abstand d zwischen Gerade und Ebene:


0 1 0 1 0 1 0 1
2 0/1 2 /1
~
n . ð~ r0 Þ ¼ @ / 1 A . @ 7 / 3 A ¼ @ / 1 A . @ 4 A ¼ / 2 / 4 / 25 ¼ / 31
r1 / ~
5 /3 / 2 5 /5
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffiffiffi j~ r1 / ~
n . ð~ r0 Þ j j / 31 j
j~
nj ¼ 2 2 þ ð/1Þ 2 þ 5 2 ¼ 30 ; d ¼ ¼ pffiffiffiffiffi ¼ 5;660
j~
nj 30
&
64 II Vektorrechnung

4.3.6 Abstand zweier paralleler Ebenen

Gegeben: Zwei parallele Ebenen E1 und


n2 Q
E2 mit den Gleichungen
P2
~ r /~
n1 . ð~ r1 Þ ¼ 0 und E2
r2
~ r /~
n2 . ð~ r2 Þ ¼ 0 d

j~
n1 . ð~r1 / ~
r2 Þ j j~
n2 . ð~r1 / ~
r2 Þ j n1
d ¼ ¼ Q'
j~
n1 j j~
n2 j P1
r1 E1
Q : Beliebiger Punkt der Ebene E2
Q0 : Fußpunkt des Lotes von Q auf die 0
zweite Ebene E1
Zwei Ebenen sind genau dann parallel, wenn ihre Normalenvektoren ~
n1 und ~
n2 kollinear
sind, d. h. ~ n2 ¼ ~
n1 - ~ 0 ist.
d ¼ 0 ) Die beiden Ebenen fallen zusammen.

& Beispiel
Gegeben sind zwei Ebenen E 1 und E 2 mit den folgenden Eigenschaften:
0 1
2
B C
Ebene E1 : P1 ¼ ð3; 1; / 2Þ, Normalenvektor ~ n1 ¼ @ /1 A
4
0 1
/4
B C
Ebene E2 : P2 ¼ ð/ 4; 3; 0Þ, Normalenvektor ~
n2 ¼ @ 2A
/8

Die Ebenen sind parallel, da ~


n2 ¼ / 2 ~
n1 und somit ~ n2 ¼ ~
n1 - ~ 0 ist:
0 1 0 1
/4 2
B C B C
~
n2 ¼ @ 2 A ¼ / 2 @ / 1 A ¼ / 2 ~ n1 ) ~ n1 - ~n2 ¼ ~
n 1 - ð/ 2 ~ n1 - ~
n 1 Þ ¼ / 2 ð~ n 2Þ ¼ ~
0
|fflfflfflfflffl{zfflfflfflfflffl}
/8 4 ~
0
|{z}
~
n1

Wir berechnen den Abstand d der Ebenen:


0 1 0 1 0 1 0 1
2 3þ4 2 7
B C B C B C B C
~ r1 / ~
n1 . ð~ r2 Þ ¼ @ / 1 A . @ 1 / 3 A ¼ @ /1 A . @ /2 A ¼ 14 þ 2 / 8 ¼ 8
4 /2 / 0 4 /2
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffiffiffi
j~
n1 j ¼ 2 2 þ ð/1Þ 2 þ 4 2 ¼ 21

j~
n1 . ð~r1 / ~
r2 Þ j 8
d ¼ ¼ pffiffiffiffiffi ¼ 1;746
j~
n1 j 21
&
4 Anwendungen 65

4.3.7 Schnittpunkt und Schnittwinkel einer Geraden mit einer Ebene


Gegeben: Eine Gerade g mit der Glei-
chung ~ r ðlÞ ¼ ~r1 þ l ~
a und eine
Ebene E mit der Gleichung
~ r /~
n . ð~ r0 Þ ¼ 0 g

n
Ortsvektor des Schnittpunktes S: a
S f
n
~ r0 / ~
n . ð~ r1 Þ rs
~
rS ¼ ~
r1 þ ~
a P0
~
n.~ a E
r0
Schnittwinkel j:
3 2 P1 a
n.~
j~ aj
j ¼ arcsin 0 r1 g
j~
n j . j~
aj

Eine Gerade mit dem Richtungsvektor ~


a und eine Ebene mit dem Normalenvektor ~
n
kommen genau dann zum Schnitt, wenn ~
n.~
a 6¼ 0 ist.

& Beispiel
Gegeben sind eine Gerade g und eine Ebene E :
0 1 0 1 0 1 0 1
2 3 2 x/1
g: ~r ðlÞ ¼ ~ a ¼ @ 0 A þ l @ /4 A ;
r1 þ l ~ E: ~ r0 Þ ¼ @ 1 A . @ y / 1 A ¼ 0
r /~
n . ð~
5 /1 1 z/2

Wir berechnen den Schnittpunkt S sowie den Schnittwinkel j.

Schnittpunkt S:
0 1 0 1 0 1 0 1
2 1/2 2 /1
~ r0 / ~
n . ð~ @ A @ A @
r1 Þ ¼ 1 . 1 / 0 ¼ 1 . A @ 1A ¼ / 2 þ 1 / 3 ¼ / 4
1 2/5 1 /3
0 1 0 1
2 3
~ a ¼ 1 . / 4 A ¼ 6 / 4 / 1 ¼ 1 6¼ 0
n.~ @ A @ ) Gerade und Ebene schneiden sich
1 /1
0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1
2 3 2 3 2 / 12
~ r0 / ~
n . ð~ r1 Þ / 4
~
rS ¼ ~
r1 þ a ¼ @0A þ
~ @ /4 A ¼ @ 0 A / 4 @ / 4 A ¼ @ 0 A þ @ 16 A ¼
~
n.~a 1
5 /1 5 /1 5 4
0 1 0 1
2 / 12 / 10
¼ @ 0 þ 16 A ¼ @ 16 A ) S ¼ ð/10; 16; 9Þ
5þ 4 9

Schnittwinkel j:
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffi qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffiffiffi
n j ¼ 22 þ 12 þ 12 ¼ 6 ;
j~ j~
aj ¼ 3 2 þ ð/ 4Þ 2 þ ð/ 1Þ 2 ¼ 26
3 2 3 2
n.~
j~ aj 1
j ¼ arcsin ¼ arcsin pffiffiffi pffiffiffiffiffi ¼ arcsin 0;0801 ¼ 4;6"
j~
n j . j~
aj 6 . 26
&
66 II Vektorrechnung

4.3.8 Schnittwinkel zweier Ebenen


Unter dem Schnittwinkel j zweier Ebenen
versteht man den Winkel zwischen den zuge- E2
hörigen Normalenvektoren der beiden Ebenen.
Gegeben: Zwei Ebenen E1 und E2 mit n1
den Normalenvektoren ~
n1 und ~
n2
f
n2
3 2
~
n1 . ~n2
j ¼ arccos E1
j~
n1 j . j~
n2 j

Voraussetzung: ~ n 2 6¼ ~
n1 - ~ 0

& Beispiel

Wir bestimmen den Schnittwinkel j zweier Ebenen E1 und E2 mit den Normalenvektoren
0 1 0 1
3 2
~ @
n1 ¼ / 2 A und ~
n2 ¼ @ 1 A:
3 /1
0 1 0 1
3 2
~
n1 . ~ @
n2 ¼ / 2 . A @ 1A ¼ 6 / 2 / 3 ¼ 1
3 /1
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffiffiffi qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffi
j~
n1 j ¼ 3 2 þ ð/ 2Þ 2 þ 3 2 ¼ 22 ; j~
n2 j ¼ 2 2 þ 1 2 þ ð/ 1Þ 2 ¼ 6
3 2 3 2
~
n1 . ~n2 1
j ¼ arccos ¼ arccos pffiffiffiffiffi pffiffiffi ¼ arccos 0;0870 ¼ 85;0"
j~
n1 j . j~
n2 j 22 . 6
&

4.3.9 Schnittgerade zweier Ebenen


Gegeben: Zwei Ebenen E1 und E2 mit den Vektorgleichungen ~ r /~
n1 . ð~ r1 Þ ¼ 0 und
~ r /~
n2 . ð~ r2 Þ ¼ 0

Gleichung der Schnittgeraden g:


r ðlÞ ¼ ~
r0 þ l ~
a ðl 2 RÞ
Richtungsvektor der Schnittgeraden: ~
a ¼~
n1 - ~
n2
Der Ortsvektor ~
r0 eines (noch unbekannten) Punktes P0 ¼ ðx0 ; y0 ; z0 Þ der Schnittge-
raden g wird aus dem linearen Gleichungssystem
~ r0 / ~
n1 . ð~ r1 Þ ¼ 0 ; ~ r0 / ~
n2 . ð~ r2 Þ ¼ 0
bestimmt, wobei eine der drei Unbekannten x0 , y0 , z0 frei wählbar ist (z. B. x0 ¼ 0
setzen).

Voraussetzung: ~ n 2 6¼ ~
n1 - ~ 0
67

III Funktionen und Kurven

1 Grundbegriffe

1.1 Definition einer Funktion


Unter einer Funktion von einer Variablen versteht man eine Vorschrift, die jedem Element
x 2 D genau ein Element y 2 W zuordnet. Symbolische Schreibweise: y ¼ f ðxÞ:

Bezeichnungen:
x: Unabhängige Veränderliche (Variable) oder Argument
y: Abhängige Veränderliche (Variable) oder Funktionswert
D: Definitionsbereich der Funktion
W: Wertebereich oder Wertevorrat der Funktion
In den naturwissenschaftlich-technischen Anwendungen sind x und y in der Regel reelle
Variable, y ¼ f ðxÞ ist dann eine reellwertige Funktion der reellen Variablen x.

1.2 Darstellungsformen einer Funktion


1.2.1 Analytische Darstellung
Die Funktion wird durch eine Funktionsgleichung dargestellt:
Explizite Form: y ¼ f ðxÞ
Implizite Form: Fðx; yÞ ¼ 0

1.2.2 Parameterdarstellung
y
Die Variablen (Koordinaten) x und y
t2
hängen von einem (reellen) Parameter t ab,
sind somit (stetige) Funktionen von t : t
t1
)
x ¼ x ðtÞ y(t)
t1 ) t ) t2
y ¼ y ðtÞ
x(t) x

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017


L. Papula, Mathematische Formelsammlung, DOI 10.1007/978-3-658-16195-8_3
68 III Funktionen und Kurven

1.2.3 Kurvengleichung in Polarkoordinaten y

r ¼ r ðjÞ ðj1 ) j ) j2 Þ f2 f

Pol: Koordinatenursprung
r( f2 ) r(f)
Polarachse: x-Achse f1
j: Polarwinkel
r( f1 )
r : Abstand vom Pol ðr ( 0Þ

Pol Polarachse x

1.2.4 Graphische Darstellung


Die Funktion y ¼ f ðxÞ wird in einem rechtwinkligen Koordinatensystem durch eine
Punktmenge dargestellt (Funktionskurve, Schaubild oder Funktionsgraph genannt). Dem
Wertepaar ðx0 ; y0 Þ mit y0 ¼ f ðx0 Þ entspricht dabei der Kurvenpunkt P ¼ ðx0 ; y0 Þ.
y
x0 ; y0 : Kartesische Koordinaten von P
' y = f(x)
x0 : Abszisse
von P y0 P
y0 : Ordinate

Jede Parallele zur y-Achse schneidet die Kurve


höchstens einmal.
x0 x

2 Allgemeine Funktionseigenschaften

2.1 Nullstellen
Schnitt- bzw. Berührungspunkte der Funkti- y
onskurve mit der x-Achse:
y = f(x)

f ðx0 Þ ¼ 0
x0 x
Doppelte Nullstelle:
Berührungspunkt mit der x-Achse
2 Allgemeine Funktionseigenschaften 69

2.2 Symmetrie
Gerade Funktion y

Die Kurve verläuft spiegelsymmetrisch zur y = f(x)


y-Achse:
f(–x) f(x)
f ð/ xÞ ¼ f ðxÞ

(für alle x mit x 2 D , / x 2 D) –x x x

Ungerade Funktion y
y = f(x)
Die Kurve verläuft punktsymmetrisch zum
Koordinatenursprung:
f(x)
–x
f ð/ xÞ ¼ / f ðxÞ x x
f(–x)

(für alle x mit x 2 D , / x 2 D)

2.3 Monotonie
y
Monoton wachsende Funktion
y = f(x)
f ðx1 Þ ) f ðx2 Þ
f( x2 )
(für alle x1 ; x2 2 D mit x1 < x2 ) f( x1 )
x1 x2 x

Monoton fallende Funktion y

y = f(x)
f ðx1 Þ ( f ðx2 Þ
f( x1 )
(für alle x1 ; x2 2 D mit x1 < x2 ) f(x2 )
x1 x2 x

Gilt nur das Zeichen < oder >, so heißt die Funktion streng monoton wachsend bzw.
streng monoton fallend.
Viele Funktionen zeigen ein bestimmtes Monotonieverhalten nur in Teilintervallen ihres
Definitionsbereiches.
70 III Funktionen und Kurven

2.4 Periodizität
y
Die Funktionswerte wiederholen sich, wenn Periode p
man in der x-Richtung um eine Periode p
fortschreitet:

f(x) f(x + p)
f ðx + pÞ ¼ f ðxÞ
x x+p x
(für alle x 2 D) y = f(x)

Mit p ist auch + k . p eine Periode der Funktion ðk 2 N *Þ. Die kleinste (positive)
Periode heißt primitive Periode.

2.5 Umkehrfunktion (inverse Funktion)


Definition
Eine Funktion y ¼ f ðxÞ heißt umkehrbar, wenn aus x1 6¼ x2 stets f ðx1 Þ 6¼ f ðx2 Þ folgt
(zu verschiedenen Abszissen gehören verschiedene Ordinaten).
Die Umkehrfunktion von y ¼ f ðxÞ wird durch das Symbol y ¼ f /1 ðxÞ oder besser
y ¼ g ðxÞ gekennzeichnet.

Bestimmung der Funktionsgleichung der Umkehrfunktion


Jede streng monoton fallende oder wachsende Funktion ist umkehrbar. Bei der Umkehrung
werden Definitions- und Wertebereich miteinander vertauscht. In vielen Fällen lässt sich die
Funktionsgleichung der Umkehrfunktion schrittweise wie folgt ermitteln:
1. Die Funktionsgleichung y ¼ f ðxÞ wird zunächst nach der Variablen x aufgelöst:
x ¼ g ðyÞ 1Þ .
2. Durch formales Vertauschen der beiden Variablen erhält man hieraus die Umkehrfunk-
tion y ¼ g ðxÞ von y ¼ f ðxÞ.
Die Rechenschritte dürfen auch in der umgekehrten Reihenfolge ausgeführt werden.

Zeichnerische Konstruktion der Umkehrfunktion y


y = f(x)
Die Kurve y ¼ f ðxÞ wird Punkt für Punkt an
der Winkelhalbierenden des 1. Quadranten, y=x
d. h. an der Geraden y ¼ x gespiegelt.

y = g(x)


Die Auflösung muss möglich und eindeutig sein. x ¼ g ðyÞ heißt auch „die nach x aufgelöste Form von
y ¼ f ðxÞ“.
3 Grenzwert und Stetigkeit einer Funktion 71

& Beispiel
x þ2
y ¼ f ðxÞ ¼ , x 6¼ 0
x
2
Auflösen der Gleichung nach x : xy ¼ x þ 2 ) x y / x ¼ x ðy / 1Þ ¼ 2 ) x ¼ g ðyÞ ¼
y/1
2
Vertauschen der beiden Variablen führt zur Umkehrfunktion: y ¼ g ðxÞ ¼ ; x 6¼ 1
x /1
&

3 Grenzwert und Stetigkeit einer Funktion

3.1 Grenzwert einer Folge


Definition einer Zahlenfolge
Unter einer (reellen) Zahlenfolge ( kurz als Folge bezeichnet) versteht man eine geordnete
Menge reeller Zahlen. Jeder positiven ganzen Zahl n wird dabei in eindeutiger Weise eine
reelle Zahl an zugeordnet.
Symbolische Schreibweise:

han i ¼ a1 ; a2 ; a3 ; . . . ; an ; . . . ðn 2 N *Þ

a1 ; a2 ; a3 ; . . .: Glieder der Folge an : allgemeines Glied der Folge (n-tes Glied)

Grenzwert einer Zahlenfolge


Die reelle Zahl g heißt Grenzwert oder Limes der Zahlenfolge han i, wenn es zu jedem
e > 0 eine positive ganze Zahl n0 gibt, so dass für alle n ( n0 stets j an / g j < e ist.
Eine Folge han i heißt konvergent, wenn sie einen Grenzwert g besitzt. Symbolische
Schreibweise:

lim an ¼ g
n!1

Eine Folge han i, die keinen Grenzwert besitzt, heißt divergent. Eine Folge hat höchstens
einen Grenzwert.

& Beispiel
& %
1 1 1 1 1
Die Folge han i ¼ ¼ 1; ; ; . . . ; ; . . . ist konvergent mit dem Grenzwert g ¼ lim ¼ 0
n 2 3 n n!1 n

(sog. Nullfolge).
&
72 III Funktionen und Kurven

3.2 Grenzwert einer Funktion


3.2.1 Grenzwert für x ! x0
Eine Funktion y ¼ f ðxÞ sei in einer Umgebung von x0 definiert. Gilt dann für jede im
Definitionsbereich der Funktion liegende und gegen die Stelle x0 konvergierende Zahlen-
folge hxn i mit xn 6¼ x0 stets lim f ðxn Þ ¼ g, so heißt g der Grenzwert von y ¼ f ðxÞ
n!1
für x ! x0 (Grenzwert an der Stelle x0 ). Symbolische Schreibweise:

lim f ðxÞ ¼ g
x ! x0

Man beachte, dass die Funktion an der Stelle x0 nicht definiert sein muss. Der Grenzwert
an dieser Stelle (Definitionslücke) kann trotzdem vorhanden sein.

& Beispiel
x2 / 1 ðx þ 1Þ ðx / 1Þ
lim ¼ lim ¼ lim ðx þ 1Þ ¼ 2
x!1 x /1 x!1 x /1 x!1

Kürzen des gemeinsamen Faktors x / 1 ist erlaubt, da dieser wegen x 6¼ 1 von 0 verschieden ist!
&

3.2.2 Grenzwert für x ! + 1


Besitzt eine Funktion y ¼ f ðxÞ die Eigenschaft, dass die Folge ihrer Funktionswerte für
jede über alle Grenzen hinaus wachsende Zahlenfolge hxn i ðxn 2 DÞ gegen eine Zahl g
strebt, so heißt g der Grenzwert von y ¼ f ðxÞ für x ! 1 (Grenzwert im „Unend-
lichen“). Symbolische Schreibweise:

lim f ðxÞ ¼ g
x!1

Analog wird der Grenzwert lim f ðxÞ erklärt.


x ! /1

& Beispiel
0 1
x 1
lim ¼ lim A ¼ 0 ðZähler ¼ 1 ; Nenner ! 1Þ
x!1 1 þ x2 x!1 @ 1
þx
x
&

3.3 Rechenregeln für Grenzwerte


Voraussetzung: Alle auftretenden Grenzwerte sind vorhanden.
! 4
(1) lim C . f ðxÞ ¼ C . lim f ðxÞ ðC 2 RÞ
x ! x0 x ! x0

(2) lim ½ f ðxÞ + gðxÞ% ¼ lim f ðxÞ + lim g ðxÞ


x ! x0 x ! x0 x ! x0

! 4 ! 4
(3) lim ½ f ðxÞ . g ðxÞ% ¼ lim f ðxÞ . lim g ðxÞ
x ! x0 x ! x0 x ! x0
3 Grenzwert und Stetigkeit einer Funktion 73

3 2 lim f ðxÞ
f ðxÞ x ! x0
(4) lim ¼ ðVoraussetzung : lim g ðxÞ ¼
6 0Þ
x ! x0 g ðxÞ lim g ðxÞ x ! x0
x ! x0
p
n
ffiffiffiffiffiffiffiffi qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
(5) lim f ðxÞ ¼ n lim f ðxÞ
x ! x0 x ! x0

h in
(6) lim ½ f ðxÞ % n ¼ lim f ðxÞ
x ! x0 x ! x0

! 4 1 lim f ðxÞ
0
(7) lim a f ðxÞ ¼ a x ! x0
x ! x0

! 4
(8) lim ½ log a f ðxÞ % ¼ log a lim f ðxÞ ð f ðxÞ > 0Þ
x ! x0 x ! x0

Diese Regeln gelten sinngemäß auch für Grenzübergänge vom Typ x ! þ 1 bzw.
x ! / 1.

3.4 Grenzwertregel von Bernoulli und de l’Hospital


0“ 1“
Für Grenzwerte, die auf einen unbestimmten Ausdruck der Form oder führen,
gilt die sog. Bernoulli-de l’Hospitalsche Regel: „0 „1

f ðxÞ f 0 ðxÞ
lim ¼ lim 0
x ! x0 g ðxÞ x ! x0 g ðxÞ

Voraussetzung: f ðxÞ und g ðxÞ sind in einer Umgebung von x 0 stetig differenzierbar
und der Grenzwert auf der rechten Seite existiert.

Anmerkungen
(1) In einigen Fällen ist die Regel mehrmals anzuwenden, ehe man zu einem Ergebnis
kommt; es gibt jedoch auch Fälle, in denen die Regel versagt.
(2) Die Regel gilt auch für Grenzübergänge vom Typ x ! + 1.

& Beispiel
sin 2 x 0
lim ! (Zähler und Nenner streben jeweils gegen 0)
x!0 1 / cos x 0
Regel von Bernoulli-de l’Hospital:
sin 2 x ðsin 2 xÞ 0 2 . sin x . cos x
lim ¼ lim ¼ lim ¼ lim ð2 . cos xÞ ¼ 2 . cos 0 ¼ 2 . 1 ¼ 2
x!0 1 / cos x x ! 0 ð1 / cos xÞ 0 x!0 sin x x!0

&
74 III Funktionen und Kurven

Unbestimmte Ausdrücke der Form 0 . 1, 1 / 1, 0 0 , 1 1 oder 1 0 lassen sich in vielen


0 1
Fällen wie folgt durch elementare Umformungen auf den Typ oder zurückführen:
0 1

Funktion j ðxÞ lim j ðxÞ Elementare Umformung


x ! x0

u ðxÞ vðxÞ
0.1 oder
(A) u ðxÞ . vðxÞ 1 1
1.0 vðxÞ u ðxÞ

1 1
/
vðxÞ u ðxÞ
(B) u ðxÞ / vðxÞ 1/1
1
u ðxÞ . vðxÞ

(C) u ðxÞ v ðxÞ ðu ðxÞ > 0Þ 0 0, 1 0, 1 1 e v ðxÞ . ln u ðxÞ

& Beispiel
lim ðx . ln xÞ ! 0 . 1 (vom Vorzeichen abgesehen; x > 0Þ
x!0

Elementare Umformung ( Typ (A) mit u ðxÞ ¼ x und v ðxÞ ¼ ln x; 2. Version):


0 1
ln x 1
lim ðx . ln xÞ ¼ lim @ !
x!0 x!0 1 A 1
x

Regel von Bernoulli-de L’Hospital:


0
1
0 1 1
ln x ðln xÞ B x C
0
lim ðx . ln xÞ ¼ lim @ ¼ lim 3 20 ¼ lim B C ¼ lim ð/ xÞ ¼ 0
x!0 x!0 1 A x!0 1 x!0 @ 1A x!0
/ 2
x x x
&

3.5 Stetigkeit einer Funktion


Eine in x0 und einer gewissen Umgebung von x0 definierte Funktion y ¼ f ðxÞ heißt an
der Stelle x0 stetig, wenn der Grenzwert der Funktion für x ! x0 vorhanden ist und mit
dem dortigen Funktionswert übereinstimmt:

lim f ðxÞ ¼ f ðx0 Þ


x ! x0

Eine Funktion, die an jeder Stelle ihres Definitionsbereiches stetig ist, heißt eine stetige
Funktion.
Eine Funktion y ¼ f ðxÞ heißt an der Stelle x0 unstetig, wenn f ðx 0 Þ nicht vorhanden ist
oder f ðx 0 Þ vom Grenzwert verschieden ist oder dieser nicht existiert. Es gibt dabei verschie-
dene Arten von Unstetigkeitsstellen (z. B. Lücken, Pole oder Unendlichkeitsstellen, Sprünge;
siehe hierzu auch Abschnitt 5.2).
3 Grenzwert und Stetigkeit einer Funktion 75

Unstetigkeiten (in Beispielen)


(1) Hebbare Lücke

x3 þ x
f ðxÞ ¼ ; x 6¼ 0 y
x
Diese Funktion ist an der Stelle x ¼ 0 nicht definiert und daher zunächst
unstetig. Der Grenzwert jedoch existiert:
x3 þ x x ðx 2 þ 1Þ
lim f ðxÞ ¼ lim ¼ lim ¼ lim ðx 2 þ 1Þ ¼ 1
x!0 x!0 x x!0 x x!0
1
(wegen x 6¼ 0 darf gekürzt werden)
Die Definitionslücke bei x ¼ 0 lässt sich jedoch durch die nachträgliche x
Festlegung
x3 þ x
f ð0Þ ¼ lim f ðxÞ ¼ lim ¼ 1
x!0 x!0 x
(Funktionswert ¼ Grenzwert) beheben. Damit ist f ðxÞ überall stetig und kann durch die Gleichung
f ðxÞ ¼ x 2 þ 1 beschrieben werden (Parabel).

(2) Pol oder Unendlichkeitsstelle


1
f ðxÞ ¼ ; x 6¼ 1 y
ð1 / xÞ 2
20

Der Grenzwert an der Stelle x ¼ 1 ist nicht vorhanden:


1 10
lim f ðxÞ ¼ lim ¼ 1
x!1 x!1 ð1 / xÞ 2
Die Definitionslücke bei x ¼ 1 lässt sich daher nicht beheben, die Funk-
tion bleibt somit an dieser Stelle unstetig.
1 x

(3) Sprungunstetigkeit (endlicher Sprung)


8 9
<1 x ( 0= y
f ðxÞ ¼ s ðxÞ ¼ f ür
: ; 1
0 x < 0

Diese Funktion ist an der Sprungstelle x ¼ 0 zwar definiert,


f ð0Þ ¼ s ð0Þ ¼ 1, jedoch unstetig, da sich der linksseitige Grenzwert vom x
rechtsseitigen Grenzwert unterscheidet und f ðxÞ daher an dieser Stelle kei-
nen Grenzwert besitzt:

lim f ðxÞ ¼ lim 0 ¼ 0


|fflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}

x!0 x!0
ðx < 0Þ ðx < 0Þ
) Grenzwert an der Stelle x ¼ 0 ist nicht vorhanden!
lim f ðxÞ ¼ lim 1 ¼ 1
x!0 x!0
ðx > 0Þ ðx > 0Þ
76 III Funktionen und Kurven

4 Ganzrationale Funktionen (Polynomfunktionen)

4.1 Definition der ganzrationalen Funktionen (Polynomfunktionen)

f ðxÞ ¼ an x n þ an / 1 x n / 1 þ . . . þ a1 x þ a0 ðan 6¼ 0Þ

n: Polynomgrad ðn 2 N Þ
a0 ; a1 ; . . . an : Reelle Polynomkoeffizienten
Ganzrationale Funktionen oder Polynomfunktionen sind überall definiert und stetig. Sie wer-
den in der Regel nach fallenden Potenzen geordnet (siehe hierzu III.4.5, Horner-Schema).

Sonderfall: n ¼ 0 ) Konstante Funktion f ðxÞ ¼ a 0 ¼ const:

4.2 Lineare Funktionen (Geraden)


4.2.1 Allgemeine Geradengleichung

Ax þ By þ C ¼ 0 ðA 2 þ B 2 6¼ 0Þ

4.2.2 Hauptform einer Geraden


Gegeben: Steigung m und Achsenabschnitt b y
(Schnittpunkt mit der y-Achse)

y = mx + b
y ¼ mx þ b
a b
x
m ¼ tan a (a: Steigungswinkel)

4.2.3 Punkt-Steigungsform einer Geraden


Gegeben: Ein Punkt P1 ¼ ðx1 ; y1 Þ und die y
Steigung m oder der Steigungs- P
winkel a ðm ¼ tan aÞ y – y1
P1 a
y / y1 x – x1
y
¼ m y1
x / x1 a
x1 x x
4 Ganzrationale Funktionen (Polynomfunktionen) 77

4.2.4 Zwei-Punkte-Form einer Geraden

Gegeben: Zwei verschiedene Punkte


P1 ¼ ðx1 ; y1 Þ und P2 ¼ ðx2 ; y2 Þ y

P
y / y1 y2 / y1 P2
¼ ðx1 6¼ x2 Þ y – y1
x / x1 x2 / x1 y2 – y 1
P1
a
x 2 – x1 y2 y
y1
a x – x1
x1 x2 x x

4.2.5 Achsenabschnittsform einer Geraden


Gegeben: Achsenabschnitte a und b auf y
der x- und y-Achse

x y
þ ¼ 1 ða 6¼ 0; b 6¼ 0Þ b
a b

a; b können auch negativ sein! a


x

4.2.6 Hessesche Normalform einer Geraden


Gegeben: p: Senkrechter Abstand des Null- y
punktes O von der Geraden
a: Winkel zwischen dem Lot vom
Nullpunkt O auf die Gerade
und der positiven x-Achse p
a
x . cos a þ y . sin a ¼ p 0 x

4.2.7 Abstand eines Punktes von einer Geraden


Gegeben: Gerade A x þ B y þ C ¼ 0 y
und ein Punkt P1 ¼ ðx1 ; y1 Þ P1 = (x 1 ;y 1 )
der Ebene
" " d
" " p
"Ax þ By þ C"
" 1 1 "
d ¼ " qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi " ðA 2 þ B 2 6¼ 0Þ
" 2
A þB 2 "
" " 0 x
78 III Funktionen und Kurven

4.2.8 Schnittwinkel zweier Geraden


y
Gegeben: Zwei Geraden g1 und g2 mit g2
den Gleichungen y ¼ m1 x þ b1
und y ¼ m2 x þ b2
" " d g1
" m2 / m1 "
"
tan d ¼ " " "
ð0 ) d ) 90 Þ "
1 þ m1 . m2 "
x
Voraussetzung: m1 . m2 6¼ / 1
Sonderfälle:
(1) g1 k g2 : m1 ¼ m 2 und d ¼ 0"
(2) g1 ? g2 : m1 . m2 ¼ / 1 und d ¼ 90"

4.3 Quadratische Funktionen (Parabeln)


Hinweis: Die nach rechts bzw. nach links geöffneten Parabeln werden in Abschnitt 13.5
behandelt.

4.3.1 Hauptform einer Parabel y


S
y ¼ ax2 þ bx þ c ða 6¼ 0Þ a>0

x
a<0
a ¼
6 0: "ffnungsparameter S

a > 0: nach oben geöffnete Parabel


a < 0: nach unten geöffnete Parabel
3 2
b 4ac / b2
Scheitelpunkt: S ¼ / ;
2a 4a
y

Sonderfall: a ¼ 1, b ¼ c ¼ 0
y = x2
Normalparabel
y ¼ x2
S x
4 Ganzrationale Funktionen (Polynomfunktionen) 79

4.3.2 Produktform einer Parabel


y
y ¼ a ðx / x1 Þ ðx / x2 Þ

a 6¼ 0: "ffnungsparameter
x1 ; x2 : Nullstellen der Parabel
' x1 x2 x
x / x1
Linearfaktoren
x / x2 S

Sonderfall: x1 ¼ x2 ) y ¼ aðx / x1 Þ 2 ) Die Parabel berührt die x-Achse im


Scheitelpunkt S ¼ ðx1 ; 0Þ („doppelte Nullstelle“).

4.3.3 Scheitelpunktsform einer Parabel


y
y / y0 ¼ a ðx / x0 Þ 2

a 6¼ 0: "ffnungsparameter x0
x
x0 ; y0 : Koordinaten des Scheitelpunktes S

y0
S

4.4 Polynomfunktionen höheren Grades (n-ten Grades)


4.4.1 Abspaltung eines Linearfaktors
Ist x1 eine Nullstelle der Polynomfunktion f ðxÞ vom Grade n, d. h. f ðx1 Þ ¼ 0, so ist
f ðxÞ in der Produktform

f ðxÞ ¼ ðx / x1 Þ . f1 ðxÞ

darstellbar. Der Faktor ðx / x1 Þ heißt Linearfaktor, f1 ðxÞ ist das sog. 1. reduzierte Poly-
nom vom Grade n / 1.

4.4.2 Nullstellen einer Polynomfunktion


Eine Polynomfunktion n-ten Grades besitzt höchstens n reelle Nullstellen (Fundamental-
satz der Algebra, siehe hierzu auch VIII.4).

4.4.3 Produktdarstellung einer Polynomfunktion

f ðxÞ ¼ an ðx / x1 Þ ðx / x2 Þ . . . ðx / xn Þ ðan 6¼ 0Þ

x1 ; x2 ; . . . ; xn : Nullstellen von f ðxÞ


80 III Funktionen und Kurven

Die Faktoren ðx / x1 Þ; ðx / x2 Þ; . . . ; ðx / xn Þ heißen Linearfaktoren, die Produktdar-


stellung daher auch Zerlegung der Polynomfunktion in Linearfaktoren. Ist zum Beispiel x1
eine k-fache Nullstelle von f ðxÞ, so tritt der Linearfaktor ðx / x1 Þ k-mal auf.
Ist die Anzahl k der (reellen) Nullstellen kleiner als der Polynomgrad n, so lautet die
Zerlegung wie folgt:

f ðxÞ ¼ an ðx / x1 Þ ðx / x2 Þ . . . ðx / xk Þ . f *ðxÞ ðan 6¼ 0Þ

f *ðxÞ: Polynomfunktion vom Grade n / k ohne (reelle) Nullstellen

& Beispiel
y ¼ 3 x 3 þ 18 x 2 þ 9 x / 30

Nullstellen: x1 ¼ / 5 ; x2 ¼ / 2 ; x3 ¼ 1
Produktdarstellung: y ¼ 3 ðx þ 5Þ ðx þ 2Þ ðx / 1Þ
&

4.5 Horner-Schema
Für eine Polynomfunktion 3. Grades vom Typ
f ðxÞ ¼ a3 x 3 þ a2 x 2 þ a1 x þ a0 ða3 6¼ 0Þ
erfolgt die Berechnung des Funktionswertes an der Stelle x0 nach dem folgenden Schema
(Horner-Schema):
a3 a2 a1 a0
# # #
x0 a3 x0 ða2 þ a3 x0 Þ x0 ða1 þ a2 x0 þ a3 x 20 Þ x0
% % %
a3 a1 þ a2 x0 þ a3 x 20 a0 þ a1 x0 þ a2 x 20 þ a3 x 30
a2 þ a3 x0
|fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
f ðx0 Þ
%: Multiplikation mit x0
#: Addition der in der 1. und 2. Zeile untereinander stehenden Werte

Anmerkungen
(1) Das Horner-Schema gilt sinngemäß auch für Polynomfunktionen höheren Grades
ðn > 3Þ. Das Polynom muss dabei nach fallenden Potenzen geordnet sein.
(2) Fehlt in der Funktionsgleichung eine Potenz, so ist im Horner-Schema der entspre-
chende Koeffizient gleich null zu setzen!

& Beispiel
f ðxÞ ¼ 3;2 x 3 / 2 x 2 þ 5;1 x þ 10; f ð2Þ ¼ ?

3,2 /2 5,1 10

x0 ¼ 2 6,4 8,8 27,8


Ergebnis: f ð2Þ ¼ 37;8
3,2 4,4 13,9 37,8 &
4 Ganzrationale Funktionen (Polynomfunktionen) 81

4.6 Reduzierung einer Polynomfunktion (Nullstellenberechnung)


Ist x1 eine Nullstelle von f ðxÞ ¼ a3 x 3 þ a2 x 2 þ a1 x þ a0 , so gilt (Abschnitt 4.4.1):
f ðxÞ ¼ ðx / x1 Þ . f1 ðxÞ ¼ ðx / x1 Þ ðb2 x 2 þ b1 x þ b0 Þ

Dabei ist f1 ðxÞ ¼ b2 x 2 þ b1 x þ b0 das 1. reduzierte Polynom von f ðxÞ vom Grade 2,
dessen Koeffizienten man wie folgt aus dem Horner-Schema erhält:

a3 a2 a1 a0

x1 a3 x1 ða2 þ a3 x1 Þ x1 ða1 þ a2 x1 þ a3 x 21 Þ x1

a3 a2 þ a3 x1 a1 þ a2 x1 þ a3 x 21 a0 þ a1 x1 þ a2 x 21 þ a3 x 31
|ffl{zffl} |fflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
b2 b1 b0 f ðx1 Þ ¼ 0

Die restlichen (reellen) Nullstellen von f ðxÞ sind dann (falls überhaupt vorhanden) die
Lösungen der quadratischen Gleichung f1 ðxÞ ¼ 0.

Anmerkungen
(1) Die Reduzierung einer Polynomfunktion 3. Grades setzt die Kenntnis einer Nullstelle
x1 voraus. Diese lässt sich oft durch Probieren, Erraten oder durch graphische oder
numerische Rechenverfahren ermitteln (siehe hierzu I.4.3, I.4.4 und I.4.5).
(2) Bei Polynomfunktionen 4. und höheren Grades erfolgt die Nullstellenberechnung ana-
log durch mehrmalige Reduzierung, bis man auf eine quadratische Gleichung stößt.
(3) Bei der Reduzierung spielt die Reihenfolge, in der die Nullstellen bestimmt werden,
keine Rolle. Die Produktdarstellung der Polynomfunktion ist davon unabhängig.

& Beispiel
f ðxÞ ¼ / x 3 þ 5 x 2 / 3 x / 9

Durch Probieren findet man eine Nullstelle bei x1 ¼ 3. Abspaltung des zugehörigen Linearfaktors ðx / 3Þ
mit Hilfe des Horner-Schemas führt zu:

/1 5 /3 /9

x1 ¼ 3 /3 6 9

/1 2 3 0
|fflfflfflfflffl{zfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflffl{zfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflffl{zfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflffl{zfflfflfflfflffl}
b2 b1 b0 f ð3Þ

1. reduziertes Polynom : f1 ðxÞ ¼ / x 2 þ 2 x þ 3

Weitere Nullstellen: /x2 þ 2x þ 3 ¼ 0 oder x2 / 2x / 3 ¼ 0 ) x2 ¼ / 1 ; x3 ¼ 3


2
Produktdarstellung: f ðxÞ ¼ / ðx / 3Þ ðx þ 1Þ ðx / 3Þ ¼ / ðx / 3Þ ðx þ 1Þ
&
82 III Funktionen und Kurven

4.7 Interpolationspolynome
4.7.1 Allgemeine Vorbetrachtungen
Von einer unbekannten Funktion y ¼ f ðxÞ sind n þ 1 verschiedene Kurvenpunkte (sog.
Stützpunkte) bekannt:
P0 ¼ ðx0 ; y0 Þ; P1 ¼ ðx1 ; y1 Þ; P2 ¼ ðx2 ; y2 Þ; . . . ; Pn ¼ ðxn ; yn Þ
Die Abszissen x0 ; x1 ; x2 ; . . . ; xn heißen Stützstellen, die zugehörigen Ordinaten
y0 ; y1 ; y2 ; . . . ; yn Stützwerte. Wir setzen dabei voraus, dass die Stützstellen xi paarweise
voneinander verschieden sind. Es gibt dann genau eine Polynomfunktion n-ten (oder auch
niedrigeren) Grades, die durch diese Punkte verläuft.

y
Pn–1
Pn
P0 Nährungspolynom

P2
P1

y0 y1 y2 yn–1 yn

x0 x1 x2 xn–1 xn x

Diese Näherungsfunktion wird als Interpolationspolynom bezeichnet, da man mit ihr z. B.


beliebige Zwischenwerte der (unbekannten) Funktion im Intervall x0 ) x ) xn nähe-
rungsweise berechnen kann.
In der Praxis erweist sich der direkte Lösungsansatz
y ¼ a0 þ a1 x þ a2 x 2 þ . . . þ an x n
als wenig geeignet. Setzt man nämlich der Reihe nach die Koordinaten der n þ 1 Stütz-
punkte P0 ; P1 ; P2 ; . . . ; Pn in diesen Ansatz ein, so erhält man ein lineares Gleichungs-
system mit n þ 1 Gleichungen und ebenso vielen unbekannten Koeffizienten
a0 ; a1 ; a2 ; . . . ; an , das sich jedoch nur mit erheblichem Rechenaufwand (Gaußscher Algo-
rithmus!) lösen lässt.

4.7.2 Interpolationsformel von Lagrange


Das Lagrangesche Interpolationspolynom durch n þ 1 verschiedene Punkte besitzt die
Form

y ¼ y0 . L0 ðxÞ þ y1 . L1 ðxÞ þ y2 . L2 ðxÞ þ . . . þ yn . Ln ðxÞ

x0 ; x1 ; x2 ; . . . ; xn : Stützstellen
y0 ; y1 ; y2 ; . . . ; yn : Stützwerte
L0 ðxÞ; L1 ðxÞ; L2 ðxÞ; . . . ; Ln ðxÞ: Lagrangesche Koeffizientenfunktionen
4 Ganzrationale Funktionen (Polynomfunktionen) 83

Die Lagrangeschen Koeffizientenfunktionen Lk ðxÞ sind Polynome n-ten Grades und wie
folgt definiert:

ðx / x1 Þ ðx / x2 Þ ðx / x3 Þ . . . ðx / xn Þ
L0 ðxÞ ¼
ðx0 / x1 Þ ðx0 / x2 Þ ðx0 / x3 Þ . . . ðx0 / xn Þ
ðx / x0 Þ ðx / x2 Þ ðx / x3 Þ . . . ðx / xn Þ
L1 ðxÞ ¼
ðx1 / x0 Þ ðx1 / x2 Þ ðx1 / x3 Þ . . . ðx1 / xn Þ
ðx / x0 Þ ðx / x1 Þ ðx / x3 Þ . . . ðx / xn Þ
L2 ðxÞ ¼
ðx2 / x0 Þ ðx2 / x1 Þ ðx2 / x3 Þ . . . ðx2 / xn Þ
..
.
ðx / x0 Þ ðx / x1 Þ ðx / x2 Þ . . . ðx / xn / 1 Þ
Ln ðxÞ ¼
ðxn / x0 Þ ðxn / x1 Þ ðxn / x2 Þ . . . ðxn / xn / 1 Þ

Anmerkungen
(1) In der Koeffizientenfunktion Lk ðxÞ fehlt genau der Faktor ðx / xk Þ. Der Nenner ist
dabei stets der Wert des Zählers an der Stelle xk ðk ¼ 0; 1; . . . ; nÞ.
(2) Nachteil der Interpolationsformel von Lagrange (z. B. gegenüber der Newton-Interpo-
lation, siehe Abschnitt 4.7.3): Soll ein weiterer Stützpunkt hinzugenommen werden,
um den Grad des Näherungspolynoms um 1 zu erhöhen, so müssen sämtliche Koeffi-
zientenfunktionen neu berechnet werden.

& Beispiel

k 0 1 2 3

xk 0 2 5 7

yk 12 / 16 / 28 54

Das Lagrangesche Näherungspolynom durch diese vier Stützpunkte ist von höchstens 3. Grade.

Lösungsansatz: y ¼ y0 . L0 ðxÞ þ y1 . L1 ðxÞ þ y2 . L2 ðxÞ þ y3 . L3 ðxÞ

Bestimmung der Koeffizientenfunktionen:


ðx / x1 Þ ðx / x2 Þ ðx / x3 Þ ðx / 2Þ ðx / 5Þ ðx / 7Þ 1
L0 ðxÞ ¼ ¼ ¼/ ðx 3 / 14 x 2 þ 59 x / 70Þ
ðx0 / x1 Þ ðx0 / x2 Þ ðx0 / x3 Þ ð0 / 2Þ ð0 / 5Þ ð0 / 7Þ 70

ðx / x0 Þ ðx / x2 Þ ðx / x3 Þ ðx / 0Þ ðx / 5Þ ðx / 7Þ 1
L1 ðxÞ ¼ ¼ ¼ ðx 3 / 12 x 2 þ 35 xÞ
ðx1 / x0 Þ ðx1 / x2 Þ ðx1 / x3 Þ ð2 / 0Þ ð2 / 5Þ ð2 / 7Þ 30

ðx / x0 Þ ðx / x1 Þ ðx / x3 Þ ðx / 0Þ ðx / 2Þ ðx / 7Þ 1
L2 ðxÞ ¼ ¼ ¼ / ðx 3 / 9 x 2 þ 14 xÞ
ðx2 / x0 Þ ðx2 / x1 Þ ðx2 / x3 Þ ð5 / 0Þ ð5 / 2Þ ð5 / 7Þ 30

ðx / x0 Þ ðx / x1 Þ ðx / x2 Þ ðx / 0Þ ðx / 2Þ ðx / 5Þ 1
L3 ðxÞ ¼ ¼ ¼ ðx 3 / 7 x 2 þ 10 xÞ
ðx3 / x0 Þ ðx3 / x1 Þ ðx3 / x2 Þ ð7 / 0Þ ð7 / 2Þ ð7 / 5Þ 70
84 III Funktionen und Kurven

Näherungspolynom nach Lagrange:


y ¼ y 0 . L 0 ðxÞ þ y 1 . L 1 ðxÞ þ y 2 . L 2 ðxÞ þ y 3 . L 3 ðxÞ ¼
3 2 3 2
1 1
¼ 12 . / ðx 3 / 14 x 2 þ 59 x / 70Þ / 16 . ðx 3 / 12 x 2 þ 35 xÞ /
70 30
3 2 3 2
1 1
/ 28 . / ðx 3 / 9 x 2 þ 14 xÞ þ 54 . ðx 3 / 7 x 2 þ 10 xÞ ¼
30 70

¼ x 3 / 5 x 2 / 8 x þ 12
&

4.7.3 Interpolationsformel von Newton


Das Newtonsche Interpolationspolynom durch n þ 1 verschiedene Punkte besitzt die
Form

y ¼ a0 þ a1 ðx / x0 Þ þ a2 ðx / x0 Þ ðx / x1 Þ þ a3 ðx / x0 Þ ðx / x1 Þ ðx / x2 Þ þ . . .
. . . þ an ðx / x0 Þ ðx / x1 Þ ðx / x2 Þ . . . ðx / xn / 1 Þ

x0 ; x1 ; x2 ; . . . ; xn : Stützstellen
y0 ; y1 ; y2 ; . . . ; yn : Stützwerte
Pk ¼ ðxk ; yk Þ: k-ter Stützpunkt ðk ¼ 0, 1, 2, . . . , nÞ
Die Berechnung der Koeffizienten a0 ; a1 ; a2 ; . . . ; an erfolgt zweckmäßigerweise nach
dem sog. Steigungs- oder Differenzenschema:

k xk yk I II III

a0
a1
0 x0 y0 a2
½ x0 ; x1 % a3
1 x1 y1 ½ x0 ; x1 ; x2 %
½ x1 ; x2 % ½ x0 ; x1 ; x2 ; x3 % ......
2 x2 y2 ½ x1 ; x2 ; x3 %
½ x2 ; x3 % ......
3 x3 y3 ......
......
. . .
. . .
. . .
. . .
. . .
. . .
n xn yn
4 Ganzrationale Funktionen (Polynomfunktionen) 85

Die Größen ½ x0 ; x1 %; ½ x0 ; x1 ; x2 %; ½ x0 ; x1 ; x2 ; x3 %; . . . heißen dividierte Differenzen 1., 2.,


3., . . . Ordnung und sind wie folgt definiert:

Dividierte Differenzen 1. Ordnung (Spalte I)


Sie werden aus zwei aufeinanderfolgenden Stützpunkten gebildet:

y0 / y1
½ x0 ; x1 % ¼
x0 / x1
y1 / y2
½ x1 ; x2 % ¼
x1 / x2
..
.

Dividierte Differenzen 2. Ordnung (Spalte II)


Sie werden aus drei aufeinanderfolgenden Stützpunkten gebildet:

½ x0 ; x1 % / ½ x1 ; x2 %
½ x0 ; x1 ; x2 % ¼
x0 / x2
½ x1 ; x2 % / ½ x2 ; x3 %
½ x1 ; x2 ; x3 % ¼
x1 / x3
..
.

Dividierte Differenzen 3. Ordnung (Spalte III)


Sie werden aus vier aufeinanderfolgenden Stützpunkten gebildet:

½ x0 ; x1 ; x2 % / ½ x1 ; x2 ; x3 %
½ x0 ; x1 ; x2 ; x3 % ¼
x0 / x3
½ x1 ; x2 ; x3 % / ½ x2 ; x3 ; x4 %
½ x1 ; x2 ; x3 ; x4 % ¼
x1 / x4
..
.

Entsprechend sind die dividierten Differenzen höherer Ordnung definiert.

