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KLINIKUM WESTFALEN

Klinikum Westfalen GmbH


Akademisches Lehrkrankenhaus
der Ruhr-Universität Bochum
Am Knappschaftskrankenhaus 1
44309 Dortmund
E-Mail: info-luedo@klinikum-westfalen.de
Klinikum Westfalen GmbH · Am Knappschaftskrankenhaus 1 · 44309 Dortmund www.klinikum-westfalen.de

Herrn Unsere Standorte:


Hellmig-Krankenhaus Kamen
Dr. med. Fawaz Kadah Klinik am Park Lünen
Facharzt für Neurologie Knappschaftskrankenhaus Dortmund
Hafenstraße 1 Knappschaftskrankenhaus Lütgendortmund
45711 Datteln Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Knappschaftskrankenhaus Lütgendortmund
Volksgartenstr. 40
44388 Dortmund
Chefarzt Dr. Thomas Finkbeiner
Sekretariat
Telefon: 0231 6188-231
Telefax: 0231 6188-712
E-Mail: psychiatrie@klinikum-westfalen.de

02.11.2020/kS0hennm
Behandelnder Arzt: Matthias Henne
Aufnahme-Nr.: 560095665
Telefonkontakt bei Rückfragen: 0231/6188-0
Aufnahmeart: Ärztliche Einweisung
Aufenthalt: 28.09.2020 - 03.11.2020
Station/Abteilung: LD AE / LD Psychiatrie

Name: Turhan, Celal


Geburtsdatum: 12.08.1962
Wohnort: Bockenfelder Str. 265, 44388 Dortmund

Vorläufiger Arztbrief nicht zur Weitergabe bestimmt. Der endgültige ausführliche Brief
folgt, der vorläufige Arztbrief kann dann verworfen werden.

Arztbrief streng vertraulich!

Sehr geehrter Herr Kollege Kadah,

wir berichten Ihnen über o.g. Patienten, der sich im genannten Zeitraum in unserer stationären
Behandlung befand.

Diagnosen:
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen
(F33.3)
Posttraumatische Belastungsstörung (F43 .1)

Aktuelle Anamnese:
Herr T. stellte sich notfallmäßig mit fachärztlicher Einweisung zur stationär psychiatrischer Behandlung
vor. Seit drei Tagen habe er erneut die bei ihm bekannte Symptomatik, dass er die Stimme der

Sitz der Gesellschaft: Sparkasse Lünen


Pat.: Turhan, Celal geb.: 12.08.1962 Fallnummer: 560095665 Seite 2 von 5

Großmutter höre, die ihm befehlen würde andere Familienmitglieder zu verletzten. Er lebe mit diesen
Familienmitgliedern zusammen und ertrage es nicht diesen Befehlen zu folgen. Der Druck sei so groß,
dass er sich eher selber suizidieren würde als ihnen etwas anzutun. Im ambulanten Setting könne er
sich nicht von Suizidalität distanzieren, im stationäre Rahmen war er jedoch tragfähig distanziert.

Medikation bei Aufnahme:


Venlafaxin 300 mg 1-0-0-0
Quetiapin 150 mg 0-0-0-1
Quetiapin retard 50 mg 0-0-1-0
Tamsulosin 0,4 mg 0-0-1-0

Bedarfsmedikation: Quetiapin 50 mg bis zu 3-mal pro Tag bei Unruhe, Schlafstörung

Psychiatrische Anamnese:
Vier stationäre Aufenthalte im St. Marien Hospital in Eickel wegen einer rezidivierenden depressiven
Störung. Ein Suizidversuch 2012 mit Rasierklingen.
Zuletzt stationäre Behandlung bei uns von 11 /19 bis 01 /20 und tagesklinisch von 01 /20 bis 02/20 unter
der Diagnose einer schweren Episode einer rezidivierenden Depression mit psychotischen
Symptomen. Die psychotischen Symptome werden aktuell als dieselben wie zuvor beschrieben.
Ambulant bei Dr. Talpau in Solingen zuvor. Aktuell werde er bei Dr. Kadah ambulant psychiatrisch
behandelt.

