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DM 24,80 sfr 25,50 ÖS 190,-

?einhold Barkhoff
Christoph Kutter
Gerhard Peter
Impressum Inhalt Seite

1 ISBN 3-89610-050-5 1 Eisenbahn und Ahrtalromantik


Unveränderter Nachdruck der Ausgabe 1995
Der Bahnknoten Remagen
Verlag und Redaktion:
Hermann Merker Verlag GmbH Vom Eifelrand zum Ahrstrand
Posifach 1453 D-82244 Fürstenfeldbruck
Am Fohlenhof9a* D82256 Fürstenfeldbruck Auf zwei Ebenen durchs Land
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Telefax (0 81 41) 4 46 89 Das Gleisdreieck Dümpelfeld
Internet: http://www.merker-verlag.de
Ein kleiner Bahnhof am Fuß der Alpen
Herausgeber: Hermann Merker
Autoren: Reinhold Barkhoff (Zeichng.) Rund um Bahnbetriebswerk und Ortsgüteranlage
Dr. Christoph Kutter (Texte)
Layout: Dr. Christoph Kutter Vor dem großen Bahnhof
Lektorat: Regina Doll, Manfred Grauer,
Karin Schweiger Grubenbahn über Tage
Anzeigen: Elke Albrecht
Druck: Europlanning s.r.l., Karwendelbahn-Motive
via Chioda, 123/A, Die Anlagen-Alternative: Karwendel klein
1-37136 Verona
Vertrieb: Hetmann Merker Verlag GmbH Die beliebte „Achterbahn((
Vertrieb Moderner Zeitschriften
Einzelverk.: Vertrieb GmbH & Co KG, Weichen-Alternative Wagendrehscheibe
D-85386 EchingIMünchen
Alle Rechte vorbehalten. Übersetzung, Nachdruck und Mit der RhB durch Graubünden
jede Art der Vewielfältigung setzen das schriftliche
EinverständnisdesVerlags voraus. Unaufgefordert ein- Eine Werkseisenbahn in Bayern
gesandte Beiträge können nur zurückgeschickt wer-
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Durch die Einsendung von Fotografien und Zeichnun-
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Dritterfrei. Beantwortungvon Anfragen nur, wenn Rück-
porto beiliegt. Es gilt Anzeigenpreisliste Nr. 11 vom
Fast wie im richtigen Leben: Weilburg an der Lahn
1. Januar 1990. Eine Anzeigenablehnung behalten wir
uns vor. Gerichtsstand ist Fürstenfeldbruck. Kreuzung auf zwei Ebenen
0 Mai 1999 Hermann Merker Verlag GmbH
~ ~ d ~ lmit l ~
b ~ h i~ ~ f ~ ~ ~ ~
Titelbild: Von R. Barkhoff nach R. Barkhoff: Szene aus dem Kapitel "Vor dem großen Bahnhof" mit einem Ausschnitt aus der Anlage des Zeichners.

Die beliebten Anlagenzeichnungen Rein- mantische Bildfolge über die längst still- Muße zu betrachten - Sie werden eine
hold Barkhoffs gehören gleichsam zum gelegte Ahrtalbahn aus den Jahren 1982 Fülle von Vorschlägen für lhre eigene Mo-
Urgestein des Eisenbahn-Journals. Be- bis 1984 oder die beiden gekonnt ins Mo- dellbahn gewinnen!
reits in der zweiten Ausgabe des EJ-Vor- dell umgesetzten Anlagenvorschläge nach Sicher ist lhnen aufgefallen, daß Bark-
gängers M+F Journal erschienen die er- Motiven der bayerisch-tirolerischen Kar- hoff-Zeichnungen im Eisenbahn-Journal
sten zwei, damals noch in Schwarzweiß. wendelbahn. in letzter Zeit rar geworden sind. Dies lag
Seitdem sind sie zu einem Markenzei- Damit es nicht bei grauer Theorie (oder in vor allem daran, daß Reinhold Barkhoff
chen des Eisenbahn-Journals geworden. diesem Fall farbigen Phantasien) bleibt, mit der Illustration der Bände Anlagenpla-
Vor allem die Reihe Modellbahn-Biblio- haben wir für fast alle Projekte einen de- nung 0.1 und 0.2 beschäftigt war. Doch
thek, aus der Sie jetzt den Band Anlagen- taillierten Gleisplan für ein handelsübli- auch ein so ideenreicher und engagierter
planung III in Händen halten, hat Reinhold ches Gleissystem der Nenngrößen HO Mensch wie er stößt irgendwann einmal
Barkhoff viel zu verdanken. Die Bände oder N erstellt. Stücklisten geben Aus- an die Grenzen seiner Schaffenskraft -
! Anlagenplanung 0.1 und 0.2, insbesonde- kunft, wieviel Gleismaterial Sie benötigen. vor allem, wenn er einem Hauptberuf nach-
re aber Anlagenplanung Band IV "Bahn- So können Sie sich vor Baubeginn Ange- geht und auch seine Familie nicht völlig
betriebswerke im Modell" sind ohne seine bote verschiedener Fachhändler einholen vernachlässigen will.
detaillierten Illustrationen gar nicht vor- und gutes Geld sparen. Viel Zeit in Anspruch nehmen wird auch
stellbar. Sicher, bei den meisten der hier vorge- sein Vorhaben, endlich die eigene Modell-
Kein Wunder also, daß uns viele Leser stellten Projekte handelt es sich um Groß- bahnanlage fertigzustellen. An diesem
jahrelang immer wieder aufgefordert ha- anlagen, deren Dimensionen die einer nor- Mammutprojekt arbeitet er schon seit über
ben, seine Werke in einem Sammelband malen Wohnung oder eines Einfamilien- zehn Jahren. Selbstverständlich werden
zusammenzufassen. Voila, hiermit prä- hauses sprengen würden. Doch versteht wir Sie über dieses Barkhoff-Werk auf
sentieren wir lhnen ein "Potpourri" der sich dieser Band mit seinen vielen groß- dem laufenden halten.
schönsten Barkhoff-Zeichnungen aus 20 formatigen Darstellungenverschiedenster Zunächst aber wünschen wir lhnen viel
Jahren Eisenbahn-Journal! Mit dabei sind Bahnszenen vor allem als ldeengeber und Spaß mit diesem am meisten von Rein-

I Raritäten wie die erwähnten Erstlinge aus


den Jahren 1975D6, die bezaubernd ro-
Mittel zur Anregung der Phantasie. Neh-
men Sie sich Zeit, die Zeichnungen mit
hold Barkhoff geprägten Band der Modell-
bahn-Bibliothek! Ihre Redaktion

1 5 .Anlagenplanung I I I
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KOLN KOBLENZ

Wieso gerade die Ahrtalbahn? Ahr kreuzend. Immer wieder verschwan-


den die hoch aufragenden Felsen in den
Modelleisenbahnern wird gerne ein kräfti- dahinziehenden Rauchschwaden der Lo-
ger Hang zur Romantik nachgesagt. Ganz komotive. Das war noch Eisenbahn-Ro-
falsch ist dies sicher nicht - völlig ohne mantik pur vom Rhein bis zur Eifel!
Fachwerkhäuser und Spitzwegidyll dürf- Doch bereits 1959 wichen die Dampffah-
ten hierzulande die wenigsten Anlagen nen dem Dieselruß; das Bahnbetriebs-
auskommen (von solchen mit Themen wie werk Kreuzberg wurde aufgelöst. Am
"RhB, "Sylter Inselbahn" oder ähnlichem 3. Juni 1973 zeigten die Signale dann zum
einmal abgesehen). Dagegen ist grund- letzten Mal "Fahrt frei" für einen Reisezug
sätzlich natürlich nichts einzuwenden, bie- von Dümpelfeldüber Müsch zur Eifelstrek-
ten doch gerade solch romantische Win- ke. Der Abschnitt Kreuzberg - Adenau
kel jede Menge Gelegenheit, bastlerisches wurde noch bis zum Jahre 1985 bedient.
Talent zu erproben und (vor allem weibli- Bis heute erhalten geblieben ist nur der
che) Betrachter zu entzücken. kümmerliche Rest von Remagen nach
Doch warum immer der Phantasie freien Kreuzberg. Wer die Ahrtalbahn also im
Lauf lassen? Gibt es beim Vorbild doch kleinen nachbilden möchte, sollte sich in
genügend Motive für eine gleichermaßen der Auswahl seiner Triebfahrzeugmodel-
wirklichkeitsnahe wie das Romantikbe- le auf Dampf- und frühe Dieseltraktion
dürfnis befriedigende Anlagengestaltung. sowie passendes Wagenmaterial be-
Ein in dieser Hinsicht besonders reichhal- schränken.
tiges Thema ist die Ahrtalbahn von Rema- Der Grund für das rasche Sterben dieser
gen nach Blankenheim in der Eifel -oder wie auch vieler anderer Strecken in der
besser war, denn die Strecke ist weitge- Eifel ist geschichtlich begründet: Bei Pla-
hend abgebaut. nung und Bau der 1880 vollendeten Ahr-
Vor 40 und mehr Jahren jedoch war eine talbahn hatten nämlich die Militärs das
Eisenbahnreise durch das Ahrtal immer Sagen. Es galt, rasch Truppen und Mate-
ein Erlebnis! Sie begann südlich von Bonn, rial dem französischen "Erbfeind" entge-
führte durch enge Täler und an steilen genstellen zu können. Daher wurde die
Rebenhängen entlang, über Brücken und Ahrtalbahn - obwohl sie stellenweise
Viadukte hinweg, alle paar Kilometer die durch eher dünn besiedeltes Gebiet führt
- zweigleisig und ohne schienengleiche Rechts: Das Vorbild der Stahl-
Bahnübergänge ausgeführt. Die Bundes- fachwerkbrücke. Sie besitzt im
bahn brauchte auf strategische Überle- Gegensatz zu den meisten
gungen keine Rücksicht mehr zu neh- anderen Konstruktionen dieser
Art nur einen Träger.
men. Für sie waren andere Kriterien maß-
gebend, nämlich, daß auf der Ahrtalbahn
bald der Rotstift regierte. Unten: Das hier vorgestellte
Das Militär - genauer gesagt die US Army Anlagenprojekt aus der Vogel-
-war es auch, das dem östlichsten Strek- schau. Die Eisenbahnbrücken
kenstück zu weltweiter Bekanntheit ver- ganz links sind als Steinbogen-
konstruktionen geplant, die
half: Am 7. März 1945 fiel die "Brücke von
beiden Brücken zwischen der
Remagen" als einziger Rheinübergang
den Alliierten unbeschädigt in die Hände.
Ein amerikanischer Kinofilm sowie unge-
zählte Bücher berichten von der Erobe-
rung und machten das eigentlich Luden-
dorffbrücke genannte Bauwerk zum Be- Bereits in Band 0.2 "Anlagenplanung für ne Brücken hinweg und vereinigen sich
griff. Doch auch diese Brücke existiert Fortgeschrittene" haben wir eine kleinere anschließend wieder.
nicht mehr: Kurz nach der Eroberung Anlage nach Ahrtalbahn-Vorbild präsen- Einige dieser Situationen sind auch im
brach sie, stark beschädigt, zusammen tiert. Der im folgenden entwickelte Anla- Anlagenvorschlag enthalten. Zwar ist der
und wurde nicht wieder aufgebaut. genvorschlag ist mit 5,00 m auf 2,60 m sichtbare Streckenteil des Entwurfs recht
deutlich größer. Er führt uns in den Raum kurz, dafür aber landschaftlich überaus
Vom Vorbild zum Modell um Altenahr, wo massive Felsbarrieren reizvoll. Es dürfte also ein Vergnügen sein,
der ins Bergland vordringenden Eisen- die ihres Wegs rollenden Züge mit den
Auch wenn also vom Original dieser Strek- bahn den Weg zu versperren scheinen. Augen zu verfolgen. Um interessantere
ke nur noch kümmerliche Reste erhalten Während die Straße gerade noch den Fahr- und Rangiermöglichkeiten zu er-
sind - geblieben ist doch der Zauber der Windungen des Flusses folgen kann, muß- schließen, wurde die angenommene
herrlichen Landschaft des Ahrtals mit sei- te man für die Schiene andere Wege su- Gleisanlagedes Bahnhofs "Altenahr" über-
nen schroffen Bergen vulkanischen Ur- chen. Zahlreiche scharfe Einschnitte, Tun- arbeitet und ergänzt. Zu diesem gehört
sprungs und dem sich rauschend durchs nels und Brücken kennzeichnen die Strek- auch eine kleine Ortsgüteranlage.
Tal windenden Fluß. Modellbahnern bie- ke. Um enge Radien bewältigen zu kön- Recht einfach zu bauen sind die meisten
tet sich dadurch eine Fülle von Motiven, nen, trennen sich die Gleise oft, führen Brücken. Sie werden mit handelsüblichen
die es im kleinen nachzubauen lohnt. durch separate Tunnelröhren, über eige- Mauersteinplatten verkleidet. Für Ab-

Frei raum fUr unterird. Absteliba hnho

!isanlage des Gesarntproiekts


.- -.-P (GrößefürHOca.2.5~5m)

7 .Anlagenplanung III
Ansicht des linken

wechslung im Steinbrücken-Einerleisorgt teilhaft, die Anlage mit etwa einem halben --

Abb. im halben HO-Maßstab


eine Metallbrücke, die beim Vorbild etwas Meter Abstand zur Wand aufzubauen. So
flußabwärts angesiedelt ist. Da sich ihr ist nicht nur der Zugang zu den verdeck-
Fachwerk nur auf einen einzigen Haupt- ten Streckenteilen gewährleistet, sondern
holm stützt, dürfte sie ein interessantes darüber hinaus kann eine an der Wand
Objekt für Selbstbauer sein. befestigte Himmelskulisse für ungeahnte
Im unterirdischen Bereich gibt es zwei Tiefenwirkung sorgen. Allerdings sind
Möglichkeiten, die Gleise zu verlegen: Raumecken dabei unbedingt abzurunden,
entweder vom rechten direkt zum linken da Kanten den guten Gesamteindruck ei-
Anlagenrand, so daß insgesamt ein Oval ner solchen Kulisse empfindlich stören.
entsteht, oder in Form zweier Kehrschlei-
fen. Beide Male sollte ein ausreichend Der Bahnhof
großer Schattenbahnhof (verdeckter Ab-
stellbahnhof) eingeplant werden. Damit Das Zentrum unserer Ahrtal-Anlage bildet
Iäßt sich eine abwechslungsreiche Zug- ein kleiner Bahnhof mit Haus- und Mittel-
folge in beide Richtungen vortäuschen. bahnsteig. Sein Gleisplan ist einfach und
Den rückwärtigen Abschluß des Modells übersichtlich gestaltet. Da Durchgangs-
übernimmt die Hintergrundkulisse. Sie verkehr vorherrscht und nur wenige Per-
täuscht optische Tiefe vor. Sollten es die sonenzüge halten, sind große Gleisanla-
Platzverhältnisse erlauben, wäre es vor- gen überflüssig. Wegen des Mittelbahn-

Anlagenplanung 111 8
Links: Gewunden wie beim
Vorbild präsentieren sich
Fluß, Bahnlinie und Straße
im linken Teil unserer Ahr-

Rechts und unterhalb:


Das Bahnhofsgebäudevon
Dernau mit seinem land-
schaftstypischenÄußeren
und den vielen Details reizt
zum Nachbau. Aber Vor-
sicht - auf die schnelle ist
der Bau nicht zu schaffen!
Ganz unten: Diesen Güter-
schuppen hat der Zeichner
für "sein Ahrtal" vorgese-
hen. Wie die drei übrigen
Seitenwände ausschauen,
sehen Sie auf Seite 12113.

steigs sind die beiden Hauptgleise in die- fahrten gestatten abwechslungsreiche


Sem Bereich mit entsprechendem Abstand Rangierfahrtenzwischen der rechten und
zueinander verlegt. Zugüberholungen in der linken Bahnhofsseite. Sie können ent-
beiden Fahrtrichtungen sind möglich. weder von der Zuglok eines Nahgüter-
Zwei Gleiswechsel an den Bahnhofsaus- zugs selbst ausgeführt werden oder aber

gentei ls

9 . Anlagenplanung III
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Anlagenplanung 111 .10


Maßstab 1:25

I
von einer in der Nähe stationierten Klein- tos anderer derartiger Bauten an der ehe- Oben: Gleisplan "Ahrtal" für HO. Material
diesellok. Der kleine Güterschuppen am maligen Bahnlinie zeigen Ähnlichkeiten in Roco Line; Größe: 5,00 X 2,6 m; Gleis-
Empfangsgebäude sowie der Gleisan- Baustil und Anstrich. Leider bietet die Zu- länge: 51,9 m.
schluß der Ortsgüteranlage erweitern die behörindustrie kein entsprechendes Mo- 32 X 42400 8 X 42425 17 X 42441
Fahrmöglichkeiten. dell an. Selbstbau ist also angesagt! Als 26 X 42410 1 X 42426 1X D12
Von besonderem architektonischem Reiz Anregung dazu mag die Handskizze der 2 X 42412 3 X 42427 1X D4
waren auf der Ahrtalbahn die Empfangs- Altenahrer Bahnhofsansicht dienen, daauf 2x42413 10x42428 IX D8
11 X 42423 3 X 42430
gebäude. Dies trifit vor allem auf den hier der großen Übersichtszeichnung die
12 X 42424 7 X 42440
beschriebenen Streckenabschnitt zu. Fo- Schönheit der Gebäudefront nicht zu er-

Links: Die einfachen, trotzdem aber groß- müssen die Reisenden die Gleise überqueren.
zügigen Bahnhofsanlagen unseres Projekts. Unten: So würde Reinhold Barkhoff das
Das Empfangsgebäude besitzt keinen Haus- Empfangsgebäude von Altenahr bauen:
bahnsteig. Um zu ihren Zügen zu gelangen, spiegelverkehrt.

11 Anlagenplanung III
kennen ist. Inteia~santerscheint vor al- Flußbett verlaufende Straße. Sie verläßt
lem der "moderne" Zwischentrakt, der mit die Ortschaft in engem Bogen, überquert
Sicherheit erst wesentlich später einge- beide Streckengleiseund endet (möglichst
fügt worden ist. Er beherbergt die Bahn- nicht einsehbar) am rückwärtigen Hang
hofsgaststätte. einer angedeuteten Flußbiegung. Dem
Betrachter wird so die Weiterführung von
Ortsgüteranlage und Straße und Fluß vorgegaukelt. Der Bahn-
rechter Anlagenabschluß übergang ist mit zwei Doppelschranken
ausgestattet. Um dem Anlagenmodell-Be-
Betrachten wir den rechten Anlagenteil dienungspersonal genügend Übersicht
unseres Ahrtal-Projekts, so dürfte vom über den fließenden Straßenverkehr zu
Kamm des untertunnelten Berges aus in bieten, sollte das Stellwerk entsprechend
etwa diese Szenerie vor uns liegen. Viel- postiert werden.
leicht beinhaltet die Zeichnung etwas viel Für den Bau der Ortsgüteranlage mußte
"Motiv"; die dargestellte Situation ist aber am Fuß eines Berges ein größerer Gelän-
durchaus realistisch. destreifen abgetragen werden. Ein breiter
Blickfang ist zweifellos die Natursteinbrük- Einschnitt entstand. Der Bereich der Orts-
ke über den Fluß mit dem sich anschlie- güteranlage ist von Schiene und Straße
ßenden Bahnübergang. Starke Mauern her gleich gut erreichbar.
stützen abschnittsweise die parallel zum Gar nicht alltäglich sind Form und Lage
Links: Auch im rechten Anlagenteil beherr- Bahnübergang- der zierliche Fußgängersteg
schen Brücken und Weinberge die Szenerie. aus Holz neben der Eisenbahnbrücke.
Ein hübsches Detail ist - neben dem Güter- Oben und unten: Stirnseiten und Rückfassa-
schuppen und dem im Text bpschriebenen de des Güterschuppens.

des Güterschuppens: Die beiden Gebäu- ne Dächer bilden durch ihre unterschiedli-
detrakte sind v&klig zueinander angeord- che Bedeckung einen reizvollen Kontrast.
net und können von Straßenfahrzeugen Auf den Stirnseiten sind Namen und Zei-
umfahren werden. Wenngleich das Vor- chen der jeweiligen landwirtschaftlichen
bild dieses Gebäudes nicht in der Eifel, Genossenschaften angebracht. Seitlich
sondern in Süddeutschland zu finden ist, des Zufahrtsweges zur Ortsgüteranlage
I so fügt sich das Modell doch recht harmo-
nisch in die aargestellte Situation ein. Die
lagern verschiedene Baumaterialien und
Hölzer, mit denen sich hübsche Ladesze-
i Wände des Baus sind holzverkleidet; sei- nen gestalten lassen.

