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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

Gliederung

Zusammenfassung
Abfindungen (HI2334591)
Abschlagszahlungen (HI7411979)
Aktienüberlassung (HI7411980)
Altersteilzeit (HI7411981)
Altersbezüge/Pensionen/Betriebsrenten/Renten (aus betrieblicher Altersvorsorge) (HI7411982)
Amateursportler (HI7411983)
Anwaltsverein (HI7411984)
Arbeitgeberanteil zur Gesamtsozialversicherung (HI7411985)
Arbeitnehmeranteile (HI7411986)
Arbeitsförderungsgesetz/III. Sozialgesetzbuch (HI7411987)
Arbeitskleidung/Berufskleidung (HI7411988)
Arbeitszeitkonto (HI7411989)
Aufmerksamkeiten (HI7411990)
Aufwandsentschädigungen (HI7411991)
Ausbildungsvergütungen (HI7411992)
Auslagenersatz (HI7411993)
Auslandstätigkeit (= ausländischer Arbeitslohn) (HI7411994)
Auslösungen (HI7411995)
Autoinsassen-Unfallversicherung (HI7411996)
BahnCard (HI7411997)
Bargeldzuschüsse (HI7411998)
Beihilfen (HI7411999)
Beitragsermäßigungen (HI7412000)
Belegschaftsaktien (HI7412001)
Belegschaftsrabatte (HI7412002)
Belohnungen (HI7412003)
Berufshaftpflicht (HI7412004)
Berufskleidung (HI7412005)
Bestechungsgelder (HI7412006)
Betreuungsaufwand (HI7412007)
Betriebliche Sozialleistungen (HI7412009)
Betriebliche Weiterbildung (HI7412010)
Betriebshaftpflicht (HI9907519)
Betriebsrente (HI7412011)
Betriebssport (HI7412012)
Betriebsveranstaltungen/-ausflüge (HI7412013)
Betriebsversammlung (HI7412014)
Bewirtungskosten (HI7412015)
Bildschirmbrille (HI7412016)
Bußgelder (HI7412017)
Bürokostenzuschuss (HI7412018)
Chefarzt (HI7412019)
Computer (HI7412020)
Darlehen (HI7412021)
Deputate (HI7412022)
Diebstahlersatz (HI7412023)

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Dienstwohnung (HI7412024)
Directors- & Officers-Versicherungen (HI7412025)
Direktversicherung (HI7412026)
Durchlaufende Gelder (HI7412027)
Ehrenamt (HI7412028)
Eintrittskarten (HI7412029)
Entgelt-/Gehaltsumwandlung (zugunsten der Altersvorsorge) (HI7412030)
Entschädigung (HI7412031)
Erfindervergütungen (HI7412032)
Erschwerniszuschläge (HI7412033)
Erziehungsgeld (HI7412034)
Essenszuschüsse (HI7412035)
Fahrausweise (HI7412036)
Fahrtkostenersatz für den Arbeitsweg (HI7412037)
Familienpflegezeit (HI7412038)
Fehlgeldentschädigungen (HI7412039)
Firmenwagen/Dienstwagen (HI7412040)
Forderungsverzicht (HI7412041)
Fort- und Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers (HI7412042)
Freifahrten/Freikarten/Freiflüge/ Freitabak/Freitrunk (HI7412043)
Früheres Dienstverhältnis (HI7412044)
Führerschein (HI7412045)
Fußballer (HI7412046)
Garagengeld (HI7412047)
Geburtsbeihilfen/Heiratsbeihilfen (HI7412048)
Gehaltsverzicht (HI7412049)
Geldbußen/-strafen (HI7412050)
Geschenke (HI7412051)
Gemischte Veranlassung (HI7412052)
Gesellschaftsanteile (HI7412053)
Gesundheitsförderung (HI7412054)
Getränke/Süßwaren (HI7412055)
GmbH-Anteile (HI7412056)
Gruppenversicherungen (HI7412057)
Handy (HI7412058)
Heimarbeiter (HI7412059)
Humanitärer Hilfsfonds (HI7412060)
Incentivereisen (HI7412061)
Insolvenzgeld (HI7412062)
Insolvenzsicherung (HI7412063)
Internetzugang (HI7412064)
Irrtümliche Überweisungen (HI9907520)
Jahreswagen (HI7412065)
Job-Ticket (HI7412066)
Kammerbeiträge (HI7412067)
Kaufkraftausgleich (HI7412068)
Kindergartenzuschüsse (HI7412069)
Kinderzuschüsse (HI7412070)
Kleidergeld (HI7412071)
Kleidung (HI7412072)
Kontoführungsgebühren (HI7412073)
Kraftfahrzeuggestellung (HI7412074)
Krankentagegeld (HI7412075)

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Kreditkarte (HI7412076)
Kundenbewirtung (HI7412077)
Kurkosten (HI7412078)
Kurzarbeitergeld (HI7412079)
Lebensversicherung (HI7412080)
Lehrabschlussprämien (HI7412081)
Letztwillige Verfügungen (HI7412082)
Lösegeld (HI7412083)
Lohnausgleichs/-ersatzleistungen (HI7412084)
Lohnsteuer-Nachentrichtung (HI7412085)
Losgewinne (HI7412086)
Mankogeld (HI7412087)
Maut-/Schutzbriefkosten (HI7412088)
Mess-Stipendien (HI7412089)
Metergeld (HI7412090)
Mietkostenzuschuss/Mietzahlungen des Arbeitgebers an Arbeitnehmer (HI7412091)
Mindestlohn (HI8705703)
Mitgliedsbeiträge (HI7412092)
Mobilitätsbeihilfen (HI7412093)
Mutterschaftshilfe (HI7412094)
Nebenberufliche Tätigkeit (HI7412095)
Optionsrecht (HI7412096)
Outplacement-Beratung (HI7401103)
Parkgebühren/Parkplatz (HI7401104)
Payback-Punkte (HI7401105)
Pensionskasse/Pensionsfonds (HI7401106)
Pensionsverzicht (HI7401107)
Pkw-Sicherheitstraining (HI7401108)
Prämien (HI7401109)
Preisgelder (HI7401110)
Provisionen im Bank- und Versicherungsgewerbe (HI7401111)
Rabatte (HI7401112)
Raucherentwöhnung (HI7401113)
Reisegepäckversicherung (HI7401114)
Reisekostenvergütungen (HI7401115)
Reiseverlängerung (HI7401116)
Rettungsdienst (HI7401117)
Rückzahlung von Arbeitslohn (HI7401118)
Sammelbeförderung (HI7401119)
Sanierungsbeiträge (HI7401120)
Schadensersatzleistungen (HI7401121)
Schmerzensgeld (HI7401122)
Schmiergelder (HI7401123)
Sensibilisierungswoche (HI11347232)
Sicherheitsmaßnahmen (HI7401124)
Sozialabgabennachentrichtung (Schwarzlohn) (HI7401125)
Sparzulagen (HI7401126)
Sprachkurse (HI7401127)
Sterbegeld (HI7401128)
Steuerberatungskosten (HI7401129)
Steuerübernahme (HI7401130)
Stipendien (HI7401131)
Streikgelder/Aussperrungsunterstützungen (HI7401132)

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Stromlieferungen (HI7401133)
Studiengebühren (HI8705704)
Subventionen (HI7401134)
Tantiemen (HI7401135)
Telefon/Telekommunikation (HI7401136)
Trennungsgeldentschädigungen (HI7401137)
Trinkgelder (HI7401138)
Übernachtungsgeld (HI7401139)
Umzugskostenvergütungen (HI7401140)
Unfallkosten (HI7401141)
Unfallversicherung (HI7401142)
Unterhaltsbeitrag/Unterhaltszuschuss (HI7401143)
Urlaubsgelder (HI7401144)
Vermächtnis (HI7401145)
Verpflegung (HI7401146)
Versicherungsprämien (HI7401147)
Versorgungsbezüge (HI7401148)
Versorgungszusage (HI7401149)
Veruntreute Beträge/widerrechtlich erlangte Vorteile (HI7401150)
Verwarnungsgelder (HI7401151)
VIP-Logen (HI7401152)
Vorruhestandsregelung (HI7401153)
Waren-/Einkaufsgutscheine (HI7401154)
Wegezeitentschädigung (HI7401155)
Werbungskostenersatz (HI7401156)
Werkzeuggeld (HI7401157)
Wettbewerbsverbot (HI7401158)
Wintergeld (HI7401159)
Wohnung (HI7401160)
Zeugengebühr (HI7401161)
Zinsersparnisse/-zuschüsse (HI7401162)
Zukunftssicherungsleistungen (HI7401163)
Zusatzversorgung (HI7401164)
Zwangsarbeiter (HI7401165)

Zusammenfassung
 

Überblick
Arbeitslohn sind alle Einnahmen, die einem Steuerpflichtigen als Gegenleistung (Entlohnung) für
die Zurverfügungstellung der Arbeitskraft aus einem gegenwärtigen oder früheren
Dienstverhältnis zufließen. Der steuerpflichtige Arbeitslohn ergibt sich dadurch, dass von den
Einnahmen aus dem Dienst-/Arbeitsverhältnis die nicht steuerbaren und die ausdrücklich
steuerbefreiten Teile ausgeschieden werden.

Einzelfragen zur Abgrenzung sind nachstehend in ABC-Form dargestellt.

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung


Gesetzliche Regelungen finden sich in § 8 Abs. 1 EStG (Einnahmen), § 19 EStG (Einkünfte aus
nichtselbstständiger Arbeit), § 2 LStDV (Definition "Arbeitslohn").

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

Abfindungen (HI2334591)
Abfindungen an Arbeitnehmer wegen Auflösung des Dienstverhältnisses sind steuerpflichtiger
Arbeitslohn.[1]

Abschlagszahlungen (HI7411979)
Abschlagszahlungen sind Arbeitslohn. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Lohnsteuer erst bei der
späteren Lohnabrechnung (innerhalb von 5 Wochen) vorzunehmen.[1]

Aktienüberlassung (HI7411980)
Die unentgeltliche oder verbilligte Abgabe von Aktien, Genussscheinen und sonstigen
Vermögensbeteiligungen am Unternehmen des Arbeitgebers ist Arbeitslohn, der aber teilweise
steuerfrei bleibt.

Nach § 3 Nr. 39 EStG wird ein steuer- und abgabenfreier Höchstbetrag für die Überlassung von
Mitarbeiterbeteiligungen am Unternehmen des Arbeitgebers i. H. v. 360 EUR gewährt. Die
Vermögensbeteiligung darf auch durch Entgeltumwandlung finanziert werden.

Die Beteiligung muss aber als Voraussetzung für die Steuerfreiheit mindestens allen Arbeitnehmern
offenstehen, die im Zeitpunkt der Bekanntgabe des Angebots 1 Jahr oder länger ununterbrochen in
einem gegenwärtigen Dienstverhältnis zum Unternehmen stehen.

Ob der Arbeitnehmer die Aktien verbilligt erwirbt, ist anhand der Wertverhältnisse bei Abschluss des
für beide Seiten verbindlichen Veräußerungsgeschäfts zu bestimmen. Der Zeitpunkt des Zuflusses der
erworbenen Aktien soll hingegen unbeachtlich sein.[1]

Altersteilzeit (HI7411981)
Aufstockungsbeträge zum Altersteilzeit-Arbeitsentgelt sind steuerfrei.

Die Steuerfreiheit kann unabhängig davon in Anspruch genommen werden, ob die Altersteilzeit
förderfähig ist.[1]

Altersbezüge/Pensionen/Betriebsrenten/Renten (aus betrieblicher


Altersvorsorge) (HI7411982)
Die einzelnen Formen der Altersbezüge werden lohnsteuerrechtlich unterschiedlich behandelt.

Betriebsrenten und Pensionen, zu denen der Arbeitnehmer während seiner aktiven


Dienstzeit keine eigenen Beiträge geleistet hat, werden als Arbeitslohn aus einem früheren
Dienstverhältnis im Grundsatz voll besteuert; die Verfassungsmäßigkeit – im Vergleich zu
der übergangsweise immer noch günstigeren Rentenbesteuerung – hat die Rechtsprechung
zuletzt bestätigt.[1] Steuerfrei bleiben sie i. H. d. sog. Versorgungsfreibetrags, bei
Versorgungsbeginn in 2017 von 20,8 %, höchstens 1.560 EUR im Kalenderjahr, sowie eines
Zuschlags zum Versorgungsfreibetrag (2017: 468 EUR).[2] Hierunter fallen die Pensionen
von Beamten, Soldaten und Richtern ebenso wie die in der Privatwirtschaft gezahlten sog.
Werksrenten. In gleicher Weise werden Altersbezüge aus einer privatwirtschaftlichen
Pensionszusage (Direktzusage) oder einer betrieblichen Unterstützungskasse besteuert.

