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INDUSTRIELLE REVOLUTION G E S C H I C H T E

REVOLUTION
M E R K M A L E:
 Umsturz bestehender Staats-, Rechts- & Lebensverhältnisse
 Oftmals gewaltsam
 Beteiligung großer Massen
 Programmatische Idee oder Ideologie

 Revolution bezeichnet eine radikale Veränderung der gegebenen (politischen, sozialen,


ökonomischen) Bedingungen. Politische Revolutionen zielen i. d. R. auf einen grundlegenden
Führungs- und Machtwechsel ab. Ziel der bewusst herbeigeführten, tief greifenden
Veränderungen ist es, mit einem politischen Neuanfang die bisherigen Probleme und
Machtstrukturen zu beseitigen und radikal Neues an ihre Stelle zu setzen. [bpb.de]

DEFINITION
 Unter Industrialisierung versteht man den Bedeutungszuwachs des industriellen Sektors
einer Volkswirtschaft auf Kosten des traditionellen Handwerks und der Landwirtschaft.
Weil dieser Prozess nicht nur die wirtschaftliche, sondern auch die gesellschaftliche,
kulturelle und politische Entwicklung entscheidend prägte, wird oft der Begriff „Industrielle
Revolution“ verwendet.
 Beschreibt den Übergang von einer Agrargesellschaft zu einer Industriegesellschaft
 Industrielle Revolution und Industrialisierung meinen im Prinzip den gleichen Prozess

ZUSTAND VOR DER INDUSTRIALISIERUNG


 Absolutistische Herrschaftsform
 Agrargesellschaft
 Ständische Gesellschaftsordnung
 Bindung an Tradition & Soziale Bindungen

WAR DIE INDUSTRIALISIERUNG EINE REVOLUTION?

Ja Nein
Grundlegender Umsturz bestehender Staats-, Keine direkte Anwendung von physischer
Rechts- & Lebensverhältnisse Gewalt
Keine feste programmatische Idee oder
Bedeutender Bruch im Verlauf der Geschichte
Ideologie
Strukturen der bestehenden menschlichen
Vergleichsweise langer Zeitraum
Gesellschaften über den Haufen geworfen
MERKMALE
1) Sehr starkes, anhaltendes Wirtschaftswachstum
2) Fabriksystem & Lohnarbeit
3) Urbanisierung  Bedeutendster Einschnitt in der
4) Bevölkerungswachstum Menschheitsgeschichte seit der
Sesshaftwerdung des Menschen in
5) Übergang von der Agrar – zur Industriegesellschaft
der Jungsteinzeit (neolithische
6) Kapitaleinsatz / Investitionen Revolution)
7) Technische & wissenschaftliche Neuerungen
8) Entstehung nationaler und internationaler Märkte

ZEITSTRAHL
ERSTE SPINNMASCHINE
1764 James Hargreaves
 „Spinning Jenny“

WEITERENTWICKLUNG DER DAMPFMASCHINE


1769 James Watt
 Vorallem in Textilindustrie und Bergbau eingesetzt

WOHLSTAND DER NATIONEN


1776
• Adam Smith veröffentlicht sein Hauptwerk zum Thema Wirtschaft

MECHANISCHER WEBSTUHL
1784
Edmund Cartwright

ERFINDUNG DER DAMPFLOKOMOTIVE


George Stephenson
1814
 Entwickelte 1825 die erste, 15km lange Eisenbahnlinie zwischen
Stockton und Darlington

ERSTE DAMPFEISENBAHNSTRECKE IN DEUTSCHLAND


1835
 Zwischen Nürnberg und Führt

KOMMUNISTISCHEN MANIFESTS
1848  Veröffentlichung des Kommunistischen Manifest durch Karl Marx und
Friedrich Engels

ab 1850 DURCHBRUCH DER INDUSTRIALISIERUNG IN DEUTSCHLAND

1871 GRÜNDUNG DES DT. KAISERREICHS

STAATLICHE SOZIALGESETZGEBUNG IN DEUTSCHLAND


 1883: Krankenversicherung
ab 1883  1884: Unfallversicherung
 1889: Alters - & Invaliditätsversicherung
 1891: Gesetzliche Rentenversicherung
PHASEN
1) Phase der Baumwollindustrie (leichtindustrielle Phase)
↳ 1760 – 1840
2) Phase des Eisenbahnbaus (schwerindustrielle Phase)
↳ 1830 – 1880
3) Phase der elektrotechnischen Industrie (Phase der „neuen“ Industrien)
↳ 1880 – 1939

