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Hintergrund-Information für die Lehrperson

Geschichte
Die Entstehung von Erdöl, Asphalten und Bitumen ist eng mit der Entwicklungsgeschichte
des Lebens auf unserem Planeten verbunden.

Nach der planetarischen Phase stabilisierte sich die Kruste der Erde soweit, dass sich Meere,
feste Oberflächen und eine Atmosphäre bilden konnten. Erstes Leben entstand in den Tiefen
der Ozeane. Bald breiteten sich Kleinstlebewesen, Pflanzen und Tiere im Wasser in riesigen
Mengen aus. So begann, Milliarden Jahre vor unserer Zeit, die Entstehung des ersten Erdöls
in natürlichen Prozessen, die bis heute andauern.

Ausgangspunkt für alle Arten von Bitumina, wie Erdgas, Erdöl und Naturasphalte sind
Ablagerungen von abgestorbenem, organischem Leben auf dem Grund von Meeren, die
unter besonderen Umständen in Bitumen, darunter Erdöl, verwandelt wurden.

Seit über 3,5 Mrd. Jahren fallen tote Lebewesen auf den Grund der Meere. So sind die
manchmal kilometerdicken Ablagerungsschichten der Meeresböden durch die Biomasse toter
Organismen laufend wieder mit Kohlenstoff angereichert worden. In Pflanzen und Tieren
macht Kohlenstoff in der Trockenmasse etwa 50% aus. Jährlich fallen so – auch heute noch –
rund 37 Mio. Tonnen neuer organischer Kohlenstoff aus Pflanzen und Tieren an, die in Erdöl
umgewandelt werden. Der aktuelle jährliche Verbrauch ist allerdings wesentlich höher. Die
Hauptmasse an organischem Kohlenstoff liefert das Plankton.

Plankton ist die Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von Meeres- und Süßwasserorganismen,
die an der Wasseroberfläche oder nahe unter ihr treiben. Mikroskopisch kleine Geschöpfe,
Pflanzen, Bakterien und Kleinsttiere in ungeheuren Mengen. Algen, Pilze und Bakterien aber
auch tierische Einzeller, kleine Krebstiere, Quallen, Würmer und Mollusken (Weichtiere) sowie
die Eier und Larven vieler Meer- und Süßwasser bewohnender Tierarten gehören zu der ersten
Stufe der Nahrungskette im Wasser. Die Dichte des Planktons schwankt in Abhängigkeit von
der Verfügbarkeit der Nährstoffe und von der Wasserstabilität. Ein Liter Meerwasser kann
mehr als 500 Millionen Planktonlebewesen enthalten.

Durch die Einwirkung von hohem Druck auf die Ablagerungen organischen Kohlenstoffes,
konnten bei hohen Temperaturen und günstigen Randbedingungen im Verlauf von
Millionen von Jahren natürliche Bitumen entstehen. Erdöl, Erdgas, Asphalt (von
Wasserorganismen abstammend) und Teer, Erdwachs und Erdpech (aus Torf und Holz
destilliert) sind natürliche Bitumina. Sie treten in der Natur auf als brennbare, braune oder
schwarze, hochviskose bis öligflüssige Stoffgemische von verschiedenen
Kohlenwasserstoffen und Wasser, die sich unter Luftabschluss aus organischen Substanzen
gebildet haben.

Das bislang älteste Erdöl ist Funden in Australien, Kanada und Südafrika zufolge rund drei
Milliarden Jahre alt. Die weltweiten Erdöllagerstätten verteilen sich altersmäßig
folgendermaßen: rund 32 Prozent aus dem Präkambrium (Beginn mit der Erdkrustenbildung
vor rund 4 Milliarden Jahren bis vor 570 Millionen Jahren) etwa 12 Prozent aus dem
Paläozoikum (von 570 bis vor 250 Mio. Jahren), 41 Prozent stammen aus dem Mesozoikum
(Dauer von 250 bis vor 65 Mio. Jahren, Trias-, Jura- und Kreide-Zeit) und der Rest von 15
Prozent aus der Neuzeit, dem Känozoikum (seit 65 Mio. Jahren). Die Entstehung von Erdöl
kann sich aber auch, gemessen an geologischen Zeitmaßstäben, mit nicht viel mehr als 10 000
Jahren vergleichsweise „rasch” vollziehen.