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

Altersbezüge aus einer Direktversicherung, einer Pensionskasse oder einem Pensionsfonds


stellen keinen Arbeitslohn, sondern sonstige Einkünfte dar. Hier liegt bereits im Zeitpunkt
der Beitragszahlung an die Versorgungseinrichtung jeweils Arbeitslohn vor, da der
Arbeitnehmer gegenüber dem Versorgungsträger einen Rechtsanspruch auf Versorgung
erwirbt (s. hierzu auch die Ausführungen zu "Entgeltumwandlung"). Ggf. ist dieser jedoch
nach § 3 Nr. 63 EStG steuerfrei (ab 2018 mit erhöhten Beträgen). Ob die Auszahlungen aus
diesen Versorgungsformen als sonstige Einkünfte nach § 22 EStG voll oder nur anteilig
besteuert werden, hängt insbesondere von der Behandlung in der Ansparphase ab.[3]

Amateursportler (HI7411983)
Vergütungen an Amateursportler sind steuerpflichtiger Arbeitslohn, wenn sie als Gegenleistung für
den Spieleinsatz gewährt werden. Dies wurde z. B. angenommen, wenn die Zahlungen die
Aufwendungen des Spielers nicht nur wesentlich übersteigen und ein monatlicher Grundbetrag auch
im Fall von Urlaub bzw. Krankheit des Spielers bezahlt wird.[1] Kein Arbeitslohn liegt dagegen vor,
wenn die Vergütungen die mit der Tätigkeit zusammenhängenden Aufwendungen nur unwesentlich
übersteigen.[2]

Anwaltsverein (HI7411984)
Die Übernahme der Beiträge für die Mitgliedschaft von angestellten Rechtsanwälten im Deutschen
Anwaltsverein ist regelmäßig nicht im weit überwiegend betrieblichen Interesse und führt zu
Arbeitslohn.[1] S. "Kammerbeiträge".

Arbeitgeberanteil zur Gesamtsozialversicherung (HI7411985)


Bei einem steuerrechtlichen Arbeitsverhältnis ist der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen
Sozialversicherung nach der Rechtsprechung bereits nicht steuerbar und damit kein Arbeitslohn.[1]
§ 3 Nr. 62 Satz 1 EStG hat lediglich deklaratorische Bedeutung. Die Entscheidungen des zuständigen
Sozialversicherungsträgers über die Sozialversicherungspflicht von Beschäftigungsverhältnissen
können für die Frage der Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 62 Satz 1 EStG regelmäßig von den Finanzämtern
übernommen werden.[2] Arbeitgeberanteile zur ausländischen Sozialversicherung sind nicht
steuerfrei, wenn sie auf vertraglicher Grundlage und damit freiwillig entrichtet werden.[3]

Rechtsirrtümlich geleistete Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung von GmbH-Gesellschafter-


Geschäftsführern sind nach der Rechtsprechung nicht steuerpflichtig. Die Entscheidung der
Einzugsstelle, dass die Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung zu entrichten sind, bindet auch
steuerlich mit der Folge, dass solche Arbeitgeberanteile als steuerfrei zu behandeln sind; anders dann,
wenn die Entscheidung des Sozialversicherungsträgers offensichtlich fehlerhaft ist.[4]

Arbeitgeberzuschüsse zu einer privaten Kranken- und Pflegeversicherung sowie zu einer


Lebensversicherung, die anstelle der Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung
abgeschlossen ist, sind steuerfrei, soweit sie die Hälfte des sonst zu entrichtenden Arbeitgeberanteils
nicht überschreiten.[5]

Arbeitnehmeranteile (HI7411986)
zur gesetzlichen Sozialversicherung gehören zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.[1]

Arbeitsförderungsgesetz/III. Sozialgesetzbuch (HI7411987)

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

Steuerfrei sind die Leistungen nach dem III. Sozialgesetzbuch[1]: Arbeitslosengeld,


Teilarbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld, Winterausfallgeld, Insolvenzgeld, Arbeitslosenhilfe, Zuschüsse
zum Arbeitsentgelt, Übergangsgeld, Altersübergangsgeld, Altersübergangsgeld-Ausgleichsbetrag,
Unterhaltsgeld als Zuschuss, Ein­gliederungshilfe und Überbrückungsgeld sowie
Existenzgründungszuschuss nach dem III. Sozialgesetzbuch oder dem Arbeitsförderungsgesetz.
Allerdings werden die meisten der vorstehend erwähnten Leistungen bei der
Einkommensteuerveranlagung im Rahmen des Progressionsvorbehalts[2] berücksichtigt.[3]

Arbeitskleidung/Berufskleidung (HI7411988)
Die unentgeltliche oder verbilligte Gestellung von typischer Berufskleidung und Arbeitsschutzkleidung
[1] sowie unter bestimmten Voraussetzungen die Barablösung hierfür sind steuerfrei.[2] Die
Überlassung von hochwertigen Kleidungsstücken an Arbeitnehmer zu Repräsentationszwecken wurde
vom BFH als Arbeitslohn angesehen.[3] Bei der Überlassung von uniformähnlicher Kleidung, die keine
Berufskleidung ist, steht hingegen das eigenbetriebliche Interesse des Arbeitgebers im Vordergrund.[4]

Arbeitszeitkonto (HI7411989)
Sozialversicherungsrechtlich wird unterschieden zwischen sog. Wertguthabenvereinbarungen und
sonstigen Arbeitszeitvereinbarungen, die regelmäßig keine steuerlichen Folgen haben. Die
Finanzverwaltung hat einen Anwendungserlass zur steuerlichen Behandlung von Wertguthaben
herausgegeben.[1] Der dabei verwendete Begriff des Zeitwertkontos entspricht dem Begriff der
Wertguthabenvereinbarung i. S. v. § 7b SGB IV. Im Regelfall führen weder die Vereinbarung eines
Zeitwertkontos noch die Wertgutschrift auf diesem Konto zum Zufluss von Arbeitslohn. Erst die
Auszahlung des Guthabens während der Freistellung löst Zufluss von Arbeitslohn und damit eine
Besteuerung aus.

Aufmerksamkeiten (HI7411990)
sind nach R 19.6 LStR steuerfrei.[1]

Aufwandsentschädigungen (HI7411991)
Aufwandsentschädigungen aus öffentlichen Kassen an öffentlich Bedienstete sind steuerfrei, soweit
sie nicht für Verdienstausfall oder Zeitverlust gewährt werden oder den Aufwand, der dem Empfänger
erwächst, offenbar übersteigen.[1] Der Umfang der Steuer­befreiung richtet sich danach, ob die
Aufwandsentschädigung durch Gesetz, Rechtsverordnung oder lediglich Verwaltungsanweisung
geregelt ist. Gesetzliche Aufwandsentschädigungen bei hauptamtlich tätigen Personen bleiben in
vollem Umfang steuerfrei. Bei ehrenamtlich tätigen Personen ist ein Drittel von gesetzlich geregelten
Aufwandsentschädigungen, mindestens ein Betrag von 200 EUR monatlich steuerfrei.[2] Beruht eine
Aufwandsentschädigung nicht auf einer gesetzlichen Regelung, darf der Freibetrag von 200 EUR nicht
überschritten werden. Soweit der steuerfreie Betrag von 200 EUR nicht ausgeschöpft wird, ist eine
Übertragung auf andere Monate dieser Tätigkeiten im selben Kalenderjahr möglich.[3] Übt ein
Steuerpflichtiger ehrenamtliche Tätigkeiten für mehrere juristische Personen des öffentlichen Rechts
aus, kann eine mehrfache Inanspruchnahme des Freibetrags von 200 EUR in Betracht kommen. Bei
Aufwandsentschädigungen in der Privatwirtschaft handelt es sich dagegen um steuerpflichtige
Einnahmen: Der Empfänger kann in Höhe seiner tatsächlichen Aufwendungen Werbungskosten
geltend machen. Die Vorschrift des § 3 Nr. 12 EStG ist verfassungsrechtlich bedenklich.[4]

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Die kommunalen Spitzenverbände (Städteverbände, Gemeindeverbände und Landkreistage) erfüllen


keine hoheitlichen Aufgaben. Es handelt sich bei ihnen, soweit sie keine Körperschaften des
öffentlichen Rechts sind, auch nicht um öffentliche Kassen. Die Voraussetzungen für die Anerkennung
von steuerfreien Aufwandsentschädigungen nach § 3 Nr. 12 EStG liegen damit nicht vor. Auch die
Anerkennung eines einheitlichen Werbungskosten-Pauschsatzes ist nicht möglich.[5]

Ausbildungsvergütungen (HI7411992)
Sie sind steuerpflichtiger Arbeitslohn; dies gilt auch für Ausbildungsvergütungen, soweit diesen
Unterhaltscharakter zukommt.[1] Ausbildungszuschüsse können nach § 3 Nr. 11 und § 3 Nr. 44 EStG
steuerfrei sein.

Auslagenersatz (HI7411993)
stellt keinen Arbeitslohn dar.[1] Voraussetzung ist, dass es sich um den Ersatz von Ausgaben des
Arbeitnehmers für Rechnung des Arbeitgebers handelt; dabei ist gleichgültig, ob die Beträge im
Namen des Arbeitgebers oder im eigenen Namen verausgabt wurden.[2] Der Ersatz von Kosten der
privaten Lebensführung des Arbeitnehmers ist ebenso wenig steuerbefreit wie der Ersatz von
Werbungskosten.

Die Annahme von steuerfreiem Auslagenersatz setzt grundsätzlich eine Einzelabrechnung voraus.
Pauschaler Auslagenersatz führt hingegen regelmäßig zu steuerpflichtigem Arbeitslohn.
Ausnahmsweise kann pauschaler Auslagenersatz steuerfrei bleiben, wenn er regelmäßig wiederkehrt
und der Arbeitnehmer die entstandenen Aufwendungen für einen Zeitraum von 3 Monaten im
Einzelnen nachweist.[3] Dabei können bei Aufwendungen für Telekommunikation die Kosten für das
Nutzungsentgelt einer Telefonanlage sowie für den Grundpreis der Anschlüsse entsprechend dem
beruflichen Anteil der Verbindungsentgelte für Telefon und Internet steuerfrei ersetzt werden.[4]

Auslandstätigkeit (= ausländischer Arbeitslohn) (HI7411994)


Bei ausländischem Arbeitslohn von unbeschränkt Steuerpflichtigen kann sich eine Steuerbefreiung aus
internationalen und zwischenstaatlichen Verträgen sowie aus Doppelbesteuerungsabkommen ergeben.
Nach dem sog. Auslandstätigkeitserlass[1] sind steuerfrei der reguläre Arbeitslohn und die sonstigen
Zuwendungen, soweit sie auf eine Tätigkeit des Arbeitnehmers im Ausland entfallen.[2] Das gilt
jedoch nicht, wenn die Tätigkeit in einem Staat ausgeübt wird, mit dem ein
Doppelbesteuerungsabkommen besteht. Zur steuerlichen Behandlung des Arbeitslohns nach den
Doppelbesteuerungsabkommen sind umfangreiche Verwaltungsanweisungen ergangen.[3]

Auslösungen (HI7411995)
Es handelt sich um steuerpflichtigen Arbeitslohn, soweit es sich nicht um steuerfreie Erstattung von
Reisekosten, Umzugskosten oder den Ersatz von Mehraufwendungen wegen doppelter
Haushaltsführung handelt.[1]

Autoinsassen-Unfallversicherung (HI7411996)
Prämien des Arbeitgebers für eine betriebliche Autoinsassen-Unfallversicherung zugunsten der
Arbeitnehmer gehören nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn, wenn die Arbeitnehmer die Rechte
aus der Versicherung nicht selbst geltend machen können.[1]

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

BahnCard (HI7411997)
Der Arbeitgeber darf seinen Arbeitnehmern Aufwendungen für eine zu Auswärtstätigkeiten benutzte
BahnCard steuerfrei ersetzen.[1]

Bargeldzuschüsse (HI7411998)
die der Arbeitgeber zur Abkürzung des Zahlungswegs seinen Arbeitnehmern z. B. für deren sportliche
Aktivitäten gewährt, sind Geldleistungen, sodass die 44-EUR-Freigrenze nicht anwendbar ist.[1]

Beihilfen (HI7411999)
Beihilfen in Krankheits- und Todesfällen nach den Beihilfevorschriften des Bundes und der Länder
sowie Unterstützungen in besonderen Notfällen, aus öffentlichen Kassen gewährt[1], sind steuerfrei.
Das Gleiche gilt für Leistungen an Arbeitnehmer von Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des
öffentlichen Rechts sowie an Arbeitnehmer von Verwaltungen, Unternehmen und Betrieben, die sich
überwiegend in öffentlicher Hand befinden.[2]

Beihilfen und Unterstützungsleistungen, die von privaten Arbeitgebern gezahlt werden, sind nur
dann steuerfrei, wenn der Zuwendung ein besonderer Anlass zugrunde liegt (Krankheit, Unglücksfall).
[3] Bei Naturkatastrophen, die zu größeren Schäden geführt haben, gibt die Finanzverwaltung
regelmäßig einen sog. Katastrophen-Erlass heraus.