FABRIKARBEIT
 Zentrale Steuerung der Produktion durch Unternehmer
 Rationalisierung, Mechanisierung und Automatisierung des Produktionsprozesses (z. B.
Fließband)
 Reduzierung der Tätigkeit auf einfache, monotone Handgriffe
 Arbeitsteilige Produktion mit un- bzw. angelernten Arbeitskräften
 Einsatz von Maschinen

WIRTSCHAFT
ADAM SMITH
 Der Mensch hilft Menschen aus Selbstinteresse
 Streben nach eigenen Vorteilen
 Eigennutz sorgt für eine funktionierende Wirtschaft
 Prinzip der Unsichtbaren Hand
 Einsetzung des Kapitals für größten Nutzen

DREI AUFGABEN DES SOUVERÄNS


1) Land gegen Angriffe anderer Staaten schützen
2) Mitglieder der Gesellschaft vor Ungerechtigkeit und Unterdrückung schützen
3) Gründung öffentlicher Einrichtungen

Ideologische Grundlage des Wirtschaftsliberalismus und der Marktwirtschaft


ENGLAND ALS VORREITER
 Industrialisierung setzt schon etwa ab dem Jahre 1770 ein
 Textilindustrie als Leitsektor / Schrittmacherindustrie
FÖRDERNDE FAKTOREN
 Ertragreiche und fortschrittliche Landwirtschaft (liefert Nahrung)
 Bevölkerungswachstum & Steigerung der Lebenserwartung (führt u.a. zu Umstellung auf
Massenproduktion)
 Innovative Erfindungen (Dampfmaschine, Spinnmaschine, Dampflokomotive)
 Herausragende Stellung als Handels- , See- & Kolonialmacht
 Reichlich Rohstoffvorkommen (Kohle, Eisen & Baumwolle)
 Gute Infrastruktur und gesicherte Handelswege
 Eisenbahn und künstlich angelegte Kanäle fördern die Mobilität
 Polittische Lage (Frieden, Stabilität, Flächenstaat → Keine Zölle)
 Investitionsfreudige Unternehmer, die bereit sind, Risiken einzugehen

 Kreislauf
- Erwirtschaftetes Kapital wird in Erfindungen und
Industrien investiert
- Rohstoffe und Arbeitskräfte stehen ausreichend
zu Verfügung
- Bevölkerungswachstum und Handel steigern den
Absatz
- Die Mehrung des Kapitals führen zu neuen
Investitionen
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Atlantischer_Dreieckshandel.png

NACHZÜGLER
DEUTSCHLAND
 Um 1800 ist Deutschland ein Flickenteppich (rund 300 Teilstaaten)
 Industrialisierung setzt erst etwa ab 1840 ein

SENKRECHTSTARTER DEUTSCHLAND
 Grundlegende Erfindungen gab es bereits
 Bevölkerungsstärker als beispielsweise Großbritannien & dichter besiedelt
 Technisches Wissen & Maschinen können (aus England) übernommen werden
 Deutschland als Vorreiter in den Bereichen Elektrotechnik & Chemie
 Leitsektor: Schwerindustrie
 Geographisch zentrale Position in Europa
 Herausragende Verwaltung (besonders in Preußen)
 Eisenbahnbau als Motor der Entwicklung
- +

Verschiedene Maß-, Münz-, & Gewichtssysteme 1834: Zusammenschluss zum Deutschen


Zollverein → Großer, weitgehend einheitlicher
→ Kein einheitlicher Binnenmarkt Markt
1871: Reichsgründung → Nationaler
Viele Zoll- & Mautgrenzen
Wirtschaftsraum, Einheitliche Wirtschaftspolitik
Unterentwickelte Infrastruktur Erweiterung des Verkehrsnetzes

Fehlende Möglichkeit für soziale Mobilität und Vollendung der Bauernbefreiung & Einführung
Kapitalbildung aufgrund der Feudalordnung der Gewerbefreiheit

Keine Kolonien & kaum Überseehandel Geographisch zentrale Position in Europa

Starre Standesschranken und konservative Freie Entfaltung des Wirtschaftsbürgertums &


Grundeinstellung Staatliche Förderung der Wirtschaft

DIE SOZIALE FRAGE


 Begriff für die Probleme und Missstände der arbeitenden Klasse und insbesondere der
Industriearbeiterschaft, die durch die Industrielle Revolution entstanden.
Die unterschiedlichen Lösungsansätze führten zur Entwicklung der modernen Sozialpolitik
und trugen zum Aufbau des sozialen Wohlfahrtsstaates bei [bpb].