13 Anlagenplanung III
Der Bahnknoten Remagen
Streckenknoten und Brücke Die meisten von ihnen sind heute aller-
dings verschwunden: Mit der Zerstörung
von Remagen der Rheinbrücke im März 1945 und der
Wie erwähnt, folgte die Streckenplanung Umkehrung der Hauptverkehrsströme von
der von Remagen aus nach Westen füh- OstNVest nach NordISüd waren die rein
renden Bahnlinie und ihrer Anbindung an zweckbezogenen Anlagen überflüssigge-
die beiden Rheintalstrecken vor allem dem worden. Die Bundesbahn ließ sie abtra-
Bedarf des Militärs. Am Verknüpfungs- gen; auch die Brücke wurde nicht wieder
punkt Remagen führte dies zu interessan- aufgebaut.
ten Kunstbauten, die schon für sich allein Noch heute erkennt man im südlichen
ein anregendes Anlagenthema für die Mo- Vorfeld des Remagener Bahnhofs die
dellbahn darstellen. Reste jener umfangreichen Aufschüttun- gen, über die einst die Verbindungsgleise
zwischen links- und rechtsrheinischer
Oben: Das blieb von der be- Hauptstrecke sowie der Ahrtalbahn führ-
rühmten Brücke von Rema- ten. Dieser Schienenstrang verließ die
gen: zwei Türme an jedem rechtsrheinische Trasse in Höhe der Ort-
Rheinufer. Hier rollt gerade schaft Erpel, durchschnitt in enger Kurve
die 110479mitdem D416
den Felsen der Erpeler Ley, querte den
München - Amsterdam an
den östlichen, nahe Erpel Rhein über die Remagener Brücke und
gelegenenTürmen vorbei schloß am westlichen Ufer an die Ahrtal-
(1982). Wie man sieht, hätte bahn an. Drei Gleisbögen verbanden die-
die Brücke, wäre sie erhalten se Querstrecke mit der linksrheinischen
geblieben, der Elektrifizie- Hauptlinie.
rung einige Probleme be- Für den Modellbahner ergibt sich durch
reitet. Vermutlich wäre es diese Verknüpfung eine Vielzahl interes-
nötig gewesen, die Trasse santer Fahrmöglichkeiten. Auf dem Gleis-
abzusenken.
Abb.: K.-P. Drosdowski
plan wurde daher versucht, den in den
Zeichnungen vorgestellten Gleistorso so
Links: Lageplan der Verbin- zu verbinden, daß sich auf den Schienen-
dungen zwischen der rechten wegen ein abwechslungsreicher Zugver-
und der linken Rheinstrecke kehr durchführen Iäßt. Es lohnt sich, die
über die Ludendorfibrücke Zugfahrten anhand des Gleisplans einmal
bei Remagen vor ihrer Zer- theoretisch nachzuvollziehen. (Sie finden
störung. Die rot eingezeich-
neten Strecken sind heute
den Gleisplan auf der übernächsten Dop-
noch vorhanden, die gelben pelseite.)
wurden inzwischen stillgelegt Natürlich sind die Anlagen des großen
und abgebaut. Vorbilds mit ihren extremen Gleislängen
Karte: Sammlung Perillieux nicht unmittelbar auf Modellbahnverhält-

Anlagenplanung 111 14
nisse übertragbar. Auf diese Weise wird, Die im linken Anlagenteil unmittelbar hin- Gleis zu gewinnen, wurden sie im Modell-
damit das Modell nicht zu tief gerät, die ter der Tunnelöffnung liegenden Weichen Entwurf jedoch getrennt ausgeführt.
Brücke mit der darüberführenden Eisen- wurden mit Bedacht weit vorne plaziert, Der rechte Streckenteil wurde in einer S-
bahntrasse in flachem Winkel über den um Schwierigkeiten mit der ebenfalls ver- Kurve verlegt. Dies soll die Illusion vermit-
Fluß geführt. Auch dessen Verlauf muß deckten Streckenquerung hinten links zu teln, als wechsle das Gleis auf die andere
dem betrachtenden Auge glaubhaft dar- vermeiden. Dies gilt in noch stärkerem Talseite und damit die Richtung. Wie das
gestellt werden. So dürfte es zweckmäßig Maße für den rechten unterirdischen An- aussehen könnte, zeigt die Zeichnung
sein, das Flußbett des Rheins nach hinten lagenbereich. Beide Male kommt uns ent- oben.
zu etwas zu verjüngen, um optisch Tiefe gegen, daß auf unserer Anlage aus- Einen eigenen Gleisanschluß erhielt das
vorzutäuschen. schließlich Dampf- und Dieselfahrzeuge große Industrieunternehmen rechts ne-
Im rechten Anlagenteil sollte man versu- verkehren. Die Durchfahrtshöhen halten ben der Mündung der "Aht". Er erlaubt
chen, durch besonders hohe Bauten und sich so in erträglichen Grenzen. einen abwechslungsreichen Rangierbe-
dichten Baumbestand den direkten Ein- Dekorativer Blickfang des Gesamtmodells trieb über alle Streckenteile. Viele der
blick zum Anlagenrand hin zu unterbin- ist natürlich die große Ludendorffbrücke. dargestellten Gebäude können übrigens
den. Eine gekonnt gestaltete und plazier- Sie war ein mächtiges Bauwerk mit Brük- durch reliefartige Konstruktionen ersetzt
te Hintergrundkulisse macht die Illusion kenköpfen im pompösen Stil der Wilhel- bzw. ergänzt werden.
perfekt. Beim Betriebsablauf selbst muß minischen Epoche. In einem einzigen Bo- Bei den Blockstellen wurde auf den Zeich-
der Eindruck entstehen, als gingen von gen überspannte sie die Fahrrinne des nungen allerdings etwas geschummelt:
den einzelnen Trassen tatsächlich Züge Stroms. (Siehe auch EJ-Special 1011994 Sie waren im Original reine Zweckbauten
auf andere Streckenteile über. "Köln II", S. 36137.) Wer die Brücke im und somit überaus einfach gestaltet. Aus
Am "östlichen" Ufer des Modell-Rheins Modell nachbauen möchte, ist allerdings optischen Gründen wurden im Entwurf
wurde ein Überholbahnhof vorgesehen. auf Selbstbau angewiesen, da alle han- etwas ansprechendere Modelle vorgese-
Ihn würde ein innerhalb der Hintergrund- delsüblichen Bauwerke zu klein sind. hen. Als sehr verwandlungsfähig erwies
kulisse parallel angelegter Schattenbahn- Die beiden Gleise der Brücke überquer- sich hierbei das Fallersche Stellwerk
hof sinnvoll ergänzen. Er wäre in der Lage, ten die linksrheinischeTrasse früher wohl "Darmstadt". Mit etwas bastlerischem Ge-
auch besonders lange Zuggarnituren auf- auf einer gemeinsamen Brücke. Um mehr schick lassen sich aus diesem Bausatz
zunehmen. Freiraum für das darunter abbiegende viele unterschiedliche Gebäude fertigen.

15 Anlagenplanung III
L.. .A -L

Anlagenplanung 111 . 16
17. Anlagenplanung III
Maßstab 1:30

Gleisplan zum Entwurf "Vom Eifelrand zum Ahrstrand".


Nenngröße N; Flächenbedarf:3,00 X 2,00 m; Material: Roco N;
Gleislänge: 31,8 m.
17 X 22200 1 X 22205 21 X 22225 3 X 22265
18 X 22201 3 X 22207 6X 22226 1 X 22267
10x22202 12x22222 6X 22227
5 X 22203 20 X 22223 4X 22261
8 X 22204 13 X 22224 9X 22263

Maßstab 1: I7

- -
Stückliste für
den HO-Gleis-
plan "Rerna-
gen" (Material:
Roco Line):
167 X 42400
49 X 42410
1 X 42411
5 X 42412
1 X 42413
7 X 42423
14 X 42424
29 X 42425
20 X 42426
19 X 42427
26 X 42428
2 X 42430
28 X 42440
23 X 42441
2 X 42451
Von der Gebirgs- zur Autobahn der Vorzug gegeben. Durch seinen Ge-
birgscharakter eignet sich dieses Strek-
Wie beim Bau der Ahrtalbahn selbst wa- kenstück - mit leichten Abwandlungen -
ren auch für das Vorbild dieses Anlaaen- hervorrarlend als Vorbild für Modelleisen-
projekts strategische Überlegungen aus- bahner. -
schlaggebend - mit einem wesentlichen
~ntercchiedallerdings: Die Strecke Köln Das Modell
- Rheinbach - Rech (Ahr) wurde zwar vor
dem Ersten Weltkrieg begonnen, jedoch Die Enge des Talabschnitts und die be-
nie fertiggestellt. scheidene Gleisanlage der Abzweigstelle
Für Modellbahnfreunde ist dieses Projekt ermöglichen eine schmale, gut zugängli-
vor allem deshalb interessant, weil der che Anlagenform. Dichte Zugfolge auf lan-
südliche Abschnitt dieser Nord-Süd-Strek- gen Fahrtstreckenin reizvoller Landschaft
ke als Gebirgsbahn ausgeführt worden kennzeichnet den Betriebsablauf. Auf
wäre. Hoch oberhalb Ahrweiler begann großzügige Rangiermöglichkeiten wird
die Trasse nach einer weiten Schleife ins verzichtet.
Tal der Ahr hinabzusteigen. Sogar heute Da es genügt, das kleine Weinbauemdorf
noch zeugen Brückenfragmente, Tunnels, nur durch ein paar Gebäude anzudeuten,
Hangverbauungen usw. davon, wie weit sind größere Bastelarbeitennicht notwen-
damals der Bau bereits gediehen war. dig. Unter Umständen können Sie durch
Auch weiter nördlich, im Bahnhofsbereich geschickte Gestaltung des Hintergrunds
von Rheinbach, sind noch Endauflager- fast ganz auf Gebäude verzichten. Das
Reste einer Brücke sichtbar. Wie ein-et- eho oft eines Winzers oder eine Wein-
was tieferer Blick auf die Landkarte zeigt, schänke sollten jedoch eingebaut wer- re Möglichkeiten der Gleisführung offen:
verläuft die heutige BAB 61 streckenwei- den; sie unterstreichen den Landschafts- In der Einfachversion führt der Schie-
se auf der damals geplanten Bahntrasse. charakter dieser Gegend. Überführungen nenstrang direkt zum rechten Anlagenen-
Der Abstieg der Strecke ins Ahrtal wäre und Brücken entstehen aus handelsübli- de und dort wieder ans Tageslicht. Sinn-
entlang des linken Talhangs erfolgt. Nach chen Mauersteinplatten. Wie die Zeich- voller wäre jedoch, an beiden Enden
Ca. 7 km hätte sie zwischen Mayschoß nung rechts unten zeigt, dürfte eine solch Kehrschleifeneinzuplanen. Dadurch kom-
und Rech die Talsohle erreicht. In diesem sparsam möblierte Szene ihre Wirkung men die Züge wieder aus der Richtung
romantischen Abschnitt des Tals wäre sie kaum verfehlen. zurückgerollt, in die sie verschwunden
auf die Strecke Remagen - Blankenheim Als Dienstgebäude für die Abzweigstelle sind. In jedem Falle sollte man aber einen
- Trier gestoßen. könnte das Stellwerk "Darmstadt" von Fal- Schattenbahnhof (,unterirdische Ab-
Der in unmittelbarer Nähe gelegene Berg- ler ganz gut passen. Allerdings sollte man stellgleise) vorsehen, um genügend Züge
riegel reicht bis hart an die ehemals zwei- das Modell etwas verkürzen. für einen abwechslungsreichen Fahrbe-
gleisige Trierer Strecke heran und wird Unmittelbar hinter dem Bahnkörper ver- trieb einsetzen zu können.
von dieser, wie auch der Landstraße, re- läuft das Flußbett der Ahr. Es ist schlecht Besonders reizvoll dürfte auf dieser Anla-
spektvoll umgangen. Auf unserer Zeich- einzusehen, muß daher nicht bis ins klein- ge der Nachtbetrieb sein: Eine spärliche
nung rollt an dieser Stelle gerade eine ste durchgestaltet werden. Dort, am lin- Straßenbeleuchtung, das bunte Lichter-
44er mit ihrem schweren Güterzug vorbei. ken Anlagenende, münden auch die bei- spiel der Signale und die Lichtreflexe am
Auf alten Karten war hier eine kurze Un- den Strecken auf unterschiedlichem Hö- Berghang entlangfahrender beleuchteter
tertunnelung vorgesehen. In wirklichkeit henniveau in ihre Tunnelröhren. Personenzüge werden ihre Wirkung auf
wurde jedoch einem tiefen Bergeinschnitt Für die Rückseite der Anlage sind mehre- den Zuschauer kaum verfehlen.

Anlagenplanung 111 20
21 Anlagenplanung III
Anlagenplanung 111 * 22
23 .Anlagenplanung III
I
Anlagenplanung 111 .24
Auf zwei Ebenen durchs Land
Eine Anlage in Nenngröße N nach Motiven der Ahrtalbahn

Der in eine Kopfstation umgestaltete Bahnhof "Müsch bildet den linken Abschluß der von
Reinhold Barkhoff entworfenen Anlage nach Ahrtal-Motivenin NenngrößeN.
Sie ist aus Einzeldioramen zusammengesetzt. Die beiden an-
deren Anlagenteile sind auf den Seiten 28 bis 31
abgebildet.

25 .Anlagenplanung III
Zwei-Ebenen-Anlage nach Ahrtal-Motiven in Nenn-
größe N. Flächenbedarf 3,O X 2,5 m in zwei Ebenen
plus Schattenbahnhof; Gleislänge 51,7 m. Material:
Fleischmann piccolo.
26x9100 2x9104 6x9131 17x9173
8x9101 76x9106 4x9135

Links: Das Anlagen-

i
"Erdgeschoß mit
Durchgangsbahnhof.
Hierhin gelangen die
Züge aus dem "ersten
Stock durch eine
Gleiswendel, die sich
in dem von Reinhold
Barkhoff ganz rechts
eingezeichneten Berg
befindet.

Oberhalb: 30 cm tiefer als das "Erdgeschoß liegt das "Souterrain".


Es birgt zwei Schattenbahnhöfe, die über die beiden Sechsfach-
Wendeln an den Anlagenenden erreicht werden. Die kreisförmige
Gleisverbindungim Winkel zwischen den L-Schenkeln ermöglicht
Kehrschleifenbetrieb.

Oben: Die erste der von Reinhold Barkhoff in Nenngröße HO


drei Ebenen unserer bauen, bekommen Sie als Ergebnis eine
N-Anlage mit dem
L-förmige Großanlage mit zweimal etwa
Bahnhof "Müsch" als
Endpunkt. Er ent- 8 m Schenkellänge. In U-Form oder als
spricht dem von Rein- Rundumanlagegebaut, verkürzen sich die
hold Barkhoff gezeich- Maße etwas. Für N- oder Z-Bahner liegt
neten. Statt des Hal- die Schenkellänge bei 4,40 bzw. 3,20 m.
tepunkts kommt z.B. Bauen Sie dagegen nach unserem Gleis-
auch ein Werksan- plan doppelstöckig, so genügen lhnen in
schluß in Frage. Nenngröße N 3 m auf dem einen und
2,5 m auf dem anderen L-Schenkel - bei
größerer Fahrstrecke! Da auch die Gleis-
Vielleicht haben Sie, lieber Leser, sich ja wendeln an den Anlagenenden nur 70 cm
schon von unseren Anlagenvorschlägen tief sind, eignet sich dieses Projekt durch-
"infizieren" lassen und wären schon längst aus auch für andere Räume als nur für ein
an der Planung einer eigenen Ahrtalbahn- Eisenbahnzimmer.
Anlage, wenn - ja wenn da nicht das Endpunkt unseres Vorschlags ist der
leidige Platzproblem wäre. Statt der benö- Bahnhof "Müsch". Dies ist nicht ganz vor-
tigten 10 oder 15 m2stehen lhnen leider bildgetreu, da er in Wirklichkeit kein Kopf-,
nur 2 oder 3 m2 zur Verfügung. Da gibt sondern ein Durchgangsbahnhof ist. Be-
es für HO-Modellbahner drei Lösungen: reits im Eisenbahn-Journal 411988 haben
Dioramenbau, Umstieg auf eine kleinere wir über diesen Bahnhof mit seinem inter-
Nenngröße oder das Bauen ganz bleiben bei den meisten von lhnen nicht der Fall essanten Eigenbau-Stationsgebäude,sei-
lassen - vor allem letzteres nicht sonder- sein dürfte, haben wir den Gleisplan für nem Lokschuppen und den großzügigen
lich befriedigend! dieses Projekt in N ausgeführt - und nicht Gleisanlagen berichtet. Damalswar er Ge-
Doch vielleicht gehören Sie ja auch zu nur dies: Wir haben ihn besonders platz- genstand eines HO-Redaktionsdioramas.
den Glücklichen, die über einen geräumi- sparend als Zwei-Ebenen-Anlagekonstru- Ursprünglich war geplant, auch die restli-
gen Keller oder Speicher verfügen und iert. Die untere Ebene besitzt zudem ei- chen Teile des Barkhoff-Projekts in Mo-
keine Probleme haben, dort auch eine nen Schattenbahnhof. Europäernmag die- dulbauweise nacheinander zu errichten
Anlage von 6 m oder mehr Kantenlänge se Bauform recht exotisch erscheinen. In und vorzustellen. Aus Platz- und Kapazi-
unterzubringen. Dann ist dieser Anlagen- den USA ist sie jedoch gang und gäbe. tätsgründen (siehe oben) wurde dies je-
vorschlag auch in HO praktikabel. Da dies Falls Sie die Anlage nach der Zeichnung doch nie verwirklicht.
27 Anlagenplanung III
I

Anlagenplanung 111 28
So stellt sich der Zeichner das Mittelstück
seiner HO-Ahrtal-Anlagevor. Links schließt
der auf den Seiten 24/25 abgebildete Bahn-
hofsteil an.

rechtes Bahnhofs wrfelci mit Br-u"ckenkombination

29 .Anlagenplanung III
--

Anlagenplanung 111 W 30
Reinhold Barkhoffs Vorschlag für den rechten
Anlagenschenkel. Er bildet die Grundlage für
die untere Ebene unseres Doppelstock-
I
Gleisplans in Nenngröße N.

31 . Anlagenplanung III
Der ehemaligeAbzweig Dümpelfeldin modellbahngerechtzusammengezogener Perspektive. Im Original stand hier das Einfahrsignalfür Dümpelfeld.
Da im Modell die Gleislänge ab dem Gleiswechselzu kurz ist, hat Reinhold Barkhoff an dieser Stelle aus optischen Gründenein Vorsignalvorgesehen.

