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Vitalparameter

Lernfeld 02.2: Menschen in der Selbstversorgung/Körperpflege unterstützen


LS 02.2.B1: Beobachten des Gesundheitszustandes

Blutdruck
Herzfrequenz/Puls
Atmung
Bewusstsein
Köpertemperatur

Esada Huber, PS/LG 21/24


2 1. Blutdruck oder RR (Riva-Rocci, Erfinder der
Blutdruckmanschette)

- Der Blutdruck beinhaltet zwei Werte. Einen oberen (Systole) und einen
unteren (Diastole) Wert
- Mithilfe dieser zwei Werte lässt sich der MAD (mittlerer arterieller Druck)
berechnen:

MAD = 2 x BD diastol. + 1 x BD systol.


3
Der MAD ist ein wichtiger Parameter für die Beurteilung der Organperfusion.

Warum ist die Kontrolle und Überwachung des Blutdrucks bei zu Pflegenden
für uns als Pflegefachkräfte wichtig?
3 Was sagt der Blutdruck eigentlich aus?

Der Blutdruck gibt darüber Auskunft, wie die einzelnen Organe im Körper durchblutet
werden. Das Blut wird durch einen gewissen Druck zu den Organen transportiert, um
diese mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen.
Gleichzeitig werden dabei Stoffwechsel-Abfallprodukte und das Kohlendioxid von
den Organen abtransportiert.

Großer Blutkreislauf

Vom Herz zu den Zehenspitzen und zurück.

Kleiner Blutkreislauf

Vom Herz in die Lunge und zurück.


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5 Was passiert mit bzw. während der Systole?

- Das Herz kontrahiert sich (spannt sich an). Dadurch wird das Blut herausgepumpt.
- Herzschlagphase

Was passiert mit bzw. während der Diastole?

- Das Herz erschlafft und kann sich wieder mit Blut füllen.
- Erschlaffungsphase.

Wie wird das ganze im Körper gesteuert bzw. beinflusst?

- Hormonell (Katecholamine, Kortikosteroide)


- Vegetatives Nervensystem (Sympathikus, Parasympathikus)
- Lokal durch Vasokonstriktion
- Exogene Faktoren
6 Normwerte Blutdruck:
Mögliche Ursachen Hypotonie (niedriger Blutdruck):
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Werte unter 100/60 mmHg, je nach Alter und Geschlecht!

- Primäre Hypotonie: Keine direkten Ursachen erkennbar, eher genetische


Veranlagung

- Sekundäre Hypotonie: Vorerkrankungen, exogene (von außen) Faktoren:

• Hormonelle Störungen
• Kardiovaskuläre Erkrankungen
• Flüssigkeitsmangel
• Hitze (Körpertemperatur Aufrechterhaltung)
• Medikamente
• Ernährung

Mögliche Symptome:

- Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Schwindel, Blässe, Übelkeit


- Tachykardie
- Kalte Extremitäten
Mögliche Ursachen pathogener Hypertonie (hoher Blutdruck):
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Werte über 140/85 mmHg, je nach Alter und Geschlecht!

- Gefäßerkrankungen
- Nierenerkrankungen
- Medikamente
- Stoffwechselerkrankungen
- Chronische Schmerzen
- Psychische und psychiatrische Erkrankungen
- Schwangerschaft

Dispositionen für einen hohen Blutdruck:

- Genetisch
- Adipositas
- Alkohol, Tabak, Drogen
- Stress
- Bewegungsmangel

Cave!! Keine isolierte Disposition, sondern Zusammenspiel mehrerer Faktoren!


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10 Mögliche Symptome/Klinik Hypertonie:

- Ohrensausen
- Kopfschmerzen
- Hautrotfärbung im Gesicht
- Hervortretende Gefäßzeichnungen
- Nasenbluten

Hypertonien müssen i. d. R. medikamentös behandelt werden, da es auf Dauer


sonst zu Organschädigungen bis hin zu Schlaganfällen und Herzinfarkten kommen
kann. Hinweis Medikamente:

- ACE (Angiotensin Converting Enzyme)-Hemmer (Ramipril)


- Angiotensinrezeptorblocker (Candersatan)
- Kalziumkanalblocker (Verapamil9
- Betablocker (Metoprolol)
- Diuretika (Furosemid)
11 Mögliche Arten der Blutdruckmessung:

- Blutig = Invasiv
- Nichtblutig= Nichtinvasiv

Invasiver Blutdruck sehr genau, jedoch nur unter permanenter


Überwachung/Monitoring möglich! Hierzu wird eine Arterie punktiert und eine
durchgängige Messkanüle platziert. Nur auf IMC oder Intensiv möglich!

