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Einführung..................................................................................................................................................

3
Rechtsterminologie Abkürzungen..........................................................................................................3
Rechtsterminologie Abkürzungen Gerichte...........................................................................................4
Ausdruck Grundlagenbegriffe.................................................................................................................5
Rechtsterminologie Abkürzungen Gesellschaften.................................................................................7
Ausdruck Gutachtenstil..........................................................................................................................8
Ausdruck Gutachtenstil Übung Konjunktionen......................................................................................9
Ausdruck Gutachtenstil Übung Formulieren........................................................................................10
Zivilrecht...................................................................................................................................................11
Grundbegriffe........................................................................................................................................11
Rechtsterminologie Gestaltungsrechte................................................................................................12
Rechtsterminologie Vertragsbezeichnungen.......................................................................................13
Rechtsterminologie Vertragsbezeichnungen.......................................................................................16
Textverständnis/Rechtsterminologie Gestaltungsrechte...................................................................17
Ausdruck Rechtsgeschäfte....................................................................................................................20
Textverständnis Zivilrecht/BGB AT.......................................................................................................20
Rechtsterminologie/Textverständnis Schuldrecht...............................................................................22
Rechtsterminologie Sachenrecht.........................................................................................................24
Rechtsterminologie/Textverständnis Sachenrecht..............................................................................25
Strafrecht.................................................................................................................................................26
Rechtsterminologie Deliktsbezeichnungen........................................................................................26
Textverständnis Deliktsbezeichnungen................................................................................................33
Rechtsterminologie Abgrenzung Delikte..............................................................................................36
Ausdruck Deliktsarten..........................................................................................................................37
Ausdruck Beteiligungsformen..............................................................................................................38
Ausdruck Präpositionen........................................................................................................................38
Ausdruck Gutachtenstil........................................................................................................................39
Ausdruck Konjunktionen......................................................................................................................40
Rechtsterminologie Täter/Beteiligte....................................................................................................40
Öffentliches Recht/Staatsrecht................................................................................................................41
Rechtsterminologie Grundrechtsbezeichnungen.................................................................................41
Textverständnis Grundrechtsbezeichnungen.......................................................................................46
Völkerrecht/Internationale Organisationen............................................................................................48
Rechtsterminologie...............................................................................................................................48
Juristische Debatte - Ausdrucksvermögen...............................................................................................49
Einführung
Rechtsterminologie Abkürzungen
Geben Sie bei den nachfolgenden Abkürzungen an, was diese ausformuliert bedeuten!

i.S.d.

i.S.v.

gem.

i.H.v.

bzw.

vgl.

Art.

Abs.

S.

f.

ff.

d.h.

Rdn.

ggf.

h.M.

h.A.

i.d.R.

insb.

RA

RAe

sog.
Rechtsterminologie Abkürzungen Gerichte
1. Geben Sie bei den nachfolgenden Gerichten an, wie diese ausformuliert bezeichnet werden.

EGMR

EuGH

EuG

RG

BVerfG

AG

LG

OLG

BGH

VG

VGH

OVG

BVerwG

ArbG

LAG

BAG

FG

BFH

SG

LSG

BSG

2. Was versteht man unter Berufung, was unter Revision?


Ausdruck Grundlagenbegriffe
[Ausdruck:] in Berufung/Revision ____________________________________

[Ausdruck:] Berufung/Revision ______________________________________

1. Wiederholung: Welche Gerichtsbarkeiten gibt es in Deutschland?

Gerichtsbarkeiten in Deutschland

2. Wiederholung: Welche Organe hat die Bundesrepublik Deutschland, welche die Europäische
Union?

Europäische Union Bundesrepublik Deutschland


Exekutive

Legislative

Judikative
3. Wiederholung: Welche Rechtssätze werden von der Exekutive, welche von der Legislative
erlassen?

Satzung

Legislative

Verordnung

Exekutive

Gesetz
Rechtsterminologie Abkürzungen Gesellschaften
Wofür stehen die nachfolgenden gesellschaftsrechtlichen Abkürzungen?

GbR

OHG

KG

KGaA

AG

SE

GmbH

UG

e.V.
Ausdruck Gutachtenstil

Verwendung des Gutachtenstils

Den Gutachtenstil verwendet man zur Lösung von Fällen. Es ist die Art der Präsentation der Lösung.
Dabei geht man induktiv vor, beginnt also mit einer These und belegt diese Stück für Stück.

Der Gegenentwurf zum Gutachtenstil ist der sog. Urteilsstil. Hier wird das Ergebnis vorangestellt und
danach begründet, wie man auch im normalen Sprachgebrauch argumentieren würde.

Aufbau des Gutachtenstils

1.) Obersatz Zuerst formuliert man einen Obersatz im „A könnte sich wegen
Konjunktiv, in dem das mögliche und zu Sachbeschädigung gem. §
überprüfende Ergebnis benannt wird. 303 StGB strafbar gemacht
haben.“
Der Obersatz mit beginnt i.d.R. mit
„könnte“, z.B. „ A und B könnten einen
Kaufvertrag geschlossen haben.“
2.) Tatbestandsmerkmal Danach nennt man die entscheidenden „Dafür müsste er eine
e Tatbestandsmerkmale der Norm. Man fremde bewegliche Sache
zitiert also einen Teil der Norm. Im beschädigt oder zerstört
Strafrecht ist dies i.d.R. mehr als im haben.“
Zivilrecht oder öffentlichen Recht.

Diesen Teil leitet man i.d.R. durch „Dafür


müsste…“ oder „Dazu müsste...“ ein.
3.) Definition Anschließend definiert man diese zuvor „Beschädigen ist ein
genannten Tatbestandsmerkmale im Einwirken auf die
Einzelnen. Sachsubstanz und zerstören
die völlige Vernichtung der
Dafür verwendet man i.d.R. die Sachsubstanz.“
Formulierungen „Unter … versteht
man…“ Oder „Ein/e … ist …“.
4.) Subsumtion In einem vierten Teil vergleicht man dem „Im vorliegenden Fall hat A
Sachverhalt mit der Definition und gegen das Rad des B
überprüft so, ob die Definition erfüllt ist. getreten. Damit hat er auf
die Sachsubstanz eingewirkt
Diesen Teil beginnt man i.d.R. mit „Im und die Sache folglich
vorliegende Fall …“. beschädigt.“
5.) Ergebnis Abschließend hält man das Ergebnis fest. „Somit hat A den objektiven
Tatbestand einer
Das leitet man mit einer i.d.R. mit einer Sachbeschädigung gem. §
Konjunktion ein (also, daher, folglich, 303 StGB verwirklicht/ sich
damit, somit, ergo, mithin…). wegen Sachbeschädigung
gem. § 303 StGB strafbar
gemacht.
Ausdruck Gutachtenstil Übung Konjunktionen
Die Lösung juristischer Fälle erfolgt in Deutschland im sog. Gutachtenstil. Dazu
wird induktiv vorgegangen: Zuerst stellt man eine These auf, dann folgt die
Subsumtion und anschließend das Ergebnis.
Zur Einleitung des Ergebnisses verwendet man Konjunktionen.

Welche anderen Konjunktionen kennen Sie, durch die man die Konjunktion
„daher“ im nachfolgenden Beispielsatz ersetzen könnte?

Beispielsatz:
„Daher hat sich A wegen Diebstahls gem. § 242 StGB strafbar gemacht.“
Ausdruck Gutachtenstil Übung Formulieren

Art 12 

(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die
Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.

Definition Beruf: jede auf Dauer angelegte Tätigkeit, die der Schaffung und dem Erhalt des
Lebensunterhaltes dient

Fall: Die Bundesregierung will die Verwendung von Plastik einschränken und bringt dazu ein Gesetz
durch den Bundestag, dass bestimmte Maßnahmen vorsieht, um die Verwendung von Plastik beim
Verkauf einzuschränken. Hierdurch sind vor allem Supermärkte betroffen. Supermarktbesitzer S will die
Maßnahmen nicht umsetzen, da die Kosten und der Aufwand seiner Meinung nach unverhältnismäßig
hoch seien. Als die zuständige Behörde davon Wind bekommt, erlässt sie einen Bußgeldbescheid. S klagt
dagegen vor dem Verwaltungsgericht. Als er unterliegt geht er in Berufung und Revision. Als er auch
hier keinen Erfolg hat, möchte er vor dem Bundesverfassungsgericht klagen. Sein Anwalt rät ihm ab, da
er der Meinung ist, dass der Schutzbereich der Berufsfreiheit schon gar nicht eröffnet sei. Schließlich
gebe es keinen Beruf eines Supermarktbetreibers.

