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Duden

Die schriftliche Arbeit - kurz gefasst


Eine Anleitung zum Schreiben von Arbeiten
in Schule und Studium
Literatursuche, Materialsammlung und
Manuskriptgestaltung mit vielen Beispielen

Von lL1rg Niedernauser

4., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage

Dudenverlag
Mannheim . Leipzig. Wien· Zürich

Ausleihe: 15.05.2009 00:00:00 - 23.05.2009 00:00:00. ID7ac0427dS92981cI089d91b1gecaOOaO Zentral- u 2009.05.18 17:13:33


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ISBN-10: 3-411-ö4234-6
ISBN-13: 978-3-411-04234-0

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Vorwort

Das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten ist eine zentrale Anforderung im Stu-


dium und in der gymnasialen Oberstufe. Zwar spielt das Erstellen von Arbeiten
nicht in allen Studienrichtungen und in allen StudienflidJ.em eine gleich große
Rolle, aber am Ende eines jeden Studiwns steht die Anfertigung einer Abschluss-
arbeit (Diplom-, Bachelor-, Master-, Staatsexamens-, Lizenziatsarbeit). In vielen
Studiengängen an Fachhochschulen und Universitäten sind zudem während des
Studiwns eine Reihe kleinerer und größerer Arbeiten (z.B. Facharbeiten, Thesen-
papiere, verschriftJichte Referate, Seminararbeiten) als Leistungsnachweise zu
schreiben.
Dieser kleine Leitfaden soll helfen, die Anfertigung und Gestaltung wissen-
schaftlicher Arbeiten zu erleichtern. Er hietet Hinweise zu einem möglichst effi-
zienten Vorgehen beim Schreiben von Arbeiten und bei der Suche nach Literatur.
Ebenso enthält er Muster zur Gestaltung von Texten, Verweisen, Literaturanga-
ben und Literaturverzeichnissen. Aufknappern Raum enthält er die wesentlichs-
ten Punkte, die beim Erstellen wissenschaftlicher Arbeiten zu beachten sind.
Angesprochen werden sämtliche Phasen des Verfassern einer wissenschaft-
lichen Arbeit: Konzeption und Eingrenzung des Themas, Festlegen der Fragestel-
lung, Recherchen, Materialsammlung. Organisation des Materials, das eigentliche
Schreiben der Arbeit, das Erstellen der Schlussfassung. Präsentiert werden Hin-
weise zur Gestaltung der wesentlichen Darstellungselemente wissenschaftlicher
Arbeiten wie Zitate, Literaturverweise, Literaturverzeichnisse etc.
Die Anleitung ist nicht auf ein bestimmtes Fach zugeschnitten. Sie bietet ge-
nerelle Hinweise, die als grundsätzliche Hilfe beim Verfassen wissenschaftlicher
Arbeiten dienen können. In etlichen Instituten bestehen genaue Gestaltungsvor-
gaben fiir das Anfertigen schriftlicher Arbeiten, die gegebenenfalls hinzuzuziehen
sind.
Die Zwischentitel in den einzelnen Kapiteln und Unterkapiteln dienen einer-
seits der Untergliederung und schnellen Orientierung, andererseits heben sie als
eine Art Merksätze wesentliche Punkte hervor. Die Beispiele erscheinen der Ober-
sidJ.tlichkeit halber in einer anderen Schrift. Die angegebenen Internetadressen
entsprechen dem Stand April200fi.

Jiirg Niederhauser Bem, April 2006

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Inhalt

Kein Studium ohne 5 Elemente und Gestaltung


wissenschaftliche Arbeit einer wissenschaftlichen Arbeit
1.1 Zur Wissenschaftlichkeit 5.1 Bestandteile und Gliederung 28
wissenschaftlicher Arbeiten 5 5.2 Inhaltsverzeichnis und Kapitel-
1.2 Das Verfassen von Arbeiten einteilung 29
in Schule und Studium 6 5.3 Titelblatt 29
5.4 Weiteres 31
2 Was gehört zum Verfassen 5.4.1 Abbildungen, GrafIken, Tabellen 31
einer wissenschaftlichen Arbeit7 5.4.2 Abkiirzungen und KUrzei 31
21 Wichtige Phasen beim Erstellen 5.4.3 Fremdsprachige Begriffe 32
einer Arbeit 8 55 Zur Gestaltung des Manuskripts 32
22 Planung der Arbeit 9 55.1 Technisches 32
23 Das Thema einer Arbeit festlegen 10 55.2 Ein Vorschlag für die Seiten-
24 Material sammeln, ordnen gestaltung 34
und auswerten 11
25 Von eigener Hand, nicht mit 6 2itate und Anmerkungen
fremden Federn 13 6.1 Belegen und Verweisen 34

, Literatur-, Quellen- und Materialsuche


6.2
6.3
fußnoten 35
Zitate und Zitieren 36
3.1 Formen wissenschaftlicher
Literatur 14 7 Literatur und Quellenangaben
3.2 Einstieg und Vorgehen 1S 7.1 Verweisen auf Literatur
3.3 Literatur- und Informationssuche im laufenden Text 39
inBibliotheken 17 7.1.1 Möglichkeiten des Verweisens
3.3.1 An der Bibliothek fUhrt kein Weg auf Literatur 39
vorbei 17 7.1.2 Das Autor-Jahr-System 40
3.3.2 Elektronische Bibliothekskataloge 18 7.2 Literaturangaben 42
3.4 Literatur- und Informationssuche 7.2.1 Zur prinzipiellen Fonn von
im Internet 19 Literaturangaben 42
3.4.1 Infonnationen im Internet 19 7.2.2 Selbstständigerschienene Quellen 42
3.4.2 Suchen im Internet 21 7.2.3 Unselbstständig erschienene
3.4.3 Informationsbeschaffung über Quellen 43
Mailinglisten, Diskussionsforen und 7.2.4 Unveröffentlichte Quellen 44
E-Mail 22 7.2.5 Fremdsprachige Quellen 45
7.2.6 Zitieren von Internetquellen 4S
4 Schreiben 73 Literaturverzeichnis 46
4.1 Lust und Last des wissenschaftlichen
Schreibens 23 8 2u guter Letzt 47
4.2 Korrekturzeichen 26
4.3 Bemerkungen zu Textsorte 9 Literatur 48
undStil 27

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5

1 Kein Studium ohne wissenschaftliche Arbeit


1.1 Zur Wissenschaftlichkeit Werke gern auf Verstöße gegen iibliche Dar-
wissenschaftlicher Arbeiten stellungsgewohnheiten hingewiesen. Die
Bedeutung von Darstellungskonventionen in
Nil:hl die Wis!illnMhaft isl klioi!idl rein, den Wissenschaften schlägt sich nicht zuletzt
!iOndern ihre Darstellung. in all den Wissenschaftsparodien nieder, die
Bemertung am RiJnde der Jahrestilgung iiber nahezu jedes Fach existieren (ein beson-
einer 'NisSl!n:;rhahlichen Gesellschaft ders gelungenes, literarisches Beispiel einer
Wissensdlaftsparodie: Perec 1991 oder, in der
deutschen Obersetzung, Perec 1992).
Niemand kommt wohl heutzutage auf die
Idee, eine Fadlarbeit, eine Diplomarbeit oder Untersdliede zwischen verschiedenen
einen wissenschaftlichen Artikel in Versform Disziplinen und innerhalb einer Disziplin
oder in Reimen abzufassen. Genauso wenig Wer nur schon ein wenig in Publikationen
wird jemand vorhaben, seine Seminar-, Ab- verschiedener Wissenschaften geblättert hat,
schluss- oder Masterarbeit auf Latein zu ver- kennt die große Spannweite an konkreter
fassen und einzureichen, obschon das nach Ausgestaltungvon Darstellungsfonnen, in
den Verordnungen der meisten Universitäten denen sich wissenschaftliche Arbeiten präsen-
eigentlich möglich wäre. Wer eine Abschluss- tieren. Es bestehen markante Unterschiede
oder eine Semesterarbeit einreicht oder wer zwischen wissenschaftJidJen Arbeiten aus
der Redaktion einer wissenschaftlichen Zeit- versdriedenen Fächern. Unterschiede zeigen
schrift ein Manuskript vorlegt, weiß, dass eine sich aber auch zwischen Publikationen aus
solche Arbeit in einer ganz bestimmten Art einer Disziplin, zumindest, was Details der
und Weise gestaltet sein muss, dass etwa die fonnalen Gestaltung betrifft. Das wird bei
Textstruktur einem festgelegten Muster zu einem Blick in einige Zeitschriften und Pu-
folgen hat oder dass bestimmte Darstellungs- blikationen ein und desselben Fachgebietes
elemente wie Zitate, Belegnadlweise oder schnell augenf"allig - insbesondere in den
Literaturangaben vorhanden sein miissen. Geistes- und Sozialwissenschaften.

Bedeutung der Darstellungsformen Formale Gestaltung nicht Selbstzweck


Damit eine Arbeit als Beitrag einer wissen- Bei den Eigenheiten der formalen Gestaltung
schaftlichen Disziplin gilt, ist eben nicht nur wissenschaftlicher Texte handelt es sich letzt-
deren Inhalt von Belang, wesentlich sind viel- lich um fonnaJe Ausprägungen der Anfurde-
mehr auch die Darstellungsformen, die Art rungen, die wissenschaftliches Arbeiten kenn-
und Weise der Darstellung der Inhalte. Die zeichnen. Die Frage, was Wissenschaftlichkeit
Darstellungsfonnen des Wissens, die sich ausmacht, ist Gegenstand von Wissenschafts-
innerhalb einer wissenschaftlichen Disziplin theorie und Wissenschaftsforschung. Im
herausgebildet haben, stellen einen wesent- Hinblick auf die praktische Anwendung beim
lichen Teil der Geschichte und der aktuellen Verfassen von Arbeiten lassen sich hier einige
Praxis einer Wissenschaft dar. So wird denn grundsätzliche Gesichtspunkte von Wissen-
auch in Rezensionen wissenschaftlicher schaftlichkeit umreißen:

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6 Kein Studium ohne wissenschaftliche Arb~l

Wwenschaftlich arbeiten heißt, einen '.2 Das Verfassen von Arbeiten


auch für andere erkennbaren Gegenstand im in Schule und Studium
Hinblick auf eine bestimmte Fragestellung
nachvoU:tiehbar zu behandeln, Methoden Zwar mUßlIi! man in Kopf we'ldig bleiben.
nachprüfbar anzuwenden. die Quellen offen- Wl!il mandlef DozMt eWJ Anhan98
wIegen, die Erkenntnisse systematisch zu dPf .Antt-il. iI. O..fußno\E!f'l5dlule. Will und
ordnen und aie öffentlich mitzuteilen. Es gilt. l'inflll ililes rit MIIl Rotstift ausmerzte.
mit methodischem Bewusstsein vonugehen, was nicht mit ••IxI.• iIII9fnlfm wurde.
sich innerhalb der Arbeit fiber sein Vorgehen. JM5 Rf!h1ändH
ii.ber seine Entscheklungen. fiber die verwen-
deten Begriffe RechenlChaft zu geben und
Ein Studium winl in der Regel mit einer SI>
.einen Ged.nkengang argumentativ darm-
genannten ~fikationsarbeit.bgeschlos-
d.ellen. Es geht bei einer wi&senschaftlicheo
sen, etwa einer Diplom-, Master-, ßachelor·,
Arbeit nicht nur darum. Fakten ZUAIIUIlenzu.
Lizenziats. odl'r Doktorarbeit. Wl'r eine Qu.
tragen, aondern auch d.rum, zwischen diesen
lifikationsarbeit 7lll" Erlangung eines akade-
Fakten Zusammenhinge zu erachl.ießen und
IDilIchen Grads vorlegt. soU damit den Nach--
die Fakten in ihre Begriindunp-, Entwick-
weis erbringen. dass er oder sie fähig ist, in
lung.. und Argumentationszusammenhänge
einem wissenschaftlichen Fach eine Fragestd-
zu .telIen. Konventionen des Zitierell5 und
lung seIbstatindig nach wissernchafUichen
Formen der Gestaltung von Bel.egnacb~n
Methoden ZlJ bearbeiten. Es geht darum. in
machen alao die geforderte Nadlvol.lziebbar-
dieser Arbeit zu zeigen. dau man sich über
keit wisseruchaft1ichen Arbeitens .ugenf"alIig.
einen bestimmten f.adilichen Gegenstand ein
sel.bstatändiges und wissenschaftlich begrün-
Es gibt nicht nur .In. Art d.r G.staltung
detes Urteil bilden. Gedanken k1arentwickein
In Details der formalen Gestaltwlg unter-
und seine Untersuchungen. Ergebnisse und
scheiden sich wissenschaftliche Arbeiten
überlegungen gemäß den llängigen formalen
durch.us voneinaoder.lnnerhalbder in einem
Kon~ntionen prä<Jentieren und sprachlich
Fach fiblichen DarsteUungsformen besteht
iwrrektdarlegen kann. Diese Anforderungen
also eine gewisse Wahlfreiheit. Das bringt es
sind in den Prüfunp und Promotionsom.
auch mit sich, dass bei der konkreten Aus-
nungen von Universitäten und Fachhochschu-
gestaltung von Einzelheiten bis zu einem
len mehr ooer weniger expIirit und ausführ-
gewisaen Grad auch persönliche Vorlieben
lich festgehalten.
ooer Traditionen eines Instituts zum Tragen
kommen. Und es heißt, dass es nicht angeht,
Auch Hausarbeiten mOssen Anforderung.n
die Wissenschaftlichkeit einer Arbeit nach
wissensdtaftlidten Darstellens genOgen
der Wahl einer bestimmten Zitierweise zu be-
Die in einem wissenschaftlichen Fach ül>
urteilen oder danach, ob nach der Jahreszahl
lichen Konventionen des DarsteIlens llellen
In einer Utemtumngabe ein Komma oder ein
aber nicht nur für Qualinkationsarbeiten,
Doppelpunkt gesetzt wird. Was vernünfti-
sondern für sämtliche Arbeiten, die im Lau·
gerweise verlanllt werden kann, ist die kon-
fe eines Studiums oder in der llYmnasiaien
sequente Handhabunll der einmaillewählten
Oberstufe verfasst werden. Auch wer eine
Einzelheiten der Dantcllunll innerhalb einer
Matur- oder Abitumrbeit, einen Fachbericht,
Arbeit.
ein verschriftlichtes Referat. eine Proseminar·,
Seminar-, Semester- oder Hausarbeit verfasst,
muss sich an den Standards wissenschaft.
liclten DarsteIlens im betreffenden Fach oej·

Ausleihe 1505 2009 00 00 00 - 2305 2009 00 0000 ID7acO<127d592981d089d91b1geca0080 Zentral- u 2009 0518171333
1.2 Das Verfassen von Arbeiten in Schule und Studium 7

entieren. Solche Arbeiten unterscheiden sich beim Lesen und Erarbeiten einzelner wissen-
also im deutschsprachigen Bildungssystem schaftlicher Werke.
von Aufsätzen oder Essays. An einigen Fachhochschulen und Universi-
täten besteht auch die Möglichkeit, sich sys-
Widerstände, Widerwille, Blockaden tematisch mit dem Schreiben wissenschaft-
Beim Verfassen von Arbeiten gilt es nicht licher Arbeiten auseinanderzusetzen oder
nur, sich mit fachlichen Inhalten und Argu- gezielte Unterstützung zu erhalten. So werden
mentationen auseinanderzusetzen, sondern zwn Teil Kurse für wissenschaftliches Schrei-
auch mit den fonnalen Anforderungen wis- ben durchgeführt oder Schreibberatungen
senschaftlichen Darstellens. Das wirkt oft angeboten.
regelrecht abschreckend. Widerstände gegen- Hilfe beim Aufbau von Erfahrungen mit
über dem Schreiben von Haus-, Seminar- und dem Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten
anderen Arbeiten im Studiwn entstehen nicht bietet auch die vorliegende Anleitung. Vor
zuletzt durch die Art, wie Anforderungen allem soll sie durch die Präsentation gängiger
des Darstellens wissenschaftlicher Arbeiten Musterwissenschaftlichen Darstellens und
im Studiwn vennitte!t oder, besser gesagt, durch Hinweise auf mögliche Vorgehenswei-
oft genug eben nicht richtig vermittelt wer- sen helfen, die mit dieser Tätigkeit verbun-
den. Auf Besonderheiten des Schreibens wis- denen Probleme und Mühen leichter in den
senschaftlicher Arbeiten und vor allem auf Griff zu bekommen.
Schwierigkeiten, die beim Schreiben dieser
Arbeiten kaum je ausbleiben (vgl. Kapitel 4.1), Nicht bloße Formsache
wird meist gar nicht eingegangen. Das Verfassen von Arbeiten ist keineswegs
eine Trockenübung, die nur für die akade-
Erfahrungssache mische Welt von Relevanz ist. Sich in kurzer
Das Verfassen von Arbeiten ist - wie jegliches Zeit in ein Thema einarbeiten, wesentliche
Schreiben - nicht zuletzt eine Sache der Er- Informationen dazu beschafTen, ein The-
fahrung. Welche Angaben wie genau belegt ma im Hinblick auf eine Fragestellung auf-
werden müssen, was sich in einer Fußnote arbeiten, sich mit schwierigen Fachtexten
darstellen lässt, dieses und weiteres - diszi- auseinandersetzen, sie im Hinblick auf eine
plinspezifisch unterschiedliches - Wissen bestirrunte Fragestellung auswerten, einen
eignet man sich durch übung an. Deshalb ist komplexen Sachverhalt analysieren und
es mehr als angebracht, von Studienbeginn an knapp und korrekt wiedergeben, eine Argu-
möglichst viele Gelegenheiten zwn wissen- mentation nachvollziehen, überprüfen oder
schaftlichen Schreiben zu nutzen. übungs- aufbauen, das Resultat eigener Abklärungen
möglichkeiten werden allzu oft vernachläs- und überlegungen nadwollziehbar darstel-
sigt. Viele Studierende schreiben während len, differenziert zu einem Vorschlag Stellung
ihres Studiwns wenig. obwohl letztlich das nehmen können - das sind alles Fertigkeiten,
Verfassen von Arbeiten die zentrale Leis- die in zahlreichen beruflichen Anwendungs-
tungsanforderung darstellt. Dadurch werden feldern eine Rolle spielen. Erfahrungen und
Erfahrungsmöglichkeiten verschenkt. Auch Kenntnisse mit der Konzeption, Planung
wenn es nach einem altväterischen Ratschlag und Durchführung kleiner (Untersuchungs-)
klingt: Es lohnt sich, jede Gelegenheit zwn Projekte können in verschiedensten beruf-
üben zumindest einzelner Aspekte des wis- lichen Zusammenhängen - von Sachbearbei-
senschaftlichen Schreibens wahrzunehmen. tungsfunktionen in Wirtschaft und Verwal-
Solche Gelegenheiten kann man sich auch tungüber publizistische Ttitigkeiten his hin
schaffen, zwn Beispiel bei der Vor- und Nam zu Lehrberufen - von Nutzen sein.
bereitung einzelner Veranstaltungen oder

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8

2 Was gehört zum Verfassen


einer wissenschaftlichen Arbeit?

2.1 Wichtige Phasen Untersuchen und Auswerten


beim Erstellen einer Arbeit Untersuchung, Experimente, Befragungen von
Literatur und Material. Zusammenstellen der
Notizen und des Materials. Konzipieren der
Das Anfertigen einer wissenschaftlichen Ar-
Präsentation der Untersuchungsergebnisse,
beit urnfasst eine Reihe unterschiedlidJer
Konzept und Gliederung der Arbeit erstellen.
Tätigkeiten und lässt sich entsprechend den
Arbeitsschritten in verschiedene Phasen ein-
Schreiben und Redigieren
teilen. Eine mögliche Einteilung ist im Fol-
Das eigentliche Schreiben tkr Arbeit lässt sich
genden aufgeführt und wird stichwortartig
seinerseits wieder in verschiedene Phasen un-
erläutert. Diese Phasen sind eher analytische
terteilen:
Trennungen der anfallenden Arbeitsschritte;
• Konzipieren Die Konzeptionsphase des
in der Praxis können sie sich teilweise über-
Schreibens übersdmeidet sich natiirlich
schneiden. Sie sind nicht zuletzt nützliche
mit der Auswertungsphase, geht es doch
Planungseinheiten.
darum, Konzept und Gliederung der AI-
beit zu erstellen und die Stoßrichtung des
Sondieren
Textes festzulegen.
Interesse ft1r ein Thema, Festlegung aufeinen
• Formulieren Formulieren einer ersten
Themenbereich, erste Suche nach Literatur
Fassung, eines Rolunanuskripts.
und Material.
• Redigieren In dieser Phase wird der Text
zum Teil noch deutlich umgestaltet.
Recherchieren
• Korrigieren und Formatieren Korrek-
Gen=ere Eingrenzung des Themas und der
turen, letzter Schliff am Text, Gestaltung
zu untersuchenden Fragestellung. Literawr-
und saubere Ausführung des Layouts, Her-
suche, MaterialbeschajJung, Recherche, ge-
stellen des endgültigen Ausdrucks.
gebenenfalls Überlegungen zu empirischen
Untersuchungen (Feldforschung. Fragebogen)
Liegt eine erste Fassung des Textes vor, ist die
oder experimentellen Versuchen, Abklären der
Aroeit des &/ueihens also erst zur Hälfte er-
Machbarlwit des Vorhabens.
ledigt. Jeder Text wird durch Überarbeitung
besser.
Konzipieren
Eingrenzung tkr Fragestellung. Zuspitzung
des Materials im Hinblick aufdie gewählte
FragesteUung. gegebenenfalls Planen I'On Ex-
perimenten, Testen von Fragebogen oder Be-
schaffung von Quellen, die als Grundlage einer
Untersuchung dienen sollen.