Die heute vorhandenen Öle lagern in den unterschiedlichsten geographischen Gebieten und
Tiefenlagen. Verschiedene Randbedingungen haben die Öle so geprägt, dass
charakteristische Eigenschaften entstanden, die heutzutage auch entscheidend für die
Rohölauswahl zur Produktion der verschiedensten Ölprodukte wie auch für die industrielle
Bitumenproduktion sind.

Erdöle bestehen chemisch zum großen Teil aus Gemischen von hunderten oder tausenden
von Kohlenwasserstoffen. Daneben enthalten sie schwefel-, stickstoff- und sauerstoffhaltige
Verbindungen in verschiedenen Anteilen. Der Schwefelanteil liegt z. B. zwischen circa 0,1 und
5 Prozent. Außerdem setzt sich das Öl aus flüssigen und festen Bestandteilen zusammen.
Auch kleine Mengen gasförmiger Verbindungen sind im Öl gelöst.

Naturasphalte sind Mischungen von Asphaltenen und Maltenen (lösliche Oxydbitumina mit
Anteilen von Harzen). Sie werden als Natur-Asphalt (Erdpech) und Ozokerit (Erdwachs)
bezeichnet. Auf Trinidad werden die festeren, kohleähnlichen Asphalte (Asphaltite) als
„Manjak" bezeichnet. Noch höhere Kohlenstoffgehalte führen zu Asphaltoiden (Impsonit,
Albertit oder Wartzitit), die sich fast wie Anthrazit verhalten und nicht löslich bzw.
unschmelzbar sind.

Ein sehr interessanter Fundort von Naturasphalten befindet sich in der Nähe von Los
Angeles, die so genannten „springs of pitch", entdeckt im Jahr 1769. In den
Asphaltlagerstätten lagen zudem attractive Fossilien. Hier wurden Knochen und fast
vollständige Skelette von Tieren gefunden, wie z. B. von Mastodonten (ausgestorbene
Überfamilie der Rüsseltiere), Elefanten, Wölfen, Säbelzahnkatzen und einer Vielzahl
weiterer Fleisch- und Pflanzenfresser. Diese Tiere versanken dort während der Eiszeit.
Weitere große Vorkommen von Naturasphalt befinden sich auf der Insel Trinidad und in
Venezuela.

In der Geschichte der Menschheit spielen die Asphalte seit über 5000 Jahren eine wechselnd
große Rolle. Schon 3200 v. Chr. wurde Asphalt in Mesopotamien als Baustoff verwendet. In
alten Berichten liest man: „Dort in Babylon sah man den Asphalt, mit dem man die Mauern
gebaut hatte, denn zusammen mit Ziegeln oder Kies gibt Asphalt ein so festes Material, dass
man hohe Mauern damit errichten kann, die stärker sind als Felsen und alle Art von Eisen."
Diese Art des Mörtelersatzes in Mesopotamien wurde im Verlaufe der Zeit noch verfeinert.
Mehrere Stellen des Alten Testaments der Bibel berichten ebenfalls von Erdöl und Asphalt.
So weiß die Bibel zu berichten, dass selbst der Turm zu Babel unter Zuhilfenahme von
Asphalt gemauert worden war. – Einen ganz wesentlichen Beitrag zum Asphalt-Straßenbau
hat der babylonische Herrscher Nebukadnezar geleistet. So diktierte er seinem obersten
Baumeister: „Ich, Nebukadnedzar, König von Babylon … Die Straßen von Babylon, die mein
Vater Nabopolassar mit Asphalt und Ziegeln glatt gemacht hatte, habe ich mit Asphalt und
Ziegeln zu einer Hochstraße verstärkt." – Weitere Dokumente belegen, dass es in Indien
ebenfalls schon 3000 v. Chr. Hofbefestigungen aus Asphalt gegeben hat. An Hand dieser
Beispiele kann man erkennen, dass es vor 5000 bis 3000 Jahren einen Höhepunkt in der
Anwendung von Bitumen bzw. Naturasphalt im Bauwesen, mit dem Schwerpunkt Straßen-
und Wasserbau, gab.
Auch zu den jetzt aktuellen Prüfverfahren gibt schon der römische Beamte und Historiker
Gaius Plinius um 77 n.Chr. in seiner Enzyklopädie „Naturkunde“ Hinweise: „... nutze das
Bitumen, das bildsam und träge ist und nicht zerrissen werden kann, denn es klebt an allem,
was mit ihm in Berührung kommt. In die klebrige Masse getaucht, bleibt ein langer Faden
daran hängen." Dieser Hinweis deutet auf schon damals wichtige Qualitätsprüfungen hin, die
sich in der einen oder anderen Form auch heute in verschiedenen Normen wieder finden.

