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Ein Service von Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung

Der Traumsegler. 33
Gutenachtgeschichten zum Vorlesen-
Teil 2
Eine Geschichte von Anna Taube und Barbara Rose, mit Illustrationen von
Betina Gotzen-Beek, erschienen im Loewe Verlag.
Hier kommt der zweite Teil der Geschichte.
Purzelbaum
Pina zupft Papa am Ärmel. „Du, Papa, weißt du, was ich heute im

Kindergarten gelernt habe?“

„Was denn?“, fragt Papa neugierig.

„Purzelbaum!", platzt Pina heraus. „Willst du mal sehen?“

„Na klar“, sagt Papa und dann, weil Pina schon eifrig in die Knie geht: „Aber

nicht jetzt. Jetzt gibt’s Abendbrot.“

„Menno“, sagt Pina enttäuscht.

„Du zeigst ihn mir nach dem Essen, okay?“, tröstet Papa.

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Aber nach dem Essen muss er Pinas

großem Bruder Leon bei den

Hausaufgaben helfen. Dann kommt

das Sandmännchen im Fernsehen und

danach muss Pina den Schlafanzug

anziehen und die Zähne putzen.

Papa liest eine Geschichte vor. Er gibt

Leon und Pina einen Kuss und knipst

das Licht aus. Den Purzelbaum hat er ganz vergessen.

Pina tatsächlich auch, vor lauter Hausaufgaben-Sandmännchen-Zähneputzen-

Vorlesen.

Aber im Bett fällt es ihr wieder ein! Doch wenn sie Papa jetzt ruft, wird er

bestimmt böse.

Papa sitzt abends oft noch am Schreibtisch und arbeitet, da will er nicht

gestört werden.

Pinas Beine kribbeln. Ihr ganzer Körper kribbelt.

Oje, sie kann gar nicht einschlafen, so hibbelig ist sie, weil sie Papa den

Purzelbaum nicht gezeigt hat. Kurz entschlossen springt Pina aus dem Bett

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und stapft wortlos ins Arbeitszimmer.

Papa blickt erstaunt vom Computer auf, da geht Pina schon in die Knie,

streckt die Arme vor, macht den Rücken rund, gibt sich mit dem Fuß einen

Stoß – und purzelt einen bildschönen Purzelbaum.

Als sie wieder steht, sagt sie: „Den hatte ich dir doch versprochen, Papa.

Schlaf gut!“

Und dann hüpft sie wieder ins Bett und lächelt, weil Papa in seinem

Arbeitszimmer laut lacht.

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Drachen-Imbiss
Mama Drache legt das Strickzeug zur Seite. So ein Ärger!

Schon wieder hat sie beim Atmen das Wollknäuel angezündet. „Verflixt.“

Mit ihren breiten Tatzen tritt sie das brennende Ding aus.

„Ich habe keine Lust mehr,

Drachenpullover zu stricken. Wir

haben einfach zu viele Kinder.“ Papa

Drache zuckt mit den Schultern.

„Und die haben auch noch ständig

Hunger. Ich bräuchte dringend eine

Arbeit, die alle Drachenbäuche füllen

kann.“

Fauch, ihr Sohn, nickt. „So was sagt

Bastians Vater auch. Die Leute kaufen Kartoffeln und Milch lieber billig im

Supermarkt als von ihrem Bauernhof. Jetzt will er mit Bastian wegziehen.“

Bastian ist ein Menschenjunge und Fauchs bester Freund.

„Kopf hoch“, sagt Papa Drache. „Ich mache erst mal etwas Feines zu futtern

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für die Familie.“

Er legt eine Schafskeule auf das Feuer. Als der Geruch durch die Höhle und in

Fauchs Nase strömt, hat der kleine Drache eine Idee.

„Ich hab’s! Das ist die Lösung! Wir eröffnen einen Schnell-Imbiss“, erklärt

Fauch. „Du, Papa, heizt mit Mama abwechselnd die Kohlen an. Bastians

Eltern legen Würstchen auf und verkaufen sie. Das wird bestimmt eine

Sensation.“

Und er hat recht! Neben ihrem Bauernhof eröffnen Bastians Eltern den Imbiss

Zum feurigen Drachen.