Nichtinvasive Methoden:

- Durch Palpation einer Arterie


- Druckmanschette
- Kompakte Geräteeinheiten
12 Kleine Aufgabe bis Mittwoch, 06.10.2021:

Bitte überlegen Sie und notieren Sie sich mögliche Antworten zu folgenden Fragen:

- Wie können wir als Pflegefachkräfte auf/bei Hypo- bzw. Hypertonien einwirken
oder reagieren?

- Welche Aufgaben beim pflegerischen Handeln haben wir als Pflegende bei der
Kontrolle und Überwachung des Blutdrucks?

Praktische Übungseinheit der Blutdruckmessung und Messung des Pulses folgt am


Mittwoch!
13 2. Herzfrequenz/Puls
Was ist der Unterschied zwischen Herzfrequenz und Puls?

1. Orte bzw. Verfahren der Messung:

Die Messung des Pulses erfolgt an peripheren (herzumgebenden, vom Herz


entfernten) Arterien durch Palpation des Herzschlages und des dadurch erzeugten,
spürbaren Überdruckes in den Arterien (Pulswelle)= Mechanische Herzaktivität

Die korrekte Messung der Herzfrequenz erfolgt ausschließlich durch ein


Elektrokardiogramm (EKG) = Elektrische Herzaktivität
14 2. Aussagen über den Gesundheitszustand des Herzens/der Blutgefäße

Bei der Palpation/Messung des Pulses lassen sich Aussagen über folgende Faktoren
treffen:

- Beschaffenheit der Gefäßwände


- Druckverhältnisse in den Gefäßen (RR)
- Füllungsgrad der Gefäße
- Rhythmus lässt sich mit der Pulsmessung nur bedingt erfassen (besser EKG), bietet
jedoch einen ersten Anhaltspunkt bei Unregelmäßigkeiten in der Herzfrequenz.

Bei bzw. mit einem EKG können Aussagen über nachfolgende Faktoren getroffen
werden:

- Rhythmusbeschaffenheit des Herzens


- Frequenz des Herzens
- Veränderungen in den Herzkranzgefäßen (Verengungen)
- Veränderungen im Herzmuskel
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Messorte Puls

Zentrale Pulse:
A. carotis, A. femoralis, A.
subclavia, A. abdominalis

Periphere Pulse:
A. radialis, A. poplitea,
A. dors. Pedis u.a.
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 Messung EKG:
Beispiele EKG:
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19 Normwerte Puls = Schläge pro Minute:
20 Wann kann der Puls erhöht sein?

- Körperliche Anstrengung
- Erkrankungen der Blutgefäße
- Flüssigkeitsmangel
- Medikamente, Drogen
- Fieber
- „Adrenalinschübe“
- Lungenerkrankungen
- Stoffwechselerkrankungen
- U. v. m.

Wann kann der Puls erniedrigt sein?

- Erkrankungen des Herzmuskels und der Gefäße


- Medikamente, Drogen
- Unterkühlung
- Sportlerherz
- Erkrankungen des vegetativen Nervensystems
- Stoffwechselerkrankungen
21 Sowohl zu niedrige als auch zu hohe Pulsfrequenzen schaden auf Dauer dem
gesamten Organismus!!

Absolute Notfälle:

Säuglinge und Kleinkinder können bereits bei 25 Schlägen weniger in der Minute
Hirnschäden erleiden!! (Bradykardie)

Bei Erwachsenen und alten Menschen ist eine Tachykardie zunächst bedrohlicher!

Erwachsene Notfall: Ab 160/Minute, je nach Vorerkrankung.

Alte Menschen Notfall: Ab 130/Minute, je nach Vorerkrankung.


22 Und jetzt?

Praktische Übungseinheit:

RR-Messung und Messung Puls


3. Atmung

Was passiert bei der Atmung


im Körper?

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24 Wie ist unsere Luft zusammengesetzt?

