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Galvanotechnik

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2011

Inhaltsverzeichnis
1 Begriff der Galvanotechnik 2

2 Anwendung 2

3 Verfahren 2

4 Elektrolytisches Galvanisieren
mit löslicher Anode 3
4.1 Beschreibung des Versuchsaufbaus . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
4.2 Beispiel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
4.2.1 Verwendete Mittel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
4.2.2 Eigenschaften des Nickelelektrolyts . . . . . . . . . . . . . 3
4.2.3 Anforderungen an die Gleichspannungsquelle . . . . . . . 4
4.2.4 Versuchsaufbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
4.3 Ablauf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
4.3.1 Elektrolyt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
4.3.2 Kathode . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
4.3.3 Anode . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

5 Elektrolytisches Galvanisieren
mit unlöslicher Anode 6
5.1 Beschreibung des Versuchsaufbaus . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
5.2 Ablauf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

6 Chemisches Galvanisieren - Kontaktverfahren 8


6.1 Beschreibung des Versuchsaufbaus . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
6.2 Beispiel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
6.2.1 Verwendete Mittel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
6.2.2 Versuchsaufbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
6.3 Ablauf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

1
1 Begriff der Galvanotechnik
Der Begriff ist nach Luigi Galvani, dem Entdecker des Galvinismus (Erforschung
von Muskelkontraktion durch elektrischen Strom) benannt.
Galvanotechnik bezeichnet allgemein eine elektrochemische Abscheidung metal-
lischer Niederschläge auf Gegenständen. Das bedeutet, dass nicht nur Metalle
behandelt werden können, es ist auch möglich Objekte, die elektrisch leitend
gemacht wurden zu galvansieren.1

2 Anwendung
Für dekorative Zwecke:
Zur Verbesserung der Optik, daher ist die aufgetragene Schicht meist dünn.
Beispiele hierfür sind das Verchromen oder Vergolden von Gegenständen.

Zur Steigerung der Funktionalität:


Wird angewendet, um die Eigenschaften eines Materials zu beeinflussen und zu
verbessern.1
• Korrosionsschutz
• Verbesserung der Leitfähigkeit
• Verschleißschutz
• Erhöhung der Gleitfähigkeit (z.B. Hydraulikzylinder)

3 Verfahren
Die Galvanotechnik umfasst eine Vielzahl verschiedener Verfahren.
Einige Beispiele sind1 :
• elektrolytisches Galvanisieren
• chemisches Galvanisieren
– Kontaktverfahren
– Reduktionsverfahren
• Gestellgalvanisieren
• Leiterplattenherstellung
1 Vgl. Galva-projekt.de: “Galvanotechnik”,

http://www.galva-projekt.de/doku.php?id=galvanotechnik.

2
4 Elektrolytisches Galvanisieren
mit löslicher Anode
4.1 Beschreibung des Versuchsaufbaus
Das bekannteste Verfahren stellt das elektrolytische Galvanisieren dar. Unter
der Einwirkung eines elektrischen Stromes wird ein chemischer Prozess erzwun-
gen, der zur Abscheidung eines Metalles führt.

Eine Gleichstromquelle sorgt für die nötige Energiezufuhr. Ein Teil der gelie-
ferten elektrischen Energie wird in chemische Energie umgewandelt. Das Funk-
tionsprinzip ist das Gegenteil einer Batterie, welche chemische in elektrische
Energie umwandelt.

Ein Gefäß wird mit einem Elektrolyt befüllt. Die Flüssigkeit leitet nach dem
Anlegen einer Spannungsquelle den elektrischen Strom, ist also ein Leiter zwei-
ter Klasse. Die Leitfähigkeit ist auf die Ionen zurückzuführen, d.h. die Atome
oder Verbindungen der Flüssigkeit sind nach Außen positiv oder negativ geladen.

In die Flüssigkeit werden zwei Elektroden getaucht und mit einer Span-
nungsquelle verbunden. Durch Polarisation entstehen Anode (+) und Kathode
(-). Aufgrund des Potentialunterschieds entsteht ein elektrisches Feld zwischen
den Polen. Durch die im Feld bewegten Ionen der Flüssigkeit, schließt sich der
Stromkreis. 2