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2.2 Planung der Arbeit 9

2.2 Planung der Arbeit der Planung auch organisatorischen Vor-


arbeiten Rechnung getragen werden. Nicht
Nur der unerbittli<f1e Druck des AbgabetNmins nur für die eigentliche Datenerhebung oder
zwingt mich, die UteratlJrremerdleo abzubremen, Auswertung ist Zeit vorzusehen. Es braucht
mich mit den bis dahin ge5ilmmeltro Datro zu auch Zeit, um überhaupt Zugang zu einer be-
begnugro, mit dem lesen und Exzerpieren Smluss stirrunten Organisation zu erlangen, wn mög-
zu mamen und mit dem Mut zur lüde anzulangen, liche Gesprämspartner ausfindig zu machen
die eigenen Gedankro zu lormulierro. und mit ilmen Tennine zu vereinbaren.
KlcJus Pr!Ier Kister

Im Übrigen hilltTNmindruck, aber nur bis zu Das Verfassen einer Arbeit ist ein Projekt
einern gewis!iell Grade. Das Verfassen einer Arbeit entspricht eigent-
Dietrich Go!dschmidt lich der Durchfühnmg eines Projekts. Als Pro-
jekt werden in der Regel Vorhaben bezeichnet,
die außerhalb des normalen Tagesgeschäftes
Arbeiten müssen zu einem bestimmten Zeit- angesiedelt und einmalig. also keine Dauer-
punkt abgegeben werden. In der Regel ist aufgabe sind. Mit einem Projekt soll inner-
dieser vorgegeben, gelegentlich setzt man sich halb einer begrenzten Zeit mit vorgegebenen
auch selber einen Abgabetennin. Die meisten fmanziellen, personellen und Sachmitteln ein
Haus- und Abschlussarbeiten entstehen unter definiertes Ziel erreicht werden.
großem Zeitdruck, sodass man gegen Schluss Was die Organisation der Mittel und der
oft froh sein muss, die Arbeit überhaupt ir- teiineIunenden Personen betrim, handelt
gendwie fertiggestellt zu haben. es sich beim Verfassen einer Arbeit um ein
verhältnismäßig einfach strukturiertes Pro-
Zeit für Schlussbearbeitung einplanen jekt, bei dem allerdings besonderes Gewicht
Zeitdruck und Hetze wird man auch mit ei- auf der Berimterstattung über das Ergebnis
ner guten, detaillierten Planung nicht völlig liegt. Die Planung einer Arbeit stellt jedenfalls
vermeiden können, Planungen werden ja auch angewandtes Projektmanagement dar (aus-
immer wieder umgestoßen. Aber mit einer führlich dazu Friedrich 1997: 19-26). Die Mit-
realistischen Planung. die den verschiedenen arbeit in und die Leitung von Projekten sind
Phasen des Anfertigens einer Arbeit und des Tätigkeiten, die aus der heutigen Arbeitswelt
Schreibens Rechnung zu tragen versucht, lässt nicht wegzudenken sind.
sim zumindest der Tatsache etwas entge-
genwirken, dass beim Schreiben einer Arbeit Planung verschafft Überblick
gegen Schluss für einzelne Phasen oft kawn Wie andere Tätigkeiten verläuft das Verfas-
mehr genügend Zeit bleibt. Das wirkt sich sen einer Arbeit nicht irruner nach Plan. Oft
auch auf die Qualität einer Arbeit aus. So sind korrunt man langsamer voran als ursprüng-
gerade die SchIussphasen des Redigierens und lich vorgesehen. Wahrend der Ausarbeitung
Korrigierens Arbeitsschritte, die entscheidend kann es sich ergeben, dass einem bestimmten
zur Verbesserung der Qualität eines Textes Aspekt genauer nachzugehen ist, oder es er-
beitragen. Beim Erstellen eines Plans fiir das weist sich, dass ein etwas anderer Aufbau der
Anfertigen einer schriftJichen Arbeit gilt es al- Arbeit besser wäre. Die Planung muss flexibel
so, für jeden Arbeitsschritt Zeit einzuplanen, gehandhabt und laufend angepasst werden.
besonders auch für die SchIussredaktion s0- Ein einmal aufgestellter Plan ist nicht in Stein
wie die drucktechnische Fertigstellung. gemeißelt. Auch mit einer guten Planung
Bei empirischen Arbeiten, die auf der Aus- lassen sich, wie erwähnt, Zeitdruck und Het-
wertung von Befragungen, Erhebungen oder ze nicht immer venneiden. Das spricht aber
Untersuchungen im Feld basieren, muss bei keineswegs gegen das Planen einer Arbeit,

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10 2 Was gehört zum Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeil7

sondern vielmehr für eine angemessene Hand- 2.3 Das Thema einer Arbeit
habung dieses Hilfsmittels. festlegen
Nicht jede Eventualität lässt sich voraus--
sehen. Bei einer Planung muss man sich auf Ein gröBl!Owahnsinni9@1 Huhn hatl~ den EntlChlull
Durchschnittsannalunen des benötigten g~lmt, ~ine Abhandlung zu schreibl!O.•Worüber?«
Zeitaufwands stiitzen. Dabei sollte auch prak- Ingtl!O lein~ Mithiihn~r .•Ober allel«, antwortete
tischen Gesichtspunkten einzelner Arbeits- dal größenwahnsinnige Huhn. S~ine Mithiihner
schritte Rechnung getragen werden. So ist zeigten lieh Ik@!ltilChundgabl!Oihm zu bI>d~nkro,
etwa die Beschaffung der benötigten Literatur allel lei ";~lIei(ht doch ~in bimhl!O zu yi~1. Dal
nicht irruner mit einigen Recherchen und größenwahrninnige Huhn kcrrigiNt~ daraufhin lein
einem Gang in die Bibliothek erledigt. Ist ein Vcrhabl!O und 5agt~, el wiird~ ein~ Abhandlung über
lalt allel lChr~ibl!O.
benötigtes Werk gerade nicht greifbar, kann
plötzlich einiges an Aufwand erforderlich wer- Luigi Millerba
den, um es sich anderweitig zu beschaffen.
Will man sich eine Reihe von Beiträgen k0-
pieren, wo sie besser bearbeiten zu können, Das Thema einer Arbeit ist teilweise schon
kann das eine größere Kopieraktion nach sich von Anfang an durch äußere Vorgaben be-
ziehen. Es empfiehlt sich, für solche prak- stirrunt. Wer im Rahmen eines Seminars ein
tischen Gesichtspunkte, die bei der konkreten klar umrissenes Vortragsthema iibernimmt
Durchführung einzelner Arbeitsschritte eine und dieses Referat zu einer Seminararbeit
Rolle spielen können, eine gewisse Zeilreserve ausbaut oder wer eine Hausarbeit zu einem
vorzusehen. Thema anzufertigen hat, muss nicht nach
Der große Vorteil einer Planung ist der, einem Thema suchen. Das Bestimmen eines
dass man sich damit einen überblick iiber die Themas gehört aber vielfach zwo Anfertigen
zu erledigenden Arbeiten und den Stand der einer Arbeit dazu. Die genaue Festlegung
Arbeit verschafft. Ein Plan hilft, die zu erle- und vor allem die Eingrenzung des Themas
digenden Arbeiten einigennaßen verniinftig einer wissenschaftlichen Arbeit sind Arbeits-
in handhabbare Portionen einzuteilen. Er er- schritte, die oft deutlich unterschätzt werden.
möglicht zudem eine Kontrolle dariiber, was Angemessenes Eingrenzen eines Themas
man erreicht hat und wie weit die Arbeit ge- ennöglicht es iiberhaupt erst, ein Thema wis-
diehenist. senschaftlich und arbeitstechnisch in den
Griff zu kriegen.

Entscheidende Fragestellung
Nach der Bestimmung des Themas und des-
sen Eingrenzung folgt als entscheidender
Schritt die Festlegung der zu bearbeitenden
Fragestellung. Es gilt, die Fragestellung so
festzulegen, dass das Thema im Rahmen der
gewählten Arbeit und der zur Verfügung ste-
henden Zeit zu bewältigen ist: Es ist ein Un-
terschied, ob man eine Proseminararbeit oder
eine Dissertation zu einem Thema schreibt.
Eine Rolle spielt natürlidJ. auch das zu unter-
suchende Material. Es sollte so ausgewählt
werden, dass es das betreffende Thema ei-
nigennaßen abdeckt und aussagekräftig ist,

Ausleihe: 15.05.2009 00:00:00 - 23.05.2009 00:00:00. ID7ac0427dS92981cI089d91b1gecaOOaO Zentral- u 2009.05.18 17:13:33


2.4 Material sammeln, ordnen und auswerten 11

aber gleichzeitig mit vernünftigem Aufwand 2.4 Material sammeln,


bearbeitet werden kann. ordnen und auswerten
Bestimmung und Eingrenzung des Themas
sowie Festlegung der Fragestellung können Das Misstrauen gegen das eigene Grokhtnis ist der
nicht aus dem Stand heraus vorgenommen I!I"ste Schritt alll!l" Erkenntnis. Darum sollten Sie jeden
werden. Sie ergeben sich aus einem prinzi- Ged3nkeo und jroen Gedankro des Geoonkl'05 IC--
piellen Interesse für einen Themenbereich glei(h notierro. wenn I!I" Ihnen beim Radlahrm oder
während der Phase des Einlesens. Wissen- Zeitunglesen, beim L100rvl!l"llJ(h oder der lekliire
schaftlich arbeiten heißt ja, sich mit der Li- einl'513ngweiligen F3d1budles einfällt.
Woff-Diell!r NarrIloa(mm Stary
teralllr und dem Untersuchungsmaterial im
Hinblick auf eine bestirrunte Fragestellung Ich habe den Namweis dieser Stellen mlegt und
auseinanderzusetzen. Die Fragestellung wird kennte mim nicht dazu bringen, die 1500 Seiten
meist erst während des Sichtens des Materi- ncd1m31s durmzustöbern.
als, der ersten Auseinandersetzung mit der Erwin Char!Jilff
einschlägigen Literatur präziser fassbar. Eine
Schwierigkeit bei der genauen Festlegung des
Themas stellt auch der Umstand dar, dass
Bei der Vorbereitung und beim Anfertigen
eigentlich alles mit allem zusammenhängt
einer Arbeit faJlt schnell einmal eine große
und dass bei der Entscheidung für ein Thema
Menge an Material an. Damit dieses sich nicht
dieses aus seinen Bezügen herausgelöst wer-
einfach nur anhäuft, sondern auch innerhalb
den muss. Genauso gilt es, sich der Tatsame
einer bestimmten Zeit zur Verfügung steht,
bewusst zu bleiben, dass im Ralunen einer
gilt es, dieses Material in geeigneter Weise zu
einzelnen Arbeit, selbst wenn es sich wn eine
sammeln und zugriffsbereit abzulegen.
dickleibige Dissertation handelt, ein Thema
Wie man seine Notizen und Kopien am bes-
sim nicht bis in die letzten Verästelungen
ten aufarbeitet und bereithält, hängt auch von
hinein erschöpfend behandeln lässt. Beim
der persönlichen Arbeitsweise ab. Wer eini-
Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit
gennaßen systematisch Literatur exzerpiert,
kommt es also darauf an, sich auf einen be-
kann genauso gut eine Datenbank wie aum
stimmten Aspekt eines Themas zu konzent-
Karteikarten und Karteikästen benutzen. Zur
rieren, ein Thema im Lichte einer Fragestel-
Materialablage eignen sich neben Karteikäs-
lung zu behandeln..
ten Archivboxen, Aktenordner oder Hänge-
registra!l.lren - Hängeregistraturschrii.nke
sind allerdings sehr teuer, aber es lassen sich
gelegentlich welche aus zweiter Hand finden.
Selbstverständlich lassen sich heute Daten
und Infonnationen elektronisch sammeln
und archivieren. Mittlerweile stehen Daten-
bankprogramme mit Volltextsuchmöglich-
keiten zur Verfiigung, was teilweise auch die
Verwaltung nicht vollständig strukturierter
Datensiitze erlaubt. Aber für elektronische
Datensammiungen müssen die zu sammeln-
den Informationen viel stärker und detaillier-
ter stmkll.lriert werden. Wenn die Struktur
einer Datenbank einmal festgelegt ist, sind
Ergänzungen und Anderungen mit großem

Ausleihe: 15.05.2009 00:00:00 - 23.05.2009 00:00:00. ID7ac0427d592981cI089d91b1gecaOOaO Zentral- u 2009.05.18 17:13:33


12 2 Was gehört zum Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeil7

Aufwand verbunden. Besonders geeignet für sclmelllässt man sich dazu verleiten, nur an
eine elektronische Archivierung sind deshalb der ersten Stelle der Notizen einen eindeu-
Infonnationen, die sich in klar strukturier- tigen Nachweis anzubringen, ohne daran zu
ter Fonn erfassen lassen. Das ist der Fall bei denken, dass Notizen unter Umständen aus
Literaturangaben oder wenn Quellen syste- thematischen Gründen getrennt abgelegt
matisch nach einem vorgegebenen Raster werden. Oder man vergisst in der Eile, beim
ausgewertet werden. Kopieren zu kontrollieren, ob man auch die
Quellenangabe kopiert oder notiert hat und
Dynamisch ablegen ob etwa die Seitenzahlen auf der Kopie zu
Ein Teil des Materials, das im Hinblick auf ei- lesen sind.
ne Arbeit zusarrunengetragen wird, lässt sich
nach einer festen Ordnung ablegen: Artikel Kopieren statt kapieren7
und Beiträge zu einem Thema nach Autoren- Fotokopien sind eine wunderbare Erfindung:
namen geordnet, Quellen nach Art der Quelle Ein schneller Knopfdruck ersetzt das lang-
und Chronologie gegliedert. Dafür eignen wierige Abschreiben wichtiger TextsteIlen.
sich Aktenordner gut. Für das übrige Mate- Fotokopierte Texte können nach Belieben mit
rial empfiehlt sich eine dynamische Ablage, Bleistift und Leuchtstift bearbeitet, mit Noti-
z. B. eine Hängeregistraturbox, ein Pultordner zen und Unterstreichungen versehen werden.
oder ein Karteikasten. Eine dynamische Abla- Wer einen Artikel aus einer Zeitschrift oder
ge ermöglidJ.t jederzeit eine Umordnung des einen Beitrag aus einem Sammelband benö-
Materials, wenn sich im Laufe des Verfassens tigt, kopiert ihn schnell und schon steht die
der Arbeit etwa eine Differenzierung nach Zeitschrift oder der Sammelband wieder an-
Themen oder Kapiteln, eine neue Gliederung. deren Leserinnen und Lesern zur Verfügung.
eine feinere Unterteilung oder eine Verschie- Die Leichtigkeit des Fotokopierens hat aber
bung des thematischen Akzents als sinnvoll auch ihre verführerische Seite. Wer hat nicht
erweist. schon eine Reihe von Artikeln und Beiträgen
kopiert und ist durdJ.. den Stoß fotokopierter
So früh wie möglich Material sammeln Seiten unter dem Arm der Täuschung erlegen,
Mit der Materialsammlung für eine Arbeit er hätte sich mit diesen Artikeln nun schon
kann eigentlich nicht frUh genug begonnen befasst? Einen kopierten Artikel schnell zu
werden. Am besten legt man sich schon ein überfliegen, heißt noch nicht, ihn gründlich
Mäppchen oder eine Hängeregistraturmappe gelesen und ausgewertet zu haben. Sodann
an, sobald das mögliche Thema oder auch nur muss man sich auch daran halten, Fotoko-
der Themenbereich einer Arbeit feststeht. So pien geordnet abzulegen, damit diese nicht
können Ideen oder zuf"allige Funde laufend in Stapeln kopierter Blätter versinken. Wie
festgehalten werden, auch wenn man noch im vorherigen Abschnitt erwähnt, gilt es
gar nicht richtig Zeit hat, sich mit der Arbeit auch, immer darauf zu achten, die vollständi-
zu befassen. gen Quellenangaben mitzukopieren oder zu
notieren, und auch sicherzustellen, dass auf
Nie ohne Quellenangabe den Kopien die jeweiligen Seitenzahlen er-
Bei der Auswertung der Literatur ist darauf sichtlich sind.
zu achten, bei allen Notizen, Exzerpten
oder Kopien sicherzustellen, dass jeder Ab-
schnitt eines Exzerpts oder einer Notiz mit
einem klaren, nachvollziehbaren Hinweis auf
die Quelle und die genaue Stelle versehen
ist. Das klingt selbstverständlich, aber wie

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2.5 VOlll!igener Hand. nicht mit fremden Federn 13

wegen rordern viele Studienordnungen, dass


2.5 Von eigener Hand.
beim Einreichen einer Qualiflkation5lllbeit
nicht mit fremden Federn zur Erlangung eines akademisdlen Grades
mit einer schriftlichen und unterschriebenen
Um ein Thema zu bearbeiten, setzt man sich Erklärung bestätigt werden mUllll. dass diese
in der P.egel mit wissemmaftlidter litera- AJbeit eigenhindig ohne Wlerlwbte Hilfe ver-
tur dazu auseinander. Beim Verfassen der fasst worden ist.
entsprechenden Arbeit stiitzt man sich auf Wahrend es früher einigen Aufwands be.
We bearbeitete Literatur. Weil die Nachvoll- durfte. um an Hausarbeiten, die an anderen
ziehbarkeit von [)erstellung und Argumen- (Hoch-)Schulen eingereicht WOI:d~ ware~
tation. die Offenlegung von Quellen und an- heranzukommen, lisst sich das mIttlerweile
gewandten Methoden wesentliche Elemente über du Internet verhältnismäßig einfacil
der Wissenschaftlichkeit darstellen. spielt in ~rk5tdligen. Unter bestimmten Neu.-
wissentchafilichen Arbeiten du Verweisen adressen ('l. B. http:!.fwww.halJSlllbeiten.de)
auf Literatur, das Belegen und Zitieren eine sind gar ganze Sammlungen von Arbeiten
wesentliche Rolle. Deswegen haben sich auch und P.efeJllten zu rmden und nerunterwla-
J<omrentionen darur herausgebüdet (vgl. Kapi- den. Solange man eine Hausarbeit von je-
tel6und 7). mand anderem als wissenschaftliche Quelle
nutzt lind in der eigenen Arbeit ordnungsge-
Obernahmen klar kenrueid"men mäß auf sie verweist, istdu durchaus in 0rd-
Entscheidend i5t.dasa in einer Arbeit k.Iar er- nung. Unredlid1, ja illegal ist eine Nutzung.
kenntlich ist, worauf sich der Autor oder die bei der eine fremde LeistunIl als eigene ausge-
Autorin stützt, was seine oder ihre Eigenleis- geben wird.
tung darstellt und was von anderen iibemom- Ein erfolgreiches Plagiat ist übrigens gar
men wurde. Eine Passage aus einem anderen nicht!lO leicht zu bewerkstelligen. Zwar lisst
Text zu übernehmen, ohne dies entsprechend sich im Internet zu manchem Thema schnell
zu kennzeichnen, $1eI.It nicht nur eine formale einmal eine AJbeit rmden. Meist ist es aber
Nachlässigkeit dar (,.b1oß die Anf"uhrungs:r.et- keine. die der geforderten Stufe entJ;pricht,
chen vergessen«). Es handelt sich viehnehr und noch weniger ist es eine, die dieses The-
um einen Verstoß gegen das Gebot der wu.. ma unter einer gegebenen Fragestellung an-
IIeIlllChaftlicben Lauterkeit. geht. Geode We Bebandhmg eines Themas
unredlich istes auch, eine Stdle aus einem im Hinblick auf eine bestimmte FragestellunIl
Werk oder eine Quelle, die man lediglich der ist jedoch der entscheidende Plinkt beim Er-
benutzten Literatucentnommen hat, so zu stellen einer AJbeit. Zudmt ermöglichen lJl.
zitieren. als hitte man sie direkt eingesehen. lernet und pe auch die schnelle und gerielte
Ein !lOlches Vorgehen ist demjenillen einer ex- Qberpnifunll eines Verdachts auf Plagiat.
perimentell forschenden Person verglei~bar.
die Ergebnisse einer fremden Venudlsreihe .COpy and past._ reicht nidlt
als ihre eigenen ausgibt.liisstes sich nicht Die llOUVerine Benutzung des Intemets zur
anders bewerbtelligen, kann man durchaus Recherche und Infonnationsbeschaffung
aus zweiter Hand zitieren, nur muss das ent- ist eine Fertigkeit. die für du VerfllSSl!fl an-
sprechend vennerkt werden (vgl. Kapitel 6.3). spruchsYOllerer Sachterte wesentlich ist. Dass
sich aber das Verfassen einer wissenschaft,.
Unzulässige Plagiate Iidten Arbeitbei Weitem nicht in einem
Um regelrechten Betrug handelt es sich, wenn patchworltartigen ZUsammenfügen von Fun-
jemand eine fremde Arbeit unter dem eigenen den aus dem Internet erschöpft, muss hier
Namen einreidlt. a1!1O ein Plagiat belieht. Des- nicht eigens erwähnt werden.