Prüfen im Gutachtenstil, ob der Schutzbereich der Berufsfreiheit gem. Art. 12 GG eröffnet ist!
Zivilrecht
Grundbegriffe

Um sich im Zivilrecht gut und präzise ausdrücken zu können, benötigt man folgende Grundlagenbegriffe:

Sekundärleistungsrechte
Im Zivilrecht spricht man von Sekundärleistungsrechten, wenn Primärleistungsrechte nicht richtig erfüllt
werden. Primärleistungsrechte sind der eigentliche Vertragsgegenstand, also Kaufpreiszahlung oder
Übereignung und Übergabe einer Sache. Sobald diese Pflichten nicht erfüllt werden, kann die andere
Partei sogenannte Sekundärleistungsrechte geltend machen (z.B. vom Vertrag zurücktreten > Rücktritt).

Mängelgewährleistungsrechte
Beim Kaufvertrag und Werkvertrag setzt dies das Vorliegen eines Mangels voraus. Die gekaufte oder
bestellte Sache muss also mangelhaft (fehlerhaft) sein.

Dann hat der Käufer oder Werknehmer/Besteller folgende Rechte:

Nacherfüllung (Forderung einer Nachbesserung/Reparatur oder Neulieferung)

Minderung (Herabsetzung des Kaufpreises)

Rücktritt (Rückabwicklung des Vertrages)

Schadensersatz (Forderung des Ausgleichs eines eingetretenen Schadens)

Gestaltungsrechte
Eine weitere Kategorie von Rechten sind sogenannte Gestaltungsrechte.

Diese zeichnen sich dadurch aus, dass eine Vertragspartei einseitig auf das Rechtsverhältnis Einfluss
nimmt. Bestimmte Sekundärleistungsrechte/Mängelgewährleistungsrechte (Rücktritt und Minderung)
sind Gestaltungsrechte. Daneben existieren aber weitere, z.B.:

Kündigung (Beendigung eines Dauerschuldverhältnisses (z.B. Mietvertrag, Arbeitsvertrag)

Anfechtung (Aufhebung eines Vertrages wegen Irrtums/Täuschung/Drohung)

Widerruf (Aufhebung einer Willenserklärung/eines Vertrages ohne Grund innerhalb einer Frist)

Aufrechnung (Verrechnung einer Forderung mit einer eigenen Geldforderung)


Zivilrecht
Rechtsterminologie Gestaltungsrechte

Übung

Ordnen Sie die nachfolgend genannten Begriffe der jeweils richtigen Kategorie zu. Manche der Begriffe
passen in beide Kategorien. Erklären Sie auch deren jeweilige Bedeutung in einigen wenigen
Stichworten!

Aufrechnung – Kündigung – Schadensersatz – Nacherfüllung – Anfechtung – Minderung – Rücktritt –


Widerruf

Mängelgewährleistungsrecht Bedeutung Gestaltungsrechte Bedeutung


e
Zivilrecht
Rechtsterminologie Vertragsbezeichnungen
Aufgabe
Ordnen Sie die nachfolgend genannten Vertragsbezeichnungen den jeweils
passenden Tatbeständen zu.
Werkvertrag - Miete/Mietvertrag - Dienstvertrag - Leihe/Leihvertrag – Auftrag -
Pacht/Pachtvertrag - Kaufvertrag – Behandlungsvertrag – Reisevertrag -
Bürgschaft/Bürgschaftsvertrag – Werklieferungsvertrag

________________________________
(1) Durch den Kaufvertrag wird der Verkäufer einer Sache verpflichtet, dem Käufer die Sache zu
übergeben und das Eigentum an der Sache zu verschaffen. Der Verkäufer hat dem Käufer die
Sache frei von Sach- und Rechtsmängeln zu verschaffen.
(2) Der Käufer ist verpflichtet, dem Verkäufer den vereinbarten Kaufpreis zu zahlen und die
gekaufte Sache abzunehmen.

________________________________
Durch die Annahme eines Auftrags verpflichtet sich der Beauftragte, ein ihm von dem
Auftraggeber übertragenes Geschäft für diesen unentgeltlich zu besorgen.

________________________________
(1) Durch den Werkvertrag wird der Unternehmer zur Herstellung des versprochenen Werkes,
der Besteller zur Entrichtung der vereinbarten Vergütung verpflichtet.
(2) Gegenstand des Werkvertrags kann sowohl die Herstellung oder Veränderung einer Sache als
auch ein anderer durch Arbeit oder Dienstleistung herbeizuführender Erfolg sein.

_______________________________
(1) Durch den Pachtvertrag wird der Verpächter verpflichtet, dem Pächter den Gebrauch des
verpachteten Gegenstands und den Genuss der Früchte, soweit sie nach den Regeln einer
ordnungsmäßigen Wirtschaft als Ertrag anzusehen sind, während der Pachtzeit zu gewähren. Der
Pächter ist verpflichtet, dem Verpächter die vereinbarte Pacht zu entrichten.
(2) Auf den Pachtvertrag mit Ausnahme des Landpachtvertrags sind, soweit sich nicht aus den
§§ 582 bis 584b etwas anderes ergibt, die Vorschriften über den Mietvertrag entsprechend
anzuwenden.
_______________________________
(1) Durch den Mietvertrag wird der Vermieter verpflichtet, dem Mieter den Gebrauch der
Mietsache während der Mietzeit zu gewähren. Der Vermieter hat die Mietsache dem Mieter in
einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der
Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten. Er hat die auf der Mietsache ruhenden Lasten zu tragen.
(2) Der Mieter ist verpflichtet, dem Vermieter die vereinbarte Miete zu entrichten.

_______________________________
(1) Durch den Bürgschaftsvertrag verpflichtet sich der Bürge gegenüber dem Gläubiger eines
Dritten, für die Erfüllung der Verbindlichkeit des Dritten einzustehen.
(2) Die Bürgschaft kann auch für eine künftige oder eine bedingte Verbindlichkeit übernommen
werden.

_______________________________
Auf einen Vertrag, der die Lieferung herzustellender oder zu erzeugender beweglicher Sachen
zum Gegenstand hat, finden die Vorschriften über den Kauf Anwendung. § 442 Abs. 1 Satz 1
findet bei diesen Verträgen auch Anwendung, wenn der Mangel auf den vom Besteller
gelieferten Stoff zurückzuführen ist. Soweit es sich bei den herzustellenden oder zu erzeugenden
beweglichen Sachen um nicht vertretbare Sachen handelt, sind auch die §§ 642, 643, 645, 648
und 649 mit der Maßgabe anzuwenden, dass an die Stelle der Abnahme der nach den §§ 446 und
447 maßgebliche Zeitpunkt tritt.

_______________________________
(1) Durch den Behandlungsvertrag wird derjenige, welcher die medizinische Behandlung eines
Patienten zusagt (Behandelnder), zur Leistung der versprochenen Behandlung, der andere Teil
(Patient) zur Gewährung der vereinbarten Vergütung verpflichtet, soweit nicht ein Dritter zur
Zahlung verpflichtet ist.
(2) Die Behandlung hat nach den zum Zeitpunkt der Behandlung bestehenden, allgemein
anerkannten fachlichen Standards zu erfolgen, soweit nicht etwas anderes vereinbart ist.

_______________________________
(1) Durch den Bürgschaftsvertrag verpflichtet sich der Bürge gegenüber dem Gläubiger eines
Dritten, für die Erfüllung der Verbindlichkeit des Dritten einzustehen.
(2) Die Bürgschaft kann auch für eine künftige oder eine bedingte Verbindlichkeit übernommen
werden.

