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Caratteristiche del tedesco

contemporaneo e aspetti
della mediazione linguistica
Teil 9
a.a. 2020/2021
L-11/L-12
2° anno
Prof.ssa Ulrike Reeg
Modul 3

Mündliche Äußerungen und geschriebene Texte


(Schwitalla 172-206; Di Meola , 185-212, Auszüge)
Wiederholung!
Kohärenz → inhaltliche Kontinuität.

Sie betrifft alle im Text enthaltenen Relationen, die den


inhaltlichen Zusammenhang konstituieren.
Zwei Möglichkeiten
Relationen sind explizit
→ kohäsive Mittel

oder:

Die Relationen müssen erschlossen werden über die


Weltwissensaktivierung.
Ein wichtiges Kriterium für ein positives Kohärenzurteil ist die
Plausibilität!
Und …

Plausibilität beurteilen wir in Bezug auf unser eigenes


Weltmodell (Weltwissen).
23.04.2021
Kurze Wiederholung
(einige Aspekte)
Intentionalität

die Absicht, die Haltung, die Intention eines Textproduzenten

Welche Intentionen kann man haben, wenn man einen Text


schreibt?
Nennen Sie Beispiele.
Akzeptabilität
Sie betrifft die Erwartungshaltung des Rezipienten/Lesers.
Ein Text muss z.B. „stilistisch“ zu seinem Kontext passen.
Soziale und kulturelle Konventionen müssen beachtet
werden.

Die Anrede mit „Du“ ist beispielsweise in einem formalen Brief


inadäquat.
Informativität

Sie betrifft den Grad an neuer Information.

➢journalistische Texte
➢wissenschaftliche Texte
Situationalität
Dieses Kriterium ist eng verbunden mit der Akzeptabilität.

Ein Text erhält seine Bedeutung immer in einem bestimmten


Kontext.
Der [….] Terrorismus stellt eine große Gefahr für die
Weltsicherheit dar.
(Di Meola, 195)

Die Bedeutung dieses Texts verändert sich mit dem Datum


seines Entstehens: vor oder nach dem 11. September 2001.
Intertextualität
die Beziehung zwischen einem Text und anderen Texten
Diese Texte sind dem Rezipienten (meistens) bekannt.
➢Fortsetzungsromane
➢Zeitungsartikel
formale Intertextualität
➢ Redewendungen, Sprichwörter, Werbeslogans

Wiedersehen macht Freude. Im nächsten Winter gibt‘s ein


großes Déjà-vu: Die Modetrends der kommenden Saison sind
alle schon mal da gewesen. (Di Meola, 196)
Texttypologie
Kommentar:
➢In der folgenden Typologie werden sowohl schriftliche Texte
als auch mündliche Äußerungen als TEXTE verstanden. (vgl.
Di Meola, ab S. 206)
➢Bitte vergleichen Sie dazu folgende Themen, die wir im 1.
Semester behandelt haben (!):
Unterschiede zwischen geschriebener und gesprochener
Sprache konzeptionelle Mündlichkeit und Schriftlichkeit
Klassifikation von Texten I
Kriterium: die Kommunikationssituation

Nicht das fertige Produkt ist hierbei von Interesse, sondern der
Prozess der Entstehung eines Textes.
➢An- oder Abwesenheit von Produzent/Rezipient
➢Zahl der Teilnehmer an der Kommunikation
➢Grad der Öffentlichkeit der Kommunikation
➢Besonderheit von Produzent / Rezipient
➢monologisch oder dialogisch
➢geplant oder spontan
➢mündlich oder schriftlich
Klassifikation von Texten II

Kriterium:
die spezifische Intention des Produzenten
Vorbemerkungen
➢literarische versus nicht-literarische Texte
➢Die Literarität eines Textes bezieht sich heute
auf die Intention eines Senders, einen
künstlerischen Text zu gestalten.
➢Eine Einteilung nach literarischen Genres
(Roman, Novelle, Sonett etc.) ist heute obsolet.
➢In der Textlinguistik hat man versucht,
Gebrauchstexte (testi pratici) zu klassifizieren.
Texttypen

➢deskriptive Texte

➢narrative Texte

➢informative Texte

➢argumentative Texte

➢regulative Texte
Fragen

1. Was verstehen Sie unter diesen Texttypen?


2. Welche Textbeispiele können Sie nennen?
Caratteristiche del tedesco
contemporaneo e aspetti
della mediazione linguistica
Teil 10
a.a. 2020/2021
L-11/L-12
2° anno
Prof.ssa Ulrike Reeg
Zur Einführung
Sprachmittlung: das Beispiel Dolmetschen

Was verstehen Sie unter Dolmetschen?