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14

3 literatur-, Quellen- und Materialsuche


3.1 Formen wissenschaftlicher gerichtet. Anband einiger aktueller Beiträge
Literatur geben sie einen Einblick in gegenwärtige
Entwicklungen der Forschung zu einem be-
literatur is, WilI!iO inoe BUchN lieht, stirrunten Thema. Einen Spezialfallstellen
wo zum HNzeigen da lind. Sarrunelbände dar, in denen wesentliche
Jiirgen von MiJrlger Stationen der Forschungsgeschichte eines
Themas zusammengestellt sind. Daneben gibt
es veranstaltungsbezogene Sammelbände, die
Um die für das Erstellen einer Arbeit rele- Referate einer Tagung dokumentieren, oder
vante Literatur möglichst gezielt suchen und personenbezogene Bände, wie Festschriften
breit aufspüren zu können, ist nicht zuletzt zu Ehren einer WissenschaftIerin oder eines
wichtig zu wissen, in welcher Fonn wissen- Wissensd1aftlers.
schaftliche Literatur überhaupt vorliegen
kann. HandbUcher
Eine wesentliche Rolle gerade auch zur Infor-
Wissenschaftliche Zeitschriften - mationsbeschaffung und Einarbeitung in ein
die wesentliche Literatur Thema spielen Fonnen wissenschaftlicher Li-
In den Bibliotheken präsentiert sich wissen- teratur, die in erster Linie forschungserschlie-
schaftliches Schrifttum in der Regel als be- ßend angelegt sind, etwa Lehrbücher, Fach-
drucktes Papier zwischen zwei Buchdeckeln. wörterbücher, Handbücher und Bibliografien.
Nur ein kleiner Teil der wissenschaftlichen Fachwörterbücher beziehen sich meist auf
Beiträge wird jedoch als eigenständiges Buch ein gesamtes Fach (z. B. WOrterbuch tkr Pä-
veröffentlicht. Die wissenschaftliche Literatur dagogik oder Grundbegriffe der ~gogischen
besteht hauptsächlich aus unselbstständig Fachsprache.), während Handbiicher eher
erschienenen Publikationen. Wesentlich sind zu wesentlichen Teilbereichen oder Themen
vor allem Artikel in wissenschaftlichen Zeit- eines Fames vorliegen (Handbuch des Vor-
schriften. schulunterrichts). Handbiicher können auch
Wissenschaftliche Zeitschriften erscheinen diszipliniibergreifend um ein Thema herwn
in mehreren Heften pro Jahr und werden in angelegt sein (Handbuch Lesen oder Gender@
Bibliotheken zuJahresbänden gebunden. Sie WISSen. Ein Handbuch der Gender-Theorien).
enthalten Jahresinhaltsverzeichnisse. Um- Handbuchbeiträge bieten in der Regel einen
fangreichere Zeitschriften werden zudem mit überblick iiber den Stand der Forschung, iiber
Schlagwortregistem erschlossen. möglime Forschungsrichtungen, methodische
Zugänge, behandelte Themenfelder und iiber
Sammelbände die einschlägige Literatur.
Eine weitere Form unselbstständig erschei-
nender Literatur, die vor allem in den Geistes-- Bibliografien
und Sozialwissenschaften eine Rolle spielt, Wenn es damm geht, möglichst wnfassend
stellen Beiträge in Sammelbänden dar. Sam- Literatur zu einem Thema ausfindig machen
melbände sind meistens auf ein Thema aus-- und zusammenstellen zu können, stellen

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3.2 Einstieg und Vorgehen 15

Bibliografien das wichtigste Hilfsmittel dar. 3.2 Einstieg und Vorgehen


Bibliografien sind nach thematischen und
weiteren Kriterien zusammengestellte Ver- Die Tatsache, dass der größere Teil der wis-
zeichnisse von Publikationen aus einem Fach- senschaftlichen Literatur aus unselbststän-
gebiet. Große Fachbibliografien werden durch digen Publikationen besteht, hat Auswir-
detaillierte Stichwortverzeichnisse gut er- kungen auf die Literatursuche. Selbstständige
schlossen. Eine Erschließung braucht Zeit, so- Buchpublikationen lassen sich leicht über
dass sich eine bibliografische Lücke von etwa Bibliothekskataloge oder, sofern die Bücher
zwei Jahren zwischen dem aktuellen Publika- noch lieferbar sind, sogar über Buchhandels-
tionsstand und den detailliert bibliografisch verzeichnisse ausfmdig machen. Anders sieht
erfassten Publikationen ergibt. es mit den vielen unselbstständigen Publi-
kationen aus, den in einer Zeitschrift veröf-
Graue und unpublizierte LiteratlJr fentlichten Artikeln oder den Beiträgen eines
In einigen wissenschaftlichen Feldern spielt Sammelbandes. Selbst wenn wir in Katalogen
auch sogenannte graue Literatur eine Rol- großer Universitätsbibliotheken eine Suche
le. Graue Literatur ist ein Sammelbegrifffiir nach Schlagwörtern vornehmen, erhalten wir
Veröffentlichungen, die außerhalb des Ver- keine Angaben zu einzelnen Artikeln und
lagswesens und Buchhandels erscheinen: Ver- Beiträgen, sondern allenfalls Hinweise auf
öffentlichungen von Instituten, Forschungs- Bücher und Sammelbände, die Beiträge zum
gruppen oder Unternehmen, unpublizierte, Thema enthalten könnten.
aber in interessierten Kreisen zirkulierende Wo lässt sich nun für die Auseinanderset-
Manuskripte. Vielfach handelt es sich um zung mit einem Thema und die Suche nach
erste Fassungen, "Arbeitspapiere«, die später Literatur zu einem Thema überall ansetzen?
überarbeitet und anderweitig publiziert wer- Wo fmden sich weiterführende Literaturhin-
den. Graue Literatur lässt sich schlecht syste- weise?
matisch aufspüren.
Das gilt auch für universitäre Abschluss- Einen ersten Überblick verschaffen
arbeiten und Hausarbeiten. Diese werden in Zu Beginn einer näheren Beschäftigung mit
der Regel nicht publiziert und kawn zitiert. einem Thema ist es empfehlenswert, sich
Entsprechend sind sie kaum in einem Ver- nicht gleich in Detailauseinandersetzungen
zeichnis zu finden und tauchen praktisdJ. und in groß angelegte Literaturrecherchen zu
nie in Fachbibliografien auf. Einige Instituts- stiirzen, sondern sich zunächst einen über-
bibliotheken sammeln die an ihrem Institut blick über das Thema oder, besser gesagt,
entstandenen Arbeiten. Heute sind Haus- über das entsprechende wissenschaftliche
arbeiten, wie bereits gesagt, teilweise auch Teilgebiet, das sich damit befasst, zu verschaf-
über Internet zu finden. Haus- und Abschluss- fen. Dazu eignen sich entsprechende Kapitel
arbeiten stellen einen durchaus nicht zu un- aus Einführungen in ein Fach oder in ein
terschätzenden Fundus an Material und an Teilgebiet eines Faches; knappe, punktuelle
Diskussion neuester Zugänge und Literatur Informationen enthalten die Artikel der Fach-
dar. Es kann sich also lohnen, derartige Ar- wörterbücher, vertiefte Informationen die
beiten als Quellen beizuziehen, sofern sie sich Handbuchartikel.
auftreiben lassen. Selbstverständlich kommt Bei Studienfächern, die auch Schuiflicher
nur eine ordnungsgemäße Nutzung infrage sind, lohnt sich übrigens oft auch ein Blick in
(vgl. Kapitel 2.5). die einschlägigen didaktischen Zeitschriften.
Diese sind vielfach einem Thema gewidmet
und bieten zum jeweiligen Heftthema nicht
nur didaktische und unterrichtsbezogene Ar-

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16 3 Literatur-, Quellen- und Materialsuche

tikel sondern auch informierende Beiträge, die im vorhergehenden Kapitel erwähnte bi-
die Lehrkräfte über neue Entwicklungen der bliografische Lücke etwas zu schließen, denn
Forschung zu einem Thema ins Bild setzen viele Zeitschriften dmcken Listen von Neu-
wollen. ersdJ.einungen ab, und einige weisen auf
Anschließend an einen ersten überblick Artikel in anderen Zeitschriften des gleichen
geht es damm, sidJ. genauer in ein Thema Faches hin.
einzulesen, sich mit der Fachliteratur aus--
einanderzusetzen. Auch dabei empfiehlt es Schneeballeffekt
sidt, den Weg von Standard- oder überblicks- Jede wissensdJ.aftliche Publikation enthält
werken hin zu spezialisierteren Werken zu nonnalerweise Hinweise auf Literatur zum
gehen. Thema. Sobald man die erste einschlägige
Arbeit gefunden hat, stößt man in ihr gleich
Unterschiedliche Einstiegspunkte nutzen aufweitere Literatur zum Thema, verfügt al-
Es gibt nicht den einen Starlpunkt, von dem so über einen neuen Ansatzpunkt, dem man
aus jede Literatursuche in Gang zu setzen nachgehen kann: Der sogenannte Schneeball-
wäre. Vielmehr stehen verschiedene Ein- effekt der Literatursuche kommt zum Tragen
stiegspunkte in die Recherche von Literatur (von einer Stelle aus, etwa vom Artikel eines
zur Verfiigung. Gerade die im vorhergehenden Fachwörterbuches aus, wird auf Literatur ver-
Abschnitt erwähnten Möglichkeiten zum wiesen, in der wiederum auf neue Literatur
Verschaffen eines ersten überblicks - Artikel verwiesen wird, in der man wieder auf neue
in Fachwörterbüchern und in Handbüchern, Literaturangaben stößt - und so weiter). Wer
Kapitel in Einführungen sowie eventuell di- von verschiedenen Ansatzpunkten ausge-
daktische Zeitschriften - bieten Hinweise auf hend Literaturangaben zusammenträgt, wird
einschlägige Literatur. Artikel von Fachwör- schnell einmal Standardliteratur oder wich-
terbüchern verweisen auf wichtige Arbeiten tige Texte zu einem Thema ausmachen kön-
zu einem Thema und auf *Klassiker«. Hand- nen: Das sind die Titel, die immer zitiert wer-
buchartikel bieten dariiber binaus den Vorteil, den, auf die von überall her verwiesen wird.
dass sie oft gleich eine Bewertung und Ein-
ordnung der Literalllr ermöglichen, weil sie Nicht nur an einem Ort suchen
diese innerhalb des Fachs verort.en und kurz Nicht für jede Hausarbeit ist eine groß an-
charakterisieren. gelegte, systematische Literaturrecherche
Einstiegsmöglichkeiten zur Literatursuche durchzuführen. Aber es ist eine empfehlens-
finden sich meist auch im Zusammenhang werte Gewohnheit, sidJ. immer etwas wn-
mit Lehrveranstaltungen: Korrunentierte Vor- zusehen und sich nicht mit dem erstbesten
lesungsverzeidmisse enthalten Literaturhin- Aufsatz zum Thema zufriedenzugeben. Der
weise, zu einzelnen Veranstaltungen liegen wichtigste Grundsatz bei der Literatursuche
Bibliografien vor und zudem ist oft eine Aus- und Recherche heißt: Augen offen halten.
wahl zu einem Thema gehörender Literatur So kann auch der erwähnte Sclmeeballeffekt
in sogenannten Handapparaten (Semester- zwn Tragen kommen. Wie knapp oder wie
apparaten, Seminarapparaten) gut zugäng- groß angelegt Sie auch irruner recherchie-
lich aufgestellt. Weitere Ansatzpunkte bilden ren: Verlassen Sie sich nie darauf, an einem
Hinweise fachlidJ. beschlagener Personen Ort - in einem Aufsatz, in einem Buch, in
(Lehrende, Mitstudierende), die Auswertung einem Bibliothekskatalog, in einer Bibliothek,
der Standardbihliografien und die Durchsicht mit einer Sudunaschine, unter einer WWW-
des laufenden und des vorhergehendenJahr- Adresse - alles Benötigte zu fmden.
gangs fUhrender Zeitschriften eines Faches.
Die Durchsicht der Fachzeitschriften hilft

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3.3 Literatur- und Informationssu(he in Bibliotheken 17

3.3 Literatur- und Informations- tronische Daten iiber lange Zeit hinweg lesbar
suche in Bibliotheken zu erhalten.
Heutzutage wird wohl immer mehr im
Ge§llfä(he unt«";« Augen, wie das, zu dem lidl Netz publiziert. Der Großteil der relevanten
Hortenll' und der junge Mann 3Ul dem Autobul T wissenschaftlichen Fachliteratur erscheint je-
3nldli(ktro, f3nden in der Kneip!! .Oie falll:he Si- doch immer noch in gedruckter Form. Selbst
gnatur« 51at~ die auf der anderen Seite del Gartens wenn alle benötigte Literatur iibers Netz ab-
mit dem geographill:hen Brunnen lag und rur die rufbar wäre, böten gedruckte Publikationen
Bibliotheklbenutzl'f in dieser angenehmro Jahrelzeit immer noch praktische Vorteile. Längere
lO 3nzil!hend WilL Man traf lieh hier audl 3Ul ArbeitI- Texte am Bildschinn zu lesen, ist mühsam.
gründen, taull:hte Bibliographien aUl odl'f geheime Nicht nur intensives Lesen, gerade auch blät-
TIPI zur Lokalilierung und Erlangung der Biidl«.
terndes überfliegen mehrerer Texte geht mit
Jocques Roubaud
gedruckten Publikationen bequemer, schnel-
ler lUld zuverlässiger vonstatten. Natürlich
können Texte aus dem Netz ausgedruckt
werden. Bei kurzen Texten lässt sich dies oh-
3.3.1 An der Bibliothek führt
ne Weiteres rasch bewerkstelligen. Ein paar
kein Weg vorbei
mehrhundertseitige Texte herunterzuladen
Bibliotheken sind alte, traditionsreiche Insti- und auszudrucken, ist jedoch mit Aufwand
tutionen. Ihre GeschidJte lässt sich über mehr und vor allem mit Kosten verbunden. Zudem
als 2500 Jahre zuriickverfolgen bis zu den hat man anschließend bloß einige Stapel Pa-
babylonischen Sammlungen von Keilschrift- pier und keine gut handhabbaren Buchpubli-
tontafeln. Doch alt heißt nichtveraltet: Selbst kationen vor sich.
heute, im Zeitalter von Internet und Breit-
bandanschlus8, sind Bibliotheken keineswegs Bibliotheken vor Ort kennenlernen
iiberholte Institutionen. Sie haben sidJ im Wir sind auf wissenschaftliche Bibliotheken
Laufe der Zeit auch gewandelt. Mittlerweile angewiesen - zwnindest in absehbarer Zeit.
haben selbst in den Katalogsälen altehrwiir- Deshalb ist es wichtig, zu Beginn einer Aus-
diger Universitätsbibliotheken Computer Ein- bildung das wesentlidJe *Arbeitsinstrument
zug gehalten. Bibliothek« näher kennenzulernen. Mit den
Große wissenschaftliche Bibliotheken, Instituts- oder Fachbereichsbibliotheken lUld
etwa Universitäts- oder Staatshibliotheken, vor allem mit der Universitätshibliothek vor
haben zwei Hauptaufträge: Erstens sollen sie Ort sollte man sich bald vertraut machen.
wesentliche Fachliteratur sammeln und lang- Das beginnt mit ganz praktischen Dingen:
fristig aufbewahren. Zweitens sollen sie die Beschaffen eines Benutzerausweises; Abklä-
gesammelte Literatur den Benutzern zur Ver- ren der Ausleihmodalitäten, insbesondere der
fügung stellen, sei es zwn Ausleihen oder aber Frage, welche Literatur ausgeliehen werden
zum Benutzen im Lesesaal. Gedruckte Publi- kann und welche im Lesesaal konsultiert
kationen lassen sich relativ leicht über lange werden muss; KopiennögIichkeiten usw. Für
Zeit aufbewahren. Es braucht nur geniigend ein erstes Kennenlemen sind Führungen ge-
geeigneten Archivrawn. Sobald man eine Pu- eignet, die größere Bibliotheken regelmäßig
blikation aus dem Archiv geholt hat, kann sie anbieten.
sofort gelesen werden. Anders sieht es mit der
langfristigen Aufbewahrung elektronischer
Daten aus. Die Lebensdauer digitaler Doku-
mente ist immer noch verhältnismäßig kurz.
Insbesondere stellt es ein Problem dar, elek-

Ausleihe: 15.05.2009 00:00:00 - 23.05.2009 00:00:00. ID7ac0427dS92981cI089d91b1gecaooaO Zentral- u 2009.05.18 17:13:33


18 3 Literatur-, Quellen- und Materialsuche

3.3.2 Elektronische Bibliothekskataloge http://www.ubka.uni-karlsruhe.delhylibl


virtueller_katalog.html
Bibliotheken haben längst Anschluss ans di-
gitale Zeitalter gefunden. Bestellungen und Ein Metakatalog ist auch Teil des Netzange-
Verlängerungen lassen sich unabhängig von hots des Hochschulbibliothekszentnuns des
OfTnungszeiten übers Netz erledigen. Vor Landes Nordrhein-Westfalen. Dieser ennög-
allem haben elektronische Kataloge und deren licht fiir die Benutzer beteiligter Bibliotheken
weltweite Vernetzung die Zugänglichkeit zu auch die Abfrage weiterer Datenbanken:
Bibliothekskatalogen um Größenordnungen
erleichtert. Heute lassen sich vom heimischen http://www.hbz-nrw.delremermeldigibiblloginl
pe aus sehr viele Bibliothekskataloge übers
Internet abfragen, die meisten auch über Bi bli otheksverbü nde
WWW.EineelektronischeKatalogabfrage er- Unter der Adresse des oben erwähnten Karls--
möglicht zudem ganz andere Suchgeschwin- ruher virtuellen Katalogs sind auch die ver-
digkeiten und bietet erweiterte Suclunöglich- schiedenen deutschen Bibliotheksverbünde
keiten. Einige Hinweise auf Bibliotheken im zu finden. Zu diesen deutschen Bibliotheks-
Netz: verbünden gelangt man auch über:
http://z3950gv.o.dbf.ddb.del
Bi bl iottleksverzeichnisse
Ein wnfangreiches Verzeichnis von Biblio- Eine umfassende Zusammenstellung der
theken weltweit, die über Internet zugänglich deutschen Bibliotheken:
sind:
http://platon.hbz-nrw.delprodukte_dienstll
germlstlBbiblio.html
http://lists.webjunction.org/libweb/
Onlinekataloge des österreichischen Bibli0-
Spiegel dieser Website auf europäisdJen Ser-
thekenverbundes:
vern:
http://www.bibvb.ac.atlverbund-opac.htm
http://libweb-mirror.mirror.fr/oder
http://wNw.iskp.uni-bonn.delbibliothekl Ein Verzeichnis schweizerischer Bibliotheken
libweb-mirrorl und Bibliotheksverbünde:
Ein weiteres Verzeichnis von Bibliotheken http://biblio.unibe.chklearingI9erlbiblio.htm
weltweit enthält auch der Bibliographische
Werkzeugkasten des Hochschulbibliotheks- Sammelschwerpunkte
zentnuns des Landes Nordrhein-Westfalen. Viele Bibliotheken pflegen bestimmte Fam
Bei diesem Verzeichnis ist bei jedem Link auf gebiete, zu denen sie besonders intensiv Lite-
eine Bibliothek angegeben, in welchen Spra- ratur sammeln und bereitstellen. Die überre-
chen das Netzangehot dieser Bibliothek Infor- gionalen Sammelschwerpunkte an deutschen
mationen bereithält: Bibliotheken erschließt:
http://platon.hbz-nrw.de/produlcte_dienstl/ http://webis.sub.uni-hamburg.del
toolboxlopac.html
Gespaltene Kataloge
Metakataloge Bei der Benutzung elektronischer Bibli0-
Die Universität Karlsnrne bietet einen Meta- thekskataloge, sei es im Internet oder bei der
katalog an, mit dessen Hilfe gleichzeitig meh- lokalen Abfrage im Katalogsaal, ist besonders
rere Bibliothekskataloge abgefragt werden darauf zu achten, welcher Teil des Bestands
können: der betreffenden Bibliothek überhaupt in

Ausleihe: 15.05.2009 00:00:00 - 23.05.2009 00:00:00. ID7ac0427dS92981cI089d91b1gecaOOaO Zentral- u 2009.05.18 17:13:33


3.4 lileratur- und Informalionssuche im Inlernet 19

ihrem elektronischen Katalog erfasst wird. dung zu infonnieren: Sind 1969 tatsächlich
Längst nidJ.t alle Bibliotheken verfügen über Menschen auf dem Mond gelandet oder hat
genügend Mittel zur DurdtfUhnmg einer voll- die NASA die Menschheit mit einer gescbickt
ständigen elektronischen Rekatalogisierung aufgezogenen Propagandaliige zum Narren
ihres alten Bestandes. Um auch etwas ältere gehalten? Weil das Internet ein neues Me-
Literatur ausfmdig machen zu können, ist es diwn ist, haben sich hier noch nicht Mecha-
deshalb in etlichen Bibliotheken notwendig, nismen der bewertenden Einordnung von
in zwei Katalogen nachzuschlagen, also neben Informationsquellen und Publikationen, der
dem elektronischen auch den alten Zettel- Verifizierung ihrer Zuverlässigkeit, Genau-
oder Mikroficheskatalog zu konsultieren. igkeit und Reichweite herausbilden können,
Bei der Universitätsbibliothek vor Ort und iiber die wir bei gedruckten Quellen verfiigen.
vor allem bei den Institutsbibliotheken, die Gerade die Zuordnung eines Dokuments zu
man regelmäßig benutzt, sollte man wissen, einem Verfasser oder einer Verfasserin ist
welchen Teil des Bestandes der elektronische bei bloß elektronisch im Netz vorhandenen
Katalog abdeckt. Dokumenten ungleich schwieriger, weil es im
Internet so leicht fant, seine Identität zu flil-
schen oder anonym zu bleiben.
Schwankende Zuverlässigkeit zeigt sich
3.4 Literatur- und Informations-
gelegentlich selbst bei hervorragenden lexika-
suche im Internet lischen Informationsangeboten im Netz.
Bei freien Enzyklopädien werden die
3.4.1 Informationen im Internet Artikel meist von ehrenamtlichen Autoren
verfasst.Jeder kann im Prinzip einen neuen
Die gewaltige Entwicklung des Internets mit
Artikel anlegen und vor allem einen bestehen-
seinen verschiedenen Diensten (z. B. E-Mail,
den Artikel verändern. Das kann zu Schwan-
Mailinglisten, Usenet, Telnet oder dem wohl
kungen der Qualität und Zuverlässigkeit der
bekanntesten Dienst World Wide Web, dem
Informationen führen. An und für sich lassen
WWW)hatdieInformationsbeschaffung im
sich Fehler durchaus schnell entdecken und
Laufe der letzten Jahre stark verändert: Neue
korrigieren. Durch die Gemeinschaftsleistung
Suchmöglichkeiten und eine Vielzahl leicht
p:>tenziell aller Benutzer können Fehler ge-
zugänglicher Infonnationsquellen stehen heu-
funden und behoben werden. So finden sich
te aufjedem pe mit Internetzugang zur Ver-
denn auch zu vielen Sachgebieten hervorra-
fügung. Diese Infonnationsvielfalt hat nicht
gende Artikel. Grundsätzlich sind so erstellte
nur Erleichterung, sondern neue Irrwege und
Informationsangebote aber nicht vor großen
Fallstricke mit sich gebracht. Wer im Inter-
Fehlern gefeit. Im Gegensatz zu herkömm-
net sucht, ist vielfach konfrontiert mit einer
lichen Lexika oder Enzyklopädien sagen bei-
FUlle belangloser, ungeordneter, nicht auf-
spielsweise Länge und Detailliertheit eines
gearbeiteter, obskurer oder schlicht falscher
Artikels nicht unbedingt etwas iiber die Be-
Infonnationen, aus denen die relevanten und
deutung des darin abgehandelten Gegenstan-
zutreffenden mUhsam herausgesucht werden
des aus, weil die Artikel nicht in ein redaktio-
miissen.
nelles Gesamtkonzept und eine geschlossene
bierarchische Struktur eingebunden sind.
Schwankende Informationsstabilitiit
Diese Begleitcharakteristika eines Artikels
und Zuverlässigkeit
haben in herkömmlichen Nachschlagewerken
Die verwirrende Fiille erschwert die Informa-
durchaus einen gewissen Informationsgehalt.
tionssuche. Man versuche eirunal, sich mittels
einer Internetrecherche iiber die Mondlan-

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20 3 Literatur-, Quellen- und Materialsuche