Das Gleisdreieck Dümpelfeld


Es war einmal ... Man kann sich leicht vorstellen, welch der" Bahnhofsgleise mit der "Blanken-
... ein Gleisdreieck interessante Betriebsabläufe sich aus die-
ser Verbindungskombination ergeben.
heimer" Trasse zu einem Gleisdreieck;
an der Einmündungdieses Verbindungs-
Etwa auf halbem Weg an der Ahrtalbahn, Zwei Bahnhöfe ("Dümpelfeld und "Kreuz- gleises einen Gleiswechsel und die da-
kurz hinter dem heutigen Streckenende berg") und ein mittelgroßes Dampflok-Bw zugehörigen Sicherungseinrichtungen;
Kreuzberg, lag das Gleisdreieck Dümpel- bilden den Schwerpunkt dieses Anlagen- einige Brücken und Tunnels sowie viel
feld. Bei diesem Ort zweigte von der ehe- vorschlags. Vermutlich werden Sie be- Landschaft, aber verhältnismäßig weni-
mals zweigleisigen Strecke Remagen - reits die dazugehörige Panoramazeich- ge Gebäude.
Blankenheimin südlicher Richtung die ein- nung von Reinhold Barkhoff vermissen -
gleisige Stichbahn nach Adenau ab. Um gemach, wir haben sie nicht vergessen! Die untere Anlagenzunge
von dort auch Fahrten in Richtung Blan- Sie ist in Band IV unserer Reihe Anlagen-
kenheim ohne Umsetzen der Lokomotive planung "Bahnbetriebswerke im Modell" Der Bahnhof "Dümpelfeld" befindet sich
in Kreuzberg zu ermöglichen, verlief ein veröffentlicht. Einen Zweitabdruck wollten im unteren, "südlichen" Teil der Anlage
weiteres Gleis von Dümpelfeld aus nach wir lhnen und uns ersparen und präsen- und verfügt über ein recht langgezogenes
Westen, mündete nach kurzer Strecke in tieren lhnen daher nur den Gleisplan und Gleisfeld. Eine großzügige Freiladeram-
die Ahrtallinie und schloß damit das Gleis- eine etwas ausführlichere Beschreibung pe Iäßt auf recht rege Langholmerladung
dreieck. des Anlagenvorschlags"Dürnpelfeld. Die- schließen. Was aus den großen Waldge-
Jedoch nur bis zum Frühjahr 1945. Denn ser besitzt folgende Charakteristika: bieten, die den Ort umgeben, nicht per
die große Brücke, die westlich des Bahn- eine zweigleisige Hauptstrecke mit star- Zug abtransportiert wird, verarbeitet das
hofs Kreuzberg über die Ahr führte, hat kem Durchgangsverkehr, die an einem örtliche Sägewerk. Es ist linker Hand vom
das Kriegsende nicht mehr erlebt. Die steilen Berghang und dem Flußlauf ent- Bahnhof angesiedelt und kann durch ein
Bundesbahn beraubte die einstmals stra- langführt; lndustriegleis angeschlossenwerden. Gü-
tegisch wertvolle Bahn bald ihres zweiten das recht großzügige Kreuzberger Bahn- terschuppen und Empfangsgebäude ste-
Gleises. So müßte eine "Dümpelfeld-An- betriebswerk mit Ringlokschuppen und hen unmittelbar nebeneinander. Direkt auf
lage nach Vorbild der Epoche III ganz Drehscheibe sowie die anschließenden, dem Bahnsteig ist ein eingeschossiges
anders aussehen als eine nach Epoche II. relativ bescheidenen Bahnhofsanlagen Stellwerk plaziert. Ein- und Ausfahrsigna-
Auch der Betrieb war notgedrungen un- des Ortes; le sichern und regeln den Zugverkehr.
terschiedlich: Er lief in den 50er und 60er den Abzweig einer eingleisigen Strecke In den rechten Bahnhofskopf münden die
Jahren komplett über Dümpelfeld, wo über "Dümpelfeld ins (fiktive) "Adenau" beiden Streckengleise aus "Blankenheim"
sämtliche Züge wenden mußten. sowie die Verbindung der "Dümpelfel- und "Kreuzberg" (Remagen). Sie bilden
Anlagenplanung 111 32
Gleisplan 1X 42430 schen Akzent. Beim Gebäudemodellbau
"Dümpelfeld. 13 X 42440 dürfte es wohl die größten Probleme be-
Fläche in 23 X 42441 reiten. Ein anderes burgähnlichesGemäu-
NenngrößeHO 4X 42451
er ist freilich genauso zu verwenden. We-
8,O X 4,2 m; 1X 42464
4X 42470
gen der Nähe zur Hintergrundkulisse wäre
Material:
Roco Line; 2X 42471 auch eine geschickt angebrachte Halb-
Gleislänge: 1X 42476 reliefkonstruktion denkbar.
136,9 m; 1X 42477
Maßstab 1:42. 1X Fleischmann6150
Der Gleisplan
Im großen und ganzen ist der Strecken-
verlauf unseres Anlagenprojekts einfach
und übersichtlich. Allerdings erfordert der
zusammen mit der "AhrtalV-Hauptstrecke Mittelpunkt des Kreuzberger Bereichs ist Betrieb des Gleisdreiecks für Anhänger
die drei Schenkel des Gleisdreiecks. Auf zweifelsohne das große Bahnbetriebs- des Zweischien'en-Gleichstromsystems
zwei unmittelbar nebeneinanderliegenden werk mit neunständigem Lokschuppen, etwas Schaltungsaufwand. Beim Märklin-
Überführungen queren sie die Hauptstra- Drehscheibe und zahlreichen Nebenge- System ist dies nicht der Fall.
ße. Beim Vorbild deutlich zu erkennen ist bäuden. Es diente bis Juni 1959 den hier Im Prinzip handelt es sich bei diesem
auch, daß früher einmal von links ein An- eingesetzten Dampfloks als Heimat. Projekt lediglich um eine Rechteckanlage
schlußgleis in den Ort hinabführte, ver- Zur Freude des Modellbahnfreundes herr- mit Gleisoval, die mittels Gleisdreieck zum
mutlich zu einem Mühlenbetrieb am Orts- schen hier erschwerte Betriebsbedingun- T erweitert wurde. Die Züge gelangen vom
rand. Im Modell nachgebaut, bereichert gen: Lokomotiven, die für ihren nächsten Bahnhof "Kreuzberg" entweder auf der
dieses Gleis natürlich das Spielangebot. Einsatz vorbereitet werden sollen, müs- doppelgleisigen Hauptstrecke zum Schat-
Der Ort selbst wird nur durch wenige Ge- sen zum Bekohlen und Wasserfassen vor- tenbahnhof oder über das Gleisdreieck
bäude angedeutet. Die durchgehende und zurücksetzen. Der Prellbock des dazu und "Dümpelfeld". Von dort aus können
Straße in Richtung Adenau bildet den vor- nötigen Stumpfgleises ist direkt am Ufer sie auch auf zwei Routen nach "Kreuz-
deren Anlagenabschluß. Eine Wasser- der Ahr plaziert. Gleich daneben verhilft berg" zurückkehren: einmal dieselbe
mühle am volksliedmäßig "rauschenden die große Eisenbahnbrücke der zweiglei- Strecke zurück, das andere Mal über die
Bach" und die kleine Straßenbrücke mit sigen Hauptstrecke über den Fluß. Ob es Schleife im linken Teil des T-Querbalkens.
Bahnübergang samt Läutewerk geben sich beim Original um eine Stahlkonstruk- Diese ermöglicht es auch, Züge, die ver-
dem linken Anlagenteil die gewünschte tion oder - wahrscheinlicher - um eine meintlich aus "Kreuzberg" in Richtung
romantische Note. Steinbogenbrücke gehandelt hat, ist heu- Schattenbahnhof abfahren, zurück nach
Inscharfem Bogen entschwindet die Bahn- te nicht mehr zu erkennen. "Dümpelfeld zu leiten.
linie hier dem Blickfeld des Betrachters
und mündet in den nicht einsehbaren Der rechte Anlagenflügel Fahrzeuge
Schattenbahnhof mit Kehrschleife. Pro-
bleme, vor allem finanzieller Art, dürfte Haben die aus Modell-"Kreuzberg" in Rich- Fast alle Züge wurden mit Dampflokomo-
den meisten Modellbahnern der hohe tung "Blankenheim" ausfahrenden Züge tiven bespannt. Im Durchgangs-Güterver-
Waldbestand des linken Anlagenteils be- die "Ahr" passiert, treffen sie nach kurzer kehr kamen die BR 44, 50, 5525-56, 562-8,
reiten. Hält man ihn jedoch räumlich flach, Fahrt auf die von links dazustoßende 5710-35 und 582-5zum Einsatz, dazu die
z.B. durch eine entsprechende Hinter- Strecke aus "Dümpelfeld", rumpeln über Tenderloks 935-12 und 945-17.Die BR 93
grundkulisse, und positioniert ab der drit- die Weichen des Gleiswechsels und ver- war z.B. 1938 in.fünf Exemplaren in Kreuz-
ten oder vierten Baumreihe vor allem billi- schwinden anschließend im Tunnel. berg stationiert. Reisezüge wurden von
ge "Flaschenputzerfichten", dürfte sich die Rechts vom Bahnhof teilt sich die zwei- den Baureihen 01, 3810-40, 3g0,64, 751°-'I,
Belastung des Geldbeutels für die Auffor- gleisige Strecke. Während das eine Gleis 78 und 86 befördert. An Dieselloks kann
stung in Grenzen halten lassen. durch einen Tunnel führt, ist das andere in man die Reihen V 1001°, V 10020und
einem Bergeinschnitt verlegt. Diese auf V 160 einzsetzen, dazu ein- und zweimo-
Modellbahnen selten zu sehende Situati- torige Schienenbusse. In den 30er Jahren
Bahnhof und Betriebswerk waren im Ahrtal auch verschiedene Trieb-
on erlaubt sowohl interessante Land-
Im "westlichen Kreuzberger" Bahnhofs- schaftsgestaltung als auch längere Fahrt wagen des Typs VT 137 und anderer Rei-
kopf sind Doppelkreuzungsweicheninstal- des Zugs im sichtbaren Bereich. hen nicht selten. Allerdings Iäßt das Ange-
liert. So Iäßt sich die Nutzlänge der Bahn- Im hinteren rechten Anlageneck, dort wo bot der Modellbahnhersteller an Triebwa-
hofsgleise etwas strecken. Kurze Gleis- auch das linke Streckengleis im Tunnel gen zu wünschen übrig. Nur Liliput hat
stutzen schützen vor Flankenfahrten. verschwindet, setzt ein Schloß den opti- einen in DRG-Ausführung im Programm.

33 Anlagenplanung III
Die Umsetzung des Fotos auf der gegenüberliegenden Seite irn Maßstab HO: Fleischmanns BR 64 steht mit Roco-Donnerbüchsenvor dem Emp-
fangsgebäude "Benediktbeuern" von Vollmer.

Ein kleiner Bahnhof am Fuße der Alpen


Von der Kohlen- zur levorkommen bestand. Schon am 16. Ok- Bereits 1925 wurde die Linie Tutzing -
Ausflugsbahn tober 1865 wurde daher das erste Strek- Kochel elektrifiziert. Hauptgrund war in-
kenteil Starnberg - Tutzing - Penzberg des nicht die Bedeutung der Strecke, son-
Etwa 50 km südlich von München liegt der eröffnet um das "schwarze Gold abtrans- dern die unmittelbare Nähe zum bekann-
kleine Ort Benediktbeuern. Er wird domi- portieren zu können. Es bildete die Fort- ten Walchensee-Wasserkraftwerk.
niert von einer prächtigen barocken Klo- setzung der bereits seit dem 28. Novem- Schon sehr früh war klar, daß sich hier der
steranlage und überragt von der imposan- ber 1854 befahrenen Linie München - Personenverkehr besser entwickeln wür-
ten Felsmauer der Benediktenwand. Doch Starnberg. Erst am 23. Mai 1898 wurde de als der Güterverkehr. Von Anfang an
nicht Pilgerströme waren es, die zum Bau die restliche Strecke bis Kochel als Lokal- gab es daher durchgehende Personenzü-
der Bahnlinie von München über Tutzing, bahn in Betrieb genommen. Gleichzeitig ge von München her. Sie liefen allerdings
Penzberg und Benediktbeuern ins nahe wurde auch die Verlängerung der durch nicht wie heute via Tutzing, sondern über
Kochel (heute KBS 961) führten. Aus- die LAG betriebenen "lsartalbahn" von die kürzere Isartalbahn. Seit jeher waren
schlaggebend war vielmehr, daß in Penz- Wolfratshausen nach Bichl dem Verkehr die Berge um Kochel und Benediktbeu-
berg eines der wenigen bayerischen Koh- übergeben. Sie ist heute Iängst abgebaut. ern, wie z.B. die bereits erwähnte Bene-
diktenwand, sowie der Kochel- und der
Walchensee beliebte Ausflugsziele. Ohne
sie hätte die KBS 961 wohl schon Iängst
das Schicksal der Isartalbahn ereilt.

Der Bahnhof Benediktbeuern


Benediktbeuern ist eine Durchgangssta-
tion wie unzählige andere auch. Trotzdem
eignet er sich in besonderem Maße für
einen modellgerechten Nachbau, da die
Firma Vollmer in der Nenngröße HO ein
ebenso schönes wie detailliertes Modell
des Empfangsgebäudes im Programm
hat. Seine Bruchsteinfassade Iäßt es deut-
lich aus dem übrigen Angebot an Bahn-
hofsbausätzen hervorstechen. Im Gegen-
satz zu vielen anderen Vorbild-Bahnhö-
fen können wir uns hier also den Eigen-
bau sparen. Den kleinen Bruchstein-
Güterschuppen muß der Modellbahn-
freund dagegen selbst errichten. Dank der

Anlagenplanung 111 34
Einender letzten Dampfzügebrachte64 440 am 24. Mai 1959nach Benediktbeuern. Die bayerischen Ausfahrsignale waren schon damals ihrer Flügel
beraubt, der Bahnhof besaß allerdings noch drei Gleise. Der Spiegel links zeigte dem Stationsvorsteher, ob er die Schranken des Bahnübergangs an
! der Ausfahrt nach Kochel schließen konnte. Der direkte Blick ist durch einen Schuppen verdeckt. Abb.: 0. Ringelstetter
i
einfachen Bauweise ist dies aber sicher tion legen. Zum anderen verlor Benedikt-
nicht schwer zu bewerkstelligen. beuern Anfang der 70er Jahre beide Über-
Der Bahnhof liegt in fast unmittelbarer holgleise. Eines wurde ganz abgebaut,
Nähe des Klosters, etwa 1 km westlich das andere durch Ausbau einer Weiche
vom eigentlichen Ortskern. Erst der Bau- zum Stumpfgleis umgewandelt und der
boom der Nachkriegszeit bewirkte auch Bahnhof so zum Haltepunkt degradiert.
eine bauliche Anbindung der Station an Seit der Elektrifizierung bespannte vor al-
das Dorf. Die Panoramazeichnung zeigt lem die Baureihe E 32, später auch die
die Bebauung der 60er Jahre. Damals E 44 die durch Benediktbeuern rollenden
war das Gelände zwischen Bahnhof und Züge. Ende der 50er Jahre gesellte sich
Ort bereits stärker besiedelt; es gab aber dann die E 41 dazu, die damals fabrikneu
noch größere Freiflächen. Dies ist inzwi- zum Bw München Hbf gekommen war.
schen natürlich überholt. Seit den 70er Jahren dominiert hier wie
Modellbahnern kommt diese Situation ein- auf den meisten Strecken im bayerischen
deutig entgegen: Sie können sich bei der Alpenvorland die BR 111.
Gestaltung der Bahnhofsumgebung mit Nicht selten waren Anfang der 90er auch
zwei bis drei Bauernhöfen begnügen. Wer
dagegen einen ganzen Ort darstellen
die damals auf 120 kmk Höchstgeschwin-
digkeit reduziertenehemaligen Rheingold-
1 ..
- - - - J;ngeiegte straken

Plan der von München ausgehenden Strecken


möchte, kann dies ohne Stilbruch und Lokomotiven der Reihe 113 auf der Ko- über Tutzing nach Garmisch-Partenkirchen
ohne dem Vorbild untreu zu werden, eben- cheler Linie anzutreffen. Geradezu ein und Kochel.
falls tun. Klassiker auf dieser Route war der Über-
Einige schwerwiegende Veränderungen gabe-Güterzug mit Garmischer E 60, der komotivendurch Benediktbeuern. Danach
gab es im Laufe der Jahre freilich adf dem von 1946 bis 1978 verkehrte. Heute ist er war vor diesen Zügen vor allem die Bau-
Bahnhofsgelände. Sie sollten -sofern Sie mit 2601261 bespannt. reihe 988 zu sehen. Sie wurde kurz nach
vorbildgerecht bauen wollen - beachtet Als Besonderheit ist zu vermerken, daß 1950 von der BR 64 abgelöst. Als die
werden: Zum einen hing bereits Mitte der zu Isartalbahn-Zeitentrotz des Fahrdrahts ehemalige LAG-Strecke zum Sommer-
20er Jahre der Fahrdraht über den Glei- ab Bichl Dampflokomotiven von München fahrplan 1959 eingestellt wurde, war auch
sen. Auch Epoche-ll-Freundesollten also bis Kochel durchliefen. So kamen bis zur in Benediktbeuern Schluß mit dem Dampf-
den Schwerpunkt auf die elektrische Trak- Verstaatlichung der LAG auch deren Lo- betrieb.

"Benediktbeuern" als HO-Oval. Maße: 4,5 X 1,O m; Gleislänge: 18,3 m; Material: Märklin K-Gleise.

35 Anlagenplanung III
Unten: Ein kurzes Gastspiel
in Benediktbeuern gaben die
. einige Jahre auf '120 km/h
Hochstgeschwindigkeit redu-
zierten Ex-Rheingold-Loks
derBR113.Hier113311 mit
E 3665 am 30. Juni 1993. -
Abb.: Dr. Brian Rampp

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Anlagenplanung 111 36
37 . Anlagenplanung III
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Der Vergleich zum Gleisplan rechts zeigt, daß Rein-


hold Barkhoff seine Zeichnung für 15"-Weichen entworfen
hat. Wollen Sie die Anlage ebenfalls mit den schmaleren Wei-
chen bauen, dürfte sich die Anlagenlänge auf etwa 4 m belaufen.

Rund um Bahnbetriebswerk
und Ortsgüteranlage
Ein Thema mit Variationen bei der hier gezeigten Variante der Gleis- Beschäftigten. Von drei auf sechs verdop-
plan links vorne durch eine Schleife zu peln ließ sich dank der größeren Anlagen-
Dieser Anlagenvorschlag basiert auf ei- einem leichten L erweitert. Auch die Tiefe tiefe die Zahl der Drehscheibengleise. Der
nem bereits im EJ 411983 vorgestellten der Anlage wuchs. hintere Bahnhof des Ursprungsvorschlags
Gleisplan. Einen davon abgeleiteten Ent- Thematisch wandelte sich ebenfalls eini- wurde in eine Ortsgüteranlage umgestal-
wurf haben wir schon in Band 0.1 "Anla- ges: Die vorne gelegene Gleisharfe mu- tet und bekam ein zusätzliches Abstell-
genplanung für Einsteiger" aus unserer tierte vom Bahnhofsvorfeld zum Bw-Ge- gleis sowie eine Straßenanbindung.
Modellbahn-Bibliothek präsentiert.Bei die- Iände mit Abstellmöglichkeit für eine grö-
sem hatten wir zwei recht eng im vorderen ßere Anzahl von Loks. Das stattliche Emp-
und hinteren Anlagenteil aufeinanderfol-
Viel rangieren
fangsgebäude des Kopfbahnhofs mit
gende Bahnhöfe durch eine Mittelkulisse Bahnsteighalle schrumpfte dadurch zum Die thematischen Veränderungen bedin-
optisch getrennt. Demgegenüber wurde kleinen Haltepunkt für die auf der Anlage gen einen völlig veränderten Betriebsab-

Anlagenplanung 111 38
I lauf: Der Schwerpunkt liegt eindeutig beim Einen kleinen Trick hat der Zeichner auf
Rangieren im Bahnbetriebswerk und auf der linken Seite, kurz vor dem Tunnelein-
der Güteranlage. gang, angewandt: Eine angedeutete
So sind Drehscheibe und Lokschuppen Linkskurve soll optisch vom Ovalcharak-
zwar raumsparend plaziert, im Betrieb ter des Gleisplans ablenken und den Ein-
aber nur unter erschwerten Bedingungen druck erwecken, als führten die beiden
erreichbar, da zum Wenden und Bekoh- Streckenteile in zwei verschiedene Rich-
len jeweils Sägefahrten nötig sind - Ei- tungen. Wegen der verwendeten starren
senbahners Leid, Modellbahners Freud! Gleisradien war dies in unserem Gleis-
Hier werden Lokomotiven untergebracht plan nicht nachzuvollziehen. Eine Ober-
und versorgt, die vom (fiktiven) Haupt- leitung fehlt; so Iäßt sich die etwas kriti-
bahnhof der (Kulissen-)Stadt angerollt sche Gleiskreuzung links mit ihrer gerin-
kommen bzw. von dort aus wieder auf die gen Durchfahrtshöhe unter der Brücke
Strecke gehen. meistern, ohne eine Verlängerung der
Auch die Ortsgüteranlage ist auf die Ver- Gleisrampen einplanen zu müssen. Für
sorgung einer größeren Stadt ausgelegt. die Brücke muß in jedem Falle eine Ober-
Dies bedingt einen regen Warenumschlag gurt-Bauart gewählt werden.
am Güterschuppen und an den Freilade-
gleisen, was Gelegenheit zu vielfältiger Fahrzeugeinsatz
Ausgestaltung und hübschen Ladesze-
nen bietet. Für den Betrieb eignen sich vor allem
Die sichtbare Streckenlänge der Anlage kurze Nahverkehrszüge, Rangierabteilun-
ist gering. Die in die beiden Tunnelröhren gen, einzeln fahrende Lokomotiven sowie
mündenden Gleise vereinigen sich im ver- Triebwagengarnituren. Die Hintergrund-
a.: deckten Bereich unterhalb der Stadtkulis- kulisse sollte städtischen Charakter besit-
;L
Sr Se. Hier ist unbedingt ein Abstellbahnhof zen, um das Anlagenthema glaubhaft zu
vorzusehen, dessen Kapazität ausreicht, machen. Vor allem eine industriebetonte
einige komplette Zuggarnituren kürzerer Kulisse dürfte die Daseinsberechtigung
Länge aufzunehmen. des Haltepunkts noch unterstreichen.

Gleisplan und Stückliste der Anlage in HO für N Iärklin K-Gleis.Größe 3,5 X 2,2 m.
Gleislänge: 44,2 m.