Die Leute kommen von überall angefahren, alle wollen die grillenden Drachen

sehen.

Sie reißen Bastian und seinen Eltern die Würstchen fast aus der Hand.

Und Fauch und Bastian bleiben die besten Freunde. Für immer und ewig.

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Lenas Wunsch

Lena sitzt am Schreibtisch und malt.

Der rote Buntstift ist schon richtig

kleingemalt, sie kann ihn kaum noch

halten. Und stumpf ist er auch.

Dabei braucht sie ihn doch gerade jetzt ganz dringend – wo sie einen großen

roten Papagei malen will!

Da erinnert sie sich an das alte Kästchen, das ihr Oma bei ihrem letzten

Besuch geschenkt hat.

Lena holt es aus dem Regal hervor. Es ist ein ganz altes Kästchen.

Früher lagen darin einmal die Zigarren von Omas Papa, also Lenas Uropa

Heinrich. Als es leer war, hat Heinrich es Oma geschenkt. Und Oma hat alle

ihre Schätze hineingelegt.

„Vielleicht ja auch einen roten Buntstift?“, überlegt Lena.

Sie öffnet das Kästchen. Kleine Holztierchen, bunte Murmeln und vergilbte

Fotos liegen da.

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Auch ein Schlüssel, Muscheln und eine Feder. Aber kein Buntstift. Lena will

das Kästchen schon zuklappen, da bewegen sich plötzlich die Holztierchen.

Eins nach dem andern wird beiseite gedrückt. Mit einem Mal flattert eine

kleine Fee vor Lenas Nase in die Luft.

„Huch!", ruft Lena. „Warst du die ganze Zeit in dem Kästchen eingesperrt?“

Die kleine Fee streckt sich. „Ja, und es war ganz schön eng, kann ich dir

sagen. Du hast mich befreit und deswegen hast du einen Wunsch frei. Aber

überleg dir gut, was du dir wünschst! Geld macht nicht glücklich, Autofahren

kannst du noch nicht und für ein Flugzeug müsstest du dir noch einen Piloten

extra dazuwünschen.“

Lena lacht. „Das sind doch alles langweilige Erwachsenenwünsche!“

„Ach ja?", sagt die Fee erstaunt. „Was wünschst du dir denn?“

„Ganz klar“, sagt Lena. „Einen neuen roten Buntstift. Aber bitte einen, der

niemals schrumpft!“

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Wieso ist es nachts dunkel?


„Zeit fürs Bett, Milan", sagt Mama. „Draußen wird es ja schon dunkel.“

„Blöd“, findet Milan. „Immer wird es abends dunkel und dann muss ich ins

Bett. Es wäre viel schöner, wenn es immer hell wäre. Dann müsste ich nie

schlafen gehen und könnte immer spielen.“

Mama lacht und sagt: „Da wärst du aber schon bald hundemüde. Schlafen ist

ganz wichtig für deinen Körper, weißt du. Und weil du im Dunklen besser

schlafen kannst, ist es auch gut, dass es immer wieder Nacht wird.“

„Wie funktioniert das eigentlich, Mama? Also, dass es Nacht wird, meine ich“,

fragt Milan.

Mama überlegt. Dann nimmt sie eine Orange und eine Taschenlampe. Damit

strahlt sie die Orange an. Eine Seite ist hell, die andere ist dunkel.

„Unsere Erde ist ungefähr so rund wie diese Orange“, erklärt sie. „Sie fliegt

durch den Weltraum, immer um die Sonne herum.“

Milan nickt, das weiß er schon. „Und dabei dreht sie sich um sich selbst. So!“

Er dreht eine Pirouette.

Dass es der Erde dabei nicht schwindelig wird! Mama dreht die Orange mit

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dem kleinen Finger.

Jetzt wird eine andere Stelle beleuchtet. „Genau, an einem Tag dreht sich die

Erde einmal um sich selbst. Und dabei werden immer andere Kontinente und

Meere von der Sonne angestrahlt.“

„Aha!„, ruft Milan. „Und da ist es dann

Tag. Und wo der Schatten ist, ist

Nacht. Weil sich die Erde

weitergedreht hat, sind wir jetzt im

Schatten.“ „Du bist ganz schön

schlau“, lobt Mama.

