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Verhältnis der spezifischen Wärmen

Matthias Mittendorp, Niklaus Häfliger


20. März 2009
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2

2 Experiment 2
2.1 Rüchardt / Flammersfeld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
2.2 Clément Désormes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3

3 Theorie 3
3.1 Rüchardt / Flammersfeld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
3.2 Clément Désormes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

4 Messdaten 6
4.1 Rüchardt / Flammersfeld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
4.2 Clément Désormes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

5 Auswertung 8
5.1 Rüchardt / Flammersfeld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
5.1.1 N2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
5.1.2 CO2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
5.1.3 Ar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
5.2 Clément Désormes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9

6 Fehlerrechnung 10
6.1 Rüchard / Flammersfeld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

7 Ergebnis 11

1
1 Einleitung
In diesem Versuch bestimmen wir das Verhältnis κ der Wärmekapazitäten
Cp bei konstantem Druck sowie Cv bei konstantem Volumen für verschiedene
Gase bestimmt werden. Dazu verwenden wir die Methode von Rüchardt /
Flammersfeld für die Gase N2 , CO2 und Ar, und die Methode von Clément
Désormes für Luft.

2 Experiment
2.1 Rüchardt / Flammersfeld
Der Versuchsaufbau ist in Abbildung 1 dargestellt.

Abbildung 1: Versuchsanordnung nach Rüchardt / Flammersfeld

Einer sogenannten Woulffschen Flasche wird über ein langes, dünnes Rohr
das zu untersuchende Gas (Stickstoff, Kohlendioxid, Argon) zugeführt. Mit
der Flasche verbunden ist ein Glasrohr, das in der Mitte ein kleines Loch
aufweist, und in dem sich ein beweglicher Kolben befindet. Das einströmen-
de Gas erhöht den Druck in der Flasche, wodurch der Kolben ansteigt bis er
die Bohrung freigibt. Daraufhin kann das Gas ausströmen, der Druck in der
Flasche sinkt und der Kolben fällt wieder. Durch den Gasstrom wird eine
kontinuierliche Schwingung aufrechterhalten. In der kurzen Zeit der Schwin-

2
gung findet kein nennenswerter Wärmeaustausch statt, somit betrachten wir
den Prozess als adiabatisch.

2.2 Clément Désormes

Abbildung 2: Versuchsanordnung nach Clément Désormes

In einem zweiten Versuch, dessen Aufbau in Abbildung 2 dargestellt ist,


messen wir κ von Luft. Dabei wird mit einem Blasebalg Luft in einen Behälter
gepumpt, der mit einem Flüssigkeitsmanometer verbunden ist. Durch Öffnen
eines Ventils kann der Druck im Behälter verringert werden. Erst wird Luft in
den Gasbehälter gepumpt und abgewartet, bis sich ein thermodynamisches
Gleichgewicht einstellt. Damit ist die Temperatur des Gases bekannt, und der
Druck kann abgelesen werden. In einem zweiten Schritt lässt man etwas Gas
ausströmen, was einer adiabatischen Expansion gleichkommt. In regelmässi-
gen Abständen wird nun der Druck gemessen, womit man den Druck direkt
nach dem Schliessen des Ventils bestimmen kann. Diese Angaben reichen
dann aus, um κ zu berechnen.

3 Theorie
3.1 Rüchardt / Flammersfeld
Wir verwenden folgende Variablen, um das Experiment zu beschreiben:

• κ: Verhältnis von Cv zu Cp

• m [kg]: Schwingende Gesamtmasse

3
• m1 [kg]: Masse des Kolbens

• V [m3 ]: Totales Volumen des Gases

• Vf [m3 ]: Volumen der Flasche

• d [m]: Durchmesser des Kolbens

• b [Pa]: Barometerstand

• p [Pa]: Druck in der Flasche, wenn der Kolben im Gleichgewicht ist

• ts [s]: Schwingungsperiodendauer

• ρl [kg/m3 ]: Dichte der Luft

• ρg [kg/m3 ]: Dichte des verwendeten Gases

Der Kolben im Rohr befindet sich im Gleichgewicht, wenn der Druck p


4m1 · g
p=b+ (1)
d2 · π
beträgt. Den Barometerstand b können wir nicht direkt vom Barometer ab-
lesen, da der Barometer auf Meeresniveau geeicht ist. Aus dem abgelesenen
Stand b0 berechnen wir den tatsächlichen Luftdruck b mit der Formel
 5.255
6.5h
b(h) = b0 · 1 − (2)
2.88 · 105

wobei h die Höhe über Meer ( = 473 m) bezeichnet.