„Teer“ oder „Pech“ hat mit Asphalt nur die dunkle Farbe gemeinsam. Es handelt sich um
flüssige bis halbfeste, meist schwarze Substanzen, die bei der Trockendestillation von Torf,
Holz, Kohle (als Steinkohlenteer bei 1200 °C gewonnen), Knochen und anderen Materialien
organischen Ursprungs anfallen. Holzteer, der durch Erhitzen oder teilweise Verbrennung von
Holz hergestellt wird, wurde früher in großem Maß zum Abdichten der Fugen in Segelschiffen
aus Holz eingesetzt. Heutzutage wird er für Teerseifen und medizinische Produkte verwendet.
Höherschmelzende Teere oder Peche braucht man für die Herstellung von Dachpappe.

Entstehung des Erdöls/Lagerstätten


Durch die Existenz von tierischem Leben auf der Erde konnte es zu dem Kreislauf des
Lebens, also von Geburt, Leben, Sterben und dann zur Ablagerung von organischem
Material kommen.

Auf der Erde, die seit 4,5 Mrd. Jahren existiert, entstand die Kruste vor rund 4 Mrd. Jahren.
Leben lässt sich seit rund 3,5 Mrd. Jahren anhand von Fossilien von einfachsten pflanzlichen
Lebewesen nachweisen. Die ersten Fossilien von Tieren sind ca. 1 Mr. Jahre alt. Gegen Ende
des Präkambriums, vor 545 Mio. Jahren, gab eine „Explosion“ der Entwicklung
verschiedenster Lebensformen, die sich zunächst auf das Wasser beschränkten, später aber
bald das Land bevölkerten.

Erdöl entsteht seit vorwiegend im Meer aus der Zersetzung von abgestorbenen
pflanzlichen und tierischen Kleinstlebewesen (Plankton) in einem sauerstoffarmen
(anaeroben) Milieu, so dass es nicht zur Verwesung kommt.

Bedingungen hierfür finden sich in abgeschlossenen Meeresbecken, wie z. B. dem heutigen


Schwarzen Meer, wo gegenwärtig die Voraussetzungen einer zukünftigen Erdöllagerstätte
gegeben sind. Hier hat sich an der Oberfläche durch Süßwasser-Zuflüsse eine etwa 150
Meter tiefe Schicht von leichtem, sauerstoffreichem und salzarmem Wasser gebildet, in der
sich ein reiches Planktonleben entwickeln konnte. Abgestorbene Organismen sinken in eine
tiefere, schwerere und lebensfeindliche Wasserschicht, deren weitgehend unbewegtes
Wasser arm an Sauerstoff, aber reich an Salz und Schwefelwasserstoff ist. Das eine
konserviert die organischen Reste, das andere verhindert die Verwesung.

Am Meeresgrund lagert sich – mit feinem Sand, Schluff und Ton vermischt – ein so
genannter Faulschlamm oder ein „Sapropel“ ab, das sich aus Proteinen, Kohlenhydraten
und Fetten zusammensetzt. Das so gebildete, noch unverfestigte, feinkörnige
Erdölmuttergestein, zählt zu den Sedimentiten, in keinem anderen Gestein findet man
Erdöl.