Erholungsbeihilfen des Arbeitgebers zählen zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.

Beihilfen zur Förderung der Erziehung sind i. d. R. steuerfrei; desgleichen Beihilfen zur Förderung
der Wissenschaft, Kunst sowie der Ausbildung.[4]

Beitragsermäßigungen (HI7412000)
Beitragsermäßigungen z. B. auf Versicherungsprämien an Versicherungsangestellte sind i. d. R.
Arbeitslohn. Es kann die Regelung über Belegschaftsrabatte eingreifen.[1]

Belegschaftsaktien (HI7412001)
Die unentgeltliche oder verbilligte Abgabe von Aktien, Genussscheinen und sonstigen
Vermögensbeteiligungen am Unternehmen des Arbeitgebers ist Arbeitslohn, der aber teilweise
steuerfrei bleibt. S. "Aktienüberlassung".

Belegschaftsrabatte (HI7412002)
sind grundsätzlich Arbeitslohn, der aufgrund des Rabattfreibetrags teilweise unversteuert bleibt.[1]

Belohnungen (HI7412003)
die Arbeitgeber für besonders gute Leistungen gewähren, sind steuerpflichtiger Arbeitslohn; s.
"Preisgelder".

Berufshaftpflicht (HI7412004)
Die Übernahme der Beiträge zur Berufshaftpflichtversicherung angestellter Rechtsanwälte durch den
Arbeitgeber führt zu Arbeitslohn. Die Beitragszahlung erfolgt in erster Linie im Interesse der

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

Arbeitnehmerin. Der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung ist unabdingbar für die Ausübung
des Berufs eines Rechtsanwalts.[1] Eine Aufteilung der Versicherungssumme nach
Mindestdeckungssumme und überschießender Summe ist nicht vorzunehmen.[2]

Der BFH hat aber im Gegensatz dazu entschieden, dass eine Rechtsanwalts-GmbH mit der
Versicherung ihrer eigenen Berufstätigkeit durch Abschluss einer gesetzlich vorgeschriebenen
Berufshaftpflichtversicherung[3] ihren angestellten Rechtsanwälten keinen Arbeitslohn zuwendet.[4]
Ebenso führt die eigene Berufshaftpflichtversicherung einer Rechtsanwalts-GbR nicht zu Arbeitslohn
bei den angestellten Rechtsanwälten.[5]

Berufskleidung (HI7412005)
S. "Arbeitskleidung/Berufskleidung".

Bestechungsgelder (HI7412006)
Einem Arbeitnehmer von Dritten gezahlte Bestechungsgelder gehören, da nicht durch das
Dienstverhältnis veranlasst, nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Sie sind sonstige Einkünfte
i. S. v. § 22 Nr. 3 EStG.[1]

Betreuungsaufwand (HI7412007)
Ob beim Betreuer steuerfreier Auslagenersatz vorliegt, hängt davon ab, ob die vom Träger der Kinder-
und Jugendhilfe gezahlten Gelder im Großen und Ganzen den tatsächlichen Aufwendungen des
Betreuers entsprechen.[1]

Betriebliche Sozialleistungen (HI7412009)


Betriebliche Sozialleistungen sind grundsätzlich steuerpflichtiger Arbeitslohn, können aber in
betrieblichem Interesse gewährt werden.[1]

Betriebliche Weiterbildung (HI7412010)


S. "Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen des Arbeitgebers".

Betriebshaftpflicht (HI9907519)
Die Mitversicherung angestellter Klinikärzte in der Betriebshaftpflichtversicherung eines
Krankenhauses[1] ist kein Lohn, weil die Mitversicherung keine Gegenleistung für die Beschäftigung
ist.[2]

S. auch "Kammerbeiträge".

Betriebsrente (HI7412011)
S. "Altersbezüge/Pensionen/Betriebsrenten/Renten".

Betriebssport (HI7412012)

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

Aufwendungen des Arbeitgebers für den Betriebssport sind grundsätzlich steuerpflichtig, können aber
als "Gesundheitsförderung" unter weiteren Voraussetzungen steuerfrei gewährt werden.[1]

Betriebsveranstaltungen/-ausflüge (HI7412013)
Zuwendungen des Arbeitgebers anlässlich von Betriebsveranstaltungen bleiben bis zu einem Betrag
von 110 EUR[1] je Veranstaltung steuerfrei.[2] Darüber hinaus liegt steuerpflichtiger Arbeitslohn vor.[3]

Betriebsversammlung (HI7412014)
Ersatzleistungen des Arbeitgebers z. B. für Fahrtkosten usw. der Arbeitnehmer sollen zum
steuerpflichtigen Arbeitslohn gehören. Bei Betriebsversammlungen außerhalb des Betriebs können
u. E. Fahrtkosten lohnsteuerfrei ersetzt werden. Bei Benutzung eines eigenen Fahrzeugs sind die
Kilometerpauschalen zu beachten.

Bewirtungskosten (HI7412015)
Die Aufwendungen des Arbeitgebers für die Teilnahme des Arbeitnehmers an einer betrieblich
veranlassten Bewirtung von Geschäftsfreunden[1] sind kein Arbeitslohn.[2]

Bildschirmbrille (HI7412016)
Aufwendungen des Arbeitgebers für die Untersuchung der Augen und des Sehvermögens bei
Beschäftigten an Bildschirmgeräten sind wegen der gesetzlichen Verpflichtung des Arbeitgebers kein
Arbeitslohn; ebenso nicht der Ersatz der Kosten für eine spezielle Bildschirmbrille.[1]

Bußgelder (HI7412017)
S. "Geldbuße/-strafe".

Bürokostenzuschuss (HI7412018)
Ob Zahlungen des Arbeitgebers für ein im Haus oder in der Wohnung des Arbeitnehmers gelegenes
Büro, das der Arbeitnehmer für die Erbringung seiner Arbeitsleistungen nutzt, den Einkünften aus
nichtselbstständiger Arbeit oder aus Vermietung und Verpachtung zuzuordnen sind, bestimmt sich
danach, in wessen vorrangigem Interesse das Büro genutzt wird.[1] Die Finanzverwaltung folgt dieser
Rechtsprechung.[2] Wird das Büro vor allem im betrieblichen Interesse des Arbeitgebers genutzt und
geht dieses Interesse – objektiv nachvollziehbar – über die Entlohnung des Arbeitnehmers und über
die Erbringung der jeweiligen Arbeitsleistung hinaus, ist anzunehmen, dass die betreffenden
Zahlungen auf einer neben dem Dienstverhältnis gesondert bestehenden Rechtsbeziehung (z. B.
Mietvertrag) beruhen[3]; so z. B. wenn der Arbeitgeber entsprechende Mietverträge auch mit fremden
Dritten eingegangen ist.[4]

Chefarzt (HI7412019)
Einnahmen eines angestellten Chefarztes aus dem Liquidationsrecht für gesondert berechenbare
Wahlleistungen sind Arbeitslohn[1], wenn der Arzt in den organisatorischen Krankenhausbetrieb
eingegliedert ist, keinen eigenen Entscheidungsspielraum hat und kein Unternehmerrisiko trägt.[2]

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

Computer (HI7412020)
S. "Telefon/Telekommunikation".

Darlehen (HI7412021)
S. "Zinsersparnisse/-zuschüsse".

Deputate (HI7412022)
in der Landwirtschaft sind steuerfrei, soweit der Rabattfreibetrag von 1.080 EUR nicht überschritten
wird.[1]

Diebstahlersatz (HI7412023)
Kein steuerpflichtiger Arbeitslohn liegt vor, wenn aus beruflicher Veranlassung (z. B. auf
Auswärtstätigkeiten) Gegenstände abhanden gekommen sind, die der Arbeitnehmer mit sich führen
musste, und der Schaden sich als Konkretisierung einer berufsspezifischen Gefährdung erweist.[1]

Dienstwohnung (HI7412024)
Die Gewährung einer (verbilligten) Dienstwohnung stellt regelmäßig Arbeitslohn dar.[1]

Directors- & Officers-Versicherungen (HI7412025)


Beiträge zu Vermögenschaden-Haftpflichtversicherungen von Arbeitnehmern (D- & O-
Versicherungen) sind kein Arbeitslohn, wenn die Versicherung in erster Linie der Absicherung des
Unternehmens oder des Unternehmenswerts gegen Schadensersatzforderungen von Dritten gegenüber
dem Unternehmen dient. Die Versicherung muss eine Klausel zur Firmenhaftung enthalten. Das
Management als Ganzes muss versichert sein und Basis der Prämienkalkulation müssen Daten des
Unternehmens sein.[1]

Direktversicherung (HI7412026)
Beiträge an eine Direktversicherung sind nach § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Satz 1 EStG gesetzlich
definierter Arbeitslohn.[1]

Durchlaufende Gelder (HI7412027)


Sie sind kein Arbeitslohn, soweit sie der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber erhält, um sie für diesen
auszugeben[1]; s. "Auslagenersatz"; die dortigen Ausführungen gelten hier entsprechend.

Ehrenamt (HI7412028)
Die steuerliche Behandlung von Aufwandsentschädigungen, die an ehrenamtlich Tätige aus
öffentlichen Kassen gezahlt werden, ist in R 3.12 Abs. 3 LStR geregelt.[1] Darüber hinaus wird für
Ehrenämter nach § 3 Nr. 26a EStG eine sog. Ehrenamtspauschale von 720 EUR jährlich gewährt.[2]
S. auch "Nebenberufliche Tätigkeit".

Eintrittskarten (HI7412029)

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

Überlässt der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern Eintrittskarten für gesellschaftliche


Veranstaltungen, wie z. B. Sportveranstaltungen, Theater, Konzert usw., handelt es sich i. d. R. um
steuerpflichtigen Arbeitslohn. Ein überwiegend eigenbetriebliches Interesse und damit kein
Arbeitslohn kann nur ausnahmsweise anzunehmen sein.[1]

Entgelt-/Gehaltsumwandlung (zugunsten der Altersvorsorge) (HI7412030)


Wird der gegenwärtige Arbeitslohn zugunsten einer wertgleichen Pensionszusage herabgesetzt, fließt
dem Arbeitnehmer insoweit während seiner aktiven Arbeitszeit steuerpflichtiger Arbeitslohn nicht zu.

Wichtig
Steuervorteile durch Entgeltumwandlung

Durch eine solche Verlagerung des Lohnsteuerabzugs in die Zeit des Ruhestands (nachgelagerte
Besteuerung) kann eine Steuerstundung eintreten, die darüber hinaus häufig auch noch zu einer
Minderung des Steuersatzes (Progression) führen wird.

Bei Herabsetzung künftigen Arbeitslohns durch Entgeltumwandlung zugunsten einer betrieblichen


Altersversorgung ist es unschädlich, wenn der bisherige ungekürzte Arbeitslohn weiterhin
Bemessungsgrundlage für die künftigen Erhöhungen des Arbeitslohns oder andere
Arbeitgeberleistungen (Weihnachtsgeld, Tantieme usw.) bleibt oder wenn vereinbart wird, dass
Arbeitnehmer oder Arbeitgeber sie für künftigen Arbeitslohn einseitig ändern können.[1]

Entschädigung (HI7412031)
Entschädigungen können steuerfreie Einnahmen oder steuerpflichtiger Arbeitslohn sein.[1]

Erfindervergütungen (HI7412032)
Sie sind steuerpflichtiger Arbeitslohn und voll zu versteuern. Vergütungen für mehrere Jahre können
nach der sog. Fünftelregelung ermäßigt besteuert werden.[1]

Erschwerniszuschläge (HI7412033)
Zulagen wie Gefahren-, Hitze- und Schmutzzulagen gehören zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.