Anmerkung
Vorteil der Interpolationsformel von Newton (z. B. gegenüber der Lagrange-Interpolation,
siehe Abschnitt 4.7.2): Die Anzahl der Stützpunkte kann beliebig vergrößert (oder auch
verkleinert) werden, ohne dass die Koeffizienten neu berechnet werden müssen (das Re-
chenschema ist nur entsprechend zu ergänzen).
86 III Funktionen und Kurven

& Beispiel

k 0 1 2 3
xk 0 2 5 7
yk 12 / 16 / 28 54

Das Newtonsche Näherungspolynom durch diese vier Stützpunkte ist von höchstens 3. Grade.
Lösungsansatz: y ¼ a0 þ a1 ðx / x0 Þ þ a2 ðx / x0 Þ ðx / x1 Þ þ a3 ðx / x0 Þ ðx / x1 Þ ðx / x2 Þ
Berechnung der Koeffizienten nach dem Steigungs- oder Differenzenschema:

k xk yk I II III

a0
a1
0 0 12 a2
/ 14 a3
1 2 / 16 2
/4 1
2 5 / 28 9
41
3 7 54

a0 ¼ 12; a1 ¼ / 14; a2 ¼ 2; a3 ¼ 1
Näherungspolynom nach Newton:

y ¼ a0 þ a1 ðx / x0 Þ þ a2 ðx / x0 Þ ðx / x1 Þ þ a 3 ðx / x0 Þ ðx / x1 Þ ðx / x2 Þ ¼
¼ 12 / 14ðx / 0Þ þ 2 ðx / 0Þ ðx / 2Þ þ 1 ðx / 0Þ ðx / 2Þ ðx / 5Þ ¼
¼ 12 / 14 x þ 2 x ðx / 2Þ þ x ðx / 2Þ ðx / 5Þ ¼
¼ 12 / 14 x þ 2 x 2 / 4 x þ x ðx 2 / 7 x þ 10Þ ¼
¼ 12 / 14 x þ 2 x 2 / 4 x þ x 3 / 7 x 2 þ 10 x ¼
¼ x 3 / 5 x 2 / 8 x þ 12
&

5 Gebrochenrationale Funktionen

5.1 Definition der gebrochenrationalen Funktionen

gðxÞ am x m þ am / 1 x m / 1 þ . . . þ a1 x þ a0
f ðxÞ ¼ ¼ ðam 6¼ 0; bn 6¼ 0Þ
hðxÞ bn x n þ bn / 1 x n / 1 þ . . . þ b1 x þ b0

g ðxÞ: Zählerpolynom vom Grade m


h ðxÞ: Nennerpolynom vom Grade n
n > m: Echt gebrochenrationale Funktion (sonst unecht gebrochen)

Definitionsbereich: x 2 R mit Ausnahme der Nullstellen des Nennerpolynoms h ðxÞ


5 Gebrochenrationale Funktionen 87

5.2 Nullstellen, Definitionslücken, Pole


Nullstelle x0
Es gilt f ðx0 Þ ¼ 0, d. h. g ðx0 Þ ¼ 0 und hðx0 Þ ¼
6 0.
Definitionslücke x0
Der Nenner der gebrochenrationalen Funktion verschwindet an der Stelle x0 , also gilt
h ðx0 Þ ¼ 0. Die Definitionslücken fallen daher mit den (reellen) Nullstellen des Nenners
zusammen. Es gibt somit höchstens n (reelle) Definitionslücken, ermittelt aus der Glei-
chung h ðxÞ ¼ 0.
Pol oder Unendlichkeitsstelle x0
Ein Pol x0 ist eine Definitionslücke besonderer Art: Nähert man sich der Stelle x0 , so strebt
der Funktionswert gegen þ 1 oder / 1. In einer Polstelle gilt somit h ðx0 Þ ¼ 0 und
g ðx0 Þ ¼
6 0, falls Zähler und Nenner keine gemeinsamen Nullstellen haben (siehe auch weiter
unten). Die in einem Pol errichtete Parallele zur y-Achse heißt Polgerade (senkrechte Asymp-
tote). Verhält sich die Funktion bei Annäherung an den Pol von beiden Seiten her gleichartig,
so liegt ein Pol ohne Vorzeichenwechsel, anderenfalls ein Pol mit Vorzeichenwechsel vor.
Ist x0 eine k-fache Nullstelle des Nennerpolynoms h ðxÞ, so liegt ein Pol k-ter Ordnung vor:
k ¼ gerade ) Pol ohne Vorzeichenwechsel
k ¼ ungerade ) Pol mit Vorzeichenwechsel
Berechnung der Nullstellen und Pole
Falls Zähler und Nenner gemeinsame Nullstellen und somit auch gemeinsame Linearfakto-
ren haben, geht man wie folgt vor:
1. Man zerlegt zunächst das Zähler- und Nennerpolynom jeweils in Linearfaktoren und
kürzt gemeinsame Faktoren heraus.
2. Die im Zähler verbliebenen Linearfaktoren liefern dann die Nullstellen, die im Nenner
verbliebenen Linearfaktoren die Pole der gebrochenrationalen Funktion.
Durch das Herauskürzen gemeinsamer Linearfaktoren können u. U. Definitionslücken beho-
ben und somit der Definitionsbereich der Funktion erweitert werden.

& Beispiel

3 x 4 / 12 x 3 / 9 x 2 þ 42 x / 24 3ðx þ 2Þ ðx / 1Þ 2 ðx / 4Þ
y ¼ ¼ ðx 6¼ 1; /1Þ
x3 þ x2 / x / 1 ðx / 1Þ ðx þ 1Þ 2

Zähler und Nenner wurden in Linearfaktoren zerlegt, gemeinsame Linearfaktoren herausgekürzt:


3 ðx þ 2Þ ðx / 1Þ ðx / 4Þ
y ¼
ðx þ 1Þ 2

Nullstellen: x1 ¼ / 2 ; x2 ¼ 1 ; x3 ¼ 4
Pole: x4 ¼ / 1 (Pol ohne Vorzeichenwechsel)
Polgerade: x ¼ /1 (Parallele zur y-Achse)

Die ursprünglich vorhandene Definitionslücke bei x ¼ 1 wurde somit behoben.


&
88 III Funktionen und Kurven

5.3 Asymptotisches Verhalten im Unendlichen


Echt gebrochenrationale Funktion
Eine echt gebrochenrationale Funktion nähert sich im Unendlichen (d. h. für x ! + 1Þ
stets der x-Achse:

Asymptote im Unendlichen: y ¼ 0

Unecht gebrochenrationale Funktion


Eine unecht gebrochenrationale Funktion f ðxÞ wird zunächst durch Polynomdivision in
eine ganzrationale Funktion (Polynomfunktion) pðxÞ und eine echt gebrochenrationale
Funktion r ðxÞ zerlegt: f ðxÞ ¼ p ðxÞ þ r ðxÞ. Im Unendlichen verschwindet r ðxÞ und
die Funktion f ðxÞ nähert sich daher asymptotisch der Polynomfunktion p ðxÞ:

Asymptote im Unendlichen: y ¼ p ðxÞ (Polynom vom Grade m / n)

& Beispiel

3 x 4 / 12 x 3 / 9 x 2 þ 42 x / 24
y ¼ ðunecht gebrochenrationale Funktion; m ¼ 4; n ¼ 3Þ
x3 þ x2 / x / 1

Polynomdivision:
9 x 2 þ 30 x / 39
ð3 x 4 / 12 x 3 / 9 x 2 þ 42 x / 24Þ : ðx 3 þ x 2 / x / 1Þ ¼ 3 x / 15 þ 3
x þ x2 / x / 1
|fflfflfflfflffl{zfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
/ ð3 x 4 þ 3 x 3 / 3 x 2 / 3 xÞ
p ðxÞ r ðxÞ
/ 15 x 3 / 6 x 2 þ 45 x / 24
/ ð/ 15 x 3 / 15 x 2 þ 15 x þ 15Þ
9 x 2 þ 30 x / 39

Asymptote im Unendlichen: y ¼ 3 x / 15 (Polynom vom Grade 1 ! Gerade)


&

6 Potenz- und Wurzelfunktionen

6.1 Potenzfunktionen mit ganzzahligen Exponenten


Potenzfunktionen mit positiv-ganzzahligen Exponenten

y ¼ xn; /1 < x < 1 ðn 2 N *Þ

(sog. Parabel n-ter Ordnung)


6 Potenz- und Wurzelfunktionen 89

Eigenschaften
(1) Symmetrie: Für gerades n erhält man gerade Funktionen (Bild a)), für ungerades n
ungerade Funktionen (Bild b)).
(2) Nullstelle: x1 ¼ 0 (n-fache Nullstelle)

Bild a) zeigt die gerade Funktion y ¼ x 2 (Normalparabel), Bild b) die ungerade Funk-
tion y ¼ x 3 (kubische Parabel).

y
y

y = x2
y = x3
1

x –1 1 x

a) –1 b)

Potenzfunktionen mit negativ-ganzzahligen Exponenten

1
y ¼ x /n ¼ ; x 6¼ 0 ðn 2 N *Þ
xn

Eigenschaften
(1) Symmetrie: Für gerades n erhält man gerade Funktionen (Bild a)), für ungerades n
ungerade Funktionen (Bild b)).
(2) Pol: x1 ¼ 0 (Pol n-ter Ordnung)
Polgerade: x ¼ 0 (y-Achse)
(3) Asymptote im Unendlichen: y ¼ 0 (x-Achse)

Bild a) zeigt die gerade Funktion y ¼ x / 2 , Bild b) die ungerade Funktion y ¼ x / 1 .

y y

y = x –1

1
y = x –2 y = x –2
1 x
y = x –1
1
a) b)
1 x
90 III Funktionen und Kurven

6.2 Wurzelfunktionen
pffiffiffi
Die Wurzelfunktionen y ¼ n x sind die Umkehrfunktionen der auf das Intervall x ( 0
beschränkten Potenzfunktionen y ¼ x n ðn ¼ 2; 3; 4; . . .Þ :
p
n
ffiffiffi
y ¼ x; x ( 0 ðn ¼ 2; 3; 4; . . .Þ

Eigenschaften
(1) Monotonie: Streng monoton wachsend
(2) Nullstelle: x1 ¼ 0

pffiffiffi
Bild a) zeigt die Wurzelfunktion y ¼ x (Umkehrfunktion von y ¼ x 2 , x ( 0),
pffiffiffi
Bild b) die Wurzelfunktion y ¼ 3 x (Umkehrfunktion von y ¼ x 3 , x ( 0).

y y

1 1 3
y = √x y = √x

y = x2 y = x3

1 x 1 x

a) b)

6.3 Potenzfunktionen mit rationalen Exponenten


Unter einer Potenzfunktion mit rationalem Exponenten versteht man die Wurzelfunktion
m pffiffiffiffiffiffi
y ¼ xn ¼ n m
x ; x > 0 ðm 2 Z ; n 2 N *Þ

(n-te Wurzel aus x m )


Eigenschaften
(1) Monotonie: Bei positivem Exponenten streng monoton wachsend (Bild a)), bei nega-
tivem Exponenten streng monoton fallend (Bild b)).
(2) Definitionsbereich: x > 0, bei positivem Exponenten x ( 0.
(3) Erweiterung auf beliebige reelle Exponenten a:
a
y ¼ x a ¼ e ln x ¼ e a . ln x ðx > 0; ln x : natürlicher Logarithmus von xÞ
7 Trigonometrische Funktionen 91

Bild a) zeigt die streng monoton wachsende Funktion y ¼ x 2=3 ðx ( 0Þ, Bild b) die
streng monoton fallende Funktion y ¼ x / 1=2 ðx > 0Þ.

y y

y = x 2/3
1
y = x –1/2
1

1 x 1 5 x
a) b)

7 Trigonometrische Funktionen

Weitere Bezeichnungen: Winkelfunktionen, Kreisfunktionen

7.1 Winkelmaße
Winkel werden im Grad- oder Bogenmaß gemessen.

Bogenmaß eines Winkels v

Bogenmaß x : Maßzahl der Länge des Kreisbo-


gens, der im Einheitskreis dem Winkel a ge-
1 Bogenmaß x
genüberliegt 2Þ .
a
Einer vollen Umdrehung entsprechen im Grad- u
maß 360" (Altgrad), im Bogenmaß 2 p rad
(gelesen: Radiant) 3Þ .

Umrechnung der Winkelmaße

p
Vom Grad- ins Bogenmaß: x ¼ a
180"
180"
Vom Bogen- ins Gradmaß: a ¼ x
p

1" ' 0,017 453 rad; 1 rad ' 57,2958"


In einem beliebigen Kreis ist x das Verhältnis aus der Kreisbogenlänge b und dem Radius r ðx ¼ b=rÞ.

Das Bogenmaß ist eine dimensionslose Größe, man lässt daher die Einheit rad meist weg. Neben dem Altgrad
gibt es noch den Neugrad. Einer vollen Umdrehung entsprechen dabei 400 gon.
92 III Funktionen und Kurven

Drehsinn eines Winkels v


Die Winkel erhalten wie folgt ein Vorzei- P
chen: Im Gegenuhrzeigersinn überstrichene x
Winkel werden positiv, im Uhrzeigersinn
überstrichene Winkel negativ gezählt. a
–a u
–x

P'

7.2 Definition der trigonometrischen Funktionen


Darstellung im rechtwinkeligen Dreieck
a ist ein spitzer Winkel in einem rechtwinkeligen Dreieck ð0" ) a ) 90" Þ. Definitions-
gemäß gilt dann:

Gegenkathete a
sin a ¼ ¼ c
Hypotenuse c a

Ankathete b a
cos a ¼ ¼
Hypotenuse c b

Gegenkathete a a, b: Katheten
tan a ¼ ¼ c: Hypotenuse
Ankathete b
Ankathete b
cot a ¼ ¼
Gegenkathete a

Darstellung im Einheitskreis
Für einen beliebigen (positiven oder negati-
v
ven) Winkel a gilt definitionsgemäß (P ist „Obere Tangente“
dabei der zum Winkel a gehörende Kreis-
cot a
punkt):
P
sin a ¼ Ordinate von P 1
cos a ¼ Abszisse von P sin a
a
cos a u
tan a ¼ Abschnitt auf der
„rechten Kreistangente“ tan a

„Rechte
cot a ¼ Abschnitt auf der
Tangente“
„oberen Kreistangente“
7 Trigonometrische Funktionen 93

Quadrantenregel (Vorzeichenregel)

Quadrant I II III IV v

II I
Sinus þ þ / /

Kosinus þ / / þ a
u
Tangens þ / þ /

Kotangens þ / þ / III IV

7.3 Sinus- und Kosinusfunktion


Die trigonometrischen Funktionen y ¼ sin x und y ¼ cos x zeigen den folgenden Ver-
lauf (x : Winkel im Bogenmaß):

y
y = cos x
1 y = sin x

–p –p
2
0 p
2
p 3
2
p 2p 5
2
p 3p x
–1

Eigenschaften ðk 2 ZÞ y ¼ sin x y ¼ cos x

Definitionsbereich /1 < x < 1 /1 < x < 1

Wertebereich /1 ) y ) 1 /1 ) y ) 1

Periode (primitive) 2p 2p

Symmetrie ungerade gerade


p
Nullstellen xk ¼ k . p xk ¼ þk .p
2
p
Relative Maxima xk ¼ þ k . 2p xk ¼ k . 2 p
2

3
Relative Minima xk ¼ p þ k . 2p xk ¼ p þ k . 2 p
2
94 III Funktionen und Kurven

7.4 Tangens- und Kotangensfunktion


Die trigonometrischen Funktionen y ¼ tan x und y ¼ cot x zeigen den in den Bildern
a) und b) dargestellten Verlauf (x : Winkel im Bogenmaß):

y y

1 1
p
– 23 p – p – 2 0 p p 3 p 2p 5 p x – 2 p – 23 p –p – p 0 p p 3
2
p 2p x
2 2 2 2 2

a) Tangensfunktion b) Kotangensfunktion

Eigenschaften ðk 2 ZÞ y ¼ tan x y ¼ cot x


Definitionsbereich x 2 R mit Ausnahme x 2 R mit Ausnahme
p der Stellen xk ¼ k . p
der Stellen xk ¼ þk .p
2
Wertebereich /1 < y < 1 /1 < y < 1
Periode (primitive) p p
Symmetrie ungerade ungerade
p
Nullstellen xk ¼ k . p xk ¼ þk .p
2
p
Pole xk ¼ þk .p xk ¼ k . p
2
p
Senkrechte Asymptoten x ¼ þk .p x ¼ k .p
2

Beide Funktionen besitzen keine relativen Extremwerte.

7.5 Wichtige Beziehungen zwischen den trigonometrischen Funktionen


Zusammenhang zwischen sin x und cos x

! p4 ! p4
cos x ¼ sin x þ sin x ¼ cos x /
2 2

Der Kosinus läuft dem Sinus um p=2 voraus, der Sinus läuft dem Kosinus um p=2
hinterher.
7 Trigonometrische Funktionen 95

Trigonometrischer Pythagoras

sin 2 x þ cos 2 x ¼ 1

Weitere elementare Beziehungen

sin x 1 cos x 1
tan x ¼ ¼ cot x ¼ ¼
cos x cot x sin x tan x

Umrechnungen zwischen den trigonometrischen Funktionen

sin x cos x tan x cot x


qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi tan x 1
sin x + 1 / cos 2 x + qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi + qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
1 þ tan 2 x 1 þ cot 2 x
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi 1 cot x
cos x + 1 / sin 2 x + qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi + qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
1 þ tan 2 x 1 þ cot 2 x
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
sin x 1 / cos 2 x 1
tan x + qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi +
1 / sin 2 x cos x cot x
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
1 / sin 2 x cos x 1
cot x + + qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
sin x 1 / cos 2 x tan x

Das Vorzeichen wird nach der Quadrantenregel bestimmt (siehe Abschnitt 7.2).

7.6 Trigonometrische Formeln


7.6.1 Additionstheoreme

sin ðx1 + x2 Þ ¼ sin x1 . cos x2 + cos x1 . sin x2


cos ðx1 + x2 Þ ¼ cos x1 . cos x2 * sin x1 . sin x2

tan x1 + tan x2
tan ðx1 + x2 Þ ¼
1 * tan x1 . tan x2
cot x1 . cot x2 * 1
cot ðx1 + x2 Þ ¼
cot x2 + cot x1
96 III Funktionen und Kurven

7.6.2 Formeln für halbe Winkel

!x4 rffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
1 / cos x
sin ¼ +
2 2
!x4 r ffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
1 þ cos x
cos ¼ +
2 2
!x4 r ffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
1 / cos x sin x 1 / cos x
tan ¼ + ¼ ¼
2 1 þ cos x 1 þ cos x sin x

Das Vorzeichen wird nach der Quadrantenregel bestimmt (siehe Abschnitt 7.2).

7.6.3 Formeln für Winkelvielfache


Formeln für doppelte Winkel

sin ð2 xÞ ¼ 2 . sin x . cos x


cos ð2 xÞ ¼ cos 2 x / sin 2 x ¼ 1 / 2 . sin 2 x ¼ 2 . cos 2 x / 1
2 . tan x
tan ð2 xÞ ¼
1 / tan 2 x

Formeln für dreifache Winkel

sin ð3 xÞ ¼ 3 . sin x / 4 . sin3 x


cos ð3 xÞ ¼ 4 . cos 3 x / 3 . cos x
3 . tan x / tan 3 x
tan ð3 xÞ ¼
1 / 3 . tan 2 x

Formeln für n-fache Winkel (n = 2, 3, 4, . . .)


!n4 !n4
sin ðn xÞ ¼ . sin x . cos n / 1 x / . sin 3 x . cos n / 3 x þ
1 3
!n4
þ . sin 5 x . cos n / 5 x / þ . . .
5
!n4 !n4
cos ðn xÞ ¼ cos n x / . sin 2 x . cos n / 2 x þ . sin 4 x . cos n / 4 x / þ . . .
2 4
!n4
: Binomialkoeffizient (siehe I.2.7)
k
7 Trigonometrische Funktionen 97

7.6.4 Formeln für Potenzen

1
sin 2 x ¼ ½1 / cos ð2 xÞ%
2
1
sin 3 x ¼ ½3 . sin x / sin ð3 xÞ%
4
1
sin 4 x ¼ ½ cos ð4 xÞ / 4 . cos ð2 xÞ þ 3%
8
1
cos 2 x ¼ ½1 þ cos ð2 xÞ%
2
1
cos 3 x ¼ ½3 . cos x þ cos ð3 xÞ%
4
1
cos 4 x ¼ ½ cos ð4 xÞ þ 4 . cos ð2 xÞ þ 3%
8

7.6.5 Formeln für Summen und Differenzen


!x þ x 4 !x / x 4
1 2 1 2
sin x1 þ sin x2 ¼ 2 . sin . cos
2 2
!x þ x 4 !x / x 4
1 2 1 2
sin x1 / sin x2 ¼ 2 . cos . sin
2 2
!x þ x 4 !x / x 4
1 2 1 2
cos x1 þ cos x2 ¼ 2 . cos . cos
2 2
!x þ x 4 !x / x 4
1 2 1 2
cos x1 / cos x2 ¼ / 2 . sin . sin
2 2
sin ðx1 + x2 Þ
tan x1 + tan x2 ¼
cos x1 . cos x2

sin ðx1 þ x2 Þ þ sin ðx1 / x2 Þ ¼ 2 . sin x1 . cos x2


sin ðx1 þ x2 Þ / sin ðx1 / x2 Þ ¼ 2 . cos x1 . sin x2
cos ðx1 þ x2 Þ þ cos ðx1 / x2 Þ ¼ 2 . cos x1 . cos x2
cos ðx1 þ x2 Þ / cos ðx1 / x2 Þ ¼ / 2 . sin x1 . sin x2
98 III Funktionen und Kurven

7.6.6 Formeln für Produkte

1
sin x1 . sin x2 ¼ ½ cos ðx1 / x2 Þ / cos ðx1 þ x2 Þ%
2
1
cos x1 . cos x2 ¼ ½cos ðx1 / x2 Þ þ cos ðx1 þ x2 Þ%
2
1
sin x1 . cos x2 ¼ ½ sin ðx1 / x2 Þ þ sin ðx1 þ x2 Þ%
2
tan x1 þ tan x2
tan x1 . tan x2 ¼
cot x1 þ cot x2

7.7 Anwendungen in der Schwingungslehre


7.7.1 Allgemeine Sinus- und Kosinusfunktion

y
Allgemeine Sinusfunktion p = 2 p/b
a

y ¼ a . sin ðb x þ cÞ ða > 0; b > 0Þ


x0 x
Eigenschaften y = a sin(bx + c)
–a
(1) Periode: p ¼ 2 p=b
(2) Wertebereich: / a ) y ) a
(3) Verschiebung auf der x-Achse, bezogen auf die elementare Sinusfunktion y ¼ sin x
(„Startpunkt“): x0 ¼ / c=b (für c > 0 ist die Kurve nach links, für c < 0 nach
rechts verschoben)

y
Allgemeine Kosinusfunktion y = a cos(bx + c)
a

y ¼ a . cos ðb x þ cÞ ða > 0; b > 0Þ


x0 x
Eigenschaften
–a p = 2 p/b
(1) Periode: p ¼ 2 p=b
(2) Wertebereich: / a ) y ) a
(3) Verschiebung auf der x-Achse, bezogen auf die elementare Kosinusfunktion y ¼ cos x
(„Startpunkt“): x0 ¼ / c=b (für c > 0 ist die Kurve nach links, für c < 0 nach
rechts verschoben)
7 Trigonometrische Funktionen 99

7.7.2 Harmonische Schwingungen (Sinusschwingungen)


7.7.2.1 Gleichung einer harmonischen Schwingung
Auslenkung y eines Federpendels (Feder-Masse-Schwingers) in Abhängigkeit von der Zeit t :
y
y ¼ A . sin ðw t þ jÞ ðA; w > 0Þ T
A
A: Amplitude (maximale Auslenkung)
w: Kreisfrequenz der Schwingung
j: Phase, Phasenwinkel oder
Nullphasenwinkel – f/v t

T: Schwingungsdauer oder Periode y = A sin( vt + f)


f: Frequenz –A
T ¼ 2 p=w, f ¼ 1=T ¼ w=2 p
w ¼ 2 p f ¼ 2 p=T

Eine in der Kosinusform y ¼ A . cos ðw t þ jÞ dargestellte harmonische Schwingung


lässt sich wie folgt in die Sinusform umschreiben:
3 2
p
y ¼ A . cos ðw t þ jÞ ¼ A . sin wt þ j þ ¼ A . sin ðw t þ j *Þ
2
|fflfflffl{zfflfflffl}
Nullphasenwinkel j *

Regel: Nullphasenwinkel j um p=2 vergrößern

7.7.2.2 Darstellung einer harmonischen Schwingung im Zeigerdiagramm


Eine harmonische Schwingung y ¼ A . sin ðw t þ jÞ lässt sich in einem Zeigerdiagramm
durch einen rotierenden Zeiger der Länge A darstellen. 4Þ Die Rotation erfolgt dabei aus der
durch den Nullphasenwinkel j eindeutig bestimmten Anfangslage heraus um den Nullpunkt
mit der Winkelgeschwindigkeit w im Gegenuhrzeigersinn. Die Ordinate der Zeigerspitze
entspricht dabei dem augenblicklichen Funktionswert der Schwingung (Bild a)).
v

A sin( v t + f) + cos

A
A
vt A sin f
f
– sin + sin
u

a) b) – cos


Darstellung durch komplexe Zeiger: siehe VIII.8.1.
100 III Funktionen und Kurven

Bei der bildlichen Darstellung einer Schwingung im Zeigerdiagramm zeichnet man verab-
redungsgemäß nur die Anfangslage (Zeiger der Länge A unter dem Winkel j gegen die
Horizontale). Lässt man auch einen negativen „Amplitudenfaktor“ A zu, so gelten für das
Abtragen der unverschobenen Schwingungen ðj ¼ 0Þ die folgenden Regeln (A < 0
bedeutet eine Vergrößerung des Phasenwinkels um p, d. h. eine zusätzliche Drehung des
Zeigers um 180" (Bild b)):

Schwingungstyp A > 0 A < 0

y ¼ A . sin ðw tÞ Zeiger nach rechts abtragen Zeiger nach links abtragen

y ¼ A . cos ðw tÞ Zeiger nach oben abtragen Zeiger nach unten abtragen

Liegen die Schwingungen in der „phasenverschobenen“ Form y ¼ A . sin ðw t þ jÞ


bzw. y ¼ A . cos ðw t þ j) vor, so erfolgt eine zusätzliche Drehung um den Nullphasen-
winkel j (für j > 0 im Gegenuhrzeigersinn, für j < 0 im Uhrzeigersinn).

& Beispiel + cos


Das nebenstehende Bild zeigt die Anfangslage
der folgenden Zeiger: y2 y1
3 4
! p4
y1 ¼ 4 . sin w t þ
4
! 60° 45°
p4 + sin
y2 ¼ / 3 . sin w t / 135°
3
3 2 3
3
y3 ¼ 3 . cos w t / p
4 y3 &

7.7.3 Superposition (!berlagerung) gleichfrequenter harmonischer Schwingungen


Die ungestörte !berlagerung zweier gleichfrequenter harmonischer Schwingungen
y1 ¼ A1 . sin ðw t þ j1 Þ und y2 ¼ A2 . sin ðw t þ j2 Þ führt zu einer resultierenden
Schwingung der gleichen Frequenz (Superpositionsprinzip der Physik). Im Zeigerdiagramm
werden die Zeiger von y1 und y2 nach der aus der Vektorrechnung bekannten Parallelo-
grammregel zu einem resultierenden Zeiger y ¼ A . sin ðw t þ jÞ zusammengesetzt.
Amplitude A und Nullphasenwinkel j können direkt abgelesen oder nach den folgenden
Formeln berechnet werden ðA1 > 0; A2 > 0Þ:
y = y1 + y2
y ¼ y1 þ y2 ¼ A . sin ðw t þ jÞ
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi y2
A ¼ A 21 þ A 22 þ 2 A1 A2 . cos ðj2 / j1 Þ A
A2
A1 . sin j1 þ A2 . sin j2 A1
tan j ¼ f2 f y1
A1 . cos j1 þ A2 . cos j2
f1
Anmerkungen
(1) Bei der Berechnung des Nullphasenwinkels j aus der angegebenen Gleichung ist
die Lage des resultierenden Zeigers zu berücksichtigen (Skizze anfertigen und den
Quadranten des Winkels bestimmen).
8 Arkusfunktionen 101

(2) Die Formeln für Amplitude A und Phasenwinkel j gelten auch dann, wenn beide Ein-
zelschwingungen in der Kosinusform vorliegen. Die resultierende Schwingung ist dann
ebenfalls eine (gleichfrequente) Kosinusschwingung vom Typ y ¼ A . cos ðw t þ jÞ.

& Beispiel
y = y1 + y2
Ungestörte !berlagerung zweier Sinusschwingungen:
! 3 2
p4 2
y1 ¼ 4 . sin w t þ ; y2 ¼ 3 . sin w t þ p A 4,7
8 3 y2
p 2
A1 ¼ 4 ; A2 ¼ 3 ; j1 ¼ ; j2 ¼ p 62° y1
8 3 f
sffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
3 2ffi
2 p
A ¼ 4 2 þ 3 2 þ 2 . 4 . 3 . cos p / ¼
3 8
sffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
3 2ffi
13
¼ 16 þ 9 þ 24 . cos p ¼ 4;68
24
!p4 2 3
2
4 . sin p þ 3 . sin
8 3
tan j ¼ !p4 3 2 ¼ 1;8806 ) j ¼ arctan 1;8806 ¼ 1;082 ¼ 62"
2
4 . cos þ 3 . cos p
8 3

Resultierende Schwingung: y ¼ y1 þ y2 ¼ 4;68 . sin ðw t þ 1;082Þ


&

8 Arkusfunktionen

Die Umkehrfunktionen der auf bestimmte Intervalle beschränkten trigonometrischen Funk-


tionen heißen Arkus- oder zyklometrische Funktionen. Die Intervalle müssen dabei so ge-
wählt werden, dass die trigonometrischen Funktionen dort in streng monotoner Weise sämt-
liche Funktionswerte durchlaufen und somit umkehrbar sind. Der Funktionswert einer
Arkusfunktion ist ein im Bogen- oder Gradmaß dargestellter Winkel.

8.1 Arkussinus- und Arkuskosinusfunktion


y

Arkussinusfunktion p
2

y ¼ arcsin x mit / 1 ) x ) 1 ist die y = arcsin x


Umkehrfunktion der auf das Intervall
/ p=2 ) x ) p=2 beschränkten Sinus-
funktion. –1 1 x

Der Arkussinus liefert nur Winkel aus dem


1. und 4. Quadrant.
–p
2
102 III Funktionen und Kurven

Arkuskosinusfunktion y
p
y ¼ arccos x mit / 1 ) x ) 1 ist die
Umkehrfunktion der auf das Intervall
0 ) x ) p beschränkten Kosinusfunk-
tion. p
2
y = arccos x

Der Arkuskosinus liefert nur Winkel aus dem


1. und 2. Quadrant.

–1 1 x

Eigenschaften y ¼ arcsin x y ¼ arccos x


Definitionsbereich /1 ) x ) 1 /1 ) x ) 1
p p
Wertebereich / ) y ) 0 ) y ) p
2 2
Symmetrie 5Þ ungerade
Nullstellen x1 ¼ 0 x1 ¼ 1
Monotonie streng monoton wachsend streng monoton fallend

8.2 Arkustangens- und Arkuskotangensfunktion


Arkustangensfunktion y
p
y ¼ arctan x mit / 1 < x < 1 ist 2

die Umkehrfunktion der auf das Intervall y = arctan x


/ p=2 < x < p=2 beschränkten Tan-
gensfunktion. 1 x

p

Der Arkustangens liefert nur Winkel aus dem 2

1. und 4. Quadrant.

Arkuskotangensfunktion y
p
y ¼ arccot x mit / 1 < x < 1 ist
die Umkehrfunktion der auf das Intervall
0 < x < p beschränkten Kotangens- p y = arccot x
2
funktion.

Der Arkuskotangens liefert nur Winkel aus dem 1 x


1. und 2. Quadrant.


y ¼ arccos x verläuft punktsymmetrisch zum Symmetriezentrum P ¼ ð0; p=2Þ auf der y-Achse.
8 Arkusfunktionen 103

Eigenschaften y ¼ arctan x y ¼ arccot x


Definitionsbereich /1 < x < 1 /1 < x < 1
p p
Wertebereich / < y < 0 < y < p
2 2
Symmetrie 6Þ ungerade
Nullstellen x1 ¼ 0
Monotonie streng monoton wachsend streng monoton fallend
p
Asymptoten y ¼ + y ¼ 0; y ¼ p
2

Die Berechnung der Funktionswerte von y ¼ arccot x erfolgt nach der Formel

p
arccot x ¼ / arctan x
2

Bei Verwendung des Gradmaßes muss p=2 durch 90" ersetzt werden.

8.3 Wichtige Beziehungen zwischen den Arkusfunktionen

arcsin x þ arccos x ¼ p=2 arctan x þ arccot x ¼ p=2


x ! x !
arcsin x ¼ arctan qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi arctan x ¼ arcsin qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
1 / x2 1 þ x2

x ! x !
arccos x ¼ arccot qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi arccot x ¼ arccos qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
1 / x2 1 þ x2

8 9
< arctan ð1=xÞ x > 0=
arccot x ¼ fur

: ;
arctan ð1=xÞ þ p x < 0

Formeln für negative Argumente

arcsin ð/ xÞ ¼ / arcsin x arccos ð/ xÞ ¼ p / arccos x


arctan ð/ xÞ ¼ / arctan x arccot ð/ xÞ ¼ p / arccot x


y ¼ arccot x verläuft punktsymmetrisch zum Symmetriezentrum P ¼ ð0; p=2Þ auf der y-Achse.
104 III Funktionen und Kurven

9 Exponentialfunktionen

9.1 Definition der Exponentialfunktionen

e-Funktion (Basis e) y

y ¼ ex ; /1 < x < 1
y = ex
Basis: Eulersche Zahl e
3 2
1 n
e ¼ lim 1 þ ¼ 2;718 281 . . . 1
n!1 n

1 x

Allgemeine Exponentialfunktion (Basis a) y

y ¼ ax ; /1 < x < 1
x
y = 2x
Basis: a > 0; a 6¼ 1 ( )
y= 1
3

Das Bild zeigt die Exponentialfunktionen


2 x 2(streng monoton wachsend) und
y ¼ 3 1
1 x
y ¼ (streng monoton fallend).
3
1 x

y ¼ a x ist auch als e-Funktion darstellbar:

y ¼ a x ¼ e lx ðl ¼ ln aÞ

Eigenschaften
(1) Definitionsbereich: /1 < x < 1
(2) Wertebereich: 0 < y < 1 (keine Nullstellen!)
(3) Monotonie: l > 0 (d. h. a > 1): Streng monoton wachsend
l < 0 (d. h. 0 < a < 1): Streng monoton fallend
(4) Asymptote: y ¼ 0 (x-Achse)
(5) y ð0Þ ¼ 1 (alle Kurven schneiden die y-Achse bei y ¼ 1)
(6) y ¼ a / x entsteht durch Spiegelung von y ¼ a x an der y-Achse.
9 Exponentialfunktionen 105

9.2 Spezielle Exponentialfunktionen aus den Anwendungen


In den naturwissenschaftlich-technischen Anwendungen treten Exponentialfunktionen meist
in der zeitabhängigen Form auf, z. B. bei Abkling- und Sättigungsfunktionen (t: Zeit).

9.2.1 Abklingfunktion
y
y ¼ a . e /lt þ b
a+b
oder
y ¼ a . e / t=t þ b – tt
y=a e +b

a > 0; l > 0; t ¼ 1=l > 0; t ( 0


y=b
Eigenschaften b
t Tangente in t = 0
(1) Streng monoton fallende Funktion.
(2) Asymptote für t ! 1: y ¼ b t

(3) Tangente in t ¼ 0 schneidet die


Asymptote an der Stelle t ¼ 1=l.
y

Sonderfall: b ¼ 0 a

y ¼ a . e /lt
– tt
y=a e
oder
y ¼ a . e / t=t
t Tangente in t = 0 t

9.2.2 Sättigungsfunktion
y
y ¼ a ð1 / e / l t Þ þ b
t Tangente in t = 0 y=a+b
oder a+b
1 0
y ¼ a 1 / e / t=t þ b
(
y = a 1– e
– tt
)+b
a > 0; l > 0; t ¼ 1=l > 0; t ( 0

Eigenschaften b

(1) Streng monoton wachsende Funktion.


(2) Asymptote für t ! 1: y ¼ a þ b t

(3) Tangente in t ¼ 0 schneidet die


Asymptote an der Stelle t ¼ 1=l.
106 III Funktionen und Kurven

Sonderfall: b ¼ 0 y
1 0 t Tangente in t = 0 y=a
y ¼ a 1 / e /lt a

oder
1 0
y ¼ a 1 / e / t=t y = a 1– e( – tt
)

t
9.2.3 Wachstumsfunktion
y
y ¼ y0 . e a t , t ( 0

y0 > 0: Anfangsbestand (zur Zeit t ¼ 0)


y = y0 · e at
a > 0: Wachstumsrate

y0

9.2.4 Gauß-Funktion (Gaußsche Glockenkurve)

2 y
y ¼ a . e / b ðx / x0 Þ , /1 < x < 1
a
2
a > 0, b > 0 y = a e – b ( x – x0 )

Eigenschaften
(1) Maximum bei x0 : y ðx0 Þ ¼ a
(2) Symmetrieachse: x ¼ x0 (Parallele x0 x
zur y-Achse durch das Maximum)
(3) Asymptote im Unendlichen: y ¼ 0
(x-Achse)

9.2.5 Kettenlinie y

P2 P1
Eine an zwei Punkten P1 und P2 in gleicher
Höhe befestigte, freihängende Kette nimmt un-
ter dem Einfluss der Schwerkraft die geometri-
sche Form einer Kettenlinie an ða > 0Þ:
x
!x4 a y = a cosh a ( )
a ! x=a 4
y ¼ a . cosh ¼ e þ e / x=a
a 2
x
10 Logarithmusfunktionen 107

10 Logarithmusfunktionen

10.1 Definition der Logarithmusfunktionen


Die Logarithmusfunktionen sind die Umkehrfunktionen der Exponentialfunktionen.

Allgemeine Logarithmusfunktion y

y ¼ log a x mit x > 0 ist die Umkehr- y = ln x


funktion der Exponentialfunktion y ¼ a x
ða > 0, a 6¼ 1Þ. 1

1 5 x
Das nebenstehende Bild zeigt die Funktionen –1
y ¼ log e x 0 ln x (streng monoton wach- y = log0,5 x
send) und y ¼ log 0;5 x (streng monoton fal-
lend).

Eigenschaften
(1) Definitionsbereich: x > 0
(2) Wertebereich: / 1 < y < 1
(3) Nullstellen: x1 ¼ 1
(4) Monotonie: 0 < a < 1: Streng monoton fallend
a > 1: Streng monoton wachsend
(5) Asymptote: x ¼ 0 (y-Achse)
(6) Für jede (zulässige) Basis a gilt: log a 1 ¼ 0; log a a ¼ 1
(7) Die Funktionskurve von y ¼ log a x erhält man durch Spiegelung von y ¼ a x an
der Winkelhalbierenden des 1. Quadranten.

10.2 Spezielle Logarithmusfunktionen


y
Natürlicher Logarithmus (a = e)
y = ex
y=x
y ¼ log e x 0 ln x ; x > 0

(Umkehrfunktion von y ¼ e x )
1 y = ln x
Das nebenstehende Bild zeigt, wie man
y ¼ ln x durch Spiegelung von y ¼ e x an
1 x
der Winkelhalbierenden y ¼ x erhält.
108 III Funktionen und Kurven

Zehnerlogarithmus (Dekadischer oder Briggscher Logarithmus, a = 10)

y ¼ log 10 x 0 lg x ; x > 0

Zweierlogarithmus (Binärlogarithmus, a = 2)

y ¼ log 2 x 0 lb x ; x > 0

11 Hyperbelfunktionen

11.1 Definition der Hyperbelfunktionen

y=
= sinh x und y == cosh x y

e x / e /x
y ¼ sinh x ¼
2
e x þ e /x 1
y ¼ cosh x ¼ y = cosh x
2 y = sinh x
1 x
Für großes x gilt:
1
sinh x ' cosh x ' . ex
2

Eigenschaften y ¼ sinh x y ¼ cosh x

Definitionsbereich /1 < x < 1 /1 < x < 1

Wertebereich /1 < y < 1 1 ) y < 1

Symmetrie ungerade gerade

Nullstellen x1 ¼ 0

Extremwerte x1 ¼ 0 (Minimum)

Monotonie streng monoton wachsend

cosh x verläuft im Intervall x < 0 streng monoton fallend, im Intervall x ( 0 dagegen


streng monoton wachsend.
11 Hyperbelfunktionen 109

y = tanh x und y = coth x y

e x / e /x
y ¼ tanh x ¼ y = coth x
e x þ e /x
e x þ e /x
y ¼ coth x ¼ Asymptote
e x / e /x 1
y = tanh x
Für großes x gilt: 1 x

tanh x ' coth x ' 1 –1


Asymptote
y = coth x

Eigenschaften y ¼ tanh x y ¼ coth x

Definitionsbereich /1 < x < 1 jxj > 0

Wertebereich /1 < y < 1 jyj > 1

Symmetrie ungerade ungerade

Nullstellen x1 ¼ 0

Pole x1 ¼ 0

Monotonie streng monoton wachsend

Asymptoten y ¼ +1 x ¼ 0 (y-Achse)
y ¼ +1

coth x verläuft in den Intervallen x < 0 und x > 0 jeweils streng monoton fallend.

11.2 Wichtige Beziehungen zwischen den Hyperbelfunktionen


Hyperbolischer Pythagoras

cosh 2 x / sinh 2 x ¼ 1

Weitere elementare Beziehungen

sinh x cosh x 1
tanh x ¼ coth x ¼ ¼
cosh x sinh x tanh x
110 III Funktionen und Kurven

Umrechnungen zwischen den Hyperbelfunktionen

sinh x cosh x tanh x coth x


qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi tanh x 1
sinh x + cosh 2 x / 1 qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi + qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
1 / tanh 2 x 2
coth x / 1
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi 1 coth x
cosh x sinh 2 x þ 1 qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi + qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
1 / tanh 2 x coth 2 x / 1
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
sinh x cosh 2 x / 1 1
tanh x qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi +
sinh 2 x þ 1 cosh x coth x
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
sinh 2 x þ 1 cosh x 1
coth x + qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
sinh x cosh 2 x / 1 tanh x

Oberes Vorzeichen für x ( 0, unteres Vorzeichen für x < 0.

11.3 Formeln
11.3.1 Additionstheoreme

sinh ðx1 + x2 Þ ¼ sinh x1 . cosh x2 + cosh x1 . sinh x2


cosh ðx1 + x2 Þ ¼ cosh x1 . cosh x2 + sinh x1 . sinh x2

tanh x1 + tanh x2
tanh ðx1 + x2 Þ ¼
1 + tanh x1 . tanh x2
1 + coth x1 . coth x2
coth ðx1 + x2 Þ ¼
coth x1 + coth x2

11.3.2 Formeln für halbe Argumente


!x4 rffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
cosh x / 1
sinh ¼ + (Oberes Vorzeichen für x ( 0, unteres für x < 0Þ
2 2
!x4 rffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
cosh x þ 1
cosh ¼
2 2
!x4 sinh x cosh x / 1
tanh ¼ ¼
2 cosh x þ 1 sinh x
11 Hyperbelfunktionen 111

11.3.3 Formeln für Vielfache des Arguments


Formeln für doppelte Argumente

sinh ð2 xÞ ¼ 2 . sinh x . cosh x


cosh ð2 xÞ ¼ cosh 2 x þ sinh 2 x ¼ 2 . cosh 2 x / 1
2 . tanh x
tanh ð2 xÞ ¼
1 þ tanh 2 x

Formeln für dreifache Argumente

sinh ð3 xÞ ¼ 3 . sinh x þ 4 . sinh 3 x


cosh ð3 xÞ ¼ 4 . cosh 3 x / 3 . cosh x
3 . tanh x þ tanh 3 x
tanh ð3 xÞ ¼
1 þ 3 . tanh 2 x

Formeln für n-fache Argumente (n = 2, 3, 4, . . .)


!n4 !n4
sinh ðn xÞ ¼ . cosh n / 1 x . sinh x þ . cosh n / 3 x . sinh 3 x þ
1 3
!n4
þ . cosh n / 5 x . sinh 5 x þ . . .
5
!n4 !n4
cosh ðn xÞ ¼ cosh n x þ . cosh n / 2 x . sinh 2 x þ . cosh n / 4 x . sinh 4 x þ . . .
2 4
!n4
: Binomialkoeffizient (siehe I.2.7)
k
11.3.4 Formeln für Potenzen
1
sinh 2 x ¼ ½ cosh ð2 xÞ / 1 %
2
1
sinh 3 x ¼ ½ sinh ð3 xÞ / 3 . sinh x %
4
1
sinh 4 x ¼ ½ cosh ð4 xÞ / 4 . cosh ð2 xÞ þ 3 %
8
1
cosh 2 x ¼ ½cosh ð2 xÞ þ 1 %
2
1
cosh 3 x ¼ ½cosh ð3 xÞ þ 3 . cosh x %
4
1
cosh 4 x ¼ ½cosh ð4 xÞ þ 4 . cosh ð2 xÞ þ 3 %
8
112 III Funktionen und Kurven

11.3.5 Formeln für Summen und Differenzen


!x þ x2 4 !x / x2 4
1 1
sinh x1 þ sinh x2 ¼ 2 . sinh . cosh
2 2
!x þ x2 4 ! x1 / x2 4
1
sinh x1 / sinh x2 ¼ 2 . cosh . sinh
2 2
!x þ x2 4 ! x1 / x2 4
1
cosh x1 þ cosh x2 ¼ 2 . cosh . cosh
2 2
!x þ x2 4 ! x1 / x2 4
1
cosh x1 / cosh x2 ¼ 2 . sinh . sinh
2 2
sinh ðx1 + x2 Þ
tanh x1 + tanh x2 ¼
cosh x1 . cosh x2

11.3.6 Formeln für Produkte

1
sinh x1 . sinh x2 ¼ ½ cosh ðx1 þ x2 Þ / cosh ðx1 / x2 Þ%
2
1
cosh x1 . cosh x2 ¼ ½ cosh ðx1 þ x2 Þ þ cosh ðx1 / x2 Þ%
2
1
sinh x1 . cosh x2 ¼ ½ sinh ðx1 þ x2 Þ þ sinh ðx1 / x2 Þ%
2
tanh x1 þ tanh x2
tanh x1 . tanh x2 ¼
coth x1 þ coth x2

11.3.7 Formel von Moivre

ðcosh x + sinh xÞ n ¼ cosh ðn xÞ + sinh ðn xÞ ¼ e + n x ðn 2 N*Þ

Sonderfall: n ¼ 1

ex ¼ cosh x þ sinh x
e / x ¼ cosh x / sinh x
12 Areafunktionen 113

12 Areafunktionen

12.1 Definition der Areafunktionen


Die Umkehrfunktionen der Hyperbelfunktionen heißen Areafunktionen, wobei die Umkeh-
rung von y ¼ cosh x im Intervall x ( 0 vorgenommen wird. Die Areafunktionen lassen
sich durch logarithmische Funktionen ausdrücken.

y = arsinh x und y = arcosh x


y
3 qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi 2
y ¼ arsinh x ¼ ln x þ x2 þ 1
1 y = arcosh x
ð/ 1 < x < 1Þ
3 qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi 2 x
1
y ¼ arcosh x ¼ ln x þ x2 / 1

ðx ( 1Þ y = arsinh x

Eigenschaften y ¼ arsinh x y ¼ arcosh x

Definitionsbereich /1 < x < 1 x ( 1

Wertebereich /1 < y < 1 y ( 0

Symmetrie ungerade

Nullstellen x1 ¼ 0 x1 ¼ 1

Monotonie streng monoton wachsend streng monoton wachsend

y = artanh x und y = arcoth x


y
3 2
1 1þx
y ¼ artanh x ¼ . ln
2 1/x
ðj x j < 1Þ 1 y = arcoth x

3 2
1 x þ1 –1 1 x
y ¼ arcoth x ¼ . ln y = arcoth x
2 x /1 y = artanh x
ðj x j > 1Þ
114 III Funktionen und Kurven

Eigenschaften y ¼ artanh x y ¼ arcoth x

Definitionsbereich /1 < x < 1 jxj > 1

Wertebereich /1 < y < 1 jyj > 0

Symmetrie ungerade ungerade

Nullstellen x1 ¼ 0

Pole x1=2 ¼ + 1 x1=2 ¼ + 1

Monotonie streng monoton wachsend

Asymptoten x ¼ +1 x ¼ +1
y ¼ 0 (x-Achse)

arcoth x verläuft in den Intervallen x < / 1 und x > 1 jeweils streng monoton fallend.