Psychosoziale Situation:
Er lebe in einem eigenen Haus mit seiner Frau und seinen drei Kindern. Er sei seit 1984 verheiratet
und habe Kinder, Sohn 32, sowie die Töchter 29, 24 und 22 Jahre alt. Die 24j. Tochter wohne alleine
alle anderen wohnten zuhause. Das Verhältnis untereinander sei gut. Schulden habe er keine, lediglich
Verbindlichkeiten, finanzielle Situation sei seit 2017 schwierig. Seine Frau arbeite im Schulzentrum und
in Minijobs. Weiterhin sei ein ehemaliger Arbeitskollege, mit dem er seit 30 J befreundet sei, eine
wichtige Bezugsperson, dieser habe eine "Ersatzvaterrolle".
Gelernter Schlosser bei Opel, ca. 30 Jahre tätig bis zu schwerem Autounfall mit Schädelfraktur '09.
Danach sei er bis Januar letzten Jahres berentet, aktuell laufe Klage mit Hilfe eines Anwalts zur
weiteren Berentung.

Vegetative Anamnese:
Kein Erbrechen, keine Ubelkeit, leichte Schlafstörung, keine Änderung von Appetit und Durst. Keine
Gewichtsabnahme. Keine Allergien. Stuhlgang und Miktion regelrecht.

Suchtanamnese:
Kein Alkohol, kein Nikotin, keine illegalen Drogen.

Somatische Anamnese:
Bauchnabelhernie

Psychischer Befund bei Aufnahme:


Bewusstseinsklar und wach. Orientierung zu Ort, Zeit, Person und Situation ausreichend.
Kontaktverhalten freundlich. Auffassung intakt, Konzentration, Gedächtnis und Merkfähigkeit
mittelgradig eingeschränkt. Formaler Gedankengang eingeengt auf psychotische Symptome. Er
befürchtet, dass zuhause jemand mit einem Messer in sein Zimmer kommen würde um ihn
umzubringen. Keine Zwänge. Bedrohungserleben mit Verfolgungsidee bei mittlerer Wahndynamik.
Akustische Sinnestäuschungen, wobei er die imperative Stimme der Großmutter höre, die ihm befehle
seine anderen Familienmitglieder zu verletzen. Keine Ich-Störung. Stimmung gedrückt. Affektiv
leidend, niedergestimmt, ratlos. Antrieb reduziert. Psychomotorisch ruhig. Keine akute Suizidalität und
keine akute Fremdgefährdung. Krankheitseinsicht vorhanden. Krankheitsgefühl vorhanden.
Behandlungsbereitschaft vorhanden.

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Pat.: Turhan, Celal geb.: 12.08.1962 Fallnummer: 560095665 Seite 3 von 5

Neurologischer Befund:
Kein Meningismus, Pupillen rund, mittelweit und isokor, LR bds. + und der übrige HNST regelrecht.
AHV regelrecht. FNV regelrecht, Eudiadochokinese. Sensibilität wird als regelrecht angegeben, Gang
und Stand regelrecht. Romberg-Stehversuch unauffällig.

Körperlicher Befund:
Allgemeinzustand gut. Cor: Herztöne rein, rhythmisch und pulssynchron. Pulmo: vesikuläres
Atemgeräusch beidseits. Kein Klopfschmerz über der Wirbelsäule und den Nierenlogen. Abdomen:
regelrechte Peristaltik über allen vier Quadranten. Kein Druckschmerz, keine Abwehrspannung. Keine
Ödeme. Bauchnabelhernie.

Ruhe- EKG vom 30.09.2020:


LT, SR, HF ca. 80bpm, keine akute Ischämie. QTC ca. 41 0ms.

Relevante Laborbefunde:
Die weiteren Laborparameter sind dem Kumulativbericht zu entnehmen.

Therapie und Verlauf:


Der Patient stellte sich mit der oben beschriebenen Symptomatik in unserer Abteilung vor.

Diagnostisch gingen wir von einer schweren rezidivierenden depressiven Störung mit psychotischen
Symptomen und einer komorbiden Posttraumatischen Belastungsstörung aus.

Herr Turhan wurde auf der Station in das intensiv betreute Therapiesetting eingebunden und in ein
individuell zusammengestelltes multimodales interdisziplinäres Behandlungskonzept integriert. In
diesem Rahmen nahm Herr Turhan an folgenden Therapien teil: Ergotherapie, Gesprächsgruppe,
Gruppenaktivität, Walking, Gesprächsgruppe, PMR nach Jacobsen, Körper und Atemarbeit und
Bewegungstherapie.

Die bestehende antidepressive Pharmakotherapie mit Venlafaxin 300mg/ d wurde von uns weiter
fortgeführt. Bei der Angabe von Ein- und Durchschlafstörungen durch den Patienten erhöhten wir die
abendliche Quetiapin retard- Dosis auf 200mg/ d.

Im den psychotherapeutischen Einzelgesprächen berichtete der Patient, von der Symptomatik einer
Posttraumatischen Belastungsstörung, als Folge eines schweren und seit mehreren Jahren
zurückliegenden Autounfalls.