_______________________________
(1) Durch den Dienstvertrag wird derjenige, welcher Dienste zusagt, zur Leistung der
versprochenen Dienste, der andere Teil zur Gewährung der vereinbarten Vergütung verpflichtet.
(2) Gegenstand des Dienstvertrags können Dienste jeder Art sein.
_______________________________
(1) Durch den Reisevertrag wird der Reiseveranstalter verpflichtet, dem Reisenden eine
Gesamtheit von Reiseleistungen (Reise) zu erbringen. Der Reisende ist verpflichtet, dem
Reiseveranstalter den vereinbarten Reisepreis zu zahlen.
(2) Die Erklärung, nur Verträge mit den Personen zu vermitteln, welche die einzelnen
Reiseleistungen ausführen sollen (Leistungsträger), bleibt unberücksichtigt, wenn nach den
sonstigen Umständen der Anschein begründet wird, dass der Erklärende vertraglich vorgesehene
Reiseleistungen in eigener Verantwortung erbringt.
(3) Der Reiseveranstalter hat dem Reisenden bei oder unverzüglich nach Vertragsschluss eine
Urkunde über den Reisevertrag (Reisebestätigung) zur Verfügung zu stellen. Die
Reisebestätigung und ein Prospekt, den der Reiseveranstalter zur Verfügung stellt, müssen die in
der Rechtsverordnung nach Artikel 238 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche
bestimmten Angaben enthalten.
(4) Der Reiseveranstalter kann den Reisepreis nur erhöhen, wenn dies mit genauen Angaben zur
Berechnung des neuen Preises im Vertrag vorgesehen ist und damit einer Erhöhung der
Beförderungskosten, der Abgaben für bestimmte Leistungen, wie Hafen- oder
Flughafengebühren, oder einer Änderung der für die betreffende Reise geltenden Wechselkurse
Rechnung getragen wird. Eine Preiserhöhung, die ab dem 20. Tage vor dem vereinbarten
Abreisetermin verlangt wird, ist unwirksam. § 309 Nr. 1 bleibt unberührt.
(5) Der Reiseveranstalter hat eine Änderung des Reisepreises nach Absatz 4, eine zulässige
Änderung einer wesentlichen Reiseleistung oder eine zulässige Absage der Reise dem Reisenden
unverzüglich nach Kenntnis von dem Änderungs- oder Absagegrund zu erklären. (…)

_______________________________
Durch den Leihvertrag wird der Verleiher einer Sache verpflichtet, dem Entleiher den Gebrauch
der Sache unentgeltlich zu gestatten.
Zivilrecht
Rechtsterminologie Vertragsbezeichnungen

Aufgabe
Verbinden Sie die nachfolgend genannten Vertragsbezeichnungen mit der jeweils
passenden Beschreibung!
Kaufvertrag Unentgeltliche Überlassung einer
Sache auf Zeit
Dienstvertag Herstellung und Lieferung eines
Werkes
Miete/Mietvertrag Unentgeltliche Besorgung eines
Geschäftes für den Auftraggeber
Pacht/Pachtvertrag Ärztliche Behandlung einer Person

Werkvertrag Erbringung einer Gesamtheit von


Reiseleistungen gegen Entgelt
Leihe/Leihvertrag Überlassung einer Sache auf Zeit
gegen Entgelt (z.B. Wohnung/Auto)
Auftrag Zahlungsgarantie für den Fall des
Ausfalls des Hauptschuldners
Geschäftsbesorgung/ Erbringung eines Erfolges, z.B.
Geschäftsbesorgungsvertrag Herstellung einer Sache (z.B.
Hausbau) oder Reparatur einer
Sache gegen Entgelt
Behandlungsvertrag Kauf einer Sache, Pflicht des Käufers:
Zahlung des Kaufpreises, Pflicht des
Verkäufers: Übergabe und
Übereignung der Kaufsache
Bürgschaft/ Überlassung eines Grundstücks auf
Bürgschaftsvertrag Zeit zur Nutzung und Fruchtziehung
gegen Entgelt

Reisevertrag Erbringung einer Dienstleistung


gegen Entgelt
Werklieferungsvertrag Mischvertrag aus Auftrags-, Dienst-
und Werkvertragsrecht, mit dem
sich der Leistungsschuldner zur
entgeltlichen Besorgung eines ihm
übertragenen Geschäftes
verpflichtet
Zivilrecht
Textverständnis/Rechtsterminologie Gestaltungsrechte

Unterscheidung Gestaltungsrechte – Gewährleistungsrechte: Anfechtung

Aufgabe
Welche Anfechtungsgründe sind im Gesetz normiert?

Was sind die Folgen einer Anfechtung?

Wirkt die Anfechtung ex nunc oder ex tunc?

§ 119 Anfechtbarkeit wegen Irrtums


(1) Wer bei der Abgabe einer Willenserklärung über deren Inhalt im Irrtum war oder eine
Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte, kann die Erklärung anfechten, wenn
anzunehmen ist, dass er sie bei Kenntnis der Sachlage und bei verständiger Würdigung des
Falles nicht abgegeben haben würde.
(2) Als Irrtum über den Inhalt der Erklärung gilt auch der Irrtum über solche Eigenschaften der
Person oder der Sache, die im Verkehr als wesentlich angesehen werden.

§ 120 Anfechtbarkeit wegen falscher Übermittlung


Eine Willenserklärung, welche durch die zur Übermittlung verwendete Person oder Einrichtung
unrichtig übermittelt worden ist, kann unter der gleichen Voraussetzung angefochten werden wie
nach § 119 eine irrtümlich abgegebene Willenserklärung.

§ 123 Anfechtbarkeit wegen Täuschung oder Drohung


(1) Wer zur Abgabe einer Willenserklärung durch arglistige Täuschung oder widerrechtlich
durch Drohung bestimmt worden ist, kann die Erklärung anfechten.
(2) Hat ein Dritter die Täuschung verübt, so ist eine Erklärung, die einem anderen gegenüber
abzugeben war, nur dann anfechtbar, wenn dieser die Täuschung kannte oder kennen musste.
Soweit ein anderer als derjenige, welchem gegenüber die Erklärung abzugeben war, aus der
Erklärung unmittelbar ein Recht erworben hat, ist die Erklärung ihm gegenüber anfechtbar, wenn
er die Täuschung kannte oder kennen musste.

§ 142 Wirkung der Anfechtung


(1) Wird ein anfechtbares Rechtsgeschäft angefochten, so ist es als von Anfang an nichtig
anzusehen.
(2) Wer die Anfechtbarkeit kannte oder kennen musste, wird, wenn die Anfechtung erfolgt, so
behandelt, wie wenn er die Nichtigkeit des Rechtsgeschäfts gekannt hätte oder hätte kennen
müssen.
Zivilrecht
Textverständnis/Rechtsterminologie

Unterscheidung Gestaltungsrechte – Gewährleistungsrechte: Aufrechnung

Aufgabe
Was sind die Voraussetzungen einer wirksamen Aufrechnung?

Was sind die Folgen einer wirksamen Aufrechnung?

§ 387 Voraussetzungen
Schulden zwei Personen einander Leistungen, die ihrem Gegenstand nach gleichartig sind, so
kann jeder Teil seine Forderung gegen die Forderung des anderen Teils aufrechnen, sobald er die
ihm gebührende Leistung fordern und die ihm obliegende Leistung bewirken kann.

§ 388 Erklärung der Aufrechnung


Die Aufrechnung erfolgt durch Erklärung gegenüber dem anderen Teil. Die Erklärung ist
unwirksam, wenn sie unter einer Bedingung oder einer Zeitbestimmung abgegeben wird.

§ 389 Wirkung der Aufrechnung


Die Aufrechnung bewirkt, dass die Forderungen, soweit sie sich decken, als in dem Zeitpunkt
erloschen gelten, in welchem sie zur Aufrechnung geeignet einander gegenübergetreten sind.
Zivilrecht
Textverständnis/Rechtsterminologie

Unterscheidung Gestaltungsrechte – Gewährleistungsrechte: Minderung

Aufgabe
Was sind die Folgen einer wirksamen Minderung?

Handelt es sich dabei um ein Gestaltungsrecht oder um Gewährleistungsrecht?

§ 441 Minderung

(1) Statt zurückzutreten, kann der Käufer den Kaufpreis durch Erklärung gegenüber dem Verkäufer
mindern. 2Der Ausschlussgrund des § 323 Abs. 5 Satz 2 findet keine Anwendung.

(2) Sind auf der Seite des Käufers oder auf der Seite des Verkäufers mehrere beteiligt, so kann die
Minderung nur von allen oder gegen alle erklärt werden.

(3) Bei der Minderung ist der Kaufpreis in dem Verhältnis herabzusetzen, in welchem zur Zeit des
Vertragsschlusses der Wert der Sache in mangelfreiem Zustand zu dem wirklichen Wert gestanden
haben würde. 2Die Minderung ist, soweit erforderlich, durch Schätzung zu ermitteln.

(4) Hat der Käufer mehr als den geminderten Kaufpreis gezahlt, so ist der Mehrbetrag vom Verkäufer zu
erstatten. § 346 Abs. 1 und § 347 Abs. 1 finden entsprechende Anwendung.

§ 638 Minderung

(1) Statt zurückzutreten, kann der Besteller die Vergütung durch Erklärung gegenüber dem
Unternehmer mindern. Der Ausschlussgrund des § 323 Abs. 5 Satz 2 findet keine Anwendung.

(2) Sind auf der Seite des Bestellers oder auf der Seite des Unternehmers mehrere beteiligt, so kann die
Minderung nur von allen oder gegen alle erklärt werden.

(3) 1Bei der Minderung ist die Vergütung in dem Verhältnis herabzusetzen, in welchem zur Zeit des
Vertragsschlusses der Wert des Werkes in mangelfreiem Zustand zu dem wirklichen Wert gestanden
haben würde. Die Minderung ist, soweit erforderlich, durch Schätzung zu ermitteln.