Unsere Einatemluft in einer Umgebung bis 1000 M. ü. M. setzt sich aus 78% Stickstoff (N),
21% Sauerstoff (O2), 0,4% CO2 und Edelgasen zusammen. Je höher das Niveau des
Meeresspiegels desto geringer die O2-Konzentration:
In einer Höhe von 2500 M. ü. M. beträgt diese ca. 15%!

Unsere Ausatemluft in der gleichen Umgebung enthält dafür nur noch 17% O2 und 4%
CO2!

Wir „verwerten“ und brauchen für unsere Stoffwechselprozesse im Körper demnach nur
sehr wenig Sauerstoff!!

Daher ist eine erhöhte Sauerstoffkonzentration (bspw. bei Beatmung) auf die Dauer
schädlich für unsere Organe! Eine Erhöhung der O2- Zufuhr reicht als Therapie in den
meisten Fällen nicht aus!
Bei physiologischer Einatmung
(Inspiration) gelangt die Luft über die
oberen Atemwege bis in die kleinsten
Einheiten des Atmungssystems, in die
Alveolen.

 Dabei wird die Einatemluft erwärmt,


befeuchtet und von groben
Schmutzteilchen gereinigt.
 Beim Gasaustausch in den Alveolen
werden die roten Blutkörperchen mit
Sauerstoff (O2) beladen und dafür wird
Kohlendioxid (CO2) entladen.

Bei physiologischer Ausatmung


(Expiration) werden Luft und anfallendes
Sekret aus den Bronchiolen wieder nach
draußen transportiert. Diese Luft enthält
folglich mehr CO2.
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26 Welche Beobachtungen können/müssen wir als Pflegefachkräfte bei der Atmung
machen und dokumentieren?

- Atemfrequenz: Wie oft atmet der*die zu Pflegende in der Minute ein und aus?

- Atemexkursion = Bewegungen des Brustkorbes während der Atmung. Gleichmäßige


Hebung und Senkung?

- Hautfärbung? Z.B. zyanotisch?

- Hautbeschaffenheit?
Normwerte Atemfrequenzen pro Minute
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28 Abweichungen von der Normfrequenz: Atemmuster

Tachypnoe = Schnelle Atmung; Hyperventilation

- Bei körperlicher Belastung


- Bei Fieber
- Bei Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems
- Bei Erkrankungen des ZNS
- Bei Erkrankungen der Lunge
- Medikamente
- Bei psychischen Erkrankungen
- Hyperventilation bei Aufregung

Bradypnoe = Langsame Atmung;


Hypoventilation

- Tiefer Schlaf
- Vergiftungen
- Opiate
- Cerebrale Erkrankungen
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30 Wie wird die Atmung gesteuert?

Die Konzentration von CO2 ist dabei entscheidend!


31 Atembeschwerden können vielfältige Ursachen haben!!

Bevor eine Therapie eingeleitet wird, muss zunächst die Ursache dafür abgeklärt
werden!

Beispiele:

- Herzinsuffizienz
- Infektionen
- Erkrankungen des Lungenparenchyms (Asthma)
- Cerebrale Erkrankungen
- Anämie (Mangel an Erythrozyten)
- Schmerzen!
- Lebensgewohnheiten (Rauchen, Drogen, Medikamente)
- U. V. m.

Merke: Ein Mangel an O2 lässt sich leichter beobachten und messen als ein
Überschuss an CO2! Eine „CO2-Narkose“ ist ein absoluter Notfall (fehlender
Atemantrieb!)und erfordert sofortige Maßnahmen wie beispielsweise Intubation und
Beatmung!
32 Atmung erleichtern?

Was können wir als Pflegefachkräfte dafür tun?

1. Mit den zu Pflegenden sprechen und beruhigen (insb. bei Orthopnoe)!

2. Lagerungsmaßnahmen

- Bauchlagerung
- Oberkörperhochlage
- Drehdehnlagen
- Herzbett
- „Kutschersitz“
- „Torwartstellung“

3. Überprüfen des Schmerzmanegements!


4. Atemtherapiemaßnahmen ausreichend? (Mediflow, CPAP-Gerät, O2-Zufuhr?)
5. Mobilisation
6. Sekretmobilisation
- Mechanisch
- Endotracheales Absaugen
4. Bewusstsein

Was bedeutet das eigentlich,


und warum müssen wir als
Pflegende das Bewusstsein
beurteilen können?