4.2 Beispiel
4.2.1 Verwendete Mittel
Elektrolyt: NiSO4 - Nickelsulfat
Anode: Ni - Nickel
Kathode: Me - Metall

4.2.2 Eigenschaften des Nickelelektrolyts


Nickelelektrolyte sind eine der am häufigsten verwendeten Elektrolyte in der
Galvanotechnik. Sie kommen häufig vor der Verchromung zum Einsatz, um eine
haft- und glanzvermittelnde Schicht zu erzeugen. Früher wurden sie oft für de-
korative Zwecke verwendet. Die Anwendung in diesem Bereich ist mittlerweile
stark eingeschränkt, da das verwendete Nickel bei vielen Menschen eine allergi-
sche Reaktion auslöst. Da Nickelschichten sehr schnell anlaufen, d.h. oxidieren,
werden sie häufig verchromt.3

2 Vgl. Galva-projekt.de, “Grundlagen der Metallabscheidung”,

http://www.galva-projekt.de/content/21-grundlagen-der-metallabscheidung.html.
3 Vgl. Galva-projekt.de: “Nickelelektrolyte”,

http://www.galva-projekt.de/doku.php?id=nickelelektrolyte.

3
Abbildung 1: Strukturformel Nickel-sulfat4

4.2.3 Anforderungen an die Gleichspannungsquelle


Die Verbindung zur Gleichspannungsquelle ist getrennt. Nach dem Eintauchen
der Elektroden in das Elektrolyt, kann dennoch eine Spannung zwischen diesen
gemessen werden. Um die Elektrolyse durchführen zu können, muss eine Zersetz-
sungsspannung angelegt werden. Sie setzt sich aus der bereits gemessenen Diffe-
renz der Redoxpotentiale und der Überspannung zusammen. Die Überspannung
entsteht durch Ablagerungen von Abscheidungsprodukten auf den Elektroden,
welche einen Austausch von Elektronen behindern.5

4.2.4 Versuchsaufbau

Abbildung 2: Elektrolyse von Nickelsulfat mit löslicher Anode

5 Vgl. Wikipedia: “Nickel(II)-sulfat”,

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Nickel(II)-sulfat&oldid=87759264.
5 Vgl. chempage.de: “Elektrolyse (Abscheidungspotential, Überspannung)”,

http://www.chempage.de/theorie/elektrolyse.htm.

4
4.3 Ablauf
Erklärung der Vorgänge in den einzelnen Elementen des Versuchsaufaufbaus.6

4.3.1 Elektrolyt
Es kommt zu einer elektrolytischen Dissoziation, bei der das im Wasser gelöste
Salz in positive und negative Ionen zerlegt wird.
Im Beispiel: zweifach positiv geladene Nickel-Kationen und zweifach negativ
geladene Sulfat-Anionen.

N iSO4 = N i2+ + SO4 2− (1)

Durch das vorherrschende elektrische Feld wandern die entstandenen Ionen in


Richtung der gegensätzlich geladenen Elektroden.

4.3.2 Kathode
Die positiv geladenen Ionen des Elektrolyts bewegen sich zur Kathode, dort
angekommen nehmen sie Elektronen auf. Durch die stattfindende Reduktion
entstehen neutral geladene Atome/Verbindungen, die sich im Gitterbau der Ka-
thode anlagern.
Dieser Vorgang wird Abscheidung genannt und ist eine Reduktion.

N i2+ + 2e− −→ N i (2)

4.3.3 Anode
Der Anode werden Elektronen entzogen. Durch ihre Löslichkeit versorgt sie die
Flüssigkeit mit Ionen, wodurch der Metallgehalt in dieser aufrecht erhalten wird.
Es findet eine Oxidation statt.

N i −→ N i2+ + 2e− (3)

6 Vgl. Gaida, Bernhard: “Einführung in die Galvanotechnik. Grundlagen der chemischen,

elektrochemischen, physikalischen und elektrotechnischen Begriffe”. S. 170f.

5
5 Elektrolytisches Galvanisieren
mit unlöslicher Anode
5.1 Beschreibung des Versuchsaufbaus
Der Aufbau ist, bis auf den Austausch der Nickel-Anode mit einem Platinblech,
identisch mit dem Vorherigen.

Abbildung 3: Elektrolyse von Nickelsulfat mit unlöslicher Anode

5.2 Ablauf
Auch hier überzieht sich die Kathode mit einer Nickelschicht. An der Anode
steigt Sauerstoff auf, erkennbar durch Blasenbildung. Um den Stromkreislauf
aufrecht zu erhalten, muss die Anode mit Elektronen versorgt werden. Im vor-
heringen Ablauf wurde dies durch ein Auflösen des Nickels erreicht. Das verwen-
dete Platinblech löst sich jedoch nicht zu Platinionen, deshalb müssen Bestand-
teile des Elektrolyten, also Moleküle des Wassers oder Anionen oxidiert werden.

In verdünnten Elektrolyten wird aufgrund des geringeren Angebots an Sul-


fationen überwiegend eine Oxidation von Wassermolekülen erfolgen.