„Guck mal!“, ruft Milan. Er fischt eine weiße Murmel aus der Hosentasche und

hält sie neben Mamas Orange.

„Da ist der Mond! „Mama gibt ihm einen Kuss. „Also, wenn der Mond leuchtet,

ist es Zeit fürs Bett, Milan.“

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Georg Glühwürmchen

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Auf einem Ast am Waldrand hockt Georg Glühwürmchen und betrachtet das

fröhliche Treiben am nahen See.

Dutzende von Leuchtkäfern tänzeln und schwirren umher. Schön sieht das

aus!

„Wie gern würde ich jetzt auch losfliegen und mit den anderen tanzen“,

murmelt Georg.

„Aber ich bekomme mein Licht nicht an.“ Er schlenkert mit dem Po und hüpft

auf und ab. Vergeblich.

Alle leuchten, nur ich nicht“, brummt Georg und fliegt traurig davon. Mitten

hinein in den dunklen Wald.

Er ist schon eine Weile geflogen, da hört er eine Stimme: „Hilfe, warum hilft

mir denn keiner? Mein Igor findet den Weg nicht mehr. Hiiiiilfe!“

Als Georg näher fliegt, sieht er eine aufgelöste Igelmama mit drei Kleinen.

„Was ist passiert?“, fragt Georg.

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Die Igelmama seufzt. „Ein Fuchs ist in

der Nähe, ich kann meine Kinder nicht

allein lassen. Kannst du meinen Igor

suchen und nach Hause leuchten? Du

bist doch ein Glühwürmchen.“

„Ja … schon …“, windet sich Georg.

„Dann los!“, unterbricht ihn die Igelmama. „Er muss bei der großen Eiche

sein.“

Ganz nah am Boden fliegt Georg, um das Igelkind nicht zu verpassen. Kurz

drauf erspäht er, wie der kleine Igor ängstlich unter dem Laubbaum kauert.

„Hallo, Igor!„, ruft Georg. „Ich bin hier oben, ich will dir helfen.“ „Hier oben?„,

antwortet Igor. „Ich kann dich nicht sehen.“

Verflixt! Georg windet und krümmt sich, drückt seinen Po zusammen. Es

muss klappen, Igor ist in Gefahr! Und tatsächlich - auf einmal leuchtet er wie

ein Stern in dunkler Nacht.

„Jetzt sehe ich dich!„, ruft Igor. „Flieg voraus, ich folge dir.“ Das macht das

Glühwürmchen Georg und bringt den kleinen Igel wohlbehalten zu seiner

Mama zurück.

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Der beste Trampolinspringer der Welt


Benny springt auf dem Trampolin. Höher und immer höher springt er. Das ist

fast wie Fliegen!

Aber Benny muss sich konzentrieren. Er springt bei der Olympiade!

Das ist natürlich ganz außergewöhnlich, denn eigentlich sind zur Olympiade

nur Erwachsene zugelassen.

Der Wettkampf ist sehr hart. Aber Benny gehört nun einmal zu den

Allerbesten!

Jetzt kommt der fünffache Salto – außer ihm schafft den niemand. Auch ihm

gelingt er nicht jedes Mal.

Aber jetzt geht es um die Goldmedaille! Im Stadion herrscht Spannung. Die

Leute schauen gebannt auf Benny.

Benny holt Schwung. Einmal, zweimal, dreimal springt er, landet und springt

wieder, holt Schwung mit den Armen.

Und dann … streckt er sich wie eine Kerze in die Luft und dreht sich um sich

selbst.

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„Eins, zwei, drei, vier – FÜNF!“, zählen

die Leute mit. Sie jubeln und liegen

sich in den Armen.

Er hat es geschafft! Benny nimmt noch einmal Schwung und hüpft mit einem

Riesensatz direkt auf das Podest mit der großen Eins.

Ein Klacks für einen Trampolinspringer wie ihn! Auf den Podesten mit der

Zwei und der Drei stehen schon seine Konkurrenten, ein Chinese und ein

Amerikaner.