Haben Sie Erfahrungen mit dem Dolmetschen in


interkulturellen Begegnungen gemacht?

Berichten Sie davon.


älteste Texte:
altägyptisches Reich, ca. 3000 v. Christus

Sumerer, Assyrer, Babylonier, Hethiter hatten Dolmetscher:


➢ die Dragomanen
➢älteste Form der mündlichen Sprachmittlung
➢kurze Abschnitte, Satz für Satz (Gesprächsdolmetschen)
➢erste europäische Dragomanenschule in Konstantinopel zu
Beginn des 12. Jahrhunderts
➢spätere Einführung:
erst später werden längere Äußerungen gedolmetscht
(Vortragsdolmetschen)
Beim Dolmetschen gibt es unterschiedliche
Verhaltensnormen, die von der jeweiligen
Handlungssituation abhängen.
Aufgabe!
Worauf muss in folgenden Situationen beim Dolmetschen
besonders geachtet werden?
Schreiben Sie Ihre Hypothesen kurz in den Chat.

➢Verhandlung (Politiker/Geschäftsleute)
➢Krankenhaus
➢Gericht/Polizeiverhör
Generelle Aspekte von Sprachmittlung
➢nicht die eigene Meinung äußern

➢Mittler zwischen Gesprächspartnern unterschiedlicher Sprachen


und/oder Varietäten

➢betrifft das Dolmetschen und das Übersetzen

➢Paraphrasieren von Texten in derselben Sprache, wenn diese für


Rezipienten unverständlich sind
Informelles Dolmetschen und alltägliches
Sprachmitteln
➢Übertragung von Inhalten von der Ausgangs- in die Zielsprache,
wobei die Form keine konstitutive Rolle mehr hat

➢oft Sprecher/innen nicht bewusst

➢authentische Kommunikationsbedürfnisse
Mediation
(Ver-)mittlung in Konfliktsituationen (meistens mündlich)

Aufgabe:
Nennen Sie ein Beispiel. In welcher Situation kann die Mediation
zwischen Italienisch und Deutsch (oder einer anderen Sprache) sehr
wichtig sein?

Haben Sie schon eigene Erfahrungen mit Mediation in


Konfliktsituationen gemacht?
Sprachmittlung im Gemeinsamen Europäischen
Referenzrahmen (GeR)

Kommunikative Sprachkompetenz:

• Rezeption
• Produktion
• Interaktion
• Sprachmittlung
Den sprachmittelnden Aktivitäten wird eine wichtige Position in der
alltäglichen Kommunikation in unserem plurilingualen
gesellschaftlichen Leben zugewiesen. (Katelhön, 21f.)

Warum ist das so? Kommentieren Sie dieses Zitat im Chat.


Was versteht man unter sprachmittelnden
Aktivitäten? (vgl. Katelhön, S. 22)

➢Dolmetschen
➢Übersetzen
➢Zusammenfassen
➢Paraphrasieren
Mündliche Sprachmittlung
1. Simultan-Dolmetschen (Konferenzen, Besprechungen, Reden etc.)
2. Konsekutiv-Dolmetschen (Begrüßungsansprachen, Führungen etc.)
Mündliche Sprachmittlung
3. Informelles Dolmetschen:
➢ für ausländische Besucher im eigenen Land; für
Muttersprachler im Ausland
➢ in sozialen und in Dienstleistungssituationen für
Freunde, Familienangehörige, Kunden, ausländische
Besucher etc.
➢ von Schildern, Speisekarten, Anschlägen etc.
Schriftliche Sprachmittlung
1. genaue Übersetzung (z.B. von Vorträgen, juristischen,
wissenschaftlichen Texten etc.)
2. literarische Übersetzung (Romane, Dramen, Gedichte, Libretti etc.)
3. Zusammenfassung der wesentlichsten Punkte (Zeitungs- und
Zeitschriftenartikel etc. in der L2 oder zwischen L1 und L2)
4. Paraphrasieren (Fachtexte für Laien, in der L2 oder zwischen L1 und
L2) etc.
Profile Deutsch (Applikation des GeR auf das
Deutsche)
1. Zieltext ins Deutsche, mündl./schriftl., Adressaten deutschsprachig,
z. B. Italienisch – Deutsch
2. Zieltext in eine andere Sprache, mündl./schriftl., Adressaten
italienischsprachig, z. B. Deutsch – Italienisch
3. Zieltext Deutsch-Deutsch, mündl./schriftl., mehrkulturelle
Kommunikation, unterschiedliche Kompetenzen des Deutschen,
Deutsch verbindende Sprache
4. Zieltext zwischen Deutsch und einer anderen Sprache (Trialog,
mündl., interkulturellen Begegnung: Die sprachmittelnde Person
mittelt wechselseitig in beiden Sprachen zwischen zwei Personen.
Profile Deutsch (Applikation des GeR auf das Deutsche)