(4) Hat der Besteller mehr als die geminderte Vergütung gezahlt, so ist der Mehrbetrag vom
Unternehmer zu erstatten. § 346 Abs. 1 und § 347 Abs. 1 finden entsprechende Anwendung.
Ausdruck Rechtsgeschäfte
Geben Sie an, ob es sich bei den nachfolgend genannten Rechtsgeschäften um einseitige oder
zweiseitige/mehrseitige Rechtsgeschäfte handelt!

Testament ________________________________________

Auslobung ________________________________________

Miete ____________________________________________

Schenkung ________________________________________

Kündigung _________________________________________

Darlehen __________________________________________

Anfechtung _________________________________________

Kaufvertrag _________________________________________

Textverständnis Zivilrecht/BGB AT
Vervollständigen Sie den Lückentext um die nachfolgend genannten rechtsterminologischen
Fachbegriffe.

Vollmacht - Minderjährige - geschäftsfähig – gute Sitten – gesetzliches Verbot - schwebend unwirksam -


Genehmigung - beschränkt geschäftsfähig - Willenserklärung – Angebot – rechtsfähig - Dissens –
widerrufen - Annahme – geschäftsunfähig – Einwilligung – Wucher – Stellvertretung

Voraussetzung für den Abschluss eines Vertrages sind zwei übereinstimmende

____________________________. Gegenstand der einen Willenserklärung, dem sog.

__________________________, ist der Antrag auf Abschluss eines Vertrages. Die

Zustimmung zu einem solchen Antrag, wird als ___________________________ bezeichnet.

Ein Vertragsschluss kommt also durch Angebot und Annahme zustande, die beide inhaltlich

miteinander in Übereinstimmung stehen müssen. Bestehen Widersprüche zwischen den

Erklärungen, liegt ein sog. ____________________________ vor, und der Vertrag kommt im
Zweifel nicht zustande. Eine weitere Voraussetzung für einen wirksamen Vertragsschluss ist,

dass beide Vertragsparteien ____________________________ und

______________________________ sind. Die Geschäftsfähigkeit kann zum Beispiel bei

Kindern und Heranwachsenden fehlen. Diese Personengruppe wird in der Sprache des BGB als

_________________________________ bezeichnet. Minderjährige sind ab einem bestimmte

Alter aber nicht mehr _______________________, sondern vielmehr

______________________, können also unter bestimmten Voraussetzungen bzw. in

Abhängigkeit vom Einverständnis ihrer Eltern durchaus Rechtsgeschäfte vornehmen. Dieses

Einverständnis können die Eltern vor oder nach Abschluss eines Rechtsgeschäftes erteilen. Ein

vor Abschluss eines Rechtsgeschäftes gegebenes Einverständnis wird auch als

_________________________________ bezeichnet. Wird das Einverständnis dagegen erst

nachträglich erteilt, ein vom Minderjährigen geschlossenes Rechtsgeschäft also nachträglich

genehmigt, spricht man von der Erteilung einer ____________________________. Bis zur

Erteilung einer solchen Genehmigung ist das Rechtsgeschäft

_____________________________. Neben der Minderjährigkeit enthält das BGB einige

weitere Gründe für die Unwirksamkeit eines Rechtsgeschäftes. Ein solcher Grund kann zum

Beispiel darin liegen, dass der Inhalt eines Rechtsgeschäftes die andere Person in extremer

Weise benachteiligt. Dies kann bei extremer finanzieller Benachteiligung

__________________ darstellen, bei extremer sonstiger Benachteiligung einen Verstoß gegen

die _________________________________ bilden. Ist ein Verhalten gesetzlich verboten, darf

der Inhalt eines Rechtsgeschäftes ebenso wenig dagegen verstoßen. Man spricht in diesen

Fällen von einem Verstoß gegen ein ___________________________. Möchte oder kann eine

Vertragspartei ein Rechtsgeschäft nicht selber abschließen, kann sie sich dazu von einer

anderen Person vertreten lassen. Für eine solche _____________________ muss der

Vertreter dazu gesetzlich oder rechtsgeschäftlich bevollmächtigt sein. Eine

rechtsgeschäftliche Bevollmächtigung wird als __________________________ bezeichnet.

Liegt diese einmal vor, gilt der Stellvertreter als bevollmächtigt. Möchte der Vertretene die

Bevollmächtigung wieder rückgängig machen, muss er die Vollmacht

________________________________.

Rechtsterminologie/Textverständnis Schuldrecht
Setzen Sie die genannten Rechtsbegriffe in den nachfolgenden Lückentext an der richtigen Stelle ein!

Unternehmergesellschaft – Mängelgewährleistungsrechte - Mieter- Vertragsgegenstand –


Darlehensvertrag – Mangel - KG – zurücktreten - Arbeitsvertrag – OHG - Willenserklärung(en) –
Vermieter - Dienstvertrag - Angebot – Nacherfüllung - Sekundärleistungsrechte - Kaufvertrag – Zinsen -
Bürgschaft - Annahme – unentgeltlich - GbR – Gesellschaftsvertrag – Leihe - Gesellschaft mit
beschränkter Haftung – Darlehen – Mietvertrag - Minderung

Zum Abschluss eines Vertrages werden zwei korrespondierende ____________________________,


________________________ und _____________________________.
Erst der Inhalt der Willenserklärungen entscheidet dann über den Inhalt des Vertrages, den sog.
___________________________________.
Verträge über den Kauf einer Sache werden als ____________________________________ bezeichnet.
Verträge über die Herstellung oder Reparatur einer Sache, allgemeiner gesprochen über die Erzielung
eines Erfolges, heißen ________________________________. Geht es hingegen um ein reines
Tätigwerden, würde man einen __________________________________ schließen. Richtet sich dieser
Vertrag auf eine dauerhafte Mitarbeit in einem Unternehmen oder einem sonstigen Arbeitgeber,
handelt es sich um einen _____________________________, einen Spezialfall des Dienstvertrages.
Verfolgen mehrere Personen einen gemeinsamen Zweck und möchten dazu eine Gesellschaft gründen,
würden sie einen ______________________________ abschließen. Ein solcher Vertrag zielt in der Regel
auf die Gründung einer Personengesellschaft ab. Personengesellschaften des Handelsrechts sind die
___________________________________ und die ________________________________, eine
einfache Personengesellschaft auf Grundlage des BGB wäre die
_____________________________________. Ebenso könnte man eine haftungsbeschränkte
Gesellschaft gründen, etwa die ____________________________ oder die
_________________________________.
Weitere wichtige Vertragstypen wären die nachfolgend beschriebenen Verträge: Möchte eine Partei für
die Verbindlichkeiten einer anderen Person einstehen, also ihre Zahlung garantieren, kann sich dazu
über eine ___________________________________ verpflichten. Überlässt eine Partei, oftmals eine
Bank, einer anderen Partei für einen vorher vereinbarten Zeitraum Geld und erhält dafür
____________________, spricht man von einem ________________________ oder
__________________________________. Bezahlt der Schuldner das Entgelt dagegen für die Benutzung
einer Sache, würden die Parteien einen ___________________________ schließen. Die
vertragsschließenden Parteien wären hier ________________________________ und
_______________________________. Erfolgt die Überlassung der Sache dagegen ohne Bezahlung, also
____________________________, würde es sich um eine __________________________ handeln.

Kommt es zu Problemen bei der Abwicklung eines Vertrages, können die Parteien sog.
__________________________ geltend machen. Beim Werkvertrag und Kaufvertrag bestehen hierfür
spezielle Regelungen, welche die denkbaren Rechte genau nennen. Sie knüpfen an einen Fehler der
verkauften oder hergestellten Sache an, einen sog. _______________________, und werden daher auch
als _________________________________ bezeichnet. Bei den anderen Verträgen besteht „lediglich“
die Möglichkeit, Schadensersatz geltend zu machen oder vom Vertrag
___________________________________. Bei den Mängelgewährleistungsrechten kommt neben
diesen Rechte vor allem noch die Möglichkeit der ____________________________ oder der
_________________________________ in Frage.

Rechtsterminologie Sachenrecht
Übung
Verbinden Sie die nachfolgend genannten sachenrechtlichen Grundbegriffe in der linken Tabellenhälfte
mit der entsprechenden Erklärung in der rechten Tabellenhälfte.

