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Atlas Histologie

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Atlas Histologie
Herausgegeben von Ulrich Welsch

7., neu bearbeitete Auflage


528 A bbildungen ~

l S TabeHen

URBAN & FISCHER


ELSEVIER
URBAN & FISCHER München • Jena
Zuschriften Wld Kritik an:
F.lsc,·icr GmbH. l}rban & Fischer Verlag, Lektorat für Medi7.iostudium. Alexander Gattoarzik. KaristraBe 45. 80333 München
e-mail: me<lizinstudium<ä'elsevic r.de

Anschri_ft des HerartSgebus:


Prof. Dr. med . Dr. rer. nat. Ull'ich Welsch
Anatomische Ans talt , Lehrstuhl ll
d~r l.udwig-Ma~imilian~·Universität
Pettenkoferstr. 11, 80336 München

I. A uflagc 1975 ISHN 3-541-07371 ·3


2. Auflage 1979 ISBN 3-541-07372-1
3. Auflage 1985 !SßN 3-541 -07373-X
4. A uflagc 1994 l~ßN 3-541-07374-8
5. Auflage 1997 ISBN 3-541 -07375·6
6. Auflage 2002 ISß N 3-437-43'140-4
Das Huc.h erschie n bis >.ur 4. Aunagc unter dem Titel: Sobona!Hammerserl, Histologie.
BisS. Autl. im Verlag Urb11n und Schwarzcnbe rg. MUnchen-Wien-Baltimorc
Ausgaben in 10 Fremdsprache n:
Frarw1Jsisch
Griechisch
Indonesisch
ltalicnisch
Japanisch
Kroatisch
Polnisch
Portugiesisch
Spanisch
Törltisch
~ füt Übersetzungen b~w. Lizenzen bei Klsevter GmbH

Blbliograflsdte Information Der Deutselten Bibliothek


Pie Deutsche Bibliothek ver•.cichnel di.,sc Publikation in der Deut~chcn Nationalbihlillgrafic; detailli~rt~ hihlingrafische Daten
sind im Internet über hrtp;fl.dob ddllJk abrufbnr.

Alle R..chte vorbehaUen


7. Auflage 2005
ISBN 3-437-43141·2
© 2005 Elsevier G mbH, Münche n
Der Urban & Fischer Verlag ist e in lrnprinl der E lsevier GmbH.

Das Werk einschließlieb aller se.iner Teile ist urheberrechtlich geschützt. J ede Verwertung außerhalb de r engen G renzen des
Urhchcrrcchtsgesetzcs ist t'>hne Zu~timmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vcrviclfliltigungcn.
Übersetzungen. Mikrovcrl'i lmungcn und die F.inspcichcrung und Verarbeitung in elektronischen Syste men .

Progra mmleitung: Dr. med. Dorothea He nnessen


Lektorat: Dr. rer. nat. Andren Beilmann
Rc<.h.tktion: Martinu Rruun
Herstellung: Peter Sutterlitte
Compute rgraphiken: Michael Budowiek
Druck und Bindung: Kastne r & Callwe~·. Forstinning
Umschlaggestallung; SpieS>Dc>ign. N~u-Uim

Aktuelle lnfom1alioa en tinden Sie im Internet unter ,.....,.,,else•i er.d e


Vorwort zur siebten Auflage
Wie die gesamte belebte Welt ist die Morphologie ein plexe strukturelle Sachverhaltt: anschaul ich illustrieren,
Haus mit vielen T üren und vielen Ebenen, von denen z. B. die Feinstruktur des Zah nsehrnetzes oder der Podo-
eine so wichtig ist wie die andere und die alle aufeinan- zyten in den Nierenkörperchen. Die vielen neuen licht-
der bezogen sind, aufeinande r aufbauen und sich stetig mikroskopischen Bilder stammen von Geweben. die in
wandeln. Die zurzeit im Vordergrund stehende mole- den Kunststoff Metacrylat eingebettet wurden. Dies er-
kulare Ebene erhält ihre n Sinn in der Zusammenschau laubt die Anfertigung sehr dünner (1- 1,5 )Hn) Schniue,
mit lebendigen morphologischen Strukturen. die ihrer- was eine ausgezeichnete Strukturauflösung bedingt.
seits durch den Zuwachs an ,.molekularem" Wissen Viele ne ue imm unhistochcmische Präparate tragen dem
ständig dazugewinnen. Erkenntnisfortschritt und dem verbre iteten Einsa tz die-
Sichere Grundlagen in Zyto logie, Histologie und mi- ser Technik in der klinischen Forschung Rechnung.
kroskopischer Amitornie sind in der Medizin nach wie Beim Nervengewebe konnte n einige neue Abbildungen
vor wesentliche Voraussetzungen für das Verständnis vom peripheren und zentralen Ne rve nsystem des Men-
der normalen Organfunktion und ihrer Veränderungen schen eingefügt werden.
bei Krankheiten. Der anschaulichen Vermittlung dieser Bei de r Vorbereitung für diese 7. Auflage halfen dan-
Grundlagen dient der vorliegende Atlas. kenswerterweise eine ganze Reihe von Studentinnen
D er Sobotta-Atlas Histologie hat sich in den vergan- und Studenten mit guten Hinweisen auf Verbesserungs-
geneo Jahren beim Lernen für Testate und Examen in möglichke iten und auch mit konkreter Kritik. Hinsiebt-
der Vorklinik bzw. im ersten Studienabschnitt vieltau- lieh der Beschaffung von Material möchte ich besonders
sendfach bewährt. Dies betrifft sowohl das Studium in Herrn Prof. F.-J. Kaup, Frau Dr. K . Mätz-Rensing und
Kursen oder Übungen als auch Vorbereitung auf die Herrn Prof. E . Fuchs vom Deutschen Primatenzentrum
Kurse und Nacharbeiten abends und am Wochenende in Göttingen danken.
zu Hause. Zuschriften zeigen, dass er auch für ältere Im eigenen Lehrstuhl danke ich für ihre Hilfe auch bei
Semester und (ertig ausgebildete Är7.te zum raschen dieser Neuauflage ganz besonders Frau A. Asikoglu,
A uffrischen des Gedächtnisses nützlich ist, wenn es dar- Frau S. Derfuß. Frau U. Fazekas, Frau S. Herzmann,
um geht, ein Krankheitsbild mit betroffenen histologi- Frau C. Köhler, Frau B. Reyerman, Herrn B. Riedels·
schen Strukturen zu korrelieren. beimer, Frau A. Sulz, I lerrn c.Thielke, Frau S. Tost und
'· Frau P. Unterberger.
Die vorliegende Auflage bot die Möglichkeit, fast 100 Frau Dr. mcd. D. R ennessen vom Verlag Elsevier/
Abbildungen a uszutauschen und den Text zu bearbeiten Urban & Fischer bin ich sehr ve rbunden, dass sie die
und zu ak tualisieren. Auße rdem wurden Details in eini- Fortführung des Buches förderte. Frau Dr. A. Beilrnarto
gen Zeichnungen verbessert und Fehler beseitigt. Die und Herrn A. Gattnarzik bin ich für die vielen positiven
neuen Abbildunge n betreHen sowohl die Elektronen- Gespräche bei der Vorbereitung dieser Auflage in ho-
mik roskopie (gut 20 Abbildungen) als auch die Licht- hem Maße dankbar. Und schließlich denke ich sehr gern
mikroskopie (gut 70 Abbildungen). Durchweg wurden an Herrn P. Sutterlitte im Herstellungsbereich des Ver-
tedmisch unbefriedigende oder redundante Bilder aus- lages, der für alle Probleme eine gute Lösung fand.
getauscht. Abbi ldunge n rnit eher geringer Aussagekraft Für Kritik am vorliegenden Buch bin ich jederzeit
wurden durch bessere ersetzt. Wo inuner möglich. stam- dankbar.
men die neuen Abbildungen aus Organen des Menschen
oder zumindest von höheren Primaten. Neu si nd einige
rastcrelc ktronenmikroskopische Abbildungen, die kom- München, Januar 2005 Ulrich Welsch

V
Aus dem Vorwort zur vierten Auflage
Der vorliegende A tlas der Zyto logie, Histologie und zeigt und daß bei der Lichtmikroskopie ei n erseit~ die in
Mikroskopischt:.n Anatomie fUr Medizinstudenten hat Kursen dominierende Hämatoxylin-Eosin(H.E.)-Färbung
e ine lange und wechselvolle Geschichte. Er geht auf Je- berücksichtigt wurde, aber andererseits auch inu11un- und
bannes Sobot.t.a ( 1869-1945, An atomie Bonn) zurück, substrathistochemi~che Färbungen, wie sie in Pathologie
der 1902 seinen "Atlas und Grundriß der H istologie und und klinischer Forschung heute Ublich sind, wenigstens
Mikroskopischen Anato mie des Menschen" verö(fent- exemplarisc:h gezd gt werden. Für die neuen elektronen-
Jichte. Dieses Werk erlebte fünf ständig um Text und mikroskopischen Abbildunge n konn ten auch überwiegend
Abbildungen vermehrte Auflagen , die letzte 1938; es Gewebe und Zellen vorn Menschen herangezogen werden,
war vor allem durch seine sehr klaren und schönen far- und es konnten einige Gefrierbruchpräparate aufgenom-
bigen Abbildungen ausgezeichnet und wurde schon in me n werden.
den 20er Jahren ins Ame rikanische übertragen. Nach Der Atlas ist für Medizinstudenten e in nützlicher Begleiter
dem 2. We ltk rieg wurde es in stark veränderter Form als im Histologiekurs. Zytologie, Histologie und Mikrosko-
Grundriß der Histologie und Mikroskopischen Anato- pische Anatomie liegen am Schnittpun kt zu Biochemie
mie von Jost:.f Wallraff (1904-1992, Anatomie Mün- und Physiologie. Die wissenschaftliche Arbeit in all die-
chen) fo rtgeführt. fn diese r Fo rm erlebte das Werk acht sen Fächern nähert ~ich zunehmend an und kann heute
Auflagen. Ab 1975 betreute Frithjof Hammersen (Anato- oft im Rahm en der Zellbio logie gese hen werden. In der
mie derTechnischen Universität München) das Werk. das Klinischen Medizin bestehen natUrlieh besonders enge
er jetzt nicht mehr als Lehrbuch, sondern allein als Atlas Beziehungen zur Pathologie, aber auch zur Forschung in
konzipierte und mit zahlreichen licht- und elektronenmi- der Innere n Medi zin und aus ihr hervorgegan genen
kroskopischen Photos ausstattete. Die dritte Auflage des Fächern wie D ermatologie und Pädiatri e. Das Bemühen
Solx>tta-Hammersen-Atlasses erschien 1985. Prof. Ham- um Klarhei t in den Vorstell ungen von mik roskopischer
mersen starb über den Vorbereitungen zu r 4. Auflage. Struktur und Ultrastruktur von Geweben und Organe n
Die Neubearbeitung bot die Möglichkeit, den stetig fort- fördert ganz wesentlich das funktionelle Verstä ndnis des
schreitenden Kenntnisstand zu berücksichtigen, was Ver- Organismus und kommt so wesentlich der Qualität ärzt-
änderungen in der großen Mehr7..ahl der Legenden und liche n Handeins zugute.
den Austausch von vielen Abbildungen mit sich brachte.
Bei den neuen Abbildungen wurde Wert darauf gelegt,
daß das Bildmaterial Gewebe und Organe vom Menschen München, September J993 Ulrich Welsch

VI
Inhalt

J'rakfisclle Hinweise IX Drüsenepithelien


G liederungsprinzipien und intraepitheliale Drüsen . . . 58
Verschiedene E ndsttick· und Wuchstypen . . . . . . . . . . 59
Grundzüge der ltistologischen Technik
F1x1erung ......... ....... .. .... .... .. . . . Binde· und Stiitzgewebc
F-inhellung ........ .. ... ... . . . .. ........... .. .. . Locke re Binde- und StUtzgewebsfo rmen
Schnitte und Färb ung ....... . ....... ....... . .... . Mesenchym, gallertiges und retiku läres Bindegewebe 62
Hinweise zum bessere n Verständnis histologischer Faserarten ..... . ... . . .. . .. , . . .. .. . , .. , . . . . . . . . . 63
Schnittpräparate und ihrer Differentialdiagnose .. . . . 5 Freie Zellen .. . , , . , .. .. . . , . .. . ... . ....... ... .. , . 64
Fettgewebe ...... . , .. . ... . . , . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
Lichfntikroskopic .. ... . . . .... . ..... • .. . . .. . .. . . ... 8 Elektronenmikroskopie der Bindegewebsfasern und
Farbungen ....... .. .. .. . ........ . . . . .. .. ... . . 8 -zellen ... .. . .. .. . . . .. ... . .. , . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66
Immunhistochemie, Artefa kte .. . ... . . .. . ... .. .. ... . 10 Straffes parallelfaseriges Bindegewebe
T r<1nsmissions- und Rasterelektronenmikroskopie .... . II (Sehne und elastisches Band) . . , . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
Knorpelgewebe ....... . ... . , . . . . • . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
Knochengewebe
Zytologie Knochenentwicklung . . . . . . . . . • . . . . . . . . . . . . . • . . . . 75
Zellformen .. . . .. . . . ........... . . . . . .. .. . .. ... . . . 12 Gelenk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78
Zellschema ............................... . ... .. . 13 Lamellenknochen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
Transmi ssionselektronenmikroskopie e iner Zelle .. .. . . 14
Zellmembra n und ihre Differenzierungen . . .. .. ..... . 16 Muskelgewebe . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . .. . .. . .. . . . 80
Organellen Vergleichende Gegenüberstellung der drei
E rgastoplasma un d Golgi-Apparat .. . . .. .. . ...... . 18 verschiedenen Arten von Muskelgewebe (glarte
Endoplasmatisches Retikulum .... ... . .. .. .. . .... . 20 Muskulatur, Skelcttmuskulatur. Hen muskulatur) 80
Golgi-Apparat .. ....... . ... . . ...... . . .. ..... . . . 22 Elektronenmikroskopie . . .. . . .. . . . . . .. . . .. . . . . . . . . 87
Mitochondrien und Zentriol .............. . .. ... . . 24 Glatte Muskulatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87
Lysosomen ................................... . 26 Herzmuskulatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . 88
Peroxisomen, Lysosomen und multivesikuläre Skelettmuskulatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . . . . . 92
Körper ..................... . .... . . . .. ... . .. . . . 27 Erregungsleitende Strukturen . . . . . . . . • . . . . . . . . . . . 94
Zentriol ... . . . ... . ......... . . . . . . ... . .. . . . . . • .. 28
29 Nerve.n · und Glill.gewebe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96
Mikrotuhuli und Filamente .. . ... . ... .. .. .. . .. . • . .
ZelleinschlUsse ................ .. . .. . . .. . ... . . . . 32 Nervenzellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . . . . . 96
34 Nervenfasern . , . . , . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . . . . . . . . . . . 97
Metanosomen .... ... ... .. . .. . . . .... . . ...... . . . .
Periphere Nerven . . . . . . . . • . . . . . . • . . . . . . . . . . . . . . . . . 99
Fetllropfen, Glykogen . . . . . . . . . . . ............. . . . 35
Zellkontakte ..... .. .... , . . . . ... ... .. • ....... . .. 36 E lektronenmikroskopie . . • . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100
Gliagewebe .. . ..... ..... • .. , . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108
Zell kern . . , . . , , ..... . ........ . .. . . .. .. . . ...... . . . 38
Sexchromatin und Mitose ........ . . ... • .. . . ... , . . 44
Me iose . ....... ... . .............. . . .. .... .. .. . . 47
Mikroskopische Anatomie
Histologie Blut .. . . ..................................... ... 112
(Die vier Grundgewebe des Körpers) Blutzellen .. .. .... , . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . . 112
Elektronenm ikroskopie ...•...... , . . . . . . . . . . . . . . . . 114
Epithelgewebe ........... , ....... . . . .. .. .. . .. .. . . 49 Rotes Knochenmark . ..... . .... , .. • ............ . . , 118
Obertl ächencpit helicn
e1.nsch'1cht'tge . ... ... . . .. .. . ...... . . . . . . • ..... . . . 50 Lymphatische Organe ....... . . . . , . . . . • . . . . . . . . . . . . 120
mehrsch ichtige ....... .. .. .. . .. .... .. .. ....... . . 51 Tonsillen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . . . . . . 120
mehrreihig~: . . ................................. . 52 Milz . . ........ . .. ...... , . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122
Differenzierungen epithelia ler Oberflächen .. ... ... . 53 Lymphknoten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 123
Elektronenmikroskopie ... .. . . .................. . 55 Thymus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 125

VII
Inhalt

Gerallsystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126 I uba utcrina . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 190


Arterien elastischen Typs und untere Hohlvene . . . . . . . 126 Vagina und Zervix . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 191
Arterien muskulären Typs und Begleitvenen . . . . . . . . . 128 Plazenta und Nabelschnur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . t9.l
Terminale Blut- und Lymphgefäße . . . . . . . . . . . . . . . . . . 129 Vagina und Labium minus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 196
Elektronenmikroskopie . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . 130
Endokrine Drüsen . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . 197
Verdauun~11pparat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . 1.3-l Übersicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 197
Mundhöhle Hypophyse . . . . . . . . . • . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . 198
Lippe . . . . . . . . • . . . . . . • . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . • . . . . 134 Epiphysis cerebri . . . .. . . . . . .. . . . . . .. . . . . . .. .. . . . . . 200
Zähne . . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . • . . . . . . . . . . . . • . . . 135 Schilddrüse . . . . . . . . . . • . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . . . . . . 200
Zunge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . • . . . 131{ Epithelkörperchen . . . . . . . . . . . • . . . . . . • • . . . . . . . . . . . . 202
Exokrine DrUse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . 140 Nebenniere . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . • • . . . . . • . . . . . . 203
Spe icheldrüsen (Giandula parotis.
submand ibularis. subli ngualis) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141 Haut und Anhung.~gebilde . . . . . • . . . . . . • • . . . . . . . . . . . 205
Aufbau der Darmwand . . . . . . . . . . . • • . . . . • . . . . . . . . . . 144 Haut
Magen-Darm -Kanal Epidermis . . . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . • . . . . . . . . . . 205
Ösophagus . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . 145 Haare .... . ... ...... . .. ... • .. .. . . .. . . . ......... . . 209
Magen ...... ... ...... .. . . . . ......... . .. .... ... 146 Nägel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . • • . . . . . . • . . . . . . . . . . . . . . . 211
Dllnndarm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 148 Schweiß- und Talgdrüsen . . . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . 212
Au!bau der verschiedenen Schleimhäute . . . • . . . . . . . 150 Brustdrüse (Milchdrüse) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . 213
Gallenblase und Wurmfortsatz ..... . .... :. . . . . . . . . 151
Leber (einschl. Elektronenmikroskopie) . . . . . . . . . . . . . 152 Sinnesorgane . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 214
Pankreas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 158 Rezeptoren in Haut und Skelettmuskulatur . . . . . . . . . . . 214
Geschmacksknospen und Riechepithel . . . . . . . . . . . . . . . 215
Respiratioru.1.rak1 . . . . .. . . . . . . . . .. . . .. . .. . . . . .. .. . . 159 Auge
Nasenhöhle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 159 Übersicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 216
Respiratorisches Epithel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 160 Retina ... . .. .... . .. .......... .... ............. 217
Kehlkopf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 161 Vorderer Bulbusabsch nitt . . . . .. . . . . . . . .. .. . . . .. . . 219
Trachea, Bronchien. Bronchiolen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 162 Nervus opticus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 220
Lunge (einschl. Elektronenmikroskopie) . . . . . . . . . . . . . 164 Augenlid . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 221
Tränendrüse . . . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . . . . . . . . . . 222
Niere wtd ableitende Harnwege . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 168 Ohr
Niere Mittelohr, Äußeres Ohr . . . . . . .. . . . . . . .. . .. . .. . . .. 223
Nephron, Gefäße, allgemeine Gliederung . . . . . . . . . . . 168 Innenobr, Certisches Organ . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . 224
Lichtmikroskopie. Tubuli, Nierenkörperehen . . . . . . . 171 lnnenohr, Cochlea, Bogengänge . . . . . . . . . . . . . . . . . . 225
Elektronenmikroskopie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 174
Ableitende Harnwege Nervensystem .. . ...... . ....... . . •.... . ........ " . . 226
Ureter und Harnblase . . . . . . . • . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 176 Peripheres Nervensystem
Urethra . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . 178 Spinalganglion . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . • . . . . . • . . . 226
Vegetatives Nervensyste m . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 227
Männliche Geschlecblsorganc . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 179 Zentralnervensyste111
Hoden Rückenmark und Zentralk anal . . . • . . . . . . . . . . . . . . . 228
Keimepithel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . . . . . 179 Kleinhirn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . • • . . . . . . • . . . . . . 231
Reifer Hoden . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . . . . . . . . . . . 180 Großh irn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . . . . . . . 232
Spermatogenese . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 181 Plexus cboroideus und Hirn häute . . . . . . . . . . . . . . . . . 235
Rete testis und Nebe nhoden . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . . . . 182 Synapsentypen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . • • . . . . 2:1o
Samenstrang und Samenleiter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 183
Vesicula seminalis und Prostata . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 184
Penis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 186
TabeUen . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 238
Weibliche Gescbledltsorg:ute . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 187 Quellenhinweise . . . . . . . . • . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 252
Sachl'eneicbnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 253
Ovar .... ..................................... .. . 187

VIII
Praktische Hinweise
1. Das vorliegende Buch kann das eigene Arbeiten am 7. Gerade bei Geweben des Menschen, die ja i. a. von
Mikroskop und ein umfassendes Lehrbuch nicht erset- Operationen oder aus gerichtsmedizinischen Instituten
zen, fördert und e rle ichtert aber das Ver~tändnis der Hi- stammen, kann die Strukturerhaltung nicht. immer per-
stologie ganz wesentlich, auch beim Lernen zu H ause, fekt sein. Dies ist jedoch meist kein Nachteil, da der Stu-
wenn Mikroskop und Präparate nicht zur Hand sind. dent im pathologisch-histologischen Kurs und später in
2. A m Ende des /\tlasses finden sich 15 Tabellen, die ver- der Routinehistologie sich oft mit technisch unvollkom-
schiedene Themen wie Eigenschaften der gebräuchlich- menen Präparaten konfrontiert sieht. Typische Artefak-
sten histologischen Färbungen, eine Klassifizie rung der te, wie sie in manchen Präparaten vorkom men mögen,
unterschiedlichen Formen der Binde- und Stützgewebe sind auf den Seiten 10 und 11 abgebildet. NatUrlieh habe
oder eine Zusammenstellung der mit dem Begriff »Fa- ich mich dennoch bemüht, im zur VerfUgu ng stehenden
ser<< bezeichneten hisologischen Strukturen behandeln. Material möglichst klar verständliche und gut erhaltene
3. Vor dem Betrachten der licht- oder elektr onenmikro- Gewebestellen zu fotografieren. Tm zellulären Bereich
skopischen Abbildu ngen soll te die dazugehörige Legen- sind Struktur und Funktion bei Mensch und an deren
de sorgfältig gelesen werden, da sie alle erkennbaren Mammaliern oft nicht zu unterscheiden, daher kann in
Strukturen so genau wie möglich beschreibt. Um den Einzelfällen auf Material von Labortieren zurückgegrif-
Leser dazu anzuhalten, ist auch die Zahl der Hinweis- fen werden.
linien auf ein Minimum begrenzt worden. Die Legenden
geben dem Studenten alle nötigen Informationen, um ~~piele rur Gröll.enord nung<!a >ersdliedcner 7,.ellen
die jeweiligen Formbestan dteile von Zellen und Gewe- und Zc Ubestaadleile.
ben an ihren charakteristischen Str ukturmerkmalen
identifizieren zu können, anstatt einfach einer Hinweis- AINiiffercnzienc EiLelle ca. 250 JOO ..,m
linie zu folgen. Dar~p•t bellellen (Höht) ca20 251lm
4. D ieser Atlas ist als ei n optisches H ilfsmittel konzi- L.:l)o:rcp!thclzclk: n
piert worden, das den Studenten sicher durch die an- (Je: nach runktl()llqUS1and) ca J"; J011m
fänglich verwirrende Fillle von zyto- und histologischen lf
L~mphozyten c:a. II 11m
Details geleiten soll, die ihm in der großen Zahl von
Präparaten eines Kurses der normalen Histologie be- Er) throzyten ca. ?.6 11m
gegnen. Deswegen wurde großer Wert auf eine mög-
lichst genaue Beschreibung der jeweils sichtbaren Struk-
Mttochondncn (Un~) ca. 2 5 1J111 ~
M ikro~•lli (Dünndarm) ca I 1.5 11m
turen gelegt, ohne die Darstellung funktioneller Zusam-
menhänge zu stark zurückzudrängen. Baktcnen ca 1-2jlm
S. In den Legenden werden aber auch jene strukturellen Viren ca 10-IOOnm
Besonderheiten beschrieben, die filr d ie histologische Glykogenpartikel (ß-Partikel) ca. 20nm
Differentialdiagnose d ie jeweils entscheidenden Krite-
rien sind, um histologisch ähnliche und daher leicht mit- Keratinfilamente ca. JOnm
einander verwechselbare Organe voneinander unter-
scheiden zu könneu. Oiese Kriterien sind, nach Geweben
und Organen gegliedert, auch nochmals in den T abellen lOx Ilmm 240 x IOO iJm
am Ende des Atlasses zusammengefaßt (Tab. 9-15).
100 !Jffi
6. Zum leichten Erkennen struktureller Details emp- sox 0,5 mm 360x
fiehlt sich das Betrachten der Abbildungen mit einem
l OOx 100 !Jm 600x 50 IJIIl
einfachen Vergrößerungsglas, wobei sich vor allem aus
den elektronenmikroskopischen Bildern oft mehr E in-
150x 100 !Jffi %0x 501Jm
zelheiten klar..:r »h<.:raushol..:n•• lass..:n.

IX
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Grundzüge der histologischen Technik

In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle wird der Stu- Einbettung


dent in den Kursen der "Histologie" und " Mikroskopi-
schen Anatomie" und de r ,.Pathologischen Histologie" Um hinreichend dünne Schnitte (ca. 5-8 f.!m bei den
mit sog. Dauerpräparaten konfrontiert, deren kritische lichtmikroskopischen Routinepräparatcn, ca. 50 nm für
Beurteilung, z.B. bei der Erkennung möglicher Kunst- die Elektronenmikroskopie) mit Hilfe spezieller Ma-
produk te (Arte fakte), zumindest Grundkenntnisse über schinen (Mikrotome Wr die Lichtmikroskopie, Ultrami·
die Herstellungsverfahren derartige r Untersuchungs- krotome fUr die Elektronenmikrosko pie) von den fixier-
objekte voraussetzt. ten und schon dadurch gehärte ten Organ- oder Gewebs-
Da das mikroskopische Bild lebender Gewebe ohne stücken herstellen zu können, werde n diese in geeignete
E insatz spezieller optischer Verfahren, wie z. B. des Lösungsmittel (=Intermedien) gebracht, um schließlich
Phasen- oder lnterferenzkontras tes, wegen der nur in erstarrende Massen "eingebettet" und zusammen mit
geringen Lichtbrechungsunterschiede zwischen den ein- diesen geschnitten zu werden. Als Lösungsmittel dient
zelnen Bauelemente n von Zellen und Geweben a uffal- eine schrittweise, in der Konzentration ansteigende Al-
lend kontrastann ist, bemüht man sich, diesen Mangel koholreihe (oder Azeton), die nicht nur zum völligen,
durch eine geeignete Vorbehandlung der Gewebeprobe aber möglichst schonenden Wasserentzug und damit zu
zu beseitigen, indem man von dieser gut färbbare und einer weiteren Härtung des Objektes führt, sondern zu-
damit kontrastreiche Schnittpräparate zu gewinnen ver- gleich auch alle Fette und Lipide aus den Zellen und Ge-
sucht. Dabei geschieht im wesentlichen folgendes (vgl. weben herauslöst (vgl. Abb. 55, 127). ln dieser Phase der
auch Abb. 1 und 2): Präparatherstellung gibt es besonders vielseitige Mög-
lichkeiten für die Entstehung von Artefakten, wie
Schrumpfungen (vgl. Abb. 18), Zerreißungen des Gewe-
Fixierung
bes (vgl. A bb. 17) u. ä. m. Als Einbettungsmedium ist in
Diese hat verschiedene A ufgaben und soll der Lichtmikroskopie das Paraffin noch immer das ge-
1. das Gewebe und seine Bestandteile in möglichst bräuchlichste, während in der Elektronenmikroskopie
naturgetreuem Zustand erhalten und stabilisieren, um polymerisierbare Polyesterharze wie Epon, Araldit u. a.
Fäulnis.und Verwesung zu verhindern. Dies ist aber u. a. verwendet werden. Durch E inbringen von frischen
wegen des hohen Wassergehalts der lebendigen Masse Organstücken in flüssigen Stickstoff und anschließendes
nur innerhalb gewisser Grenzen möglich, so daß es ein Schneiden auf einem speziellen Gefriermikrotom er-
ideales chemisches Fixa tionsmittel bislang nicht gibt; reicht man ebenfalls die Verfestigung der Gewebepro-
2. eine Härtu ng des Materials und damit eine bessere be, vermeidet aber den Wasserentzug mit der Gefahr
Schneidbarkeil bewirken; der Gewebeschrumpfung Lmd die fettlösenden Interme-
3. eventuell vorhandene Bakterien oder andere Krank- dien (vgl. Abb. 126). Damit bleiben im Gewebe viele
heitserreger im Untersuchungsgut abtöten. molekulare Komponenten erhalten, die dann mit hislo-
chemischen Methoden nachgewiesen werden können,
Viele unserer fixationsmitteL von denen das gebräuch- z.B. Enzyme der Atmungskette. Die Anfertigung von
lichste eine S%ige neutrale Formaldehydlösung ist, sind Gefrierschnitten kann sehr rasch erfolgen, so daß z.B.
drastische Eiweißfäller, wie 7.. B. die Pikrinsäure, Sub- intraoperativ eine histologische Diagnose gestellt wer-
limat und Alkohol. E ine wesentlich bessere, d.h. wahr- den kann.
heitsgetreuere Fixierung gelingt mit Hilfe einer
3,5%igen Glutaraldehydlösung in einem definierten
Schnitte und Färbung
Puffer (pH 7,4), mit der - wenn irgend möglich- das zu
fixierende O rga n über sein eigenes Gefäßsystem durch- Die mit Hilfe eines Mikrotoms dünn geschnittenen und
spült wird. Dies ist die gebräuchlichste Fixierung fUr die auf Objektträgern fest montierten Präparate müssen zur
E lektrone nmikroskopie (vgl. Abb. 2). besseren Kontrastierung der einzelnen Zell· und Oe·

1
Präparationsschritte für Lichtmikroskopie

Gefarbter Schn1tt .n

Entnahme von
E1rdeckungsmed•um
un :er Deckglas mont~ert
~
~
j
lebensfrischem Gewebe (Dauerpraparat) =~---'

Al<oholre1he aufste.gender
Konzentration

Entnommenes Gewebsstück [1 Farben der Schnitte

Alkoholreihe absteigender
Konzentration

Entfernen des Paraffins


durch Xylol

Fix1erung, z. B. 1n Formaldehyd
Auf Objekttrager
al.>fgezogener und
argetrockneter SchMtt
f / '>j 7
_

Entwassem 1n Alkoholreihe
aufstetgender Konzentratton

Einbetten
z. B. in Paraffin oder Paraplast

Fertiger Paraffinblock

Mikrotom

Abb.l. Blockschema und zeichnerische Darstellung der aufeinanderfolgenden Präparationsschrittc, die erforderlich sind, um
von frisch entnommenem Gewebe einen gefärbten und für die lichtmikroskopische Untersuchung geeigneten histologischen
Schnitt (Dicke: 5-8 J.llll) zu erha.lten.

2
Präparationsschritte für E lektronenmikroskopie

Entnahme von Ferttge Schn1tte


lebensfnschem Gewebe zum

~I
Entnommenes Gewebestück Nachkontrastteren
(färben) der aufge-
zogenen Ultradünn- QHH
schnitte

Ftxlerung,
z. B. in Glutaraldehyd
Ultradunnschnetden mtt Glas-
Auswaschen des Gewebes oder Diamantmesser. Aufz~&hen
'" PuHerlösung der Schnitte auf Kupfernetzehen

Kontrastieren (färben) des Gewebes


1m Stück (Biockkontrastterung)

Entwässern in AJkoholre1he
eufstetgender KonzentrattOn

lnftltratton des Gewebes


mrt ntchtpotymerisiertem Kunstharz

Etnbetten in Kunstharz
(z. B. Epoxyharze wie Epon oder Araldtt)
Polymerisatton bei 60 C

Fertlg polymensierter
Kunstharzblock

Kunstharzblock in Objekthalter
und zugetnmmt furs Sehnetden
Ultramikrotom

Abb. 2.. Blockschema und zeichnerische DarsteUung der aufeinanderfolgenden Präparationsschritte. die erforderlich sind, um
von frisch entnommenem Gewebe ultradünne und für die elektronenmikroskopische Untersuchung fertig zubereitete Schnitte
( Dicke: 50 nm} zu erhalten.

3
Grundzüge der histologischen Technik

31 3b

Abb. 3a. Mit Hämatoxylin und Eosin (H.E.) gefärbtes Abb. 3b. l mrnunhistochemischer Nachweis des Calcitenins
Präparat der SchilddrUse des Menschen. Beachte die blau-vio- in den C-ZeUen der SchilddrUse einer Ratte. Der positive
lellc Far be der Kern e (-+) und die abgestufte Rotfärbung der Nachweis (Braunfärbung) hebt die Population der C-Zellen
meisten anderen St1111i:turen im Präparat. 1: Follikelepithelzel- (-+),die im H.E.- Präparat kaum sicher erkannt werden kann,
len, 2: Kolloid. 3: Bindegewebe. Vergr. 450fach. sehr klar im Follikelepithel hervor; alle anderen Gewebebe-
standteile bleiben ungefärbt . .Präparat Dr. Th. Jeziorowski,
München , Vergr. 500fach.

websbestandteile gefärbt werden. Die meisten der ge- Substanzen, wie zahlreiche Enzyme, Glykogen, Ribo-
bräuchlichen Farblösungen sind aber "wäßrige" Lösun- und Desoxyribonucleinsäuren, Proteine, Proteoglykane,
gen, und infolgedessen muß dem Schnitt zunächst durch Lipide etc., am Ort ihres nat urliehen Vorkommens in
ein geeignetes Lösungsmittel (Xylol) das Paraffin wie- Zellen und Geweben nachzuweisen, wodurch man einen
der vollständig entzogen und anschließend das Lösungs- guten Einblick in das dynamische Zellgeschehen erhält.
mittel e ntfernt werden (durch Alkohol), und schließlich Eine besondere Entfaltung hat in den vergangeneo
muß dieses wiederum durch Wasser vollständig ersetzt zwei Jahrzehnten die l mmunhistochemie erfahren. Mit
we rden. Die verschiedenen Zell- und Gewebselemente Hilfe dieser Methodik können spezifische chemische
nehmen jetzt aus den Farblösungen oder Gemischen Verbindungen, insbesondere Pe ptide und Proteine mit
von solchen die Farbstoffe in sehr unterschiedlichen einer Antige.n-Antikörper-Reaktion nachgewiesen wer-
Mengen auf, wobei u. a. auch der pH der Farblösung den. Im einzelnen existieren ve rschiedene Techniken,
eine wichtige Rolle spielt. Dabei gibt es neben einigen das Wesentliche ist jedoch immer, daß ein Gewebe-
wenigen Routinefärbungen (vgJ. dazu die Abb. 5-12) schnitt, in dem eine bestimmte chemische Komponente,
eine Unzahl von Spezialfärbungen. ein Antigen, z.B. ein zytoplasmatisches Polypeptid
Die typische Routinefärbung ist die Hämatoxylin-Eo- (Abb. 3b) oder ein extrazelluläres G lykoprotein, nach-
sin-(H.E.-)Pärbung. Hämatoxylin färbt Zellkerne und gewiesen werde n soll, mit einer Lösung inkubiert
Zytoplasmaanteile, die reich an raubem endoplasmati- wird, in der ein spezifischer Antikörper gegen das
schem Retikulum sind, blau-violett; Eosin färbt andere gesuchte Antigen enthalten ist.. Der Antikörper bindet
Zytoplasmaanteile sowie viele faserige extrazelluläre sich an die Stellen in Zellen oder im extrazellulären
Komponenten rot (s. Tab.l). Die Blau-Violett-Färbung Raum, an denen das Antigen vorkommt, und weist sie
beruht auf dem Vorkommen negativ geladener Anteile somit in loco nach. Die Sichtbarmachung der Reaktion
im Präparat (Kernsäure n (DNA, RNA], manche Muzi- erfolgt auf unterschiedliche Art und Weise, z. B. kann
ne und extrazelluläre Proteoglykane). Unter den Spe- der Antikörper mit einer fluoreszierenden Substanz
zialfärbungen nehmen die hislochemischen Methoden markiert sein, oder der Antikörper wird in einem zwei-
eine vorrangige Stellung ein. Mit ihrer Hilfe gelingt es, ten Reaktionsschritt mit einem weiteren Antikörper,
eine Fülle der verschiedensten defin ierten chemischen der mit einem Enzym (oft Peroxidase) markiert wird,

4
Grundzüge der histologischen Technik

nachgewiesen. Der E nzymnachweis erfolgt da nn nach daß diese nicht zwangsläufig in jedem Schnitt vorhanden
klassischen emymhist.ochemischen Methoden. Bei der sein müssen.
/n-situ-Hybridisierung können Nukleinsäuren im histo- 3. Das Schnittpräparat entwirft ein flächenhaftes, zwei-
logischen Schnitt durch komplementäre Proben (Oligo- dimensionales Bild von den immer dreidimensionalen
nukleotide, RNA oder DNA, die radioaktiv oder nicht- Zellen und Geweben, von deren "Räumlichkeit" man
radioaktiv markiert sind) lokalisiert werden. Mittels /n- sich nur bei Einsatz bestimmter Techniken (wie z. B. der
situ-Hybridisierung lassen sich im Schnitt spezifische Verwendung dicker Schnitte) einen Eindruck verschaf-
DNA- oder lWA-Sequenzen nachweisen. Die Methode fen kann, in diesem Fall durch das sog. "Durch"fokus-
kann auch an Chromosomen, an Zellausstrichen oder an sieren der Schnitte. Unmittelbare RückschlUsse auf die
Ganzkörperpräparaten kleiner Tiere durchgeführt wer- "wahre" Gestalt der Bauelemente von Zellen und Ge-
den. weben oder höher organ isierten Formationen sind aber
Für die Transmissionselektronenmikroskopie werden am E inzelschnitt nur in Ausnahmefällen möglich und
ca. 50 nm dünne Schnitte mit Hilfe spezieller Objekt- nur mit Vorsicht zu ziehen. Das sollen einige einfache
halter in den Strahlengang eines Elektronenmikroskops Beispiele erläutern:
eingeschleust. Das elektronenmikroskopische Bild eines a) Kreisförmige Schnittprofile, ganz gleich ob in der
solchen Schnittes kann auf einem fluoreszierenden licht- oder elektronenmikroskopischen Dimension,
Leuchtschirm betrachtet werden. Die Befunddokumen- könnten z. B. durch Querschnitte von Zylindern, Ku-
tation erfolgt mit Hilfe der Fotografie. geln, Ellipsoiden oder Kegeln zustande kommen. Sind
Bei der Gefrierbruchmechode werden kleine Gewebe- alle Profile gleich groß, so spräche dies am ehesten für
proben nach Vorbehandlung mit einem Gefrierschutz- das Vorliegen von Zylindern des gleichen Durchmes-
mittel rasch tiefgefroren. Danach wird bei ca. - 100 Grad sers, da es unwahrscheinlich ist, daß die anderen mögli-
Celsius mit einem Spezialmesser ein Teil des Gewebe- chen Gebilde, wie z. B. Kugeln oder Kegel, alle vom
blocks abgebrochen, und die freigelegte Br uchfläche Schnitt an der gleichen Stelle ihres Umfanges getroffen
wird mit einem hauchdünnen Metallfilm bedampft. Der werden.
so gewonnene Abdruck wird im Transmissionselek- b) Das Vorkommen von zwei Kernanschnitten in einer
tronenmikroskop betrachtet (z. B. Abb. 62). Zelluläre Zelle (vgl. Abb. 23a, 233) ist noch la nge kein Beweis für
Membranen brechen i. a. entlang der hydrophoben Mit- eine Zweikernigkeit, sondern kommt fast immer durch
telschicht, so daß die Innenansichten der äußeren und einen gekrümmten Kern zustande, der zweimal vom
inneren Membranhälften freiliegen und analysiert wer- Schnitt getroffen wurde.
den. D ie Rasterelektronenmikroskopie beruht auf eige- c) Zur Erleichterung des Verständnisses stelle man sich
nen Pfinzipien und erlaubt die Analyse von echten Schnitte in verschiedenen Ebenen durch gut bekan nte
zellulären Oberflächen. Gegenstände vor oder führe solche sogar praktisch
durch (Abb. 4). Schneiden Siez. B. ein hartgekochtes Ei
(vgl. Abb. 4c) im Bereich eines seiner beiden Pole quer,
Hinweise zum besseren Verständnis histologischer
oder legen Sie e inen sehr peripheren Längsschnitt durch
Schnittpräparate und ihrer Differentialdiagnose
dasselbe, so wird in keinem dieser Schnitte der zentrale
Um die Aussage und Beweiskraft histologischer Schnitt- Dotter enthalten sein, was aber nicht gegen seine Exi-
präparate kritischer beurt·eiJen zu können, sollte man stenz spricht (vgl. Abb.4c). Auch Längs- und Quer-
sich immer eine Re ihe sehr einfacher, aber oft in Ver- schnitte durch einen geraden oder gekrümmten
gessenheit geratener Tatsachen vor Augen halten: Schlauch (Abb. 4a u. b) ergeben sehr unterschiedliche
1. Das histologische Schnittpräparat liefert stets nur ein Bilder in Abhängigkeit davon, wo und wie diese das
durch den Fixierungsprozeß entstandenes Momentbild Rohr treffen (vgl. Abb. 4a u. b). Ganz ähnliche Schnitt-
von einem in ständigem Wandel befindlichen lebendi- bilder müssen Sie erwarten, wenn es um biologische
gen Ganzen. "Röhren", wie z. B. die Blutgefäße oder die Harnkanäl-
2. Die überwiegende Mehrzahl aller Schnittpräparate chen, gebt (vgl. dazu die Abb. 356, 357, 366-368). Auch
stellt nur eine hauchdünne Scheibe von einem meist eine mit den sezernierenden EndstUcken von Drüsen
kleinen Teil eines u. U. sehr großen Organs, wie z.B. der grob vergleichbare Apfelsine (Or ange) ergibt je nach
Leber, dar. Inhomogenität in der Verteilung bestimmter der Schnittrichtung genau wie jene (vgl. Abb. 4d) sehr
Strukturen oder krankhafter Prozesse kann dazu führen, unterschiedliche Bilder.