2ugang zu bewährten Nachschlagewerken letzten Jahrhunderts erscbienen und damit


Im Internet haben sich nicht nur zahlreiche als elektronische Dokwnente abgelegt sind.
neue Infonnationsangebote und Infurmati- Beim Webauftritt der meisten Zeitungen
onsmöglichkeiten herausgebildet. Vielmehr kann auch im Archiv der betreffenden Zei-
ermöglicht das Netz nicht zuletzt auch neue tung recherchiert werden. Die Benutzung,
Zugänge und Nutzungsmöglichkeiten schon auf jeden Fall das Herunterladen eines Arti-
bestehender Infonnationsangebote. Das ist kels, ist in der Regel kostenpflichtig. Das gilt
der Fall bei Bibliotheken, wie im vorherge- auch für Datenbanken, bei denen die elektro-
henden Kapitel dargelegt. Es gilt aber auch fiir nisch vorhandenen Archive der wesentlichen
Nachschlagewerke oder Zeitungen. deutschsprachigen Presseerzeugnisse auf
So kann man mittlerweile übers Netz in einmal abgefragt werden können (z. B. http://
großen, bewährten Enzyklopädien und Wör- profi.genios.del).
terbüchern nachschlagen. Oft lässt sim da- Es gibt auch Infonnationsangebote im
bei gleichzeitig in verschiedenen Lexika des Netz, die Artikel der wichtigsten Zeitungen und
gleichen Anbieters suchen oder in Lexika Zeitschriften erschließen. So wertet der "Per-
und Wörterbüchern zugleich. Das ist etwa lentaucher« (http://www.perlentaucher.del)
der Fall bei der traditionsreichen Brockhaus- die wesentlichen Magazine der Welt aus. Zu-
Enzyklopädie, auf die man zusarrunen mit dem kann man sich dort über den deutschen
anderen Lexika und den Wörterbüchern des Kulturjourna!ismus und über Neuerschei-
Dudenverlags in einer sogenannten "OnIine- nungen auf dem Buchmarkt infurmieren.
Bibliothek des Wissens« unter http://
www.xipolis.net!zugreifen kann. Zugänglim Biicher
sind die Lexika ebenfalls unter http:// Ob eine Publikation noch als Buch im Handel
www.brockhaus.de!und die Dudenwiirter- lieferbar ist, kann über Buchhandelsverzeich-
bücher unter http://www.duden.de/.Aum nisse, vor allem über deren sogenannte Profi-
die renommierte Encyclopedia Britannica suche, abgeklärt werden:
ist längst im Internet abfragbar unter http://
http://www.buchhandel.deloder
www.britannica.com!.DieNutzungdieser
http://www.buchkatalog.del
Angebote ist kostenpflichtig. Die Suche ist
meist gratis, die Kosten fallen beim Herunter- Erst recht lässt sich das Internet nutzen bei
laden eines Artikels an. der Suche nach antiquarischen Büchern. Das
Diese Angebote stellen eine Kombination Aufspiiren antiquarischer Literatur ist um
dar von schnellem Nachschlagen über Inter- Größenordnungen erleichtert worden durch
net und bewährter Verlässlichkeit traditio- über das Netz abfragbare Verzeichnisse anti-
neller Nachschlagewerke. quarischer Bücher:
http://www.zvab.deloder
Presse und Presseardlive
http://www.antbo.del
Dank Internet sind auch Zeitungen viel zu-
gänglicher geworden. Das gilt zum einen fiir Es können auch ganze Buchtexte direkt her-
Artikel der aktuellen Ausgabe. Die meisten untergeladen werden. Aus urheberrechtlichen
Zeitungen verfügen über einen Webauftritt, Gründen sind es zur Hauptsache ältere Texte,
wo sich neben aktuellen Nachrichten auch meist klassische literarische oder kulturge-
die Artikel der Tagesausgabe in der Regel schichtlime Texte. So hat es sich das Guten-
kostenlos abrufen lassen. Zwn anderen hat berg-Projekt (http://www.gu.tenberg.netl)
das Internet Recherchen in Zeitungsarchiven zwn Ziel gesetzt, möglichst viele Klassiker
unglaublich erleichtert, zwnindest für die Ar- der Literatur kostenlos anzubieten. Eine der
tikel, die ab Anfang der neunziger Jahre des größten kostenlos benutzbaren Sammlungen

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3.4 lileratur- und Informalionssuche im Inlernet 21

herunterladbarer Texte (bibliothSque nume- fiehlt es sich, wichtige Suchstichwörter zum


rique) bietet die französische Nationalbiblio- gefragten Thema zu notieren, sich verwandte
thek an iiber die Adresse: http://gallica.bnf.fr/. Begriffe dazu zu überlegen und die notierten
Begriffe miteinander in Verbindung zu setzen,
das heißt nach iiber-, gleich- und untergeord-
3.4.2 Suchen im Internet
neten Begriffen zu gruppieren. Zudem gilt es,
Oft wird der Infonnationsdschungel des In- bei der Benutzung der Suchmaschinen von
ternets ZlUlächst durch Sudunaschinen er- den Sumoptionen Gebrauch zu machen, die
schlossen. Die erfolgreichste Sudunaschine es erlauben, Stichworte aufbestirrunte Art
der letztenjahre, Googie (http://www.google. und Weise miteinander zu verkniipfen oder
com/ oder .de oder .ch oder .at), ist zu einem ganze Äußerungen zu suchen. Mithilfe die-
Begriff geworden. Längsthat sim das Verb ser erweiterten Sudunöglichkeiten, die oft
*googeIn« eingebiirgert als Synonym für das als "erweiterte Suche«, "Detailsuche« oder
Durchführen einer Suche im Internet. "Profisuche« bezeidmet werden und bei jeder
Weitere große Suchmaschinen neben Sudunaschine etwas anders ausgestaltet sind,
GoogIe sind Yahao, Lycos und Excite (http:// ist ein präziseres Suchen möglich. übrigens
www.yahoo.com/oder http://de.yahoo.com/, ennöglichen Meta-Sudunascbinen in der Re-
http://wwwlycos.com/ oder http:// gel weniger Suchoptionen als bestimmte ein-
www.Iycos.de/oder http://wwwlycos.chj, zelne Sudunaschinen.
http://www.excite.com/oder http://
www.excite.dej). linksammlungen nützlicher
als Suchmaschinen
Suchoptionen nutzen Eine Anfrage an Sudunaschinen bringt zwar
Die großen Suchmaschinen decken allerdings viele, oft aber wenig brauchbare Resultate.
keineswegs das ganze World Wide Web ab. Für fachliche und wissenschaftliche Themen
Ein Großteil der Infonnationen bleibt ihnen ist es ohnehin nicht die beste Strategie, sich
verborgen. Das liegt unter anderem daran, auf eine Sudunaschinenabfrage zu verlassen.
dass es Programme zur Verwaltung von Viel schneller und effizienter korrunt man
Webseiten gibt, die die Inhalte von Websei- ans Ziel durch die Benutzung aufgearbeiteter
ten anders ablegen, als sie aufgerufen werden und strukturierter Linksarrunlungen, gewisser-
können. Bei einem Zugriff auf diese Websei- maßen redigierter Kataloge mit Hinweisen
ten werden diese jeweils erst aufgebaut. auf fachlich einschlägige Webseiten.
Fiir eine griindIiche Recherche empfiehlt Viele Universitätsinstitute und vor allem
es sich deshalb zwn einen, bei mehreren die einzelnen wissenschaftlichen Fachgesell-
Suchmaschinen nachzufragen. Dazu kann schaften bieten aufgearbeitete, strukturierte
man sich auch der Hilfe von Meta-Such- und teilweise sogar kommentierte Listen
maschinen bedienen, die eine gleichzeitige fachlich einschlägiger Links. Diese Listen, die
Suche iiber verschiedene Suchmasdrinen oft aum als *virtuelle Bibliothek« bezeichnet
ennöglichen (z. B. http://meta.rrzn.uni-han- werden, eignen sich als Startpunkte fiir eine
nover.dej). fachspezifische InternetredJ.erche. Es lohnt
Erfolgversprechend sind zwn andern die sich also, sich auch einmal auf den Webseiten
gezielte Anwendung von Suchstrategien und von Instituten anderer Universitäten wnzu-
das Ausnutzen von Suchoptionen. sehen, wn besonders ergiebige Linklisten aus-
Einfach mal das erstbeste Stichwort zu fmdig machen zu können.
einem Thema in eine Suchmasdrine einzuge- Eine regelredJ.te virtuelle Bibliothek, eine
ben, ist gewiss keine kluge Suchstrategie. Vor Zusammenstellung von Links zu den ver-
einer größeren Recherche im Internet emp- schiedensten Fachgebieten, bieten die meis--

Ausleihe: 15.05.2009 00:00:00 - 23.05.2009 00:00:00. ID7ac0427dS92981cI089d91b1gecaOOaO Zenlral- u 2009.05.18 17:13:33


22 3 Literatur-, Quellen- und Materialsuche

ten Universitätsbibliotheken an. Auch hier Erst lesen, dann anfragen


lohnt es sich, sich eirunal das Netzangebot Mithilfe dieser Kommunikationsplattfonnen
verschiedener Universitätsbibliotheken genau- lassen sich fachspezifische Fragen, bei denen
er anzusehen, wn möglichst ergiebige Link- man mit eigenen Mitteln, eigenen Recherchen
sammlungen zu seinen Fächern und Interes- und eigener Bearbeitung von Literatur nicht
sensgehieten ausfindig machen zu können. weiterkommt, an interessierte und fachkun-
dige Personen stellen. Das gilt natürlich nur
für Fragen, die man nicht mit ein wenig An-
3.4.3 Informationsbeschaffung iiber
strengung selber beantworten könnte. Es ist
Mailinglisten, Diskussionsforen und E-Mail
unerlässlich, die Netikette zu beachten. Dazu
Das Netz kann nicht nur dazu genutzt wer- gehört es etwa, keine Fragen zu stellen, deren
den, Infonnationen zu suchen und herunter- Antwort sich im Archiv der Maillingliste
zuladen. Obers Netz finden sich auch Leute, oder sogar in einer Liste der häufig gestellten
die helfen können. Das Internet hietet Mög- Fragen (FAQ) finden lässt.
lichkeiten zur Diskussion fachlicher Fragen. Bevor man eine Frage stellt oder einen Dis-
Dazu stehen einschlägige Newsgruppen und kussionsbeitrag schickt, schaut man sich zu-
Diskussionsfuren sowie thematische Mailling- nächst die Beiträge der betreffenden Mailling-
listen zur Verfiigung oder auch einem Thema liste oder Newsgruppe genauer an, lernt deren
gewidmete Weblogs. Wenn man eine Mail- Tonalität und Gebräuche kennen.
lingliste zu einem Thema oder eine entspre- Anfragen sind möglichst präzise und klar
chende Newsgruppe abonniert oder ein fach- fokussiert zu formulieren. Man fragt nicht
spezifisches Diskussionsforum regelmäßig einfach nach Literatur zwn Thema XY, son-
besucht, kann man sich ein Bild davon ma- dern gibt kurz und präzise an, weidJe Lite-
chen, was für Fachfragen oder Detailprobleme ratur man schon ausgewertet hat und zu
innerhalb einer Fachgruppe diskutiert wer- welchem Gesichtspunkt man noch weitere
den, und erhält auch Hinweise über neue Literatur benötigt. Jeder Frage geht die An-
Literatur. strengung einer eigenständigen Abklärung
Fachlich einschlägige Maillinglisten oder voraus. Alles andere ist unhöflich.
Diskussionsforen lassen sich über Links-- Wichtig ist auch die Wahl eines aussage-
ammlungen von Instituten oder Universität;s.. kräftigen Betreffs in der Mailanfrage oder im
hihliotheken ausfindig machen oder durch Posting. Es ist erstaunlich, wie häufig immer
Nachfrage bei Dozierenden. Die unzähligen noch Anfragen gestellt werden mit einem
Newsgruppen sind hierarchisch organisiert nichtssagenden Betreffder Art Anfrage, Liur
und die Hierarchie spiegelt sich im Gruppen- raturanfrage etc. anstelle eines infonnativen
namen wider. So tragen beispielsweise News- Literatur zu XY, Frage wegen yz etc. Mit
gruppen, die sich mit Computerfragen befas- einem spezifischen Betreffmacht man die
sen, das Kürzel comp im Namen, solche zu ridJtigen Leute aufmerksam, während unspe-
Naturwissenschaft und Forschung sei und zu zifische Anfragen vielfach gar nicht geöffnet
Geisteswissenschaften humanities, wobei hier werden.
teilweise auch sei verwendet wird (de.sei. Indiskutabel ist es, mithilfe dieser Informa-
ge.<IChichte). ch.comp.os.linux ist eine Schwei- tionsplattfonnen zu versuchen, seine Arbeit,
zer Newsgruppe zur Diskussion von Fragen die für eine Ausbildung geforderte Ausein-
rund wn das Betriebssystem Linux, tk.SCL andersetzung mit bestimmten Themen oder
physik eine deutsche Newsgruppe zu Physik. Literatur, von anderen erledigen zu lassen. Ein
Beispiel einer solch unzulässigen Anfrage:

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23

Liebe Leute ren. Es ist leicht, eine Frage zu stellen, deren


Konnte mir irgendjemllnd freundlicherweise Beantwortung in schriftlicher Form schnell
eine Kurzform oder ein zusammenfassendes eirunal eine Stunde erfordert. Das können
Sd'uiftsliick zu Foucaults >Ordnung des die Lehrkräfte angesichts der iiblichen Be-
Diskurses< zur Verfügung stellen? Wäre sehr treuungsverhältnisse nicht leisten. Umfang-
hilfreich. reichere oder offene Fragen stellt man deshalb
Vielen Dank und freundliche Gruße im direkten Kontakt. Man kann natürlidJ. eine
Mailanfrage benutzen, wn eine Besprechung
Mails an Dozentinnen und Dozenten vorzubereiten, eine Frage anzukiindigen. An-
Das Kommunikationsmittel E-Mail hat es gemessene Anfragen sind etwa Fragen nach
auch stark erleirntert, mit Dozentinnen und Hinweisen zu weiterfiihrender Literatur, nach
Dozenten Kontakt aufzunehmen. FrUhet war geeigneter Literatur zum Einlesen in ein The-
die Möglichkeit, Fragen zu stellen, hauptsädl- ma oder bestätigende Riickfragen.
lieh auf BesprechlUlgen am Anfang und Ende Zwn aussagekräftigen Betreffgehören
von Lehrveranstaltungen, auf Sprechstunden bei diesen Anfragen neben der Nennung des
oder Begegnungen in Bibliothek und Institut Themas auch die Angabe der Lehrveranstal-
beschränkt. tung oder der Lemgmppe, in deren Zusam-
Auch hier ist die Netikette einzuhalten. menhang man die Frage stellt. Wenn der
Fragen, die man mit ein wenig eigener Arbeit Name des oder der Fragenden nicht aus der
selber beantworten kann, stellt man nicht. Mailadresse hervorgeht, gehört auch er in
Vor allem gilt es, die Proportionen zu wah- die BetreffZeiie.

4 Schreiben
Schreiben ill die Hölle, aber geschrieben habro ist der Himmel.
SibyUe Kraus~8urger

4.1 Lust und Last des blemlos beherrschen, heißt aber noch lange
wissenschaftlichen Schreibens * nicht, dass uns das Schreiben von Texten
leicht von der Hand ginge. Im Gegenteil, wir
Am Gedankro 3rbeitllt man durch die Sprache. sind beim Verfassen von Texten immer wie-
frjedrich Diirrenmatl der mit Schreibschwierigkeiten und Schreib-
problemen konfrontiert, ganz besonders auch
beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten.
Schreiben ist Arbeit Bei diesen korrunt erschwerend hinzu, dass
Schreiben können wir alle, seitdem sich die sie einerseits stark normierte Textsorten
krakeligen Buchstaben unserer ersten Schul- sind, aber andererseits dann doch erhebliche
tage zu einer einigennaßen schwungvollen
Schrift entwickelt haben. Dass wir die ele- • Der TItel die... Kapltel. lot TOn Nur/Stary 1999
mentare Kulturtechnik des Schreibens pro- übernommen.

Ausleihe: 15.05.2009 00:00:00 - 23.05.2009 00:00:00. ID7ac0427d592981cI089d91b1gecaooaO Zentral- u 2009.05.18 17:13:33


24 4 Schreiben

Variationen vor allem in Einzelheiten der Ge- Formulieren macht Gedankengänge fassbar
staltung aufweisen. Weil diese formalen An- Das Schreiben einer wissenschaftlichen Ar-
furderungen wissenschaftlichen Darstellens beit zerfaJlt, wie in Kapitel 2.1 dargelegt, in
besonders aufflillig sind, werden die Schwie- versdriedene Phasen: Konzipieren, Formulie-
rigkeiten oder das Unbehagen beim Schreiben ren, Redigieren, Korrigieren und Fonnatieren.
(und auch beim Lesen) wissenschaftlicher Jeder dieser Phasen sollte Rechnung getragen,
Arbeiten oft daran festgemacht. So autraJlig bei der Planung Zeit eingeräumt werden. Die-
die furmalen Anforderungen auch wirken: Sie se Phasen sind nicht strikt voneinander zu
sind nicht die eigentliche Ursache für Mühen trennen. Vor allem ist das Fonnulieren nicht
und Probleme beim Schreiben wissenschaft- einfach ein bloßes Auffüllen einer Konzeption
licher Arbeiten. Diese sind vielmehr zurück- mit Sätzen. Die genaue Fonn einer Beschrei-
zuführen auf Haltungen und Einstellungen bung oder eines Argwnentationsgaßgs ergibt
dieser Tatigkeit gegeniiber, die sich nicht sich erst durch die ,.alhnähliche Verfertigung
zuletzt als Folge eines unangemessenen Um- der Gedanken« beim Schreiben, um mit Kleist
gangs damit vonseiten der Lehrenden und der zu sprechen. Das ist keineswegs ein Plädoyer
Ausbildungsinstitutionen ergeben (vgl. Kruse/ für planloses Drauflosschreiben. Vielmehr ist
Jakobs/Ruhmann 1999: 24-27 und 63-70). es ein Hinweis darauf, dass Gedankengänge
Deshalb ist es wichtig, sich einiger grundle- erst dadurdt, dass wir sie schriftlich festzu-
gender Gesichtspunkte, die die Ursache fiir halten und nachvollziehbar darzulegen versu-
Mühen beim Schreiben wissenschaftlicher chen, genau festgemacht und klarer fassbar
Arbeiten bilden können, bewusst zu werden. werden.

Wie jedes Handwerk eine Sache Früh mit Schreiben beginnen


der Erfahrung Deswegen ist es auch wimtig. den Beginn des
Das Schreiben einer wissensd1aftlichen Arbeit eigentlichen Schreibens nicht irruner wieder
hat eine handwerkliche Seite und ist nicht zu- binauszuschieben. Selbstverständlich muss
letzt eine Sache der Erfahrung. Diese Tatsache man sich vor dem Schreiben erst gründlich
bedeutet auch, dass das Sdrreiben von Arbei- einlesen, mit einem Thema vertraut machen,
ten geübt und gelernt werden kann. Schreiben eine Fragestellung festlegen, die Materialien
lernt man durch Schreiben. Gelegenheiten auswerten und die erforderlichen Untersu-
zum üben wissenschaftlichen Schreibens chungen vornehmen. Aber man sollte sich
kann man sich auch selber verschaffen, etwa nicht ständig vom Schreiben abhalten lassen
indem man sich von Zeit zu Zeit schriftlich durch die Vorstellung, man könne erst mit
Rechenschaft gibt iiber Literatur, mit der man Schreiben beginnen, wenn man diesen oder
sich befasst hat, oder Themen, die innerhalb jenen Aspekt noch gründlicher abgeklärt
einer Lehrveranstaltung behandelt worden und noch genauer durchdacht habe. Fast
sind und die man für sich aufgearbeitet hat, bei jedem Thema könnte man endlos weiter
kurz schriftlich darstellt. rechercbieren und untersuchen. Schließlich
Das Schreiben von Haus- und Abschluss- können durchaus auch während des Schrei-
arbeiten ist also keine Fähigkeit, iiber die bens noch gewisse Abklärungen vorgenOIIl-
alle, die eine Ausbildung beginnen, schon men werden.
ohne Weiteres verfiigen. Wie jede Form pro-
fessionellen Schreibens bringt man sie nicht Vorsicht vor unangemessenen Vergleichen
einfam mit, sondern erwirbt sie im Laufe der Beim Schreiben von Haus- und Abschluss-
Ausbildung. arbeiten benutzt man immer wieder wissen-
schaftliche Literatur zwn Thema. Man liest
sich ein, stützt sich aufbestirrunte Publikati-

Ausleihe: 15052009 00:00:00 - 23052009 00:00:00. ID7ac0427d592981cI089d91b1gecaOOaO Zentral- u 2009.05.18 17:13:33


4.1 Lust und Last des wissenschaftlichen Schreibens 25

onen, schlägt etwas nach. Bei den Texten der lichen ein problemloses Wechseln zwischen
wissenschaftlichen Literatur handelt es sich verschiedenen Textstellen.
um fertige Produkte geübter Autoren und
Autorinnen, um Endergebnisse eines Schreib- Trotz Ablenkungen immer wieder
prozesses, denen in der Regel die Mühen und in die Tasten oder zum Bleistift greifen
Schwierigkeiten der Entstehung nicht mehr Das Ausweichen auf eine andere Stelle stellt
anzusehen sind. Vergleicht man nun die erste eine arbeitsnahe Fonn des Ablenkens dar.
Fassung eines eigenen Textes mit publizierten Ablenkungsmanöver gehören generell zu den
wissenschaftlichen Arbeiten, wirkt der eigene Begleiterscheinungen des Schreibens. Nie
Text in fast jedem Fall schlechter, unbehol- meldet sidJ. das Bedürfnis, Staub zu wischen
fener, ungenügend. Ein solcher Vergleich ist oder die Badewanne zu putzen, so dringend
aber noch keine Aussage über die Qualität der wie dann, wenn man eigentlich an einer Ar-
Schlussfassung des eigenen Textes oder der beit weiterschreiben sollte. Auch das vorhin
persönlichen Schreibfähigkeiten. erwähnte ewige Recherchieren ist eine Stra-
tegie, sich vor dem Schreiben zu drücken.
Schreibschwierigkeiten sind kein Ausdruck Es gilt also, sich zu disziplinieren und sich
individuellen Unvermögens immer wieder an den SchreibtisdJ. und hinter
Die eigentlichen Schreibschwierigkeiten tre- die Tastatur zu zwingen. Das lässt sich durdl-
ten in der Phase des Fonnulierens auf, wenn aus auch dadurch fördern, dass man sich be-
man vor dem berühmt-beriichtigten leeren wusst Pausen gönnt und zwischendurch auch
Blatt Papier respektive der leeren Bildschinn- eirunal eine größere Ablenkung, wie etwa ei-
seite mit dem herausfordernd blinkenden nen Kinobesuch, erlaubt. Insbesondere sollte
Cursor sitzt und einem beim besten Willen man auch dem Körper genügend Bewegung
kein Satz gelingen, ja nicht einmal ein Satzan- gönnen.
fang einfaJlen will. Zum Umgang mit Schreib-
problemen und Schreibschwierigkeiten gibt es Genugend Zeit einplanen rur das Redigieren,
eine Fülle von Ratgeberliteratur unterschied- Korrigieren und Formatieren
licher Güte. Neben Büchern, die versprechen, WissensdJ.aftliche Texte entstehen, wie an-
mit kreativem Schreiben jedes Schreib- dere komplexe Texte auch, nicht in einem
problem lösen zu können, finden sich auch Wurf und nicht linear in der Reihenfolge, in
brauchbare Ratgeber mit vielen nützlichen der der Text am Schluss vorliegt. Texte sind
Hinweisen (z. B. Kruse 1997 oder einzelne Bei- Ergebnisse eines Schreibprozesses, während
träge in Narr/Stary 1999). dessen sie zahlreiche Durchgänge durchlaufen
Wie man am besten aufSdrreibprobleme und immer wieder li.berarbeitet werden. Zur
und Schreibblockaden reagiert, lässt sich Qualität eines Textes tragen das überarbeiten
nicht allgemeingültig beantworten, sondern und Redigieren entscheidend bei. Deshalb ist
hängt von individuellen Vorlieben und Ge- es wichtig, wie in Kapitel 2.2 dargelegt, von
wohnheiten ab. Einzelne können nidJ.t wei- Anfang an überarbeitungs- und Redaktions-
terschreiben, bis der Satz, an dem sie gerade phasen einzuplanen.
hemmformulieren, hundertprozentig sitzt. Das FertigstelIen einer Arbeit umfasst
Andere dagegen können durchaus mal li.ber heutzutage meist auch das Formatieren des
eine noch nicht überzeugende Stelle hinweg Textes, damit der endgültige Ausdmck eine
weiterschreiben und später darauf zuriick- einigennaßen präsentable Form aufweist. Der
kommen. Weiterschreiben an einer anderen Aufwand, um einen Text brauchbar zu for-
Stelle ist li.brigens eine gute Möglichkeit, mo- matieren, wird in der Regel unterschätzt. Das
mentane Schreibblockaden zu überwinden. Fonnatieren ist mit viel Klein- und Kontroll-
Gerade Textverarbeitungsprogramme ennög- arbeit verbunden.