Sachenrechtlicher Fachbegriff Erklärung

Eigentum Öffentliches Register zur Eintragung der


Eigentumsverhältnisse an Grundstücken
Besitz Rechtsanwalt mit der Befugnis zur
Beglaubigungen, Beurkundungen, etc.
Übereignung Umfassendes Herrschaftsrecht einer
Person über eine Sache
Grundbuch Im Grundbuch eingetragenes
Sicherungsmittel zur Absicherung eines
schuldrechtlichen Anspruchs auf dingliche
Rechtsänderung
Auflassung Tatsächliche Herrschaft einer Person über
eine Sache
Vormerkung Recht zur Vollstreckung in ein Grundstück
(akzessorisch zu einer Forderung)
Hypothek Erklärung der Einigung von Veräußerer
und Erwerber über die
Eigentumsübertragung an einem
Grundstück vor einer zuständigen Stelle
Grundschuld Übertragung des Eigentums an einer
Sache
Besitzkonstitut Recht zur Vollstreckung in ein Grundstück
(nicht-akzessorisch zu einer Forderung)
Notar Besitzmittlungsverhältnis, kraft dessen
zwei Personen Besitz ausüben, der
unmittelbare und der mittelbare Besitzer

Rechtsterminologie/Textverständnis Sachenrecht
Aufgabe
Setzen Sie die nachfolgenden Stichworte in den Lückentext ein!
Unmittelbarer Besitz – vollstrecken– Pfandrecht – nicht-akzessorisch - Eigentum –
Eigentumsvorbehalt - mittelbarer Besitz – Besitz – Miteigentum - akzessorisch

Im Sachenrecht unterscheidet man zwischen Eigentum und Besitz. ____________ ist die
Verfügungsgewalt über eine Sache, _______________meint dagegen den tatsächlichen Zugriff
auf eine Sache. Beide Formen unterscheiden verschiedene Unterformen. Wenn mehrere
Personen gemeinsam Eigentümer sind, spricht man von _______________________. Beim
Besitz wird der direkte Zugriff eines Besitzers als ________________________________
bezeichnet, ein vertraglich vermittelter Besitz (etwa der des Vermieters an der Wohnung) als
__________________________________________.

Besondere Bedeutung im Zusammenhang mit dem Sachenrecht hat das sog.


Kreditsicherungsrecht. So kann das Eigentum an Sachen dazu dienen, schuldrechtliche
Forderungen abzusichern. Im Mobiliarsachenrecht haben die Rechtsinstitute des
Eigentumsvorbehalts und der Sicherungsübereignung große Praxisrelevanz. Der
______________________________ wird vereinbar, wenn der Kaufpreis durch den Käufer
noch nicht sofort bezahlt wird. Die ___________________________________ kann dagegen
genutzt werden, um etwa einen Kredit abzusichern. Gegenüber dem Pfandrecht hat das
Sicherungseigentum den Vorteil, dass der bisherige Eigentümer und Besitzer die Sache
behalten darf, auch wenn sie zur Sicherung einer Forderung an einen anderen übertragen wird.
Beim ____________________________ muss die Sache dagegen in den Besitz des
Pfandnehmers übergehen. Dadurch kann sie vom Pfandgeber nicht mehr genutzt werden.

Auch im Immobiliarsachenrecht bestehen verschiedene Rechtsinstitute zur Absicherung von


Forderungen, vor allem die Hypothek und die Grundschuld. Durch beide Rechte bekommt der
Gläubiger das Recht, im Falle eines Zahlungsausfalls in das Grundstück zu
_______________________. Die Hypothek ist dabei allerding _____________________ zur
Forderung, d.h. kann nur zusammen mit der zu sichernden Forderung abgetreten werden. Die
Grundschuld dagegen ist _______________________, d.h. kann auch ohne die Forderung
gesondert abgetreten werden.

Strafrecht
Rechtsterminologie Deliktsbezeichnungen

Aufgabe
Finden Sie zu den jeweiligen im Originalwortlaut zitierten Tatbeständen die jeweils passende
(Delikts)bezeichnung!

Totschlag - Urkundenfälschung - Raub - Nötigung - Untreue – Volksverhetzung -


Geiselnahme - Hehlerei – Bildung einer kriminellen Vereinigung – schwere Körperverletzung
- Strafvereitelung – Unfallflucht/Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort - Erpressung –
Körperverletzung - Unterschlagung – Unterlassene Hilfeleistung - Mord – Betrug -
Aussetzung – Diebstahl – Hausfriedensbruch – gefährliche Körperverletzung

(1) Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die
Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu
fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) (…)

(1) Wer eine fremde bewegliche Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zueignet,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat
nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.
(2) (…)

(1) Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit
gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche Sache einem
anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig
zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.
(2) (…)

(1) Wer zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte Urkunde herstellt, eine echte
Urkunde verfälscht oder eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht, wird mit
Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) (…)
(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil
zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch
Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer
Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf
Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) (…)

(1)Wer einen Menschen

1. in eine hilflose Lage versetzt oder


2. in einer hilflosen Lage im Stich läßt, obwohl er ihn in seiner Obhut hat oder ihm sonst
beizustehen verpflichtet ist,

und ihn dadurch der Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung
aussetzt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

(2)Auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter

1. die Tat gegen sein Kind oder eine Person begeht, die ihm zur Erziehung oder zur
Betreuung in der Lebensführung anvertraut ist, oder
2. durch die Tat eine schwere Gesundheitsschädigung des Opfers verursacht.
(…)

(1)Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.

(2) Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder
sonst aus niedrigen Beweggründen,

heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen


Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu
verdecken,
einen Menschen tötet.
(1) Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl
dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne
erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich
ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

_________________________________
(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem
empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt und
dadurch dem Vermögen des Genötigten oder eines anderen Nachteil zufügt, um
sich oder einen Dritten zu Unrecht zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu
fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) (…)

(1) Wer eine andere Person körperlich mißhandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird
mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) (…)

(1) Wer absichtlich oder wissentlich ganz oder zum Teil vereitelt, daß ein anderer dem
Strafgesetz gemäß wegen einer rechtswidrigen Tat bestraft oder einer Maßnahme (§
11 Abs. 1 Nr. 8) unterworfen wird, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder
mit Geldstrafe bestraft.
(2) (…)

(1) Wer eine Sache, die ein anderer gestohlen oder sonst durch eine gegen fremdes
Vermögen gerichtete rechtswidrige Tat erlangt hat, ankauft oder sonst sich oder
einem Dritten verschafft, sie absetzt oder absetzen hilft, um sich oder einen Dritten
zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe
bestraft.
(2) (…)
(1) Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit
Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.
(2) (…)

(1) Wer einen Menschen entführt oder sich eines Menschen bemächtigt, um ihn oder
einen Dritten durch die Drohung mit dem Tod oder einer schweren
Körperverletzung (§ 226) des Opfers oder mit dessen Freiheitsentziehung von über
einer Woche Dauer zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung zu nötigen, oder
wer die von ihm durch eine solche Handlung geschaffene Lage eines Menschen zu
einer solchen Nötigung ausnutzt, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren
bestraft.

________________________________
(1) Wer die ihm durch Gesetz, behördlichen Auftrag oder Rechtsgeschäft eingeräumte
Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen oder einen anderen zu verpflichten,
mißbraucht oder die ihm kraft Gesetzes, behördlichen Auftrags, Rechtsgeschäfts
oder eines Treueverhältnisses obliegende Pflicht, fremde Vermögensinteressen
wahrzunehmen, verletzt und dadurch dem, dessen Vermögensinteressen er zu
betreuen hat, Nachteil zufügt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit
Geldstrafe bestraft.
(2) (…)

(1) Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort
entfernt, bevor er

zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner
1. Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit
und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder
2. eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit
war, die Feststellungen zu treffen,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(…)
(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem
empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) (…)

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine
Vereinigung gründet oder sich an einer Vereinigung als Mitglied beteiligt, deren
Zweck oder Tätigkeit auf die Begehung von Straftaten gerichtet ist, die im
Höchstmaß mit Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren bedroht sind. Mit
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine solche
Vereinigung unterstützt oder für sie um Mitglieder oder Unterstützer wirbt.
(2) (…)

(1) Wer in die Wohnung, in die Geschäftsräume oder in das befriedete Besitztum eines
anderen oder in abgeschlossene Räume, welche zum öffentlichen Dienst oder
Verkehr bestimmt sind, widerrechtlich eindringt, oder wer, wenn er ohne Befugnis
darin verweilt, auf die Aufforderung des Berechtigten sich nicht entfernt, wird mit
Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) (…)

(1)Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte
Gruppe,
1. gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit
zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass
aufstachelt, zu Gewalt-
oder Willkürmaßnahmen auffordert oder
die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe,
Teile der
2. Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer
vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig
verächtlich macht oder verleumdet,

wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.
(1) Wer die Körperverletzung
1. durch Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen,
2. mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs,
3. mittels eines hinterlistigen Überfalls,
4. mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich oder
5. mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung

begeht, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren
Fällen mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

(…)

(1) Hat die Körperverletzung zur Folge, daß die verletzte Person
1. das Sehvermögen auf einem Auge oder beiden Augen, das Gehör, das
Sprechvermögen oder die Fortpflanzungsfähigkeit verliert,
2. ein wichtiges Glied des Körpers verliert oder dauernd nicht mehr gebrauchen kann oder
3. in erheblicher Weise dauernd entstellt wird oder in Siechtum, Lähmung oder geistige
Krankheit oder Behinderung verfällt,

so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

(…)
Textverständnis Deliktsbezeichnungen

Übung

Überlegen Sie in den nachfolgenden Fällen, welche Delikte dort verwirklicht worden sein könnten!