12.2 Wichtige Beziehungen zwischen den Areafunktionen


Umrechnungen zwischen den Areafunktionen

arsinh x arcosh x artanh x arcoth x


qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi!
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi x ! x2 þ 1
arsinh x + arcosh x 2 þ 1 artanh qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi arcoth
x2 þ 1 x

qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi!
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi x2 / 1 x !
arcosh x arsinh x 2 / 1 artanh arcoth qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
x x2 / 1

! 0 1 3 2
x 1 1
artanh x arsinh qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi +arcosh @qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiA arcoth
1 / x2 1 / x2 x

0 1 ! 3 2
1 x 1
arcoth x arsinh @qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi A +arcosh qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi artanh
x2 / 1 x2 / 1 x

Oberes Vorzeichen für x > 0, unteres Vorzeichen für x < 0.


13 Kegelschnitte 115

Additionstheoreme
! qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi 4
arsinh x1 + arsinh x2 ¼ arsinh x1 1 þ x 22 + x2 1 þ x 21
! qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi 4
arcosh x1 + arcosh x2 ¼ arcosh x1 x2 + ðx 21 / 1Þ ðx 22 / 1Þ
3 2
x1 + x2
artanh x1 + artanh x2 ¼ artanh
1 + x1 x2
3 2
1 + x1 x2
arcoth x1 + arcoth x2 ¼ arcoth
x1 + x2

13 Kegelschnitte

13.1 Allgemeine Gleichung eines Kegelschnittes


Kegelschnitte sind ebene Kurven, die beim Schnitt eines geraden Kreiskegels mit Ebenen
entstehen. Zu ihnen gehören Kreis, Ellipse, Hyperbel und Parabel.
Gleichung eines Kegelschnittes in achsenparalleler Lage

Ax2 þ By2 þ Cx þ Dy þ E ¼ 0 ðA 2 þ B 2 6¼ 0Þ

Verlaufen die Symmetrieachsen der Kegelschnitte nicht parallel zu den Koordinatenachsen, so


enthält die Kegelschnittgleichung noch ein gemischtes Glied (x; y-Glied). Durch eine Drehung
des x; y-Systems lässt sich dann stets die achsenparallele Lage erzeugen (siehe I.9.1.3.3).
Art des Kegelschnittes

Kreis: A ¼ B Ellipse: A.B > 0 und A 6¼ B


Hyperbel: A.B < 0 Parabel: A ¼ 0; B 6¼ 0 oder B ¼ 0; A 6¼ 0

13.2 Kreis y

13.2.1 Geometrische Definition


P
r
M P ¼ const: ¼ r
M x
M : Mittelpunkt des Kreises
r : Radius des Kreises ðr > 0Þ
Symmetrieachsen: Durchmesser, d. h. jede Gerade durch den Kreismittelpunkt M
116 III Funktionen und Kurven

13.2.2 Mittelpunktsgleichung eines Kreises (Ursprungsgleichung)

y
x2 þ y2 ¼ r2
P = (x;y)
y
M ¼ ð0; 0Þ r

Symmetrieachsen: Jeder Durchmesser M x x


2
Tangente in P1 ¼ ðx1 ; y1 Þ: x x1 þ y y1 ¼ r

13.2.3 Kreis in allgemeiner Lage (Hauptform, verschobener Kreis)


y
ðx / x0 Þ 2 þ ðy / y0 Þ 2 ¼ r 2
P = (x;y)
y
M ¼ ðx0 ; y0 Þ r
y0
Tangente in P1 ¼ ðx1 ; y1 Þ: M

ðx / x0 Þ ðx1 / x0 Þ þ ðy / y0 Þ ðy1 / y0 Þ ¼ r 2
Der verschobene Kreis kann durch eine Parallel-
verschiebung des Koordinatensystems auf den x0 x x
Mittelpunktskreis (Ursprungskreis) zurückgeführt
werden ðM ¼ ðx0 ; y0 Þ als Nullpunkt wählen).

13.2.4 Gleichung eines Kreises in Polarkoordinaten


y
r 2 / 2 r0 r . cos ðj / j0 Þ þ r 20 ¼ R 2 P = (r;f)

M ¼ ðr0 ; j0 Þ (in Polarkoordinaten) R


r
M
R: Radius des Kreises
r0
Pol: O ¼ ð0; 0Þ
f
Polarachse: x-Achse f0
0 x

13.2.5 Parameterdarstellung eines Kreises y

P = (x;y)
x ¼ x0 þ r . cos t y
ð0 ) t < 2 pÞ r
y ¼ y0 þ r . sin t t
y0
M
M ¼ ðx0 ; y0 Þ
t: Winkelparameter
r : Radius des Kreises x0 x x
13 Kegelschnitte 117

13.3 Ellipse
13.3.1 Geometrische Definition
y
F1 P þ F2 P ¼ const: ¼ 2 a
P
M: Mittelpunkt b
F1 ; F2 :Brennpunkte
F1 M e x
2 a: Große Achse (Hauptachse) F2
2 b: Kleine Achse1 (Nebenachse) 0
e > 0: Brennweite F1 M ¼ F2 M ¼ e a

e2 ¼ a2 / b2 ða > b > 0Þ
e ¼ e=a: Numerische Exzentrizität ðe < 1Þ
Symmetrieachsen: Koordinatenachsen
Sonderfall b > a: Die Brennpunkte liegen jetzt auf der y-Achse (um 90" gedrehte
Ellipse mit der Hauptachse 2 b, der Nebenachse 2 a und e 2 ¼ b 2 / a 2 Þ:
Sonderfall a ¼ b: Kreis mit dem Radius r ¼ a

13.3.2 Mittelpunktsgleichung einer Ellipse (Ursprungsgleichung)

y
x2 y2
þ ¼ 1
a2 b2 P = (x;y)
y
M ¼ ð0; 0Þ b

Symmetrieachsen: Koordinatenachsen M a x x
x x1 y y1
Tangente in P1 ¼ ðx1 ; y1 Þ: þ 2 ¼ 1
a2 b

13.3.3 Ellipse in allgemeiner Lage (Hauptform, verschobene Ellipse)


y
ðx / x0 Þ 2 ðy / y0 Þ 2
þ ¼ 1 P = (x;y)
a2 b2 y
b
M ¼ ðx0 ; y0 Þ y0
M a
Symmetrieachsen: Parallelen zu den Koor-
dinatenachsen durch den Mittelpunkt M
Tangente in P1 ¼ ðx1 ; y1 Þ:
x0 x x
ðx / x0 Þ ðx1 / x0 Þ ðy / y0 Þ ðy1 / y0 Þ
þ ¼1
a2 b2
Die verschobene Ellipse kann durch eine Parallelverschiebung des Koordinatensystems auf
die Ursprungsellipse zurückgeführt werden ðM ¼ ðx0 ; y0 Þ als Nullpunkt wählenÞ.
118 III Funktionen und Kurven

13.3.4 Gleichung einer Ellipse in Polarkoordinaten


Pol im Mittelpunkt y

b
r ¼ qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi ðe < 1Þ P = (r;f)
1 / e 2 . cos 2 j b r
f
M a x
Pol: M ¼ ð0; 0Þ
Polarachse: Große Achse (x-Achse)
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
a2 / b2
e ¼
a

Pol im linken Brennpunkt y


P = (r;f)
p
r ¼ ðe < 1Þ r
1 / e . cos j
f
Pol: F1 ¼ ð0; 0Þ (linker Brennpunkt) F1 M F2 x

Polarachse: Große Achse (x-Achse)


qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
a2 / b2 b2
e ¼ ; p ¼
a a

Pol im rechten Brennpunkt y

p P = (r;f)
r ¼ ðe < 1Þ
1 þ e . cos j r
f
Pol: F2 ¼ ð0; 0Þ (rechter Brennpunkt) F1 M F2 x
Polarachse: Große Achse (x-Achse)
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
a2 / b2 b2
e ¼ ; p ¼
a a

13.3.5 Parameterdarstellung einer Ellipse y

x ¼ x0 þ a . cos t P = (x;y)
y
ð0 ) t < 2 pÞ
y ¼ y0 þ b . sin t b
y0
M a
M ¼ ðx0 ; y0 Þ
t: Parameter
a, b: Große bzw. kleine Halbachse
x0 x x
13 Kegelschnitte 119

13.4 Hyperbel

13.4.1 Geometrische Definition


" " y
" F P / F P " ¼ const: ¼ 2 a P
1 2
b
M: Mittelpunkt
F1 ; F2 : Brennpunkte F 1 S1 M a S2 F 2 x
e
S1 ; S2 : Scheitelpunkte
2 a: Große oder reelle Achse
2 b: Kleine oder imaginäre
1 Achse 0
e > 0: Brennweite F1 M ¼ F2 M ¼ e ; e2 ¼ a2 þ b2 ða > 0; b > 0Þ
e ¼ e=a: Numerische Exzentrizität ðe > 1Þ
Symmetrieachsen: Koordinatenachsen

13.4.2 Mittelpunktsgleichung einer Hyperbel (Ursprungsgleichung)

b y
x2 y2 Asymptote y = – a x
/ ¼ 1
a2 b2
y P = (x;y)
M ¼ ð0; 0Þ b

Symmetrieachsen: Koordinatenachsen F 1 S1
M
a S2 F 2 x x
b
Asymptoten: y ¼ + x
a
x x1 y y1
Tangente in P1 ¼ ðx1 ; y1 Þ: / 2 ¼ 1 Asymptote y = b x
a2 b a

13.4.3 Hyperbel in allgemeiner Lage (Hauptform, verschobene Hyperbel)


y
ðx / x0 Þ 2 ðy / y0 Þ 2 Asymptote
/ ¼ 1 y
a2 b2 P = (x;y)
b
M ¼ ðx0 ; y0 Þ y0
F 1 S1 a S2 F 2
Symmetrieachsen: Parallelen zu den Koor- M
dinatenachsen durch den Mittelpunkt M
b Asymptote
Asymptoten: y ¼ y0 + ðx / x0 Þ
a x0 x x
Tangente in P1 ¼ ðx1 ; y1 Þ:
ðx / x0 Þ ðx1 / x0 Þ ðy / y0 Þ ðy1 / y0 Þ
/ ¼1
a2 b2
Die verschobene Hyperbel kann durch eine Parallelverschiebung des Koordinatensystems
auf die Ursprungshyperbel zurückgeführt werden ðM ¼ ðx0 ; y0 Þ als Nullpunkt wählenÞ.
120 III Funktionen und Kurven

13.4.4 Gleichung einer Hyperbel in Polarkoordinaten


Pol im Mittelpunkt
y
b P = (r;f)
r ¼ qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi ðe > 1Þ b r
e 2 . cos 2 j / 1 f
F1 S1 M a S2 F 2 x
Pol: M ¼ ð0; 0Þ
Polarachse: Große Achse (x-Achse)
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
a2 þ b2
e ¼
a

Pol im linken Brennpunkt y

p P = (r;f)
r ¼ ðe > 1Þ r
e . cos j + 1
f
F 1 S1 M S2 F 2 x
M ¼ ðe; 0Þ
Pol: F1 ¼ ð0; 0Þ (linker Brennpunkt)
Polarachse: Große Achse (x-Achse)
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
a2 þ b2 b2
e ¼ ; p ¼
a a
Oberes Vorzeichen: Linker Ast
Unteres Vorzeichen: Rechter Ast

Pol im rechten Brennpunkt y

/p P = (r;f)
r ¼ ðe > 1Þ r
e . cos j + 1
f
F 1 S1 M S2 F 2 x
M ¼ ð/ e; 0Þ
Pol: F2 ¼ ð0; 0Þ (rechter Brennpunkt)
Polarachse: Große Achse (x-Achse)
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
a2 þ b2 b2
e ¼ ; p ¼
a a
Oberes Vorzeichen: Linker Ast
Unteres Vorzeichen: Rechter Ast
13 Kegelschnitte 121

13.4.5 Parameterdarstellung einer Hyperbel

y
x ¼ x0 + a . cosh t Asymptote
ð/ 1 < t < 1Þ y
y ¼ y0 þ b . sinh t P = (x;y)
b
M ¼ ðx0 ; y0 Þ y0
a S2 F2
F 1 S1
M
t: Parameter
Oberes Vorzeichen: Rechter Ast Asymptote
Unteres Vorzeichen: Linker Ast x0 x x

13.4.6 Gleichung einer um 90" gedrehten Hyperbel


y
y2 x2
/ ¼ 1 M ¼ ð0; 0Þ y P = (x;y)
a2 b2
F2

Große Achse: y-Achse (Länge 2a) S2


a
Kleine Achse: x-Achse (Länge 2b)
M b x x
Symmetrieachsen: Koordinatenachsen
a S1
Asymptoten: y ¼ + x Asymptote Asymptote
b F1

Verschobene Hyperbel

ðy / y0 Þ 2 ðx / x0 Þ2
/ ¼ 1
a2 b2

M ¼ ðx0 ; y0 Þ

13.4.7 Gleichung einer gleichseitigen oder rechtwinkeligen Hyperbel (a = b)

x2 y2
/ ¼ 1 oder x2 / y2 ¼ a2 M ¼ ð0; 0Þ
a2 a2

Asymptoten: y ¼ + x (stehen aufeinander senkrecht)


Legt man die Koordinatenachsen in Richtung der Asymptoten, so lautet die Gleichung der
gleichseitigen Hyperbel x y ¼ a 2 =2.

Verschobene Hyperbel

ðx / x0 Þ 2 ðy / y0 Þ 2
/ ¼ 1 oder ðx / x0 Þ 2 / ðy / y0 Þ 2 ¼ a 2 M ¼ ðx0 ; y0 Þ
a2 a2

Asymptoten: y ¼ y0 + ðx / x0 Þ ðstehen aufeinander senkrechtÞ


122 III Funktionen und Kurven

13.5 Parabel
Hinweis: Gleichungen der nach oben bzw. unten geöffneten Parabel siehe Abschnitt 4.3.

13.5.1 Geometrische Definition


y
AP ¼ F P
L
P
S: Scheitelpunkt A
F : Brennpunkt
L: Leitlinie
p: Parameter (Abstand des Brennpunktes S F x
von der Leitlinie:
3 j p j ¼ 2 e) 2
p
j pj
e: Brennweite SF ¼ e ¼
2
p > 0: Nach rechts geöffnete Parabel
p < 0: Nach links geöffnete Parabel
Symmetrieachse: x-Achse

13.5.2 Scheitelgleichung einer Parabel y

y2 ¼ 2px y
P = (x;y)

S ¼ ð0; 0Þ
Symmetrieachse: x-Achse
S x x
Tangente in P1 ¼ ðx1 ; y1 Þ: y y1 ¼ p ðx þ x1 Þ

13.5.3 Parabel in allgemeiner Lage (Hauptform, verschobene Parabel)


y
ðy / y0 Þ 2 ¼ 2 p ðx / x0 Þ
y
P = (x;y)
S ¼ ðx0 ; y0 Þ
Symmetrieachse: Parallele zur x-Achse durch
den Scheitelpunkt S y0 S
Tangente in P1 ¼ ðx1 ; y1 Þ:
ðy / y0 Þ ðy1 / y0 Þ ¼ p ðx þ x1 / 2 x0 Þ
Die verschobene Parabel kann durch eine
Parallelverschiebung des Koordinatensystems x0 x x
auf die Scheitelgleichung zurückgeführt wer-
den ðS ¼ ðx0 ; y0 Þ als Nullpunkt wählenÞ.
13 Kegelschnitte 123

13.5.4 Gleichung einer Parabel in Polarkoordinaten


Pol im Scheitelpunkt y

r ¼ 2 p . cos j ð1 þ cot 2 jÞ P = (r;f)


r
S ¼ ð0; 0Þ f
S x
Pol: S ¼ ð0; 0Þ
Polarachse: Symmetrieachse (x-Achse)

Pol im Brennpunkt y

p
r ¼ P = (r;f)
1 / cos j
r

f
S ¼ ð/ p=2; 0Þ
S F x
Pol: F ¼ ð0; 0Þ
Polarachse: Symmetrieachse (x-Achse)

13.5.5 Parameterdarstellung einer Parabel y

x ¼ x0 þ c t 2 y
P = (x;y)
ð/1 < t < 1Þ
y ¼ y0 þ t
y0 S
c: Reelle Konstante ðc ¼ 1=2 pÞ
S ¼ ðx0 ; y0 Þ
Symmetrieachse: Parallele zur x-Achse
durch den Scheitelpunkt S
x0 x x
124 III Funktionen und Kurven

14 Spezielle Kurven

Hinweis: Die Kurvengleichungen liegen in der Parameterform x ¼ x ðtÞ, y ¼ y ðtÞ oder


in der Polarkoordinatenform r ¼ r ðjÞ vor.

14.1 Gewöhnliche Zykloide (Rollkurve)


Ein Punkt P ¼ ðx; yÞ auf dem Umfang eines Kreises, der auf einer Geraden (x-Achse)
abrollt (ohne zu gleiten), beschreibt eine als Rollkurve oder gewöhnliche Zykloide bezeich-
nete periodische Bahnkurve:
y
x ¼ R ðt / sin tÞ 2R
ð/1 < t < 1Þ P
y ¼ R ð1 / cos tÞ R
t A

R: Radius des Kreises pR 2 pR x


t: Parameter („Wälzwinkel“) im Bogenmaß

Eigenschaften
(1) Periode der Bahnkurve: p ¼ 2 p R (Kreisumfang!)
(2) Fläche unter einem Bogen (grau unterlegt): A ¼ 3 p R 2
(3) Länge (Umfang) eines Bogens: s ¼ 8 R

14.2 Epizykloide
Ein Punkt P ¼ ðx; yÞ auf dem Umfang eines Kreises, der auf der Außenseite eines zweiten
(festen) Kreises abrollt (ohne zu gleiten), beschreibt eine als Epizykloide bezeichnete Bahn-
kurve:
3 2 y
R0 þ R
x ¼ ðR0 þ RÞ cos t / R . cos .t s
R
3 2
R0 þ R A
y ¼ ðR0 þ RÞ sin t / R . sin .t
R
ð/ 1 < t < 1Þ R
f
R0
R0 : Radius des festen Kreises P
t
R: Radius des abrollenden Kreises x

t: Winkelparameter (Polarwinkel des


Punktes, in dem sich die beiden Kreise
berühren)
j: Wälzwinkel ðj ¼ R0 t=RÞ
14 Spezielle Kurven 125

Eigenschaften
(1) Die Gestalt der Kurve hängt vom Verhältnis m ¼ R0 =R der beiden Radien ab. Die
Epizykloide ist in sich geschlossen, wenn m rational ist. Ist m ganzzahlig, so be-
steht die Epizykloide aus genau m Bögen. Für den Spezialfall R ¼ R0 erhält man
eine Kardioide (siehe Abschnitt 14.5).
8 R ðR0 þ RÞ 8 ðR0 þ RÞ
(2) Länge eines Bogens: s ¼ ¼
R0 m
(3) Fläche zwischen einem Bogen und dem festen Kreis (grau unterlegt):

p R 2 ð3 R0 þ 2 RÞ p R ð3 R0 þ 2 RÞ
A ¼ ¼
R0 m

14.3 Hypozykloide
Ein Punkt P ¼ ðx; yÞ auf dem Umfang eines Kreises, der auf der Innenseite eines zweiten
(festen) Kreises abrollt (ohne zu gleiten), beschreibt eine als Hypozykloide bezeichnete
Bahnkurve:

3 2 y
R0 / R
x ¼ ðR0 / RÞ cos t þ R . cos .t
R
3 2 A
R0 / R s R
y ¼ ðR0 / RÞ sin t / R . sin .t
R
ð/ 1 < t < 1; R0 > RÞ P
t
x
R0 : Radius des festen Kreises R0

R: Radius des abrollenden Kreises


t: Winkelparameter

Eigenschaften
(1) Die Gestalt der Kurve hängt vom Verhältnis m ¼ R0 =R der beiden Radien ab. Die
Hypozykloide ist in sich geschlossen, wenn m rational ist. Ist m ganzzahlig, so
besteht die Hypozykloide aus genau m Bögen. Für den Spezialfall R0 ¼ 4 R erhält
man eine Astroide (siehe Abschnitt 14.4).
8 R ðR0 / RÞ 8 ðR0 / RÞ
(2) Länge eines Bogens: s ¼ ¼
R0 m
(3) Fläche zwischen einem Bogen und dem festen Kreis (grau unterlegt):

p R 2 ð3 R0 / 2 RÞ p R ð3 R0 / 2 RÞ
A ¼ ¼
R0 m
126 III Funktionen und Kurven

14.4 Astroide (Sternkurve)


Die Astroide oder Sternkurve ist ein Spezialfall der Hypozykloide für R0 ¼ 4 R ¼ a
(siehe Abschnitt 14.3):

) y
x ¼ a . cos 3 t a > 0
y ¼ a . sin 3 t 0 ) t < 2p

Eigenschaften a/4

(1) Gleichung der Kurve in kartesischen P


t
Koordinaten: x 2=3 þ y 2=3 ¼ a 2=3 x
(2) Die Kurve ist spiegelsymmetrisch zu a
beiden Koordinatenachsen.
3
(3) Fläche (grau unterlegt): A ¼ pa2
8
(4) Länge (Umfang) der Kurve: s ¼ 6 a
(5) Die Schnittpunkte einer jeden Tangente
mit den beiden Koordinatenachsen ha-
ben den Abstand a (Ausnahme: Tan-
genten in den vier Spitzen).

14.5 Kardioide (Herzkurve)


Die Kardioide oder Herzkurve ist ein Spezialfall der Epizykloide für R ¼ R0 ¼ a=2
(siehe Abschnitt 14.2). Die Kurvengleichung lautet in Polarkoordinaten:

y
r ¼ a ð1 þ cos jÞ
r = a(1 + cos f)
ða > 0; 0 ) j < 2 pÞ a

Eigenschaften
(1) Die Kurve ist spiegelsymmetrisch zur a 2a x
x-Achse.
(2) Gleichung in kartesischen Koordinaten:
–a
ðx 2 þ y 2 Þ ðx 2 þ y 2 / 2 a xÞ ¼ a 2 y 2
(3) Parameterdarstellung der Kurve:
x ¼ a ð1 þ cos jÞ cos j ; y ¼ a ð1 þ cos jÞ sin j
3
(4) Fläche (grau unterlegt): A ¼ pa2
2
(5) Länge (Umfang) der Kurve: s ¼ 8 a
14 Spezielle Kurven 127

14.6 Lemniskate (Schleifenkurve)


pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi y
r = a √ cos(2 f)
r ¼ a. cos ð2 jÞ ða > 0Þ

Beachte: Kurvenpunkte existieren nur für S2 S1


Winkel j mit cos ð2 jÞ ( 0! 0 a x
A1

Eigenschaften
(1) Gleichung der Kurve in kartesischen Koordinaten:
ðx 2 þ y 2 Þ 2 ¼ a 2 ðx 2 / y 2 Þ
(2) Die Kurve ist spiegelsymmetrisch zur x- und y-Achse.
(3) Scheitelpunkte: S1=2 ¼ ð+ a; 0Þ; Doppelpunkt (Wendepunkt): O ¼ ð0; 0Þ
(4) Gleichungen der Tangenten in O: y ¼ + x
(5) Fläche einer Schleife (grau unterlegt): A1 ¼ a 2 =2; Gesamtfläche: A ¼ a 2

14.7 Strophoide
9 y
aðt 2 / 1Þ >
x ¼ >
>
t2 þ 1 = a > 0

a t ðt 2 / 1Þ >
>
>
;
/1 < t < 1
y ¼ 2 x=a
t þ1

Beachte: y ¼ t . x
S A1 A2
Eigenschaften –a 0 a x

(1) Gleichung der Kurve in kartesischen


Koordinaten:
ðx þ aÞ x 2 þ ðx / aÞ y 2 ¼ 0
(2) Gleichung der Kurve in Polarkoordinaten:
a . cos ð2 jÞ
r ¼ /
cos j
(3) Die Kurve ist spiegelsymmetrisch zur x-Achse.
(4) Scheitelpunkt: S ¼ ð/ a; 0Þ ; Doppelpunkt: O ¼ ð0; 0Þ
(5) Gleichungen der Tangenten in O: y ¼ + x
(6) Gleichung der Asymptote: x ¼ a
a2
(7) Fläche der Schleife (hellgrau unterlegt): A1 ¼ ð4 / pÞ
2
a2
(8) Fläche zwischen Kurve und Asymptote (dunkelgrau unterlegt): A2 ¼ ð4 þ pÞ
2
(9) Gesamtfläche: A ¼ A1 þ A2 ¼ 4 a 2
128 III Funktionen und Kurven

14.8 Cartesisches Blatt


9 y 45°
3at > S
x ¼ >
1 þ t3 >
=
a > 0 ; t 6¼ / 1 A1
3at2 >>
>
;
y ¼
1 þ t3

Beachte: y ¼ t . x –a
A2 0 x

Eigenschaften Asymptote
(1) Gleichung der Kurve in kartesischen –a
Koordinaten: x 3 þ y 3 ¼ 3 a x y
(2) Kurvengleichung in Polarkoordinaten:
3 a . sin j . cos j
r ¼
sin 3 j þ cos 3 j
(3) Symmetrieachse: y ¼ x (Winkelhalbierende des 1. und 3. Quadranten)
3 2
3 3
(4) Scheitelpunkt: S ¼ a; a ; Doppelpunkt: O ¼ ð0; 0Þ
2 2
(5) Gleichungen der Tangenten in O: y ¼ 0 (x-Achse) und x ¼ 0 (y-Achse)
(6) Gleichung der Asymptote: y ¼ / x / a
3 2
(7) Fläche der Schleife (hellgrau unterlegt): A1 ¼ a
2 3 2
(8) Fläche zwischen Kurve und Asymptote (dunkelgrau unterlegt): A2 ¼ a
2
2
(9) Gesamtfläche: A ¼ A1 þ A2 ¼ 3 a

14.9 „Kleeblatt“ mit n bzw. 2 n Blättern


y
r ¼ a . cos ðn jÞ ða > 0; n 2 N *Þ 120°

Eigenschaften
A
(1) Symmetrieachse: x-Achse
(2) Die Kurve umschließt n Blätter. Das
nebenstehende Bild zeigt ein „3-blättri- a x
ges Kleeblatt“.
(3) Fläche eines Blattes (grau unterlegt):
pa2
A ¼
4n
240°
14 Spezielle Kurven 129

(4) Die Gleichung r ¼ j a . cos ðn jÞ j beschreibt ein „Kleeblatt“ mit 2 n Blättern


(Verdoppelung der Blattzahl).
(5) Parameterdarstellung: x ¼ a . cos j . cos ðn jÞ, y ¼ a . sin j . cos ðn jÞ

14.10 Spiralen
14.10.1 Archimedische Spirale
Archimedische Spirale: Bahnkurve eines Massenpunktes, der sich mit der konstanten Ge-
schwindigkeit v auf einem Strahl radial nach außen bewegt, wobei sich dieser zugleich
mit der konstanten Winkelgeschwindigkeit w im Gegenuhrzeigersinn um den Nullpunkt
dreht. Der Bahnradius r wächst dabei proportional zum Drehwinkel j.
y
r ¼ aj ða > 0; 0 ) j < 1Þ
Polarwinkel j im Bogenmaß s P1
P2 ap
2
j1 , j2 : Polarwinkel der Punkte P1 und P2 A r1
r = af r2
Eigenschaften
(1) Fläche des Sektors P1 O P2
(grau unterlegt): –a p 0 x
1 2 3
A ¼ a ðj 2 / j 31 Þ
6 + qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi 3 qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi 2)j2
_ a
(2) Länge des Bogens P1 P2 : s ¼ j j 2 þ 1 þ ln j þ j 2 þ 1
2 j1

14.10.2 Logarithmische Spirale


y
r ¼ a . e bj ða > 0, b > 0; 0 ) j < 1Þ
P1
Polarwinkel j im Bogenmaß s
P2 r = a e bf
A r1
j1 , j2 : Polarwinkel der Punkte P1 und P2
r2

Eigenschaften
0 a x
(1) Fläche des Sektors P1 O P2
(grau unterlegt):

r 22 / r 21 a 2 h 2 b j ij 2
A ¼ ¼ e
4b 4b j1
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
_ 1 þ b2 a 1 þ b2 h ij2
(2) Länge des Bogens P1 P2 : s ¼ ðr2 / r1 Þ ¼ e bj
b b j1

(3) Alle vom Nullpunkt ausgehenden Strahlen schneiden die Kurve unter dem gleichen
Tangentenwinkel a ¼ cot b.
130

IV Differentialrechnung

1 Differenzierbarkeit einer Funktion

1.1 Differenzenquotient
y
Dy f ðx0 þ DxÞ / f ðx0 Þ Sekante
¼ Q
Dx Dx
y = f(x) Dy
Geometrische Deutung
P
Steigung der Sekante durch P und Q:
y0 Dx
Dy e
ms ¼ tan e ¼
Dx x0 x0 + Dx x

1.2 Differentialquotient oder 1. Ableitung


"
dy "" Dy f ðx0 þ DxÞ / f ðx0 Þ
¼ lim ¼ lim
dx " x ¼ x0 Dx ! 0 Dx Dx ! 0 Dx

Geometrische Deutung y
Steigung der Kurventangente im Punkt P:
"
dy "" y = f(x)
mt ¼ tan a ¼
dx " x ¼ x0
Dy P
Ist der Grenzwert lim vorhanden, so heißt Tangente
Dx
Dx ! 0 a y0
die Funktion y ¼ f ðxÞ an der Stelle x0 differen- x0 x
zierbar. Der Grenzwert selbst wird als 1. Ableitung
von f ðxÞ an der Stelle x0 bezeichnet. "
dy ""
Schreibweisen: y 0 ðx0 Þ ; f 0 ðx0 Þ ;
dx " x ¼ x0

1.3 Ableitungsfunktion
Die Ableitungsfunktion y 0 ¼ f 0 ðxÞ ordnet jeder Stelle x aus einem Intervall I den Stei-
gungswert der dortigen Kurventangente als Funktionswert zu. Man spricht dann kurz von
der (ersten) Ableitung oder dem Differentialquotienten von y ¼ f ðxÞ.
dy
Schreibweisen: y0 ; f 0 ðxÞ ;
dx
Eine differenzierbare Funktion ist immer stetig (die Umkehrung gilt nicht). Eine Funktion
mit einer stetigen (ersten) Ableitung wird als stetig differenzierbar bezeichnet.

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017


L. Papula, Mathematische Formelsammlung, DOI 10.1007/978-3-658-16195-8_4
1 Differenzierbarkeit einer Funktion 131

Differentialoperator
d
Der Differentialoperator erzeugt durch „Einwirken“ auf die Funktion y ¼ f ðxÞ die
dx
1. Ableitung y 0 ¼ f 0 ðxÞ:

d dy
½ f ðxÞ% ¼ f 0 ðxÞ ¼ ¼ y0
dx dx

& Beispiel
d
y ¼ 5 x 3 / 2 . sin x / 7 ) y0 ¼ ½ 5 x 3 / 2 . sin x / 7 % ¼ 15 x 2 / 2 . cos x
dx
&

1.4 Höhere Ableitungen


Die höheren Ableitungen sind wie folgt definiert:
d 2y d
2. Ableitung: y 00 ¼ f 00 ðxÞ ¼ ¼ ½ f 0 ðxÞ%
dx 2 dx
d 3y d
3. Ableitung: y 000 ¼ f 000 ðxÞ ¼ 3
¼ ½ f 00 ðxÞ%
.. .. dx dx
. .
d ny d
n-te Ableitung: y ðnÞ ¼ f ðnÞ ðxÞ ¼ ¼ ½ f ðn / 1Þ ðxÞ%
dx n dx
!

Differentialquotient n-ter Ordnung

1.5 Differential einer Funktion


y
Zuwachs des Funktionswertes bzw. der
y = f(x)
Ordinate auf der Kurve:
Q
Dy ¼ f ðx0 þ DxÞ / f ðx0 Þ
Zuwachs des Funktionswertes bzw. der Q' Dy Tangente
Ordinate auf der Kurventangente:
dy
dy ¼ f 0 ðx0 Þ dx ðdx ¼ DxÞ P
y0 dx = Dx

x0 x0 + Dx x

Dx und Dy sind die Koordinatenänderungen auf der Kurve, dx und dy die entsprechen-
den Koordinatenänderungen auf der in P errichteten Kurventangente, jeweils bezogen auf
den Berührungspunkt P. Die Größe dy ¼ f 0 ðx0 Þ dx heißt Differential von f ðxÞ und
beschreibt die "nderung der Ordinate auf der Kurventangente, wenn man in der x-
Richtung um dx ¼ Dx fortschreitet. Für kleine #nderungen dx ¼ Dx gilt dann:

Dy ' dy ¼ f 0 ðx0 Þ dx ¼ f 0 ðx0 Þ Dx


132 IV Differentialrechnung

2 Erste Ableitung der elementaren Funktionen (Tabelle)

Funktion f ðxÞ Ableitung f 0 ðxÞ


Potenzfunktion xn n x n/1
Trigonometrische Funktionen sin x cos x
cos x / sin x
1
tan x ¼ 1 þ tan 2 x
cos 2 x
1
cot x / ¼ / 1 / cot 2 x
sin 2 x
Arkusfunktionen 1
arcsin x pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
1 / x2
1
arccos x / pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
1 / x2
1
arctan x
1 þ x2
1
arccot x /
1 þ x2
Exponentialfunktionen ex ex
ax ð ln aÞ . a x
Logarithmusfunktionen 1
ln x
x
1
log a x
ðln aÞ . x
Hyperbelfunktionen sinh x cosh x
cosh x sinh x
1
tanh x ¼ 1 / tanh 2 x
cosh 2 x
1
coth x / ¼ 1 / coth 2 x
sinh 2 x
Areafunktionen 1
arsinh x pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
x2 þ 1
1
arcosh x pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
x2 / 1
1
artanh x
1 / x2
1
arcoth x
1 / x2
3 Ableitungsregeln 133

3 Ableitungsregeln

3.1 Faktorregel
Ein konstanter Faktor C bleibt beim Differenzieren erhalten:

y ¼ C . f ðxÞ ) y 0 ¼ C . f 0 ðxÞ

3.2 Summenregel
Eine endliche Summe von Funktionen darf gliedweise differenziert werden:

y ¼ f1 ðxÞ þ f2 ðxÞ þ . . . þ fn ðxÞ ) y 0 ¼ f 01 ðxÞ þ f 02 ðxÞ þ . . . þ f 0n ðxÞ

Linearkombinationen von Funktionen, z. B. ganzrationale Funktionen (Polynomfunktionen)


werden mit Hilfe der Faktor- und Summenregel differenziert.

3.3 Produktregel
Bei zwei Faktorfunktionen:

y ¼ u ðxÞ . v ðxÞ ) y 0 ¼ u 0 ðxÞ . vðxÞ þ v 0 ðxÞ . u ðxÞ

& Beispiel
y ¼ ðx 2 / 3 xÞ . sin x ðu 0 ¼ 2 x / 3 ; v 0 ¼ cos xÞ
|fflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflffl} |ffl{zffl}
u v

y 0 ¼ u 0 v þ v 0 u ¼ ð2 x / 3Þ . sin x þ cos x . ðx 2 / 3 xÞ
&

Bei drei Faktorfunktionen:

y ¼ u ðxÞ . v ðxÞ . w ðxÞ )


y ¼ u ðxÞ . vðxÞ . wðxÞ þ u ðxÞ . v 0 ðxÞ . w ðxÞ þ u ðxÞ . v ðxÞ . w 0 ðxÞ
0 0

& Beispiel
3 2
1
y ¼ x 3 . e x . arctan x u0 ¼ 3x2 ; v0 ¼ ex ; w0 ¼
|{z} |{z} |fflfflfflffl{zfflfflfflffl} 1 þ x2
u v w
1
y 0 ¼ u 0 v w þ u v 0 w þ u v w 0 ¼ 3 x 2 . e x . arctan x þ x 3 . e x . arctan x þ x 3 . e x . ¼
3 2 1 þ x2
x
¼ x 2 . e x ð3 þ xÞ . arctan x þ
1 þ x2
&
134 IV Differentialrechnung

3.4 Quotientenregel

u ðxÞ u 0 ðxÞ . v ðxÞ / v 0 ðxÞ . u ðxÞ


y ¼ ) y0 ¼ ðv ðxÞ ¼
6 0Þ
vðxÞ ½ vðxÞ% 2

Gebrochenrationale Funktionen werden nach dieser Regel differenziert.

& Beispiel
3x2 / x
y ¼ ðu ¼ 3 x 2 / x ; v ¼ sin x ; u0 ¼ 6x / 1; v 0 ¼ cos xÞ
sin x
u0 v / v0 u ð6 x / 1Þ . sin x / cos x . ð3 x 2 / xÞ
y0 ¼ ¼
v2 sin 2 x
&

3.5 Kettenregel
Die Ableitung einer aus den beiden (elementaren) Funktionen y ¼ F ðuÞ und u ¼ uðxÞ
zusammengesetzten (verketteten) Funktion y ¼ F ðu ðxÞÞ ¼ f ðxÞ ist das Produkt aus der
äußeren und der inneren Ableitung (sog. Kettenregel):

dy dy du
¼ . oder f 0 ðxÞ ¼ F 0 ðuÞ . u 0 ðxÞ
dx du dx

Bezeichnungen:
'
y ¼ F ðuÞ: "ußere Funktion
y ¼ F ðu ðxÞÞ ¼ f ðxÞ
u ¼ u ðxÞ: Innere Funktion
dy
¼ F 0 ðuÞ: "ußere Ableitung (Ableitung der äußeren Funktion)
du
du
¼ u 0 ðxÞ: Innere Ableitung (Ableitung der inneren Funktion)
dx
Zur Anwendung der Kettenregel
Die vorgegebene (nicht elementar differenzierbare) Funktion y ¼ f ðxÞ wird zunächst mit
Hilfe einer möglichst einfachen Substitution u ¼ u ðxÞ in eine von der „Hilfsvariablen“ u
abhängige (elementare) Funktion y ¼ F ðuÞ übergeführt:
Substitution
y ¼ f ðxÞ /////////! y ¼ F ðuÞ
u ¼ u ðxÞ

Die Substitution u ¼ u ðxÞ ist dabei die innere Funktion, y ¼ F ðuÞ die äußere Funk-
tion. Beide Funktionen müssen elementar nach der jeweiligen unabhängigen Variablen
(d. h. nach x bzw. nach u) differenzierbar sein. Die beiden Ableitungen (innere und äuße-
re Ableitung) werden dann miteinander multipliziert, anschließend wird die Hilfsvariable u
durch „Rücksubstitution“ beseitigt.
3 Ableitungsregeln 135

& Beispiel
Gegeben: y ¼ f ðxÞ ¼ ln ð1 þ x 2 Þ
Gesucht: y 0 ¼ f 0 ðxÞ
„Grundform“: Logarithmusfunktion ln u
Substitution: u ¼ u ðxÞ ¼ 1 þ x 2
#ußere und innere Funktion: y ¼ F ðuÞ ¼ ln u mit u ¼ u ðxÞ ¼ 1 þ x 2
Kettenregel (mit nachträglicher Rücksubstitution):
dy dy du d d 1 2x 2x
y0 ¼ ¼ . ¼ ðln uÞ . ð1 þ x 2 Þ ¼ . 2x ¼ ¼
dx du dx du dx u u 1 þ x2
&

Kettenregel für zweifach verschachtelte Funktionen


Gegeben ist die Funktion
y ¼ F ðvÞ mit v ¼ v ðuÞ und u ¼ uðxÞ :

Die Ableitung der mittelbar von der Variablen x abhängigen (verketteten) Funktion
y ¼ F ðv ðu ðxÞÞÞ ¼ f ðxÞ nach der Variablen x wird wie folgt gebildet:

dy dy dv du
y0 ¼ ¼ . . oder f 0 ðxÞ ¼ F 0 ðvÞ . v 0 ðuÞ . u 0 ðxÞ
dx dv du dx

Die vorgegebene Funktion y ¼ f ðxÞ wird mit Hilfe zweier Substitutionen in eine elemen-
tar differenzierbare Funktion der „Hilfsvariablen“ v übergeführt (die Substitutionen wer-
den von innen nach außen ausgeführt). Dabei müssen die äußere Funktion y ¼ F ðvÞ und
die beiden inneren Funktionen v ¼ v ðuÞ und u ¼ u ðxÞ nach der jeweiligen unabhängi-
gen Variablen elementar differenzierbar sein.
Regel: y zunächst nach v, dann v nach u und schließlich u nach x differenzieren
und die drei Ableitungen dann miteinander multiplizieren.

& Beispiel

y ¼ f ðxÞ ¼ sin 3 ðx 2 þ xÞ ; y 0 ¼ f 0 ðxÞ ¼ ?

Schrittweise Zerlegung der nicht elementaren Funktion von innen nach außen mit Hilfe zweier Substitutionen.
1. Substitution: u ¼ x2 þ x ) y ¼ sin 3 u ¼ ðsin uÞ 3
2. Substitution: v ¼ sin u ) y ¼ v3
3
Somit gilt: y ¼ v mit v ¼ sin u und u ¼ x2 þ x
Kettenregel (erst y nach v differenzieren, dann v nach u und schließlich u nach x):
dy dy dv du
y0 ¼ ¼ . . ¼ 3 v 2 . cos u . ð2 x þ 1Þ ¼ 3 ð2 x þ 1Þ v 2 . cos u
dx dv du dx
Rücksubstitution (in der Reihenfolge v ! u ! xÞ:
y 0 ¼ 3 ð2 x þ 1Þ . ðsin uÞ 2 . cos u ¼ 3 ð2 x þ 1Þ ½sin ðx 2 þ xÞ % 2 . cos ðx 2 þ xÞ
&
136 IV Differentialrechnung

3.6 Logarithmische Differentiation


Bei der logarithmischen Differentiation wird die Funktion y ¼ f ðxÞ zunächst beiderseits
logarithmiert und anschließend unter Verwendung der Kettenregel differenziert. Die Ablei-
tung der logarithmierten Funktion ln y ¼ ln f ðxÞ heißt logarithmische Ableitung von
y ¼ f ðxÞ. Es gilt:

d 1 f 0 ðxÞ
ðln yÞ ¼ . y0 ¼
dx y f ðxÞ

Anwendung findet die logarithmische Differentiation z. B. bei Funktionen vom Typ


y ¼ ½ u ðxÞ% v ðxÞ mit u ðxÞ > 0.

& Beispiel
y ¼ f ðxÞ ¼ x cos x , x > 0

Logarithmieren: ln y ¼ ln x cos x ¼ cos x . ln x

d d
Differenzieren: ðln yÞ ¼ ðcos x . ln xÞ
dx dx

Die linke Seite wird nach der Kettenregel, die rechte Seite nach der Produktregel differenziert:
1 1 / x . sin x . ln x þ cos x
. y 0 ¼ / sin x . ln x þ cos x . ¼ )
y x x
3 2 3 2
/ x . sin x . ln x þ cos x / x . sin x . ln x þ cos x
y0 ¼ y ¼ x cos x
x x
&

3.7 Ableitung der Umkehrfunktion


y ¼ f ðxÞ sei eine umkehrbare Funktion, x ¼ g ðyÞ die nach der Variablen x aufgelöste
Form von y ¼ f ðxÞ ðy ¼ f ðxÞ , x ¼ g ðyÞÞ. Zwischen den Ableitungen f 0 ðxÞ
und g 0 ðyÞ besteht dann die Beziehung

1
f 0 ðxÞ . g 0 ðyÞ ¼ 1 oder g 0 ðyÞ ¼ 0 ðxÞ
ð f 0 ðxÞ ¼
6 0Þ
f

aus der sich die Ableitung g 0 ðxÞ der Umkehrfunktion y ¼ g ðxÞ bestimmen lässt, indem
man zunächst in der Ableitung f 0 ðxÞ die Variable x durch gðyÞ ersetzt und anschlie-
ßend auf beiden Seiten die Variablen x und y miteinander vertauscht.

& Beispiel
1
Gegeben: y ¼ f ðxÞ ¼ tan x ; f 0 ðxÞ ¼ ¼ 1 þ tan 2 x
cos 2 x
Gesucht: Ableitung der Umkehrfunktion gðxÞ ¼ arctan x
1 1 1
y ¼ f ðxÞ ¼ tan x , x ¼ g ðyÞ ¼ arctan y ) g 0 ðyÞ ¼ ¼ ¼
f 0 ðxÞ 1 þ tan 2 x 1 þ y2
d 1
Nach Vertauschen der beiden Variablen folgt hieraus: g 0 ðxÞ ¼ ðarctan xÞ ¼
dx 1 þ x2
&
3 Ableitungsregeln 137

3.8 Implizite Differentiation


Die Gleichung der Funktion (Kurve) liege in der impliziten Form F ðx; yÞ ¼ 0 vor. Die
Ableitung lässt sich dann nach einer der beiden folgenden Methoden bestimmen.

1. Methode: Implizite Differentiation unter Verwendung der Kettenregel


Die Funktionsgleichung F ðx; yÞ ¼ 0 wird gliedweise nach der Variablen x differenziert,
wobei y als eine von x abhängige Funktion zu betrachten ist. Daher ist jeder die Varia-
ble y enthaltende Term unter Verwendung der Kettenregel zu differenzieren. Anschließend
wird die Gleichung nach y 0 aufgelöst (falls überhaupt möglich).

& Beispiel
Kreis: x 2 þ y 2 ¼ 16 oder F ðx; yÞ ¼ x 2 þ y 2 / 16 ¼ 0
d x
ðx 2 þ y 2 / 16Þ ¼ 2 x þ 2 y . y 0 ¼ 0 ) y0 ¼ /
dx y

Der Term y 2 wurde dabei nach der Kettenregel differenziert (Ergebnis: 2 y . y 0 ).


&

2. Methode: Implizite Differentiation unter Verwendung partieller Ableitungen


Die linke Seite der impliziten Funktionsgleichung F ðx; yÞ ¼ 0 wird als eine von den
beiden Variablen x und y abhängige Funktion z ¼ F ðx; yÞ betrachtet.

Fx ðx; yÞ
y0 ¼ / ðFy ðx; yÞ ¼
6 0Þ
Fy ðx; yÞ

Fx ðx; yÞ; Fy ðx; yÞ: Partielle Ableitungen 1. Ordnung von z ¼ F ðx; yÞ (siehe IX.2.1)

Die Ableitung y 0 wird i. Allg. von beiden Variablen, d. h. von x und y abhängen.

& Beispiel
Kreis: x 2 þ y 2 ¼ 16 oder F ðx; yÞ ¼ x 2 þ y 2 / 16 ¼ 0
Fx ðx; yÞ 2x x
Fx ðx; yÞ ¼ 2 x ; Fy ðx; yÞ ¼ 2 y ) y0 ¼ / ¼ / ¼ /
Fy ðx; yÞ 2y y
&

3.9 Ableitungen einer in der Parameterform dargestellten Funktion


(Kurve)
Erste Ableitung (Kurvenanstieg) und zweite Ableitung einer in der Parameterform
x ¼ x ðtÞ, y ¼ y ðtÞ dargestellten Funktion (Kurve) lassen sich wie folgt bilden:

dy y_ d 2y x_ y€ / y_ x€
y0 ¼ ¼ y 00 ¼ ¼ ðx_ 6¼ 0Þ
dx x_ dx 2 x_ 3

Die Punkte kennzeichnen dabei die Ableitungen nach dem Parameter t.


138 IV Differentialrechnung

& Beispiel
Mittelpunktsellipse: x ¼ a . cos t, y ¼ b . sin t, 0 ) t < 2p
y_ b . cos t b
x_ ¼ / a . sin t ; y_ ¼ b . cos t ) y0 ¼ ¼ ¼ / . cot t
x_ / a . sin t a
&

3.10 Ableitungen einer in Polarkoordinaten dargestellten Kurve


Eine in Polarkoordinaten dargestellte Kurve mit der Gleichung r ¼ r ðjÞ lautet in der
Parameterform wie folgt:
x ðjÞ ¼ r ðjÞ . cos j ; yðjÞ ¼ r ðjÞ . sin j

Für die erste Ableitung (Kurvenanstieg) und die zweite Ableitung gelten dann:

dy r_ . sin j þ r . cos j d2y r 2 þ 2 r_ 2 / r r€


y0 ¼ ¼ y 00 ¼ ¼
dx r_ . cos j / r . sin j dx 2 ðr_ . cos j / r . sin jÞ 3

Die Punkte kennzeichnen dabei die Ableitungen nach dem Winkelparameter j.