Maßstab 1:18

.
39 Anlagenplanung 111
Vor dem großen Bahnhof
Ein kleiner Vorortbahnhof mit reizt, daß er den Streckenabschnitt auf terte Überführungsbauwerk kaschiert zwei
Mittelbahnsteig seiner im Bau befindlichen Anlage nach- Tunneleinfahrten, durch die die Züge in
gebildet hat. den Untergrundverschwinden - eine recht
Das Vorbild dieses Anlagenthemas ist der Aus Mangel an passenden Industriemo- clevere, auch für kritische Modellbahner
Haltepunkt Koblenz-Moselweiß. Er besitzt dellen mußte er das architektonisch reiz- akzeptable Idee.
auch heute noch ein sehr attraktives Emp- volle Empfangsgebäude selbst bauen. Um Geblieben ist die Lage des Stationsge-
fangsgebäude. Der Bau steht am Hang die interessantesten Formen besser in bäudes am Hang. Eine kräftige Stützmau-
eines Geländeeinschnitts; eine teilweise Szene setzen zu können, hat Reinhold er soll das Nachrutschen des Erdreichs
überbaute Brücke führt zur gegenüberlie- Barkhoff allerdings einige Veränderungen unterbinden. Sie ist, im Gegensatz zu der
genden Seite. Auf den zwischen den Glei- der Originalsituation vornehmen müssen. weiter unterhalb befindlichen Arkadenga-
sen liegenden Bahnsteig gelangen die So wurden beispielsweise die Außenfron- lerie, betont schlicht gehalten. Weitere
Fahrgäste über eine Treppe. Diese so ten spiegelverkehrt zusammengefügt. Rundbögen einzufügen, wäre des Guten
richtig alte Eisenbahnatmosphäre aus- Außerdem versetzte er das Gebäude von einfach zuviel gewesen. Von großem Vor-
strahlende Kombination von Empfangs- der einen auf die andere Gleisseite. Stra- teil ist auch, daß die Bahnsteiglänge des
gebäude und Überführungsanlage hat ßen- und Fußgängerübergang bilden bei Modells betont kurz gehalten werden
Zeichner Reinhold Barkhoff dermaßen ge- ihm eine Einheit. Der Grund: Das verbrei- kann. Der Perron liegt in einer Gleiskrüm-
miniert, an die ein Stellwerk angebaut ist. führt, sondern einige Zentimeter weiter
Die vom Bahnhof kommende Straße quert oben aus dem massiven Stützpfeiler ent-
zunächst schienengleich die zweigleisige springen lassen. Mit diesem Kunstgriff
Bahntrasse und umgeht in großzügigem konnte er die Gleise des Bahnhofsvorfel-
Bogen den nach rechts stark abfallenden des bis fast unmittelbar an den Pfeiler
Berghang. heranführen, ohne daß der Brückenbo-
Das graue Asphaltband ist durch eine gen in das Lichtraumprofil der Bahn hin-
Baustelle mit Bauwagen, Arbeitsgerät, einragt.
Warnschildern und Sperren aufgelockert. Das Stellwerksgebäude entstand aus Fal-
Letztere sind mit gelben Leuchtdioden be- lers Bausatz "Darmstadt Hbf". Es wurde
stückt und werden durch eine Blinkelek- zweckbedingt um gut 2cm gekürzt und
tronikgesteuert. Für den Nachtbetriebwer- auf einen turmartigen Sockel aus Sperr-
den die Scheinwerfer der talwärts rollen- holz neben dem großen Brückenpfeiler
den Kraftfahrzeuge mit gelben, die Rück- gesetzt. Recht gut geeignet wären auch
lichter der bergauf fahrenden mit roten Kibris Modellstellwerk "Coelbe" und Voll-
Dioden versehen. In Kombination mit Mi- mers "Wiesbaden Ost"; letzteres müßte
niatur-Leuchtstofflampen als funktionsfä- aber ebenfalls gekürzt werden.
higer Straßenbeleuchtung ergibt dies Auch die Signalbrücke entstand zumin-
kaum noch zu übertreffende wirklichkeits- dest teilweise im Selbstbau. Die farbigen
nahe Lichteffekte. Baustellen- und Kfz- Signalbilder wurden durch Miniatur-Leucht-
Beleuchtungfinden sich im Programm von dioden ersetzt. Ihr Leuchteffekt wirkt so im
Busch, Lampen in großer Vielfalt auch bei Vergleich zu den üblichen Glühlämpchen
anderen Herstellern. einfach vorbildgerechter.
Vier Schrankenbäume sichern den Bahn-
übergang: zwei lange für die Fahrbahn, Reinhold Barkhoffs
zwei kurze für den Fußgängeweg. Zuge- große Brücke
geben: Dies ist zwar etwas dick aufgetra-
gen, doch ist das Spiel der sich auf- und Wie in der linken oberen Ecke der Pano-
niederbewegenden Schlagbäume sehr ramazeichnung auf Seite 43 zu erkennen,
effektvoll. schließt dieser Teil der Barkhoffschen
Das Portal des Hangtunnels ist Eigenbau Anlage rechts an die beschriebene Brük-
und entspricht - allerdings seitenverkehrt ken-/StellwerkskonstruMionan. Zentrales
- seinem Vorbild in St. Goar (linke Rhein- Bauwerk ist hier eine Brücke, die nicht nur
strecke). Auch das kleine Modell der ehe- die Schienen von Bw-Zufahrt und Abstell-
maligen Blockstelle "Kammereck" ent- gruppe, sondern auch zwei doppelgleisi-
stammt der Barkhoffschen Werkstatt. Ihr ge Strecken überspannt. Sie setzt sich
Vorbild ist schon längst der Spitzhacke aus einer Steinbogenbrücke und zwei Be-
zum Opfer gefallen. Es ist zwar ohne Funk- tonträgerbrückenzusammen, die gemein-
tion, fügt sich aber recht gut in die Tun- sam eine recht respektable Länge errei-
nelszenerie. chen. So ist gewährleistet, daß sich das
Die mit Baumbestand versehene Hang- Bauwerk trotz seiner Größe abwechs-
partie über der Tunnelröhre ist abnehm- lungsreich in das Bahngelände einfügt.
bar und gewährt so jederzeit freien Zugriff Die unterschiedliche Höhenlage von Bw-
auf die Strecke. Auch Teile des die Gleise Zufahrt (auf der Panoramazeichnung links
überspannenden Tunnelgewölbes sind mit BR 23) und Streckengleisen betont
nach oben herausnehmbar, um eventuell diesen Effekt noch zusätzlich.
liegengebliebenen Schienenfahrzeugen Wie schon die zuvor beschriebene Brük-
wieder auf die Räder verhelfen zu kön- ke entstand sie gleichfalls im Eigenbau.
nen. Natürlich wurde die Tunnelausmaue- Dies hat den Vorteil größerer Gestaltungs-
rung so weit nachgebildet, daß beim Blick freiheit und geringer Kosten. Zur Illustrati-
in die Röhre der Eindruck eines durch- on der Baubeschreibung möge die kleine
mung und entspricht seiner Aufgabe ge- gehenden Gewölbes entsteht. Sogar die Konstruktionsskizze dienen.
mäß den verhältnismäßig kurzen Zuglän- beim Vorbild in regelmäßigen Abständen Als Träger der Trasse und .stabile Basis
gen des Vorortverkehrs. Die auseinan- vorhandenen Ausweichnischen für den der Brücke diente eine entsprechend dem
dergezogenen Streckengleise vereinigen Streckengeher wurden nicht vergessen. Gleisverlauf zugeschnittene Tischlerplat-
sich im rechten Teil der Übersichtszeich- Blickfang der ganzen Szene ist die Stein- te. Sie ruht auf mehreren stabilen Holz-
nung vorbildgerecht auf ihren richtigen brücke mit dem aufgesetzten Stellwerk stützen und ist mit diesen verleimt und
Abstand. und der Signalbrücke. Reinhold Barkhoff verschraubt. Einige der Stützen wurden
hat sie ebenfalls weitgehend im Selbst- später verkleidet, um als Pfeiler dienen zu
Auf Schiene und Straße bau hergestellt. Dazu wurde die Trasse können. Mehrere unter das Trassenbrett
drunter und drüber der Eisenbahn auf einer dicken Unterlage geleimte Querhölzer unterstützen die Ge-
aus Sperrholz verlegt, die von massiven samtstabilität und fungieren als Abstand-
Die große Panoramazeichnung auf Seite hölzernen Stützen getragen wird. Die halter für die Konstruktion der Brücken-
42 zeigt, wie das Barkhoffsche Anlagen- Brückenverkleidung entstand aus auf fassade.
projekt rechts des Bahnhofs "Koblenz- Sperrholz geklebten Mauersteinplatten. Die Brückenfassade entsteht aus bieg-
Moselweiß weitergeht. Dieser Abschnitt Das Brückengewölbe hat Reinhold Bark- samem Sperrholz, auf das die Konturen
wird von der großen Eisenbahnbrücke do- hoff nicht bis auf Gleisniveau herabge- des Bauwerks mit Bögen und Ausschnit-

41 Anlagenplanung III
Anlagenplanung 111 .42
43 Anlagenplanung III
ten übertragen wurden. Sie sind anschlie- Gleisbogen bequem und ohne Bruch fol- einen guten Gesamteir„„ck der Brük-
ßend mit der Laubsäge auszuschneiden. gen zu können, werden Geländerunterla- kenfassade. Die Ausschnitte entlang der
Nach dem Einbau werden sie mit Stein- ge und Handlauf an der Innen- bzw. Au- unteren Leistenkante sind mit einer Rund-
streifen (aus Mauerplatten) beklebt. Auch ßenseite mit einer Laubsäge zuvor tief feile bequem herzustellen.
die Ausschnitte der kleinen Arkadenbö- eingeschnitten. Durch die Montage schlie- Ein bißchen schwierig ist die Montage des
gen sind so zu füllen. Das Iäßt die Kon- ßen sich die Trennfugen fast ganz von unteren Brückengewölbes: Wegen der
struktion plastischer wirken. selbst. Den Rest deckt die später aufzu- Kurvenlage und der nicht parallel zuein-
Die Pfeiler des Brückengeländers entste- tragende Farbe zu. Unterhalb der Gelän- ander angeordneten Pfeiler kann es nicht
hen aus Holzleistchenvon etwa 3 X 6 mm derauflage sorgt eine mit halbkreisförmi- in einem Stück, z.B. durch Einfügen einer
Stärke (siehe Skizze unten). Um dem gen Ausschnitten versehene Leiste für Mauersteinplatte, geschlossen werden.
Statt dessen sind die Mauerstreifen ein-
zeln aufzukleben, um Verspannungen zu
vermeiden. Am besten, man sucht sich
eine entsprechend gebaute Vorbild-Brük-
ke und schaut sich einmal in natura an,
wie der Architekt das Gewölbebau-Pro-
blem gemeistert hat. Dabei kann man auch
gleich ein paar Fotos machen, die als
Grundlage für die spätere Patinierung des
Baus dienen.
Nach der Steinbogenbrücke folgen auf
Reinhold Barkhoffs Anlage zwei Beton-
träger-Unterführungen. Sie überspannen
zwei doppelgleisige Trassen, die sich
gleich darauf vereinigen. Auf der großen
Zeichnung sind die betreffenden Weichen
durch den Packwagen des von der E 16
geführten Schnellzugs verdeckt.
Beide Bauwerke gefallen aufgrund der
eigenwilligen Form ihrer Vorbauten, die
sich durch die spitz aufeinander zulaufen-

Anlagenplanung 111 * 44
Zugegeben - unser Gleisplan für "Vor dem näherer Untersuchung als fast genialer Ent-
großen Bahnhorwirkt auf den ersten Blickeher wurf für eine Fahranlage. Er besteht aus
abschreckend. Doch was zunächst an eine zwei unabhängigen Strecken: zu-
Schüssel Spaghetti erinnert, entpuppt sich bei nächsteinerdoppelgleisigenHaupt-

trasse mit mehreren Schattenbahnhöfen, auf Strecke hat. Ihr recht einfacher Gleis-
der die Züge die Gleisanlagen unseres Vorort- plan ist ganz unten zu sehen.
bahnhofs mehrfach auf unterschiedlichenStrek- Um den Verkabelungcauhvand in Grenzenzu hal-
ken passieren. Sie ist rechts unten im verklei- ten, ist für beide Strecken Blockbetrieb zurzugsi-
nerten Maßstab 1:48 abgebildet. Des weiteren cherungvorgesehen. In Nenngröße HO mißt die
gibt es eine als "Hundeknochen" angelegte S- Anlage 6,00 X 3,80 m, in l 7 4,35 X 2,75 m, in N
Bahn-Trasse,die keineVerbindungzur übrigen 3,26 X 2,07 m und in Z 2,37 X 1,50 m.

Materiallistefür den Bau mit Fleischmann Profi-


Gleisen. Gleislänge 246,7 m.
172 X 6101 85 X 6131
8X 6102 103 X 6133
6X 6103 28 X 6138
238 X 6106 6X 6139
9X 6107 1X 6162
11 X 6120 1X 6165
3X 6122 31 X 6172
25 X 6125 24 X 6173
7X 6127

den Strecken ergibt. Den Aufbau des Mo-


dells zeigt ebenfalls die Konstruktions-
skizze. Das etwas ausgefallene Profil des
C
vorderen Pfeilers wird durch passend ge-
formte Balsaholz-Leisten aus dem Flug-
zeug- und Schiffs-Modellbaugeschäft ge-
staltet. Das Brückengeländer hat der Er-
bauer selbst aus 0,6 mm starkem Kupfer-
draht zusammengelötet. Gegenüber fer-
tig geätzten Geländern, z.B. von Brawa
oder Gerard, bietet dies einen deutlichen
Kostenvorteil. Fast genauso gut sind
Kunststoffgeländer aus den Programmen
der verschiedenen Zubehörhersteller.
Die Unterführungen könnten selbstver-
ständlich auch zwei parallel laufende
Strecken überspannen. Wie eine solche
Szene ausschauen würde, zeigt die Zeich-
nung auf der linken Seite oben.

45 Anlagenplanung III
. 1 - ,-
Anlagenplanung 111 46
Falsch geraten! Nicht den Rheingoldauf Abwegen hat ReinholdBarkhoff hier dargestellt, sondern den Karwendel-Expreßder Vorkriegs-Reichsbahn.
Beide Zuggarnituren sind im Programm von Liliput zu finden.

Vorbild und Modell daher beachtlich: In Nenngröße HO be- flügels. Dort, geschützt vor den Blicken
trägt die Schenkellänge 13,6 X 6,6 m; un- der Betrachter, vollzieht sie einen 180"-
Unter den deutschen Alpenbahnen ist sie ser N-Gleisplan benötigt 6 X 3,5 m; selbst Schwenk mit relativ engem Radius (ca.
sicherlich eine der schönsten: die Strecke in Z sind es noch 5,4 X 2,6 m. 65 cm) und kräftiger Steigung, um nach
von Garmisch-Partenkirchen über Mitten- Der mittlere Anlagenteil nimmt die um- dem Wiedererscheinen die eigene Trasse
wald ins österreichische Innsbruck. Nicht fangreichen Gleisanlagen des Bahnhofs auf einer Blechträgerbrücke niveaufrei zu
umsonst zählt sie zu den Stammstrecken für Güter- und Personenzugverkehr auf. kreuzen. In weitem Bogen, an den Berg-
des "Gläsernen Zuges" 491 001 (HO-Mo- Die Station selbst ist als Trennungsbahn- hang angelehnt, vereinigt sie sich schließ-
dell von Roco, in N von Fleischmann). hof konzipiert, auf dem sich zwei elektrifi- lich unmittelbar vor dem großen Viadukt
Kühne Trassenführung und in rascher zierte eingleisige Strecken vereinigen und mit dem Gleis der Gebirgsbahn.
Folge wechselnde landschaftliche Ein- als zweigleisige Trasse weitergeführt wer- Hinter dem Lokomotivschuppen ist eine
drücke lassen eine Reise auf dieser Bahn- den. Damit ist für einen abwechslungsrei- Überhol- und Ausweichmöglichkeit vor-
linie zum unvergeßlichen Erlebnis werden chen Betriebsablauf gesorgt. gesehen. Eine ähnliche Einrichtung findet
- gutes Wetter vorausgesetzt. Auf nur Eine der Strecken überquert die Zufahrt sich beim Vorbild im Bereich der Martins-
19 km Länge führt die Strecke z.T. durch zum Güterbahnhof, führt am Bahnbe- wand unweit von Hochzirl. Auf dieser
hochalpin wirkende Landschaft und über- triebswerk vorbei und erreicht in scharfem Gleisverbindung können durchlaufende
windet beim Abstieg ins lnntal einen Hö- Linksbogen den gegenüberliegenden Ge- Züge von der Panorama- in die Hochge-
henunterschied von fast 600 m. birgshang. Die niveaufreie Kreuzung mit birgsstrecke wechseln, ohne das Bahn-
Für Eisenbahnfreunde von besonderem der Güterverbindungsbahn ist etwas kri- hofsgelände berühren zu müssen.
Interesse ist der auf dem Gebiet der ÖBB tisch. Verlegt man diese aber unter die
liegende Abschnitt Leithen - Kranebitten. Null-Ebene, ist die Durchfahrt unter dem Am Bw vorbei ins Gebirge
Modellbahnern bietet sich hier eine ganze sowieso ansteigenden Streckengleis groß
Palette für eine lebendige Anlagengestal- genug, um problemlos eine tiefergelegte Im zweiten großen Panoramabild (Seite
tung notwendiger Eindrücke: Brücken, Oberleitung installieren zu können. 52/53) ist der Streckenverlauf im Vorge-
Tunnels und Galerien. Im Gelände zwischen den beiden Gleis- birgsteil der Anlage dargestellt. Er wirkt
Selbstverständlich gelingt die Umsetzung trassen haben Schrebergärtner ihr Refu- mit seinem Streckenwirrwarr zunächst
eines solchen Vorbilds lediglich teilweise, gium gefunden. Links zwischen Güter- eher abschreckend. Verfolgt man die ein-
da sich die monumentale Szenerie nur bahn und Fluß stehen Wohnhäuser für die zelnen Fahrmöglichkeiten jedoch auf dem
bedingt glaubhaft ins Kleine übertragen Eisenbahner. Die Panoramazeichnungen Gleisplan, lassen sie sich leicht entwirren
Iäßt. So soll dieses Kapitel vor allem ge- auf den beiden folgenden Doppelseiten und nachvollziehen.
stalterische Anregungen für den eigenen zeigen, wie dieser Abschnitt auf einer fer- Die Hochgebirgstrasse, von rechts hinten
Anlagenbau vermitteln. tigen Anlage aussehen könnte. aus dem Anlagenhintergrund kommend,
Die zweite eingleisige Strecke schwenkt führt durch eine Schutzgalerie, überquert
Das Anlagenkonzept unmittelbar nach dem Verlassen des auf steinernem Viadukt das enge Tal und
Bahnhofs nach rechts, quert die schran- zieht sich den Hang entlang nach vorne.
DieAnlage wurde U-förmigund recht groß- kengesicherte Straße und verschwindet Dieser Richtung folgt auch der in einem
zügig geplant. Der räumliche Bedarf ist in einem Tunnel des gebirgigen Anlagen- weiten Bogen das Bahnhofsgelände ver-

Anlagenplanung 111 * 48
Anhand der Fahrzeuge gelingt die Einordnung dieses Bildes in die großen Panoramazeichnungen leichter: Die Strecke, auf der der Karwendel-Expreß
fährt, kommt vom Bahnhof, die Dampflokomotive steht auf dem zweigleisigen Überholabschnitt, die Ellok fährt auf der Hochgebirgsstrecke.

lassendeandere Schienenstrang. Die stei- gegenüberliegenden Seite des Kohleban- aussehen könnte, vermittelt das Panora-
len Hänge des Talkessels schließen un- Sens ist eine Notbekohlungsanlage instal- ma auf der folgenden Doppelseite.
mittelbar an die Hintergrundkulisse an. So liert. Dieser Bw-Bereich ist für die Ellok- Vom Empfangsgebäude aus erreichen die
wird verhindert, daß die Betrachter sofort Behandlung ohne Belang und deshalb "Preiserlein" die auf Gleis 2 und 3 halten-
dem eigentlich kreisförmigen Gleisplan nicht vom Fahrdraht überspannt. Er hängt den Züge gefahrlos durch einen Fußgän-
dieser Strecke auf die Schliche kommen. nur über den Ellok-Abstellgleisendes rech- gertunnel. Werden die Gleise wie vorge-
Die zwei durch das große Talviadukt füh- ten Bw-Teils. Sollte tatsächlich einmal eine sehen im Bahnhofsbereichin einem leich-
renden Trassen sind durch eine doppelte Ellok im Schuppen untergebracht werden ten Schwung verlegt, ergeben sich ver-
Kreuzungsweichemiteinanderverbunden. müssen, so wird eine Winde oder eine tretbare Gleisnutzlängen. Auf Gleis 4 kön-
Sie liegt bereits jenseits der beiden Tun- Diesel-Kleinlok benötigt, um sie dorthin zu nen Triebwagen und Personenzüge für
nelportale. Vor allem in diesem Bereich ist bugsieren. den Nahverkehr bereitgestelltwerden, die
auf eine gute Zugänglichkeit der überbau- Einige Kurzgleise sind von Fahrzeugen dann von Gleis 1 aus ihre Reise antreten.
ten Gleise zu achten! Der auf Seite 52/53 belegt, wie sie für ein Bahnbetriebswerk Nach getaner Arbeit rollen auf Gleis 2 die
links unten zu sehende kurze zweigleisi- typisch sind. Dazu gehört für eine Ge- Lokomotiven ins Betriebswerk.
ge Abschnitt gestattet erweiterte Fahrmög- birgsbahn unbedingt ein Schneepflug. Zahlreiche Weichenstraßen, ein Industrie-
lichkeiten: einerseits Rundkurse um das Dem Lokschuppen wurde seitlich ein klei- anschluß und Ausziehgleise ergeben ab-
Gebirgsmassiv, andererseits direkte Fahrt nes Werkstattgebäude angefügt. wechslungsreiche Rangiermöglichkeiten.
ins Tal oder zum Betriebsbahnhof. Die ins Streckengleis eingebaute doppel- Alle Gleise im Bahnhofsbereich sind aus
Das Bahnbetriebswerk ist zweigeteilt: te Kreuzungsweichegestattet direkte Fahr- beiden Richtungen erreichbar.
Während im Schuppen die Dampfloks ten zwischen Bw und Bahnhofsbereich. Allein dem Güterverkehr vorbehalten sind
untergebracht sind, stehen die robusteren die Gleise 5 bis 8. Die Ausfahrgleise 5, 6
Elloks im Freien. Für die Wartungsarbei- Der Bahnhof und 7 werden durch ein Gruppenausfahrsi-
ten an den Dampflokomotiven sind Be- gnal gesichert. Es gilt - im Gegensatz zu
kohlungs-, Entschlackungs- und Besan- Der Durchgangsbahnhof unseres Vor- normalen Signalen - nicht nur für eines,
dungsanlage auf einem Gleis vorhanden. schlags liegt im mittleren Anlagenteil. Ei- sondern für mehrere Gleise. Grundsätz-
Auch der Wasserkran steht dort. Auf der nen guten Eindruck, wie dieser Abschnitt lich ist in unserem Projekt ein zweiflügli-

49 Anlagenplanung III
Der ausgestaltete linke Anlagenabschnitt. Gerade hat der Karwendel-Expreßdie Schleife im Berg durchfahren. Er rollt nun oberhalb des Bw in Richtung

Anlagenplanung 111 .
50
Anlagenhauptteil. Epochen-Spezialistenstört natürlich das Nebeneinandervon DRG-Zug und VW-Käfer aus den 50er Jahren!