Wird der Kolben aus der Gleichgewichtslage ausgelenkt, so beginnt er har-
monisch um die Gleichgewichtslage zu schwingen. Durch Lösen der entspre-
chenden Differentialgleichung kommt man zum folgenden Ausdruck, anhand
dessen man κ abhängig von der Periodendauer der Schwingung ts berechnen
kann:
64m · V
κ= (3)
d4 · p · t2s
wobei m die totale schwingende Masse bezeichnet. Diese berechnet sich
folgendermassen:
d2 · π
 
ρl + ρg
m = m1 + ·l· (4)
4 2

4
3.2 Clément Désormes
Wir verwenden folgende Variablen:

• p [Pa]: Der Druck im Behälter

• V [m3 ]: Volumen des Gasbehälters

• T [K]: Temperatur

• h [m]: Höhe des Barometerstandes

• ν: Anzahl Mole im Behälter

• Zustand 1: Vor dem Ausströmen: Zimmertemperatur, bekannter Druck

• Zustand 2: Direkt nach Ausströmen: Unbekannte Temperatur, unbe-


kannter Druck

• Zustand 3: 10 min später: Zimmertemperatur, bekannter Druck

Wir nehmen Luft als ideales Gas an, also gilt zu jedem Zeitpunkt die
ideale Gasgleichung
p·V =ν·R·T (5)
Da das Ausströmen des Gases als adiabatisch angenommen wird, gilt auch
die Adiabatengleichung
p · V κ = konstant (6)
Unter Anwendung dieser zwei Gleichungen kommt man zum Schluss, dass
ln p2 − ln p1
κ= (7)
ln p3 − ln p1

und mit der Potenzreihenentwicklung für ln(1+x) bekommt man


h2 − h1
κ= (8)
h3 − h1
womit sich κ direkt aus den Manometerständen berechnen lässt.

5
4 Messdaten
4.1 Rüchardt / Flammersfeld
Wir haben die folgenden Grössen gemessen:

• m1 (Masse des Kolbens) = 0.008681 ±10−6 kg

• d (Durchmesser des Kolbens) = 0.014 ±2 · 10−5 m

• Vf (Volumen der Woulffschen Flasche) = 0.005595 ±5 · 10−6 m3

• b (Barometerstand) = 101250 ±50 Pa

• l (Länge des Glasrohrs) = 0.101 ± 10−3 m

Die gemessenen ts Werte sind in den Tabellen 1-3 aufgelistet. Die Werte
am Ende der Tabellen sind die Mittelwerte.

20 ts [s] ts [s]
15.56 0.778
15.56 0.778
15.59 0.780
15.72 0.786
15.60 0.780
15.70 0.785
15.72 0.786
15.71 0.786
15.68 0.784
15.57 0.779
15.64 0.782
Tabelle 1: Gemessene Periodendauern für N2

4.2 Clément Désormes


Wir bestimmten folgende Werte:

• h1 = 0.451 m

• p0 = 101200 Pa

6
20 ts [s] ts [s]
16.19 0.8095
16.21 0.8105
16.27 0.8135
16.11 0.8055
16.19 0.8095
16.24 0.812
16.17 0.8085
16.13 0.8065
16.19 0.8095
16.12 0.806
16.18 0.809
Tabelle 2: Gemessene Periodendauern für CO2

20 ts [s] ts [s]
14.66 0.733
14.71 0.736
14.60 0.730
14.52 0.726
14.54 0.727
14.59 0.730
14.50 0.725
14.56 0.728
14.59 0.730
14.52 0.726
14.58 0.729
Tabelle 3: Gemessene Periodendauern für Ar

• V = 0.022 m3

• ρF l = 103 kg/m3

• T1 = Zimmertemperatur = 297 K

Nach dem Ausströmen massen wir folgende Manometerstände:

7
t [s] h [m]
10 0.397
20 0.401
30 0.403
40 0.404
50 0.405
60 0.406
300 0.407
600 0.408 = h3

Tabelle 4: Manometerstand nach dem Ausströmen

5 Auswertung
5.1 Rüchardt / Flammersfeld
Um κ aus der Formel (3) zu berechnen, müssen wir m, V , d, p und ts kennen.
V ergibt sich aus Vf und dem Volumen des Glasrohrs bis zum Loch, also
d2 · π · l
V = Vf + = 0.0056105 m3
4
und d beträgt 0.014 m. p berechnen wir anhand von Gleichungen (1) und (2)
als 96251 Pa. m und ts sind vom Gas abhängig.