5
Grundzüge der histologischen Technik

Fs.l
~. · .
Q2)
~~~~-i
cz=:l

= I .--------0
-----~
..,.

<0 I 0~~~-i
c:::::::l
r:::=J

c

Abb.4. Quer- und Längsschnitte durch ein gekrümmtes (a) oder gerades Rohr (b),
durch ein Hühnerei (c) oder eine Apfe lsine (d) können Schnittbilder liefern, die -für
sich allein genommen- weder einen Rückschluß auf die räumliche Gestalt noch auf di e
Zusammensetzung des jeweils vorliegenden Gebildes erlauben (nach Harn und Leesan
1961).

4. Um ein unbekanntes histologisches Schnittpräparat


mit Sicherheit erkennen und dessen Differentialdia-
gnose erstellen zu können, sollten einige Grundregeln
beachtet werden: d
a) Das Präparat sollte immer makroskopisch betrachtet
werde n, da sich bestimmte Organe bei typischer Schnitt-
richtung schon jetzt mit hohem Wahrscheinlichkeitsgrad als erstes das Epithel genau diagnostiziert, da sich dar-
diagnostizieren lassen, wie z. B. e in Medianschnitt durch aus schon eine bestimmte Zielrichrung der Differential-
die Hypophyse (vgl. Abb. 435) oder ein Querschnitt diagnose ergibt. Das sei an einem Beispiel erläutert: Fin-
durch die Nebenniere (vgl. Abb. 447). det sich ein "einschichtiges, prismatisches Epithel", so
b) Anschließend Betrachtung mit einer Handlupe wäre theoretisch entweder ein Schnitt durch einen Teil
oder - falls eine solche nicht zur Verfügung steht -mit des Magen-Darm-Kanals oder durch die Tuba uterina
der schwächsten Vergrößerung des Mikroskops. Dabei bzw. durch die Gebärmutter denkbar. Um die erste die-
besonders darauf achte n, ob das Schnittpräparat u. a. ser beiden Verdachtsdiagnosen zu erhärten, wird nach
eine bestimmte Gliederung, wie z.B. in eine Innen- und der typischen Schichtengliederung des Darmrohres ge-
Außenzone (entsprechend: ,.Mark" und .. Rinde"), oder sucht (vgl. Abb. 305), und bei Nachweis derselben kann
eine Kapsel oder sich färberisch ganz unterschiedlich das Präparat mit Sicherheit als aus dem Magen-Darm-
verhaltende Bezirke oder aber eine Lichtung oder regel- Kanal stammend eingestuft werden (dessen weitere
mäßige Erhebungen seiner Oberfläche, wie z. B. Falten, Differentialdiagnose vgl. Tabelle 13). Fehlt hingegen die
erkennen läßt. Schichtengliederung, so handelt es sich entweder um die
c) Bei schwächster Vergrößerung den gesamten Schnitt Gallenblase. oder die zweite der beiden Verdach ts-
durchmustern, d. h., man muß alle seine freien Ränder diagnosen trifft zu. Um dies zu entscheiden, wird das
gesehen haben, denn nur dann ist eine der wichtigsten Epithel (1.) nach möglichen Kinozilien abgesucht - ty-
Fragen zur Differentialdiagnose mit Sicher heit zu ent- pisch für die T uba uterina und die Gebärmutterschleim-
scheiden, nämlich: "Ist irgendwo in dem Präparat ein haut in bestimmten Zyklusphasen - , und damit werden
Epithel vorhanden?" Wird diese Frage bejaht, so wird (2.) die übrigen Bauelemente des Schnittpräparats in

6
Grundzüge de r histologischen Technik

Beziehung gesetzt, wie z. B. reichverzweigte Falten


(Tuba uterina, Abb. 413), das Einsenken des Epithels zu
Drüsenschläuchen ( Uterusschleim haut, Abb. 420) oder
niedrige, miteinander anastomisicrende Falten (Gallen-
blase, Abb. 320).
d) Die Diagnose eines histologischen Schnittpräparats
kann fast immer - mindestens in 95% aller Fälle - mit
schwächster, hö<:hstens aber einer mittleren Vergröße-
rung gestellt werden. Fällt die Diagnose dann nicht, so
fällt sie nie! Auch das mag ein Beispiel erläutern: Bei
der Differentialdiagnose der serösen DrUsen (vgl. Abb.
294, 334 und Tabelle 12) muß auch das Pankreas in die
Überlegungen einbezogen werden. Da aber die sonst als
differentialdiagnostisches Kriterium so zuverlässigen
" Inseln" im Kopfbereich des Pan kreas und dessen Pro-
cessus uncinatus sehr selten sind oder gar vollends feh-
len, wird zu Rech t me ist das Vorkommen der sog. zen- 5
troazinären Zellen als sicherstes Unterscheidungsmerk-
Abb. S. Lebende Fibroblasten in einer Zellkultur. Man er-
mal gegen alle Ubrigen serösen Drüsen genannt. Gerade kennt im durchsichtigen Zytoplasma lediglich den Zellkern
aber diese Zellen als solche zu erkennen, und dazu be- (-+).Erst im Vergleich mit einem solchen Präparat wird deut-
darf es einer relativ hohen Auflösung, fällt dem Anfän- lich, wie viele Details der Zellen und Gewebe durch die vielen
ger meist schwerer, als ein e infaches differentiald iagno- histologischen und hislochemischen Färbungen sichtbar ge-
stisches Kriterium zu beurteilen, nämlich das völlige macht werden. Phasenkontrastmikroskopie, Präparat: B.Mack,
Fehlen von StreifenstUcken im Pankreas. D as wird aber München. Vergr. SOOfach.
bei der Verwendung hoher Vergrößerungen wegen des
zu kleine n Präparateausschnins übersehen, und das schieden: E pithelgewebe, Bindegewebe (einschließlich
Präparat kann fe hldiagnostiziert werden. der Stützgewebe), Muskelgewebe, Nervengewebe. Die-
Auf den folgenden Seiten werden gebräuchliche histolo- se Einteilung ist prak tikabel und geht auf A. v. Kölliker
gische und histochemische Färbungen sowie häufige (1817-1905) zurück. Andere Einteilungsmöglichkeiten
Kunstprodukte (Artefakte) in den Präparaten vorge- sind aufgrund modernerer zellbiologischer und ent-
stellt, d~ren Kenntnis notwendig erscheint. Es folgen wicklungsgeschichtlicher Kenntnisse möglich; so sind
dann die drei großen Abschnitte: Zytologie, Histologie z. B. die Grenzen zwischen Fibroblasten, den typischen
und Mikroskopische Anatomie. Die Zytologie (Zellen- Zellen des Bindegewebes, und glatten Muskelzellen
lehre) erforscht Struktur und Funktionen von Zellen. In fließend: Myofibroblasten besitzen spezifische Merk-
der aktuellen Forschung wird der Begriff Zytologie male der F ibroblasten einerseits und der glatten Mus-
me ist durch den Begriff Zellbiologie ersetzt. Der Begriff kelzellen andererseits, oder typische glatte Muskelzel-
Zytologie wird leider nicht nur in diese m Sinne ge- len der Gefäßwände sind wie Fibroblasten in der Lage,
braucht. In der klinischen Medizin wird darunter auch extrazelluläre Substanzen e inschließlich verschiedener
die Untersuchung und Diagnostik von Zellen in Abstri- extrazellulärer Fasern zu bilden. Quergestreifte Skelett-
chen, Punktionen u.ä. verstanden. Die Histologie {Ge- muskelzellen können Epithelzellen sein u.v.a. Die
webelehre) hat die Vielfall zellulärer Verbände und in- Mikroskopische Anatomie {"Organhistologie") studiert
terzellulärer Substanzen geordnet, erkannte eine An- die spezifische Verteilung, Anordnung und Ausprägung
zahl typischer Formen solcher Verbände und nennt diese der vier Grundgewebe in den einzelnen Organen des
Gewebe. Heute werden i.a. vier Grundgewebe unter- Körpers.

7
Lichtmikroskopi e - Färbungen

6 7

Abb. 6. Hämatoxylin-Eosin(H.E.)·färbung. Diese beson-


ders aussagekräftige Routinefärbung enthält zwei Farbstoffe:
a) das Hämatoxylin, einen basischen Farbstoff, der saure Zell-
und Gewebekomponenten blau-violett an färbt, also insbeson-
dere den Zellkern und Zellregionen mit viel rauhem endoplas-
matischen Retiku lum, und b) das Eosin, das viele Z ell- und
Gewebestrukturen rot anfärbt. Prostata des Menschen, im
Drüsenlumen sind zwei kleine Prostata.,steine" kräftig rot ge-
färbt. Die blau-violetten Kerne fallen besonders im Drüsen-
epithel auf, welches das DrUsenlumen begre nzt (-+). Vergr.
250fach.
Abb. 7. Die Azan-Färbung nach Heidenhain ist eine ge-
bräuchliche Trichromfärbung ( Azokarmin, Orange G, Anilin-
blau), die Kollagenfasern leuchtend blau, Zellkerne und Zyto-
plasma sowie z.B. Erythrozyten und Muskelzellen in verschie-
8 denen Rottönen anfärbt. Pleura visceralis (P Lungenfell) eines
Schweins, in welcher leicht gewellt verlaufende Kollagenfa-
*,
sern und einzelne leieine Blutgefäße ( mit roten Erythro-
zyten) besonders auffallen. Von der Pleura gehen einige zarte
Alveolarsepten (-+) aus, we lche die luftgefüllten (ungefä rb-
ten) Alveolen (A) begrenzen. Vergr. 500fach.
Abb. 8. Die Trichmmfärbung nach Goldocr enthält mehrere
Farbstoffe, darunter das Lichtg~iln, das die Kollagenfasern im
Bindegewebe dw·ch einen grünen Farbton gegen :zelluläre An-
teile (rot-violett bis rot-braun) hervorhebt. Submucosa des
Magens des Menschen mit vielen verschiedenen Blutgefäßen,
deren muskelzellreiche Wände hier bräunlich gefärbt sind.
A Arterie, V Vene, l . J...ymphgefäf3. Vergr. 60fach.
Abb. 9. Mit Resorcin-Fuchsin. einer Elastika-Färbung, wer-
den elastische Fasern spezifisch kräftig braun-rot gefärbt (-+ ).
Andere Gewebsstrukturen, hier vor allem die Kollagenfascrn,
sind i.a. blaß-bräunlich gefärbt. De nnis der Haut des Men-
9 schen. Vergr. 250fach.

8
Lichtmikroskopie - Färbungen

Die Abbildungen 6 bis 12 zeigen die gebräuch lichsten


histologischen und histochemischen Färbungen (weite re
F.i n7.elheilen zur An färbung der verschiedenen Zell- und
Gcwcbsbestand leile s. Tabelle 1).

Abb. 10. Silberimprägnation nach Biclschowsky, Lymphkno-


ten, Mensch. Mit I lilfe dieser Methode werden die feinen, mit-
einander vemetzlen relikulllren Bindegewebsfasern tie.f-
schwarz gefärbt und treten sehr klar hervor(~). Sie bestehen
vorwiegend aus Kollagen vom Typ JIJ und bilden in den lym-
phatischen Organen (mit Ausnalunc des Thymus) das struktu-
reHe Grundgerust. Die gröberen Kollagenfasern vom Typ I
sind bräunlich gefärbt, wie im vorliegenden Präparat in der
Kapsel des Lymphknotens(..,..). Vergr. 250fach.
10

Abb. lL Die PAS-Färbwtg (periodic acid Schiff reaction)


stellt neutrale Glykoproteine und Schleime sowie Glykogen
dar. Hier ist der Schleim in den mukösen Drusenzellen sehr in·
tensiv purpurrot angefärbt, andere glykoproteinhaltige Struk-
turen, darunter Basalmembranen, treten schwächer hervor.
Gege.n färbung der Zellkerne mit Härnalaun. Olandula sub-
mandibtt.laris, Mensch. Vergr. 200fach.
11

••
Abb.l2. Mit Alcianblau färben sich Polyanionen spezifisch
an. Hier sind in Anwesenheit von 0,3 M MgCI, sulfatierte Pro-
teoglykane im Bindegewebe sowie Heparin in Mastzellen dar·
gestellt. Kritische Elektrolyt-Methode nach Scott. Glandula
subrnandibularis, Mensch. Vergr. 200fach.
12 M.n:.

9
Lichtmikroskopie- Immunhistochemie, Artefakte

Zusammenstellung einiger besonders häufig durch verschie-


dene techni~che Mängel bei der Präp aratherstellung verur-
~achter Kunstprodukte, sog. Artefakte. Am häufigsten sind
dabei die sog. Schrumpfspalten, die durch den Wasser-
entzug (vgl. S.l) vor allem zwischen Geweben mit sehr
unterschiedlichem Flüssigkeitsgehalt au ftreten.

Abb. 13. Immunhistochemischer Nachweis (Braunfärbung)


des Zytokeratins 19 (CK19) in apokrinen Drüsen der Achsel-
höhlenhaut des Menschen. Zytokeraline sind die wesentlichen
Bestandteile der Intermediärfilamente in Epithelzellen. Be-
achte die funkt.ionskorrelierte, unter.>chiedliche Expression
des Zytokeratins in den Drüsc nz.cllcn. Vcrgr. 250fach.
13

Abb.l4. Durch eine Scharte im Mikro tommesser hervorge-


rufener Schnittdcfekt, der deutlich kleinere Zerreißungen des
Gewebes in diesem Bereich erkennen läßt (Aortenklappe,
Mensch). Färbung: Resorcin-Fuchsin; Vergr. IOOfach.
14

Abb. 15. Schrumpfräume sowohl zwischen Epithelbasis und


Bindegewebssockel der Dünndarmzotten. sog. Grünhagen-
sche Räume, als auch zwischen den Muskelbündeln der Tuni-
ca muscularis und dem angrenzenden Bindegewebe (Jcjunum,
Mensch). Färbung: Azan; Vergr. 7Sfach.

10
Transmissions- und Rasterelektronenmikroskopie

Abb.l6. Transmissionselektronenmikroskopische Aufnahme einer Nervenzelle (Pyramidenzelle) der


Großhirnrinde des Menschen. Typischer Ausschnitt des Zytoplasmas mit verschiedenen Organellen. (l ) Mito-
chondrien; (2) rauhes endoplasmatisches Retikulum; (J) Golgi-Apparat; (4) Lysosom:(-+) Zellmembran. Der
Zellkern ist nicht angeschnitten. Dünnschnittpräparat ( ca. 50 nm dick). Vergr. 20700fach.

Abb.l7. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme der Bruchfläche eines Seeigelstachels (Heterocentro-


tus mammillatus). Mit dieser Technik sind feine und komplexe dreidimensionale Strukturen gut aufL.ulösen.
Hier ist zu erkennen. daß das mesodermale Skelett des Stachels aus zahllosen zumeist rechtwinklig miteinan-
der verbundenen Streben besteht, zwischen denen Räume mit Bindegewebe ausgespart bleiben. Dieses Bin-
degewebe wurde im vorliegenden Präparat herausgelöst. Vergr. 470fach.

11
Zytologie
Lichtmikroskopie - Zellformen

18 19

Abb.l8. Epithelgewebe, hier respiratorisches Epithel der


Trachea des Menschen. Das Epithel ist mcltrrcihig, die Kerne
bilden i. allg. drei Reihen. Die obenile Kernreihe (längliche
Kerne, -+) gehört zu den ausdifferenzierten hochprismatischen
Zellen, die mehrheitlich apikal e inen Saum aus Kinowien ( * )
tragen. Z wischen diesen zilientragenden Zellen kommen ein-
zelne schleimbildende sog. Becherzellen vor. Die mittlere
Kernreibe gehört zu den nachwachsenden Zellen. Die basale
Kernreihe (~ ) gehört :w den Basalzellen. Das Epithel ist ge-
gen das Bindegewebe (unten im Bild) durch die Basalmem·
bran (rote Linie) abgegrenzt Färbung: H.E.: Vergr. 500fach.

Abb. 1.9. Zellkörpef (Perikaryen) von Spinalganglienzellen,


die im Schnittpräparat rundlich bis oval erscheinen; de~ helle
Zellkern ist auch rundlich und glattrandig, er enthält einen
kräftig rot gefärbten Nukleolus. Den Ganglienzellen liegen na-
20 ehe Mantelzellen an, die den Schwanosehen Zellen der Ner-
venzellfort'>ätze e ntsprechen. Die Kerne der Mantelzellen (=
Satellitenzellen) sind abgeflacht und relativ dunkel. Färbung:
Azan. Vergr. 600fach.
Abb. 20. Neutrophiler Granulozyt (l ) und Lym phozyt (2) im
nlut.ausstrich des Menschen. Beachte die unterschiedlichen
Zellgrößen und die ganz unterschiedlichen Kerngestalten (un-
regelmäßig segmentiert beim Neutrophilen, rundlich beim
Lymphozyten). Die r~ifen Erythrozyte n (-+)besitzen keinen
Zellkern mehr. Färbung: Pappe nheim; Vergr. 1100fach.
Abb. 21. Glatte Muskel1.ellen sind spindeiförmige langge-
streckte Zellen, deren Gestalt je nach Anschnittsfläche (längs·,
schräg- oder qucrgctroffen) wechse lt. Entsprechendes gilt für
die zigarren(örmigen Zellkerne. die parallel zur Längsachse
der Zellen verla ufen. -+: längsgeschnittene Zellkern e, ~: quer·
geschnittene Zell kerne . Uterus, Rhesusaffe. Färbung: H.E.;
Vcrgr. 450fach.

12
Elektronenmikroskopie - Zellschema

24

23

\
22

21

'
20 19 18 17
22

Abb. 22. Schematische Darstellung einer Epithelzelle mit den wichtigsten Organellen und typischen Oberflächendifferenzierun-
gen. Einige der Zell bestandteile, die im Schnittpräparat zweidimensional erscheinen, sind zum besseren Verständnis drei-
dimensional und vergrößert herausgezeiclinet. 1 Kern mit Hetero- (dunkel) und Eucbromatin (heller) sowie Nukleolus; 2 Golgi-
Apparat; 3 Mikrovilli (mit Glykokalix); 4 Sekretgranulum (mit Exozytose); 5 Zentriolen; 6 Kinozilie; 7 Zonula occludens; 8 ter-
minales Netz mit Zonula adhaerens; 9 Lysosom; 10 glattes endoplasmatisches Retikulum (glattes ER); 11 Peroxisom; 12 gap
junction (Nexus); 13 klathrinbedeckte Endozytosefigur; 14 Desmosom; 15 Glykogen; 16 Interzellularspalt; 17 Einfaltung des ba-
salen Labyrinths; 18 Lamina densa der Basallamina; 19 Polysomen; 20 Hemidesmosom; 21 Mikrotubuli und Keratinfilamente;
22 Mitochondrium; 23 rauhes endoplasmatisches Retikulum (rauhes ER); 24 multivesikulärer Körper.

13
Transmissionselektronenmikroskopie einer Zelle

·I

• 23a. b b

14
Elektronenmikroskopie - Zellmembran

24

Abb. 24. Zellmembran: a, b: Gefrierbruchpräparate, c, d: Dünnschnittpräparate. Bei Gefrierbruchpräparaten wird die Membran
i.a. in der hydrophoben Mitte in äußeres (externes) und inneres (protoplasmatisches) Blatt gespalten, deren I nnenansichten frei-
gelegt werden. a) Erythrozyt des Menschen, proloplasmatische Membranbälfte, zahlreiche Membranpartikel, die verschiedenen
Proteinkomponenten entsprechen; Vergr. 161400fach. b) Erythrozyt des Menschen, äußere Membranhälfte, relativ wenig Mem-
branpartikel; Vergr. t61 400fach. c) E ndothelzelle, Corpus cavernosum, Mensch; apikale Zellmembran (z.wischen den 111>), die
äußeres-und inneres Membranblatt als jeweils dunkle Linie erkennen läßt; Vergr. 168170fach. d) Sammelrohrzelle, Niere, Mensch;
apikale Zellmembran mit Mikrovilli (-+). Beachte den dichten Besatz der Membran mit feinfädigem Material, das der Glykokalix
entspricht. Vergr. 27170fach.

Abb. 23 a) Von Blutmonozyten abstammender Makrophage der Maus zur Demonstration des typischen I nventars einer Zelle. Der
bogenförmige Kern ist zweimal angeschnitten (1,, 1,) und läßt die äußere seiner beiden Membranen sowie die perinukleäre
Zisterne (2) klar erkennen. In der Nähezweier Golgi-Pelder (3., 3,) finden sich Primärlysosomen (4) unterschioolicher Größe mit
homogenem lohalt und im übrigen Zytoplasma Mitochondrien (5) sowie Membranschläuche und Zisternen des glatten (6) und
rauben (7) endoplasmatischen Retikulums; letzteres ist außen mit Ribosomen besetzt. Bei .,.. sieht man ein mit Clathrin bedecktes
Vesikel ("coated vesicle"), das sich von der Plasmamembran abgeschnürt hat. 8 "coated vesicles" im Zytoplasma; 9 intrazyto-
plasmatische Filamente des Zellskeletts; 10 enveiterte Zisternen des rauben endoplasmatischen Retikulums in einer benachbar-
ten Plasmazelle; 11 Phagosomen mit inkorporierten Bakterien. Gesamtvergr. 20 OOOfach.
b) Eine prokaryotische Ze lle am Beispiel einer Bakterie (* ), und zwar einer Gram-positiven Pneumokokke (Streptococcus
pneumoniae) aus dem Auswurf eines kranken Menschen. Bakterien sind nur 1 bis 211m groß und im lichtmikroskopischen Präpa-
rat i. allg. nu r als fleck.- oder strichförmige Struktur erkennbar. Im E lektronenmikroskop ist erkennbar, daß sie in ihrem Zyto-
plasma kein en Kern und keine Organellen besitzen. Sie sind aber von einer Zellmembran umgeben und enthalten D NA und
RNA. Der Membran ist bei Gram-positiven Bakterien außen eine feste Zellwand (Peptidoglykane) ange lagert, der bei S. pneu-
m olliae noch eine umfangreiche Polysaccharidkapsel aufsitzt (-+). Gr am-negative Bak terien besitzen zwe i Zellmembranen . Das
Bakterium ist hier einem Eosinophiten (E) angelagert, der diese Bakte rien phagozytieren kann. Rechts oben weitere flach ange-
schnittene Streptokok ken. Vergr. 54300fach.

15
Elektronenmikroskopie - Zellmembran und ihre Differenzierungen

25

Abb. 25. Elektronenmikroskopische Aufnahme des Zottenepithels im Jejunum des Menschen. D ie resorbierenden Saumzellen
(Enterozyt.eo, 1) tragen einen dichte n apikalen Saum aus gleichförmigen Mikrovilli (*),der hier und in den proximalen Tubuli der
Niere auch Bürstensaum genannt wird. 2: Becherzellen, 3: Lumen. Vergr. 5100fach.

Abb. 26, Abb. 27. Mikrovilli des Dünndarmepithels (Jejunum, Ratte) im Längs· (Abb. 26) und Querschnitt (Abb. 27). Diese
sehr regelmäßig gestalteten, von einer Glykokalyx bedeckten fingerförmigen Ausstülpungen der Ze lloberfläche (mittlere Länge:
0,9 11m; mittlerer Durchmesser: 0,1 11m) bilden in ihrer Gesamtheit den auch lichtmikroskopisch erke nnbaren Bürstensaum (vgl.
Abb. 91 , 315). Bei relativ hohcr Auflösungsind neben der Dreischichtigkeit der Zellmembran(-+) auch die feinen, parallelisier-
ten Aktinfilamente (... ) im Inneren der Mikro,illi deutlich erkennbar; sie dienen der Versteifung der Mikrovilli und strah len in
eine oberflächenparallel angeordnete, ebenfalls filamentöse Plasmarandzone e in, das termina le Netz (Terruinalgespinst, * ), das
vor allem aus Spectrin, Myosin und Zytoke ratin besteht. Abb. 26: Vergr. 66650fach, Abb. 27: Vergr. 87500fach.

Abb. 28. Besonders gut entwicke ltes, sog. basales Labyrinth in einer Epithelzelle aus der Pars contorta des proximalen T ubulus
der Niere (Ratte). Die tiefe n Plasmalemmeinfaltungen begrenzen ein kompliziertes Spaltensystem und gliedern zugleich das Zy-
toplasma in schmale, heizungsrippenähnliche .,Septen", die zahlreiche, meist langgestreckte, schlanke Mitochondrien (1) enthal-
ten. Entlang der die Epithelzellen unterlagemden Basallamina (2) zeigen die Zytoplasma-"Rippen" diffuse Verdichtungen ( ...),
die wenig differenzierten Halbdesmosomen entsprechen (vgl. auch Abb. 62 d). Gcsamtvergr. 18 OOOfach.

16
E lektrone nmikroskopie - Zellmembran und ihre Differenzie rungen

17
Lichtmikroskopie - Ergastaplasma und Golgi-Apparat

A bb. 29. Azinöse (= azinäre) Endst1lcke aus dem exokrinen Abb.30. Spinalganglienzelle (Katze), deren Golgi-Apparat
Pankreas (Mensch), deren Zellen eine deutliche, vor allem an durch Osmiumsäure (Nachosmierung des bereits fixierten
ihrer Basis lokalisierte Basophilic erkennen lassen(-+). Dieses Materials) in Form schwärllichcr öscn-, haken- und schleifen-
färberi:;che Verhalten ist Ausdruck einer ungewöhnlich förmiger Figuren hervonritt (-+). Färbung; Osmierung nach
großen und auf engstem Raum kom:entrierten Menge von Ri- Kolatschev und Gegenfärbung mit Safranin; Vergr. 960fach.
bonukleinsäuren (RNS), die hier in den Ribosomen des rau-
ben endoplasmatischen Retikulums vorliegen. Lichtmikrosko-
pisch wird dieser umfangreiche Zellbezirk, in dem die Protein-
biosynthese erfolgt, auch Ergastaplasma (nArbeitsplasma~)
genannt (vgl. auch. Abb. 31, 35). Die serösen Drüsenzellen der
Az.ini sind nicht nur durch die basale Basopbilie gekennzeich-
net, sondern auch durch den kugeligen, relativ hellen Kern und
die rotgefärbten Sekretgranula im Zellapex. Typisch sind wei-
terbin die kleinen, hellen zentroazinären Zellen im Ionern der
Azini. Färbung H.E. Vergr. 450facb.

Abb.31. Anschnittzweier Zellen eines Azinus (Endstücks) aus dem exokrinen Pankreas einer Ratte. Das raube endoplasmati-
sche Retikulum (RER) (1) entspricht dem basophilen Ergastoplasma der Lichtmikroskopie und besteht aus zahlreichen dicht-
gelagerten, außen mit Ribosomen besetzten Membranen , die schmale Räume (Zisternen) begrenzen, die die in den Ribosomen
gebildeten Proteine aufnehmen. 2 Kemanschnitt; 3 Sekretgranula. Gesamtvergr. 12 500fach.

Abb. 32. Übersicht Uber zwei Golgi-Felder (1) in einer Epithelzelle eines interlobulären Ausführungsganges der GI. submandi-
bularis der Katze. Jedes dieser Golgi·f elder entspricht in etwa einer derlichtmikroskopisch durch Osmierung darstellbaren schlei-
fen- oder hakcnförmigen Stru.k turen der Abb. 30. Z Kemansehnitt; 3 Mitochondrium; 4 lnterzellularspalt mit Desmosomen ~ ).
Ge.samtvergr. 32000faeb.

18
Elektronenmikroskopie- Ergastaplasma und Golgi-Apparat

31

19
Elektronenmikroskopie - EndoplasmatischesRetikulum

33

Abb. 33. Ausschnitt aus einer Leberzelle der Ratte, in dem links rauhes (= granuläres) und rechts glattes(= agranuläres) endo-
plasmatisches Retikulum(= E R) zu erkennen ist. Das nicht mit Ribosomen besetzte glatte ER (1) erscheint hier in Form länglich-
ovaler Schnillprofile. 2 rauhes ER, das in der Leber nicht so dicht gelagert ist wie im Pankreas; bei der gewählten Vergrößerung
sind die charakteristischen Ribosomen als kleine dunkle Punkte gut erkennbar; die Ribosomen bilden am ER spiralfömtige
Ketten (Polysomen) und können auch frei im Zytoplasma vorkommen; 3 Mitochondrien. Gesamtvergr. 53 OOOfach.

Abb. 34. Gut entwickeltes glattes endoplasmatisches Retikulum im apikalen Bereich einer Epithelzelle (Ciara-Zelle, Trachea,
Maus), das stellenweise deutlich röhrenförmige Bauelemente(-+) erkennen läßt. 1 Mitochondrium; 2 Mikropcroxisom. Gesamt-
vcrgr. 44 OOOfach.

Abb. 35. Streng parallel geordnete und dicht mit Ribosomen besetzte Membranen begrenzen die schmalen, nur an ihren Enden
( * )gelegentlich aufgetriebenen Zisternen des rauben ER einer exokrinen Drüsenzelle aus dem Pankreas der Ratte . Ein derartig
gut entwickdtes rauhes ER ist immer der morphologische Ausdruck einer erheblieben Proteinsynthese, deren Produkte jedoch
meist nicht rür den zelleigenen Stoffwechsel benötigt werden, sondern die als Exportproteine ihre Funktion außerhalb der Drüsen
erfüllen. lm Pankreas sind diese Proteine wesentliche Verdauungsenzyme. 1 Kernanschnitt . Gesamtvergr. 38000fach.

20
Elektronenmikroskopie - Endoplasmatisches Retikulum

21
Elektronenmikroskopie - Golgi-Apparat

..... z...
,.~g,~~~~

·· E~
IIOSillel

··r= 0

- Q .- 0
.

~~ T~~
Neawer'A
•• ··Golgi Appao-11· •••

Abb. 36. Intrazelluläre Kompartimente. d.ie an der Biosynthese und Sekretion sowie der Endozytose beteiligt sind. Die verschie-
denen Kompartimente kommunizieren mittels Transportvesikeln. Die Wege der Biosynthese und Sekretion sind durch rote Pieile
markiert; hier werden Proteinmoleküle von RER zur Zelloberfläche oder zu Lysosomen transportiert. Endozytosevesikel
schnüren sich von der Zellmembran ab und transportieren aufgenommene Moleküle zu Endosomen (pH 6 bis 6,5), von wo aus die
Substanzen über Endolysosomcn {pH S bis6) zu Lysosomen transportiert werden. i n den Endolysosomen löst sich die Verbindung
zwischen endozyticrten Molekülen (Liganden) und Rezeptoren. Zwischen den Kompartimenten gibt es auch Rücktransportvor-
gänge (blaue Pieile). Primäres Lysosom: Lysosom, das frisch aus dem Golgi-Apparat hervorgegangen ist und noch keinen Kontakt
mit aufgenommenem, abzubauendem Material hatte. Sekundäres Lysosom: Lysosom, das fremdes oder zelleigenes Material in-
korportiert hat und abbaut. Hinsichtlich des Golgi-Apparates gibt es neben der Auffassung, daf3 der anterograde Stofftransport
durch dieses O rganell mittels kleiner TranspOitvesikel erfolgt, auch die Theorie, daß die Zisternen als Ganzes durch den Golgi-
Apparat wandern {Zisternenprogression), die Vesikel sollen nach dieser Auffassung nur retrograd transportieren.

Abb. 37. Golgi-Apparat in einer Epithelzelle eines Haarsterns (Decametra chadwicki). Der kennzeichnende Aufbau a us einigen
flachen membranbegrenzten Zisternen ist hier besonders gut erkennbar. Cis: Cis-Seite; Tr1111s: Trans-Seite des Mcmbranstapels.
Auf der l'rans-Seite entstehen dilatierte Zisternen, aus denen größere Vesikel (* )hervorgehen. Vergr. 58200fach.

Abb. 38. Golgi-Apparat ( I ) in einer Paoethschen Kömerzelle im Jejunum des Menschen. Beachte das Auftreten elektronen-
dichten Materials{-+) in den Golgi-Zisternen und die Entwicklung von Sekretionsgranula (2) au.~ den Trans-Zisternen des Golgi-
Apparates. 3 rauhes ER ; Gesamtvergr. 23 OOOfach.

22
Elektronenmikroskopie - Golgi-Apparat

37

38

23
Lichtmikroskopie - Mitochondrien und Zentriol

a c

39 40

Abb. 39. Schematische Darstellung der Struktur eines Mito- Abb. 40. Mitochondrien können ihre Gestalt und Lage in ei-
chondriums vom Crista-Typ. Die gesamte der Matrix zuge- ner Zelle ständig verändern, sie können sich außerdem teilen
wandte Fläche der Innenmembran ist dicht mit Partikeln ("Eie- und fusionieren. Diese Veränderungen sind besonders auffäl-
mentarpartikeln'') besetzt, die v. a. aus ATP-Synthase aufgebaut lig während der Differenzierung der Spermien, einem ProzeB,
und nur auf der linken Bildhälfte eingezeichnet sind. An der Jn- von dem hier drei Stadien (a, b, c) aus dem Hoden des Meer-
nenmembran ist auch die Atmungskette lokalisiert. In der Ma- schweinchens gezeichnet sind. Die Mitochondrien sind im
trix befinden sich u.a. die Enzyme des Zitratryklus und der Zytoplasma der Zellen als kleine blaue Strukturen gezeichnet.
~-Oxidation. Der Transport von Proteinen aus dem Zytoplasma Beim fertigen Spermium (c) bildet nur noch eine relativ gerin-
in die Matrix der Mitochondrien erfolgt über Translokasen ge Mitochondrienzahl eine Manschelte um das Mittelstück.
(TOM in der äußeren, TIM in de r inneren Membran). Die Kach Gurwitsch. 1913.
äußere Membran enthält verschiedene Porine. Die mitochon-
drialc DNA ist bei den meisten Organismen ringförmig.

Abb. 41. ll) Randbezirk einer Skelettmuskelzelle (Zunge, Katze) mit dicht zusammengelagerten Mitochondrien, deren unter-
schiedliche Gestalt und Größe sicher nicht nur durch die Zufälligkeit der Schnittebene bedingt sind. Auch wenn die Doppelung
der Mitochondrienmembran nur stellenweise erkennbar ist, heben sich die Granula intTamilochondrialia (,..) und die von der in-
neren Mitochondrienmembran entspringenden leistenförmigen Membranfalten (Cristae) deutlich von der enzymreichen Mito·
chondrienmatrix ab. Die Matrix füllt den Raum zwischen den Cristae aus (innerer Stoffwechsel raum, Binnenraum). Gesamtvergr.
34 OOOfach.
b) Mitochondrium bei höherer Primärauflösung; die Außenbegrenzung wird von zwei eng benachbarten Membranen (äußere
und innere Mitochondrienmernbran) gebildet. Von der inneren Mitochondrienmembran entspringen (IJI.) die Cristac, die im abge-
bildeten Mitochondrium den Binnenraum weitgehe nd ausfüllen. Der Raum zwischen innerer und äußerer Mitochondrienmem-
bran, der auch das Innere der Cristac bildet, heißt intermembranöser Raum (äußerer Stoffwechsel raum). Mitochondrien erftlllen
zahlreiche Funktionen, unter denen Oxidationsprozesse und ATP-Bildung besonders wichtig sind (Energiebildung). Die At-
mungskette ist an der inneren Mitochondrienmembran lokalisiert. Zellen, die viel Energie verbn1uehen (z. B. Herzmuskelzellen),
besitzen Mitochondrien mit vielen Cristae. Gesamtvergr. 58 000.
c) Mitochondrien in einer steroidhormonbildenden Zelle der Zona [asciculata der Nebennierenrinde des Menschen. Beachte
die bläschenförmigen oder sehlauchförmigen Struk[Uren, die von der Innenmembran gebildet werden (Mitochondrien vom Tu-
bulustyp). Z wischen den Mitochondrien glattes ER. Vergr. 27170fach.
d) Mitochondrien vom tubul ären Typ aus der Nebennierenrinde der Katze. Von der Innenmembran der Mitochondrien ent-
springen hier röhren- oder schlauchartige oder auch bläschenförmige Strukturen, die gewunden verlaufen und daher oft nur als
ovale oder n md1iche Schnittprofile erscheinen. Solche Mitochondrien sind für alle steroidhormon bildendcn Zellen besonders
typisch. 1 Kernanschnitt; 2 Lipidvakuole. Gesamtvergr. 38 OOOfacb.

24
Elektroneomikroskopie - Mitochondrien

25
Elektronenmikroskopie - Lysosomen

>'·
,• Zellmembl an
'
'{~~
Endozytose

promires
Lysosom / Sekundares
LyS0$001

~0

42

Lysosomen sind membranbegrenzte Organellen, die kennzeichnende hydrolytische Enzyme enthalten, deren Wirlrungs-
optimum im sauren pH-Bereich liegt. Sie haben abbauende und verdauende Funktionen. Im Elektronenmikroskop haben neu-
gebildete, sog. primäre Lysosomen i. a. einen homogenen, oft dichten Inhalt, während der Inhalt sekundärer Lysosomen, die
bereits zelleigenes oder fremdes Material inkorporiert und abgebaut haben, i.a. heterogen ist.

Abb. 42. Entstehurtg primärer Lysosomen in RER und Golgi-Apparat (linke Bildhälfte) und verschiedene Wege, die zum Ab-
bau in Lysosomen fUhren (rechte Bildhälfle). Auf dem Wege der Phagozytose werden große Partikel, Bakterien u.ä., den Lysoso-
men zugeführt. Mittels Autophagie können überalterte oder geschädigte Zellorganellen abgebaut werden. Dieser Pro:~.eß beginnt
mit der Umhüll ung des abzubauenden Organells durch ER-Membranen. Über die Endozytose werden Makromoleküle in die Zel-
le aufgenommen. Im Endolysosom (pH 5- 6) treffen die sauren Hydrolasen aus RER und Golgi-Apparat mit den aufgenommenen
Molekülen zusammen. Ln den Endelysosomen beginnt der hydrolytische Abbau, sie entwicke ln sich weiter zu typischen sekun-
dären Lysosomen, in denen der pli -Wert noch weiter absink!.

Abb. 43. Peroxisomcn ()llo ) in einer Leberepithelzelle des Menschen. Diese membranbegrenzten O rganellen besitzen beim Men-
schen und bei anderen Primaten i. a. eine homogene feinkörnige Struktur, bei anderen Säugern enthalten sie oft einen kristalloiden
dichten E inschluß, der aus dem Enzym Uricase besteht. 1 Mitochondrium; 2 Glykogenpartikel; 3 Lipid tropfen. Yergr. 27l70fach.

Abb. 44. Die beiden deutlich membran begrenzten und dicht mit kleinen Vesikeln gefilllten Korpuskeln (1) sind typische Vertre-
ter multivesikulärer Körper (MVK), die den Lysosomen nahestehen. Die Elektronendichte des Binnenraums variiert von dunkel
(1) zu hell (2), was u. U. unterschiedlichen Funktionsstadien entspricht. Endothelzelle der V. jugularis eines Pavians. Gesamtvergr.
44 OOOfach.
Abb. 45. a) Speziell es sekundäres Lysosom in der Lebenelle einer Ratte mit zelleigenem Material (autophagische Vakuole,
Z ytolysosom, Autolysosom). Es enthält Anteile des ER (1) und ein Mitochondrium (2). Gesamtvergr. 48000fach.
b) G roße vielgestaltige Sekundärlysosomen (1, 1,) in einem Makrophagen des Thymus einer Ratte. Gesamtvergr. 25000fach.

26
Elektronenmikroskopie- Peroxisomen, Lysosomen und multivesikuläre Körper

45a

27
Elektronenmikroskopie - Zentriol

Zentriolen sind der Mittelpunkt des Zell7.entrums (Zent rosoms), von dem aus Aufbau und Anordnung der Mikrotubuli orga-
nisiert werden; sie bilden weiterhin die Basalkörper der Kinozilien.
Dem Zytoskelett werden i. a. folgende Strukturen zugerechnet: ~1ikrotubuli, lntermo:diärlilamente, Mikrofilamente, gelegent-
lich auch Myosinfilamcnte.

Abb. 46. Quer- und schräggeschnittenes Zentriol (1) (zusammen Diplosom) eines Fibroblasten (i nterstitielles Bindegewebe der
Zungenmuskulatur, Katze). Wie in den meisten Fällen ist auch hier keines der beiden Zentriolen ideal parallel oder senkrecht zu
den seine Wand aufbauenden Tubuli getroffen worden. Beachte, daß die Längsachsen der beiden Zentriolen nicht - wie meist üb-
lich- senkrecht aufeinanderstehen. 2 Kemanschnitt; 3 Anschnitt eines Golgi-Apparates. Gesamtvcrgr. 50000fach.
Im Bildeinsal7. ist ein fast idealer Q uerschnitt eines Zentriols wiedergegeben, an dem der Aufhau der Ze ntriolenwand aus neun
Dreiergruppe l) (= Triplets) von Mikrotubuli deutlich erkennbar ist. Gesamtvergr. 160000fach.

Abb. 47. Mikrotubuli (-+) konvergieren auf ein längsgeschnittenes Zentriol in einem Thymuslymphozyten der Ratte. Die Wand
der Tubuli (innerer D urchmesser ofr 15 nm; äußerer Durchmesser 25 nm) besteht i. a. aus 13 parallel zueinander angeordneten
Protofilarnenten, die ihrerseits aus Ketten von Tubulinrnolekülen bestehe n. Die Mikrotubuli entstehen durch einen komplexen
Polymerisalionsprozeß löslicher T ubulimolektile, wobei die Polymere polare Ausrichtung aufweisen (Plus-Ende: wächst rasch,
Minus-Ende: wächst langsam oder nicht). Mikrotubuli können rasch auf- und abgeba ut werden; der Abbau erfolgt am Minus-
Ende. Gesamtvergr. 69000fach.

Abb.48. a) Schmale Bündel (1) aus parallelisierten Intermediärfilamenten (Durchmesser ca. l Onm), die aus Keratinen be-
stehen. in einer Epithelzelle des D ünndarms ( Ratte). Gesamtvergr. 56000fach.
b) Deutliebe BlindeJung von Intermediärfilamenten zu den noch lichtmikroskopisch erkennbaren Tonofibrillen (1) in eine r
Epidermiszelle der menschlichen Haut (vgl. auch Abb. 457). 2 Kernabschn itt; 3 Melaningranula. Gcsamrvergr. 32 OOOfach.

28
Elektronenmikroskopie - Mikrotubuli und Filamente

47

481 48b

29
Lichtmikroskopie - Zytoskelett

Abb. 49a. Zytokeratin 14 (CI< 14) in den basalen Zellschich-


ten der Epidermis (E) des Menschen. Zytokeratine bauen d ie
Intermediärfi lamente in Epithelze llen auf. Immunh istochemi·
491 scher Nachweis (Braunfärbung). Ve rgr. 500fach.

Abb. 49b. Aktin-Nachweis (Braunfärbung) in den Myoepi-


thelzellen (-+)einer laktierenden MilchdrUse einer Kuh. Die
Drüsenzellen (* )sind nicht gefärbt. L Drüscnlumcn. Vergr.
49b 550fach.

Intermediärfilamente treten in fast allen Zellen auf. Sie bestehen aus unterschiedlichen, aber mi teinander verwandten Prote·
inen. In Epithelzellen werden die Intermediärfilamente aus verschiedenen Keratinen gebildet, in Fibroblasten und verwand-
ten Zellen aus Vimentin, in Muskelzellen aus Desmin. In Nervenzellen werden sie Neurofilamente, in Gliazellen Glioftlamente
genannt.

Abb. 50. a, b) .Beide Abbildungen stammen vom Endothel der A. meningea media eines Pavians und zeigen Bündel von Mikro-
(:o Aktin-)Filamenten (1), die in kultiv.ierten Fibroblasten auch "Streß-Fasern" genannt werden, in Quer- (a) und Längsschnitt (b).
In diesen Bündeln können di ffuse Verdichtungen auftreten (~ ), Verdichtungszonen, die wohl der Ve rknüpfung und als Ansatz-
struktur der Aktinfilamen te dienen. Beachte die Ähnlichkeit der Mikrofilamentbündel in den Endothe12ellen (1) und in den be-
nachbarten glatten Muskelze llen (:2). ~ Anheftungsplaques in den glatten Muskelzellen (L "' Gefäßlumen). Der Durchmesser der
Mikrofilamente beträgt ca. 6-7 nm. Beachte die Füßchen der Endothelzelleo, die mit den glatten Muskelzellen Kontakt aufneh·
men. Gesamtvergr. beide 55 OOOfach.

30
Elektronenmikroskopie - Filamente

lpm
L

50b

31
Zelleinschlüsse- Lichtmikroskopie

\

.
~ .
\
\
52

Abb. 51. Leberzellen (Ratte} mit selektiver Darstellung des


intrazellulären Glykogens in Form, hier rot gefärbter, granulä-
rer bis kleinscholliger Partikel (Präparat: Prof. Dr. H. J. Cle-
mens, MUnchcn). Färbung: PAS-Hämalaun; Vergr. 600fach.

A bb. 52. Weiße Fettzellen (Adipozyten} in der Haut des


Menschen. Diese relativ großen Zellen enthalten e inen sehr
großen Fetteinschluß, der im Laufe der Herstellung der histo-
logischen Präparate herausgelöst wird, so daß die Zelle durch
eine riesige Vakuole(* ) gekennzeichnet ist. Das Zytoplasma
ist auf einen ganz schmalen Randsaum beschränkt. Vereinzelt
ist der meist abgeflachte Zellkern dieser Zellen angeschnitten

- 53
(_. }. Außen sind die Zellen von einer zarten Basallamina um-
geben. IJio. klei ne Blutgefäße. Plastikschnitt, Färbung: H. E .;
Vergr. 280fach.

Abb. 53. Krankhafte Einlage rung von Lipidtropfen in Leber-


zellen des Menschen, wie be i alkoh.olbedi ngtcm, toxisch nutri-
tivem Leberschadtm. Färbung: H.E.; Vergr. 200rach.

Abb. 54. Dicht mit hellen Vakuolen a.ngefüllte Ze llen aus


der Zona fascicu.lata der Nebennierenrinde (Mensch). Dabei
handelt es sich um Fettropfen, deren Inhalt bei der Herstel-
lung des Präparates (vgl. S. 1) herausgelöst wurde. Färbung:
Azan; Vergr. 600fach.
54

32
Pigmente - Lichtm ikroskopie

55

Abb. 55. Spinalganglienzelle (Mensch) mit einer kappenartig


dem Ursprungskege l des initialenSegments des Axons (s. auch •
Abb. 204) angelagerten Ansammlung von gelbbraunen Lipo·
fuszin-Granula. Diese Granula sind Lysosomen, die nicht wei-
ter abbaubare Substanzen enthalten. Lipofuszin kommt auch
in anderen Zellen vor und wird gelegendich auch .,Abnut-
zungspigment'' genannt . Färbung: Azan; Vergr. 600fach.

Abb. 56. E pidermis (E) eines Menschen mit leicht bräunli-


eber H autfarbe. Die basalen Epidermiszellen enthalten Mela-
ningranula und sind daher braun gefarbt (-+).Nur ein kleiner
Teil dieser Zellen, die Melanozyten, bilden das Melanin selbst.
D ie Mehrheil der pigmentierten Zellen, die basalen Keratino-
zyte.n , nehmen das von den Melanozyten gebildete und abge·
gebene Melanin mit ei nem Phagozytosemechanismus in ihr
Zytoplasma auf. Die Metaoozyten besitzen im Routinepräpa- 57
rat oft e in helles, balluniertes Zytoplasma. Färbung: H. E.;
Vergr. 500fach.

Abb. 57. Makrophagen in der Lichtung von Lungenalveolen


des Mensche n. Die Zellen enthalten hier eisenreiche~ H ämo-
siderin, ein Pigment, das von Hämoglobin abgeleitet wird.
Hämoglobin kann mit Erythrozyten in die Lungenalveolen ge·
langen, wenn es bei H erzerkranl.:ungen zu Stau im Lungen-
kreislauf kommt; die Alveolarmakmphagen, die dann die
Erythrozyten abbauen, heißen daher auch Herzfehlerzellen.
Tutnbullblau-Reak.ti on zur Eisendarstellung. Vergr. 600fach.

Abb. S8. Ausschnitt aus den Marksinus eines Hilus-Lymph·


knotens (Lunge, Mensch), die zahlreiche mit Rußpartikeln
(einem exogenen Pigment) be ladene Makrophagen enthalten.
Man spricht von A mhrakose (anthrax = Kohle). Färbung:
Azan; Vergr. J&)fach.

33
Melanosomen - Elektronenmikroskopie

Abb. 59. Melaningranula = Melanosomen (1) verscbiedener Reifestadien in einer Epidermiszelle der mensch-
lichen Haut. 2 Kernanschnitt ; 3 Keratinftlamente = T onofilamente. Gesamtvergr. 45 500fach.

Melanosomen sind tyrosinasereiche Zellorganellen, in denen das dunkelbraune Pigment Melanin synthetisiert
wird. Sie kommen nur in wenigen Zelltypen vor, insbesondere in den Melanozyten der Epidermis, im Pigment-
epithel der Re tina, in Pigmen1.2.ellen der Iris und in bestimmten Neuronen. In der Epidermis werden sie von den
Melanozyten auf die typischen verhornenden Epidermisepithelzellen (Keratinozyten) übertragen.

Abb. 60. Talgdrüsenepithelzellen des Menschen mit zahlreichen hell erscheinenden LipideinschlOssen {1); 2 Zell-
kern. Gesamtvergr. 2840fach.

Abb. 6L Glykogenpartikel {1) in einer Knorpelzelle der Trachea des Menschen. Das Glykogen kann morpho-
logisch in zwei Erscheinungsformen auftreten: in Form kleiner ß-Partikel oder in form von rosettenartigen <X-Par-
tikeln, die aus zusammengelagerten ß-Partikeln bestehen. 2: Sekretionsgranula, 3: Kollagenfibrillen vom Typ n.
Vcrgr. 36 600facb.

34
Fettropfen , Glykogen - Elektronenmikroskopie

eo

&1

35
Elektronenmikroskopie- Zellkontakte

36
Elektronenmikroskopie - Zellkontakte

63b

Abb.62. a- f: Zellkontakte im elektronenmilcroskopischen Schnitt (a, b, d. e) und Gefrierbruchpräparat (c, f).


a) Haftkomplex Gunctional complex) zwischen zwei Deckzellen im Epithel des Harnleiters des Menschen. Dieser Komplex be·
steht. aus einer zuoberst liegenden Zonula occludens (1), einer darunter gelegenen Zonula adhaerens (2) und an unterster Stelle
Desmosomen (3). Gesamrvergr. 36500fach.
b) Desmosomen (Maculae adhaerentes), Dünndarmepithel, Mensch; im Interzellularraum strukturiertes glykoproteinreiches
Material (.,Kittsubstanz"); der Zellmembran ist auf der Zytoplasmatischen Seite dichtes proteinhaltigcs Material angelagert, in
dem Keratinfilamente verankert sind. Gesamlvergr. 92000faeb.
c) Im Gefrierbruchpräparat ist ein Desmosom an umschrieben dicht gelagerten proteinhaltigen Membranpartikeln in der Zell·
membranzu erkennen (~). Nabelschnurepithel (Amnionepithel), Mensch. Gesamtvergr. 48000fach.
d) Hcmidesmosomcn an der basalen Zellmembran der Basalzellen in der Epidermis des Menschen. In die Membranverdichtun·
gen der H emidesmosomen strahle n Keratinfilamentbündel (1) ein. Zwischen basaler Zellmembran und Lamina dc nsa der Basal-
lamina (2) befindet sich hier e lektronendichtes Material(-+). Gesamtvergr. 36600facb.
e) Zonula occludens (tight junction) zwischen zwei Kolonepithelzellen des Menschen. Die äußeren Bläucr der Zellmembran
verschmelzen in Form von anaslo mosierenden Leisten (im Schnittpräparat oft schwer zu erkennen) und versiege ln den Interzell u-
larraum. Gesamtvergr. 115 OOOfach.
() Im Gefrierbrucbpräparat tritt das netzartige Leistenmuster der Zonula occludens in der Zellmembran deutlich hervor. An·
ordnung und Ausdehnung der Leistensysteme bestimmen i. a. die funktionellen Eigenschaften- v. a. die Durchlässigkeit - der Zo·
nula occtudens. Trachealepithel, Mensch. Gesamtvergr. 32 OOOfach.

Abb. 63. a, b. Nexus (gap junctions) im elektrone nmikroskopischen Schnitt (a) und Gefrierbruchpräpa rat (b).
a) Nexus (~)zwischen zwei Myoepithelzellen der laktierenden Milchdrüse des Men~chen; die Zelle n nähe rn sich hier stark, der
Interzellularraum wird von Connexonen (Tunnelproteinen) überbrückt. Gesamtvergr. 96000fach.
b) 1m Gefrierbruchpräparat besteht die gap junction aus einem Feld sehr dicht gelagerter großer Me mbranpartikel in der Zell·
membran, die den Connexonen entsprechen, über die ein Stoffaustausch erfolgen kann (,.communicating juoctions" ), in den an-
deren Membranarealen locker verteilte MembranpartikeL Zwei Nexus in der Membran einer Herzmuskelzelle einer foetalen Rat-
te (16. Trächtigkeitstag). (Gcfricrbruchpräparate der Abb. 62 u. 63 Prof. Dr. med. H . Bartcls. München.) Gcsamtvergr. 80000fach.

37
Elektronenmikroskopie - Zellkern

Abb. 64. Darmzone aus dem Ileum


des Menschen. Die verschiedenen
Zelltypen im Präparat sind insbeson-
dere an der Morphologie ihrer Zell-
kerne zu unterscheiden. So sind z.B.
die resorbierenden Saumzellen an
ihre n relativ bellen, längsovalen Ker-
nen (1) zu erkennen, wohingegen die
Kerne der schle imbildenden Becher-
zellen i.a. dunkle r und abgeflachter
sind (2). Das Innere d.::r Zotten ent-
hält i.a. 8 bis 9 verschiedene Zell-
typen, z.B. Makrophagen, Lympho-
zyten, Eosinophile und Plasmazellen,
die der Geübte auch im H.E.-
Präparat unterscheiden kann. Plastik-
schnitt. f'ärbung: H.E.; Vergr.
450fach.
64

Abb. 6Sa. Immunhistochemischer


Nachweis des IG-67 Proteins (Braun-
färbung in Kernen, -+) von Epider-
miszellen der Haut des Menschen.
Der positive Nachweis dieses Proteins
zeigt die Anwesenheit von teilungs-
bereiten, proliferierenden Zellen in
• • .. einem Gewebe. Vergr. 250fach.

Abh. 6Sb. Immunhistochemischer


.•. . . Nachweis (Braunfärbung der Zellker-

' ne, -+) von einzelnen apoptotischen


Epithelzellen mit Hilfe der sogenann-
ten TUNEL-Reaktion (= Nachweis-
reaktion von DNA-Fragmenten) in
der laktierenden Mamma eines afri-
kanischen E lefanten. Gegenfärbung
mit Hämatoxylin. Vergr. 700fach.
65a 65b

38
Elektronenmikroskopie - Zellkern

Abb. 66. KugelJörmiger Zellke rn mit glatter Oberfläche und deutliebem Kernkörperehen ( = Nukleolus, 2) aus einer exokrinen
Zelle des Pankreas der Ratte. Das elektronendichte, granuläre Material entspricht kondensiertem, inaktivem Chromatin (= He-
terochromatin), das sowohl als nukleolusassozüertes Hererochromatin (1) als auch der Kernhülle innen angelagert vorkommt und
hier wie auch im übrigen Ke rn unregelmäßig gestaltete Körper bildet. Das dichte Heterochromatin entspricht inaktivem Genma-
terial, wohingegen aufgelockerte, helle Kernbezirke (Euchromatin, 3) aktivem Genmaterial entsprechen. Das randliehe Hetero-
chromatin ist im Bereich der Kernporen (~) unterbrochen (vgl. Abb. 70, 71). Die äußere Membran der Kernhülle trägt sehr oft
Ribosomen, der inneren Kernmembran liegt (innen) das Heterochromatin (4) an, weswegen sie oft schwer zu erkennen ist.
Zwischen innerer und äußerer Kernmembran befindet sich die Perinukl.eärzisterne, die mit dem rauben ER kommunizieren kann.
Gesamtvergr. 19 OOOfacb.

In normalem Gewebe konunt es in unterschiedlichem Ausmaß zur Vermehrung und zum Absterben von Zellen. Beide Prozes-
se stehen beim Erwachsenen normalerweise im Gleichgewicht un d sind am besten und am häufigsten im Epithelgewebe zu be-
obachten. Zwei formen des Zelltods lassen sich unterscheiden: Nekrose und Apoptose. Nekrose wird durch irreversible exo-
gene Schädigung verursacht, Zellen schwellen, Kerne schrumpfen und werden dichter oder lösen sich auf oder zerfallen.
Apoptose tritt im Laufe physiologischer Prozesse auf und hat eine genetische Basis. Sie findet sich :t.B. am Ende zyklischer Pro-
zesse wie des Menstruationszyklus im Endometrium oder nach dem Abstillen in der l'vl..ilchdrüse. Unter anderem finden sich im
Zellkern vor seinem Zerfall peripher große Heterochromatinschollen; das Zytoplasma schnürt peripher Fragmente ab ( apopro-
tisehe Körper).

39
Elektronenmikroskopie- Zellkern, Ribosomen

40
Transkription und Translation

mHt,A.
Pr Z(' SlO
'lM q


T t bn

{
~
..
1. Proteine rnit ER-Signalsequenz {u.a. Exportproteine, Membranproteine)
69 2. Proteine ohne ER-Signalsequenz (u.a. zytosolisclle und mitochondriale Proteine)

Abb. 69. Schematische Darstellung von Translation und Transkription (alL~ Benninghoff, '16. Aufl.).

Abb.67. Großer, glattkonturierter, heUer Kern einer Nervenzelle aus einem vegetativen Ganglion im Pankreas der Kat:r.e. Der
auffallend große Nukleolus (1) läßt eine komplizierte netzige Struktur (Nukleolonema) erkennen. Der Kern ist ansonsten weitge-
hend mit Euchromat in (2) ausgefUilt. Helle, d. h. euchromatinreiche Kerne sind für Nervenzellen typisch und werden manchmal
bläschenförmige Kerne genannt. Die Zweischichtigkeit der Kernhülle ist deutlich erkennbar (z. B. bei 3 und 7 Uhr). Gesamtvergr.
12 OOOfach.

Abb. 68. Raubes e nd oplasmatisches Retikulum (RER) in einer eiweiß bildenden Drüsen:r.elle e iner Seeli lie (M etacrinus romn-
d!L<). Den Membranen des RER sind außen die Ribosomen (~) angelagert. Diese sind hier an einem m-RNA-Faden aufgereiht
und bilden spiralige Polysomen {Polyribosomen), was im Flachschnitt gut erkennbar wird (-+). Vergr. 66650fach.

41
Elektronenmikroskopie - Kernporen

70

71
• b

42
Elektronenmikroskopie - Lamina fibrosa des Kerns

72

Abb. n. Sehr deutliebe Lamina fibrosa (-+) im Kern eines Fibrozyten aus dem subkutanen Bindegewebe des Kaninchens, die als
kontinuierliche Schicht mäßiger, aber homogener Elektronendichte zwischen der inneren Kernmembran und dem Chromatin ver-
läuft und nur im Bereich der Kernporen (IJJ>) unterbrochen wird. Gesamtvergr. 38 OOOfach.

Abb. 70. Flachschnitt durch den Kern ei ner Leberzelle (Raue) mit za hlreiche n Kernporen (1). Diese sind meist kreisförmig
(l iebte Weite hier ca. 35 nm) und zeigen bei geeigneter Schnittführung eine zentrale punktförmige Verdichtung(-+). Weitere Ei n·
zelheiten dieser wegen ihrer komplizierten Substruktur auch als Poren"komplex" bezeichneten Kommunikationsorte zwischen
Kern und Zytoplasma sind jedoch wegen zu geringer Auflösung nicht erkennbar. Gesamtvergr. 48 OOOfach.

Abb. 71. a) Anschnitt eines Kerns einer exokrinen Pankreaszelle (1,) der Ratte mit zwei Kernporen (2), in deren Bereich innere
und äußere Kernmembran in einander übergehen, so daß punktförmig die perinukleäre Zisterne verschlossen wird. Im Bereich der
Kernporen ist oft ei ne komplex gestaltete membranöse Schicht, ein sog. Diaphragma, ausgebildet. Gesamtvergr. 78000fach.
b) Gefrierbruchpräparat der Kernmembranen in einer NebennierenmarkszeUe der Ratte. Die Bruchi1äche verläuft durch inne-
re (1) und äußere (2) Kernmembran , zwischen denen die Perinuklearzisterne erkennbar ist (-+). Die Kernporen (* )sind in ihrer
Form und Verteilung klar erkennbar. 3 Zytoplasma mit Sekretionsgranula. (Präparat Prof. Dr. med. H. Bartels, München.) Ge·
samtvergr. 32 OOOfach.

43
Sexchromatin und Mitose - Lichtmikroskopie

,,

73a 73b

73e 73d

Abb. 73. a) .Mitosefiguren (-+).wie sie sich im histologischen Routinepräparat darstellen und in Ge weben mithohem Zellumsatz,
z. B. in den abgebildeten DUnndarmktypten des Menschen, regelmäßig zu finden sind. Plas tikschni tt Färbung: H.E.; Ve rgr.
500facb.
b - b) Verschiedene Stadien der Karyokinese (= Kernteilung) mit entsprechenden Mitosestadien, zu deren Demonstration
Präparate von rasch wachsenden und daher hohe Mitoserate n aufweisenden Geweben verwe ndet we rden, wie z. B. Zellkulturen,
embryona le Organe (z. B. Kiemenblättchen der Salamanderlarve u. ä.) , oder, wie im vorliegenden Fall, Pflanzenkeimlinge.
b) Übersicht über mehrere , dicht beieinanderliegende Zellen aus der Wurzelspitze eines Bohnenkeimling.s (Vicia faba) , deren
Kerne unterschiedliche Phasen der Mitose zeigen (vgl. mit den Bildern c- h).ln der oberen ZcllrcilJC liegen rechts neben einer be-
ginnenden Telophase (vgl. Bild h) sowie links neben einer späten Metaphase (vgl. dazu Bild e) je zwei Zellen, die nur halb so groß
wie die übrige n sind und daher als die beiden aus einer vollständig abgelaufenen Mitose hervorgegangenen Tochterzellen ange-
sprochen werden können. Färbung: Eisenhämatoxylin; Vergr. 500fach.
c) Am unteren Bildrand zwei noch frühe Prophasen mit deutlieb erkennbarem Nukleolu~, darüber eine Metaphase in Aufsicht.
d) Von der Seite gesehene Metaphase mit Einstellung der Chromosomen in der ÄquatoTialebene des Zelleibes (in Aufsiebt er-

44
Mitose - Lichtmikroskopie

731 73f

73g 73h

gäbe sich das Bild des sog. Monasters, vgl. Abb. 73c oben). Die "Fasern" (= Mikrotubuli) der deutlichen Mitosespindel verbinden
die Kinetochore (liegen am Zentromer) der Chromosomen mit den an die Zellpole gewanderten Zentriolen (hier nicht sichtbar,
da Zellen höherer Pflanzen keine Zentriolen besitzen. Vgl. daher Abb. 40).
e) Späte Metaphasen, von schräg seitlich gesehen und daher kein ideales Bild eines Monastcrs bietend. Vor allem bei der rech-