51 Anlagenplanung III
Anlagenplanung 111 52
.
53 Anlagenplanung III
ges Hauptsignal einzubauen, da die Fahr- anlagen des Bahnhofs beherrscht ein der
stellung immer Hp 2 (Höchstgeschwindig- Schloßbachbrücke nachgebildetes Bau-
keit 40 kmlh) sein muß. An allen Gleisen werk die Szenerie. Es überspannt die bei-
sind zudem hohe Sperrsignale vorzuse- den (bis dahin zusammengelegten) ein-
hen. Ein- und Ausfahrten dürfen keines- gleisigen Trassen und den schmalen Tal-

I
falls gleichzeitig stattfinden. einschnitt. In Verbindung mit einem Kurz-
Die direkte Zufahrt zu Rampe und Schup- tunnel soll er die langgestreckte Gleisfüh-
pen der Ortsgüteranlage mündet ins linke rung hier attraktiver gestalten. Wie schon
Ausziehgleis und erreicht über die Spitz- im rechten Anlagenteil geht auch im mitt-
kehre wieder das Gleisfeld des Güter- leren die zur Rückfront weiter ansteigen-
bahnhofs. Der die Straße niveaugleich de Gebirgslandschafl unmittelbar in die
kreuzende Gieisanschluß führt zum örtli- Hintergrundkulisse über.
chen Sägewerk, das seine Energie aus
dem vorbeifließenden Bach bezieht. Der linke Anlagenflügel
Im oberen rechten Bahnhofsbereichkom-
plettiert eine kleine Bahnmeisterei mit Bestimmen auf der rechten Anlagenseite
Gleisanschluß für die Dienstdraisine die Bahnhofsausfahrt, Bw und die beiden ein-
Szene. Den langen schmalen Gelände- gleisigen Bahnstrecken mit ihren Tunnels,
streifen zwischen Bahnhofsbereich und Brücken und Verbindungsgleisen das Bild,
Gebirge sollte man durch Bepflanzung
abwechslungsreicher gestalten.
Den Abschluß im vorderen Anlagenbe-
reich bildet die durchgehende Straßen-
herrscht auf dem linken Abschnitt dörfli-
che Ruhe. Denn dort, zwischen der in
weiter Schleife in den Anlagenhintergrund
führenden zweigleisigen Strecke und der
I
front. Dadurch sind gute Eingriffsmöglich- Gebirgsbahn, liegt die zum Bahnhof ge-
keiten und ein guter optischer Eindruck hörige Siedlung. Sie umfaßt eine Kirche
gegeben. Von Kibri stammen die Dienst- und verschiedene Häuser im bayerisch-
bauten (Bahnhof "Altkirchen", "Bahnbe- tirolerischen Baustil. Doch zunächst noch
triebsgebäude" und Stellwerk "Coelbe"). einmal zu den Gleisanlagen.
Am Bahnhofsvorplatz finden sich Park- Um aus der Kurvenlage der Bahnhofsglei- Maßstab 1:22
plätze für Pkw und eine Bushaltestelle. Se die Strecke in weitem Bogen ins Gebir-
Eine Stützmauer verhindert, daß Erdreich ge fortführen zu können, ist dieser linke
aus dem Bahnkörper nachrutscht. Anlagenabschnitt weit in den Raum hin-
Hoch über dem Talgrund und den Gleis- eingebaut. Die so gewonnene Fläche ge-

Auf der zweidimensionalen Zeichnung natürlich nicht zu erkennen: Die Häuser hinter der Bahn wären auf eiqer Anlage nur Hintergrundkulisse.

F.:.
+.&I .::,F

Anlagenplanung 111 54
L

Gleisplan in Nenngröße N zum Anlagenprojekt "Karwendel". Material: Roco-N-Gleis.


Große. 6 X 3,5 rn. Gleislange: 129 rn.
143 X 22200 7X 22224 6X 22246
13 X 22201 13 X 22225 17 X 22261
51 X 22202 26 X 22226 13 X 22263
37 X 22203 33 X 22227 27 X 22269
22 X 22204 11 X 22228 20 X 22271
3X 22206 1X 22235 1X 22303
17 X 22207 1X 22244 1X Fleischrnann9152

stattet die Wahl großzügiger Gleisradien lassen. Auch farbige Plakate der Frem-
im sichtbaren Bereich. Innerhalb des Ge- denverkehrswerbung oder großformatige
birges kann auf engere Bögen zurückge- Kalenderblätter eignen sich manchmal für
griffen werden. Bei welchem Mindestradi- diesen Zweck. Man muß halt probieren
s; die Grenze liegt, bestimmt das kur- und darauf achten, daß am ~ n d dieb Per-
venkritischste Modell des Fuhrparks. Im spektive einigermaßen stimmt.
Gebirge werden die beiden Streckenglei- Die vom Ortskern zum Bahnhof führende
se durch den gemeinsamen Kehrschlei- Straße läuft in einer Unterführung unter Rechts von ihr führt ein Gleisanschluß zur
fenbahnhof miteinander verbunden. Er den zwei Strecken- und zwei Stumpfglei- Sägemühle, deren Wasserrad nur noch
sollte möglichst umfangreich ausfallen, um Sen der linken Bahnhofsausfahrt hindurch. zur Zierde dient. Im kleinen Turbinenhaus-
den verkehrenden Zuggarnituren ausrei- Letztere Gleise enden am Rande des kur- anbau produziertein Generator den Strom
chend Abstellmöglichkeiten zu bieten. zen Hangeinschnitts. Die Streckengleise für Gatter und Beleuchtung. Straßenzu-
Dies dürfte wegen der Größe der Anlage führen dagegen weiter, überqueren die fahrt und Gleisanschluß verlaufen unmit-
nicht schwerfallen. Dorfstraße und den Mühlbach, ehe sie im telbar nebeneinander, nur durch einen
In diesem Anlagenteil fällt die Bebauung Inneren des Gebirges verschwinden. kurzen Zaun getrennt.
bewußt sparsam aus - schließlich befin- Die zur Ortsgüteranlage hinaufführende Den Mühlbach kreuzt das Gleis auf einer
det man sich im Gebirge. Zudem kann Straße ist recht steil. Der Vorplatz des geländerlosen Blechträgerbrücke, die
man die obligatorische Ortschaft mit Ku- Güterschuppens wurde daher als Terras- Straße auf einer Holzkonstruktion. Waa-
lissenteilen überzeugend darstellen. Auch se angelegt. Der vordere Teil ihrer Stütz- ge und Lademaß sind übrigens so unter-
beim Vorbild steht der Bahnhof oft weit mauer liegt in der Verlängerung des rech- gebracht, daß sie auch zur Überprüfung
außerhalb der dazugehörigen Siedlung. ten Brückenauflagers und dient als will- der vom Sägewerk kommenden Waggons
Bereits unmittelbar hinter dem Bahndamm kommene Reklamefläche. An der Ecke herangezogen werden können.
übernimmt daher eine Kulisse den opti- hat sich ein Schnellimbiß samt Vorgarten Eine völlig neue, recht reizvolle Motiv-
schen Übergangzum Anlagenhintergrund. etabliert. Der Güterschuppen selbst ist den situation ergibt sich, wenn man die ein-
Das könnte dann so aussehen wie auf der Lesern dieses Bandes bereits begegnet - gleisige Bergstrecke bis zum hinteren An-
Zeichnung links. im Ahrtal. Sein Vorbild steht allerdings in lagenrand weiterführt. Dadurch Iäßt sich
Die Zubehörindustrie bietet den Modell- Übersee am Chiemsee, paßt also gut ins die Szene um zwei weitere Brückenmoti-
bahnfreunden etliche ansprechend gestal- Oberbayerische. Mit seiner winkligen Bau- ve und einen Fußgängerüberweg berei-
tete Kulissenbilder, die sich durch Motiv- weise ist er immer ein dankbares Bastel- chern. Allerdings wird dadurch die Tun-
korrekturen und unterschiedliche Zusam- objekt. Ein kurzes Rampengleis vervoll- neleinfahrt der zweigleisigen Strecke et-
menstellung noch individuell verändern ständigt die Ortsgüteranlage. was verdeckt.

55 . Anlagenplanung III
Anlagenplanung 111 56
57 . Anlagenplanung III
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59 . Anlagenplanung III
Karwendel klein: Eine Anlagen-Alternative
Mit diesem Anlagenvorschlag wollen wir rückseite verlaufende Gleis zwischen den
eine Möglichkeit vorstellen, das Thema Punkten A und B. Außer dem erwähnten
"Karwendel" auf deutlich weniger Raum doppelgleisigen Abschnitt in Anlagenmit-
nachzuempfinden, als für die auf den vor- te sind alle Trassen eingleisig geplant und
herigen Seiten präsentierte Großanlage mit einer Fahrleitung überspannt. Lichtsi-
nötig war. Wie Sie dem Gleisplan rechts gnale sichern den Betrieb.
entnehmen können, wurde zugunsten lan- Vom Bahnhof aus ist nicht nur in beide
ger Fahrstrecken bewußt auf eine weit- Richtungen Durchgangsverkehr möglich;
räumige Bahnhofsanlage verzichtet. die Züge können auch nach dem Kehr-
Während im rechten Anlagenteil sanftere schleifenprinzip aus jeder Richtung wie-
Geländeformen dominieren, unterstreicht der in die Station zurückkehren. Das Strek-
im linken eine bizarre Bergwelt die hoch- kengleisunddervordereAnlagenabschluß
alpine Trassenführung. Vorbild ist auch verlaufen nicht ganz parallel. Die Bahn-
hier der Raum um Hochzirl. Schmale Tal- hofsgleise liegen also in einem sanften
einschnitte gewähren kurzzeitige Einblik- Bogen. Mit seinem bescheidenen Gleis-
ke ins weite Inntal. Diese Illusion kann im feld entspricht die Station dem Vorbild
Modell z.B. eine gute Wandzeichnung ver- einiger kleiner Bahnhöfe der Strecke. Hier
mitteln, die den optischen Abschluß des herrscht vor allem Durchgangsverkehr.
linken Anlagenbereichs bildet. Eine indi- Rangierbewegungen gestattet nur ein kur-
rekte Ausleuchtung mit verdeckt ange- zer privater Gleisanschluß, der zu einem
brachten Lampen dürfte die Wirkung der Lagerhaus führt. Für das Empfangsge-
Hintergrundkulisse noch deutlich steigern. bäude geradezu ideal ist der Bausatz
Ein besonderer Blickfang ist auch auf die- "Reith" von Vollmer (in HO und N): Sein
ser Anlage das Modell der Schloßbach- Vorbild steht nahe Hochzirl!
brücke im linken Viertel. Sie überspannt Absichtlich geringgehalten wurde bei die-
einen schmalen Taleinschnitt und das kur- sem Entwurf die Anzahl der Gebäude. Sie
ze zweigleisige Streckenstück. Dieses sind natürlich dem oberbayerisch-tirole-
mündet im rechten Anlagenteil in eine ver- rischen Baustil im Karwendel anzupas-
deckte große Kehrschleife. Sie verbindet sen. Geeignete Bausätze finden sich bei
die Gleisenden C und D (siehe Übersichts- allen Herstellern. Auch eine kleine Halte-
zeichnung) und kann zum Schattenbahn- stelle oberhalb der Ortschaft wurde nicht
hof mit mehreren Abstellgleisen erweitert vergessen. Wie es sich für eine "zünftige"
werden. Weiteren Raum für unterirdische Gebirgsbahn gehört, wechseln Brücken
Abstellgleise bietet das auf der Anlagen- und Tunnels in rascher Folge.

Anlagenplanung 111 60
Im Mittelteil unserer Anlage kreuzen sich auf engstem Raum gleich vier Trassen.
Links: Schnee lag noch auf den Gipfeln um Mittenwald, als 113 309 am 7. Mai 1994 über die Karwendelbahn rollte. Abb.: G. Zimmermann

61 . Anlagenplanung III
Anlagenplanung 111 .62
63 .Anlagenplanung III
Die beliebte ))

Eine ewig junge Bauform ... ... auch für Großanlagen


Wenn Sie beim Betrachten des Gleis- Die gestreckte Acht ist auch die Grund-
plans dieser Anlage ein nostalgisches Glit- form der zweigleisigen Haupttrasse unse-
zern in den Augen bekommen, so ist dies res Anlagenvorschlags. Den Kreuzungs-
nicht weiter verwunderlich. Wahrschein- punkt bildet ein großer Viadukt; eine Ober-
lich haben Sie (wie so viele andere) Ihren leitung ist nicht vorgesehen. Für echten
Weg ins Modellbahner-Leben mit einer Fahrgenuß, auch mit langen Zügen, sor-
Anlage in Form einer "liegenden Acht" gen die in elegantem Schwung verlegten
begonnen. Gleise der Hauptstrecke. Sie ist durch
Deren Beliebtheit kommt nicht von unge- zwei ins Anlageninnere führende ein- bzw.
fähr: Durch den markanten Bereich der zweigleisige Streckenbögen mit dem
Gleiskreuzung bietet sie schon auf ein- Bahnhofsbereich verbunden. Deren räum-
fachsten Anlagen - ja sogar auf dem Fuß- liche Trennung wird durch ihre unter-
boden - gute Ansätze zu einer attraktiven schiedliche Ausführung und den Tunnel in
Gestaltung. So ermöglicht der Einbau ei- der Anlagenmitte unterstrichen. Eine ähn-
ner Brücke oder eines Tunnels eine ni- liche Situation findet sich beim großen
veaufreie Kreuzung, die die Optik einer Vorbild im Raum Schlüchtern südlich von
solchen Anlage deutlich "spannender" Fulda. Fahrtrichtungen. Fernzüge durcheilen ihn,
macht. Der Einbau von Weichen verlän- kürzere Reisezüge halten oder enden hier
gert die Schleifen der Acht zum Oval mit Bahnhof und Bw sogar. Während die Lokomotive ins Bahn-
Kehrschleifenbetrieb. Sie sehen: Allein betriebswerk rollt, warten die Wagen auf
diese wenigen Maßnahmen vermitteln ein Die beiden abzweigenden Strecken cha- einem Stumpfgleis im Vorfeld auf den
völlig neues Fahr- und Spielerlebnis. Wei- rakterisieren den Bahnhof als Trennungs- nächsten Einsatz. Bw und Ortsgüteranla-
teren Variationen sind kaum Grenzen ge- bahnhof. Sein Gleisfeld ermöglicht Be- ge lassen etliche Rangierfahrten zu.
setzt. gegnungen und Überholungen in beiden Innerhalb des Bahnhofsgeländes wurden

Prunkstück dieser Anlage ist die große Steinbogenbrücke. Sie überspannt Schienenweg, Straße und Wasserlauf.

Anlagenplanung 111 64
Materialliste zu unserem Anlagenvorschlag für Märklin K-Gleise.
8 X 2261R
4 X 2293
1 X 7186
Alternativ:
Rocos 22-m-Scheibe Nr. 42615

Durch den einfachen Aufbau des Schattenbahnhofsteils präsentiert sich die "Achterbahn" konstruktiv und schaltungstechnisch recht einfach.

Doppel kreu-
zungsweichen vor-
gesehen. So hält sich die
Ausdehnung dieses Bereichs
bei größtmöglicher Nutzlänge der
Gleise in Grenzen. Eine gute Alternative
wären im linken Bahnhofsteil auch Bo- mün-
genweichen. det unmittel-
Das Bahnbetriebswerk für Dampf- und bar dahinter in ei-
Dieselloks besitzt eine Drehscheibe und nen Tunnel. Hier gabelt
drei überdachte Lokstände. Erreichbar sie sich zur Kehrschleife mit
sind die einzelnen Wartungsstationen des Schattenbahnhof. Er sollte -wie im-
Bw über Sägefahrten. Diese beim Vorbild mer - nicht zu knapp bemessen sein, um
wegen des hohen Betriebsaufwands we- möglichst vielen Zuggarnituren Platz zu
nig beliebte Situation gestattet Modellbah- bieten. Weitere Abstellmöglichkeiten - vor net die
nern eine Vielzahl von Lokomotivbewe- allem für Triebwagen und kürzere Züge - Anlage als
gungen. Für die Drehscheibe empfiehlt es sind im rechten Kehrtunnel denkbar. thüringisch - be-
sich, vorbildgerecht ein kleineres Modell Die Gebäude der Ortschaft stammen aus sonders schön in Verbindung mit dem
einzuplanen, etwa die 22-m-Scheibe von den Programmen der Zubehörhersteller. Rathaus "Eisenach" von Kibri.
Roco (HO). Sie ist für Gleich- und Wech- Geschickt ausgewählt, bestimmen sie zu- Die Brücken sind Industrieprodukte, bie-
selstrombetrieb geeignet. Für die hier be- sammen mit Fels und Vegetation den re- ten aber genügend Freiraum für Eigen-
heimateten oder wendenden Diesel- und gionalen Charakter der Anlage: So ver- bau. Oft überspannen diese Kunstbauten
Tenderloks reicht auch die 16-m-Scheibe setzen Kibris Fachwerkhäuser nach Ein- Wasserläufe und Straße zusammen, der
von Fleischmann allemal. becker und Goslarer Vorbild unsere Anla- große Viadukt zusätzlich noch die zwei-
ge nach Niedersachsen. Die "Mi1tenberg"- gleisige Hauptstrecke. Solche Kombina-
Serie desselben Herstellers schafft fränki- tionen sind beim Vorbild häufig, und auch
Über Berg und Tal sche Odenwald-Atmosphäre. Auch die auf der Modellbahn wirken sie recht deko-
Nachdem die Trasse den Bahnhof nach Wahl des richtigen Bahnhofs kann viel rativ. Eine Blockstelle und ein beschrank-
links verlassen hat, unterquert sie den bewirken: Fallers prächtiges Empfangs- ter Bahnübergang beim Bahnhof vervoll-
rückwärtigen Teil der Hauptstrecke und gebäude "Schwarzburg" z.B. kennzeich- ständigen die Szenerie.