Erziehungsgeld (HI7412034)
ist steuerfrei.[1]

Essenszuschüsse (HI7412035)
sind grundsätzlich Arbeitslohn.[1]

Fahrausweise (HI7412036)
S. "BahnCard".

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

Fahrtkostenersatz für den Arbeitsweg (HI7412037)


Erstattungen für Fahrten zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte sind steuerpflichtiger Arbeitslohn,
soweit die Aufwendungen nicht zu den Reisekosten gehören.[1] Er kann ggf. vom Arbeitgeber
pauschal versteuert werden.[2] Ein geldwerter Vorteil ist jedoch nicht anzunehmen, soweit der
Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern ein sog. Job-Ticket für Fahrten zwischen Wohnung und
Tätigkeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu dem mit dem Verkehrsunternehmen vereinbarten
(niedrigeren) Preis überlässt.[3] Die Tarifermäßigung für das Job-Ticket im Vergleich zum üblichen
Preis wird also nicht als geldwerter Vorteil angesehen.[4]

Familienpflegezeit (HI7412038)
Während der Familienpflegezeit erhalten Betroffene vom Arbeitgeber eine staatlich geförderte
Entgeltaufstockung in Höhe der Hälfte der Differenz zwischen dem bisherigen Arbeitsentgelt und
dem, das sich infolge der Reduzierung der Arbeitszeit ergibt. Zufluss von Arbeitslohn liegt in Höhe der
Summe aus dem verringerten (regulären) Arbeitsentgelt und der Entgeltaufstockung des Arbeitgebers
vor. Wird in der Nachpflegephase bei voller Arbeitszeit nur das reduzierte Gehalt ausgezahlt, um mit
dem anderen Teil das negative Wertguthaben wieder auszugleichen, liegt Zufluss von Arbeitslohn nur
in Höhe des reduzierten Arbeitsentgelts vor.[1]

Fehlgeldentschädigungen (HI7412039)
Fehlgeldentschädigungen (Mankogelder) sind bei Arbeitnehmern, die im Kassen- oder Zähldienst
beschäftigt sind, steuerfrei, soweit die pauschale Entschädigung 16 EUR monatlich nicht übersteigt.[1]
Werden nur die tatsächlichen Kassenfehlbestände ersetzt, sind diese Ersatzleistungen unter dem
Gesichtspunkt Auslagenersatz in voller Höhe steuerfrei. Arbeitslohn kann vorliegen, wenn der
Arbeitnehmer infolge der vom Arbeitgeber getragenen Kassenfehlbeträge von einer ihn treffenden
Ersatzpflicht gegenüber dem Arbeitgeber freigestellt worden ist.[2]

Firmenwagen/Dienstwagen (HI7412040)
Die Überlassung eines Dienstwagens für private Zwecke stellt Arbeitslohn dar.[1]

Forderungsverzicht (HI7412041)
Der Verzicht des Arbeitgebers auf Forderungen gegen seine Arbeitnehmer führt zu steuerpflichtigem
Arbeitslohn.

Fort- und Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers (HI7412042)


Sie sind steuerfrei, wenn sie in ganz überwiegend eigenbetrieblichem Interesse des Arbeitgebers
durchgeführt werden. Ein ganz überwiegend eigenbetriebliches Interesse ist zu bejahen, wenn die
Bildungsmaßnahme die Einsatzfähigkeit des Arbeitnehmers im Betrieb des Arbeitgebers erhöhen soll.
Die Annahme eines ganz überwiegend eigenbetrieblichen Interesses des Arbeitgebers setzt nicht
voraus, dass der Arbeitgeber die Teilnahme an der Bildungsmaßnahme zumindest teilweise auf die
Arbeitszeit anrechnet. Geschieht dies jedoch, soll ohne weitere Prüfung ein ganz überwiegend
eigenbetriebliches Interesse und damit die Steuerfreiheit der beruflichen Fort- und
Weiterbildungsleistungen zu unterstellen sein; z. B. bei Meisterkursen, die der Arbeitgeber
mindestens teilweise auf die Arbeitszeit anrechnet; anders nur dann, wenn konkrete Anhaltspunkte
für den Belohnungscharakter der Bildungsmaßnahmen vorliegen.[1]

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

Ein ganz überwiegendes eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers kann auch vorliegen, wenn der
Arbeitnehmer bezogen auf die infrage stehende Bildungsmaßnahme Rechnungsempfänger ist. Dies
setzt allerdings voraus, dass der Arbeitgeber die Übernahme bzw. den Ersatz allgemein oder für die
besondere Bildungsmaßnahme vor Vertragsabschluss schriftlich zugesagt hat.[2] Diese Regelungen
gelten auch für vom Arbeitgeber im Rahmen der Fort- und Weiterbildung übernommene
Studiengebühren. Dabei ist es nicht erforderlich, dass der Arbeitgeber die übernommenen
Studiengebühren vom Arbeitnehmer zurückfordern kann.[3] Ist aber der Arbeitnehmer zur
Rückzahlung der Studiengebühren verpflichtet und übernimmt beim Arbeitgeberwechsel der neue
Arbeitgeber die Verpflichtung, führt das zu Arbeitslohn vom neuen Arbeitgeber.[4]

Übernehmen Arbeitgeber im Rahmen des Ausbildungsdienstverhältnisses die vom studierenden


Arbeitnehmer geschuldeten Studiengebühren müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein, damit
Arbeitslohn verneint werden kann:

Der Arbeitgeber hat sich arbeitsvertraglich zur Übernahme der Studiengebühren verpflichtet.
Der Arbeitgeber kann die Rückzahlung der übernommenen Kosten fordern, wenn der
Arbeitnehmer das ausbildende Unternehmen auf eigenen Wunsch innerhalb von 2 Jahren
nach Studienabschluss verlässt.[5]

Freifahrten/Freikarten/Freiflüge/ Freitabak/Freitrunk (HI7412043)


sind als geldwerte Vorteile Arbeitslohn.[1]

Früheres Dienstverhältnis (HI7412044)


Einnahmen, die durch ein früheres Dienstverhältnis veranlasst sind, sind steuerpflichtiger
Arbeitslohn, z. B. Pensionen, Warte- und Ruhegelder, Witwen- und Waisengelder; s. "Altersbezüge
/Pensionen/Betriebsrenten/Renten". Arbeitslohn, der nach dem Tod des Arbeitnehmers den Erben
zufließt, gehört bei ihnen zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit. Durch den Zufluss der
Versorgungsbezüge an die Erben werden diese steuerlich zu Arbeitnehmern.[1] Bei diesen werden die
Versorgungsbezüge nach den in ihrer Person gegebenen Besteuerungsmerkmalen besteuert.[2]

Führerschein (HI7412045)
Der beiläufige Erwerb eines Führerscheins der Klasse 3 (bzw. Klasse B) im Rahmen einer umfassenden
Gesamtausbildung zum Polizeivollzugsdienst führt nicht zu Arbeitslohn des Polizeianwärters, wenn
das Ausbildungsinteresse des Dienstherrn im Vordergrund steht.[1] Entsprechendes dürfte m. E. für
den Führerscheinerwerb im Rahmen der Ableistung des (freiwilligen) Wehrdiensts gelten. Auch hier
ist die Ausbildung – ähnlich wie im Polizeivollzugsdienst – auf die besonderen Bedürfnisse und
Erfordernisse des Führens von Einsatzfahrzeugen durch Berufskraftfahrer der Bundeswehr abgestellt.
Anders dagegen i. A. bei der Übernahme der Kosten für den Erwerb einer Fahrerlaubnis, die – wie
z. B. bei Vertretern und anderen Außendienstmitarbeitern – zum Führen eines Kraftfahrzeugs im
üblichen Straßenverkehr berechtigt.

Fußballer (HI7412046)
Erhält ein Fußballer von seinem Verein beim Transfer von einem anderen Verein einen Anteil der
Ablösezahlung, liegt steuerpflichtiger Arbeitslohn vor. Eine Tarifbegünstigung kommt nicht in
Betracht, wenn die Ablöse bereits im Arbeitsvertrag vereinbart war[1]; s. "Amateursportler".

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

Ein Fußball-Nationalspieler, dem der DFB Anteile an den durch die zentrale Vermarktung der Fußball-
Nationalmannschaft erwirtschafteten Werbeeinnahmen überlässt, erzielt insoweit keinen Arbeitslohn,
sondern Einkünfte aus Gewerbebetrieb.[2]

Garagengeld (HI7412047)
Vom Arbeitgeber für das Unterstellen eines Firmenfahrzeugs in einer dem Arbeitnehmer gehörenden
Garage gezahltes "Garagengeld" ist kein Arbeitslohn, sondern Nutzungsentgelt i. S. v. § 21 Abs. 1
EStG.[1]

Arbeitslohn ist ebenfalls nicht gegeben, wenn der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer die Miete ersetzt,
weil der Arbeitnehmer bei einem Dritten eine Garage zum Unterstellen des Firmenwagens angemietet
hat. Es liegt steuerfreier Auslagenersatz vor.[2] Zahlt der Arbeitgeber Garagengeld für die
Unterbringung des arbeitnehmereigenen Privatfahrzeugs, ist Arbeitslohn anzunehmen. Wegen der
Frage, ob die Bereitstellung eines Stellplatzes durch den Arbeitgeber am Einsatzort Arbeitslohn ist, s.
"Parkgebühren/Parkplatz".

Geburtsbeihilfen/Heiratsbeihilfen (HI7412048)
gehören zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.

Gehaltsverzicht (HI7412049)
Ein Gehaltsverzicht, bei dem der Arbeitnehmer keine Bedingung für die Verwendung der verzichteten
Gehaltsteile stellt, ist kein Arbeitslohn. Ob ein bedingungsfreier Gehaltsverzicht oder eine
lohnsteuerpflichtige Gehaltskürzung unter Verwendungsauflage vorliegt, ist nach den Verhältnissen
des Einzelfalls zu entscheiden. Die Rechtsprechung hat den Gehaltsverzicht von Geistlichen zugunsten
eines Solidaritätsfonds für Arbeitslose und bei Ordensschwestern zugunsten satzungsgemäßer
Aufgaben der Schwesternschaft als Gehaltsverzicht ohne Verwendungsauflage und damit m. E. zu
Recht nicht als Arbeitslohn angesehen.[1]

Geldbußen/-strafen (HI7412050)
die vom Arbeitgeber übernommen werden, sind nach bisheriger höchstrichterlicher Rechtsprechung
steuerpflichtiger Arbeitslohn. Ein rechtswidriges Tun ist danach keine beachtliche Grundlage einer
betriebsfunktionalen Zielsetzung.[1] Diese Auffassung ist jedoch umstritten und erneut beim BFH
anhängig. Ein Finanzgericht hat entschieden, dass die Übernahme von Verwarnungsgeldern wegen
Falschparkens durch einen Paketzustelldienst nicht zu Arbeitslohn bei den angestellten Fahrern führt.
[2]

Ebenfalls als Arbeitslohn hat die Rechtsprechung die Zahlung einer Geldbuße/Geldauflage durch den
Arbeitgeber angesehen, die gegen einen bei ihm beschäftigten Mitarbeiter wegen Verstößen gegen das
Lebensmittelrecht verhängt worden ist.[3]

Geschenke (HI7412051)
sind nach Rechtsprechung des BFH steuerpflichtiger Arbeitslohn.[1] Aufmerksamkeiten
(Sachgeschenke) bis zu einem Wert von 60 EUR werden jedoch von der Finanzverwaltung steuerfrei
belassen.[2] Andere Sachzuwendungen können aufgrund der Sachbezugsfreigrenze von 44 EUR/Monat
steuerlich außer Ansatz bleiben.[3] Geldgeschenke sind unabhängig von der Höhe steuerpflichtig.