& Beispiel
Wir bestimmen den Anstieg (die Steigung) der Kardioide r ¼ 1 þ cos j (mit 0 ) j < 2 pÞ in dem zum
Polarwinkel j ¼ p=4 gehörenden Kurvenpunkt:
dr
r ¼ 1 þ cos j ; r_ ¼ ¼ / sin j
dj

r_ . sin j þ r . cos j / sin j . sin j þ ð1 þ cos jÞ . cos j / sin 2 j þ cos j þ cos 2 j


y0 ¼ ¼ ¼ ¼
r_ . cos j / r . sin j / sin j . cos j / ð1 þ cos jÞ . sin j / 2 . sin j . cos j / sin j

/ ð1 / cos 2 jÞ þ cos j þ cos 2 j 2 . cos 2 j þ cos j / 1


¼ ¼ )
/ sin j ð1 þ 2 . cos jÞ / sin j ð1 þ 2 . cos jÞ

y 0 ðj ¼ p=4Þ ¼ / 0;414
&

4 Anwendungen der Differentialrechnung

4.1 Geschwindigkeit und Beschleunigung einer geradlinigen Bewegung


Geschwindigkeit v und Beschleunigung a einer geradlinigen Bewegung erhält man als
1. bzw. 2. Ableitung des Weg-Zeit-Gesetzes s ¼ s ðtÞ nach der Zeit t :

Geschwindigkeit-Zeit-Gesetz: vðtÞ ¼ s_ ðtÞ


Beschleunigung-Zeit-Gesetz: a ðtÞ ¼ v_ ðtÞ ¼ s€ðtÞ
4 Anwendungen der Differentialrechnung 139

4.2 Tangente und Normale


Tangente und Normale im Kurvenpunkt P ¼ ðx0 ; y0 Þ einer Kurve y ¼ f ðxÞ stehen senk-
recht aufeinander. Ihre Gleichungen lauten (in der Punkt-Steigungs-Form):
y
y / y0
Tangente: ¼ f 0 ðx0 Þ y = f(x)
x / x0
y / y0 1 Tangente
Normale: ¼ / 0 P
x / x0 f ðx0 Þ
Normale
y0
f 0 ðx0 Þ ¼
6 0
x0 x
& Beispiel
y ¼ f ðxÞ ¼ x 3 / 3 x 2 þ 4 ; x0 ¼ 1 ; y0 ¼ f ð1Þ ¼ 2 ; P ¼ ð1; 2Þ
y 0 ¼ f 0 ðxÞ ¼ 3 x 2 / 6 x ) f 0 ð1Þ ¼ / 3
y/2
Tangente: ¼ / 3 ) y / 2 ¼ / 3 ðx / 1Þ ¼ / 3 x þ 3 ) y ¼ / 3 x þ 5
x /1
y/2 1 1 1 1 1 1 5
Normale: ¼ / ¼ ) y/2 ¼ ðx / 1Þ ¼ x / ) y ¼ x þ
x /1 /3 3 3 3 3 3 3
&

4.3 Linearisierung einer Funktion


Eine nichtlineare Funktion y ¼ f ðxÞ lässt sich in der unmittelbaren Umgebung des Kur-
venpunktes P ¼ ðx0 ; y0 Þ (in den Anwendungen meist als Arbeitspunkt bezeichnet) durch
die dortige Kurventangente, d. h. durch eine lineare Funktion approximieren. Die Glei-
chung der linearisierten Funktion lautet:

y
y / y0 ¼ f 0 ðx0 Þ . ðx / x0 Þ y = f(x)

oder
P
Dy ¼ f 0 ðx0 Þ . Dx Linearisierte Funktion
y0 (Tangente)

Dx; Dy: Relativkoordinaten bezüglich des


x0 x
Arbeitspunktes P ¼ ðx0 ; y0 Þ
ðDx ¼ x / x0 ; Dy ¼ y / y0 Þ

& Beispiel
Wir linearisieren die Funktion y ¼ ðx þ 1Þ . e x in der Umgebung der Stelle x0 ¼ 0:
y0 ¼ y ð0Þ ¼ 1 ) Arbeitspunkt: P ¼ ð0; 1Þ
y ¼ 1 . e þ e . ðx þ 1Þ ¼ ðx þ 2Þ . e x
0 x x
) y 0 ð0Þ ¼ 2

Linearisierte Funktion: y / 1 ¼ 2 ðx / 0Þ ¼ 2 x oder y ¼ 2x þ 1


Bei Verwendung von Relativkoordinaten bezüglich des Arbeitspunktes P: Dy ¼ 2 Dx
&
140 IV Differentialrechnung

4.4 Monotonie und Krümmung einer Kurve


4.4.1 Geometrische Deutung der 1. und 2. Ableitung
Das Verhalten einer (differenzierbaren) Funktion y ¼ f ðxÞ in einem Intervall I wird im
Wesentlichen durch die ersten beiden Ableitungen bestimmt.

Monotonie-Verhalten
Die 1. Ableitung y 0 ¼ f 0 ðxÞ ist die Steigung der Kurventangente und bestimmt somit das
Monotonie-Verhalten der Funktion:

y y
y 0 ¼ f 0 ðx0 Þ > 0: streng monoton
wachsend (Bild a)) f' ( x 0 ) < 0
f' ( x 0 ) > 0
y 0 ¼ f 0 ðx0 Þ < 0: streng monoton
fallend (Bild b)) P
P

f 0 ðx0 Þ ( 0: monoton wachsend y0 y0


0
f ðx0 Þ ) 0: monoton fallend x0 x x0 x
a) b)

Krümmungs-Verhalten
Die 2. Ableitung y 00 ¼ f 00 ðxÞ bestimmt das Krümmungs-Verhalten der Funktion:

y y
y 00 ¼ f 00 ðx0 Þ > 0: Linkskrümmung
f'' ( x 0 ) > 0 f'' ( x 0 ) < 0
(konvexe Krümmung,
Bild a))
P
y 00 ¼ f 00 ðx0 Þ < 0: Rechtskrümmung
(konkave Krümmung, P
Bild b)) y0
y0

Der Drehpfeil in den nebenstehenden Bildern x0 x x0 x


kennzeichnet den Drehsinn der Kurventan- a) b)
gente beim Durchlaufen des Punktes P in
positiver x-Richtung.

Hinweis: Siehe hierzu auch XIV.1.5


4 Anwendungen der Differentialrechnung 141

4.4.2 Krümmung einer ebenen Kurve


Kurvenkrümmung
Die Krümmung j einer ebenen Kurve y ¼ f ðxÞ im Kurvenpunkt P ¼ ðx; yÞ ist ein
quantitatives Maß dafür, wie stark der Kurvenverlauf in der unmittelbaren Umgebung die-
ses Punktes von dem einer Geraden abweicht:
y
y 00
j ¼
½1 þ ðy 0 Þ 2 % 3=2
y = f(x)
f''(x) > 0
j > 0 bzw: y 00 > 0 , Linkskrümmung
f''(x) < 0
j < 0 bzw: y 00 < 0 , Rechtskrümmung

Links- Rechts-
krümmung krümmung x
Krümmungskreis
Der Krümmungskreis einer Kurve y ¼ f ðxÞ im Kurvenpunkt P ¼ ðx; yÞ berührt dort die
Kurve von 2. Ordnung (gemeinsame Tangente, gleiche Krümmung). Der Radius r dieses
Kreises heißt Krümmungsradius, der Mittelpunkt M ¼ ðx0 ; y0 Þ Krümmungsmittelpunkt.

Krümmungsradius r

y
1 ½1 þ ðy 0 Þ2 % 3=2
r ¼ ¼ Tangente
jjj j y 00 j
Normale
y = f(x)

Krümmungsmittelpunkt M = (x0; y0) P

r
1 þ ð y 0Þ 2
x0 ¼ x / y 0 . M
y 00

1 þ ð y 0Þ 2
y0 ¼ y þ
y 00 Krümmungskreis

x
x; y: Koordinaten des Kurvenpunktes P
0 00
y ,y : 1. bzw. 2. Ableitung von y ¼ f ðxÞ im Kurvenpunkt P
Der Krümmungsmittelpunkt M liegt stets auf der Kurvennormale des Berührungspunktes P.
Die Verbindungslinie aller Krümmungsmittelpunkte einer Kurve heißt Evolute, die Kurve
selbst wird als Evolvente bezeichnet. Die Koordinaten x0 und y0 des Krümmungsmittel-
punktes sind dabei Funktionen der x-Koordinate des laufenden Kurvenpunktes P und bilden
daher eine Parameterdarstellung der zur Kurve y ¼ f ðxÞ gehörenden Evolute.
142 IV Differentialrechnung

Sonderfälle
Gerade: j ¼ 0, r ¼ 1; Kreis: j j j ¼ 1=r, r ¼ r (r : Kreisradius)

& Beispiel
Wir bestimmen die Krümmung und den Krümmungskreis der Sinusfunktion an der Stelle x ¼ p=2, d. h. im
Punkt P ¼ ðp=2; 1Þ:

y ¼ sin x ; y 0 ¼ cos x ; y 00 ¼ / sin x

y 00 / sin x / sin ðp=2Þ /1


j ¼ ¼ ) j ðp=2Þ ¼ ¼ ¼ /1
½ 1 þ ðy 0 Þ 2 % 3=2 ½1 þ cos 2 x% 3=2 ½1 þ cos 2 ðp=2Þ% 3=2 ð1 þ 0 2 Þ 3=2

Krümmungsradius: y
1 1
r ðp=2Þ ¼ ¼ ¼ 1
j jðp=2Þ j j / 1j P
1
Krümmungsmittelpunkt: M ¼ ðp=2; 0Þ y = sin x
Begründung: Im Punkt P verläuft die Tangente M
waagerecht, die Normale somit parallel zur y-Achse.
p /2 p x
Der Krümmungsmittelpunkt M liegt im Abstand
r ¼ 1 unterhalb von P und somit auf der x-Achse.
Die Gleichungen für die Koordinaten x0 und y0 –1
des Krümmungsmittelpunktes M (siehe Seite 141)
führen natürlich zum gleichen Ergebnis:

x ¼ p=2 ; y ¼ sin ðp=2Þ ¼ 1 ; y 0 ¼ cos ðp=2Þ ¼ 0 ; y 00 ¼ /sin ðp=2Þ ¼ / 1

1 þ ðy 0 Þ 2 p 1 þ 02 p
|fflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflffl}

x0 ¼ x / y 0 . ¼ /0. ¼
y 00 2 /1 2
) M ¼ ðx0 ; y0 Þ ¼ ðp=2; 0Þ
1 þ ðy 0 Þ 2 1 þ 02
y0 ¼ y þ ¼ 1þ ¼ 0
y 00 /1
&

4.5 Relative Extremwerte (relative Maxima, relative Minima)


Eine Funktion y ¼ f ðxÞ besitzt an der Stelle x0 ein relatives Maximum bzw. ein relatives
Minimum, wenn in einer gewissen Umgebung von x0 stets
f ðx0 Þ > f ðxÞ bzw. f ðx0 Þ < f ðxÞ
ist ðx 6¼ x0 Þ. Die folgenden Bedingungen sind hinreichend (Voraussetzung: f ðxÞ ist
mindestens zweimal differenzierbar):

y
Relatives Maximum (Hochpunkt)
Maximum
Die Kurve besitzt an der Stelle x0 eine y = f(x)
waagerechte Tangente und Rechtskrümmung:
f(x0)
f 0 ðx0 Þ ¼ 0 und f 00 ðx0 Þ < 0
x0 x
4 Anwendungen der Differentialrechnung 143

Relatives Minimum (Tiefpunkt) y

Die Kurve besitzt an der Stelle x0 eine


waagerechte Tangente und Linkskrümmung: y = f(x)

Minimum
f 0 ðx0 Þ ¼ 0 und f 00 ðx0 Þ > 0
f(x0)

x0 x
& Beispiel
Wir bestimmen die relativen Extremwerte der Funktion y ¼ x 2 . e / x . Die dabei benötigten Ableitungen y 0
und y 00 erhalten wir jeweils mit Hilfe der Produkt- und Kettenregel:

y ¼ x 2 . e /x ) y 0 ¼ u 0 v þ v 0 u ¼ 2 x . e / x þ e / x . ð/ 1Þ . x 2 ¼ ð2 x / x 2 Þ . e / x
f
f

u v

y ¼ ð2 x / x 2 Þ . e / x
0
)
|fflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflffl}
f

u v
y 00 ¼ u 0 v þ v 0 u ¼ ð2 / 2 xÞ . e / x þ e / x . ð/ 1Þ . ð2 x / x 2 Þ ¼ ð2 / 4 x þ x 2 Þ . e / x

y0 ¼ 0 ) ð2 x / x 2 Þ . e / x ¼ 0 ) 2 x / x 2 ¼ xð2 / xÞ ¼ 0 ) x1 ¼ 0 ; x2 ¼ 2
f

6¼ 0
x1 ¼ 0 ) y1 ¼ 0 ; x2 ¼ 2 ) y2 ¼ 0;541
00
y ðx1 ¼ 0Þ ¼ 2 > 0 ) Min ¼ ð0; 0Þ
00 /2
y ðx2 ¼ 2Þ ¼ / 2 . e < 0 ) Max ¼ ð2; 0;541Þ
&

Allgemeines Kriterium für einen relativen Extremwert


In einigen Fällen versagen die oben genannten Kriterien, wenn nämlich neben f 0 ðx0 Þ
auch f 00 ðx0 Þ verschwindet. Dann entscheidet die nächstfolgende, nichtverschwindende Ab-
leitung f ðnÞ ðx0 Þ wie folgt über Existenz und Art eines Extremwertes:

f 0 ðx0 Þ ¼ 0 (waagerechte Tangente)

ðnÞ
Die nächstfolgende, nichtverschwindende Ableitung sei f ðx0 Þ ðn ( 2Þ:

ðnÞ
f ðx0 Þ < 0: Maximum
n ¼ gerade ) Extremwert
ðnÞ
f ðx0 Þ > 0: Minimum
ðnÞ
f ðx0 Þ ¼
6 0

n ¼ ungerade ) Sattelpunkt (siehe Abschnitt 4.6)


144 IV Differentialrechnung

& Beispiel
Wir untersuchen die Funktion y ¼ x 4 auf relative Extremwerte:

y ¼ x4; y0 ¼ 4x3 ; y 00 ¼ 12 x 2
0
y ¼ 4x 3
¼ 0 ) x0 ¼ 0 y
00
y ð0Þ ¼ 0 ) Kriterium versagt
y 000 ¼ 24 x ) y 000 ð0Þ ¼ 0 y = x4
ð4Þ ð4Þ
y ¼ 24 ) y ð0Þ ¼ 24 6¼ 0
1
Es ist n ¼ 4, d. h. gerade und y ð4Þ ð0Þ > 0. Die
Funktion y ¼ x 4 besitzt somit an der Stelle
x0 ¼ 0 ein (sogar absolutes) Minimum. –1 Minimum 1 x
&

4.6 Wendepunkte, Sattelpunkte


y
Wendepunkt
f''(x) < 0 f''(x) > 0
In einem Wendepunkt ändert sich die Art der
Kurvenkrümmung, d. h. die Kurve geht dort
von einer Links- in eine Rechtskurve über y = f(x)
oder umgekehrt. In einem Wendepunkt ändert W
sich somit der Drehsinn der Kurventangente. Wendetangente
Die folgende Bedingung ist hinreichend:

f 00 ðx0 Þ ¼ 0 und f 000 ðx0 Þ ¼


6 0
x0 x
Wendetangente: Tangente im Wendepunkt

Sattelpunkt
Ein Sattelpunkt (auch Terrassenpunkt genannt) ist ein Wendepunkt mit waagerechter Tan-
gente. Die hinreichende Bedingung lautet daher:

f 0 ðx0 Þ ¼ 0 ; f 00 ðx0 Þ ¼ 0 und f 000 ðx0 Þ ¼


6 0

y
& Beispiel
y'' > 0
Die kubische Parabel y ¼ x 3 besitzt an der Stelle y=x3
x0 ¼ 0 einen Sattelpunkt:

y0 ¼ 3x2 ; y 00 ¼ 6 x ; y 000 ¼ 6 1
0 00
y ð0Þ ¼ y ð0Þ ¼ 0 ; 000
y ð0Þ ¼ 6 6¼ 0 Sattelpunkt
–1 1 x
Sattelpunkt: ð0; 0Þ
Wendetangente: y ¼ 0 (x-Achse) –1

y'' < 0

&
4 Anwendungen der Differentialrechnung 145

4.7 Kurvendiskussion
Feststellung der Eigenschaften einer Funktion nach dem folgenden Schema (Funktions-
analyse):
• Definitionsbereich/Definitionslücken
• Symmetrie (gerade, ungerade Funktion)
• Nullstellen, Schnittpunkte mit der y-Achse
• Pole, Polgeraden (bei gebrochenrationalen Funktionen)
• Ableitungen (in der Regel bis zur 3. Ordnung)
• Relative Extremwerte (Maxima, Minima)
• Wendepunkte, Sattelpunkte
• Verhalten der Funktion im Unendlichen (Asymptote im Unendlichen)
• Wertebereich
• Zeichnung der Funktion (Kurve) in einem geeigneten Maßstab
Eventuell: Monotonie- und Krümmungsverhalten

& Beispiel
y ¼ x2 . e/x
Definitionsbereich: /1 < x < 1 oder x 2 R
Symmetrie: keine
Nullstellen: y ¼ 0 ) x 2 . e / x ¼ 0 ) x 2 ¼ 0 (wegen e / x > 0 und somit e / x 6¼ 0Þ )
x1=2 ¼ 0 (doppelte Nullstelle und somit Berührungspunkt)
Ableitungen (unter Verwendung der Produkt- und Kettenregel):
y 0 ¼ 2 x . e / x þ e / x . ð/ 1Þ . x 2 ¼ ð2 x / x 2 Þ . e / x

y 00 ¼ ð2 / 2 xÞ . e / x þ e / x . ð/ 1Þ . ð2 x / x 2 Þ . e / x ¼ ðx 2 / 4 x þ 2Þ . e / x

y 000 ¼ ð2 x / 4Þ . e / x þ e / x . ð/ 1Þ . ðx 2 / 4 x þ 2Þ ¼ ð/ x 2 þ 6 x / 6Þ . e / x

Relative Extremwerte: y0 ¼ 0; y 00 6¼ 0
0 2 /x
y ¼ 0 ) ð2 x / x Þ . e ¼ 0 ) 2 x / x 2 ¼ x ð2 / xÞ ¼ 0 ) x3 ¼ 0 ; x4 ¼ 2
00 00 /2
y ð0Þ ¼ 2 > 0 ) Min ; y ð2Þ ¼ / 2 . e < 0 ) Max

Ordinaten an den Stellen x3 ¼ 0 und x4 ¼ 2: y3 ¼ 0, y4 ¼ 0,541


Minimum: ð0; 0Þ ; Maximum : ð2; 0;541Þ
00 000
Wendepunkte: y ¼ 0; y 6¼ 0
00
pffiffiffi
y ¼ 0 ) ðx / 4 x þ 2Þ . e / x ¼ 0
2
) x2 / 4x þ 2 ¼ 0 ) x5=6 ¼ 2 + 2 )

x5 ¼ 3;414 ; x6 ¼ 0;586
000
)
y ð3;414Þ ¼ 0;093 6¼ 0
) Wendepunkte
y 000 ¼ ð0;586Þ ¼ / 1;574 6¼ 0
pffiffiffi
Ordinaten an den Stellen x5=6 ¼ 2 + 2 : y5 ¼ 0,384, y6 ¼ 0,191
Wendepunkte: W1 ¼ ð0;586; 0;191Þ; W2 ¼ ð3;414; 0;384Þ (keine Sattelpunkte, da jeweils y 0 6¼ 0)
146 IV Differentialrechnung

Verhalten der Funktion im Unendlichen: lim x 2 . e / x ¼ 0 ) Asymptote : y ¼ 0 ðx-AchseÞ


x!1

Wertebereich: y ( 0

Monotonieverhalten: y 0 ¼ ð2 x / x 2 Þ . e / x ¼ u . e / x
|fflfflfflfflffl{zfflfflfflfflffl}
u
Wegen e / x > 0 hängt das Vorzeichen der 1. Ableitung y 0 nur vom Vorzeichen des 1. Faktors, d. h. der
„Hilfsfunktion“ u ¼ 2 x / x 2 ¼ x ð2 / xÞ ab. Diese beschreibt eine nach unten geöffnete Parabel mit fol-
genden Eigenschaften (siehe Bild a)):

Nullstellen bei x ¼ 0 und x ¼ 2


u
Scheitelpunkt: S ¼ ð1; 1Þ
S
Im Intervall 0 < x < 2 gilt u > 0 und somit auch 1
y 0 > 0, dort verläuft die Funktion y ¼ x 2 . e / x daher
streng monoton wachsend (Bereich zwischen den beiden Ex-
tremwerten der Funktion). Im übrigen Definitionsbereich,
d. h. in den Intervallen x < 0 und x > 2 ist der Kurven-
verlauf wegen u < 0 und damit auch y 0 < 0 dagegen 0 1 2 x
streng monoton fallend. a)

Krümmungsverhalten: y 00 ¼ ðx 2 / 4 x þ 2Þ . e / x ¼ v . e / x
|fflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
v
Wegen e / x > 0 hängt das Vorzeichen der 2. Ableitung y 00 nur vom Vorzeichen des 1. Faktors, d. h. der
„Hilfsfunktion“ v ¼ x 2 / 4 x þ 2 ab. Diese beschreibt eine nach oben geöffnete Parabel mit folgenden
Eigenschaften (siehe Bild b)):
pffiffiffi
Nullstellen bei x ¼ 2 + 2 v
Scheitelpunkt: S ¼ ð2; / 2Þ
pffiffiffi pffiffiffi 2– 2 2+ 2
Im Intervall 2 / 2 < x < 2 þ 2 gilt v < 0
00
und somit auch y < 0, dort besitzt die Funktion 0 2 x
y ¼ x 2 . e / x daher Rechtskrümmung (Bereich zwi-
schen den beiden Wendepunkten der Funktion). Im
–1
übrigen Definitionsbereich ist die Kurve wegen
v > 0 und somit auch y 00 > 0 nach links ge-
krümmt.
–2
S
b)
Verlauf der Kurve y ¼ x 2 . e / x :

Max
0,5
W2
y = x 2· e – x

W1

Min 2 5 x &
147

V Integralrechnung

1 Bestimmtes Integral

1.1 Definition eines bestimmten Integrals


Ðb
Das bestimmte Integral f ðxÞ dx lässt sich in anschaulicher Weise als Flächeninhalt A
a
zwischen der stetigen Funktion y ¼ f ðxÞ, der x-Achse und den beiden zur y-Achse par-
allelen Geraden x ¼ a und x ¼ b deuten, sofern die Kurve im gesamten Intervall
a ) x ) b oberhalb der x-Achse verläuft.

y = f(x)

f(x0) f(x1) f(x2) f(x3) f(xn–1) f(xn)

Dx Dx Dx Dx
x0 = a x1 x2 x3 xn–1 xn = b x

b/a
Wir zerlegen zunächst die Fläche in n Streifen gleicher Breite Dx ¼ , ersetzen
n
jeden Streifen in der aus der Abbildung ersichtlichen Weise durch ein Rechteck (im Bild
grau unterlegt) und summieren dann über alle Rechtecksflächen. Dies führt (bei einer
monoton wachsenden Funktion) zu der sog. Untersumme
P
n
Un ¼ f ðx0 Þ Dx þ f ðx1 Þ Dx þ f ðx2 Þ Dx þ . . . þ f ðxn / 1 Þ Dx ¼ f ðxk / 1 Þ Dx
k¼1

die einen Näherungswert für den gesuchten Flächeninhalt darstellt. Beim Grenzübergang
n ! 1 (und somit Dx ! 0Þ strebt die Untersumme Un gegen einen Grenzwert, der
als bestimmtes Integral von f ðxÞ in den Grenzen von x ¼ a bis x ¼ b bezeichnet wird
und geometrisch als Flächeninhalt A unter der Kurve y ¼ f ðxÞ im Intervall a ) x ) b
interpretiert werden darf.

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017


L. Papula, Mathematische Formelsammlung, DOI 10.1007/978-3-658-16195-8_5
148 V Integralrechnung

Symbolische Schreibweise:

ðb
P
n
f ðxÞ dx ¼ lim Un ¼ lim f ðxk / 1 Þ Dx
n!1 n!1 k¼1
a

Bezeichnungen:
x: Integrationsvariable
f ðxÞ: Integrandfunktion (kurz: Integrand)
a; b: Untere bzw. obere Integrationsgrenze
Das Integral existiert, wenn f ðxÞ stetig ist oder aber beschränkt ist und nur endlich viele
Unstetigkeiten im Integrationsintervall enthält.

1.2 Berechnung eines bestimmten Integrals

ðb
f ðxÞ dx ¼ ½ F ðxÞ% ba ¼ F ðbÞ / F ðaÞ ðHauptsatz der IntegralrechnungÞ
a

F ðxÞ ist dabei irgendeine Stammfunktion von f ðxÞ ðF 0 ðxÞ ¼ f ðxÞ, siehe Abschnitt 2.2).

& Beispiele

Ð
p=2
p=2
(1) cos x dx ¼ ½sin x% 0 ¼ sin ðp=2Þ / sin 0 ¼ 1 / 0 ¼ 1
0

d
Denn F ðxÞ ¼ sin x ist wegen F 0 ðxÞ ¼ ðsin xÞ ¼ cos x eine Stammfunktion von f ðxÞ ¼ cos x.
dx
Ð3
(2) ðx 2 / 4 x þ 1Þ dx ¼ ?
/3

1 3
FðxÞ ¼ x / 2 x 2 þ x ist eine Stammfunktion des Integranden f ðxÞ ¼ x 2 / 4 x þ 1 , da
3
3 2
d 1 3
F 0 ðxÞ ¼ x / 2 x 2 þ x ¼ x 2 / 4 x þ 1 ¼ f ðxÞ
dx 3

gilt. Somit:

ð3 + )3
1 3
ðx 2 / 4 x þ 1Þ dx ¼ x / 2x2 þ x ¼ ð9 / 18 þ 3Þ / ð/ 9 / 18 / 3Þ ¼ 24
3 /3
/3
&
1 Bestimmtes Integral 149

1.3 Elementare Integrationsregeln für bestimmte Integrale


Regel 1: Faktorregel
Ein konstanter Faktor C darf vor das Integral gezogen werden:

ðb ðb
C . f ðxÞ dx ¼ C . f ðxÞ dx ðC 2 RÞ
a a

Regel 2: Summenregel
Eine endliche Summe von Funktionen darf gliedweise integriert werden:

ðb ðb ðb
½ f1 ðxÞ þ . . . þ fn ðxÞ% dx ¼ f1 ðxÞ dx þ . . . þ fn ðxÞ dx
a a a

Regel 3: Vertauschungsregel
Vertauschen der Integrationsgrenzen bewirkt einen Vorzeichenwechsel des Inte-
grals:

ða ðb
f ðxÞ dx ¼ / f ðxÞ dx
b a

Regel 4: Fallen die Integrationsgrenzen zusammen ða ¼ bÞ; so ist der Integralwert


gleich null:

ða
f ðxÞ dx ¼ 0
a

Geometrische Deutung: Flächeninhalt unter der Kurve ¼ 0

Regel 5: Für jede Stelle c aus dem Integrationsintervall gilt:

ðb ðc ðb
f ðxÞ dx ¼ f ðxÞ dx þ f ðxÞ dx ða ) c ) bÞ
a a c

Geometrische Deutung: Zerlegung der Fläche in zwei Teilflächen


150 V Integralrechnung

2 Unbestimmtes Integral

2.1 Definition eines unbestimmten Integrals


Ðx
Das unbestimmte Integral I ðxÞ ¼ f ðtÞ dt beschreibt den Flächeninhalt A zwischen der
a
stetigen Kurve y ¼ f ðtÞ und der t-Achse im Intervall a ) t ) x in Abhängigkeit von
der oberen (variabel gehaltenen) Grenze x und wird daher auch als Flächenfunktion
bezeichnet (Voraussetzung für diese geometrische Interpretation: f ðtÞ ( 0 und x ( a).

y
ðx
I ðxÞ ¼ f ðtÞ dt
y = f(t)
a
variabel
Man beachte: Ein bestimmtes Integral ist eine A
Zahl (Flächeninhalt A), ein unbestimmtes
Integral dagegen eine Funktion der oberen a x t
Grenze x ðFlächenfunktion I ðxÞÞ!

2.2 Allgemeine Eigenschaften der unbestimmten Integrale


1. Zu jeder stetigen Funktion f ðxÞ gibt es unendlich viele unbestimmte Integrale, die sich
in ihrer unteren Integrationsgrenze voneinander unterscheiden.

2. Die Differenz zweier unbestimmter Integrale von f ðxÞ ist eine Konstante.
Ðx
3. Differenziert man ein unbestimmtes Integral I ðxÞ ¼ f ðtÞ dt nach der oberen Grenze
a
x, so erhält man die Integrandfunktion f ðxÞ (sog. Fundamentalsatz der Differential-
und Integralrechnung):

ðx
dI
I ðxÞ ¼ f ðtÞ dt ) ¼ I 0 ðxÞ ¼ f ðxÞ
dx
a

Allgemein wird eine differenzierbare Funktion F ðxÞ mit der Eigenschaft F 0 ðxÞ ¼ f ðxÞ
als eine Stammfunktion von f ðxÞ bezeichnet. In diesem Sinne lässt sich der Fundamental-
Ðx
satz auch wie folgt formulieren: Jedes unbestimmte Integral IðxÞ ¼ f ðtÞ dt von f ðxÞ
ist eine Stammfunktion von f ðxÞ. a
2 Unbestimmtes Integral 151

4. Ist F ðxÞ irgendeine Stammfunktion von f ðxÞ und C1 eine geeignete reelle Konstante,
so gilt

ðx
I ðxÞ ¼ f ðtÞ dt ¼ F ðxÞ þ C1
a

Die Konstante C1 lässt sich aus der Bedingung I ðaÞ ¼ F ðaÞ þ C1 ¼ 0 berechnen:
C1 ¼ / F ðaÞ.
Ðx
5. Die Menge aller Funktionen vom Typ I ðxÞ þ K ¼ f ðtÞ dt þ K wird als unbe-
a Ð
stimmtes Integral von f ðxÞ bezeichnet und durch das Symbol f ðxÞ dx gekennzeich-
net (die Integrationsgrenzen werden weggelassen):

ð ðx
f ðxÞ dx 0 f ðtÞ dt þ K ðK 2 RÞ
a

Die Begriffe „Stammfunktion von f ðxÞ“ und „unbestimmtes


Ð Integral von f ðxÞ“ sind
somit gleichwertig. Das unbestimmte Integral f ðxÞ dx von f ðxÞ ist daher in der
Form
ð
f ðxÞ dx ¼ F ðxÞ þ C ðF 0 ðxÞ ¼ f ðxÞÞ

darstellbar, wobei F ðxÞ irgendeine Stammfunktion zu f ðxÞ bedeutet und die Integra-
tionskonstante C alle reellen Werte durchläuft. Das Aufsuchen sämtlicher Stammfunk-
tionen F ðxÞ zu einer vorgegebenen Funktion f ðxÞ heißt unbestimmte Integration:

unbestimmte
f ðxÞ ! F ðxÞ mit F 0 ðxÞ ¼ f ðxÞ
Integration

Geometrische Deutung der Stammfunktionen: Die Stammfunktionen (oder Integralkur-


ven) zu einer stetigen Funktion f ðxÞ bilden eine einparametrige Kurvenschar. Jede
Integralkurve entsteht dabei aus jeder anderen durch Parallelverschiebung in der y-Rich-
tung.
6. Faktor- und Summenregel für bestimmte Integrale gelten sinngemäß auch für unbe-
stimmte Integrale (siehe Abschnitt 1.3).

& Beispiel
Ð
ð2 x / sin xÞ dx ¼ ?

Stammfunktion zu f ðxÞ ¼ 2 x / sin x: FðxÞ ¼ x 2 þ cos x, da F 0 ðxÞ ¼ 2 x / sin x ¼ f ðxÞ ist.


Ð
Lösung: ð2 x / sin xÞ dx ¼ F ðxÞ þ C ¼ x 2 þ cos x þ C ðC 2 RÞ
&
152 V Integralrechnung

2.3 Tabelle der Grund- oder Stammintegrale


C, C1 , C2 : Reelle Integrationskonstanten
ð ð ð
0 dx ¼ C 1 dx ¼ dx ¼ x þ C

ð ð
x nþ1 1
x n dx ¼ þC ðn 6¼ / 1Þ dx ¼ ln j x j þ C
nþ1 x

ð ð
ax
e x dx ¼ e x þ C a x dx ¼ þC
ln a

ð ð
sin x dx ¼ / cos x þ C cos x dx ¼ sin x þ C

ð ð
1 1
dx ¼ tan x þ C dx ¼ / cot x þ C
cos 2 x sin 2 x

ð ( ) ð ( )
1 arcsin x þ C1 1 arctan x þ C1
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi dx ¼ dx ¼
1 / x2 / arccos x þ C2 1 þ x2 / arccot x þ C2

ð ð
sinh x dx ¼ cosh x þ C cosh x dx ¼ sinh x þ C

ð ð
1 1
dx ¼ tanh x þ C dx ¼ / coth x þ C
cosh 2 x sinh 2 x
Z 1
"
"
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi "
"
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi dx ¼ arsinh x þ C ¼ ln " x þ x 2 þ 1 " þ C
x2 þ 1
Z 1
"
"
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi "
"
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi dx ¼ sgn ðxÞ . arcosh j x j þ C ¼ ln " x þ x 2 / 1 " þ C ðj x j > 1Þ
x2 / 1
8 3 2 9
>
> 1 1þx >
>
> artanh x þ C1 ¼ . ln þ C1 jxj < 1>
>
>
ð >
< 2 1/x >
=
1 fur

dx ¼
1 / x2 >
> 3 2 >
>
>
> 1 x þ1 >
>
: arcoth x þ C2 ¼ . ln þ C2 jxj > 1>
>
;
2 x /1

Hinweis: Im Anhang, Teil A befindet sich eine ausführliche Integraltafel mit über 400
weiteren Integralen (gedruckt auf gelbem Papier).
3 Integrationsmethoden 153

3 Integrationsmethoden

3.1 Integration durch Substitution


3.1.1 Allgemeines Verfahren
Ð
Das vorgegebene Integral f ðxÞ dx wird mit Hilfe einer geeigneten Substitution wie folgt
in ein Grund- oder Stammintegral übergeführt 1Þ :

1. Aufstellung der Substitutionsgleichungen:


du du
u ¼ g ðxÞ ; ¼ g 0 ðxÞ ; dx ¼
dx g 0 ðxÞ

2. Durchführung der Integralsubstitution:


ð ð
f ðxÞ dx ¼ j ðuÞ du

Das neue Integral enthält nur die „Hilfsvariable“ u und deren Differential du.
3. Integration (Berechnung des neuen Integrals):
ð
j ðuÞ du ¼ F ðuÞ ðmit F 0 ðuÞ ¼ j ðuÞÞ

4. Rücksubstitution:
ð ð
f ðxÞ dx ¼ j ðuÞ du ¼ F ðuÞ ¼ F ðg ðxÞÞ ¼ F ðxÞ

Anmerkungen
(1) In bestimmten Fällen ist es günstiger, die „Hilfsvariable“ u durch eine Substitution
vom Typ x ¼ h ðuÞ einzuführen. Die Substitutionsgleichungen lauten dann:
dx
x ¼ h ðuÞ , ¼ h 0 ðuÞ , dx ¼ h 0 ðuÞ du
du
(2) Die Substitutionen u ¼ g ðxÞ und x ¼ h ðuÞ müssen monotone und stetig differen-
zierbare Funktionen sein.
(3) Bei einem bestimmten Integral kann auf die Rücksubstitution verzichtet werden, wenn
man die Integrationsgrenzen mit Hilfe der Substitutionsgleichung u ¼ g ðxÞ bzw.
x ¼ hðuÞ mitsubstituiert.


Dies gelingt nicht immer im 1. Schritt. Gegebenenfalls muss das neue Integral nach einer anderen Integrations-
technik weiterbehandelt werden.
154 V Integralrechnung

3.1.2 Spezielle Integralsubstitutionen (Tabelle)

Integraltyp Substitution Neues Integral Beispiel


bzw. Lösung

ð ð ð pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
u ¼ ax þ b 1
ðAÞ f ða x þ bÞ dx . f ðuÞ du 4 x þ 5 dx
a
du
dx ¼
a ðu ¼ 4 x þ 5Þ

ð ð
u ¼ f ðxÞ 1
ðBÞ f ðxÞ . f 0 ðxÞ dx ½ f ðxÞ% 2 þ C sin x . cos x dx
2
du
dx ¼ 0
f ðxÞ ðu ¼ sin xÞ

ð ð
u ¼ f ðxÞ 1 1
ðCÞ ½ f ðxÞ% n . f 0 ðxÞ dx ½ f ðxÞ% nþ1 þ C ðln xÞ 2 . dx
nþ1 x
du
dx ¼
ðn 6¼ / 1Þ f 0 ðxÞ ðu ¼ ln xÞ

ð ð ð
ðDÞ f ½ gðxÞ% . g 0 ðxÞ dx u ¼ gðxÞ f ðuÞ du
2
x . e x dx
du
dx ¼
g 0 ðxÞ ðu ¼ x 2 Þ

ð ð
f 0 ðxÞ u ¼ f ðxÞ ln j f ðxÞ j þ C 2x / 3
ðEÞ dx dx
f ðxÞ x2 / 3x þ 1
du
dx ¼
f 0 ðxÞ ðu ¼ x 2 / 3x þ 1Þ

ð 3 qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi 2 ð
x ¼ a . sin u x3
ðFÞ R x ; a 2 / x 2 dx qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi dx
dx ¼ a . cos u du 4 / x2
R: Rationale Funktion qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi a 2 / x 2 ¼ a . cos u ðx ¼ 2 . sin uÞ
von x und a 2 / x 2

ð 3 qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi 2 ð
x ¼ a . sinh u x2
ðGÞ R x ; x 2 þ a 2 dx qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi dx
dx ¼ a . cosh u du x2 þ 9
R: Rationale Funktion qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi x 2 þ a 2 ¼ a . cosh u ðx ¼ 3 . sinh uÞ
von x und x 2 þ a 2

ð 3 qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi 2 ð
x ¼ a . cosh u 1
ðHÞ R x ; x 2 / a 2 dx qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi dx
2
x / 25
dx ¼ a . sinh u du
R: Rationale Funktion qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi x 2 / a 2 ¼ a . sinh u ðx ¼ 5 . cosh uÞ
von x und x 2 / a 2
3 Integrationsmethoden 155

Tabelle (Fortsetzung)

Integraltyp Substitution Neues Integral Beispiel


bzw. Lösung
ð ð
u ¼ tan ðx=2Þ 1 þ cos x
ðIÞ R ðsin x; cos xÞ dx dx
sin x
2
dx ¼ du
R: Rationale Funktion 1 þ u2
von sin x und cos x 2u
sin x ¼
1 þ u2

1 / u2
cos x ¼
1 þ u2
ð ð
du sinh x þ 1
ðJÞ R ðsinh x ; cosh xÞ dx u ¼ e x ; dx ¼ dx
u cosh x

R: Rationale Funktion u2 / 1
sinh x ¼
von sinh x und cosh x 2u

u2 þ 1
cosh x ¼
2u

& Beispiel
Ð
p=2
sin 4 x . cos x dx ¼ ?
0
Ð
Integraltyp (C): ½ f ðxÞ% n . f 0 ðxÞ dx mit f ðxÞ ¼ sin x , f 0 ðxÞ ¼ cos x und n ¼ 4

du du
Substitution: u ¼ sin x ; ¼ cos x ; dx ¼
dx cos x

Untere Grenze: x ¼ 0 ) u ¼ sin 0 ¼ 0

Obere Grenze: x ¼ p=2 ) u ¼ sin ðp=2Þ ¼ 1

ð
p=2 ð1 ð1 + )1
du 1 5 1 1
Integration: sin 4 x . cos x dx ¼ u 4 . cos x ¼ u 4 du ¼ u ¼ /0 ¼
cos x 5 0 5 5
0 0 0

Alternative: Die Integrationsgrenzen werden nicht mitsubstituiert, die Integration zunächst unbestimmt vorge-
nommen (Substitution u ¼ sin x wie oben). Dann wird rücksubstituiert und mit der gewonnenen Stamm-
funktion das bestimmte Integral berechnet (die Integrationskonstante darf weggelassen werden).
ð ð ð
du 1 5 1
sin 4 x . cos x dx ¼ u 4 . cos x ¼ u 4 du ¼ u þC ¼ ðsin xÞ 5 þ C
cos x 5 5

ð
p=2
1 h i p=2 1 h i 1 1
sin 4 x . cos x dx ¼ ðsin xÞ 5 ¼ ðsin p=2Þ 5 / ðsin 0 Þ 5 ¼ ð1 / 0Þ ¼
5 0 5 |fflfflfflffl{zfflfflfflffl} |ffl{zffl} 5 5
0 1 0
&
156 V Integralrechnung

3.2 Partielle Integration (Produktintegration)


Die Formel der partiellen Integration lautet:
ð ð
u ðxÞ . v 0 ðxÞ dx ¼ u ðxÞ . v ðxÞ / u 0 ðxÞ . vðxÞ dx

Ð
In vielen Fällen lässt sich ein (unbestimmtes) Integral f ðxÞ dx mit Hilfe dieser Formel
wie folgt lösen. Der Integrand f ðxÞ wird in „geeigneter“ Weise in ein Produkt aus zwei
Funktionen uðxÞ und v 0 ðxÞ zerlegt: f ðxÞ ¼ u ðxÞ . v 0 ðxÞ. Dabei ist v 0 ðxÞ die erste Ab-
leitung einer zunächst noch unbekannten Funktion vðxÞ. Dann gilt nach obiger Formel:
ð ð ð
f ðxÞ dx ¼ uðxÞ . v 0 ðxÞ dx ¼ u ðxÞ . vðxÞ / u 0 ðxÞ . vðxÞ dx
|{z} |fflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflffl}
!

Zerlegung in ein Produkt

Die Integration gelingt, wenn sich eine Stammfunktion zum „kritischen“ Faktor v 0 ðxÞ an-
geben lässt und das neue „Hilfsintegral“ der rechten Seite elementar lösbar ist.

Anmerkungen
(1) In einigen Fällen muss man mehrmals hintereinander partiell integrieren, ehe man auf
ein Grundintegral stößt.
(2) Die Formel der partiellen Integration gilt sinngemäß auch für bestimmte Integrale:

ðb ðb
0
u ðxÞ . v ðxÞ dx ¼ ½ u ðxÞ . vðxÞ% ba / u 0 ðxÞ . vðxÞ dx
a a

& Beispiel
Ð
p=2
x . cos x dx ¼ ?
0

Zerlegung des Integranden f ðxÞ ¼ x . cos x in zwei Faktoren u ðxÞ und v 0 ðxÞ:

u ðxÞ ¼ x ; v 0 ðxÞ ¼ cos x ) u 0 ðxÞ ¼ 1 ; v ðxÞ ¼ sin x

Partielle Integration (zunächst unbestimmt):


Ð Ð Ð
x . cos x dx ¼ x . sin x / 1 . sin x dx ¼ x . sin x / sin x dx ¼
|{z} |fflffl{zfflffl} |{z} |fflffl{zfflffl} |{z} |fflffl{zfflffl} |fflfflfflfflffl{zfflfflfflfflffl}
u v0 u v u0 v Grundintegral

¼ x . sin x / ð/ cos xÞ þ C ¼ x . sin x þ cos x þ C


Berechnung des bestimmten Integrals ðC ¼ 0 gesetzt):
ð
p=2
p=2 p p
x . cos x dx ¼ ½ x . sin x þ cos x % 0 ¼ . sin ðp=2Þ þ cos ðp=2Þ / 0 / cos 0 ¼ /1
2 |fflfflfflfflffl{zfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflffl} |ffl{zffl} 2
0
1 0 1 &
3 Integrationsmethoden 157

3.3 Integration einer gebrochenrationalen Funktion


durch Partialbruchzerlegung des Integranden
Die Integration einer gebrochenrationalen Funktion f ðxÞ geschieht nach dem folgenden
Schema:
1. Ist die Funktion f ðxÞ unecht gebrochenrational, so wird sie zunächst durch Polynomdi-
vision in eine ganzrationale Funktion p ðxÞ und eine echt gebrochenrationale Funktion
rðxÞ zerlegt (siehe III.5.3):

f ðxÞ ¼ pðxÞ þ r ðxÞ

Diese Zerlegung entfällt natürlich bei einer echt gebrochenrationalen Funktion f ðxÞ.
2. Der echt gebrochenrationale Anteil r ðxÞ wird in Partialbrüche zerlegt (siehe Partial-
bruchzerlegung, Abschnitt 3.3.1).
3. Anschließend erfolgt die Integration des ganzrationalen Anteils p ðxÞ sowie sämtlicher
Partialbrüche (siehe Abschnitt 3.3.2).
Die echt gebrochenrationale Funktion r ðxÞ ist dann als Summe sämtlicher Partialbrüche
darstellbar. Besitzt der Nenner N ðxÞ z. B. ausschließlich n verschiedene einfache Null-
stellen x1 ; x2 ; . . . ; xn , so lautet die Partialbruchzerlegung wie folgt:

Z ðxÞ A1 A2 An
r ðxÞ ¼ ¼ þ þ ... þ
N ðxÞ x / x1 x / x2 x / xn

N ðxÞ, Z ðxÞ: Nenner- bzw. Zählerpolynom der echt gebrochenrationalen Funktion r ðxÞ
A1 ; A2 ; . . . ; An : Reelle Konstanten (noch unbekannt)

3.3.1 Partialbruchzerlegung
Z ðxÞ
Die Partialbruchzerlegung einer echt gebrochenrationalen Funktion r ðxÞ ¼ hängt
noch von der Art der Nennernullstellen ab. Wir unterscheiden zwei Fälle: N ðxÞ

1. Fall: Der Nenner N (x) besitzt ausschließlich reelle Nullstellen


Jeder Nullstelle x1 des Nenners N ðxÞ wird nach dem folgenden Schema in eindeutiger
Weise ein Partialbruch zugeordnet:

A
x1 : Einfache Nullstelle !
x / x1
A1 A2
x1 : Zweifache Nullstelle ! þ
.. x / x1 ðx / x1 Þ 2
.
A1 A2 Ar
x1 : r-fache Nullstelle ! þ 2
þ ... þ
x / x1 ðx / x1 Þ ðx / x1 Þ r
158 V Integralrechnung

Berechnung der in den Partialbrüchen auftretenden Konstanten:


Alle Brüche werden zunächst auf einen gemeinsamen Nenner gebracht (Hauptnenner) und
dann mit diesem Hauptnenner multipliziert. Durch Einsetzen bestimmter x-Werte (z. B. der
Nullstellen des Nenners) erhält man ein lineares Gleichungssystem, aus dem sich die noch
unbekannten Konstanten berechnen lassen. Eine weitere Methode zur Bestimmung der
Konstanten ist der Koeffizientenvergleich.

& Beispiel
Z ðxÞ / x 2 þ 2 x / 17
r ðxÞ ¼ ¼ 3 ðecht gebrochenrationale FunktionÞ
N ðxÞ x / 7 x 2 þ 11 x / 5

Nullstellen des Nenners: x 3 / 7 x 2 þ 11 x / 5 ¼ 0 ) x1=2 ¼ 1 ; x3 ¼ 5

Zuordnung der Partialbrüche:


A1 A2
x1=2 ¼ 1 ðzweifache NullstelleÞ : þ
x /1 ðx / 1Þ 2
B
x3 ¼ 5 ðeinfache NullstelleÞ :
x /5
Ansatz für die Partialbruchzerlegung:
/ x 2 þ 2 x / 17 / x 2 þ 2 x / 17 A1 A2 B
¼ ¼ þ þ
x3 2
/ 7 x þ 11 x / 5 ðx / 1Þ 2 ðx / 5Þ x /1 ðx / 1Þ 2 x /5

Berechnung der Konstanten A1 ; A2 und B (Hauptnenner bilden):


/ x 2 þ 2 x / 17 A1 ðx / 1Þ ðx / 5Þ þ A2 ðx / 5Þ þ B ðx / 1Þ 2
2
¼
ðx / 1Þ ðx / 5Þ ðx / 1Þ 2 ðx / 5Þ

Zähler gleichsetzen:

/ x 2 þ 2 x / 17 ¼ A1 ðx / 1Þ ðx / 5Þ þ A2 ðx / 5Þ þ B ðx / 1Þ 2

Wir setzen für x zweckmäßigerweise der Reihe nach die Werte 1, 5 und 0 ein:

x ¼ 1 ) / 16 ¼ / 4 A2 ) A2 ¼ 4

x ¼ 5 ) / 32 ¼ 16 B ) B ¼ /2

x ¼ 0 ) / 17 ¼ 5 A1 / 5 A2 þ B ) / 17 ¼ 5 A1 / 5 . 4 / 2 )
/ 17 ¼ 5 A1 / 22 ) 5 A1 ¼ 5 ) A1 ¼ 1

Partialbruchzerlegung:
/ x 2 þ 2 x / 17 A1 A2 B 1 4 2
¼ þ þ ¼ þ /
x3 / 7 x 2 þ 11 x / 5 x /1 ðx / 1Þ 2 x /5 x /1 ðx / 1Þ 2 x /5
&

2. Fall: Der Nenner N (x) besitzt neben reellen auch komplexe Nullstellen
Die komplexen Lösungen der Gleichung N ðxÞ ¼ 0 treten immer paarweise, d. h. in kon-
jugiert komplexer Form auf. Für zwei einfache konjugiert komplexe Nennernullstellen x1
und x2 lautet der Partialbruchansatz wie folgt:

Bx þ C Bx þ C
¼ 2
ðx / x1 Þ ðx / x2 Þ x þ px þ q
3 Integrationsmethoden 159

Dabei sind x1 und x2 die konjugiert komplexen Lösungen der quadratischen Gleichung
x 2 þ p x þ q ¼ 0: Entsprechend lautet der Ansatz für mehrfache konjugiert komplexe
Nullstellen:

B1 x þ C1 B2 x þ C2 Br x þ Cr
þ 2 þ ... þ 2
x2 þ px þ q ðx þ p x þ qÞ 2 ðx þ p x þ qÞ r

(der Nenner N ðxÞ besitzt die jeweils r-fach auftretenden konjugiert komplexen Nullstellen
x1 und x2 ; Sie sind die Lösungen der quadratischen Gleichung x 2 þ p x þ q ¼ 0Þ:
Die Berechnung der Konstanten erfolgt wie im 1. Fall.