Ganz Sportler, freuen sie sich aufrichtig für Benny und klopfen ihm auf die

Schultern. Feierlich tritt der Preisrichter auf Benny zu und legt ihm die

Goldmedaille um den Hals.

Und dann drückt er ihm einen Blumenstrauß in die Hand, der größer ist als

Benny!

Plötzlich rennt Mama auf ihn zu. „Oh, Benny!“, ruft sie. „Ich bin so stolz auf

dich.

Und es tut mir so leid, dass ich mit dir geschimpft habe, weil du immer

Trampolin gesprungen bist, statt dein Zimmer aufzuräumen.“

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Da wacht Benny auf. Das war ja mal ein toller Traum gewesen! Den muss er

gleich Mama erzählen.

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Eine Blaumeise im Kindergarten


Bums! Levi schaut aus dem Fenster vom Kindergarten. Oje, ein kleiner Vogel!

Er sitzt im Hof und zittert am ganzen Leib. Er muss gegen die Fensterscheibe

geflogen sein. Aber er lebt, ganz eindeutig.

Levi will dem kleinen Vogel helfen. So mitten auf dem Hof – da herrscht

immer ordentlich Radau, wenn alle Kinder draußen sind.

Noch ist es still. Die Kinder sitzen beim Frühstück. Außer ihm, Levi, hat

niemand gesehen, was passiert ist.

Unbemerkt schleicht er sich aus dem Speiseraum auf den Hof hinaus. „Hallo,

du“, flüstert Levi leise.

Vorsichtig geht er auf den Vogel zu. Gut, dass er seine Hausschuhe anhat, er

schleicht fast lautlos.

Es ist eine Blaumeise, erkennt Levi. Mit

dem Zeigefinger streichelt er ihr über

den Kopf. Das Gefieder ist glatt. Die

Meise schließt die Augen.

„Komm„, sagt Levi. „Ich bring dich hier

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weg.“ Er umschließt die Blaumeise mit

beiden Händen.

Die kleinen Krallen kratzen in seinen Handflächen, aber der Vogel ist jetzt

ganz still.

Mit wenigen Schritten trägt ihn Levi zum Gebüsch und setzt ihn im Laub ab.

„So, hier kannst du dich noch ein bisschen ausruhen“, verspricht Levi.

Der kleine Vogel legt den Kopf schief. Er zuckt mit den Flügeln. Jetzt rennen

die Kinder auf den Hof. Erschrocken flattert die Meise auf einen Ast im

Gebüsch.

Levi ist erleichtert. Noch ein paar Minuten, dann wird sie wieder richtig fliegen

können.

„Hier steckst du, Levi!“, ruft da Frau Röder. „In Hausschuhen und ohne Jacke!“

„Ich hab einem Vogel geholfen“, sagt Levi stolz.

Frau Röder lächelt. „So? Ach, Levi, du kleiner Held. Nun lauf und wasch dir

gründlich die Hände.

Und dann komm raus. Mit Schuhen und Jacke!“ Da hüpft Levi schon glücklich

ins Haus.

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Eisbären-Wettstreit

Boah, ist das hell!“ Knut, der kleine

Eisbärenjunge, blinzelt und schiebt

vorsichtig den Kopf aus der

Höhlenöffnung.

„Wie das glitzert!“, ruft seine Schwester Kaia und krabbelt flink ins Freie.

„Ätsch, ich bin schon draußen!“

Knut ärgert sich. Immer muss Kaia die Erste sein.

„Na warte, der werde ich es zeigen“, denkt Knut.

„Seid bitte vorsichtig“, mahnt Mama Eisbär. „Ihr dürft im Schnee toben, aber

auf keinen Fall ins Wasser! Die Fettschicht, die eure Körper wärmt, ist noch

nicht dick genug.“

Während Kaia ihrer Mama aufmerksam zuhört, hat Knut nur Augen für den

schimmernden, knirschenden Schnee und seine wunderbaren Farben.

Und dann muss er sich auch noch unbedingt etwas einfallen lassen, um

endlich mal besser zu sein als seine Schwester.

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„Purzelbaum!“, ruft Knut und will gerade loslegen, da rollt Kaia schon wie eine

watteweiche Kugel über den Schnee.