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

Gemischte Veranlassung (HI7412052)


Nach der Rechtsprechung[1] ist eine Aufteilung von Aufwendungen des Arbeitgebers für gemischt
veranlasste Sachleistungen in steuerpflichtigen Arbeitslohn und Zuwendungen im ganz überwiegend
eigenbetrieblichen Interesse zulässig.[2]

Gesellschaftsanteile (HI7412053)
Erhält der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber Gesellschaftsanteile verbilligt, handelt es sich bei dem
geldwerten Vorteil um steuerpflichtigen Arbeitslohn.[1]

Gesundheitsförderung (HI7412054)
Zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachte Leistungen des Arbeitgebers zur
Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands und zur betrieblichen Gesundheitsförderung
sind von der Lohnsteuer und damit im Ergebnis auch von Sozialversicherungsbeiträgen befreit, soweit
sie den Betrag von 500 EUR[1] im Kalenderjahr nicht übersteigen.[2]

Getränke/Süßwaren (HI7412055)
können zu den Aufmerksamkeiten gehören.[1]

GmbH-Anteile (HI7412056)
Überlässt eine Muttergesellschaft dem Gesellschaftergeschäftsführer einer Tochtergesellschaft
verbilligt Anteile an deren Stammkapital, liegt darin regelmäßig ein geldwerter Vorteil und damit
Arbeitslohn.[1] S. auch "Aktienüberlassung".

Gruppenversicherungen (HI7412057)
Prämien des Arbeitgebers zu Gruppenversicherungen führen beim Arbeitnehmer zu einem
Lohnzufluss, wenn dem Arbeitnehmer gegen die Versicherung ein unentziehbarer Rechtsanspruch
zusteht, den er auch selbst durchsetzen kann. Erhält ein Mitarbeiter Leistungen aus einer
arbeitgeberfinanzierten Gruppenunfallversicherung ohne eigenen Rechtsanspruch, führen die bis
dahin entrichteten Beiträge zu steuerpflichtigem Arbeitslohn.[1]

Handy (HI7412058)
Die Überlassung zur Nutzung ist steuerfrei, die Übereignung nicht, s. "Telefon/Telekommunikation".

Heimarbeiter (HI7412059)
Lohnzuschläge, die den Heimarbeitern zur Abgeltung der mit der Heimarbeit verbundenen
Aufwendungen neben dem Grundlohn gezahlt werden, sind unter dem Gesichtspunkt des
Auslagenersatzes bzw. Werkzeuggelds steuerfrei.[1] Die Steuerfreiheit ist auf 10 % des Grundlohns
begrenzt.[2]

Humanitärer Hilfsfonds (HI7412060)

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

Zahlungen hieraus an ehemalige Zwangsarbeiter sind nicht steuerbare Zuflüsse, insbesondere kein
steuerpflichtiger Arbeitslohn.[1]

Incentivereisen (HI7412061)
Die Teilnahme an derartigen Reisen im Rahmen des Dienstverhältnisses ist regelmäßig Arbeitslohn.[1]

Insolvenzgeld (HI7412062)
Insolvenzgeld, das der Arbeitnehmer für die letzten 3 Monate vor der Eröffnung des
Insolvenzverfahrens erhält, ist steuerfrei[1], unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt.

Insolvenzsicherung (HI7412063)
Beiträge des Trägers der Insolvenzversicherung zugunsten eines Versorgungsberechtigten und seiner
Hinterbliebenen an eine Pensionskasse oder ein Unternehmen der Lebensversicherung bleiben in
Fällen des § 3 Nr. 65 EStG steuerfrei. Dies gilt auch für Versorgungszusagen an beherrschende
Gesellschafter-Geschäftsführer.[1]

Internetzugang (HI7412064)
S. "Telefon/Telekommunikation".

Irrtümliche Überweisungen (HI9907520)


Zum Arbeitslohn gehören auch irrtümliche Überweisungen des Arbeitgebers. Die Rückzahlung des
versehentlich überwiesenen Betrags ist erst im Zeitpunkt des tatsächlichen Abflusses beim
Arbeitnehmer als negative Einnahme zu berücksichtigen.[1] S. "Rückzahlung von Arbeitslohn".

Jahreswagen (HI7412065)
Rabatte, die Automobilhersteller und -händler ihrer Belegschaft beim Kauf von Neuwagen einräumen,
sind Arbeitslohn, auf den die Rabattregelung anzuwenden ist. Diese Fahrzeuge werden oft als
Jahreswagen bezeichnet, weil sie regelmäßig innerhalb eines Jahres von den Mitarbeitern an Dritte
weiterveräußert werden.[1]

Job-Ticket (HI7412066)
S. "Fahrtkostenersatz".

Kammerbeiträge (HI7412067)
Obwohl die Anerkennung einer Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft voraussetzt,
dass die Geschäftsführer Wirtschaftsprüfer bzw. Steuerberater sind, führt die Übernahme der Beiträge
zu den Berufskammern durch den Arbeitgeber zu Arbeitslohn. Der Arbeitgeber handelt nicht im
überwiegend eigenbetrieblichen Interesse.[1] S. aber auch "Berufshaftpflicht".

Kaufkraftausgleich (HI7412068)

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Zuwendungen des Arbeitgebers zum Ausgleich von Kaufkraftverlusten bei Arbeitnehmern, die für
einen begrenzten Zeitraum im Ausland tätig sind, sind in der von der Finanzverwaltung jeweils
festgelegten Höhe steuerfrei.[1]

Kindergartenzuschüsse (HI7412069)
können steuerfrei sein.[1]

Kinderzuschüsse (HI7412070)
aus der gesetzlichen Rentenversicherung sind steuerfrei.[1]

Kleidergeld (HI7412071)
bleibt unter engen Voraussetzungen steuerfrei.[1]

Kleidung (HI7412072)
S. "Arbeitskleidung/Berufsbekleidung".

Kontoführungsgebühren (HI7412073)
Vergütungen des Arbeitgebers zum Ersatz der dem Arbeitnehmer entstehenden
Kontoführungsgebühren gehören zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.[1]

Kraftfahrzeuggestellung (HI7412074)
Die Gestellung eines Dienstwagens für private Zwecke stellt Arbeitslohn dar.[1]

Krankentagegeld (HI7412075)
Krankentagegeld, das vom Arbeitgeber weitergeleitet wird, ist unabhängig davon Arbeitslohn, ob der
Arbeitgeber in die Auszahlung des Krankentagegelds eingeschaltet ist.[1]

Kreditkarte (HI7412076)
Wird dem Arbeitnehmer für dienstliche Zwecke unentgeltlich eine Firmenkreditkarte zur Verfügung
gestellt, kann die Übernahme der entsprechenden Kosten als Leistung im ganz überwiegend
eigenbetrieblichen Interesse steuerfrei sein.[1]

Kundenbewirtung (HI7412077)
Die Teilnahme von Arbeitnehmern an der Bewirtung von Kunden durch den Arbeitgeber ist kein
steuerpflichtiger Arbeitslohn.[1] Für die Bewirtung des Arbeitnehmers anlässlich einer geschäftlich
veranlassten Einladung durch einen Kunden gilt Entsprechendes.

Kurkosten (HI7412078)

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

Die Übernahme von Kurkosten durch den Arbeitgeber ist grundsätzlich als Arbeitslohn zu werten.
Eine Aufteilung in Arbeitslohn und eine nicht der Lohnsteuer unterliegende Zuwendung im
betrieblichen Eigeninteresse kommt nicht in Betracht.[1] S. "Gemischte Veranlassung".

Kurzarbeitergeld (HI7412079)
Es ist als Leistung nach dem Arbeitsförderungsgesetz steuerfrei, unterliegt aber dem
Progressionsvorbehalt.[1] Andere Unterstützungen durch den Arbeitgeber sind grundsätzlich
steuerpflichtig.

Lebensversicherung (HI7412080)
Zuschüsse des Arbeitgebers zur Lebensversicherung kraft Gesetzes nicht versicherungspflichtiger
Arbeitnehmer, z. B. eines Vorstandsmitglieds einer AG, gehören zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.[1]

Für die Steuerfreiheit von Arbeitgeberzuschüssen zu einer Lebensversicherung des Arbeitnehmers ist
dessen gegenwärtiger Versicherungsstatus maßgebend. Deshalb entfällt die Steuerfreiheit bei einem
gegenwärtig kraft Gesetzes rentenversicherungsfreien Arbeitnehmer, auch wenn er zuvor auf eigenen
Antrag und nicht kraft Gesetzes von der Rentenversicherungspflicht befreit worden war.[2]

Lehrabschlussprämien (HI7412081)
Sie gehören zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.

Letztwillige Verfügungen (HI7412082)


S. "Vermächtnis".

Lösegeld (HI7412083)
Aufwendungen des Arbeitgebers für die Befreiung eines als Geisel genommenen Arbeitnehmers
gehören wie die übrigen Aufwendungen des Arbeitgebers für die persönliche Sicherheit der
Arbeitnehmer zur Ausgestaltung des Arbeitsplatzes und sind daher kein steuerpflichtiger Arbeitslohn.

Lohnausgleichs/-ersatzleistungen (HI7412084)
Lohnersatzleistungen wie z. B. der Lohnausgleich im Baugewerbe für witterungsbedingte
Arbeitsausfälle in der Winterperiode, die aufgrund tarifvertraglicher Regelung gezahlt werden,
gehören nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn; sie sind jedoch im Rahmen des
Progressionsvorbehalts zu berücksichtigen.[1]

Lohnsteuer-Nachentrichtung (HI7412085)
Führt der Arbeitgeber die Lohnsteuer für zunächst als steuerfrei behandelten Arbeitslohn nachträglich
an das Finanzamt ab, fließt dem Arbeitnehmer hierdurch zusätzlich Arbeitslohn zu. Dies gilt
unabhängig davon, ob die nachträglich lohnversteuerten Einkünfte tatsächlich sachlich steuerpflichtig
waren oder nicht.[1]

Losgewinne (HI7412086)
können Arbeitslohn sein.[1]

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Mankogeld (HI7412087)
S. "Fehlgeldentschädigungen".

Maut-/Schutzbriefkosten (HI7412088)
Vom Arbeitgeber übernommene Straßenbenutzungsgebühren (z. B. für Vignetten, Maut-, Fähr-,
Brückengelder, Parkgebühren sowie Schutzbriefkosten) sind steuerpflichtiger Arbeitslohn.[1]

Mess-Stipendien (HI7412089)
die Gläubige einem katholischen Priester für die Feier der Heiligen Messe gewähren, gehören zum
steuerpflichtigen Arbeitslohn.

Metergeld (HI7412090)
im Möbeltransportgewerbe ist steuerpflichtiger Arbeitslohn.

Mietkostenzuschuss/Mietzahlungen des Arbeitgebers an Arbeitnehmer (


HI7412091)

S. "Bürokostenzuschuss".

Mindestlohn (HI8705703)
Der Mindestlohn (8,84 EUR je Arbeitsstunde) führt bei vielen Arbeitnehmern zu höherem Arbeitslohn.
Dieser unterliegt ohne weitere Besonderheiten der Besteuerung, wenn die Eingangsbeträge der
jeweiligen Lohnsteuerklasse überschritten sind.

Mitgliedsbeiträge (HI7412092)
Übernimmt der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer die Mitgliedsbeiträge zu privaten Vereinen, z. B.
Rotary-, Tennis- oder Golf-Club, gehören die Aufwendungen hierfür zum steuerpflichtigen
Arbeitslohn, selbst wenn durch die Mitgliedschaft die geschäftlichen Interessen des Arbeitgebers
wahrgenommen werden.[1] Nur wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer den Beitritt derart
aufdrängt, dass er sich dem nicht entziehen kann, ohne Nachteile in Kauf zu nehmen, sind die für die
Mitgliedschaft vom Arbeitgeber übernommenen Beiträge nicht als Arbeitslohn zu qualifizieren.[2]

Mobilitätsbeihilfen (HI7412093)
sind in entsprechender Anwendung des § 3 Nr. 2 EStG steuerfrei.

Mutterschaftshilfe (HI7412094)
Mutterschaftsgeld sowie der Zuschuss des Arbeitgebers i. H. d. Unterschiedsbetrags zwischen dem
Mutterschaftsgeld der Krankenkasse und dem Nettolohn sind steuerfrei.[1]

Nebenberufliche Tätigkeit (HI7412095)


Einnahmen als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher oder für eine vergleichbare nebenberufliche Tätigkeit
oder für die nebenberufliche Pflege Alter, Kranker und Behinderter sind im Rahmen der sog.

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

Übungsleiterpauschale nach § 3 Nr. 26 EStG bis zu 2.400 EUR jährlich steuerfrei.[1] Die
Übungsleiterpauschale erfasst aber nicht alle ehrenamtlichen oder gemeinnützigen Tätigkeiten. Für
Einnahmen aus sonstigen nebenberuflichen Tätigkeiten im gemeinnützigen, mildtätigen oder
kirchlichen Bereich gilt nach § 3 Nr. 26a EStG ein Freibetrag i. H. v. 720 EUR.