ten unteren Teilungsfigur beginnen sich die beiden aus einem Chromosom durch identische Reduplikation hervorgegangenen
Tochterchromatiden schon zu trennen. Sie sind die definitiven Chromosomen der späte ren Tochterzellen.
t) Frühe Anaphase mit .,Diaster" (Tochtersterne ). Alle Chromosomen sind in ihre Chromatiden gespalte n und diese mit ihrem
&heitel schon eine Strecke weit polwärts gezogen.
g) Spätere Anaphase mit einer gerade erkennbaren und zwischen den Zellpolen verlaufenden Ze ntralspindeL
h) Beginnende Telophase mit 2unehmender Verklwnpung der Chromosomen zu einer homogenen, sta rk färbbaren basophilcn
Masse: Die Zent ralspi ndel ist noch gut erkennbar. Färbungen c - h: Eisenhämatoxylin; Vergr. c- h: 1250fach.

45
Mitose

T~

Abb. 74. Stadien der Mitose, während deren der verdoppelte Chromosomensatz auf zwei Tochterzellen verteilt wird. G- und S·
Phasen sind die Phasen des Zellzyklus. In den G-Phasen (Gl- und 02-Phase, 0 = gap [LOcke]) erfolgt keine DNS-Synthese, die-
se findet während der zwischen 01- und 02- liegenden S-Phase (S = Synthese) statt 1 Nukleolus an Organisator-Region eines
Chromosoms, 2 KernhUJie, 3 Zentrosom mit sich verdoppelnden Zentriolenpaaren und ausstrahlenden Mikrotubuli, 4 verdoppel-
te DNS; es entstehen Doppelchromosomen, die am Zentromer verbunden bleiben. Die beiden identischen Hälften der Dop-
pelchromosomen heißen Chromatiden, 5 kondensierte Doppelchromosomen mit Z entromer (Kinetochor) , 6 kontraktiler Schnür-
ring, 7 Zytoplasmabrücke mit Mittelkörper (aus Benninghoff, 16. Aufl.).

46
Meiose

I~
10'4A &:tio:m
117>ans'~
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...

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75

Abb. 75. Schematische Darstellung der Meiose. Die Prophase der I. Reifeteilung (Prophase I) wird in die Stadien Lept.otän, Zy·
gotän, Pachytän, Diplotän und Diakiflese gegliedert. Die Zellen der meisten Meiosestadien sind Ober Zyloplasmabrücken ver-
bunden (aus Benninghoff, 16. Aufl .).

Die diploide (2n) Chromosome nzahl des Menschen beträgt 46, davon sind 44 Autosomen und 2 Gono-(Geschlechts-)Cluo-
mosomen (X-, Y-Chromosom). ln manchen Zellen des Körpers, z.B. in vielen Leber- und Herzmuskelzellen, den Megakaryo-
zyten und im Obergangsepithel, wird der gesamte diploi de Chromosomensatz vervielfacht: Polyploidie. Die haploide (n)
Chromosomenzahl (23) trilt nur in den Geschlechtszellen auf. Chromosomen könn en in der Metaphase mit Hilfe von Spezial-
färbungen, Y<ie sie in Zytogenetischen Labors angefertigt werden, analysiert und klassifiziert werden. Die molekulare Struktur
der Chromosomen läßt sich auch im Elektronenmikroskop i. a. nicht erkennen. Ein Chromosom besteht aus doppe lsträngiger
DNS (35%) und assozüerten basischen Proteinen (Histonen, 40%) sowie aus Nichthi~ton-Proteinen. Wenn nach Replikation
in einem Chromosom 2 DNS-Doppelhelices vorliegen, spricht man von einem Chromosom, das aus 2 Chromatiden besteht.

47
Histologie
Epithelgewebe

•• A'lkcltlamonte

Lamrun

L.anw~a nu a

Lamna
• hbforel cutans

Abb. 76. Sche ma tische Darste llung der epithelialen Basalla mina und des subepithelialen Bindegewe bes mit einigen der zahlrei -
chen makromolekulare n Kompone nten. Basallamina und die weniger scharf begre nzte Lamina fibro reticularis ( extranlluläre
Bindegewebskomponente n unmitte lbar unter der l:lasallamina) bilden die lichtmikroskopische Basa lmembran. Wesentliche Be -
standte ile der Lami na ra ra sind La rninin und Nidogcn . .VI ikrotibrillen bestehen aus dem Glykoprotein Fibrillin . messen ca. 10 nm
im Durchmesser und treten a llein - wie hier als Komponente der Lamina fi broreticularis - oder a ls Bestundteil von elastisch en
Fasern (s. Abb. 130b) uuf. Die Ankerfi lamen te be~tehen a us La min in 5. Die Ankerfibrillen bestehen au~ Ko llagen Typ VII der
Lamina fi broreticular is und verbinden die Lamina dcnsa mit isolierten Kollagen-IV-Aggregaten (Veranke rungsplaques). Oas ter-
minale Ke tz beste ht mr allem aus Spect rin. Myosin II und Zytokeratin.

49
Oberflächenepithe lien - einschichtige

*
na

Abb. 77. Plattenepithel , a) Aufsicht. Häutchenpräparat, b)


Schnittpräparat. a) Pcritonealepithel, die Zellgrenzen treten
bei einer Versilberung als ein schwarzbraunes Netz.werk her-
vor. b) Endokard des Menschen mit dünnem Epithel, das hier
und in Gefäßen Endothel genannt wird und das die Herz-
innenräume auskleidet: von den Plattenepi thelzellen sind i. a.
nur die abgeflachten Keme erkennbar (-+). In der H erzmus-
kulatur sind unter dem Endokard Purkinje-Fasern angeschnit-
ten ('lfl'). Färbung: H.E.: Vergr. IOOfach.

Abb. 78. Einschichtiges, isoprismatisches (= kubisches)


Epithel als Auskleidung der Sammetrohre der Niere (Quer-
schnilt durch das Nierenmark, Kaninchen). Ein anderes, oft
verwendetes Präparat zur Demonstration dieser Epithelform
sind die Schilddrüsenfollikel (vgl. Abb. 442). Zur Gliederung
11 von Epithelien s. Tabelle 3. Färbung: Azan; Vergr. 240fach.

Abb. 79. Einschichtiges, prismatisches Epithel der Dünn-


darmschleimbaut der Katze, das aus resorbierenden Saumzel-
len (Enterozyten) und einzelnen Becherzellen besteht. Die re-
sorbierenden Saumzellen tragen apikal einen gerade noch e r-
kennbaren Bürstensaum (vgl. Abb. 25 und 91). Das Epithe l
lagert au r einer zellre ichen Bindcgcwebsschicht, die Lamina
propriagenannt wird. Färbung: H. E.; Vergr. 380fach.

Abb. 80. Einschichtiges. prismatisches Epithel mit Drüsen-


zellen und kinozilientragenden Zellen. Dies Epithel bedeckt
die Schleimhaut des Eileiters (Tuba uterina). An der Basis der
Kinozilien ist eine schwarze Linie erkennbar, die sich aus
dichtgelagerten Basalkörperehen (Kinetosomen) zusammen-
setzt. Die sekretorischen Epithelzellen tragen keine Kino-
zilien. Mensch. Färbung: Eisenhämatoxylin; Vergr. 240rach.

50
Oberflächenepitheli en - mehrschichtige

81 82

Abb. Sl. MehrschiciHiges, unverhorntes Plattenepithe l (Va-


gina, Mensch). Alle Zellen, auch die der obersten Schicht, ent-
halten Kerne, jedoch nur die Zellen der oberen Schichten
zeigen die für Plattenepitheli en charakteristische Gestalt.
Übereinkunftsge mäß ist bei mchrschichtigcn E pithelien im·
mer die oberste Zellage für die formale Klassifi kation aus-
schlaggebend. Das subepitheliale Bindegewebe ist hier grün
gefärbt. Färbung: Goldoer: Vergr. 240fach.

Abb. 82. Mehrschichtiges, verhorntes Plattenepithel der


äußeren Haut des Nasenflügels (Mensch). Die obersten Zellen
sind kernlos, zu Hornschuppen umgewandelt und bilden das
Stratum corneum (homogen rot). Unter dem Stratum corneum
befindet sich das Stratum gra nulosum, in dem die Epitheb~el­
len kennzeichnend.: violett gefärbte Keratohyalingranula ent-
halten. Diese sind das erste Anzeichen für den Verhornungs-
83
prozeß. Färbung: Azan; Ve rgr. 240fach.

Abb. 83. Mehrschichtiges Epithel der Harnblase (Mensch).


Dieses sog. Übergangse pithel (Urothel) kennzeichne t Nieren-
becken, Ureter und Harnblase u nd trägt seinen Namen, da e~
je nach Dehnungs:.:ustand von e inem abgeflachte n (z. B. gefüll-
te Hamblase) in ein hohes (z.B. leere Harnblase, vorliegende
Abb.) Epithel Oberge hr (vgl. Abb. 380, 381). Charakteristisch
sind die großen polyploide n, manchmal zweikernigen Zelle n
der obersten Schicht (Deck?.ellen) . .Färbung: Aza n; Vergr.
240fach.

Abb. 84. Mehrschichtiges, prismatisches Epithel aus der


weiblichen Harnröhre (Urethra, Mensch). Auch hier zeigen
nur die obersten Zellen die fUr ein prismatisches Epithel typi-
sche Gestalt und sind daher für die formale Zuordnung verant-
wortlich. Färbung: Azan; Vergr. 380fach.
ß.1:s:dtta rOM

51
Oberflächenepith elie n - mehrreihige

Abb. 85. Zwein::ihige> prism11ti>ch~ Epithel aus dem Neben-


hoden des Menschen. Zwei Anschnitte des geknäuelt verlau-
fenden Ductus epididymidis. Die Basalzdlen (~) hesitzen ei-
nen rundlichen Kern und sitzen der Basalmembran auf. Die
hochprismatischen ausdifferen7.ierten Zellen besitzen einen
länglichen Kern und tragen apikal sehr lange Mikrovilli (Ste-
reozilien). die im Präpa ra t oflzu einem Schopf (II>-) verklebt
sind. Mehrreihigkeit bedeutet, daß im Epithel alle Zellen der
Basalmembran aufsitzen, aber nur die ausdifferen~ie rten Zel-
len die Epithel!)berfläche erreichen. Die Kerne bilden im
Epithel parallel zur Oberflache verlaufende Reihen. Färbung:
H. E .; Vergr. 500fach.
85

Abb.86. Mchrrcihiges, prismatisches Epithel (achte auf die


Gestalt der Zellen in der obersten Schicht!) mit Kino1.ilien und
Beeher~ellen. Da es in dieser Form nur in den Atemwegen
vorkommt, wird es oft auch als .,respiratorisches'· Epithel be-
zeichnet (Trachea, Mensch). Färbung: kan; Vergr. 240fach.
86

Abb. 87. Respirato risches Epithel der Trachea eirles Rhesus-


affen bei höherer Vergröaen mg.!n diesem Epithel gibt es drei
zelluläre Entwicklungsstadien: 1: Basalzellen an der Basis des
Epithels. Von ihnen geht die Regeneration der Epithelzellen
aus, auch dienen sie der Befestigung der höher gelegenen Zel-
len an der Basallamina; 2: nachwachsende Zellen, ihnen ge-
hört die mittlere Kernreihe ao; 3: ausgereifte Zellen, zu denen
kinozilientragende Zellen und Becherzellen (oberste Kern rei -
he) gehören. Die drei Kernreihen sind meistens nicht scharf
gegeneinander abgegrenzt, insbesondere ist die mittlere Kern-
reihe keineswegs überall eindeutig vorhanden. Plastikschnitt.
Färbung: H.E.; Vergr. 480fach.
87

52
Differenzierungen der Peripherie von Epithelzellen

Abb. 88. Schleimhautfalte aus der Gallenblase (Mensch), de-


ren hohes prismatisches Epithel in den flach (= tangential)
geschnittenen apikalen Zellbereichen ein schwän.liches, hexu-
gonalcs feines Netzwerk, das sogenannte .,Scblußleistennel.Z",
erkennen läßt. Sein elektronenmikroskopisches Äquivalent
sind die dicht beieinanderliegenden, gUrteiförmigen Zellkon-
takte (Zon ula occludens und insbesondere Zonula adhaerens;
vgl. dazu Abb. 62a). Färbung: EH; Vergr. 240fach.
88

Abb. 89. Ein sog. Streifenstück (Bildmitte) aus dem Gang-


system der Glaodula submandibularis des Menschen, dessen
prismatische EpithelzcUc n in ihren basalen Bereichen eine
senkrecht zur Basalmembran stehende, feine radiäre Streifnng
erkennen lassen. Das elektronenmikroskopische Äquiva.lent
dieser .,basalen Streifung'· wird a ls .,basa.les Labyrinth" be-
zeichnet und ist in Abb. 28 dargestellt. Die vereinzelt im
Epithel des Streifenstücks liegenden !deinen Kerne gehören zu
freien Zellen (oft Lymphozyten), die in das Epithel eingewan-
dert sind. Färbung: Azan; Vcrgr. 380fach.
89 ~

Owt.t
I
I
I
I

Abb. 90. Das Übergangsepithel (Harnblase, Mensch) zeigt


als einziges eine intrazellulär ge legene und als ,,Crusta" be-
zeichnete Obernlichendi fferenzierung, die sieb daher in Routi-
nefärbungen m~ist dunkl er als das übrige Zytoplasma anfärbt.
Elektronenmikroskopisch findet man in diesem Bereich auf-
fallend zahlre iche, dicht gepackte Filamente und Vesikel. Fär-
bung: Azan; Vcrgr. 380fach.
90

53
Differenzierungen epithelialer Oberflächen

Die folgenden Abbildungen zeigen die drei typischen. aus


unterschiedlich gestalteten und strukturierten Zytoplasma-
tonsätzen bestehenden Oberflächendiffe renzierungen von
Epithelien.

Abh. 9L Diese Abbildung (Saumepithel des Dünndarms.


Mensch) zeigt den an resorbierenden Epithelien stets gut aus-
gebildeten Bürstensaum (zwische n den Pfeilen), dessen einzel-
ne Bauelemente, die Mikrovi lli, jedoch erst elektronenmikro-
skopisch klar gegeneinander abzugrenzen sind (vgl. dazu die
Abb. 25, 27, 79,94 und 316). Färbung: Azan; Vcrgr. 600fach.

Abb. 92. Das einschichtige, prismatische Epithel des mensch-


lichen Eileiters ist an seiner freien Oberfläche mit beweglichen
Flimmerhaaren (; Kinozilien, Zilien) ausgestattet, die vor al-
lem durch die, hier allerdings optisch zu einer durchlaufenden,
blauschwarz gefllr bten Linie verschmolzenen, Basalkörper-
ehen ( = Kinetosomen) charakterisiert und dadurch sowohl von
einem Bürstensaum als auch von den unbeweglichen Stereozi-
lien zu unterscheiden sind (vgl. auch Abb. 97). Kinozilien sind
wegen ihrer schlechten Färbbarkeil schwer im Präparat zu er-
kennen. Man kann sich dann dadurch helfe n, daß man die
Kondensorblende am Mikroskop zuzieht, wodurch Beugungs-
säume entstehen, die dann die Zilien klar hervortreten lassen.
Färbung: EH; Vergr. 600fach.
IJ2

Abb. 93. Stereozilien e ntsprechen besonders langen Mi kro-


villi und haben wie diese keine Basalkörperchen. Sie sind im
Unterschied 1.u normalen Mikrovilli meist schopfartig mitein-
ander verklebt, wodurch sie im histologischen Präparat gut er-
kennbar sind (Ductus epididytnidis, Mensch). Elektronenmi-
kroskopisch zeigt sich, daß sie ge legentlic h auch verzweigt sind
(s. gegenOberliegende Abb. 95). Die äußerst feinen, dunklen
Punkte zwischen den apikalen Enden der Epithelzell en ent-
sprechen den Querschnitten durch das Schlußleistennetz (vgl.
dazu auch Abb. 85). Färbung: Häm.-Benzolichtbordeaux;
Vergr. 600fach.

54
Obertlächenepithelien - Elektronenmikroskopie

Abb. 94. Kubisches bis prismatisches Epithel


des proximalen Tubulus in der Niere der Ratte
mit langen, dichtstehenden und sehr regel-
mäßig gestalleten Mikrovilli (* . vgl. dazu auch
Abb. 25 und 26). An der Basis der Mikrovi lli
entspringen hie r '· T. schlauchförmige E instül-
pungen, von denen sich Endozytosevesikel ( -+)
ablösen, die also Ausdruck der Rückresorption
größerer Moleküle aus de m Primärharn sind.
Das Tubuluslumen (L) ist im vorliegenden
Präparat weitgehend kollabiert. Im Zytoplas-
ma der Thbuluszellen dominieren ll!titochon-
drien (M). Vergr. 5090fach.

Abb. 95. Stereozilien an der apikalen Ober-


fläche der Epithelzellen von Nebenhodengang
und Samenleiter. Es handelt sich um sehr lan-
ge. schlank e und 7. T. verzweigte Mikrovilli. Sa-
menleiter, Mcnsc.h. Vergr. l7700fach. 95

55
O berfläche ne pithelie n - Elektronenmikroskopie

96

117

56
Kinozilien - Elektronenmikroskopie

•• Ub

Abb. 96. Einschichllges kubisches Epithel der Schilddrüse des Menschen. Die Epithe lzellen besitzen e inen kugeligen Kern (K)
und gut entwickelte Organellen. unter welchen die im oberen Zytoplasma gelegenen Lysosomen besonders auffallen (-+).Der po-
lare Bau der Epithelzellen ist gut erkennbar. Der Apex (der a.n die Epitheloberfläche grenzende Tei l der Zelle) grenzt an das Kol-
loid (Ko), die Basis lagert auf der Basallamina (B). Die Grenze zwischen apikaler und basolatcraler Membran ist durch die Zell-
kontakte (II>) markiert. (Kap) Blutkapillare mit Erythrozyten. Vergr. 5860facb.
Abb. 97. Mehrrcihiges, prismatisches Epithel mit Kinozilien (sog. respiratorisches Epithel) vom Septum nasi eines Kaninchens.
Alle Zellen erreichen die Basallamina, aber nicht alle die Oberfläche. Insgesamt lassen sich dre i verschiedene Zelltypen unter-
scheiden: (1) basale Zellen. (2) Becherzellen und (3) kinozilientragende Zellen. Die Kerne dieser Zelltypen bilden Reihen, die in
verschiedenen Etagen des Epithels parallel 7.ueinander verlaufen . Zwischen den Kinozi lien finde n sich auch Mikrovilli. (4) lntra-
.:ellulär Schleim in den Becherzellen. Vergr. 2700fach.
Abb. 98. Kino7.ilie n (Fiimmerhaare) in Längs- (a) und Q uerschnitt (b).
a) Kinozilie n au f dem Apex einer Epithelzelle der T uha uterina des Menschen. An de n Basalkörpern (II>) befinden sich feine.
Wurzelstrukturen, die dt:r Verankerung dienen; Nachbarzelle ( * ) mit Mikrovilli, abe r ohne Zilien; -+: Zellkontakt. Vergr.
15285fach.
b) Kinozilien des Bronchi alepithels des Menschen. Im Querschnittlassen die Kino:lilien ihre komplexe Binnenstruktur erken-
nen. Diese besteht aus zwe i getrennten zentralen Mikrotubuli und neun peripheren Mikrotubuluspaaren (= Oouhleuen), die in
konstantem Abstand voneinander kreisförmig angeordnet sind (JI> ). Da diese Binnens tr uktur, insgesamt als Axonern bezeichnet,
fast allen Kinozilien gemeinsam ist, wird sie deren ,.9 +2"-Struktur genannt. Die zentralen Tubuli sind von einer inneren Scheide
umgeben. die durch molekulare ..Speichen" mit d en Doubletten in Verbindung ste ht. Vom A-Tubulus einer Doublette gehen so-
genannte Dyneinarme aus. die den B-Tubulus der im Uhrzeigersinn folgenden Double Ho: erreichen. (* ) atypische Kinozilien (mit
zwei oder drei Axoncmen). (-+) Mikrovilli. Vergr. 6665()fach.

57
Drüsenepithelien - Gliederungsprinzipien und intraepitheli ale Drüsen

Abb. 99. Schematische Darstell ung de r Gestalt verschiedener exokriner Drüsen (Endsll\cke und Gänge). a-c) Schematische
Darstellung des Schnittbildes typischer Endstücke. Die Endstücke sind unterschiedlich gestaltete, sekretproduzierende Teile der
ex.okrinen Drüsen (blau: basales, basophiles Zytoplasma; rosa: apikales Zytopl asma mit Sekretvorstufen; rot: Myoepithelzellen).
a) Seröser Azinus (kugelige Gestalt, rundliche Kerne , basales RE R, apikale Granula, sehr enges Lumen). b) Alveole (Milch·
drüse, weites Lumen). c) Querschnitt durch mukösen T ubulus (basale, fl ache Kerne, Zelle weitgehend mit Schleimgran ul a ge-
fül lt). d-h) Exokrine DrUscntypcn. Die Sekrete werden meist über ein z.T. differenziertes Gangsystem, das die Sekrete noch mo-
difizieren kann, abge leitet (blau: Oberflächcnepithel; rosa: einfache oder größere Gänge; gelb: StreifcnstOcke; dunkelrot: Schalt-
stücke; grün: Endstücke). d) Einfache tubulöse DrUse ohne Gangabschnitt (z.B. Kolonkrypten). e) Einfache geknäuelte tubulöse
Drüse mit Gangabschnitt (ekkrine Schweißdrüse). I) Verzweigte tubulöse DrUse (EndstUcke verzweigen sich) im Pylorus des
Magens, hier kein eigener Gangabschnitt. g) Talgdrüse, verzweigte alveoläre DrUse, deren Lumen mit ausgereiften Talgdrüsen·
zellen gefüllt ist. Die Alveolen münden in einen gemeinsamen, unscharf abgegrenzten Gang. b) Zusammengesetzte Drüse; das
Gangsystem verzweigt sich und ist differenziert strukturiert. Die linke Seite symbolisiert eine zusammengesetzte, gemischt sero-
muköse DrUse. In ihr ist das Gangsystem verzweigt, und sie enthält als EndstUcke Tubuli mit muköse n Drüsenzellen, denen termi-
nal Kappen aus serösen Drüsenzellen aufsitzen können (v. Ebneesche Halbmonde), und Azini mit serösen DrUsenzcllen. Die rech·
te Seite symbolisiert eine zusammengesetzte rein seröse Drüse, die Endstücke sind Azini.

100

Abb. 100. Becherzellen im Epithel des Il eums (Mensch) als Beispiel einzelliger, intraepithelial gelegener Drüsen. Bei der Azan-
färbung färben sich ~chl eimhaltige Se krete oft in verschiedenen Blautönen. Beachte die etwa keilförmigen Kerne im Becher"stiel"
sowie de11 deutl ichen BOrstensaum des .Epithels. Färbung: Azan; Yergr. 600fach.

Abb.lOl. Mehrzellige intraepitheliale Drüse im Schleimhautepithel des Septum nasi (Mensch). D rü~cnzellen bleiben im Niveau
des Epithels. Färbung: ßli-Denzopurpurin; Yergr. 380fach.

58
Drüsenepithelien- verschiedene Endstücktypen

103

Abb.l02. Die annähernd parallel zueinander stehenden,


scldauchförmigen Einsen kungen des Kolonepithels ( = Kryp-
ten) sind ein Mustt:rbeispiel für einfache tubulöse Drüsen. Die
Wand dieser reagenzglasähnlichen Tubuli besteht übenvie-
gend aus sezernierenden Zellen (Becherzellen). Infolge einer
nie exakt senkrechten Orientierung aller Krypten zur Ober-
ß äche werden sie oft tangential oder nur teilweise vom Schnitt
erfaßt. Beachte die entlang des Kryptengrundes quer geschnit-
teo.en glatten Muskelzellen der Lamina muscularis mucosae.
Färbung: Azan; Vergr. 95fach.

Abb. 103. Azini mit serösen Drüsenzellen im Pankreas des


Menschen. Die serösen Drüsenzellen besitzen einen kugeligen
Kern, basale Basophilie (rauhes ER) und supranukleäre Se-
kretionsgranula. Die Azini des Pankreas des Menschen weisen
unterschiedliche Gröl.le und Gestalt auf. l.n ihrem Zentrum
enthalten sie kleine helle Zellen. die 'l.entroazinären Zellen
104
(-+). Diese gehören schon den Schaltstücken am Anfang des
Gangsystems an. 1.: verzweigtes Schaltstüclc. Färbung: H.E.:
Vergr. 460fach.

Abb. 104. Schnitt durch zahlreiche schlanchförmige End-


stücke von Duftdrüsen (1) in der Achselhöhlen haut des Men-
schen. Die unt.erschiedliche Weite der DrUsenschläuche und
die unterschiedliche Epithelhöhe ( *), entsprechen unter-
schiedlichen Funktionszustlinden (hohe Zellen sezern ieren in-
tensiv, niedrige ruhen). Die Sekretion erfolgt sowohl per Exo-
zytose als auch apokrin. 2: Talgdrüsen, 3: Schweißdrüsen, 4:
Epidermis. Färbung: Mass~m-Trichrom; Vergr. 30facb.

Abb. 105. Apokriner Se kretionsmechanismus in einem


scblauchförmigen EndstOck einer Duftdrüse aus der mensch-
lichen Achselhöh le. Die apikalen Zellkuppen können weit in
die Drüsenlichtung vorragen und abgeschnürt werden. Fär-
bung H .E. Vergr. 380fach.
105

59
Drüsenepithelien - verschiedene Endstücktypen

Aus!~ 107

Abb. 106. VeT?.weigte tubulöse DrUsen aus de r Pars pylorica


des Magens des Me nschen. Die ge knäuelte n Drüsenschläuche
nehmen den unteren Teil de r Schleimh aut ein, sie sind vielfach
quer oder schräg angeschnitten. Der obere Teil de r Schleim-
haut wird von den tiefen Foveolae gastrieae ei ngenommen, die
von hochprismatischen Zellen ausgekleidet sind. Diese si nd
für das ganze Oberflächenepithel des Magens typisch und
bilden einen neutralen. zähen Schleim. Färbung: H. E.; Vergr.
lOOfach.

Abb. l07. Talgdrüse aus der Achselhöhlenhaut des Men-


schen, eine verzweigte alveoläre Drüse, deren Lichtung von
sich allmählich in Sekret umwandelnden Zellen ausgefüllt wird
{holokriner Sekretionsmcchanismus). Reachte die Umwand-
lung der Zellen von der Peripherie zum Zentrum der Alveolen
und den Untergang der Kerne. Färbung: Masson-Triehrom;
Vergr. JOOfach.

Abb.108. Rein seröse Endstücke aus der Glandula subman-


dihularis des Men~chen. Nach ihre r beerenförmigen Gestalt
mi t kaum erkennbarem Lumen werde n solche Endstücke Azi-
ni genannt. Plastikschnitt . Färbung: H. E.; Vergr. 500fach.

Abb. 109. Gemischte )i{:ro-muköse EndstUcke de r Glandula


submandibularis des Menschen. Neben typischen serösen Azi-
.ni und rein mukösen Tubuli kommen muköse Tubu li vor, de-
ren Endabschnitten seröse Zelle n halbmondförmig aufsi tzen.
D ie mukösen Drüsenze llen bilden Schleime und besitzen ei-
nen flachen dunkl en Kern an ihrer Basis. Das Z ytoplasma ist
im H.E.-Präparat sehr hell und enthält dichtgepackt Schleim-
granula. Plastikschn itt. Färbung: H.E.; Vergr. 500fach.

60
Muköse und seröse Drüsenzellen

Abb.llO. Ultrastruk tur von Becherzellen (1) im Colon des


Menschen. Die obere Hälfte bzw. die obe ren zwei Drille! der
Zelle sind von Schleimgranul a ausgefUilt, die exozytotisch ab·
gegebe n we rden. Die Zellorganellcn, v. a. rauhes ER. Golgi-
A pparat und Mitochondrien sind in der U mgebun g des Kerns
(K) loka lisiert. (2) resorbierende Coloncpithe lzellen. Vergr.
3190fach.

1) Sekretionsmechanismen in e:Jokrinen Dtüsen. a) ekkrin


(= merokrin = pcr Exozytose): das Sekret wird intrazellulär
in Gran ula gepackt. die an die Zelloberfläche wandern, sich
hier öffnen und das Sekret freisetzen. b) apokrin: ein gTöße-
rer apikaler Zytoplasmabezirk schnürt sich mit Sekret ab.
c) bolokrin: die ganze Zelle füllt sich mit Sekret, löst sich ab
und wird so aus dem D rUsenzellverband ausgestoßen. 2) [
Serös-muköse DrOsen. Die Bezeichnung "serös~ bezieht l
sich auf das Sekret, das eiweißreich ist (häufig Enzyme),
und au f die Morphologie der DrUsenzelle (rundlicher Kern
in der unte ren Zellhlllfte, basophiles basolaterales Zyto-
plasma, apikale Sckrctgranula). Die Bezeichnung " mukös"
bezieht sich auf das schlci mhaltige Sekret und die Morpho-
logie (relativ hohe Ztllen, pla tter basaler Kern, helles.
schaumig erscheinendes Zytoplasma im H.E.-Präparat.

Abb.Ul. Querschnitt d urch e in Hzi nöses Endstück (Azinus)


des exokrine n Pankreas einer Ratte. D ie enge Lichtung ist in
der Mitte des Azim1s klar erke nnbar. Die rundlichen Zell-
kerne (I) liegen in der unteren Hälfte de r Zellen. die Sekret·
granul a (2} in der Nlihe des Lumens im apikale n Zytoplasma;
3 Mitochondrien; 4 Zisternenstape l des rauhe n e ndoplasmati-
schen Reti kulum~ im ba.•a len und lateralen Zytoplasma. De r
Golgi-Apparat liegt supranuklcär; 5 fenestierte Bl utkapill a-
ren. .Eine zent roazinäre Zelle ist nicht angeschnitten. Vergr.
2700fach.

61
Binde- und Stützgewebe - Mesenchym, gallertiges und retikuläres Bindegewebe

Al 11110 tCillo ÜJ.lOir.TI ~ fflCI1IS m: IUYJ"I~ Bl;t.'l)lo

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112 Ltsognml6 113 MotstnJso

Abb.lU. Semidlinner, paramedianer Lllngsschniu (Dicke:


ca. 1 ~) durch ei nen vier Tage alten HUhnerkeim. Unter der
epithelialen Oberfläche erkennt man drei gut gegeneinander
abgegrenzte Ursegmente (Semiten) , die sich in Myo -, Derma-
und Skleratom gliedern und Ursprungsort aller Mesenchym-
zellen (noch nicht differenzierte, mesodermale Mullerzellen
fast aller Binde- und Muskelgllwebe) sind. Mesenchymzellen
können auch aus Material der ~euralleiste (Mesektoderm)
entstehen. F'ärbung: Methylenblau-Azur 11; Vergr. 150fach.

Abb. ll3. Bei höherer Auflösung lassen die mesenchymalen


Zellen eines Ursegments ihre verzweigte Gestalt und ihren
ne tzförmigen Z usammenhang gut erkennen. Darilber hinaus
finden sich einige Mitosen sowie neugebildete Blutgefäße. Die
Interzellularräume sind mit visköser, hyaluronsäure- und was-
serreicher Interzellularflüssigkeit gefUUt. Färbung: Methylen-
114 blau-Azur ll; Vergr. 380fach.

Abb. U4. GaJJet1.iges Bindegewebe mit Fasern (Wharton-


sche Sulze der Nabelschnur. Mensch). Die Zellen (Fibrobla-
sten, rote Kerne) treten hier zugunsten der Interzellularsub-
stanz in den Hintergrund. Letztere besteht aus der "amor-
phen" Grundsubstanz (u.a. Hyaluronsäure, Prote()glykane,
verschiedene Glykoproteine) und de n geformten Elementen
(Bindegewebsfasem , hier Ko llagen fasern , blaugefärbt). Fär-
bung: Azan; Vergr. 380fach.

Abb. 115. Retikuläres Bindegewebe aus dem Marksinus


eines Lymphknotens (Katze). Vor allem in der Bildmitte er-
kennt man deutlich die sternförmig verzweigten faserbilden-
den Reti.lrulumzellen, deren Oberfläche sich zarte, hier blau-
gefärbte, retikuläre Fasern (= Retikulin-, Gitterfasern) an-
legen. Die vielen kugeligen, b äftig rot gefärbten Zellkerne
gehören zu Lymphozyten. Färbung: Azan; Vcrgr. 380fach.
115

62
Binde- und Stützgewebe - Faserarten

117

_,
Abb. ll6. Semidünner Flachschnitt (Dicke ca. 1 11m) durch
das Mesenterium einer Ratte zeigt breite, an Haarsträhnen er- ~ ..
....
innernde Kollagenfasem , die aus Unterein heiten zusammen- ..
gesetzt sind. Die wesentlich dOnncren elastischen Fasern er- -
scheinen hier fast wie KristaUnadeln, Inssen aber zweifelsfrei
echte Verzweigungen erkennen. Die purpurgran ulierten Zel-
len sind MastzeUen, während die übrigen Kerne überwiegend
..,•
zu Fibrozyten gehören. Färbung: Safranin-Methylenblau-Azur •
ll; Vergr. 380fach.

Abb.ll7. Straffes Bindegewebe. Straffes Bindegewebe ist


'
durch reich entwickelte Kollagenfasern gekennzeichnet, die
entsprechend der jeweiligen Funktion dieses Bindegewebes ' •I
unterschiedlich angeordnet sind, z.B. parallel, mehr oder weni-
ger senk recht gekreuzt oder scherengitterartig. Das vorliegen-
de Präparat stammt aus der äußeren Augenhaut (Sklera) des
___, •
•I
.' · -
Augapfels (Bulbus oculi) eines Rindes. Die dichtgepackten 118
Kollagenfasern (blau) sind längs ( *), quer (-+) oder schräg
angeschnitten. Sie bilden also ein komplexes System sich
überkreuzender grober Kollagenfasern, welche die Form des
Bulbus konstant hallen. Färbung: Masson Trichrom; Vergr.
240fach.
Abb.U8. Kollagene und elastische Fasern aus der Dermis
des Menschen. Die blaßbraun gefärbten, breiten Kollagenfa-
sem werden in allen Richtungen des Raums von zarteren e!a-
stischeJJ Fasemetzen durchquert. Keine Kerngegenfärbung
(zum Begriff "Faser" s. T abelle 8). Elastikafärbung (Resorcin-
Fuchsin); Vergr. 240fach.
Abb.l19. Retikuläre Fasern im Mark eines Lymphknotens
des Menschen. Diese Fasern sind eine besondere Form der
Kollagenfasern und bestehen weitgehend aus Kollagen vom
Typ IJI. Sie sind dünn, verzweigt und vernetzt. Färbung:
Silberimprägnation: Vergr. 240fach.
119

63
Binde- und Stützgewebe- freie Zellen des lockeren Bindegewebes

120 121

Abb. UO. Mastzellen (~,dunkelblau gefärbt) in der Submu·


cosa des Duodenums des Menschen. Die gewählte Färbung,
Alzianblau, färbt Polyanionen. In den Mastzellen reagiert das
Heparin mit dem Farbstoff. Auch die Proteoglykane des Bin·
degewebes reagieren mit dem Alzianblau und färben sich zart-
blau. Gegenfärbung: Kernecbtrot: Vergr. 240facb.

Abb. Ul. Melaninbildende Zellen in der vorderen Augen-


hälfte eines Rhesusaffen. Das dunkelbraune Pigment wird im
äußeren E pithel der Ziliarrotte n (.,. ), in freien MelanoZ)1en
im Ziliarmuskel (~) und im a us zwei Schichten bestehenden
Epithel der Rückseite der lris (Pars iridica der Retina) gebil-
det. Letzteres reicht bis in den Bereich des Ziliarkörpers
(weißes * ). Auch die Ziliarzollen (Z ) werden von einem zwei-
schichtigen Epithel bedeckt, das innere (Bezugspunkt: Zen-
trum des Augapfels) ist - auch beim Menschen - unpigmen·
tiert, das äußere ist dagegen pigmentiert. Färbung: H .E.; Ver·
gr. 300fach.

Abb.U2. Viele Plasmazellen in der Lamina propria des Ko-


Lons des Menschen. Typisch ist der i. a. exzentrisch gelegene
rundliche Kern mit der " Radspeichen"struktur des Chroma-
tingeriistes: peripher und im Zentrum liegen mehrere grobe
Heterochromatinscbollen. Das Zytoplasma ist entsprechend
dem reichentwickelten rauben ER basophil, der große Golgi-
Apparat bildet eine am Kern gelegene aufgehellte Zone.
SemidOnnschnitt, Toluidinblau; Gcsamtverg. 600fach.

Abb. U3. Makrophagen (Histiozyten) im Unterhautbinde-


gewebe einer Maus. Diese amöboid beweglieben Zellen leiten
sich von Monozyten ab (mononuld eär-phagozytierendes Sy-
stem) und sind duch ihre Phagozytosefähigkeit gekennzeich-
net. lm Präparat haben sie injiziertes Trypanblau aufgenom-
men. Färbung: Kem echtrot; Vergr. 960rach.
123

64
Binde- und Stützgewebe - Fettgewebe

124 125

Abb. 124. Braunes (plurivakuoläres) Fettgewebe im Schut-


terbereich eines Igels. Die braunen Fettzellen bilden gut
durchblutete Läppchen ( *). Sie enthalten bräunliche Lipo-
chrome und sind sympathisch innerviert. Braunes Fett dient
der Wärmeproduktion und kommt beim Menschen vor allem
in der Perinatalzeit vor. Winterschläfer bilden im Herbst große
Fettpolster. Färbung: Azan ; Vergr. 30fach.

Abb. 125. Braunes Fettgewebe im Hals eines Rhesusaffen,


stärkere Vergrößerung der ca. 40-50 11m großen braunen Fet1-
zellen. Die rundlichen euchromatinreichen Zellkerne(-+) lie-
gen oft im zentralen Bereich des Zytoplasmas. Das Fett ist in
mehreren kleinen Tropfen im Zytoplasma abgelagert, die Zel-
len enthalten zahlreiche Mitochondrien (vgl. Abb. 134). Fär-
bung: Trichrom n. Goldner; Vergr. 450fach.
126
Abb. l26. Gruppen von weißen (univakuolären) Fettzellen
im Mesenterium des Menschen. Der große Fetttropfen der
ausgereiften univakuoUiren Fettzellen ist erhalten und mit
dem Fettfarbstoff Sudan IIJ rot angefärbt; er fU.IIt die ganze
Zelle aus. Kernfärbung: Hämalaun; Vergr. 100fach.

Abb.l27. UnivakuoUire Fettzellen nach Herauslösen ihres


Inhaltes, was bei allen Routineeinbettungen unvermeidbar ist,
da das Material durch fettlösende Medien wie Alkohol u. ä.
entwässert werden muß. Infolgedessen erscheinen die Zellen
als optisch leere, sich gegeneinander abplattende Schnittprofi-
le, deren äußere Begrenzung nicht der Zellmembran, sondern
dem durch den zentralen Fettlropfen zu einem ungewöhnlich
schmalen Randsaum zusammengepreßten Zytoplasma ein-
schließlich der Plasmamembran entspricht. Die gelegentlich
im Schnitt getroffenen Zellkerne sind platt und an den Rand
gedrängt. Färbung: Azan; Vergr. 150fach.
127

65
Kollagene Fasern - Elektronenmikroskopie

Abb. 128. a, b) Ein l!ingsgeschnitlenes Bündel von Kollagenfibrillen zwischen zwei Fibroblasten (1) aus dem subkutanen Binde-
gewebe eines Goldhamsters. Beachte die charakteristische Querstreifung, die i.a. eine Periodizität von 67 nm aufweist. Das
Bandenmuster einer Periode (.,.) unterscheidet sich bei den verschiedenen Kollagenfibrillentypen und beruht auf spezifischer
Zusammenlagerung der KollagenmolekUle. Im vorliegenden Präparat bestehen die Fibrillen aus Kollagen vom Typ I. Gesamt-
vergr. 39000fach.
b) Bei hoher Auflösung lassen sich Einzelheiten des Bandenmusters einer Periode ([ ])analysieren (Ein~el·, Doppel-, z.T. sogar
Triplettbandcn). An bestimmte n Banden finden sich Bindungsorte für Proteoglykane. Gesamtve rgr. 160 OOOfach.

Abb. 129. Lockeres Bindegewebe im Läppchen der Milchdrüse einer Ratte mit Fibrozyten und Matrix. Die relativ organellar-
men Fibrozyten (1) bilden lange schlanke Fortsätze aus(-+), ihr zumeist länglicher Kern ist relativ e uchromatinreich. Sie sind die
Produzenten der Bindegewebsmatrix und regulieren deren Umfang und Zusammensetzung. Auffallendster Bestandteil der Ma-
*).
trix sind hier die Koll agenfibrillen (Kollagen Typ III, .,. ) und Mikrofibrillenbündel ( Vergr. 10400fach.

Abb.l30. a) Bindegewebe der Zahnpulpa des Menschen mit dem Nachweis des Proteoglykans Deeorin (-+)an der Oberfläche
von Kollagenfibrillen (*). Das Decorin besetzt in regelmäßigem Abstand Bindungsstellen am Kollagen und kann benachbarte
Fibrillen verbinden, was diese hindert, miteinander zu verschmelzen. Darstellung der nadelförmigen Proteoglykane mit Cupro-
meronic Blue nach Scott . Vergr. 90290facb.
b) Ultrastruktur einer elastischen Faser mit amorphem Anteil aus Elastin (1) und Mikrofibrillen (-+). 2 Kollagenfibrillcn. Bron -
chus, Mensch. Gesa mtvergr. 43000faeh.

66
Lockeres Bindegewebe - Elektronenmikroskopie

12i

130•

67
Bindegewebe, Zelltypen - Elektronenmikroskopie

131

Abb. 131. Makrophage aus einer Lungenalveole des Menschen. Beachte die unregelmäßig gestalteten, oft lamcllcnförmigen
Zellfortsätze (-+Pseudopodien und Lamellipodien) und die vielgestaltigen lysosomalen Strukturen (* ) im Zytoplasma (im Zen-
trum Zellkern). Gesamtvergr. 20 700fach.

Abb.132. a) Mastzelle aus dem Bindegewebe des Harnleiters des MenscJten. Die Zellen besitzen unregelmäßig gestaltete Zell-
fortsätze und dichtgepackte Granula in ihrem Zytoplasma. Die Granula enthalten u.a. Proteasen, Heparin und Histam in. Mastzel-
len besitzen lgE-Rezeptoren in ihrer Zellmembran und spielen u.a. eine wichtige Rolle bei allergischen Prozessen. Gesamtvergr.
9200fach.
b) Höhere Vergrößerung der Mastzellengranula des Menschen. Kennzeichnend ist die heteromorphe Struktur vieler Granula
mit zylindrischen, eng aufgerollt erscheinenden Membranfiguren (im Querschnitt ,.Fingerabdruck" -Muster) sowie feinparti-
kulären Anteilen. Andere Granula besitzen eine dichte Matrix, z. T. mit zentraler Aufhellung. in der lineare Strukturen auftreten.
Gesamtvergr. 90300fach.

68
Bindegewebe, Zelltypen - Elektronenmikroskopie

..

r
lpm 1

132a

132b

69
Bindegewebe, Zelltypen - Elektronenmikroskopie

133

Abb. 133. Plasmazelle aus der Submukosa des Dünndarms einer Ratte. Charakteristisch rur diese im lockeren Bindegewebe nur
fakultativ, im Bindegewebe von Schleimhäuten aber regelmäßig vorkommenden rund-ovalen Zellen ist ein gut entwickeltes rau-
hes endoplasmatisches Retikulum (1), das der Synthese von Jmmunglobulinen dient. Die Zisternen des rauben ER sind stellen-
weise mäßig(*) erweitert und enthalten alle ein feinflockiges, proteinhaltiges Material. 2 Golgi-Apparat. Plasmazellen sind aus-
gereifte B-Lymphozyten, die Immunglobuline (Antikörper) produzieren. Gesamtvergr. 22000fach.

Abb.134. Plurivnkuoläre Fettzellen aus dem braunen Fett einer Maus. Beachte neben den unterschiedlichen großen Fett-
einschlüssen (1) die zahlreichen dichtgepackten Mitochondrien (2); 3 Zellkern; 4 Erythrozyt in einer Blutkapillare. Gesamtvergr.
12800fach.

Abb. 13S. Chondrozyt (Knorpelzelle) im hyalinen Bronchialknorpel des Menschen. Die Oberfläche bildet zahlreiche unregel-
mäßig geformte Mikrovilli (-+),die in die Matrix (1) hineinragen. Im Zytoplasma sind die Zellorganellen gut entwickelt (Golgi-
Apparat, Zentriol, Mitochondrien, RER), daneben sind aber auch in reichem Maße Glykogen(* ) und oft Lipidtropfen vorhan-
den. In der Matrix feine Kollagen fibrillen vom Typ ll, kleil)e dichte Verkalkungsherde und Proteoglykane, deren Glykosamino-
glykan vor allem Chondroidinsulfat ist. Unmittelbar an der Oberfläche der Zellen (perizellulär) finden sich feine Fibrillen, die
u.U. aus seltenen Kollagenen bestehen und die Zellen vor mechanischem Druck schützen. Vergr. 7830fach.
Bindegewebe, Zelltypen - Elektronenmikroskopie

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135
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71
Straffes parallelfaseriges Bindegewebe - Sehne und elastisches Band

13& 137

Abb. 136. Quergeschnittene Sehne (Hund). Die Sehne be-


steht aus annähernd parallel verlaufenden Kollagenfasern und
zahlreichen, zwischen di esen in dichten Reihen angeordneten
Fibrozyten (Schncnzcllcn, FIOgelzellcn). Die Kollagenfasern
bilden in einer Sehne Bündel, die von lockerem interstitiellem
Bindegewebe umhüllt werden. Der Begriff "FIUgelzelle" geht
auf flache periphere Zellfortsäl7.e zurück, die sich zwischen die
benachbarten Kollagenfaserbündel schieben können. rar-
bung: H . E.; Vergr. 95facb.

Abb. 137. Längsschnitt derselben Sehne mit deutlich in par-


allelen Reihen angeordneten Sehnenzellen, von denen jedoch
nur ihre Kerne erkennbar sind. Oben im Bild Anschnitt eines
zellreichen Bindegewebsseptums. Der gewellte Verlauf der
Fasern ist sehr charakteristisch, findet sich jedoch auch an
138 Längsschn itten markhaltiger Nerven. Färbung: H. E. ; Vergr.
95fach.

Abb. 138. Querschnitt durch ein elastisches Band. Rot:


Querschnitte durch die dicken elastischen Fasern. Blau: An-
schnitte von Kollagenfasern. Belde Fasertypen, die bei dieser
Färbung gut zu unterscheiden $ind, bilden eine funktionelle
Einheit. -+: Blutgefäße. Ligamentum flavum (das Band zwi-
schen zwei Wirbelbögen) eines Pavians. Färbung: Masson-
Trichrom; Vergr. 250fach.

Ahb. 139. Längsschnitt durcb ein Ligamentum nuchae des


Rindes. Es dominieren auch in diesem elastischen Band die
rotgefarbten elastischen Fasern, die einen engen spitzy,•inkli-
gen Verband bilden. Färbung: Azan: Vergr. 250fach.
139

72
Binde- und Stützgewebe - Knorpel

140 141

Abb.140. Zellreicher, e mb ryonaler Hyalinknorpel (knorpe-


lige Anlage des Calcaneus. Mensch}. desse n Chondrozyten,
ähnlich wie auch die lnterzellularsubstanz, gleichmäßig über
die Schnittfläche verteilt und noch nicht zu Chondronen grup-
piert bzw. in Territorien und Interterritorien gegliedert sind
(vgl. mit A bb. 14 1). Färbung: A1.an; Vergr. 38fach.

Abb. 14L Embryonaler hyaliner Knorpel (Bronchus, fetale


Lunge, Mensch} mit überwiegend noch runden (beachte die
Kerngestalt!}, vereinzelt liegenden Chondroz.yten und einer
homogen erscheinenden l nterzellularsubstanz. Färbung: A zan;
Vergr. 240faeh

Abb.14Z. Hyaliner Knorpel, Trachea, Mensch. Die Knorpel-


zellen bilden Gruppen (Cbondrone }. Die Zellen eines Chon-
drons gehen aus einer Mutterzelle hervor: isogene Zellgruppe. 142
Die Knorpelzell en sind in eine besonders basophile chondro-
itinsulfatreiche Matrix (Extrazellularsubstanz} eingebettet, so
dal~ sog. Territorien ( Knorpelzellgruppe mit stark basophiler
Matrix) entstehen. Zwischen de n Territorien blassere, sog. in-
terterri toriale Matrix. Am Rande des Knorpelstückes Über-
gangswne zum Bindegeweb~. Färbung: H.E.; Gesamtvergr.
200fach.

Abb.143. Hyaliner Knorpel, Trachea des Meoscl1en. Das


Präparat zeigt den stufenlosen Übergang von der kollagen-
faserigen (Kollagen Typ I} Knorpelhaut (Perichondrium} mit
Fibrozyten (~ , unten im Bild) zum Knorpelgewebe (obere
- •
Bildhäl fte). Dieses besitzt eine eigene MatriJ' (u.a. mit Kolla -
gen Typ II) und eine eige ne Zellpopulation, die Knorpelzellen
(-+). Beachte den allmäh lichen morphologischen Übergang
- -
von Fibrozyten zu den Knorpelzellco. Plastiksch.nitt, Färbung:
H. E.; Vergr. 550faeh.
143

73
Binde- und Stützgewebe - Knorpel

144

Abb.144. Hyaliner Knorpel der Deckplatte eines Brustwir·


belseines Pavians. In der blau gefärbten Knorpelmatri x liegen
einzeln oder in kleinen isogenen Gruppen die J<norpelzellen.
Beachte die allmähliche Umwandlung der Anordnung und der
Gestalt der Knorpelzellen. Im Grenzbereich zum Nucleus pul·
posus (1, rechts im Bild) kommen e inzeln liegende abgeflachte
kleine Knorpelzellen vor, in der Grenzzone zum Knochenge-
webe (2, links im Bild) sind die Knorpelzellen rundlich und
groß (Blasenknorpel), die Matrix ist hier verkalkt. (3) Kno-
chengewebe. (4) Knochenmark. Fär bung: Masson Trichrom;
Vergr. 130fach.
Abb. l45. Hyaliner Knorpel mit Asbestfaserung (Alterser·
scheinung, Sichtbarwerden und Verbreiterung von Kollagenfi·
brillenbündeln durch Veränderung der Matrix) und mehreren
recht kleinzelligen Chondronen. Die blasig erscheinenden hel·
len Hohlräume entsprechen z;. T. Knorpelzellen mit großem
Lipideinschluß, z.T. den Knorpelhöhlen, die normalerweise
völlig von den Knorpelzellen ausgefüllt werden. Bei schlechter
Fixierung werden diese aber z.T. bis auf Kern· und Zellreste
zerstört, so daß die Knorpelhöhlen sichtbar werden. Der vio·
Jett gefärbte basophile Bereich um die Knorpelzellgruppen
entspricht der proteoglykanreichen territorialen Matrix und
wird auch Knorpelho( genannt. Färbung: H. E.; Vergr.
lSOfach.
Abb.146. Elastischer Knorpel, Ohrmusche l, Schwein. Die
relativ kleinen Chondronc sind zwei- bis vierzellig. Beachte
das zartfaserige, aber dichte, e lastische Fasernctz. Färbung:
Resorcin-Fuchsin. Kernechtrot: Vergr. 150fach.

Abb.l47. Faserkn orpel der Zwischenwirbelscheibe des Men·


sehen. Innenzone des Anulus fibrosus. Blau: Kollagenfasern
vom Typ I, -+: Chondrozyten, die von einem Hof chondroitin-
sulfatreicher Matrix und Kollagenfasern vom Typ II umgeben
sind. Färbung: Masson-Trichrom, Vergr. 250fach.
147

74
Binde- und Stützgewebe - Knochenentwicklung

OsMi J: 'tsrttn

A bb. 148. Schädeldach eines menschlichen Foeten als Bei·


spi el für die desmale = direkte Knochenbildung. Osteoproge-
nitorzellen differenzieren sich zu Osteoblasten (Knochen-
bildungszellen), die die Knochenbälkchen aufbauen, deren
G rundsubstanz (Osteoid) zunächst unverkalk t ist. Die Kno-
chenzellen, die in die verkalkte Grundsubstanz eingemauert
werden, heißen Osteozyten. Färbung: H. E .; Vergr . I SOfach.

Abb. l49. Knochenbälkchen aus dem Unterkiefer eines


H undefoeten, deren Oberflächen - vor allem die nach außen,
hautwärts gerichteten - von dicht gelagerten Osteoblasten
bedeckt werden (verantwortlich für d as appositionelle Kno-
chenwachstum), während an den mund höhlenwärts gelegenen
Flächen Ostecklasten (= vielkernige Riesenzellen) den Abbau
des Knochens besorgen. Wie in Abb. 148 zeigen sich im Inne-
ren Ostcozytcn. Färbung: H . E.; Vergr. 9Sfach.

Abb. lSO. Knochenbälkchen (blaugefärbt) aus dem Schädel-


dach (Schweinefoet), umhUih von zahllosen, fUr das appositio-
nelle Wachstum des Knochens verantwortlichen Osteoblasten.
Der gleichzeitige Abbau der Hartsubstanzen, um sich dem
Wachstum des Gehirns anpassen zu können, erfolgt entlang
der inneren, dem Scblldelinhalt zugewandte n Fläche (in der
A bbildung unten). Den Abbau besorgen die großen, vielkerni-
gen Osteoklasten, die durch Protone nsekretion und enzymati-
schen Abbau nischenartige Defekte an der O berfläche des
Knochens, die sog. Howshipschen Lakunen , hervorrufen. Fär-
bung: Aza n; Vergr. 240fach.
Abb. lSL Zwei Osteo:zyten in der verkalkten Matrix (Ma)
der Nasenmuschel eines Kaninchens. Die organellarmen
Osteozyten sind untereinander du rch gap-junctions verbunden
und durch einen schmalen perizellulären, nicht-verkalkten
Spaltraum (* )umgeben, der vor allem Transportprozessen
dient. Vergr. 3200fach.
151

75
Binde- und Stützgewebe - Knochenentwicklung

Abb. l52. FrOhes Stadium der sog. chondralen = indirekten


Knochenbildung (Fingerphalanx. Foct :vtens 111. Men~ch) .
[m Unterschied .wr desmalen Knochenbildung ist hier das
Skeleustück knorpelig vorgebildet, und diese .,Matrize'· muß
mit fortschreitender Entwicklung allmählich abgebaut und in
gleichem Umfang durch Knochengewebe ersetzt werden. Das
beginnt mit der präparativen Verkalkung der Knorpelgrund-
substanz im inneren der Diaphyse (sog. primärer Verknöche-
rungspunkt), einer gleichzeitigen Vergrößerung (Hypertro·
phie) der Knorpelzellen (= Blasenknorpel) als Zeichen ihrer
Beteiligung bei der Verkalkung der Matrix sowie dem Auftre-
ten einer dUnnen Knochenlamelle im Schaftbereich. Da letzte-
re von den ~ich alL~ Mesenchymzellen des Perichondriums dif-
ferem:ierenden Ostenhlaste n gebildet wird, spricht man von
,.perichondraler" Ossifikation; die Entstehung des Knochen·
gewebcs beruht hier auf denselben Vorgängen, wie sie für die
desmale Knochenbildu ng kennzeichnend sind. Färbung: H. E.;
Vergr. 80fach.

Abb. l S:l. l n einer zweiten Phase der chondralen Knochen-


bildung dringt durch d ie penchond111lc Knochenmanscherte
gefäßfUhrendes Mesenchym in den primären Verltnöcbe·
rungspunkt vor. in dem Chondroklasten die verkalkte Knor·
pelgrundsubstam fermentativ bis auf wenige Reste abbauen
und auch die Knorpelzellen auflösen und damit ein wabenähn·
hches Hohlrnumsystem. dte primare Markhöble, schaffen.
Letztere ist von einem sta rk p roliferierenden Mesenchym,
dem primären Knochenmark . erfOUt. aus dem u.a. Osteobla·
sten hervorgehen. die sich an dte stehengebliebenen Reste der
veti::alk tCfl ehemaligen Knorpelgrundsubstanz anlegen und
hier mit der Produktton von OstC04d beginnen (enchondrale
Knochenbtldung). Färbung: H.E .• Vcrgr. l()(){oeh.

76
Binde- und Stützgewebe - Knochenentwicklung

PeiOCIIOUOO'~ KiltnOt ~~ 155


E~:>ll!l Arr.W~

Abb. lS4. Längsschnitt durch die knorpelige Anlage eines


Metakarpalknochens (Foet, Mensch) mit Umwandlung des
Knorpelgewebes und Ent.Mehung von Blasenknorpelzellen
(Bildmitte) als Vorbereitung der Verknöcherung. Einlagerung
von Kalksalzen zwischen diesen Zellen. Die verkalkte Matrix
färbt sich kräftig an. Sie sorgt filr Festigkeit und auf ihr erfolgt
später die erste Ablagerung von Knochengrundsubstanz. Fär-
bung: H.E.; Vergr. 60fach.

Abb.lSS. Ein Ausschnitt aus dem primären Verknöche-


rungspunkt der vorhergehenden Abbildung läßt die stark ver-
größerten Blasenknorpelzellen erkennen, welche Matrixvesi-
kel mit Apatitmikrokristallen bilden. Apatit besteht im we-
sentlichen aus Kalziumphosphat. Die Zellen sind im Präparat
infolge der Materialbehandlung oft erheblich geschrumpft.
Färbung: H.E.; Vergr. 240faeb.

Abb.l56. Längsschnitt eines Metatarsalknochens (Foet,


18cm SSL, Mensch), etwa entsprechend der Zeichnung der
Abb. 158. Färbung: Azan; Ve rgr. 38fach.

Abb. 157. Chondrale Ossifikation, Wirbel, Maus. Links im


Bild: Umwandlungsstadien der Knorpelzellen und des Knor-
pels; rechts: Entstehung des Knochengewebes und des
primären Knochenmarks. Die zunächst gleichmäßig verteilten
Knorpelzellen (1) ordnen sich im Bereich der Umwandlung
zunächst in Re ihen an (2, Säulenknorpel). Es entstehen dann
blasig aufgetriebene Knorpelzellen (3, Blasenknorpel), in de-
ren Umgebung die Knorpelmatrix verkalkt. Schließlich gehen
die Knorpelzellen zugrunde (4, Eröffnungszone), und frühe
Osteoblasten besiedeln den verkalkten Knorpel und beginnen
auf ihm Knochengrundsubstaß2 anzulagern. (5) Knochen-
mark. Plastikschniu, Färbung: H. E.: Vergr. 550fach.
157

77
Binde- und StUtzgewebe- Knochenentwicklung, Gelenk

e ,. ~n.- ~ o&oooiRJ$
llnotpel ~ ~ ~'Y!n

AildtttS
Kloodw..,..,

158

Abb. ISS. Ausschnitt aus einer dritten, noch späteren Phase


der Ersatzkn ochenbildung. Die diaphysäre Markhöhle hat sich
in Richtung der beiden Epiphysen stark ausgedehnt und stößt
hier an deren Hyalinknorpel, der entlang dieser Grenzlinie
••••• subchooidlales ~ eine präparalive Verkalkung seiner Grundsubstanz (stärkere
Anfarbbarkeit) sowie blasig aufgetriebene Zellen erkennen
läßt. Es laufen also auch. hier, als Vorbereitung filr den nach·
folgenden Knorpelabbau, dieselben Prozesse ab, wie sie schon
für das Zustandekommen des primären Verknöcherungspunk-
tes beschrieben wurden (vgl. Abb. J52). Reste verkalkter
• • • • • Membrane tobrosa Knorpelgrundsubstanz dienen den Osteoblasten zu ihrer er-
sten Verankerung und fungieren damit als " Richtungssparrcn"
der Verknöcherung, die auch noch eine Zeitlang in den Kno-
• • • Membrana synoYiahs chenbälkchen erhalten bleiben. Färbung: H. E.; Vergr. 80fach.

........ • Blutgelaßa
·-~~.:

Fettzelle

Abb. 159. Schematische Darstell ung eines typischen Gelenks


(Diarthrose). Im Gelenkknorpel Andeutung des Verlaufs der
KoUagenfibrillen. Membrana fibrosa und Membrana synovia-
lis bilden die Gelenkkapsel. Die locker aneinandergefUgten A-
Zellen sind spezielle Makrophagen, die 8-ZeUen sind aktive
Fibroblasten, die neben Kollagen und Proteoglykanen u. a.
auch die Hyaluronsäure der Synovia bilden. Die wässrige
Komponente der Synovia (Gelenkflüssigkeit) entspricht ei-
nem Dialysat des Blutes. Die Kapillaren der Membrana syno-
vialis sind fenestriert.

159

78
Binde- und Stützgewebe- Gelenk, Lamellenknochen

Abb.l60. Fingergelenk, Mensch. Die Gelenkfläche wird von


hyalinem Gelenkknorpel gebildet. Die hier rot gefärbte Grenz-
linie (tide mark) im Knorpel markiert die Grenze zwischen
einer schmalen Schicht verkalkten Knorpels, der mit dem dar-
unterliegenden Knochengewebe verzahnt ist. und der relativ
breiten Schicht nichtverkalkten Knorpels an der Gelenk:obcr-
fläche. In den Gelenkspalt ragt seitlich eine gefaß- und zellrei-
che Synovialzotte. Fär bung: Masson-Trichrom; Vergr_ lOOfach.

Abb. 16L Kompakta eines Röhrenknochens (Fibula, Mensch)


mit quergetroffenen Osteonen (Haverssches System). In deren
Zentrum befindet sich der blutgefäßführende Haverssche Ka-
nal, und deren Wand besteht aus kon1..entrisch angeordneten
Knochenlamellen. Zwischen den intakten röhrenförmigen
Osteonen befinden sich Fragmente abgebauter Osteone
(Schaltlamellen). Färbung: Fuchsin; Vergr. 38fach.

Abb. 162. Gefärbter Knochenschliff der Kompakta der Fe·


murdiaphyse (Hund). Im Schliffpräparat werden die mikro-
skopisch feinen Hohlräume sichtbar, in denen die Zelleiber
und -fortsätze der Osteozyten liegen. Die Zelleiber sind paral-
lel zu den Lame llen orie ntiert, während die fei nen Fortsätze
der Osteozyten senkrecht dazu verlaufen. Färbung: Fuchsin;
Vergr. 240fach.

Abb. 163. Entkalkter Knoche n (Os petrosum einer Weddell-


Robbe) mit zwei Osteonen (1). in deren Zentrum kleine Blut-
gefäße ()lloo ) und Bindegewebe erhalten sind. In der Peripherie
dieses Bindegewebes liegen dem Knochengewebe der Osteone
abgeflachte ruhende Osteoblasten an (bone lining cclls). Das
Bild demonstriert die Häufigke it der Osteozyten (heUe
Flecken mit rotem punktförmigem Inh alt) im Lamellenkno-
cben. Blau: Kollagen 2: Schaltlamellen . Färbung: Masson-
Tricbrom; Vergr. 250fach.
183

79
Muskelgewebe

164

Abb. 164. Glatte Muskulatur, Uterus, Mensch. Die Mehrzahl


der schlanken, spindeiförmigen glatten Muskelzellen ist quer-
getroffen, nur unten links längsgetroffenes Bündel glatter
Muskelzellen. Im Querschnitt sind diese Zellen klein (Durch-
messer 5-10 pm) und rundlich, der Kern ist wegen der Länge
der Zellen (40 bis über 100 pm ) bei einer Schnilldicke von
5-6 pm keineswegs immer getroffen; das Zytoplasma ist homo-
gen eosinophil. Färbung: H.E.; Vergr. 200fach.

Abb. 165. Glatte Muskulatur, Uterus, Mensch, längs und


quer (obe-n links) getroffene MuskelzellbündeL Beachte die
länglichen zigarrenförmigen Zellkerne. Plastikschnitt.. Fär-