Das Muttergestein kann sich aber auch unter bewegtem, sauerstoffreichem Wasser im
Schelfbereich der Ozeane in noch unverfestigten Sedimenten bilden.
Der organische Anteil des Gesteins ist fein verteilt und beträgt maximal nur wenige Prozent.
Durch weitere Sedimentation gerät das Erdölmuttergestein allmählich in tiefere
Schichtniveaus, wodurch in ihm Druck und Temperatur (bis maximal 200 °C) zunehmen und
die Umbildung des Sapropels einsetzt. Bei der Umwandlung der organischen Bestandteile des
Sapropels zu Erdöl wirken Bakterien mit. Metalle wie Kupfer, Nickel, Molybdän und Vanadium
sowie Tonminerale fungieren in diesem Zusammenhang als Katalysatoren. Als Zwischenstufe
entsteht das so genannte Kerogen, das sich aus organischen Verbindungen wie Alkanen,
Olefinen, Isoprenoiden, Terpenoiden, Dimethylfuran und Vanadium- oder Nickelporphyrinen
zusammensetzt. Die organischen Substanzen werden schließlich durch die Bakterien zu
einfacheren Kohlenwasserstoffen (Paraffine, Naphthene) abgebaut. Spuren von Chlorophyll
und Hämoglobin im Erdöl sind Beweise für seine organische Herkunft.

Durch den zunehmenden Gesteinsdruck werden schließlich die Poren des Muttergesteins
zusammengedrückt, Porenwasser, Erdöl und Erdgas werden herausgequetscht (der Vorgang
lässt sich grob mit dem Ausdrücken eines Schwammes vergleichen) und steigen als leichtere
Bestandteile und durch Kapillarkräfte nach oben (dies ist die so genannte Migration).
Grobkörnige und durchlässige Gesteine mit entsprechenden Poren oder Klüften, vor allem
Sandsteine und zerklüftete Kalksteine oder Dolomite, bilden dann die so genannten
Speichergesteine.

Exploration, Förderung und Transport des Erdöls

Ein Auszug aus einer Dokumentation aus den USA um 1820: „Das Steinöl sprudelte im Gebiet
rund um den „0/7 Creek in den einsamen, bewaldeten Bergen Nordwest-pennsylvanias in
Quellen aus dem Boden oder sickerte aus Salzsohlen. Und dort, am Ende der Welt, wurden
mit primitiven Mitteln einige Fässer dieser dunklen, stark riechenden Substanz gewonnen –
entweder, indem man sie von der Oberfläche der Quellen und Bäche abschöpfte, oder indem
man Lappen oder Decken mit dem öligen Wasser tränkte und sie dann auswrang. Ein Großteil
der auf diese Weise gewonnenen winzigen Menge wurde zur Herstellung von Medikamenten
verwendet".

Bohrungen

Bohrungen zur Erkundung von Erdöllagerstätten begannen 1859. In der kleinen, im gleichen
Gebiet Pennsylvanias versteckten Stadt Titusville baute Colonel Edwin L. Drake gemeinsam
mit dem Hufschmied William A. Smith, der etwas von den Geräten der Salzsohlebohrer
verstand, im Auftrag des Unternehmers George H. Bissell einen Bohrturm und konstruierte
Apparaturen, um mehrere hundert Meter tief bohren zu können.

Am 29. August 1859, in einer Tiefe von nur 10 Metern sank der Bohrer plötzlich in einen Spalt
und kurz darauf rutschte er weitere 15 cm nach. Bei einer Überprüfung der Flüssigkeit, die er
antraf, stellte Drake fest, dass es sich um Erdöl handelte. Allein an diesem Tag stiegen 1500
Liter Öl durch den Erddruck auf, kaum dass der „Deckel“ entfernt war.