Optionsrecht (HI7412096)
Wird dem Arbeitnehmer im Rahmen des Dienstverhältnisses das Recht auf den späteren Erwerb von
Gegenständen (z. B. Aktien, Grundstücke) zu einem feststehenden Preis eingeräumt, liegt darin
zunächst nur die Verschaffung einer Chance. Ein geldwerter Vorteil fließt dem Berechtigten
grundsätzlich erst mit der Ausübung des Optionsrechts zu.[1] Dies gilt bei Einräumung eines nicht
handelbaren wie auch eines handelbaren Aktienoptionsrechts.[2]

Arbeitslohn ist die Differenz zwischen feststehendem Preis laut Vereinbarung und Verkehrswert im
Zeitpunkt des Zuflusses. Als Zuflusszeitpunkt des geldwerten Vorteils aus der Ausübung eines
Aktienoptionsrechts ist der Tag der Ausbuchung der Aktien aus dem Depot des Überlassenden oder
dessen Erfüllungsgehilfen maßgebend.[3] S. "Aktienüberlassung".

Outplacement-Beratung (HI7401103)
Beratungs- und Betreuungsleistungen des Arbeitgebers zur beruflichen Neuorientierung von
Arbeitnehmern anlässlich der Auflösung des Dienstverhältnisses (Outplacement-Beratung) sind
regelmäßig Teil der Abfindungsvereinbarung und damit steuerbarer Arbeitslohn; anders jedoch dann,
wenn es sich um i. S. d. SGB III begünstigte Aufwendungen handelt, die den verbesserten
Möglichkeiten für die Wiedereingliederung in das Arbeitsleben dienen und steuerfrei sind.[1]

Parkgebühren/Parkplatz (HI7401104)
Die unentgeltliche oder verbilligte Überlassung von Parkraum/Stellplätzen durch den Arbeitgeber stellt
nach Verwaltungsauffassung[1] – trotz gegenteiliger Finanzgerichtsrechtsprechung[2] – keinen
Arbeitslohn dar. Ersetzt der Arbeitgeber dem Mitarbeiter allerdings die Parkgebühren für das
Unterstellen des Fahrzeugs während der Arbeitszeit, liegt steuer- und sozialversicherungspflichtiger
Arbeitslohn vor.

Erstattet der Arbeitgeber Stellplatzkosten bei beruflichen Auswärtstätigkeiten, sind die erstatteten
Beträge bei Einzelnachweis nach § 3 Nr. 16 EStG steuerfrei. Zahlungen des Arbeitgebers an den
Arbeitnehmer für die Unterbringung eines Dienstfahrzeugs sind grundsätzlich kein Arbeitslohn,
sondern steuerfreier Auslagenersatz.[3] Die Erstattung von Parkgebühren für Privatfahrten führt
jedoch zu zusätzlichem Arbeitslohn. Sie ist nicht durch den Ansatz eines geldwerten Vorteils nach der
1 %-Regelung oder Fahrtenbuchmethode abgegolten.

Payback-Punkte (HI7401105)
Nach Auffassung der Finanzverwaltung führen die Vorteile aus dienstlich erworbenen Payback-
Punkten zu steuerpflichtigem Arbeitslohn. Der Zufluss erfolgt dabei bereits bei Gutschrift auf dem
privaten Punktekonto und nicht erst bei Einlösung der Payback-Punkte.[1]

Pensionskasse/Pensionsfonds (HI7401106)
Beiträge an eine Pensionskasse bzw. an einen Pensionsfonds sind Arbeitslohn.[1]

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

Pensionsverzicht (HI7401107)
Wenn ein Gesellschafter-Geschäftsführer auf eine Pensionszusage (= Pensionsanwartschaft) ganz
oder teilweise verzichtet, liegt eine zu Arbeitslohn führende verdeckte Einlage vor, für die die GmbH
grundsätzlich den Lohnsteuerabzug vorzunehmen hat.[1] Von einer verdeckten Einlage ist i. H. d.
Barwerts der bis zu dem Verzichtszeitpunkt bereits erdienten Versorgungsleistungen bzw. i. H. d.
Differenz zum Barwert der nach einem Teilverzicht noch verbleibenden Versorgungsleistungen
(ggf. 0) auszugehen.[2]

Pkw-Sicherheitstraining (HI7401108)
Bei Berufskraftfahrern wird ein ganz überwiegend eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers
bejaht. Bei Nichtberufskraftfahrern kommt es auf die Umstände des Einzelfalls an. Liegt bei einem
Arbeitnehmer – etwa Außendienstarbeiter in den Bereichen Service, Vertrieb und Montage – ein
besonderer Bezug zum Autofahren vor, stellen die Aufwendungen des Arbeitgebers für die
Kursgebühren keinen Arbeitslohn dar. Ein ganz überwiegend eigenbetriebliches Interesse wird
insbesondere nicht bei den Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte angenommen.[1]

Prämien (HI7401109)
Sie gehören regelmäßig zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Zu Prämien für Verbesserungsvorschläge
s. "Preisgelder".

Preisgelder (HI7401110)
Sie unterliegen der Lohnsteuer, wenn sie in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang mit dem
Arbeitsverhältnis stehen und leistungsbezogen sind. Maßgebend für die Entscheidung sind die
Ausschreibungsbedingungen und die der Preisverleihung zugrunde liegenden Ziele. Der einem
Mitarbeiter von einem Dritten verliehene Nachwuchsförderpreis führt zu Arbeitslohn.[1] Keine
Steuerpflicht tritt ein, wenn Lebenswerk, Persönlichkeit oder Gesamtschaffen des Empfängers
geehrt werden sollen.[2]

Provisionen im Bank- und Versicherungsgewerbe (HI7401111)


Steuerpflichtiger Arbeitslohn liegt vor, wenn zum Aufgabenbereich des Arbeitnehmers der direkte
Kontakt mit Kunden des Versicherungsunternehmens gehört. Hier kann auch eine Lohnzahlung
Dritter in Betracht kommen.

Rabatte (HI7401112)
Rabatte vom eigenen Arbeitgeber sind grundsätzlich Arbeitslohn, für die regelmäßig der
Rabattfreibetrag gewährt wird.[1] Bei Rabatten von Fremdfirmen kann es sich unter weiteren
Voraussetzungen um Arbeitslohn von Dritten handeln.[2]

Raucherentwöhnung (HI7401113)
Nehmen Arbeitnehmer an vom Arbeitgeber bezahlten Maßnahmen einer Raucherentwöhnung auf
freiwilliger Basis teil, handelt es sich grundsätzlich um Arbeitslohn.[1] Raucherentwöhnung stellt aber
eine Maßnahme zur Gesundheitsförderung dar. Solche Maßnahmen bleiben bis zu 500 EUR jährlich
steuerfrei.[2] S. "Gesundheitsförderung".

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Reisegepäckversicherung (HI7401114)
Prämien des Arbeitgebers auf die für die Arbeitnehmer geschlossene Reisegepäckversicherung führen
i. d. R. zu Arbeitslohn, wenn dem Arbeitnehmer gegen den Versicherer ein eigener Anspruch zusteht.
Beschränkt sich jedoch der Versicherungsschutz auf berufliche Auswärtstätigkeiten liegt steuerfreier
Reisekostenersatz vor.[1] Umfasst der Versicherungsschutz sämtliche Reisen des Arbeitnehmers, kann
die Gesamtprämie in einen beruflich und einen privat veranlassten Anteil aufgeteilt werden.
Voraussetzung hierfür ist, dass die Versicherung eine Auskunft über die Kalkulation erteilt.[2]

Reisekostenvergütungen (HI7401115)
Reisekostenvergütungen für Verpflegungsmehraufwendungen, die nach arbeitsrechtlichen oder
anderen Vorschriften zu zahlen sind, sind steuerfrei, soweit sie die steuerfreien Pauschbeträge nicht
übersteigen.[1] Sie können zudem, soweit sie die vorbezeichneten Pauschbeträge nicht um mehr als
100 % übersteigen, zu einem Steuersatz von 25 % pauschal versteuert werden.[2]

Reiseverlängerung (HI7401116)
Wenn der Auswärtstätigkeit ein eindeutiger unmittelbarer betrieblicher/beruflicher Anlass zugrunde
liegt, ist bei privater Verlängerung von einer untergeordneten privaten Mitveranlassung der Kosten
für die Hin- und Rückreise auszugehen.[1] Fahrt- und Flugkosten können in vollem Umfang erstattet
werden. Das gilt allerdings nicht, wenn die privat veranlassten Reise­tage zu einer nicht
abgrenzbaren Erhöhung der Fahrtkosten führen.

Rettungsdienst (HI7401117)
Einsatzgelder sind grundsätzlich Arbeitslohn, wenn sie die durch die ehrenamtliche Tätigkeit
veranlassten Aufwendungen regelmäßig nicht unwesentlich übersteigen.[1] Es greift aber der
allgemeine Steuerfreibetrag für Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten im gemeinnützigen,
mildtätigen oder kirchlichen Bereich i. H. v. 720 EUR im Jahr.[2] S. auch "Nebenberufliche Tätigkeit".

Rückzahlung von Arbeitslohn (HI7401118)


Zahlt der Arbeitnehmer versteuerten Arbeitslohn im Jahr des Empfangs zurück, ist der
Lohnsteuerabzug entsprechend zu ändern. Zahlt er ihn in einem späteren Jahr zurück, kann der
Arbeitnehmer den Rückzahlungsbetrag bei der Veranlagung als negative Einnahmen geltend machen.
[1] S. auch "Irrtümliche Überweisungen".

Sammelbeförderung (HI7401119)
Die unentgeltliche oder verbilligte Sammelbeförderung eines Arbeitnehmers zwischen Wohnung und
der ersten Tätigkeitsstätte mit einem vom Arbeitgeber gestellten Beförderungsmittel ist nach § 3
Nr. 32 EStG steuerfrei, wenn sie für den betrieblichen Einsatz des Arbeitnehmers erforderlich ist.[1]

Sanierungsbeiträge (HI7401120)
Verzichtet der Arbeitnehmer freiwillig auf Gehalt, um einen Beitrag zur wirtschaftlichen Gesundung
des Arbeitgebers zu leisten, ist die Lohnsteuer nur aus dem tatsächlich zugeflossenen Betrag zu
erheben.

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Schadensersatzleistungen (HI7401121)
Schadensersatzleistungen sind steuerpflichtig, soweit es sich um den Ersatz von entgangenem oder
entgehendem Arbeitslohn handelt. Übernimmt der Arbeitgeber Verluste, die in der Vermögenssphäre
des Arbeitnehmers angefallen sind, handelt es sich ebenfalls um Arbeitslohn.[1] Es ist gleichgültig, ob
der Ersatz durch den Arbeitgeber oder Dritte geleistet wird.

Kein Arbeitslohn liegt vor, soweit der Arbeitgeber zu einer Leistung gesetzlich verpflichtet ist oder
einen zivilrechtlichen Schadensersatzanspruch des Arbeitnehmers wegen schuldhafter Verletzung
arbeitsvertraglicher Fürsorgepflichten erfüllt.

Bewirkt z. B. eine fehlerhaft übermittelte Lohnsteuerbescheinigung durch den Arbeitgeber, dass der
Arbeitnehmer zu einer überhöhten Einkommensteuer veranlagt wird, führt die Erfüllung des dem
Arbeitnehmer gegen den Arbeitgeber zustehenden Schadensersatzanspruchs nicht zu Arbeitslohn.[2]

Schmerzensgeld (HI7401122)
nach einem Berufsunfall zählt nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn, da kein Ersatz für entgehende
oder entgangene Einnahmen vorliegt.

Schmiergelder (HI7401123)
sind kein Arbeitslohn, sondern sonstige Einkünfte i. S. v. § 22 Nr. 3 EStG.

Sensibilisierungswoche (HI11347232)
Die Teilnahme von Mitarbeitern an sog. Sensibilisierungswochen des Arbeitgebers ist als Zuwendung
mit Entlohnungscharakter und damit als Arbeitslohn zu qualifizieren.[1] Es handelt sich um Seminare
zur Vermittlung von Erkenntnissen über einen gesunden Lebensstil, die keinen Bezug zu
berufsspezifisch bedingten gesundheitlichen Beeinträchtigungen haben. S. aber
"Gesundheitsförderung".

Sicherheitsmaßnahmen (HI7401124)
können im betrieblichen Interesse sein.[1]

Sozialabgabennachentrichtung (Schwarzlohn) (HI7401125)


Bei Nachentrichtung hinterzogener Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung führt die Nachzahlung
als solche zum Zufluss eines zusätzlichen geldwerten Vorteils. Dem Lohnzufluss steht nicht entgegen,
dass der Arbeitgeber beim Arbeitnehmer keinen Rückgriff mehr nehmen kann.[1]

Sparzulagen (HI7401126)
Zulagen von Arbeitnehmern nach dem VermBG gehören nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.