bung: H.E.; Vergr. 700fach.

Abb.166. Herzmuskulatur, Mensch, Längsschnitt. Die Herz-


muskelzellen sind ca. 50--100 j.lm lang, verzweigt und an ihren
Enden über die Glanzstre ifen (Disci intercalares) verbunden
(s. Abb. 191). Der relativ helle Kern liegt in der Zcllmitte, den
Kernpolen liegen helle Plasmahöfe (Glykogen, Lipidein-
schlüsse, Lysosomen u. a. Organellen) an. Die Querstreifung
der Fibrillen ist nicht immer gut erkennbar. PJastikschnitt. Fär-
bung: .t-1. E.; Vcrgr. SOOfach.

Abb.167. Herzmuskulal'ur, Mensch, Querschnitt. Die .Herz-


muskelzellen sind deutlich größer al~ die glatten Muskelzcllen,
ihr Durchmesser beträgt ca. 15 pm. ihr Kern ist nur in einigen
Zellen angeschnitten. Die etwas unregelmäßig gestalteten
Myofibrillen sind als kleine rote Strukturen vor allem in der
Zellperipherie erkennbar. Färbung: H.E.; Vergr. 200fach.
167

80
Muskelgewebe

_.. ....
- --
-

169
- ~·

Abb. l 68. Die Eisenhlimatoxyli nfiirbung zeigt die Querstrei-


fung (A- u11d I-Banden) besonders klar. Die parallel z u den
Muskelfasern aufgereihte n schwarzen Körperehen sind Ery-
throzyten in BlutkapiiJ aren. Färbung; E isenhämatoxylin; Ver-
ge. 240fach. -
Abb. l 69. Skelettmuskulatur Mensch, Lä ngsschnitt . Die vie-
len Zellkerne der großen faserförmigen Muskel7.ellen liegen in
der Zellperipherie. Das Zytoplasma ist weitge hend von dicht
gelagerten Myofibrillen e rfüllt, die das Phänomen der Quer-
streifungdeutlich erkennen lassen (s. auch Abb.l93 und 194).
lm lichtmikroskopischen Kurspräparat sind i.a. nur die rotge-
färbten A-Banden und die hellen I-Banden erkennbar; in letz-
tere n ist meistens die Z...Linie zu unterscheiden. Das Banden-
muster der Fibrillen liegt sehr oft in gleicher Höhe, so daß die
ganze Zell e q uergestreirt erscheint. l'lastikschnitt. Färbung:
H .E.; Vergr. 500fach.

Abb.170. Skelettmuskulatur Mensch, Querschnitt. Skelett-


muskelzellen e ntstehe n im Laufe der E ntwicklung durch Ver-
schmelzung von Myohlasten und sind somit Synzytien. Sie sind
sehr grol3 (Durchmesse•· 20-80 11m, Länge wenige mm bis eini-
ge cm) und enthalten viele Ke rne, die am Rande de r Zellen
liegen. Das eosinophile Zytoplasma be-steht v.a. aus Myofibril-
len und Mitochondrien. Erstere sind im Querschnitt z.T. als
kleine Punkte erke nnbar. Plastikschnit t Färbung: H .E.; Vergr.
500fach.

Abb. l71. Darste llungzweier v~rschiedener Type n von Ske-


lettmuskelfasern aufgrund ihres unterschiedlichen Glykogen-
ge halts (M. tihialis ant., Ratte). Die sehr glykogenarmen "ro-
ten" Fasern erscheinen hier fast ungcfärbt. die glykogenreichen
"weißen'' Fasern rot-violett. Färbung: PAS; Vergr. 96fach.
171 .Wel'Jif·~

81
Muskelgewebe

Vergleichende Gegenübe rstellung der Bauelemente der


drei verschiedenen Muskelgewebe a n Querschnitten bei
hoher, aber gleicher AuOösung (Öiimmer5ionsobjektiv
l OOfach) und gleicher Färbung (Azan) zur besseren Dar-
stellung zytologischer Einzelheiten.

Abb. l72. Glatte Muskelzellen aus der Tunica muscularis der


Appendix vermiformis (Mensch) mit charakteristischer zen-
traler Lage ihres Kews. der von einem schmalen Zytoplasma-
saum umgeben wird. Z wischen den Muskelzellen zarte Kolla-
genfasern. Vcrgr.960fach.

Abb.173. Die Her~muskelzellen haben demgegenüber eine


sehr viel größere, aber unregelmäßiger geformte Querschnitts·
fläche, innerhalb deren die Myofibrillen zu kleinen, durch
Zytoplasmastraßen getrennte Grüppchen zusammcngefaßt
sind. Es entsteht das Bild der Cohnheimsehen Felderung. Ver-
gr. 960fach.
173 ~trlll~tliad-IIHD/

~.n-Kapobe

Abb. 174. Bei hoher Vergrößerung sind die einzelnen Myo-


fibrillen als feine Punkte erkennbar. Skelettmuskelfasern des
M. orbicularis oculi (Mensch}. Vergr. 960fach.

82
Muskelgewebe

Vergleicheode Gegenüberstellung der Bauelemente der


drei verschiedeneo Muskelgewebe an Längsschnillen bei
hoher, aber gleicher Auflösung (Öiimmersionsobjektiv
IOOfach) und gleicher Färbung (Azan) zur besseren Dar-
stellung zytologischer Einzelheiten.

Abb.l75. Glatte Muskelzellen aus der T unica muscularis der


Appendix vermiformis (Mensch). Während die länglich zigar-
renförmigen Kerne mit ihren Nukleoli deutlich hervortreten,
bleibt die Begrenzung der Zellen selbst undeutlich. Das ist bei
Längsschnitten fast immer zu beobachten. Vergr. 960fach.
175

Abb. l76. Herzmuskelzellen (Myokard, Hund) mit deut-


lichen, myofibrillenfreien Sarkoplasma.,höfeo" an den Kern-
polen, die Lipofuszingranula ent halten. Beachte die an die
Myofibrillen gebundene Quer- und Längsstreifung der Zellen,
die durch die sog. Glanzstreifen (stärker rot gefärbt) mitein-
ander verbunden werden. Vergr. 960fach.

Abb. 177. Skelettmuskelfasern mit deutlicher Querstreifung


(M. pectoralis major, Mensch). Die hier etwa gleich breiten
hellen 1-(= isotropen) und A-(= anisotropen)Banden sprechen
für eine weitgehende Erschlaffung der Faser. Beachte die
deutliche Z-Linie innerhalb jeder !·Bande. Direkt unter dem
Sarkolemm sind schemenhaft zwei Kerne, besonders gut ihr
punktförmiger Nukleolus. erkennbar. Vergr. 960fach.

83
Muskelgewebe

f.f;o';&'ll
.--,..-,.."''-rt...-- • Abb.l78. Verzweigte glaue Muskelzellen in der Harnbla-
senwand vom Frosch. Die übrigen. meist zu Bündeln geordne-
ten Muskelzellen sind ungewöhnlich lang und dünn , und ihr
noch scbmälerer Kern ist oft schwer zu erkennen. Färbung:
H. E .; Vergr. 240fach.

Abb. 179. Hea musk:ulatur, Ventrikelseptum, Schwein. Ab-


gebilde t ist der an da~ Lumen grenzende Teil des Septums.
Hier befinden sich am inneren Rand des Endokards
Anschnitte durch Teile des Erregungsleitungssystems, die spe-
ziellen großen Herzmuskelzellen entsprechen. Die kleinen
Bündel aus Zellen des Erregungsleitungssystems werden Pur-
kinje-Fasern genannt. Sie sind hell (glykogcnreich) und ent-
halten nur spärlich periphere Myofi bri llen. Es liegt immer nur
ein Kern vor. Am linken Bildrand sind die kleineren cosino-
philcn normalen Hcnmuskelzellen zu sehen. Beachte auch das
flache Endokardendothel und die im Ventrikelbereich relativ
dünne Bindegewebsschicht des Endoka rds. Färbung: H.E.;
Vergr. 200fach.

Abb.180. Darstellung des Kapillarmusters eines Skelett-


mu;kels d urch die künstliche Füllung seines Geflillsystems
mit einer gefärbten Gelatinelösung. Die Schlängelungen der
Kapillaren sind keine .,Rcservefalte n" und auch nicht durch
den Kontraktions:tustand bed ingt, sondern eine für "rote"
Muskelfasern charakteristische VcrlauJsform. Technik:
Gefaßinjektion mit Karm in -Gelatine, sonst keine Färbung.
I •
" II
Vcrgr. 96fach.
Endc».Ya H..•zlll>.

84
Muskelgewebe

All~nh arnon~e

~
MyC»onllamerlt •• ••
Anlleltungs
plaQ;le •••••••
v-(
·r ~ 'lam.na ••••
~,.,.

T-Tutlolus • •

Kaveolen

• Mtto<:hononum

RER
Goig• Apparat
. z Unie
• - AIIbn·
lilament
Gt,kogen
ntem'le<li:lr
hlament
M St•81fon
MyoSin·
folamenl

Verd d1 tungs
zone
glatteS ER

\
181 182

Ahb.181. Glatte Muskelzelle mit hypothetischer Darstellung des kontraktilen Apparates. Die Verdichtungszonen entsprechen
den Z-Li.nien der quergestreiften Muskulatur, in ihnen und in den bandförmigen Anl1eftungsplaques der Zellmembran sind die
Aktinfilamente verankert. Intermediärfilamente sind wesentliche stützende Strukturen.

Abb. 182. Schematische Darstellung des kontraktilen Apparates und von Membranstruk turen der Herzmuskelzelle. Links:
Außenansicht einer Fibrille, rechts längsgeschnittene Fibrille und Teil eines Glanzstreifens. Die Gliederung der Myofibrillen ent-
spricht im wesentlichen der der Skelettmuskelzellen. Dort, wo zwei Herzmuskelzellen aneinandergrenzen, bilden sich die stufen-
förmigen Glanzstreifen aus. lo deren transversalen Anteilen befinden sich Fasciae adhaerentes, die jeweils halben Z.Linien ent-
sprechen und in denen die terminalen Aktinfilamente verankert sind, sowie Desmosomeo. ln den longitudinalen Anteilen der
Glanzstreifen liegen die Nexus, die der elektrischen Koppelung dienen. Das sarkoplasmatische Retikulum ist einfacher gebaut als
in den SkclettmuskelzeUen, die T· Tubuli sind relativ weit.

85
Glatte Muskulatur - Elektronenmikroskopie

Abb. l83. Glatte Muskelzelle. Bronchus Mensch. Die Zellorganellen, Mitoch ondrien, Ribosomen, rauhes ER (2)
sind vor a.llem an den Enden der langgestreckten Zellkerne (!)"konzentriert. Im übrigen Zytoplasma überwiegend
kontraktile Filamente, die in Zytoplasmaverdichtungen (Verdichtungszonen, entsprechen Z·Streifen , ~)oder in
Verdichtungen an der Zellmembran (Anheftungsplaques, * )verankert sind; ~ : Basallamina. Vergr. 20 700fach.

Abb.l84. Glatte Muskelzellen aus dem Harnleiter des Menschen, unterschiedliche Anschnittrichtung (unten:
annähernd längs, oben: schräg). Beachte die ovalen Einsenkungen der Zellmembran (Kaveolen), die Basallamina
und im Zytoplasma die zahlreichen dünnen Aktinfilamente sowie die gleichmäßig über die Schnittfläche verteilten
länglichen, dickeren filamentären Strukturen, die Myosin entsprechen. Weiterhin treten im Zytoplasma unscha.rf
hegTeuzte größere Verdichtungen auf, die auch an der Innenseite der Zellmembran vorkommen und die der An-
bettung der Aktinfilamente dienen. GesamtvergT. SOOOOfach.

86
Herzmuskulatur-Elektronenmikroskopie

Abb.18S. Quergeschnittene Herzmuskelzellen (Papillarmuskel, Katze) mit den fUr diese Zellen typischen Unter-
schieden in Gestalt und Größe der einzelnen Zellen. Beachte den Mitochondrienreichtum und die dichte Kapillari-
sierung sowie die engen räumlichen Beziehungen zwischen Kapillarendothelien und Muskelzellen. 1 Kapillarlich -
tungen; 2 Kern einer Muskelzelle. Gesamtvergr. 4000fach.

Abb. 186. Herzmuskelzellen im Schrägschnitt bei gleicher Vergrößerung (4000fach) aus dem Papillarmuskel eines
Minischweins mit erkennbarer Querstreifung, vor allem deutlichen I-Banden und Z-Linien. Auch hier sind die Zel·
Jen wegen ihrer dichten Zusammenlagerung oft schwer gegeneinander abzugrenzen, jedoch können die Kapillaren
(1) das Aufftnden der sehr schmalen interzellulären Räume erleichtern, 2 Kern einer Herzmuskelzelle. Gesamt-
vergr. 4000fach.

87
Herzmuskulatur - Elektronenmikroskopie

117

Abb. 187. Hemnuskel:zelle aus dem rechten Vorhof des Menschen; beachte die zahlreichen dichten Granula
(~),in denen der atriale natriuretjschc Faktor (ANF) gespeichert ist (endolrrine Funktion der Henmuskel7..elle). 1
Zellkern; II>: Basallrunina. Vergr. 15 286fach.

Abb.188. Ausschnitt aus einer Herzmuskcl:zelle bei höherer Primärauflösung zur Demonstration der Querstreifung der Myo-
fibrillen ~owie der zahlreichen großen und dicht gepackten Mitochondrien mit gut entwickeltem Binnenkörper. Bei der hier ge-
wählten Tierart, dem Meerschweinchen, sind die T-Tubuli (1) nicht nur besonders weitlumig, sondern sie verlaufen zusätzlich auch
noch paralle l (2) 1.u den Myofibrillen. Wie bei der Skelettmuskulatur kommt es auch hier zu engstem rilumlichcm Kontakt zwi-
sche n T-Tubuli und sarkoplasmatischem Retikulum, das in diesem Bereich aber lediglich in Form enger Schläuche auftritt ( ... ).
Gesamtvcrgr. 40 OOOfach.

Abb.l89. Hochaufgelöster Qucrschnill durch eine Myofibrille einer Herzmuskelzelle aus dem Papillarmuskel des Meerschwein-
chens. Das Schnittniveau liegt in Höhe der A-Bande und läßt infolgedessen die regelmäßige Anordnung von dUoneo (Aktin) und
dicken (Myosin) Filamenten erkennen. Dabei wird ein Myosinfilament immer von sechs Aktinfilamenten in konstantem Abstand
umgeben, wodurch gleichzeitig ein überaus gleichJörmiges, hexagonales Muster (0) der dicken Myosinfilamente e ntsteht. Ge-
samtvergr. 96000- und 164 OOOfach (Bildeiasat7.).

Abb. 190. Der Längssch nitt durch eine Herzmuskelzelle vom PapillaiDJusk.eJ eines Meerschweinchens trifft das sarkoplasmati-
sche Reti kulum (II>) über längere Strecken flach un d so günstig, daß die Kontinuität innerhalb dieses tubulären Netzwerks erkannt
werden kann. Beachte die örtlich begrenzten Erweiterungen (*) dieses Röhrensystems. Gesamtvergr. 44000fach.

88
Herzmuskulatur - Elektronenmikroskopie

189 190

89
Herzmuskulatur - Elektronenmikroskopie

1911 t9tb

Abb. 19L a) Primär hochaufgelöste Aufnahme (40000fach) eines Glanzstreifens aus einem Papi.llarmuskel des Meerschwein-
chens. Die aneinandergren7~nden Zellen zeigen intensive Verzahnungen, die jedoch häufig schräg oder nach vom Schnitt g~trof­
fen werden, so daß die sie begrenzenden Zellmembranen kaum noch zu identifizieren sind. Bei senkrechter Schnittführung
erkennt man dagegen neben den typischen Desmosomen (l ) auch die Verdichtungen der Fasciae adhaerentes (2). Gesamtvergr.
92000facb. b) Ausschnittaus einem Glanzstreifen im Myokard einer Ratte mit Fasciae adbaercntes (1, Anheftung der Aktinfila-
mente), Desmosom (2) und Nexus (~. elektrische Koppelung). Gesamtvergr. 66000fach.

90
Muskelgewebe

Base!ltnlt\1

••• •• Al<tonfilamen!

••••• Tit111fdamem

•• •• Z·Un e

M!ochondr•um •••• .... A·Bande

T·Tubulua ••
••• ••••••••

••• J

;._ I·Bande

..........•. ..
• • Myosonf•lamen!

Abb. l 92. Schematische Darstellung des kontraktilen Apparates und der Membranstrukturen der Skelettmuskelzelle. Links:
Außenansicht einer Myofibrille, rechts: Myofibrille längs geschnitten. Der Abschnitt zwischen zwei Z·Linien heißt Sarkomer. Die
Myosinfilamente treten mittels der sog. Myosinköpfe mit den Aktinfilamenten in Kontakt . Die sehr dünnen Titinfilamente
(Connectinfilamente) verbinden die Myosinfilamente mit den Z-Linien und verleihen den Myofibrillen elastische Eigenschaften.
ln der Mitte des Sarkomcrs befindet sich die A-Bande, die aus Myosinfilamenten und den zwischen ihnen befindlichen distalen
Teilen der Aktinfilamente mit ihrem Minus-Ende besteht. In der Mitte der A·Bandc ist die H-Zonc (Henscn-S!rcifcn) zu erken-
nen. die keine Aklinfilamen!e und keine Myosinköpfe enthält. In der Mitte der H-Zone befinde! sich die M-Zone (M·linie), wel-
che die Myosinfilamente verbindet, in ihrer Lage stabilisiert und aus Proleinen besteh!.

91
Skelettmuskul atur - Elektronenmikroskopie

193

Abb.l93. Längsgeschnittene Skelettmuskelfasern. Es handelt sich um eine ,.weiße" Fast:r, da die Menge der subsarkolemmalen
und interfibrillären Mitochondrien (-+) seh r gering ist. Von der Querstreifung fallen besonders die dunk leren Z-Linien auf, die
hier von sehr schmalen I-Banden flankiert werden, was für eine fast vollständige Kontraktion dieser Faser spricht. I Lichtung
einer Blut kapillare; 2 Lipidvakuolen; 3 Lichtung einer Arteriole; 4 Kern einer Skelettmuslcelfaser. Gesamtvergr. 3300fach.

Abb.l94. Höhere Vergrößerung längsgeschnittener Myofibrillen des Hautmuskels (Paniculus carnosus) e ines Goldhamsters.
Die oberen Myofibrillen (I ) zeigen die Gesamtlänge eines Sarkomcrs (=Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Z-Linien)
mit allen darin überhaupt möglichen Ouerbanden, da diese Faser völlig erschlaffl ist. Die I·Banden (I) enthalten ausschließlich
Aktinfilamente, die, ausgehend von den Z-Linien, durch die I- bis in die A-Bande (A) ziehe n. Letztere heste hen hauptsächlich aus
den dicken. 1.5 ,..m Iungen Myosinfilamenten, die auf die A-Bande beschränkt sind. Die A-Rande wird nochmals in die mittelstän-
dige H-Bande unterteilt, die ihrel'.ieits exakt von der M-Li.nie (M) halbiert wird. Die H-Bande entspricht jenem Teil der A-Bande,
in den die Aktinfilame nte nicht mehr hineinreichen, und ihre Breite ist infolgedessen vom Ausmaf~ der Kontraktion abhängig. Die
M-Bande entsteht durch fein~te filament.öse Querverbindungen der Myosinfilame nte . In Nähe der Gre nze von A- und I-Banden
erkennt man Triaden (Q), die aus dem cnglumigcn zentralen T-Tubulus, flankiert von :twei Vakuole n, bestehe n, wobei letztere
den Q uerschnitten durch die terminale n Zisternen des glatten ER (sarkoplasmatisches Retikulum) e ntsprechen. Bildeinsatz:
Längsschnitt e iner einzelne n Triade. Die dem helleren, zentralen T ·Tubulus zugewandten Membranen de r mit elektrone ndichtem
Inhalt homogen geCUIIten Zisterne n(* ) des glatten ER verlaufen nicht glatt. sondern weisen feine Einzie hungen auf, zwischen de-
nen und der Membran der T-Tubuli elektronendichtes Material regelmäßig angeordnet ist. Gesamtvergr. 27 000- und 50 OOOfach.

Abb.l95. Skelettmuskel (M. rect us abdomini s), Ratte, Längsschnitt durch den peripheren Bereich e iner Muskelfibrille mit an-
geschnittenem glattem ER ( * ) und T -System(-+). Zwischen den zwei Terminalzisternen des glatten ER und dem T-Tuhulus s ind
die junktionalen Füßchen (T riadenfüßchen) erkennbar. ( I ) große Mitochondrien: am unteren Bildrand ist eine Muskelfibrille an-
geschnitten mit gut erkennbaren Z-Linien (2), die eine Korrelation der T-Tubuli mit den Regionen eines Sarkomcrs ermöglichen;
Sarkomt:re relativ stark kontrahiert: (3) Lipidtropfen. Vergr. 43440fach.

92
Skelettmuskulatur - Ele ktrone nmikroskopie

93
Erregungsleitende und -übertragende Strukturen - Elektronenmikroskopie

Abb. 196. Die glatten Muskelzellen der Tunica muscularis vieler Hohlorgane nehmen engen räumlichen Kontakt miteinander
auf, indem sie wechselnd gestaltete und unterschiedlich große, oft fußartige Fortsätze (* ) gegeneinander vortreiben. Die ge-
genüberliegenden Plasmamembranen sind hier oft nicht mehr als 2 bis 5 nm voneinander entfernt und bilden an dieser Stelle
zumeist Nexus (gap junclions) aus. Diese sind die Orte der Erregungsübertragung zwischen benachbarten glatten Muskelzellen
(V. portae, Ratte). Vergr. 23000fach.

Abb.197. Die feineren Verzweigungen des Erregungsleitungssystems im Herzen we rden als Purkinje-Fasern bezeichnet, und sie
bestehen aus hochspezialisierte n glyk.ogcnreichen Herzmuskelzellen (M. papillaris, Mee rschweinchen). ln e lektronenmikroskopi-
schen Bildern fallen diese Zellen durch ihren optisch hellen, plumpen Zelleib (1) sowie die mengenmäßig stark reduzierten und in
die Peripherie verdrängten Myofibrillen (2), fehlende T-Tubuli u. a. auf. 3 Herzmuskelzellen (Kardiomyozyten) der Arbeitsmus-
kulatur; 4 Erythrozyt in einer Blutkapillare. Gesamtvergr. SOOOfach.

Abb.l98. Die Übertragung des motorischen Nervenimpulses auf die Skelettmuskelfaser erfolgt im Bereich neuromuskulärer
Synapsen, der sog. motorischen Endplatten. Sie bestehen aus endständigen Anschwellungen (l ) der letzten Axonverzweigungen,
die dicht mit elektronenhellen (synaptiscben) Bläschen und Mitochondrien (auf dem Bild gut erkennbar) gefüllt sind . Diese ter-
minalen Axonauftreibungen liegen in flachen, gruben- oder wannenfönnigen Vertiefungen des Sarkolemms. das hier zahlreiche
verästelte Einsenkungen (2) in das Faserinnere vortreibt, deren Gesamtheit das "subsarkolemmale Faltenfeld" bildet. lo diese
Falten setzt sich auch die Basalmembran fort, die im übrigen den synaptischen Spalt durchzieht ()I> ) und so die Axonauftreibungen
von der Muskelfaser trennt. Gesamtvergr. 1 I OOOfacb.

94
Erregun gsleitende und -übertragende Strukturen - Elektronenmikroskopie

HMI

95
Nervengewebe- ZeHen

' • .4

'

199
. ,
200

Abb.l99. Multipolare Nervenzelle aus dem Vorderhorn des


Rückenmark~ (Hund) mit mehreren Dendriten (erkennbar
an der in ihnen stets vorhandenen Nissi-Substanz) und dem
Neurit samt dem an seinem Abgang immer Nissi-Scbollen-
freien Neuroplasmabezirk, dem sog. UrsprungskegeL Beachte
den großen, rundlichen Kern mit dem punktförmigen Nukleo-
lus. Die nach ihrem Entdecker als Nissi-Substanz bezeich·
neten , stark basophil färbbaren, scholligen Massen sind das
lichtmikroskopische Äquivalent eines sehr gut entwickelten
rauben endoplasmatischen Retikulums. Färbung: Kresyl-Vio-
lett nach Niss!; Vergr. 380fach.

Abb. 200. Kleinhirn, Mensch. Golgi-Präparat einer Purkinje-


Zelle mit Perikaryon (-+)und dem reichentwickelten Dendri-
tenbaum, dessen Oberfläche mit feinen Dornen (spines) be-
setzt ist, welche synaptische Kontaktstellen mit den Parallel-
fasern der Körnerzellen markieren. Die Silberimprägnation
nach Golgi hebt alle morphologischen Details von Neuronen
scharf hervor. Vergr. 500fach.

Abb. 20L Perikaryen (Zelleiber) multipolarer Nervenzellen


in einem vegetativen Ganglion des Nebennierenmarks
(Mensch). Die rundlich-ovalen Perikaryen (vgl. mit Abb. 199)
geben sich durch ihre großen, kugeligen Kerne mit dem immer
deutlichen Nukleolus als Nervenzellen zu erkennen. Färbung:
Azan; Vergr. 380fach.

Abb. 202.. Großhirnrinde , Mensch. Pyramidenzellen mit lan-


gem Apikaldendriten, der zur Rindenoberßäche (rech ts im
Bild) zieht. Versilberungsmethode nach de Crinis; Vergr.
SOOfach.
202

96
Nervengewebe - Fasern

Abb.203. Nervenzellen im Vorderhorn des Rückenmarks


des Menschen. Darstellung der (intrazytoplasmatischen) Neu-
rofibrillen - im Elektronenmikroskop Intermediärfilamente
und Mikrotubuli. Neurofibrillen zeigen beim Morbus Alzhei-
mer typische sch lingenartige Veränderungen. Silberimprägna-
tion nach Bielschowsky; Vcrgr. 500fach.
203

•••• Astroz)'lentOI'ISatz
Basalamona
•• Endothel
MokrOivbul •••••

Abb.204. Schematische Darstellung eines Neurons mit verschiedenen Synapsenformen und seinen Verbindungen mit Glia-
zellen. 1 Synapsen an dendritischen Dornen, 2 axo-dendritische Synapse, 3 axo-axonale Synapsen. 4 axo-somatische Synapsen,
5 reziproke Synapsen (ErregungsUbertragung in beiden Rich tungen). Die Blut-Hirn-Schranke wird vor allem vom Kapillarendo-
thel (mit kontinuierlichen Zonulae occludentes), aber auch von Astrozytcnfortsätzen aufgebaut, die die Mcmbrana perivascularis
gliae bilden.

97
Nervengewebe- Sternzellen, Nervenfasern

Abb. 205. Sterm:ellen aus der Kleinhirnrinde des Menschen.


In der Groß- und Kleinhirnrinde gibt es. a) Zellen. die mit
ihrem Axon die Rinde verlassen (Pyramidenzellen in der
Großhirnrinde, Abb. 202; Purkinjc-Zcllcn in der Kleinhirnrin-
de, Abb. 200), und b) Zellen, die mit ih ren Axonen und Den-
driten innerhalb der Rinde ble iben. Diese Zellen werden in
der Großhirnrinde meist Köm erzellen und im Stratum mole-
cularc der Kleinhirnrinde Sterm:e llen genannt. Letztere sind
hemmende Interneurone , die den Dendritenba um der Purkin-
je-Zcllen erreichen. Golgi·lmprägnation; Vergr. 250faeh.
205

Abb. 206. Querschnitt durch eine.n peripheren Nerve n des


Menschen. Die Markscheide ist wieder :zerfallen, im Inneren
der Markscheide ist der Nervem·~llfortsatz oft als bläulicher
Punkt erkennbar. Die Nervenfasern sind in ein hier kräftig
blaugefarbtes Endoneurium eingebettet. Die rundlichen Ker-
ne gehöre n zu Scbwannscllen Zellen. Am Rande des Nerven·
faserbündelsist das Perineurium erkennbar (oberer Bildrand).
Färbung: Azan; Gesamtvergr. 200fach.
206

Abb.207. Zwei kleine vegetative Nerven in der GI. subman-


dibu.laris des Menschen. Die Nervenfasern sind infolge ihres
gewellten Verlaufes in ver.>chiedenen Richtungen angeschnit·
ten. Die Zellkerne in den Nerven gehören ganz Oberwiegend
zu Schwaunsehen Zellen. Ein schmaler Schrumpfraum zwi-
schen dem dichten kollagenfaserreichen Bindegewebe und
den Nerven erleichtert hier das Erkennen der Nerven. Fär-
bung: H. E.; Gesamtvergr. 200fach.
207

98
Nervengewebe- Periphere Nerven

Abb. 208. Querschniu


durch einen großen pcri·
phcrcn Nerv. Beachte die
deutliche Zusammenlage·
rung der Nervenfasern zu
BUndein unterschi edli -
cher Größenordnung (cn-
kaptisches ßauprinzip).
Die einzelne Nervenfaser
und ihre Schwanosehe
Zelle werden von e inem
zarten Kollagenfaserge·
rUst umgeben: Endoneu·
rium, das auch erkennbare
Septen ausbilden kann .
BOndei von Nervenfasern.
deren Zahl bis in die Hun·
derte gehen kann, werden
Faszikel genannt und vom
Perine urium umhüllt. das
nicht nur aus dichtgepack-
ten KoUagenfasern, son- FcttjfM1ll.'fl
dern auch aus elastischen
Fasern besteht und innen
ein ßaches Epi thel bildet.
Das Epineur ium schließ-
lich verbindet die vom Pe-
rineurium umschlossenen
Bündel, umhUIIt sie ins·
gesamt und verbindet den
Nerv mit seiner Umge·
bung. Färbung: van Oie·
son; Vergr. 15fach.

Abb. 209. Eine stärkere Vergrößerung


eim.elner Nervenfaserbündelläßt die Axo-
ne deutlich als unterschiedlich dicke. rund-
liche Schnittprofile erke nnen, in denen
sich der zen tral gelegene Achsenzylinder
färberisch deutlich gegen die ihn umge-
bende Markscheide abhebt. Das Perineuri·
um besteht innen aus den durch Zonulae
occludentes verbundenen flachen Pe rineu-
ralepithelze llen. Der Endoneuralraum
steht mit dem Liquor cerebrospinalis der
weichen Hirnhaut in Verbindung. Fär-
bu ng: van Gieson: Vcrgr. ca. 50fach.

99
Nervengewebe - myelinisierte Nervenfasern

2101 5ctmc~~ ..."''""'...., .... c~ 2 10b

Abb.210a. Längsschnitt eines Nervs (N. ischiadicus, Kanin- =


Abb. ZlOb. Markhaltige (mit einer Markscheide Myelin-
chen), dessen Markscheiden durch die Behandlung mit Osmi- scheide umgebene) Nervenfase rn in der BrOcke (Pons) des
umsäure fixiert und gleichzeitig geschwärzt wurden. An der Gehirns des Menschen. Die Markscheiden sind mit dem Farb-
oberen und unteren Bildkante erkennt man je einen deutlichen stoff Luxol-Fast-Blue blau gefärbt und umgeben den hier un-
Rauviersehen SchnUrring ( = Unterbrechung der Myelinschei- gefärbten Nervenzellfortsatz. (* )schräg- oder längsverlaufen-
de des Axons). Im unteren ßilddrinel zeigen einige Axone die de markbaltige Fasern, (111>) quergeschnittene markbaltige Fa-
schräg zu deren Längsachse ziehenden pfeilspitzenähnlichen sern. Vergr. 450fach.
Schmidt-Lantcrmannschen Ein.k.erbungen der Markscheide.
Keine Färbung. nur Fixierung mit Os0 4 • Vergr. 240fach.

211

100
21C
215
5pm
216
Gliagewebe

Die Darstellung der verschiedenen Zelltypen des zentralen


Gliagcwebes gelingt nur mit Hilfe verschiedener immun-
histochemischer oder verschiedener schwieriger Spezial-
verfahren. Infolgedessen können in vielen histologischen
Praktika entsprechende Präparate o ft nur in einer Auswahl
und in begrenztem Umfat\g ausgegeben werden. (Die
Präparate der A bb. 224, 227 und 228 wurden von Herrn
Prof. Dr. med. G. Kersting, Bonn, zur Verfügung gestell t.)

Abb. 223. Astrozyten (Langstrahler) aus dem Markl ager


(; der we ißen Substanz) de5 Kleinhirns des Mensche n. Darge-
stellt mit Hilfe de r Golgi-Methode, welche die langen, schlan-
ken, in alle Richtungen ziehenden Fortsätze dieser Astrozyten
klar hervorhebt. Vergr. 300fach.
223

Abb. 224. Mehrere Astrozyten aus der Großhirnrinde


(Mensch), die wegen ihres großen Zelleibesund ihrer kurzen.
aber reichverzweigten Fortslitze als .,protoplasmatische Kurz-
strahler'' bezeichnet werden. Am oberen Bildrand erkennt
man einen der sehr viel kleineren und auch weniger verzweig-
ten Oligodendrozytcn. Färbung: Imprägnierung nach Biel-
schowsky; Yergr. 380fach.
224

Abb. 225. Astrozyten aus dem Großhirn des Menschen, die


mit den fußartig verbreiterten Ende n ihrer Fortsätze die Wän-
de der intrazerebralen, kleineren Gefäße dicht umschließen
und so eine perlvaskuläre Glisseheide bilden. Färbung: n.
Held; Vergr. 380fach.

108
Gliagewebe

Abb. 226. Bei hüherer Attnösung erkennt man deutlich den


sich einer Kapillare eng anschmiegenden Fortsatz eines prolo-
plasmatischen Astrozyten (Großhirn. Mensch). Färbung: n.
Held; Vergr. 960fach.

Abb.227. An den sehr viel kleineren Oligodendrozyten


(Großhirnrinde, Mensch) imponiert vor al.lcm ihr rundlieber
Kern, der ähnlich wie bei den Lymphozyten den Zelleib fast
vollständig amfWlt. Infolgedessen ist auch nur dieser bei Rou-
tinefärbungen zu erkennen, und daher sind diese Zellen auch
schwer als solche zu identifizieren. Die Oligodendrozyten lie-
gen häufig, wie auch in dieser Abbildung, als sog. Ammen-
oder Trabantenzellen in unmittelbarer Nachbarschaft von
Nervenzellen. Färbung: n. Cajal; Vergr. 380facb.
227

I ~ •
~

.,
.

Abb. 2:28. Die Mikrogliazellen (Großhirnrinde, Mensch) sind


/---~ J ...
kleine, amöboid bewegliche und reichverzweigte Zellen, die t
nach ihrem Entdecker auch als Hortega-Zellen bezeichnet
werden. Sie dienen wegen ihrer Phagozytose- und Speicher- I
fähigkeit der Aufnahme und dem Abtransport von Ze!Jzer-
fallsprodukten, wie sie z.B. bei krankhaften Hirnprozessen
(E rweichungsherde nach einem Schlaganfall) entstehen kön-
nen. Färbung: n. Hortega: Vergr. 380fach.

109
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Mikroskopische Anatomie
Blut - Korpuskul äre Elemente

Das Erstellen des sog. Differentialbl utbilde~. d . h. die Be-


stimmung des mengenmäßigen Verhältnisses der verschie-
denen weiß~n Blutkörperchen (Leukozyten) untereinan-
der (nicht deren Absolutzahl), gehört wohl zu den häufig-
sten histologischen Routine unte rsuchungen in der Klinik.
Mit Hilfe spezieller Färbungen Jassen sich die Leukozyten
in eine R~ihe morphologisch und färberisch differenter
Zelltypen auftrennen. Die ausgereiften Granulozyten wer-
den auch Segmcntkernigc, die unreifen Stabkernige ge-
nannt. Bei den Stabke rnigen ist de r Kern noch nicht oder
erst angedeutet in Segmente gegliedert. Die nachfolgenden
Präparate sind nach Pappenheim gefärbt. Die Pappenbeirn-
Färbung kombiniert die Mny-Grunwald-Fllrbung (Me thy-
lenblau-Eosin) mit der Ciemsa-Färbung. Oie Vergröße-
rung der Abb. 229-235 ist ca. JlOOfach.
229

Abb. 229. Drei verschiedene Arten von Leukozyten. Oben


im Bild ein mit große n basophilen Granula angefüllter baso-
philer Granulozyt. Rechts daneben ist ein neutrophiler Granu-
lozyt gelegen. Unten links ein Lymphozyt, der vor allem durch
seine stark zugunsten des Kernes verschobene Kern-Plasma-
Relation (d . h . großer Kern bei schmalen Zytoplasmasaum)
charakterisiert ist. Bea chte die u. a. für die Diagnose wichtigen
Größenverhältnisse der Leukozyten sowohl untereinander als
auch zu den Erythrozyten (rötliche Scheiben mit aufgehelltem
Zentrum).
230

.Abb. 230. Zwischen den Erythrozyten eine Wolke von Blut-


plättchen ( = Thrombozyten, linke Bildhälfte), die jedoch bei
der Vergrößerung kaum etwas von ihrer feineren Struktur er-
kennen lassen. Der neutrophile Granulozyt (rechte Bildhälfte)
enthält staubfeine Granula. die ein Arsenal verschiedenartiger
Abwehrstoffe enthalten (s. Legende Abb. 237).

Abb. 231. Blutausstrich e ines Patienten mit Malaria tropica.


ln den Erythro~yten entwicke ln sieb die einzelligen Blutpara·
sitcn (Plasmodium fal d parum), die die Ursache der Krankheit
sind. Der Krankheitserreger ist durch einen komplizierten
Entwicklungszyklus gekennzeichnet, von de m hier das
"Siegelringstadium " (Trophozoiten. -+) ~u sehen ist. Vergr.
1200fach.
231

112
Blut - Korpuskuläre Elemente

232 233

Abb. 232. Eosinophiler Granulozyt (links), dessen Kern 'Wie


üblich nur zwei Segmente aufweist. Die hier sehr deu tlichen
roten Granula sind auch bei blasser Färbung durch ihre Zahl
-
und G röße leicht von den sehr viel kleineren Granula der Neu-
trophilen (rechts; vgl. Abb. 230) zu unterscheiden. Die Granu-
la entsprechen Lysosomen , die Enzyme und Mediatorsubstan-
7.en en thalten (vgl. Abb. 238).

Abb. 233. NeutrophiJer Granu lozyt, dessen stark segmentier-


ter Kern an seinem oberen Pol einen kleinen Trommelschlegel
( = Drums tick) erkennen läßt. Er entspricht dem Sex-Chroma-
tin und befindet sich bei weiblichen Individuen in einem Hä u-
figkeitsgrad von 1 in 36 Neutrophilen. Da dieser Wert jedoch
stark schwankt, wird für eine Geschlechtsdiagnose gefordert,
daß unter 500 reifen Neutrophilen 6 einen Trommelschlegel
aufweisen.

Abb. 234. Ein sog. kleiner (links im Bild) und ein großer
Lymphozyt (rechts), die sich deutlich in ihrer Kern-Plasma-
Relation unter~cheiden. Während die klei nen Lymphozyten
nur einen sehr schmalen, oft kaum erkennbaren Zytoplasma-
saum besitzen, finden sich im blaß gefärbten Zytoplasma der
i. a. a ktivierten, grollen Lymphozyten feinste sog. Azurgranula.
B- und T-Lymphozyten sind im klassischen Blutausstrich nicht
voneinander zu unterscheiden.

Abb. 235. Monozyt mit großem , immer eingedelltem Kern,


der nie rund wie bei den großen Lymphozyten ist (Unterschei-
dungsmerkmal), jedoch auch nicht in allen Fällen eine boh-
nenförmige Gestalt aufweist. Im meist taubengrauen Zyto-
plasma lassen sich feine azurophile Granula darstellen.
235

113
Erythrozyt und Neutrophiler- Elektronenmikroskopie

Abb. 236. Verschiedene Anschnitte durch


Erythrozyten in einer Vene der Wand eines
Bronchiolus des Menschen. Die ausgereiften
Erythrozyten sind homogen mit liämoglobin ge·
füllt; Organellen fehlen, die Zellmembran ist bei
dieser Vergrößerung nicht erkennbar. Zwischen
den Erythrozyten ausgefällte Bluteiweiße. Ge·
sarntvergr. 8800fach.

Abb. 237. Intravaskulärer neutrophiler Granu·


loz.yt des Menschen. Beachte den segmentierten
Kern, dessen ei nzelne Segmente über dünne
Kernabschnitte ("Kernbrücken" , -+) verbunden
sind. Im Zytoplasma herrschen relativ kleine, oft
längliche Granula vor, unter denen zwei Typen
unterschieden werden: a) einzelne größere azuro-
phile (= primäre) Granula, die Lysosomen ent-
sprechen und saure Hydrolasen, Myeloperoxi-
dase, kationisches Protein, Defensine u.v.a. ent-
halten, und b) zahlreiche kleinere spezifische
(= sekundäre) Granula, die keine klassischen
Lysosomen sind und Laktoferrin, Vit.-8,,-bin-
dende Proteine u.v.a. e nthalten. Im Zytoplasma
sind weiterhin die typischen Zellorganellen und
relativ viele Glykogenpartikel erkennbar. Vergr.
11 760fach.

237

114
Eosinophiler und Basophiler - Elektronenmikroskopie

Abb. 233. Eosinophiler Granulozyt in der La-


mina propriades Magens des Menschen; die zwei
Kernsegmente ( *), deren Verbindung außerhalb
der Schnittebene liegt, sind angeschnitten. Be-
achte die großen plumpen Granula , die vielfach
ein dichtes Zentrum mit kristalloider Struktur
haben (-+ ). Diese Granula entha.lten ein
argininreiches Protein mit Histaminase-Aklivität
(= major basic protein) u.v.a. Im Zytoplasma
wurden Neutoxine sowie das Charcot-Leyden-
Kristall-Protein nachgewiesen. 1 Anschnitt einer
Plasmazelle. Vergr. 15 285fach.

Abb. 239. Intravaskulärer basophiler Granulo-


zyt des Menschen. Beachte die Kerngestalt und
die großen Granula (-+) mit feingranulärem In-
halt in unterschiedlicher Packungsdichte. 1 En-
dothel. Die Granula enthalten u.a. Histamin,
Heparin. neutrale Protease, neutrophilen chemo-
taktischen Faktor und eosinophilen anaphylakti- I!Jm
sehen chemotaktischen Faktor. Vergr. 13 OOOfach.

115
Monozyt und Lymphozyt - Elektronenmikroskopie

Abb. 240. Intravaskulärer Monozyt des Men-


schen. Monozyte n sind die grö13ten Leukoz}1en
(Durchmesser im Ausstrich 16- 20 ~tm) und besit·
zen meist einen kennzeichnenden bohnenförmi-
gen Kern. Die Organellen des Zytoplasma.~, vor
al.lem Golgi-Apparat, RJ:: R und Mitochondrien,
sind gut entwickelt; im Golgi-Apparat entstehen
längliche elektronendichte Granula (-+, azuro-
phile Granula der Lichtmikroskopie), die Lyso-
somen entsprechen und die Lysozym, saure Hy-
drolasen, Enzyminhibitoren u.v.a. enthalten. Die
Monozyten entwickeln sich außerhalb der Blut-
bahn, in der sie sich nur 12--24 Stu nden aufhalten,
zu Makrophagcn. Vcrgr. 12006fach.

Abb. 241. Intravaskulärer kleiner Lymphozyt


des Menschen. Beachte, daß das Z ytoplasma nur
wenig Organ ellen enthält.-+: Mitochondrien; das
Heterochromatin des Kerns (1) ist überwiegend
in der Kemperipherie. aber auch im Keminnem
verteilt; 2 Erythrozyl. Vergr. 13500fach.

116
Thrombozyten - E lektronenmikroskopie

Abb. 242 a) Aggregat von Thrombozyten (Blut·


plättchen) in einer Hirnvene des Menschen. Die
Thrombozyten entstehen durch Abschnürung
von Zytoplasmaarealen der Megakaryozyten (s.
Abb. 243 und 246). In ihrem Ionern kommen un-
terschiedliche Granula vor. Diese enthalten beim
Menschen verschiedene Proteine (von-Wille-
brand-Faktor, Fibronektin, Thrombospondin,
den Blutplättchen-Wachstumsfaktor = PDGF) in
den a -Granula und Serotin, ADP, Kalzium u.a. 8
in de n k leinen sehr dichten Oranula. Zusätzlich
korrunen einzelne Mitochondrien, typische Lyso-
somen und Glykogen (~) vor. Die genannten
Strukturen im Ionern bilden das sogenannte Gra-
nulomer; der schmale periphere Zytoplasma -
saum wird Hyalomer genannt; in ihm finden sich
schlauchförmige EinstUlpungen der Zellmem-
bran (auf der Abbildung mehrfach als Anschnit-
te: helle Vesikel). Die aggregierten Thrombo-
zyten bilden schlanke FOßeben aus (* )- Vcrgr.
23623fach. b) Quergetroffener intravaskulärer
Thrombozyt; in der Peripherie der scheibchen-
förmigen Thrombozyten verläuft ein BOndei Mi -
krotubuli (ll>-). Vergr. 40770fach. b

117
Rotes Knochenmark und Retikulozyten

••

'

Abb. 244. Blutzellbildendes (rotes) Knochenmark, Mensch.


Das blutzellbildende Gewebe liegt in von Knochenbälkchen
begrenzten Räumen und enthält neben den proliferierenden
und ausgereiften BluUellen vor allem Fettzellen und Sinus
(50-75 IJlll weite dünnwandige Blutgefäße). Bei niedriger Ver-
größerung fallen v.a. Mega.karyozyten, Stadien der Eosinophi-
tenentwicklung und die Zellen der Erythropoese auf. Letztere
bilden oft Zellnester und besitzen rundliebe dichte Kerne. Fär-
bung: Giemsa; Vergr. 200faeh.

Abb. 243. Rotes Knochenmark der Ratte, elektronenmikro·


skopisches Präparat. 1 Megakaryozyt mit stark gelapptem
Kern, von dem zwei Lappen (* ) angetroffen sind; aus dem
Megakaryozyten gehen durch Abschnürung peripherer Zyto-
plasmaanteile die Thrombozyten hervor. :Z unreife Eosinophi-
le; 3 noch kernhaltige Zellen der Erythropoese; 4 weitgebend
ausgereifte Erythrozyten ohne Kern; 5 Knochenmarksinus mit
dünnem Endothel. Vergr. 2840rach.
243

118
Rotes Knochenmark

A011~rtwt' t I ~Pd
~ >(ln Fty.."lf<"Qsloln
245

Abb. 245. Schematisierende Zeichnung des menschlichen


Knochenmarks mit Gitterfasergerüst Die Stammzellen (Hä-
mozytoblasten) aller Blutzellen sind morphologisch noch nicht
sicher identifizierbar, ähneln aber wo hl mittelgroßen Lympho-
zyten (aus Patzelt, 1948). Färbung: H. E., komb. mit Versilbe-
rung. Vergr. ca . 1200fach.

Abb.246. Blutzellenbildendes Knochenmark, Mensch. Die


unregelmäßig gelappten Kerne der Megakaryozyten sind poly-
ploid. Unter den zahlreichen, verschieden weit differenzierten
Vorstufen der Blutzellen sind die Normoblasten (Erythropoe-
se) an ihrem dichten Kern gut erke nnbar. Bei der Identifizie-
rung der Stadien der Granulozyten helfen Kernmorphologie
und Granulation. Fär bung: Giemsa; Vergr. 500fach. """~,

246 t.)n!O<"lLll-'"' E06l!l0tll'*" 1.~1 ~

119
Lymphatische Organe- Tonsillen

Die lymphatischen Organe sind wesentlicher Bestandteil des Immunsystems. Es lassen sich primäre und sekund äre lympha·
tische Organe unterscheiden. Thymus und Knochenmark sind primäre lymphatische Organe; im Thymus reifen die T-Lympho-
zyten (= T·Zellen), im Knochenmark die B-Lymphozyten (= B·Zellen). Zu den sekundären lymphatischen Organen zählen
Milz (gibt Immunantworten auf Anrigene. die im Blul zirkulieren), Lymphknoten (antworten auf Antigene. die in die Lymph·
gefäßeeingedrunge n sind) und die Schleimhaut·(Mukosa)assozücrten lymphatischen Organe (Tonsillen, Peyersche Plaques
u. a., antworten auf Antigene, die Uber Schleimhautoberflächen in den Körper eindringen).

~U?. Tonsilla palatina (= Gaumen·


mandel). deren mehi'1Chichtigcs. unver-
bomtes Plattenepithel tiefe. verzwe•gte
Einsenkungen (= Krypten) bildet, die von
lymphallSGhem Gewebe mit zahlreichen
lympbatiJchcn Sekundlrfollikcln untcrla·
gert werden. Flrbung; H. E.; Vergr. Sfaeb.

247

Abb. 248. Ausschnitt aus der Kryptenwand einer Tonsilla


palatina des Menschen. Das mehrschichtige, unverhomte Plat-
tenepithel ist als zusammenhängender Zellverband auf zwei
bis drei düune Zellagen rcduz.iert, im übrigen infolge Durcb-
setzung mit Lymphozyten tu einem lockeren, netzfönnigen
epithelialen Zellverband transformiert worden. Unter diesem
erkennt man den Anschnitt eines Sekundärfoll ikels mit Ra.nd·
wallund Reaktion~-zentrum. Färbung: H. E.; Yergr. 150fach.

120
Lymphatische O rgane - Tonsillen

250

Abb.249. Die Tonsilla Ii ngua lis (sog. Zungenbälge) hat we-


niger verzweigte und kürzere Krypten als die Gaumenmandel
und ist außer von der Zungenmuskulatur von zahlreichen,
überwiegend mukösen DrUsen unterlagert (wichtiges Unter-
scheidungsmerkmal). Skelettmuskulatur findet sich auch unter
der TonsiUa palatina. Färbung: Azan; Vergr. l2fach.

Abb. 250. Detailvergrößerung der in der vorhergehenden


Abbildung mit einer Hinweislinie markierten Krypte. Das
Epithel der Kryptenwand ist zu einem netzförmigen Zellver-
band aufgelöst, in den Lymphozyten eingedrungen sind. Unter
dem Epithel erkennt man einen Sekundärfollikel mit deutli-
chem Reaktionszentrum und Randwall, dessen oberflächen-
nahe Wand kappenförmig verdickt ist. Das Reaktionszentrum
ist in eine belle (oberflächenzugewandt, mit Zentrozyten) und
eine dunkle (oberflächenabgewandt, mit Zentroblasten) Zone
gegliedert. Zentroblasten und Zentrozyten sind aktivierte B- 251
Lympho~yten, die ~ich entweder zu Plasmazellen oder Ge-
dächtniszellen differenzieren. Im Reaktionszentrum kommen
außerdem vor: Makrophagen , follikuläre dendritische Zellen
(Antigenpräsentation), fibroblastische Retikulumzellen und
T-Helferzelleu. Färbung: Azan; Vergr. 96fach.

Abb. 251. Tonsilla pbaryngea (Rachenmandel) eines Kindes.


Das Oberflächenepithel (-+)ist zumeist ein mehrreihiges Flim-
merepithel mit Becherzellen (respiratorisches Epithel). Ra-
chenmandeln sind nur bei Kindern gut ausgebildet. (* ) sekun-
däre Lymphfollikel. Färbung: Azan; Yergr. 50fach.

Abb. 252. Too$illa pharyngea ( Rachenmandel) eines Kindes.


Das Oberflächenepithel (-+) ist zumeist ein mehrreihiges Flim-
merepithel mit Becherzellen (respiratorisches Epithel), kann
aber auch lokal ein mehrschichtiges unverhomtes Platten-
epithel sein.
252

121
Lymphatische Organe - Milz

~ .........
l~'ll!t>-
scn.dt IMztllllo., (Tr.,...,
Die Dirrerentialdiagnose der regelmäßig in Histologiekur- I
sen gezeigten lymphatischen Organe Milz, Lymphknoten
und Thymu.s richtet sich u. a. nach der Gliederung des
Organs in Mark und Rinde (diese zeigen Lymphknoten
und Th)•mus) und nach dem Vorkommen eines subkap-
sulär gelegenen Lymphraums, des sog. Randsinu.s, der nur
dem Lymphknoten eigen ist. Die Milz ist außer durch ihre
fehlende Mark-Rinden-Gliederung und den fehlenden
Randsinus durch die G liedcrung in rote und weiße Pulpa
gekennzeichnet, letztere besteht aus periartcriellen
Lymphozytenscheiden (PALS, T-Lymphozyten-Region)
und Milzknötchen (Malpighische Körperchen, 8 -Lympho-
zyten-Region). Das Grundgewebe von Milz und Lymph-
knoten ist ein Bindegewebe, das des Thymus ein Epithel.

Abb. 253. Übersicht Uber einen kapselnahen Bereich der


Milz (Mensch) mit Milzknötchen (Malpighische Körperchen).
Diese im Querschnitt rund-uvalen , i. a. mit einem Reaktions-
zentrum versehenen Aggregate von Lymphozyten sind die 13-
Lymphozyten-Regionen der Mi lz. Die T-Lympho:cyten-Regio-
nen sind die LymphoZytenscheiden (ohne Reaktionszentrum)
der oft exzentrisch gelegenen Zentralarterien (periarterielle
Lymphozytenscheiden). Milzknötchen und pcriarterielle Lym- I
I. .• not::Mt'l
pho-tylenscheiden bilden in ihrer Gesamtheit die weiße Pulpa 1MIPV'-'oc IIIJtr»CffiIJ
der Mil~ Die bindegewebige Kapsel (bei manchen Säugem, 253
z. B. Katzen, enthält sie reichlieh glatte Muskulatur) setzt sich
in Form der gefäßführenden Trabekel allseits in das Organin-
nere fort. Die erythrozytenreiche rote Pulpa enthält Jvlilzsinus
und Pulpastränge. Färbung: lläm.-Chromotrop; Verg. 24fach.

Abb. 254. Schematische Darstellung des Blutkreislaufs


durch die Milz des Menschen. Beachte die Ummantelung der
Zentralarterien durch dicht gelagerte Lymphozyten. Diese
bauen die weiße Pulpa auf, die aus periarterieller Lympho-
zytenscheide (PALS, enthält T-Lymphozyten) und Milzknöt-
chen (Lympbfollikel, enthalten B-Lymphozyten) besteht. Die
HOlM Hülsen setzen sich vorwiegend aus Makrophagen und reti-
kulären Fasern zusammen. Die Marginalzone ist eine zellrei-
Penlcißus ehe Übergangszone zwischen weißer und roter Pulpa. in der
viele arterielle Gefäße offen enden. Die rote Pulpa besteht a us
Pulpasträngen (Billrothschen Strängen) und den Milzsinus
(venösen Blutgefdfkn). Die Endabschnitte der Zentralarterien
verzweigen sich zu pinselförmigen Gebilden (Penicilli), die
aus bis zu 50 kleinen Arteriolen bestehen. Ein Teil der kleinen
Arterien mündet offen in den Pulpasträngen, ein kleiner Teil
wohl direkt in die Sinus. Die Sinus sammeln sich in Pulpa-
venen, die über die Balkenvenen die Milz verlassen. (Nach
Leonhardt, 1990.)
254

122
Lymphatische Organe- Milz, Lymphknoten

-
·= _......

-
255 256

Abb. 255. Schematische Darstellung eines Milzsinus . .Die Abb. 256. Rote Pulpa der Milz des Menschen. Beachte die
Wand besteht aus längsverlaufenden Endothelzellen, zwischen zahlreichen, sich z. T . verzweigenden Milzsinus, in deren Lu-
denen Lücken auftreten, durch die normale Erythrozyten von men Erythrozyten erkennbar sind. Zwischen den Sinus zell-
außen (aus dem ßindegewebe der Pulpastränge) in den Blut- reiche (darunter Erythrozyten) Stränge retikulären Binde-
strom zurückwandern. Atypisch geformte und gealterte gewebes sowie einzelne kollagenfaserreiche Trabekel (blau
Erythro-qteo vermögen nicht durch diese Lücken zu wandern gefärbt). Färbung: Azan; Gesamtvergr. 200fach.
und werden von Makrophagen abgebaut. Außen werden die
Endothelzellen von Basalmembranstreifen bedeckt, denen Fortsätze von fibroblastischen Retikulumzellen und :z. T . auch Kolla-
genfibrillen anliegen, die ansonsten im retikulären Bindegewebe der Pulpastränge ein Maschenwerk aufbauen.

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Abb. 257. Lymphknoten, schematisch in 4 Sektoren (I- IV) gegliedert, deren Komponenten aber im ganzen Lymphknoten in glei-
cher Weise entsprechend verteilt sind. I Mit B- und T-Lymphozyten assoziierte Strukturen; 11 Makrophagen und antigenpräsen-
tierende Zellen (APC• ): dendritische Zellen präsentieren den B-Lympho:zyten, interdigitierende Zellen den T -Lymphozyten die
Antigene. 111 Mikrozirkularion; IV Follikel und fibroblastische Retikulurnzellen. In den hochendothelialen Venolen emigrieren
LymphO'tyten aus dem Blutstrom.
• Die Terminologie der APC muncinbeitlich. Die den B·L)mphozytcn zugeordneten APC beißen im dcut5Cbcn Scluifttum oft dcndritUchc (RetilcuJum.)Zcllen, in
lc121er Zeit oll aueb folliku!Gr.: dendritische Zellen (fDC). Die den T·Lymphoeylen ~neten APC werden oft interdigitierend<:: Zellen, in der Hauttraditionell
l.angerban>-Zellen genannt. Sie hei&n neuerdin~ dendritiSChe Zellen, z.T. auch interdigitiercnde dendritische Zellen (IDC).

123
Lymphatische Organe - Lymphknoten

Abb. 259. Ausschnittvergrößerung der Randzone eines


menschlichen Lymphknotens. An die Kapsel (rechts im Bild)
mit mehreren kleinen Blutgefäßen grenzt der schmale, hier mit
Lyn1phozyten angefüllte Randsinus. ln der anschließenden
Rinde ein deutlicher Sekundärfollikel mit Reaktious-(Keim-)
zentrum. O as Mark ist durch das Auftreten großer Lymph-
räume (= Marksinus) sowie die weniger dicht gelagerten
Abb. 258. Lymphknoten, Mensch, Übersicht, mit breitem, Zellen charakterisiert. Färbu.ng: Azan: Vergr. 95fach.
subkapsulär gelegenem Randsinus, dessen Lichtung von Aus·
Iäufern der faserbildenden Retikulumzellen und Gitted asem Abb. 260. Lymp hknoten des Menschen. Tmmunhisto-
durchzogen wird und wechselnd e Zahlen von Lymphozyten chemische Anfärbung der B-Lymphozyten. die vorwiegend in
enthält. Die Sckundäd ollikel (das sind Lymphknötchen mit den Lymphfollikeln vorkommen (C0-20-Antikörper). Vergr.
einer zentmlen Aufhellung, dem sog. Reaktionszentrum) IOOfach.
kommen praktisch nur in der sehr zellreichen und daher stark
gefärbten 'Rinde vor; sie entsprechen der B·Lymphozyten- Abb. 261. T -Lymphozyten, die vorwiegend in der Rinde des
Region der Lymphknoten. Die lymphozytenreichen Areale Lymphknotens zwischen den Follikeln sowie im Reaktions-
zwischen und unter den Follikeln sind die T ·Region (parakor· zentrum der Follikel nachweisbar sind (CD-45-RO-Antikör-
tikale Z one). Im Mark finden sich vorwiegend lymphozyten- per). Die T -Lymphozyten im Reaktionszentrum sind CD-4-
und plasmazellreiche Markstränge sowie die Marksinus. Fär- positive T-Helferzellen. Präparate Prof. Dr. med. E . Kaiser-
bung: H. E:. Vergr. 18fach. ling, Patholog. Inst. Univ. TUbingen. Vergr. IOOfach.

I
I
I
I
I
260 L~

124
Lymphatische Organe - Thymus

Der Tbymus ist in Läppeben gegliedert, deren mikroskopi-


sche Struktur durch Differenzierung in Mark und Rinde
sowie durch Vorkommen von Hassallsehen Körperehen
gekennzeichnet ist. Er )vird von einem Grundgerüst aus
verzweigten E pithel7.ellen aufgebaut, in dessen sehr weite
Interzellularräume unterschiedlich differenzierte T-Lym-
phozyten eingelagert sind.

Abb.262. T hymus, Mensch, Kleinkind. Die Anschnitte


durch drei Thymu~l äppehen lassen deren Gliederung in lym-
phozytenreiche (Thymozyten, T-Lymphozyten) Rinde und
weniger Lymphozyten enthalte ndes Mark gut erkennen. Die
verzweigten und he terogenen 11tymusepithelzellen mit ihrem
relativ großen unrege lmäßig gestalteten Ke rn. die das Grund·
gerüstdes Thymus aufbauen, sind bei niedriger Ve rgröße rung
kaum zu unterscheiden. Plastikschnitt. Färbung: H.E.; Ve rgr.
40fach.

Abb. Ui3. Beim Thymus des Erwach.s enen hat sich das spezi-
fische Tbymusgewebe zu einem großen Teil zurückgebildet
(Thymusrestkörper) und besteht vorwiegend aus Markgewebe
( 1) , dem lokal Rindengewebe (2) anliegt. In den verbleiben-
den Marksträngen Hegen auffallend große Hassallsehe Kör-
perehen (3) mit verhornenden Plattenepithelzellen und z.T.
schollig zerfallendem lnhalt. Das Bindegewebe, welches das
Thymusgewebe umgibt, breitet sich aus und wandelt sich in
Fettgewebe (4) um. Der Vo rgang der Ausbreitung des Perlge-
webes auf Kosten des Thymusgewebcs wird lipomalöse Atro-
phie genannt Färbung: Häm.-Chromtrop; Vergr. SOCac.h.
263

Abb. 264. Thymusmurk mit kleinen Hassallsehen Körper-


ehen (-+) bei einem Kind. Im Thymusmark könn en sich die
entodermalen Epithelzellen zwiebelschalenförmig ume inan-
derlagem, dabei verhornen. degenerieren und so die Hassal l-
scben Körperehen bilden, deren Funktion noch unbekannt
ist. (~ ) Epithelzellen. Plastikschnill, Färbung: H. E.; Vergr.
500fach.
264

125
Gefäßsystem - Arterien elastischen Typs

-. \
\
\
-- --
\ ~:-;..---

Abb. 265. Sektor eines totalen Aortenquerschnitts (Aorta thoracica. Mensch), mit einer Blastikafärbung (Orcein) gefärbt. Zur
Demonstration der typischen Wandschichtung einer Arterie in: 1. Intima, 2. Media und 3. die äußere, bindegewebige Adventitia.
Die Ausbildung der Lamina elastiea interna und externa ist bei Arterien des elastischen Typs (dazu gehören außer der Aorta alle
großen herznahen Schlagaderabschnitte) weniger deutlich als bei denen muskulären Typs (vgl. Abb. 272). Die glatten Muskel-
zellen innerhalb der Media sind hier nicht gefärbt und daher auch nicht als solche erkennbar. Färbung: Oreein; Vergr. 60fach.

Abb. ~. Aorta, Mensch. Die hier relativ breite Intima trägt


innen ein Endothel und enthält u. a. einzelne glalte Muskelzel-
len und freie Zellen. Die breite Media erscheint bei niedriger
VergröBerung recht homogen und besteht vor allem aus glat-
ter Muskulatur, elastischen Fasern und Lamellen (leicht ge-
wellt, hier rot), Kollagenfasern und Proteoglykanen. Färbung:
H. E.; Gesamtvergr. IOOfacb.

126
Gefäßsystem - Herznahe Arterien und Venen

267
268

Abb. 267. Media der Aorta bei höherer Autlösung mit kom -
binierter Zell- und Elastikafärbung zur Demonstr ation der
sog. elastisch-muskulösen Systeme. Diese entstehen durch
Verankerung der glanen Muskelzellen an den zwischen ihnen
gelegenen elastischen Membranen der Media, deren Span-
nungszustand sie d urch ihre Kontraktion regulieren können.
Färbung: Resorcin-Fuchsin/Azokarmin-Naphtholgrün; Vergr.
240fach.

Abb. 268. SemidUnnschnin (Scbnirtdiclce: lJ!m) eines Wand-