Ausleihe: 15.05.2009 00:00:00 - 23.05.2009 00:00:00. ID7ac0427d592981cI089d91b1gecaOOaO Zentral- u 2009.05.18 17:13:33


26 4 Schreiben

Texte liegen lassen, lesen, gegenlesen lassen sprachliche Unkorrektheiten erkennen. Es


Das überarbeiten eines Textes braucht nicht fordert auch die Wahrnehmung von weniger
nur im stillen Kämmerlein stattzufinden. Ein gelungenen Stellen. Textstellen, iiber die je-
Text kann gerade auch durch die Diskussion mand beim Lesen stolpert oder die nicht auf
mit Lesern und Leserinnen des Entwurfs ge- Anhieb iiberzeugen, sollten noch eirunal einer
winnen. Beim überarbeiten empfiehlt es sich, genauen Priifung und überarbeitung unterzo-
den Text vor der Schlussredalction einer ande- gen werden.
ren Person zum Lesen zu geben. Vier Augen
sehen mehr als zwei, zudem hat der Autor
oder die Autorin oft nicht mehr genügend
4.2 Korrekturzeichen
Distanz zum eigenen Text, weshalb proble-
matische Stellen nicht mehr erkannt werden.
Ist eine umfangreichere Arbeit zu korrigieren
Man sollte es sich am besten zur Regel ma-
oder arbeiten mehrere Leute beim Korrektur-
chen, keinen Text aus der Hand zu geben, der
lesen mit, ist es von Vorteil, sich der iiblichen
nicht von jemandem gegengelesen worden ist.
Korrekturz.eichen zu bedienen. Diese schaffen
Eine weitere Möglichkeit, einen etwas dis-
Klarheit. Einige wichtige Korrekturzeichen
tanzierteren Blick auf einen eigenen Text zu
sind im Folgenden angegeben. Eine mnfas-
erhalten, besteht darin, diesen ein paar Tage
sende übersicht findet sich in der jeweils ak-
liegen zu lassen und ihn sidJ. erst danach er-
tuellen Auflage des Rechtschreibdudens vor
neut vorzunehmen. Das Wieder- und Gegen-
dem Wörterverzeichnis.
lesen lässt einen nicht nur Schreibfehler oder

1. Alle eingetragenen Korrehurzeichen müssen eindeutig sein.


2. Jedes Korr#turzeichen muss am Rand wiederholt werden, oft ~iteren 1tA. 5
Korrekturangaben.
3. llJei mehrerlfen Korrekturen inn(rhalb einN 2~e sind verschiedene
Korrekturzeichen zu verwenden.
1
~ n~ r L IL
~

4. Erklärende, nicht im Text wiederzugebende Verme~rden in DoppeI~lammer r «( ~e.:S"


"".rt.
f
S. Die Korrekturen solle~rbig eingetragen werden. 1 ftA~r~ ))
6. überflüssige Buchstaben, Wörter oder Satzzeichen werden durchgestrichen und
am Rand mit -4 vermerh <....I}" deleatur [lat.l-es werde gelöscht).
7. Fehlende Buchstaben, Wörter odN Satzzeichen werden korrigiert, indem der voraus-
gehende durchgestrichen unl Rand zusammen mit dem fehlenden wiederholt wird. L 01. AIoo1-
B. Vertauschn.Buchstaben oderWörter~m Umstellungszeichen versehen. nU. U'
-keiv>Zr
9. Eine falsche,schriftart odN einen falschen SchriftsflJteoozeichnetrm~n J-- <;..
mit Unterstreichung und Vermerk am Rand. - - J terr L-.-J 1U"';.l<..
1D. Ein fehlendNWortzwischenraum wird durch l, ein fehlender Absatz wird
mitJim Text und am Rand gekennzeichnet. 2u weiten 2wisdlenraum bezeimnet
das 2eichen .,..
11. Ein überflüssiger Absat!:)
Cwird durch eine verbindende Schleife korrigiert. ~
12. Irrtümliche Korre~turen werden durch Unterpun~tierung und StreiChU~
der #AIfl!~IWft' am Rand rüc~gän9ig gemacht.
.. .....
,

Wichtige KoTTekturzeichellllach DIN 16511

Ausleihe: 15.05.2009 00:00:00 - 23.05.2009 00:00:00. ID7ac0427d592981cI089d91b1gecaOOaO Zenlral- u 2009.05.18 17:13:33


4.3 Bemerkungen zu Textsorte und Stil 27

4.3 Bemerkungen Konvention ZlIIIl Ausargwnentieren, zu expli-


zu Textsorte und Stil zitem Darlegen bewusst zu sein. Es bewährt
sich, beim Sdrreiben weniger an den tatsäch-
lichen, sondern eher an einen abstrakten
Wissenschaftliche Texte sollten in einem
Leser zu denken. Diesen kann man sich als
sachlichen, objektiven Stil gehalten sein lUld
wissenschaftlich interessierte, wohlwollende
möglichst präzise lUld eindeutig fonnuliert
Person vorstellen, der das Thema der gerade
werden. FachbegrifTe sind angemessen und
entstehenden Arbeit unbekannt ist. Wenn
terminologisch bewusst zu verwenden und,
man beim Verfassen einer Arbeit iiberlegt, ob
wo nötig, zu klären.
man diesen oder jenen Punkt explizit erwäh-
nen soll, lasse man sich von dieser VorstelllUlg
Explizit ausargumentieren
leiten.
Die Nachprüfbarkeit von Methoden lUld Er-
gebnissen ist eine der wesentlichen Bedin-
_Ich.; verpönt, aber nicht verboten
gungen von Wissenschaftlichkeit. Deswegen
WissensdJ.aftlirne Texte enthalten selten
muss die Darstellung in einer wissenschaft,.
persönliche Aussagen. Schließlich dienen
lichen Arbeit auf Nachvollziehbarkeit angelegt
sie nicht dem Ausdruck von Gefühlen und
sein. Nicht nur die verwendeten Begriffe sind
Befindlidtkeiten. Um der Objektivität und
zu klären. Das Vorgehen, gewählte Methoden,
Sachlichkeit der Darstellung willen ist früher
getroffene Annahmen und Entscheide miis-
der Gebrauch des Pronomens ich gar ganz
sen offengelegt und begründet werden. Der
vennieden worden. Das Pronomen ich lässt
fachliche Hintergrund und benutzte Quellen
sich wngehen durch Ausweichen auf die Pro-
miissen ersichtlich sein; überlegungen und
nomen man oder wir oder durch Passivfor-
Schlussfulgerungen sind vollständig argumen-
mulierungen. Man kann auch von sich in der
tativ darzulegen.
dritten Person sprechen (Die Veifasserin ist
Beim Schreiben einer Arbeit ist also ex-
der Überzeugung ... Es kmm nicht Sache des
plizites, beinahe iiberexplizites Darlegen er-
&zensenten sein .. .) oder auf eigene Publi-
forderlich. Damit sei nicht umfangreichen,
kationen verweisen: Schon in Niederhauser
langatmigen Darstellungen das Wort geredet.
(1998) wurde dargelegt ...
Vielmehr geht es darum, Gegebenheiten zu
Bei aller gebotenen Zurückhaltung vor per-
benennen und überlegungen auszusrgumen-
sönlichen Aussagen darf man aber durchaus
tieren.
in einerwissenschaftlichen Arbeit ich sagen.
Hausarbeiten und Abschlussarbeiten wer-
Dies gilt besonders in Einleitungskapiteln.
den vor allem von Dozierenden gelesen.lns-
Aufjeden Fall ist es besser, das Pronomen
besondere bei Hausarbeiten kann man davon
ich zu verwenden, als eine verkrampfte Um-
ausgehen, dass der tatsädtliche Leser dieser
gehungsformulierung zu benutzen. Das Pro-
Arbeit in der Regel den fachlichen Hinter-
nomen wir wird heutzutage nur verwendet,
grund gut kennt lUld aurn mit dem Thema
wenn wirklich eine Mehrzahl eine Arbeits-
einigennaßen vertraut ist. Das verleitet eher
gruppe oder ein Autorenteam, gemeint ist.
zu einem weniger expliziten Schreiben. Des-
halb ist es wichtig, sich beim Verfassen der

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28

5 Elemente und Gestaltung


einer wissenschaftlichen Arbeit
Bei leislungsoamweisen §(JUten Sie also
Fragestellung; in umfangreichen Arbeiten
daraularnten, dass die fOfmah~o Dinge
knappe übersicht über die vorliegende For-
hundNlprozrotig stimmen.
Wemer Sesink schung zwn Thema.
Untersuchungsgegenstand: Charakteri-
sierung des der Untersuchung zugnmde
gelegten Materials (Quellen, Korpus etc.);
5.1 Bestandteile und Gliederung
Begründung der getroffenen Auswahl.
Methoden: Umfassende Beschreibung
Eine wissenschaftliche Arbeit besteht in der
des methodischen Vorgehens; Be-
Regel aus folgenden Teilen:
gründlUlg der Wahl der verwendeten
Untersuchungsmethode(n).
• Titel ErgebnUise: DarstelllUlg und Diskussion der
• Vorwort
Ergebnisse.
Ein Vorwort ist nur bei wnfangreicheren
Arbeiten üblich. Es enthält Angaben zur • &hI=
Kurze Zusammenfassung der Ergebnisse;
persönlichen Motivation, zu wissenschaft.
allenfalls Ausblick auf mögliche ergiebige
lichen Anregungen, zur Betreuung und all-
Ansatzpunkte für weiterführende Untersu-
fälligen Dank an beteiligte Personen.
chungen und überlegungen.
• Inhaltsverzeichnis (vgl. Kapitel 5.2)
• Bibliografie
• Einleitung
Einbettung des Themas in ein weiteres • Aohang
Ein Anhang ist nicht bei jeder Arbeit not-
Umfeld und in den Rahmen der jeweiligen
wendig. Er ennöglicht es, einer Arbeit
Fachdiskussion; Eingrenzung des Themas
Quellen, Illustrationen, bestirrunte Aus-
und knappe Erläuterung der gewählten
wertungen (Auszählungen), vollständige
Fragestellung; Hinweise auf das unter-
Auflistungen von Beispielen oder Ähn-
suchte Material und die verwendeten Un-
liches beizugeben. Durch die Präsentati-
tersuchungsmethoden; kurze Darstellung
on von Materialien im Anhang kann eine
der Abfolge und des Inhalts der einzelnen
bessere Nachvollziehbarkeit der in einer
Kapitel; allenfalls darstellungstechnisme
Arbeit dargelegten Untersuchung gewähr-
Hinweise, etwa zur Transkription oder
leistet werden. Zudem lässt sich durch ei-
Wiedergabe von Zitaten.
nen Anhang auch der Text des Hauptteils
• Hauptteil
entlasten, etwa indem einzelne Ergebnisse
(Forschungsstand - Untersuchungsgegen-
anhand von ein, zwei typischen Beispielen
stand - Methoden - Ergebnisse)
dargestellt und diskutiert werden können,
Die einzelnen Flemente des Hauptteils
ohne dass der Text jeweils durch eine voll-
können je nach Umfang und Art der Arbeit
ständige Liste der einschlägigen Beispiele
in mehrere Kapitel unterteilt werden.
unterbrochen werden muss. Diese Listen
Forschungsstand: Begriffsklärungen; Ein-
finden sich dann im Anhang.
ordnung lUld Erläuterung der behandelten

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5.2 Inhaltsverzeichnis und Kapiteleinteilung 29

5.2 Inhaltsverzeichnis 5.3 Titelblatt


und Kapiteleinteilung
Auf dem Titelblatt einer schriftlichen Arbeit
sollten Thema und Art der Arbeit sowie betei-
Das Inhaltsverzeichnis soll die Arbeit erschlie-
ligte Institutionen und Personen ersichtlich
ßen, indem es ihre Gliederung ersichtlich
sein. An einzelnen Universitäten, Fakultäten
macht. Deshalb ist auf eine möglichst über-
oder Instituten ist für Examensarbeiten oder
sichtliche Gestaltung des Inhaltsverzeich-
Dissertationen die genaue Gestaltung des
nisses zu achten. übrigens wird das Inhalts-
Titelblatts vorgeschrieben, natiirlich mit Aus-
verzeichnis selber in der Regel nicht als Ein-
nahme der variablen Textelemente wie Na-
trag im Inhaltsverzeichnis aufgefUhrt.
men und Thema. Abgesehen von speziellen
Vorschriften gehören folgende Elemente auf
Kapitelnummerierung mit Ziffern
ein Titelblatt:
Im Interesse einer guten Lesbarkeit sollte eine
Einteilung eines Textes in viele kleine Unter-
• Titel der Arbeit, eventuell mit Untertitel
kapiteichen vennieden werden. Eine allzu de-
• Art der Arbeit und Fach
taillierte Gliederung wirkt eher verwirrend.
Zur Kennzeichnung der verschiedenen Proseminararbeit im Fach Mittelalterliche
Kapitel, Unterkapitel und Abschnitte hat sich Geschichte
heute eine fortlaufende, gestufte Abschnitts- BA-Arbeit im Fad! Klinische Psychologie
nummerierung mit arabischen Ziffern durch-
• Universität, Fachhochschule oder Schule
gesetzt, die oft ralschlich als Dezimalklassifi-
• evtI. Veranstaltung, mit der die Arbeit im
kation bezeichnet wird. Die Kapitel einer Ar-
Zusammenhang steht
beit werden von 1 an fortlaufend nwnmeriert
• Name des betreuenden Dozenten, der be-
(Gliederung der 1. Stufe).Jedes Kapitel kann
treuenden Dozentin (eingereicht bei ...)
wiederum in beliebig viele Unterkapitel unter-
• Name des Verfassers, der Verfasserin (vor-
teilt werden, die mit der vorangesetzten Kapi-
gelegtvon ...)
telnwnmer ebenfalls eine fortlaufende Num-
merierung erhalten (Gliederung der 2. Stufe).
Empfehlenswert ist es, bei Seminar- und
Dieses Verfahren kann auf weiteren Stufen
Hausarbeiten gleich auch Adresse, Telefon
der Gliederung fortgesetzt werden.
und E-Mail-Adresse anzugeben.
1/2/3/usw.
3.1/3.2/ usw. • Ort und Datum (Monat undjahr)
3.2.1/3.2.2/ usw.

Zwischen die Ziffern einer bestimmten Num-


merierung werden Punkte gesetzt, jedoch
nicht nach der letzten Ziffer. Eine weitere
Gliederungsstufe wird sinnvollerweise nur
dann angesetzt, wenn sich auf dieser Stufe
mindestens zwei Kapitel ansetzen lassen. Ei-
ne Gliederung 5.4.3 - 5.4.3.1 - 5.4.4 ist nicht
durchdacht. Zwischen dem Titel der überge-
ordneten Gliederungsstufe und dem ersten
Titel der untergeordneten Gliederungsstufe
steht kein Text (z. B. zwischen 5 und 5.1 oder
5.3.3 und 5.3.3.1).

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30 5 Elemente und Gestaltung einer wissenschaftlichen Arbeit

Beispiele für Titelblätter:

Planung und Aufbau

---
ReligiDn in der Schulstube? einer BenulzeJYerwaltung
für eine Schulbibliothek
Zu, Entwkklung .;,,,,,
pädagogil<h ..... otritteoen
S<hulfadl, im staadkhen

--- ..... ------


.............
.... ........
----_. --
S<hulweseo de, Kantons lilr;rn
".

-- --
""',_ ......
'-"""-'--
~,.

......
--- ,
~-

-
Wie starit sind Intentionen und Konventionen

-------
die starken Verben nodl7

...........
pr.ogmatisch gesehen
ZUr _ _ dorlhoorion """""'....... Griao

_....-
_.-
_ ....-
.....
"'R' " ,• •_ , _

----. _-
...-..- .....
_ .........

--_-
-,-
_.N_
.......
.......
....,,,,'.......
--
--
---
~

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5.4 Weiteres 31

5.4 Weiteres Inhaltsverzeichnis eigene Verzeichnisse der


Abbildungen und der Tabellen beizufügen.
5.4.1 Abbildungen, Grafiken, Tabellen
5.4.2 Abkurzungen und Kurzel
Sämtliche Abbildungen, Grafiken und Ta-
bellen sind zu nurrunerieren und mit einer Abkürzungen erleichtern das Schreiben und
Bildlegende zu versehen. So lässt sich im Text ennöglichen eine platzsparende Darstel-
problemlos auf Abbildungen oder Tabellen lungsweise, aber sie erschweren das Lesen.
verweisen und Bezug nehmen (vgl. Abb.2; Besonders unbekannte Abkürzungen stören
wie in Tabelle 7 dargestellt). Dank der kurzen den Lesel1uss. Deshalb ist beim Gebrauch
Erläuterung in der Legende ist audJ. sofort von Abkürzungen innerhalb eines Textes Zu-
ersichtlich, wonun es in der betreffenden Ab- rückhaItung angesagt. Wer viele und zudem
bildung oder Tabelle geht. Zwischen der Bild- unbekannte Abkiirzungen benutzt, sollte
legende und dem Lauftext der Arbeit sollte diese in einem eigenen Abkiirzungsverzeich-
ein Abstand von mindestens 5 Millimetern nis auffUhren. Abkürzungen sind innerhalb
eingefügt werden. einer Arbeit einheitlidJ. zu verwenden. Wer
Wenn eine Arbeit viele Abbildungen und bestirrunte Ausdriicke abkürzt, sollte darauf
Tabellen enthält, empfiehlt es sich, nach dem achten, die betreffenden Ausdriicke immer

Gängige Abkurzungen in wissenschaftlichen Texten

Abb. Abbildung N•. Nummer


AAm. Anmerkung 0.J. ohne .lahr(esangabe)
Aufl. Auflage 0.0. ohne Ort(sangabel
Bd., Bde. Band, Bände p. (PI. pp.) pilQe, piIQina
bearb. bearbeitet .. siehe
Bsp. (auch: Beisp.) Beispiel s. Seite oder Seiten
bzw. beziehungsweise s.o. siehe oben (rur Verweise in-
~. circa nerhalb des eigenen Textes;
d.h. das heißt kann sich auf jede vorange-
d.i. das ist gangene Stelle beziehen
Diss. Dissertation und kann mit genaueren
ed., eds. editor, edifDrs; ecited by Angaben versehen sein,

.
ersch.
~.

et. al.
erscheint, erschienen
erweitert
et alii>und andere<;
Tab.
u.a.
Tabelle
,n
z.B. s. o. Tab.

unter anderem;
et alibi >und anderswo< und andere
f. und folgende Seite u.Ä. und Ähnliche(s)
ff. und folgende Seiten überarb. überarbeitet von
Ng. Figur übers. übersetzt
Hg., Hrsg. Herausgeber usw. und so weiter
hg. (auch: hrsg.) herausgegeben verb. verbessert
Jh. Jahrhundert Verl. Verlag
Jg. Jahrgang .,1. vergleiche
Kap. Kapitel wiss. wissenschaftlich
Lit. Literatur z.B. zum Beispiel
neubearb. neu bearbeitet

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32 5 Elemente und Gestaltung einer wissenschaftlichen Arbeit

abgekiirzt zu schreiben. Dies gilt nicht für den mer wieder auftauchen. Gelegentlich begeg-
Satzanfang, denn dort verwendet man keine nen einem Arbeiten, deren Autoren die zwei,
Abkiirzungen. drei häufigsten Begriffe mit Kürzeln bezeich-
nen, um sie nicht ständig ausscbreiben zu
Abkurzungen sind festgelegt müssen. In derartigen Arbeiten liest man bei-
Die geläufigen Abkiirzungen sind festgelegt: spielsweise WT für Wissenschaftstheorie oder
Das Wort Abbildung wird Abb. abgekürzt und FP für Familienpolitik. Diese Kiirzel ersparen
nicht etwaAbbl. oder Abdg. Gängige Abkür- einen gewissen Schreibaufwarnl, wirken aber
zungen sind in Rechtschreibwörterbüchern beim Lesen eher störend.
(Duden 2(06) oder in Bedeutungswörter- Textverarbeitungsprogramme ermöglichen
büchern (etwa Duden 2006) verzeichnet. Aus- es heute, beim Schreiben mit Kürzeln zu ar-
führlichere Infonnationen über Abkiirzungen beiten und dennodJ. in der Schlussfassung alle
bietet das Abkiirzungswörterbuch von Stein- Wörter auszuscbreiben. Man muss nur daran
hauer (2005), das Aufschlüsse zur Klärungun- denken, beim Ersetzen von Kürzeln durch
bekannter Abkürzungen liefern kann. Einige Vollformen auf eventuell notwendige Anpas-
in wissenschaftlichen Arbeiten gängige Ab- sungen von Kasus und Numerus zu achten.
kürzungen sind in der Zusammenstellung am
Schluss dieses Unterkapitels aufgelistet.
5.4.3 Fremdsprachige Begriffe
Bei Abkürzungen, die aus mehreren mit
Punkt getrennten Einzelbuchstaben beste- Einzelne fremdsprachige Ausdrücke oder Be-
hen (11. h, z.B.), wird zwischen den einzelnen griffe, die innerhalb eines deutschen Textes
Buchstaben ein Abstand gesetzt; am besten als Beleg oder Beispiel dienen, werden kur-
ein sogenanntes geschütztes Leerzeichen, siv gesetzt. Wird für einen solchen Begriff
damit eine solche Abkürzung am Zeilenende eine übersetzung. also gewissermaßen eine
nicht etwa auseinandergerissen wird. Abkür- deutschsprachige Bedeutung. angegeben,
zungen werden nicht getrennt. steht diese in einfachen Anführungsstrichen.
Abkiirzungen stehen sowohl für den Sin-
Kembegriff der schwedischen Innenpolitik war
gular wie für den Plural der Vollform. So steht
in den Jahren vor und nam dem Zweiten Welt-
S. sowohl für Seite wie fiir Seiten. Nur in we-
krieg das folkhem, >Volksheim<.
nigen Fällen hat sich der veraltete Gebrauch,
den Plural durch die Verdoppelung des letzten Bedeutungsangaben werden übrigens generell
Buchstabens der Abkürzung anzugeben, noch in einfache Anführungsstriche gesetzt.
erhalten. Ein Beispiel dafür stellen die An-
gaben! ("und folgende Seite«) undff ("und
folgende Seiten«) dar. übrigens ist die unbe-
stimmte Angabe ff zu vermeiden, denn es ist 5.5 Zur Gestaltung des Manuskripts
leserfreundlidJer, statiS.161ff. die genauen
Seitenzahlen anzugeben (S.161-174}
5.5.1 Technisches
Präzisierende Zusätze zu Ortsnamen sind
mit Punkt abzukürzen; also: Frankfurt a.M. Die elektronische Textverarbeitung hat die
und nicht Frankfurt a/M oder FrankfUrt/M. technische Seite des Schreibens wissen-
schaftlicher Arbeiten in vielerlei Hinsicht er-
Kurzel rur häufige Begriffe leichtert. Ein Tippfehler unten an einer Seite
Eine wissenschaftliche Arbeit ist auf ein The- hat nicht mehr zur Folge, dass die ganze Seite
ma ausgerichtet. Das bringt es mit sidt, dass noch eirunal abgeschrieben werden muss.
innerhalb einer Arbeit einzelne Wörter, die Dass auf einer Seite genügend Platz für die
zentral mit diesem Thema zu tun haben, im- Fußnoten zur Verfügung steht, dafür sorgt die