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34 Die Beurteilung bzw. Überprüfung des Bewusstseins (der Vigilanz = Wachheit) bei zu
pflegenden Personen liefert uns Informationen darüber, wie sich diese Person selbst
wahrnimmt und mithilfe eben dieser Wahrnehmung mit der Umwelt kommuniziert.

Auch bekommen wir Informationen darüber, wie die zu pflegende Person sich in der
umgebenden Umwelt bezüglich des Ortes, der Zeit und anderer Personen betrachtet,
wahrnimmt oder orientiert.

Die Beurteilung der Vigilanz ist der vierte wichtige Vitalparameter , um den
Gesundheitszustand der zu Pflegenden zu beurteilen!

Beobachtete Veränderungen einer zuvor dokumentierten Vigilanz werden als


Bewusstseinsstörung oder Verwirrtheit bezeichnet, je nachdem welche Bewusstseinslage
beurteilt wird oder werden soll.

Wir unterscheiden dabei quantitative Bewusstseinsstörungen und qualitative


Bewusstseinsstörungen.
35 Quantitative Bewusstseinsstörungen ( = Grad der Erweckbarkeit, Vorhandensein
physiologischer Schutzreflexe) können u.a. folgende Ursachen haben:

- Schädel-Hirn-Traumen
- Intoxikationen (Alkohol, Drogen, und andere Stoffe)
- Schlaganfall
- Hypertensive Krise
- Sonnenstich
- Stoffwechselstörungen (Hypo- und Hyperglykämie)
- Exsikkose („Austrocknung“ des Gehirns)
- Hypo- und Hyperthermie
- U.a.

Es existieren einige Bewertungsinstrumente zur Kontrolle und Bewertung des


quantitativen Bewusstseins.
36 Glasgow-Coma-Scale (GCS):
Dieses Instrument hat jedoch Grenzen in der Validität (Gültigkeit) der erhobenen
37 Befunde!

Bei kleinen Kindern und schwer pflegebedürftigen Personen müssen andere


Beurteilungsgrundlagen herangezogen werden:

Kinder bis drei Jahren:


38 Bei schwer pflegebedürftigen (z. B. Demenz) Personen, die bereits einen großen Anteil der
Sprachfähigkeit eingebüßt haben, können lediglich „Augen öffnen“ und „Bewegung“
überprüft werden. Dabei steht das Vorhandensein der Schutzreflexe im Vordergrund.

Schutzreflexe: Schnelle, angeborene, unbewusst ablaufende Muskelkontraktionen zum


Schutz bestimmter Organe oder Körperteile:

- Lidschlussreflex
- Würgereflex
- Schluckreflex
- Hustenreflex
- Niesreflex
- Tränenflussreflex
- Fluchtreflex
- Beugereflex
39 Die GCS-Skala wird i. d. R. von Notärzt*innen und in der Neurologie/Neurochirurgie als
Beurteilungsinstrument des Bewusstseins angewandt.
In der täglichen Beurteilung als Pflegefachpersonen orientieren wir uns an folgender Skala
bzw. Begriffen:

- Absolute Wachheit
Keinerlei Störungen des Bewusstseins liegen vor.

- Somnolenz
Auch Schläfrigkeit: Zu Pflegende wirken schläfrig, jedoch jederzeit durch einfaches und
lauteres Ansprechen erweckbar, gezielte Reaktionen.

- Sopor
Zu Pflegende weisen einen Tiefschlafähnlichen Zustand auf. Sind nur durch Schmerzreize
erweckbar, zeigen ungezielte Reaktionen.

- Koma
Zu Pflegende sind bewusstlos, reagieren auch nicht auf stärkste Schmerzreize
(Mamillenreiz). Bei einem tiefen Koma sind zudem physiologische Schutzreflexe erloschen
(je nach Ursache).
Qualitative Bewusstseinsstörungen (Informationen aus der Umwelt und in Bezug auf
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die eigene Person werden nicht richtig wahrgenommen und gedeutet.)
Mögliche Ursachen:

- Flüssigkeitsmangel
- Demenzielle Erkrankungen
- O2-Mangel
- Alkohol, Drogen, Medikamente
- Psychiatrische Erkrankungen
- Schlafmangel
- U. a.

Zur Beurteilung werden folgende Kriterien der kognitiven Leistungsfähigkeit


herangezogen:

- Zeitliche Orientierung (eigene Person und Umwelt)


- Örtliche Orientierung
- Situative Orientierung (eigene Person und Umwelt)
- Personale Orientierung (eigene Person und Umwelt)

Eine akute qualitative Bewusstseinsstörung wird als Delir bezeichnet.