Im weiteren Verlauf ließen sich eine Verbesserung des Nachtschlafs sowie eine zunehmende
Stimmungsstabilisierung verzeichnen. Akustische Halluzinationen, wie Eingangs beschrieben, wurden
von Herrn Turhan nicht mehr angegeben. Im Verlauf wurden regelmäßige Belastungserprobungen
durchgeführt. In diesem Rahmen konnte Herr Turhan vermehrt Selbstwirksamkeitserfahrungen
sammeln, die ebenfalls zu einer deutlichen Stabilisierung des Patienten beitrugen.

Am 03.11.2020 konnten wir Herrn Turhan in insgesamt gutem Allgemeinzustand in Ihre geschätzte
ambulante Weiterbehandlung entlassen.

Zum Zeitpunkt der Entlassung bestand keine akute Suizidalität oder Fremdgefährdung.

Verkehrsmedizinische Beurteilung:
An die Medikation angepasst fahrtauglich.

Rechtliche Aspekte:
Freiwillige Behandlung, keine gesetzliche Betreuung.

Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit:


Arbeitsunfähig entlassen.

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Pat.: Turhan, Celal geb.: 12.08.1962 Fallnummer: 560095665 Seite 4 von 5

Medikation bei Entlassung:

Wirkstoff Handelsname Stärke Form Grund

Quetap,n HEXAL 1ü0 mg


Quet1apm FillTllabletten 100m9 Tab! 0 0 0 1 Stuck
Quet.apin HEXAL 25 mg
Cluetiap1n F,lmlabietlen 25 mg Tabl 0 0 0 2 Stück
Quellapm TA.D 200 rng
Ouetiapin 9etarctab!etlen 200 mg RetTabl 0 0 1 C Stuck
!fH11Stil-!Y3H1-fa!io O 4mg
Tarnsulos1n Haf1f:.m ve,a WirkS1lllfh&I
O 367 mg Kaps 0 0 1 0 Stuck
verdaJa -:in TAO 15~3 mg
Venlafaxin +-Jartkapselr- retmd1erl 150 mg Re\Kaps 2 0 0 C S!Uck

Bedarfsmedikation
r)uet1ap1n Q1„e1:apin HEXAL 25 mg 25 mg Tabl siehe Zusatzzeil · S:k
,,1111,abietlen

Bei Bedarf Unruhe_ Schlafstörung: 2 Stk peroral max 6 Stk pro Tag

Therapieem pfeh Iung:


Der Patient wurde über die Notwendigkeit einer regelmäßigen Überprüfung der Behandlung informiert.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Thomas Finkbeiner Dr. med. Johann Kimmich-Wruck Matthias Henne
Chefarzt Oberarzt Assistenzarzt

Dieses Dokument wurde elektronisch vidiert und ist ohne Unterschrift gültig!

Labormethode Normbereich Erster Minimum Maximum Letzter Erster &


letzter
Wert Wert
Wert
Haematologie
Leukocyten 4.4 - 11.3 K/µI 7.2 5.3 7.2 5.3 28.09.20
09.10.20
Erythrocyten 4.5 - 5.9 M/µI 5.21 5.03 5.21 5.03 28.09.20
09.10.20
Hämoglobin 14-17.5g/dl 15.9 15.1 15.9 15.1 28.09.20
09.10.20
Hämatokrit 36 - 48.2 % 46.0 44.2 46.0 44.2 28.09.20
09.10.20
Thrombozyten 202 - 356 K/µI 195 (-) 147 (-) 195 (-) 147 (-) 28.09.20
09.10.20
MCV 80 - 96 fl 88.3 87.9 88.3 87.9 28.09.20
09.10.20
mittlerer zellulärer 28 - 33 pg 31 30 31 30 28.09.20
Hämoglobingehalt 09.10.20