H2 O −→ 2H + + O + 2e− (4)

In konzentrierten Elektrolyten wird es überwiegend zu einer Bildung von


Persulfat (S2 O8 2− ) kommen.

2SO4 2− −→ S2 O8 2− + 2e− (5)

6
Das entstandene Persulfat zerfällt in weitere Teile und bildet mit einem Was-
sermolekül Schwefelsäure H2 SO4 . Der Nickel-sulfat-anteil der Lösung geht zu-
nehmend verloren, während der Anteil an Schwefelsäure zunimmt.7

7 Vgl. Gaida, Bernhard: “Einführung in die Galvanotechnik. Grundlagen der chemischen,

elektrochemischen, physikalischen und elektrotechnischen Begriffe”. S. 171f.

7
6 Chemisches Galvanisieren - Kontaktverfahren
6.1 Beschreibung des Versuchsaufbaus
Zwei Elektroden verschiedenen Metalles werden in ein Elektrolytbad gegeben.
Über einen Spannungsmesser werden sie leitend miteinander verbunden. Die
verwendeten Metalle müssen unedler als die im Elektrolyt vorkommenden Me-
tallionen sein.
Je unedler ein Metall, desto höher sein Bestreben Elektronen abzugeben.

6.2 Beispiel
6.2.1 Verwendete Mittel
Elektrolyt CuSO4 - Kupfersulfat
Metall 1 Fe - Eisen
Metall 2 Al - Aluminium

6.2.2 Versuchsaufbau

Abbildung 4: Versuchsaufbau des Kontaktverfahrens

6.3 Ablauf
Beide Metalle gehen als Metallionen in Lösung, dadurch bleiben Elektronen auf
den Elektroden zurück. Da Aluminium edler als Eisen ist, gibt es mehr Ionen
ab.

8
F e −→ F e2+ + 2e− (6)

2Al −→ 2Al3+ + 6e− (7)

Es entsteht ein Potentialunterschied zwischen den Metallen. Über den ange-


schlossenen Verbindungsdraht findet ein Elektronenfluss zum höher gelegenen
Potential des Eisens statt. Die im Elektrolyt befindlichen Kupferionen werden
von den Elektroden, hauptsächlich von der positiv geladenen Elektrode, angezo-
gen. Dort angekommen nehmen sie Elektronen auf und werden zu Kupferatomen
reduziert, wodurch sie sich in den Gitterbau der Elektroden eingliedern.

Cu2+ + 2e− −→ Cu (8)

Das unedlere Metall, in diesem Fall das Aluminium, wird als Kontaktmetall be-
zeichnet. Auch dort kommt es zu einer Abscheidung von Kupfer. Ist die Ober-
fläche vollständig bedeckt, ist das Verfahren beendet. 8

8 Vgl. Gaida, Bernhard: “Einführung in die Galvanotechnik. Grundlagen der chemischen,

elektrochemischen, physikalischen und elektrotechnischen Begriffe”. S. 164f.

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Abbildungsverzeichnis
1 Strukturformel Nickel-sulfat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
2 Elektrolyse von Nickelsulfat mit löslicher Anode . . . . . . . . . . 4
3 Elektrolyse von Nickelsulfat mit unlöslicher Anode . . . . . . . . 6
4 Versuchsaufbau des Kontaktverfahrens . . . . . . . . . . . . . . . 8

Literatur
[1] Gaida, Bernhard: “Einführung in die Galvanotechnik. Grundlagen der
chemischen, elektrochemischen, physikalischen und elektrotechnischen
Begriffe”. 8. Auflage. Saulgau(Württ.): Eugen G. Leuze Verlag, 2004.
[2] Galva-projekt.de: “Galvanotechnik”, Version vom 18. No-
vember 2010, 05:14 Uhr, abrufbar unter http://www.galva-
projekt.de/doku.php?id=galvanotechnik, (28. April 2011).
[3] Galva-projekt.de, “Grundlagen der Metallabscheidung”,
Version vom 27. Oktober 2010, 09:00, abrufbar unter
http://www.galva-projekt.de/content/21-grundlagen-der-metallabscheidung.html,
(28. April 2011).
[4] Galva-projekt.de, “Nickelelektrolyte”, Version vom 9. No-
vember 2010, 06:52 Uhr, abrufbar unter http://www.galva-
projekt.de/doku.php?id=nickelelektrolyte, (28. April 2011).
[5] Chempage.de, “Elektrolyse (Abscheidungspotential, Überspannung)”,
abrufbar unter http://www.chempage.de/theorie/elektrolyse.htm, (28.
April 2011).

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