41 Qualitative Bewusstseinsstörungen stellen häufig eine Herausforderung im Umgang mit
den zu Pflegenden dar.

Die von zu Pflegenden dargestellten Wahrnehmungen ihrer Person und Umwelt führen
bisweilen zu erheblichen Schwierigkeiten im Salutogenese-Prozess und in einer
dauerhaften Betreuung.

- Hinlauftendenz
- Nahrungsverweigerung
- Aggressivität gegenüber der Umwelt oder sich selbst
- Nicht-Kooperation bei therapeutischen Maßnahmen
- Psycho-Somatisches „Hereinsteigern“
- U. a.

Spezielle Kommunikationsformen aber auch Medikamente werden zur Erleichterung und


Linderung eingesetzt, um gefahren für zu Pflegende und Pflegende abzuwenden.
5. Körpertemperatur

Die konstante Aufrechterhaltung unserer


Körpertemperatur bei ca. 37 Grad Celsius ist
für alle Stoffwechselvorgänge extrem
wichtig.

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43 Eine exakte Feststellung der Körpertemperatur kann nur durch Messung erfolgen!
Dazu gibt es unterschiedliche Messstellen und Messmethoden:

Messstellen: Messmethoden:

- Rektal - Analog (Flüssigkeitssäule steigt oder sinkt)


- In den Achselhöhlen (axillär) + 0,5 - Digital (Wert wird durch Zahl angezeigt)
- Unter der Zunge (sublingual) + 0,3 - Messfühler in Blutanalysegeräten
- In der Leistengegend + 0,2 - Infrarotmessung
- Im Ohr
- Stirn
- Blut
44 Klinische Zeichen (Symptome) von veränderter Körpertemperatur können sein:

- Blässe und Rötungen der Haut


- Zittern, Gänsehaut, Schüttelfrost
- Schwitzen
- Verminderte Urinausscheidung
- Appetitlosigkeit
- Extreme Müdigkeit
- Durstgefühl
- Verwirrtheit
- Heiße Stirn oder Nacken
- Kopf- und Gliederschmerzen

Vorsicht: Bei Säuglingen und kleinen Kindern müssen diese Zeichen nicht vorhanden
sein! Bei vielen Kindern lässt sich anhand dieser Zeichen oft nicht vermuten, dass sie
z. T. hohes Fieber haben! Bei Neugeborenen ist hohes Fieber immer ein Notfall, da
sie noch keinerlei eigene Abwehrmechanismen gegenüber der Umwelt besitzen.
Deshalb: Rektal messen!!
Ursachen von Fieber ab 38,6 Grad Celsius (Hyperthermie):
45
- Flüssigkeitsmangel
- Infektionen (Humorale und zelluläre Immunabwehr)
- Erkrankungen des ZNS
- Hyperthyreosen
- Stoffwechselstörungen
- Sonnenstich
- Tumore und Leukämien
- Maligne Hyperthermie

Ursachen von Unterkühlung ab 33 Grad Celsius (Hypothermie):

- Nach Operationen
- Während kalten Wintern unter Alkohol- und Drogeneinfluss
- Früh- und Neugeborene (Verhältnis Gewicht zu Körperoberfläche)
- Cerebrale Erkrankungen (Störungen der Temperaturregulation)
- Großflächige Verbrennungen
- Medikamente
Temperaturregulation:

Das Regelzentrum für die Körpertemperatur


befindet sich im Hypothalamus. Durch
Messrezeptoren und hormonelle Steuerung wird
eine konstante Körpertemperatur zwischen 36.5
und 37.5 Grad Celsius aufrecht erhalten.
Durch erhöhten Stoffwechselbedarf (bsp.
Infektionen) wird die Temperatur so
hochgefahren, dass Soffwechselvorgänge
beschleunigt werden.
Dies ist eine physiologische Reaktion des
Körpers!

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Bei hohem Fieber (ab 39,5) und bei Hypothermie (ab 34,0) sind Maßnahmen
47 erforderlich, um die Körpertemperatur zu senken bzw. zu erhöhen.