Fall 1

A leiht sich ein Buch aus der Bibliothek aus. Da es ihm gut gefällt, beschließt er, das Buch
verschwinden zu lassen und meldet es gegenüber der Bibliothek als vermisst.

Fall 2

A und B fahren in Berlin S-Bahn. Als C mit einem neuen Iphone die S-Bahn betritt, drohen sie ihm
Schläge an und hauen ihm einmal zur Abschreckung auf den Hinterkopf, damit dieser sein Iphone
übergibt.

Fall 3

A verkauft B ein Gemälde, von dem er behauptet es sei ein echter Picasso. In Wirklichkeit handelt es
sich nur um einen sehr gut gelungenen Kunstdruck.

Fall 4

Als A einen Bankraub begangen hat, möchte er sich eine neue Identität zulegen. Dafür druckt er ein
Dokument, das seinem Personalausweis zum Verwechseln ähnlich sieht, allerdings einen falschen
Namen enthält und lässt es anschließend auf eine Plastikkarte drucken. Hierdurch wird der Eindruck
eines echten Personalausweises erweckt.
Fall 5

Mutter M ist genervt vom Geschrei ihres 2-jährigen Sohnes. Sie beschließt daher spontan, zwei Tage
zur Erholung in die Alpen zu fahren und lässt ihr Kind alleine zuhause zurück.

Fall 6

A ist durch Rückschläge in seinem Privatleben frustriert. Er wandert daher abends auf eine
nahegelegene Autobahnbrücke und wirft von dort oben im Schutze der Dunkelheit größere Steine
auf die vorbeifahrenden Autos. Eines der Autos trifft er. Die Frontscheibe des Autos wird stark
zerstört. Wie durch ein Wunder kommt es dadurch nicht zu einem schweren Unfall. Allerdings hätte
die Angelegenheit auch schlimmer mit mehreren Toten ausgehen können.

Fall 7

Als ihr Freund A von der Polizei verdächtigt wird, am Überfall auf eine Tankstelle beteiligt zu sein,
lässt seine Freundin X sicherheitshalber dessen Handschuhe verschwinden. Dadurch möchte sie
verhindern, dass die Polizei diese bei der angekündigten Hausdurchsuchung finden könnte. Die
Handschuhe wurden von A bei dem Raubüberfall verwendet und hätten diesen eindeutig als
Beteiligten des Raubüberfalls ausgewiesen.

Fall 8

Als A abends von der Arbeit nach Hause auf der Autobahn fährt, kommt er an einem schweren Unfall
vorbei. Da dieser sich gerade erst ereignet hat, sind bisher weder Polizei noch Rettungskräfte vor Ort.
A ist zwar kein Arzt, ggf. hätte er aber dennoch erste Hilfe leisten oder die Polizei verständigen
können. Nach einem langen Arbeitstag ist ihm dies aber zu viel. Er vertraut darauf, dass schon einer
der anderen Autofahrer Hilfe verständigen wird.
Fall 9

Um sein geringes Einkommen aufzubessern, kauft X von Zeit zu Zeit gebrauchte Iphones an und
verkauft sie zu einem besseren Preis weiter. Bei einigen Verkäufern der gebrauchten Telefone hat X
erhebliche Zweifel, ob diese legal erworben worden sind. Im Gegenteil vermutet er sogar, dass sie
möglicherweise jemandem entwendet sein könnten. Wegen der günstigen Ankaufspreise, fragt er
allerdings nicht weiter nach und geht weiter seinen Geschäften nach.

Fall 10

Als X in finanzielle Schwierigkeiten gerät, beschließt er den 10-jährigen B zu entführen und von
seinen Eltern Lösegeld zu verlangen. Als die Polizei ihn bei der Lösegeldübergabe antrifft, hat er B
dabei und bedroht ihn mit einer Waffe. Er nimmt zuerst das Geld an sich und fordert von der Polizei
anschließend ein Fluchtfahrzeug, um den Ort der Geldübergabe schnellstmöglich verlassen zu
können. Andernfalls werde er sein Entführungsopfer B töten.

Fall 11

A und B führen eine langjährige Beziehung. Als B den A verlassen möchte, kommt dieser mit der
neuen Situation nicht zurecht. Er beschließt daher, B für die Trennung zu töten. Dabei geht er
besonders brutal vor. Um B umzubringen, sticht er mit 50 Messerstichen auf sie ein.

Fall 12

Der eifersüchtige A vermutet seit längerem, dass seine Freundin B ihn betrügt. Um hierüber
Gewissheit zu erlangen, lauert er ihr regelmäßig an verschiedenen Stellen in der Stadt auf und
verfolgt sie in ihrem Alltag. B schränkt sich dadurch immer mehr ein und verlässt bald gar nicht mehr
ihr Wohnung.
Rechtsterminologie Abgrenzung Delikte

Aufgabe
Grenzen Sie die nachfolgend genannten Delikte voneinander ab!

Unterlassen Hilfeleistung – Aussetzung

Mord – Totschlag – Fahrlässige Tötung

Diebstahl – Unterschlagung – Raub

Urkundenfälschung – Betrug

Hehlerei – Strafvereitelung – Begünstigung


Ausdruck Deliktsarten
Aufgabe
Bestimmen Sie bei den nachfolgenden Delikten, welches Delikt den Grundtatbestand darstellt,
welches die Privilegierung und welches die Qualifikation!

§ 244 - Diebstahl mit Waffen; Bandendiebstahl; Wohnungseinbruchdiebstahl

(1) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren wird bestraft, wer

1. einen Diebstahl begeht, bei dem er oder ein anderer Beteiligter


a) eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug bei sich führt,
sonst ein Werkzeug oder Mittel bei sich führt, um den Widerstand einer anderen
b)
Person durch Gewalt oder Drohung mit Gewalt zu verhindern oder zu überwinden,
als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Raub oder Diebstahl
2.
verbunden hat, unter Mitwirkung eines anderen Bandenmitglieds stiehlt oder
einen Diebstahl begeht, bei dem er zur Ausführung der Tat in eine Wohnung einbricht,
3. einsteigt, mit einem falschen Schlüssel oder einem anderen nicht zur ordnungsmäßigen
Öffnung bestimmten Werkzeug eindringt oder sich in der Wohnung verborgen hält.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) In minder schweren Fällen des Absatzes 1 Nummer 1 bis 3 ist die Strafe Freiheitsstrafe
von drei Monaten bis zu fünf Jahren.

(4) Betrifft der Wohnungseinbruchdiebstahl nach Absatz 1 Nummer 3 eine dauerhaft genutzte
Privatwohnung, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

§ 247 Haus- und Familiendiebstahl

Ist durch einen Diebstahl oder eine Unterschlagung ein Angehöriger, der Vormund oder der
Betreuer verletzt oder lebt der Verletzte mit dem Täter in häuslicher Gemeinschaft, so wird
die Tat nur auf Antrag verfolgt.

§ 242 Diebstahl

(1) Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache
sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren
oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.


Ausdruck Beteiligungsformen
Welche Arten der Täterschaft, welche Arten der Teilnahme unterscheidet man?

Ausdruck Präpositionen
Aufgabe
Setzen Sie in dem nachfolgenden Lückentext die passenden Präpositionen ein.

In den frühen Abendstunden haben sich die beiden Tatverdächtigen A und B dem Haus in der
Uferstraße 17 genähert. Dabei verabredeten Sie, dass die beiden in das Haus einbrechen sollten,
während eine dritte Person draußen aufpassen sollte, dass niemand die Tat stört. Als der Jugendliche
J zufällig vorbeikommt, überredeten sie ihn dazu und stifteten ihn so ________ Teilnahme an dem
Wohnungseinbruchsdiebstahl an. J wirkte so _____________ Teilnehmer mit, während A und B
________ Täter handelten. Als überraschend die Polizei die Straße entlangfährt, schlägt C Alarm. A
und B verlassen daraufhin das Tatobjekt und fliehen über die hinter dem Haus gelegene Wiese.
Fraglich ist, ob hierin ein strafbefreiender Rücktritt ____________ Wohnungseinbruchsdiebstahl zu
sehen ist. Dies scheidet vorliegend allerdings aus, das es sich bei Angst vor Strafe nicht um einen
freiwilligen Rücktritt handelt. Stattdessen sind beide _______________ Verwirklichung eines
vollendeten Delikts zu bestrafen. Der Wohnungseinbruchsdiebstahl stellt ____________________
einem einfachen Diebstahl eine Qualifikation dar, ist als ______________________ schwerer Strafe
bedroht.
Ausdruck Gutachtenstil
Aufgabe
Lösen Sie den nachfolgenden Fall im Gutachtenstil!