Kannbeschreibungen für DaF

➢ alles, was DaF-Lernende KÖNNEN sollen


Detaillierte Kannbeschreibung A1/A2

Sprachmittlung, mündlich, Deutsch – andere Sprache

Beispiel 1
Kann in einem Gespräch zwischen deutschsprachigen und
anderssprachigen Teilnehmern die wichtigsten Informationen über ein
Thema von unmittelbarer Bedeutung in beiden Sprachen wechselseitig
sinngemäß weitergeben.
Detaillierte Kannbeschreibung A1/A2
Sprachmittlung, mündlich, Deutsch – andere Sprache

Beispiel 2
Kann in einer ersten Begegnung zwischen Kolleginnen und einer
deutschsprachigen Austauschstudentin, die neu im
Studentenwohnheim eingezogen ist, einfache Fragen und Antworten in
beiden Sprachen wechselseitig weitergeben.
Detaillierte Kannbeschreibung ab B1
Sprachmittlung, schriftlich, andere Sprache - Deutsch

Kann wichtige Aussagen anderssprachiger mündlicher informierender


Texte zu Themen von persönlichem oder aktuellem Interesse für
Deutschsprachige vereinfacht auf Deutsch notieren.
Detaillierte Kannbeschreibung ab B1
Sprachmittlung, schriftlich, andere Sprache - Deutsch

Beispiel
Kann für eine erkrankte deutschsprachige Freundin die wichtigsten
Inhalte einer anderssprachigen Reportage über ein gemeinsames
Hobby schriftlich auf Deutsch zusammenfassen.
ÜBUNGEN
Übung 1, D>I, m>s, A1

Auf der Erasmusparty


(vgl. Katelhön, S.66)
A1, D>I, s>m,
Verkehrsschilder (Katelhön, S.68f.)
Übung 2, D>I, s >m, A1
A1, s>s, Ausstellung:
150 Jahre Evolutionstheorie
A2, s>s,
Streichholzschächtelchen (Katelhön, S. 126f.)
D-I
Aufgabe
Sie sind in Deutschland in einer Buchhandlung gewesen. Dort konnten
Sie sich über den Wettbewerb „Das schönste deutsche Wort“
informieren. Sie konnten auch die verschiedenen Einsendungen
anschauen.
Jetzt schreiben Sie einer Freundin eine E-Mail (einen Brief). Sie
berichten darin von dem Wettbewerb und geben ihr einige, für Sie
besonders interessante Definitionen weiter.
A2, s>s, I >D, Le donne leggono …..(S. 140f.)
Aufgabe
Sie reden mit Ihrer deutschsprachigen Freundin gerade über das Lesen
von Büchern. Jetzt finden Sie diesen Artikel zum Thema. Sie fassen die
wichtigsten Aspekte für Ihre Freundin auf Deutsch zusammen.
Dann fragen Sie sie auch nach der Situation in Deutschland. Ist diese
vergleichbar? etc.
B1, D>I, s >m, Petra Schmidt,….(S. 160f.)
D>I; s >m
Aufgabe
Sie haben einen Zeitungsartikel über Petra Schmidt gelesen und
möchten Ihrer Freundin davon berichten, um anschließend gemeinsam
über die Situation von alleinerziehenden Frauen in beiden Ländern zu
sprechen.

Fassen Sie den Text auf Italienisch für Ihre Freundin zusammen.