sektors der A. carotis inle ma vom Schwein zur Demonstra-
tion, daß der Abstand zwischen den Vasa vasorum und der
äußersten Schiebt glatter Mediazellen annähernd gleich groß
(oft sogar größer) ist wie die Entfernung vom Lumen zur
Media-Adventitia-Grenze. Vasa vasorum fehlen selbst in der
Media großer Arterien. Die Sauerstoffversorgung wird infolge
des hoben pO, sehr viel besser vom Lumen her erfolgen als 269
über kapillare Vasa vasorum. Färbung: Methylenblau-Azur II
und Safranin; Vergr. 'l20fach.

Abb. 269. Ge{rierschnill (quer) von einer A. carotis externa


vom Schwein aus einer Versuchsserie zur E rfassung der Früh-
phasen der Athe.-osklerose. Die Intima ist verdickt und zellrei-
cher als normal. Viele eingewanderte Makrophagen (Schaum-
zelle n) haben orange gefärbtt: Lipidtröpfchen phagozyt.iert.
Färbung: Sudan IIJ und Hämatoxylin; Vergr. 150faeb .

Abb. 270. Übersicht eint:s vollständigen Wandausschnittes


der unteren Hohlvene (V. cuva inferior; Mensch). Tm Vergleich
zur Aorta fällt die wesentlich lockerere Struktur besonders der
Media auf, die durch ein breites Bindegewebslager (subintima-
les Bindegewebe, hier grOn gefärbt) von der Intima getrennt
ist. Letztere besitzt dicht unter ihrem Endothel verlaufende,
zarte Züge glatter Muskelzellen (tiefrot gefärbt). Färbung: Re-
sorcin-Fuchsin/Azokarmin -Naphtholgyün; Vergr. 95fach.
270

127
Gefäßsystem - Arterien muskulären Typs und Begfeitvenen

• Abb. 27L •n4 m. GegenObe~ellung H. E.-


•• ....
• •
und EIMUita-gcfllrbter Quenehnittc derselben
Arterie vom muskullren Typ mit ihrer Begleit-
271 vene zur OemonStlation ihres untencluedhcben
Wandbauei. Charakteristisch und damit als dir-
rerentialdiagnMtisches Kriterium verwertbar ist
vor allem die Strultur der Media, die t11 den Ar·
tericn aus dichtgepackten Lagen glau er Muskel-
zellen be.steht, bei den Venen dagegen sehr viel
lockerer gelUgt Ist und daher auch sehr viel mehr
bt11degewebige Elemen te {kollagene und elasti·
sehe Fuern) enthliiL Die Lamina elastica Interna
ist bet typischen Ar1erien zwar sehr viel deutli-
eber ausgeprägt als in den korrespondterendeo
Venen (besonders klar bei Elastika-Flrbungen
hervo ruetend). kann aber auch bei letzteren
vorhanden sein. Fllrbung; H. E . {Abb. 271) und
Resorcin-Fuchsin {Abb. 272): Vergr. 65rach.

128
Gefäßsystem- Terminale Blut- und Lymphgefäße

*


Abb.273. Blutge fäße(-+) in der Wand einer Zisterne der
Milchdrüse eines Rindes. Immunhistochemischer Nachweis
(Braunfärbung) des Aktins, der nicht nur die glatte Musku-
latur der Gefäße, sondern auch Myoepithelzellen in den Al-
veolen d~s Drüs~ngewebes (II>-) und frei im Bindegewebe vor-
kommende glatte Muske lzellen (* )spezifisch sichtbar macht.
Vergr. l50fach.
273

Abb.274. Kleine Arterie, Vene sowie Lymphgefäß aus der


Dickdarmwand des Menschen. Beachte die kompakte Wand
der Arterie, die hier aus 2-3 Lagen glatter Muskulatur und
Endothel besteht. Die Vene, die die Arterie begleitet, ist deut-
lich größer, ihre Wand ist dagegen dünner und lockerer ge-
baut: Die Wand der kleinen Lymphgefäße besteht nur aus
Endothel. Plastikschnitt. Färbung: H. E.; Vergr. 200fach.
274 At:;;r.,

I,

Abb. 275. Zwei Lymphgef1iße (L) in der Serosa des Dünn-


darms des Menschen. Die kl einen Lymphgefäße, wie auf die-
ser Abbildung zu sehen, sind nur durch ein sehr dünnes konti-
nuierliches End othel gegen d as umgebende Bindegewebe ab-
gegrenzt. Oft sind lediglich die flachen Zellkerne des Endo-
thels(-+) erkennbar. Färbung: H.E.; Vergr. 500fach.
275

129
Terminale Blutgefäße - Elektronenmikroskopie

S~m

276

Abb. 276. Schrägschnilt durch eine Arteriole aus dem Mesenterium der Ratte mit typischer Dreischichtung ihrer Wand: (1)
E ndothel und unterlagemde Lamina e lastica interna = Intima; (2) eine einschichtige Lage glatter Muskelzellen bildet die Media,
der sich außen die bindegewebige Adventitia (3) anschließt. Letztere enthält Bündel markloser Axone (A) und wird gegen das an-
grenzende interstitieUe Bindegewebe durch schleierartige, lange Ausläufer von Fibrozyten (F) abgegrenzt. Beachte die basalen
Endothel.,filße" (.,. ), die die Lamina elastica interna durchdringen, um mit den Mediazellen typische myo-e ndotheliale Kontakte
einzugehen (vgl. dazu auch Abb. 50). Gesamtvergr. 3200facb.

Abb. 277. Quernchnitt einer Kapiliare vom kontinu.ierlichen Typ aus der Subkutis des Kaninchenohres, die fast vollständig von
dem schla nken Auslll u(er eines Perizyten (3) umgriffen wird. Die Kapillarwand ist im Anschn itt aus zwei Endothelzellen aufge-
baut. I m Kapillarendothel stelle nweise gruppierte Vesikelund Vakuolen sowie Anschnitte e inzelner Mitochondrien. Im Zyto-
plasma des Perizyten erkennt man neben dem großen Kern und den Mitochondrien vor allem ein gut entwickeltes raues endo-
plasmatisches Retikulum sowie zahllose freie Ribosomen. 1 Zellkontakte (Zon ula occl udens); 2 cndotheliale Ba~allamin a (.,. ).
Gesamtvergr. 27 500fach.

Abb. 278. Quergeschnillene Kapillare vom kontinuierlichen Typ aus dem Herzmuskel eines Meerschwe inchens. Die dünn en
Anteil e des Endothels enth alten Caveolae und viele pinozytische Vesikel (.,.),die in F!Ussigkeit gelöste Partikel durch das Endo-
thel transportieren. Die zytoplasmareicheren Endothelbezirke entbahen u.a. Mitochondrien. Der -+ markiert einen Zellkontak t
(Zonula occludens). (* ) Herzmuskelzellen. Vergr. 16020fach.

130
Terminale Blutgefäße - Elektronenmikroskopie

278

131
Terminale Blutgefäße- Elektronenmikroskopie

279

Abb. 279. Querschnitt durch eine Kapillare vom fenestrierten Typ aus einer Langerhanssehen Insel des Pankreas der Ratte. Ein
Großteil der Endothelzellen dieser Kapillaren ist extrem abgeflacht und wird hier, ähnlich wie eine Siebplatte, von zahllosen, sehr
regelmäßig veneilten Feuestrationen (1) durchsetzt. Diese "Fenster" sind kreisförmige Öffnungen eines mitderen Durchmessers
von 60- 80 nm, die durch eine äußerst zarte extrazelluläre Membran, das Diaphragma, verschlossen werden (Einzelheiten s. Abb.
280 b). Der kernhaltige Abschnitt des E ndothels enthält u. a. ein Golgi-Feld (2). 3 Teile endokriner Inselzellen; 4 kapilläre Ba-
sallamina. Gesamtvergr. 16 OOOfach.

Abb.280. o, b) Längsschnitt durch eine postkapilläre Venole aus einem Skelettmuskel (M. soleLL~) der Katze, in deren Wand das
Endothel eines in sie einmUndenden venösen Kapillarschenkels zu erkennen ist (Region im Kasten rechts unten). Letzteres unter-
scheidet sich vom übrigen Venolenendothel durch seine Flachheit und die dort vorhandenen Fenestrationen.
b) Die höhere Auflösung des in (a) eingerahmten Wandsektors zeigt deutliche, von einem Diaphragma verschlossene Fencstra-
tion (-+). Gesamtvergr. 3500· und 38 Oootach.

Abb. 281. Übersichtsaufnahme eines Lymphgefäßes reio eodotbelialen Wandbaus aus der Submukosa der Trachea einer Maus.
Das schleierartig dünne Endothel zeigt den charakteristischen geschlungenen Verlauf und Oberragt die Einmündung einer
Lymphkapillare (* ) in Form einer Klappe, deren Segel (I ) einfache endotheliale Faltenbildungen darstellen. Gesamtvergr.
2800fach.

132
Terminale Blut- und Lymphgefäße - Elektronenmikroskopie

280a

280b

281

133
Verdauungsapparat: Mundhöhle- Lippe

Abb. 282. Die Lippe gehört zu jenen Regionen, die u.a. durch den Übergang (Wechsel) ihres Oberflächenepithels charakterisiert
sind. In einem Sagittal.schnitt erkennt man, daß hier ein typisches Hautepithel mit Anhangsgebilden wie Haaren, Schweiß- und
Talgdrüsen im Bereich des Lippenrots in ein mehrschichtiges, unverhorntes und drüsenfreies Plattenepithel wechselt, dem sich
mundhöhlenwärts ein von Drüsenpaketen (Oll. labiales) unterlagertes Plattenepithel der feuchten Form anschließt. Die Schleim-
hautdrOsen sind gemischt seromukös. Der zentrale Gewebssockel der Lippe wird zum großen Teil durch die im Sagittalschnitt
quergeschnittenen Fasern des M. orbicularis oris eingenommen. Z ur Differentialdiagnose derartiger Regionen s. Tabelle I I. Fär-
bung: H . E.; Vergr. 8fach.

Abb. 284. 11) Bei stärkerer Vergrößerung erkennt man, daß das glockenförmige Schmelzorgan aus einem der bindegewebigen
Zahnpapille zugewandten inneren Schmelzepithel (es differenziert sich später zu den Adamantohlaste n und bildet den Schmelz)
und einem an das umgebende Mesenchym grenzenden äußeren Epithel besteht. Zwischen beiden befindet sich die aus verzweig-
ten Zellen bestehende Schmelzpulpa. Bei dieser handelt es sich um ein sog. epitheliales Retikulum, da es au.~ einem ursprünglich
soliden Epithel hervorgeht, dessen Zellen durch Vermehrung der interstitiellen Flüssigkeit auseinandergedrängt und zu sternför-
migen Elementen verformt werden, die nur noch mit ihren Ausläufern zusammenhängen und so ein net7.artiges Schwammwerk
bilden (Milchzahnanlage eines menschlichen Foeten, 4. bis 5. Monat). Färbung: H.E.; Vergr. 40fach.
b) Ausschnitt aus der Spitze einer Zahnanlage (menschlicher Foet, mens VI) mit Beginn der Schmelz- und Dcntinbildung. Die aus
dem Mesenchym der Zahnpapille entlang ihrer Kontaktfläche zum inneren Schmelzepithel entstehenden Odontohlasten bilden
ein zunächst unverkalktes Prädentin, in dem lange, verzweigte Ausläufer der Odontoblasten (= Tomesscbc Fasern, vgl. Tabelle 8)
verbleiben. Zwischen den Odontoblasten der Za!Uipapille und dem inneren Schmelzepithel befindet sich eine durch feine Kolla-
genfibrillen verstärkte Basalmembran (Membrana praeformativa). Die Adamantoblasten besitzen einen nur kurzen Tomesseben
Fortsatz, in dessen Bereich die Schmelzprismen abgeschieden werden.

134
Mundhöhle - Zähne

ZIIIWt!tSte

Abb. 283. Frontalschnitt durch die Schnauzenregion eines


Schweinefoete n. Sowohl in der Ober· als auch der Unterkie-
ferregion (Knochenbälkchen intensiv blau gefärbt) erkennt
man Zahnanlagen in verschiedenen Entwicklungsstadien,
oben vor allem als Zahnleiste (besonders deutlich auf der
rechten Bildseite), unten schon als Zahnglocke mit Schmelz-
organ und Zahnpapille. Färbung: Azan; Vergr. 9,5fach. z~

TCWIJeS:O'JO ~
.oldlM!is S:J••dzt.P'11d m: SctwtiOQ':>lSI'IIOYl
I
I

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Zarn/t:mi/1
tftl:l SdW I 10111 ()DM!

284b

135
Mundhöhle - Zähne

28Sa 28Sb

Abb. 285a. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme ei- Abb. 285b. Rasterelektronenmi kroskopische Aufnahme ei-
ner Bruchfläche durch die Schmelzkappe eines Prämolaren des ner Bruchfläche durch d as Dentin eines humanen Prämola-
Menschen. Gut erkennbar ist, daß der Schmelz aus schlanken ren. Die -+ weisen auf die Dentinkanälchen, in welchen die
Schmelzprismen (-+) aufgebaut ist. Die Prismen verlaufen leicht Tomesseben Fasern verlaufen. ( * ) verkalktes Dentin. Vergr.
gewellt und sind durch interprismatischen Schmelz (II>) mitein- 2600fach.
ander verkillet Die Schmelzoberfläche wird von einer homo-
genen Schmelzschicht gebildet (* )- Vergr. 1400fach.

.
·····~·" ·· ~-
Sc:htlletz
ReaiUSSChl S•rwen
HuMoN·Sd'l ~ ICIIe St-ellung
SuiCUI Qlfli!Nall&

Abb. 286. Zahnhalteapparat und Zahnfleisch (Gingiva),


das dem Alveolarknochen fest anhaftet (Pars fixa gingivae)
und oberhalb der Alveolen den Zahnfleischsaum (Pars libe-
ra gingivae) bildet. Das Gingivaepithel ist ein unverhorntes,
F, cuculeret z.T. aber auch verhorntes Platlenepithel. Das Saumepithel
F. demo- ist der Teil des Gingivaepithels, der die Anheftung an den
gnoo~•• Schmelz (über die innere ß asalmembran) übernimmt. Das
nicht verkalkte Intcrglobulardcntin bildet die Tomessche
Körnerschicht Munter-Sehregersehe Streifung: Wechsel
von längs- und quergetroffenen Scbmelzprismenbllndeln;
Retziu_<>Sche Streifen: Wachstumslinien. Im Dentin: Den tin-
kanälchen mit Tome5schen Fasern. Beachte die ve~hiede­
neo Kollagenfasersysteme: Fibrae (!:''.) al veogingivales, den-
togingivales und circulares sowie Bündel der Wurzelbaut
(D esmodont[ium]. Ligamentum periodootale), die Zement
und Alveolarknochen in Form von Sharpeyschen Fasern
verbinden.

136
Mundhöhle - Zähne

Abb. 287. Vollständiger Längsschn ill durch einen


Schneidezahn (Kat1.e) in situ mit Zahnkrone (überragt
da~ Zah nfleisch, schmelzbedcckt), Zahnhals (klin ischer ZI/VllltllfJcll <:-
Begriff, Grenzgebiet zwischen Krone und Zahnwurzel)
und Zahnwurzel (dem zementbedeckten, in der knö-
chernen Alveole gelegenen Abschnitt). Der Schmelz ist
durch die EntkaiJ..-ung des Präparates entfernt worden IV I()Ctler I
und daher nicht mehr vorhanden. Der im Ionern der
Zahnwurzel verlaufende und mit Pulpagewebe gefüllte
Wurzelkanal ist an d~r Wurze lspitze ( ~ Apex dentis) ~ --
offen, wodurch der Eintrill von Gefäßen und Nerven
ermöglicht wird. Färbung: H. E.; Vergr. 18facb.

\1.~--

Fetttnwf<·- ------
_l /!
287

288

Abb. 288. Querschnilt durch die Zahnwurzel eines Prämola-


ren des Men5chen, Detailausschnitt mit der Wurzelhaut. (1)
Dentin, {2) Zement, (3) Wunelhaut (Desmodont), (4) Alveo-
larknocben. Jn der Wurzelhaut kommen Züge straffen kolla-
genfa5erigen Bindegewebes(* ) und lockere zellreiche Regio-
nen mit Blutgefäßen vor. F"ärbung: H. E.; Vergr. 250fach.

137
Mundhöhle - Zunge

Abb. 289. Zungenrücken, Mensch, mit rachenwärts ge-


krümmten Papillae filiformes, spitzen verhornten Epithel-
kegeln. Diese epithelialen Papillen sitzen einer breiten Binde-
gewebspapille auf, die sich distal i. a. in sog. Sekundärpapillen
aufzweigt. Die Papillae filiformes dienen mechanischen Funk-
tionen; ihre reiche Innervation deutet auch auf stereogno-
stische Fähigkeiten. 1m unteren Bilddrittel ist Zungenmusku-
latur erkennbar. Plastikschnitt Färbung: H.E.; Vergr. 500fach.
289

Abb. 290. Ausschnitt aus dem lateralen Epithel einer Papilla


vallata (Wallpapille) mit mehreren Geschmacksknospen

....• .,-
(Mensch). Die Gesch macksknospen sind unterschiedlich
angeschnitten, s ie sitzen alle der Epithelbasis auf und erreichen

-··-
alle die Obe rfläche, was im Präparat nur vere inzelt erkennbar
.- • wird (bei der mittleren Geschmacksknospe ist der Geschmacks-
porns direkt angeschnitten). Plasti kschn itt Färbung; H.E.;
- Vergr. 450fach.
290

138
Mundhöhle - Zunge

Abb. 291. Ausschnittsve rgrößerung der Zungensehleimbaul


mir Papillae filiformes und ei ner der selteneren Papillae fungi·
formes (fungus • Pilz). Beachte den sich epilbelwärts in Se·
kundarpapillen aufleilenden Bindegewebssockel (e Primlrpa·
pille) der Papillen. Im Epithel der Papilla fungirormis ist hier
keine Geschmacksknospe angerroffen. Sie sind an dieser Stel·
le bei Erwachsenen seilen und nur bei Kmdem regelmäßig 1\1
291 finden. Flrbung; H.E.; Vergr. 60Cach.
'~'l'
BI ldeg&" bfi0Ck111 lMT1N ptOpt8
~PI(;' r 61bn*

Abb. 292. Bc1 stlrkerer Vergrößerung tl·


ner Wallpapille (Pap. vallata) erkennt man
im Epithel des Wallgrabens die Oe·
schmacksknospen als klei ne ova le Auf.
hell ungen (Zunge, Mensch) und m der
Lamina propria ge legene Anschnitte der
in den Grund des Grabens einmOndenden
serösen SpDidrllsen. Ferbung; H. E.: Vergr.
42fac:h.

139
Allgemeiner Aufbau einer exokrinen D rüse

Abb. 293. Übersichtsvergrößerung der BauchspeicheldrUse (Pankre-as) einer Katze, um den Läppchen·
bau der größeren exokrinen Drüsen zu veranschaulichen. Das Drüsengewebe ist in kleine Bezirke (die
Läppchen, * ) gegliedert, die durch lockeres Bindegewebe (helle Bahnen zwischen den Läppchen) ge·
trennt und gegeneinander versehiebbar sind. In diesem Bindegewebe liegen größere Drüseng:inge (-+ ).
Blutgefäße (111-) und Nerven sowie öfter auch kleine vegetative Ganglien und besonders im Pankreas auch
Vater·Paeini-Körperchen (P ). Details zu den Azini und den verschiedenen Gangabschnitten sind bei der
Übersiebt nicht zu erkennen . Färbung: Ooldner; Vergr. 25fach.

140
Mundhöhle - Speicheldrüsen

O ie drei großen Speicheldrüsen der Mundhöhle: GI. paro-


tis, GI. submandibularis und GI. Sublingualis unterscheiden
sich sowohl nach Art der in ihnen vorkommenden sezernie-
renden Endstücke als auch in der Menge der verschiedenen
Abschnitte ihres ausfUhrenden Gangsystems. Gerade letz-
tere erlauben am einfachsten die sichere Abgrenzung ge-
genüber ähnl ichen exokrinen Drüsen wie der GI. lacrimalis
und dem Pankreas (vgl. Tabelle 12). Beachte die unter-
schiedlich ausgefalleneo li. E.-Flirbungen der Abb.
294-296.

294

Abb. 294. Übersichtsvergrößerung der rein serösen Ohrspei-


cheldrüse (01. parotis). Auf dem Ausschnitt sind im Läpp-
chengewebe die serösen Azini und im imerlobulliren Binde-
gewebe drei kleinere Gänge erkennbar. Schaltstücke sind bei
der niedrigen Vergrößerung kaum erkennbar. Nicht ange-
schnitten sind typische intralobuläre Srrcifcnstückc (vgl. Abb.
.
Ir

297). Färbung: H.E; Oesamtvergr. IOOfacb.

Abb.29S. Übersicht Ober ein Läppchen der seromukösen


UnterkieferdrUse (GI. submandibularis) des Menschen. Zwi- 295
sehen den in deutlich überwiegender Zahl vorkommenden
serösen Azini sind einzelne tubuläre muköse Endstücke zu fin-
den (blasse Färbung. abgeplattete basale Kerne). In diesem
Präparat sind im Läppchen zahlre iche Streifenstücke mit eosi-
nophilem Epithel angeschnitten. Zwischen den Endstücken -
wie in der Parotis - Fettgewebe. Färbung: H. E.; Gesamtvergr.
lOOfach.

Abb . 296. Übersicht Ober ein Schnittpräparat der mukoserö·


sen Unterzungendrüse (GI. sublingualis) des Menschen. Es
überwiegen die mukösen Endstücke; die serösen Endstücke
sitzen diesen oft kappenförmig auf (v. Ebnersche H albmonde
vgl. Abb. 298). Streifenstücke sind in dieser Drüse relativ sel-
ten. Im interlobulären Bindegewebe sind größere Gangan-
schnitte erkennbar. Fä.rbung: H.E.; Gesamtvergr. IOOfach.
296

141
Mundhöhle - Speicheldrüsen

Abb. 297. Glandula submandibularis, Region mit ausschließ-


lich serösen Azini, Mensch. Die serösen DrUsenzellen sind v.a.
durch rundliche Ke rne, basophiles basolaterales Zytoplasma
und apikale Se kretgranula gekennzeichnet. Die Kerne liegen
im unteren Dritte l der Zellen oder in der unteren Hälfte. Das
Lumen der serösen Azini ist sehr eng (,.stichförmig") und oft
nicht deutlich erkennbar. Vom Ausführungsgangsystem sind
eine Reihe von StreifenstOcken angeschnitten. Gleichartig
sehen die Azioi der Glandula parotis aus. Plastikschnin . Fär-
bung: H. E .; Vergr. 200fach.

Abb. 298. Glandula submandibularis, Mensch. Region mit


serösen Azioi und mukösen tubulären Endstücken, denen
distal seröse Halbmonde (v. Ebnersche, Gianuzzische Halb-
monde) ansitzen. Im H.E.-Schnitt ist das Zytoplasma der ho-
ben mukösen Drüsenzellen blaß, und der relativ dunkle Zell-
kern liegt. flach an der Basis de r Zellen; das Lumen der mukö-
sen Tubuli ist weiter als das der Azini. Plastikscbnitt. Färbung:
H. E.; Vergr. 200fach.

Abb.299. Glandula sublingualis, Mensch. In der Glandula


Sublingualis überwiegen die mukösen tubulären Endstücke
stark gegenOber serösen Azini und Halbmonden. Streifen-
stücke sind ebenfalls relativ selten. Im vorliegenden Präparat
enthält das Bindegewebe relativ zahlreich Lymphozyten und
Plasmazellen. Färbung: H.E.; Ve rgr. 200fach.

Abb. 300. Glandula submand.ibularis, Mensch, seröse Azini,


Schaltstück und StreifenstUck. Die SchaltstOcke verbinden
Azini und Streifenstücke; ihre Weite variien , ihr Epithel ist
annähernd kubisch oder leicht abgefl acht. Basal im Drüsen-

-~-·
•• .
-

:
epithel gelegene flache Kerne gehören Myoc pithel7.ellen an.
Plasitkschn itl. Vergr. 500fach.
299

142
Mundhöhle - Speicheldrüsen

I
I
~(
'
'

On
302

Abb. 301-303. Zeichnerische Darstellung der zel-


lulären Charakteristika verschiedener Endstückformen
bei gleicher Färbung (H . E.) und hohen Primärauflösun-
gen (Ölimmersion 750fach) aus einer ZungendrUse
(Mensch). Erst jetz.t erkennt man das äußerst schmale,
oft spaltfönnige Lumen der serösen Azini (Abb. 301),
deren Zellen bei schwächeren Vergrößerungen oft
lückenlos zusammengelagert erscheinen (vgl. Abb. 294).
Die immer runden bis ovalen Kerne sind auch hier teil-
weise an die Zellbasis verdrängt. Die stets weite Lich-
tung der muküsen EndstUcke (Abb. 302) kann durch das
u. U. darin enthaltene Sekret gelegentlich schlecht von
den angrenzenden Zellen unt.erschieden und damit Ober-
sehen werden. Die Kerne der schleimproduzierenden
Zellen sind immer abgeplattet, oft sehr unregelmäßig
konturiert und stets vollkommen basalwärts verschoben.
Bei den gemischten EndstUcken (Abb. 303) sitzen seröse
Ze llen den blinden Enden der mukösen Tubuli als halb-
mondförmige Kappen auf (= v. Ebnersche Halbmonde).
Die serösen DrUsenzellen produzieren v. a. eine Reihe
von Enzymen, darunter a-Amylase. Die mukösen Zellen
bilden neutrale Glykoproteine und negativ geladene sul-
fatierte und sialinsllurehaltige Muzine.

143
Aufbau der Darmwand

Kap~tarnctz

Zottenwne

Zo:te

M~~tsanertehtr
Pieaus • •


- Tela
submucosa

Tumca
musculans

Tumca
serosa

BlutgofÄße Auerbachseher Per tonea epothel


304 Plexus

Abb. 304. Schematische Darstellung des Aufbaus der Wand des Magen·Darm·Traktes am Beispiel des Dünndarms. Die
Lamina propria ist besonders reich an freien Bindegewebszellen (vergrößert dargestellt von links nach rechts: Mastzelle,
Lymphozyt. Eosinophiler, Makrophage, Plasmazelle). Die Schicht, die hier Tunica serosa genannt wird, wird z.T . noch un·
tergliedert, ohne daß klare Grenzen vorliegen: a) Tela subserosa, ein Bindegewebsstreifen, der sich unmittelbar an die Tuni-
ca muscularis anschließt, b) T unica serosa im engeren Sinne, die aus dem Peritonealepithel und dem ihm direkt anliegenden
Bindegewebe besteht. D ie Tunica serosa komrot nur bei intraperitoneal gelegenen Abschnitten iles Rumpfdarms vor, bei
den anderen Abschnitten, 2.B. dem Ösophagus, entspricht ihr eine rein bindegewebige Tunica adventitia.

144
Magen-Darm-Kanal - Ösophagus

Abb. 305. Vollständiger Querschnitt einer Speiseröhre (Mensch) zur Demonstration der typischen und in allen Rohrabschnitten
des Magen-Darm-Kanals letztlich in prinzipiell gleicher Weise vorkommenden Schichtengliederung de r Wand: Zuinnerst liegt die
aus einem Epithel und ei.ner lockeren, oft retikulär-bindegewebigen Lamina propria bestehende Schleimhaut, an deren Grenze
zur Tela submucosa eine unterschiedlich kräftige Lage glatter Muskelzellen, die Lamina muscularis mucosae , zu finden ist. Sie ist
das entscheidende Strukturmerkmal für die Diagnose "Magen-Darm-Kanal" i. e. S. Auf die Submukosa folgt die T unica muscu-
laris, die immer aus einer inneren, i irkulär verlaufenden und einer äußeren Schicht längsorientiertcr, glatter Muskelzellen besteht,
zwischen denen sich die mikroskopisch kleinen Ganglien des Plexus myentericus befinden. Je uachdem wie diese beiden Lagen
der Muskularis im Einzelpräparat geschnitren sind, kann man einen Längs- von einem Q uerschnitt des Darmrohrs unterscheiden
(bei Querschnitten müs.~en die Zellen der Ringmuskelschicht längs getroffen sein).
Nachdem der Ösophagus durch den Besitz einer Muscularis mucosae als zum Darmrohr i. e. S. gehörend erkannt ist, wird er da-
durch auch von allen anderen mit einem gleichen Epithel (mehrschichtiges, unverhomtes l'lattenepithe l) ausgerüsteten Ober-
flächen wie Mundh öhl e, Vagina, Kornea, äußere Urethramündung und Portiouteri abgegre n7.t. Von den übrigen Abschnitten des
Magen-Darm-Kanals unterscheidet ihn sein Epithel, da diese alle ein einschichtig prismatisches Epithel aufweisen. Im Zweifelsfall
können die in der Submukosa gelegenen kleinen DrUsenpakete die Differentialdiagnose, z. ß. gegen einen Schnitt durch die Vagi-
na. absichern. Wegen ihrer geringen Zahl müssen sie jedoch längst nicht in jedem (!) Schnitt vorhanden sein , so daß ihr Fehlen
nicht gegen di e Diagnose "Ösophagus" spricht, wenn alle übrigen Kriterien darauf hinweisen (vgl. Tabe lle 15). Färbung: H. E.;
Vergr . 11fach.

145
Magen-Darm-Kanal - Ösophagus

Abb. 306. Mukosa (Schleimhaut ) des Ösophagus des Men-


schen. Das E pithel ist unverhornt und sitzt Bindegewebspapil-
len der Lamina propria auf. Die Lamina muscularis mucosae
ist relativ dick und komplex gebaut; die Ausrichtung ihrer glat·
ten Muskelzellen ist uneinheitlicb. Die Submukosa e nthält ein
umfangreiches Venengeflecht mit Anastomosen zu ll.{agcn-
venen; ihre mukösen Drüsen werden nur relativ selten ange-
troffen (v.a. im oberen Viertel). Plastikschnitt. Färbung: H. E.;
Vergr. 100fach.

Abb. 307. Detail aus der Tunica muscularis des mittleren


Ösophagusdrittels des Menschen. Beachte, daß hi er sowohl
Bündel von quergestreiften Skelettmuskelzellen als auch von
glatten Muskelzellen vorkommen. Plastikschnitt. Färbung:
H.E.; Vergr. lOOfach.

146
Magen-Darm-Kanal - Magen

01M>
I
I

Abb.308. Mukosa der Kardia des Magens des Menschen.


Die Mukosa ist relativ d ünn; die Fovcolae gastricae sind grüb-
chenförmige Einsenkungen des Oherflächenepithels, die in
der Kardia ca. die Hälfte der Schle imhaut einnehmen. In ihrer
Tiefe münden die schle imbildenden, le icht geknä uelt. verlau-
fenden KardiadrUsen aus. Plastikschnitt. Vergr. l OOfach.
308

Abb.309. Mukosa des Magenfundus, Mensch. Die Foveolae


gastricae nehmen ca. 1/$ bis 1/ 4 der relativ dicken Schleimhaut
ein. Das Epithel, das die Foveolae auskleidet und die Ober-
fläche des gesamten Magens bedeckt (Obcrflächenepithel),
besteht aus prismatischen Epithelzellen, die protektiven viskö-
sen Magenschleim und Bikarbonat bilden. Die nur leicht ge-
schlängelt verlaufenden. z.T. venweigten DrUsen besitzen ei-
nen Halsabschnitt, einen mittleren Teil und einen in der Tiefe
der Mukosa befindlichen Abschnitt. Im Drüsenhals befinden
sich Stammzellen (Regeneration der Drüscnzellen) und einen
eigenen Schleim bildende Nebenzellen. Im Hals, vor allem in
der Mitte und einzeln noch in der Tiefe der Drüsen fallen die
großen azid<lphilen (mitochondrienreicben) Belegzellen auf,
die die Salzsäure bilden. Das untere Viertel bis Drittel der
Drüsen wird vorwiegend von basophilen Hauptzellen mit api- 309 ~~ '
kalen Sekretgranula eingenommen, die das eiweißspaltende
Enzym Pepsin bilden. Zahlreiche e ndokrine Einzelzellen des Fcwela
I
DrUsenepithels sind im H .E.-Präparat nicht erkennbar. Pla- I
~ükschnitt. Färbung: H. E.; Vergr. lOOfach.

Abb. 310. Mukosa der Pars pylorica des Magens des Men-
schen. Die unterschiedlich tiefen Foveolae gastricae nehmen
ca. die Hälfte der Höbe der Mukosa ein. Die geknäuelten ver-
zweigten tubulösen Drüsen bilden Schleime und auch Lyso-
zym, enthalten aber auch viele endo krine Zellen, darunter die
gastrinbildenden Zellen. ln der Schleimhaut der Pars pylorica
treten relativ häufig Lymphfollikel auf, die aber auch in
den anderen Magenabschnitten vorkommen. Färbung: H. E.;
Vergr. 100fach.
310

147
Magen-Darm-Kana l - Dünndarm

Die drei nacheina nder folgenden Dünndarmabschnitte


(Duodenum -Jejunum - Ileum) sind außer an der üblichen
Wandschichtung des Darmrohrs durch eine charakteristi·
sehe Gestaltung ihrer OberAäche, nämlich das gleichzeitige
Auftreten von Falten (Kcrekring-Falt en) und Zou en, ge-
kennzeichnet (s. Tabelle I 3). Die Falten sind makrosko-
pisch deutlich sichtbare Erhebungen, an deren Bildung im-
mer auch die Submukosa betei ligt ist und die den zentralen
Bindegewebssocke l bildet. Zotten sind dagegen wesentlich
kleinere, ausschließlich aus Schleimh aut bestehende finger-
förmigc Ausst.iilpungen, die einwandfrei erst bei Lupenver-
größenmgen zu erkennen sind. Da die Falten im Ileum viel
seltener als im Duodenum und Jejunum sind, werden sie in
diesem Darmabsch nill häufig - wie auch hier - nicht vorn
Schnitt getroffen. Um möglichst viele der zirkulär verlau-
fe nden Falten zu e rfassen, werden me ist Lä ngsschnitte des
311 Dünndarms hergestellt. Liegen jedoch ei nmal Querschnitte
&lsi:setrotf vor (beachte daher auch imm er die Schn ittrichtung der Tu-
ZOillJ Zollt. nica rnuscularis), können Falten im Schnitt voll kommen
fehlen .

Abb. Jll. Längsschnitt des Duodenums (Mensch) mit einer


Falte (eine zweite Falte ist am linken Bildrand angeschnitten),
die, wie auch die übrige Oberfläche des Darms, dicht mit
Zotten besetzt sind. In der Submukosa - auch der Falten (!) -
erkennt man blasse Aulhellungen, die den Brunnersehen Drü-
sen entsprechen. Diese sind das wesentliche Kriterium für die
Diagnose ,.Duodenum'' und unterscheiden diesen Darm-
abschnitt von allen übrigen. Färbung: Azan; Vergr. 12fach .

312
Abb. 31.2. Längsschnitt des Jej unums (Mensch} mit zwei
Zottor• Kerckring-Falten, deren inneres vom Gewebe der Submukosa
gebildet wird. Die Submukosa des Jcjunums und des Ileums
enthält keine Brurmer-DrUsen. Färbung: Azan; Vergr. 2lfach.

Abb. 31.1 . Längsschn itt Ileum (Mensch). Charakteristisch


und damit für die Diagnose entscheidendes Merkmal sind die
zahlreichen, in die Submukosa hinabreichenden aggregierten
Sekundärfollikel (= Folliculi lymphatici aggregati = Peyersche
Plaques). Die oft in das Lumen vorgewölbten Follikel werden
von einem lymphozytenreichen Bindegewebe (Dome) und
einem besonderen Saumepithel mit M-Zellen bedeckt , denen
eine wichtige Aufgabe im Rahmen der intestinalen Immunität
zukommt Färbung: Azan: Vergr. 14facb.

313

148
Magen-Darm-Kanal - Dünndarm

To/19 Btll•llll50"" llrl$'1


" CleT U/mlvJ pa:rit

314

Abb. 314. Bei höheren Ve rgrößerungen der Dünndarmschleimhaut (Duodenum, Mensch) erkennt man, daß das Epithel (ein-
schichtig prismatisch) nicht nur die zottenförmigen Erhebungen überzieht, sondern auch in Gestalt reage n7.glasähnlicher fiinstül-
pungen ( =Krypten) bis an di e Muscularis mucosae reicht. Derartige Lieberkühnsehe Krypten kommen nicht nur im Duodenum,
sondern auch in allen übrigen Dünndarmabschnitten vor, die damit alle durch den Besitz von Falten, Zotten und Krypten gekenn-
zeichnet sind. Färbung: H. E.: Vergr. SOfacl1.
a.. "lee!o

315 316
e ·""
Abb. J IS. Da die aus den ve rschiedenen Abschnitten des Abb. 316. Im Elektronenmikroskop wird deutlich, daß der
Magen-Darm-Kanals zu Diagnosezwecken entnommenen Bürstensaum der Darmepithelzellen (Enterozyten) aus einzel-
Biopsieo heute auch elektronenmikroskopisch untersucht nen gleichartig geformten Mikrovilli besteht, die die apikale re-
werde n, zeigt d iese Abbildung einen Semidünnschnitt sorbierende Zelloberfläche enorm vergrößern. Die Membran
(Schnittdicke: 0,5 11m), wie er in jedem elektronenmikroskopi- der IV!ikrovilli trägt eine gut entwickelte Glykokalix (~). Tm
schen Labor routinemäßig hergestellt wird (vom Jej unum des Innern der Mikrovilli parallel ausgerichtete Aktinfilamente,
Meerschweinchens). Der Bürstensaum des Zottenepithels er- die in das terminale Netz (* ) einstrahlen. Jejunum, Mensch.
scheint als deutlich dunkler gefärbtes Band, und auch die Be- Vergr. 588fach.
cherzellen heben sich färberisch gut ab. Beachte die dicht an
die epitheliale Basalmembran angeschmiegten Kapillaren so-
wie das sehr zellreiche retikuläre Bindegewebe der Lamina
propria. Färbung: Methylenblau-Azur 11; Vergr. 600fach.

149
Magen-Darm-Kanal - Verschiedene Schleimhäute

317b 318

Abb. 317 a, b. Dünndarm (Jejunum), Mensch, Schleimhaut. a) Die Schleimhaut bildet 1. fingcr· oder blattfönnige Zotten aus ,
die in das Dannlumen vorspringen , und 2. tubuläre Einsenkungen {Krypten), die in die Laminapropria eingesenkt sind. Das Zot-
tenepithel besteht aus resorbierenden Saumzellen (Enteroz>1en) und Becherzellen. Im Kryptenepithel sind in der Tiefe die
Paneth-Kömerzellen (~, rote apikale Granula) erkennbar, die bakterizide Eiweiße bilden. Jm Kryptenepithel sind weiterhin
Mitosefiguren zu beachten (Epithelregeneration, Abb. 73a). b) Höhere Vergy-ößerung einer Zotte mit Einzelheiten des Zotten-
epithels. 1: Enterozyten, 2: Becherzellen, 3: freie Zellen der Lamina propria: Makrophagen, T-Lymphozyten, Mastzellen, Eosino-
phile und Plasmazellen (~). 4: glatte Mu..~kulatur. Plastikschnitt. Färbung: H.E.; Vergr. 450facb.

Abb. 31B. Ileum eines Rhesusaffen, Region der Peyerschen Plaques, mit zwei größeren Lymphfollikeln (1) in Lamina propria
und Submukosa mit assoziiertem parafollikulärem lymphatischem Gewebe, über denen sich koppeiförmig Domgewebe (2) und
Domepithel (3) ausbreiten. Im Domepithel finden sich neben Enterozyten sogenannte M-Zellen, die Antigene aus dem Darm-
lumen in das lymphozytenreiche subepitheliale Gewebe transportieren, das auch Makrophagen und antigenpräsentierende Zellen
(interdigitierende dendritische Zellen) enthält. In großen basalen Einstülpungen der M-Zellen liegen mehrere Lymphozyten. 4:
normale Darmzotten. Färbung: H.E.; Vergr. 25fach.

Abb. 319. Längsschnitt durch die Schleimha ut des Kolons


des Menschen. Im Kolon fehlen Zotten, die Schleimhaut ent-
hält einfache tubulöse Drüsen (Krypten) mit zahlreichen Be-
chenellen, schmalen mikrovillibesctzten und mitochondrien-
reichen (Flüssigkeitsresorption) EnterO'Lyten und zahlreicbe.n
endokrinen Einzelzellen. Die Krypten sind vielfach tangential
angeschnitten, so daß ibr Lumen nur teilweise angetroffen
wird. Die Schleimhaut des Kolons kann Falten aufwerfen, in
die die Submukosa hineinzieht. Plastikschnitt Färbung: H.E.;
Vergr. 200fach.

150
Magen-Darm-Kanal- Gallenblase und Wurmfortsatz

Abb.320. Schleimhaut der Gallenblase des Menschen. Die


Schleimhaut bildet unregelmäßig gestaltete, netzartig zusam-
menhängende, schmale Fa lte n aus. Auf einem Schnitteffekt
beruhen die oft zu sehenden ,. Brückenbildungen" der
Schleimhautfalte n. Das Falte nepithel ist hochprismatisch, pro-
duziert Muzine und kann Flüssigkeit resorbieren. In der Tiefe
der Falten treten oft schleimbildende tubulöse DrUsen (Lusch-
kasche Gänge) auf. Die Muskulatur der Gallenblasenwand ist
komplex aufgeba ut und besteht nur aus einer Tunica muscula-
ris. Plastikschnitt. Vergr. 40fach.
320

Abb. 321. Vollständiger QuerschniH durch den Wurmfortsatz (Appendix vermiformis), dessen Schleimhaut derjenigen des
Kolons ähnelt, nur sind die Krypten längst nicht so regelmäßig wie im Dickdarm geordnet und fehlen streckenweise vollkommen.
Auffallend sind die zahlreichen, in der gesamten Lamina propria verteilten Sekundärfollikel, die bis in die Submukosa reichen und
sowohl die Krypten mehr oder weniger stark verdrängen können als auch die ohnebin schmale Muscularis mucosae oft so massiv
durchbrechen, daß diese kaum noch zu identifizie.ren ist. Färbung: H. E.; Vergr. 22fach.

151
Leber- Funktionell wichtige Regionen

Zent~

a Leberaz•nus Ponalvenen·
mt3Zonen llppchen

Dttsmosom

Abb. 322 a~. Funktionell wichtige Regionen der Leber.


a) Unterschiedliche Möglich keiten der Gliederung des Leber-
gewebes in morphologische oder funktionelle Baueinheiten.
Im Zentrum des im Schema sechseckigen Zentralvenenläpp-
chens (= klassisches Leberläppchen) verläuft die Zentralvene.
Im Zentrum des Portalvenenläppchens liegt ein periportales
Feld mit Glissonscher T rias (Betonung der exokrinen Drüsen-
funktion [Gallenproduktion] der Leber). Die 7.entrale Achse
eines Leberazinus wird von Zweigen der Blutgefäße im peri-
portalen Feld gebildet: Seitenäste der in der Achse verlaufen-
den Zweige dringen in die Leberläppchen ein, es entstehen
GER 3 Zonen unterschiedlich guter 0 2•Versorgung. Zone 1 enthält
am meisten 0 2, Zone 3 am wenigsten.
b) Periportalfeld und Ausschnitt eines Lebcrläppchens. Die
Arteria interlobularis ist ein Ast der A. hepatica propria, die
Vena interlobularis ist e in Ast der V. portae. Am Läppchen-
rand fließen sauerstoffreiches Blut der Arterie und sauerstoff-
ärmeres Blut der Pfortader zusammen. Die Anfangsabschnitte
der Gallengänge heißen Hering-Kanälchen.
c) Hepatozyten (Leberepithelzellen) mit Wand eines Sinu-
soids, Dissesehern Raum und Gallenkanälchen. Dem intensi-
ven Austausch zwischen Hepatozyten und ß lutst.rom enl~pre­
chen morphologische Anpassungen: dem Endothel und den
Hepatozyten fehlt eine Basallamina, die basale Zellmembran
P01e der Hepatozyten bildet Mikrovilli, die Endothelporen sind
nicht durch Diaphragmen verschlossen, der Dissesehe Raum
_ __,.... SIOUSOid enthält nur wenige Kollagenfibrillen. Ito-Zellen und Fibrobla·
sten sind wohl unterschiedliche Stadien eines Zelltyps, der
Blut .,hepatischen Sternzelle". Als lto-Zellen enthalten sie Vit-
amin-A-reiche Fetttropfen. Die Kupffer-Zcllen (v. Kupffer-
c sche Sternzellen) sind Makrophagen. Beachte den polaren
322.-c Bau der HepatOzyten (Blut- un d Gallepol) und die kontrakti-
len Filamente in Nähe des Gallcnkanälchens; ~: Strömungs-
richtung der Galle und des Blutes.

152
Leber

Abb. 323. Die Gliederung der Leber in sog. Zentralvenenläppchen ist hier aus didaktischen Gründen zeichnerisch etwas deutli·
eher hervorge hoben, als sie i. a. an menschlichem Material zu erkennen ist. Im Schnitt handelt es sich dabei um mehr oder weniger
sechseckige, eng aneinandergrenzende Baueinheiten, die aus radiär auf ein zentral gelegenes Gefäß (V. cent ralis) zustrebenden
Strängen, Balken oder Platten von Leberzellen und den zwischen ihnen verlaufenden sin usoiden Blutkapillaren (Sinusoiden} be-
stehen. In den bindcgewcbigen Zwickeln finden sich regelmäßig die Anschnitte von Ästen der V. portae. der A. hepatica propria,
der kleinen Gallengänge (" Giissonsche Trias"} sowie eines Lymphgefäßes. Färbung: H. E.; Vergr. 70fach.

153
Leber

1
2
1

I
2

Abb. 324. Übersichtsaufnahme einer Schweineleber mit der


bei dieser Tierart besonders deutlichen Abgrenzung der Zen·
tralvenenläppcben (1) durch Bi ndegewebssepten. Aus diesem
Grund wird ein solches Präparat im mikroskopischen Kurs
auch meist an den Anfang der Besprechung des Organs " Le-
ber'' gestellt. -+: Zentralvene, 2: Periportalfeld. Färbung:
Azan; Vergr. 20fach.

Abb. 325. Periportales Feld in der Leber des Menschen mit


Ast der A. hepatiea propria (A. interlobularis), Ast der Leber-
pfortader (V. interlobularis), kleinem Gallengang und Lymph-
gefäß. Die Dreiheit: Ast der A. hepatica propria, Ast der
Pfortader und kleiner Gallengang wird Glissonschc Trias ge-
nannt. Die genannten Strukturen können jeweils auch in
Zwei- oder Mehrzahl auftre ten (L Lcbcrläppchen). Plastik-
schnitt. Vergr. 200fach.

Abb. 326. Ausschnitt aus einem Leberläppchen des Men-


schen mit Darstellung der schwarzgefärbten retikulären
Fasern (aus Typ-llJ-Kollagcn) im Dissesehen Raum, der an
die Sinusaide grenzt. Ebenfalls schwarz angefärbt sind
granwäre Organellen, vor allem Lysosomen, am Gallepol der
Hcpatozyten. Silbcrimprägnation. Färbung: Kernecbtrot; Ver-
gr. 500fach.

154
Leber

~ ~ ~.zrAJ
~~--~~~ Fn----~--

327 328

Abb. 327. Lebeneilbalken mit Darstellung des intrazellu-


lären Glykogens in Form mehr oder weniger grobscholliger
Granula (vgl. auch mit Abb. 51). FärbUilg: PAS-Hämalaun;

Vergr. 240fach.
• ,
Abb. 328. Hohe Vergrößerung einiger Leberzellbalken des (
Menschen und zwischen ihnen liegender Lebersinusoide, die
weitlurnigeo Blutkapillaren entsprechen. Das Blutplasma der
Sinusaide ist rosa gefärbt. im Lumen der Sin usaide befinden
sich Kupffer-ZcUen und einige neutrophile G ranulozyten.

, -•
An einzelnen Stellen sind Gallenkanälchen als rote Linien
erkennbar(-+). Je nach Ausschnitt erscheinen die Leberzell- •
balken als einfache oder doppelte Zellschicht. Plastikschnitt.
Ve rgr. SOOfach.
Abb. 329. Die innerhalb der Blutsinu.soide gelegenen und
zum mononukleären·phagozytierenden System gehörenden 32i
v. Kupfferschen Sternzellen lassen sich lichtmikroskopisch nur
dann beurteilen, wenn man d iese Zellele mente unter Ausnut·
zung ihrer hohen Phagozytosefähigkeit durch die Speicherung
eines intravital injizierten Farbstoffs (2. B. Trypanblau oder
kolloidales Sil ber) markiert. Beachte die gelegentliche Zwei-
kernigkeit der Leberzellen. Färbung: Intravital injiziertes kol·
loidales Silber und Kernecbtrot; Vergr. 380fach.

Abb. 330. Zeichnerische Darstellung des Raumnetzes der


Galle nkanälchen (Gallenca.n al iculi, Gallenkapillaren), die sich
u. a. durch Nachweis von Enzymaktivitäten (z.B. ATPase) dar-
ste llen lassen. Di ese :t.arten Röhrchen entstehen als Aus-
sparungen zwischen benachbarten Leberzellen, deren Zell·
membran die Wand der Gallenkanälchen bildet (vgJ. auch mit
Abb. 333). Technik: Gallenkanälchen (blau-schwarz) und Si-
nusoide (rot) mit unterschiedlich gefärbten Gelatinelösungen
injiziert. Kerne der Lcbenellcn: gelb durch Pik rinsäure im Fi-
xierung,smittel. Vergr. 380fach.
330

155
Leber - Elektron enmikroskopie

331

Abb.331. Elektronenmikroskopische Übersichtsaufnahme einer Leber (Ratte) mit den Anschnittenzweier Sinusoide und den
sie begrenzenden Leberzellen. Letztere sind neben ihrem Reichrum an Mitochondrien vor allem durch regelmäßige Stapel des
rauben ER (1) charakterisiert. Zwischen Leberzellen und Endothel der sinusoiden Blutkapillaren befwdet sich ein schmaler Bin·
degewebsraum, der Dissesehe Raum. Die dem Dissesehen Raum zugewandte Oberfläche der Hepatozytcn trägt einen dichten Ra-
sen von Mik.rovilli (-+). Mikrovilli ragen a uch in die Gallenkanälchen (..,.) hinein. 2 Kern einer Leberzclle; Gesamtvergr. 3500fach.

A bb. 332. Querschnitt eines Sinusoids mit einem Lymphozyten in der Lichtung (Leber, Ratte). Das Endothel ist von zahlreichen
Poren durchsetzt und hat keine Basallamina ( 1). Beachte die zahlreichen Mikrovilli der Leberzellen im Dissesehen Raum (2).
Vergr. 14000fach.

Ahb. 333. Gallepol von zwei Leberepithelzellen (A , B) des Menschen. 1 Zellkern; 2 Mitochondrien; 3 Iysosomale Körper mit
Gallepigmenten; 4 Gallenkanälchen. in das Mikrovilli hineinragen; -+: Zellkontakte (Zonula occludens, Zonula adhaercns).
Vergr. 18 OOOfach .

156
Endokrines Pankreas - Nasenhöhle

332

157
Pankreas

335

Abb. 334. Pankreas des Menschen, Üb ersicht. Das Pankreasgewebe ist in Läppchen ( * ) gegliedert, zwischen denen Bindege·
webslamellen verlaufen. ln den Läppchen finden sich dicht gepackt seröse Azini, Schallstücke, kleine Gänge und einzelne Lan·
gerhanssehe Inseln. ln den l.lindegewebslamellen sind größere Gänge (-+) und größere Blu tgefäf~e zu beobachten. Färbung: H.E.;
Vergr. 45fach.

A bb. 335. Pankreas des Menschen, exokriner Teil , stärkere Vergrößerung. Das exokrine Pankreas besteht aus unterschiedlich
gestalteten serösen Azini (* ), in deren Lumen die proximalen Anteile der Schaltstücke als sogenannte zen troazinäre Zellen("')
vorgedrungen sind. Die Azini besitzen keine Myoepithelzellen. Die serösen Azinuszellen sind du rch basale Basophilie, große re-
lativ helle Kerne und apikale rot gefärbte Sekretgranula gekennzeichnet, sie bilden die wesentlichen Verdauungsenzyme. l : Schalt-
stück. Plastikschnitt. Färbung: H.E .; Vergr. SOOfacb.

--~

Abb. 336. Die höhere Auflösung zeigt in den serösen Endstücken eine deutliche BasophiHe an der Zellbasis ( = lichtmikroskopi-
sches Äquivalent des hier gelegenen rauben endoplasmatischen Retikulums) sowie die sog. zentroazinärcn Zellen. Diese entste-
hen dadurch, daß die sehr engen Schaltstücke tief in die A2ini invaginiert sind und infolgedessen die Kerne ihrer Zellen oft im
Zent rum der E ndstücke , also zentroazinär, liegen. Als differentialdiagnostisches Kriterium ist dieses Merkmal wert voll. In den
Langerhanssehen Inseln werden vor allem Insulin (B-Zellen) und Glucagon (A-Zellen) gebildet. Weiterhin entstehen hier Soma-
tostatin und pankreatisches Polypeptid. Färbung: H. E.; Vergr. 700fach.

158
Respirationstrakt - Nasenhöhte

Abb. 337a, b. lmmunhistochemische Darstellung der B-Zel·


Jen (a) und der A-Zellcn (b) in den Langerhanssehen Inseln
des Menschen. Die B·Zellen (a) bilden Insulin und machen ca.
80% der Inselzellen aus. Die A-Zellen (b) bilden Glucagon
und machen ca. 15% der Inselzellen aus. Präparate: Prof. Dr.
D. Grube, Hannover. a, b Vergr. 350fach.

337a 337b

Abb. 337c. Ultrastruktur des Zytoplasmas einer insulinbil-


denden B-Zelle (Beta-Zelle) aus einer Langerhans-Insel des
Menschen. Die kennzeichnenden reifen Sekretioosgranula
sind von einer Membran begrenzt und enthalten im ausgereif·
ten Zustand einen kristal lin strukturierten Inhalt (-+). Reife
lnsulinmolekUle bilden in Anwesenheit von Zink diesen kri·
stallincn Komplex, de r vom C-Peptid umgeben wird. Vergr.
36610fach.
337c

159
Respirationstrakt -respiratorisches Epithel

338 339
Abb. 338. Nasenschleimhaut des Menschen, mittlere Nasen- Abb. 339. Respiratorisches Epithel (1, me hrre ihiges prisma·
muschel. Unter dem mehrreihigen respiratorischen Epithel tischesFlimmerepithelmit Becberzcllcn) und Laminapropria
(schmaler Saum, rechte Bildhlllfte) liegen seromuköse Drü- der Na~enschleimhaut des Menschen. Tn das Epithel dringen
senpakete. Kennzeichnend ist die Oefäßarchitektur, zu der bei chronischen Erkrankungen der Nasenschleimhaut zahlrei-
neben basalen und aufsteigenden Arterien vor allem ein Ple- che Leukozyten ein, insbesondere T-Lymphozyten und Eosi-
xus weitlumiger Venen gehört, deren Wände in den mittleren nophile, letztere bei chronischen Allergien. Die Basalmem-
und tiefen Schichten der Schleimhaut oft Polster aus glatter bran des Epithels ist oft auffallend verdickt ("' ). Die Lamina
Muskulatur besitzen: Drosselcinrichtungen, Schwellkörperbil- propriaenthält oft zahlreiche freie Bindegewebszellen, darun-
dung. Färbung: H.E.: Vergr. 40fach. ter Plasmazellen, Mastzellen und seromuköse Drilsen (-+).
Färbung: H.E.; Vergr. 250fach.

340

Abb. 340. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme der Kinozilien an der Oberfläche der Trachea einer Spitzmaus (Suncus
etruscus). Zwischen den dicht mit Kinozilien besetzten Flimmerzellen ist die Oberfläche einzelner CIRCa-Zellen (* ) zu erkennen.
Diese Zellen kommen bei kleinen Säugern in Trachea und Bronchien vor, beim Menschen nur in Bronchiolen. Präparat: Prof. Dr.
med. Helmut Bartels, München. Vcrgr. 2800fach.

160
Respirationstrakt - Kehlkopf

, M. la:Pts

Abb. 341. Frontalschnllt durch


eine Kehlkopl'hlllfte ( Mensch).
Du Ltgamentum vocalc besteht
ganz Oberwiegend aus elasti-
M. ~lllt schen Fasern. deren flirbensches
Verhalle n im l i.E.-Präparat va-
riiert, on ist das Ligamentum
vocale rÖIIich gefärbt . Die Pli·
ca vocal is (Stimmfaltc) ist von
unverhormem mehrschichtigcm
Plaucnepithel bed eckt, wodurch
sie bei der Kehlkopfspiegelung
hell erscheint . Der schmale Bin-
degcwcb:.raum Lwischen diesem
Epathel der Simmfalle und dem
M~ /
posl
" Summband heißt Reinkescher
Raum, in 1hm kann s1ch. z. B.
durch chronisches Rauchen oder
Summüberlastung. etn chroni-
sches Ödem cntwtckeln. das s1ch
u. a. durch Hc1serkeit und Rllus-
TttiCf«<//<t 101pel
penwani\ kenmUch machL Flr-
bung: H.E.: Vergr. 4.Sfach.

161
Respirationstrakt - Trachea

KnorpO C\VW1
I

I
4

3
1 2


342 343

Abb. 342. Ausschnitt dorsaler (rechts) und lateraler (oben) Abb. 343. Trachea, Mensch, Schleimhaut und Knorpel. Die
Anteile der Trachea des Menschen. (1) Lumen, ("')Tracheal- Schleimhaut ist von respiratorischem Epithel (mehrreihig,
epithel, (2) Paries membranaceus, (* ) Trachealdrüsen, (3) Flimmerzellen, Becherzellen, Ersatzzellen) bedeckt und ent-
glatte Muskulatur (M. trachcalis), (4) TrachealknorpeL Fär- hält in reichem Maße Kollagen- und elastische Fasern. Sub-
bung: HE.; Vergr. 25facb. epithelial sind die seromukösen Trachealdrüsen zu finden , die
auch zwischen die Knorpelspangen vordringen. Der Knorpel
ist hyalin. Färbung: H. E.; Gesamtvergr. 200fach.

9
10
11

12

Abb. 344. Schematische Darstellung funktionell wesentlicher Anteile der Wand eines Bronchus. Oberflächenepithel mit 1 Be-
cherzellen, 2 Flimmerzellen und 3 Basalzellen; 4 KollagenfibriUen, 5 Blutgefäße, 6 Mastzelle, 7 Plasmazelle, 8 elastische Fasern,
9 seromuköse Drüse, die auch endokrine Zellen (11) enthält, 10 autonomer ~erv, U glatte Muskulatur, 13 hyaliner Knorpel.

162
Respirationstrakt -Bronchien und Bronchiolen

- -,- (Jiatte
~

Abb. 345. Quen;chnitt durch einen


kleinen Bronchus mit noch reichlich
hyalinem Knorpelgewebe in sein er
Wand. Färbung: Elastika·Kernecbt·
rot; Vergr. 30facb. I
I
,..,.. . . . Knorpel

I
I
346 I
I
I
Allti01ttald

Abb. 346. Endverzweigung eines Bronchus mit kleinem Abb. 347. Bronchiolus mit spiralig b is zirlrulär angeordneter
Knorpelrest und einem Lymphozyteninfiltrat; der zahnradarti· glatter Muskulatur, fehlendem Knorpelgerüst und fehlenden
ge Querschnitt erinnert schon an einen Broncbiolus. Mebrrei- DrOseo. Epithel i.a. einschichtig prismatisch mit Flimmer- und
higes Flimmerepithel noch mit einzelnen Becherzellen. rar· Qara-Zellen. Färbung: Elasti.ta·Kemecbtrot; Vergr. 60fach.
bung: Elastika-Kernecbtrot; Vergr. SOfach.

163
Respirationstrakt- Bronchiolus, El ektronenmikroskopie

I
I!Jm I

34!1

Abb. 348. Bronchiolus des Menschen. Das Epithel der Bronchioli besteht aus einem einschichtigen Epithel mit Wimper- (1) und
Clara-Zellen (2). die einem Bindegewebe mit vielen kollagenen und elastischen Fasern aufliegen. G~amtvergr. 3800fach.

Abb. 349. Apex eino:r Clara-Zelle des Menschen. Typisch für die Clara-Zellen ist ihr oft hoch aufgewölbter Zellapex, der Mikro-
villi trägt, von einer recht dichte.n Glykokalyx bedeckt ist und glykoproteinhaltige Sekretionsgranula enthält ( ~ ). Die Clara-Zel-
len sind hei den verschiedenen Säugetieren unterschiedlich gebaut. Bei der Maus (vgl .. Abb. 34) e nthalten sie z.B. zahlreiche
Schläuche des glatten ER. Vergr. 13 OOOfach.

164
Lunge - Lichtmikroskopie

351
Abb. 351. Lungenalveolen mit Darstellung der elastischen
Fasern, von deren netzförmiger Anordnung aber nur das
Durchfokussieren dieses relativ dicken Schnitts den richtigen
Eindruck vermitteln könnte. Di e wenigen und jeweils in der-
selben optischen Ebene liegenden, meist kleinen Aachschnitte
der Alveolenwände geben davon nur ein unzureichendes Bild.
Färbung: Orccin; Vergr. 96fach.

Abb. 350. Übersicht über das Lungengewebe eines Schwei-


n~s mit Bronchus, Bronchioli, Broncbioli terminales, die in
llronchioli. respiratorii übergehen., Ductus a lveolares und z.ahl-
lnsen Alveolen, die durch das feine Netz der Alveolarsepten
,·.,neinander getrennt sind. Färbung: Azan; Vergr. 20fach.


'

'~
"
• Abb. 352. Alveolarsepten in der Lunge eines Rhesusaffen .
Die Alveolarsepten sind sehr zarte Strukturen, die außen vom
Alveolarepithel rnit Pneumozyten l (flache Kerne) und Pneu-
mozyten li (ovale oder rundliche Ke rne) bedeckt sind (s. Abb.
353). Im lnnern der Septen kommen zahllose dichtgepackte
Blutkapillaren - z.T. leer (~ ). z. T. mir rot gefärbten Ery-
throzyten(~)- und ein lockeres Bindegewebe vor {Kollagen-
fasern blau gefärbt). Färbung: Azan; Yergr. 500fach.
352

165
Lunge - Alveolarseptum

Luftraum
der Alveole
Gase• ISIIUsdl

Pneumozyt Typ I
••

----

... .·.. .
.• . .. ..• .·. .......
.: ..... •... La.,...ltenkOrper
Pneumozyt Typ II ••

Abb. 353. Feinstruktur eines Alveolarseptums. Die Pneumozyten (Aiveolanellen) vom Typ li bilden in ihren Lamellenkörpern
den Phospholipidfilm (Surfactant), der mit spezifischen Proteinen assoziiert ist und die Alveolen auskleidet Die Blut-Luftschranke
(Durchmesser an dünnen Stellen 0,2 J~m) besteht aus dem Endothel der KapjiJaren, den dUnnen Pneumozyten (Aiveolarzellen) vom
Typ I und deren gemeinsamer Basallamina.

Abb. 354. Teil eines Alveolarseptums des Menschen mit einem Pneumozyten li (2), dessen Zytoplasma kennzeichnende Larnel·
Jenkörper entllält (Surfactantbildung). 1 Pneumozyt I; 3 Teil eines intraalveolären Makrophagen; 4 Blut kapillare; S im Binde·
gewebegelegener Makrophage; 6 Kollagen (hier krankhaft vermehrt). Gesamtvergr. 6740fach.

Abb. 355. Teil eines Alveolarseptums des Menschen mit Blutkapillare, die sich dem Alveolarepithel von innen eng anlegt. Hier
bilden Alveolarepithel (1), Kapillarendothel (2} und die gemeinsame Basalmembran (3) die Blut-Luft-Schranke. 4 Erythrozyt in
der Kapillare; S Fibrozyt; 6 Kollagenfibrillen; 7 Luftraum der Alveolen. Gesamtvergr. 9400fach.

166
Lunge - Elektronenmikroskopie

3S4

355

167
Niere - Nephron, allgemeine Gliederung

- -

n
a

I
I

I
I

_.,..-; .... ----- ..'