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5.5 Zur Gestaltung des Manuskripts 33

Fußnotenverwaltung des Textverarbeitungs- Arbeit nicht auf eine neue Version des Text-
programms automatisch. Mühsames Abzäh- verarbeitungsprogramms oder gar ein ande-
len oder Messen gehört der Vergangenheit res Programm zu wechseln, weil ein solcher
an. Wir können bis spät in die Nacht hinein Wechsel aller Erfahrung nach immer wieder
schreiben, ohne Mitbewohner und Nachba- unliebsame überraschungen mit sich bringt.
rinnen mit Schreibmaschinengeklapper zu
stören. Typografische Hinweise
Wir können problemlos zwischen verschie- Einen Text richtig zu formatieren, setzt typ0-
denen TextsteIlen hin und her springen. Dabei grafische Kenntnisse voraus, über die Laien in
empfiehlt es sich, unfertige Stellen deutlich der Regel nicht verfügen. Beim Arbeiten mit
zu markieren, beispielsweise mitxxx, einer dem Computer bedient man sim meist kei-
ZeidJenkombination, die in keinem Wort vor- ner gewöhnlichen Schreibmaschinenschrift
kommt So lassen sich diese Stellen mit der (Courier), sondern Proportionalschriften wie
Suchfunktion leicht fmden. Mit xxx lässt sich Times, Times New Roman oder Helvetica.
vor dem Abspeichern auch die Stelle markie- Bei solchen typografisch anspruchsvolleren
ren, bei der man beim Ausfonnulieren stehen Schriften wirkt es unschön, als Anführungs-
geblieben ist zeichen die einfachen Stridtlein von Schreib-
maschinenschriften zu gebrauchen: "xxy".
Formatieren von Texten kostet Zeit Vielmehr sollte man so genannte tyJx>gra-
Allerdings haben die Textverarbeitungspro- fische Anführungszeichen verwenden: .xxy"
gramme nicht nur Erleichterungen, sondern oder "XXY« (in der Schweiz «xxy,,). Genauso
auch Mehrarbeit mit sich gebracht Nun sollte etwa als Strich fiir "gegen« oder "bis«
werden ganz andere Anforderungen an die der Gedankenstrich (Halbgeviertstrich) be-
Gestaltung von Texten gestellt. Geniigte frii- nutzt werden (&14-56) und nimt der ein-
her ein sauber getipptes Manuskript, müssen fache Wort- oder Bindestrim. Hinweise auf
jetzt wissenschaftliche Arbeiten nidJt nur die übliche typografische Gestaltung enthält
getippt, sondern vor dem Ausdrucken regel- die jeweils aktuelle Auflage des Rechtschreib-
recht fonnatiert werden. Das Einrichten oder dudens in einem Kapitel "Textverarbeitung,
Formatieren eines Textes ist ein Arbeitsgang, Maschinenschreiben und E-Mails«, das sich
dessen Zeitbedarf, wie erwähnt, vielfach un- vor dem Wörterverzeiclmis findet. Eine kurz
terschätzt wird. gefasste Einführung in tyJx>grafisches Grund-
Mit Details von Formatierungen sollte wissen bietet Wiliberg/Forssman (2001; fiir
man sich während des Schreibens nicht be- das Verfassen von Arbeiten vgl. besonders die
fassen. Es lohnt sich aber, von Anfang an mit Darlegungen zur Wissenschafts-TYJX>grafie
Druckfonnatvorlagen für wesentliche Gestal- S.88-95). Eine knappe Darstellung wesent-
tungselemente des Textes (Lauftext, Zitate, licher Gesichtspunkte der fonnalen Gestal-
überschriften verschiedenen Grades, Litera- tung findet sich in Friedrich (1997: 48-75).
turangaben, fußnoten usw.) zu arbeiten, das
heißt, den jeweiligen Textelementen das ent- Regelmäßig sichern
sprechende Druckformat zuzuweisen. Viele Ein Sicherneitshinweis, der eigentlich selbst-
Textverarbeitungsprogramme arbeiten ab- verständlich ist, aber trotzdem nicht genug
hängig vom Druckertreiber, weshalb die end- betont werden kann: Regelmäßiges und sys-
giiltige Fonnatierung des Textes erst auf dem tematisches Sichern der bearbeiteten Dateien
Computer vorgenommen werden sollte, von ist unerlässlich. Mindestens einmal pro Tag
dem aus dann aum der endgiiltige Ausdruck sollten die Dateien außerhalb der Festplatte
der Arbeit erstellt wird. des Computers auf einem externen Mediwn-
Weiter empfiehlt es sich, während einer auf einem Server, auf CD-ROMs, externen

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34

Laufwerken oder einem Memorystick - 5.5.2 Ein Vorschlag


gesichert werden. für die 5eitengestaltung
Studentische Arbeiten werden einseitig ge-
Sdllusskontrollen nicht vergessen
druckt. Ihre Seiten sollten im Interesse der
Zum Fertigstellen des endgültigen Manu-
Lesbarkeit und wegen der Korrekturen nidJt
skripts einer Arbeit gehört das Korrekturle-
zu eng bedruckt sein.
sen. Das Augenmerk liegt dabei vor allem auf
• Seitenränder: links: 3,5ern; rechts: l,5ern;
der~rpriilUngdesTexU$.Darüberhmaus
oben: 2,5ern; unten 2ern.
lohnt es sich, im Ausdruck einige Punkte in
• Kopfzeile: l,5ern vom Blattrand, Fußzeile
einem jeweils eigenen KOßtrollgang zu über-
1,25ern vom Blattrand.
prüfen: das Weiterlaufen des Textes beim
• SeitenzahI: entweder in der Kopfzeile
Seitenwechsel, die übereinstimmung des in-
bündig mit dem rechten Rand oder in der
haltsverzeichnisses mit den überschriften im
Fußzeile in der Mitte oder am rechten
Text, die Seitenangaben im Inhaltsverzeich-
Rand. Die Paginienmg beginnt bei Seminar-
nis, die übereinstimmung der Literaturver-
arbeiten nach dem Inhaltsverzeichnis, bei
weise im Text und in Fußnoten mit den Anga-
größeren Arbeiten nach dem Titelblatt.
ben im Literaturverzeichnis.
• Als Schriftgröße für den Lauftext emp-
Es empfiehlt sich auch, bei den für das Ein-
fiehlt sich 12 Punkt. Als Zeilenabstand ist
reichen kopierten Exemplaren der abgabefer-
das 1,3-1,5fache der Schriftgröße iiblich;
tigen Fassung zu überprüfen, ob wirklich jede
wenn man den Zeilenabstand genau ein-
Seite vorhanden ist.
stellt also 16 bis 18 Punkt.

6 Zitate und Anmerkungen


6.1 Belegen und Verweisen wenn im Text auf sie zurückgegriffen wird.
Das gilt audJ dann, wenn nicht im Wortlaut
TreHrode Brolerkungeo dariioor 131 im einm31 zitiert wird, sondern eine Quelle lediglich
bIli Erieh s.eebefg. weiB aber nimt mehr wo. sinngemäß benutzt wird.
Hans-Georg Gadamer Stützt man sich für die Darlegungen in
einem Abschnitt wiederholt auf eine oder
Kennzeichen wissenschaftlicher Aussagen mehrere Quellen, so muss allerdings nicht
sind die Nachprüfbarkeit der Methoden, die jedes Mal ein Verweis angehracht werden.
OfTenlegung der Quellen, die nachvollzieh- Vielmehr kann nach dem ersten Satz des Ab-
bare Darstellung der Argumentation und das sclmitts in einem generellen Verweis auf diese
Veröffentlichen der Ergebnisse. Diese Eigen- Quellen hingewiesen werden, sodass danach
schaften haben für das Schreiben einer Arbeit nur noch wörtliche Zitate genau nachgewie-
zur Folge, dass die Quellen und Werke, auf die sen werden miissen.
man sich stützt, genau anzugeben sind, und
1 Die folgenden Darlegungen zur Entwicklung
zwar sowohl im Literaturverzeichnis, in dem
der lehre der Naturwissenschaften an den
ja sämtliche fiir eine Arbeit benutzten Mate.
Universitäten stutzen sid1 auf Heidelbergerl
rialien aufgeführt werden, wie auch jedes Mal,

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6.2 Fußnoten 35

Thiessen (1981: 183-267), Teichmann 1980 Niitzliche Fußnoten


(194-236) und Mason (1974: 137-320). Aversionen gegen fußnoten sind aber noch
lange kein Grund dafür, am besten gleich da-
Allgemein 8ekanntes nicht belegen rauf zu verzichten, wie es sogar einzelne An-
Es ist jedoch nicht jede Behauptung zu be- leitungen zum Verfassen wissenschaftlicher
legen. Allgemeinwissen sowie in einem Fach Arbeiten vorschlagen. Genauso wenig wie ein
allgemein bekanntes Wissen muss nicht be- Text dadurch zu einem wissenschaftlichen
legt werden. Allerdings ist die Frage, was das wird, dass man ihn mit vielen fußnoten ver-
genau sei, alles andere als trivial. Wer Goethe sieht, führt allein der Verzicht auf Fußnoten
oder Kant erwähnt, bringt selbstverständlich zu besser lesbaren wissenschaftlichen Texten.
keine Fußnote oder Klammer an mit dem Zudem würde man textergänzenden und
Vennerk bedeutendertkutscher Dichter oder texterweiternden Funktionen der fußnoten
deutscher Philosoph. Das würde eher lächer- verlustig gehen. Fußnoten eröffnen die Mög-
lich wirken. Aber wie steht es außerhalb der lichkeit, in einem Text mehrere Informations--
gennanistischen Literaturwissenschaft mit ebenen unterzubringen. Diese Mehrschichtig-
Christian Friedrim Daniel Schubart oder keit ist sozusagen eine alte Fonn von Hyper-
Christian Dietrich Grabbe, wie in einer nicht textualität.
philosophismen Arbeit mit Christian Garve? Zu den Funktionen, die fußnoten erfiillen
können, gehören unter anderem folgende:
Eine Anmerkung zum Motto
Die Ansprüche an die Zitiergenauigkeit • fußnoten können der Dokwnentation
hängen auch vom Textteil ab. So ist es bei- dienen, indem sie auf die Herkunft von
spielsweise bei einem Motto erlaubt, nur den Zitaten oder auf Literatur hinweisen. Was
Urheber der Äußerung und nicht die genaue diese Funktion des reinen Belegnadlweises
FundstelJe anzugeben, was bei wörtlichen oder des Verweises auf einzelne Titel be-
oder sinngemäßen Zitaten im laufenden Text trifft, kann man allerdings tatsächlich
nicht statthaft ware. meist auf Fußnoten verzichten. Derartige
Nachweise lassen sich nämlich direkt in
den Text integrieren, indem man mit dem
Autor-Jabr-System arbeitet (vgl. Kapitel 7).
6.2 Fußnoten
• fußnoten ermöglichen die Einordnung
eines im Text dargelegten Saclwerhalts in
Fußnotro dienen dazu, Sl:hulden zu bezahlen.
Umberto Eeo die Fachdiskussion. Es kann aufwichtige
Stationen der Forschungsgeschichte ver-
wiesen werden oder es lassen sich unter-
Fußnoten sind ein besonders auffälliges
schiedliche Positionen innerhalb der fach-
Gestaltungselement, sie gelten gar als kenn-
lichen Diskussion benennen. Es kann auch
zeichnendes Merkmal wissenschaftlicher
Literatur angegeben werden, in der der
Texte, zwnindest deutschsprachiger. Gele-
angesprochene Sachverhalt ausfUhrlicher
gentlich wird außerhalb der Wissenschaften
dargestellt wird. Auf ein oder zwei Titel
rechtharsch auf fußnoten reagiert, weil diese
kann gut im laufenden Text hingewiesen
Form der Darstellung des Wissens offenbar
werden. Umfangreichere Verweise lassen
etlichen Lesern als Inbegriff wnständlicher
sich dagegen besser textergänzend in einer
und unzugänglicher Präsentation gilt.
fußnote anbringen.
• fußnoten ermöglichen es, den eigenen
Argumentationshintergrund zu verdeutli-
chen, indem man in ihnen darauf hinweist,

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36 6 Zitate und Anmerkungen

durch welche Penonen oder Werke man zu 6.3 Zitate und Zitieren
bestimmten Untersuchungen oder Gedan-
kengängen angeregt worden isL So ein pm grundgelehrte Zitate
• Fußnoten dienen dazu. Feststellungen des zieren den ganzen Mensdlen.
Textes zu ergänzen durch die Präsentation Jhointich HHIIo
von Beispielen, von zusitzlichen Infonn.
tionen. Sie erlauben es auch. Kommentare
Direkte wörtliche übernahmen aus Quellen
anzubringen oder ein unterstiitz.endes
und Fachliteratur müssen als Zit.te gekenn-
Ziut zu nennen. das den Textfluss stOCen
zeichnet werden. sei es durch Anführungsstri-
würde.
che oder indem sie auf andere Weise typogra-
• Fußnoten können die übersetzung einer
fisd:I abgehoben werden.
fremdspnochigen Textstene enthalten
oder umgekehrt das Zitat in der Original-
Anführungszeichen oder Einrüdten
opnod>.
fCiiru= Zitate W\'fden mit Anfiihrungszet.

Fußnoten sind jedoch keine Sammelbecken


men versehen in den Text gesetzL A1a kiirzer
gelten Zitate, die nicht. länger als drei Zeilen
der Mitteilsamkeit, in denen alle möglichen
sind. Längere Zitate wenJen der übersicht-
Notiun und Lesefrüchte W'ltergebracht
lid1kei.t halber besser durch Einrücken, einen
W\'fden können. Ihre t.exterginzenden und
engeren Zeilenabstand und manchmal eine
t.exterweitemden Funktionen sind nicht
kleinere Schriftgröße (mindestens 2 Punkt
Selbstzweclt.]ede fußnote mUS5 im Hinblick
Unterschied) deutlich \'UIll übrigen Text.~
auf den gesamten Text au.sgenchtet W'ld ange.
gehoben. Ein derart gekennzeichnete. Zitat
mes.sen sein.
braucht nicht mehr in Arüubrungszeichen
gesetzt zu werden. Ein mögJiches Fonnat für
Platzierung am 5eltenende
diese Abbebtmg längerer Zitate ist ein Einzug
Fußnoten werden gelegentlich nicht direkt
von lern links und reehll.eine Schrift.größe
unten an der Seite gedruc:kt, lIOndem als An-
von 10 Punkt mit einem der Schriftgröße ent-
merkungen gesamthaft. an den SchlIlM des
sprechenden Zeilenabstand (vgl. Kapitel 5.5.2)
Textes gestellt. Die Platzierung von Fußno-
und einem Abstand vor und nach dem Zitat
ten als Anmerkungen am Textende ist sehr
von je 5mm (6 Punkt). Gelegentlich werden
leserunfreundJich und heute, da die meisten
längere Zitate auch durch die Wahl einer an-
Textverarbeitungsprogramme über eine au-
deren Schrift hervorgehoben.
tomatische Fußnotenverwaltung verfUgen,
Es kann auch vorkommen, dass man eine
nicht mehr gerechtfertigt.
Stelle zitiert, in der selber schon ein Ausdruck
zitiert wird, also in Anführungszeichen steht.
Platzierung des Fußnotenzeichens
Wenn dieses Zitat mit Anführungszeichen
Eine Fußnote kann sich auf ein einzelnes
versehen in den Text der Arbeit einllefügt
Wort oder auf einen ganzen Satz beziehen.
wird, werden die ursprünglichen Anführungs-
Das hat auch Auswirkungen auf die Platzie-
zeichen innerhalb des Zitats durch einfache
rung der Fußnotenzeichen. Wenn sich die
Anführungsstriche erseUL
Fußnote auf den ganzen Satz bezieht, steht
das Fußnotenzeichen nach dem Satzschluss- _Angesichts dessen mag die Propi!I9ierung ,kom-
zeichen. Bezieht sich die Fußnote nur auf ein munikativer Monosemierung< im Gegensatz tu
Wort oder eine Wortgruppe, steht du Fuß. 'srstem- oder text immanenter Monosemierung<
notenzeichen unmittelbar nach diesem Wort die einzig sinnvolle Konsequenz für den UmgMlg
oder dieser Wortgruppe, also vor dem Satz,. mit FadlSjlrachen sein.•
!lChiusszeichen.

Ausleihe 1505 2009 00 00 00 - 2305 2009 00 0000 ID7acO<127d592981d089d91b1geca0080 Zentral- u 2009 0518171333
6.3 Zitate und Zitieren 37

Bei längeren Zitaten, die nicht durch ein- in eckige Klammem zu setzen und mit den
rahmende Anfiihnmgszeichen, sondern durch Initialen des Verfassers oder der Verfasserin
Einrücken oder andere typografIsche Hilfs- der Arbeit zu versehen; so etwa:
mittel gekennzeichnet sind, können im zi-
Die Einzelabänderungen - Fixirung [siel des
tierten Text die ursprUnglichen Anfiihnmgs-
Schwankenden - konnen hier weder speziell
zeichen beibehalten werden.
aufgeführt, noch begründet werden. Sie be-
stehen meist in der Anwendung längst gut-
Genau zitieren
geheissener Grundsätze auf Ausnahmen [ ..1.
Das Zitat muss der Vorlage genau entspre-
(Sd'lweizerisd'ler lehrerverein 1882: VII)
chen, mit all ihren sprachlichen Eigenheiten,
veralteten Fonnen und auch mit Fehlern. Im Was jedod'l sid'lerlieh Bestand haben wird [= bei
Zweifelsfalle lohnt es sich, den Wortlaut eines der linguistisd'len Auseinandersetzung mit Fad'l-
Zitats noch ein weiteres Mal zu verifIzieren, spramen, J. N.I und sieh in der Praxis bereits be-
denn beim Abschreiben unterlaufen einem währt hat, ist die im Zuge der Pragmatisierung
erstaunlich viele Fehler. Enthält eine zitierte vollzogene Hinwendung zum Text. Die Erkennt-
Stelle offensichtliche Sprachfehler oder Ab- nis, daß [siel die textuelle Komponente eine
weichungen vom heutigen Sprachgebrauch, wesentlid'le Konstituente von Fachsprad'le ist, ist
übernirrunt man diese und setzt in eckigen weder auf der theoretischen Ebene angreifbar
Klarrunem den Vennerk [sic] dahinter. Sie, nod1 gefährdet ihre praktische Umsetzung die
das lateinische Wort für 'so<, dient als KUNr erfolgreiehe Bewältigung des fachlid'len Alltags.
furm für die Aussage "so lautet die Quelle«. (Gardt 1998: 57)
Falls nötig. kann man auch in einer Klam-
In addition to translating it [= die Forsd'lungser-
mer nach dem Zitat oder einer fußnote auf
gebnisse vonWissensd'laftlern, J. N.I for the rea-
sprachliche oder gestalterische Eigenheiten
der, [...1, we must point out if it is controversial
der Vorlage hinweisen:
or weil regarded in the field. We have all heard
.kürze und leid'ltigkeit des ausdrucks. die im from scientists wIlo were hurt that we didn't use
ganzen nid'lt unser vorzug sind. weid'len vor precisely their language in the story. (RusseIl
diesem gesd'llepp und gespreize der buchstaben 1986: 92)
vollig zunick. (Grimm 1854: L1V) [Kleinsd'lrei-
bung im Original].
Zitate mit eigenem Text verbinden
Bei allen fachspezifischen und individuellen Zitate können in einen Satz der eigenen
Unterschieden kann dod'l 'von einem Konzept schriftJidJ.en Arbeit eingebaut werden. Die zi-
des Wissensd'laftliehen Artikels ausgegangen tierte Stelle und der sie umfassende Satz sind
werden< (Graefen 1997: 8) [Hervorhebung und grarrunatikalisch möglichst genau aufeinan-
GroBschreibung im Original]. der abzustimmen, was zu syntaktisch not-
wendigen Anpassungen zitierter Ausdrücke
Veränderungen, die man innerhalb des zi-
führen kann. Soweit durdrliThrbar, sind auch
tierten Texts vorgenommen hat, müssen
fremdspradrige Zitate an den umfassenden
angezeigt werden: Auslassungen durdJ. drei
Satz anzupassen. Einige Beispiele:
Punkte in eckigen Klammern, Anderungen
(z.B. Hervorhebungen oder grarrunatikalisch Sie liegen >wie ein großer Kranz< oder ein
bedingte Anpassungen von WOrtern) oder Er- >drückende[rl Ring< um die deutsche Gemein-
gänzungen (z. B. Erläuterungen von Ausdrü- sprame und beeinflussen diese vielfältig.
cken, die sich aus der zitierten Stelle nicht er-
Bei einer gelungenen, eleganten und klaren ma-
schließen lassen, oder syntaktisch notwendige
thematischen Formulierung drängen sieh, mit
Anpassungen einer Wortfonn) sind ebenfalls
vonWeizsäckers Worten ausgedruckt, .iisthe-