& Beispiel

Z ðxÞ 3 x 2 / 11 x þ 15
r ðxÞ ¼ ¼ 3 ðecht gebrochenrationale FunktionÞ
N ðxÞ x / 4 x 2 þ 9 x / 10

Nullstellen des Nenners: N ðxÞ ¼ x 3 / 4 x 2 þ 9 x / 10 ¼ 0 ) x1 ¼ 2 ; x2=3 ¼ 1 + 2 j

Zuordnung der Partialbrüche:


A
x1 ¼ 2 ðreell; einfachÞ :
x /2
Bx þ C
x2=3 ¼ 1 + 2 j ðkonjugiert komplex; einfachÞ :
x2 / 2x þ 5

Hinweis: x2=3 ¼ 1 + 2 j sind die konjugiert komplexen Lösungen der quadratischen Gleichung
x 2 / 2 x þ 5 ¼ 0, die man durch Reduzieren der kubischen Gleichung erhält:
N ðxÞ ¼ x 3 / 4 x 2 þ 9 x / 10 ¼ ðx / 2Þ ðx 2 / 2 x þ 5Þ ¼ 0

Ansatz für die Partialbruchzerlegung:


3 x 2 / 11 x þ 15 3 x 2 / 11 x þ 15 A Bx þ C
¼ ¼ þ 2
x3 2
/ 4 x þ 9 x / 10 ðx / 2Þ ðx 2 / 2 x þ 5Þ x /2 x / 2x þ 5

Berechnung der Konstanten A; B und C (Brüche auf den Hauptnenner bringen):


3 x 2 / 11 x þ 15 A ðx 2 / 2 x þ 5Þ þ ðB x þ CÞ ðx / 2Þ
¼
ðx / 2Þ ðx 2 / 2 x þ 5Þ ðx / 2Þ ðx 2 / 2 x þ 5Þ
Zähler gleichsetzen:

3 x 2 / 11 x þ 15 ¼ A ðx 2 / 2 x þ 5Þ þ ðB x þ CÞ ðx / 2Þ

Wir setzen für x zweckmäßigerweise der Reihe nach die Werte 2, 1 und 0 ein:

x ¼ 2 ) 5 ¼ 5A ) A ¼ 1
)
x ¼ 1 ) 7 ¼ 4A / B / C
) B ¼ 2; C ¼ /5
x ¼ 0 ) 15 ¼ 5 A / 2 C

Partialbruchzerlegung:

3 x 2 / 11 x þ 15 A Bx þ C 1 2x / 5
r ðxÞ ¼ ¼ þ 2 ¼ þ 2
x3 / 4 x 2 þ 9 x / 10 x /2 x / 2x þ 5 x /2 x / 2x þ 5
&
160 V Integralrechnung

3.3.2 Integration der Partialbrüche


Bei der Integration der Partialbrüche treten insgesamt vier verschiedene Integraltypen auf.

Bei reellen Nullstellen des Nenners N (x)


ð 9
dx >
> jeweils gelost
€ durch
¼ ln j x / x1 j þ C1 >
>
x / x1 = die Substitution
ð > u ¼ x / x1 ;
dx 1 >
>
r
¼ þ C2 ðr ( 2Þ >
; du ¼ dx
ðx / x1 Þ ð1 / rÞ ðx / x1 Þ r / 1

& Beispiel
ð
/ x 2 þ 2 x / 17
dx ¼ ? ðder Integrand ist eine echt gebrochenrationale FunktionÞ
x / 7 x 2 þ 11 x / 5
3

Partialbruchzerlegung des Integranden (siehe 1. Beispiel aus Abschnitt 3.3.1):


/ x 2 þ 2 x / 17 1 4 2
¼ þ /
x 3 / 7 x 2 þ 11 x / 5 x /1 ðx / 1Þ 2 x /5

Integration der Partialbrüche:


ð ð ð ð
/ x 2 þ 2 x / 17 dx dx dx
3 2
dx ¼ þ4. 2
/2. ¼
x / 7 x þ 11 x / 5 x /1 ðx / 1Þ x /5
ð ð ð
du du dv 4
¼ þ4. 2
/2. ¼ ln j u j / / 2 . ln j v j þ C ¼
u u v u
4
¼ ln j x / 1 j / / 2 . ln j x / 5 j þ C
x /1

(die Substitutionen u ¼ x / 1, du ¼ dx bzw. v ¼ x / 5, dv ¼ dx wurden grau unterlegt)


&

Bei konjugiert komplexen Nullstellen des Nenners N (x)


Im Falle einfacher konjugiert komplexer Nullstellen:
ð
Bx þ C B
dx ¼ . ln j x 2 þ p x þ q j þ
x2 þ px þ q 2
0 1 0 1
B 2C / Bp C B 2x þ p C
þ @qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi A . arctan @qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi A þ C3
4q / p2 4q / p2

Die bei mehrfachen konjugiert komplexen Nullstellen des Nenners auftretenden Integrale vom
ð ð
dx x dx
Typ 2 r
bzw. mit r ( 2 entnimmt man der
ðx þ p x þ qÞ ðx þ p x þ qÞ r
2

Integraltafel im Anhang, Teil A (falls p ¼


6 0 ! Integrale 63 bis 70; falls p ¼ 0 !
Integrale 29 bis 34).
3 Integrationsmethoden 161

3.4 Integration durch Potenzreihenentwicklung des Integranden


Der Integrand f ðxÞ des bestimmten oder unbestimmten Integrals wird in eine Potenzreihe
entwickelt und anschließend gliedweise integriert ( Voraussetzung: Der Integrationsbereich
liegt innerhalb des Konvergenzbereiches der Reihe).

& Beispiel
Ð1 1pffiffiffi 0
cos x dx ¼ ?
0

Potenzreihe (Mac Laurinsche Reihe) für cos z (siehe VI.3.4):


z2 z4 z6
cos z ¼ 1 / þ / þ / ... ðj z j < 1Þ
2! 4! 6!
pffiffiffi
Substitution z ¼ x:
1pffiffiffi 0 x x2 x3
cos x ¼ 1/ þ / þ / ... ðx ( 0Þ
2! 4! 6!

Gliedweise Integration:
ð1 1pffiffiffi 0 ð1 3 2 + )1
x x2 x3 x2 x3 x4
cos x dx ¼ 1/ þ / þ / . . . dx ¼ x / þ / þ / ... ¼
2! 4! 6! 2 . 2! 3 . 4! 4 . 6! 0
0 0

1 1 1
¼ 1/ þ / þ / . . . ' 0;763 ðauf drei Nachkommastellen genauÞ
2 . 2! 3 . 4! 4 . 6!
&

3.5 Numerische Integration


3.5.1 Trapezformel
Die Fläche unter der Kurve y ¼ f ðxÞ wird zunächst in n Streifen gleicher Breite h
zerlegt, dann wird in jedem Streifen die krummlinige Begrenzung durch die Sekante ersetzt
(der „Ersatzstreifen“ besitzt die Form eines Trapezes, im Bild grau unterlegt):
y
Pn–1
y = f(x) Pn–2 Pn
P0

P1 P2

y0 y1 y2 yn–2 yn–1 yn

h h h h
x0 = a x1 x2 xn–2 xn–1 xn= b x

Die nachfolgende Trapezformel gilt unabhängig von dieser geometrischen Deutung (sofern
das Integral existiert).
162 V Integralrechnung

ðb 3 2
1 1
f ðxÞ dx ' y0 þ y1 þ y2 þ . . . þ yn / 1 þ yn h ¼
2 2
a
3 2 3 2
1 1
¼ ð y0 þ yn Þ þ ð y1 þ y2 þ . . . þ yn / 1 Þ h ¼ . S1 þ S2 h
2 |fflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl} 2
S1 S2

Streifenbreite (Schrittweite): h ¼ ðb / aÞ=n


Stützstellen: x k ¼ a þ k . h o
k ¼ 0; 1; 2; . . . ; n
Stützwerte: yk ¼ f ðx k Þ

3.5.2 Simpsonsche Formel


Die Fläche unter der Kurve y ¼ f ðxÞ wird in 2 n, d. h. in eine gerade Anzahl „einfacher“
Streifen gleicher Breite h zerlegt. In jedem der insgesamt n „Doppelstreifen“ (er besteht
aus zwei aufeinanderfolgenden „einfachen“ Streifen, die im Bild grau unterlegt sind) er-
setzt man dann die krummlinige Begrenzung durch eine Parabel:

y
P2n–1
y = f(x) P2n–2 P2n
P0

P1 P2

y0 y1 y2 y2n–2 y2n–1 y2n

h h h h
x0 = a x1 x2 x2n–2 x2n–1 x2n = b x

ðb
h
f ðxÞ dx ' ð y0 þ 4 y1 þ 2 y2 þ 4 y3 þ . . . þ 2 y2 n / 2 þ 4 y2 n / 1 þ y 2 n Þ ¼
3
a
3 2
h
¼ ð y0 þ y2 n Þ þ 4 ð y1 þ y3 þ . . . þ y2 n / 1 Þ þ 2 ð y2 þ y4 þ . . . þ y2 n / 2 Þ ¼
|fflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl} 3
S0 S1 S2
3 2
h
¼ S0 þ 4 . S1 þ 2 . S2
3

Breite eines einfachen Streifens (Schrittweite): h ¼ ðb / aÞ=2 n


Stützstellen: x k ¼ a þ k . h o
k ¼ 0; 1; 2; . . . ; 2 n
Stützwerte: yk ¼ f ðx k Þ
3 Integrationsmethoden 163

Beim Simpsonverfahren muss die Anzahl der Stützpunkte Pk ¼ ðxk ; yk Þ ungerade sein
(2 n þ 1 Stützpunkte; 2 n einfache und somit n Doppelstreifen). Die Simpsonsche For-
mel gilt unabhängig von der geometrischen Deutung (sofern das Integral existiert).

Fehlerabschätzung
Voraussetzung: 2 n ist durch 4 teilbar (und n damit gerade)

1
DI ' ðIh / I2 h Þ
15

Ih : Näherungswert bei der Streifenbreite h


I2 h : Näherungswert bei doppelter Streifenbreite 2 h

Gegenüber Ih verbesserter Wert:

Iv ¼ Ih þ DI

& Beispiel
Ð1 2
e / x dx ¼ ? (Fläche unter der Gaußkurve im Intervall 0 ) x ) 1)
0

Wir wählen 2 n ¼ 4 und somit h ¼ 0;25.

k xk Erstrechnung ðh ¼ 0;25Þ Zweitrechnung ðh* ¼ 2 h ¼ 0;5Þ


2 2
yk ¼ e / x k yk ¼ e / x k

0 0 1 1
1 0,25 0,939 413
2 0,5 0,778 801 0,778 801
3 0,75 0,569 783
4 1 0,367 879 0,367 879

1,367 879 1,509 196 0,778 801 1,367 879 0,778 801 0
|fflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflffl{zfflfflfflfflffl}
S0 S1 S2 S *0 S *1 S *2

h 0;25
Ih ¼ ðS0 þ 4 . S1 þ 2 . S2 Þ ¼ ð1;367 879 þ 4 . 1;509 196 þ 2 . 0;778 801Þ ¼ 0;746 855
3 3
h* 0;5
I 2 h ¼ I * ¼ ðS *0 þ 4 . S *1 þ 2 . S *2 Þ ¼ ð1;367 879 þ 4 . 0;778 801 þ 2 . 0Þ ¼ 0;747 181
h 3 3
1 1
Fehlerabschätzung: DI ¼ ðIh / I2 h Þ ¼ ð0,746 855 / 0,747 181Þ ¼ / 0,000 022
15 15

Ð1 2
Verbesserter Integralwert: e / x dx ' Iv ¼ Ih þ DI ¼ 0,746 855 / 0,000 022 ¼ 0;746 833
0
&
164 V Integralrechnung

3.5.3 Romberg-Verfahren
Romberg-Schema
Nach bestimmten (weiter unten beschriebenen) Rechenvorschriften werden für das gesuchte
Ðb
bestimmte Integral f ðxÞ dx zunächst Folgen von Näherungswerten Ti; k berechnet und
a
wie folgt im sog. Romberg-Schema angeordnet:

T0; 1 /
/!
T1; 1 T1; 2/
/!
T2; 1 T2; 2 T2; 3/
/!
T3; 1 T3; 2 T3; 3 T3; 4/
.. .. .. .. ///
. . . . !
TN; 1 TN; 2 TN; 3 TN; 4 TN; N þ 1

1. Index: Zeilenindex
2. Index: Spaltenindex

Dann gilt näherungsweise:

ða
f ðxÞ dx ¼ TN; N þ 1
b

Anmerkungen
(1) Jede der Spalten konvergiert für N ! 1 gegen den gesuchten Integralwert, ebenso
die durch Pfeile gekennzeichnete Diagonalfolge.
(2) Die Rechnung ist abzubrechen, wenn sich zwei benachbarte Elemente einer Spalte
innerhalb der gewünschten Stellenzahl nicht mehr voneinander unterscheiden.

Berechnung der Elemente T i, 1 aus Spalte 1 (i = 0, 1, . . . , N)


Das Integrationsintervall a ) x ) b wird der Reihe nach in 1; 2; 4; 8; . . . ; 2 N Teil-
intervalle gleicher Länge zerlegt (Prinzip der fortlaufenden Halbierung der Schrittweite).
Mit der Trapezformel aus Abschnitt 3.5.1 werden dann für diese Zerlegungen Nähe-
Ðb
rungswerte Ti; 1 für das Integral f ðxÞ dx berechnet, die die Elemente der 1. Spalte bil-
a
den (grau unterlegt). Der Zeilenindex i kennzeichnet dabei die Anzahl der Teilintervalle
(2 i Teilintervalle).
3 Integrationsmethoden 165

Die Berechnungsformeln lauten:

b/a
T0; 1 ¼ ½ f ðaÞ þ f ðbÞ%
2
+ 3 2)
1 b/a
T1; 1 ¼ T0; 1 þ ðb / aÞ . f a þ
2 2
+ ( 3 2 3 2')
1 b/a b/a 3 ðb / aÞ
T2; 1 ¼ T1; 1 þ f aþ þf aþ
2 2 4 4
..
.
2 3
1 4 b/a P
2 ð i / 1Þ 3 2
ð2 j / 1Þ ðb / aÞ 5
Ti; 1 ¼ Ti / 1; 1 þ ði / 1Þ . f aþ ði ¼ 1; 2; . . . ; NÞ
2 2 2i
j¼1

Aus diesen Elementen lassen sich alle übrigen Elemente berechnen.

Berechnung der Elemente T i, 2 aus Spalte 2 (i = 1, 2, . . . , N)


Die Berechnung dieser Elemente erfolgt aus den Elementen der 1. Spalte nach der Formel

4 . Ti; 1 / Ti / 1; 1
Ti; 2 ¼ ði ¼ 1; 2; . . . ; NÞ
3

Berechnung der Elemente T i, 3 aus Spalte 3 (i = 2, 3, . . . , N)


Die Berechnung dieser Elemente erfolgt aus den Elementen der 2. Spalte nach der Formel

16 . Ti; 2 / Ti / 1; 2
Ti; 3 ¼ ði ¼ 2; 3; . . . ; NÞ
15

Berechnung der Elemente T i, k aus Spalte k (k = 2, 3, . . . , N + 1; i = k – 1, k, . . . , N)


Die Berechnung dieser Elemente erfolgt aus den Elementen der ðk / 1Þ-ten Spalte nach
der Formel

4 ðk / 1Þ . Ti; k / 1 / Ti / 1; k / 1
Ti; k ¼ ðk ¼ 2; 3; . . . ; N þ 1; i ¼ k / 1; k; . . . ; NÞ
4 ð k / 1Þ / 1

(allgemeine Romberg-Formel).

& Beispiel
Ð1 2
Wir berechnen das Integral e / x dx für N ¼ 3, d. h. für Zerlegungen in 1, 2, 4 und 8 Teilintervalle.
0
166 V Integralrechnung
2
Mit a ¼ 0, b ¼ 1 und f ðxÞ ¼ e / x erhalten wir:

Berechnung der Elemente Ti; 1 ði ¼ 0; 1; 2; 3Þ


1 1
T0; 1 ¼ ½ f ð0Þ þ f ð1Þ% ¼ ðe 0 þ e / 1 Þ ¼ 0;683 940
2 2
1 1
T1; 1 ¼ ½ T0; 1 þ f ð0;5Þ% ¼ ð0;683 940 þ e / 0;25 Þ ¼ 0;731 370
2 2
+ ) + )
1 1 1 1
T2; 1 ¼ T1; 1 þ f f ð0;25Þ þ f ð0;75Þg ¼ 0;731 370 þ ðe / 0;0625 þ e / 0;5625 Þ ¼ 0;742 984
2 2 2 2
+ )
1 1
T3; 1 ¼ T2; 1 þ f f ð0;125Þ þ f ð0;375Þ þ f ð0;625Þ þ f ð0;875Þg ¼
2 4
+ )
1 1
¼ 0;742 984 þ ðe / 0;015 625 þ e / 0;140 625 þ e / 0;390 625 þ e / 0;765 625 Þ ¼ 0;745 866
2 4

Berechnung der Elemente Ti; 2 ði ¼ 1; 2; 3Þ


4 . T1; 1 / T0; 1 4 . 0;731 370 / 0;683 940
T1; 2 ¼ ¼ ¼ 0;747 180
3 3
4 . T2; 1 / T1; 1 4 . 0;742 984 / 0;731 370
T2; 2 ¼ ¼ ¼ 0;746 855
3 3
4 . T3; 1 / T2; 1 4 . 0;745 866 / 0;742 984
T3; 2 ¼ ¼ ¼ 0;746 827
3 3

Berechnung der Elemente Ti; 3 ði ¼ 2; 3Þ


16 . T2; 2 / T1; 2 16 . 0;746 855 / 0;747 180
T2; 3 ¼ ¼ ¼ 0;746 833
15 15
16 . T3; 2 / T2; 2 16 . 0;746 827 / 0;746 855
T3; 3 ¼ ¼ ¼ 0;746 825
15 15

Berechnung des Elementes T3; 4


64 . T3; 3 / T2; 3 64 . 0;746 825 / 0;746 833
T3; 4 ¼ ¼ ¼ 0;746 825
63 63

Romberg-Schema

k
1 2 3 4
i

0 0,683 940 ///


/!
1 0,731 370 0,747 180/
///
!
2 0,742 984 0,746 855 0,746 833
///
/!
3 0,745 866 0,746 827 0,746 825 0,746 825

Ð1 2
e / x dx ' T3;4 ¼ 0;746 825
0

Exakter Wert (auf 6 Dezimalstellen nach dem Komma genau): 0,746 824 &
4 Uneigentliche Integrale 167

4 Uneigentliche Integrale

Uneigentliche Integrale werden durch Grenzwerte erklärt. Ist der jeweilige Grenzwert vor-
handen, so heißt das uneigentliche Integral konvergent, sonst divergent.

4.1 Unendliches Integrationsintervall


Die Integration erfolgt über ein unendliches y
Intervall. Man setzt (falls der Grenzwert vor-
handen ist; l > a):
y = f(x)

ð
1 ðl
f ðxÞ dx ¼ lim f ðxÞ dx
l!1
a a
a l x
ða ða
f ðxÞ dx ¼ lim f ðxÞ dx ðl < aÞ
l!/1
/1 l
ð
1 ðc ðm
f ðxÞ dx ¼ lim f ðxÞ dx þ lim f ðxÞ dx
l!/1 m!1
/1 l c

(Integral aufspalten; beide Grenzwerte müssen existieren; c: beliebige Stelle)

& Beispiel
Ð /x
1
e dx ¼ ?
0
Ðl
Integration von 0 bis l ðl > 0Þ: I ðlÞ ¼ e / x dx ¼ ½ / e / x % l0 ¼ / e / l þ e 0 ¼ 1 / e / l
0
Ðl
Grenzübergang l ! 1: lim I ðlÞ ¼ lim e / x dx ¼ lim ð1 / e / l Þ ¼ 1 / 0 ¼ 1
l!1 l!1 0 l!1

Das uneigentliche Integral ist somit konvergent und besitzt den Wert 1.
&

4.2 Integrand mit einer Unendlichkeitsstelle (Pol)


Der Integrand f ðxÞ besitzt an der oberen In- y
tegrationsgrenze x ¼ b einen Pol. Man setzt
(falls der Grenzwert vorhanden ist; l > 0):

ðb bð
/l y = f(x)

f ðxÞ dx ¼ lim f ðxÞ dx


l!0
a a

a b–l b x
168 V Integralrechnung

Pol an der unteren Integrationsgrenze x ¼ a:


Ðb Ðb
f ðxÞ dx ¼ lim f ðxÞ dx ðmit l > 0Þ
a l!0 aþl

Pol im Innern des Integrationsintervalls (Stelle x ¼ c mit a < c < b):


Ðb c Ð/ l Ðb
f ðxÞ dx ¼ lim f ðxÞ dx þ lim f ðxÞ dx
a l!0 a m!0 cþm

(Integral aufspalten; beide Grenzwerte müssen existieren; x ¼ c: Polstelle; l > 0,


m > 0)

& Beispiel
ð1
dx
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi ¼ ? ðPol an der oberen Grenze x ¼ 1, der Nenner des Integranden verschwindet
0
1 / x2 an dieser StelleÞ

Integration von x ¼ 0 bis x ¼ 1 / l ðl > 0Þ:



/l
dx
I ðlÞ ¼ qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi ¼ ½ arcsin x% 10 / l ¼ arcsin ð1 / lÞ / arcsin 0 ¼ arcsin ð1 / lÞ
1 / x2 |fflfflfflffl{zfflfflfflffl}
0
0

/l
dx p
Grenzübergang l ! 0: lim I ðlÞ ¼ lim qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi ¼ lim ð arcsin ð1 / lÞÞ ¼ arcsin 1 ¼
l!0 l!0
1/x 2 l!0 2
0

Das uneigentliche Integral ist somit konvergent und hat den Wert p=2.
&

5 Anwendungen der Integralrechnung

5.1 Integration der Bewegungsgleichung


Aus der Beschleunigungs-Zeit-Funktion a ¼ a ðtÞ einer geradlinigen Bewegung erhält
man durch ein- bzw. zweimalige Integration bezüglich der Zeitvariablen t den zeitlichen
Verlauf von Geschwindigkeit v und Weg s:
Ð Ð
v ¼ vðtÞ ¼ a ðtÞ dt s ¼ sðtÞ ¼ vðtÞ dt

Die Integrationskonstanten werden i. Allg. durch Anfangswerte festgelegt:


s ð0Þ ¼ s0 : Anfangsweg (Wegmarke zur Zeit t ¼ 0)
vð0Þ ¼ v0 : Anfangsgeschwindigkeit (Geschwindigkeit zur Zeit t ¼ 0Þ
5 Anwendungen der Integralrechnung 169

5.2 Arbeit einer ortsabhängigen Kraft (Arbeitsintegral)


Ein Massenpunkt m wird durch eine ortsabhängige Kraft F ~¼ F
~ðsÞ geradlinig von s1
nach s2 verschoben. Die dabei verrichtete Arbeit beträgt:
F
ðs2 ðs2
W ¼ ~ . d~
F s ¼ Fs ðsÞ ds
m FS(s)
s1 s1
s1 ds s2 s

Fs ðsÞ: Skalare ortsabhängige Kraftkomponente in Richtung des Weges


s: Ortskoordinate (Wegmarke); ds: Wegelement

5.3 Lineare und quadratische Mittelwerte einer Funktion


5.3.1 Linearer Mittelwert

ðb
1
y!linear ¼ . f ðxÞ dx
b/a
a

Geometrische Deutung: Die Fläche unter der y


Kurve y ¼ f ðxÞ im Intervall a ) x ) b
entspricht dem Flächeninhalt eines Rechtecks y = f(x)
mit den Seitenlängen b / a und y!linear
(Voraussetzung: Die Kurve verläuft oberhalb
der x-Achse). Allgemein ist der lineare ylinear
Mittelwert eine Art mittlere Ordinate der
Kurve y ¼ f ðxÞ im Intervall a ) x ) b.
a b x
5.3.2 Quadratischer Mittelwert
vffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
u
u ðb
u 1
y!quadratisch ¼ t . ½ f ðxÞ% 2 dx
b/a
a

5.3.3 Zeitliche Mittelwerte einer periodischen Funktion


y ¼ f ðtÞ ist eine zeitabhängige periodische Funktion mit der Periode T.
ð vffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi

1 u1 ð
y!linear ¼ . f ðtÞ dt y!quadratisch u
¼ t . ½ f ðtÞ% dt 2
T T
ðTÞ ðTÞ

ðTÞ: Integration über eine Periode T


Hinweis: Bei Wechselströmen und Wechselspannungen werden die quadratischen Mittel-
werte als Effektivwerte (von Strom bzw. Spannung) bezeichnet.
170 V Integralrechnung

5.4 Flächeninhalt
In kartesischen Koordinaten
y
ðb y0 = f0(x)
A ¼ ð yo / yu Þ dx
a A

yo ¼ fo ðxÞ: Obere Randkurve yu = fu(x)


yu ¼ fu ðxÞ: Untere Randkurve
a b x

Hinweis: Die Integralformel gilt nur unter der Voraussetzung, dass sich die beiden Rand-
kurven im Intervall a ) x ) b nicht durchschneiden ð yo ( yu Þ. Anderenfalls muss die
Fläche (z. B. anhand einer Skizze) so in Teilflächen zerlegt werden, dass die Formel für
jeden Teilbereich anwendbar ist.

y
Sonderfall: yu ¼ fu ðxÞ ¼ 0 (x-Achse)
y = f(x)
ðb ðb
A ¼ y dx ¼ f ðxÞ dx A
a a

a b x
y ¼ f ðxÞ: Obere Randkurve

In der Parameterform y
t2
x = x(t)
t2
ð y = y(t)
t1
A ¼ y x_ dt
t1 A

'
x ¼ x ðtÞ Parametergleichungen x(t1) x(t2) x

y ¼ y ðtÞ der oberen Randkurve


dx
x_ ¼
dt
5 Anwendungen der Integralrechnung 171

Leibnizsche Sektorformel y
t1
x = x(t), y = y(t)
" t2 "
"ð "
1 "" " t2
A ¼ . " ðx y_ / y x_ Þ dt "" A
2 " "
t1

' x
x ¼ x ðtÞ Parametergleichungen
y ¼ y ðtÞ der oberen Randkurve
dx dy
x_ ¼ ; y_ ¼
dt dt

In Polarkoordinaten
y
j2
ð
1
A ¼ . r 2 dj r = r( f)
2
j1 f = f2
A
r ¼ r ðjÞ: Randkurve in Polarkoordinaten f = f1

5.5 Schwerpunkt einer homogenen ebenen Fläche

ðb ðb
1 1
xS ¼ . x ð yo / yu Þ dx yS ¼ . ð y 2o / y 2u Þ dx
A 2A
a a

y
yo ¼ fo ðxÞ: Obere Randkurve
yu ¼ fu ðxÞ: Untere Randkurve y0 = f0(x)

A: Flächeninhalt (siehe Abschnitt 5.4)


yS S
Multipliziert man die Formeln mit der Fläche
A, so erhält man die statischen Momente yu = fu(x)
Mx und My der Fläche bezogen auf die x-
bzw. y-Achse: a xS b x

ðb ðb
1
Mx ¼ A . ys ¼ . ð yo2 / yu2 Þ dx My ¼ A . xs ¼ x ð yo / yu Þ dx
2
a a
172 V Integralrechnung

Teilschwerpunktsatz
Der Schwerpunkt S der Fläche A liegt auf der Verbindungslinie der beiden Teilflächen-
schwerpunkte S1 und S2 :
y
A xS ¼ A1 xS1 þ A2 xS2
A yS ¼ A1 yS1 þ A2 yS2
S2
S
A ¼ A1 þ A2 : Fläche A2
A1 ; A2 : Teilflächen von A S1
S ¼ ðxS ; yS Þ: Schwerpunkt der Fläche A A1
S1 ¼ ðxS1 ; yS1 Þ: Schwerpunkt der Teilfläche A1
S2 ¼ ðxS2 ; yS2 Þ: Schwerpunkt der Teilfläche A2 x

5.6 Flächenträgheitsmomente (Flächenmomente 2. Grades)


Ix ; Iy : Axiale oder äquatoriale Flächenmomente 2. Grades bezüglich der x- bzw. y-Achse
Ip : Polares Flächenmoment 2. Grades bezüglich des Nullpunktes

ðb
1
Ix ¼ . ð yo3 / yu3 Þ dx y
3
a y0 = f0(x)

ðb
Iy ¼ x 2 ð yo / yu Þ dx
a
yu = fu(x)
Ip ¼ Ix þ Iy
a b x
yo ¼ fo ðxÞ: Obere Randkurve
yu ¼ fu ðxÞ: Untere Randkurve

Satz von Steiner


Schwerpunktachse

I ¼ IS þ A d 2

S
I: Flächenmoment bezüglich der gewählten A
Bezugsachse
IS : Flächenmoment bezüglich der zur Be-
zugsachse parallelen Schwerpunktachse Bezugsachse
A: Fläche d
d: Abstand zwischen Bezugs- und Schwer-
punktachse
5 Anwendungen der Integralrechnung 173

5.7 Bogenlänge einer ebenen Kurve


In kartesischen Koordinaten
y
ðb qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
Q
s ¼ 1 þ ð y 0 Þ 2 dx y = f(x)
s
P
a

y ¼ f ðxÞ: Gleichung der Kurve


dy a b x
y0 ¼ ¼ f 0 ðxÞ
dx
In der Parameterform
y
ðt2 qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi t2
s ¼ ðx_ Þ 2 þ ðy_Þ 2 dt t1 s x = x(t)
y = y(t)
t1

'
x ¼ x ðtÞ Parametergleichungen
y ¼ y ðtÞ der Kurve x(t1) x(t2) x

dx dy
x_ ¼ ; y_ ¼
dt dt
In Polarkoordinaten
y
j2
ð qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
s ¼ r 2 þ ðr_Þ 2 dj f = f2 s
r = r ( f)
j1

r ¼ r ðjÞ: Kurve in Polarkoordinaten f = f1

dr x
r_ ¼
dj

5.8 Volumen eines Rotationskörpers (Rotationsvolumen)


In kartesischen Koordinaten y
y = f(x)
Rotation um die x-Achse

ðb
Vx ¼ p . y 2 dx a b x
a

y ¼ f ðxÞ: Rotierende Kurve


174 V Integralrechnung

Rotation um die y-Achse


y
ðd
Vy ¼ p . x 2 dy
c d

x ¼ gð yÞ: Rotierende Kurve (in der nach


x aufgelösten Form) x = g(y)

In der Parameterform
Rotation um die x-Achse
y x = x(t) t2
ðt2 y = y(t)
Vx ¼ p . y 2 x_ dt t1
t1

'
x ¼ x ðtÞ Parametergleichungen x

y ¼ y ðtÞ der rotierenden Kurve


dx
x_ ¼
dt

Rotation um die y-Achse


y
ðt2
Vy ¼ p . x 2 y_ dt
t1 t2

'
x ¼ x ðtÞ Parametergleichungen
x = x(t)
y ¼ y ðtÞ der rotierenden Kurve y = y(t)
dy
y_ ¼ t1
dt
x
5 Anwendungen der Integralrechnung 175

5.9 Mantelfläche eines Rotationskörpers (Rotationsfläche)


Rotation um die x-Achse
y
ðb qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi y = f(x)
Mx ¼ 2 p . y 1 þ ð y 0 Þ 2 dx
a

y ¼ f ðxÞ: Rotierende Kurve a b x

dy
y0 ¼ ¼ f 0 ðxÞ
dx

Rotation um die y-Achse


y
ðd qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
My ¼ 2 p . x 1 þ ðx 0 Þ 2 dy
c d

x ¼ gð yÞ: Rotierende Kurve (in der nach


x aufgelösten Form) x = g(y)

dx
x0 ¼ ¼ g 0 ð yÞ
dy c

5.10 Schwerpunkt eines homogenen Rotationskörpers

Rotation um die x-Achse


y
ðb y = f(x)
p
xS ¼ . x y 2 dx
Vx
a

yS ¼ 0 ; zS ¼ 0 S
a xS b x
y ¼ f ðxÞ: Rotierende Kurve
Vx : Rotationsvolumen (siehe Abschnitt 5.8)
176 V Integralrechnung

Rotation um die y-Achse


y
ðd
p
yS ¼ . y x 2 dy
Vy d
c

xS ¼ 0 ; zS ¼ 0
yS S x = g(y)
x ¼ gð yÞ: Rotierende Kurve (in der nach
x aufgelösten Form)
c
Vy : Rotationsvolumen (siehe Abschnitt 5.8)

5.11 Massenträgheitsmoment eines homogenen Körpers

Allgemeine Definition
ð ð
Bezugsachse
J ¼ r 2 dm ¼ r . r 2 dV
ðmÞ ðVÞ

'
dm: Massenelement
dm ¼ r dV dm
dV : Volumenelement
r
r: Senkrechter Abstand des Massen-
bzw. Volumenelementes von der ge-
wählten Bezugsachse Körper der Masse m = rV
r: Konstante Dichte des homogenen Kör-
pers
Hinweis: Siehe hierzu auch IX.3.2.5.3
(Dreifachintegral)

Satz von Steiner

J ¼ JS þ m d 2 Schwerpunkt- Bezugsachse
achse
J: Massenträgheitsmoment bezüglich der
gewählten Bezugsachse
JS : Massenträgheitsmoment bezüglich der
zur Bezugsachse parallelen Schwerpunkt-
S Körper der
achse
Masse m
m: Masse des homogenen Körpers
d: Abstand zwischen Bezugs- und Schwer-
punktachse d
5 Anwendungen der Integralrechnung 177

Massenträgheitsmoment eines Rotationskörpers


Rotation um die x-Achse ð¼ BezugsachseÞ
y
ðb y = f(x)
1
Jx ¼ p r . y 4 dx
2
a

y ¼ f ðxÞ: Rotierende Kurve a b x


r: Konstante Dichte des homogenen
Rotationskörpers

Rotation um die y-Achse ð¼ BezugsachseÞ


y
ðd
1
Jy ¼ pr . x 4 dy
2 d
c

x ¼ gð yÞ: Rotierende Kurve (in der nach


x = g(y)
x aufgelösten Form)
r: Konstante Dichte des homogenen
Rotationskörpers c

x
178

VI Unendliche Reihen, Taylor-


und Fourier-Reihen

1 Unendliche Reihen

1.1 Grundbegriffe
1.1.1 Definition einer unendlichen Reihe
Aus den Gliedern einer unendlichen Zahlenfolge han i ¼ a1 ; a2 ; a3 ; . . . ; an ; . . . werden
wie folgt Partial- oder Teilsummen sn gebildet:
P
n
sn ¼ a1 þ a2 þ a3 þ . . . þ an ¼ ak (n-te Partialsumme)
k¼1

Die Folge hsn i dieser Partialsummen heißt „Unendliche Reihe“. Symbolische Schreibweise:

P
1
an ¼ a1 þ a2 þ a3 þ . . . þ an þ . . .
n¼1

Bildungsgesetz einer unendlichen Reihe: an ¼ f ðnÞ mit n 2 N*

1.1.2 Konvergenz und Divergenz einer unendlichen Reihe


Besitzt die Folge der Partialsummen sn einen Grenzwert s, lim sn ¼ s, so heißt die
n!1
P
1
unendliche Reihe an konvergent mit dem Summenwert s. Symbolische Schreibweise:
n¼1

P
1
an ¼ a1 þ a2 þ a3 þ . . . þ an þ . . . ¼ s
n¼1

Besitzt die Partialsummenfolge keinen Grenzwert, so heißt die unendliche Reihe divergent.
P
1
Eine unendliche Reihe an heißt absolut konvergent, wenn die aus den Beträgen ihrer
n¼1
P1
Glieder gebildete Reihe j an j konvergiert. Eine absolut konvergente Reihe ist immer
n¼1
konvergent. Eine Reihe mit dem „Summenwert“ s ¼ þ 1 oder s ¼ / 1 heißt be-
stimmt divergent.

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017


L. Papula, Mathematische Formelsammlung, DOI 10.1007/978-3-658-16195-8_6
1 Unendliche Reihen 179

1.2 Konvergenzkriterien
Die Bedingung lim an ¼ 0 ist zwar notwendig, nicht aber hinreichend für die Konver-
n!1
P
1
genz der Reihe an . Die Reihenglieder einer konvergenten Reihe müssen also (not-
n¼ 1
wendigerweise) eine Nullfolge bilden.

& Beispiel
P
1
Die unendliche Reihe ð1 þ 0;1 n ) divergiert, da die Reihenglieder wegen
n¼1

lim ð1 þ 0;1 n Þ ¼ 1 6¼ 0
n!1

keine Nullfolge bilden.


&

Die nachfolgenden Kriterien stellen hinreichende (aber nicht notwendige) Konvergenzbe-


dingungen dar. Sie ermöglichen in vielen Fällen eine Entscheidung darüber, ob eine vorge-
gebene Reihe konvergiert oder divergiert. Der Summenwert einer konvergenten Reihe lässt
sich jedoch nur in einfachen Fällen exakt bestimmen. Näherungswerte erhält man (wenn
auch meist sehr mühsam) durch gliedweises Aufaddieren der Reihenglieder bis zum Errei-
chen der gewünschten Genauigkeit.

1.2.1 Quotientenkriterium
" "
" an þ 1 "
lim "" " ¼ q < 1 ðKonvergenz; an 6¼ 0Þ
n!1 a "
n

Für q > 1 divergiert die Reihe, für q ¼ 1 versagt das Kriterium, d. h. eine Entschei-
dung über Konvergenz oder Divergenz ist anhand dieses Kriteriums nicht möglich.

& Beispiel
Wir zeigen mit Hilfe des Quotientenkriteriums, dass die folgende Reihe konvergiert:
1 1 1 1 1
1þ þ þ þ ... þ þ þ ...
1! 2! 3! n! ðn þ 1Þ !
1 1
Mit an ¼ und an þ 1 ¼ folgt unter Beachtung von ðn þ 1Þ ! ¼ n ! ðn þ 1Þ:
n! ðn þ 1Þ !

1
" "
" an þ 1 " ðn þ 1Þ ! n! n! 1
lim " " ¼ lim ¼ lim ¼ lim ¼ lim ¼ 0
n ! 1 " an " n!1 1 n ! 1 ðn þ 1Þ ! n ! 1 n ! ðn þ 1Þ n!1 n þ 1
n!
Wegen q ¼ 0 < 1 konvergiert die Reihe.
&
180 VI Unendliche Reihen, Taylor- und Fourier-Reihen

1.2.2 Wurzelkriterium
p
n
ffiffiffiffiffiffiffiffiffi
lim j an j ¼ q < 1 ðKonvergenzÞ
n!1

Für q > 1 divergiert die Reihe, für q ¼ 1 versagt das Kriterium, d. h. eine Entschei-
dung über Konvergenz oder Divergenz ist anhand dieses Kriteriums nicht möglich.

& Beispiel
1 3 2n
P 2
Wir untersuchen die unendliche Reihe mit Hilfe des Wurzelkriteriums auf Konvergenz:
n¼1 n
s3ffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
2 3 2
p
n
ffiffiffiffiffiffiffiffiffi n 2 n 2
lim j an j ¼ lim ¼ lim ¼ 0
n!1 n!1 n n!1 n

Die Reihe ist somit wegen q ¼ 0 < 1 konvergent.


&

1.2.3 Vergleichskriterien
P
1
Das Konvergenzverhalten einer unendlichen Reihe an mit positiven Gliedern kann oft
n¼1
P
1
mit Hilfe einer geeigneten (konvergenten bzw. divergenten) Vergleichsreihe bn (mit
n¼1
ebenfalls positiven Gliedern) bestimmt werden. Mit dem Majorantenkriterium kann die
Konvergenz, mit dem Minorantenkriterium die Divergenz einer Reihe festgestellt werden.

Majorantenkriterium

Die vorliegende Reihe konvergiert, wenn die Vergleichsreihe konvergiert und zwischen
den Gliedern beider Reihen die Beziehung (Ungleichung)
an ) bn ðf ür alle n 2 N *Þ
besteht.

Die konvergente Vergleichsreihe wird als Majorante (Oberreihe) bezeichnet. Es genügt,


wenn die angegebene Bedingung an ) bn von einem gewissen n0 an, d. h. für alle Rei-
henglieder mit n ( n0 erfüllt wird.

Minorantenkriterium

Die vorliegende Reihe divergiert, wenn die Vergleichsreihe divergiert und zwischen den
Gliedern beider Reihen die Beziehung (Ungleichung)
an ( bn ðf ür alle n 2 N *Þ
besteht.

Die divergente Vergleichsreihe wird als Minorante (Unterreihe) bezeichnet. Es genügt,


wenn die angegebene Bedingung an ( bn von einem gewissen n0 an, d. h. für alle Rei-
henglieder mit n ( n0 erfüllt wird.
1 Unendliche Reihen 181

1.2.4 Leibnizsches Konvergenzkriterium für alternierende Reihen


Eine alternierende Reihe
P
1
ð/ 1Þ n þ 1 . an ¼ a1 / a2 þ a3 / a4 þ / . . . ðalle ai > 0Þ
n¼1

konvergiert, wenn sie die folgenden (hinreichenden) Bedingungen erfüllt:

a1 > a2 > a3 > . . . > an > an þ 1 > . . . und lim an ¼ 0


n!1

Die Glieder einer konvergenten alternierenden Reihe bilden dem Betrage nach eine mono-
ton fallende Nullfolge. Die Reihe konvergiert auch dann, wenn die erste der beiden Bedin-
gungen erst von einem bestimmten Glied an erfüllt ist.

& Beispiel
1 1 1
Die sog. alternierende harmonische Reihe (auch Leibnizsche Reihe genannt) 1 / þ / þ / ...
2 3 4
1
mit dem Bildungsgesetz an ¼ ð/ 1Þ n þ 1 . konvergiert, da ihre Glieder dem Betrage nach eine monoton
n
fallende Nullfolge bilden:
3 2
1 1 1 1 1
1 > > > ... > > > ... und lim ¼ 0
2 3 n nþ1 n!1 n
&

1.2.5 Eigenschaften konvergenter bzw. absolut konvergenter Reihen


(1) Eine konvergente Reihe bleibt konvergent, wenn man endlich viele Glieder weglässt
oder hinzufügt oder abändert. Dabei kann sich jedoch der Summenwert ändern.
Klammern dürfen i. Allg. nicht weggelassen werden, ebenso wenig darf die Reihen-
folge der Glieder verändert werden.
(2) Aufeinander folgende Glieder einer konvergenten Reihe dürfen durch eine Klammer
zusammengefasst werden; der Summenwert der Reihe bleibt dabei erhalten.
(3) Eine konvergente Reihe darf gliedweise mit einer Konstanten multipliziert werden,
wobei sich auch der Summenwert der Reihe mit dieser Konstanten multipliziert.
(4) Konvergente Reihen dürfen gliedweise addiert und subtrahiert werden, wobei sich
ihre Summenwerte addieren bzw. subtrahieren.
(5) Eine absolut konvergente Reihe ist stets konvergent. Für solche Reihen gelten sinnge-
mäß die gleichen Rechenregeln wie für (endliche) Summen (gliedweise Addition,
Subtraktion und Multiplikation, beliebige Anordnung der Reihenglieder usw.).

1.3 Spezielle konvergente Reihen


Geometrische Reihe

P
1 a
a q n/1 ¼ a þ a q 1 þ a q 2 þ . . . þ a q n/1 þ . . . ¼ ðj q j < 1Þ
n¼1 1/q

q ¼ const:: Quotient zweier aufeinanderfolgender Glieder


Für j q j ( 1 divergiert die geometrische Reihe.
182 VI Unendliche Reihen, Taylor- und Fourier-Reihen

Wichtige konvergente Reihen

1 1 1 1
(1) 1þ þ þ þ ... þ þ ... ¼ e (Eulersche Zahl)
1! 2! 3! n!
1 1 1 1
(2) 1/ þ / þ / . . . þ ð/ 1Þ n þ 1 . þ . . . ¼ ln 2
2 3 4 n
(alternierende harmonische Reihe)
1 1 1 1 p
(3) 1/ þ / þ / . . . þ ð/ 1Þ n þ 1 . þ ... ¼
3 5 7 2n / 1 4
1 1 1 1 1 p2
(4) 2
þ 2 þ 2 þ 2 þ ... þ 2 þ ... ¼
1 2 3 4 n 6
1 1 1 1 nþ1 1 p2
(5) / þ / þ / . . . þ ð/ 1Þ . ¼
12 22 32 42 n2 12
1 1 1 1 1
(6) þ þ þ þ ... þ þ ... ¼ 1
1.2 2.3 3.4 4.5 n ðn þ 1Þ

2 Potenzreihen

2.1 Definition einer Potenzreihe


Entwicklung um die Stelle x0

P
1
PðxÞ ¼ an ðx / x0 Þ n ¼ a0 þ a1 ðx / x0 Þ 1 þ a2 ðx / x0 Þ 2 þ . . . þ an ðx / x0 Þ n þ . . .
n¼0

a0 , a1 , a2 , . . ., an , . . .: Reelle Koeffizienten der Potenzreihe

Entwicklung um den Nullpunkt


Sonderfall der allgemeinen Entwicklung für x0 ¼ 0:

P
1
P ðxÞ ¼ an x n ¼ a0 þ a1 x 1 þ a2 x 2 þ . . . þ an x n þ . . .
n¼0

& Beispiele
P1 xn x1 x2 xn
(1) PðxÞ ¼ ¼ 1þ þ þ ... þ þ ... ðEntwicklungszentrum: x0 ¼ 0Þ
n¼0 n ! 1! 2! n!

P
1 ðx / 1Þ n ðx / 1Þ 1 ðx / 1Þ 2 ðx / 1Þ 3
(2) PðxÞ ¼ ð/ 1Þ n þ 1 . ¼ / þ / þ ...
n¼1 n 1 2 3

(Entwicklungszentrum: x 0 ¼ 1Þ
&
2 Potenzreihen 183

2.2 Konvergenzradius und Konvergenzbereich einer Potenzreihe


P
1
Der Konvergenzbereich einer Potenzreihe an x n besteht aus dem offenen Intervall
n¼0
j x j < r, zu dem gegebenenfalls noch ein oder gar beide Randpunkte hinzukommen. Die
positive Zahl r heißt Konvergenzradius. Für j x j > r divergiert die Potenzreihe.