---...--- ------

------------------- --
Abb. 356. Schematische Darstellung dreier Nephrone mit unterschiedlich
langen Schleifen. Am Nierenkörperehen beginnt jeweils der proximale Tu-
bulus (ocker) mit Pars convolula und Pars recta: es folgt der intermediä re
Tubulus (weiß) mit Pars descendens und - bei langen Schleifen - Pars ascen-
dens. Der distale Tubulus setzt sich aus Pars recta (gelbgrün), die zum Nie·
renkörpereben zurückläuft w1d hier die Macula dcnsa bildet, und der Pars
convoluta (braun) zusanunen. Es schließt sich der Verbindungstubulus
(grünlich) an, der in das Sammetrohr (blaugrün) einmündet. Partes rectae
der proximalen und distalen Tubuli sowie der Intermediärtubulus bilden die
Henlesche Schleife. Das Nierenmark läßt sieb aufgrund der unterschied·
Iichen Gliederung der 3 dargestellten Nephrontypen in Außen- und Innen-
streifen (bilden gemeinsam die Außenz.one) sowie In nenzone gliedern. (Aus
Benninghoff.)

Abb. 357. Schema der Gefäßversorgung des Nierengewebes. Die arteriel-


len Gefäße sind rot, die Kapillaren grau, d.ie venösen Gefäße blau. In der
Rinde sind die Markstrahlen durch di e gestrichelte Linie markiert. 1 und 1' =
Arteria und Vena arcuata; 2 und 2' = Arteria und Vena corticalis radiata;
3 = Arteriola afferens; 4 =Glomerulus; 5 - Arteriola efferens; 6 =Artcriola
efferens eines juxtamedullären Nierenlcörperchens; 7 und 7' = arterielle und
venöse Vasa recta; 8 = Vena stellata. (Aus ß cnnioghoff.)

168
Niere - Gefäßsystem

Abb. 358. Zeichnung eines Injektionspräparates der Niere. Die Blutgefäße sin d von der A. renalis aus mit einer mit Berliner
Blau gefärbten Gelatinelösung gefüllt worden, wobei die lnjek:tionsmasse über die Glomeruli hinweg noch die peritubulären
Kapillarnetze erreicht hat, nicht mehr jedoch das abführende Venensystem. Färbung: Ke rnechtrot; Vergr. 20fach.

169
Niere - Gliederung

,,
361
359

· Abb. 359. Übersicht der Niere ein er Ratte mit deutlicher


Gliederung in eine äußere, dunkler gefärbte Rinde (1) und ein
einwärts gelegenes, helles Mark (2). Dessen inoerster, kegel-
förmiger und am gering~~tcn färbbarer Bereich ist die Markpa-
pille (3). Diese Papille wird von einem Nierenkeleb (4) umfaßt.
Streifenförmige Markanteile, die Markstrahlen, schieben sich
weit in die Rinde vor. Beachte die zahlreichen großen Gefäße
(~), die wr Rinde aufsteigen. Färbung: Azan; Vergr. 1Ofach.

Abb. 360. Ausschnitt aus der Nierenrinde des Menschen mit


Glomeruli, proximalen und distalen Tubuli. Beachte das eosi-
nophile Zytoplasma, den apikalen Bürstensaum und die kaum
erkennbaren lateralen Zellgrenzen in den proximalen Tubuli.
Die distalen Tubuli sind he ller, der zellul!ire Aufbau ist besser
erkennbar, der Bürstensaum fehlt (s. auch Abb. 376). Plastik-
schnitt. Färbung: H. E.; Vergr. 100fach.

Abb. 361. Schnitt durch das Nierenmark des Menschen mit


Sammelrohren, intermediären Tubuli (dünnen Teilen der
Heilleseben Schleifen) und kleinen Blutgefäßen. Plastik-
schnitt. Färbung: H. E .; Vergr. 200facb.

170
Niere - Gefäß- und Tubulussystem

363

Abb. 362. Nierenkörperehen (Mensch) mit Harn- und Ge-


faßpol. Am Harnpol setzt sich das niedrige äußere Epithel der
Bowmanschen Kapsel in das höhere und stärker färbbare
Epithel des hier beginnenden "I'ubulusapparats (= Pars contor-
ta des proximalen Tubulus) fort. Das innere Blatt der Bow-
manscben Kapsel bildet die Pod02yten der Glomeruluskapilla-
ren. Am Gefäßpol eine Macula densa, am Kierenkörperchen
proximale und distale Tubu.l i. Färbung: Azan; Vergr. 240fach.
Abb. 363. Nierenrinde des Schweins mit Nierenkörpereben
und Macula densa (-+). Die Macula densa ist ein umschriebe-
ner Epithelbezirk mit dichtgelagerten Zellkernen des distalen
Tubulus am Übergang von dessen Pars recta zur Pars convo-
luta. Hier kommt der distale Tubulus mit extraglomerulären
Mesangiumzellen sowie V as afferens und V as efferens in Kon-
takt. Die Macula densa ist Teil des juxtaglomerulären Appara-
tes und mißt die NaO-Konzentration. (G) Glomerulus, (II>-)
äußeres Blatt der Bowman-Kapsel. Färbung: H.E.; Vergr.
SOOfach.
Abb. 364. Nierenrinde eines Rhesusaffen mit proximalen
Tubuli (Pars convoluta). Diese sind im H. E.-Prliparat kräftig
rot gefärbt. Die Epithelzellen sind reich an Lysosomen, Pero-
xisomen sowie Mitochondrien und tragen apikal einen hohen
Bürstensaum. Zwischen den Tubuli befinden sich Blutkapilla-
ren mit dunkelrot gef!lrbten Erythrozyten. Plastikschnitt. Fär-
bung: H. E.; Vergr. SOOfach.
Abb. 365. Nierenrinde eines Rhesusaffen mit distalen Tubuli
(1, Pars convoluta), die vergleichsweise hell gefärbt sind. Unter
anderem am linken Bildrand sind proximale Tubuli (l) ange-
schnitten. Im gut fixierten Präparat sind die distalen Tubuli oft
ähnlich hoch wie die proximalen, im Paraffinschnitt wirken sie
meistens etwas oiedriger.lhoen fehlt der Bürstensaum. Siebe-
sitzen ein ausgeprägtes basales Labyrinth. Plastikschnitt. Fär-
bung: H. E.; Vergr. 450facb.

171
Niere - Gefäß- und Tubulussystc m

366

Abb. 366. Längsschnitt eines Marksirabis (Niere, Mensch)


mit angrenzendem Labyrinth (links im Bild). Die Pars recta
ines proximalen T ubulus zeigt buckelfönnig in die Lichtung
vorragende Epithelzellen und ein enges Lumen, während das
Sammelrohr eine weitere Lichtung und eine fast geradlin ig da-
zu verlaufende Epitheloberfläche aufweist. Der gestreckte
Abschnitt des distalen Tubulus ist tangential getroffen und da-
her vor allem durch seinen Kernreichtum vom proximalen Tu-
bulus unterscheidbar. Färbung: Auln; Vergr. 240fach.

Abb. 367. Längsschnitt durch die Tnnenwne des Niere.n-


marks (Mensch), in der u. a. die von einem besonders niedri-
gen Epithel ausgekleideten sog. dünnen Teile der lien1eschen
Schleife(= intermediärer Tubulus) imponieren, deren ab- und
aufsteigender Schenkel in einer U-förmigen, mit ihrem Schei-
tel stets papillenwärts gerichteten KrUmmung ineinander
368
übergehen. Färbung: Azan; Vergr. 150fach.

Abb. 368. Nierenrinde des Menschen mit Markstrahlen (M)


und dazwischenliegendem Nierenlabyrinth (t ). Die Ma rk-
strahlen setzen sich aus 4 bis S Sammolrohren und den ge-
streckten Abschnitten (Partes reclae) der proximalen und di-
stalen Tubuli zusammen. lm Nierenlabyrinth be finden sich
Nierenkörperehen und die gewundenen Abschnitte (Partes
I convolutae) der proximalen und distalen T ubul i. Färbung:
H. E.; Vergr. 50fach.

Abb. 369. Nierenpapille eines Rhesusaffen. An der Nieren·


papi!Je münden die großen Sammetrohre (Ductus papi llares,
-+) in die Nierenkelche. Para llel :r.u ihnen ve rlaufe n in der Pa-
.. pille die beiden Schenkel der dUnnwandigen Tntennediär-
tubuli. Außen wird die Papi lle von Übergangsepithel (.,.) be-
deckt. Färbung: H.E.; Vergr. 50fach.
369

172
Niere - Nierenkö rpereh en und -tubuli

370

Abb. 370. Nierenkörperehen (Ratte) mit Gefäß- (oben im


Bild) und Harnpol im semidUnnen, ca. 1 11m dicken Schnitt.
Die Partes convolutae der pro>eimalen Tubuli zeigen einen
sehr deutlichen Bürstensau m und an dessen Basis intensiv blau
gefärbte, feinste Granula, die vor allem Lysosomen entspre-
chen. Die großen. optisch leeren Vakuolen enthalten mögli-
cherweise Lipide. Färbung: Methylenblau-Azur TI; Vergr.
240fach.

Abb. 37L Nierenkörperehen des Menschen mit Gefäßpol ·


( ArterioIa efferens vgl. Abb. 370) und den im Winkel zwischen
zu- und abführender Arteriole gelegenen extraglomeruläre.n
Mesaogiumzellen (Ooormaghtigbsche Zellen), die zun1 sog.
juxtaglomerulären Apparat gehören. Rech1s davon Anschnitt
des Randbezirks einer Macula densa. Färbung: Methylenblau-
372
Azur; Vergr. 600fach.

Abb. 371. Niere nkörperehen des Me nschen mit Gefäßpol


(Arteriola affercns, * ) und den im Winkel zwischen zu- und
abführender Arteriole ge legene n extraglomerulären Mesangi-
umzellen (Goormagh tighsche Zellen, vgl. Abb. 371). Beachte
in der Wand der Arteriola afferensdie rot granulierten Zellen,
die Reoin bilden ( ~). 1: Kapillaren des Glomerulus; 2: proxi-
maler Tubulus; 3: distaler Tubulus; .,..: intraglomeruläre Mes-
angiumzellcn. Plastiksc:hnilt. Färbung: H.E.: Vergr. 600fach.

Abb. 373. Nierenrinde der Ra u e mit deutliche r Markierung


der Reabsorptionsfunktion der gewundenen Abschnitte der
proximalen Tubuli durch Aufnahme und Spe icherung des
Vitalfarbstoffs Trypanblau. Färbung: Kemechtrot; Vcrgr.
150fach.

173
Nierenkörperehen - Elektronenmikroskopie

374

Abb. 374. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme eines Kapil-


larknäuels (Glomerulus) in der Rattenniere. Die Kapillarschlingen
sind außen von Podozyten bedeckt, deren Perlkaryen (1) Primär-
fortsätze (Z) bilden, die ihrerseits seitlich füßchenartige Sekundär-
fortsätze (3) tragen. Die Sekundärfortslitze benachbarter Podozyten
sind eng miteinander verzahnt. Der Spalt zwischen den sekundären
Fortsätzen wird von der Schlitzmembran überbrückt. ( 4) Filtrations-
raum; (S) äußeres (parietales) Blatt der Bowman-Kapsel. Präparat:
Prof. Tsuneo Fujita, Niigata, Japan; Vergr. 2100fach.

Abb. 375. Blut-Harn-Schranke im transmissionselektronenmikro-


skopischen Präparat. Der Filtration~'Prozeß erfolgt im Bild von recht.~
nach links. Das Kapillarendothel besitzt echte Poren(.,.). Die Basalla-
minae von Endothel und Podozyten verschmelzen zu einer einheitli-
chen Struktur mit relativ dicker Lamina densa (* , ea. 50-60 nm). Die
Basallamina trägt elektrisch negative Ladungen und ist eine wichtige
Komponente des Ultrafilters. Außen si tzen der Basallamina die Se-
kundärfortsätze (* )der Podozyte n auf, die durch einen 40-45 nm wei-
ten Spaltraum getrennt werden, der durch die Schlitzmembran (~)
überbrückt wird. Sie besteht aus dem Protein Nephrin und hält Sub-
stanzen mit einem Molekulargewicht von bis zu 70000 (Albumin)
zurück . Vergr. 40000fach.
375

174
Tubulusepithelien, kortikales Sammetrohr - E lektronenmikroskopie

I b

Abb. 376a- c. Ra ttenniere. a) Epithelzelle eines proximalen Tubulus mit hohem apikalem BUrsten-(Mikrovilli-)Saum(* ); zwi.
sehen den Basen der Mikrovilli sind tubuläre Einstülpungen zu finden. Diese sind vielfach Ursprung von Endozytosevesikcln, die
funktionell mi t Lysosomen in Zusammenhang stehen. Die Epi thelzellen sind untereinand~r durch zahlreiche seitliche Fortsätze
mite inander verzahnt; Mitochondrien (1) und Lysosomen sind zahlreich. Vergr. 6740fach. b) Epithelzelle eines distalen Tubulus
mit nur wenigen kurzen apikalen Mikrovilli; den vielen tiefen basolateralen Membrancinfaltungen sind Mi tochondrien (1) ange·
lagert; (2) verein:telte Lysosomen; das basale Labyrinth ist z..T. erweitert (* ). Vergr. 7680fach . c) Sammetrohr mit den einfach
strukturierten Hauptzellen, die in der Rattenniere relativ niedrig sind. Apikal einzelne kurze Mikrovilli, wenige kleine Mitochon-
drien , basal viele kur..:e Membraneinfalrungen (* ); (3) subepitheliales Bindegewebe. Vergr. 7330fach.

175
Ableitende Harnwege- Ureter und Harnblase

Abb. 377. Querschnitt eines


Harnlehen (Mensch} mit stem-
förmig eingeengte r Lich tung
(durch Kontraktion der gl11ten
Muskulatur, s. auch Tabelle 15)
und einer in BUndein wechseln-
der Ve rl aufsrichtung angeord ne-
ten 1\mica muscularis. Diese läßt
eine innere lllng.s-. eine mittlere
rirkullr· und eine lußere lllngs-
orienderte Schicht erkennen, die
OieSende Übergänge ineinander
zeigen. Dieses erklllrt sieb aus
der Tlusacbe, d•ß die einzelnen
Muskelbündel kontinuierliche,
mit unterscbicdlic:bem Steigungs-
winkel schraubig um die Ungs·
achse gewundene Zellsirlinge
darstellen. Das Epnbcl tst ein
Obergangsepithel.
Flirbung: H. E.: Vergr. 30fac:b.

Abb. 378. Auch die Harnblase


(Mensch) ulgt, Ihnlieh wie der
Ureter. eine unscharfe Gliede·
rung ihrer Tunica muscularis in
mehrere Schichten, deren jewei-
lige Muskel bOndei aber als Teile
durchlaufender SpiralzUge nie-
mals exakt tirkullr oder Jllngs,
sondern meist mehr oder weni-
ger sehrllg zur Ungsachse der
Blase orientiert sind. Das Über-
gangsepithel ist wegen des Deh·
nung.szustandcs der Blase relativ
01ch Eine Submukosa ist nur
undeutlich ausgebildet und kaum
von der Lamina propriader Mu-
kosa zu trennen. Fllrbung: H .E.:
Vergr. 18fach.

176
Ableitende Harnwege- Ureter und H arnblase

Querschnitte durch Ureter und Harnblasenwand (gedehnt


und ungcdehnt) von einem Affen (Pavian) bei gleicher
Vergrößerung (lOOfach), um einen direkten Vergleich der
Wandstärken :w ennöglicheo.

Abb. 379. Wandsegment eines quergeschnittenen, nicht ge-


dehnten Ureters von einem l'avian mit deutlicher Paltenbil·
dung der Schleimhaut und einem hohen Übergangsepi theL
Die Muskularis besteht aus Zügen spiralförmig miteinander
verflochtener glatter Muskel:tellen, innen übe rwiegend längs ,
außen überwiegend ringförmig angeordnet. Färbung: H. E .;
Vergr. lOOfach.
379

Abb. 380. Bei einer maximal erweiterten (passiv gedehnten)


Harnblase sind Übergangsepithel und die übrige Blasenwand
so schmal geworden, daß sie bei dieser Vergrößerung noch
vollständig in einem Bild erfaßt werden können. Färbung:
H. E .; Vergr. lOOfach.

Abb. 38L Die Abbildung zeigt einen Ausschnitt aus dersel-


ben Harnblase wie zuvor, nur daß dieses Stück Blasenwand
sich stark kontrahiert bat. Die Schleimhaut ist zu kräftigen Fal-
ten aufgeworfen, die von einem hohen Übergangsepithel be -
deckt werden. Beachte, daß von der gesamten Wand bei iden-
tischer Vergrößerung nur noch die Mukosa und die allerioner-
sten Züge der Muskularis in einem Bilderfaßt werden können.
Färbung: H. E.; Vergr. IOOfach.

177
Ableitende Harnwege- Ureth ra

382 383

Abb. 382. Der Querschnitt einer weiblichen Harnröhre


( Urethra, Mensch) ze igt hier eine ungewöhnlich weite Lieh·
tung und eine aus schmalen BUnddn glatter Muskelzellen be·
stehende Muskularis, die nach außen an Dichte zunimmL Zv.~­
schen innen gelegenem Epithe l und der außen liegenden Mus-
kularis befindet sich ein dichter Venenplexu~. der die Funkt1on
eines Schwellkörpers bat. Fä rbung: Azan; Vcrgr. l Ofach.

Abb. 383. Die höhe(e Vergrößerung zeig1 im Bindegewebe


der Lamina propria zahlreiche Anschnitte des Venenplexus,
der beim Verschluß der Urethra mitwirk t. Beim Mann bildet
dieser Venenplexus das Corpus spongiosum penis. Färbung:
Azan; Vergr. 62fach.

Abb. 384. Querschniu durch die Urethra (Harnröhre) eines


Mannes. Die Schleimhaut (Mucosa) der Urethra bildet norma-
lerweise viele Falten, zwischen deuen die mukösen Urethral-
drüsen münden. Das Epithel ist ganz überwiegend ein mehr-
reihiges oder mehrschichtiges hochprismatisches Epithel. Die
Lamina propria enthält eim:n dichte n VenenpleX\JS {* ), das
Corpus spongiosum penis, sowie elastische Fast~rn, Kollagen-
fasern und ein:telne Schleimt.lrUsen. Das Corpus spongiosum
ist außen durch eine straffe Bindegewebshülle begrenzt. Fär-
bung: H. E.; Vergr. 50fach.

Abb. 385. Schnitt durch die Urethra und die ionersten Teile
des Corpus spongiosum im Penis eines Mannes. Das Urethra l-
epithel ist mehrreihig oder mehrschichtig und die obeme Zell-
schicht prismatisch. Färbung: H. E.: Vergr. 200fach.
385

178
Männliche Geschlechtsorgane- Keimepithel

Lumen spate Spermat•de

Sertoli Zellen
...


...
Basa l<lm na .: -

Myoflbroblast

• •.... Leyd1g-Zelle
Aetnke
Knstall
388

Abb. 386. Keimepi thel des Hodens mit Sertoli-Zelle und Keimzellen sowie Anteile des interstitiellen Bindegewebes. Die spezi-
ellen Zonulae occludentes zwischen den Sertoli-Zcllen bilden die sog. Blut-Hoden-Schranke , die basales und adluminales Korn·
par timent des Keimepithe ls trennt. De r helle Kern der Sertoli-Zellen ist gelappt und besitzt e inen auffallenden Nukleolus, in den
Lysosomen (Residualkörpc r) werden die Teile des Zytoplasmas der Spermatiden abgebaut, die wäh re nd ihrer Ausre ifung abge-
stoßen werden. RER: rauhes e ndoplasmatisches Retikulum, GER: glattes endopl asmatisches Retikulum. Die Leydig-Zcllcn bil-
den Testosteron; die Reinke-Kristalle nehmen im Al ter an Zahl zu und deuten u.U. degenerative Vorgänge an. *= Zytoplas·
mahrticken zwischen Keimzellen in verschiedenen Reifestadien; A = Akrosom.

179
Männliche Geschlechtsorgane - Reifer Hoden

388

Abb. 387. Randpartie eines reifen menschlichen Hodens mit der sehr derben, außen vom mesothelialen Epiorchium bedeckten
Tunica albuginea. Zwischen den Anschnitten der Tubuli contorti erkennt man die locker gruppierten, stärker azidophilen Leydig-
schen Zellen(= Hoden:zwischcnzcllen). Farbung: H. E.; Vergr. 40fach.

Abb. 388. Hodengewebe, Mensch mit mehreren Tubuli. seminiferi, die aus Sertoli-Zellen (helle Kerne mit deutlichem Nukleolus
basal im Epitbel) und den verschiedenen Zellformen der Spermatogenese aufgebaut sind. Gut erkennbar sind vor allem die basal
gelegenen Spermatogonien, die großen Spermatozyten I. Ordnung, deren Kernstruktur je nach Phase der 1. Reifeteilung unter-
schiedlich aussieht, und Spermatiden, die v.a. im lumennahen Bereich vorkommen. Schon sperrnienllhnliche Spermatiden in api-
kalen :raschen der Scrtoli-Zellen erscheinen als kleine dunkle Punkte. Die Tubuli seminiferi sind von einer eosinophilen Schicht
umgeben, die v.a. von schlanken Myofibroblasten aufgebaut wird. Im Bindegewebe zwischen den Tubuli finden sich Leydigsche
Zellen. Plastikschnitt. Färbung: H.E.; Vergr. IOOfach.

180
Männliche Geschlechtsorgane - Spermatogenese

Abb. 389. Querschnitt eines Tubulus contortus (Hoden,


Mensch) mit Zellforme n der Spermatogenese. Die basal lie-
genden Zellen mit rundem Kern sind die Spermatogonien. Die
über ihnen gelegeneo größeren und ebenfalls runde Kerne
aufweisenden Elememe sind die durch Teilung und Wachsturn
aus den erstgenannten hervorgegangenen Spermatozyten L
Ordnung. Lumcnwärls folgen die d urch die erste Reifeteilung
entstandenen, oft schwer abgrenzbaren und nur kurze Zeit exi·
stierenden kleineren Spermatozyten ll. Ordnung. Aus der
zweiten Reifeteilung gehen dann die oft zahlreichen haploiden
Spermatiden hervor. Die Köpfe der reifen Spermatiden und
der Spermatozoen treten als farbdichte, kommafönnige Gebil-
de deutlich hervor. Im interstitiellen Bindegewebe Anschnitte
mehrerer Leydigscher Zellen, von denen die oben im Bild ge-
legenen die stäbchenfönnigcn Reinke-Kristalle enthalten. Fär-
bung: Azan; Vergr. 240fach.

Abb. 390. Die höhere Auflösung des Keimepithels (Hoden,


Mensch) läßt vor allem die Kerne der Sertoli-Zellen klar
erkennen. Sie unterscheiden sich durch den stets deutliche-n
Nukleolus und die Heterocbromatinarmut ihres Kerns von
den Zellformen der Spermatogenese. Beachte am linken unte-
ren Rand des Tubulus die Telophase einer Spennatogonien-
teilung. Färbung: Azan; Vergr. 380fach.

Ahb.391. Gruppe Leydigscher Zellen im Hodenbindegewe-


be zwischen den Tubuli seminiferi des Menschen. Beachte die
erhebliche Zellgröße, das zart eosinopllile Zytoplasma (viel
glattes ER) und den rundlichen Kern. Plastikscbnitt. Färbung:
.EI. E.; Vergr. 200facb.
391

181
Män nliche Geschlechtsorgane- Rete testis und Nebenhoden

392 393

Abb. 392. Schnitt durch das Mediastinum testis (rechts im


Bild) und den angrenzenden Nebenhodenkopf (Mensch). Die
stark verzweigten, engen und miteinander anastomosierenden
Kanälchen des Rete testis bilden den Anfang der samenable i-
tenden Wege und mUnden in die Ductuli efferentes des Caput
epididymidis. Färbung: H . E.; Vergr. 38fach.

Abb.393. Übersicht über den Nebenhoden (Mensch) mit


Anschnitten der beiden in ihm vorkommenden Kanalsysteme.
Die stark gewundenen Ductuli efferentes liegen im Kopf
(rechts im Bild) , der noch stärker aufgeknäuelte Ductus epi·
didymidis in Körper und Schwanz des Nebenhodens. Die Due-
tuli efferentes sind schon bei schwacher Vergrößerung an der
sägeblattartigen Ko ntur ihrer Lichtungen von den innen stets
glatt begrenzten Anschnitten des Nebenhodengangs zu unter-
scheiden. Färbung: H. E .; Vergr. 25fach.

Abb. 394. Die stärkere Vergrößerung läßt erkennen, daß so-


wohl die Höhe der prismatischen Epithelzellen als auch ihre
Schichtung entlang der Z irkumfe renz eines DuclUius efferens
mehr oder wenige r regelmäßig w~hseln. D ie in die Lichtung
vorspringenden Kuppen werden von einem hochprismatischen
mehrreihigen bis mehrschichtigen Epithel mit Kinozilien ge -
bildet, die Buchteu hi ngegen von einem e in- bis zweireihigen
isoprismatischen Epithel ohne Flimmerhaare. Letztere sind
wegen der zu niedrigen Vergrößerung hier allerdings nicht
deutlich. Färbung: H. E.; Vergr. 96fach.

Abb. 395. Detail aus der Wand eines Ductus epididymidis


eines Rhesusaffen. Da~ zweireihige Epithel ist klar e rken nbar
und besteht aus kleinen Basalzellen (-+) und ausdifferenzier-
ten hochprismatischen Epithelzcll en , die apikal Stereozilien
tragen (s. auch Abb. 85 und 95). Im Lumen Spermien. Fär-
bung: H.E.; Vergr. SOOfach.
395

182
Männliche Geschlechtsorgane - Samenstrang und Samenleiter

...

396 397

Abb. 396. Querschnitt durch einen menschlichen Samenstrang (Funiculus spermaticus) mit Samenleiter (Ductus deferens) und
zahlreichen Gefäßen. Die Venen sind hier mit ihrer dreischichtigcn Media ungewöhnlich dickwandig und l(önnen daher leicht mit
Arterien vcrwcchselt.wcrden. Den M. cremaster erkennt man rechts in der Wand des funiculus spermaticus; er ist außen der Fas-
cia spermatica interna angelagert. Färbung: H.E.; Vergr. 7fach.
• Au.-.,. ~
, '•I
Abb. 397. Querschnitt durch den Sa- ,'' I
/ I •.,
menleiter eines Rhesusaffen. Beachte L •
das zweireihig prismatische Epithel und r--
die kompakte Muskelschicht (1), in der
mehr oder weniger deutlich innere und
äußere Längs- sowie mittlere Ringmus-
kulatur zu unterscheiden sind. Im Lu-
men befinden sich Spermien. Färbung:
H.E.; Vergr. l30fach.

Abb. 398. Der Ductus deferens


(Mensch) ist char~k.terisiert durch eine
dicke, deutlich in drei Schichten ge-
gliede rte Muskularis, die aus kontinu·
ierlichen Zllgen glatter Muske lzellen be-
stehen soll. Diese verlaufe n außen steil,
in der Miu elschicht zirkulär und innen
wieder steil, so daß im Querschnitt eine
äußere Längs·, mittl ere Ring- und in·
nere Längsmuskulatur imponiert. Das
Epithel ist zweireibig prismatisch mit
Stereo:r.ilien, die gegen Ende des Samen-
leiters fehlen (!). Die Lichtung ist durch
Kontralcti on der Muskulatur srern-
förmig eingeengt (vgl. Tabelle 15). Fär-
bung: Ii. E.; Vergr. 53fach. 398

183
Männliche Geschlechtsorgane - Ampulla ductus deferentis und Vesicula seminalis

,. , ~

,,
/

I
I
I
/

Abb. 399. Übersiebt Ober die Vesicula seminalis und die Ampulla ductus dcfercntis (Zeichnung). Zur Differenzierung dieser bei-
den einander ähnlichen Hohlräume dienen vor allem die Unterschiede in der lichten Weite sowie in der Dic.ke der sie umgebenden
Muskelmanschette. Vergleiche auch mit den O riginalen der Abb. 3'17 und 400. Färbung: H. E.: Vergr. 13fach.

184
Männliche Geschlechtsorgane - Vesicula seminalis und Prostata

400 401

Abb. 400. Die stiirkere Vergrößerung der Wand der Samen-


blase (Rhesusaffe) läßt die fast filigranartige Textur der
Schleimhaut erkennen, die durch die vielfach miteinander ana-
stomosierenden zarten, epithelbedeckten Falten zustande
kommt. Auch hier finden sich im Schnittpräparat, ähnlich wie
in der Gallenblase, von Epithel ausgekleidete Hohlräume in-
nerhalb der Schleimhaut, die jedoch außerhalb dieser Schnitt-
ebene mit dem DrUsenlumen kommunizieren. Allerding;; sind
diese in den Samenbläschen sehr viel zahlreicher, und vor al-
lem erlaubt die kräftige ~uskularis (1) e ine sichere Abgren-
zung gegen die Gallenblase. Im Lumen (2} rotgefärbtes Sekret
(vgl. Abb. 320). Färbung: H .E.; Vergr. 120fach.

Abb.40L Prostata, Mensch, Übersicht. Die DrUsenschläu-


che dieser tubuloalveol1iren DrUse sind unterschiedlich weit;
ihre Wand (Epithel und oft auch subepitheliales Bindege-
webe) bildet vielgestaltige Falten. Im Lumen sind mitunter
eosinophile Prostata"$\eine" erkennbar, die aus eingedicktem
Sekret bestehen. Zwischen den Drüsenschläuchen unter-
schiedlich weite Bindegewebsstraßen mit Zügen glatter Mus-
kelzellen, Kollagen- und elastischen Fasern. Färbung: HE.;
Vergr. 40fach.

Abb. 402. Prostata, Mensch. Die Höhe des Drüsenepithels


variiert in Abhängigkeit vom Androgenspiegel m-ischen flach
einschichtig und hochprismatisch bis mehrreihig. In dem flüssi-
gen, milchigen Sekret, das exozytotisch und wohl auch apokrin
in das Drüsenlumen abgegeben wird, befindet sich als kenn-
zeichnende Komponente saure Phosphatase. Färbung: H.E .;
Vergr. l()()(ach.
402

185
Männliche Geschl echtsorgane- Penis

flrJOII fJ

Abb.403. Penisquerschnitt (Mensch). Einzelheiten des Corpus spongiosum penissowie der männlichen Urethra s. Abb. 384 u.
385. Färbung: H . E .; Vergr. 4fach.

Abb.404. Kavernen, Blutgefäße variable n FUIIungszustands,


im Corpus cavernosum des Penis des Menschen. Die Kaver-
nen, die der wesentliche Teil des Schwellkörpers sind, werden
von den Rankenarterien gespeist und s ind bei der Erektion
prall gefüllt. Sie sind von Endothel ausgekleidet. Zwischen
ihnen liegen Bindegewebsbalken mit glatten Muskelzellen,
Kollagenfasern und elastischen Fasern. Färbung: H.E .: Verg.r.
40fach.

186
Weibliche Geschlechtsorgane- Ovar

\'tn'l
I
I

--·---"~ 1
I
I
I
~yt...,_y Gt~ FcD.el
I
I
Gta.1f!lc1w fj
4()5

Abb. 405. Etwas schematisierende und aus mehreren Einzel-


schnitten zusammengestellte Zeichnung eines vollständigen
Querschnitts (~u erkennen 11m Mesovarium) durch einmensch-
liches Ovar (aus Pat:lelt: Histologie; 3. Auß. Urban & Schwar-
zenberg, Wienl948). Da das Auffinden derverschiedenen Rei-
festadien der Follikel bei me nschlichen Ovarien oft schwierig
sein kann (Lebensalter), werden im mikroskopischen Kurs im·
mer auch Präparate von Ovarien verschiedener T ie ra rten ge-
zeigt. Graaf-Follikel: großer, sprungbe reiter Tertiärfollikcl;
atretische foUikel: vor dem Eisprung zugrunde gebende Folli-
kel. Färbung: H. E.; Vergr. 15fuch.
Abb. 406. Rinden7.one des Ovars (Rhesusaffe) mi t Primor-
dialfollikeln ( 1) und einem frOhen Primärfollikel (2). Beachte
die untersch iedliche Höhe des 'Follikelepithels. Zellreiches
spinozelluläres Bindegewebe in Nähe der Follikel. Die
Primordialfollikel ähneln Ganglienzellen, die Betrachtung des
ganzen Organ$ bei geringer Vergrößerung fUhrt diagnostisch
auf den rich tigen Weg. -+: Peritooealepithel. Farbung: H.E.;
Vergr. l OOfach.

187
Weibliche Geschlechtsorgane - Elektronenmikroskopie

Abb. 407. Eizelle (l ) und dünne Follikelepithelzelle (2) eines PrimordiaUollikels des Menschen. Beachte im Kern (1) der Eizelle
den großen Nukleolus(~) und im Zytoplasma zahlreiche Ribosomen und mäßige Mengen an Mitochondrien( * ); .,.: Basallami-
na des Follikels. Vergr. 8830fach.

Abb. 408. Eize lle und Granulosazellen eines frühen Tertiärfollikels des Menschen. Im Z ytoplasma der Eizelle zahlreiche kleine
Mitochondrien; 1 Zellkern der Eizelle; 2 Zona pellucida, in die Mikrovilli der Eizelle und vor allem der Granulosazellen hinein-
ragen; 3 Granulosazellen. Vergr. 2100rach.

188
Weibliche Geschlechtsorgane- Ovar

409

Abb. 409. Rindenzone eines menschlichen Ovars mit mehre-


ren Primordlal- und zwei Primärlollikeln, dazwischen helle
Theca-intema-Zellen mit rundlichem Kern. Primärfollikel
sind durch ihr kubisches bis prismatisches Epithel, eine muko-
polysaccharidreiche Grenzschicht ("Giashaut", Zona pellu-
cida) zwischen Follikelepithel und Keimzelle und eine wesent-
lich größer gewordene primäre Oozyte charakterisiert. Fär-
bung: H.E.; Vergr. LSOfach.

Abb. 410. Früher Tertiärfollike l mit sicheiförmigem Antrum


folliculi (flüssigkeitsgefülltes Lumen des Follikels} und noch
flachem EihUgel (Cumulus oophorus). Die Zellen des
mehrschichtigen Follikelepithels werden Granulosazellen ge-
nannt. Das nach außen direkt angrenzende bindegewebige
Stroma ovarii hat sich zur Theca folliculi umgruppiert, ohne
aber schon eine Differenzierung in die spätere Theca intema 411
und externa erkennen zu lassen. Die Zona pellucida stellt sich Vllr>' ~
als ringförmiger Saum um die Eizelle(* ) dar. Färbung: H.E.;
Vergr. 150fach.

Abb. 411. Wand e ines Gelbkörpers des Menschen mit


großen Granulosaluteinzellen (Follikelepithel, 1} und kleine-
ren Thekaluteinzellen (Theca intema, 2). Beide Zellformen
enthalten FetteinschlUsse und bilden Steroidhormone (Proge-
steron, Östrogen). Im Lumen (3) des Gelbkörpers entsteht
Bindegewebe. Färbung: H.E.; Vcrgr. !20fach.

Abb. 412. Die stärkere Vergrößerung läf3t die ungewöhn-


liche Größe der Granulosaiuteinzellen und deren unterschied-
lichen Vakuolisierungsgrad sehr deutlich erkennen. Die heUen
Vakuolen sind im lebenden Gewebe mit Lipiden gefüllt. Cor-
pus luteum, Katze. Färbung: Azan; Vergr. 380fach.

189
Weibliche Geschlechtsorgane - Tuba uterin a

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Abb. 413. Querschnitt eines Eileiters in Höhe seiner Ampulle (Tuba uterina, Mensch). Charakteristisch sind vor allem die zarten,
reich,•erzweigten Schleimhaut falten sowie die locker gefügte, nicht streng in Schichten gegliederte Tunica muscularis, die bis unte r
die Scrosa reicht. In der Wand des Eileiters fwden sich nicht nur auffallend viele Blutgefa&l, sondern oft auch zystische Reste des
Gartnerschen G anges. Zur Differentialdiagnose s. Tabelle 15. Färbung: H.E.; Vergr. 22fach.

414 41 5
Abb. 414. Wand der Tuba utcrina des Menschen im Bereich Ahh. 415. Schleimhautfalu:n dt:r Tuba uterina de.s Menschen im
der Ampulle. Beachte den ungewöhnlichen Reichtum an Blut- Bereich der Ampulle. Das einschichtige, prismatische Epithel be-
gefäßen. (A) Arterien, (V) Vc ncri, (* ) labyrinthisch geformte steht aus kin<Ytilienbesctztcn Flimmerzellen und Drüscnzellcn, de-
Lichtuog der Tuba ute rina. Vergr. SOfach. ren jeweilige Mt:nge, Morphologie und Funktion zyklusabhängig
erheblich schwankt. Kurz vor der Ovulation sind knapp 50% der
Epithelzellen Flimmerzellen, in der späten Lutealpha.~e nur 5%.
Schmale dunkle "Stiftcbenzellen·· kommen in der 2. Zyklushälfte
vor; sie sind Zellen, die aus dem Epithel ausgestoßen werden. Pla-
stikschnitL Färbung: H.E.; Vergr. 200fach.

190
Weibliche Geschlechtsorgane- Vagina und Zervix

417

Abb. 416. Längsschniu durch Scheidengewölbe (Fomix vagi-


na) und Zervix einer menschlichen Gcbärrnuner (15jähriges
Mädchen). Das Scheidengewö lbe umschließt den in die Vagi -
na ragenden Teil der Zervix (= Portio vaginalis cervicis). Die
Zervixhöhle öffnet sieb mit dem äußeren Muttermund auf der
Portio vagin alis. Färbung: H.E .; Vergr. 5fach.

Abb. 417. Portio vaginalis einer Frau mit dem Übergang von
mehrschiebtigern unverhorntem Plauenepithel (* ) der Vagi-
na zum einschichtigen prismatischen Drüsenepithel der Zervix
(~).Färbung: H.E.; Vergr. 250faeh.

Abb. 418. Eine A usschnittsvergrößerung des Zervikalkanals


zeigt zahlreiche Anschnitte durch dichtgestellte Faltenbildun· 4 18
gen u nd zwischen d iesen liegenden Spalten. Diese ähneln im
Scbni tt D l.ilsen und werden von einem hohen prismatischen
Epithel ausgekleidet, dessen Zellen genau wie die an der
.... -·
rl •
' •'•
freien Oberfläche mit schleimigem Sekret gefüllt sind. Letzte-
res findet sich auch in den Lichtungen der Spalten und im Zer-
vikal.ka nal. Färbung: H.E.; Vc rgr. 23fach.

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-.'
Abb.419. Abstrich vom Vaginale pithel am äußeren Mutter-
mund mit rot und blau gefärbten oberflächlichen Platten-
/. •
epith elzellen sowie Leukozyten. Die rot gefärbten Epithelzel-
len (mit pyknotischem Kern) Oberwiegen in der folliklllären • "
Zyklusphase (Östrogcncinfluß). die blauen Zellen (oft typisch • • •
gefältelt und mit etwas hellerem Kern) in der lutealcn Phase ."..,
(Progesterooeiofl uß). Zwischen den großen Plattenepithelzel-
len viele neutrophile Granulozyten(-.). Färbung: naeh Papa-
nicolaou; Vergr. 470fach.
41 9

191
Weibliche Geschlechtsorgane- Uterus

420 ~ 421

Abb. 420. U terus , Mensch, Endometrium; relativ früher


Zeitpunkt der Proliferationspha.<;e, die vom 5.- 14. Tag des
Menstruation:;zyklus dauert. Die Drüsen der Funktionalls des
Endometriums verlaufen gerade, die D rüsenschläuche der Ba·
salis sind geknäuelt. Während der Menstruation wird nur die
Funktionalls abgestoßen. Plastikschnitt Färbung: H.E .; Vergr.
20facb.

Abb. 42L U terus, Mensch, Proliferationsphase, schräg· und


quergetroffene Drüsen. Sowohl im zellreichen Bindegewebs·
raum (Stroma) als auch im Drüsenepithel finden sich vielfach
Mitosen. Plastikschnitt. Färbun.g: H .E.; Vergr. 200fach.

422 Abb. 422. Endometrium, Sekretionsphase (15.-28. Tag des


Menstruat.ionszyklus); 26. Tag. Die Drüsenschläuche sind
stark geschlängelt und ausgebuchtet und sehen oft sägeblatt-
ähnlich aus. Die oberen Schichten der Funktionalis erscheinen
infolge eines größeren Zellreichtums sowie der großen, plat-
ten, zu sogenannten Pseudodeziduazellen modifizierten Bin-
degewebszellen dichter und werden daher als Kompakta der
tiefer gelegenen, besonders drUsenreichen Spongiosa gegen-
übergestellt. Färbung: H.E.; Vergr. 20fach.

Abb. 423. Endometrium, Mensch, späte Sekretionsphase.


D ie Drüsenzellen bilden aktiv Schleime, der Apex ist oft vor-
gewölbt. Nur in den ersten Tagen der Sekretionsphase befin-
det sich basal in der Zelle viel Glykogen, das im Schnitt her-
ausgewaschen wird (retronukleäre Vakuole). Plastikschnitt.
Färbung: H.E.; Vergr. 200fach.
423

192
Weibliche Geschlechtsorgane - Plazenta

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Abb. 424. Schematische Darstellung des Plazentakreislaufs unter Verwendung entsprechender Abbildungen von v. Heidegger
und Starclc.. Das aus den Sp iralan cricn der Basalplatte unter hohem Druck in den intervillösen Raum einschießende Blut steigt
zunächst zur Chorionplatte auf, umspült von dort rückströmend die Plazentarzotten, um schlie ßlich über die Uterusvenen wieder
abgeleite t zu werden. An ve rschiedenen Stellen der Plazenta kommt es im Laufe der Schwangerschalt zunehmend zu Ablagerung
von sog. Fibri.noid. Dieses eosioophile Material hat ähnliche Färbeeige.nschafteo wie das F ibrin und entsteht vermutlich im Rah-
men immunologischer und degenerativer Prozesse (s. auch Abb. 425).

193
Weibliche Geschlechtsorgane- Plazenta

ZOf~J

Abb. 425. Üb~rsichten vollständiger Plazentapräparate Jassen am ehesten die Bestandteile dieses komplizierten Organs er-
kennen. Die fetale Pl azenta besteht aus: 1. der Chorionplatte mit dem sie bedeckenden Amnion- und Chorionepithel;
2 . den von der Chorionplatte ausgehenden und sich stark verästelnden Zottenbäumen ( = Kotyledonen), die stellenweise durch
sog. Haftzotten mit dem mUtterliehen Plazentaanteil der Gegenseite verankert sind (vgl. auch Abb. 426).
Der matemeTeil der Plazenta besteht aus: 1. der Basalplatte, die aus Resten der Decidua basalis gebild et wird; 2. den davon a us-
gchcnd.cn Plazentarsepten, die unvollständige T rennwände zwischen den einzelnen Kotyledonen b ilden. Färbung: H. E.; Vergr.
27,5fach.

194
Weibliche Geschlechtsorgane- Plazenta

426

Abb. 426. Fußpunkt einer Haftzotte in der Basalplatte (reife


Plazenta, Mensch). Die stärker orange gefärbten Streifen zv,1-
schen den De:ziduazellen werden als Nitabuchsches Fibrinoid
bezeichnet. Die Deziduszellen sind große glykogenreiche Zel-
len, die im Endometrium des schwllllgeren Uterus entstehen.
Z wischen ihnen können basophile große Zellen auftreten, die
aus dem Trophoblast ausgewandert sind. Färbung: Häm.-
Chromotrop; Vergr. 60facb.
Abb. 427. Reife Plazenta des Menschen mit verschiedenen
großen Zouenausschniuen. Im Bindegewebe (Stroma) der
Z.otten zahlreiche mit Erythrozyten gefüllte Gefäße. Beachte
die besondere VerLeiJung der Zellkerne im Synzytio~rophobla·
sten, der synzytialen Oberflächenschicht der Zotten: An vielen
Stellen sind die Kerne in typischer Weise in intensiv augefärb-
ten Gruppen zusammengelagert und bilden Knospen, welche
Nachbarrotten verbinden können. Färbung: H. E.; Gesamt- 421 ZOlle
vergr. lOOfach.
Abb. 428. Stärkere Vergrößerung zweier Plazentazotten ei-
ner reifen Plazenta. (1) intervillöser Raum mit mütterlichem
Blut,{*) Synzytiotrophoblast, (-+)einzelne Zytotrophobla-
stenzellen, (2) Zottenstroma mit Fibrozyten, Hofbauer-Zellen
(.,. abgerundete bis ovale 7.ellen, Makrophage n) und Blutge-
fäßen. Der Sym:yliolrophoblast bildet die Grenze des fötalen
Gewebes zwn mU tterlieben Blut. Er ist ein Synzytium und geht
aus Zytotropboblastenze llen hervor. Er ist Hauptkomponente
der Plazentarschrankc, der außerdem das Zottenstroma und
die fötalen Blutkapillarwände angehören. Färbung: H.E.; Ver-
gr. 500fach.
Abb. 429. Querschnitt einer Plazentarzotte mit deutlich zwei-
schiebtigern Epithe l. wie es diese Zollen bis zum 4. Schwanger-
schaftsmonat kennzeichnet. Die großen, gut färbbaren Zellen
in1 Zotten bindegewebe sind die den \llakrophagen naheste-
benden Hofbauer-Zellen. Färbung: Ii. E.; Vergr. 240fach.

195
Nabelschnur - Vagina und Labium minus

~
I

433 ~ utrbAIMw

Abb. 430. Que1'5Chnitt einer Vagina (Mensch), an der man


sehr klar die ein7.elnen Wandschichten erkennen kann. Das
mehrschichtige, unvcrhorntc Plattenepithel (filr Einzelheiten
vgl. Abb. 81) ist stellenweise von l.ymphozytenansammlungen
infiltriert; seine breite, bindegewebige Lamina propria ist im-
mer drüsenfrei und reich an Gefäßen (vor allem Venenge-
flecbten). Die Muskelschicht besteht aus geflechtartig geord-
neten Zügen glatter Muskelzellen. Zur Differentialdiagnose
vgl. Abb. 305. Der Schnitt weist viele Falten auf. Färbung:
~n; Vergr. 7fach.

Abb.431- Das Vaginalepithel (mehrschichtiges, unverhom-


tes Plattenepithel, vgl. Abb. 81) ist besonders reich an Glyko-
gen, das sich elektiv anfärben läßt (hier mit Bestsehern Karmin
le uchtend rot). Mit den abgestoßenen Epithelzellen gelangt es
in das Lumen und wird hier durch d ie Döderleinschen Bakte-
431 rien zu Milchsäure vergoren. Färbung: Häm. und Bestsches
·Karmin; Vergr. 60fach.

Abb.432. Labium minus, Mensch. Zu sehen ist eine Einsen-


kung der Oberfläche, die von gering oder nicht verhorntem
mehrschiebtigern Plattenepithel bedeckt ist. Talgdrüsen sind
zahlreich, Haare, SchweißdrUsen und F1ettzellen fehlen. In der
Subkutis befindet. sich ein Venengeflecht, das dem Corpus
spongiosum penis entspricht. Plastikschnitt. Färbung: H.E.;
Vergr. 40fach.
Abb. 433. Querschnitt einer reifen Nabelschnur (Mensch);
ihre Oberfläche wird vom eins<;hichtigen Amnionepithel be-
deckt, und ihr Inneres wird von einem gefäßfreien, gallertigen
Bindegewebe (Whartonsche Sulze; vgl. auch Abb. l14) einge-
nommen, in das die postnatal immer stark kontrahierten Ge-
fäße, die Arteriae und Vena umbilicales, eingebettet sind. Der
oft noch erhaltene Rest des Allantoisganges fehlt in diesem
Präparat Färbung: Azan: Vergr. lOfach.

196
Endokrine Drüsen -Übersicht

lofonnat10nen
von außen

HYPOTHALAMUS

VEGETATIVES
HYPOPHYSE NERVENSYSTEM

PERIPHERES ENDOKRINES SYSTEM

Stolfv.echsel, Wachstum , Re~lung , Ernährung, Reproduk110n .


Wasser· und Mtneralhaushalt

Abb. 434. Schematische Übersicht Ober Hierarchie und Komponenten des endokrinen Systems, das funktionell mit dem vegeta·
tiven Nervensystem verbunden ist.

197
Endokrine Drüsen - Hypophyse

Abb.4JS. Übersicht eines vollstä ndigen Medianschnitts einer menschlichen Hypophyse zur Demonstration der Lappengliede-
rung dieses Organs. Die Adenohypophyse (linke Präparathälfte, kräftig gefärbt) besteht aus der Pars distalis (= Vorderlappen),
der Pars tuberalis ("' Trichterlappen) und der Parsintermedia (= Mittellappen = Zwischenzone) mit den kolloidgefüllten Rathke-
schen Zysten. Es fehlt in diesem Präparat der sog. Nackenteil am dorsalen Umfang der Basis des l nfundibulums, der durch einen
den Hypophysenstiel nach hinten umgreifenden Ausläufer der Pars tuberalis gebildet wird. Beachte die unterschiedliche Anfär-
bung innerhalb des Vorderlappens, die schon bei der hier vorliegenden Lupenvergrößerung die unregelmäßige Verteilung der ein-
zelnen Zelltypen innerhalb dieses Lappens widerspiegelt. Die Neurohypophyse besteht aus dem Tnfundibulum (= Hypophysen-
= =
stiel) und der Pars nervosa ( Hinterlappen Neurallappen). Oft wird allein der Hinterlappen als Neurohypophyse bezeichnet.
Färbung: H. E.; Vergr. 10fach.

Abb. 436. Adenohypophyse, Mensch, mit azidopb ilen Zellen


(verschiedene Rottöne) und basophilen Zellen (verschiedene
Blautöne); das Zytoplasma cbromophober Zellen bleibt un-
gefarbt. Die Azidophilen bilden Prolaktin und Wachstums-
hormon, die Basophilen Gonadotropine, MSH, ACfH und
TSH, die Cbromophoben sind mehrheitlich degranulierte en-
dokrine Zellen. Färbung: Az.an; Vergr. 480fach.

198
Endokrine Drüsen - Hypophyse

Abb. 437. lmmuobistochemischer Nachweis (Rotfärbung)


des Wachstumshormons in spezifischen endokrinen Epithel-
zellen im Vorderlappen de r Hypophyse des Menschen. Die
lmmunbistochemie erlaubt genaue Lokalisierung aller Hor-
mone der Adenohypophyse. Gegcnfärbung: Hämalaun; Ver-
gr. 120fach.
437

Abb. 438. Ü bersicht Ober den Mitleilappen der Hypophyse


mit einer zentral in der Pars intcrmcdia gelegenen großen
Epithelzyste (Rest der Höhle der Rathkescben T asche, deren
Inhalt (= Kolloid) infolge Wasserentzugs durch einen breiten
Schrumpfspalt von der Wand getrennt ist. Rechts im Bild
der angrenzende Teil des Vorderlappens, links im Bild die
Kontaktzone zum Hinterlappen, die ebenfalls noch zahlreiche,
nur kleinere epithelausgekleidete und an Drüsenendstücke
erinnernde Hohlräume erkennen läßt.. Färbung: Azan; Vergr.
38fach.

Abb. 439. Hypophysenhinte rlappen des Menschen. Nach-


weis des Neurosekrets mit llilfe der klassischen Chrornhäma-
toxylin-Phloxin-Fiirbung. Das Neurosekret (an Trägerpro-
teine- Ncurophysinc - gebundenes O xytocin oder antidiureti-
sches Horm on) färbt sich dunkelblau an und bebt so das dich-
te Gespinst feiner neurose kretorischer Nerven fase rn hervor.
Mitunter kommt es zu "Sekretstau" in den Fasern, so daß klei-
ne rundliche Strukturen im Faserverlauf auftreten (Heniog-
Körper, .. ). Die blauen. sekrethaltigen Fasern enden an Blut-
kapillaren. Im Präparat sind die Erythrozyten in kleinen Ge-
fäßen (kleine Venen und Kapillaren) kräftig rot gefärbt.(-+)
Kerne der Pituizyten, astrozytlirer Gliazellen des Hinterl ap-
pens. Vergr. SOOfach.
439

199
Endokrine Drüsen - Epiphysis cerebri; Schilddrüse

Abb. 440. Epiphysis cerebri (Zirbeldrüse, Pinealis), Mensch.


Das Gewebe besteht im wesentlichen aus modifizierten sekre-
torischen (sowie ursprünglich auch photosensorischen) Neuro-
nen und Gliazellen (Astrozyten). Die Neurone habe größere
hellere Kerne als die Gliazellen. In das Gewebe sind konzen-
trisch geschichtete, unterschiedlich große Kalkkonkremente
(Hirnsand) eingelagert, die im Röntgenbild die Lage der Epi-
physe in der Mittellinie sichtbar machen; bei Hirntumoren
kann die Epiphyse ~ur Seite gedrängt werden. Das Präparat
wurde dankenswerterweise von Prof. St. Carpenter, Dart-
mouth Medical School, zur Vert'Ugung gestellt. Färbung: H. E.;
Vergr. lOOfach.
440

Abb. 441L SchilddrUse, Mensch, Übersicht. Bereits bei nied-


riger Vergrößerung ist der kennzeichnende Aufbau der Schild-
drUse aus unterschiedlich großen Follikeln erkennbar. Die
Follikel sind mit homogen blaßrotem Kolloid gefUllt. Färbung:
H.E.; Vergr. 45fach.
4418

Abb.441b. Schilddrüse, Mensch, mittlere Vergrößerung. Bau-


einheit der Schilddrüse sind die 0,2-1 mm großen Schild-
drüsenfolli kel, unterschiedlich große und unterschiedlich ge-
staltete geschlossene Strukturen, deren Wand aus dem ein-
schichtigen Follikelepithel besteht. Im Inncrn findet sich das
im H.E.-Präparat rot gefärbte Kolloid, das das Thyreoglobu-
lin, eine Art Vor- und Speicherform der jodhaltigen Schilddrü-
senhormone T 4 und T 3• enthält. Tm Epithel kommen vereinzelt
C-Zellen vor (s. Abb. 3b). Plastikschnitt Färbung: H.E.; Ver-
gY. 100fach.
441b

200
Endokrine Drüsen - Schilddrüse

Abb. 442. Schilddrüse, Mensch. Das Follikelepithel des nor-


malen Erwachsenen ist annähernd kubisch; in einer inaktiven
ruhenden DrUse ist es flach, bei intensiver und Überaktivität
•••
prismatisch. Die Epithelzelle n besitzen den typischen Bau ei-
ner eiweißproduzierenden DrUscnzelle: baso·laterales rauhes
ER, großer euchromatinreicher Kern, großer supranukleärer
Golgi-Apparat, s upranukleäre Vesikel. Das Thyreoglobulin
wird apikal in das Kolloid transportiert; seine Jodierung er-
folgt enzymatisch an der apikalen Plasmamembran. Bei Be-
darf wird es apikal endozytotisch in die Zelle wieder aufge-
nommen und in vorwiegend apikal gelegenen Lysosomen hy-
drolytisch abgebaut, wobei die aktiven Schilddrüsenhormone
Thyroxin (T 4) und Trijodthyronin (T3) freigesetzt werden. Im
subepithelialen Bindegewebe zahlreiche Blutkapillaren. Das
färbecisehe Verbalte n des Kolloids ist variabel, bei höherem
Wassergehalt ist es blasser als bei geringem Wassergehalt ge-
färbt. Das Kolloid kann im liebtmikroskopischen Präparat un-
gefärbte ,.Randvakuolen" an der Grenze zum Epithel ausbil-
den, die im perfusionsfixierten elektronenmikroskopischen
Präparat jedoch fehlen. Plastikschnitt. Färbung: H. E.; Vergr.
500fach.
442

Abb. 443. Schwache elektronenmik roskopische Vergröße-


rung von SchilddrUsengewebe einer Katze. Am linken Bild-
rand Teil eines Foll ikels mit Kolloid(* ) und drei angeschnit-
tenen Follikelepithelzellen (1). Rechts davon kleiner Follikel
1nit C·Zellen (2) im Epithel, die anband ihres Gehaltes an zahl-
reichen kleinen dunklen Sckrctgranula (enthalten Calcitonin)
gut von den Thyro"in- und Trij odthyronin-bildenden Follikel-
epithelzellen abzugrenzen sind. Am oberen Bildrand An-
schni tt durch eine Blutkapillare (3). Vgl. Abb. 3a. Vergr.
2000fach.

201
Endokrine Drüsen - Epithelkörperchen

'"i
• ,

,
Abb. 444. Typisches histologisches Bild eines E pithelkörper-
• chens eines erwachsenen Menschen. Zwischen Strängen und
• Knäueln dichtgelagerter endo kriner Epithelzellen treten
große Gruppen univakuolärer Fettzellen auf. Die typischen
endokrinen Zellen sind die Hauptzellen (1). sie bilden das
(
.... Parathormon (hebt absinkende Blutkalziumspiegel auf das
• physiologische Maß) . .Eine besonde re Form der endokrinen
ZeHen sind die .,~>xyphilen·• Zelle n, die sich im 1-J.E.-Präparat
rötlich anfärben (2) und die besonders mitochondrienreich
sind. Ihre Funktion ist unbe kannt. Färbung: H. E.; Vergr.
120rach.

Abb. 445. Bei stärkerer Vergrößerung tritt der epithelartige


Charakter des Parenchymzellverbandes deutlieb hervor, des-
sen Einzelelemente (llauptzellen) eine unterschiedliche In-
tensität in der Anfarbbarkeit ihres Zytoplasmas erkennen Jas-
sen. Zwei besonders stark azidophil färbbare , kugelige Gebil-
de links und rechts im unteren Bilddritte l entsprechen den ver-
einzelt auch in dieser DrUse vorkommenden Kolloidtropfen.
Färbung: Azan; Yergr. 380fach.

Abb. 440. In der Bildmitte eine der großen sog. oxyphilen


Zellen mit azidophilcm, gut färbbarem Zytoplasma, deren
Kern hier jedoch noch keine Zeichen einer Pyknose aufweist,
die sonst häufig in diesen Zellen beobachtet werden. Diese sel-
tene Zellform ist umgeben von hellen und dunklen Hauptzel-
len, von denen erstere glykogenreich und wahrscheinlich weni-
ger aktiv als letztere sind. Oie dunklen Hauptzellen sind orga-
nellreich und besitzen relativ viele Sekretionsgranula. Oft tritt
die äußere Begrenzung der Hauptzellen besonders deutlich
hervor. Helle und dunkle Hauptzellen sowie oxyphile Zellen
sind alle durch Übergangsformen verbunden, so daß sie wob I
nur Funktionsstadien eines Zelltyps darstellen, der das Pa rat-
hormon bildet. Färbung: A1:an: Vergr. 960fach.

202
Endokrine Drüsen - Nebenniere

Abb. 447. Schon bei Betrachtung mit dem bloßen Auge oder,
wie hier, bei Lupenvergrößerung giht sich ein vollständiger
Schnitt durch eine Nebenniere durch seine auffällige Schich-
tengliederung zu erkennen, die arn gefärbten Präparat nicht so
ohne weiteres mit der Teilung des Organs in Mark und Rinde
zusammenfällt. Der unbefangene Betrachter würde hier drei
Zonen beschreiben: eine äußere, relativ blasse Schicht, eine
mittlere, schmälere. aber stärker gefärbte und schließlich eine
inncrstc, wiederum heller erscheinende Zone. Nur letztere
e ntspricht dem Ncbennicrcnmark, während die beiden ande-
ren zusammen die Rinde bilden (vgl. auch mit Abb. 448). Cha-
rakteristisch für das Mark sind die Anschnitte weitlumigcr,
sehr wandstarker Venen. Nebenniere, Mensch. Färbung:
Azan: Vergr. 15fach.

Abb.448. En;t bei etwas höherer Auflösung (d.h. Verwen-


dung e ines stärkeren Objektivs) erkennt man die einzelnen
Unterzonen der Nebennierenrinde (Mensch), die nach der je-
weiligen Anordnung ihrer EpithelzeHen als Zona glomerulosa
(Zellen in Ballen gruppiert), Zona fasciculata (Zellen in paral-
Iden Strängen geordnet) und Zona reticularis (Zellen bilden
vernetzte Stränge) bezeichnet werden. Letztere ist meist be-
sonders stark anfärbbar. Färbung: Az.an; Vergr. 48fach.

Abb. 449. Nebenniere eines Rhesusaffen. (K) Organkapsel.


Unter der Kapsel befindet sich die Nebe nnierenrinde mit der
Zona glomerulosa (1), der hellen Zona fasciculata (2) und Zo-
na reticularis (3). lm lnnern des Organs liegt das Neben-
nierenmark (4), dessen an Epithelzellen erinnernde polygona-
le Zellen Katecholamine. v.a. Adrenali n, synthetisieren. Die
Markzellen entsprechen zweiten Sympathilrusneuronen, die
keine Fortsätze bilden und vou erste n Sympathikusneuronen
chol in erg innerviert werden. Pla.~t ikschnitt. Färbung: H.E.;
Vergr. SOfach.
449

203
Endokrine Drüsen - Nebenniere

450 453

Oie Nebennierenrinde bildet Steroidhormone: Mineralo-


kortikoide in der Zona glomerulosa, Glukokortikoide und
Geschlechtshormone in der Zooa fasciculata und der Zona
reticularis. Abb. 450-453: Färbung: Azan; Vergr. 150fach.

Abb. 450. Unter der zarten Bindegewebskapsel, die sieb in


Gestalt retikulärer Fasergeflechte zwischen die Rindenzellen
fortsetzt, liegt die schmale, aus kleinen Zellballen bestehende
Zona glomerulosa. lhre kapselnah gelegenen Zellen sind z.T .
wenig differenziert und bilden das sog. Rindenblastem.

Abb. 451. Oie zu Strängen geordneten Zellen der Zona fasci-


culata zeigen im Routinepräparat ein wabiges Zytoplasma
451
(vgl. auch Abb. 41d und 54), dem zahlreiche kleine Lipidtrop-
fen zugrunde liegen, in denen Cholesterin gespeichert wird.

Abb. 452. Die sehr viel stärker färbbaren Zellen der Zona re·
ticularis sind zu netzartig (reticulum = Netz) verbundenen
Zellsträngen geordnet, zwischen denen sehr weitlumige Blut-
gefäße verlaufen. Am unteren Bildrand erkennt man das
Nebennierenmark.
Abb. 453. Oie Zellen des Nebennierenmarks entstammen
der Anlage des Sympathikus. Von ihren intrazellulären Gra-
nula ist in Routinepräparaten nichts zu erkennen, da diese erst
deutlich werden, wenn sie infolge ihrer stark reduzierenden
Eigenschaften (beruht auf ihrem Gehalt an Noradrenalin und
Adrenalin) und durch Behandlung mit einem Oxidationsmit-
tel wie Kaliurnbichromat eine bräunliebe Färbung annehmen,
worauf auch die Bezeichnung ..chromaffine" bzw. "phiiochro-
me" (phaeos =braun) Zellen hinweist.
452

204
Haut - E pidermis

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Abb. 454. Die stark verhornten Hau tbezirke wie an Hohlhand und Fußsohle lassen die Schichtengliederung der Haut (Kutis, In-
tegument) besonders klar erkennen. Die Haut untergliedert sieb in l. die Oberhaut(= Epidermis= Epithel der Haut), die sich ib·
rerseits grob in eine zellkernfreie oberflächlicbe Hornschiebt ( = Str. comeum) und eine darunter gelegene zellkemhaltige Zell·
schiebt gliedert (s. Abb. 455); 2. das bindegewebige Korium (= Dermis = Lederhaut), das durch sein Str. papillare mit der Epider·
mis verzahnt ist, währe nd das tiefer gelegene, sehr derbfaserige Str. reticulare an seiner Grenze zur Unterhaut (Subkutis) die