Sprachkurse (HI7401127)
Bei Flüchtlingen und anderen Arbeitnehmern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, sind
Deutschkurse dem ganz überwiegenden betrieblichen Interesse des Arbeitgebers zuzuordnen, wenn

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

der Arbeitgeber die Sprachkenntnisse in dem für den Arbeitnehmer vorgesehenen Aufgabengebiet
verlangt. Arbeitslohn kann bei solchen Bildungsmaßnahmen nur dann vorliegen, wenn konkrete
Anhaltspunkte für den Belohnungscharakter der Maßnahme vorliegen.[1]

Allgemein sind (fremd)sprachliche Bildungsmaßnahmen dem ganz überwiegenden betrieblichen


Interesse zuzuordnen und damit kein Arbeitslohn, wenn der Arbeitgeber die Sprachkenntnisse in dem
für den Mitarbeiter vorgesehenen Aufgabengebiet verlangt.[2]

Sterbegeld (HI7401128)
Sterbegeld im privaten/öffentlichen Dienst gehört als Versorgungsbezug zum steuerpflichtigen
Arbeitslohn.

Steuerberatungskosten (HI7401129)
Die Übernahme von Steuerberatungskosten für die Erstellung von Einkommensteuererklärungen der
Mitarbeiter durch den Arbeitgeber führt auch bei Vorliegen einer Nettolohnvereinbarung zu
Arbeitslohn.[1]

Steuerübernahme (HI7401130)
Übernimmt der Arbeitgeber Lohnsteuerbeträge, die der Arbeitnehmer als Steuerschuldner gegenüber
dem Finanzamt zu entrichten hat, liegt zusätzlicher steuerpflichtiger Arbeitslohn vor. Dieser
unterliegt im Zeitpunkt der Lohnsteuerabführung dem Lohnsteuerabzug. Bei Inanspruchnahme des
Arbeitgebers im Haftungsverfahren wird die Lohnsteuer-Haftungsschuld durch Anwendung des
niedrigeren Bruttosteuersatzes ermittelt. Der Nettosteuersatz ist nur anzuwenden, wenn Arbeitgeber
und Arbeitnehmer eine Nettolohnvereinbarung getroffen haben.[1]

Stipendien (HI7401131)
Wenn sie von öffentlich-rechtlichen Körperschaften zur Sicherstellung des Nachwuchses gezahlt
werden, sind sie unter gewissen Voraussetzungen steuerfrei.[1] Der Empfänger darf im
Zusammenhang mit dem Stipendium zu einer bestimmten wissenschaftlichen oder künstlerischen
Gegenleistung oder zu einer Arbeitnehmertätigkeit nicht verpflichtet sein. Die Steuerbefreiung gilt
auch für Stipendien, die lediglich mittelbar aus öffentlichen Mitteln stammen.

Zur steuerfreien Übernahme von Studiengebühren durch den Arbeitgeber, s. "Fort- und
Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers". Darüber hinausgehende Studienbeihilfen sind
steuerpflichtiger Arbeitslohn.

Streikgelder/Aussperrungsunterstützungen (HI7401132)
sind nach der Rechtsprechung kein Arbeitslohn, auch keine Entschädigung in Form des Ersatzes
entgangener Einnahmen.[1]

Stromlieferungen (HI7401133)
Die unentgeltliche oder verbilligte Lieferung von Energie und Wasser durch Unternehmen der
Energiewirtschaft an ihre Arbeitnehmer ist steuerpflichtiger Arbeitslohn.[1]

Studiengebühren (HI8705704)

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

S. "Fort- und Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers".

Subventionen (HI7401134)
Subventionen oder vergleichbare Leistungen, die dem Arbeitnehmer gewährt werden und keinen
Entlohnungs­charakter besitzen, sondern aus anderen, z. B. sozialen Gründen geleistet werden,
stellen keinen Arbeitslohn dar.[1]

Tantiemen (HI7401135)
sind – ergebnisabhängiger – steuerpflichtiger Arbeitslohn.

Telefon/Telekommunikation (HI7401136)
Die Vorteile des Arbeitnehmers[1] aus der privaten Nutzung von betrieblichen Telekommunikations-
und Datenverarbeitungsgeräten sind steuerfrei gestellt.[2] Die Steuerfreiheit besteht unabhängig vom
Verhältnis des Umfangs der beruflichen und der privaten Nutzung. Sie umfasst auch die Nutzung von
Zubehör und Software sowie die vom Arbeitgeber getragenen Verbindungsentgelte. Die Steuerfreiheit
ist nicht auf die private Nutzung im Betrieb beschränkt, sondern gilt bspw. auch für die Nutzung des
Mobiltelefons im Auto oder in der Wohnung des Arbeitnehmers. Die Vorschrift gilt ebenfalls für die
Überlassung von Software. Keine Steuerfreiheit besteht für die Schenkung oder verbilligte
Überlassung elektronischer Geräte zu Eigentum des Arbeitnehmers. S. auch "Auslagenersatz".

Trennungsgeldentschädigungen (HI7401137)
Im öffentlichen Dienst gewährte Trennungsgelder sind unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei.
[1]

Trinkgelder (HI7401138)
Besteht auf die Gewährung von Trinkgeldern und ähnlichen Zuwendungen ein Rechtsanspruch,
unterliegen diese Beträge in gleicher Weise wie der übrige Arbeitslohn dem Lohnsteuerabzug.
Trinkgelder dieser Art haben i. d. R. in Tarifverträgen, in Betriebsvereinbarungen oder in einem
Vertragsverhältnis zwischen dem Arbeitgeber und dem Trinkgeldgeber ihre Rechtsgrundlage. Es liegt
eine Lohnsteuerzahlung durch Dritte vor. Zu solchen Trinkgeldern gehören z. B. feste
Bedienungszuschläge im Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe sowie die Metergelder im
Möbeltransportgewerbe. Diese Trinkgelder sind in voller Höhe steuerpflichtiger Arbeitslohn.[1]

Soweit Arbeitnehmer auf die Gewährung von Trinkgeldern keinen Rechtsanspruch haben (freiwillige
Trinkgelder), handelt es sich dem Grunde nach um Arbeitslohn[2], der jedoch gem. § 3 Nr. 51 EStG
vollumfänglich steuerfrei gestellt wird. Freiwillige Trinkgeldzahlungen bleiben auch in der
Sozialversicherung beitragsfrei.

Zu den freiwilligen Trinkgeldern gehören z. B. die sog. Übertrinkgelder im Gaststättengewerbe,


Trinkgelder an Hotelportiers, Friseurgehilfen, Therapeuten, Kaminkehrer usw.; hierzu zählen übliche
Geldgeschenke an Hausmeister, Müllwerker, Postboten und Zeitungsausträger aus Anlass des
Weihnachtsfests. Auch diese Gelegenheitsgeschenke werden als Anerkennung für die erbrachten
Dienstleistungen gewährt. Ebenso die Richtfestgelder, auch wenn der Bauunternehmer in die
Verteilung der Gelder nach Art eines Treuhänders eingeschaltet ist.[3]

Um freiwillige Trinkgelder handelt es sich auch, wenn der Arbeitgeber von ihrer Hingabe nichts weiß
oder, wie z. B. häufig in Alten- und Pflegeheimen, ihre Entgegennahme ausdrücklich untersagt ist.

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

Schmier- und Bestechungsgelder, d. h. Zuwendungen in Geld oder Geldeswert, um den Empfänger zu
einem bestimmten als anstößig oder gar rechtswidrig zu bewertenden Verhalten zu veranlassen,
gehören nicht zum Arbeitslohn. Sie sind i. d. R. als sonstige Einkünfte steuerpflichtig.[4]

Aus dem Spielbanktronc finanzierte Zahlungen an die Arbeitnehmer einer Spielbank sind nach der
Rechtsprechung keine steuerfreien Trinkgelder. Der Begriff des Trinkgelds setzt ein Mindestmaß an
persönlicher Beziehung zwischen Trinkgeldgeber und Trinkgeldnehmer voraus.[5] Ähnliches gilt für
die freiwilligen Zahlungen von Notaren an Notarassessoren für deren Vertretungstätigkeit.[6]
Steuerfrei sind hingegen die freiwilligen Zahlungen an die Saalassistenten einer Spielbank für das
Servieren von Speisen und Getränken. Die Steuerfreiheit entfällt nicht dadurch, dass der Arbeitgeber
als eine Art Treuhänder bei der Aufbewahrung und Verteilung der Gelder eingeschaltet ist.[7]

Übernachtungsgeld (HI7401139)
Für jede Übernachtung im Inland darf der Arbeitgeber einen Pauschbetrag von 20 EUR steuerfrei
zahlen. Dies gilt nicht, wenn der Arbeitnehmer die Unterkunft vom Arbeitgeber oder aufgrund seines
Arbeitsverhältnisses von einem Dritten unentgeltlich oder teilentgeltlich erhalten hat. Auch für die
Übernachtung im Fahrzeug entfällt die Steuerfreiheit des Pauschbetrags.[1]

Umzugskostenvergütungen (HI7401140)
können ganz oder teilweise steuerfrei sein.[1]

Unfallkosten (HI7401141)
Ersatzleistungen des Arbeitgebers oder eines Dritten zur Beseitigung von beruflich erlittenen
Unfallschäden am eigenen Kfz des Arbeitnehmers sind als Auslagenersatz nicht steuerbar bzw. als
Reisekosten steuerfrei ersetzbar.[1]

Unfallversicherung (HI7401142)
Steht dem Arbeitnehmer ein eigener Anspruch gegen die Versicherungsgesellschaft zu, handelt es
sich bei den Prämienzahlungen des Arbeitgebers bereits im Zeitpunkt der Zahlung insoweit um
Arbeitslohn, als private Risiken des Arbeitnehmers von der Versicherung abgedeckt werden.

Handelt es sich bei vom Arbeitgeber geschlossenen Unfallversicherungen für seine Arbeitnehmer um
Versicherungen für fremde Rechnung[1], bei denen die Ausübung der Rechte aus dem
Versicherungsvertrag ausschließlich dem Arbeitgeber zusteht, sind die Beitragsleistungen im
Zeitpunkt der Zahlung durch den Arbeitgeber kein Arbeitslohn.[2] Erhält ein Arbeitnehmer
Leistungen aus einem solchen Vertrag, führen die bis dahin entrichteten, auf den
Versicherungsschutz des Arbeitnehmers entfallenden Beiträge im Zeitpunkt der Auszahlung zu
Arbeitslohn, begrenzt auf die dem Arbeitnehmer ausgezahlte Versicherungsleistung.[3] Das gilt
unabhängig davon, ob es sich um eine Einzel- oder um eine Gruppenunfallversicherung handelt. Bei
einer Gruppenunfallversicherung ist der auf den einzelnen Arbeitnehmer entfallende Teil der Beiträge
ggf. zu schätzen.[4] Beitragsteile, mit denen Unfälle auf Dienstreisen versichert sind, werden als
steuerfreier Reisekostenersatz angesehen. Bei Unfallversicherungen, die nur berufliche Unfälle
versichern, sind dies 40 %, bei Unfallversicherungen gegen alle Unfälle 20 % der Prämien.[5]

Wiederkehrende Leistungen aus einer Unfallversicherung können, soweit sie nicht Arbeitslohn sind,
zu den steuerpflichtigen Einkünften nach § 22 Nr. 1 Satz 1 EStG gehören. Leistungen auf Lebenszeit

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Arbeitslohn-ABC (HI2332806)

des Versicherungsberechtigten sind ggf. als Leibrenten nach § 22 Nr. 1 Satz 3 EStG zu versteuern.
Invaliditätsentschädigungen sind steuerfrei, soweit darin Schadensersatz für Gesundheitsschäden
liegt, s. "Schadensersatzleistungen".

Unterhaltsbeitrag/Unterhaltszuschuss (HI7401143)
Der Unterhaltsbeitrag nach § 38 BeamtVG ist steuerfrei.[1] Unterhaltszuschüsse (z. B. von
Beamtenanwärtern, Referendaren) in einem Ausbildungsdienstverhältnis sind steuerpflichtiger
Arbeitslohn.