1) Verelendung & Verarmung der Arbeiter


2) Schlechte und teilweise lebensgefährliche Arbeitsbedingungen & lange Arbeitszeiten
3) Kinderarbeit
4) Unsichere Beschäftigung (zB. Willkürliche Entlassungen) & Sinkende Löhne aufgrund eines
Überangebots an Arbeitskräften
5) Extremes Machtgefälle zw. Unternehmern und Arbeitern
6) Katastrophale Wohnverhältnisse & Hygienezustände (kaum Infrastruktur)
7) Fehlende soziale Absicherung
8) Zunahme von Kriminalisierung & Ausbreitung von Krankheiten

 Arbeiter organisieren sich ab ca. 1875 in


Arbeiterparteien & Gewerkschaften

 4 Lösungsansätze:
 Ideologie des Marxismus
 Staat
 Kirche
 Unternehmer
- Wirtschaft als zentrales Element jeder Gesellschaft
- Sozialistische Revolution als zwangsläufige Lösung des Klassenkampfes
zwischen Bourgeoisie und Proletariat
Marxismus - Vergesellschaftung von Fabriken & Banken
- Klassengesellschaft wird aufgehoben
 Die Auflösung aller Gesellschaftsklassen und die Vergesellschaftung der
Wirtschaft soll die gesell. Postion verbessern.
- Bau von Werkswohnungen & Schulen
- Hygiene - & Sicherheitsvorschriften
- Einrichtung von Läden zur günstigen Deckung des täglichen Bedarfs
Unternehmer - Erwarten Unterordnung, Gehorsam und Verzicht auf pol. Aktivitäten
 Wirt. & gesell. Position soll durch konkrete, aber in Wirkung auf lokaler
Ebene beschränkte Maßnahmen gesichert werden.
- Lehnt Sozialismus und Kommunismus ab
- Generelles Misstrauen gegenüber der Industrialisierung und der
hervorgerufenen sozialen Veränderungen
- Reiche sollen sich selbst beschränken
Kirche - Wertevermittlung von Sittlichkeit, Genügsamkeit und Sparsamkeit
- Katholische Gesellenvereine unterstützen wandernde Handwerksgesellen
- Forderung von Arbeitsschutz und gerechten Löhnen
 Gesell. Position soll durch Betonung der Bedeutung der christlichen
Gesinnung und soziale Einzelmaßnahmen gesichert werden.
- Fortschrittliche Sozialgesetzgebung durch Otto von Bismarck
Staat  Staatlicher Einfluss gegenüber anderen gesell. Akteuren soll gesichert
werden und soz. Unruhen durch systematische, flächendeckende gesetzliche
Maßnahmen gesichert werden.

 Sicherung der eigenen Machtpositionen aller gesell. Akteure gegenüber allen


anderen gesell. Akteuren
 Verhinderung von emanzipatorischen Bewegungen der Arbeiterschaft
 Dennoch: Verbesserung der Lage der Arbeiterklasse durch die getroffenen,
insbesondere staatlichen Maßnahmen

WANDEL DER LEBENS-&


ARBEITSBEDINGUNGEN
Vorher Nachher
- Bevölkerung überwiegend in der
- Bevölkerung überwiegend in Fabriken tätig
Landwirtschaft tätig
- Produktion überwiegend für Eigenbedarf - Massenproduktion für den Massenkonsum
- Eigenständige Einteilung der Arbeitszeiten - Arbeitszeiten vom Takt der Maschinen &
nach Jahreszeiten & Sonne Unternehmer vorgegeben
- Meist selbstständige Arbeit - Vorgaben vom Unternehmer für Arbeitszeit
und Arbeitsabläufe
- Kontrolle und Einforderung von Disziplin &
- Eigenständiges Planen der Arbeit
Fleiß
- Leben auf dem Land - Leben in der Stadt
- Arbeit, Produktion & Verkauf häufig an einem
- Räumliche Trennung
einzigen Ort

FOLGEN
- Große technische & wissenschaftliche Errungenschaften
- Etablierung eines kapitalistischen Wirtschaftssystems
Wirtschaft
- Massenproduktion in Fabriken ersetzt Einzelfertigung
- Einsetzung moderner Maschinen führt zu Wirtschaftswachstum

- Umwandlung der bestehenden Agrargesellschaft in eine


Industriegesellschaft
- Endgültige Auflösung des Feudalsystems und der Ständegsellschaft
Gesellschaft
→Neue Gesellschaftsklassen (Unternehmer & Proletarier) & Arbeiterbewegung
- Mentalitätswandel:Fortschrittsgläubigkeit und Risikobereitschaft
- Langfristige Verbesserung des Wohlstandes breiter Schichten der Gesells.