Hauptmasse der DrUsen und Blutgef'.!ße e nthält. Hoblhand, Mensch. Färbung: H. E.; Vergr. 18fach.

205
Haut - Epidermis

Abb. 455. Di~: stärkere Vergrölkm ng der Epi·


dermis läßt mehrere Schichten innerhalb de.<;
Epithels unterscheiden: zuunterst das aus qlin·
drischen Zellen bestehende einschichtige Str.
basale, das zusammen mit dem Oberflächen·
wärts folgenden Str. spino~um das Str. germina·
tivum bildet. Nach oben schließt sich das durch
Einlagerung der int ensiv färbbaren Kcratohya·
linkörnchen ste ts dt!ullich hervortretende Str.
granulosum an, dem eine bomogene, stark licht·
brechende Schicht, das Sir. lucidum, aufliegt.
.Im Str. corneum bestehen die Zellen nur noch
aus Keratinfilamenten 110d einer Matrix. ihre
Zellmembran verdickt und verhärtet sich, und
die Zel lkerne und Organellen sind zugrunde ge-
gangen. Das Str. lucidum ist e ine Übergangs-
schicht zwischen Str. granulosum und Str. <X>r·
neum, die vor allem in der Leistenhaut auftritt.
Hier gehen Zellkern und Organellen der Epi·
dermiszellen rasch zugrunde. Färbung: HE.;
Vergr. 170fach.

A' s eJCies T8St.klirpcrc:h;

Abb. 456. Schematische Damellung der Epi·


4 derrnis mit den regelmäßig in diesem mehr-
schichtigen, verhornenden Plattenepithel vor-
kommenden Zelltypen. Die Keratinozyten (K)
3 bilden die Masse der Epithelzellen und lassen
von basal nach apikal eine kennzeichnende
Umwandlung erkennen, die in einer Schichten-
bildung zum Ausdruck kommt: 1. Stratum basa-
L le, 2. Stratum spinosum, 3. Stratum granulosum,
2 4. Stratum cornemn. Im Stratum granulosum
treten die Keratohyalingranula (grün) als erster
Hinweis fOr die Verhornung auf. Die Zellen
1
produzieren weiterhin Lamellenkörper (rot),
K deren Lipide den Interzellularraum versiegeln.
Die Melanozyten (M) bilden dunkelbraune Me-
lanosomen, die auch in die Keratinozyten über-
tragen werden. Die Merkel-Zellen (Me) sind in-
nervierte Rezeptorzellen, die aber vermutlich
auch lokal aktive Faktoren produzieren. Die
Langerhans-Zellen (L) sind den antigenpräsen-
Ba tierenden Zellen zuzuzählen. Freie Nervenendi-
gungen (N) dringen in die unteren Epidermis·
schichten ein (Ba = Basallamina).

206
Haut - Epidermis

c d

Abb. 457 IHI. Ultrastrukturelle Details der Epidermis des Menschen. a) Basis der Epidermis. Im Zytoplasma der BasalzeHen
zahlreiche Ribosomen und Intermediärfilamente (Keratinfilamente, Tonofilarnente), die dichte Bündel bilden (* l·
1 Melaningranulum; ~ : Hemidesmosomcn; -+: Basallamina. Vergr. 49 960fach. b) Keratohyalingranula (-+)in einer Zelle des Stra·
turn granulosurn. Die Keratohyalingranula sind nicht von einer Membran umgeben, in sie strahlen Tonofilamente ein. Vergr.
18270fach. c) Übergang Stratum granulosum (1) zum Stratum corneum (2); ~ : Desmosomen. Die Membran der Zellen des Stra-
tum comeum ist verdickt, ihr Zytoplasma enthält nur noch Matrix und Tonofilamente. Vergr. 18270fach. d) Hohe Vergrößerung
einer verhornten Zelle, zahllose Anschnitte dicht gepackter T onefilamente (hell!), die in eint: etwas d.ichtere Matrix eingebettet
sind. Im Interzellularraum(* ) befinden sich Lipide (Zerarnide). Vergr. 49 956fach.

207
Haut - Epidermis

458 461

Bestimmte H autregionen, wie z. B. Achselhaut, Hohlhand


bzw. Fußsohle, Kopfhaut, Schamlippen und Skrotum, müs·
sen anband ihrer charakteristischen Baumerkmale als sol-
che erkannt werden.

Abb. 458. Immunhistochemischer Nachweis (Dtmkelbraun-


.färbung) der Langerhans-Zellen (~) in der Epidermis des
Menschen. Die Langerhans-Zellen sind verzweigte Zellen, die
den T-Lymphozyten Antigene präsentieren. Kachweis des
S-100 Proteins. Vergr. 250fach.

Abb. 459. Epidermis der Handfläche eines Rhesusaffen mit


Stratum basale (1). Stratum spinosum (2), Stratum granulosum
(3) und Stratum corneum (4). Die Zellen des Stratum basale
bilden kleine Zellfortsätze (.,WurzelfUßchen" -+)aus, die sie
459 ins subepitheliale Bindegewebe (5) vorschieben. Ein Stratum
Jucidum ist in der Leistenhaut öfter als Übergangsschicht zwi-
schen Stratum granulosum und Stratum comcum, als roter
Streifen erkennbar. Färbung: H.E.; Vergr. 470fach.

Abb. 460. Haut eines Menschen mit reichentwickeltem brau-


nem Melaninpigment in den basalen Zellschichten der Epider-
mis. Das Pigment wird nur von den Melanozyten gebildet und
von den Kcratinozytcn mittels eines Phagozytosevorgangs auf-
genommen. Färbung: Hämalaun; Vergr. lOOfach.

Abb. 46L Übersicht über die Haut der Fingerbeere des Men-
schen. Die dicke Epidermis bildet außen ein Wellenmuster aus
(entspricht dem Leistensystem der Hautoberfläche). Die
Hornschicht ist sehr dick. im unteren Viertel ist das basophile
Stratum granulosum erkennbar. Schweißdrüsen sind vorwie-
gend zwischen den Fettläppchen der Subcutis zu finden. Fär-
bung: H. E.; Gesamtvergr. 20fach.

208
Haut- Haare

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Abb.462. a) Auf Längsschnitten durch die Haare (Kopfhaut, Mensch) erkennt man ihren frei über das Epithel hinausragenden
nSchaft ~ sowie die in einer reagenzg)asförmigen. epithelialen Hülse steckende "Wurzelu. Diese ist außer von der epithelialen Wur-
zelscheide auch noch von einer bindegewebigen Hülle, dem Haarbalg, umgeben. Der Musculus arrector pili ist ein glatter kleiner
Muskel, der die Haare aufrichten kann. Färbung: H.E.; Vergr. 40fach.

Abb. 462. b) Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme der


Oberfläche eines kräftigen Kopfhaars einer Frau (Ostasien).
Die Haaroberfläche wird von der Haarkutikula gebildet, die
aus flachen verhornten Zellen aufgebaut ist, die wie Dachzie·
gel übereinandcrlicgen. Vergr. lSOOfach.
462b

209
Haut- Haare

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. . . . ,..,l ~ $chicl1:

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Abb. 463. Bei höherer Vergrößerung zeigt die epitheliale Wurzelscheide eine komplizierte Schichtengliederung in: I. eine ä uße·
re epitheliale und 2. eine dreischichtige innere epitheliale Wurzelscheide. Letztere beginnt innen mit der Scheidenkuti kula, die
durch Verzahnung mit der Haarkutikula der Befestigung der Haarwurzel in der Scheide dient. Es folgen nach außen die ein- oder
zweischichtige Huxleysche und die sehr niedrige Henlesche Z.ellschicht. Die äußere \Vunelscheide ist ein mehrschichtiges Epithel,
das in Höhe des Haartrichters in das Str. germinativum übergeht. Zur Grenze gegen die bindegewebigen Wurzelscheide, den
Haarbalg, liegt e ine .,Giashaut", eine durch Kollagenfibrillen verstärkte Basalmembran. Färbung: H . E.; Vergr. 200fach.

210
Haut - Haare, Nägel

--. - -

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4 -

Abb.464. Querschnitt durch die Haarwurzel mit ihren verschiedeneo Hüllschichten (vgl. mi t Abb. 463).
Färbung: H. E.; Vergr. 300fach.

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""'"' i3ChChl r» EoäiwiiiiS IU;IIIt;r>

Abb. 465. Längsschnitt durch das Nagelbett eines Neugeborenen (Mensch). Färbung: H. E.; Vergr. 30fach.

211
Haut - Schweiß- und Talgdrüsen

469

Abb. 466. Die ekkrinen Schweißdrüsen (tubulöse Einzel-


deOsen mit unterschiedlich stark aufgeknäuelten Endstücken
(vgL auch Abb. 99) liegen hauptsächlich entlang der Grenze
zur Subkutis. Ihre langen Ausführungsgänge zeigen eine enge
Lichtung und ein stärker färbbares, zweischichtiges Epithel
mit dichter stehenden Kernen als in den Endstücken. In diesen
ist das Epithel einschichtig prismatisch, aber die Kerne liegen
in unterschiedlieber Höbe. Im EndstOck existieren zwei Zell-
typen: die dunklen Zellen bilden Muzine, die hellen ZeiJen bil-
den die Schweißflüssigkeit Fingerbeere, Mensch. Färbung:
H .E.; Vergr. 95fach.

Abb. 467. Duftdrusen aus der Achselhöhle des Menschen.


Die Duftdrüsen sind weitlumige, geknäuelt verlaufende tu-
buläre Drüsen, die primär der olfaktorischen Kommunikation
in einem Sozialverband dienen. Ihre Epithelzellen sezernieren
mero- und apokrin. Die Epithelhöhe wechselt oft zv.ischen
benachbarten Drüsenanschnitten. Am linken Bildrand Dru-
senlwnen mit Aposomen, rundlichen, abgeschnürten apikalen
Zytoplasmaanteilen. In der Basis des Epithels finden sich
Myoepithelzellen. Färbung: H.E.; Vergr. 150fach.

Abb. 468. An Flachschnitten durch die Endstücke gerade der


apokrinen Duftdrüsen Jassen sich die kontraktilen, spindeiför-
migen Myoepithelzellcn besonders gut demonstrieren, ohne
deshalb jedoch für diese Drüsenart spezifisch zu sein (Giand u-
lae ceruminosae aus dem äußeren Gehörgang, Mensch, vgl.
auch Abb. 466 und 467). Färbung: Azan; Vergr. 380facb.

Abb. 469. Die bolokrinen Talgdrusen sind ebenfalls ver-


zweigte alveoläre Drüsen, deren Liebtungen meist durch die
sich allmählich zu Sekret umwandelnden Epithelzellen verlegt
und damit im Schnitt nicht erkennbar sind (s. Abb. 60).
Farbung: Azan; Vergr. 60fach.

212
Haut - Brustdrüse (Milchdrüse)

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470

Abb. 470. Epithel der laktierenden Milch(Brust)drüse. Die


Epithelzellen bilden Milch fett, das mittels apokriner Sekretion
ins Lumen abgegeben wird, d.h., die Milchfettkugeln werden
von der Zellmembran umhtillt und oft mit anhaftenden Zyto-
plasmaanteilen vom Zellapex abgeschnürt. Mittels Exozytose
wird der Inhalt der im Golgi-Apparat. entstehenden Sekre·
tionsgranula {enthalten Milchproteine [v.a. Kasein}, Lactose,
Phosphat, Calcium u.a.) abgegeben. Die Myoepithelzellen
sind beim Auspressen der Milch dienlich. Über die basalen
Endozytosevesikel werden u.a. JgA-Moleküle ins Drüsen-
lumen transportiert.

Abb. 471. Nicht laktierende Brustdrüse einer jungen Frau


mit größerem Ausführungsgang (Milchgang) und einem klei-
nem Drüsen.läppchen. Im Drttsen.läppchen kommt ein beson-
deres, zellreiches Bindegewebe {Man teigewebe) vor. Färbung:
H.E.; Vergr. 38fach.

Abb. 472. Laktierende Brustdrüse (Mamma lactans),


Mensch. Die EndstUcke der tubulo-alveolären Brust·
(= Milch)drüse bestehen aus kubischem bis prismatischem
Drüsenepithel und Myoepi thelzellen. Das Lumen ist bis zu gut
1 rum weit. Apikal bilden die Epithelzellen weit in das Lumen
ragende Vorwölbungen aus (~). in denen i.a. bis zu 5 tJ.ll1
große Lipidtropfen liegen, die apokrin sezerniert werden. Im
Lumen oft Milchfettkugeln und basophilcs feinflockiges Mate·
rial (Milcheiweiße u.a.). Das Zytoplasma ist basopbil {Reich·
turn an raubem ER, in dessen Bereich die Milcheiweiße entste-
hen). Färbung: H . E.; Vergr. 200fach. 472

213
Sinnesorgane - Rezeptoren in Haut und Skelettmuskulatur

Abb. 473. Längsschnill durch ein Meißnerseiles Tastkörper-


chen aus der Fingerbeere des Menschen. Diese in den Bindc-
gewebspapillen des Koriums gelegene n Druckre7.ept.oren
bestehen aus keilfönnigcn, Ubcrcinandcrgcstapcltcn Schwano-
sehen Zellen, zwischen denen eine oder mehrere afferente
Nervenfasern verlauft:n. In die Tastkörperchen dringen Kol-
lagenfasern ein, die mit den Schwanosehen Zellen und der
Epithelbasis verbunden sind. Färbung: H. E.; Yergr. 240fach.
C73

Abb. 474. Querschnitt durch ein Vater-Pacini-Lamellenkör-


perchen (Fingerbeere, Mensch). Diese Mechanorczeptoren
besitzen eine deutliche bindegewebige Kapse l (~) und liegen
in der Subkutis, an Sehnen. am Periost, in Mesenterien und
anderen Orten. Sie bestehen aus einem zentral in ihrer
Längsachse verlaufenden sensiblen 1'\crvenzellfortsatz <•),
der unmittelbar von einigen Ausläufern te rminaler Schwano-
Zellen umgeben wird (lnnenkolben). Der Innenkolben wird
von zahlreichen kon~entriscb geschichteten abgeflachten perl-
neuralen Zellen umgeben, die durch nussigkeilsgefüllte Rä u-
me voneinander getrennt sind. Färbung: Masson Trichrom;
Vergr. 150fach.
474

Abb. 475. Querschnitt durch drei Muskelspindeln (* ) aus


dem Musculus rectus supe riordes Augenbulbus eines Rindes.
Die Spindeln sind Propriore~eptoren und besitzen eine kräfti-
ge Kapsel, über die sie mit der cxtrafusalen (außerhalb der
Spindel befindlichen) Skelettmuskulatur (~) verbunden sind.
Im Ionern der Spindel bdindcn sich zwei Typen relativ dünner
Skelettmuskelzellen (i.ntrafusale Muskelfasern, • ), die Kern-
ketten- und die Kernsackfasem , welche hier nicht zu unter-
scheiden sind. Beide werden mit speziellen afferente n und ef-
ferenten Nen•enendigungen versorgt. Die Spindeln messen
Gelenkstellung und -bewegung. Sie sind in e in lockeres pro-
teoglykan- und wasserre iches Bindegewebe eingebettet. Fär-
bung: H.E .; Vergr. 250fach.
475

214
Sinnesorgane - Geschmacksknospen und Riechepithel

A bb. 476. Geschmacksknospen (-+) der Papill ae foliatae ei-


nes Rhesusa ffen. Die Geschmacksrezcptorzcllcn erreichen ei-
ne kleine Grube der EpithelobcrflfJche, den G eschmacksporus
("' ), der aber nur relativ selten a ngeschni tten ist. Färbung:
H .E.; Vergr . 250fach.
476

A bb. 477. Bei höherer Auflösung lassen sich mittels ihrer un-
terschiedlich gestalteten Kerne zwei verschiedene Zelltypen
innerhalb der Geschmacksknospe n unterscheiden (Papilla fo-
liata, Kaninchen). Die eine besitzt große, rundliche Kerne und
wird als " Stützzelle" bezeichnet. Die andere Zellsorte, die Sin-
nes- oder GeschmackszeUe. zeigt Länglich-schmale Kerne und
erreicht ausdifferenziert den griibchenfönn.igen Geschmacks-
porus, in den sie mit einem apikalen Fortsatz, dem Ge-
schmack~~tiflchen (- Büsebel langer Mikrovilli), hin einragt
(hier wegen zu großer Schnittdicke nur als homogene Schwär-
zung e rkennbar). Die Sinne57,ellen sind basal innerviert (se-
kundäre Sinneszellen). Alle Zellen der Knospe werden ständig
vom Rand her erneuert. Färbung: H eidenhainsches EH; Ver-
gr. 960fach.

A bb. 478. Das rnehrreihige prismatische Riechepithel (Regio


olfactor ia , Hund) ist zuniichst durch sei ne größere Höhe und
d urch das Fehlen von Becherzellen vom Flimmer epithel der
Regio respir atoria zu unterscheiden. Es besteht aus basalen E r-
satuellen und prismatischen Stütz- und Sinneszellen, d ie in1
Routinepräpa rat schwer voneinander zu differenzieren sind.
A uch Einzelhe ite n der apikalen Fortsätze der bipolaren Sin-
neszellen, welche, als mit Sinneszilien versehene R iechkolben,
die e pitheliale Oberfläche überragen, sind kau m zu erke nne n.
D ie basalen schlank en Fortsätze (manchmal über 100) der
Sinneszellen bilden unterhalb der Basa llamina des Epithels
Bündel, die von Ausläufern einer olfaktorischen Gliazel le um-
geben werden. Mehrere solcher Bünd el werden von Pcrineu-
ralze lltm umhüllt. Färbung: E H -B en7.olichtbo rdeaux; Vergr.
380fach. .:....:::-... __s4/,_ l.. l "--~­
(l:;nW OI(JCtorU 478

215
Sinnesorgane - Auge - Übersicht

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Abb. 479. Hurizontal<ehmn
durch den Augapfel (Mensch).
1'ap1ll1 ntl"l opiiCI
01SCU\ nen<• opua
1-arbuna; Ho~m ·van G1ei011.
Verp. 7fach.

cu.- -

216
Sinnesorgane - Auge - Retina

Abb.480. Die Netzhaut (Retina) zeigt in ihrem lichtempfindlichen Anteil, der Pars optica, einen komplizierten Schichtenbau,
der sich am einfachsten durch seine funktionelle Gliederung als eine Kette hintereinandergeschalteter Neurone verstehen läßt.
=
Danach liegt am weitesten außen die Schicht des 1. Neurons, nämlich die der primären Sinneszellen ( Stäbchen und Zapfen).
Nach einwärts folgen zwei Nervenzellschichten, die mit ihren Fortsätzen das 2. b:zw. 3. Neuron in der gesamten Sehbabn darstel-
len. Da sowohl die Ze llkerne dieser drei Neurone als auch ihre Fortsätze in definierten Zonen gelegen sind, kommt es zu der
scheinbar komplizierten Schichtung der Retina_ So enthalten die beiden "Kömerschichten" sowie die " Oanglienzellschicht" die
kernhaltigen ZeUeiber 1. von Stäbchen und Zapfen(= äußere Körnerschicht), 2. von bipolaren Ganglienzellen(= innere Körner-
schiebt) und 3. von Ganglienzellen des N. opticus ( = Ganglienzellschicht). Die beiden "plcxiforrnen" Schichten enthalten die
Fortsätze der ilmen jeweils benachbarten Nervenzellen, so daß in der " äußeren plexiformen Schicht" die Neuriten der Stäbchen
und Zapfen mit den Dendriten der "Bipolaren~ in synaptischen Kontakt treten, während in der ,.inneren plexiforrnen Schicht:" die
Neuriten der "Bipolaren" mit den Dendriten der Ganglienzellen des N. opticus ihre synaptischen Verbindungen eingehen. Zu-
innerst folgt dann die Schicht der Neuriten für denN. opticus. Die Membrana limitans internaentsteht durch Verschmelzung fuß-
artig verbreiteter Fortsätze von spezifischen Gliazellen(= Müllerseben Stützzellen), während die Membrana limitans externa das
Äquivalent intenellullirer Haftstrukturen zwischen Sinnes- und Müllersehen Stützzellen darstellt. Färbung: H. E.; Vergr. 400fach.

M1111111'aoa rnt • 1

A ",
Abb. 481. Schnitt durch die Fovea centralis der Macula lutea ( = Stelle des schärfsten Sehens). Die Retinaschichten sind stark
abgeflacht, so daß das Licht die hier monosynaptisch verschalteten Zapfenzellen leicht erreichen kann . Färbung: H . E.; Vergr.
175fach.

217
Sinnesorgane - Auge- Retina

Abb. 482. Histologischer Schnin durch die Retina und


Choroidea eines Rhesusaffe n, dessen Auge dem des Men-
schen stark ähnelt. Der Unterschied zwischen Stäbchen (vio-
4 lett, fädig) und Zapfen (violett, plump. oval) ist gut erkennbar
(links von der äußeren Körnerschicht [1]). Bestimmen Sie sel-
ber die einze lnen Re tinastrukture n (vgl. Abb. 480). 1: äußere
Körnerschicht, 2: innere Körnerschicht, 3: Ganglie o.r.ellschicht.
4: Glaskörper, S: Choroidea, -+: PigmentepitheL Färbung:
H .E.; Vergr. 250fach.

... ..
P.gmeni!JIIIliQ•.;.··

IZapfen I !Stäbchen!

.: • • Ellipsoid
lnnt"~ment

.
~--- Myood Abb. 483. Schematische Darstellung eines Zap-
-- Zonulae ·--- fens (links) und Stäbchens (rechts) sowie des Pig-
adh~erentes mentepilhe ls, das abgestoßene Teile der Außen-
segmente der S täbchen und mehr kontinuierlich
ve rlorengehende Außensegmentmembranen der
Zapfen phagozytiert. Zwischen den Sinneszellen
und den MOllersehen Stützzellen bilden sich
Zonulae adhaerentes aus. de ren Gesamtheil der
Membrana limitans externa (Abb. 480) ent-
spricht. D ie ca. 2 1Mß dicke, zellfreie Bruchsehe
Membran besteht aus Kollagenfibrillen und
einem dichten Netz elastischer Fasern; ihr liegen
fcncstrierte Kapillaten an .

218
Sinnesorgane- Auge - Vorderer Bulbusabschnitt

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Ahb. 484. Linke Hälfte eines Horizontalschnitts durch den vorderen Anteil des Augenbulbus (vgl. mit Abb. 479) mit Corpus
ciliarc, vorderer und hinterer Augenkammer mit Karnmerwinkel, leis, Linse und Hornhautrand. Schlemmscher Kanal =Sinus
venosus sclerae. Neben dem M. sphincter pupillae am freien Rand der Iris kommt der M. dilata tor pupillae vor, der aus basalen
kontraktilen Ausläufern des pigmentierten lcisepithels aufgebaut ist und der parallel zur Hinterwand der Iris verläuft. Das in den
Pro7.essUS ciliares produzierte Kammerwasser "~rd im Kammerwinkel über den Schlemmsehen Kanal resorbiert. Färbung: H .E.;
Vergr. 35fach.
HomhaJTI!Pfl"t8i
Bolom'!nSCN Mo!mbnwl

-- -- - - -- -
- ---- --
-
---- - --- -
..
...
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Abb. 485. Hornhaut (Cornea) des Auges bei stärkerer Vergrößerung. Die Kornea ist normalt:rweise gefäßfrei, und ihr Stroma
(= Substantia propria) besteht aus kollagenen Faserbündeln, zMschen denen nur die Kerne der reichverzweigten Hornhautfibro·
zyten (=Hornhautkörperchen) erkennbar sind. Das Korneastroma besteht aus sieb recbt\v;nklig überkreuzenden Schichten von
Kollagenfibrillen, Proteoglykanen und einem hohen Gehalt an Wasser. Der Wassergehall ist fUr die Transparenz der Hornhaut
entscheidend und Mrd von Hornhautendothel und Hornhautepith el reguliert. Die Kornea ist reich sensibel innerviert. Färbung:
H.E..; Vergr. 80fach.

219
Sinnesorgane - Auge - Nervus opticus

.. , All. er Nn c:&w1l.!

486

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Abb. 486. Unpschnitt durch den
Sehnerv und die Papilla nervl optk:l Silo:~~~!; s,. 805sel)lWI
(• blinder Fleck der Retina) mit der ;dtfr Fra
z.entralen ücavatio papillae. Fllr-
bun&: van Gieson: Vergr. 2()(aeh

V o.nltllfS rfl(lfliJC
Abb. 487. Querschnitt durch den N. opticus, der als Hirnteil von sämtlichen drei Hirnhäuten umgeben wird, zwischen denen .
auch ein schmaler, mit Liquor gefüllter Subarachnoidalraum erbalten bleibt. Die fUr dieses Präparat oft als charakteristisch ange·
gebeneo Anschnitte der erst 1 cm (!)vor dem Bulbus in den Sehnerv eintretenden A . und V. centralis re!inae fehlen jedoch immer
dann, wenn der N. opticus proximal von dieser Eintrittsstelle geschnitten wird. Sie stellen damit also kein unbedingt erforderliches
differentialdiagnostisches Kriterium dar. Färbung: van Gieson; Vergr. 22facb.

220
Sinnesorgane - Auge - Augenlid

Abb. 488. Sagittalschnitt durch das obere Augenlid des Menschen. Der plattenförmigc, aus dichtgelagerten Kollagenfasern auf-
gebaute Tarsus bildet das Skelett des Lides, in das die in einer Reihe angeordneten länglichen Meibomschen Drüsen (GI I. tarsales)
eingelagert sind. Diese Talgdrüsen stehen nicht in Beziehung zu den Wimpern (Zilien). In Nähe der Wimpern, die eigene kleine
T algdrüsen (Zeissche Drüsen) besitzen, finden sich die apokrinen Mollsehen Drüsen (GII. ciliares). An der Oberkante des Tarsus
setzt der glattmuskulllre M. tarsalis superior an , der durch seinen Tonus die Lidspalte offenbält. Der M. orbicularis oculi verengt
und verschließt die Lidspalle. Färbung: H. E .; Vergr. 17fach.

221
Sinnesorgane - Auge - Tränendrüse

Abb. 489. Ausschnittsvergrößerung aus einem Sagittalschnitt


des Augenlides in Nähe der Lidkante (Me nsch). Rechts im
Bild das dem Augenbulbus zugewandte innere Epithel
(=mehrschichtig, platt, unve rhorn t); es folge n Anschnitte
einer Meibom~chen DrUse. querge troffene Fasern der Pars
palpebralis des M. orbiculads oculi sowie zwei Wimpern. Fär-
bung: Azan; Yergr. 3Sfaeh.

Abb.490. Die menschliebe Tränendrüse (GI. lacrimalis) läßt


zum Unterschied zu allen anderen rein serösen D rüsen (GI.
parotis und Pankreas) sebon bei Übersichtsvergrößerungen
stets deutliche Lichtungen in ihren sezernierenden End-
stücken erkennen. Nach dem Bau der letzteren wird sie als
verzweigt tubulös bezeichnet und ist außerdem durch das Feh-
len (!) eines differenzierten Gangsystems gekennzeichnet. Es
finden sieb nur intra- und interlobuläre Ausftlhrungsgängc.
Zur Differentialdiagnose vgl. Tabelle 12. Färbung: Azan; Yer-
gr. 38fach.

Abb. 491. Die sezern ierenden Zellen der EndstUcke de r


Tränendrüse besitzen stets ru ndliche Ke rne (ähnlich denen
der azinösen EndstUcke der Parotis), basal im Epithel treten
Myocpithelze llen auf. Im zellreichen interstitiellen Binde-
gewebe finden sieb zahlreiche Lymphozyten und Pl asmazellen
(IgA-Bildung), von den en letztere oft in kleinere Gruppen zu-
sammengeordnet sind (vgl. dazu 1\bb. 122 und 133). Das Sekret
der Tränendrüse ist wasserreich und enthält antimikrobielle
Proteine (Lysozym, Defensine). Färbung: Azan; Vergr. 150fach.

222
Sinnesorgane - Mittelohr, Äußeres Ohr

Abb. 492. Schleimhaut des Minelohrs einer Weddell-Robbe


mit respiratorischem Epithel (Flimmerzellen und einzelne Be-
cherze llen). Färbung: Masson-Trichrom; Vcrgr. 500fach.
492

Abb. 493. Sektor eines QuerscllDitts durch den knorpeligen Teil (Pars cartilaginea) des äußeren Gehörgangs (Mensch). Er wird
von der äußeren Haut ausgekleidet , in der sich neben Haaren mit T algdrüsen zahlreiche Anschnitte der alveolären. apokrinen
Obrschmalzdrtlsen (GU. ceruminosae) finden (Einzelheiten vgl. Abb.l04 und 468). F ärbung: H. E.; Ycrgr. 16fach.

223
Sinnesorgane - Innenohr, Certisches Organ

r-6~ei~s -coctifearis-~
' ---------- -- --- --~ - - -~- ---

Nuetscner Raum

llullower TuMel
lluFLAta Grtnzzel o

HenHnsche
...•
Zellen
Claudoussche.
•. z~n&n •

.
Vas
Sl)orale

Abb. 494. Schematische Darstellung des Cortischen Organs im l nnenohr, das der durch Schallwe llen ve rformbaren Basilarmem-
bran aufsitzt. Die komplexe afferente und efferente Innervation der Haarzellen (sekundäre Sinneszellen) ist sehr vereinfacht dar·
gestellt. Äu ßere und innere Grenzzelle sind jeweils die erste der unspezifischen Stützzcllcn, die lateral und medial an die Phalan-
genzellen grenzen. Cortische r Tunnel = innerer Tunnel. Innere und äußere Pfeilen ellen begrenzen den inneren Tunnel und färben
sich aufgrundeines gut entwickelten Zytoskelens kräftig an. Medial der inneren Pfeilerzelle liegt eine innere Phalangcnzclle, der
eine innere Haarzelle aufsitzt. Lateral der äußeren Pfeilerzelle folgen Nuelscher Raum und drei bis fünf äußere Phalangem:ellen,
denen drei bis fünf äußere Haarzellen aufsitzen und denen der äußere Tunnel folgt. Das Epithel des Limbus spiralis bildet die
Membrana tectoria und setzt sich in den Sulcus spiralis internus fort.

224
Sinnesorgane- Innenohr, Cochlea, Bogengänge

Ahh. 49S. Längsschnitt durch die knöcherne Sc!mecke (~Ieer­


schweinchen), die in mehreren Windungen (bei m Menschen zwei -
einhalb) .:in~ zentrale Achse , den Modiol us, umkreist. In ibm ver-
läuft der Hö rnerv mit den in regel mäßigen Abständen beiderseits
von ihm gelegenen Anschnitten des Ganglion Spirale cochleae •
(bipolare Neuro nc) , in d~rcn 'iveau jeweils eine Knochenlamelle ••
(= Lamina spiralis ossea) gegen das häutige Labyrinth vorspringt.
Färbung: Azan; Vergr. 24fach.

Abb.496. Der Querschnitt durch eine Schnecken...,indung


(Cochlea, Meerschweinchen) zeigt drei mit Flüssigkeit gefüllte Riiu-
me, Scala vestibuli (obe n), Ducrus cochlearis (Mitte), Scala tympani
(unten). Scala vestibuli und tympani sind mit Perilymphe, der Duc-
tus cochlearis ist mit Endolymphe gcfUUt. Die Reissnersche Mem-
bran (zwei Plattenepithelien und ein schmaler Bind egewebsraum) 497
trennt Scala vestibuli und Ductus cochlearis. Den Boden des Ductus
cochlearis bildet di.e Basilarmembran (Lamina basilaris) mit dem
Cortischen O rgan. Die laterale Wand des Ductus cochlcaris, die
Stria vascularis, ist blutkapillarre ich und bildet die Endolymphe.
Färbung: A1..an; Vc rgr. 96fach.

Abb. 497. Cortischcs Organ (Meerschweinchen). Es besteht aus


Sinneszelle n, den Haar7.ellcn, und ve rschiedenen Arten vo n Stütz-
zellen (Pfe iler-, Phala ngen-, Mensensehe n und Claudiusschen Zel-
len) und enthält dre i Kanäle: den Inneren(= Corrischen) Tunnel,
den Nuelschen Raum und de n ä ußere n T unnel. Färbung: Azan;
Vergr. 240fach.

Abb.498. Crista ampuJlaris ei nes Bogengangs (Meerschwein-


chen) . Man erkennt die Gewebeleiste mit de m re lativ hohen
Epithel au.~ Sinnes- und Stützzellen sowie im Bindegewebe ver-
laufende Fasern des N. vestibularis. Von d er dem Sinnesepithel
aufsitzenden Kupula sind nur flockige schattenhafte Reste e rhal-
ten. Präparate Prof. Dr. mcd. L. Thorn, Unh·ersität München .
Färb ung: Azan; Vergr. 150fach.
498

225
Peripheres Nervensystem - Spinalganglion

Abb. 499. Längsschnitt durch ein Spinalga nglion (Hund).


Die~e peripheren Ansammlungen von Nervenzellen finden
~ich als zcllreiche, von einer derben Bindegewebskapsel um-
hüllte Knötchen innerhalb der hinteren Wurzel (links im Bild).
kurz be\•or sich diese mit der motorischen Radix anterior (un-
ten) zum gemischten Spinalnerveil (rechts im Bild) vereinigt.
Das Ganglion wird ze ntral von übetwiegend längs verlaufen-
den und in der Hauptmasse markhaltigen Nervenfasern durch-
zogen. Färbung: Kre~ylviolctl; Vcrgr. 2 \fach.

Abb. 500. Die Spinalganglieu.zellen sind pseudounipolare


sensible Nervenzellen. Sie werden mantelartig von perip heren
Gliazellen umhüllt (Mantclzellen oder Satcllitenzellcn), von
welchen sie jedoch häufig bei schlechter Fixierung durch einen
Schrumpfspalt getrennt sind. Die Nissi-Substanz ist in den
Ganglienzellen nicht schollig, sondern feinkörnig und gleich-
mäßig im Zelleib verteill. Beachtedie hellen, auffallend großen
UrsprungskegeL Färbung: Kresylviolett; Vergr.I50fach.
500

Abb.501. Spinalganglion Mensch. Die Pcrikaryen (* )der


pseudounipolaren Spinalga nglienzelle n werden von hier gut
erkennbaren Mantelzellen umhüllt (... ). Einige Perikaryen
enthalten Lipofuszin (s. Abb. 55). Die größeren, helleren Ner-
venzellen leiten Impulse der epikritischcn Sensibilität, die klei-
neren, dunkleren dienen u. a. der Leitung der Schmerzempfin-
dungen. Vom Perikaryon geht ein kurzer initialer Fortsatz
aus. der oft Axon genannt wird·. Innerhalb der Mantelzellbe-
deckung verlä uft er gewunden und teilt sich dann in ein den-
dritisches und ein neuritisches Axon, beidc sind myelinisiert.
Zwischen den Perikaryen finden sich lockeres Bi ndegewebe
(entspricht dem Endoneurium) mit vielen kleinen Blutgefäßen
und Nerven faserbündeln. Färbung: Goldner; Vergr. 250fach.
501

226
Peripheres Nervensystem - Vegetatives Nervensystem

Abb. 502. v~getottiv~::s (parasympathisches) Ganglion in der


Glandula submandibularis des Menschen. Das Ganglion wird
von einer straffen Bindegewebskapsel umh\illt. Die unter-
~cbiedlich großen, hellen Perik;tryen der Nervenzellen (~)
sind von Mante lzeUen umgeben und in ein lockeres Bindege-
webe eingebettet. Die Nervem:ellcn besitten sehr fein verteil-
te Nissi-Substanz., vereinzell Lipofuszin. sind multipolar und
bilden das zweite Neuron der vegetativen Bahn. Färbung:
Goldner; Vergr. 250fach.
502

Abb. 503. fläcbeopr!lparat des intramuralen, zwischen Ring-


und Längsmuskulatur des Darmes gelegenen Plexus myenteri-
cus (Auerbach). In den Knorenpunkten dieses aus unter-
schiedlich dicke n NervenfaserbOndein bestehenden Maschen-
werkes finden sich Ansammlungen.von Perikaryen vegetativer
Nerven:tellen (Ganglien). Färbung: supravitale Methylen-
blaufärbung; Vergr. 95fach.
503

..
Abb. 504. Ganglion im Plexus myentericus (Auerbach-Pie-
xus) im Jeju11um de~ Menschen. In den Ganglien des enteri-
schen Nervensystems befinden sich ganz unterschiedliche
motorische und sensible Nervenzellen, deren Perikarycn (~)
vor allem am hellen Ke rn mit scharf begrenztem ~ucleolus
erkennbar sind. Am oberen Bildrand Ringmuskulatur, am un-
teren Längsmuskulatur der Tunica muscularis. Färbung: H. E.;
Vcrgr. 500fach.

227
Ze ntralnervensystem - Rückenmark

505 508

\ Abb. 505-507. Querschni tte des menschlichen R Uckenmar ks


aus dessen H als· (505), Br ust· (.506) und Lendenbereich (507)
bei gleicher Färbung {Markscheiden) und Vergrößerung
(6facb). Durch Scbwänung der markhaltigen Nervenfasern in
der welßeo Substanz e~;cbeinl diese dw1kler als die nerven-
faserärmere und daher hellere graue Substanz, die eine
"Schmetterlingsfigur'' mit Vorder- und Hinterhörnern bildet.
Beachte die Unterschiede in Größe und Gestall der gr auen
506 Substanz. D as Brustmar k ist durch seine grazile Schmetter-
lingsfigur und ein kleines Seitenhorn mit motorischen S)mpa-
thischen Neuronen gekennzeichnet. Zur Nomenklatur verglei-
che m it A bb. 509 u. 511.

Abb. 508. Vorderhorn im ROckenmark des Menschen. In der


grauen Substanz sind die großen Perikarycn (Zelleibcr) von
somatomotorischen, multipolare n Neuronen gut erkennbar
(-+). Zwischen diesen Perikaryen sind vor alle m Kerne von
Gliazellen (darunter vie le Astro:.:yten) und Endothelzellen
von Blutkapillaren sowie d as Neuropi l T.U identifizieren. Am
rechten Rand der Abbildung ist die weiße Substanz (blau ge·
färbte Markscheiden) zu erkennen. Färbung: Ni,;.~l und Mark-
scheidenfärbung ( Luxol-Fast-Blue); Vergr. 150fach.
507

228
Zentralnervensystem- H alsmark und Zentralkanal

-
h otn'

509
I
l'llan ••IIIC:b. wn!lllf:s
Abb.509. Querschnitt durch die Halsanschwellung (= ln tumescentia cervicalis) eines Rückenmarks vom Menschen (s. auch
Abb. 511). Die weiße Substanz gliedert sich jederseits in: 1. einen Hinterstrang = Funiculus dorsalis (zwischen dem Hinterhorn und
dem Septum medianum dorsale gelegen), 2. einen Seitenstrang = Funiculus lateralis (zwischen den aus. bzw. eintretenden
Nervenfasern der vorderen und hioteren Wurzel gelegen) und 3. einen Vorderstrang "' funiculus ventralis (zwischen der Fissura
mediana ventralis und dem Vorderhorn bzw. den vorderen Wurzelfasern gelegen). Färbung: Karmin; Vergr. 8fach.

Abb. 510. Zen tralkanal im Rückenmark des Menschen. Der


Zentralkanal wird von Ependymzellen (-+)ausgekleidet Der
Umriß seines Lumens(* ) wechselt. bei Erwachsenen verödet
er oft. In seiner unm ittelbaren Umgebung finden sieb überwie-
gend Gliazellen und ihre zahlreichen Fortsätze (Substantia ge-
latinosa centralis). Färbung: H.E .; Vergr. 250fach.
510

229
Zentralnervensystem - Lendenmark

Abb.SlJ. Que!'llchnitt durch die LendenanschweUung (Intumcsccnlia lumbalis) eines


menschlichen Rückenmarks. Färbung: Karmin, kombiniert mit Weigertscher Markscbeiden-
färbung; Vergr. llfach.

230
Zentralnervensystem - Kleinhirn

~
I
I

513
512

Abb. 5U. Rinde (Cortex) und Mark (Medulla) des Klein-


hirns des Menschen. Die Kleinhirnrinde besteht aus drei
Schichten (s. auch Abb. 516): an der Oberfläche aus der zellar-
men Molekularschicht (Strat um molcculare), in der !\-fitte aus
der Schicht der Purkinje-Zell-Perikarye n (Stratum ganglio-
sum) und in der Ti efe aus der zellreichen Körnerschicht (Stra-
tum granulosum). Die H. E.-Färbung stellt vor allem die Zell-
kerne der Nerven- und Otiazellen dar. Das Mark bildet schma-
le he!Je Streifen unter der Kö merschicht. Vergr. 25fach.

Abb. 513. Kleinhim rinde , Mensch. Die Markscheidenfär-


bung (dunkelbraun) nach Weigert hebt vor allem das sich ver-
äst.elnde Marklager hervor. Vergr. 7fach.

Abb. 514. Kleinhirnrinde des Menschen. (1) Kömerschicht,


(2) Schicht der Purkinje-Zell-Perikaryen, (3) Molekular-
schicht. Zwischen den kleinen, dunklen Zellkernen der
514
KörneT7.ellen ble iben braun gefärbte kleine Felder (~) frei,
die Glomerula ccrcbellaria , welche erregenden komplexen
Synapsen hwischen den Moosfasern und den Dendriten der
Körnerzc11cn entsprechen. Die Zellkerne in der Molekular-
schicht gehören vor alle m w Stemzellen (s. Abb. 205}, Korb-
zellen (II>) und (4) Pia mater. Kombinie11e Zell- und Faserfär-
bung; Vergr. 250fach.

Abb. 515. Die Versilberung (nach Bodian) der Klein-


hirnrinde (Pavian) läßt große Teile der kräftigen, spalierbaum-
artig verzweigten und bis zur Kleinhirnoberfläche reichenden
Dendriten der Purkinje-Zcllcn e rkennen. Zwischen den Den-
driten der Purkinje -Zellen sind Ze llkerne verschiedener Zel-
len zu erkennen, die größeren gehören zu den SternzeUen (z. B.
am oberen lin ken Bildrand). ln Nähe der Perikaryen der Pur-
kinje-Zellcn sind Axone der Korbzellen als feines Geflech t
erkennbar. Vergr. 240fach.

231
Zentralne rvensyste m - Kleinhirnrinde und Großhirnrinde (Zytoarchite ktonik)

•I

• ,a.,.-/wrwn;lllo.

___ , S!l!ltum
gangfosLm

Abb. 516. Ü~rsicbt der Gliederung der Kleinhirnrinde Abb. Si7. Etwas schematisierte Zeichnung der Zellschichten
(Mensch) bei einfacher Zellfärbung. Färbung: Karmin; Vergr. der motorischen Rinde (Mensch). in deren Bereich die innere
20faeh. Körnerschicht (Schicht I V) praktisch fehlt, so daß die beiden
Pyramidenschichten das Bild beherrschen ( = agranulärer
Rindentyp). Siehe auch Abb. 519, in deren Legende die No-
menklatur der Rindenschichten eingedeutscht wurde. Fär·
bung: Karmin; Vergr. 50fach.

232
Zentralnervensystem - Großhirnrinde, Area prae- und postcentralis

518 519

Abb. 518. GcgenUbcrsteUung von Gyrus prae- und postcen-


tralis im Endhirn des Menschen. Hier ist in unterschiedlicher
Ausprägung ein sechsschichtiger Isocortex ausgebildet. Die
beiden Gyri sind durch den Sulcus centralis getrennt. Färbung:
Modifizierte Gallyas-Farbung nach Zilleset al.; Gesamtvergr.
l Ofacb.

Abb.519. Bei höher.:r Vergrößerung läßt der motorische


Cortex den Gyrus praecentralis des Menschen (Area 4) eine
Schichtung in sog. Laminae erkennen, deren Zählung von
außen nach innen erfolgt: I. Molekularschicht, n. äußere Kör-
nerschicht, lll. äußere Pyramidenschicht, IV. innere Körner-
schicht (ist im Gyrus praecentralis kaum entwickelt), V. innere
Pyramidenschicht (mit auffallend großen pyramidenförmigen
Perikaryen, Setzsehe Riesenpyramiden); VI. Spindelzell-
schicht ( multiforme Schicht). Neben der Gliederung in Schich-
ten ist die Gliederung des Cortex in radiär zur Oberfläche 520
dehende Zellsäulen wichtig. Färbung: Modifi~ierte Gallyas-
Färbung nach Zilles et al.; Gcsamtvergr. 20f<~ch.
'.# •
Abb. 520. Höhere Vergrößerung des somatosensoriscben
Cortex des Gyrus postceJ1tralis des Menschen. Dieser Cortex

wird auch als granul~r bezeichnet, weil gra nul äre Neurone
(Körnerzellen) Uberwiegen. Auch hier liegt im Prinzip ein • •
6schichtiger Cortex vor (1- Vl). Das Erkennen aller Schichten
ist aber - wie auch in1 motorischen Cortex - oft schwer. Die
Grenze zum Mark ist relativ scharf. Färbung: Modifizierte
f
0

-""
.
"_. ....

Gallyas-Färbung nach Zilleset aJ.; Gesamtvergr. 20fach.


•• •
Abb. 521. Setzsehe Riesenpyramidenzelle neben etwas klei-
neren Pyramidenzellen in der Lamina V der motorischen Rin- •• • .. ,•t•'• •
; •
de (Mensch). Die kleineren Zellen sind Körne r- und Gliazel- • a ' •• •..
len. Pärbung: Kresylviolett; Vcrgr. 240fach.
521 ,.,..~
" "

233
Zentralnervensystem - Großhirnrinde - Area striata und Ammonshorn

522 L 'Wll rvn rvc V 523


Al LOS ctlqtOllt~
Abb. 522. Hirnrinde aus dem Bereich des Sulcus ca lcarinus,
primäre Sehr indc. Arca striata. Direkt an die weiße Substanz
grenzt die Lamina VI, die durch ihre n Zellreichtum hervor-
tritt. Es folgt die zcllärmcrc. daher hellere Lamina V, an die
die wieder ze llreichere Lamina TVc anschließt. Dann kommt ·
die breite Lamina IVb (= G ennarischer Streifen), an die nach
außen die schm ale, aber d unklere (7.ellreichere) Lamina IVa
folgt_ D ie Laminae UI und U nehmen den Raum zwischen der
l.amina IVa und der äußersten. fast ungefärbteo Lamina I ein,

- sind aber nicht gegeneinander abzugrenzen. Färbung: Nissl;


G esamtvergr. 16fach.

Abb.523. Area striata des Menschen bei stärkerer Ver-


größerung und anderer Färbung. Die zellärmere Schicht V
und die charakteristische faserreiche Schicht 1Vb sind gut er-
kennbar. D ie Schicht I Vb enth.Mit markhaltige Nervenfasern
524
und ist oft mit bloßem Auge erkennbar (Gennarischer Strei-
fen). Färbung: Modifizierte Gallyas-Fl!rbung nach Zilleset al. ;
Gesamtvcrgr. 40fach.

Abb. 524. Frontalschnitt durch die Hippocarnpusformation


mit Hippocampus, Gyrus dentatus und Plexus choroideus im
Unterhorn des Scitcnvcntrikcls. Die Orientierung des Schnit·
tes ist derart, daß die Hirnbasis dem unteren und die mediale
Hernisphärennäche dem lin ken Bildrand entspricht. Der
Gyrus dentatus läßt sich leicht an ~einer intensiv gefärbten
Körnerschicht erkennen. Färbung: Nissl; Ve rgr. 6fach.

Abb. 525. Eine Ausschnittsvcrgrö&rung der vorhergehen·


den Abbi ldung 7.eigt noch. Teile der Pyr amidenschicht des Hip-
pocampus und wie diese sich in eine Gruppe locker verteilter
Zellen auflöst, die von der Körnerschicht des G yrus dcntatus
umschlossen wird . Färbung: Niss!: Very. 20fach.
525

234
Zentralnervensystem- Pl exus choroideus und Hirnhäute

A bb. 526. Schnitt durch den Plexus choroidcus des Seiten-


ventrikel~ vom Mensche n. Diese frei in die Hirnventrikel hin-
einrage nden, sehr gefäßreichen und stark ''Cr"Lweigten Binde-
gewcbslamellen sind gerneinsam mit dem sie überziehenden
einschichtigen, isoprismatischen Plexusepithel die Produkti-
onsstätte des Liquor cerc brospinalis. Das Epithel fungiert dar-
über hinaus als selektive Baniere fllr den Stofftransport vom
Blut in den Liquor uncl ist damit Bestandteil der Blut-Liquor·
Schranke. J: Vent.rikellumen, 2: Hirnwand, -+: 12pendym. Fär-
bung: H.E.: Vergr. 240fach.
526

"'llC' a•o

....
I
I
I
.
A.-;one aiJI• otcnae• .A• one
r ..

Abb.S27. Schematische Darstellung der mikroskopischen Anatomie der Leptameninx (Pia materund Arachnoidea. matt-gelb·
lieh), des Subarnchnoidalraums (SAR; Cavitas subarachnoidea) mit Makrophagen, d er Dura mater un d der Beziehung der Hirn·
häute zu d en Nervenscheiden. Grün: Rasa llamioa. Das Neurothel besteht aus einem ein- od er mchrschichtige n Verba nd d ichtge·
packter abgcnachter fibroblastenähnlicher Zellen, die über Desmosomen, Nexus und auch Tight junctions verbunden sind. ße·
achte den Zusammenhang von Ne urothel und Perineurium. (Aus Benninghoff.)

235
Synapsentypen

B c

-8

528
Abb. 528. Schematische Darstellung verschiedener Synapsentypen (nach Leonhardt, 1990). A: exzitatorische Synapse. Typ
Gray 1 (breite postsynaptiscbe Verdichtung); B: inhibitorische Synapse (sclu:nale postsynaptiscbe Verdichtung); C: peptiderge
Synapse; D : myoneurale Synapse (motorische Endplatte); E: Synapse eines vegetativen aminergcn Neurons in der Nähe einer
glatten MuskelzeUe (9); diese Synapse entspricht einer A uftreibung (Varikosität) der Nervenfaser (Synapse a distance en passant).
1 unterschiedlich gefonnte Transmillerbläschen mit unterschiedlichen Transmittersubstanzen in den oft ko lbenfönnig erweiterten
präsynaptischen Ncrvcnfaserendigungen (2); 3 präsynapt.ische Membran mit Verdicbtungen; 4 synaptischer Spalt; 5 post·
synaptische Me mbra n mit Verdichtungen; 6 peptidhaltige Granula; 7 Basallamina; 8 Skele ttmuskelzelle; 10 Mitochondrium;
11 Mikrotubuli (,.Neurotubuli"). Die Nerve nfaserendignngen sind in der Peripherie (D, E) bis auf die synaptische Region von
Ausläufern der Seilwannsehen ZeUcn bedeckt (U ), die ihrerseits eine Basallamina besitzen.

236
Tabellen
Tabellen

Tabelle 1. Gebräuchliche Färbungen.

FarbU"9 Kerne Zytoplasma Ko llagenlasern Elastlache F. .e rn


....--- -
H.E. = Hämatoxylin-Eosin blauviolett rot; Ribosomen- rot ungetärbt bis rosa
und RER-reiche
Regionen
blauviolett

Azan = leuchtend rot blaß-rosarot blau ungefärbt (nur in größeren


Azokarmin/Anilinblau/ bis schwach Mengen wie bei elast.
Orange-G bläul ich Membranen u. Bändern:
rot bis rotblau)

Elastiks-Färbung - - - schwarzviolett
(Resorcin-Fuchsin oder (Resorcin-Fuchsin),
Orcein) rotbrau n (Orceln)

van Gleso n schwarzbraun gelb bis rot nicht speziell gefärbt


(Eisenhämatoxylin/ hellbräunlich (nur in starken Verdichtun-
Pikrinsäure/Säurefuchslnl gen wie elast. Membranen
u. Bändern: gelb)

Trichrom-Färbung braunschwarz ziegelrot grün oft nicht speziell gefärbt,


n. Gold ner z.T. grünlich bis hellrot
(Eisenhämatoxylin/
Ponceau-Säuretuchsin/
Azophloxin/Uchtgrün)

EH = Eisenhämatoxylin Heterochromatin einzelne Komponen- nicht speziell schwach grau


nach Heidenhain (besonders und Nukleolus ten, z. B. Zentriolen, gefärbt oder grau-
geeignet zur Darstellung von blauschwarz Kinozilien und gelblich
Organellen wie auch der lntermediärfilament-
Querstreifung der Muskulatur) bündel, trete n
tiefschwarz hervor

Hlatochemlache Flirbu•n "]


PAS-Reaktion Färbung rot-violett. Kohlenhydrathaltige Komponenten, z.B. Glykoproteine, Schleime,
(Perjodsäure-Schlff-Reaktlon) Glykogen.

Alzian-Biau Färbung blau. Unterschiedliche elektrisch negativ geladene Komponenten (Poiyanionen),


z.B. sulphatierte Schleime, Glykosaminoglykane, Hyaluronsäure.

Fettfärbungen Je nach Farbstoff z.B. orange-rot oder braun. Lipide, z.B. Triglyceride oder Lipide der
(z.B. Sudan 111; Sudan- Markscheiden.
schwarz, Orrot)

238
Tabellen

Tabelle 2. Paraplasma.

Paraplasma (Abb. 51-61 )

I. Speicher· und Vorratsstoffe II. Pigmente


wie Lipide, Glykogen,
Proteine u. ä.

endogene: exogene:
z. 8. Kohlenstaub;
Schwermetalle

1. Hämoglobinogene 2. Melanine 3. lipofuszlne

a) eisenfreie b) eisenhaltige

Diese Tabelle ist für die lichtmikroskopische Routinearbeit von praktischem Wert. Unter dem historischen und nicht ganz schart
zu delinierenden Begriff Paraplasma versteht man unterschiedlich gestaltete Zelleinlagerungen: Speicherprodukte wie Lipide,
Glykogen, Proteinaggregate sowie verschiedene endogene und exogene Pigmente. Die endogenen Pigmente lassen sich nach
heutigem Wissen eigenen Organellen zuordnen, den Metanosomen und dem Lysosomensystem.

239
Tabellen

Tabelle 3. Gliederung der verschiedenen Formen von Oberflächenepithelien.

I. platt 1. einschichtig vor allem Meso- und Endothelien, hinteres Korneaepithel u. a.


2. mehrschichtig a) verhornt, Epidermis
b) unverhornt, z. B. in Mundhöhle, Vagina, Kornea, Ösophagus

II. Isoprismatisch einschichtig Epithel vieler kleiner Drüsengänge, Peritonealepithel des Ovars, Follikelepithel
(=kubisch) der Schilddrüse, viele Tubulusepithelzellen der Niere, Amnionepithel u.a.

111. prismatisch 1. einschichtig a) mit Kinozilien: Tube, Uterus


b) ohne Kinozilien: gesamter Magen-Darm-Kanal, Gallenblase
2. mehrschichtig selten: Fornix conjunctivae, Teile der männlichen und weiblichen Urethra
3. mehrreihig a) ohne Zilien: bestimmte Abschnitte von Drüsenausfüh11..1ngsgängen (selten)
b) mit Kinozilien: Respirationstrakt
c) mit Stereozilien: Ductus epididymidis, Ductus deferens

IV. Übergangsepithel je nach Dehnungszustand unterschiedlich hoch, aber stets mehrschichtig, die
apikale Zellschicht besteht aus großen polyploiden, z. T. zweikernigen Deckzellen:
Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase

240
Tabellen

Tabelle 4. Gliederungsprinzipien exokriner Drüsen.

llorpholog!Khee Kr!Wium Klaulftzierung Beleplele

1. nach der Zahl der sezernierenden Zellen: einzellige Drüsen SecherzeIIen


mehrzellige Drüsen Speicheldrüsen

2. nach der Lage der sezernierenden Zellen endeepitheliale Drüsen Becherzellen


zum Oberflächenepithel exoepitheliale Drüsen alle großen exokrinen
Drüse n

3. nach dem Sekretionsmechanismus: holokrine Drüsen Talgdrüsen


ekkrine Drüsen die meisten exokrinen Drüsen
apokrine Drüsen Duftdrüsen
Milchdrüse

4. nach der Art des Sekrets und seröse Drüsen Parotis, Pankreas, Tränendrüse
Morphologie der sezernierenden muköse Drüsen• Ösophagusdrüsen
Zellen: Mischformen: sero-muköse Drüsen viele Speicheldrüsen,
Atemwegsdrüsen

5. nach der Gestalt der sezernierenden tubulöse Drüsen Kolonkrypten. Uterusdrüsen


Endstücke: azinöse Drüsen GI. parotis, Pankreas
alveoläre Drüsen Dultdrüsen
Mischfonnen: tubulo-azinös GI. submandibularis
tubulo-alveolär laktierende Mamma

6. nach Vorkommen und Wuchsfenn Einzeld rüsen {jedes Endstück mündet Schweißdrüsen
(verzweigt oder nicht) des ausführenden m it einem Gang selbständig auf einer
Gangsystems: epithelialen Oberfläche)
verzweigte oder verästelte Drüsen Pylorusd rüsen
(mehrere Endstücke münden in einen
unverzweigten Ausführungsgang)
zusammengesetzte Drüsen alle großen SpeieheldrOsen
(die sezernierenden EndstOcke munden
in ein reichverzweigtes Gangsystem)

• Die mukösen DrOsenzellen weisen in den verschiedenen Organen strukturelle und funktionelle Unterschiede auf. Ein Teil dieser Drüsen wird
.. mukoid" genannt (z. B. die Drüsen der Pars pylorica des Magens und die Brunnersehen Drüsen).

241
Tabellen

Tabelle 5. Zusammenstellung der verschiedenen Formen der Binde·, Stütz- und Fettgewebe.
1.-9. entstammen dem Mesenchym, einem noch nicht differenzierten embryonalen Gewebe des
Mesoderms (vor allem des Sklera- und Dermatoms). sowie der Neuralleiste (.,Mesektoderm").

1 . Gallertiges Bindegewebe
(wasserreiches Bindegewebe mit feinen Kollagenfasem) und reichlich Hyaluronsäure (Nabelschnur, Zahnpulpa)
2. Spinazelluläres Bindegewebe
(sehr zellreich, Ovar, Uterus)
3. Retikuläres Bindegewebe
(weitmaschiges Netzwerk retikulärer Fasern. lymphatische Organe. Knochenmark, Mukosa im Darmtrakt, Disseseher
Raum u . a .)
4. Lockeres Bindegewebe
(wenige Fasern, viel amorphe Grundsubstanz, verschiedene Bindegewebszeilen)
5. Straffes (dichtes) Bindegewebe
(überwiegend Kollagenfasern, mäßige Mengen an Fibrozyten, wenige andere Zelltypen);
a) gellechtartiges straffes Bindegewebe: Sklera. viele Organ kapseln u. a.
b) parallelfaseriges straffes Bindegewebe: Sehnen, Bänder
6. Etastische Bänder (Ligamenta flava, Ligamentum nuchae, Bänder, in denen mehr elastische als kollagene Fasern vor-
kommen) .
7. Fettgewebe (weißes. braunes Fett).
8. Knorpelgewebe
a) Hyaliner Knorpel
b) Elastischer Knorpel
c) Faserknorpel
9. Knochengewebe
a) Geflechtknochen
b) Lamellenknochen
10. Chordagewebe
Bildet das ursprüngliche Achsenorgan; primär epithelialer Aufbau; Zellen mit flüssigkeitshaltigen großen Vakuolen.

Tabelle 6. Vorkommen häufiger Kollagentypen

Typ I Haut. Sehnen, Knochen, Organkapseln, lockeres Bindegewebe, oft zusammen mit Typ 111.
Typ II hyaliner und elastischer Knorpel, Glaskörper. Im Glaskörper zusammen mit Typ XI.
Typ 111 lymphatische Organe, Schleimhaut des Magen-Darm· Trakts, Wand von Blutgefäßen, verbreitet Im lockeren
Bindegewebe vieler Organe.
Typ IV nicht-fibrillär, Basallamina.
Typ VII Lamina fibro-reticuiaris der Basalmembran, Verankerungsfibrillen.
Typ VIII an Endothelien, Descemetsche Membran.

242
Tabellen

Tabelle 7. Verschiedene biologische, lärberische und lichtoptische Eigenschaften


der Bindegewebsfasern.

Kollagenfaum Cs tlactle F....,. Rellkullle (ont.r-)Fuem


Sonderform der Kollagenlasern

Anordnungsweise Geflechte unterschied· I echte Netze oder feinste Netze (oft gelegen an der
llcher Webformen oder gelenstarte Membranen Grenze zwischen Iockerern Binde·
parallele Bündel (Sehnen) (z. B. Lamina elastica gewebe und den Parenchymzellen
interna der Arterien) eines Organs), typisch fü r lympha·
tische Gewebe.

Mikroskopisches Verhalten gewellter Verlauf paralleler glasig homogen, doppelt als solche kaum erkennbar
im frischen Zupfpräparat Fasern, geringe Licht· konturiert, stark licht·
brechung brechend

Polarisationsmikroskopi· stark anisotrop, daher in ungedehntem Zustand wegen Feinheit und netzartigem
sches Verhalten das polarisierte Licht isotrop (also keine Doppel· Verband kaum zu analysieren
nur in eine Ebene durch· brechung) und erst bei
lassend (= einachsig zunehmender Dehnung
positiv doppelbrechend) vermehrte Anisotropie

Struktur im Transmissions· Fibrillen (Durchmesser 1) amorphe Komponente Fibrillen (Durchmesser 1o-30 nm)
elektronenmikroskop 5D-200 nm) mit Quer- (Elastin) m~ Querstreifung (67-nm-Periodik)
streifung (67-nm-Periodik) 2) Mikrofibrillen
(Durchmesser 10 nm,
bestehen aus Fibrillin)

Makromolekularer Aufbau Kollagen Typ I Elastin, Fibrillin Kollagen Typ 111

Mechanisches Verhalten zugfest, nur um ca. 5% um 150% reversibel dehnbar ähnlich Kollagenfasern
dehnbar

Färbarisches Verhalten bei rot farblos, in höherer Konzen- wegen Feinheit der Fasern
H.E. trierung rosa i. a. keine Färbung

Azan blau farblos, erst bei höherer hellblau


örtlicher Konzentrierung wie
bei elastischen Membranen
orange bis rot bis rotblau

van Gieson rot farblos, in höherer Konzen- wegen Feinheit der Fasern
trierung gelb i. a. keine Färbung

Versilberung braun - schwarz

243
Tabellen

Tabelle 8. Oberbegriff: . Faser".

1. Bindegewebsfasern (kollagene, elastische und


retikuläre): geformte Bestandteile der Interzellular-
substanz.

2. Sharpeysche Fasern: die vom Periost in den


Knochen einstrahlenden Kollagenfasern.

3. Nervenfasern: Fortsätze von Nervenzellen mit


ihren Hüllen.

4. Linsenfasern: die stark in die länge auswachsen-


den und später kernlos werdenden apikalen Anteile
des äquatorialen linsenepithels.

5. Tomessche Fasern : Zellfortsätze der Odontobla-


sten im Dentin; daher auch Dentinfasern genannt

6. Herzmuskelfasern: entweder die makroskopisch


präparierbaren Verlaufszüge des Myokards oder ein
einzelner, aus dicht hintereinandergeketteten Herz-
muskelzellen bestehender Zellstrang.

7. Glatte Muskelfasern: ähnlich wie bei der Herz·


muskulatur aus Einzelzellen aufgebaute Züge oder
Stränge glatter Muskelzellen, die meist geordnet in
bestimmten Richtungen verlaufen (z. B. längs- und
Ringmuskulatur des Darms). Auch die einzelne
glatte Muskelzelle.

8. Skelettmuskelfasern: schlauchförmige, vielkernige


Zellen (Synzytien) der Skelettmuskulatur.

9. Gllafasem : Fortsätze bestimmter Gliazellen.

10. Purkinje·Fasern : feinste Verzweigungen des Erre-