mittlere celluläre 33 - 36 g/dl 34.6 34.2 34.6 34.2 28.09.20


Häm pqlobinkonzentration 09.10.20

Gerinnunq

Sitz der Gesellschaft: Sparkasse Lünen


Pat.: Turhan, Celal geb.: 12.08.1962 Fallnummer: 560095665 Seite 5 von 5

Throm boplastinzeit 70 - 120 % 100 100 100 100 28.09.20


28.09.20
Internationale 0.85 - 1.15 0.94 0.94 0.94 0.94 28.09.20
28.09.20
normalisierte Ratio
KlinChemie
Glucose 70 - 110 mg/dl 96 96 96 96 28.09.20
28.09.20
Natrium 137 -147 mmol/I 141 140 141 140 28.09.20
09.10.20
Kalium 3.7 - 5 mmol/I 4.73 4.29 4.73 4.29 28.09.20
09.10.20
Calcium 2.2 - 2.7 mmol/I 2.18 (-) 2.18 (-) 2.18 (-) 2.18 (-) 09.10.20
09.10.20
Kreatin in 0.7 - 1.2 mg/dl 1.55(+) 0.84 1.55 (+) 0.84 28.09.20
09.10.20
glomeruläre Filtrationsrate 60 - 160 ml/min 49 (-) 49 (-) 100 100 28.09.20
09.10.20
Albumin 3.5 - 5.2 g/dl 5.3 (+) 5.3 (+) 5.3 (+) 5.3 (+) 28.09.20
28.09.20
Bilirubin 0.1 - 1 mg/dl 0.34 0.34 0.34 0.34 28.09.20
28.09.20
Glumatat Oxalacetat 0 - 37 U/I 58 (+) 58 (+) 58 (+) 58 (+) 09.10.20
09.10.20
Transferase
Glutamat-Pyruvat-Transa 0 - 41 U/I 107 ( +) 80 (+) 107 (+) 80 (+) 28.09.20
minase 09.10.20

Gamma-Glutamyl-Transfe 0 - 61 U/1 137(+) 137 ( +) 160 (+) 160 (+) 28.09.20


rase 09.10.20

C-reaktives Protein 0 - 5 mg/I 1.5 1.5 1.5 1.5 28.09.20


28.09.20
Schilddruese
Thyreoidea- 0.27 - 4.2 µU/ml 1.52 1.52 1.52 1.52 28.09.20
28.09.20
stimulierendes Hormon
Urine
ph im Urin 4.8 - 7.4 5.00 5.00 5.00 5.00 30.09.20
30.09.20
Spezifisches Gewicht im 1.012 - 1.03 1.030 1.030 1.030 1.030 30.09.20
Urin 30.09.20

Sitz der Gesellschaft: Sparkasse Lünen


Klinikum Westfalen GmbH Laborbericht Di, 3.11.2020 08:09

Patient: Turhan, Celal *12.08.1962 akt. Fall-Nr.: 560095665

Einsender : 56SAE/56PSY Anfostelle/Abteilung : 56SAE / 56PSY

Auftragszeitpunkt : 28.09.2020 18:03 Materialeingang Labor : 28.09.2020 21 :46


-----~------

Methode Bezeichnung Vorwert Ergebnis Einheit Normalbereich


LEUKO Leukocyten 7,2 K/µI 4,4 - 11,3
ERY Erythrocyten 5,21 M/µI 4,50 - 5,90
HB Hämoglobin 15,9 g/dl 14,0 - 17,5
HKT Hämatokrit 46,0 % 36,0 - 48,2
THROMBO Thrombozyten 195 - K/µI 202 - 356
MCV mittleres Zellvolumen 88,3 fl 80,0 - 96,0
MCH mittlerer zellulärer Hämoglobinge~ 31 pg 28 - 33
MCHC mittlere celluläre Hämoglobinkonz 34,6 g/dl 33,0 - 36,0
NRBC¾ nucleated red blood cells (Erythrol <0,1 %
QUICK Thromboplastinzeit 100 % 70 - 120
INR Internationale nonnalisierte Ratio 0,94 0,85 - 1, 15
GLUCOSE Glucose 96 mg/dl 70 - 110
NA Natrium 141 mmol/I 137-147
K Kalium 4,73 mmol/I 3,70 - 5,00
KREA Kreatinin 1,55 + mg/dl 0,70 - 1,20
GFR glomeruläre Filtrationsrate 49 - ml/min 60 - 160
ALB Albumin 5,3 + g/dl 3,5 - 5,2
BILI-GES. Bilirubin 0,34 mg/dl 0,10 -1,00
GPT Glutamat-Pyruvat-Transaminase 107 + U/I 0 - 41
GGT Gamma-Glutamyl-Transferase 137 + U/I 0 - 61
CRP C-reaktives Protein 1,5 mg/I 0,0 - 5,0
TSH TSH 1,52 µU/ml 0,27 - 4,20
COV2-ISO COV2 PCR ISOLIERUNG ERLEDIGT Neg/Pos. negativ
COV2 COV2 PCR ERGEBNIS NEGATIV Neg/Pos. negativ
COV2-TRAN COV2 PCR TRANSKRIPTION ERLEDIGT Neg/Pos. negativ
COV2-AMP COV2 PCR AMPLIFIKATION ERLEDIGT Neg/Pos. negativ
COV2-DET COV2 PCR DETEKTION ERLEDIGT Neg/Pos. negativ

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