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Marihuana

Marihuana (umgangssprachlich auch Gras, Weed, Pot, Ganja) sind die getrockneten,
harzhaltigen Blüten und die blütennahen, kleinen Blätter der
weiblichen Hanfpflanze (Cannabis)
Marihuana muss von Haschisch unterschieden werden. Haschisch ist zwar ebenfalls
ein Cannabisprodukt, besteht jedoch meist aus dem gepressten Harz der
weiterverarbeiteten Pflanzenteile.

Cannabis

Szennamen: Bon, Bendsch, Bhang, Brown, Dope, Gage, Ganja, Gras, Grass, Hasch,
Haschisch, Kiff, Kraut, Grünes, Gunjah, Maconha, Marihuana, Marijuana, Mary
Warner, Muggles, Piece, Pot, Riefer, Shit, Skunk, Stoff, Tea, Weed, Wood und dem
Herkunfsland entsprechende Bezeichnungen mit Farbe: schwarzer Afghane, roter
Libanese etc.
Cannabis wird aus der Hanf-Pflanze (Cannabis indica o. Cannabis sativa) hergestellt.
Die getrockneten Blütenblätter, Stängel und Blätter der Pflanze bezeichnet man als
Marihuana. Das getrocknete Harz aus den Drüsenhaaren der Pflanze wird als
Haschisch bezeichnet und ist in der Regel fünf Mal wirksamer als Marihuana.

Synthetisches Marihuana besteht aus getrockneten Kräutern, die mit einem


chemischen Stoff besprüht werden. Dieser Stoff enthält im Labor hergestellte
Cannabinoide, die die psychoaktive Wirkung von herkömmlichem „Weed“ imitieren.
Dieses künstlich hergestellte Gras wird entweder in fester Form als Grasgemisch oder
als Öl verkauft und gehört zu den sogenannten „neuen psychoaktiven Substanzen“,
auch Designerdrogen genannt.
Cannabis - Substanz und Wirkung

Ob als Fischernetz oder als Grundstoff für die Kleidung, Cannabispflanzen sind
vielseitig verwendbar. Als Droge galt das "Kraut“ lange Zeit als Rauschmittel für die
Armen. Wer reich genug war, rauchte lieber Tabak.

Mittlerweile ist Cannabis jedoch die in Deutschland am häufigsten konsumierte und


gehandelte illegale Droge. Sowohl die getrockneten und zerkleinerten Pflanzenteile
(Marihuana) als auch das aus den Blüten gewonnene Harz (Haschisch) der Pflanze
Cannabis sativa (Gewöhnlicher Hanf) enthalten etwa 70 verschiedene psychoaktive
Inhaltsstoffe. Der Hauptwirkstoff ist das Tetrahydrocannabinol (THC). Die
Wirkungsweise der Cannabis-Produkte kann deshalb unterschiedlich sein und ist
abhängig von

der Konsumform (geraucht, gegessen oder getrunken),


dem Konsumgerät (Joint, Pfeife),
der Dosis beziehungsweise dem THC-Gehalt,
der Umgebung,
dem Konsumenten und dessen Erwartungen.
Cannabis-Konsumenten berichten meist beruhigende, entspannende und
stimmungshebende Effekte. Außerdem kann der Cannabis-Konsum zu einer leichten
Benommenheit führen und das Denken, das Erleben und die Wahrnehmung
verändern. Manche Menschen erleben jedoch Angst- und Panikzustände bis hin zu
Psychose nahen Zuständen mit Verfolgungsideen. Zusätzlich kann es zu einer
Beeinträchtigung von Konzentration, Gedächtnis und Reaktionszeit kommen.

Langfristiger, regelmäßiger Cannabis-Konsum kann zur Abhängigkeit führen und


körperliche und seelische Schäden nach sich ziehen.