65 . Anlagenplanung III
Anlagenplanung 111 66
67 Anlagenplanung III
Weichen-Alternative Wagendrehscheibe
Wozu Wagendrehscheiben? Lkw selten geworden, da und dort aber schiebt eine Lok der BR 74 (ehemals pr.
immer noch anzutreffen. Modellbahner mit T 12) zwei Bierwagen über die Straße,
Mit dem Güterverkehr auf der Modellbahn knappem Platz handeln daher durchaus vorbei an den Gebäuden für Produktion
ist das so eine Sache: Einerseits fehlen vorbildgerecht, wenn sie auf ihrer Anlage und Verwaltung. Auf dem Firmengelände
mangels Platz oft die Rangiermöglichkei- eine solche Einrichtung installieren. werden die Waggons über eine Drehschei-
ten; andererseits ist es eintönig, immer Leider hat die Zubehörindustrie das The- be in eine ganz andere Ladestraße wei-
dieselben Güterzuggarnituren im Kreis ma "Wagendrehscheiben" bisher recht tergeleitet.
herumfahren zu lassen. Vielfältiger Wa- stiefmütterlich behandelt. Von den Groß- Eine kleine Geschichte nebenbei: Beson-
rentransport und damit sinnvoller Einsatz serienherstellernführt einzig Kibri eine im dere Aufmerksamkeit auf der Zeichnung
von Güterzügen Iäßt sich eigentlich nur Programm. Als reine Kunststoffkonstruk- oben ist, so Reinhold Barkhoff, dem Mann
rechtfertigen, wenn auf der Anlage auch tion ist sie jedoch nur als Attrappe zu mit der roten Flagge zu schenken, der den
entsprechende Frachtumschlagplätzevor- gebrauchen. Vom Kleinserienhersteller Straßenverkehr vor dem herannahenden
handen sind. Folglich wurde bei den Anla- Hapo gibt es dagegen eine größere Palet- Zug warnt. "Ich erinnere mich, daß er sei-
genvorschlägen dieses Bandes darauf te solcher Drehscheiben mit verschiede- nen Dienst stets mit äußerster Gewissen-
Wert gelegt, auch bei ungünstigen Platz- nen Durchmessern und Spurweiten, mo- haftigkeit versah, selbst wenn weit und
verhältnissen immer einen Güterschup- torisiert und unmotorisiert. Im Eisenbahn- breit kein Fuhrwerk in Sicht war. Lange
pen oder ein Freiladegleis mit einzupla- Journal 1011992 haben wir dem Modell- bevor der Zug überhaupt zu sehen war,
nen und so eine Gelegenheit für kleine einsatz der Hapo-Scheiben einen aus- machte er fähnchenschwenkend und mit
Übergabefahrten und einfache Rangier- führlichen Beitrag gewidmet. einer großen Handglocke vor dem Über-
möglichkeiten bereitzustellen. Zeichner Reinhold Barkhoff kennt Wa- gang auf die herannahende Gefahr auf-
Mit einiger Überlegung dürite sich auf fast gendrehscheiben noch aus seinerJugend- merksam. Dabei rief er ständig 'Vorsicht!'."
jeder Anlage noch ein Eckchen für einen zeit. Er hat seine Erinnerungen in zwei Kein Wunder, daß "Vorsicht" bald der
Industriebetrieb mit Gleisanschluß oder Zeichnungen einfließen lassen, um Anre- Spitzname des dienstbeflissenen Bahn-
gar ein kleines Gewerbegebiet finden. Da gungen für den Einsatz auf Modellbahn- angestellten wurde.
in den engen Ladestraßen zwischen Fa- anlagen zu geben.
brikhallen und Lagerhäusern oft nicht aus- Mit Ochs oder Arbeiter
reichend Platz für Weichen und größere Der >>Vorsicht!<<
Kurvenradien ist, wurden hier beim Vor- Die Zeichnung auf Seite 69 unten ist eben-
bild oft Wagendrehscheiben eingesetzt. Die erste Zeichnung führt uns auf das falls dem Vorbild abgeschaut. Sie zeigt
Sie sind heute durch den Siegeszug des Gelände einer Großbrauerei. Langsam die Ladegasse einer Faßfabrik. Über ei-

Anlagenplanung 111 68
Vorschlag für eine Kleinstanlage, ähnlich der auf Seite 46/47 vorgestellten. Die Strecke verschwindet vorne (Pfeil) in einer Pseudo-Unterführung,
schlägt eine scharfe Linkskurve in die Hintergrundkulisse und mündet dann gut getarnt von hinten in die rechte Ladehalle. Die linke ist offen durchfahr-
bar. Hinter ihr ist eine Waggondrehscheibe sichtbar, mit der Wagen auf Abstellgleise verteilt werden. Eine zweite (hier von der Halle verdeckt) verbindet
das aus der Halle führende Gleis mit dem rechtwinklig dazu angeordneten kleinen Lokschuppen und der ersten Drehscheibe.

nen schmalen Bohlensteg wird gerade ein dieses - wie den größten Teil der Ort- Grubenbahn bringt das Fördergut zum
Güterwagen mit Fässern beladen. schaft- als Kulisse darzustellen. Das Zen- Umschlagplatz. Dort wird das abgebaute
Wie bereits erwähnt, waren die schmalen trum dieses Vorschlags bildet jedoch nicht Material in Normalspurwagen umgeladen.
Straßen innerhalb der Fabrikgelände von (wie meist) ein Bahnhof, sondern eine Sie können mittels Drehscheibe beliebig
Gleisen durchzoaen, um die zahlreichen Verladeeinrichtung. Die schmalspurige auf die drei Gleise verteilt werden.
Be- und ~ntladectatibnenauf dem Schie-
nenweg erreichen zu können. Hier - in
den für Weichen viel zu engen Ladeberei-
chen - lag die Domäne der kleinen Schei-
ben. Sie ermöglichten das Verteilen von
Wagen auf verschiedene Gleisanschlüs-
se, ohne daß ganze Züge hin- und herbe-
wegt werden mußten, wie das beim Be-
trieb über Weichen der Fall ist. Sofern
keine Werkslok vorhanden war, erledigte
den Verschub der Wagen oft Ochsen-
oder Pferdekraft. Nicht selten wurden auch
Seilwinden eingesetzt oder einfach einige
starke Männer.
Darin liegt auch der Hauptnachteil der
Wagendrehscheiben: Neben den relativ
hohen Anschaffungs- und Unterhaltungs-
kosten schlugen die zum Rangieren nöti-
gen hohen Personalkosten negativ zu
Buche.

Drehscheibe statt Bahnhof


Am Schluß dieses Kapitels stehen zwei
Zeichnungen, die zeigen, wie eine Dreh-
scheibe vorteilhaft in ein Anlagen-Gesamt-
konzept integriert werden kann. Reinhold
Barkhoff hat sich dafür etwas Besonderes
einfallen lassen: ein in ländlicher Umge-
bung angesiedeltes Bergwerk. Es genügt,

69 Anlagenplanung III
.ualneqlsuny uaJapueuala!Apun u a ß u n ~ a n e u i ~'uaypqzlnls
a~ uaJq!yw a l q 3 e q 3 ~Jap aJauul sep U ! y3!1a
uau!a IqnqJa pun jne pue~ua6eluvuaJapJoA uie ly3ne1 uqequaqnJ9 a p u a p u ! ~ q 3 s 6Jaa ~ a ~ LU! a ! a
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a uapJaM \nua!paqpua~edsqeldas!al9 ala!Agep 'Jn4ep16.40saq!aqDs
- I @ J ~ U O ~ a~! E a .uapela6wn
M u a 6 e ~ l n d s ~ e ~ ~a!p
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p . ju q e q u a q n i ~ - i n d s ~ e ~ ~ q 3 ~
uay3s!p~!~alun lau!a sne ZJ=J '9.z pJ!Muoa . ~ u n d l a ~ ! u i u a 6 e lLU!
u vuqequaqn~9
Jau!aallalsapeljaA a!p Ja!q 1qals sjoquqea sau!a (puos a ! ~~ ) e :wneH g
uay3!1puel LU! capuelaßa!qsnpul sau!a aapl sHoqyJea ployu!aH
71 Anlagenplanung III
Anlagenplanung 111 72
73 Anlagenplanung III
Der Streckenplan der RhB-Anlage nach-demEntwurf Reinhold Barkhoffs.

Rhätische Bahn & Co. Genau das ist es auch, was - zusammen fahrt zusätzlich zu einer Kehrschleifeführt,
mit der grandiosen Landschaft - die RhB die die Rückkehr der Züge aus der glei-
Bei Eisenbahnfreunden aus aller Welt er- zu einem recht beliebten Anlagenthema chen Richtung gestattet.
freut sich die Rhätische Bahn mit ihren der Modellbahner macht. Vor allem die Im rückwärtigen Teil des Entwurfs ist ein
Nachbargesellschaften Furka-Oberalp Firma Bemo führt in der Spurweite HOm Schattenbahnhof mit je zwei Abstellmög-
(FO) und Zermatt-Bahn (BVZ, ehemals ein breitgefächertes Programm an pas- lichkeiten pro Fahrtrichtung vorgesehen.
Brig-Visp-Zermatt)größter Beliebtheit. Ihre senden Fahrzeugen. Wagen der RhB so- Sinnvoll wäre es, die Hauptstrecke in
kühne Streckenführung durch eine über- wie der ebenfalls auf Meterspur fahren- Blockabschnitte zu unterteilen, um für hin-
wältigende Hochgebirgslandschaft Iäßt den F 0 und BVZ bietet auch die Firma tereinander verkehrende Zuggarnituren
eine Schienenreise durch Graubünden D+R an. die notwendige Betriebssicherheit zu ge-
zum unvergeßlichen Erlebnis werden. At- währleisten. Die zahlreichen durch Signa-
traktiv für Fotofreunde sind nicht nur die Platzwunder Horn le gesicherten Gleisverbindungen sind in
rot lackierten Triebfahrzeuge und Reise- das Blocksystem einzubeziehen, um Flan-
zugwagen, sondern auch die hübschen, Ausgangspunkt unserer Modellbahnfahrt kenfahrten unmöglich zu machen.
dem lokalen Baustil angepaßten Emp- ins Miniaturgebirge ist ein kleiner Bahnhof Ein Blickfang besonderer Art ist das Mo-
fangsgebäude, die zahlreichen Tunnels, am vorderen Anlagenrand. Drei Bahnsteig- dell des Landwassetviadukts am linken
Galerien und Brücken. gleise ermöglichen Durchgangsverkehr, Anlagenrand. Die beiden anderen oben
Bekanntestes Bauwerk der RhB ist sicher Zugbegegnungen und -Überholungen. An erwähnten Viadukte, der Langwieser und
der Landwassetviadukt bei Filisur, wo die der Freiladerampe findet bescheidener der Wiesener, sind fast rechtwinklig zu-
Strecke Chur - St. Moritz direkt von der Rangierbetrieb statt. Über drei eingleisige einander (aber auf verschiedenen Ebe-
hoch aufragenden Brücke in einen Tunnel Strecken erreichen die Züge die hochge- nen) in der Anlagenmitte plaziert. Alle für
durch eine senkrecht abstürzende Fels- legene Haupttrasse, von der sie auf glei- den Brückenbau notwendigen Utensilien
wand übergeht. Andere Meisterwerke der chem Wege wieder ins Tal zurückkehren. sind im Fachhandel erhältlich. Gleiches
Baukunst sind der Wiesener Viadukt und Die Basisstreckewurde in Form einer gro- gilt für die typischen Hochbauten der RhB.
der Langwieser Viadukt. Die verhältnis- ßen Acht verlegt, ihr Kreuzungspunkt ni- Einzelne Gebäude sind auch als Bausät-
mäßig geringen Abmessungen der meter- veaufrei ausgeführt. Über weite Abschnit- ze in den Katalogen der Zubehörindustrie
spurigen Fahrzeuge und ihre gute Bogen- te hinweg lassen sich die Züge auf ihrer zu finden.
Iäufigkeit in engen Gleisradien erwecken Fahrt durchs Gebirge gut beobachten. Die Trotzdem bleibt zur Nachgestaltung ver-
bei vielen Betrachtern den Eindruck einer Gleisführung erlaubt zahlreiche Fahrkom- schiedener Szenen noch immer recht viel
"Bahn zum Anfassen". binationen, wobei die linke Bahnhofsaus- Freiraum. Die gute Kutvenläufigkeit der

Anlagenplanung 111 74
Maßstab 1 : 27

Schmalspur-Modelle erlaubt es, die Bau- Unser PC-Rail-Gleisplan lehnt sich


tiefe der Anlage relativ geringzuhalten. sehr stark an den Barkhoff-GleisPlan
Die angegebenen Höhenunterschiede er- an. Größe: 5 2 X 3,4 m ;Gleislänge 57 m;
Material: Bemo-Metergleis.
scheinen stellenweise etwas problema-
tisch. Die zugkräftigen Modelloks sind aber ,421 22 X 4276
- auch mit mehreren vierachsigen Reise- ,
9 421 1 8X 4281
zugwagen am Mittelpuffer - durchaus in 2 X 4215 8X 4282
der Lage, sie zu meistern. 6 X 4275 102 X 4284

Einen solchen Hangviadukt hat Reinhold Barkhoff zwar nicht eingeplant, er wäre aber leicht unterzubringen. Abb.: P.D. Buschardt

75 Anlagenplanung III
Eine Werkseisenbahn in Bayern
Vorbild und Modell Anlage. Vorbild ist die Werkseisenbahn ziellen SKW-Wagenpark und der Lage
der Süddeutschen Kalkstickstoffwerke AG des Werks im Alpenvorfand.
Wie das Kapitel über den Einsatz von im oberbayerischen Trostberg, kurz SKW Die Modellbahnindustrie hat ebenfalls
Wagendrehscheiben (S. 68 bis 71) führt genannt. Der Reiz dieses Projekts liegt schon ein Auge auf die Firma geworfen.
uns auch dieses in das Reich der Werks- nicht nur in seinen vielseitigen Rangier- So brauchen wir für einen Teil des cha-
anschlüsse und Industriebahnen. Doch möglichkeiten und einem verhältnismäßig rakteristischen Wagenbestands nicht ein-
jetzt ist unser Thema gleich eine ganze langen Streckenteil, sondern auch im spe- mal unsere Selbstbaukünste bemühen:

Drei typische SKW-Fahrzeuge auf der Anlage von Dr. Hufnagel: vorne die Eigenbau-Werkslokomotivemit ebenfalls im Selbstbau entstandenem
Karbidflaschenwagen, rechts hinten ein Kalkkübelwagen von Sachsenmodelle. Abb.: Dr. S. Hufnagel

Anlagenplanung 111. 76
strie. Andererseits müssen große Men-
gen Kohle, Koks und anderer Brennstoffe Anlagenschenkeln angesiedelt, da hier am weitere Trassierung innerhalb des Werks
sowie Betriebs- und Baumaterialien hin- meisten Raum für eine günstige Gleisent- ist aus der Übersichtszeichnung oben links
auf zum Werksgelände befördert werden. wicklung vorhanden ist. Der einzig kriti- ersichtlich: Zum Brennstoffbunker, zur
Die Hauptbahnstrecke mündet links in ei- sche Trassierungspunkt liegt bereits im Lokomotivhalle und zu den Laderampen
nen Tunnel, läuft unter der Anlage entlang unteren Teil dieser Rampe: Einerseits bestehen durchgehende Gleisverbindun-
in Richtung des rechten Randes. In die- muß der Werksanschluß rasch genug an gen. Alle Schienenwege vereinigen sich
sem Streckenabschnitt besteht die Mög- Höhe gewinnen, um das Streckengleis am Ende des Werksgeländes zu einem
lichkeit, einen Schattenbahnhof einzurich- queren zu können. Andererseits muß die- Ausziehgleis.
ten. Unterhalb der Werksanlagen kommt ses (d.h. der Personenbahnhof) so stark Bei der zeichnerischen Gestaltung des
das Streckengleis wieder zum Vorschein, im Gefälle angelegt werden, daß den Loks Betriebsgeländes mußte Reinhold Bark-
um von dort in einer weiten Schleife um ausreichend "LuK' über dem Schornstein hoff Phantasie walten lassen, da ihm kei-
den zweiten Schenkel des U herum wie- bleibt. Eventuell muß man dazu die Ram- ne großformatigen Fotos zur Verfügung
der zum Bahnhof zu führen. pe ein Stück nach vorne verlängern. standen. Dennoch hat er versucht, sich
Den Ausgangs- und Endpunkt für den Betrieblich bedeutet die starke Steigung nach Möglichkeit am Vorbild zu orientie-
Werksverkehr auf der Schiene bilden die des Anschlußgleises (die auch noch in ren. Wegen der räumlichen Enge im Mo-
drei Übergabegleise zwischen Personen- einer Kurve liegt), daß der Schlepplei- dell mußte er aber auf alles Unwesentli-
bahnhof und Tunneleinfahrt. Ein Auszieh- stung der Werksloks enge Grenzen ge- che verzichten. Die einzelnen Betriebsge-
gleis fehlt; für umfangreichere Rangier- setzt sind. Da lacht das Modellbahner- bäude lassen sich so auch nicht bestimm-
manöver muß das Streckengleis herhal- herz: Weil nur kurze Züge befördert wer- ten Produktionsvorgängen zuordnen.
ten. Die Weichen sind handbedient; zwei den können, sind meist mehrere Fahrten Dies wiederum birgt Vorteile für den Mo-
Wärterbuden am Rande des Gleisfeldes nötig, um die angelieferten Wagen nach dellbahner: Bei der Ausstattung des
bieten dem Bahnpersonal Schutz vor wid- oben zu bugsieren. Alternativ benötigen Werksgeländes kann auf handelsübliche
riger Witterung. Drei Einfahrsignale schüt- die Werkszüge Doppelbespannung oder Gebäude im HO-Maßstab zurückgegriffen
zen den Fahrbetrieb innerhalb des Bahn- - bei Digitalbetrieb möglich - eine Schie- werden. Abgebildet sind Produkte der Fir-
hofsbereichs. belokomotive. men Faller, Kibri, Pola und Vollmer. Die
In relativ enger Schleife beginnt die an- Nach kurzem Schwenk zum Anlagenvor- Bunkeranlagen für Kohle und Koks im
strengende Fahrt zu den Produktionsan- dergrund hin erreicht die Werkseisenbahn Vordergrund lassen sich leicht aus abge-
lagen der "SKW. Die Rampenstreckewur- in einer großen Schleife die Einfahrwei- änderten Bahnsteigteilen oder Sperrholz
de bewußt in dem Bereich zwischen den chen des betriebseigenen Gleisfelds. Die und Pappe nachgestalten.

77 . Anlagenplanung III
Anlagenplanung 111 78
79 Anlagenplanung III
~ Schienen verbinden Europa
Ein deutsch-belgischer Systemwechselbahnhof im Modell

Anlagenplanung 111 80
81 . Anlagenplanung III
Modellbahn europäisch Grenzstation »Dommeldange<< An Oberleitungen nach nicht-deutschem
Vorbild hapert es allerdings. Zwar gibt es
Das Anlagenthema "Systemwechselbahn- Dieser fiktive Bahnhof ist auch Gegen- vom Oberleitungs-Spezialisten Sommer-
hof' dürfte nicht nur Modellbahnfreunde stand des vorliegenden Anlagenprojekts. feldt einige Masten und Fahrdraht nach
interessieren, die nahe der Grenze zu un- Er ist im Dreiländereck Deutschland- niederländischem und belgisch-französi-
seren westlichen Nachbarländern woh- Frankreich-~uxemburg angesiedelt. "Dom- schem Vorbild, doch bei umfangreicheren
nen. Bedingt durch die unterschiedlichen meldange" besitzt alle für einen solchen Verdrahtungen kommt man um einen Ei-
Stromsysteme der DB (15 kV/162/3Hz) Bahnhof notwendigen Gleisanlagen und genbau nicht herum. Dies gilt insbeson-
sowie der SNCF und der CFL (25 kV/ Betriebseinrichtungen. Neben dem eigent- dere für die Systemtrennstelle selbst, die
50 Hz), ist in den Systemwechselbahnhö- lichen Bahnhof für den Wechsel vom DB- aber auch auf DB-Seiteselbst "geschnitzt"
fen ein ständiges Kommen und Gehen Stromsystem zu dem der SNCF und CFL werden muß.
verschiedenster Elloktypen der beteilig- ist auf dem hinteren Anlagenteil ein Über-
ten Bahnverwaltungen zu beobachten, holbahnhof vorgesehen. Auf einer weite- Grenzenloses Fahren auch
das seinesgleichen sucht. Dazu gesellen ren Trasse ist der kreuzungsfreie Über-
sich noch diverse Dieseltriebfahrzeuge
mit Dampf und Diesel
gang von Rechts- auf Linksverkehr nach-
und ein buntgemischter Wagenpark. gebildet. Wer seine Anlage ohne Fahrdraht - z.B.
Modellbahnern ermöglicht diese Vielfalt Dieser Vorschlag wendet sich vor allem in der Epoche III oder II - betreibt, hat
den Einsatz eines umfangreichen Lokbe an Freunde der Modellbahn-Epochen IV diese Probleme natürlich nicht. Dann wan-
stands moderner Prägung. Auf den natio- und V. Ihnen steht eine recht breite Aus- delt sich "Dommeldange" zum reinen
nalen Netzen verkehren außer den Einsy- wahl an Loks und Wagen nationaler und Grenzbahnhof. Auch dies hat seinen Reiz:
stem-Maschinen noch die grenzüber- internationaler Vorbilder zur Verfügung. Die Zahl der einsetzbaren Triebfahrzeuge
schreitenden Mehrsystem-Elloks. Sie wer- Auch einige Mehrsystem-Lokomotiven erhöht sich sogar, da zur Dampflokzeit an
den vor allem vor internationalen Schnell- sind im Angebot: Im Märklin-Katalog fin- der Grenze die Zugmaschine in der Regel
zügen mit kurzen Aufenthaltszeiten ein- det sich die SNCB-Serie 16. Von Roco gewechselt wurde. Grund dafür waren die
gesetzt, um das langwierige Umspannen rollen die Serie 20 dieser Bahnverwaltung nur auf Links- bzw. Rechtsfahrt eingerich-
der Lokomotive zu vermeiden. und die DB-181' aufs HO-Gleis. Jouef of- teten Führerhäuser.
Über den Betriebsablauf in einem solchen feriert ein Modell der Baureihe 182. In Nenngröße HO sind Dampf- und Diesel-
Bahnhof informiert das Kapitel "Der mo- Wer lieber einen tschechisch-deutschen lokomotiven anderer europäischer Bahn-
derne CFUSNCF-DB-Systemwechsel- Grenzbahnhof nachbauen will, erhält mit verwaltungen in ausreichender Zahl in den
bahnhof ~ommeldange"in "Vorbildge- der DWDB-180 und ihrem CSD-Pendant Programmen der Modellbahnhersteller zu
rechte Anlagenplanung" Band I. Reihe 372 die passende Lok von Piko. finden. Die "Dampfer" sind allerdings mei-

Anlagenplanung 111 82
Systerntrennstelle irn Bahnhofsvorfeld. Abb.: J.-P. Laurent
Links: So sieht ein Systernwechselbahnhof in HO aus. Vorne eine der Systemtrennstellen.

stens Maschinen deutscher Herkunft, de- lokmodelle nach Original-SNCF-Vorbild


ren Vorbilder als Reparations- oder Beu- werden von den Firmen Jouef und Riva-
telokomotiven in Frankreich oder den Be- rossi angeboten, Dieselloks zudem von
neluxstaaten verblieben waren. Dampf- Lima.