„Weitspringen“, quiekt Kaia und hüpft mit einem Rieseneisbärsprung los.

Das schafft Knut nie.

„Wettrennen!“, brüllt er deshalb und saust los, Kaia hinterher.

Immer schneller wirbeln Knuts Tatzen, immer heftiger geht sein Atem. Puh,

ist das anstrengend!

Aber er spürt, dass er verfolgt wird. Diesmal darf Kaia nicht gewinnen, auf

keinen Fall.

„Halt, Knut, da vorne ist …“, hört Knut noch eine Stimme hinter sich.

Zu spät. Mit einem lauten Platsch! landet er kopfüber im Wasser.

Vor Überraschung taucht er sofort unter. Wie gut, dass Mama Eisbär ihm

gefolgt ist, nicht Kaia.

Die kräftige Bärin zieht ihren Sohn flott heraus und sieht ihn streng an.

„Tut mir leid, Mama. Habe das Wasser gar nicht gesehen. So was mache ich

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nicht noch mal, ehrlich.“

Knut kichert. „Aber wenigstens war ich diesmal Erster!“

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Das kleine Angstmonster

Unter Felix’ Bett ist ein Monster. Es

schnattert und klappert mit dem

Gebiss. Klapp, klapp, klapp!

„Hör doch mal mit dem Krach auf“,

murrt Bob aus dem Bett über ihm.

Bob ist Felix’ großer Bruder.

„Das bin nicht ich“, sagt Felix. „Das ist das Monster. Ich glaube, ihm ist kalt.

Oder es hat Angst.“

Bob lacht. „Ein Angstmonster? So ein Quatsch!“

„Dann komm doch runter und wir schauen nach“, sagt Felix.

Bob klettert schon die Leiter des Hochbetts herunter und knipst seine

Taschenlampe an. Gemeinsam hocken sie vor Felix’ Bett.

„Ui, was da alles drunterliegt“, staunt Felix.

Spielzeug, alte Socken und ganz viel Staub. Wenn Mama das sieht … Und da,

in der hintersten Ecke, ist das Monster!

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Es ist wuschelig und klein. Es versteckt sich unter einer Stinkesocke von Bob.

Aber sie bedeckt es nicht ganz.

„Komm mal her, Kleiner", sagt Bob freundlich.

„Wir tun dir nichts.“ Felix nickt. „Wir haben Monster echt gern, weißt du!“

Bob streckt den Arm aus und holt das Monster hervor. Es zittert und bibbert.

Felix zieht ihm die Socke vom Kopf. „Ist dir kalt?“, fragt er leise.

Das Monster nickt.

„Magst du zu mir ins Bett kriechen?“, fragt er.

Das Monster schüttelt heftig den Kopf und will sich unter der Socke

verstecken.

Felix hat eine Idee. Er knüllt ein T-Shirt in eine ausgeleerte Spielzeugkiste.

„Schau mal, Monster, ein Bett für dich!“

Bob legt das Monster hinein und deckt es mit der Socke zu.

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Das Monster schaut die Brüder aus großen Augen an. Aber dann schnuffelt

es behaglich an der Stinkesocke und schläft im nächsten Augenblick ein.

Jetzt kriechen auch Bob und Felix in ihre warmen Betten.

Ohne Monsterzähneklapperkrach können sie herrlich schlafen.

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Kleine Elfe mit großem Wunsch

„Sag mal, Finchen, was wünschst du

dir eigentlich zum Geburtstag?“, fragt

Mama Elfe beim Abendbrot auf der

Blumenwiese.

Finchen schiebt sich ein Stück

Kräuterbrot in den Mund und nippt an

ihrem Becher mit Blütensaft.

