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Abhandlung: Ressource und Bedarf

Um Denkmuster zu durchbrechen habe ich das vierte Kapitel nicht Bedarfsanalyse, sondern
Ressourcenanalyse genannt. Aus dem Grund, dass der Begriff Bedarf in dem Sinne gedacht
wird, dass eine Handlung von Nöten wäre, um etwas zu ändern. Somit bedient sich der
Begriff in gewisser Weise an Begriffen wie etwa Problem, Missstand, Unannehmlichkeit o.Ä.
Denn sobald ein Problem, Missstand, Unannehmlichkeit o.Ä. erkennt, sobald wird ebenso
ein Bedarf erkannt. Dieser Bedarf erzeugt durch sein Erkannt werden letztlich eine Art Druck
diesen zu decken, also um dessen willen nach zum Handeln zu kommen. Dieser Druck
passiert auf intrasubjektiver Ebene oder auf intersubjektiver Ebene. Ersteres stellt einen
Vorsatz des Subjekts für sich selbst dar. Letzteres drückt sich durch ein als kollektives
Bewusstsein Seiendes gemeinsamen Vorsatz eben dieses aus und macht alle als
teilhabende Einzelteil Seiende betroffen.
Aus zwei Gründen sind solche Denkmuster Problematisch. Erstens: Aus motivationaler Sicht
bewegt sich die Implikation des Bedarfsbegriffs eher in Kontexten, um den Status Quo
wiederherzustellen, also beispielsweise ähnlich wie beim Instandhalten von Maschinen. Der
Ressourcenbegriff weist eine solche Implikation nicht auf. Er hat eher das Vermögen nach
vorne zu denken und Innovation zu begünstigen. Zweitens: In Arbeitskontexten ist es selten
so gegeben, dass Jemand unabhängig und ohne Team arbeitet. Wenn ich also im vierten
Kapitel von Bedarfen reden würde, so würde ich von Bedarfen reden, welche auf der
intersubjektiven Ebene bestehen. Das ist so, weil ein Bedarf in Momenten, in welchen dieser,
er selbst ist, zwar Adressaten mitdenkt, jedoch keine konkreten Adressaten. Soll heißen:
sobald der Bedarf kommuniziert, sobald ist vorerst Niemand konkret gemeint, somit steht der
Bedarf im ersten Moment der Sache nach für sich selbst. Der Bedarfsbegriff weist also die
Potenz auf, beim Gebrauch in intersubjektiven Kontexten für sich selbst stehende Probleme,
Missstände, Unannehmlichkeiten o.Ä. aufzuzeigen. Ergo besteht im Mindesten eine
Oberfläche, dass in irgendeiner Weise eine stattfindende Verurteilung, Deklassierung o.Ä.
bei einer nicht entsprechenden Handlung oder auch Zustimmung gemäß des Bedarfs
gegeben sein könnte. Dieser zweite Grund lässt sich ebenfalls vermeiden. Denn der Begriff
Ressource, weist keine solche Oberfläche auf (oder wenigstens keine logische
Erzwungenheit einer solchen Oberfläche). Das ist so, weil der Ressourcenbegriff in einem
semantischen und kohärenten Begriffsnetz sein kann (mindestens in der Potenzialität) ohne
von derartigen Begriffen und deren Konzepten wie Problem, Missstand, Unannehmlichkeit
o.Ä. tangiert zu sein.