-
~leismateial~ o c Line.
o Maße: 5 X 3,2 rn. Gleislänge: 194,4 rn.

137x42400 20x42412 7 X 42427 7 X 42451


47 X 42410 12 X 42413 24 X 42428 1 X 42498
3 X 42411 86 X 42424 30 X 42440 1 X Peco-Streamline 97
110x42425 16x42441
3 X 42448

"Dornrneldange" als
HO-Gleisplan. Den Lük-
kenschluß zum Rundkurs er-
möglicht ein Einsetzteil. Wie die-
ses gestaltet werden könnte, zeigt Rein-
hold Barkhoffs Zeichnung auf der übernäch-
sten Seite. Vorsicht: Wegen der vielen Anlagen-
ebenen erfordert "Dornrneldange"sehr viel Aufwand!

83 Anlagenplanung III
Anlagenplanung 111 84
.
85 Anlagenplanung III
Kopfüber in die Großstadt
Ein Kopfbahnhof-Projekt mit Dampf- und Diesellok-Bw,
Ortsgüteranlage, Fabrikanschluß, Bahnpostamt und viel Fahrstrecke

Beim Vorbild sind die für große Städte vergrößert.Zum anderen regen Kopfbahn-
typischen Kopfbahnhöfe alles andere als höfe zum Nachbau großer Bahnbetriebs-
beliebt: Sie behindern den Verkehr und werke zur Unterbringung und Versorgung
zwingen zu zeitraubenden Umspann- und der benötigten Triebfahrzeuge an.
Rangieraktionen. Anders auf der Modell-
eisenbahn: Hier ermöglichen sie zum ei-
nen den Einsatz längerer Züge, als es bei
Durchgangsbahnhöfenmöglich ist, da sich
die nutzbare Gleislänge im Bahn .!. .+

durch den Wegfall der Weichen-


anlagen auf der einen .LL.;+-$L, :.:
L.

Bahnhofsseite

Ein Kopfbahnhof mit allem


Drum und Dran
Auch unser Anlagenvorschlag stellt den
Kopfbahnhof einer größeren Stadt nach.
Die Anlage besitzt L-Form, kann aber na-
türlich auch gestreckt als U oder in ande-
rer Form errichtet werden. Auf dem einen

Anlagenplanung 111 86
L-Schenkelsind die Bahnhofsanlagen, auf handlungsanlagen für Dampf- und Diesel- Wartung der Fahrzeuge beider Traktions-
dem anderen längere Fahrstrecken so- loks sowie einer Drehscheibe. Ein drei- arten.
wie eine Kehrschleife untergebracht. Da- ständiger Rundschuppen und ein moder- Zum Bahnhof selbst gehören ein Indu-
zwischen befindet sich platzsparend das ner Rechteckschuppen sorgen für eine strieanschluß, ein Bahnpostamt, die Orts-
Bahnbetriebswerk mit verschiedenen Be- witterungsgeschützte Unterbringung und güteranlage, eine Waschanlage für Rei-

87 Anlagenplanung III
sezugwagen und verschiedene Abstell- ist Zeichner Reinhold Barkhoff allerdings Im Untergeschoß des Kopfbahnhofsteils
gleise. Sie eröffnen den hier stationierten die Phantasie etwas durchgegangen: Auf befindet sich eine Kehrschleife mit Schat-
Rangierlokomotiven ein weites Betäti- knapp 2 m Strecke (zum Vergleich: Die tenbahnhof. An ihn sind auch die beiden
gungsfeld. Die Stadt im Hintergrund wird abgebildete Triebwagengarnitur VT 25 ist vor der kleinen Kibri-Blockstelle von der
durch MZZ-Kulissen dargestellt. Um et- etwa 50 cm lang) ist eine Steigung wie die doppelgleisigen Strecke abzweigenden
was räumliche Tiefe zu schaffen, sind da-
vor einige Wohnhäuser und eine Fabrik
angeordnet. Die Bausätze für die darge-
stellten Häuser stammen von Kibri (u.a.
Bahnhof "Calw")
und Pola.

Auf ins Grüne! hier dargestellte in der Praxis nie und


nimmer realistisch zu bewältigen. Umge-
Die Anschlußzeichnung auf dieser Dop- kehrt wäre es dagegen kein Problem:
pelseite stellt die Streckengleise mit ihren Überführung zuerst, dann - bereits leicht
Verschränkungen und die hinunter zum im Gefälle angelegt - die Kehrschleife
Schattenbahnhof führenden Trassen dar. und schließlicheine sanft abfallende Strek-
Züge, die den Bahnhof auf dem doppelglei- ke in den Tunnel. Das durch eine soge- Gleise angeschlossen. Dagegen kann
sigen Abschnitt verlassen haben, rollen nannte hängende Schlucht dargestellte man die im Hintergrund verlaufende ein-
(wie der abgebildete Triebwagen) unter tiefeingeschnitteneFlußtal müßte dann al- gleisige Nebenstrecke entweder an die
der höherliegenden Strecke hindurch in lerdings noch tiefer gebaut werden. Da rechte Kehrschleife anschließen oder sie
eine teilweise verdeckte Kehrschleife und sich darunter keine verdeckten Gleisanla- in eine eigene unterhalb des Haupttras-
queren dann auf der Brücke die vorher gen befinden, ist dies ohne weiteres mög- senniveaus münden lassen. Auch hier
befahrene Haupttrasse. Beim anschlie- lich. Auch ein gut gestalteter Wasserfall wäre noch genügend Platz für einen klei-
ßenden rasanten Abstieg ins Tiefparterre wäre eine erwägenswerte Alternative. nen Schattenbahnhof.

Anlagenplanung 111 88
89 Aniagenplanung III
Fast wie im richtigen
Leben: Weilbura a.d. Lahn
Die Lahntalbahn hat sich Zeichner Reinhold Barkhoff
bei der Partie rund um Bahnhof und
Manchmal harmonieren Eisenbahn und Bw allerdings eng an das Vorbild Weil-
Landschaft ganz besonders miteinander. burgILahn gehalten.
Dies ist vor allem dann der Fall, wenn Um einen unkomplizierten Betrieb mit
Verlauf und Färbung einer Strecke sowie rascher Zugfolge durchführen zu kön-
ihre Gebäude, Brücken etc. dem jeweili- nen, wurde die Trasse wie im Original
gen Landschaftscharakter entsprechen. zweigleisig ausgeführt. Der Gleisplan ist vor dem Tunneleingang der eingleisigen
Ein Beispiel dafür haben Sie bereits ken- nach dem Kehrschleifenprinzipaufgebaut: "Nebenstrecke" ist sie nur eine optische
nengelernt: die Ahrtalbahn. Ein anderes ist Jedes den Bahnhof verlassende Trieb- Ergänzung dieses Gleisabschnitts, da aus
die rechts des Rheins abzweigende Strek- fahrzeug kehrt aus derselben Richtung der Gegenrichtung kein Zugverkehr zu
ke ins Lahntal. wieder dorthin zurück. erwarten ist. Beide Einrichtungen können
Sie ist eine zweigleisige, nicht elektrifizier- Fügt man zusätzlich die Gleisverbindung daher auch entfallen. Baut man jedoch
te Hauptbahn, die dem kurvenreichenLauf X ein, so ist auch die Rückkehr in den hinter dem doppelgleisigen Tunnelportal
des Flusses folgend die reizvolle Land- jeweils anderen Bahnhofskopf möglich. eine verdeckte Wechselmöglichkeit vom
schaft zwischen Taunus und Westerwald Um wegen des Rechtsverkehrs Flanken- rechten auf das linke Gleis ein, kann die
erschließt. Die schwierige Trassierung er- fahrten zu vermeiden, ist dann an Punkt X Pseudo-Nebenbahn auch andersherum
forderte viele Kunstbauten: Brücken, Tun- eine Sperrschaltung einzuplanen. Kräftige befahren werden. Signal und Weichen
nels, Übergänge und Bahnhöfe wechseln Steigungen wurden bei diesem Vorschlag wären dann betrieblich sinnvoll.
in rascher Folge. Letztere zeugen mit ihrer weitgehend vermieden. Lediglich die Ein blinklichtgesicherter Straßenübergang
vielseitigen, ausgewogenen Architektur Schleife oben rechts weist 8 cm Höhen- und ein idyllisches Bahnwärterhaus am
noch heute vom Gestaltungs- und Einfüh- unterschiedzwischen Über- und Unterfüh- rechten Anlagenrand vervollständigen zu-
lungsvermögen ihrer Erbauer. rung der Trasse auf. Da sie jedoch nur in sammen mit der kleinen Ortschaft und
Talfahrt passiert wird, bietet die Rampe dem Wasserwerk den Landschaftsteil des
Die Anlage keine betrieblichen Probleme. Projekts. Auf dem Gipfel des Berges thront
Auf drei Streckenabschnitten sind unterir- als besonderer Blickfang die Eigenbau-
Das hier vorgestellte Anlagenprojekt stellt dische Abstellgleise eingeplant. Die auf Burg "Schadeck". Um Platz zu sparen,
keine konkrete Vorbildsituation dar, son- der Panoramazeichnung rechts oberhalb kann man hier auch auf die Darstellung
dern wurde aus verschiedenen Motiven des mittleren doppelgleisigen Tunnelpor- des Flusses verzichten und den Hügel nur
zusammengesetzt.Wie man beim Betrach- tals zu erkennende Gleisverbindung ist als Halbrelief mit anschließender Hinter-
ten der Vorbildfotos leicht feststellen kann, ohne praktische Funktion. Wie das Signal grundkulisse ausführen.

Anlagenplanung 111 90
Spezielle Aufmerksamkeit verdient das
Bahnbetriebswerkweilburg.Sein dreistän-
diger Lokschuppen mitangrenzendemver-
waltungsgebäude bildet zusammen mit
( Stellwerk, Lahnbrücke,Bahnübergangund
, Tunnel ein besonders dankbares Motiv für
'I den Anlagenbauer.
Die Drehscheibe besitzt zwei Anschlüsse
I für Abstellgleise. Das hintere wird zum
zeitweiligen Abstellen von Lokomotiven
genutzt. Hier befindet sich auch eine

': Schlackengrube. Wegen des geringen Um-


fangs der Gleisanlagen dient das vor dem
Kohlebansen liegende Gleis als Einfahrts-
wie als Bekohlungs- und Ausfahrtsgleis.
Neben dem Schuppen wurde noch ein
kleiner Anbau errichtet, der ebenfalls ei-
nen Gleisanschluß zur Drehscheibe be-
sitzt. Hier können eine Kleindiesellok oder
Fahrzeugeder Bahnmeistereiuntergestellt

I werden.

Links oben:
Bahnhof und Bw
Weilburg sind
Vorbild des Bark- Die erste Weiche der rechten Bahnhofs- burger Zigarren" ETA 176), die V 200 und
hoffschen Anlagen- Schienenbusse der Reihe VT 98. Heute
einfahrt liegt noch (oder schon) auf der
vorschlags. Der
Schuppen wurde Brücke über die Lahn. Auf diese Weise bestimmen dort Dieselloks der BR 216 und
allerdings Ende wurden einigermaßen akzeptable Gleis- 628er-Triebwagen das Bild.
1983 abgerissen. längen im Bahnhofsbereich gewonnen. Eine umfangreichere, auch nach Einsatz-
Links: Ein typisches Den hinterenAbschluß von Bahnhofs- und zeiträumen gegliederte Aufstellung finden
Tunnelportal der Bw-Geländebildet der Fluß, den vorderen Sie in Band 2 unserer Reihe "1 X 1 des
Lahntalbahn. die großzügig dimensionierte Bahnhofs- Anlagenbaus". Dort beschreiben wir de-
Rechts oben: straße. Beachtenswert ist auch die etwas tailliert den Bau einer an den Bahnhof
Vergleichen Sie eigenwillige Gleisführungim oberen Bahn- Villmar an der Lahn angelehnten Kleinan-
ruhig: Würden Sie
steigbereich beim Stellwerk. lage mit den Maßen 3,00 m X 1,40 m. Soll-
vom HO-Tunnelportal
zum Bahnhof Die Typenvielfalt der einsetzbaren Trieb- ten Sie sich also für das Thema Lahntal-
blicken, hätten Sie fahrzeuge ist groß. Neben Dampfloks der bahn erwärmt haben, mangels Platz aber
genau diese Szene Reihen 01, 03, 23, 38, 41, 50, 55, 65, 66, auf die Realisierungdes hier vorgestellten
vor sich. 82 und 86 fuhren hier auch diverse Akku- Anlagenprojekts verzichten müssen - wie
Abb.: U. Kandler triebwagen (vor allem die berühmten "Lim- wär's mit "Villmar"?

<
Maßstab 1:29

Gleisplan zum Anlagenprojekt "WeilburgILahntalbahn". Ausdehnung: 5,5 X 3 m.


Nenngröße HO; Gleislänge 55,5 m mit Fleischmann Profi-Gleis.

91 Anlagenplanung III
Anlagenplanung 111 .92
.
P-

93 Anlagenplanung III
Auf Schienen kreuz und quer Brückenbau statt teressant ist übrigens die seitliche
Gleisverbindung zwischen beiden Tras-
Wo mehrere Strecken zusammenlaufen,
Schienen-Chaos
sen. Denkbar wäre hier auch, einen vom
z.B. im Vorfeld größerer Bahnhöfe oder Drei klassische, von der großen Bahn ab- Verbindungsgleis nach links abzweigen-
an Abzweigstellen, gibt es zwei Möglich- geschaute Beispiele (unten) zeigen, wo den Ast unter der Diagonaltrasse durch-
keiten der Gleisquerung: die eine - bei der Bau einer kreuzungsfreien Überfüh- zuführen um - nach Schema des Bei-
Modellbahnern beliebte - mittels simpler rung kaum zu umgehen ist: Bei A kreuzt spiels C - niveaufrei zu kreuzen. Dort ist
Kreuzung oder Kreuzungsweiche, die an- die Nebenbahn eines der vier stark befah- die typische Gleisführung im Bereich ei-
dere - beim Vorbild bevorzugte - durch renen Hauptgleise. Leicht vorstellbar, wel- nes Streckenabzweigs dargestellt. Eines
Überführungsbauwerke; diese ermögli- che Gefahrenquelle hier eine schienen- der Bahnhofsgleise erreicht den oberen
chen einen flüssigen und unfallfreien Ei- gleiche Kreuzung wäre! Auch beim Bei- Streckenteil erst, nachdem es diesen ni-
senbahnbetrieb. Vielfach werden einmün- spiel B ist es unbedingt erforderlich, beide veaufrei unterfahrenhat. So wird der Fern-
dende Schienenwege bereits hier ihren Hauptstrecken niveaufrei queren zu las- verkehr auf der oberen Trasse kaum be-
späteren Bahnsteigbereichen zugeordnet. sen. Bei schienengleicher Kreuzung wä- hindert. Man beachte auch die signaltech-
Auf Modellbahnen sind Überführungsbau- ren Zusammenstöße fast schon vorpro- nische Ausstattung. Gleisformen dieser
werke aber eher selten nachgebildet. grammiert. Für den Modelleisenbahner in- Art dienen vor allem der Anbindung gro-
ßer Kopfbahnhöfe an vorüberführende
Drei Grundarten von Bahnkreuzungen, die Übei-führungsbautenerfordern. Fernstrecken, häufig sogar in zweifacher
Ausführung für beide Fahrtrichtungen.
I - --W &
Was im Maßstab 1:1 Vorteile bringt, kann
ebenso in 1:87, 1:I60usw. nützlich sein.
Auch hier ermöglichen Überführungsbau-
ten rasche und abwechslungsreiche Zug-
folgen sowie einen glatten Betriebsablauf.
Konstruktion und Aussehen der Überfüh-
rungsbauwerke sind beim großen Vorbild
sehr vielfältig. Daher erlaubt das Thema
auch keine erschöpfende Abhandlung.
Statt dessen sollen hier einige charakteri-
stische Typen vorgestellt werden.

Massive Mauern
für schwere Züge
Vor allem ältere Überführungsbauwerke
erinnern noch stark an die Dampflokzeit;
Fertigteile und moderne Stilelemente feh-
len dort. So vermittelt das Stuttgarter
~aupt-Überführungsbauwerkstellenwei-
se den Eindruck einer Festung. Erklärlich,
wenn man bedenkt, welche Kräfte eine
solche Brücke aufnehmen muß! Anderer-

Anlagenplanung III .- 94
seits waren die Stuttgarter durchaus be- Keine Angst vor Eigenbau! ern zu nennen, ferner Verzierungen und
müht, mit architektonischen Tricks die Absätze. Das Geländer dient oberhalb der
Optik zu verbessern. Man versuchte z.B. Mit welch stattlichen Dimensionen der Mo- Durchfahrt gleichzeitig als Träger des Be-
im Bereich beider 6ffnungen durch eine dellbahner im Rahmen eines Nachbaus rührungsschutzes. Dieser besteht aus
konisch verlaufende Deckenschwächung konfrontiert wird, verdeutlicht die Skizze Blechtafeln, seitlich aus einem Gitter-
deren wirkliche Stärke zu kaschieren. auf der folgenden Seite oben. Sie ist als rahmen. Passendes feines Messinggitter
Solche Tricks sind natürlich auch bei der Bauzeichnung gedacht und im halben HO- haben z.B. die Firmen Brawa und Weinert
Modellbahn erlaubt. Wichtig ist es, genau Maßstab gefertigt. Selbstbau ist übrigens im Programm. Interessant ist zudem die
zu überlegen, wie eine solche Überfüh- bei allen hier vorgestellten Projekten un- Position des Auslegers für die Fahrleitung
rung an optisch wie betrieblich günstiger verzichtbar. Ein umfangreiches Zube- (Sommerfeldt). Auch das Warnschild darf
Stelle auf der Anlage verwirklicht werden hörangebot erleichtert die Arbeit aber un- keinesfalls vergessen werden.
kann. gemein. Interessant sind Lage und Aus- Zum Bau des Modellsempfiehlt sich Sperr-
Dies ist unter Umständen gar nicht so führung einiger wichtiger Details: Da wä- holz. Absätze und Abdeckungen werden
einfach, da es für eine bestimmte Durch- ren die senkrecht stehenden Flügelmau- aus passenden Leistchen gefertigt. Auf
fahrtshöhe entsprechend langer Auf- und
Abfahrtsrampen bedarf. Oft wird dies nicht
einkalkuliert, so daß die Steigungen zu
kurz und zu steil geraten. Die Folge sind
überlastete Lokmotoren sowie Züge, die
wegen zu geringer Reibungslast der Zug-
maschine liegenbleiben.

Mit einfachen Tricks zu


modellbahngerechten Längen
Eine mögliche Lösung zeigen die Zeich-
nungen rechts unten: Verlagert man Gleis
B unter die Anlagenebene, schrumpft bei
gleichbleibenden Steigungsverhältnissen
die Rampenlänge. Die Gleislagen A und
B teilen sich so gleichberechtigt den
schwierigen Streckenabschnitt. Bei genü-
gend Platz kann man auch die Rampen g e H>@,
Beigkhkn Sfe~ungsverhd/fnissenrernhgerf sieb drP ~ a t w ~ c n / a ~umd' bc;g/c~&'aqgw
Abser~kungvon G/e/S B unfm An/agen nivrau!
verlängern und damit die Steigungswinkel 33
verringern.

95 Anlagenplanung III
die mit Weißleim eingestrichenen Mauer-
fronten wird sehr feiner Sand gesiebt, der
nach dem Trocknen fest haftet und in
seiner Wirkung überzeugt. Bei der Einfär-
bung kann das Originalfoto links Hilfe-
stellung leisten.