Divergenz ? Konvergenz ? Divergenz

x1 = – r 0 x2 = r x

Berechnung des Konvergenzradius r ( bei lückenloser Potenzfolge)


" "
" an " 1
r ¼ lim " " " oder r ¼ p ffiffiffiffiffiffiffiffiffi
n ! 1 an þ 1 " lim n j an j
n!1

Diese Formeln gelten auch für eine um die Stelle x0 entwickelte Potenzreihe. Die Reihe
konvergiert dann im Intervall j x / x0 j < r, zu dem gegebenenfalls noch ein oder gar
beide Randpunkte hinzukommen.
Sonderfälle:
r ¼ 0: Potenzreihe konvergiert nur für x ¼ x0
r ¼ 1: Potenzreihe konvergiert beständig (d. h. für jedes x 2 RÞ

& Beispiel
P ðxÞ ¼ 1 þ x þ x 2 þ x 3 þ . . . þ x n þ x n þ 1 þ . . . ðan ¼ an þ 1 ¼ 1Þ
" " 3 2
" an " 1
Konvergenzradius: r ¼ lim "" " ¼ lim ¼ lim 1 ¼ 1
n ! 1 an þ 1 " n!1 1 n!1

Verhalten in den beiden Randpunkten:

x1 ¼ /1 1 / 1 þ 1 / 1 þ /... divergent (divergente alternierende Reihe)

x2 ¼ 1 1 þ 1 þ 1 þ 1 þ ... divergent („Summenwert“ ¼ 1)

Konvergenzbereich der Potenzreihe: / 1 < x < 1 oder jxj < 1


&

2.3 Wichtige Eigenschaften der Potenzreihen


(1) Eine Potenzreihe konvergiert innerhalb ihres Konvergenzbereiches absolut.
(2) Eine Potenzreihe darf innerhalb ihres Konvergenzbereiches gliedweise differenziert
und integriert werden. Die neuen Potenzreihen haben dabei denselben Konvergenz-
radius r wie die ursprüngliche Reihe.
(3) Zwei Potenzreihen dürfen im gemeinsamen Konvergenzbereich der Reihen gliedweise
addiert, subtrahiert und multipliziert werden. Die neuen Potenzreihen konvergieren
dann mindestens im gemeinsamen Konvergenzbereich der beiden Ausgangsreihen.
184 VI Unendliche Reihen, Taylor- und Fourier-Reihen

3 Taylor-Reihen

3.1 Taylorsche und Mac Laurinsche Formel


3.1.1 Taylorsche Formel
Eine ðn þ 1Þ-mal differenzierbare Funktion f ðxÞ lässt sich um das „Entwicklungszen-
trum“ x0 wie folgt entwickeln (sog. Taylorsche Formel ):

f 0 ðx0 Þ f 00 ðx0 Þ f ðnÞ ðx0 Þ


f ðxÞ ¼ f ðx0 Þ þ ðx / x0 Þ 1 þ ðx / x0 Þ 2 þ . . . þ ðx / x0 Þ n þ Rn ðxÞ
1 ! 2 ! n !
|fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl} |ffl{zffl}
Taylorsches Polynom fn ðxÞ vom Grade n Restglied

Somit: f ðxÞ ¼ fn ðxÞ þ Rn ðxÞ

Restglied nach Lagrange

f ðn þ 1Þ ðxÞ
Rn ðxÞ ¼ ðx / x0 Þ n þ 1 ðx liegt zwischen x und x0 Þ
ðn þ 1Þ !

3.1.2 Mac Laurinsche Formel


Die Mac Laurinsche Formel ist ein Spezialfall der allgemeinen Taylorschen Formel für das
Entwicklungszentrum x0 ¼ 0 (Nullpunkt):

f 0 ð0Þ 1 f 00 ð0Þ 2 f ðnÞ ð0Þ n


f ðxÞ ¼ f ð0Þ þ x þ x þ ... þ x þ Rn ðxÞ
1! 2 ffl!{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl
|fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl n! ffl} |ffl{zffl}
Mac Laurinsches Polynom fn ðxÞ vom Grade n Restglied

Somit: f ðxÞ ¼ fn ðxÞ þ Rn ðxÞ

Restglied nach Lagrange

ðn þ 1Þ
f ðJ xÞ n þ 1
Rn ðxÞ ¼ x ð0 < J < 1Þ
ðn þ 1Þ !
3 Taylor-Reihen 185

3.2 Taylorsche Reihe

f 0 ðx0 Þ f 00 ðx0 Þ P
1
f ðnÞ ðx0 Þ
f ðxÞ ¼ f ðx0 Þ þ ðx / x0 Þ 1 þ ðx / x0 Þ 2 þ . . . ¼ ðx / x0 Þ n
1! 2! n!
n¼0
x0 : Entwicklungszentrum oder Entwicklungspunkt

Voraussetzung: f ðxÞ ist in der Umgebung von x0 beliebig oft differenzierbar und das
Restglied Rn ðxÞ in der Taylorschen Formel verschwindet für n ! 1.

& Beispiel
Wir entwickeln die Sinusfunktion um die Stelle x0 ¼ p=2:

f ðxÞ ¼ sin x ) f ðp=2Þ ¼ sin ðp=2Þ ¼ 1


f 0 ðxÞ ¼ cos x ) f 0 ðp=2Þ ¼ cos ðp=2Þ ¼ 0
00
f ðxÞ ¼ / sin x ) f 00 ðp=2Þ ¼ / sin ðp=2Þ ¼ / 1
000
f ðxÞ ¼ / cos x ) f 000 ðp=2Þ ¼ / cos ðp=2Þ ¼ 0
ð4Þ ð4Þ
f ðxÞ ¼ sin x ) f ðp=2Þ ¼ sin ðp=2Þ ¼ 1
..
.

Die Taylorreihe lautet damit wie folgt (die Sinusfunktion verläuft spiegelsymmetrisch zur Geraden x ¼ p=2,
daher verschwinden die Koeffizienten der ungeraden Potenzen):
1 1 ðx / p=2Þ 2 ðx / p=2Þ 4
sin x ¼ 1 / ðx / p=2Þ 2 þ ðx / p=2Þ 4 / þ . . . ¼ 1 / þ / þ ... ¼
2! 4! 2! 4!

P
1 ðx / p=2Þ 2 n
¼ ð/ 1Þ n .
n¼0 ð2 nÞ !
&

3.3 Mac Laurinsche Reihe


Die Mac Laurinsche Reihe ist eine spezielle Form der Taylorschen Reihe für das Entwick-
lungszentrum x0 ¼ 0 (Nullpunkt):

f 0 ð0Þ 1 f 00 ð0Þ 2 P
1
f ðnÞ
ð0Þ n
f ðxÞ ¼ f ð0Þ þ x þ x þ ... ¼ x
1! 2! n!
n¼0

Bei einer geraden Funktion treten nur gerade Potenzen auf, bei einer ungeraden Funktion
nur ungerade Potenzen.

& Beispiel
Wir bestimmen die Mac Laurinsche Reihe von f ðxÞ ¼ e x :

f ðxÞ ¼ f 0 ðxÞ ¼ f 00 ðxÞ ¼ . . . ¼ f ðnÞ


ðxÞ ¼ . . . ¼ e x
0 00 ðnÞ
f ð0Þ ¼ f ð0Þ ¼ f ð0Þ ¼ . . . ¼ f ð0Þ ¼ . . . ¼ e 0 ¼ 1

x1 x2 xn P
1
xn
ex ¼ 1 þ þ þ ... þ þ ... ¼
1! 2! n! n¼0 n!

Die Reihe konvergiert beständig, d. h. für jedes reelle x. &


186 VI Unendliche Reihen, Taylor- und Fourier-Reihen

3.4 Spezielle Potenzreihenentwicklungen (Tabelle)


Funktion Potenzreihenentwicklung Konvergenzbereich

Allgemeine Binomische Reihe
!n4 !n4 !n4 !n4
ð1 + xÞ n 1+ x1 þ x2 + x3 þ x4 + ... n > 0 : jxj ) 1
1 2 3 4 n < 0 : jxj < 1
!n4 !n4 !n4
ða + xÞ n an + an/1 . x 1 þ an/2 . x 2 + a n / 3 . x 3 þ . . . n > 0 : j x j ) jaj
1 2 3 n < 0 : j x j < jaj

Spezielle Binomische Reihen


1 1 1 1.3 2 1.3.7 3 1 . 3 . 7 . 11 4
ð1 + xÞ 4 1+ x / x + x / x + . . . jxj ) 1
4 4.8 4 . 8 . 12 4 . 8 . 12 . 16
1 1 1 1.2 2 1.2.5 3 1.2.5.8 4
ð1 + xÞ 3 1+ x / x + x / x + ... jxj ) 1
3 3.6 3.6.9 3 . 6 . 9 . 12
1 1 1 1.1 2 1.1.3 3 1.1.3.5 4
ð1 + xÞ 2 1+ x / x + x / x + ... jxj ) 1
2 2.4 2.4.6 2.4.6.8
3 3 1 3.1 2 3.1.1 3 3.1.1.3 4
ð1 + xÞ 2 1+ x þ x * x þ x * ... jxj ) 1
2 2.4 2.4.6 2.4.6.8
1 1 1 1.5 2 1.5.9 3 1 . 5 . 9 . 13 4
ð1 + xÞ / 4 1* x þ x * x þ x * . . . jxj < 1
4 4.8 4 . 8 . 12 4 . 8 . 12 . 16
1 1 1 1.4 2 1.4.7 3 1 . 4 . 7 . 10 4
ð1 + xÞ / 3 1* x þ x * x þ x * ... jxj < 1
3 3.6 3.6.9 3 . 6 . 9 . 12
1 1 1 1.3 2 1.3.5 3 1.3.5.7 4
ð1 + xÞ / 2 1* x þ x * x þ x * ... jxj < 1
2 2.4 2.4.6 2.4.6.8
ð1 + xÞ / 1 1 * x1 þ x2 * x3 þ x4 * ... jxj < 1
3 3 1 3.5 2 3.5.7 3 3.5.7.9 4
ð1 + xÞ / 2 1* x þ x * x þ x * ... jxj < 1
2 2.4 2.4.6 2.4.6.8
ð1 + xÞ / 2 1 * 2x1 þ 3x2 * 4x3 þ 5x4 * ... jxj < 1
1
ð1 + xÞ / 3 1* ð2 . 3 x 1 * 3 . 4 x 2 þ 4 . 5 x 3 * 5 . 6 x 4 þ . . .Þ j xj < 1
2
Reihen der Exponentialfunktionen
ex x1 x2 x3 x4
1þ þ þ þ þ ... j xj < 1
1! 2! 3! 4!
e /x x1 x2 x3 x4
1/ þ / þ / þ ... j xj < 1
1! 2! 3! 4!
ax ðln aÞ 1 1 ðln aÞ 2 2 ðln aÞ 3 3 ðln aÞ 4 4
1þ x þ x þ x þ x þ . . . j xj < 1
1! 2! 3! 4!

!n4

Für den Spezialfall n 2 N * erhält man ein Polynom n-ten Grades. Die Entwicklungskoeffizienten sind
k
die Binomialkoeffizienten (siehe I.2.7).
3 Taylor-Reihen 187

Tabelle (Fortsetzung)

Funktion Potenzreihenentwicklung Konvergenzbereich

Reihen der logarithmischen Funktionen


1 1 1
ln x ðx / 1Þ 1 / ðx / 1Þ 2 þ ðx / 1Þ 3 / ðx / 1Þ 4 þ / . . . 0 < x ) 2
2 3 4
"3 21 3 23 3 25 3 2 #
ln x x/1 1 x/1 1 x/1 1 x/1 7 x > 0
2 þ þ þ þ ...
xþ1 3 xþ1 5 xþ1 7 xþ1

x2 x3 x4
ln ð1 þ xÞ x1 / þ / þ / ... /1 < x ) 1
2 3 4
+ )
x2 x3 x4
ln ð1 / xÞ / x þ 1
þ þ þ ... /1 ) x < 1
2 3 4
3 2 + )
1þx x3 x5 x7
ln 2 x1 þ þ þ þ ... jxj < 1
1/x 3 5 7

Reihen der trigonometrischen Funktionen

x3 x5 x7
sin x x1 / þ / þ / ... jxj < 1
3! 5! 7!
x2 x4 x6
cos x 1/ þ / þ / ... jxj < 1
2! 4! 6!
1 3 2 5 17 7 62 p
tan x x1 þ x þ x þ x þ x9 þ ... jxj <
3 15 315 2835 2
1 1 1 1 3 2
cot x / x / x / x5 / ... 0 < jxj < p
x 3 45 945
Reihen der Arkusfunktionen

1 1.3 1.3.5
arcsin x x1 þ x3 þ x5 þ x7 þ ... jxj < 1
2.3 2.4.5 2.4.6.7
+ )
p 1 1.3 1.3.5
arccos x / x1 þ x3 þ x5 þ x7 þ ... jxj < 1
2 2.3 2.4.5 2.4.6.7

arctan x x3 x5 x7 jxj ) 1
x1 / þ / þ / ...
3 5 7
+ )
p x3 x5 x7
arccot x / x1 / þ / þ / ... jxj ) 1
2 3 5 7

Reihen der Hyperbelfunktionen

x3 x5 x7
sinh x x1 þ þ þ þ ... jxj < 1
3! 5! 7!
x2 x4 x6
cosh x 1þ þ þ þ ... jxj < 1
2! 4! 6!
188 VI Unendliche Reihen, Taylor- und Fourier-Reihen

Tabelle (Fortsetzung)

Funktion Potenzreihenentwicklung Konvergenzbereich


1 3 2 5 17 7 62 p
tanh x x1 / x þ x / x þ x9 / þ ... jxj <
3 15 315 2835 2
1 1 1 1 3 2
coth x þ x / x þ x5 / þ ... 0 < jxj < p
x 3 45 945
Reihen der Areafunktionen
1 1.3 1.3.5
arsinh x x1 / x3 þ x5 / x7 þ / ... jxj < 1
2.3 2.4.5 2.4.6.7
1 1.3 1.3.5
arcosh x ln ð2 xÞ / / / / ... x > 1
2 . 2 x2 2 . 4 . 4 x4 2 . 4 . 6 . 6 x6
x3 x5 x7
artanh x x1 þ þ þ þ ... jxj < 1
3 5 7
1 1 1 1
arcoth x þ þ þ þ ... jxj > 1
x 3x3 5x5 7x7

3.5 Näherungspolynome einer Funktion (mit Tabelle)


Bricht man die Potenzreihenentwicklung einer Funktion f ðxÞ nach der n-ten Potenz ab, so
erhält man ein Näherungspolynom fn ðxÞ vom Grade n für f ðxÞ (sog. Mac Laurinsches
bzw. Taylorsches Polynom). Funktion f ðxÞ und Näherungspolynom fn ðxÞ stimmen an der
Entwicklungsstelle x0 in ihrem Funktionswert und in ihren ersten n Ableitungen mitein-
ander überein.

Fehlerabschätzung
Der durch den Abbruch der Potenzreihe entstandene Fehler lässt sich i. Allg. anhand der
Lagrangeschen Restgliedformel abschätzen (siehe Abschnitt 3.1). Er liegt in der Größen-
ordnung des größten Reihengliedes, das in der Näherung nicht mehr berücksichtigt wurde.

Näherungspolynome spezieller Funktionen (Tabelle)


1. Näherung: Abbruch nach dem ersten nichtkonstanten Glied
2. Näherung: Abbruch nach dem zweiten nichtkonstanten Glied
Diese Näherungen liefern in der Umgebung des Nullpunktes sehr brauchbare und nützliche
Ergebnisse.

Funktion 1. Näherung 2. Näherung

n ðn / 1Þ 2
ð1 + xÞ n 1 + nx 1 + nx þ x
2
1 2
ex 1þx 1þx þ x
2
3 Taylor-Reihen 189

Tabelle (Fortsetzung)

Funktion 1. Näherung 2. Näherung

e /x 1 2
1/x 1/x þ x
2
ðln aÞ 2 2
ax 1 þ ðln aÞ x 1 þ ðln aÞ x þ x
2
1 2
ln ð1 þ xÞ x x / x
2
1 2
ln ð1 / xÞ /x /x / x
2
3 2
1þx 2 3
ln 2x 2x þ x
1/x 3

1 3
sin x x x / x
6
1 2 1 2 1 4
cos x 1/ x 1/ x þ x
2 2 24
1 3
tan x x x þ x
3
1 3
arcsin x x x þ x
6
p p 1 3
arccos x /x /x / x
2 2 6
1 3
arctan x x x / x
3
p p 1 3
arccot x /x /x þ x
2 2 3
1 3
sinh x x x þ x
6
1 2 1 2 1 4
cosh x 1þ x 1þ x þ x
2 2 24
1 3
tanh x x x / x
3
1 3
arsinh x x x / x
6
1 3
artanh x x x þ x
3
190 VI Unendliche Reihen, Taylor- und Fourier-Reihen

4 Fourier-Reihen

4.1 Fourier-Reihe einer periodischen Funktion


Eine periodische Funktion f ðxÞ mit der Periode p ¼ 2 p lässt sich unter bestimmten
Voraussetzungen (siehe weiter unten) in eine unendliche trigonometrische Reihe der Form

a0 P1
f ðxÞ ¼ þ ½ an . cos ðn xÞ þ bn . sin ðn xÞ%
2 n¼1

entwickeln ðsog. Fourier-Reihe von f ðxÞ in reeller FormÞ.

y
y = f(x)

2p 4p 6p x
p = 2p

Berechnung der Fourier-Koeffizienten an und bn

2ðp
1
a0 ¼ . f ðxÞ dx
p
0

2ðp 2ðp
1 1
an ¼ . f ðxÞ . cos ðn xÞ dx ; bn ¼ . f ðxÞ . sin ðn xÞ dx ðn 2 N *Þ
p p
0 0

Anmerkungen
(1) Voraussetzung ist, dass die folgenden Dirichletschen Bedingungen erfüllt sind:
1. Das Periodenintervall lässt sich in endlich viele Teilintervalle zerlegen, in denen
f ðxÞ stetig und monoton ist.
2. Besitzt die Funktion f ðxÞ im Periodenintervall Unstetigkeitsstellen (es kommen
nur Sprungunstetigkeiten mit endlichen Sprüngen infrage), so existiert in ihnen
sowohl der links- als auch der rechtsseitige Grenzwert.
(2) In den Sprungstellen der Funktion f ðxÞ liefert die Fourier-Reihe von f ðxÞ das arith-
metische Mittel aus dem links- und rechtsseitigen Grenzwert der Funktion.
4 Fourier-Reihen 191

Symmetriebetrachtungen
f ðxÞ ist eine gerade Funktion:

a0 P1
f ðxÞ ¼ þ an . cos ðn xÞ ðbn ¼ 0 f ür n 2 N *Þ
2 n¼1

f ðxÞ ist eine ungerade Funktion:

P
1
f ðxÞ ¼ bn . sin ðn xÞ ðan ¼ 0 f ür n 2 NÞ
n¼1

& Beispiel y
Wir bestimmen die Fourier-Reihe der im Bild dargestellten
periodischen Funktion mit der Periodendauer p ¼ 2 p :
1

1
f ðxÞ ¼ x; 0 ) x < 2p
2p

Berechnung der Fourier-Koeffizienten ðn 2 N *Þ: 2p 4p x


2ðp 2ðp + )2p
1 1 1 1 1 2 1
a0 ¼ . f ðxÞ dx ¼ . . x dx ¼ x ¼ . 2p2 ¼ 1
p p 2p 2p2 2 0 2p2
0 0

2ðp 2ðp + )2 p
1 1 1 1 cos ðn xÞ x . sin ðn xÞ
an ¼ . f ðxÞ . cos ðn xÞ dx ¼ . . x . cos ðn xÞ dx ¼ þ ¼
p p 2p 2p2 n2 n 0
0 0
|fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
Integral 232 mit a ¼ n

+ ) 3 2
1 cos ðn 2 pÞ 2 p . sin ðn 2 pÞ cos 0 0 . sin 0 1 1 1
¼ þ / / ¼ þ0/ 2 /0 ¼ 0
2p2 n2 n n2 n 2p2 n2 n

2ðp 2ðp + )
1 1 1 1 sin ðnxÞ x . cos ðnxÞ 2 p
bn ¼ . f ðxÞ . sin ðn xÞ dx ¼ . . x . sin ðn xÞ dx ¼ / ¼
p p 2p 2p2 n 2 n 0
0 0
|fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
Integral 208 mit a ¼ n

+ ) 3 2
1 sin ðn 2 pÞ 2 p . cos ðn 2 pÞ sin 0 0 . cos 0 1 2p
¼ / / 2 þ ¼ 0/ /0þ0 ¼
2p2 n2 n n n 2p 2 n

1 /2p 1 1
¼ . ¼/ .
2p2 n p n

Hinweis: cos ðn 2 pÞ ¼ cos 0 ¼ 1, sin ðn 2 pÞ ¼ sin 0 ¼ 0

Die Fourier-Reihe beginnt daher wie folgt:


3 2
1 1 P1 1 1 1 1 1
f ðxÞ ¼ / . . sin ðn xÞ ¼ / sin x þ . sin ð2 xÞ þ . sin ð3 xÞ þ . . .
2 p n¼1 n 2 p 2 3
&
192 VI Unendliche Reihen, Taylor- und Fourier-Reihen

Komplexe Darstellung der Fourier-Reihe

2ðp
P
1 1
f ðxÞ ¼ cn . e j n x mit cn ¼ . f ðxÞ . e/ j n x dx ðn 2 ZÞ
n ¼ /1 2p
0

Die komplexe Fourier-Reihe lässt sich auch wie folgt aufspalten:

P
1 P
1 P
1
f ðxÞ ¼ cn . e j n x ¼ c0 þ c/n . e/jnx þ cn . e j n x
n¼/1 n¼1 n¼1

Der Koeffizient c / n ist dabei konjugiert komplex zu cn , d. h. c / n ¼ c*n .

Zusammenhang zwischen den Koeffizienten an , bn und cn


1. !bergang von der reellen zur komplexen Form

1 1 1
c0 ¼ a0 ; cn ¼ ðan / j bn Þ ; c / n ¼ c*n ¼ ðan þ j bn Þ ðn 2 N*Þ
2 2 2

2. !bergang von der komplexen zur reellen Form

a0 ¼ 2 c0 ; an ¼ cn þ c/ n ; bn ¼ j ðcn / c/ n Þ ðn 2 N*Þ

& Beispiel
1
Die reelle Form der Fourier-Reihe von f ðxÞ ¼ x, 0 ) x ) 2 p lautet (siehe vorheriges Beispiel):
2p
1 1 P1 1
f ðxÞ ¼ / . . sin ðn xÞ
2 p n¼1 n
Aus den reellen Fourier-Koeffizienten
1 1
a0 ¼ 1, an ¼ 0, bn ¼ / . ðn 2 N*Þ
p n
berechnen wir mit Hilfe der Transformationsgleichungen die Koeffizienten der komplexen Darstellungsform:
3 2
1 1 1 1 1 1 1 1 1
c0 ¼ a0 ¼ .1 ¼ , cn ¼ ðan / j bn Þ ¼ 0þj . ¼ j . ,
2 2 2 2 2 p n 2p n
3 2
*
c/ n ¼ c*n ¼ j 1 . 1 ¼ /j
1
.
1
2p n 2p n

Die komplexe Form der Fourier-Reihe lautet damit wie folgt:


P
1 P
1 P
1
f ðxÞ ¼ c0 þ cn . e j n x þ c/ n . e / j n x ¼ c0 þ ðcn . e j n x þ c/ n . e / j n x Þ ¼
n¼1 n¼1 n¼1
3 2
1 P1 1 1 1 1 1 1 P
1 1
¼ þ j . . ejnx / j . . e/jnx ¼ þj . ðe j n x / e / j n x Þ
2 n¼1 2p n 2p n 2 2 p n¼1 n
4 Fourier-Reihen 193

Alternative Lösung: Direkte Berechnung der komplexen Fourier-Koeffizienten mit der angegebenen Inte-
gralformel:
2ðp 2ðp 2ðp + )2p
1 1 1 1 1 1 2
c0 ¼ . f ðxÞ . e/ j 0 x dx ¼ . x . 1 dx ¼ . x dx ¼ x ¼
2p 2p 2p ð2 pÞ 2 ð2 pÞ 2 2 0
0 0 0

+ )
1 1 1 1 1
¼ ð2 pÞ 2 / 0 ¼ . ð2 pÞ 2 ¼
ð2 pÞ 2 2 ð2 pÞ 2 2 2

2ðp 2ðp 2ðp


1 1 1 1
cn ¼ . f ðxÞ . e/ j n x dx ¼ . x . e / j n x dx ¼ . x . e / j n x dx ¼
2p 2p 2p ð2 pÞ 2
0 0 0
|fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
Integral Nr: 313 mit a ¼ / j n
+ )2p h i2p
1 jnx þ 1 1
¼ . e/jnx ¼ ðj n x þ 1Þ . e / j n x ¼
ð2 pÞ 2 n2 0 ð2 p nÞ 2 0

ð j n 2 p þ 1Þ . e / j n 2 p / 1 . e / 0 ð j n 2 p þ 1Þ . 1 / 1 . 1 j ð2 p nÞ þ 1 / 1
¼ ¼ ¼ ¼
ð2 p nÞ 2 ð2 p nÞ 2 ð2 p nÞ 2

j ð2 p nÞ j 1 1
¼ 2
¼ ¼ j . ðn 6¼ 0Þ
ð2 p nÞ 2pn 2p n

1 1 1 1 1
Somit: c0 ¼ , cn ¼ j . , c/ n ¼ c*n ¼ / j . ðn 2 N*Þ
2 2p n 2p n
&

4.2 Fourier-Zerlegung einer nichtsinusförmigen Schwingung


y

T 2T 3T t

Eine nichtsinusförmig verlaufende Schwingung y ¼ y ðtÞ wie im obigen Bild mit der
Kreisfrequenz w0 und der Schwingungsdauer (Periode) T ¼ 2 p=w0 lässt sich nach
Fourier wie folgt in ihre harmonischen Bestandteile (Grundschwingung und Oberschwin-
gungen) zerlegen (Fourier-Zerlegung in reeller Form):

a0 P1
y ðtÞ ¼ þ ½ an . cos ðn w0 tÞ þ bn . sin ðn w0 tÞ%
2 n¼1

w0 : Kreisfrequenz der Grundschwingung ðw0 ¼ 2 p=T Þ


n w0 : Kreisfrequenzen der harmonischen Oberschwingungen ðn ¼ 2; 3; 4; . . .Þ
194 VI Unendliche Reihen, Taylor- und Fourier-Reihen

Berechnung der Fourier-Koeffizienten an und bn


ð
2
a0 ¼ . y ðtÞ dt
T
ðTÞ
ð ð
2 2
an ¼ . y ðtÞ . cos ðn w0 tÞ dt ; bn ¼ . y ðtÞ . sin ðn w0 tÞ dt ðn 2 N *Þ
T T
ðTÞ ðTÞ

ðT Þ: Integration über ein beliebiges Periodenintervall der Länge T

Fourier-Zerlegung in phasenverschobene Sinusschwingungen

a0 P1
y ðtÞ ¼ þ ½ an . cos ðn w0 tÞ þ bn . sin ðn w0 tÞ% ¼
2 n¼1

P
1
¼ A0 þ An . sin ðn w0 t þ jn Þ
n¼1

Berechnung von Amplitude An und Nullphasenwinkel jn aus den Fourier-Koeffizienten


an und bn :
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
a0 an
A0 ¼ , An ¼ a 2n þ b 2n , tan jn ¼ ðn 2 N *Þ
2 bn

An , jn : Amplituden- bzw. Phasenspektrum (sog. Linienspektren)

Fourier-Zerlegung in komplexer Form

P
1
y ðtÞ ¼ c n . e j n w0 t
n¼/1

Berechnung der komplexen Fourier-Koeffizienten cn :

ðT
1
cn ¼ . y ðtÞ . e / j n w0 t dt ðn 2 ZÞ
T
0

T ¼ 2 p=w0 : Schwingungsdauer
j cn j: Amplitudenspektrum (Linienspektrum)
4 Fourier-Reihen 195

4.3 Spezielle Fourier-Reihen (Tabelle)


Hinweis: T : Periode (Schwingungsdauer)
w0 : Kreisfrequenz ðw0 ¼ 2 p=TÞ

1. Rechteckskurve y
8 9
>
> T >
> y^
< y^
> 0 ) t ) >
2 =
yðtÞ ¼ fur

>
> T >
>
>
:0 < t < T>
;
2 T T 2T t
2

3 2
y^ 2 y^ 1 1
yðtÞ ¼ þ sin ðw0 tÞ þ . sin ð3 w0 tÞ þ . sin ð5 w0 tÞ þ . . .
2 p 3 5

2. Rechteckimpuls
y
T
Impulsbreite: b ¼ / 2a b
2 y^
8 T 9
>
> y^ a < t < /a >
>
>
> 2 >
>
>
> >
>
>
< >
=
T a a a a
yðtÞ ¼ / y^ fur
€ þa < t < T /a
>
> 2 >
> T T t
>
> >
> 2
>
> >
>
>
: 0 im €ubrigen Intervall >
;

^
–y
b

3
4 y^ cos ðw0 aÞ cos ð3 w0 aÞ
yðtÞ ¼ . sin ðw0 tÞ þ . sin ð3 w0 tÞ þ
p 1 3
2
cos ð5 w0 aÞ
þ . sin ð5 w0 tÞ þ . . .
5

3. Dreieckskurve y
8 9
>
> 2 y^ T >
> y^
>
> / t þ y^ 0 ) t ) >
>
> T 2 >
>
>
< =
yðtÞ ¼ fur

>
> >
>
>
> >
>
>
> 2 y^ T > T T t
) t ) T>
: ; 2T
t / y^ 2
T 2

3 2
y^ 4 y^ 1 1 1
yðtÞ ¼ þ 2 . cos ðw0 tÞ þ 2 . cos ð3 w0 tÞ þ 2 . cos ð5 w0 tÞ þ . . .
2 p 12 3 5
196 VI Unendliche Reihen, Taylor- und Fourier-Reihen

4. Dreieckskurve y

8 9 y^
> 4 y^ T >
>
> t 0 ) t ) >
>
>
> T 4 >
>
>
> >
>
>
< >
=
4 y^ T 3 T T 3 5
yðtÞ ¼ / t þ 2 y^ fur
€ < t < T T T T t
>
> T 4 4 > > 4 2 4 4
>
> >
>
>
> >
>
>
> 4 y^ 3 >
> ^
: t / 4 y^ T ) t ) T ; –y
T 4

3 2
8 y^ 1 1 1
yðtÞ ¼ . sin ðw 0 tÞ / . sin ð3 w0 tÞ þ . sin ð5 w 0 tÞ / þ . . .
p2 12 32 52

5. Kippschwingung (Sägezahnimpuls) y

y^ y^
yðtÞ ¼ t; 0 ) t < T
T

T 2T t
3 2
y^ y^ 1 1
yðtÞ ¼ / sin ðw0 tÞ þ . sin ð2 w0 tÞ þ . sin ð3 w0 tÞ þ . . .
2 p 2 3

6. Kippschwingung (Sägezahnimpuls)
8 9
>
> 2 y^ T >
>
>
> t 0 ) t ) >
>
< T 2 =
yðtÞ ¼ fur

>
> >
>
>
> 2 y^ T >
: t / 2 y^ < t < T>
;
T 2

3 2
2 y^ 1 1
yðtÞ ¼ sin ðw0 tÞ / . sin ð2 w0 tÞ þ . sin ð3 w0 tÞ / þ . . .
p 2 3

7. Kippschwingung (Sägezahnimpuls) y

y^ y^
yðtÞ ¼ / t þ y^; 0 ) t < T
T

T 2T t

3 2
y^ y^ 1 1
yðtÞ ¼ þ sin ðw0 tÞ þ . sin ð2 w0 tÞ þ . sin ð3 w0 tÞ þ . . .
2 p 2 3
4 Fourier-Reihen 197

8. Sinusimpuls (Einweggleichrichtung) y
8 T 9
>
> y^ . sin ðw0 tÞ 0 ) t ) >
> y^
>
< 2 >
=
yðtÞ ¼ fur

>
> >
>
>
: T >
0 ) t ) T; T T t
2 2

3
y^ y^ 2 y^ 1 1
yðtÞ ¼ þ . sin ðw0 tÞ / . cos ð2 w0 tÞ þ . cos ð4 w0 tÞ þ
p 2 p 1.3 3.5
2
1
þ . cos ð6 w0 tÞ þ . . .
5.7

9. Sinusimpuls (Zweiweggleichrichtung) y

yðtÞ ¼ y^ j sin ðw0 tÞ j ; 0 ) t ) T y^

T/2 T t

3
2 y^ 4 y^ 1 1
yðtÞ ¼ / . cos ð2 w0 tÞ þ . cos ð4 w0 tÞ þ
p p 1.3 3.5
2
1
þ . cos ð6 w0 tÞ þ . . .
5.7

10. Parabelbögen y

3 2 y^
4 y^ T 2
yðtÞ ¼ t / ; 0 ) t ) T
T2 2

T 3
T T t
2 2
3 2
y^ 4 y^ 1 1 1
y ðtÞ ¼ þ 2 2
. cos ðw0 tÞ þ 2 . cos ð2 w0 tÞ þ 2 . cos ð3 w0 tÞ þ . . .
3 p 1 2 3
198

VII Lineare Algebra

1 Reelle Matrizen

1.1 Grundbegriffe
1.1.1 n-dimensionale Vektoren

n-dimensionaler Vektor
n reelle Zahlen in einer bestimmten Reihenfolge bilden einen n-dimensionalen Vektor. Sie
werden in der linearen Algebra üblicherweise durch kleine lateinische Buchstaben in Fett-
druck (aber ohne Pfeil) gekennzeichnet: a, b, c, . . .
Schreibweisen:
0 1
a1
Ba C
B 2C n-dimensionaler Spaltenvektor mit den n Vektorkoordinaten
a ¼ B C
B .. C
@ . A (skalaren Vektorkomponenten) a1 , a2 , . . . , an
an

a ¼ ða1 a2 ... an Þ n-dimensionaler Zeilenvektor

Rechenoperationen und Rechenregeln


Die n-dimensionalen Vektoren bilden in ihrer Gesamtheit den n-dimensionalen Raum Rn .
Rechenoperationen und Rechenregeln sind die gleichen wie bei ebenen und räumlichen
Vektoren, d. h. Vektoren des R 2 bzw. R 3 , siehe hierzu Kap. II. Ausnahmen: Vektor- und
Spatprodukte sind nur im 3-dimensionalen Anschauungsraum definiert.

1. Addition und Subtraktion erfolgen komponentenweise:


0 1 0 1 0 1
a1 b1 a1 + b1
Ba C Bb C Ba + b C
B 2C B 2C B 2 2C
a+b ¼ B . C+B . C ¼ B
B C B C
B .. C
C
.
@ . A .
@ . A @ . A
an bn an + bn

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017


L. Papula, Mathematische Formelsammlung, DOI 10.1007/978-3-658-16195-8_7
1 Reelle Matrizen 199

2. Die Multiplikation eines Vektors mit einem Skalar erfolgt komponentenweise:


0 1 0 1
a1 l a1
Ba C Bla C
B 2C B 2C
la ¼ l B . C ¼ B
B C
B .. C
C ðl 2 RÞ
.
@ . A @ . A
an l an

3. Das Skalarprodukt zweier Vektoren wird gebildet, indem man zunächst die einander
entsprechenden (d. h. gleichstelligen) Vektorkoordinaten miteinander multipliziert
und dann die insgesamt n Produkte aufaddiert:
0
1 0 1
a1 b1
Ba C Bb C Xn
B C B 2C
2
a.b ¼ B C B C
B .. C . B .. C ¼ a1 b1 þ a2 b2 þ . . . þ an bn ¼ ai bi
@ . A @ . A i¼1
an bn

4. Betrag eines Vektors:


qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi qffiffiffiffiffiffiffiffiffi
j a j ¼ a ¼ a 21 þ a 22 þ . . . þ a 2n ¼ a . a

Spezielle Vektoren

Nullvektor 0: Vektor der Länge 0, alle Vektorkoordinaten haben den Wert 0.


Einheitsvektor e: Vektor der Länge 1 (normierter Vektor).
Orthogonale Vektoren a, b: Vektoren, deren Skalarprodukt verschwindet ða . b ¼ 0Þ.

Komponentendarstellung eines Vektors

a ¼ a1 e1 þ a2 e2 þ . . . þ an en

ei : Einheitsvektor (Basisvektor), dessen i-te Vektorkoordinate den Wert 1 besitzt, während


alle übrigen Vektorkoordinaten verschwinden ði ¼ 1, 2, . . . , nÞ.
8 9
<1 i ¼ j=
ei . ej ¼ di j ¼ f ür (di j : Kronecker-Symbol)
: ;
0 i 6¼ j
Die Einheitsvektoren ei bilden eine Basis des n-dimensionalen Raumes R n , d. h. jeder
n-dimensionale Vektor a lässt sich in eindeutiger Weise als Linearkombination dieser
(linear unabhängigen) Bassisvektoren darstellen 1Þ . Multipliziert man einen Vektor a mit
dem Kehrwert seines Betrages j a j, so erhält man einen Einheitsvektor gleicher Richtung
(sog. Normierung des Vektors a).

Zum Begriff der linearen Unabhängigkeit von Vektoren siehe Abschnitt 3.6.
200 VII Lineare Algebra

& Beispiel 0 1 0 1
1 /2
B 0C B 1C
B C B C
Gegeben sind die Vektoren a ¼ B C und b ¼ B C des 4-dimensionalen Raumes R 4 . Wir bestim-
@ 2A @ 5A
/1 3
men den Vektor a þ 3 b, das Skalarprodukt a . b sowie den Betrag von a:
0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1
1 /2 1 /6 1/6 /5
B 0C B 1C B 0C B 3C B 0þ3 C B 3C
B C B C B C B C B C B C
a þ 3b ¼ B C þ 3B C ¼ B CþB C ¼ B C ¼ B C
@ 2A @ 5A @ 2A @ 15 A @ 2 þ 15 A @ 17 A
/1 3 /1 9 /1 þ 9 8
0 1 0 1
1 /2
B 0C B 1C
B C B C
a.b ¼ B C.B C ¼ 1 . ð/ 2Þ þ 0 . 1 þ 2 . 5 þ ð/ 1Þ . 3 ¼ / 2 þ 0 þ 10 / 3 ¼ 5
@ 2A @ 5A
/1 3
pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi pffiffiffiffi
jaj ¼ 1 2 þ 0 2 þ 2 2 þ ð/ 1Þ 2 ¼ 1 þ 0 þ 4 þ 1 ¼ 6
&

1.1.2 Definition einer reellen Matrix


Unter einer reellen Matrix A vom Typ ðm; nÞ versteht man ein aus m . n reellen Zah-
len bestehendes rechteckiges Schema mit m waagerecht angeordneten Zeilen und n senk-
recht angeordneten Spalten:
0 1
a11 a12 . . . a1 k . . . a1 n 1. Zeile
B C
B a21 a22 . . . a2 k . . . a2 n C
B C
B C
B .. .. .. .. C
B . . . . C
B C
A ¼ B C
B ai 1 ai 2 . . . a ... ai n C i-te Zeile
B ik C
B C
B .. .. .. .. C
B . . . . C
@ A
a m 1 am 2 ... am k . . . am n
" "
1. Spalte k-te Spalte
Bezeichnungen:
ai k : Matrixelemente ði ¼ 1; 2; . . . ; m; k ¼ 1; 2; . . . ; nÞ
i: Zeilenindex ði ¼ 1; 2; . . . ; mÞ m: Zeilenzahl
k: Spaltenindex ðk ¼ 1; 2; . . . ; nÞ n: Spaltenzahl

Schreibweisen:

A; Aðm; nÞ ; ðai k Þ; ðai k Þðm; nÞ


Die m Zeilen werden auch als Zeilenvektoren (mit hochgestelltem Index), die n Spalten
auch als Spaltenvektoren (mit tiefgestelltem Index) bezeichnet.
1 Reelle Matrizen 201

Schreibweisen: 0 1
a1 k
B C
B a2 k C
i B C
a ¼ ðai 1 ai 2 . . . ai n Þ ak ¼ B . C
|fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl} B .. C
@ A
i-ter Zeilenvektor
am k
|fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
k-ter Spaltenvektor

Die ðm; nÞ-Matrix A ist dann wie folgt darstellbar:


0 11
a
B a2 C
B C
A ¼ ða1 a2 . . . an Þ ¼ B C
B .. C
@ . A
am
(Zeile aus n Spaltenvektoren bzw. Spalte aus m Zeilenvektoren)

1.1.3 Spezielle Matrizen


Nullmatrix 0: Alle Elemente sind gleich null.
Spaltenmatrix: Matrix mit nur einer Spalte, auch Spaltenvektor genannt.
Zeilenmatrix: Matrix mit nur einer Zeile, auch Zeilenvektor genannt.
Quadratische Matrix: Matrix mit gleichvielen Zeilen und Spalten ðm ¼ n; sog.
n-reihige Matrix oder Matrix n-ter Ordnung).
Transponierte Matrix A T : Sie entsteht aus der ðm; nÞ-Matrix A, indem man Zeilen
und Spalten miteinander vertauscht („Stürzen“ einer Matrix).
A T ist daher vom Typ ðn; mÞ. Es gilt stets ðA T Þ T ¼ A.
Beim Transponieren wird aus einem Zeilenvektor ein Spalten-
vektor und umgekehrt.

1.1.4 Gleichheit von Matrizen


Zwei Matrizen A ¼ ðai k Þ und B ¼ ðbi k Þ vom gleichen Typ heißen gleich, A ¼ B, wenn
sie in ihren entsprechenden (d. h. gleichstelligen) Elementen übereinstimmen: ai k ¼ bi k für
alle i; k.

1.2 Spezielle quadratische Matrizen


Allgemeine Gestalt einer n-reihigen Matrix:

Hauptdiagonale Nebendiagonale

Hauptdiagonalelemente:
ai i mit i ¼ 1, 2, . . . , n

Nebendiagonalelemente:
ai; n þ 1 / i mit i ¼ 1, 2, . . . , n
202 VII Lineare Algebra

Spur einer quadratischen Matrix


Die Summe aller Hauptdiagonalelemente heißt Spur der Matrix A:

Sp ðAÞ ¼ a11 þ a22 þ . . . þ ann

1.2.1 Diagonalmatrix
Alle außerhalb der Hauptdiagonalen liegen-
den Elemente verschwinden:

ai k ¼ 0 für alle i 6¼ k

Schreibweise: diag ða11 ; a22 ; . . . ; an n Þ

1.2.2 Einheitsmatrix
Diagonalmatrix mit

ai i ¼ 1 für alle i

Schreibweisen: E, I, ðdi k Þ

1.2.3 Dreiecksmatrix
Alle Elemente oberhalb bzw. unterhalb der Hauptdiagonalen verschwinden:

Untere Dreiecksmatrix: Obere Dreiecksmatrix:


ai k ¼ 0 für alle i < k ai k ¼ 0 für alle i > k

1.2.4 Symmetrische Matrix


Alle spiegelbildlich zur Hauptdiagonalen stehenden Elemente sind paarweise gleich:

A ¼ AT oder ai k ¼ ak i für alle i; k

1.2.5 Schiefsymmetrische Matrix

A ¼ /AT oder ai k ¼ / ak i für alle i; k

Die Hauptdiagonalelemente verschwinden: ai i ¼ 0 für alle i. Bei der Spiegelung an der


Hauptdiagonalen ändern die Elemente ihr Vorzeichen.
1 Reelle Matrizen 203

1.2.6 Orthogonale Matrix

A . AT ¼ E

Die Zeilen- bzw. Spaltenvektoren sind zueinander orthogonal und normiert, sie bilden ein
sog. orthonormiertes Vektorsystem. Dabei gilt stets det A ¼ 1 oder det A ¼ / 1. Eine
orthogonale Matrix ist immer regulär, die inverse Matrix A /1 existiert somit und ist
ebenfalls orthogonal und es gilt A T ¼ A /1 . Das Produkt orthogonaler Matrizen ist wie-
derum orthogonal.

1.3 Rechenoperationen für Matrizen


1.3.1 Addition und Subtraktion von Matrizen
Zwei Matrizen vom gleichen Typ werden addiert bzw. subtrahiert, indem man ihre entspre-
chenden (d. h. gleichstelligen) Elemente addiert bzw. subtrahiert:

A + B ¼ ðai k Þ + ðbi k Þ ¼ ðai k + bi k Þ ði ¼ 1; 2; . . . ; m; k ¼ 1; 2; . . . ; nÞ

Rechenregeln
A; B; C sind Matrizen vom gleichen Typ:
Kommutativgesetz AþB ¼ BþA
Assoziativgesetz A þ ðB þ CÞ ¼ ðA þ BÞ þ C
Transponieren ðA þ BÞ T ¼ A T þ B T

1.3.2 Multiplikation einer Matrix mit einem Skalar


Die Multiplikation einer Matrix mit einem reellen Skalar erfolgt, indem man jedes Matrix-
element mit dem Skalar multipliziert:

l . A ¼ l . ðai k Þ ¼ ðl . ai k Þ ðl 2 R; i ¼ 1; 2; . . . ; m; k ¼ 1; 2; . . . ; nÞ

Folgerung: Ein allen Matrixelementen gemeinsamer Faktor darf vor die Matrix gezogen
werden.

Rechenregeln
A und B sind Matrizen vom gleichen Typ, l und m reelle Skalare:
Assoziativgesetz l ðm AÞ ¼ mðl AÞ ¼ ðl mÞ A
Distributivgesetze ðl þ mÞ A ¼ l A þ m A
lðA þ BÞ ¼ l A þ l B
Transponieren ðl AÞ T ¼ l A T
204 VII Lineare Algebra

1.3.3 Multiplikation von Matrizen


A ¼ ðai k Þ sei eine Matrix vom Typ ðm; nÞ; B ¼ ðbi k Þ eine Matrix vom Typ ðn; pÞ.
Dann heißt die ðm; pÞ-Matrix C ¼ A . B ¼ ðci k Þ mit

P
n
ci k ¼ ai 1 b1 k þ ai 2 b2 k þ . . . þ ai n bn k ¼ ai j bj k
j¼1

das Produkt der Matrizen A und B ði ¼ 1; 2; . . . ; m; k ¼ 1; 2; . . . ; pÞ.

Anmerkungen
(1) Die Produktbildung ist nur möglich, wenn die Spaltenzahl von A mit der Zeilenzahl
von B übereinstimmt. Der Multiplikationspunkt darf auch weggelassen werden.
(2) Das Matrixelement ci k des Matrizenproduktes A . B ist das Skalarprodukt aus dem
i-ten Zeilenvektor von A und dem k-ten Spaltenvektor von B (siehe Falk-Schema
weiter unten).

Falk-Schema zur Berechnung eines Matrizenproduktes C = A . B

Matrix A: Typ ðm; nÞ k-te Spalte


Matrix B: Typ ðn; pÞ ;

A A.B
i-te Zeile ci k
:

:
Skalarprodukt aus dem i-ten Zeilenvektor von A
und dem k-ten Spaltenvektor von B

Rechenregeln
Voraussetzung: Alle Rechenoperationen der linken Seiten müssen durchführbar sein.
Assoziativgesetz A ðB CÞ ¼ ðA BÞ C
Distributivgesetze A ðB þ CÞ ¼ A B þ A C
ðA þ BÞ C ¼ A C þ B C
Transponieren ðA BÞ T ¼ B T A T
Man beachte, dass die Matrizenmultiplikation nicht kommutativ ist, d. h. im Allgemeinen
gilt A . B 6¼ B . A (die Faktoren eines Produktes dürfen nicht vertauscht werden).
1 Reelle Matrizen 205

& Beispiel 0 1
3 2 1 4 3 0
1 0 3 @
Wir berechnen das Matrizenprodukt C ¼ A . B mit A ¼ und B ¼ 1 1 /1 3 A:
2 1 /4
0 /2 /3 2
|fflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
(2,3)-Matrix (3,4)-Matrix
c11 ¼ 1 . 1 þ 0 . 1 þ 3 . 0 ¼ 1
1 4 3 0
B 1 1 /1 3 c12 ¼ 1 . 4 þ 0 . 1 þ 3 . ð/ 2Þ: ¼ / 2 usw.
0 /2 /3 2 ) 3 2
1 /2 /6 6
C ¼ A.B ¼
1 0 3 1 /2 /6 6 3 17 17 /5
A |fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
2 1 /4 3 17 17 /5
(2,4)-Matrix
C ¼ A.B

B . A dagegen existiert nicht, da B vier Spalten, A aber nur zwei Zeilen hat.
&

1.4 Reguläre Matrix


Eine n-reihige Matrix A heißt regulär, wenn ihre Determinante einen von Null verschiede-
nen Wert besitzt: det A 6¼ 0. Ihr Rang ist dann Rg ðAÞ ¼ n.
Ist det A ¼ 0, so heißt A singulär. Es ist dann Rg ðAÞ < n.

& Beispiele
0 1 " "
1 2 5 " 1 2 5 "
" "
A ¼ @ /1 3 2A ) det A ¼ "" /1 3 2 " ¼ 24 þ 0 / 5 / 0 / 2 þ 16 ¼ 33 6¼ 0
" )
0 1 8 " 0 1 8 "
A ist regulär
3 2 " "
1 /5 " 1 /5 ""
B ¼ ) det B ¼ "" ¼ 15 / 15 ¼ 0 ) B ist singulär
/3 15 /3 15 "
&

1.5 Inverse Matrix


1.5.1 Definition einer inversen Matrix
Die regulären Matrizen (und nur diese) lassen sich umkehren, d. h. zu jeder regulären
Matrix A gibt es genau eine inverse Matrix A / 1 mit

A . A /1 ¼ A /1 . A ¼ E

Eine quadratische Matrix A ist demnach genau dann invertierbar, wenn det A 6¼ 0 und
somit Rg ðAÞ ¼ n ist. Man beachte: A und A /1 sind kommutative Matrizen.
Weitere Bezeichnungen für A / 1 : Kehrmatrix, Umkehrmatrix oder Inverse von A.