Urlaubsgelder (HI7401144)
sowie Entschädigungen für nicht genommenen Urlaub sind stets Arbeitslohn. Von Urlaubs- und
Lohnausgleichskassen geleistete Entschädigungen unterliegen nicht dem Steuerabzug vom
Arbeitslohn. Deshalb kommt hier die 410-EUR-Härteregelung nach § 46 Abs. 5 EStG zur Anwendung.
[1]

Vermächtnis (HI7401145)
Zuwendungen aufgrund eines Vermächtnisses des verstorbenen Arbeitgebers an langjährige, bei ihm
beschäftigte Arbeitnehmer gehören zum steuerpflichtigen Arbeitslohn, wenn es sich um
Gegenleistungen aus dem Arbeitsverhältnis handelt.[1] Dies gilt insbesondere, wenn der Erblasser in
einer letztwilligen Verfügung als Motiv für seine Zuwendung unzureichende Entlohnung oder
Sicherheit für den Bedachten im Alter angibt.[2] Anders jedoch, wenn sich dies aus dem Inhalt der
letztwilligen Verfügung oder den einzelnen Umständen eindeutig ergibt; so z. B. wenn eine
Anordnung im Testament wirtschaftlich als Anweisung an die Erben anzusehen ist, einen außerhalb
des Dienstverhältnisses begründeten privaten Ruhegehaltsanspruch eines früheren Angestellten, einer
Hausdame usw. zu erfüllen.[3] In den Zuwendungen eines Testamentsvollstreckers an die Mitarbeiter
des Erblassers für weiterhin zu erbringende Dienste wird i. d. R. steuerpflichtiges Entgelt für die
Abwicklungstätigkeit liegen.[4]

Verpflegung (HI7401146)
Verpflegt der Arbeitgeber seine Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt, ist der den Arbeitnehmern
gewährte Vorteil regelmäßig Arbeitslohn, der in vielen Fällen mit dem Sachbezugswert anzusetzen ist.
[1] Kein Arbeitslohn liegt vor, wenn das eigenbetriebliche Interesse des Arbeitgebers an einer
Gemeinschaftsverpflegung wegen besonderer betrieblicher Abläufe den Vorteil der Arbeitnehmer bei
Weitem überwiegt.[2] Dies ist z. B. bei einem sog. Arbeitsessen der Fall.[3]

Darüber hinaus sind u. a. folgende Verpflegungskostenzuschüsse steuerfrei:

aus öffentlichen Kassen gewährte Reisekostenvergütungen nach § 3 Nr. 13 EStG,


von privaten Arbeitgebern in den Fällen der beruflichen Auswärtstätigkeit und der doppelten
Haushaltsführung gewährte Erstattungen für Verpflegungsmehraufwand nach § 3 Nr. 16
EStG, in den Grenzen der gesetzlich festgelegten Sätze.[4]

Versicherungsprämien (HI7401147)
Zahlt der Arbeitgeber die Prämien, z. B. für die vom Arbeitnehmer abgeschlossene Dienstreise-,
Reisegepäck-, Unfall-, Kasko- oder Instrumentenversicherung, stellen die Zahlungen keinen

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Arbeitslohn dar, soweit nur das berufliche Risiko versichert ist. Bei gemischter Veranlassung
(beruflich/privat) ist eine Aufteilung der Prämie entsprechend den Erfahrungssätzen der
Versicherungsgesellschaften zulässig.[1] S. auch "Reisegepäckversicherung", "Unfallversicherung".

Derzeit ist streitig, ob die Gewährung von Versicherungsschutz durch den Arbeitgeber Sachlohn (mit
Anwendung der 44-EUR-Freigrenze) ist, wenn der Arbeitnehmer ausschließlich Versicherungsschutz
und nicht auch eine Geldzahlung verlangen kann.[2]

Versorgungsbezüge (HI7401148)
S. "Altersbezüge/Pensionen/Betriebsrenten/Renten".

Versorgungszusage (HI7401149)
Bei Versorgungszusagen zusätzlich oder anstelle von laufendem Gehalt kann Lohnzufluss im
Zeitpunkt der Zusage fehlen. In diesen Fällen sind erst die späteren Zahlungen aus der Zusage
steuerpflichtiger Arbeitslohn. Der Vorteil einer solchen Gestaltung liegt in der Senkung der
Tarifbelastung des gegenwärtigen Einkommens und in der späteren Inanspruchnahme eines im Alter
voraussichtlich niedrigeren Steuersatzes. Anders dann, wenn in der Versorgungszusage – z. B.
anlässlich einer Abfindungsvereinbarung – die Verabredung einer Lohnverwendung in dem Sinne
gesehen werden kann, dass der Arbeitnehmer sofort Anspruchsinhaber z. B. aus einem
Versicherungsvertrag wird. Hier ist der Zufluss im Zeitpunkt der Abfindungsvereinbarung, und zwar
einheitlich mit etwaigen weiteren Entschädigungszahlungen, anzunehmen. Insoweit besteht die
Möglichkeit, die Tarifermäßigung des § 34 EStG für die Versorgungszusage in Anspruch zu nehmen.

Veruntreute Beträge/widerrechtlich erlangte Vorteile (HI7401150)


Vorteile, die sich der Arbeitnehmer gegen den Willen des Arbeitgebers selbst zuteilt, zählen nicht zum
Arbeitslohn.[2]

Verwarnungsgelder (HI7401151)
S. "Geldbuße/-strafe".

VIP-Logen (HI7401152)
Die Gewährung von Eintrittsberechtigungen in VIP-Logen ist regelmäßig steuerpflichtiger Arbeitslohn.
[1]

Vorruhestandsregelung (HI7401153)
S. "Versorgungszusage".[1]

Waren-/Einkaufsgutscheine (HI7401154)
Die Gewährung ist regelmäßig Arbeitslohn.[1]

Wegezeitentschädigung (HI7401155)
ist steuerpflichtiger Arbeitslohn.

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Werbungskostenersatz (HI7401156)
Zuwendungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer, die als Ersatz für beruflich veranlasste
Aufwendungen des Arbeitnehmers geleistet werden, gehören zum steuerpflichtigen Arbeitslohn;
anders nur insoweit, als Arbeitslohn gesetzlich ausdrücklich von der Einkommensteuer freigestellt
ist. Werbungskostenersatz ist steuerpflichtiger Arbeitslohn im Jahr des Zuflusses.[1]

Gesetzlich geregelte Ausnahmen von obigem Grundsatz sind u. a. die steuerfreie Vergütung von
Reise- und Umzugskosten, Trennungsgeldern, Verpflegungsmehraufwendungen sowie
Mehraufwendungen bei doppelter Haushaltsführung[2]; des Weiteren Entschädigungen des
Arbeitgebers für die betriebliche Nutzung von Werkzeug des Arbeitnehmers sowie unter bestimmten
Voraussetzungen die Barablösung eines Anspruchs auf Gestellung typischer Arbeitskleidung.[3]

Eine weitergehende Saldierung von Einnahmen und Werbungskosten ist nicht zulässig.

Werkzeuggeld (HI7401157)
Zahlt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer für die Benutzung von dessen eigenen Werkzeugen
Werkzeuggeld, gehört diese Zahlung gem. § 3 Nr. 30 EStG nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn,
soweit sie die entsprechenden Aufwendungen des Arbeitnehmers nicht offensichtlich übersteigt.

Wettbewerbsverbot (HI7401158)
Entgelt eines ausgeschiedenen Arbeitnehmers vom früheren Arbeitgeber für die Einhaltung des
Wettbewerbsverbots gehört zu den sonstigen Einkünften, die als Entschädigung tarifbegünstigt zu
besteuern sein können.[1]

Wintergeld (HI7401159)
Das Wintergeld, welches als Mehraufwands-Wintergeld zur Abgeltung der witterungsbedingten
Mehraufwendungen bei Arbeit und als Zuschuss-Wintergeld für jede aus Arbeitszeitguthaben
ausgeglichene Ausfallstunde (zur Vermeidung der Inanspruchnahme des Saison-Kurzarbeitergeldes)
gezahlt wird, ist steuerfrei.[1]

Wohnung (HI7401160)
Die freie/verbilligte Gewährung von Logis durch den Arbeitgeber ist grundsätzlich Arbeitslohn.[1]

Zeugengebühr (HI7401161)
ist Arbeitslohn, soweit zum Ausgleich von Verdienstausfall gewährt.

Zinsersparnisse/-zuschüsse (HI7401162)
sind grundsätzlich Arbeitslohn.[1]

Zukunftssicherungsleistungen (HI7401163)
Ausgaben des Arbeitgebers für die Zukunftssicherung seiner Arbeitnehmer sind steuerfrei, soweit der
Arbeitgeber dazu sozialversicherungsrechtlich oder kraft anderer gesetzlicher Vorschriften verpflichtet
ist; das Gleiche gilt für die den gesetzlichen Beiträgen gleichgestellten Zuschüsse.[1] Im Übrigen

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gehören Aufwendungen des Arbeitgebers, um einen Arbeitnehmer oder diesem nahe stehende
Personen für den Fall der Krankheit, des Unfalls, der Invalidität, des Alters oder des Todes
abzusichern, zum Arbeitslohn, wenn dem Arbeitnehmer selbst gegen die Versorgungseinrichtung
(z. B. die Versicherung), an die der Arbeitgeber die Beiträge geleistet hat, ein unentziehbarer und von
ihm selbst durchsetzbarer Rechtsanspruch zusteht.[2] Ausgaben mit dem Ziel, dem Arbeitgeber die
Mittel zur Leistung einer dem Arbeitnehmer zugesagten Versorgung zu beschaffen (
Rückdeckungsversicherung), sind kein steuerpflichtiger Arbeitslohn.[3]

Der Zuschuss, den der Bund an die Bahnversicherungsanstalt leistet, ist bei den dort
zusatzversicherten Arbeitnehmern nicht als Arbeitslohn zu erfassen. Es fehlt an einer Entlohnung, da
die Leistungspflicht aufgrund von gesetzlichen Vorschriften besteht, mit denen sozialpolitische Ziele
verfolgt werden.[4] Aus diesem Grund wurden Arbeitgeberbeiträge an die Versorgungsanstalt der
Deutschen Bühnen nicht als steuerpflichtiger Arbeitslohn angesehen[5]; ebenso nicht die vom Bund
übernommenen Beiträge zur sozialen Absicherung von ehemaligen Arbeitnehmern stillgelegter
landwirtschaftlicher Betriebe.[6]

Zusatzversorgung (HI7401164)
Die tarifliche Zusage einer zusätzlichen Altersversorgung führt mangels Zuflusses im Zeitpunkt der
Zusage noch nicht zu steuerpflichtigem Arbeitslohn. Lohnzufluss liegt erst dann vor, wenn der
Arbeitgeber für die zusätzliche Altersversorgung seiner Arbeitnehmer im Rahmen einer
Direktversicherung und/oder Pensionskassenzusage Beiträge an ein
Lebensversicherungsunternehmen oder eine Pensionskasse zahlt und diese dem Arbeitnehmer einen
eigenen Rechtsanspruch einräumen, den dieser auch selbst durchsetzen kann.[1]

Aufgrund gesetzlicher Vorschriften vom Arbeitgeber einzubehaltende Beiträge der Arbeitnehmer zu


einer Zusatzversorgung sind nicht zuvor als Arbeitslohn zugeflossen.[2]

Leistet der Arbeitgeber Zuwendungen an eine Unterstützungseinrichtung, liegt kein gegenwärtiger


Zufluss von Arbeitslohn vor. Dies gilt selbst dann, wenn auf die Unterstützung ein Quasi-
Rechtsanspruch besteht und die Unterstützungskasse eine Insolvenz- und Rückdeckungsversicherung
abgeschlossen hat.[3]

Auch Umlagen, die der Arbeitgeber an eine Versorgungseinrichtung für eine ganz oder teilweise
umlagefinanzierte betriebliche Altersversorgung zahlt, gehören zum Arbeitslohn.

Zusätzlich sind auch diejenigen Arbeitgeberzahlungen als Arbeitslohn definiert, durch die diese
Zukunftssicherungsansprüche ganz bzw. teilweise ausfinanziert und somit abgesichert werden.[4]

Insbesondere Sonderzahlungen, die der Arbeitgeber anlässlich seines Ausscheidens aus einer nicht
kapitalgedeckten Pensionskasse oder des Wechsels von einer nicht kapitalgedeckten zu einer anderen
nicht kapitalgedeckten Pensionskasse erbringt, gehören ebenfalls zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.
[5]

Zwangsarbeiter (HI7401165)
S. "Humanitärer Hilfsfonds".

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