„Hmm, ich glaube, ich wünsche mir ein neues Bett. Mein altes gefällt mir nicht

mehr.“

Mama Elfe runzelt die Stirn. „Papa und ich haben es aus einer alten Wurzel für

dich gebaut.“

Finchen nickt. „Aber es ist hart und zu klein. So kann ich nicht schlafen.“

Mama Elfe lächelt. „Soso. Und wie soll dein neues Bett aussehen?“

Finchen sieht zum Himmel. „Von meinem Bett aus möchte ich den Mond und

die Sterne sehen. Es soll gut riechen und ich wünsche mir, dass der Wind

mich in der Nacht sanft streichelt. Und dann würde ich gern wunderbar in den

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Schlaf geschaukelt werden.“

Mama Elfe seufzt. „Keine leichte Aufgabe. Na, mal sehen, ob ich das

hinkriege.“

An ihrem Geburtstag ist Finchen sehr, sehr aufgeregt.

Sie kann es kaum erwarten, bis sie ihre Geschenke öffnen darf: einen Ball aus

Moos, einen großen Beutel Zauberstaub und – Finchen kann es kaum

glauben –: „Eine Hängematte!“

Begeistert packt sie ihr neues Bett aus. Mama Elfe lächelt. „Die Weberknechte

haben es aus feinster Spinnenseide gewoben. Und unsere Bienenfreunde

haben es mit duftendem Blütenstaub bestreut.“

Mama Elfe befestigt die Hängematte direkt neben dem großen, offenen

Fenster.

Als Finchen darin liegt, sieht sie den Mond am Himmel stehen und die Sterne

leuchten. Ein laues Lüftchen schaukelt die Hängematte sanft hin und her.

„Genau so habe ich mir das vorgestellt“, murmelt Finchen glücklich,

schnuppert an den Blüten und schläft sofort ein.

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Ein Kilo Äpfel, bitte!

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Ida freut sich: Heute geht sie mit Oma

Olga auf den Bauernmarkt.

Oma Olga steckt ihr Portemonnaie ein

und Ida darf den schönen

geflochtenen Korb tragen. Noch ist er

leer und ganz leicht.

Sie fahren mit dem Bus. Das findet Ida aufregend.

„Eine Kinderfahrkarte, bitte schön!“, sagt der Busfahrer freundlich, als er Ida

das Ticket gibt.

Sie darf es selbst in den Automaten stecken, bis der ein Pling! von sich gibt.

Schon fährt der Bus los! Am Marktplatz steigen sie aus.

Oma Olga nimmt Ida an der Hand, denn hier sind viele Menschen unterwegs.

Sie stehen vor den bunten Ständen und wählen, was sie kaufen wollen.

Obst, Gemüse, Blumen, Brot, Käse und Wurst. Jetzt, im Herbst, ist der

Bauernmarkt so voll und reich an Lebensmitteln.

Auch Kürbisse in allen möglichen Formen gibt es!

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Oma Olga will heute einen bunten Eintopf kochen.

„Dafür brauchen wir Kartoffeln, Möhren, Lauch, Bohnen, Erbsen, Kohlrabi“,

sagt sie und deutet auf die flachen Kisten am Stand.

Bauer Hansen verpackt alles in braunen Papiertüten, wiegt ab und reicht sie

Ida, damit sie sie in den Korb legen kann. Der wird immer schwerer!

Sie stellt ihn auf den Boden. „Sonst noch einen Wunsch?“, fragt Bauer

Hansen.

„Darf ich Ihnen meine Äpfel und Birnen empfehlen? Gestern frisch gepflückt!“

Ida betrachtet die Äpfel. Rot und gelb leuchten sie. Bauer Hansen reicht ihr

einen.

„Bitte sehr, weil du deiner Oma so fleißig hilfst.“

Ida lächelt glücklich. Der Apfel duftet süß.

„Den heb ich mir als Nachtisch auf“, beschließt sie.

„Ein Apfelkompott zum Nachtisch!“, ruft Oma Olga. „Eine gute Idee. Dann bitte

noch ein Kilo Äpfel dazu!“

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Auf dem Rückweg im Bus drückt Ida den Korb an sich. Das wird ein

Festessen heute!

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Wie es weiter geht, erfährst du in den nächsten Geschichten!

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Der Traumsegler. 33 Gutenachtgeschichten zum


Vorlesen-Teil 2
Autor: Anna Taube/Barbara Rose
Illustration: Betina Gotzen-Beek
Verlag: Loewe
Alterseinstufung: ab 3 Jahren
ISBN: 978-3-7432-0455-3

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