Rechenregeln für reguläre Matrizen

ðA /1 Þ /1 ¼ A ; ðA /1 Þ T ¼ ðA T Þ /1 ; ðA . BÞ /1 ¼ B /1 . A /1
206 VII Lineare Algebra

1.5.2 Berechnung einer inversen Matrix


1.5.2.1 Berechnung der inversen Matrix A–1 unter Verwendung
von Unterdeterminanten
0 1
A11 A21 ... An 1
1 B B A12 A22 ... An 2 C
C
A /1 ¼ B . .. .. C ðdet A 6¼ 0Þ
det A @ .. . . A
A1 n A2 n ... An n

Ai k : Algebraisches Komplement (Adjunkte) von ai k in det A ðAi k ¼ ð/ 1Þ i þ k . Di k Þ


Di k : ðn / 1Þ-reihige Unterdeterminante von det A (in det A wird die i-te Zeile und
k-te Spalte gestrichen)

Hinweis: Zunächst die Matrix ðA i k Þ bilden (sie enthält in der i-ten Zeile die algebraischen
Komplemente A i 1 , A i 2 , A i 3 , . . ., A i n ), diese dann transponieren („stürzen“) und die so
erhaltene adjungierte Matrix Aadj ¼ ðA i k Þ T mit dem Kehrwert der Determinante det A
multiplizieren:
1 1
A /1 ¼ . ðA i k Þ T ¼ . Aadj
det A det A

1.5.2.2 Berechnung der inversen Matrix A–1 nach dem Gaußschen Algorithmus
(Gauß-Jordan-Verfahren)
Man bildet zunächst aus den n-reihigen Matrizen A und E (Einheitsmatrix) die Matrix
0 " 1
a11 a12 ... a1 n " 1 0 ... 0
B a21 "
B a22 ... a2 n " 0 1 ... 0C C
ðA j EÞ ¼ B .. .. .. " .. .. .. C
@ . " . . .A
. . "
" 0 0 ... 1
an 1 an 2 . . . an n
|fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
A E

vom Typ ðn; 2 nÞ und bringt diese dann durch elementare Zeilenumformungen (siehe hier-
zu Abschnitt 1.6.1.3 und Abschnitt 3.4.1) auf die spezielle Form
0 " 1
1 0 ... 0 " b11 b12 . . . b1 n
B0 1 ... 0 "
B " b21 b22 . . . b2 n C C
B .. .. .. " . .. .. C ¼ ðE j A / 1 Þ
@. . " .
. " . . . A
0 0 ... 1 "
bn 1 bn 2 . . . bn n
|fflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
E B ¼ A /1

Dies ist bei einer regulären und daher umkehrbaren Matrix A stets möglich. Die Einheits-
matrix E hat jetzt den Platz der Matrix A eingenommen, die Matrix B ist die gesuchte
inverse Matrix A / 1 .
1 Reelle Matrizen 207

& Beispiel
0 1
1 0 2
Die 3-reihige Matrix A ¼ 4 1 @ 1 A ist regulär und somit invertierbar ðdet A ¼ 1 6¼ 0Þ. Für ihre
3 2 /7
Inverse A / 1 erhalten wir (die jeweils durchgeführte Operation wird rechts angeschrieben; Zi : i-te Zeile):
0 " 1 0 " 1
1 0 2 "" 1 0 0 1 0 2 "" 1 0 0
ðA j EÞ ¼ @ 4 1 1 "" 0 1 0 A / 4 Z1 ) @ 0 1 / 7 "" /4 1 0 A )
3 2 /7 " 0 0 1 / 3 Z1 0 2 /13 " /3 0 1 / 2 Z2
|fflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflffl} |fflfflfflffl{zfflfflfflffl}
A E
0 " 1 0 " 1
1 0 2 "" 1 0 0 / 2 Z3 1 0 0 "" /9 4 /2
@ 0 1 /7 " /4 1 0 A þ 7 Z3 ) @ 0 1 0 " 31 /13 7 A ¼ ðE j A / 1 Þ
" "
0 0 1 " 5 /2 1 0 0 1 " 5 / 2 1
|fflfflfflffl{zfflfflfflffl} |fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
E A /1
0 1
/9 4 /2
Somit gilt: A / 1 ¼ @ 31 /13 7A
5 /2 1

Kontrollmöglichkeit: A . A /1 ¼ A /1 . A ¼ E (Produkte mit dem Falk-Schema berechnen)


&

1.6 Rang einer Matrix


1.6.1 Definitionen
1.6.1.1 Unterdeterminanten einer Matrix
Werden in einer Matrix A vom Typ ðm; nÞ m / p Zeilen und n / p Spalten gestri-
chen, so heißt die Determinante der p-reihigen Restmatrix eine Unterdeterminante p-ter
Ordnung oder p-reihige Unterdeterminante von A.

1.6.1.2 Rang einer Matrix


Unter dem Rang einer Matrix A vom Typ ðm; nÞ wird die höchste Ordnung r aller
von null verschiedenen Unterdeterminanten von A verstanden. Symbolische Schreibwei-
se: Rg ðAÞ ¼ r.

1.6.1.3 Elementare Umformungen einer Matrix


Der Rang r einer Matrix A ändert sich nicht, wenn sie den folgenden elementaren Um-
formungen unterworfen wird:
1. Zwei Zeilen (oder Spalten) werden miteinander vertauscht.
2. Die Elemente einer Zeile (oder Spalte) werden mit einer beliebigen von null verschiede-
nen Zahl multipliziert oder durch eine solche Zahl dividiert.
3. Zu einer Zeile (oder Spalte) wird ein beliebiges Vielfaches einer anderen Zeile (bzw.
anderen Spalte) addiert.
208 VII Lineare Algebra

1.6.2 Rangbestimmung einer Matrix


1.6.2.1 Rangbestimmung einer (m, n)-Matrix A unter Verwendung
von Unterdeterminanten
Wir beschreiben das Verfahren für den Fall m ) n. Ist jedoch m > n, so ist im folgen-
den die Zahl m durch die Zahl n zu ersetzen.
1. Der Rang r der Matrix A ist höchstens gleich m, d. h. r ) m. Man berechnet
daher zunächst die m-reihigen Unterdeterminanten von A. Gibt es unter ihnen wenigs-
tens eine von null verschiedene Determinante, so ist r ¼ m.
2. Verschwinden aber sämtliche m-reihigen Unterdeterminanten von A, so ist r höchs-
tens gleich m / 1. Es ist dann zu prüfen, ob es wenigstens eine von null verschiedene
ðm / 1Þ-reihige Unterdeterminante gibt. Ist dies der Fall, so ist r ¼ m / 1. Anderen-
falls ist r höchstens gleich m / 2. Das beschriebene Verfahren wird dann solange
fortgesetzt, bis man auf eine von null verschiedene Unterdeterminante von A stößt. Die
Ordnung dieser Determinante ist der gesuchte Rang der Matrix A.

& Beispiel
3 2
2 3 1
A ¼ ) m ¼ 2; n ¼ 3 und somit r ) 2.
0 4 2
" "
"2 3 ""
Es gibt eine von null verschiedene 2-reihige Unterdeterminante, z. B. "" ¼ 8 (in der Matrix A wurde
0 4"
die 3. Spalte gestrichen). Die Matrix A besitzt damit den Rang r ¼ 2.
&

1.6.2.2 Rangbestimmung einer (m, n)-Matrix A mit Hilfe elementarer Umformungen


Die ðm; nÞ-Matrix A wird zunächst mit Hilfe elementarer Umformungen in die folgende
Trapezform gebracht ðbi i 6¼ 0 für i ¼ 1; 2; . . . ; rÞ:

0 1 9
bb11111 bb1212 ...... bb11rr bb1;1,rrþ+11 bb1;1,rrþ+22 ...... bb11nn >
>
B 0 b C >
>
B 0 b2222 ...... bb22rr bb2;2,rrþ+11 bb2;2,rrþ+22 ...... bb22nn C =
B . ... ... ... ... C r Zeilen
B ... C >
B .. ... ... ... ... C >
B C >
>
B 00 00 ...... bbrrrr bbr;r,rrþ+11 bbr;r,rrþ+22 ...... bbrrnn C ;
B C
B C
B C 9
B 00 00 ...... 00 00 00 ...... 00 C >
B C >
B 00 00 ...... 00 00 00 ...... 00 C =
B .. ... ... ... ... ... C ðm / rÞ Nullzeilen
@ ... ... ... ... ... ... A >
. >
;
00 00 ...... 00 00 00 ...... 00j

Der Rang von A ist dann gleich der Anzahl r der nicht-verschwindenden Zeilen:
Rg ðAÞ ¼ r.
2 Determinanten 209

& Beispiel
0 1
1 3 /5 0
Wir bringen die (3,4)-Matrix A ¼ @ 2 7 /8 7 A mit Hilfe elementarer Umformungen zunächst in
/1 0 11 21
die gewünschte Trapezform und lesen aus dieser den Rang ab:
0 1 0 1 0 1
1 3 /5 0 1 3 /5 0 1 3 /5 0
A ¼@ 2 7 /8 A
7 / 2 Z1 ) 0 1 @ 2 7 A ) @0 1 2 7A
/1 0 11 21 þ Z1 0 3 6 21 / 3 Z2 0 0 0 0 Nullzeile
Somit gilt: Rg ðAÞ ¼ 2
&

2 Determinanten

Determinanten n-ter Ordnung (auch n-reihige Determinanten genannt) sind reelle Zahlen,
die man den n-reihigen quadratischen Matrizen aufgrund einer bestimmten Rechenvor-
schrift zuordnet.

Schreibweisen: " "


" a11 a12 ... a1 n "
" "
" a21 a22 ... a2 n "
" " ai k : Elemente der Determinante
D; det A; j A j; j ai k j; " .. .. .. "
" . . . " ði; k ¼ 1; 2; . . . ; nÞ
" "
" an 1 an 2 ... an n "

2.1 Zweireihige Determinanten


Definition einer zweireihigen Determinante
Unter der Determinante einer 2-reihigen Matrix A ¼ ðaik Þ versteht man die reelle Zahl
" "
" a11 a12 ""
" ¼ a11 a22 / a12 a21
" a21 a22 "

Berechnung einer 2-reihigen Determinante

" "
" a11 a12 ""
" ///// Hauptdiagonale
" " ¼ a11 a22 / a12 a21
"a a22 " / / / Nebendiagonale
21

Regel: Der Wert einer 2-reihigen Determinante ist gleich dem Produkt der beiden Haupt-
diagonalelemente minus dem Produkt der beiden Nebendiagonalelemente.

& Beispiel
" "
" 4 7 ""
det A ¼ "" ¼ 4 . 8 / ð/3Þ . 7 ¼ 32 þ 21 ¼ 53 &
/3 8"
210 VII Lineare Algebra

2.2 Dreireihige Determinanten


Definition einer dreireihigen Determinante
Unter der Determinante einer 3-reihigen Matrix A ¼ ðai k Þ versteht man die reelle Zahl
" "
" a11 a12 a13 "
" "
" a21 a22 a23 " ¼
" "
" a31 a32 a33 "

¼ a11 a22 a33 þ a12 a23 a31 þ a13 a21 a32 / a13 a22 a31 / a11 a23 a32 / a12 a21 a33

Berechnung einer 3-reihigen Determinante nach der Regel von Sarrus

///// Hauptdiagonalprodukte
:
/ / / Nebendiagonalprodukte

D ¼ a11 a22 a33 þ a12 a23 a31 þ a13 a21 a32 / a13 a22 a31 / a11 a23 a32 / a12 a21 a33

Regel: Die Spalten 1 und 2 der Determinante werden nochmals rechts an die Determi-
nante gesetzt. Den Determinantenwert erhält man dann, indem man die drei Haupt-
diagonalprodukte (////Þ addiert und von dieser Summe die drei Nebendiagonal-
produkte (/ / /) subtrahiert.

& Beispiel

"" "
"1 /2 3 ""
" "
det A ¼ "" 2 0 1 "" ¼ ?
" "
"6 5 1"

det A ¼ 1 . 0 . 1 þ ð/ 2Þ . 1 . 6 þ 3 . 2 . 5 / 6 . 0 . 3 / 5 . 1 . 1 / 1 . 2 . ð/ 2Þ ¼
¼ 0 / 12 þ 30 / 0 / 5 þ 4 ¼ 17
&
2 Determinanten 211

2.3 Determinanten höherer Ordnung


2.3.1 Unterdeterminante Di k
Die aus einer n-reihigen Determinante D durch Streichen der i-ten Zeile und k-ten Spalte
hervorgehende ðn / 1Þ-reihige Determinante heißt Unterdeterminante Di k :

"" ""
" a11 a12 ... a1 k ... a1 n "
" a21 a22 ... a2 k ... a2 n "
" "
" .. .. .. .. "
" . . . . "
Di k ¼ "" "
" ai 1 ai 2 ... ai k ... ai n "" i-te Zeile
" .. .. .. "
" . . . ... "
" "
" an 1 an 2 ... an k ... an n "
"
k-te Spalte

2.3.2 Algebraisches Komplement (Adjunkte) Ai k


Die Größe Ai k ¼ ð/ 1Þ i þ k . Di k heißt algebraisches Komplement oder Adjunkte des Ele-
mentes ai k in der Determinante D. Der Vorzeichenfaktor ð/ 1Þ i þ k kann nach der
Schachbrettregel bestimmt werden:

þ / þ ...

/ þ / ... Schachbrettregel: Der Vorzeichenfaktor von Ai k steht


im Schnittpunkt der i-ten Zeile mit
þ / þ ... der k-ten Spalte.
.. .. ..
. . .

2.3.3 Definition einer n-reihigen Determinante 2Þ


Der Wert einer n-reihigen Determinante D ¼ det A wird rekursiv nach der folgenden
„Entwicklungsformel“ berechnet („Entwicklung nach den Elementen der 1. Zeile“):

P
n
D ¼ det A ¼ a1 k A1 k ¼ a11 A11 þ a12 A12 þ . . . þ a1 n A1 n
k¼1

A1 k : Algebraisches Komplement (Adjunkte) von a1 k in D


Prinzipiell lässt sich damit eine n-reihige Determinante durch wiederholte Anwendung der
Entwicklungsformel auf 3-reihige Determinanten zurückführen, die nach der Regel von
Sarrus berechnet werden können. Dieses Verfahren erweist sich jedoch in der Praxis als
ungeeignet, da die Anzahl der dabei anfallenden 3-reihigen Determinanten mit zunehmen-
der Ordnung n der Determinante rasch ansteigt. Beispiel: Für n ¼ 5 sind 20, für
n ¼ 6 bereits 120 3-reihige Determinanten zu berechnen! Ein praktikables Rechenverfah-
ren wird in Abschnitt 2.6 angegeben.

Für eine 1-reihige Matrix A ¼ ðaÞ wird det A ¼ a festgesetzt.
212 VII Lineare Algebra

2.4 Laplacescher Entwicklungssatz


Eine n-reihige Determinante lässt sich nach den Elementen einer beliebigen Zeile oder
Spalte entwickeln (Laplacescher Entwicklungssatz):

Entwicklung nach den Elementen der i-ten Zeile


P
n
D ¼ ai k Ai k ði ¼ 1; 2; . . . ; nÞ
k¼1

Entwicklung nach den Elementen der k-ten Spalte


Pn
D ¼ ai k Ai k ðk ¼ 1; 2; . . . ; nÞ
i¼1

Ai k : Algebraisches Komplement (Adjunkte) von ai k in D ðAi k ¼ ð/ 1Þ i þ k . Di k )


Di k : ðn / 1Þ-reihige Unterdeterminante von D (siehe Abschnitt 2.3.1)

& Beispiel "" ""


" 1 2 0 /1 "
" 4 0 /3 2 "
Wir entwickeln die 4-reihige Determinante D ¼ "" " nach den Elementen der 3. Zeile:
"
" 9 0 0 4 "
" 8 1 3 1 "

D ¼ a31 A31 þ a32 A32 þ a33 A33 þ a34 A34 ¼ 9 A31 þ 4 A34
|{z} |{z} |{z} |{z}
9 0 0 4
"" ""
" 2 0 /1 "
A31 ¼ þ "" 0 /3 2 "" ¼ / 6 þ 0 þ 0 / 3 / 12 / 0 ¼ / 21
"1 3 1"
"" ""
"1 2 0 "
A34 ¼ / "" 4 0 /3 " ¼ / ð0 / 48 þ 0 / 0 þ 3 / 24Þ ¼ 69
"
"8 1 3 "

D ¼ 9 A31 þ 4 A34 ¼ 9 . ð/ 21Þ þ 4 . ð69Þ ¼ / 189 þ 276 ¼ 87


&

2.5 Rechenregeln für n-reihige Determinanten


Regel 1: Der Wert einer Determinante ändert sich nicht, wenn Zeilen und Spalten mit-
einander vertauscht werden („Stürzen“ einer Determinante):

det A ¼ det A T

Regel 2: Beim Vertauschen zweier Zeilen (oder Spalten) ändert eine Determinante ihr
Vorzeichen.
Regel 3: Werden die Elemente einer beliebigen Zeile (oder Spalte) mit einem Skalar l
multipliziert, so multipliziert sich die Determinante mit l.
Regel 4: Eine Determinante wird mit einem Skalar l multipliziert, indem man die Ele-
mente einer beliebigen Zeile (oder Spalte) mit l multipliziert.
2 Determinanten 213

Regel 5: Besitzen die Elemente einer Zeile (oder Spalte) einen gemeinsamen Faktor l,
so darf dieser vor die Determinante gezogen werden:
Regel 6: Eine Determinante besitzt den Wert null, wenn sie eine der folgenden Bedin-
gungen erfüllt:
1. Alle Elemente einer Zeile (oder Spalte) sind Nullen.
2. Zwei Zeilen (oder Spalten) sind gleich.
3. Zwei Zeilen (oder Spalten) sind zueinander proportional.
4. Eine Zeile (oder Spalte) ist als Linearkombination der übrigen Zeilen (bzw.
Spalten) darstellbar.
Regel 7: Der Wert einer Determinante ändert sich nicht, wenn man zu einer Zeile (oder
Spalte) ein beliebiges Vielfaches einer anderen Zeile (bzw. anderen Spalte)
addiert.
Regel 8: Für zwei n-reihige Matrizen A und B gilt das Multiplikationstheorem:

det ðA . BÞ ¼ ðdet AÞ . ðdet BÞ

Das heißt die Determinante eines Matrizenproduktes A . B ist gleich dem


Produkt der Determinanten der beiden Faktoren A und B.
Regel 9: Die Determinante einer n-reihigen Dreiecksmatrix A besitzt den Wert

det A ¼ a11 a22 . . . an n

Das heißt die Determinante einer Dreiecksmatrix ist gleich dem Produkt der
Hauptdiagonalelemente (gilt somit auch für eine Diagonalmatrix).
Regel 10: Für die Determinante der inversen Matrix von A gilt:

1
det ðA / 1 Þ ¼ ðdet A 6¼ 0Þ
det A

Regel 11:
det ðl AÞ ¼ l n . det A ðl 2 RÞ

& Beispiel
0 1 0 1
4 /2 5 1 0 3
Mit den dreireihigen Matrizen A ¼ @1 3 7A und B ¼ @1 2 5A berechnen wir die
0 1 2 4 /1 8
Determinante des Matrizenprodukt A . B unter Verwendung des Multiplikationstheorems (Regel 8):
" " " "
" 4 /2 5 " " 1 0 3 ""
" " "
"
det ðA . BÞ ¼ ðdet AÞ . ðdet BÞ ¼ " 1 "
3 7"."1 " 2 5 "" ¼
"0 1 2 " " 4 /1 8 "
¼ ð24 þ 0 þ 5 / 0 / 28 þ 4Þ . ð16 þ 0 / 3 / 24 þ 5 / 0Þ ¼ 5 . ð/ 6Þ ¼ / 30

(Berechnung der beiden Determinanten nach der Regel von Sarrus)


&
214 VII Lineare Algebra

2.6 Regeln zur praktischen Berechnung einer n-reihigen Determinante


2.6.1 Elementare Umformungen einer n-reihigen Determinante
Der Wert einer n-reihigen Determinante ändert sich nicht, wenn man eine der folgenden
elementaren Umformungen vornimmt:
1. Ein den Elementen einer Zeile (oder Spalte) gemeinsamer Faktor l darf vor die Deter-
minante gezogen werden (Regel 5).
2. Zu einer Zeile (oder Spalte) darf ein beliebiges Vielfaches einer anderen Zeile (bzw.
anderen Spalte) addiert werden (Regel 7).
3. Zwei Zeilen (oder Spalten) dürfen miteinander vertauscht werden, wenn man zugleich
das Vorzeichen der Determinante ändert (Folgerung aus Regel 2).

2.6.2 Reduzierung und Berechnung einer n-reihigen Determinante


Die Berechnung einer n-reihigen Determinante kann für n > 3 nach dem folgenden Sche-
ma erfolgen:
1. Mit Hilfe elementarer Umformungen werden zunächst die Elemente einer Zeile (oder
Spalte) bis auf ein Element zu Null gemacht.
2. Dann wird die n-reihige Determinante nach den Elementen dieser Zeile (oder Spalte)
entwickelt. Man erhält genau eine ðn / 1Þ-reihige Unterdeterminante.
3. Das unter 1. und 2. beschriebene Verfahren wird nun auf die ðn / 1Þ-reihige Unterde-
terminante angewandt und führt zu einer ðn / 2Þ-reihigen Unterdeterminante. Durch
wiederholte Reduzierung gelangt man schließlich zu einer einzigen 3-reihigen Determi-
nante, deren Wert dann nach der Regel von Sarrus berechnet wird.
Hinweis: Um in einer Zeile (bzw. Spalte) Nullen zu erzeugen, sind Spalten (bzw. Zeilen)
zu addieren.

& Beispiel
" "
" 1 4 3 2 "
" "
" 2 1 /1 /1 "
Die 4-reihige Determinante det A ¼ "" "
" lässt sich wie folgt mit Hilfe elementarer Um-
" /3 2 2 /2 "
" /1 /5 /4 1 "
formungen auf eine 3-reihige Determinante zurückführen: Wir addieren zur zweiten, dritten und vierten Zeile
der Reihe nach das ð/ 2Þ-fache, 3-fache bzw. 1-fache der 1. Zeile und entwickeln die Determinante anschlie-
ßend nach den Elementen der 1. Spalte (diese enthält 3 Nullen):
" "
" 1 4 3 2 " " "
" " " /7 /7 /5 "
" 0 /7 /7 /5 " " "
det A ¼ "" " ¼ 1 . " 14
" " 11 4 " ¼ / 231 þ 28 þ 70 / 55 / 28 þ 294 ¼ 78
"
" 0 14 11 4 " " /1 "
" " /1 3
0 /1 /1 3

(Berechnung der Determinante nach der Regel von Sarrus)


&
3 Lineare Gleichungssysteme 215

3 Lineare Gleichungssysteme

3.1 Grundbegriffe
3.1.1 Definition eines linearen Gleichungssystems
Ein aus m linearen Gleichungen mit n Unbekannten x1 ; x2 ; . . . ; xn bestehendes System

a11 x1 þ a12 x2 þ . . . þ a1 n xn ¼ c1
a21 x1 þ a22 x2 þ . . . þ a2 n xn ¼ c2
.. .. .. .. oder Ax ¼ c
. . . .
am 1 x1 þ am 2 x2 þ . . . þ am n xn ¼ cm

heißt lineares Gleichungssystem oder lineares ðm; nÞ-System.

Bezeichnungen:
aik : Koeffizienten des linearen Gleichungssystems ði ¼ 1; 2; . . . ; m; k ¼ 1; 2; . . . ; nÞ
A: Koeffizientenmatrix des Systems
x: Lösungsvektor
c: Spaltenvektor aus den absoluten Gliedern des Systems
0 1 1
0 0 1
a11 a12 ... a1 n x1 c1
B a21 a22 ... a2 n C B x2 C B c2 C
B C B C B C
A ¼ B .. .. .. C ; x ¼ B .. C ; c ¼ B .. C
@ . . . A @ . A @ . A
am 1 am 2 ... am n xn cm

Erweiterte Koeffizientenmatrix (A j c)
0 " 1
a11 a12 . . . a1 n "" c1
B a21 a22 . . . a2 n " c2 C "
B C
ðA j cÞ ¼ B .. .. .. "" .. C
@ . . . " . A
am 1 am 2 . . . am n " cm
|fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl} |{z}
A c
Die erweiterte Koeffizientenmatrix ðA j cÞ spielt eine entscheidende Rolle bei der Unter-
suchung des Lösungsverhaltens eines linearen ðm; n)-Systems (siehe Abschnitt 3.2).

3.1.2 Spezielle lineare Gleichungssysteme


Homogenes System: A x ¼ 0 (alle ci ¼ 0, d. h. c ¼ 0)
Inhomogenes System: A x ¼ c (nicht alle ci ¼ 0, d. h. c 6¼ 0)
Quadratisches System: m ¼ n (auch ðn; nÞ-System genannt)
216 VII Lineare Algebra

3.2 Lösungsverhalten eines linearen (m, n)-Gleichungssystems


3.2.1 Kriterium für die Lösbarkeit eines linearen (m, n)-Systems A x = c

Rg ðAÞ ¼ Rg ðA j cÞ ¼ r

Ein lineares Gleichungssystem ist stets lösbar, wenn der Rang der Koeffizientenmatrix A
mit dem Rang der erweiterten Koeffizientenmatrix ðA j cÞ übereinstimmt.
Bei einem homogenen System A x ¼ 0 ist die Lösbarkeitsbedingung immer erfüllt. Ein
homogenes System ist daher stets lösbar.

3.2.2 Lösungsmenge eines linearen (m, n)-Systems A x = c

Lineares ðm; nÞ-System


Ax¼c

? ?
Rg ðAÞ ¼ Rg ðA j cÞ ¼ r Rg ðAÞ ¼
6 Rg ðA j cÞ
?
? ? ?
r ¼ n r < n Keine Lösung
Genau eine Unendlich viele
Lösung Lösungen mit
n / r Parametern

Der im Schema durch den gestrichelten Weg angedeutete Fall kann nur für ein inhomoge-
nes System eintreten (ein homogenes System ist stets lösbar). Im einzelnen gilt somit:

Homogenes lineares (m, n)-Gleichungssystem A x = 0


Das homogene System besitzt entweder genau eine Lösung, nämlich die triviale Lösung
x ¼ 0, oder unendlich viele Lösungen (darunter die triviale Lösung).

Inhomogenes lineares (m, n)-Gleichungssystem A x = c (c =/ 0)


Das inhomogene System besitzt entweder genau eine Lösung oder unendlich viele Lö-
sungen oder keine Lösung.

& Beispiele
(1) Wir prüfen, ob das inhomogene lineare (2,3)-System
0 1
3 2 x 3 2
x1 / 2 x2 þ x3 ¼ 1 1 /2 1 @ 1A 1
oder x2 ¼
x1 þ x2 / 4 x3 ¼ 8 1 1 /4 8
x3
lösbar ist.
3 Lineare Gleichungssysteme 217

Dazu bestimmen wir den Rang der Matrizen A und ðA j cÞ mit Hilfe elementarer Umformungen:
3 " 2 3 " 2
1 /2 1 "" 1 1 /2 1 "" 1
ðA j cÞ ¼ )
1 1 /4 " 8 / Z1 0 3 /5 " 7
|fflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflffl}

}
A c

Die Matrizen ðA j cÞ und A besitzen jetzt Trapezform. Es ist Rg ðAÞ ¼ Rg ðA j cÞ ¼ 2. Das Glei-
chungssystem ist somit lösbar. Wegen n / r ¼ 3 / 2 ¼ 1 erhalten wir unendlich viele Lösungen
mit einem Parameter.

(2) Wir zeigen, dass das inhomogene lineare (3,2)-System


0 1 0 1
1 2 3 2 4
@5 x
9A ¼ @ 9A
y
2 /3 /10
nicht lösbar ist:
0 " 1 0 " 1 0 " 1
1 2 "" 4 1 2 "
" 4 1 2 "
" 4
ðA j cÞ ¼ @ 5 9 "" 9 A / 5 Z1 ) @0 /1 " /11 A
" ) @0 /1 " /11 A
"
2 /3 " /10 / 2 Z1 0 /7 " /18 / 7 Z2 0 0 " 59
|fflfflfflffl{zfflfflfflffl} |{z}
A c

Die Matrizen ðA j cÞ und A besitzen jetzt Trapezform. Es ist Rg ðAÞ ¼ 2 (A enthält eine Null-
zeile, grau unterlegt), aber Rg ðA j cÞ ¼ 3 und somit Rg ðAÞ 6¼ Rg ðA j cÞ: Das lineare Glei-
chungssystem ist daher nicht lösbar.
&

3.3 Lösungsverhalten eines quadratischen linearen Gleichungssystems


Für den Spezialfall eines quadratischen ðn; nÞ-Systems gilt das folgende Kriterium für die
Lösbarkeit und Lösungsmenge:

Lineares ðn; nÞ-System


Ax¼c

? ?
det A 6¼ 0 det A ¼ 0
(A ist regulär) (A ist singulär)

? ? ?
Genau eine Rg ðAÞ ¼ Rg ðA j cÞ ¼ r < n Rg ðAÞ ¼6 Rg ðA j cÞ
Lösung Unendlich viele Lösungen Keine Lösung
mit n / r Parametern

Ein homogenes lineares ðn; nÞ-System A x ¼ 0 ist stets lösbar. Für det A 6¼ 0 erhält
man als einzige Lösung die triviale Lösung x ¼ 0, im Falle det A ¼ 0 besitzt das
homogene System unendlich viele Lösungen mit n / r Parametern. Der durch den gestri-
chelten Weg angedeutete Fall kann nur für ein inhomogenes System eintreten.
218 VII Lineare Algebra

& Beispiel
0 10 1 0 1
x1 / 2 x2 þ x3 ¼ 6 1 /2 1 x1 6
2 x1 þ x2 / x3 ¼ /3 oder @ 2 1 / 1 A @ x2 A ¼ @ / 3 A
/ x1 / 4 x2 þ 3 x3 ¼ 14 /1 /4 3 x3 14
" "
" 1 /2 1 ""
"
det A ¼ "" 2 1 /1 "" ¼ 3 / 2 / 8 þ 1 / 4 þ 12 ¼ 2
" /1 /4 3"

Das vorliegende quadratische lineare Gleichungssystem besitzt wegen det A ¼ 2 6¼ 0 eine reguläre Koeffi-
zientenmatrix A und somit genau eine Lösung.
&

3.4 Lösungsverfahren für ein lineares Gleichungssystem nach Gauß


(Gaußscher Algorithmus)
3.4.1 "quivalente Umformungen eines linearen (m, n)-Systems
Umformungen, die die Lösungsmenge eines linearen ðm; nÞ-Systems nicht verändern,
heißen äquivalente Umformungen. Zu ihnen gehören:
1. Zwei Gleichungen dürfen miteinander vertauscht werden.
2. Jede Gleichung darf mit einer beliebigen von Null verschiedenen Zahl multipliziert oder
durch eine solche Zahl dividiert werden.
3. Zu jeder Gleichung darf ein beliebiges Vielfaches einer anderen Gleichung addiert
werden.

3.4.2 Gaußscher Algorithmus


Ein lineares ðm; nÞ-Gleichungssystem A x ¼ c lässt sich stets mit Hilfe äquivalenter
Umformungen in ein äquivalentes gestaffeltes Gleichungssystem A * x ¼ c * vom Typ

a* * * * * *
11 x1 þ a 12 x2 þ . . . þ a 1 r xr þ a 1; r þ 1 xr þ 1 þ . . . þ a 1 n xn ¼ c 1

a* * * * *
22 x2 þ . . . þ a 2 r xr þ a 2; r þ 1 xr þ 1 þ . . . þ a 2 n xn ¼ c 2

. . . .
. . . .
. . . .
a *r r xr þ a *r; r þ 1 xr þ 1 þ . . . þ a *r n xn ¼ c *r
0 ¼ c r*þ 1
0 ¼ c r*þ 2
. .
. .
. .
0 *
¼ cm

überführen ða *i i 6¼ 0 für i ¼ 1; 2; . . . ; rÞ, wobei gegebenenfalls auch Spaltenvertau-


schungen, d. h. Umnumerierungen der Unbekannten notwendig sind.
3 Lineare Gleichungssysteme 219

Es ist dann und nur dann lösbar, wenn c *r þ 1 ¼ c *r þ 2 ¼ . . . ¼ c *m ¼ 0 ist. Im Falle der
Lösbarkeit erhält man somit ein gestaffeltes Gleichungssystem mit r Gleichungen und n
Unbekannten, das sukzessiv von unten nach oben gelöst werden kann. Dabei sind noch
zwei Fälle zu unterscheiden:
1. Fall: r = n
Das gestaffelte System besteht aus n Gleichungen mit n Unbekannten und besitzt genau
eine Lösung.
2. Fall: r < n
Das gestaffelte System enthält weniger Gleichungen ðrÞ als Unbekannte ðnÞ. Daher sind
n / r der Unbekannten, z. B. xr þ 1 ; xr þ 2 ; . . . ; xn , frei wählbare Größen (Parameter).
Man erhält dann unendlich viele Lösungen mit n / r Parametern.

Beschreibung des Eliminationsverfahrens von Gauß


1. Im 1. Rechenschritt wird z. B. die Unbekannte x1 eliminiert, indem man zur i-ten Glei-
chung das / ðai 1 =a11 Þ-fache der 1. Gleichung addiert ða11 6¼ 0; i ¼ 2; 3; . . . ; mÞ.
Bei der Addition verschwindet dann jeweils x1 .
2. Das unter 1. beschriebene Verfahren wird jetzt auf das reduzierte Gleichungssystem,
bestehend aus m / 1 Gleichungen mit den n / 1 Unbekannten x2 ; x3 ; . . . ; xn , an-
gewandt. Dadurch wird die nächste Unbekannte (z. B. x2 ) eliminiert (Voraussetzung:
a22 6¼ 0Þ. Nach insgesamt m / 1 Schritten bleibt eine Gleichung mit einer oder meh-
reren Unbekannten übrig.
3. Die Eliminationsgleichungen bilden dann zusammen mit der letzten Gleichung ein ge-
staffeltes lineares Gleichungssystem, aus dem sich die Unbekannten sukzessiv von unten
nach oben berechnen lassen.
4. Sollte bei einem Schritt die weiter oben genannte Voraussetzung (Diagonalelement
6¼ 0) nicht erfüllt sein, so muss eine Zeilenvertauschung vorgenommen werden, um zu
einem von Null verschiedenen Pivotelement zu gelangen. Der Prozeß endet, wenn eine
solche Vertauschung nicht mehr möglich ist.

Anmerkungen
(1) Es spielt keine Rolle, in welcher Reihenfolge die Unbekannten eliminiert werden.
(2) Den äquivalenten Umformungen eines linearen Gleichungssystems A x ¼ c entspre-
chen in der Matrizendarstellung elementare Zeilenumformungen in der erweiterten
Koeffizientenmatrix ðA j cÞ. Damit ergibt sich der folgende Lösungsweg:
1. Zunächst wird die erweiterte Koeffizientenmatrix ðA j cÞ mit Hilfe elementarer
Zeilenumformungen in die Trapezform ðA * j c *Þ gebracht (dies ist im Falle der
Lösbarkeit stets möglich).
2. Anschließend wird das äquivalente gestaffelte System A * x ¼ c * sukzessiv von
unten nach oben gelöst.
220 VII Lineare Algebra

& Beispiele
(1) Wir lösen das lineare (3,3)-Gleichungssystem

x1 / 2 x2 þ x3 ¼ 6 0 10 1 0 1
1 /2 1 x1 6
2 x1 þ x2 / x3 ¼ /3 oder @ 2 1 /1 A @ x2 A ¼ /3A
@
/1 /4 3 x3 14
/ x1 / 4 x2 þ 3 x3 ¼ 14

mit Hilfe des Gaußschen Algorithmus. Das System besitzt wegen det A ¼ 2 6¼ 0 genau eine Lö-
sung. Wir verwenden hier das „elementare“ Rechenschema mit Zeilensummenprobe (E : eliminierte
Gleichung; ci : Absolutglied; si : Zeilensumme):

x1 x2 x3 ci si
E1 1 /2 1 6 6
2 1 /1 / 3 / 1
/ 2 . E1 /2 4 /2 /12 /12
/1 /4 3 14 12 Die grau unterlegten Zeilen
bilden das gesuchte gestaffelte
E1 1 /2 1 6 6
System.
E2 5 /3 /15 /13
/6 4 20 18
1;2 . E2 6 /3;6 /18 /15;6
0;4 2 2;4

Gestaffeltes System:

x1 / 2 x2 þ x3 ¼ 6 ) x1 ¼ 1 ðx1 ¼ 6 þ 2 x2 / x3 ¼ 6 þ 0 / 5 ¼ 1Þ
"
5 x2 / 3 x3 ¼ /15 ) x2 ¼ 0 ð5 x2 ¼ / 15 þ 3 x3 ¼ / 15 þ 15 ¼ 0Þ
"
0;4 x3 ¼ 2 ) x3 ¼ 5

Lösung: x1 ¼ 1 ; x2 ¼ 0 ; x3 ¼ 5

(2) Ist das homogene lineare (4,3)-Gleichungssystem

x1 þ x2 þ 2 x3 ¼ 0 0 1 0 1
1 1 2 0 1 0
B0 x
x2 / x3 ¼ 0
B 1 /1C 1 B C
C @ x2 A ¼ B 0 C
oder @3
3 x1 þ 4 x2 þ 5 x3 ¼ 0 4 5A @0A
x3
3 5 4 0
3 x1 þ 5 x2 þ 4 x3 ¼ 0

nichttrivial lösbar?
Zunächst bringen wir die Koeffizientenmatrix A auf Trapezform:
0 1 0 1 0 1
1 1 2 1 1 2 1 1 2
B 0 1 /1 C B 0 1 /1 C B0 1 /1 C
A ¼@ B C ) @ B C ) @ B Co
3 4 5 A / 3 Z1 0 1 /1 A / Z2 0 0 0A
Nullzeilen
3 5 4 / 3 Z1 0 2 /2 / 2 Z2 0 0 0

Es ist r ¼ Rg ðAÞ ¼ 2 (A enthält 2 Nullzeilen, grau unterlegt), aber n ¼ 3, d. h. r < n. Das


homogene System ist somit nichttrivial lösbar. Das gestaffelte Gleichungssystem
x1 þ x2 þ 2 x3 ¼ 0
x2 / x3 ¼ 0
wird gelöst durch x1 ¼ / 3 l; x2 ¼ l; x3 ¼ l ðx3 wurde als Parameter gewählt; l 2 RÞ.
&
3 Lineare Gleichungssysteme 221

3.5 Cramersche Regel


Ein quadratisches lineares ðn; nÞ-Gleichungssystem A x ¼ c mit regulärer Koeffizienten-
matrix A besitzt die eindeutig bestimmte Lösung

Di
xi ¼ ði ¼ 1; 2; . . . ; nÞ
D

(Cramersche Regel; nur für kleines n praktikabel).


D: Koeffizientendeterminante (D ¼ det A 6¼ 0Þ
Di : Hilfsdeterminante, die aus D hervorgeht, indem man die i-te Spalte durch die Abso-
lutglieder c1 ; c2 ; . . . ; cn des Gleichungsystems ersetzt.

& Beispiel
Das quadratische lineare Gleichungssystem

2 x1 þ x2 þ x3 ¼ 2 0 10 1 0 1
2 1 1 x1 2
x1 / x2 þ 3 x3 ¼ /7 oder @1 /1 3 A @ x2 A ¼ @ / 7 A
5 2 4 x3 1
5 x1 þ 2 x2 þ 4 x3 ¼ 1

besitzt eine reguläre Koeffizientenmatrix A und ist somit eindeutig lösbar:


" "
"2 1 1 ""
"
D ¼ det A ¼ " 1 /1 3 "" ¼ / 8 þ 15 þ 2 þ 5 / 12 / 4 ¼ / 2 6¼ 0
"
"5 2 4"

Berechnung der benötigten Hilfsdeterminanten (nach der Regel von Sarrus):


" " " " " "
" 2 1 1 "" "2 2 1 "" "2 1 2 "
" " " "
" "
D1 ¼ " /7 /1 3 " ¼ / 2 ; " "
D2 ¼ " 1 /7 3 " ¼ / 4 ; D3 ¼ "" 1 /1 /7 " ¼ 4
"
" 1 2 4 " " 5 1 4 " "5 2 1 "

D1 /2 D2 /4 D3 4
Lösung: x1 ¼ ¼ ¼ 1; x2 ¼ ¼ ¼ 2; x3 ¼ ¼ ¼ /2
D /2 D /2 D /2
&

3.6 Lineare Unabhängigkeit von Vektoren


n Vektoren a1 ; a2 ; . . . ; an aus dem m-dimensionalen Raum R m heißen linear unabhän-
gig, wenn die lineare Vektorgleichung
l1 a1 þ l2 a2 þ . . . þ ln an ¼ 0
nur für l1 ¼ l2 ¼ . . . ¼ ln ¼ 0 erfüllt werden kann. Verschwinden jedoch nicht alle
Koeffizienten in dieser Gleichung, so heißen die Vektoren linear abhängig. Im Falle der
linearen Abhängigkeit gibt es also mindestens einen von null verschiedenen Koeffizienten.
Enthält das Vektorsystem a1 ; a2 ; . . . ; an den Nullvektor oder zwei gleiche (oder kollineare)
Vektoren oder ist mindestens einer der Vektoren als Linearkombination der übrigen dar-
stellbar, so sind die Vektoren linear abhängig.
222 VII Lineare Algebra

Kriterium für linear unabhängige Vektoren


Die n Vektoren a1 ; a2 ; . . . ; an des Raumes R m werden zu einer Matrix A vom Typ
ðm; nÞ zusammengefaßt. Der Rang r dieser Matrix entscheidet dann darüber, ob die Vek-
toren linear unabhängig sind oder nicht. Es gilt:

r ¼ n , linear unabhängig
r < n , linear abhängig

Ist A quadratisch, d. h. liegen n Vektoren des R n vor, so gelten folgende Aussagen:

1. A ist regulär, d. h. det A 6¼ 0 , linear unabhängig


2. A ist singulär, d. h. det A ¼ 0 , linear abhängig
3. Im R n gibt es maximal n linear unabhängige Vektoren. Mehr als n Vektoren
sind immer linear abhängig.

& Beispiel
0 1 0 1 0 1 0 1
1 2 4 1 2 4
a1 ¼ @ 0 A ; a2 ¼ @ 1 A ; a3 ¼ @ 1 A ) A ¼ ða1 a2 a3 Þ ¼ @ 0 1 1A
1 3 1 1 3 1
" "
"1 2 4 "
" "
det A ¼ "" 0 1 1 " ¼ 1 þ 2 þ 0 / 4 / 3 / 0 ¼ / 4 6¼ 0
" ) A ist regulär
"1 3 1 "

Die drei Vektoren des 3-dimensionalen Raumes sind daher linear unabhängig. &

4 Komplexe Matrizen

4.1 Definition einer komplexen Matrix


Eine ðm; nÞ-Matrix A mit komplexen Elementen ai k ¼ bi k þ j . ci k heißt komplexe
Matrix ðbi k ; ci k 2 R; j: imaginäre EinheitÞ:

A ¼ ðai k Þ ¼ ðbi k þ j . ci k Þ ¼ ðbi k Þ þ j . ðci k Þ ¼ B þ j . C


'
B ¼ ðbi k Þ: Realteil von A ðbi k 2 RÞ
i ¼ 1; 2; . . . ; m; k ¼ 1; 2; . . . ; n
C ¼ ðci k Þ: Imaginärteil von A ðci k 2 RÞ
B und C sind reelle Matrizen vom gleichen Typ wie A.

& Beispiel
3 2 3 2 3 2 3 2 3 2
1 þ 2j 2 þ 2j 1 2 2j 2j 1 2 2 2
A ¼ ¼ þ ¼ þj ¼ Bþj.C
4 / 3j 5/j 4 5 /3 j /j 4 5 /3 /1
|fflffl{zfflffl} |fflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflffl}
B C &
4 Komplexe Matrizen 223

4.2 Rechenoperationen und Rechenregeln für komplexe Matrizen


Die für reelle Matrizen geltenden Rechenoperationen, Rechenregeln und Aussagen lassen
sich sinngemäß auch auf komplexe Matrizen übertragen (siehe hierzu Abschnitt 1):
1. Komplexe Matrizen vom gleichen Typ werden elementweise addiert und subtrahiert.
2. Die Multiplikation einer komplexen Matrix mit einem (reellen oder komplexen) Skalar
erfolgt elementweise.
3. Zwei komplexe Matrizen werden wie im Reellen multipliziert, indem man die Zeilen-
vektoren des linken Faktors der Reihe nach skalar mit den Spaltenvektoren des rechten
Faktors multipliziert (unter den in Abschnitt 1.3.3 genannten Voraussetzungen).
4. Spiegelt man die Elemente einer komplexen Matrix A an der Hauptdiagonalen, so er-
hält man ihre Transponierte A T .
5. Für eine quadratische komplexe Matrix lässt sich wie im Reellen eine Determinante
bilden, die i. Allg. jedoch einen komplexen Wert besitzen wird.

& Beispiel
Matrizenprodukt C ¼ A . B (Falk-Schema, siehe Abschnitt 1.3.3):

j 5/j c11 ¼ ð1 þ 2 jÞ j þ ð3 / jÞ 2 ¼
B
2 1/j
¼ j þ 2 j2 þ 6 / 2 j ¼
1 þ 2j 3/j 4/ j 9 þ 5j ¼ j / 2 þ 6 / 2j ¼ 4 / j
A
2 / 2j 1þj 4 þ 4j 10 / 12 j
analog: c12 , c21 , c22
C ¼ A.B
&

4.3 Konjugiert komplexe Matrix


Die Matrixelemente ai k ¼ bi k þ j . ci k werden durch die konjugiert komplexen Elemente
a *i k ¼ bi k / j . ci k ersetzt:

A * ¼ ða *i k Þ ¼ ðbi k þ j . ci k Þ * ¼ ðbi k / j . ci k Þ ¼ ðbi k Þ / j . ðci k Þ


bzw.
A * ¼ ðB þ j . CÞ * ¼ B / j . C

Der !bergang A ! A * wird als Konjugation bezeichnet (formal: j ! / jÞ.

Rechenregeln
ðA *Þ * ¼ A ; ðA1 þ A2 Þ * ¼ A *1 þ A *2 ; ðA1 . A2 Þ * ¼ A *1 . A *2

& Beispiel
3 2 3 2
1þj 5 j!/j 1/j 5
A ¼ /////! A * ¼
2 / j 3 / 2j 2 þ j 3 þ 2j
&
224 VII Lineare Algebra

4.4 Konjugiert transponierte Matrix


Die komplexe Matrix A ¼ ðai k Þ wird zunächst konjugiert, dann transponiert:

Konjugieren Transponieren
A ! A* ! ðA *Þ T ¼ A

ai k ! a *i k ! a *k i ) ai k ¼ a *k i
Die Operationen „Konjugieren“ und „Transponieren“ sind vertauschbar: ðA *Þ T
¼ ðA T Þ *

Rechenregeln
A ¼ A; ð A1 þ A2 Þ ¼ A1 þ A2 ; ð A1 . A2 Þ ¼ A2 . A1

& Beispiel
3 2 3 2 3 2
1 þ j 2 þ 3j j!/j 1 / j 2 / 3j 1/ j 4þj
A ¼ /////! A * ¼ ! ðA *Þ T ¼ A ¼
4/j 5 4þj 5 2 / 3j 5
&

4.5 Spezielle komplexe Matrizen


4.5.1 Hermitesche Matrix
Eine n-reihige komplexe Matrix A ¼ ðai k Þ heißt hermitesch, wenn

A ¼ A oder ai k ¼ a *k i

für alle i; k gilt.

Eigenschaften
(1) Alle Hauptdiagonalelemente ai i sind reell.
(2) Die komplexe Matrix A ¼ B þ j . C ist dann und nur dann hermitesch, wenn der
Realteil B symmetrisch und der Imaginärteil C schiefsymmetrisch ist.
(3) Die Determinante einer hermiteschen Matrix ist reell.
(4) Im Reellen fallen die Begriffe „hermitesch“ und „symmetrisch“ zusammen.

4.5.2 Schiefhermitesche Matrix


Eine n-reihige komplexe Matrix A ¼ ðai k Þ heißt schiefhermitesch, wenn

A ¼ /A oder ai k ¼ / a *k i

für alle i; k gilt.


5 Eigenwertprobleme 225

Eigenschaften
(1) Alle Hauptdiagonalelemente ai i sind imaginär.
(2) Eine komplexe Matrix A ¼ B þ j . C ist dann und nur dann schiefhermitesch,
wenn der Realteil B schiefsymmetrisch und der Imaginärteil C symmetrisch ist.
(3) Im Reellen fallen die Begriffe „schiefhermitesch“ und „schiefsymmetrisch“ zusammen.