gungsleitungssystems im Herzen .

244
Tabellen

Tabelle 9. Wichtige Unterscheidungsmerkmale der verschiedenen Muskelgewebe.

Gew1b11rt 811UIIIment Kernzahl je L.-ge und G11tl!lt Flbrtllen Gr68e eiN Baualementa
BauiiiiMid derK8rne Unge Durch-
lllelllr

Skelett- vielkernige viele Hunderte randständig; quergestreift wenige mm 20-80 ~m


muskulatur Zelle (Synzytium) bis Tausende länglich, platt bis 10 cm

Herzmuskulatut I. a. einkernige eine (selten zentral in quergestreift 50 - 100 iJm 10 -20 iJm
Zelle zwei) fibrillenfreiem Hof:
plump,
rund-oval

Glatte einkernige eine zentral: länglich glatt 40-200 ~ m 5-10 ~m


Musk u latur Zelle zigarrenförmig (im graviden
Uterus bis
800 ~m)

Wichtige Mema-neysteme det verschiedenen Muskelzellen


r"

Sk elettmuskelzelle Von Basallamina umgeben, Zellmembran bildet lange enge T-Tubuli (verlaufen an der Grenze
zwischen A· und I-Bande). Triaden: Je 2 terminale glatte ER-Zisternen (Ca2 •-Speicher) grenzen an
den T·Tubulus.

Herzmus kelzelle Von Basallamina umgeben, die auch die relativ weiten T·Tubuli (ve rlaufen in Höhe der Z-Sche1be)
auskleidet; Dyaden: Eine terminale glatte ER-Zisterne (Ca2··Speicher) grenzt an T-Tubulus. Einzel·
zellen Ober Glanzstreifen mechanisch verbunden (Desmosomen, Fasciae adhaerentes) und
elektrisch gekoppelt (Nexus).

Glatte Muske lzellen Von Basallamina umgeben; Zellmembran bildet ru ndliche Kaveolen , deren Membran Ca2•·Pumpen
enthält und die locker mit kurzen glatten ER-Zisternen (Ca2 •-Speicher) verbunden sind.

Anmerkung: Das gleichzellige .Fehlen• z. 8 . von Querstreifung und Glanzstreifen Ist !Or sich allein kein Argument gegen die Diagnose .Myokard",
da diese Strukturen am Praparat lichtmikroskopisch schwer oder überhaupt nicht erkennbar sein können.

245
Tabellen

Tabelle 10. Differentialdiagnose der lymphatischen Organe.


l
lllymUI Tonlilien '-terKhe L~ft~Phknc*n Milz
P*pu
-
Oberflächen- - + +
(Darmepithel)
- -
epithel

Bindegewebs· + + - + +
kapsei auf derdem
Oberflächen-
epithel
abgewandten
Seite

Mark-Rinden- + - - + -
Gliederung

Randsinus - - - + -
Hassallsehe + - - - -
Körperehen

Malpighische
Körperehen
- - - - +

Venöse Sinus - - - - +

Be sonder- Grundgerüst Lymphozyten Dome, Mar1<stränge T-Region in


heiten aus Epithel· durchsetzen Domepithel Marksinus pariarterieller
zellen Oberflächen· (Darmepithel) Scheide
epithel mit M·Zellen

246
Tabellen

Tabelle 11. Tabellarische Übersicht jener Regionen, die gleichzeitig mehrere Oberflächen mit meist
unterschiedlichen Epithelien aufweisen.

I Epllhllw ICh 111 811. . iJI lle dM •ubalen GIWIIIIIOCUII

Lippe mehrschichtiges, verhorntes Plattenepithel Skelettmuskulatur


(Epidermis) mit Anhangsgebilden -+ (M. orbicularis oris)
mehrschichtiges, unverhomtes Plattenepithel

Uvula mehrschichtiges, unverhomtes Plattenepithel -+ Skelettmuskulatur


respiratorisches Epithel (M. uvulae)
--
Epiglottis mehrschichtiges, unverhorntes Plattenepithel -+ elastischer Knorpel
respiratorisches Epithel

Augenlid mehrschichtiges, verhorntes Plattenepithel Skelettmuskulatur


(ohne Haare) -+ (M. orbicularis oculi),
mehrschichtiges, unverhorntes Plattenepithel Tarsus,
Maibornsehe Talgdrüsen
-
Na~nflügel mehrschichliges, verhorntes Plattenepithel hyaliner Knorpel
mit . lreien· Talgdrüsen -+
mehrschichllges, verhorntes Plattenepithel
mit Haaren (V ibrissae) u. Drüsen -+
respiratorisches Epithel I
!
Ohrmuschel kein Epithelwechsel; beide Oberflächen J elastischer Knorpel
zeigen gleiches Epithel (verhorntes, I
mehrschichtiges Plattenepithel mit
Anhangsgebilden)

Portio vaglnalls unverhorntes, mehrschichtiges Plattenepithel (außen) -+ glatte Muskulatur


uteri einschichtiges prismatisches Epithel
(im Zervixkanal)

247
Tabelle n

Tabelle 12. Differentialdiagnose verschiedener Speicheldrüsen, der Tränendrüse sowie der Drüsen
der Mundhöhle und der Atemwege.

DrOM Form der Mzemlereuden Ausführendes Gangsystem Sonstige Bnonderheften


Endstücke

GI. parotls rein azinös. serös, sehr gut entwickelt, viele zahlreiche Fettzellen
Lumen eng Schal1stücke. auffallend viele und Anschnitte von Ästen
Streifenstücke (sicherste Unter- des N. facialis
scheidung gegen exokrines
Pankreas)

GI. sub- tubulo-azinös, sero-mukös, gut entwickelt, aber weniger seröse Halbmonde auf
mandibularis mit Überwiegen des serösen Schalt· und Streifenstücke als den tubulösen (mukösen}
azinösen Anteils in der GI. parotis Endstücken

GI. sub- tubulo-azinös, sero-mukös, Schalt- und Streifenstücke seröse Halbmonde auf
Iingualis mit Überwiegen des mukösen selten den tubulösen (mukösen)
tubulösen Anteils Endstücken
·- - - - 1-
GI. lacrlmalls tubulös, verzweigt, keine Schalt· und im Bindegewebe An ·
serös, Lumen relativ Streifenstücke sammlungen freier Zellen,
weit besonders Plasmazellen

Exokrines rein azinös, serös, keine Streifenstücke . auch zentro-azinäre Zellen, meist
Pankreas Lumen eng sonst viel spärlicher ent- Langerhanssehe Inseln,
wickelt als bei der GI. parotis keine Myoepithelzellen

Tracheal- und tubulo-azinös, unterschiedlich lange z. T. seröse Halbmonde


BronchialdrUsen sero-mukös Ausführungsgänge, die
öfter erweitert sind;
distal mit mitochondrien·
reichen Epithelzellen,
proximal mit Flimmerzellen

SpilldrUsen der azinös, ein- bis zweischichtiges in der Nähe der Papillae
Zunge rein serös kubisches Epithel vallatae

GI. IInguaiis tubulo-azinös, ein- bis zweischichtiges Unterrand der


anterlor sero-mukös kubisches Epithel Zungenspitze

GI. Iinguaiis tubulös, ein- bis zweischichtiges oft in Nähe der Tonslila
posterior mukös kubisches Epithel Iingualis

Gll. labiales tubulo-azinös, ein- bis zweischichtiges Innenseite der Lippe


sero-mukös kubisches Epithel

Gll. palatinae tubulös. I ein - bis zweischichtiges


I
und Driisen der mukös I kubisches Epithel
oralen Seite des
Gaumensegels

248
Tabellen

Tabelle 13. Differentialdiagnose der verschiedenen Abschnitte des Magen-Darm-Kanals


einschließlich der Gallenblase.

At»chnltt du
-
Krypten Becher- Spezielle BesonderMiten
Fehen Zotten
Magen-Denn- zallen
Kanal•

Magen, Fundus wenige und plump - - - flache Foveolae gastrlcae, hoher


Drüsenkörper, Haupt-, Beleg- und Neben-
zellen sowie endokrine Zellen

Magen, Pars selten und plump - - - tiefe Foveolae gastrlcae, niedriger Drüsen-
pylorica körper, schleimbildende und endokrine Zellen
-- -
Duodenum reichlich, hoch + + + Brunnersehe Drüsen in der Submukosa;
sie können deshalb auch in den Falten
(Kerckringschen Falten) vorkommen

Jejunum reichlich, hoch + + +

Ileu m niedriger, + + + Nodi lymphatici aggregati,


weiter a useinander- sog. Peyersche Plaques in Mukosa und
stehend Submukosa, Domareale, M-Zellen

Kolon selten und plump - + + nur Krypten, keine Zotten

Appendix - - + + große, herdförmige lymphatische


vermifo rmis Infiltrationen und Lymphfollikel in der
Mukosa und Submukosa

Gallenblase sehr zierliche, sog. - - - fehlende Zweischichtung der Tunica


anastomosierende muscularis (charakteristisches
Falton differentiald iagnostisches Kriterium!), keine
Muscutans mucosae

249
Tabellen

Tabelle 14. Differentialdiagnose verschiedener alveolärer bzw. tubuloalveolärer Drüsen


einschließlich der embryonalen Lunge.

Dr08e Llppct.o- Gengayatem End8t0cke Spezielle Beeonderhelten


gllederung

Prostata wenig ausgeprägt meist nur große weitlumig, die Innen- massenhaft glatte Muskulatur
Ausführungsgänge konturdurch Epithel- Im interstitiellen Bindegewebe
(15-30) abgrenzbar leisten sägeblatt- (gutes differentialdiagnosti-
ähnlich sches Kriterium).
Mitunter Prostatasteine

Mamma sehr deutlich immer Anschnitte sehr variabel in der Myoeplthelzellen,


lactans größerer Aus- Größe, Fettvakuolen apokrine Sekretion;
führungsgänge im in den sezernierenden zellreiches Bindegewebe
inter1obulären Binde- Zellen, im Lumen in den Drüsenläppchen
gewebe. Sicherstes Milchfettkugeln und (Mantelgewebe)
Unterscheidungs- flockige Eiweiß-
merkmal gegen die ansammlungen
Prostata!

Schild- deutlich nicht vorhanden Follikel sind die Follikel mit stark färbbarem
drüse (endokrine Drüse) größten aller "alveo- Inhalt (Kolloid) gefüllt
lären Endstücke", aber
in Größe und lichter
Weite variabel

Embryonale deutlich. immer deutlich erscheinen oft als am ..Gang•system (Anlagen


Lunge auffallend zellreiches verzweigte röhren- der Bronchien) findet sich
Mesenchym förmige Epithel- hyaliner Knorpel. Sicherstes
schläuche differentialdiagnostisches
Kriterium

250
l ltbcllcn

Tabelle 15. Differentlaldiagno~e von verschiedenen Hohlorganen (bei kontrahierter Muskulatur oft
sternförmiges Lumen).
.-
Organ Epithel Tunk:a muscul8rls Spezielle 811CMderheiten

Ösophagus platt, mehr- sehr kräftig, deutlich gegliedert in deutliche Muscularis


schichtig, innere Ring- und äußere Längsmuskel- mucosae, meist
unverhornt schicht kleinere Drüsen in
der Submukosa

Ureter Übergangsepithel insgesamt locker gebaut, gegliedert


in die meist kräftigere mittlere
Ringmuskelschicht, der innen und
außen Längsmuskelbündel locker
angelagert sind

Urethra prismatisch, zwei- keine Schichtengliederung reich entfaltete


bis vierrelhig, mehr erkennbar, sehr locker gebautes Venengeflechte in
streckenweise Muskelgeflecht der Lamina propria
auch geschichtet (Schwellkörper)

Ductus prismatisch, zwei- sehr kräftig, deutlich gegliedert oft mitgeschnitten


deferens reihig mit Stereo- in innere Längs-, mittlere Ring- ist der gesamte
zilien und äußere Längsmuskelschicht Funiculus spermaticus

Tuba prismatisch, ein- relativ dichte, überwiegend schlanke. verästelte


uterlna schichtig mit zirkulär verlaufende Muskelschicht Schleimhautfalten. oft
Kinozilien Zysten des Gartnerschen
Ganges

Ductus einschichtig, wenig glatte einzelne, kleine


choledochus hochprismatisch Muskelzellen schleimbildende Drüsen

Bei Hohlorganen ist auch an Blutgefäße (Gliederung in Intima, Media, Adventitia) , den Dünndarm (typischer Schichtenbau der
Wand) und die unteren Atemwege (respiratorisches Epithel, Bronchien mit hyalinem Knorpel, Bronchiolen oft mit sternförmigem
Lumen) zu denken.

251
Quellenhinweise
Di t: A bbildun~cn 209.250. 25~. 265. 2~. 2&ta/b. 291.292.301-303. 305.314.321. 323.330. 3~ I. 3411.377. 37K. 3X7. 39X. J'J'.I. ~03. 4115.
431.454.455.462- 465. 479- 4?11. 4&t-4!\8. 493.509. SII. 516 und S 17 wurdt:n aus Johan11e, Sobou a. Atla;, und Lehrbuch der Hi>tO-
Iogie und Mik roskopischen Anatomit:. !Jbcrnommen.

Die Abbildungen 152. 153. 158, 271, m. 2ß1. 336.424.425 und 435 wurden aus Joser Wallrarr. Leitratleu der Histologie des Men-
schen. 8. Au nage. Urban & Schwarzenberg. MOnchen-Berlin- Wien 1972, übernommen.

Die Abbildungen 245 und -113 wurden aus Viktor Patzeh, Histologie, 3. Aunage. Urban & Schwarzenbcrg, Wien 1948, übernom-
men.

Abbi ldungen 22, 36. 42. 76. 159. 181 , 182. 192.204.254.255.257. 286.304.322.344.353. 386. ~34. 456.470.483.494.528: Michael
Budowiek

Abbildung 99: Horst Ruß, Mllnchen


Sachverzeichnis

A ArMchntlitka 2'\:' B Ongcngang 225


;\raldit I t-une lming cclls 79
1\ -Bandc 91 - 93 A rb<:iosplasma I K Band. elastisches n. 242 Oowmanschc Kap,d II\,'<. 171.
Ahnut>.ungspogment .U Area striata 234 ha•al~ Str~ifung 5:- 174
Accrvulus 200 Artefakte 5. !0 basales Labyrinth 13. 16. 53. Oowmanschc MembHtn 1!9
Ach~clhaut 2 12 - Einb.:llung I 171 braunes Fett Cl5. 7H- i I
Adamantohlastc n 134- 135 - Scharten I 0 Basalkörperehen ß -Regio n, I .ymphknoten 12-'
Adenohypophyse 1% - Schrumpfrti umt: II (Kinetosnmen ) 56- 57 Bronchiolus 163-166
Adipozyten 32 Aneria(-ae) R~sallamina 49. 57 - respirmorius 165
Adventitia 126. 12R - hepatica propria 152 Basalmembran 50 - h:rminalis I 65
äuße re plex iforme Schicht 217 - interlobularis 152 - cndothclialc 130 ß mnchus 73. 162-163, 165
agranulärer Rindentyp 232 A rtcricn 129- 130 - e pitheliale 37 Flruchsche Membran 2 1H
Aktin. Nachweis 129 - elastischer Typ 126 Basalplauc 193 Brunne rsehe Drüse n 148-149
Aktinfilamente 16. 30.ll5- /Ki -· her7.nahc 127 Basilarme mbran 225 Bru~tdrllsc 5tl. 129. 213
Alkoholreihe I - mu>kulärer Typ 121>-129 basophile Zelle, Hypophyse - laktie re nde 2 13, 250
alveoläre OrüSI.!Il 58, 60, 241. Arterio Ja 198 - nichtlaktierende 2 13
250 - affer.:ns JM-169. I 73 hasophiler Granu lozyt 112. B-Tubulus. Doublcllc 57
Alveolarepithe l 165- 166 - effere ns lliX-169, 173 115, 119 Bürst~nsaum 13, 16. 50.54-55.
Al veolarmakrophagen 33. AA Arteriole 130 Bam J)hilie 18 149
Alveolarseptum 165- J66 arteriovenöse Anastomosen Bauchspt:icbeldrüs.: s. 0 -7..c llc n (B-Lymphozyt~n)
AlveolartelJe n 166 207 Pankreas 120. 122- 124. 158- 159
Alveole(n) Asbestfaserung 74 S echerzdie n 12, SO, 56-59. 6"1. ß-7.cllc n (Pa nkreas) .
- Lunge 164-165 Astrozyrc n 108- 109, 228 150, 15\l- 160, 223.241 insulinbildende 119
-Zahn 137 - Kurzstrahler. proto- Scg.lt,it venen 128
Alzi an-Bi au-F:trb ung 9. 238 plasmMische 108-109 Belegschicht. tympanale 224
Ammonshorn 234 - Langstra hler I 08 Belcgzcllen. Magen 147 c
Amnionepithel 193- 194 Athcrosklerosc 127 ßetzsche Riesenpyramide n-
Ampulla d uctus deferentis atrctiscbe Follikel 187 zellen 233 Colcitonin, imm unhisto·
184 Atrophie, lipoma t.ö sc. Bielschowsky-Silber- chemischer Nachweis 4
Aoaphal;<! 44-47 Thymus 125 imprägnation 9 Cap~ula lcntis 216
Anastomosen. a rteriovenöse Aue•'bach!;Cher Plexus 144. Bil!rothsche Stränge 122 Cavcolcn 86. 130
207 227 Bindegewebe 7. 62.64--65 CD-20-Antikörper 124
Anatomie. mikroskopische 7 A uflösung 6 - gallcrliges 62, 196, 242 CD-4-positivc T-Helferzellen
Ankerfilamente 49 Auge 216- 220 - lockeres 66-67.242 124
Anthrakose 33 Augenkammer. - retikuläres 62. 242 C 0 -45-RO-Antikörper 124
Antigen-Antikörpcr-Rcak t ion vordere/hinte n: 216 - spinozelluläres 242 Cerebellum 23 1
4 Auge nlid 221-222 - srraffes 63, 242 Cervix utcri 191
Antigenpräsentation 121 - Epithel 247 - sub.:pitheliales 49 chondrale Ossifikation 711 -77
an tigenpräsentierende Zelle n Ausführungsgang ß, !58 -Typen 242 ChondroklMtcn 76-77
(APC) 123.150 Auto lysosom 26 Bindegewebsfasern 243-244 Cho ndron 70-71. 73
Antrum folliculi 189 au lophagische Vakuole Blasenknorpel 76, 78 Cho ndrozyten 73
Am1a 127 26 Blattpapillen 2 15 Chorduge we be 242
- thoracica 126 Axone Blut 112-1 n Chorione pithel 193- 194
Apatit 77 - markarme 97 Blutausstrich, Malaria tmpica Chorio nplalle ·193-1\14
APC (antigenpriisentie re nde - markhal rigc 104 112 Chorion1.ot1c n 193
Zelle n) 123, 150 - marklose 106 Olulgcmß.,. t«rminale 129-133 Choroidcn 2 16. 2 18
apokrine (Duft-)Drlisen 10. A7.a n·l'ärbu ng 8, 238 l:llut-Harn-Scbranke '174 - Schichte n 2 18
59, 61.212. 241 A -Zellen, Pankreas 158-159 Blm-Hoden-Schrnnke 179 chromAffine Zel le n,
apokrine Sekretion 59, 61. A7.c to n 1 Blut-Luft-Schranke '165-166 Nebenniere 203
212.241 azid ophile Zellen 198 Blutmono7.ytcn 15 Chromatiden 45--46
Apoptose 39 Azini. se röse 143 Blutplättche n 112, 117 Chromatin 38-39
apoptotische Körper 39 ninösc Drüsen 58, 60-61. Blutzellen 112 chromophobc Ze lle 198
Aposomen 212 241 Tl-Lymphozyten (B ·Ze llen) Cis-Seite. Golgi-Apparat 22
Appendix vermiformis 151. Azinus. seröser 5l! 120. 122-124, 158-159 Onra-:.Cellen 211. I(JO. 163 IM
249 Azurgranula 113 Boettehcrschc Zellen 224 Claudiusschc l.elkn 214-125

-?5'"'
.)
Sachverzeichnis

coated vesicles 15 Discu s Drüsen E lastica


Cochlea 225 - intervertebralis 74 -Typen 5!\ - externa 12.1!
Cohnheimschc Fclderung 82 - ncrvi opt ici 216 - Unterkieferdrüs~ 8. 18. 53. intcrna 128
Colone pithel 61 Disseseher Ra um 152-154, 60, 14 1-142. 241 , 248 Elastika -Färbung 8. 238
communicatingjunctions 37 156 - U nterzungendrüse 141 142. elastische llä nder 72. 242
Co rium 205-206 DNA(-Fragmente) 4 248 elastische .Fasern 63. 66-{.7
Cornea 2 16. 21~21 9 - Nachwe is 38 - Vorsteherdrüse (Prosta ta) elasti~her Knorpel 73- 74
Corneulzelle n 218 Dome 148 185,250 ele ktrische Kopplung 87-88
Corpus Do me pithel 150 - Zeissche 221 E le ktro nenmikroskopie 3
- albi<:ans 187 Oomgewebe 150 - Zervix 191 e mbryona ler Knorpel 73
- cavemosum pe nis 186 Do ppelchromosomen 46 -Zirbeldrüse (Epiphyse) 200 Endo kard 50. 84
- lutcuro 187,189 Doubletten 56-57 - zusammengesetzte 58 Endo ka rdendothel 84
- spongiosum p enis 171:1, 186 Drosse lvenen 160 D rüsenends tücke endokrines Sys tem 197
- vitreum 21.6 Drusen - basophile 18 E ndo lysosomen 22
Cortischer Tunne l 224-225 - s.a. Glandula(-ae) - exokrine 58 E ndomc trium 192
Cortischcs Organ 224-225 - a lve oläre 58, 60, 241. 250 - muköse 143 Endo ne uriu m 9~99. 226
Crista ampulla ris 225 -- ven:weigte 5H - seröse 158 endo pi Mma tisches Retikulum
Crusta 53 - apo krine 10. 59, 61, 212, - tubulöse 58 15
Cumulus oophorus 189 241 - Typen 59-ffl - glattes 13 , 20- 21, 9 1
Cupula 225 - azinöse 58, 60-61 , 241 Drüse ne pithelie n 58-60 - rauhes 13. 15. 20-22, 40-41
Cutis 205 - Brunne rsehe 148-149 Drüsengänge 5R t::ndosomen 22
C-Zellen, SchilddrOse 4, - Bru stdrüse 58, 213,250 drumstick 113 E ndothel 30-31, 50, 130
200-201 - v. Ebnerscbe Spüldrüsen Ductulus e fferens 182 E ndozytose 13, 22
139 Ductus Endozytosevesike l 55
- ekkrine 61,212,241 - alveolaris 165 F.ndplanc. motorische 94-95.
D - exokrine 58, 60, 241 - eholedochus 251 236
-- Aufbau 140 - coch learis 225 EndstUcke s. D rüsenendstücke
Damu:otten 38 - - EndstUcke 58 - defercns 55, 183. 251 Entcrozytcn 16. 50. 149-150
Deckknochenbildung 75 -- Sekretionsmechanismen - epididymidis 54. 182 Eosin II
Deck7..ellen, Ü bergangsep ithel 61 - papillares 172 eosinophile G ran ulozyten
51,53 - holo krine 61, 212, 241 Dünndarm 150 (Eosinophile) 38. 113, 115
Decorin 66 - intraepitheliale 58 Dün.ndarmepitheV eosinophile Myelozyten 119
Defcnsine 114, 222 - Kra usesche 221 -sehleimhaut 16. 50 Ependym (7.ellen ) 229,235
dendritische Zellen, foll ikulä re - Meibom&ehe 221- 222 Dünndarmzotten , Epid ermis 33, 37, 59.205,
(FDC) 121, 123 - Mo llsehe 221 G rünhagensehe Rä ume 10 2.07-208
dense bodies 86 - mukö~e 61 , 241 Duftdrüsen 59, 212. 241 - Ki-67-Prote in 38
Dentin 134- 137 - mukoide 241 - apokrine 212 Epidid ymis 182
- Bildung 134 - Ohrschmal7,drüsen 223 -ekkrine 212 Epiglottis 160
Dentinkanälche n 136 - Ohrspeicheldrlise (Parotis) - holokrine 212, 241 - E pithel 247
Dermis 9 14.1-142,241,248 Duodenum 64, 148-149, 249 Epine urium 99
Descemetsche Me mbra n 2 19 - Pylonos 241 Epiorchiu m 180
desmale Knoch enbildung 75 - Schilddrüse 4, 200-201 , 250 Epiphysenknorpel 76. 78
· Desmin 30 -se röse 60--61, 241 E Epiphysis ce rebri 200
Desmodontium 136- 137 - seromuköse 60-61, 160 Epi the l 50
Desmosomen 13, 18,36-37, - Speiebeldrüsen 141- 143; v. Ebneesche Halbmonde 58, - e inschichtiges 240
90 241 141-143 - isoprismatisches 240
Deziduazellen 195 . - Talgdrüsen 59-60,208-209, v. Ebnersche Spüldrll&en 139 -- e inschichtiges 50
Diak.incsc 47 212, 241 Eileiter 50, 54, 190. 251 - kubisches 50, 55, 240
Diarthrose 78 - T rachealdrüsen 162 Einbcnung 1- 3 - me hrre ihigcs 52
Diaster 45 - T rä ne ndrUsen 222 e inschichtiges E pithe l 240 - mc b.rschichtigcs 240
Dickdarm s. Kolon - tubulo-alveoläre 241.250 Eisenhämatoxylin-Fä rbung - prismatisches 50, 55, 240
D ifferentia lblutbild 112 - tubulo-azinöse 241 238 - - e inschich tiges 50, 240
Diktyosomcn 22 - tubulöse 58-60, 241 ekkrine Schweißdrüsen 212, -- mehrreihiges 51- 52, 240
D iplosom 28 -- ei nfache Si! 241 mc hrsch icht igcs 51, 240
D iplotän 47 - - verzweigte 58 e ltkrine Sekretion 61 -- zweireihiges 52

254
Sachverzeichnis

t:pilhf!l rt irhungen Follikelepithel(zellen) 4. ll\9 Gewebe~chrumpfung I


respiratorisches 52. 5<>-57. - Silberimprägnation - Thyroxin-lfrijodthyronin- G ianuzzischc Halbmonde 142
121. 160. 162 nach Bielschowsky 9 bindcnde 201 Giemsa-Färhung 112
J::pithelgcwc:be 7. 49 - Sudan-Färbung 238 follikuläre d endritische Zellen v<Hl Gieron-Färbung 238
epitheliales Retikulum 134 - Trichromfärbung nach (FDC) 121.123 Gitterfasern 62, 243
Epithelkörpc:rchen 202 Uoldner 8. 238 Formald ehyd 1 Glandula( ac)
Epitheltypen 240 Fasciac adhaerentes RS, 90 l'ornix v~ginae 191 - s.a. DrUsen
Epitllelzelle n. Differenzie rung Faserknorpel 74 Fovea centralis 2'16-217 - ceruminosac 223
53-54 Fasern Fovcolac gaslrica~: 147 - ciliares ( Mollsehe Driisen)
Epon I - e lastische 63.66-67, 243 Fundus 249 221
Ergastoplasma 11\ - extrazelluläre 7 Funiculus - labiales 134
Ersat7.knochenbildung 76.78 - kollagene 63. 243 - dorsalis 229-230 - laerimalis 222, 248
Ersatzzahnanlage '134- 135 - retikuläre 62-63, 243 - lateralis 229-230 - ocsophag~ae 145
Erythrobl asten 119 - rote 80 - spermaticus 183 - o lfactoria 2 15
Erythropoese 'I IR - weiße ~() - ventralis 229 - pa ra thyro idca 202
Erythrozyten 112, I 14. 119 Fasertypen 244 - parotis 141-142,241 , 248
Euchromatin 13, 39, 41 Fenestrationen 132 - pyloricae 241
Excavatio papillae 216. 220 Fettfil rbnngen 238 G - sublingualis 141-142, 24~
exokrine Drüsen 58, 60. 241 Fe ttgewebe 65, 242 - s ubmllltdibularis 9. lll. 53.
Exozytoo;e '13, 22, 59 - b ra unes 65, 7(}-71 Gallenblase 53. 151,249 60, 14'1- 142. 241, 248
Exportproteine 41 - plurivakuoläres 65 Gallencanaliculi '155-156 - tarsales (Meibumsche
e xtrazelluläre Fasern 7 - univakuolärcs 65. 7(}-71 Ga llengä nge 152-153 DrUsen) 221
extrazelluläre Substanzen 7 - weißes 65 - inlerlobuläre 153 - thyroidea 20(}-201. 250
exzitatoriscbe Synapsen 236 Fettzellen Gallenkanälchen 155 - urethrales 171!
- pl urivakuoläre 65 Gallenkapillare 155 Glanzstrei fen 80. 83, 85.
- univakuoläre 65. 71,202 gallertigcs Bindegewebe 196 8788,90
F - weiße 32 Ganglienzellschicht 217 Glashaut 21 (}-211
Fibrae - Retina 218 Glaskörper 218
Färbungen 1, 4, 238 - alvcogingivalcs 136 Ganglion glatte Muskel7.ellcn 30. 82-84.
- Alzian-Blau-Fiirbung 9. - circulares 136 - spirale cochlea e 225 86.94
238 - dentogingivale.~ 136 - vegetatives glatte Musk ulatur M, 85-86
- Azan-F ärbung 8, 238 Fibrillin 49 (parasympathisches} 227 gla ttes endoplasmatisches
- Eisenhämatoxylin-Färbung Fibrinoid 193 gap junctions 13, 37. 85-88,94 R~tikulum 13,20-21. 83
238 Nitabuchsches 193, 195 Gartnerscher Gang 190,2.$1 Glia(fasernl·filamente) 30.
- Elastika-Färbung 8, 231\ - Rohrseiles 193- 194 Gaumenmandel 120 109,244
- Fettfärbungen 238 F ibroblasten, Zellkultur 7 Gefäßpol HiS, 171, 173 Glis~on~che Trias 152- 153
- Giemsu-Färbung 112 fibroblastische Retikulum- Gefäßsystem 126-133 Glomcru ln ecreb~llaria 231
- van Gieson-Fä rbung 238 zelle n 121. 123 Gefrierbrnchmethode/ Glomerulus, Niere 168. 174
- Goldner-Färbung 8, 238 Fibrozyten 66-67 -präparat 5 Glutaralde hrd 1
- Hämatoxylin-Eosin(H.E.)· Filamente 29, 31 - Zellmembran 15 Glykogen(partikel) 13, 32,
Färbung 4, 8, 12, 238 Fingerbeere 208,212,214 Gefriermiko'otom 1 34- 35, 114
- Heidenh e im-Färhung 231\ Fissura mediana ventralis Gefrierschnitte I - a-J>artik~l 34
- histocbem ische 238 229-230 Gehirn 231-236 ( llykokalix 13. 149
- Muy-Grünwald-Färbung Fixationsmittel 1 Gehörgang 223 Goldner-'l'richromfärbung S.
112 Fixierung 1-3 Gelbkörper 'llH, 189 238
- Methylenblau-Eosin - Flimmerepithel 50, 54, 159 Gelenk 78 Golgi-Apparat II , 13, 11\,
Färbung 112 - rnehrrcihigcs 163 GelenkßUssigkeil 7ll 22-23
- Ölrot-Färbung 238 - - prismatisches 160 Gelenkknorpel 71\ - Cis-Seit e 22
- Orcein-Färbung 23ll Flimmer7.ellen 57. 163 Gel~:nkspalt 78 - Trans-Seite 22
- Papanicolaou-Färbung FJUgel2e llen 72 Gennarischer Streifen 234 Golgi-Zellc 231
191 Folliculi lymphatici Geschmacksknospen 138-139, Golgi-:Listerne n 22
- Pappe nho:im-Färbung 112 aggregati 148 215 Goormash tighschc Zellen 173
- PAS-Fä rbung 8, 23!! Follikel Geschmacksporus 138.215 G-Phasen. Zellteilung 46
- Resorcin -F'Uchsin·F~rbung atretischer 187 Geschmacksstiftehen 215 (iraafsehcr r ollikc l 187. li!9
9-10,238 - Schilddrüse 201 Gewebelehre 7 G ranulomcr 117

255
Sachverzeichnis

Gra nulosa( Iut.;i n )t.<: llc n llassall.che Körperehen 125. holokrine Drüsen 6 1. 2 I2. intraru.alc :vluskclfas.:r 21-1
I~ ll!'J 246 241 lnt un1cs<.-.:ntiil
Granulm)•lcn 112 Haupmück 168. I i'2 holokrin" Sekretion 6H-M. - ccr\'ice~ lis 219
- basophile 112. 115. I IIJ Hauptzellen 212.241 - lumbali, 230
- eosinophil e 3X. 113. I 15. .. hasophilc (:vlagen ) 147 Hornhaut 2 16. 211<-219 Iris 64. 216.219
I 19 - J::piLht!lkörpcrchcn 202 Hornha utendothel 2 I Y isoge n~ 7.cllgi'Uppe 73
- neutrophile 12. 112-114. ll~ut 205. 207-20'1. 2 I !. 213 Hornhautepithel 2 19 isoprismmisl·hcs Epithel 50,
I I9 Acl1>clhöhlc 212 Hornhautfibrot.ytcn 219 240
Grenzzellen - Anhangsgebilde 21. Hornhautkörperehen 2 I9 - c:inschichliges 50
- äußer~ 224 209- 211. 21:> Hortega-Zellen 109 11 o·1.cllen I 52
- innert! 224 - Kopfhaut 209 Howshipsche Lakunen 75
Großhirnrinde 96. 9R. IOll. Jlaversscher K~n~ll 79 l!ülsen(artcricn), Milz '122
232- 2:14 Haverssches System 79 Huntcr-Schregersche St r~ifung J
- motorische 232 H-ß ande 91-93 136
- S"hichten 233 H.t::.-Fiirbung s. H~matoxylin · Huxlcysche Schicht 210- 21 1 Jejunum 148. 150.249
Grünhagcn>che Rliume, Eosin-f-ärbung hyaliner Knorpel 73 - Schleimhaut 150
OliMdarmzotten 10. 148 Heide nheim-Farbung 238 - embryonaler 73- 74 junktionalc Füßchen 92
Grundgewt:bc 7 I !cmidcsmosomen 13, 3(>-37. Hyalomer I 17 juxtaglomei'Uläre r Apparat
Gyrus 49 Hyaluronsäure 62 171. 173
- dentalllS 234 I !cnlcschc Schicht 21.()-211 Hydrolascn. saure l 14
- poslcen tral is 233 Henlesche Schleife 168. 170. Hypophyst! l'JS-199
- praecentralis 233 172 Hypophysenhinterlappe n K
Hensensche Zellen 224-225 198-199
Hepatozyten 152. 156 HypophysenMiel Kammerwinkel 219
H Hering-KHniilchen 152-1 53 (In{undibulum) 198 Kapillaren 130
Herzfehlerzellen 33 Hypophysenvorderlappen l<Jl! - vorn renestrierlen Typ 132
Haarbalg 209-211 Herzmuskel:tcllcn 37, 82-84. - vom kontinuierlichen T yp
Haare 209-211 87, 90,244-245 130
- Rasterelektrom:n- - Purkinje-Fasern 84 I Kardia 147
mikroskopie 209 l-(eJ7.muskulatur 80. 85. 1!7- 90, Karyokinese 44-15
Haarkutikula 209-210 245 I-Bande 91-93.249 Kehlkopf 161
Haarmark 2 10 Heterochromatin 13, 39 Heum 150 KeimdrUsen
Haarpapille 209-210 Hinterhorn 229-2.10 Immunhistochemie 4 - Hoden 17!H81
Haarrinde 210-211 Hinterlappen 19&-199 lnfundibulum -Ovar 187, 189
I Iaarschaft 209 Hinterstrang 229 (Hypophysenslicl) 198 Keimepithel 181
Haarwurzel 209 Hippocampus 234 inhibitorische Synapsen 236 Keratine 28. 30
Haarzellen 225 Ilirnrinde 232-234 Innenohr 224-225 Kcnuinfilamente 13, 37. 206
-äußere 224 Hirnsami 200 innere plexiiorme Schicht 217 Keratinolytcn 34, 206, 208
-innere 224 llistiozyten s. Makrophagen ln-situ-Hybridisierung 5 J<cratohyalingranula 206- 207
Hmm~wiebel 210 hislochemische Färbungen insulinbildende l:l·Zclle 159 Kerckring,scht> Falten 148
.Hämalaun 8 238 Interdentalzellen 224 Kern '13. 39
!Himatoxylin 8 Histologie 7 intcrdigitierende dendritische Kernnnschni nc 5
Hämatoxylin -Eosin(H.E.)· histologische Technik ·1-7 Zellen (IDC) 150 Kcrnkettenfnsern, Muskel-
Färhung 4.8. 1 2 , 2~8 - f.lcktroncnm ikroskopie 3 interdigitierende Zellen 123, spindel 214
Hämoglohinogene 239 - Gefrierbruchmethode 5 150 Kernkörperehen 38-39
llämnzytoblast. 1'19 - Lichtmikroskopie 2 Tnterglobulardentin 136 Kernporen 42-43
Hilutchcnpriiparul 50 - Rasterelektronen· Intermediärfilamente 28. 30, Kernsackfasern. Muskel-
Haftkomplex J()-37 mikroskopie 5 49 spindel 2'14
Haftzollen 193- 195 Hoden 179- 181 - Zytokeratin 10 Kernsäuren 4
Halbmonde, seröse 142 Hodenkanälchen 179 Interterritorien 73 Kernteilung 44-45
Halsmark 228 Hörnen · 225 intervillöser Raum, Ki·67-Procein 38
Harnblase 5'1 , 53. 17(>-177 1-lofbauer-ZeUen 195 Plazenta 1<JS Kin etachor (Zentromer)
Ilarnleitcr 176-177 Hohlo rgane. Differential- Interzellularspalt 13. 18 44-46
Harnpol 171. 173 diagnose 25 I Intima 126, 128. '130 Kinetosomen (Basal-
Harnröhre 51. 178 Hohlvene 127 intraepith.:lialc Drüse 58 körpcrchen) 50.56-57

256
Sachverzeichn is

KinoLilien 13. 50. 54. 56-~7 K ryplcn I 4'1- 150 Lichtgrün X l~-s<ISOillcn II. 1.1. 22. 26- 27.
- Ra>lcrdcklronc:n· - Olln nd~• m I :iO Lichlmikroskopi.:. 57
mikro;kupie I(~) kubisches Epilhd 50. 55. 240 his1ologische T ~chn i k 2 - primiire 22. ~6
Kleinhirn 96. 231 Kupffersche Sternzellen Lieberkühnsehe Kryph:n 14\1 - "ckumlärc 22. 26
Kleinhirnmark 232 152-153. !55 Ligamentum( -a) Lysozym 222
Kleinhirnrinde Ytl. 23 1- 232 Kurzsu·ahler. - flavum 72
·· Slcrnzellen 91l protoplasmalische L08 - nuchae 72
Knochen - pcridonlalc 136 M
- cnlklllkler 79 - vocale 161
- Enlwicklung 75 78 L Linse 216. 2 L9 Macula( -ac)
Knochcnbä lkchen , Linsenfasern 219. 244 - adhae •·entes 37
enchondra les 78 Labium minus I 96 Linsenkapsel 219 - d~nsa 16R. 171. 17:\
Knochenbildung l..akloferrin 1 14 Lipideinschlüsse 35 - luleu 217
- Deckknochen 75 Lamdlenknoche n 79 Lipochmme 65 M~Jl,Cn 249
- dcsmal.: 75 Lamellenkürper (Epidermis) Lipofuszin 33. 226. 239 Magcn-Darm·Kanal 145.
- Ersatzknochen 78 206 lipomalöse Atrophie, 141l- 15 1
- (pcri)chondrale 76-77 Lamellenkörperchen , Thymus 125 Milgcnrundus 147
Knochengewebe 242 Yatcr-Pacinischcs 2 14 Lippe 134 Makrophagen l:i, :n. 3X.Ii4.
Knoche nhöhle lien 79 Lmnellipodien 68 - Epilhcl 247 68, 123. 150
Knochenkanä lchen 79 Lamina Lippenrot 134 - intraalveol!il'e 166
Knochenmark t 18-120 - basilaris 225 Liquor ccrcbrospinalis 235 Mal<1rii• trupica. Bittlausstrich
- primäres 76, 78 - dcnsa 13. 49 Lösungsmittel. Einheilung 1 112
- rotes 118-119 - clastica inlema 126, 12!!. longitudinales System 91 Malpighischc Körperehen 122
Knorpel 70-71. 7:}.-74, 242 130 Lumbalmark 228 - Differentia ldia~nose 241i
- Blasenknorpel 78 - libroreticularis 49 Lunge, embryonale 250 Mamma 58. 129,213
-elastischer 7:}..74 - fibrosa 43 Lungcnalveolom 164-165 - Jaclans 213. 241 , 250
- embryonaler 73 - granularis exlema 232 lymphatische Organe ·12()-125 MAntelgewebe 213
- Faserk norpel 74 -- intema 232 - Differentialdiagnose 246 Manlelullen. Spinalgan!!1i~n
- hyaliner 73-74 - mulliformi:l 232 - Einteilung 120 12. 103. 226
- Mcckclscher 135 - muscularis mucosae 59, - primäre 120 Marginalzone 122
Knorpelmatrix 70-71 144-145 - Schleimhaut-(Mukosa-) Markpapille 170
Knorpel7.ellen 70 7l - propria 50, 144-145 asso7.iierte 120 Markpyramide 170
Körnerschicltl - pyramidalis externa 232 - sekundäre 120 Markscheiden 97. 1()()
- ä ußere (Retina) 217 218 inlerna 232 lymphalisches Gewebe. - Schmidt-Lanle m1annsche
- innere (Retina) 217-218 - rara 49 parafollikuläres 150 Einkerbungen 1110
- Kleinhirn 23 1 - spiralis ossca 224 Lymphfollikel, sekundärer 123 Marksinus 33. 62. 123-124
Körner.cellen 233 l...angerltanssche Insel 132, l.ymphgefä.ße/-kapillarcn 129, Murkslränge 123-124
Kollagenfasernt-fi brillen 34. '158-159 132 Markwahl 170- 172
63.66 Langerhan.s-Zellen 123, 206 -afferente 12.3 Maslzcllcn '), 64. 6'J
Kolloid, SchilddrUse 200-201 - S-'100-Protein 208 - cffcrcnlc l 23 May-ClrOnwa ld·FHrbung 112
Kolon 59. 64, 249 Langslrahler 108 - terminale 129,133 Meckdscher Knorpel 135
- Scltleimhaul 150 La•y nx 161 Lymphknölclten 124 Media "1 26-128
Kolonkrypten 58-59, 241 Leber 152-153, 155-157 Lymphknoten 9, 33, 121), Mcg(tkuryoly le n I 18-119
Kumpaktu 79 Leberepithelzellen 152 123-124.245 me hrschichtigcs Epithel 240
Kontakte, myo·c ndothclialc Lcberl~ppchen 152-154 - Differelllialdiagnose 246 - pris malischcs 5 1. 240
130 Lebersinusoide 156 - parakortikale Zone 124 :VIeibomsche Drüsen 221-222
Koptl1aut 2()') I .cbcrzellcn 156 - re likuliire Fasern liJ Mciss nerschc Tastkörperchen
Kopplung. clekl rische 87-88 Leberzellplatten 152-153 Lymphozyten 12 . 38. 112- 113. 206,214
Korbzellen Lendenmark 230 ll6.119 Me lanin 3:l-34. 64. 208. 23\1
- D rUsenendstücke 143.212 Lens 216, 219 - B-Lymphozyten 120. Mc laningrunula 2K 34
- Kleinhirnrinde 231 Leptomeninx 235 122- 124, 158-159 Melanrn;omcn 34
Kornea s. Cornea Leptutän 47 - T-Lym phozyten 120. Melanotytcn 34. 206. 208
Kotyledonen 194 Leukozyten s. Gran ulozyten l22- 124.150 Membran
Krausesche DrOscn 22 1 I .cydigschc Zwischenzellen Lymphozytenscheiden 122 - pos1synaptischc 236
Kronendenlin 137 32, 179-l!ll - periarteriellc 122 - prilsynaptische 236

257
Sachverzeichnis

Mcmbrana Mittellappen I~ Myoepithelzcllcn 30. 58-5\1. Nierentubuli 170-171. 173


- fibrosa 78 Mittelohr. Schleimhaut 223 129. 142.212 Nissi·Substanz 96
- granulosa 189 MittelslOck 168. 172 Myofibroblasten 7 Nitabuchsches Fibrinoid 193.
- limitans externa 217 Modiolus 225 Myokard 82-83,87-90 195
-- intema 217 Molekularschicht. Kleinhirn Myometrium 80 Normoblasten 119
- perivascularis gliae 97 231 M-Zellen 148. 150 Nuclscher Raum 224-225
- praeformativa 134. 136 Mollsehe Drüsen 221 Nukleolonema 41
- synovialis 78 Monaster 45 Nukleolus 13.38-39.41,46
- tecto ria 224-225 mononukleär-phagozyt ieren- N
Me mbranprote ine 41 des System 64
Merke i-Zellcn 206 Monozyten 64, 11 2-1 13, 116, Nabelschnur 62, 193.196 0
Mesangiumzellen 173 119 Nägel 21 1
- extraglome rulllre 171 Moosfasern 231 Nagelwall 211 Obernnchcnepithelie n 150,
Mes~ktoderm 62,242 motorische End platte 94-95, NagelwurLel 211 240,247
Mesenchym 62. 242 236 Nasenflügel 51 - e inschichtige 50
Mesenterium 63. 65 m otorische Rinde 232 - E pithel 247 - Elek tronenmik rosko pie 55
Mesovarium 187 M-Strei fe n 91- 93 Nase nschleimha ut 52,56-57, - me hrrcihige 52
Metachromasie 64 Mü llc rsehe Stützzellen 217 61, 160 - mehrschichtige 51
Metaphase 44-47 muköse Zellen 143 - respiratorisches Epithel 52 Odontoblasten 134-135, 137
Methylenblau-Eosin-Fllrbung Mukosa-assoziie rte Nebenhoden 182 ÖSophagus 145- 146. 251
112 lymphatische Organe 120 Nebenhodengang 54 O h rmuschel, Epithel 247
Mik rofibrillenf· filamcnte 30. m ultivesikuläre r Körper 13. Nebenniere 203-204 Ohrschmalzdrllsen 223
49,66--(,7 26-27 Nebennierenmark 203 O h rspeicheldrüse 141- 142,
Mikrogliazellen 109 M usculus(-i) Nebennierenrinde 24. 33, 203 241.248
Mikropal I - arrector pili 209 Nebenschilddrüse 202 Oligodendrozyten 108-109
mikroskopische Anatomie - ciliares 219 Nekrose 39 Oozyten 47
7 - sphincter pupillae 216. 219 Nephron 168 Ora scrrata 216
Mikrotom 2 - tarsalis superior 221 Nerven(fasem) 97- 98. 244 Orcein-Färbung 9, 238
Mikrotubuli 13,28-29. 45-46. - trachealis 162 - markarme 97 Organe. lymphatische Iw-I 25
106.236 - vocalis 161 - markhaltige 97.100. 104 O rganhistologie 7
- Thrombotyten 117 Muskelfasern, intra fusale 214 - marklose 97, 106 Os petrosum 79
Mib ovilli 13. 16. 52. 54-55. Muskelgewebe 7, 80-84.91 - periphere 98-99 Ossifikation
149 - A-Baode 91- 92 - vegetative 98 - desmale 75
- Hepatozyten 152 - H-Bande 91-92 Nervengewebe 7, 96 - (peri· )chondrale 76-77
Mi lchdrüse s. Brustdrüse - I-Bande 91- 92 Ncrven7.ellen 96, 103 Osteoblasten 75
bzw. Mam ma - M·Streifcn 91-93 - pseudounipolare 226 -ruhe nde 79
Milchfettkugeln 213 - T-T ubuli 91-92 Nervus opticus 216. 220 Osteoid 75
Milchgang 213 - Z -Linie 91-92 Neurallappen 198 Ostcoklasten 75
Milchzalm a nlage 134-135 Muskelspindel 2 14 Neurofilamen te 30, 104, 106 Osteon 79
Mi lz 120 , 122- 123.245 Muske lzellen, gla tte 12, 30, Neurohypophyse 198-199 Osteozytcn 75, 79
- D iffere ntia ld iagnose 246 82-84, 86,94,245 neurom uskuläre Synapsen Ovar 187. 189
Milzba lken 122 Muskul atur 94-96 - Rinden7.one 187
Milzkapsel 122 - glatte 80, 82-83. 85-86, Ne urophysine 199 oxyphile Zelle n
Milzknötche n 122 94-95,244-245 Neurotubuli 104, 106, 236 (Epithe lkörperchen) 202
Milzpulpa - Herzmuskulatur 80, 82- 83, ne utrophile G ranulozyte n 12,
- rote 12:Z,..123 87- 90 112- 114
- weiße 122 - q uergestreifte 81-83, 9:Z,..93 ne utrophile Myelozyten I 19 p
Mil:tSinus 122-123 Muzine 4 Nexus 13, 37.85-86,94
Mitochondrien II. 13. 24 Myelinscheide 104 Niere 168-175 Pachytön 47
- Crista-Typ 24 Myeloperoxidase 114 Nierenk elche 170 PALS 122
- Thbulus-Typ 24 M yei<YLyten Nierenk örpereben 17 1, Panerbsehe Körnerzellen 22,
Mitose 44-47 - cosinophile 119 173-174 150
- Stadien 46 - neurrophile 119 Nierenmark 170. I 72 Pank reas 140, 158
Mitosefiguren 44-45 myo-endorheliale Nierenpapille 172 - exokrines 1g, 38-40. 43. 61.
Mitosespindel 44-45 Kontakte 130 Nierenrinde 170 248

258
Sachverzeichnis

Pankr.,asinsdn 158 phäuchrornc Zellen 204 Primärlysosomen 26 rauhes endoplasmatisches


Papanicolaou-Fllrbung 191 Phagosomen 15 Primordialfollikel 11!7-1!19 Retikulum 13. 15.20-22.
Papilla( -a") l'halangcn7.cllen 2.25 prismatisches Epithel 50, 55. 40-41
- filiformes 138-139 - ä u!lere 2.24-225 240 Reakt ionszentrum 120- 121.
- foliata<.: 215 - innere 224-225 - einschichtiges 50, 240 124
- fungiformcs 139 Pia mater 231, 235 - mehrrcihigcs 240 Seku ndärfollikel I51
- ncrvi o ptici 216 Pigmente 33, 239 - mehrschichtiges 240 - To nsille n 121
- vallatae 138- 139 Pigmentepithel 2 17- 21R Proces.~us ciliares 216, 2 19 Regio
Papillen 205-206 l'igrnentgranula 33 Proerythroblasten 119 - o lfactoria 215
Papillengefäße 206 Pikrinsäure 1 Proliferationsphase 192 - respiratorin 215
Pappenheim-Färbung 112 pinozytotische Yesikel 130 Prometaphase 46 R~inkcsche Kristalle 32, 179,
Paraffin ·1 Plncema Promyelozyten 1"19 181
pal'afollikuläre C-Zellcn s. - s.a. Plazenta Prophase 44, 47 Reinkescher Rnum 161
C-Zellen - fc talis 194 Prostata 8, 1li5, 250 Reissnersche Membran 225
parafollikuläres lymphatisches - rnaterna ·194 Prostatasteine 250 Rc kornbinatio nsknötchen 47
Gewebe 150 Plasmalernm 15 Proteine Resorcin-Fuchsin-Färbung 8.
pa ra kon.ikalc Zone, Plasmamembran 15 - kationische 114 ll. 238
Lymphknote n 123-124 Plasmazellen 38, 64. 70. n 9, - S-100- Protein 208 respiratorisches Epithel 1.2, 52.
Paraplasma 32, 239 150, 160 - Vitamin·B 1z·bindtmd.: 112 56-57.121 .l60, 162
Paraplast 2 Plasmodium falciparum. l'roteoglykane 4 , 62 Rete testis 182
Parathormo n 202 Blutausstrich 122 P~;:udodeziduazellen 192 retikuläre Fasern (>2- 63, 243
Paries mcrn branaceus Plattenepithel 50 Pseudopodien 6/i - Lymphknoten 63
('T'rachea) 162 - mehrschichtiges, pseudounipolare Nervenze llen retikuläres Bindegewebe 62.
Parod o ntiu m 137 unverhorn tes 51 , 161 226 242
Parotis 141-142,241 ,248 -- verhorntes 51 Pulpa Retikulinfasem 62
Pars Plazenta 193-195 - rote 122-123 Retikulum
- convoluta 171-172 - s.a. Placcma - weiße 122 - endoplasmatisches.
- dislalis 198 Plazentakreislauf 193 Pulpastränge 122 glattes 13, 20-21 , 91
- inte rmedia 198 Plazentarschranke 195 Purkinje-Fasern 84, ?4-<JS, 244 -- rauhes 13, 20-22, 40-41
- nervosa 198 Plazentarseptum 193 Purkinje-Zcllcn 96- 97,101, - epitheliales 134
- optica (Re tina) 216 Plazemazottcn 193, 195 231 - sarkoplasmatisches 90-93
- pylorica 147,249 plexiforme Schicht Pylorus 147 Retikulumzellen 62. 123
- recla 171- 172 - äußere 217 Pylorusdrüsen 241 - faserbildend e I 24
- tuberalis 1911-199 - inne re 217 - Endstücke 58 - fibroblastische 121, 123
PAS-Fiirbung/-Rcaktion 9. Plexus Pyramidenzellen 96 Re tina 216-218
238 - choroidcus 234-235 Retzius-Strei(en 136
Penicilli 122 - myentericus (Auerbach) R ibosomen 20
Penis ·186 144,227 Q Riechepithel 215
Perichondrium 76 - pampiniformis 183 Riechschleimhaut 215
Perikaryen 12, 96, 101 Plica quergestreifte Muskulatur Riesenpyramidenzelle 233
PerineuralepitJlel(zellen) 99, - synovialis 78 81-83,92-93 Riesenzellen, vielkemige 75
104,106 - vocalis 16"1 Rinde, motorische 232
Perineurium 9<) Pneumozytcn 166 Rindenschichten 233
Periodontium 137 - Typ I Hi6 R Rindentyp, agranuHircr 232
periportales Feld 152, 154 - Typ I! 165- Hi6 RNA 4
Peritonealcpithel SO Podozyten 171, 174 Rachenmandel 120 121 Rohrsches Fibrinoid 193-.194
Perizyten 130 Polkörperehen 47 Radiärsinus, Lymphknoten rote Pulpa 122-123
Pe roxidase 4 Polyribosomen 13, 41 123 RUckenma rk 228, 230
Peroxisome n 13,26-27 Po rtio vaginalis 191 Randsinus 124 - Zentralkan~l 229
Pe yersche Plaques 120, 141!, - cervicis 191 - Lymphknoten 123-"124
150 - utcri 247 Randwall 120
- Differentialdiagnose 246 postsynaptischc Membran 236 Ranviersche•· Schnürring 100 s
Pfeilerlelien 225 Prädentin 134 Rasterelektronenmikroskopie
- äußere 224-225 präsynaptische Membran 236 5,1 1 Sacculus lar}'llgis 161
- innere 224-225 Primärfollikel 187, 189 RathkcschcTascbe 198-199 Säulenk norpel 76-78

259
Sachverze ichnis

Sam<!nhläschc n II!!\ Schnit Iprlipamtc: Spermatogene><: 11«1-11! I S~napo;e(n)


S«mcnlc il cr S.'i. IS.' . 2'> I Differentialdia!!nose 5- 7 Spermatogo oien 181\-- IXI - axu-nxonalc '17
Sam~nstrang 129. 11!3 - l~lium lichkcit 5 Spcrmatmoen 47. !SI - a x<>-dcndnlische 97
Snmmclrohre 11\N. 1711. 172 Schrumpfräume 1. IU Spermatozylen 47 axo -soma 1i-.chc !J7
Sarkolemm 'JI Senwannsehe Scheide 104 - I. Ordnung 180-181 - Ii distance e n passant 236
Sa:·korner 91 - 'JJ Schwanosehe Ze lle n '.11\. 104. - 11. Ordnung 11!0 11':1 extilnt ori~chc 236
sarkoplasmati~chcs Retikulum 2 14. 2..16 Spermien 181 - inhibiturische 236
85. <J(l--9.1 Schweineleber 154 S-Phas". Z d lteilung 46 myoncurn lc 2;\6
Satellitcn:ccllcn. Schwc ißdrO;.en 59. 209. 212. Spinal,(\anglienze lle n '12. '18. - neuromuskuläre \14-95. 97
Spinalganglie n 12. 226 241 32-33. 226 - rc?iprokc 97
Saumepithel 36 - ekk rine 58 - pseudou nipolare 226 - Type n 236
- in neres 137 Schwellkörpe r 178 Spina lganglion 226 synap1isehcr Spalt 236
Saumze lle n 1t'>. 3i> Segmentkern ige t l2 - Mantelzelle n 12. '103. 226 synaptonema1er Komplex 47
Scala Sehnen 72 Sp ina lnerv 226 Synzytio trophoblast 195
- tympuni 225 Sehnenzellen 72 Spongiozyten 204 System
- vestibuli 22'i Sehnerv 2 16. 220 S-100-Prote in. Langerhans- - lo ngitudiMlcs 91
Scha ltlnmcllc n 7Y Sch ri nde 214 Zelle n 2011 - transvers<t lcs 91
Schaltstück 142. 15/l Sekretion Stabko:rnige 112
Schart en. Artefakte 10 - apokrine 59, 212. 24 1 Stäbchen 217-2 18
Scheidenkutikula 210 - ekkrine 241 Stercozili<::n 52. 54-55. 182 T
SchilddrUse 200··201 , 25() - holokrine 212.24! Sternzellen
- Bindegewebe 4 - seromuköse 61 - Kleinhirnrinde 98 Talgdrüsen 59-·60, 209.212,
- Follikelepithelzellen 4 Sckrct(ions)granula 13, 22 - v. Kupffersche 152-153. 155 241
- Kolloid 4. 200 Sekretionsph ase 192 Stickstoff. flüssiger I . . End~tllcke SR
Schilddrüsenepithel 57 Sek retrohr 142 Stiftehenzellen I 90 'f algdrüsenepithelzellen 34-35
Schilddrüsenfolliktl Se kundärfollikel 120. 124, 187 Stimmfalte 161 Tarsus 221
20ü-201 Sekundärlysosomen 26 Stratum Tastkörperchen. Meissnt:rsche
Schleimhaut Se ptum - ba&alc 206. 208 206,2 14
- Magen-Darm-Kanal 145 - media n um dorsale 229 - comeum 205-208 Te ilungssp indel 44-45
- ~i llelobr 223 - nas i 56-58 - gang1iosum 231 - 232 Tela ~uhmuco~a 145
Schleimhaut -(Mukosa-) seröse Drüsen 60. 241 - germ inati,,um 205-206 Te lophase 44-47
as>oziierte lymphatisclte :;erö:;e End~tUekc 158 - granu1osum (Epidermis) terminale ßluLgefäße 132-133
O rgane 120 ~eröse Halbmonde 142 206-207 te rminale Lymphgefäße 133
Schlemmscher Ka nal 216. seröse Zellen 143 -- (Kleinhirn) 231-232 1em1inales Netz 13, 16. 49
219 seromuköse Drüse n 6()-61. - int~rm~dium 136 Te rminalgesp inst 16
SchlitWlcmbran 174 1(,0 - lucidum 206. 208 Territorien 73
Schlußleistenne tz 36. 53 seromukös" Sekretion 61 - molecularc 231- 232 Teni~rfollil<cl 187- 189
Schmelz 134 Serosa lSl - papillare 205 Theca
- Bildung 134 St:rto 1i-Zellen 179- 181 - rcticularc 205 - cxtcrna 1R9
Schmelzepithel 134-135 Sharpeysche Fasern 136. 244 - spinosum 206. 208 - fo lliculi 189
- äußeres 134- 135 Silberimprägnation nach Streifenstück 53. J42 - in1 erna 189
- inrtcres 134- 1.15 Bielschowsky 9 Streß-Fasern 30 T he ka lute inzellen 189
Schmcl~kappc 136 Sinus venosus sclerae 21 6, 21 9 Stria vascularis 225 T -Hclfc r·zcllcn 12'1
Sclunel7.organ '1 34- 135 Sinusendothe l, Lymphknoten Stützgewebe 7, 62- 65. 242 - C D4-positive 12A
Schmelzprism~n 135- 136 123 Suba rachno idal.-aum 235 Thorakalmark 22H
Sch melzpulpa 134-135 Sinusoide 152-153, 155-1 56 Su bkutis 205 Thrombozyten 11 2. 117
Sdun id I · J.a ntenna llllSchc Skelcnmuskelfasern 8 1-83 . Substa ntia 'fhymus 125
Ein kerbungen, 92-93. 244-245 granulo-filamentosa 118 ·- D iffe ren tia ldiagnose 246
Markscheide 100 Skele ttmuskulatur XI. 92- 93. Sulcus - lipomaröse Atrophie 125
Schnecke 225 245 - ca karin us 234 T hymusreMkörpcr 125
Schneiden 1- 2 Sklera 216. 2 18 - centra1is 233 Thyreoglobulin 200
SchniUt> 1 2 Somiten 62 - gingivalis 131\ tighr juncrion 37
- Artefakte HJ Spalt . syn aptischer 236 - median us dorsalis 230 Titinfilamentc 85
- U h radUnnschnille :l Speicheldrüsen '14i - 143. 24'1 - spiralis internus 224 T-Lymphozyten (T-Zellen)
Schnitteffekte 4-5 Spermatide n 47. 181 Surfa;:tantbildung 166 120. 122- 124. ISO

260
Sachverzeichnis

Tomo:>,che Fa~.:rn 134- 136. Tunnel \1~\it"ll - Ahcul,lrtclkn IM


2-l-1 - iiu!krcr 22!\ - urinaria ' · Harnhla'c - arlllgcnp•ii'>Cnl•c•-.:n<lc
Tomc".\chc Foml11 t c 13!\ - innerer 225 V~sicula -.cminali' 1~-IX!\ (/\PC) IB. I~H
Tonofibrillen 21! tympanale Belegschich i 224 Vesikel. pinozytOii>ehe 130 Z~llen
Tonorilamenlc 34. 2116 T-Zc:llen (T-Lymphozyten) Vimentin 30 - A~l mtylcn IUK- 111'1. 211!
Tonsilla 1211. 122- 124. 150 Vorderhom. Rür:kenmurk W>. - A-Zcllcn 1!\X-15'.1
- Iinguaiis 120- 121 22!l- 230 - azidophilc I'.IK
- pala1ina 120 Vorderlappen. Hypophyse 19!< - basophile 11 2. 115.119.
- phar)•ngca 120- 121 V Vorsteherdrüse 11!5 1\IH
Tonsillen 120- 121 - Becherzellen 50. 50-51J. ol.
- Differentialdiagnose 246 Übergang.sepithel 51. 53. 172. 150. 160.223.241
Trabeke l 122 177.240 w - Belegze lle n 147
Trache~ 52. 73. 162 ÜberteilUngsstUck I72 - ßc17.sche Ricscnpyrnmi<.lcn·
- Becherzelle n 12 U lrradllnnschniue 3 Wach>tumshormon. zel te 233
- respiratorisches Epilhel Ulrramikroro m ~ imm un histochem ische •· - Blu iL.cllc n 112
12. 162 U nrc rhaur 205 Nachweis 199 - ßocuchcrschc Zellen 224
TrachealdrUsen 12. 162 U nte rkieferdrUse 9. l!l. 53. Wallpapillen 13!<-139 - bonc lining cclls 7lJ
Trachea lepithel 162 60.141-1 42.241.248 weiße Pulpa 122 - B-Zcllen (B·Lymphozvrcn)
T rachea lknorpel 162 Unterzungendrüse 141- 142. weißes Fettgewebe 65 120. 122-124. ISK-15'1
Träne ndruse 222.248 248 Whartonsche Sulze 62. 196 B· Zcllcn. insulinbildende
Transmissionselektronen- Ureter 17~177. 251 Wimpern 221- 222 159
mikroskopie 4-5. I I Urethra 51. 178.25 1 Wurmfortsalz 151 - Chondruk lasten 7~77
Transmiucrbläschen 236 Urothe l 51. 1n Wurzeldentin 137 - Chondrozyten 73
T ransportvesikel 22 Ursprungskegel 9~97 Wurzelhaur 136-137 - chromaffine 204
Trans-Seite. Golgi -Apparat Uterus 12,80. 191-192 Wurzelscheide 209 - chromophobe 191!
22 Uterusschleimhaut 192 -äußere 210-211 - Clara-Zellen 20. 160.
transversales System 91 Uvula 247 - innere 211 163- 164
T-Region. Lymphknoten 123 - Claudiussche Zellen
Triaden 91-93 224-225
TriadenfUßehen 92 V X - Corncal7ellen 21R
Trichrom-Färbung nach - C-Zellen 4. 200-201. 225
Goldner !!. 238 Vagina SI. 191. 196 Xylol 4 - Deckzellen 51. 53
Trichterlappen 19!1 Vaginalepithel. Abstrich· - dcndrirische. follikuläre
Triplets 28 präparat 191 (FDC) 121.123
Trophoblastzellen 194 Vakuole. autophagische 26 z -- inrerdigirierende (IDCl
Trophozoitcn. Blutaus.~trich Varikosität 236 123.150
I l2 Vasa vasorum 126-127 Zähne J 35-137 - Deziduszellen 195
T-Tubuli Varer-Paeinisehes (Lamellen-) Zahnanlage 134-135 - Einschl Usse 32
- Doublelien 57 Körperehen 140. 205.214 Zahnbein l 34 - Enlerozyrcn 16. SO. 149-I SU
- Musku lalur 85. 90-93 Vena(·ae) Zahnfleisch 137 - Epcndymzelle n 229
Tuba uterina 50. 54. 190.251 - ca va inferior 12 7 Zahnglocke 135 - Erythroblasren l 19
Tubu li semi ni fcri conlo rti - ccnlrnlis 152-1 53. 155 Za hnhals 137 - Eryrhrozyten 112. I 14. 119
180- 181 - interlobularis 152 Zahnhalteapparat 137 - Fc ll7.ellen 65
tubulöse DrUsen 58- 60 - portae 152 Zahnkro ne 137 -- weiße 32
l'ubulus Venen 128 Zahn leiste 135 - Fibroblasren 7
- dis1aler 171 - Drosselvene n \ 60 Za hnpapille 135 - Fibrozy1en (-.f>-.67
- proximaler 171 - herzn ahe 127 Zahnpulpa 137 - Flim merzellen !\7. lnJ
TUNEL-Reaktio n 38 Ve nole 132 Zahnsäckchen 135 - FlUge izellen 72
Tunica - hochendotheliale 123 Zapfen 217-218 - Follikelepilhclzellen 4. IX\1.
- albuginea IRQ. IM Ventriculus laryngis 161 Zeissche Drüsen 221 201
- mucosa 144 VerbindungsstOck 168 Ze llbiologie 7 Ganglienzellen 217-2 111
- muscu laris 144-145 Vergrößerung 6 Zellen - Goormaghlighschc Zellen
- scrosa 144 Ver.;ican 49 - Adamantoblastcn 135 173
- submucosa 14~ Vesir:a - Alveolarmakrophagen 33. - Granulosa(lurcin)zcllen
- 'u~rosa 144 - fellca s. Gallenblase 68 IAA- IH9

261
Sachverzeichnis

Zellen üllen Zellen Zelb:yklus 46


- Granulozyten 112. 211! - Melan01.yten 34.206, 2011 - Riesenpyramidenzelle 233 - 7.cment 134. 137
- basophilc 112. 115. 119 - Merkel-Zellen 206 Satellitenzellen 12. 226 Zentralarterien 122
-- eosinophile 3!l, 113, 115. - Mesangiumzellen 171, 173 - Saumzellen 16, 38 ZentralkanaL ROckenmark
1J9 Mihogliazcllen I 09 - Seilwannsehe Zellen 98. 229
-- ne ulrophile 12. 112- 114, - Monozyten 64, 11 2- 1 I3, 104.214.236 Zcntmlspindel 44--45
119 t\6, 119 - Segme ntkernige 112 Zentralvene 152-154
- Grenzzellen 224 - Müllersehe Stüt7.zellen 217 - Sehnem:ellen 72 7.cntralvc nenliippchcn
-- äußere 224 - muköse 143 - seröse 143 152-153
- Haar.telltm 224-225 - Muskelzellen 12. 30, 82-84, - Sertoli-Zellen 179- l fl l Ze ntriolen 13, 24, 28, ~5
- Hämo7.ytol>last I J9 86.94 - Spermatiden 181 zcntroalinäre Zellen 18, 61.
- Hauptlcllen, basophile -- g lalle 30, 82-84, 86, 94 - Spennatogonien 180- 11!1 ISR
(Magen) 147 - Myelo7.ytcn 119 - Spermatozoen 181 Zc ntro blastun 121
-- Epithelkörperche n 202 - Myocpi thel:wllen 30, 58-59, - Spermatozyten I 1!0-lfn Zentromer ( Kinetochor)
- Hensensche Zelle n 224- 225 129, 142,212 - Spermien 181 45-46
- HeptoLOzyte n 152, !56 - Myofibroblaste n 7 - Spinalganglienzelle n '12, :18, Zentrosom 2R, 46
- Herzfeh lerzellen 33 - M-Zellen 141!, 150 32,226 Zentrozyten 121
- Herzrn uskelzell~o>n 37, - Ne rvenze llen 96, 103 - Spongiozyten 204 7.ervix '.19'1
82-84, 87,90 -- pseudounipolare 226 - Stabkernige 112 Zcrvixdrlisen 191
- Hotbauer-Zellcn 195 - ne utrophile 12 - Sternzellen 9l! Z irbeldrüse 200
- Homhautfi bro7.yte n 219 - Normoblasten 119 - - Kupffcrschc 152- 153, 155 Z.Lini.m 85, 91- 93
- I-Iortcga-Zellcn 109 Oduntoblasten 135 - Stiftehenzellen I!)() Zona
- Interdentalzellen 224 - Oligodcndrozyten 108-109 -· Talgdrtiscncpithclzellcn - fascicula ta 202, 204
- intcrdigiti crendc 150 - Osteoblasten 75, 79 ~35 - glome rulosa 203-204
- lto-Zellen 152 - Osteol:lasten 79 - Thekaluteinzcllen 189 - pellucida 188
- Keratitunyten 34, 206, - Ostcozytcn 75,79 - T -Helferzellen 121 - reticularis 202-204
208 - oxyphile 2!12 - - CD4-positivc 124 Z one, parakortikale 124
- Kno rpelzellen 7o-71 · Pancthschc Körnerzellen - lbrombozyten 112, '1 17 Zonula
- Kömer-teilen 233 22, 150 - Trophohlastzellcl.1 194 adhaerens 13.37,49
- Korbzellen 143, 212, 231 - Pcrineuralepithelz.ellen 99 - T-Zellen {T-Lymphozyten) - occludens 13.36-37,49
- KupUcrsche Sternullen - l'erizy1en 130 120,122-124. 150 Zonen
152-153, 155 - Pfcilcn.cllcn 224-225 - zentroazinäre 18. 61. 158 - Dann 141!, 150
- L<lngerhans-Zellen 123, - phäochrome 204 - Zentrobla5te n 121 - Plazenta 193,195
206,208 - Phalangen7.ellen 224-22.'\ - Zentrozyten 121 Zunge 13&-139
- l cl>er(c pithel)zell"'n 152, - Pigmentzellen 7 Zellenlehre 7 Zungenbälge 121
156 - Plasma7..ellen 38, 64, 70, 119, Zellformen 12 Zwischenwirbelscheibe 74
- leydigschc Zwischen:Gelltm 150, 160 Zellkern 13, 39 Zwölffingerdarm s. Duodenum
32, 179-181 - Pneumozyten J 66 Zellkörper 12 Z ygotän 47
- Lymphozyte n 12, 38, - Proerythroblasten 119 Zellkontakte 36-37 Zytokeratin 30
112- 113. 116. 119 - Promyelozyten 119 Zclhnembran 15 Zytokincse 47
- Makrophagen 15, 33, 38, 64, - Pseudodeziduazcllen 192 - Gefrierbruchpräparat 15 Zytologie 7
68,123, 150,166 - Purkinje-Zellen 9(r-'Yl, 1111 , Zcllorganellcn, Zytolysosom 26
- Mantelzellen 12, t 03. 226 2.'H tyrosinasereiche 34 Zytoplasma 15
- Mastzellen 9, 63- 64, 69 - Retikulumzellen 62, 121, Zellschema 13 Zytoskcle u 30
- Megakaryozyten '118-'119 123- 124 Zelltod, Formen 39 Zytotrophohlast 195

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