- Landflucht und Urbanisierung


- Beginn der Sozialgesetzgebung in Deutschland
Stadt & Staat
- Globalisierung, u.a. durch verbesserte Internationale Kommunikation
- Höhere räumliche Mobilität

- Umweltverschmutzung
- Große Einflussnahme in die Natur
Der Preis - Unternehmer imitieren teilweise den Adel
- Pauperismus & soziale Frage
- Verdrängung / Schwächung der Einzelfertigung

BEGRIFFE
ARGRARREVOLUTION
Umwälzung der bisher bestehenden landwirtschaftlichen Strukturen. Eine solche Entwicklung geht
oft mit einer Veränderung der agrarwirtschaftlichen und politischen Verhältnisse einher, die
gegebenenfalls von einer Umschichtung der Besitzverhältnisse begleitet wird.

HISTROISCHER MATERIALISMUS
Von Karl Marx und Friedrich Engels entwickelte Theorie, die davon ausgeht, dass die Geschichte
der Menschheit von Produktionsverhältnissen bestimmt werde. Jede Gesellschaft sei von einem
Klassenkampf geprägt, auf den eine neue, klassenlose Gesellschaftsordnung folgen werde.
INDUSTRIE
Teil der Wirtschaft, der sich mit der gewerblichen Gewinnung, Bearbeitung und Weiterverarbeitung
von Rohstoffen zu Sachgütern beschäftigt.
KAPITALISMUS
Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und
einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt beruht. Weitere Merkmale sind die
Akkumulation, Lohnarbeit und das „Streben nach Gewinn.

K O M M UN I S M U S
Bezeichnung für politische Lehren und Bewegungen, die als Ziel die Verwirklichung einer klassen-
und herrschaftslosen Gesellschaft auf der Grundlage der von Karl Marx und Friedrich Engels
aufgestellten Theorien haben.

OTTO VON BISMARCK


Bismarck war von 1862 – 1890 mit kurzer Unterbrechung preußischer Ministerpräsident und von
1871 – 1890 Reichskanzler des Deutschen Reichs, dessen Gründung er maßgeblich
vorangetrieben hatte. Er führt u.a. das Sozialversicherungssystems in Deutschland ein.

PROLETARIER
Bezeichnete im antiken Rom die gesellschaftliche Schicht der land- und besitzlosen
lohnabhängigen, aber nicht versklavten Bürger im Staat. Der Begriff taucht im 19. Jhd. erneut auf.

SCHRITTMACHERINDUSTRIE
Wirtschaftssektor, der das Wirtschaftsleben eines Landes in besonderem Maße vorantreibt.

SOZIALGESETZGEBUNG
Die Sozialgesetzgebung war ein Versuch des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck, auf
die – im Zuge der Industrialisierung entstandene – soziale Not der Arbeiterschaft im ausgehenden
19. Jahrhundert zu reagieren. Bismarck hatte die politische Sprengkraft der extremen sozialen
Gegensätze erkannt und wollte dem entgegenwirken.

SOZIALISMUS
Politisches Modell, dass die Interessen der Gesellschaft über die Rechte des Individuums stellt.
Anstelle des Privateigentums tritt das Volkseigentum. Oberstes Ziel ist die Gleichheit aller
Menschen innerhalb der Gesellschaft.

SOZIALSTAAT
Durch gezielte Eingriffe in die kapitalistische Wirtschaft versucht der Staat unerwünschte Folgen
der „freien Marktwirtschaft“ zu korrigieren. Die Sozialpolitik hat das materielle Wohl und die
soziale Sicherheit der Bürger zum Gegenstand.

URBANISIERUNG
Ausbreitung städtischer Lebensformen, die sich im Wachstum von Städten ausdrückt und den
damit einhergehenden sozialen Wandel mit einschließt.
WIRTSCHAFTSLIBERALISMUS
Staat soll sich in der Wirtschaft zurückhalten (Laisser-faire-Prinzip), Gewerbefreiheit und
Privateigentum garantieren und schützen, sowie den Marktkräfte Handlungsfreiheit gewährleisten.

WIRTSCHAFTSSEKTOREN
1) Primärer Sektor: Nahrungsmittelbeschaffung (Land- & Forstwirtschaft und Fischerei)
2) Sekundärer Sektor: Verarbeitung von Rohstoffen in Industrie und Handwerks
3) Tertiärer Sektor: Dienstleistungen (Transport, Banken, Versicherungen, Gastronomie, Medizin)

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