So primitiv entstand die Ölindustrie. In dieser Epoche wurde der Grundstein für die
Exploration von Erdöl und Erdgas gelegt. Die Mengen, die auf diese Weise der Verwendung
und Verarbeitung zugeführt werden konnten, waren allerdings sehr begrenzt. Aber schon
zehn Jahre später, im Jahre 1869, bestanden in Nordamerika 55 Ölbrunnen mit einer
Gesamtförderung von über 6 Mio. Hektolitern. Die Suche nach Erdöl, zunächst auf dem
Festland, später im Meeresbereich, setzte nun mit Nachdruck ein.
Asphaltmine
In Travers, im Schweizer Jura, wurde um 1711 die größte natürliche Asphaltlagerstätte
Europas entdeckt. Die Nutzung begann um 1714, angeregt durch den griechischen
Unternehmer Eirini d'Eirinis. Zwischen 1873 und 1986 wurde der Natur-Asphalt industriell
abgebaut. Nach mehr als 250 Jahren war die Mine praktisch vollständig ausgebeutet. Ein
veritables Labyrinth von unterirdischen Höhlen, Gängen und Galerien von mehr als 100 km
Länge entstand im Laufe der Zeit unter den Kalksteinschichten im Berg. Anfänglich wurden
Pferde zum Abtransport des Gesteins eingesetzt. Ab 1969 wurden elektrogetriebene
Zugmaschinen verwendet. Rund hundert Jahre lang (seit 1905) wurde die Frischluft künstlich
zugeführt. Zwei kräftige Elektroventilatoren bliesen die Atemluft in das riesige Stollensystem.
Durch geschicktes Abdichten einzelner Stollen konnte immer der gesamte Arbeitsbereich
ventiliert werden.

Der abgebaute Asphalt wurde, ebenso wie bitumenhaltiges Gestein, in Europa vielseitig
genutzt. Er diente zur Abdichtung und Isolation, zum Schutz von Holz gegen Wurmfraß und
Fäulnis. Durch Destillation wurden bald Öle gewonnen, die zum Schmieren von Räderwerken,
aber auch als innerlich und äußerlich angewendete Heilmittel für Menschen und Tiere
dienten. Asphaltierungen von ausgedehnten Oberflächen (Trottoirs, Brücken, Straßenbeläge)
wurden bis 1850 nur in den größeren Städten ausgeführt, danach auch auf Überland-Straßen.
Schweizer Asphalt war erfolgreich in der ganzen Welt. Straßen und Plätze in London, Wien,
Paris und anderen Weltstädten wurden damals mit Asphalt aus dem Val-de-Travers gefertigt.

Exploration
Die bekannten Erdöllagerstätten sind alle maritimen Ursprungs. Zur Erforschung
werden Gebiete ausgewählt, von denen bekannt ist, dass sie einmal der Grund eines
Meeres waren.

Werden die Erdölmuttergesteine zusammengepresst, wandern die Bitumina in die


Speichergesteine und bilden dort, wenn die Migration in den Gesteinen durch Barrieren
gestoppt wird, Lagerstätten in einer Art „Falle“. Voraussetzung für die Bildung einer
Lagerstätte sind undurchlässige Deckschichten, die das Speichergestein nach oben abdecken,
die weitere Migration verhindern und so dafür sorgen, dass sich unter ihnen das noch fein
verteilte Erdöl und Erdgas in größeren Mengen ansammeln kann.

Während der Migration trennen sich die Bestandteile schon nach ihrer Dichte und Viskosität. Im
Speichergestein lagern dann von unten nach oben Erdwachs, salzhaltige Öl Wässer, Schweröl,
Leichtöl und zuoberst Erdgas, das aufgrund seiner Flüchtigkeit aber auch weiter wandern und unter
Umständen getrennte Lagerstätten bilden kann.

Erdölfallen
Für die so genannten „Erdölfallen“ kommen verschiedene, vor allem tektonische Strukturen
in Frage: Sättel (das Erdöl und Erdgas sammelt sich im Scheitel der durchlässigen Schichten),
Verwerfungen und Transgressionen (bei denen jeweils undurchlässige Schichten poröse
Schichten nach oben hin abschneiden), Salzstöcke (hier können unter deren Dächern und an
deren Flanken Erdölfallen entstehen) oder fazielle Gesteinsunterschiede (hier werden
aufgrund der Sedimentationsbedingungen poröse Speichergesteine von undurchlässigen
Schichten umschlossen). In manchen Fällen (vor allem beim Sattel-Typ) liegen mehrere
erdölhaltige Schichten, jeweils durch Deckschichten getrennt, vertikal übereinander.
Der Sattel- und der Salzstockdach-Typ bilden zusammen weltweit 80 Prozent der
Lagerstätten, auf den Verwerfungs-, den Transgressions- und den Fazies-Typ gehen
zusammen genommen 11 Prozent zurück, auf den Salzstockflanken-Typ 3 Prozent.

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