A und B haben in der Unteren Straße gefeiert und sind nun auf dem Rückweg zum Bismarckplatz. Da
sie betrunken sind, schlagen Sie auf dem Rückweg noch eine Schaufensterscheibe ein.

Haben A und B den objektiven Tatbestand von § 303 StGB verwirklicht?

Tatbestand:

§ 303 Sachbeschädigung

(1) Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis
zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur
unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert.

(3) Der Versuch ist strafbar

Definitionen:

Beschädigen ist nach der gängigen Definition das Einwirken auf die Sache, das die
Sachsubstanz oder die bestimmungsgemäße Brauchbarkeit der Sache mehr als nur
unerheblich beeinträchtigt.

Zerstören ist ein Beschädigen, das die bestimmungsgemäße Brauchbarkeit der


Sache völlig aufhebt.

Falllösung:
Ausdruck Konjunktionen
Aufgabe
Nennen Sie Synonyme für die Konjunktion also – welche anderen Konjunktionen könnte man
verwenden, um den Ausdruck auszudifferenzieren?

Rechtsterminologie Täter/Beteiligte
Aufgabe
Nennen Sie die Verben zu den entsprechenden Substantiven!

Anstiftung

Verwirklichung

Rücktritt

Strafverfolgung

Betrug

Unterschlagung

Diebstahl

Raub

Aussetzung
Öffentliches Recht/Staatsrecht
Rechtsterminologie Grundrechtsbezeichnungen

Übung
Ordnen Sie die nachfolgend genannten Grundrechtsbezeichnungen den jeweils passenden Artikeln
zu:

Meinungsfreiheit – Pressefreiheit – Menschenwürde – Allgemeiner Gleichheitssatz – Kunstfreiheit –


Berufsfreiheit – Eigentumsfreiheit – Wissenschaftsfreiheit – Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung
– Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis – Versammlungsfreiheit – Vereinigungsfreiheit – Asylrecht –
Rundfunkfreiheit – Glauben- und Gewissensfreiheit – Recht auf Leben und körperliche
Unversehrtheit – Freizügigkeitsrecht – Schutz von Ehe und Familie – Allgemeine Handlungsfreiheit –
Freiheit der Person

In einzelnen Artikeln können verschiedene Grundrechte stehen!

Art 1 ______________________

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung
aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen
Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der
Gerechtigkeit in der Welt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und
Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Art 2 ____________________________________________

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die
Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz
verstößt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist
unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Art 3 ______________________

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.


(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung
der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender
Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner
Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen
Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung
benachteiligt werden.
Art 4 ______________________

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und
weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
(3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.
Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.

Art 5 ____________________________________________

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu
verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die
Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden
gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den
gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen
Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet
nicht von der Treue zur Verfassung.

Art 6 ______________________

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.
(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst
ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
(3) Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines
Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder
wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.
(4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.
(5) Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre
leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den
ehelichen Kindern.

Art 8 ______________________

(1) Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne
Waffen zu versammeln.
(2) Für Versammlungen unter freiem Himmel kann dieses Recht durch Gesetz oder auf Grund
eines Gesetzes beschränkt werden.

Art 9 ______________________

(1) Alle Deutschen haben das Recht, Vereine und Gesellschaften zu bilden.
(2) Vereinigungen, deren Zwecke oder deren Tätigkeit den Strafgesetzen zuwiderlaufen oder
die sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder gegen den Gedanken der
Völkerverständigung richten, sind verboten.
(3) Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen
Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet. Abreden, die
dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete
Maßnahmen sind rechtswidrig. Maßnahmen nach den Artikeln 12a, 35 Abs. 2 und 3, Artikel
87a Abs. 4 und Artikel 91 dürfen sich nicht gegen Arbeitskämpfe richten, die zur Wahrung
und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen von Vereinigungen im Sinne des
Satzes 1 geführt werden.

Art 10 ______________________

(1) Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich.
(2) Beschränkungen dürfen nur auf Grund eines Gesetzes angeordnet werden. Dient die
Beschränkung dem Schutze der freiheitlichen demokratischen Grundordnung oder des
Bestandes oder der Sicherung des Bundes oder eines Landes, so kann das Gesetz bestimmen,
daß sie dem Betroffenen nicht mitgeteilt wird und daß an die Stelle des Rechtsweges die
Nachprüfung durch von der Volksvertretung bestellte Organe und Hilfsorgane tritt.

Art 11 ______________________

(1) Alle Deutschen genießen Freizügigkeit im ganzen Bundesgebiet.


(2) Dieses Recht darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes und nur für die Fälle
eingeschränkt werden, in denen eine ausreichende Lebensgrundlage nicht vorhanden ist und
der Allgemeinheit daraus besondere Lasten entstehen würden oder in denen es zur Abwehr
einer drohenden Gefahr für den Bestand oder die freiheitliche demokratische Grundordnung
des Bundes oder eines Landes, zur Bekämpfung von Seuchengefahr, Naturkatastrophen oder
besonders schweren Unglücksfällen, zum Schutze der Jugend vor Verwahrlosung oder um
strafbaren Handlungen vorzubeugen, erforderlich ist.

Art 12 ______________________

(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu
wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt
werden.
(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer
herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.
(3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.

Art 13 _____________________

(1) Die Wohnung ist unverletzlich.


(2) Durchsuchungen dürfen nur durch den Richter, bei Gefahr im Verzuge auch durch die in
den Gesetzen vorgesehenen anderen Organe angeordnet und nur in der dort vorgeschriebenen
Form durchgeführt werden.
(3) Begründen bestimmte Tatsachen den Verdacht, daß jemand eine durch Gesetz einzeln
bestimmte besonders schwere Straftat begangen hat, so dürfen zur Verfolgung der Tat auf
Grund richterlicher Anordnung technische Mittel zur akustischen Überwachung von
Wohnungen, in denen der Beschuldigte sich vermutlich aufhält, eingesetzt werden, wenn die
Erforschung des Sachverhalts auf andere Weise unverhältnismäßig erschwert oder
aussichtslos wäre. Die Maßnahme ist zu befristen. Die Anordnung erfolgt durch einen mit drei
Richtern besetzten Spruchkörper. Bei Gefahr im Verzuge kann sie auch durch einen einzelnen
Richter getroffen werden.
(4) Zur Abwehr dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit, insbesondere einer
gemeinen Gefahr oder einer Lebensgefahr, dürfen technische Mittel zur Überwachung von
Wohnungen nur auf Grund richterlicher Anordnung eingesetzt werden. Bei Gefahr im
Verzuge kann die Maßnahme auch durch eine andere gesetzlich bestimmte Stelle angeordnet
werden; eine richterliche Entscheidung ist unverzüglich nachzuholen.
(5) Sind technische Mittel ausschließlich zum Schutze der bei einem Einsatz in Wohnungen
tätigen Personen vorgesehen, kann die Maßnahme durch eine gesetzlich bestimmte Stelle
angeordnet werden. Eine anderweitige Verwertung der hierbei erlangten Erkenntnisse ist nur
zum Zwecke der Strafverfolgung oder der Gefahrenabwehr und nur zulässig, wenn zuvor die
Rechtmäßigkeit der Maßnahme richterlich festgestellt ist; bei Gefahr im Verzuge ist die
richterliche Entscheidung unverzüglich nachzuholen.
(6) Die Bundesregierung unterrichtet den Bundestag jährlich über den nach Absatz 3 sowie
über den im Zuständigkeitsbereich des Bundes nach Absatz 4 und, soweit richterlich
überprüfungsbedürftig, nach Absatz 5 erfolgten Einsatz technischer Mittel. Ein vom
Bundestag gewähltes Gremium übt auf der Grundlage dieses Berichts die parlamentarische
Kontrolle aus. Die Länder gewährleisten eine gleichwertige parlamentarische Kontrolle.
(7) Eingriffe und Beschränkungen dürfen im übrigen nur zur Abwehr einer gemeinen Gefahr
oder einer Lebensgefahr für einzelne Personen, auf Grund eines Gesetzes auch zur Verhütung
dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere zur Behebung
der Raumnot, zur Bekämpfung von Seuchengefahr oder zum Schutze gefährdeter
Jugendlicher vorgenommen werden.