5.1.1 N2
Aus Tabelle 1 ergibt sich ein Mittelwert für ts von 0.782 s. Die Berechnung
von m mit Gleichung (4 gestaltet sich etwas problematischer, hierzu brauchen
wir auch noch ρg , die Dichte von N2 . Aus Tabellenwerten bei Normaldruck
und 273 K und der idealen Gasgleichung berechneten wir folgendermassen
die Dichte bei den Bedingungen des Experiments:
ρ0 · p · T0
ρg = (9)
p0 · T
Die Temperatur T massen wir als 297 K. Damit bekommen wir für N2 (ρg,0
= 1.251 kg/m3 ) ein ρg von 1.092 kg/m3 . Für die Dichte der Luft erhalten wir
mit dem gleichen Verfahren (jedoch mit ρl,0 = 1.293, p = b) den Wert ρl =
1.123 kg/m3 .
Damit können wir nun auch m berechnen und erhalten mN2 = 0.008698
kg.
Wir haben nun alle nötigen Angaben um κ zu berechnen und wir erhalten
κN2 = 1.381.

8
5.1.2 CO2
Analog zum vorhergehenden Abschnitt erhalten wir für CO2 die folgenden
Werte:
• ts = 0.809 s
• ρg = 1.726 kg/m3
• m = 0.008703 kg
Damit erhalten wir für κCO2 = 1.291.

5.1.3 Ar
Für Argon auch nochmal das selbe:
• ts = 0.729 s
• ρg = 1.558 kg/m3
• m = 0.008702 kg
Somit ist κAr = 1.590.

5.2 Clément Désormes


Aus den Werten in Tabelle 4.2 berechnen wir den Stand zum Zeitpunkt t=0.
Dazu tragen wir graphisch die Funktion ln(h3 − h(t)) in Abhängigkeit von
t auf. Aus den so erhaltenen Werten extrapolieren wir dann h(0). Dieser
Graph ist in Abbildung 3 dargestellt. Wir erhalten ln(h3 − h(0)) = −4.257,
und somit h(0) = h3 − e−4.257 = 0.3928 m.
Damit kann man nun κ berechnen und erhält κLuf t = 1.33.
Damit man die im Theorieteil erwähnte Potenzreihenentwicklung anwen-
den kann, muss ε = ρF lp·g·h
0
i
 1 sein. Dies kann man durch einfaches Einset-
zen verifizieren und erhält für das grösste ε = 0.043.
Ebenfalls von Interesse ist die im Behälter enthaltene Gasmenge. Im Zu-
stand 1 beträgt diese
p1 · V
ν1 = = 0.892 Mol
R·T
(p1 = 100075 Pa) Im Zustand 2 und 3 ist diese gleich und beträgt
p3 · V
ν2,3 = = 0.888 Mol
R·T
Also sind dem Behälter ν1 − ν2 = 0.004 Mol Luft entwichen.

9
Abbildung 3: Linearisierung und Interpolation

6 Fehlerrechnung
6.1 Rüchard / Flammersfeld
Die meisten der zur Berechnung von κ verwendeten Grössen haben einen
Messfehler. Durch das Fehlerfortpflanzungsgesetz erhalten wir mκ , den abso-
luten Fehler auf dem berechneten κ:
s 2  2  2  2  2
∂κ ∂κ ∂κ ∂κ ∂κ
mκ = mm + mV + md + mp + mt
∂m ∂V ∂d ∂p ∂ts s

mit

10
∂κ 64 · V
=
∂m d4 · p · t2s
∂κ 64 · m
=
∂V d4 · p · t2s
∂κ 256 · m · V
= − 5
∂d d · p · t2s
∂κ 64 · m · V
= − 4 2 2
∂p d · p · ts
∂κ 128 · m · V
= − 4
∂ts d · p · t3s
Für die absoluten Fehler auf die Messwerte nahmen wir folgendes an:
• mm = 1.2 ·10−6 kg
• mV = 5.2 ·10−6 m3
• md = 2 ·10−5
• mp = 50 Pa
• mts = 10−3 s
Dies ergibt folgende Fehler:

mκN2 = 0.052
mκCO2 = 0.049
mκAr = 0.060

7 Ergebnis
Wir massen die folgenden Werte:

κN2 = 1.38 ± 0.05


κCO2 = 1.29 ± 0.05
κAr = 1.59 ± 0.06
κLuf t = 1.33

Die ersten drei Werte, die wir mit der Methode von Rüchardt / Flammers-
feld gemessen haben, sind sehr nahe an den Literaturwerten. Die Diskrepanz

11
zwischen dem κ der Luft und dem erwarteten Wert von 1.4 lässt sich da-
durch erklären, dass die Methode zur bestimmung von h(0) fehleranfällig
ist. Würde man eine Fehlerrechnung mit der steilsten und flachsten mögli-
chen Gerade machen, wäre der erwartete Wert wahrscheinlich innerhalb des
Fehlerintervalls.

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