4.5.3 Unitäre Matrix


Eine n-reihige komplexe Matrix A ¼ ðai k Þ heißt unitär, wenn

A.A ¼ E

gilt (E ist die n-reihige Einheitsmatrix).

Eigenschaften
(1) A ist regulär, die Inverse A / 1 existiert somit und es gilt A / 1 ¼ A. Die In-
verse A / 1 ist ebenfalls unitär. Die Matrizen A und A sind kommutativ:
A . A ¼ A . A ¼ E.
(2) Es ist stets j det A j ¼ 1.
(3) Im Reellen fallen die Begriffe „unitär“ und „orthogonal“ zusammen.
(4) Das Produkt unitärer Matrizen ist immer unitär.

5 Eigenwertprobleme

5.1 Eigenwerte und Eigenvektoren einer quadratischen Matrix


Ist A eine n-reihige (reelle oder komplexe) Matrix und E die n-reihige Einheitsmatrix,
so wird durch die Matrizengleichung

Ax ¼ lx oder ðA / l EÞ x ¼ 0

ein sog. n-dimensionales Eigenwertproblem beschrieben. Diese auch als Eigenwertglei-


chung bezeichnete Gleichung repräsentiert ein homogenes lineares Gleichungssystem mit
dem noch unbekannten Parameter l.

Bezeichnungen:
l: Eigenwert der Matrix A
x 6¼ 0: Eigenvektor der Matrix A zum Eigenwert l
A / l E: Charakteristische Matrix von A
226 VII Lineare Algebra

Die Eigenwerte und Eigenvektoren lassen sich schrittweise wie folgt berechnen:

1. Die Eigenwerte sind die Lösungen der sog. charakteristischen Gleichung


det ðA / l EÞ ¼ 0
(algebraische Gleichung n-ten Grades mit n Lösungen l 1 ; l 2 ; . . . ; l n ).
2. Einen zum Eigenwert l i gehörenden Eigenvektor x i erhält man als Lösungsvektor
des homogenen linearen Gleichungssystems
ðA / l i EÞ x i ¼ 0 ði ¼ 1; 2; . . . ; nÞ
Er wird üblicherweise in der normierten Form angegeben. Bei einem mehrfachen
Eigenwert können auch mehrere Eigenvektoren auftreten, siehe weiter unten.

Die Eigenwerte der Matrix A sind also die Nullstellen des charakteristischen Polynoms
p ðlÞ ¼ det ðA / l EÞ.

Die Eigenwerte und Eigenvektoren besitzen die folgenden Eigenschaften:

1. Die Spur der Matrix A ist gleich der Summe aller Eigenwerte:
Sp ðAÞ ¼ l 1 þ l 2 þ . . . þ l n
2. Die Determinante von A ist gleich dem Produkt aller Eigenwerte:
det A ¼ l 1 l 2 . . . l n
3. Sind alle Eigenwerte voneinander verschieden, so gehört zu jedem Eigenwert ein
Eigenvektor, der bis auf einen beliebigen von Null verschiedenen konstanten Fak-
tor eindeutig bestimmt ist. Die n Eigenvektoren werden üblicherweise normiert
und sind linear unabhängig.
4. Tritt ein Eigenwert dagegen k-fach auf, so gehören zu diesem Eigenwert mindestens
ein, höchstens aber k linear unabhängige Eigenvektoren.
5. Die zu verschiedenen Eigenwerten gehörenden Eigenvektoren sind immer linear un-
abhängig.

Ist A eine reguläre Matrix, so sind alle Eigenwerte von null verschieden (und umgekehrt).
Die Kehrwerte der Eigenwerte einer regulären Matrix A sind die Eigenwerte der zugehöri-
gen inversen Matrix A /1 .

& Beispiel
3 2
/2 /5
Wie lauten die Eigenwerte und Eigenvektoren dieser Matrix A ¼ ?
1 4

3 2 3 2 3 2
/2 /5 1 0 /2 / l /5
Charakteristische Matrix: A / l E ¼ /l ¼
1 4 0 1 1 4/l
5 Eigenwertprobleme 227

Charakteristische Gleichung mit Lösungen:


" "
" /2 / l /5 "
det ðA / l EÞ ¼ "" " ¼ ð/2 / lÞ ð4 / lÞ þ 5 ¼ l 2 / 2 l / 3 ¼ 0 )
1 4/l"
l1 ¼ /1 ; l2 ¼ 3

Eigenwerte der Matrix A: l1 ¼ /1 ; l2 ¼ 3

Berechnung des Eigenvektors zum Eigenwert l1 ¼ /1: ðA / l1 EÞ x ¼ ðA þ EÞ x ¼ 0


3 23 2 3 2 '
/1 /5 x1 0 / x1 / 5 x2 ¼ 0
¼ oder ) x1 ¼ / 5 x2
1 5 x2 0 x1 þ 5 x2 ¼ 0

Lösung (x2 ¼ a gesetzt mit a 2 R): x1 ¼ /5 a ; x2 ¼ a


3 2
1 /5
Normierter Eigenvektor: ~x1 ¼ pffiffiffiffiffi
26 1
3 2
1 /1
Analog wird der (normierte) Eigenvektor zum Eigenwert l2 ¼ 3 bestimmt: ~
x2 ¼ pffiffiffi .
2 1
Ergebnis: Das 2-dimensionale Eigenwertproblem führt zu zwei verschiedenen Eigenwerten l1 ¼ /1 und
l2 ¼ 3, die zugehörigen Eigenvektoren ~x1 und ~
x2 sind daher linear unabhängig.
&

5.2 Eigenwerte und Eigenvektoren spezieller n-reihiger Matrizen


Bei einer Diagonal- bzw. Dreiecksmatrix
Die Eigenwerte sind identisch mit den Hauptdiagonalelementen: li ¼ ai i ði ¼ 1; 2; . . . ; nÞ

Bei einer symmetrischen Matrix


Die Eigenwerte und Eigenvektoren einer n-reihigen symmetrischen Matrix A besitzen die
folgenden Eigenschaften:

1. Alle n Eigenwerte sind reell.


2. Es gibt insgesamt genau n linear unabhängige Eigenvektoren.
3. Zu jedem einfachen Eigenwert gehört genau ein linear unabhängiger Eigenvektor, zu
jedem k-fachen Eigenwert dagegen genau k linear unabhängige Eigenvektoren.
4. Eigenvektoren, die zu verschiedenen Eigenwerten gehören, sind orthogonal.

Bei einer hermiteschen Matrix


Die Eigenwerte und Eigenvektoren einer n-reihigen hermiteschen Matrix A besitzen die
folgenden Eigenschaften:

1. Alle n Eigenwerte sind reell.


2. Es gibt insgesamt genau n linear unabhängige Eigenvektoren.
3. Zu jedem einfachen Eigenwert gehört genau ein linear unabhängiger Eigenvektor, zu
jedem k-fachen Eigenwert dagegen stets k linear unabhängige Eigenvektoren.
228

VIII Komplexe Zahlen und Funktionen

1 Darstellungsformen einer komplexen Zahl

1.1 Algebraische oder kartesische Form


Im(z)
z ¼ x þ jy oder z ¼ x þ yj P(z) = (x;y)
y

j: Imaginäre Einheit 1Þ mit j 2 ¼ / 1


x : Realteil von z ðRe ðzÞ ¼ xÞ
y: Imaginärteil von z ðIm ðzÞ ¼ yÞ a)
x Re(z)
Eine komplexe Zahl z ¼ x þ j y lässt sich
in der Gaußschen Zahlenebene durch einen
Bildpunkt P ðzÞ ¼ ðx; yÞ (Bild a)) oder Im(z)
durch einen vom Koordinatenursprung 0
zum Bildpunkt P ðzÞ gerichteten Zeiger z = x + jy
y
z ¼ x þ j y (unterstrichene komplexe Zahl,
Bild b)) bildlich darstellen. Die Länge des z
Zeigers heißt der Betrag j z j der komplexen
Zahl z ¼ x þ j y: b)
x Re(z)
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
jzj ¼ x2 þ y2

Sonderfälle
Im(z)

Reelle Zahl: Im ðzÞ ¼ 0 z = jy (Imaginäre Zahl)


z ¼ x þ j0 0 x
Imaginäre Zahl: Re ðzÞ ¼ 0
z ¼ 0 þ jy 0 jy z=x Re(z)
(Reelle Zahl)

Menge der komplexen Zahlen


- ,
C ¼ z j z ¼ x þ jy mit x; y 2 R


Das in der reinen Mathematik übliche Symbol i für die imaginäre Einheit wird in der Technik nicht verwendet,
um Verwechslungen mit der Stromstärke i zu vermeiden.

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017


L. Papula, Mathematische Formelsammlung, DOI 10.1007/978-3-658-16195-8_8
1 Darstellungsformen einer komplexen Zahl 229

Gleichheit zweier komplexer Zahlen


Zwei komplexe Zahlen z1 und z2 heißen genau dann gleich, z1 ¼ z2 , wenn ihre Bild-
punkte zusammenfallen, d. h. x1 ¼ x2 und y1 ¼ y2 ist ( !bereinstimmung im Realteil
und im Imaginärteil).

Konjugiert komplexe Zahl Im(z)


Die zu z ¼ x þ j y konjugiert komplexe z = x + jy
y
Zahl z * liegt spiegelsymmetrisch zur reellen
Achse. z und z * unterscheiden sich also in
ihrem Imaginärteil durch das Vorzeichen:
x Re(z)
z * ¼ ðx þ j yÞ * ¼ x / j y

Realteil und Betrag bleiben also erhalten: –y z = x – jy


Re ðz *Þ ¼ Re ðzÞ ¼ x ; jz*j ¼ jzj
Ferner gilt:
ðz *Þ * ¼ z ; z ¼ z* , z ist reell
In der reinen Mathematik verwendet man das Symbol !z statt z *.

1.2 Polarformen
In der Polarform erfolgt die Darstellung einer komplexen Zahl durch die Polarkoordinaten
r und j, wobei die Winkelkoordinate j unendlich vieldeutig ist. Man beschränkt sich
bei der Winkelangabe daher meist auf den im Intervall ½0; 2 pÞ gelegenen Hauptwert
(siehe I.9.1.2). Im technischen Bereich wird als Winkel j oft der kleinstmögliche Dreh-
winkel angegeben (1. und 2. Quadrant: Drehung im Gegenuhrzeigersinn; 3. und 4. Qua-
drant: Drehung im Uhrzeigersinn). Die Winkel liegen dann im Intervall / p < j ) p.

1.2.1 Trigonometrische Form


Im(z)
z ¼ r ðcos j þ j . sin jÞ z = r(cos f + j · sin f)

r
r: Betrag von z ðr ¼ j z jÞ
j: Argument ( Winkel, Phasenwinkel) von z f
Konjugiert komplexe Zahl: Re(z)

z * ¼ r ðcos j / j . sin jÞ

1.2.2 Exponentialform
Im(z)
z ¼ r . e jj z = r·e jf

r: Betrag von z ðr ¼ j z jÞ r

j: Argument ( Winkel, Phasenwinkel) von z f


Konjugiert komplexe Zahl: z * ¼ r . e /jj Re(z)
230 VIII Komplexe Zahlen und Funktionen

Eulersche Formeln

e j j ¼ cos j þ j . sin j e / j j ¼ cos j / j . sin j

p 3
j j p
Spezielle Werte: 1 ¼ 1 . e j0 ; / 1 ¼ 1 . e jp ; j ¼ 1.e 2 ; /j ¼ 1 . e 2

1.3 Umrechnungen zwischen den Darstellungsformen


1.3.1 Polarform ! Kartesische Form
Die Umrechnung aus der Polarform z ¼ r . e j j ¼ r ðcos j þ j . sin jÞ in die kartesi-
sche Form z ¼ x þ j y geschieht wie folgt („ausmultiplizieren“):

z ¼ r . e j j ¼ r ðcos j þ j . sin jÞ ¼ r . cos j þ j . r . sin j ¼ x þ j y


|fflfflfflfflffl{zfflfflfflfflffl} |fflfflfflfflffl{zfflfflfflfflffl}
x y

& Beispiel
"
Wir bringen die komplexe Zahl z ¼ 3 . e j 30 auf die kartesische Form:
j 30 "
z ¼ 3.e ¼ 3 ðcos 30 þ j . sin 30 Þ ¼ 3 . cos 30 " þ j . 3 . sin 30 " ¼ 2;598 þ 1;5 j
" "

&
1.3.2 Kartesische Form ! Polarform
Die Umrechnung aus der kartesischen Form z ¼ x þ j y in eine der Polarformen
z ¼ r ðcos j þ j . sin jÞ oder z ¼ r . e j j erfolgt mit Hilfe der Transformations-
gleichungen
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
y y x
r ¼ jzj ¼ x2 þ y2, tan j ¼ , sin j ¼ , cos j ¼
x r r

Winkelbestimmung (Hauptwert): Anhand einer Lageskizze oder nach den folgenden vom
Quadranten abhängigen Formeln (siehe hierzu auch I.9.1.3):

Quadrant I II, III IV

j ¼ arctan ðy=xÞ arctan ðy=xÞ þ p arctan ðy=xÞ þ 2 p

Beim Gradmaß muss p durch 180 " ersetzt werden.

& Beispiel
Wir bringen die im zweiten Quadrant liegende Im(z)
komplexe Zahl z ¼ / 4 þ 3 j in die Polarform:
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi z = –4 + 3 j
r ¼ j z j ¼ ð/ 4Þ 2 þ 3 2 ¼ 5 3
3 r
tan j ¼ ¼ / 0;75 )
/4
j ¼ arctan ð/ 0;75Þ þ p ¼ 2;498 ' 143;1"
f
z ¼ / 4 þ 3 j ¼ 5 ðcos 2;498 þ j . sin 2;498Þ ¼
–4 Re(z)
¼ 5 . e j 2;498 &
2 Grundrechenarten für komplexe Zahlen 231

2 Grundrechenarten für komplexe Zahlen

2.1 Addition und Subtraktion komplexer Zahlen

z1 + z2 ¼ ðx1 þ j y1 Þ + ðx2 þ j y2 Þ ¼ ðx1 + x2 Þ þ j ðy1 + y2 Þ

Regel: Zwei komplexe Zahlen werden addiert bzw. subtrahiert, indem man ihre Real- und
Imaginärteile (jeweils für sich getrennt) addiert bzw. subtrahiert.
Hinweis: Addition und Subtraktion sind nur in der kartesischen Form durchführbar.

Geometrische Deutung: Im(z)


z1 + z 2
Die Zeiger z 1 und z 2 werden nach der aus
der Vektorrechnung bekannten Parallelo- z2
grammregel geometrisch addiert bzw. subtra- z1 – z 2
hiert.
z1
Rechenregeln
Re(z)
Kommutativgesetz z1 þ z2 ¼ z2 þ z1
Assoziativgesetz z1 þ ðz2 þ z3 Þ ¼ ðz1 þ z2 Þ þ z3

2.2 Multiplikation komplexer Zahlen


In kartesischer Form

z1 . z2 ¼ ðx1 þ j y1 Þ . ðx2 þ j y2 Þ ¼ ðx1 x2 / y1 y2 Þ þ j ðx1 y2 þ x2 y1 Þ

Regel: Wie im Reellen wird jeder Summand der ersten Klammer mit jedem Summand der
zweiten Klammer unter Beachtung von j 2 ¼ / 1 multipliziert.

& Beispiel
ð3 / 4 jÞ . ð2 þ 5 jÞ ¼ 6 þ 15 j / 8 j / 20 j 2 ¼ 6 þ 15 j / 8 j þ 20 ¼ 26 þ 7 j
|ffl{zffl}
/ 20
&
In der Polarform

z1 . z2 ¼ ½ r1 ðcos j1 þ j . sin j1 Þ% . ½ r2 ðcos j2 þ j . sin j2 Þ% ¼


¼ ðr1 r2 Þ . ½ cos ðj1 þ j2 Þ þ j . sin ðj1 þ j2 Þ%

z1 . z2 ¼ ðr1 . e j j1 Þ . ðr2 . e j j2 Þ ¼ ðr1 r2 Þ . e j ðj1 þ j2 Þ

Regel: Zwei komplexe Zahlen werden multipliziert, indem man ihre Beträge multipliziert
und ihre Argumente (Winkel, Phasenwinkel) addiert.
232 VIII Komplexe Zahlen und Funktionen

Geometrische Deutung: Im(z)


j j1 z 2 · z1
Der Zeiger z 1 ¼ r1 . e wird einer Dreh-
streckung unterworfen:
1. Drehung des Zeigers um den Winkel j2 r2 · r1
im positiven Drehsinn (Gegenuhrzeiger-
sinn) falls j2 > 0. Für j2 < 0 erfolgt
die Drehung im negativen Drehsinn (Uhr- r1
zeigersinn). r1 z1
f2
2. Streckung des Zeigers auf das r2 -fache. f1
Re(z)
& Beispiel
" " "
þ 80 " Þ "
ð3 . e j 30 Þ . ð5 . e j 80 Þ ¼ ð3 . 5Þ . e j ð30 ¼ 15 . e j 110 ¼ 15 ðcos 110 " þ j . sin 110 " Þ ¼
¼ 15 . cos 110 " þ ð15 . sin 110 " Þ j ¼ / 5;130 þ 14;095 j
&
Rechenregeln
Kommutativgesetz z1 z2 ¼ z2 z1
Assoziativgesetz z1 ðz2 z3 Þ ¼ ðz1 z2 Þ z3
Distributivgesetz z1 ðz2 þ z3 Þ ¼ z1 z2 þ z1 z3
Formeln
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
(1) z . z* ¼ x2 þ y2 ¼ jzj2 ) jzj ¼ z . z*

(2) Potenzen von j: j 2 ¼ / 1; j 3 ¼ / j; j 4 ¼ 1; j 5 ¼ j; usw.


j 4 n ¼ 1; j 4 n þ 1 ¼ j; j 4 n þ 2 ¼ / 1; j 4nþ3 ¼ / j ðn 2 Z)

2.3 Division komplexer Zahlen


In kartesischer Form

z1 x1 þ j y1 ðx1 þ j y1 Þ . ðx2 / j y2 Þ x1 x2 þ y1 y2 x2 y1 / x1 y2
¼ ¼ ¼ 2 2
þj
z2 x2 þ j y2 ðx2 þ j y2 Þ . ðx2 / j y2 Þ x2 þ y2 x 22 þ y 22
|fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
3. Binom

Regel: Zähler und Nenner des Quotienten werden zunächst mit dem konjugiert komplexen
Nenner, d. h. der Zahl z *2 ¼ x2 / j y2 multipliziert (dadurch wird der Nenner reell ).
Ausnahme: Die Division durch die Zahl 0 ist (wie im Reellen) verboten!

& Beispiel
4 / 2j ð4 / 2 jÞ ð6 / 8 jÞ 24 / 32 j / 12 j þ 16 j 2 24 / 32 j / 12 j / 16
¼ ¼ ¼ ¼
6 þ 8j ð6 þ 8 jÞ ð6 / 8 jÞ 36 / 64 j 2 36 þ 64
|fflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl{zfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflfflffl}
3. Binom
8 / 44 j 8 44
¼ ¼ / j ¼ 0;08 / 0;44 j &
100 100 100
3 Potenzieren 233

In der Polarform
3 2
z1 r1 ðcos j1 þ j . sin j1 Þ r1
¼ ¼ ½ cos ðj1 / j2 Þ þ j . sin ðj1 / j2 Þ%
z2 r2 ðcos j2 þ j . sin j2 Þ r2
3 2
z1 r1 . e j j1 r1
¼ ¼ . e j ðj1 / j2 Þ
z2 r2 . e j j2 r2

Regel: Zwei komplexe Zahlen werden dividiert, indem man ihre Beträge dividiert und
ihre Argumente (Winkel, Phasenwinkel) subtrahiert.

Geometrische Deutung: Im(z) z1

Der Zeiger z 1 ¼ r1 . e j j1 wird wie folgt


einer Drehstreckung unterworfen:
r1
1. Zurückdrehung des Zeigers um den Win-
kel j2 für j2 > 0 (Drehung im Uhr-
zeigersinn). Vorwärtsdrehung für j2 < 0 r1
(Drehung im Gegenuhrzeigersinn).
f2
2. Streckung des Zeigers auf das 1=r2 -fache. z1
f1 r1 z2
r2
Re(z)
& Beispiel
" 3 2
8 ðcos 240 " þ j . sin 240 " Þ 8 . e j 240 8 " " "
¼ ¼ . e j ð240 / 75 Þ ¼ 4 . e j 165 ¼
2 ðcos 75 " þ j . sin 75 " Þ 2 . e j 75 " 2
¼ 4 ðcos 165 " þ j . sin 165 " Þ ¼ / 3;864 þ 1;035 j
&

Formeln
3 2
1 1 1
(1) ¼ ¼ . e /jj
z r . e jj r

1 1 x y 1
(2) ¼ ¼ 2 /j 2 ; ¼ /j
z x þ jy x þ y2 x þ y2 j

3 Potenzieren

In kartesischer Form (n 2 N * )
!n4 !n4
z n ¼ ðx þ j yÞ n ¼ x n þ j x n/1 . y þ j 2 x n/2 . y 2 þ . . . þ j n y n
1 2

Regel: Entwicklung nach dem binomischen Lehrsatz (siehe I.2.7).


234 VIII Komplexe Zahlen und Funktionen

In der Polarform (Formel von Moivre, n 2 Z)

z n ¼ ½ r ðcos j þ j . sin jÞ % n ¼ r n ½cos ðn jÞ þ j . sin ðn jÞ %


z n ¼ ½ r . e jj % n ¼ r n . e jnj

Regel: Eine in der Polarform vorliegende komplexe Zahl wird in die n-te Potenz erhoben,
indem man ihren Betrag r in die n-te Potenz erhebt und ihr Argument (ihren
Winkel) j mit dem Exponenten n multipliziert.

& Beispiel
Wir erheben die komplexe Zahl z ¼ 3 ðcos 20 " þ j . sin 20 " Þ in die vierte Potenz:

z 4 ¼ ½ 3 ðcos 20 " þ j . sin 20 " Þ % 4 ¼ 3 4 ½cos ð4 . 20 " Þ þ j . sin ð4 . 20 " Þ % ¼


¼ 81 ðcos 80 " þ j . sin 80 " Þ ¼ 14;066 þ 79;769 j
&

4 Radizieren (Wurzelziehen)

Definition
Eine komplexe Zahl z heißt eine n-te Wurzel aus a, wenn sie der algebraischen
pffiffiffi Glei-
chung z n ¼ a genügt ða 2 C; n 2 N *Þ. Symbolische Schreibweise: n a

Fundamentalsatz der Algebra


Eine algebraische Gleichung n-ten Grades vom Typ
an z n þ an / 1 z n / 1 þ . . . þ a1 z þ a0 ¼ 0 (ai : reell oder komplex; an 6¼ 0)
besitzt in der Menge C der komplexen Zahlen stets genau n Lösungen (auch Wurzeln
genannt). Bei ausschließlich reellen Koeffizienten ai treten komplexe Lösungen (falls es
solche überhaupt gibt) immer paarweise in Form konjugiert komplexer Zahlen auf.

Wurzeln der Gleichung z n = a ðmit a 2 CÞ


Die n Wurzeln der Gleichung
z n ¼ a ¼ a0 . e j a
mit a0 > 0 und n 2 N * lauten:
+ 3 2 3 2)
p
n
ffiffiffiffiffi a þ k . 2p a þ k . 2p
zk ¼ a0 cos þ j . sin ðk ¼ 0; 1; . . . ; n / 1Þ
n n
+ !a4 ! a 4)
p
n
ffiffiffiffiffi
Hauptwert ðk ¼ 0Þ: z0 ¼ a0 cos þ j . sin
n n
Für k ¼ 1; 2; . . . ; n / 1 erhält man die Nebenwerte. Die Winkel können auch im Grad-
maß angegeben werden (2 p ist dann durch 360 " zu ersetzen).
5 Natürlicher Logarithmus einer komplexen Zahl 235

Geometrische Deutung: Im(z)


Die zugehörigen Bildpunkte liegen auf
dem Mittelpunktskreis
pffiffiffiffiffi mit dem Radius a = a0·e ja z0
R ¼ n a0 und bilden die Ecken eines
regelmäßigen n-Ecks. Das nebenste- a0 3
√ a0
hende Bild zeigt die drei Lösungen der 120°
Gleichung z 3 ¼ a0 . e j a . Die Zeiger z1
a a
3
(Lösungen) z1 und z2 gehen dabei 120° Re(z)
aus dem Zeiger (der Lösung) z0 durch
Drehung um 120 " bzw. 240 " im Ge-
genuhrzeigersinn hervor.

z2
& Beispiel
"
Wir bestimmen die drei Wurzeln der Gleichung z 3 ¼ 8 ðcos 150 " þ j . sin 150 " Þ ¼ 8 . e j 150 :

n ¼ 3; a0 ¼ 8 ; a ¼ 150 "
" 3 2 3 2#
pffiffiffi 150 " þ k . 360 " 150 " þ k . 360 "
z k ¼ 3 8 cos þ j . sin ¼
3 3

¼ 2 ½cos ð50 " þ k . 120 " Þ þ j . sin ð50 " þ k . 120 " Þ% ðk ¼ 0; 1; 2Þ
" "
z0 ¼ 2 ðcos 50 þ j . sin 50 Þ ¼ 1;286 þ 1;532 j (Hauptwert)
" " )
z1 ¼ 2 ðcos 170 þ j . sin 170 Þ ¼ / 1;970 þ 0;347 j
Nebenwerte
z2 ¼ 2 ðcos 290 " þ j . sin 290 " Þ ¼ 0;684 / 1;879 j
&

Einheitswurzeln
Die n Lösungen der Gleichung z n ¼ 1 heißen n-te Einheitswurzeln. Sie lauten:
3 2 3 2
k . 2p k . 2p k.2p
z n ¼ 1 ) z k ¼ cos þ j . sin ¼ ej n ðk ¼ 0; 1; . . . ; n / 1Þ
n n

5 Natürlicher Logarithmus einer komplexen Zahl


Der natürliche Logarithmus einer komplexen Zahl
z ¼ r . e j j ¼ r . e j ðj þ k . 2 pÞ ð0 ) j < 2 p; k 2 ZÞ

ist unendlich vieldeutig :

ln z ¼ ln r þ j ðj þ k . 2 pÞ ðk 2 ZÞ


Der Hauptwert des Winkels wird häufig auch im Intervall / p < j ) p angegeben (siehe hierzu Abschnitt
9.1.2 in Kapitel I ).
236 VIII Komplexe Zahlen und Funktionen

Man beachte den folgenden wesentlichen Unterschied: Im Komplexen ist der Logarithmus
für jede komplexe Zahl z 6¼ 0 (also auch für negative reelle Zahlen) definiert, im Reellen
dagegen nur für positive reelle Zahlen x.
Hauptwert ðk ¼ 0Þ: Ln z ¼ ln r þ j j (Schreibweise: Ln z statt ln z)

Für k ¼ + 1; + 2; + 3; . . . erhält man die sog. Nebenwerte.


Spezielle Werte:
ln 1 ¼ k . 2 p j ln ð/ 1Þ ¼ ðp þ k . 2 pÞ j
!p 4 3 2
3
ln j ¼ þ k . 2p j ln ð/ jÞ ¼ p þ k . 2p j
2 2

& Beispiel
z ¼ 3 þ 4 j ¼ 5 . e j 0;9273 ¼ 5 . e j ð0;9273 þ k . 2 pÞ

ln ð3 þ 4 jÞ ¼ ln 5 þ j ð0;9273 þ k . 2 pÞ ¼ 1;6094 þ j ð0;9273 þ k . 2 pÞ ðk 2 ZÞ

Hauptwert ðk ¼ 0Þ: Ln ð3 þ 4 jÞ ¼ 1;6094 þ 0;9273 j


&

6 Ortskurven

6.1 Komplexwertige Funktion einer reellen Variablen


Die von einem reellen Parameter t abhängige komplexe Zahl

z ¼ z ðtÞ ¼ x ðtÞ þ j . y ðtÞ ða ) t ) bÞ

heißt komplexwertige Funktion z ðtÞ der reellen Variablen t. Realteil x ðtÞ und Imaginär-
teil y ðtÞ sind reelle Funktionen von t.

6.2 Ortskurve einer parameterabhängigen komplexen Zahl


Die von einem parameterabhängigen kom- Im(z)
plexen Zeiger z ¼ z ðtÞ in der Gaußschen
Zahlenebene beschriebene Bahn heißt Orts- t=a
kurve: t
z = z(t)
z ðtÞ ¼ x ðtÞ þ j . y ðtÞ ða ) t ) bÞ z(t)
t=b

x ðtÞ; y ðtÞ: Reelle Funktionen des reellen


Parameters t Re(z)
6 Ortskurven 237

& Beispiel Im(z)


Die Ortskurve des komplexen Zeigers

z ðtÞ ¼ 2 þ j t ð0 ) t < 1Þ t
z
beschreibt die im nebenstehenden Bild dargestellte
Halbgerade. z = 2 + jt
1

1 2 Re(z)
&

6.3 Inversion einer Ortskurve


Inversion einer komplexen Zahl
Der !bergang von einer komplexen Zahl Im(z) Im(w)
z 6¼ 0 zu ihrem Kehrwert w ¼ 1=z heißt z
Inversion: r
=
3 2 z
1 1
z ¼ r . e jj ! w ¼ ¼ . e /jj
z r Re(w)
f
–f Re(z)
w
=

Regel: Vorzeichenwechsel im Argument,


1/

w=1
r

Kehrwertbildung des Betrages von z. z

Geometrische Deutung:
Der Zeiger wird zunächst an der reellen Achse gespiegelt und dann auf das 1=r 2 -fache
gestreckt.

Inversionsregeln für Ortskurven


Invertiert man eine Ortskurve Punkt für Punkt, so erhält man wiederum eine Ortskurve, die
sog. invertierte Ortskurve. Für die in den Anwendungen besonders häufig auftretenden
Geraden und Kreise gelten dabei die folgenden Inversionsregeln:

z-Ebene w-Ebene
1. Gerade durch den Nullpunkt ! Gerade durch den Nullpunkt
2. Gerade, die nicht durch den ! Kreis durch den Nullpunkt
Nullpunkt verläuft
3. Mittelpunktskreis ! Mittelpunktskreis
4. Kreis durch den Nullpunkt ! Gerade, die nicht durch den Nullpunkt verläuft
5. Kreis, der nicht durch den ! Kreis, der nicht durch den Nullpunkt verläuft
Nullpunkt verläuft
238 VIII Komplexe Zahlen und Funktionen

Bei der Inversion einer Ortskurve erweisen sich auch folgende Regeln als nützlich:
1. Der Punkt mit dem kleinsten Abstand (Betrag) vom Nullpunkt führt zu dem Bildpunkt
mit dem größten Abstand (Betrag) und umgekehrt.
2. Ein Punkt oberhalb der reellen Achse führt zu einem Bildpunkt unterhalb der reellen
Achse und umgekehrt.

7 Komplexe Funktionen

7.1 Definition einer komplexen Funktion


Unter einer komplexen Funktion versteht man eine Vorschrift, die jeder komplexen Zahl
z 2 D genau eine komplexe Zahl w 2 W zuordnet. Symbolische Schreibweise:
w ¼ f ðzÞ: D und W sind Teilmengen von C.

7.2 Definitionsgleichungen einiger elementarer Funktionen


7.2.1 Trigonometrische Funktionen
9
z3 z5 >
sin z ¼ z / þ / þ ... >
>
=
3! 5!
Periode: p ¼ 2 p
z2 z4 >
>
cos z ¼ 1 / þ >
/ þ ... ;
2! 4!
sin z 9
tan z ¼ >
>
cos z =
Periode: p ¼ p
cos z 1 >
>
cot z ¼ ¼ ;
sin z tan z

7.2.2 Hyperbelfunktionen
9
z3 z5 >
>
sinh z ¼ z þ þ þ ... >
=
3! 5!
Periode: p ¼ j2p
z2 z4 >
>
cosh z ¼ 1 þ þ þ ... >
;
2! 4!
sinh z 9
tanh z ¼ >
>
cosh z =
Periode: p ¼ jp
cosh z 1 >
>
coth z ¼ ¼ ;
sinh z tanh z
7 Komplexe Funktionen 239

7.2.3 Exponentialfunktion (e-Funktion)

z z2 z3
ez ¼ 1 þ þ þ þ ... ðPeriode: p ¼ j 2 pÞ
1! 2! 3!

7.3 Wichtige Beziehungen und Formeln


7.3.1 Eulersche Formeln

e j x ¼ cos x þ j . sin x e / j x ¼ cos x / j . sin x

7.3.2 Zusammenhang zwischen den trigonometrischen Funktionen


und der komplexen e-Funktion

1 1
sin x ¼ ðe j x / e / j x Þ cos x ¼ ðe j x þ e / j x Þ
2j 2
e jx / e /jx e jx þ e /jx
tan x ¼ / j cot x ¼ j
e jx þ e /jx e jx / e /jx

7.3.3 Trigonometrische und Hyperbelfunktionen mit imaginärem Argument

sin ðj xÞ ¼ j . sinh x sinh ðj xÞ ¼ j . sin x


cos ðj xÞ ¼ cosh x cosh ðj xÞ ¼ cos x
tan ðj xÞ ¼ j . tanh x tanh ðj xÞ ¼ j . tan x

7.3.4 Additionstheoreme der trigonometrischen und Hyperbelfunktionen


für komplexes Argument

sin ðx + j yÞ ¼ sin x . cosh y + j . cos x . sinh y


cos ðx + j yÞ ¼ cos x . cosh y * j . sin x . sinh y
sin ð2 xÞ + j . sinh ð2 yÞ
tan ðx + j yÞ ¼
cos ð2 xÞ þ cosh ð2 yÞ

sinh ðx + j yÞ ¼ sinh x . cos y + j . cosh x . sin y


cosh ðx + j yÞ ¼ cosh x . cos y + j . sinh x . sin y
sinh ð2 xÞ + j . sin ð2 yÞ
tanh ðx + j yÞ ¼
cosh ð2 xÞ þ cos ð2 yÞ
240 VIII Komplexe Zahlen und Funktionen

7.3.5 Arkus- und Areafunktionen mit imaginärem Argument

arcsin ðj xÞ ¼ j . arsinh x arsinh ðj xÞ ¼ j . arcsin x


arccos ðj xÞ ¼ j . arcosh x arcosh ðj xÞ ¼ j . arccos x
arctan ðj xÞ ¼ j . artanh x artanh ðj xÞ ¼ j . arctan x

8 Anwendungen in der Schwingungslehre

8.1 Darstellung einer harmonischen Schwingung


durch einen rotierenden komplexen Zeiger

Eine harmonische Schwingung vom Typ Im(y)


y ¼ A . sin ðw t þ jÞ mit A > 0 und v
w > 0 lässt sich in der Gaußschen Zahlen-
ebene durch einen mit der Winkelgeschwin- y(t) = A·e jvt
digkeit w um den Nullpunkt rotierenden
(und damit zeitabhängigen) komplexen Zeiger A
der Länge A darstellen (sog. Zeigerdia- y(0) = A
A
gramm): vt
f
Re(y)
y ðtÞ ¼ A . e j ðw t þ jÞ ¼ A . e j w t

A ¼ A . e jj: Komplexe Amplitude

e jwt : Zeitfunktion

Die Drehung erfolgt im Gegenuhrzeigersinn. Die komplexe Schwingungsamplitude A be-


schreibt dabei die Anfangslage des Zeigers y ðtÞ zur Zeit t ¼ 0, d. h. es ist y ð0Þ ¼ A.
Eine in der Kosinusform vorliegende Schwingung lässt sich wie folgt in die Sinusform um-
schreiben:

y ¼ A . cos ðw t þ jÞ ¼ A . sin ðw t þ j þ p=2Þ ¼ A . sin ðw t þ j *Þ

Der Nullphasenwinkel beträgt somit j * ¼ j þ p=2, d. h. der Zeiger ist (gegenüber


einer Sinusschwingung) um 90" vorzudrehen.
8 Anwendungen in der Schwingungslehre 241

8.2 Ungestörte !berlagerung gleichfrequenter harmonischer


Schwingungen („Superpositionsprinzip“)
Durch ungestörte !berlagerung der gleichfrequenten harmonischen Sinusschwingungen
y 1 ¼ A 1 . sin ðw t þ j 1 Þ und y 2 ¼ A 2 . sin ðw t þ j 2 Þ
entsteht nach dem Superpositionsprinzip der Physik eine resultierende Schwingung mit
derselben Frequenz:

y ¼ y 1 þ y 2 ¼ A 1 . sin ðw t þ j 1 Þ þ A 2 . sin ðw t þ j 2 Þ ¼ A . sin ðw t þ jÞ

ðA 1 > 0, A 2 > 0, A > 0, w > 0Þ

Berechnung der Schwingungsamplitude A und des Phasenwinkels j


1. !bergang von der reellen zur komplexen Form

y 1 ¼ A 1 . sin ðw t þ j 1 Þ ! y 1 ¼ A 1 . e jwt ð A 1 ¼ A 1 . e jj1Þ

y 2 ¼ A 2 . sin ðw t þ j 2 Þ ! y 2 ¼ A 2 . e jwt ð A 2 ¼ A 2 . e jj2Þ

2. Addition der komplexen Amplituden und Elongationen


Im(z)
A ¼ A 1 þ A 2 ¼ A . e jj A = A1 + A2
jwt j ðw t þ jÞ
y ¼ y1 þ y2 ¼ A . e ¼ A.e A2
A
Zeichnerische Lösung: Parallelogrammregel
A1
f
Re(z)

3. Rücktransformation aus der komplexen in die reelle Form

y ¼ y1 þ y2 ¼ Im ð y Þ ¼ Im ð A . e j w t Þ ¼ Im ðA . e j ðw t þ jÞ Þ ¼ A . sin ðw t þ jÞ

Sonderfälle
(1) !berlagerung einer Sinusschwingung mit einer Kosinusschwingung: Letztere erst
auf die Sinusform bringen (siehe Abschnitt 8.1).
(2) !berlagerung zweier Kosinusschwingungen: Beide erst auf die Sinusform bringen
oder die resultierende Schwingung ebenfalls als Kosinusschwingung darstellen, wobei
bei der Rücktransformation der Realteil von y ¼ A . e j ðw t þ jÞ zu nehmen ist.
242 VIII Komplexe Zahlen und Funktionen

& Beispiel
! 3 2
p4 2
y 1 ¼ 5 . sin w t þ ; y 2 ¼ 3 . sin w t þ p ; y ¼ y1 þ y2 ¼ ?
4 3

1. !bergang von der reellen zur komplexen Form


p ! p4 ! p4
y1 ! y 1 ¼ 5 . e j ðw t þ 4 Þ ¼ 5 . e j 4 e j w t ¼ A 1 . e j w t A1 ¼ 5 . ej 4
1 0 3 2 3 2
2 2 2
y2 ! y 2 ¼ 3 . e j wtþ
3
p
¼ 3 . ej 3 p e jwt ¼ A 2 . e jwt A2 ¼ 3 . ej 3 p

2. Addition der komplexen Amplituden und Elongationen


! 3 2
p 2 p p4 2 2
A ¼ A 1 þ A 2 ¼ 5 . e j 4 þ 3 . e j 3 p ¼ 5 cos þ j . sin þ 3 cos p þ j . sin p ¼
4 4 3 3
¼ 3;536 þ 3;536 j / 1;5 þ 2;598 j ¼ 2;036 þ 6; 134 j ¼ 6;463 . e j 1;250

Umrechnung in die Exponentialform (siehe Bild): Im (z)


pffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
j A j ¼ 2,036 2 þ 6,134 2 ¼ 6,463
6,134 A
6,134
tan j ¼ ¼ 3,0128 )
2,036
j ¼ arctan 3,0128 ¼ 1,250 ð' 71,64" Þ
|A|
A ¼ j A j . e j j ¼ 6,463 . e j 1;250

y ¼ y 1 þ y 2 ¼ A . e j w t ¼ 6;463 . e j 1;250 . e j w t ¼ 6;463 . e j ðw t þ 1;250Þ

3. Rücktransformation aus der komplexen in die reelle Form


! 4 f
y ¼ Im ð y Þ ¼ Im 6;463 . e j ðw t þ 1;250Þ ¼ 6;463 . sin ðw t þ 1;250Þ
2,036 Re (z)

&
243

IX Differential- und Integralrechnung


für Funktionen von mehreren Variablen

1 Funktionen von mehreren Variablen


und ihre Darstellung

1.1 Definition einer Funktion von mehreren Variablen


Unter einer Funktion von zwei unabhängigen Variablen versteht man eine Vorschrift, die
jedem geordneten Zahlenpaar ðx; yÞ aus einer Menge D genau ein Element z aus einer
Menge W zuordnet. Symbolische Schreibweise: z ¼ f ðx; yÞ.

Bezeichnungen:
x; y: Unabhängige Variable (Veränderliche)
z: Abhängige Variable (Veränderliche) oder Funktionswert
D: Definitionsbereich der Funktion
W: Wertebereich oder Wertevorrat der Funktion

Bezeichnungen bei drei und mehr Variablen:


u ¼ f ðx; y; zÞ: Funktion von drei unabhängigen Variablen x; y und z
y ¼ f ðx1 ; x2 ; . . . ; xn Þ: Funktion von n unabhängigen Variablen x1 ; x2 ; . . . ; xn
Die Variablen sind im Regelfall reell.

1.2 Darstellungsformen einer Funktion von zwei Variablen


1.2.1 Analytische Darstellung
Die Funktion wird durch eine Funktionsgleichung dargestellt:

Explizite Form: z ¼ f ðx; yÞ

Implizite Form: F ðx; y; zÞ ¼ 0

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017


L. Papula, Mathematische Formelsammlung, DOI 10.1007/978-3-658-16195-8_9
244 IX Differential- und Integralrechnung für Funktionen von mehreren Variablen

1.2.2 Graphische Darstellung


1.2.2.1 Darstellung einer Funktion als Fläche im Raum z

Die Variablen x; y und z einer Funktion


z ¼ f ðx; yÞ werden als rechtwinklige oder Fläche z = f(x;y)
kartesische Koordinaten eines Raumpunktes
P gedeutet: P ¼ ðx; y; zÞ. Der Funktions- P
wert z ¼ f ðx; yÞ ist dabei die Höhenkoordi-
nate des zugeordneten Bildpunktes. Man er- y
hält als Bild der Funktion eine über dem z y
Definitionsbereich liegende Fläche. x

x
y
x

1.2.2.2 Schnittkurvendiagramme Definitionsbereich D

Die Schnittkurvendiagramme einer Funktion z ¼ f ðx; yÞ erhält man durch Schnitte der
zugehörigen Bildfläche mit Ebenen, die parallel zu einer der drei Koordinatenebenen
verlaufen. Die Schnittkurven werden noch in die jeweilige Koordinatenebene projiziert und
repräsentieren einparametrige Kurvenscharen. Ihre Gleichungen erhält man aus der
Funktionsgleichung z ¼ f ðx; yÞ, indem man der Reihe nach jeweils eine der drei
Variablen (Koordinaten) als Parameter betrachtet. In den naturwissenschaftlich-technischen
Anwendungen werden die Schnittkurvendiagramme als Kennlinienfelder bezeichnet.

1.2.2.3 Höhenliniendiagramm
Das Höhenliniendiagramm ist ein spezielles Schnittkurvendiagramm mit der
Höhenkoordinate z als Kurvenparameter („Linien gleicher Höhe“):

f ðx; yÞ ¼ const: ¼ c

c: Zulässiger Wert der Höhenkoordinate z

& Beispiel
Die Höhenlinien der in Bild a) dargestellten Fläche z ¼ x 2 þ y 2 (Mantel eines Rotationsparaboloids) sind
pffiffiffi
konzentrische Mittelpunktskreise mit der Kurvengleichung x 2 þ y 2 ¼ c und dem Radius R ¼ c mit
c > 0 (Bild b)).
z y
z=
3
z=
2
z=
z= 1
0,5
z = x2+ y2
x

y
a) b)
x &
1 Funktionen von mehreren Variablen und ihre Darstellung 245

1.3 Spezielle Flächen (Funktionen)


1.3.1 Ebenen
Die Bildfläche einer linearen Funktion ist eine Ebene.

Gleichung einer Ebene

ax þ by þ cz þ d ¼ 0 z
x=0
a, b, c, d : Reelle Konstanten
y=0

Koordinatenebenen
y
x; y-Ebene: z ¼ 0
x; z-Ebene: y ¼ 0 z=0
y; z-Ebene: x ¼ 0 x

Parallelebenen z

Ebene parallel zur x; y-Ebene: z ¼ a


(siehe nebenstehendes Bild für a > 0)
a z=a
Ebene parallel zur x; z-Ebene: y ¼ a
Ebene parallel zur y; z-Ebene: x ¼ a
y
x
j a j: Abstand Ebene –– Parallelebene

1.3.2 Rotationsflächen
1.3.2.1 Gleichung einer Rotationsfläche
Eine Rotationsfläche entsteht durch Drehung einer ebenen Kurve z ¼ f ðxÞ um die z-Achse:

z z

r z = f(r)
x
z = f(x)
z
z

a b x y
x
a) b)
246 IX Differential- und Integralrechnung für Funktionen von mehreren Variablen

Ihre Funktionsgleichung lautet:


In Zylinderkoordinaten 1Þ ( formale Substitution x ! r):

z ¼ f ðrÞ

! qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi 4
In kartesischen Koordinaten formale Substitution x ! x2 þ y2 :
3qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi 2
z ¼ f x2 þ y2

1.3.2.2 Spezielle Rotationsflächen


Kugel (Oberfläche) z
x2+ y 2+ z2= R 2

x2 þ y2 þ z2 ¼ R2
oder R
2 2 2
r þz ¼ R M
y
Obere bzw. untere Halbkugel (in kartesischen
Koordinaten bzw. Zylinderkoordinaten):
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
x
z ¼ + R2 / x2 / y2 bzw:
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
z ¼ + R2 / r2

Kreiskegel (Mantelfläche) z

R2 2 H R
x2 þ y2 ¼ z oder jzj ¼ r
H2 R

Die Gleichungen beschreiben einen Doppel- H


kegel (Kegelspitze: Nullpunkt). Für z ( 0
2
erhält man den Mantel des gezeichneten x2+ y2= R2 z2
H
Kegels mit der Funktionsgleichung
qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
H H y
z ¼ x2 þ y2 ¼ r
R R
x


Zylinderkoordinaten: siehe I.9.2.2 und XIV.6.2. Den senkrechten Abstand von der z-Achse bezeichnen wir hier mit
r (statt r).
2 Partielle Differentiation 247

Kreiszylinder (Mantelfläche) z

R
x2 þ y2 ¼ R2 oder r ¼ R

Höhenkoordinate: z 2 R x2+ y2= R2


Zylinder der Höhe H
(Boden in der x, y-Ebene):
x 2 þ y 2 ¼ R 2, 0 ) z ) H y
x

Ellipsoid (Oberfläche) z 2
x2 + y + z2 = 1
a 2 b2 c2
x2 y2 z2 c
þ þ ¼ 1
a2 b2 c2
b y
Durch Auflösen nach z erhält man zwei a
Funktionen (oberer bzw. unterer Mantel des
Ellipsoids). x

Für a ¼ b erhält man ein Rotationsellipsoid


(Rotationsachse: z-Achse).

2 Partielle Differentiation

2.1 Partielle Ableitungen 1. Ordnung


2.1.1 Partielle Ableitungen 1. Ordnung von z = f (x; y)

Partielle Ableitung 1. Ordnung nach x

f ðx þ Dx; yÞ / f ðx; yÞ
fx ðx; yÞ ¼ lim
Dx ! 0 Dx

Regel: y festhalten, nach x differenzieren.

Partielle Ableitung 1. Ordnung nach y

f ðx; y þ DyÞ / f ðx; yÞ


fy ðx; yÞ ¼ lim
Dy ! 0 Dy

Regel: x festhalten, nach y differenzieren.


248 IX Differential- und Integralrechnung für Funktionen von mehreren Variablen

Geometrische Deutung: z
Tangente in P
fx ðx0 ; y0 Þ ¼ tan a und fy ðx0 ; y0 Þ ¼ tan b
Tangente in P
sind die Steigungen der Flächentangenten im k1
k2
Bildpunkt P ¼ ¼ ðx0 ; y0 ; z0 Þ in der x- bzw. P z = f(x;y)
y-Richtung:
z0
k1 : Schnittkurve der Fläche z ¼ f ðx; yÞ mit y0 y
der Ebene y ¼ y0 k2
x0 b
k1
k2 : Schnittkurve der Fläche z ¼ f ðx; yÞ mit
der Ebene x ¼ x0
x
a

Schreibweisen:
@f @z
fx ðx; yÞ ; zx ðx; yÞ ; ðx; yÞ ; ðx; yÞ
@x @x

@f @z
fy ðx; yÞ ; zy ðx; yÞ ; ðx; yÞ ; ðx; yÞ
@y