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OffMaps für das iPhone: Kartenlesen ohne teure Roaming-Kosten

Wenn man Google Maps auf dem iPhone benutzt, werden Reisen durch Russland,
Belarus und die Ukraine exorbitant teuer! OffMaps ist eine neue App, mit der man
ohne Roaming-Kosten Kartenlesen kann. Ein Testbericht mit Video.

Von Jürg Vollmer / maiak.info

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Mit iPhone, dessen GPS und Google Maps kann man sich auf Reisen jederzeit und uberall
orientieren. Im Ausland kostet der Datentransfer aber schnell einmal ein Vermögen. Eine
App löst das Problem: Offmaps lädt Karten zu Hause auf das iPhone und speichert sie
offline, so dass keine teuren Roaming-Kosten entstehen.

Hinter der Offmaps-App von Felix Lamouroux aus Köln steht Open Street Map, eine
Wikipedia-ähnliche Datenbank fur̈ geographische Daten. Wie bei der Online-Enzyklopädie
Wikipedia werden die Inhalte von den Nutzern erstellt, das Kartenmaterial ist deshalb
meist sehr detailliert und auch fur̈ Stadtwanderer oder Radfahrer geeignet.

OffMaps für iPhone in Russland, Belarus & Ukraine

Fur̈ CHF 1.10 kann man OffMaps von iTunes downloaden. Das Kartenmaterial muss
separat aus dem App-eigenen Store direkt auf das iPhone heruntergeladen werden. Die
ersten zwei Karten sind kostenlos, danach empfiehlt sich die Flatrate fur̈ CHF 6.60, mit der
man unbeschränkt Karten downloaden kann.

Ich habe mit OffMaps die sieben Karten von Moskau, Omsk, Sankt Petersburg, Minsk,
Kiew, Odessa und Jekaterinburg heruntergeladen. «Kleinere» Städte wie Sewastopol und
Sotschi sucht man vorläufig noch vergebens.

Über Mobilfunk können pro "Ladung" nur 10 MB direkt auf das iPhone heruntergeladen
werden. Aber das empfiehlt sich sowieso nicht, weil man damit nur unnötig das
Mobilfunknetz und seine Kreditkarte belastet. Für sowas wurde WLAN erfunden!

OffMaps für iPhone im Praxistest

Die oben erwähnten Städte in Russland, Belarus und der Ukraine umfassten zusammen
rund 120 MB und der Download dauerte mit dem automatischen Entpacken bei einem
schnellen Internetanschluss rund 45 Minuten. OffMaps komprimiert zum Glück die 340 MB
grosse Moskau-Karte zum Download auf relativ schlanke 50 MB. Dazu kommen noch ein
paar Minuten, wenn man direkt nach dem Karten-Download die dazugehörenden
Wikipedia-Artikel herunterlädt.

Die Kartenansicht von OffMaps erinnert an die im iPhone vor-installierten Google-Maps.


Mit dem eingebauten «Kompass» kann man den eigenen Standort abrufen und die Karte
nach der Blickrichtung ausrichten. Und nicht vergessen: Bei den Einstellungen von Meilen
auf Kilometer umstellen, sonst läuft man sich in Moskau die Hacken wund…
Mit der Suchfunktion findet man alle Point of Interest POI in der Umgebung: Die dazu
passendenWikipedia-Artikel und Fotos sowie Informationen über Geldautomaten,
Haltestellen des Öffentlichen Verkehrs und Restaurant-Empfehlungen. Und dies alles
offline, also ohne Roaming-Kosten.
Der Detailreichtum von Städten wie Moskau (117 Wikipedia-Artikel, 453 Restaurants, 228
Poststellen, 361 Sehenswürdigkeiten) lässt sich nicht mit den OffMaps über das 20 Mal
kleinere Zürich vergleichen (161 Wikipedia-Artikel, 1′209 Restaurants, 563 Poststellen, 99
Sehenswürdigkeiten).
Aber Moskau, Omsk, Sankt Petersburg, Minsk, Kiew und Jekaterinburg sind schon
ziemlich gut dokumentiert — und die POI werden laufend ergänzt. Deshalb haben diese
Städte im OffMaps-eigenen Bewertungssystem drei Sterne. Odessa hingegen ist noch
schlecht dokumentiert und hat darum zu Recht erst einen Stern.
Im Test empfand ich die Bedienung von OffMaps als einfach und intuitiv, das Layout sieht
gut aus und die Informationen sind nützlich. Unterwegs ist OffMaps mehr als eine Karte,
richtig genutzt ist es ein kleiner Reiseführer. Man spart die exorbitanten Roaming-Kosten
— und spätere Karten-Updates sind auch kostenlos. Einfach auf Store klicken, unten
rechts die Downloads und Aktualisieren wählen.

HONORARFREIER ABDRUCK

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Den Originalbeitrag und Fotos finden Sie hier:

http://www.maiak.info/offmaps-iphone-roaming-reisen