Zwei Standardbauten für


Standardsituationen
Ein in seinen Proportionen ansprechen-
des Kreuzungsbauwerk zeigt die Zeich-
nung rechts oben. Es ist vielerorts im Bahn-
hofsbereich anzutreffen und fällt durch
seine parallel zum Gleis verlaufenden Sei-
tenfronten auf. Damit ist es als Modell
leicht nachzugestalten.
Massive Hölzer dienen als Träger der
Gleisauflage. Holzleistchen bilden die seit-
lichen schmalen Begrenzungen. Die Ge-
länder gibt's im Zubehörhandel, z.B. Fal-
ler HO 524 und 529 sowie Noch HO 60640,
um nur einige zu nennen. Zur seitlichen

Anlagenplanung 111 96
Oben: Bauzeichnung
und perspektivische
Ansicht einer Beton-
Überführung.
Links: Zur Farbge-
bung ist das Original
immer die beste
Vorlage!
Rechts oben: Eine ir
Modell leicht nachzu-
bauende Standardkoi
struktion.
Rechts: Zweigleisige
Variante mit offenem
Blendmauewerk.

Verkleidung des Bauwerks eignen sich Skalpell sorgfältig heraus. Der Mauerbo- Überführungsbauwerk für zwei zweiglei-
ausgezeichnet Schaum- und Kunststoff- gen selbst Iäßt sich recht einfach mit ein- sige Trassen zeigt die Zeichnung über
Mauerplatten wie sie verschiedene Her- zelnen aus der Platte herausgeschnitte- diesem Text. Durchfahrt und obere Etage
steller im Programm haben. nen Steinen nachgestalten. Sie müssen sind entsprechend breiter ausgeführt.
Sie werden folgendermaßen zugeschnit- gegebenenfalls in der Materialstärke ver- Wegen der Weiche oberhalb des Gewöl-
ten: Mit Hilfe eines Zirkels trägt man die ringert werden. Ein schmaler Mauerplat- bes verbreitert sich der rückwärtige Aus-
Rundbögen der Mauernischen auf und tenstreifen sorgt für Abstand zwischen der gang; er muß unter Umständen sogar als
arbeitet die lnnenteile mit einem scharfen Fassade und dem Blindmauewerk. Ein zweiteilige Ausfahrt gestaltet werden.

97 Anlagenplanung III
Oben: Ein typisches
Überführungsbauwerk
der DB ist diese
Betonkonstruktion in
Essen-Steele (hier am
14. Juli 1987 mit Zug
aus Wuppertal-Voh-
winkel). Die Aufnah-
me mit dem Tele-
objektiv betont noch
den kräftigen Anstieg
der Rampen.
Abb.: H. Säuberlich
Links: Die runde
Ausmauerung des
Tunnels gewährleistet
bei einer relativ
dünnen Decke eine
höhere Tragfähigkeit,
als sie eine aufge-
setzte Betonplatte
bieten würde.
Rechts oben: Beton-
bauten wie dieser
sind im Modell recht
leicht aus Holzleist-
chen zu basteln.
Rechts unten:
Gegenüber dem von
Barkhoff gezeichne-
ten Bauwerk ist
dieses in Köln-Deutz
stehende noch um
einiges funktionaler.
Die Brücke darüber
gibt es so oder
ähnlich bei fast allen
Zubehörherstellern.
Abb.: R. Barkhoff

Anlagenplanung 111 98
Ein kurzer Blick in die Röhre Portalbereich mit einer brennenden Kerze sie eher wie Fremdkörper in der Land-
leicht einzurußen. schaft stehen als einigermaßen harmo-
Eher einem Tunnel gleicht das Überfüh- nisch zu wirken. Solch ein eher abschrek-
rungsbauwerk auf dem Bild links unten. Nicht aus Lego-Steinen ... kendes Beispiel im Bereich des Köln-Deut-
Zer Bahnhofs zeigt das Vorbildfoto unten.
Die Röhre erhöht bei einer relativ dünnen
Decke die Stabilität des Baues. Bei einem ... gebaut ist die Überführung auf dem Bild
Nachbau bilden Leisten und sandstein- oben. Trotzdem wirkt sie, wie aus einer Abwechslung belebt das Bild
verkleidete Sperrholzbrettchen die Basis Art "Betonbaukasten" zusammengesetzt.
für dieses Objekt. Die Tunnelröhre sollte Für Freunde jüngerer Eisenbahnepochen Mancherorts stehen mehrere Kreuzungs-
aber unbedingt aus aneinandergefügten sicher eine reizvolle Sache und dazu noch bauwerke dicht beieinander. Als Gesamt-
Einzelbögen vollständig nachgebildetwer- leicht aus Holzleistchen nachzubauen! Al- motiv wirken sie in dieser Form sicher
den. Falls noch Dampflokomotiven ver- lerdings besteht bei modernen Überfüh- besonders attraktiv, wie die Bilder auf der
kehren, vergesse man nicht, den oberen rungen aus Beton immer die Gefahr, daß folgenden Doppelseite zeigen. Dabei sol-

99 Anlagenplanung III
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len einzelne Stileiamente und Verzie- hinter dem Bauwerk weiter. Selbstver- Überzeugend ist es dem Konstrukteur die-
rungen vom Zwischenmauerwerk über- ständlich ist hierbei besonders sorgfältig ser Unterführung gelungen, schmücken-
nommen werden. Besonders effektvoll mit den Kulissenteilenzu verfahren. Stell- de Stilelemente mit der sonst nüchternen
sind die im unteren Teil der obigen mit proben sind unumgänglich. Auch ein rasch Bausubstanz zu verbinden. Harmonisch
einem Pfeilgekennzeichneten kurzen, par- aus Pappe zusammengestelltes Pro- ergänzen sich die weichen Formen der
allel zum oberen Gleis angeordneten Win- bemodell oder eine Grobskizze sind hier Rundbögen mit den etwas härteren Kon-
kelstücke der Randbegrenzung. für die endgültige Gestaltung des Motivs turen der Flügelmauern. Als Variante zu
sehr empfehlenswert. unserer Bauzeichnung oben sind sie hier
Mit Überführungsbauten leicht gegen den Bahndamm geneigt. Die
tarnen und täuschen Überführungsbauten als bereits weit vom spitzwinklig ansetzende
Dioramenmotiv Gewölbedecke sowie die beiden massi-
Auch als geschickter Anlagenabschluß im ven Eckpfeiler sind weitere attraktive Be-
Hintergrundkönnen Überführungsbauwer- Aufgrund ihrer verhältnismäßig geringen sonderheiten des Modells. Auch die leicht
ke dienen, selbst wenn sie aus betriebli- baulichen Tiefe eignen sich Überführun- verwitterte Farbe wurde gut getroffen.
chen Gründen nicht immer erforderlich gen auch ausgezeichnet für den Diora- Der im Bild festgehaltene ETA 178 051
sind. So finden auf der Zeichnung oben menbau. Effektvoll lassen sich auf zwei mit kurzem Mittelwagen (gebaut 1929) war
mehrere Abstellgleise auf diese Weise Gleisebenen Modellfahrzeuge in Szene übrigens das einzige dreiteilige Fahrzeug
ihren optischen Abschluß und vermitteln setzen. Ein schönes Beispiel dafür zeigt seiner Art bei der Bundesbahn; es wurde
gleichzeitig den Eindruck, als führten sie das Modellfotoauf der rechten Seite oben. 1960 ausgemustert.

Anlagenplanung III 1W
101 Anlagenplanung III
Modellbahn mit Tiefgang
Die dritte Dimension Raum unter der Anlage wird entweder gar Rund um den Förderturm
nicht, oder nur als Abstellfläche genutzt.
Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, daß Eine Alternative mit Fahrspaß ist dagegen Zentrum des Anlagenvorschlags ist das
die "Modellbahnerei" ein ausgesprochen die Darstellung eines Bergwerks unter- Hauptgebäude einer kleineren Kohlenze-
zweidimensionales Hobby ist? Genauge- halb der Anlage. Auf Seite 71 haben wir che mit angeschlossener Verladestelle.
sagt dominiert sogar eine Dimension völ- bereits eine Möglichkeit vorgestellt, eine Dominantes Bauwerk ist natürlich der För-
lig: die Ausdehnung in die Breite. Schon Grubenbahn auf ihrem Weg von der Ver- derturm. Ihn hat - allerdings maßstäblich
die zweite Dimension, die Anlagentiefe, ladestelle über Tage in die Tiefe einer Erz- etwas klein geraten - Falter im Programm.
muß in aller Regel mit deutlich weniger oder Kohlegrube ein Stück zu begleiten. Die übrigen Zechengebäude lassen sich
Zentimetern auskommen. Und die dritte, In diesem Abschnitt wollen wir ein gutes aus Industriebauten verschiedener Her-
die Höhe, spielt so gut wie gar keine Rolle Stück weitergehen: die Grubenbahn als steller zusammenstellen. Etwas Erfahrung
mehr. 20 bis 30 cm über der Grundplatte eigenständiges Motiv, als vollwertiges im sogenannten Kit-bashing und Selbst-
ist meist Schluß. Nach unten, Richtung Pendant zur Vollspurbahn auf der Ober- bau ist allerdings notwendig, z.B. für das
Schattenbahnhof oft noch schneller. Der fläche der Anlage. Verladegebäude, das auf dem Bild oben

Anlagenplanung 111 102


Klein, aber ausgefallen: fahrenden ab. So entsteht beim Betrach-
Eine Grubenbahn als ter der Eindruck, die Loren würden tat-
Anlagen-Schwerpunkt. sächlich entleert.
Die auf diesem Bild nur Die vollspurige Bahnstrecke besteht im
ansatzweise dargestell-
wesentlichen aus einer liegenden Acht.
te Vollspurstrecke ver-
fügt über zahlreiche Von ihr zweigen etliche kürzere Werks-
Werksanschlußgleise. gleise sowie ein langes Gleis in Richtung
Auf ihnen wird einerseits Abraumhalde ab. Ein kleiner Haltepunkt
Grubenholz zur Zeche mit Ausweichgleis und Güterschuppen
gefahren (und dort von dient mit dem Zug anreisenden Kumpels
der Grubenbahn zum als Aus- und Einstiegsstelle. Reinhold
Förderschacht transpor- Barkhoff hat diese Strecke nicht elektrifi-
tiert), andererseits Kohle
ziert gezeichnet. Dies entspricht z.B. der
zum Kunden befördert.
Das Verladehaus ist
Situation in weiten Teilen des Ruhrge-
rechts hinter dem För- biets in den 60er Jahren. Dagegen waren
derturm zu erkennen. die Strecken im schlesischen Kohlerevier
Über das viereckige Tor bereits zu KPEV-Zeiten vom Fahrdraht
rollen beladene Gruben- überspannt (siehe dazu Eisenbahn-Jour-
bahnzüge, deren Loren nal 611994).
(beim Vorbild) vom
Förderturm aus den
unterirdischen Teilen Rund um den Förderschacht
der Zeche nach oben
befördert wurden, in das Der Förderschacht ist die zentrale Ein-
Gebäude. Dort wird ihr richtung des Bergwerks. Durch ihn wer-
Inhalt in große Trichter
den Menschen, Maschinen, Baumaterial,
(über dem Normalspur-
gleis ganz rechts)
Kohle und Abraum von oben nach unten
geschüttet, unter denen bzw. anders herum transportiert. Er ist
bereits leere Güterwa- daher auch der "Hauptbahnhof' unserer
gen warten. Da dies im Grubenbahn unter der Erde.
Modell schlecht dar- Die Streckenführung in Form eines in sich
stellbar ist, müssen wir verschlungenen Doppelkreises erlaubt ein
tricksen: Statt eines ständigen Hin und Her der Grubenbahn-
tatsächlich entleerten züge im Schacht. Auch Abzweigstellen
Zuges rollt eine zweite,
und Abstellgleise sind möglich.
leere Garnitur zurück.
Sie gelangt, wie ihr Als Rollmaterial eignen sich gut die Loren
beladenes Gegenstück, aus dem HOe-Programm von Roco. Aller-
auf einem in den dings sind die kleinen Dieselloks vorbild-
Gebäuden versteckten gerecht nur oberirdisch einzusetzen. Un-
Gleisoval wieder an den ter Tags dominieren wegen der Abgase
Ausgangspunkt ihrer Akku- und Preßluftloks. Da sie nicht als
Fahrt. Modelle erhältlich sind, ist Selbstbau von-
nöten. Wegen der einfachen Konstruktion
Unten: "Schlesien in
der Vorbilder dürfte dies allerdings nicht
den 30er Jahren": Ellok-
Veteranen E 95 und
sehr schwer sein. Originalmaschinen sind
E 92 vor schweren z.B. im Deutschen Museum in München
Kohle-Ganzzügen. und im Bergbaumuseum in Bochum zu
Abb.: MV-HS besichtigen.

am rechten Rand zu sehen ist. Auf der


Übertage-~benesteht für die Grubenbahn
eine eher kurze Gleisstrecke vom Zechen-
Hauptbau zum Verladeplatz fürs Gruben-
holz zur Verfügung. Dank zweier Wei-
chen bestehen hier aber durchaus Spiel-
möglichkeiten. Auch der Einsatz einer
oder mehrerer Wagendrehscheiben ist
sehr gut denkbar.
Ansonsten beschränkt sich der Umlauf
der Grubenbahnloren auf ein mageres
Doppeloval im und am Verladegebäude
(siehe Schemaskizze auf Seite 106). Es
dient vor allem der "Show": Eine beladene
Grubenbahn-Garniturrollt vom Förderturm
zur Verladeanlage und (durch die Gebäu-
de verdeckt) wieder zurück. Sie wechselt
sich mit einer leeren, in Gegenrichtung

103 Anlagenplanung III


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Anlagenplanung 111 . 104


105 Anlagenplanung III
Unten: Fahrstreckenschema für den unter- Rechte Seite unten: Der dazugehörige Gleis- Koks -
irdischen Teil des auf den vorherigen Seiten verlauf im sichtbaren Teil. Vorne das den Ver-
präsentierten Grubenbahnteils. ladevorgang simulierende zweigleisige Oval. garantierf nur zum Heizen
Eine Kohlenzeche mit angeschlossener
Kokerei und Teerfabrik ist das Thema die-
ser Doppelseite. Auch hier dominiert die
schmalspurige Werksbahn. Die Vollspur-
strecke ist auf einen reinen Industriean-
schluß mit Neben- und Ausziehgleisen
ohne Durchgangsverkehr reduziert. Aller-
dings ließe sich mit etwas Geschick wohl
durchaus eine Ringstrecke einrichten, auf
der z.B. ein (Werks-)Schienenbus oder
ETA verkehren könnte. Auch reiner Pen-
delverkehr mittels eines verdeckt enden-
den Stumpfgleises ist möglich. Zusätzli-
che Bewegung in die Szenerie bringt eine
Materialseilbahn, die rechts hinten in der
Kulisse verschwindet.
Den Platzbedarf einer nach obiger Zeich-
nung gebauten Anlage schätzt Reinhold
Barkhoff auf etwa 1,20 m x2,30 m in Nenn-
größe HO.
Herzstück dieses Anlagenprojekts sind,
wie beim vorherigen, der Förderturm und
die Kohleverladung. Diese besitzt auch
hier einen ebenerdigen ~ormalspurfeil und
einen Grubenbahnanschluß im Oberbau.
Er ist als Schleife ausgeführt, so daß die
Züge voll beladen zum Förderschacht zu-
rückkehren müssen. Dieses Manko Iäßt
sich beheben, wenn man die Strecke in
Anlagenplanung 111 106
auch für eine einfache Automatiksteue- ihren Rohstoff Kohle direkt per Förder- Deren Verschub
rung an. Damit bleibt dem Modellbahner band von der Zeche bezieht, wird der Teer kann eine Staatsbahnlok oder auch
mehr Freiheit zur Abwicklung von Ran- mitNormalspur-Kesselwagenabgefahren. eine werkseigene Maschine besorgen.
gieraufgaben auf den zahlreichen Verla- I
de- und Abstellgleisen.
Allerdings muß wegen des Roco-HOe
Radius von 261,8 mm das Verladegebäu
de wohl etwas breiter ausgelegt werden~
als auf der Zeichnung dargestellt. Deutlich 1
schmaler ginge es mit einer auf Märklin-Z-
Gleis (kleinster Radius 145 mm) verkeh-
renden Hof-Bahn. Mangels Industriemo-
dellen ist Selbstbau hier Pflicht.
Die längste Fahrstrecke im Schmalspur-
teil führt links in weitem Bogen, ständig
ansteigend, zum hinterenAnlagenrand und
an diesem entlang. Auf ihr wird der bei der
Kohleförderung anfallende Abraum (tau- ~
bes Gestein) zur Halde transportiert.
Vom Bogen der Abraumbahntrasse um-
rahmt ist der Holz- und Schrottplatz mit
seinen Werksbahn-Ladegleisen. Sie wer-
den wie das danebenliegende Vollspur-
gleis von einem Bockkran überspannt.
Ganz links befindet sich die Kokerei mit
angeschlossener Raffinerie für das Ab-
fallprodukt Teer. Sie kann im Modell ledig-
.
107 Anlagenplanung III
Anlagenpl
ilagenplanung III
Oben: Gleisplanschema der auf Seite 1081109 gezeigten Grubenbahnanlage. Wenig vorbildge- In die Röhre schauen ...
recht sind natürlich die Streckenverbindungen zwischen den einzelnen Bergwerkssohlen. In der
Realität besorgt der Förderkran das Auf und Ab der Kohlenhunte unter Tage. Für einen ab- ... muß jeder, der vor einer Bergwerksan-
wechslungsreichen Modellbahnbetrieb sind die Rampen aber unerläßlich. Baut man sie verdeckt lage wie der hier vorgeschlagenen steht.
im hinteren Anlagenteil ein, wird der Frevel ohnehin nicht bemerkt. Doch der Blick lohnt sich: Mit minimalem
Rechte Seite oben: Noch einmal das oberschlesische Kohlerevier vor 60 Jahren. Mit einem
leeren Ganzzug aus Großraumgüterwagen rollt E 95 03 an einem Faller-Förderturmvorbei.
Flächenbedarf Iäßt sich ein Eisenbahnbe-
Rechte Seite unten: Einige Querschnitte von Bergwerksstollen mit Grubenbahnloren. trieb abwickeln, wie er in der Ebene nur
Unten: Verschiedene Möglichkeiten, einen Bergwerksstollen auszubauen. auf Großanlagen möglich wäre.
Reinhold Barkhoff hat den Gleisplan der
Anlage so ausgelegt, daß ein Durchgangs-
verkehr der kleinen Züge vom Übertage-
teil bis zur untersten Sohle des Bergwerks
möglich ist. Bewußt hat er einige eingleisi-
ge Strecken eingeplant, auf denen der
Verkehr ins Stocken kommt. Wem das
nicht behagt, der kann das auf seiner An-
lage selbstverständlich ändern. Solche
Stellen mßssen natürlich signaltechnisch
abgesichert werden.
Die vier Füllörter am Förderschacht, vor
allem der große Streckenabzweig auf der
Bogenausbau einer Strecke ~i~~ untersten Sohle, erlauben umfangreiche
Rangierbewegungen. Andere Strecken-
abschnitte wie der auf Sohle IV rechts
bieten dekorative Abstellmöglichkeiten für
Loks und Wagen. Hier ist auch die Gele-
genheit zur Darstellung diverser Kleinsze-
nen besonders günstig.
Nicht verhehlen wollen wir, daß sich der
Be- bzw. Entladevorgang an den Füllstel-
len im Modell nur sehr schwer darstellen
Iäßt. Es müßte daher ausreichen, die För-
derkörbe im Schacht auf- und abfahren

Anlagenplanung 111 110


sowie von Zeit zu Zeit auf den Sohlen Bergbaugerät; doch Iäßt sich manches Stollen durch Kumpels, die leicht aus ab-
halten zu lassen. sicher durch ähnliche Produkte der Zube- gewandelten Preiser-Arbeitern (Schutz-
Besonders wichtig ist natürlich die vorbild- hörindustrie ersetzen. Belebt werden die kleidung!) herstellbar s:-"
getreue Ausgestaltung der Stollen. In er-
ster Linie gehört dazu die richtige Ausklei-
dung. Holz, Stahl, Leichtmetall und Stein
werden verwendet. Heute kommen im
Bergbau vor allem Ausbauteile aus Metall
zum Einsatz. Besonders praktisch für Mo-
dellbahnzwecke ist ein Ausbau mit ge-
normten Stahlteilen. Sie lassen sich im
kleinen gut nachbilden und z.B. durch
Gipsabguß in größerer Menge billig her-
stellen. (Siehe dazu die Skizzen rechts.)
Wichtig ist außerdem der Maschinenpark
mit Winden, Hebezeug, Rohrsystemen,
Leuchten, Bohrmaschinen, Weichenan-
trieben, elektrischen Großverteilern usw.
Leider fehlt es hier noch an speziellem

111 Anlagenplanung III