Hohes Fieber stellt eine erhebliche Belastung für das Herz-Kreislaufsystem dar
(Fieberkrämpfe bei Säuglingen und Kleinkindern)!
Mögliche Maßnahmen zur Temperatursenkung:

- Physikalische Kühlung (Wadenwickel, Körperstammkühlung, kühle Infusionen, kalte


Magenspülung)
- Chemische Intervention durch Antipyretika (Paracetamol, Ibuprofen, Novalgin und
bei Notfällen ASS (Aspisol) intravenös)
- Nicht zu schnell senken, da Kreislaufkollaps droht!

Eine Unterkühlung stellt eine Belastung für lebensnotwendige Stoffwechselvorgänge


dar (bspw. Blutgerinnung, Immunabwehr).
Mögliche Maßnahmen zur Temperaturerhöhung:

- Warm zudecken!
- Warme Getränke oder warme Infusionen!
- Wärmedecke
- Kirschkernkissen
- Keine Wärmeflasche!!!!
Geschafft!!!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!


Literatur:

O. A. (2020): Pflege, I care-Reihe. Stuttgart, New York: Georg Thieme Verlag, S. 332-
341, S. 950-965.

O. A. (2020): Krankheitslehre, I care-Reihe. Stuttgart, New York: Georg Thieme


Verlag, S. 262-268, S. 308-378.

Vogler, Christine (Hrsg.) et al. (2020): Pflegias 2. Pflegerisches Handeln. Berlin:


Cornelsen Verlag GmbH, S. 376-381, S. 404-419, S. 459-451.

Vogler, Christine (Hrsg.) et al. (2020): Pflegias 1. Grundlagen der beruflichen Pflege.
Berlin: Cornelsen Verlag GmbH, S. 598-603.
Quelle Bilder:

Kreislauf:

https://www.google.de/url?sa=i&url=https%3A%2F%2Fwww.gesundheitsinformation.de%2Fwi
e-funktioniert-der-
kreislauf.html&psig=AOvVaw2CQpWhA_ubgv85Is2gQZsg&ust=1633238004019000&source=i
mages&cd=vfe&ved=0CAYQjRxqFwoTCLiQu-r7qvMCFQAAAAAdAAAAABAE

Normwerte RR:
https://www.cora.health/de/ratgeber/content/images/2018/12/blutdruck-normalwerte-
nach-alter.jpg

https://www.ergo-impulse.de/media-assets/infografik-klein-krankentagegeld-ergo-impulse-2.jpg
Messstellen Puls.

https://www.thieme.de/statics/dokumente/thieme/final/de/dokumente/tw_pflegepaedagogik/abb-
16-01-pulsmessorte.jpg

Messung EKG:

https://image.jimcdn.com/app/cms/image/transf/dimension=1920x400:format=png/path/s56d127ce
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https://www.praxisvita.de/assets/styles/660x/public/ekg-erkennt-herzrhythmusstoerungen.jpg

Normwerte Puls:

https://www.cora.health/de/ratgeber/content/images/2018/12/puls-normalwerte.jpg

Atmung:
Atmung:

https://www3.hhu.de/biodidaktik/Atmung/start/regelung/bildrege/regel2.jpg

https://a.storyblok.com/f/92467/500x447/db8119dda9/atemwege_500px_wo.jpg

https://thumbs.dreamstime.com/b/alveole-der-lunge-gasaustausch-lokalisiert-auf-wei%C3%9Fem-
hintergrund-110701044.jpg

https://cf.ppt-online.org/files/slide/n/n0leytKWxNRB9T4VdfDpqa321cwCkPX5sUObiF/slide-13.jpg

https://media.springernature.com/full/springer-static/image/art%3A10.1007%2Fs10049-009-1237-
7/MediaObjects/10049_2009_1237_Fig2_HTML.gif
Bewusstsein:

https://ais.badische-zeitung.de/piece/06/5e/84/5d/106857565-h-720.gif

GCS:

https://www.dgu-online.de/fileadmin/_processed_/csm_glasgow_coma_scale_85bcb86e77.jpg

https://www.medix.ch/media/tinymcewysiwyg/bildschirmfoto_2020-12-15_um_19.07.05.png

Körpertemperatur:

https://www.eike-klima-energie.eu/wp-content/uploads/2019/07/fieber_1.png

https://lh3.googleusercontent.com/proxy/6R3KMvAKZEMweqAgYVJittB66Kf39IEYGLgom1q2HmUXxCWe3
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