Ausleihe: 15.05.2009 00:00:00 - 23.05.2009 00:00:00. ID7ac0427dS92981cI089d91b1gecaOOaO Zentral- u 2009.05.18 17:13:33


38 6 Zitate und Anmerkungen

tische Kategorien unausweidllich auf«, wenn 3 5mith, John: Personlidler 8rief an den Ver-
man uber dieses Werk sprechen will. fasser vom 5.5eptember 2003.
4 Mundliche Mitteilung des Leiters der 8ran-
Die Messtechniker bestätigten, _that they had
denburgisdlen 5taatskanzlei, Dr. XV,
not been able to identify the objech.
11.November 2004.
Verkrampfte Verbindungen zwischen Zitat 23 Aus einem Probeartikel zum Wortkomplex
und eigenem Text sollten vennieden werden. Metalle, der in dem 5eminarWortforsdlung
Abzuraten ist von Sätzen, die, genau genom- des Wintersemesters 199912000 vorgelegt
men, aus zitierten Ausdriicken und einigen wurde.
syntaktisch verbindenden WOrtern bestehen.
Selbstverständlich diirfen bei dieser Ver- Sinngemäß zitieren
flechtung von Zitat und eigenem Text zitierte Nicht jede Quelle wird wörtlich zitiert. Man
Aussagen nur so in eigene Formulierungen kann sich auch dem Sinn nach auf eine Quelle
eingebunden werden, dass sie dem Sinn des beziehen. Auch wenn bestimmte Publikati-
zitierten Textes entsprechen. onen oder TextsteIlen nicht im Wortlaut, son-
dern sinngemäß zitiert werden, muss auf die
Zitate aus zweiter Hand Quelle verwiesen werden. Dazu dient häufig
Wenn irgendwie möglidt, wird eine Stelle di- die Abkiirzung vgl Beim sinngemäßen Zitie-
rekt zitiert und nicht nam einer Quelle, in der ren ist darauf zu achten, den Sinn der Text-
die betreffende Stelle schon als Zitat vorliegt. stelle unverfalscht wiederzugeben und sicher-
Zitieren aus zweiter Hand ist nur dann zuläs- zustellen, dass für die Lesenden deutlich ist,
sig, wenn nicht mit vertretbarem AulWand auf wann der Autor oder die Autorin der Arbeit
das Original zuriickgegriffen werden kann. spricht und wann die Quelle zu Wort kommt.
Der vertretbare Aufwand hängt vom Thema
Hoffmann (1985: 66) hat selbst angemerkt, dass
und der Ausrichtung der Arbeit ab. Wird eine
die 5chidltenmodelle Vereinfachungen in Kauf
Quelle nicht direkt, sondern aus zweiter Hand
nehmen und zum Teil virtuellen Charakter
zitiert, ist dies zu vennerken (vgl. auch Kapi-
tragen.
tel25):
Das trifft nidrt in allen Wissenschaften in glei-
Leonardo da Vinci, zitiert nach Olschki (1918:
chem Maße zu; im 5pradlgebrauch der Natur-
354).
wissenschaften zeigt sich eher eine starkere Ein-
deutigkeit der Termini (vgl. Jahr 1993: 33f.).
Ungedrucktes
In der Regel wird aus gedruckten und veröf-
fentlichten Quellen, aus Biichern, Artikeln
und Aufsätzen oder aus offiziell archivierten
Quellen zitiert. Es ist aber unter Umständen
möglich, bei einigen Themen sogar erforder-
lich, sich auch aufunveröffentlichte Werke,
private Unterlagen und persönliche Mittei-
lungen zu stiitzen und aus solchen Unterlagen
zu zitieren. Dies muss jeweils in einer Anmer-
kung oder fußnote zum Zitat entsprechend
festgehalten werden:

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39

7 Literatur und Quellenangaben


7.1 Verweisen auf Literatur Gelegentlich findet sich auch noch eine
im laufenden Text Kombination der alten und neueren Art des
Verweisens, indem eine Quelle bei der ersten
Nennung in einer Fußnote vollständig an-
7.1.1 Möglichkeiten des Verweisens
gegeben und bei späteren Erwähnungen ein
auf Literatur
verweisender Kurzbeleg verwendet wird. Auf
Wenn man sim an einer Stelle des Textes diese erste umfassende Erwähnung kann aber
auf Literatur stützt oder ein Zitat einfügt, 80 verzichtet werden, weil ja die vollständigen
muss, wie mehrfach erwähnt, an dieser Stelle Angaben ohnehin im Literaturverzeichnis zu
mit genauen Angaben auf die betreffende Li- fmdensind.
teratur oder die Quelle des Zitats verwiesen
werden. Weil in einer Arbeit auf eine Quelle Autorname und Kurztitel
meist mehrfach zugegriffen wird, wäre es äu- Für den Kurzbeleg. mit dem im Text aufLite-
ßerst unökonomisch, an jeder Stelle, an der ratur verwiesen wird, haben sich verschiedene
auf eine bestimmte Quelle verwiesen wird, Fannen herausgebildet.
diese mit den vollständigen Literaturangaben Eine Möglichkeit ist die Kombination von
zu zitieren. Deshalb hat sich eine Reihe von Automame und Kurztitel. Für jede Literatur-
Möglichkeiten für Kurzverweise aufLiteratur angabe wird ein Kurztitel festgelegt. Im Text
im laufenden Text herausgebildet. wird jeweils mittels dieses Kurztitels und des
Namens des oder der Autoren auf das ent-
Veraltete Verweise und Kurzbelege sprechende Werk hingewiesen.
Früher war es, besonders in geisteswissen-
Eine ausfuhrlidle Diskussion der Konzeption
schaftlichen Arbeiten, iiblich, eine Quelle an
.Stil als Wahl. findet sidl in Sanders: Stilistik:
der Stelle des Textes, an der sie zwn ersten
87-98.
Mal erwähnt wurde, in einer Fußnote mit den
vollständigen Angaben aufzuführen. Wurde Entspredlende Untersuchungen finden sich
diese Quelle im Laufe des Textes wieder er- schon in den dreiBiger Jahren (z. B. Fleck:Wis-
wähnt, so wurde auf sie mithilfe einer Reihe senschaftlidle Tatsadle).
von Abkiirzungen, die verschiedene Unter-
Im Literaturverzeichnis wird der Kurzbeleg
scheidungen ausdrückten (a. a. 0, op. cit.,
vor die eigentliche Literaturangabe gestellt,
loc.cit., ibid., ebd.), und gegebenenfalls mit
damit er leicht aufzuschlüsseln ist:
Kurztiteln verwiesen. Seit einiger Zeit haben
sim einfacher zu handhabende, informativere Fleck: Wissenschaftliche Tatsache: Fleck, Ludwik:
Möglichkeiten des Verweisens auf Literatur Entstehung und EntwicHmg einer wissenschaft-
herausgebildet. Diese basieren auf dem Zu- lichen Tatsache. Einfuhrung in die Lehre VOOl
sarrunenwirken von verweisendem Kurzbeleg Denkstil und DenkkDllektiv. Mit einer Einleitung
im Text oder in Fußnoten einerseits und dem hrsg. von Lothar Schäfer und Thomas Schnelle.
Literaturverzeichnis andererseits. Der KUNr Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1980 (= Suhrkamp
beleg wird im Literaturverzeichnis vollständig TasdlenbudlWissensdlaft; 312) [textidentisch
aufgeschlüsselt. mit der Erstausgabe Basel 1935].

Ausleihe: 15.05.2009 00:00:00 - 23.05.2009 00:00:00. ID7ac0427d592981cI089d91b1gecaooaO Zentral- u 2009.05.18 17:13:33


40 7 Literatur und Quellenangaben

Sanders: Stilistik: Sanders, Willy: linguistische Für verfehlt halten wir die Ziel perspektive des
Stilistik. Grundzuge der StilarJillyse sprlIchlicher Chomskyanisd'len Kompetenzkonzepts (vgl.
Kommunikation. Girttingen: Vandenhoed& Rup. Chomsky 1973 a, 1973 b; Corder 1967; Seliger
red'lt 1977 (= Kleine Vandenhoed-Reihe; 1437). 1987 und viele andere. Man bead'lte aud'l etwa
die untersd'liedlichen Positionen bei Butzkamm
Referenznummern 1989; Feh 1978 und Klein 1992 b). Das Choms-
Die knappste Fonn des Kurzbelegs stellt die kyanische Kompetenzkonzept .
Verwendung einer Referenznwnmer dar. Jede
verwendete QueUe erhält eine Nurruner entr Platzieren der Verweise im Text
sprechend ihrem erstmaligen Auftreten im Bei wnfangreicheren Verweisen empfiehlt es
Text. Die Einträge des Literaturverzeichnisses sich eher, Fußnoten zu benutzen. Hingegen
sind nach den Nwnmern geordnet, die jeweils lassen sich mit dem Autor-Jahr-System Ver-
dem Eintrag in eckigen Klammern vorange- weise auf ein, zwei Titel nicht nur als Klam-
stellt werden. So kann im Text auf einen Titel mer problemlos im Text platzieren, sondern
mit der bloßen, in der Regel in eckige Klam- sogar regelrecht in den Textfluss integrieren.
mem gesetzten Referenznwnmer verwiesen
Das bei ThürmannlOtten (1992) vorgestellte
werden.
Modell bilingualen Lernens bildet.
wie in [47] dargelegt wirdl(vgl. dazu [18] und Dies fällt in eine eigentliche >Aufmerksamkeits-
[23: 34-4S])lauch: (vgl. dazu [18] und [23: lüde., um mit Frey (1996: 35) zu sprechen.
S.34-45])
Bei in den Text integrierten Verweisen stehen
Das Verweisen mit Referenznwnmern ist vor nur Jahreszahl und allenfalls Seitenzahl(en)
allem in den Naturwissenschaften verbreitet. in Klarrunern. Bildet der gesamte Literatur-
verweis einen Einschub in den Text, stehen
Name,Jahreszahi und Seitenzahl(en) in Klam-
7.1.2 Das Autor-Jahr-System
mern.
Empfehlenswert ist das so genannte Autor-
Zur so genannten >Verwissensd'laftlichung der
Jahr-System, das auch Harvard-(Zitier)system
Umgangsprache« vgl. besonders Porksen (1985)
oder amerikanisches System genannt wird.
und (1994: 265-295).
Auf jede QueUe wird im Text mit Automamen
[...] zu einem regelred'lten Pestalozzi-Mythos
und Erscheinungsjahr verwiesen. Diese KUNr
(vgl. u.a Osterwalder 1998: 56-114). Nod'l in
belege lassen sich im Literaturverzeichnis
der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts [...]
leicht aufschlüsseln und sind anschaulicher
als bloße Referenznurrunem. Eine Klammer mit einem Literaturverweis
Hinweise auf Literatur lassen sich sowohl (XY 2004: 87) steht innerhalb des Satzes, in
in einer Fußnote wie auch als Klammer im dem von XY die Rede ist. Im Gegensatz zu
Text anbringen. einem Fußnotenzeichen, das mit dieser Au-
tor-Jahr-Angabe im Lauftext eingespart wird,
Für verfehlt halten wir die 2ielperspektive
steht die Klarruner mit dem Literaturverweis
des Chomskyanischen Kompetenzkonzepts. u
also vor dem Punkt des betreffenden Satzes.
Das Chomskyanisd'le Kompetenzkonzept .
Ein Fußnotenzeichen ist typografisch nicht
U Vgl. Chomsky 1973 a, 1973 b; Corder 1967; gleich in den Lauftext eingebunden wie eine
Seliger 1987 und viele andere. Man beachte Klammer. Eine Klammer nach dem Punkt
auch etwa die untersd'liedlichen Positionen bei würde optisch näher an den folgenden Satz
Butzkamm 1989; Feh 1978 und Klein 1992 b. gerückt als an den vorangehenden, zu dem sie
inhaltlich effektiv gehört.

Ausleihe: 15.05.2009 00:00:00 - 23.05.2009 00:00:00. ID7ac0427dS92981cI089d91b1gecaOOaO Zentral- u 2009.05.18 17:13:33


7.1 Verweisen auf Literatur im laufenden Text 41

Eine frei schwebende Platzierung der Unsicherheiten bei der Jahreszahl


Klammer ist allenfalls möglich am Schluss Natürlich gibt es Quellen, bei denen frag-
von längeren, typografisch durch Einrücken lich ist, welcheJahresz.ahl am besten für den
hervorgehobenen Zitaten: Kurzbeleg zu verwenden sei, etwa bei über-
setzungen. Hier nimmt man in der Regel die
JOOOO( JOOOO( XJOOC JOOOOOOOOOO( JOOOOO( JOOOO(
Jahreszahl der deutschen übersetzung und
JOOOOOOOOC XXXXXXJOOOOC xxx JOOOO( JOOOOOOO(JOO(
gibt im Literaturverzeichnis am Schluss der
~
jeweiligen Literaturangabe die Jahreszahl der
YYY'fYY'ffflYYY YY'fYY'fYY'fffl
Originalausgabe an.
YfflY~
Auch bei Nachauflagen stellt sich die-
YfflfflfflY Y'fYY'fYY'fYY'f
se Frage. Bei unveränderten NadJ.drucken
YYY'fYY'ffflYYY YY'fYY'fYY'fYY'.
nimmt man eher die Jahreszahl der Erstauf-
(Meyer 1987: 56)
lage, bei bearbeiteten und veränderten Neu-
JOOOO( XXXXXXJOOl JOOOOOOOOOO( JOO( JOOOO(
auflagen diejenige der Neuauflage. Im Litera-
=~
turverzeichnis ist dann jeweils auch dieJah-
reszahl der Nachauflage beziehungsweise der
Genau verweisen
Erstauflage anzugeben.
Je präziser ein Verweis ist, desto mehr nützt
Bei literarischen Werken oder auch bei
er dem Leser. Deshalb sollte, wenn immer
"klassischen« Werken einer Wissenschaft ist
möglich, nicht einfach generell auf eine Publi-
das Jahr der Erstausgabe als Jahresz.ahl für
kation, sondern auf einschlägige Stellen dieser
den Kurzbeleg geeignet. Im Literaturverzeich-
Publikation verwiesen werden. Deswegen sind
nis ist selbstverständlich mit den übrigen
auch unbestimmte Verweise - S.161ff. - zu
Angaben zur benutzten Ausgabe des betref-
vermeiden; leserfreundlich sind Verweise mit
fenden Werks auch derenjahreszahl anzuge-
genauen Eingrenzungen: S.161-174.
ben.
Wenn innerhalb eines Abschnitts mehrfach
Bei Unsicherheiten bedenke man, dass es
nacheinander auf die gleime Quelle zurückge-
nicht so entscheidend ist, mit welcher Jahres-
griffen wird, so genügt für die auf den ersten
zahl der Kurzbeleg gebildet wird. Das Autor-
Verweis folgenden Verweise unter Umständen
Jahr-System ist in erster Linie ein Verweissys-
allein die Angabe der Seitenzahlen. Dies na-
tem mit der Funktion, eine eindeutige Zuord-
türlich nur, so lange nicht zwisdJenhinein auf
nungvon Kurzbeleg im Text zur vollständigen
eine andere Publikation hingewiesen wird.
Angabe im Literaturverzeichnis sicherzu-
Eine eingehende Erorterun9 der Diskussion um stellen. Diese Funktion ist gewährleistet, ob
5chulentwicklun9 bietet Meier (1998). Nach ei- man nun für den Kurzbeleg die Jahreszahl der
ner kritischen Erorterung der die Weiterbildung ersten Auflage nimmt und im Literaturver-
dominierenden Modelle (45-112), die allesamt zeichnis ersichtlich wird, dass man die fünfte
.statisch« ausgerichtet seien, entwickelt er sein Auflage benutzt hat, oder ob der Kurzbeleg
Modell einer .vital.dynamischen Schulentwick- mit der Jahreszahl der fünften Auflage gebil-
lung« (115-134). 2usammenfassend (195f.) det wird und dann dem Literaturverzeichnis
stellt er fest. zu entnelunen ist, dass die erste Auflage zehn
Jahre vor der fünften erschienen ist.
Mehrere Publikationen im gleichen Jahr Die Wahl der richtigenjahreszahl ist vor
Hat ein Autor im gleichen Jahr mehrere Publi- allem für die Anschaulichkeit des Kurzbelegs
kationen veröffentlicht, werden zusätzlich zur von Bedeutung. Mit der Zeit sind einem wich-
Jahreszahl Kleinbuchstaben verwendet: tige Publikationen zu einem Themenbereich
vertraut, sodass man sofort weiß, welche Pu-
Danneber9 1998 al Danneberg 1998 blDanne-
blikation mit Danneberg (2002) gemeint ist.
berg 1998 c usw.

Ausleihe: 15.05.2009 00:00:00 - 23.05.2009 00:00:00. ID7ac0427d592981cI089d91b1gecaOOaO Zentral- u 2009.05.18 17:13:33


42 7 Literatur und Quellenangaben

7.2 Literaturangaben ein und desselben Faches zeigt, dass sich bei
aller Beachtung der prinzipiellen Anforde-
rungen und trotz standardisierter Darstel-
7.2.1 Zur prinzipiellen Form
lungsfonnen eine Fülle von Varianten findet-
von Literaturangaben
zwnindest, was Details der Gestaltung von
Eine Literaturangabe hat zwei Funktionen Literaturangaben betrifft. Die folgenden Bei-
zu erfUllen: Mit ihrer Hilfe muss sich eine spiele geben Hinweise zur Gestaltung brauch-
angeführte Publikation eindeutig identifizie- barer Literaturangaben und präsentieren ein
ren lassen und die Literaturangabe muss alle mögliches Muster.
notwendigen Informationen enthalten, die es
ermöglichen, sich diese Publikation in einer Typografische Hinweise
Bibliothek beschaffen zu können. Die Literaturangaben im Literaturverzeichnis
werden im Interesse der besseren Lesbarkeit
Mindestangaben von der zweiten Zeile an etwas eingerückt
Um diese Funktionen erfüllen zu können, (hängender Einzug). Die gesamte Literatur-
sind bei einer selbstständig erschienenen angabe wird am Schluss durch einen Punkt
Publikation mindestens Autorname, Titel, abgeschlossen.
Erscheinungsort und Erscheinungsjahr anzu- Die Lesbarkeit des Literaturverzeidmisses
geben: lässt sich auch noch dadurch erhöhen, dass
Titel selbstständiger Veröffentlichungen mit
Donen, S.IKelly, G : Singing in the buRn.
Kursivschrift ausgezeichnet und Titel un-
Los Angeles 1956.
selbstständiger Publikationen in Anführungs-
Henschel, G.: Die wirrsten Gr"fiken der Welt.
zeichen gesetzt werden.
Hamburg 2003.

Bei unselbstständig erschienenen Publikatio-


7.2.2 Selbststandig erschienene Quellen
nen, also Zeitschriftenartikeln oder Beiträ-
gen in einem Sarrunelband, werden benötigt: Das Grundmuster für die Angaben einer
Autorname, Titel des Beitrags, Titel und selbstständig erschienenen Quelle lautet:
Erscheinungsjahr der Zeitschrift oder Titel,
Name, Vorname: Titel. Untertitel. Aufl.
Erscheinungsort und Erscheinungsjahr des
Verlagsort: Verlag Jahreszahl (= Reihe).
Werks, in dem der Beitrag erschienen ist:
5inon, E.IEvero, 1.1 Ben Trovato, A.: .Psyd'lopa-
thological description of La Furia di Caruso.• In: Name, Vorname (Jahreszahl): Titel. Untertitel.
Folia din. oto-rhinolaryngol. 6 (1948), 362-364. Aufl.Verlagsort: Verlag (= Reihe).
Garcia, A.: .Knoblaud'l, der Edelproletarier.• In:
Bei der Verwendung des Autor-Jahr-Systems
Beck, 01. et al. (Hg.): P1efferl"nd. Geschichten
hat es sich eingebürgert, die Jahreszahl in
aus der Welt der GI:'WUrze. Wuppertal2002,
runden Klammem vorne zwischen Autor-
134-145.
namen und Doppelpunkt zu setzen. Sie wird
In der Regel enthalten Einträge im Literatur- dann hinten weggelassen. Die Auflage eines
verzeichnis nicht nur die minimal notwen- Buches wird erst angezeigt, wenn es sich um
digen Angaben, sondern weitere Infonnati- die zweite oder eine weitere Auflage handelt.
onen, etwa den vollen Vornamen des Autors, Die einzelnen Angaben werden jeweils durch
die Reihe, den Verlag, frühere Auflagen oder einen Punkt getrennt, zwischen Autor und
den Titel in der Originalsprache. Titel sowie Verlagsort und Verlag steht ein
Schon ein Blick in die Literaturverzeich- Doppelpunkt:
nisse einiger wissenschaftlicher Publikationen

Ausleihe: 15.05.2009 00:00:00 - 23.05.2009 00:00:00. ID7ac0427dS92981cI089d91b1gecaOOaO Zentral- u 2009.05.18 17:13:33


7.2 Literaturangaben 43

Henschel, Gerhard: Die wirrsten Grafiken der Knapp, Karlfried et al. (2004): AngewiNldte
Welt. Hamburg: Hoffmann und Campe 2003. Lin~istik.Ein Lehrbuch. Tübingen:A. Francke
Mittelstraß, Jurgen (1974): Die Mciglidlkeit von (= UTB; 8275).
Wissensdlaft. Frankfurt a.M.: Suhrkamp (=
Bei einem von einer Institution publizierten
Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft; 26).
Werk wird der Name der Institution als Ver-
Sanders, Willy (1998): Sprachkritikastereien. 2.,
fasserangabe verwendet:
uberarb. Aufl. Darmstadt :Wissensdlaftliche
Budlgesellsdlaft. UNESCO (2005): Guidelines Ior Terminology
Polides. Formul.Jting and implementing termino-
Ist das Werk eines Verfassers übersetzt,
logy policy in liNlguage communities. Prepared
herausgegeben, eingeleitet oder mit einem
by Infoterm. Paris.
Nachwort versehen, werden nach dem Titel
übersetzer, Herausgeber oder Verfasser ei-
Sammelbande
ner Einleitung genannt. Infannationen zu
Aus einer Literaturangabe muss ersichtJidJ.
Erstauflagen, weiteren Auflagen oder dem
sein, ob ein Werk von einem oder mehreren
fremdsprachigen Originaltitel werden in ecki-
Autoren verfasst worden ist oder ob es sich
gen Klarrunem ans Ende der Literaturangabe
wn einen Sarrunelband handelt, der Beiträge
gesetzt:
versdriedener Autoren enthält. Deswegen
Fleck, Ludwik (1980): Entstehung und Entwick- ist dem Namen des oder der Herausgeber
lung einer wissenschafdichen TatsiKhe. EinfiJh- der Publikation der Vennerk (Hg.) in runden
rung in die Lehre vom Denkstil und DenkkDllek- Klammern nachzustellen.
tiv. Mit einer Einleitung hrsg. von Lothar Sdliifer
Hengartner, Thomasi Rolshoven, Johanna (Hg.)
und Thomas Schnelle. Frankfurt a. M.: Suhrkamp
(1998): Tedlnik - Kultur. Formen der Verallläg-
(= Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft; 312)
lidlung von Tedlnik - Technisches als Alltag.
[textidentisdl mit der lAufl. von 1935).
2ürich: anonas.
Weizenbaum, Jaseph (1978): Die MiKhtder
Co~uter und eie OhnmiKht der Vernunft. Über-
setzt von Udo Rennert. Frankfurt a. M.: Suhr-
kamp (= 5uhrkamp Taschenbuch Wissenschaft; 7.2.3 Unselbststandig erschienene Quellen
274) [Orig.: Co~uter Power iNld HumiNl Re6-
son. From Judgement to Cakul.Jtion. 1976).
Beitrage in Sammelbanden
Tral(ler, Hans: Die Wahrheit uber Hansel und Das Gmndmuster für die Angaben eines in
Gretel. Die Dokumentation des Mardlens der einem Sarrunelband erschienenen Beitrags
Gebruder Grimm. 19. Aufl. Frankfurt a.M.: lautet:
2weitausendeins [1.AufI.1963).
Name, Vorname (Jahreszahl): .Titel. Untrrtitel•.
Ist ein Buch von zwei oder drei Autoren ver- In: Name, Vorname (Hg.):
fasst worden, wird zwischen die Namen der Titel. Untertitel. Aufl. Verlagsort: Verlag
einzelnen Autoren ein Schrägstrich gesetzt. (= Reihe), Seitenangabe.
Bei mehr als drei Autoren wird nur der erste
Zur verdeutlichenden Hervorhebung können
Name genannt und mit der Abkürzung et al.
Titel und Untertitel des Beitrags in Anfüh-
versehen:
mngszeichen gesetzt werden.
Linke, AngelikalNussbaumer, Markusi Port-
Name, Vorname (Jahreszahl): _Titel. Untertitel«.
mann, Paul R. (1994): Studienbuch Lin~istik.
In: Name, Vorname (Hg.):
2. Aufl. Tubingen: Niemeyer (= Reihe Germa-
Titel. Untertitel. Aufl.Verlagsort: Verlag
nistisdle Linguistik; 121).
(= Reihe), Seitenangabe.