Art 14 ___________________________

(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch
die Gesetze bestimmt.
(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz
oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die
Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der
Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der
Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

Art 16a _________________________

(1) Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.


(2) Auf Absatz 1 kann sich nicht berufen, wer aus einem Mitgliedstaat der Europäischen
Gemeinschaften oder aus einem anderen Drittstaat einreist, in dem die Anwendung des
Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und der Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten sichergestellt ist. Die Staaten außerhalb der
Europäischen Gemeinschaften, auf die die Voraussetzungen des Satzes 1 zutreffen, werden
durch Gesetz, das der Zustimmung des Bundesrates bedarf, bestimmt. In den Fällen des
Satzes 1 können aufenthaltsbeendende Maßnahmen unabhängig von einem hiergegen
eingelegten Rechtsbehelf vollzogen werden.
(3) Durch Gesetz, das der Zustimmung des Bundesrates bedarf, können Staaten bestimmt
werden, bei denen auf Grund der Rechtslage, der Rechtsanwendung und der allgemeinen
politischen Verhältnisse gewährleistet erscheint, daß dort weder politische Verfolgung noch
unmenschliche oder erniedrigende Bestrafung oder Behandlung stattfindet. Es wird vermutet,
daß ein Ausländer aus einem solchen Staat nicht verfolgt wird, solange er nicht Tatsachen
vorträgt, die die Annahme begründen, daß er entgegen dieser Vermutung politisch verfolgt
wird.
(4) Die Vollziehung aufenthaltsbeendender Maßnahmen wird in den Fällen des Absatzes 3
und in anderen Fällen, die offensichtlich unbegründet sind oder als offensichtlich unbegründet
gelten, durch das Gericht nur ausgesetzt, wenn ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der
Maßnahme bestehen; der Prüfungsumfang kann eingeschränkt werden und verspätetes
Vorbringen unberücksichtigt bleiben. Das Nähere ist durch Gesetz zu bestimmen.
(5) Die Absätze 1 bis 4 stehen völkerrechtlichen Verträgen von Mitgliedstaaten der
Europäischen Gemeinschaften untereinander und mit dritten Staaten nicht entgegen, die unter
Beachtung der Verpflichtungen aus dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge
und der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten, deren
Anwendung in den Vertragsstaaten sichergestellt sein muß, Zuständigkeitsregelungen für die
Prüfung von Asylbegehren einschließlich der gegenseitigen Anerkennung von
Asylentscheidungen treffen.
Öffentliches Recht/Staatsrecht
Textverständnis Grundrechtsbezeichnungen

Aufgabe
Überlegen Sie in den nachfolgenden kurzen Fällen, welche Grundrechte hier betroffen sein könnten!

Fall 1

Die Bundesregierung ist besorgt über den großen Süßwarenkonsum. Durch den in solchen Artikeln
enthaltenen Zucker werden langfristig zahlreiche Krankheiten mitverursacht, wie z.B. Diabetes.
Daher bringt sie in den Bundestag ein Gesetz ein, dass die Werbung für Süßwaren und zuckerhaltige
Getränke verbietet. Süßwarenproduzent S ist empört. Welche Grundrechte sind auf seiner Seite
betroffen?

Fall 2

Vor dem Hintergrund des Irakkrieges beschließen 2003 zahlreiche Studenten vor der US-Botschaft in
Berlin zu demonstrieren. Die Polizei befürchtet Ausschreitungen und verbietet daher die
Demonstration. Welche Grundrechte sind auf Seiten der Demonstranten betroffen?

Fall 3

Polizeikontrollen werden oft dadurch erschwert, dass die Tatverdächtigen mit sich geführte Drogen
und Betäubungsmittel kurz vor der Kontrolle verschlucken. Das Polzeigesetz Baden-Württemberg
enthält eine Regelung, aufgrund derer Verdächtigen in entsprechenden Fällen ein Mittel verabreicht
werden kann, um ein Erbrechen zu erzwingen. Dadurch sollen auch verschluckte Drogen wieder aus
dem Körper befördert werden können.

Fall 4

Um Terrorismusbekämpfung zu erleichtern, werden beim Kauf einer SIM-Karte zum Handybetrieb


die persönlichen Daten eines Käufers aufgrund einer gesetzlichen Regelung erfasst und gespeichert.
Kunde K ist darüber empört. Welche Grundrechte sind aus seiner Sicht betroffen?
Fall 5

Im Apothekengesetz ist eine Regelung enthalten, durch welche die Zahl von Apotheken in einer Stadt
oder einem Landkreis beschränkt wird. Dadurch soll verhindert werden, dass es zu viele Apotheke
gibt und diese dann Medikamente zu freigiebig verkaufen, weil sie in Konkurrenz zueinander stehen.
Die Apotheker wehren sich gegen diese Regelung, da sie einen erheblichen Eingriff in ihre Lebens-
und Berufsplanung bedeutet. Welche Grundrechte sind hier aus Sicht der Apotheker betroffen?

Fall 6

In Deutschland beginnt sich die sog. Schweinepest auszubreiten. Diese stellt eine Infektionskrankheit
dar, welche nur Tiere befallen kann. Ist aber eine Herde oder ein Betrieb von der Krankheit betroffen,
verbreitet sich das Virus so schnell, dass es nicht mehr effektiv zu bekämpfen ist. Die Landesregierung
von Bayern ordnet daher an, dass alle Schweine in sämtlichen Betrieben in Südbayern, wo es einige
Verdachtsfälle der Schweinegrippe gibt, sofort zu töten sind. Dadurch soll eine Ausbreitung des Virus
auf Nordbayern verhindert werden. Bauer B ist empört, da dies seine wirtschaftliche Existenz
bedroht. Welche Grundrechte sind aus seiner Sicht betroffen?

Fall 7

Verlag K möchte eine Werbeanzeige der Firma Benetton abdrucken, in der eine Person zu sehen ist
mit einem Benetton-Pullover, die laut Beschreibung in der Anzeige HIV-positiv ist. Hierdurch soll auf
die Krankheit aufmerksam gemacht werden, zugleich aber auch der Absatz der Marke gesteigert
werden. Als die Verbraucherzentrale V hiervon Wind bekommt, klagt sie vor dem zuständigen
Landgericht, da sie das Verhalten als wettbewerbswidrig ansieht und einen Verstoß gegen das Gesetz
gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) vorträgt. Das Gericht folgt der Argumentation der V und
sieht hier ebenfalls einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht, da die Firma nach Ansicht des
Gerichts die Krankheit für Werbezwecke missbraucht. Welche Grundrechte sind hier aus Sicht von
Verlag K betroffen?
Völkerrecht/Internationale Organisationen
Rechtsterminologie

Aufgabe
Internationale Organisationen werden in der deutschen Sprache/Rechtssprache in manchen Fällen
deutsch und in anderen Fällen englisch abgekürzt. Zum Teil werden auch beide Abkürzungen
verwendet.

Bestimmten Sie in der nachfolgend genannten Auflistung, welche Organisation wie abgekürzt wird!

Vereinte Nationen NATO

Welthandelsorganisation WHO

Weltgesundheitsorganisation IRK

Europäische Union ICTR

Afrikanische Union EU

Internationales Rotes Kreuz WTO

Organisation für Sicherheit und ISGH


Zusammenarbeit in Europa
Verband Südostasiatischer EWR
Organisationen
Internationaler Gerichtshof ICTY

Internationaler Seegerichtshof OSZE

Internationaler Strafgerichtshof ASEAN

Tribunal für das ehemalige Jugoslawien IGH

Ruanda-Tribunal UN/VN

Europäischer Wirtschaftsraum AU

Nordatlantikpakt IStGH
Juristische Debatte - Ausdrucksvermögen
Aufgabe
Versuchen Sie aus den nachfolgend genannten Argumentationsmustern ganze, sinnvolle
Sätze mit ezug zu der Debatte um den Brexit zu bilden.
Stellen Sie dabei inhaltlich Bezugspunkte zu den aufgeführten thematischen Aspekten her:

 Freier Warenverkehr

 Personenfreizügigkeit/Einwanderung/Schengen

 Flüchtlinge

 Souveränität

 Demokratie

 Solidarität

 Wirtschaft

1.) Einerseits…

andererseits…

2.) Auf der einen Seite…

auf der anderen Seite…

3.) Es ist ferner zu berücksichtigen, dass…


4.) Es darf auch nicht vergessen werden, dass….

5.) In Bezug auf …………………………………….. möchte ich hinzufügen, dass….

6.) Mir erscheint das Argument wichtig, dass….

7.) Ich möchte im Übrigen darauf verweisen, dass….