Ausleihe: 15.05.2009 00:00:00 - 23.05.2009 00:00:00. ID7ac0427dS92981cI089d91b1gecaooaO Zenlral- u 2009.05.18 17:13:33


44 7 Literatur und Quellenangaben

Die Seitenangabe kann mit oder ohne die Name, Vorname (Jahreszahl): .Titel. Untertitel«.
Abkiirzung S. erfolgen. In: Titel der Zeitschrift Bandnummer, Seiten-
angabe.
Buchner, Jutta (1998): .Technik und Ge-
schlechte. In: Hengartner, ThomllSl Rolshoven, Pobell, Frank (1987): .Supraleitung bei sehr
Johanna (Hg.): Technik - Kultur. Formen der tiefen Temperaturen«.
Veralltäglichung von Technik - Technisches als In: Naturwissenschaften 74, 168-174.
Alltag. Zurich: Chronos, 51-80.
Ein Großteil der wissenschaftlichen Zeit-
Buchner, Jutta (1998): .Technik und Ge- schriften erscheint mit einer Seitenzählung,
schlechte. In: Hengartner, ThomllSl Rolshoven, die iiber die verschiedenen Hefte einesjahr-
Johanna (Hg.): Technik - Kultur. Formen der gangs hinweg durchgeht. Erst im neuen
Veralltäglichung von Technik - Technisches als jahrgang, im neuen Band, wird neu gezählt.
Alltag. Zurich: Chronos, S. 51-80. Es gibt aber auch Zeitschriften, deren Seiten-
zählung nicht durchgeht, sondern in jedem
Innerhalb einer Arbeit sollte die Seitenangabe
Heft eines jahrgangs neu beginnt. Bei diesen
immer auf die gleidJ.e Weise vorgenommen
Zeitschriften ist auch die Heftnummer anzu-
werden.
geben.
Enthält der Titel des Beitrags Anführungs-
zeichen, werden diese durch einfache Anfüh- Wyss, Martin Ph. (2005): .Recht zeitig oder
rungsstriche wiedergegeben: rechtzeitig? Vom Umgang der Rechtsetzung mit
der Zeite.ln: LeGes - Gesetzgeoong&Evaluit-
Rosenfeld, Uta (1998): .>Auto, Leben und
tion 16, H. 3., S.13-26.
mehr ... <. Alltäglichkeit und Genuss von Auto-
mobilitäte. In: Hengartner, Thomasl Rolshoven,
Artikel aus Zeitungen
Johanna (Hg.) (1998): Technik - Kultur. Formen
Bei Zeitungen sind die Nwnmer der Ausgabe
der Veralltäglichung von Technik - Technisches
sowie das Erscheinungsdatum anzugeben:
als Alltag. Zurich: Chronos, 143-181.
Becker, Liselotte (1988): .Hindernisse fur neue
Ist der Sammelband, in dem der Beitrag er-
Supraleiter«.
schienen ist, ebenfalls als eigener Eintrag im
In: Siiddeutsche Zeitung 298, 27.Dezember
Literaturverzeichnis aufgefUhrt, so kann die
1988, 38.
Literaturangabe des Beitrags auch mittels
des Kurzbelegs des Sammelbandes gestaltet Handelt es sich um eine nidJ.t allgemein be-
werden. kannte Zeitung. gibt man nach dem Namen
noch den Erscheinungsort in Klammern an:
Buchner, Jutta (1998): .Technik und
Geschlechte. In: HengartnerlRolshoven Frank, FeliK (1987): .Der Stoff, aus dem die
(1998: 51-80). Traume sinde.
In: Der Bund (Bern) 241, 15.0ktober 1987, 18.
Rosenfeld, Uta (1998): .>Auto, Leben und
mehr ... <. Alltäglichkeit und Genuss von Auto-
mobilitäte. In: HengartnerlRolshoven
(1998: 143-181). 7.2.4 Unveröffentlichte Quellen

Unveröffentlichte Arbeiten werden wie un-


Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften
selbstständige Quellen behandelt und mit
Bei Artikeln in Zeitschriften wird kein Ort an-
der Angabe des Typs der Arbeit versehen
gegeben, hingegen die Band- oder jahrgangs-
(Diplomarbeit, Dissertation, Magisterarbeit,
nummer, an die die Seitenangabe mit Komma
Habilitationsschrift etc.).
angeschlossen wird.

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7.2 Literaturangaben 45

Sdlmidt, Dietmar (1996): _Versteht man sie? 5icard, Monique (1991): Images d'un autre
oder: Der Weg zum idealen Lehrbudl. Eine kri- monde. La photographie seientifique. Paris:
tische Untersuchung ausgewählter Lehrbucher CNRS Ima9es Media.
zur Geomorphologie«. Diplomarbeit Bonn,
Universität.

Bei unveröffentlichten Materialien aus Ar- 7.2.6 Zitieren von Internetquellen


chiven sind Autor (sofern überhaupt eruier-
Auch fiir das Zitieren von Internetquellen gilt
bar) und Titel der Quelle sowie Fundort und
das Prinzip: Die Angabe ist so zu gestalten,
Signatur anzugeben. Es werden weder Kursi-
dass die Quelle eindeutig identifiziert und
vierung noch Anführungszeichen verwendet:
lokalisiert werden kann. Es haben sich aller-
Auswandererzahlen aus dem Regierungsbezirk dings noch nicht in gleichem Maße feste Kon-
Minden. Staatsarchiv Detmold. MI.IA, 95-1 01. ventionen herausgebildet wie für gedruckte
Quellen. Eine ausfUhrliehe Darlegung des Zi-
Wenn viele Quellen eines Verzeichnisses den
tierens von Internetquellen und des Publizie-
gleichen Fundort haben, lohnt es sich, dafür
rens im Internet bietet RunkehljSiever (2001).
eine Abkürzung festzulegen.
Bei der Dokwnentation von Internetquel-
Auswandererzahlen aus dem Regierun9sbezirk len sind Schnelligkeit und Schnelllebigkeit des
Minden. STAD MI. IA, 95-1 01. Mediums zu berücksichtigen. Die Inhalte im
Netz kiinnen sich schnell und ständig ändern.
Man muss damit rechnen, dass die Quellen-
angabe eines Internetdokuments schon nach
7.2.5 Fremdsprachige Quellen
kurzer Zeit nicht mehr auf das gleiche Do-
Fiir die Literaturangaben von fremdspra- kwnent, sondern auf eine geänderte Fassung
chigen Publikationen benutzt man in der Re- verweist oder gar ins Leere führt. Deshalb ist
gel die deutsche Begriffiichkeit, schreibt also bei der genauen Angabe einer Internetquel-
(Hg.) statt (ed.) oder (&1.) und S. statt p. le immer auch das Datwn zu vermerken, an
Bei englischen Publikationen werden das dem man auf die betreffende Website zuge-
erste Wort des Titels, das erste Wort des Un- griffen oder den zitierten Newsgruppen-Bei-
tertites sowie alle weiteren Wörter außer trag gelesen hat.
Artikeln, Präpositionen und Konjunktionen Eine eindeutige Benennung eines im Inter-
großgeschrieben. net vorhandenen Dokuments ist durch den
Uniform Reaource Locator (URL) möglich, der
Winchester, Simon (199B): The Surgeon of
den Internetdienst (z.B. telnet, usenet news
Cruwthorne. A Tale of Murder, Madless ood the
oder http), das Internetprotokoll und den pfad
Oxford English Dictionilry. London: Penguin.
angibt.
Watson, James D./Crick, Franeis. H. C. (1953):
Dokumente aus dem Internet lassen sich
_Molecular Strueture of NudeicAeids.A 5true-
folgendennaßen nachweisen:
ture for Deoxyribose Nudeie Acid«. In: Nature
171, S.737f. Name, Vorname (Jahreszahl): _Titel«.
Rosenberg, Robert (2005): _Why is lee Slippe- URL: Angabe der URL [Stand: Datum der
ry?e In: Physics Today 58 H. 12, 5.50-55. Abfrage].

Bei französischen Publikationen wird übli- Bernhart, Toni (2004): _Josef Feichtinger zum
cherweise neben Namen und festen Begriffen 65. Geburtstage.
nur das erste Wort des Titels großgeschrie- URL: http://www.8un9.at/bernhart/prar/feicht.
ben. Das gilt auch für Publikationen in ande- htm. [Stand: 22.November 2005].
ren romanischen Sprachen.

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46 7 Literatur und Quellenangaben

Dokwnente aus anderen Internetdiensten PDF-Format abgespeichert und mit fest fIxier-
werden analog zitiert, wobei etwa bei News- ter Formatierung ins Netz gestellt werden.
gruppen-Beiträgen das Datum des Postings Davon wird aber nur in einigen Fällen Ge-
ohne Hinweis *Stand« angegeben werden brauch gemacht.
kann:
URls nicht trennen
Mehling, Peter (2001): >Kilogramm festlegen«.
Die URLs sind oft lang und können auch
Usenet News.de.sci.physik [30. November 20011
Punkte oder Striche enthalten. Selbst der
Wenn das Dokwnent nicht einem einzelnen kleinste Fehler in der Schreibung einer URL
Autor zuzuordnen ist, sondern von einer Insti- führt dazu, dass der Browser die eingegebene
tution stammt, wird diese angegeben. Seite nicht fmdet. Deshalb sollten in der An-
gabe einer URL keine WOrter getrennt und
Dudenredaktion (2005): >Konrad Duden«.
am Ende der angegebenen URL sollte kein
URL: http://www.duden.deI125jahrel
Punkt gesetzt werden.
konrad_dudenlbiografie.html
Ist die Trennung einer URL unumgäng-
[Stand: 6.Januar 20061.
lich - zwn Beispiel, weil die URL länger als
Physikalisch-Technische Bundesanstalt (2006): eine Zeile ist -, so bricht man auf der ersten
>Ein geschidltlicher Überblick«. Zeile nach einem Schrägstrich oder einem
UR L: http://www.ptb.deldelwegweiserl Punkt ab und scbreibt auf der nächsten Zeile
einheitenlsilfundamentalkonstanten.html weiter:
[Stand: 20. Dezember 200S1
Schrodt, Ridlard (1997): >Diesseits von Glgut
und BlbOseo.
Vollständige URls
URL: http://www.univie.ac.atIGermanistikl
Mittlerweile sind viele der im WWW zugäng-
schrodtlrechtschreibreforml
lichen Websites mit sogenannter Frame-
diesseits.html [Stand: 28.Januar 20061.
Teclmologie und einem Content-Manage-
ment-System aufgebaut. Dies hat unter ande- Am besten verzichtet man allerdings, wie be-
rem zur Folge, dass in der Adressanzeige des reits gesagt, ganz auf einen Zeilenwnbmm
Browsers oft nicht die genaue URL des auf- innerhalb einer URL, selbst wenn das zu einer
gerufenen Dokuments, sondern nur diejenige typografisch unschön gestalteten Literaturan-
einer Einstiegsseite zu sehen ist Um das zi- gabe führen mag.
tierte Dokwnent genau angeben zu können,
muss man deshalb darauf amten, auch wirk-
lich die vollständige URL eines Dokuments
7.3 Literaturverzeichnis
festzuhalten. Diese ist unter anderem beim
Berühren oder AnkIicken des Links, der zum
Das Literaturverzeichnis ist ein wesentlicher
betreffenden Dokument führt, im unteren
Bestandteil einer wissenschaftlichen Arbeit,
Rahmen des Browsers zu sehen.
der auf übersichtliche Weise Informationen
Bis jetzt ist es nicht möglich, eine Stelle in-
über die einer Arbeit zugrunde liegende Li-
nerhalb eines Dokuments genau anzugeben.
teratur oder die genauen Angaben zu einem
Beim Herunterladen einer Datei oder beim
einzelnen Titel zugänglich macht.
Ausdrucken ändern sich ja je nach verwen-
detem Programm und dessen Einstellungen
Alle verwendete Literatur angeben
sowie dem benutzten Drucker Seitenfonnate
Im Literaturverzeichnis einer Arbeit ist sämt-
und andere Formatierungen, woraus sich
liche Literatur anzugeben, die im Text zitiert,
immer wieder untersdriedliche Seitenzahlen
paraphrasiert oder erwähnt worden ist. Die
ergeben. Texte können im sogenannten

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einzelnen Titel sind als vollständige Literatur- gang, bei dem genau überpriift wird (am
angabe aufzuführen. Häufig bietet sich eine besten durch Abstreichen), ob auch wirklich
Zweiteilung des Verzeichnisses an in Quellen, jeder zitierte Text und jede erwähnte Quelle
die im Rahmen der Arbeit untersucht worden im Literaturverzeichnis aufgefUhrt ist. Einen
sind, und in wissenschaftliche Fachliteratur Kontrollgangwert ist übrigens auch die al-
zum Thema. Bei umfangreichen Literaturver- phabetisch richtige Einordnung der einzelnen
zeichnissen ist zu iiberlegen, ob nicht im In- Literaturangaben im Literaturverzeichnis. Die
teresse der übersicht eine Unterteilung nach Literaturangaben der selbstständig und un-
sachlichen Kriterien vorgenommen werden selbstständig erschienenen Literatur werden
kann. alphabetisch nach den Namen der Autoren
Ein Literaturverzeichnis einer Arbeit ist oder Herausgeber, genauer gesagt, nach dem
nicht notwendigerweise eine groß angelegte Namen des ersten Autors oder des ersten He-
Bibliografie des Themenbereichs, dem die AI- rausgebers eines Werks geordnet. Anonyme
beit zuzurechnen ist. Wenn man als Teil einer Werke werden mit ihrem Titel alphabetisch
Arbeit eine umfassende Bibliografie zu einem eingereiht (ohne Berücksichtigung eines Arti-
Thema erstellen und der Arbeit beigeben will, kels zu Beginn des Titels). Ist eine Arbeit von
so muss dieser Teil des Literaturverzeich- einer Institution herausgegeben worden, 80
nisses entspredJ.end bezeichnet werden. wird nach dem Namen der herausgebenden
Institution (z. B. Eidgenössische Materialprii-
Uteraturverzeidmis gesondert kontrollieren fungs- und Forschungsanstalt EMPA! Kultus-
Beim überarbeiten eines Textes lohnt sim ministeriwn des Landes Nordrhein-Westfa-
aller Erfahrung nach ein eigener Kontroll- len! UNESCO) alphabetisch eingereiht.

8 Zu guter letzt
Nicht alle Aspekte des Schreibens wissen- nötig. Das Verfassen wissenschaftlicher
schaftlicher Arbeiten lassen sich mit einigen Arbeiten ist, wie dargelegt, nicht zuletzt ei-
einfachen und eindeutigen Regeln erfassen. ne Sache der Erfahrung und der übung. Es
Das wäre angesichts der effektiven Vielfalt ist eine handwerkliche Angelegenheit. Eine
der in den einzelnen Wissenschaften gehand- wissenschaftliche Arbeit entsteht in mehr
habten Schreib- und Publikationspraxis kawn oder weniger mühsamer Kleinarbeit.
möglich. Schon bei einem etwas genaueren Lassen Sie sich von den wissenschaftlichen
Blick in einige Publikationen eines Faches Publikationen, mit denen Sie sich während
wird ersidltlich, dass bei aller Strenge wissen- des Verfassensihrer Arbeiten auseinander-
schaftlichen DarsteIlens sich dann doch eine setzen, nicht blenden oder gar entmutigen.
Vielfalt vor allem in Details der Gestaltung Bei diesen handelt es sich wn fertige Pro-
einzelner Darstellungselemente findet. dukte. Auch sie sind in Kleinarbeit zustande
gekommen. Vergegenwärtigen Sie sich wäh-
Abwägen und Erfahrungssadle rend des Schreibens auch immer wieder, dass
Wahrend des Schreibens wissenschaftlicher niemand von Ihnen das Jahrhundertwerk
Arbeiten ist an vielen Stellen ein Abwägen erwartet, dass Sie genau genommen >mur«

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eine Seminar-, Bachelor-, Magister-, Master-, lulle von tatsachen, diese geschlossenheit,
Diplom- oder Doktorarbeit schreiben. diese vollständigkeit, diese demonstrierte frei-
Die rigide, einschüchternd, ja unerreichbar heit von widersprUchen, beinah mochte man
wirkende Form wissenschaftlicher Publikati- glauben, dass es wahr ist, dieses rotwelsd'l ist
onen einerseits, das handwerkliche, durchaus bestechend.
machbare Arbeiten an konkreten Einzelheiten (Oswmd Wiener: die verbesserung von mittel-
andererseits - in diesem Spannungsfeld be- europa. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag,
wegt sidt, wer eine wissenschaftliche Arbeit 1972. XX). [K1einsd'lreibung im Original]
schreibt. Dies lässt sich, zugegebenenmillen
Eine wissensd'laftlicheArbeit bedeutet SpaB
etwas plakativ, mit zwei Zitaten erhellen:
haben, und es ist mit der Arbeit wie mit dem
der schreibstil der wissenschaft, Schlad'lten eines Schweines, wie die Italiener
diese knappe form, dieser logische aufbau, diese sagen: Man wirft nid'lts davon we9. (Umberto
Eco 199B: 265)

9 Literatur
Duden (2006): Duden. Deutsches Universal- an der Hochschule. Neuwied!KrlfteljBerlin:
wörterbuch 6., neu bearb. und etw. Aufl. Hrsg. Luchterhand Verlag.
von der Dudenredaktlon Mannhe1m etc. Narr, Wolf-Dleler IStary,Joachlm (Hrsg.) (1999):
Duden (2006): Duden. Die deutschBRechtschTBi- Lust und Last des w/ssenscJwftlichen
bung. 24.• völlig neu bearbeitete und erwei- Schreibens. HochschullehreriWU!n und Hoch-
terte Aufl. Hrsg. von der Dudenredakt10n schullehrer geben StudiBrenlkn rips. Frank-
Mannhelm etc. furt a.M: Suhrkamp Verlag. (0: Suhrkamp-
Eco, Umberto (1998): Wie man eine wissen- Taschenbuch Wissenschaft; 1437).
schaftliciuJ Abschlußarbeit schreibt Über- Perec, Georges (1991): C=tatrix Sopranica L.
setzt von Walter &:hlck. 7., unveränderte et autres ecrlts scientifzqUBS. Paris: Seuil
Aufl Heldelberg: C. F. Müller. (: UTB; 1512) (0: La librairie du XXe siede) [1.Aufll974].
[l.Aufll988; Orlg.: Come sifa una tesi Perec, Georges (1992): Das Soprano Prqjekt/
di laurea. Milano 1977]. Oe laculatione Thmatonis in cantatricem.
FriedrIch, Christoph (1997): Schriftliche Arbei- Übersetzt von Gerhard Pilzer. Bottlghofen
ten im technisch-naturwissenschaftlichen am Bodensee: Libelle (0: litze/steiler Libellen.
Studium. Ein Leitfaden zur effektiven Er- Ziemlich Neue Folge 4) [arig.: Perec (1991)].
m&~gundwmE~zm~~M~~ Runkehl, Jens I Siever, Torsten (2001): Das Zitat
methodEn. Mannhelm etc.: Dudenverlag im Intemet. Ein E1edronic Style Guide zum
(0: Duden Taschenbücher; 27). Publizieren, Bibliografieren und Zitieren. 3.,
Kruse, atto (1997): KeineAngm vor dem UJe- korr. Aufl Hannover: Revonnah.
ren Bwtt. Ohne SchreiJJblockai1En durchs Steinhauer, Anja (2005): Das Wörterouch der A~
Studium. 5. Aufl Frankfurt a. M. I New York: kürzungen. 5., vollständig überarbeitete und
Campus Verlag (0: campus concret; 16). erweiterte Aufl. Mannhelm etc.: Dudenverlag.
Kruse, attol Jakobs, Eva-Marial Ruhmann, Willberg. Hans Peter I Forssmann, Friedrich:
Gabriela (Hrsg.) (1999): Schliisselkom~ Erste Hilfe in Typografie. Ratgeberfiir
tenz Schreiben. Konzepte, MethodEn, Prqjekt Gestaltung mit Schrift. 3.Aufl.Mainz: Verlag
für Schreihberatung und SchreihdidiJktik Hennann Schmidt.

Ausleihe: 15.05.2009 00:00:00 - 23.05.2009 00:00:00. ID7ac0427dS92981cI089d91b1gecaOOaO Zentral- u 2009.05.18 17:13:33

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