Für manche bedeutet Kiffen einfach nur Entspannung. Für andere ist Cannabis-
Konsum ein Einstieg in die Drogenszene.
Wie schnell zeigt Kiffen Wirkung?
Wie schnell die Wirkung von Cannabis eintrifft, hängt von der Dosis, der
Aufnahmeart und der Toleranz des Konsumenten ab. Geraucht wirkt Cannabis
schnell: Nach wenigen Minuten beginnt der Rausch. Bei der oralen Einnahme kann
es bis zu zwei Stunden dauern.
Beim Rauchen oder Inhalieren geht das Tetrahydrocannabinol, kurz THC, das für
die berauschende Wirkung verantwortlich ist, direkt ins Blut über. Deswegen ist der
Joint auch die schnellste Methode, um high zu werden. Schon nach wenigen Minuten
ist die Wirkung zu spüren.
Geht alles gut, können Sie sich entspannter und glücklicher fühlen. Bei
Schmerzpatienten sollte eine schmerzlindernde Wirkung eintreten. Es ist aber auch
möglich, dass die Wirkung zu stark ist und Sie sich stattdessen benommen fühlen,
sich nicht mehr verständlich unterhalten können, Ihre Gedanken unaufhörlich
kreisen oder Ihnen einfach nur schlecht ist.
Wie lange hält die Wirkung vom Kiffen an?
• Als Joint geraucht beginnt die Wirkung nach wenigen Minuten und endet
spätestens nach zwei bis drei Stunden. Als Hasch-Brownie oder Hanf-Keks
konsumiert, tritt die Wirkung langsamer ein. Der Rausch kann mit zweistündiger
Verspätung wirken und bis zu fünf Stunden anhalten.
Wie lange ist Cannabis im Urin oder Blut nachweisbar?
THC ist im Urin noch Tage oder Wochen nach dem Konsum der Droge
nachweisbar. Eine Gefahr für kiffende Autofahrer, auch wenn der Rausch schon
lange verflogen ist. Denn bei einer Kontrolle wird nicht der Rausch, sondern der
THC-Gehalt als Bemessungsgrundlage herangezogen.
Bei einem einmaligen Konsum lässt sich THC noch drei bis sechs Tage nach dem
Kiffen nachweisen. Bei regelmäßigem Konsum kann der Wirkstoff THC sogar noch
bis zu zwei Monaten im Urin nachgewiesen werden.

Das Suchtpotenzial von Cannabis wurde bisher unterschätzt, da man vor allem auf
körperliche Entzugserscheinungen geachtet hat. Diese treten bei Cannabis
Konsumenten höchstens in sehr milder Form auf, zum Beispiel Schlafstörungen oder
Unruhe. Studien zeigen aber, dass fünf bis zehn Prozent der Cannabis Konsumenten
die Kriterien der Abhängigkeit erfüllen, wenn man auch die psychischen Symptome
berücksichtigt. Allerdings sind sie seltener abhängig als etwa Nikotin, Heroin oder
Kokain Konsumenten.

Der Cannabisrausch dauert 3-5 Stunden und zeichnet sich aus durch:

• Psychische Wirkung: euphorische („high“, „breit“), aber auch unerklärlich


depressive Grundstimmung, Entspannung und psychomotorische Verlangsamung,
Konzentrationsstörungen, Hin- und Herspringen der Gedanken und Ideen
(Ideenflucht) und gesteigerter Appetit
• Körperliche Beschwerden: Mundtrockenheit,
Bindehautrötung, Tachykardie (schnelle Herzrhythmusstörungen) Störungen der
Feinmotorik und Bronchitis
• Bei längerem regelmäßigem Konsum kann es (etwa zehn Stunden nach dem
letzten Konsum) zu Cannabisentzug mit milden Entzugserscheinungen kommen
wie Reizbarkeit, innere Unruhe, Schlafstörungen und Angstzustände.
Akute Nebenwirkungen
Zu den bekannten psychischen Nebenwirkungen zählen Sedierung, Euphorie ("High"),
Missstimmung, Angst zu sterben, Gefühl des Kontrollverlustes, Einschränkung der
Gedächtnisleistung, veränderte Zeitwahrnehmung, Depression, Halluzinationen. Bei
starken psychischen Nebenwirkungen sollte der Betroffene an einen ruhigen Ort
gebracht und verbal beruhigt werden. Die Denkleistung und die psychomotorische
Leistungsfähigkeit ist vermindert. Eine diskrete Verminderung der psychomotorischen
Leistung kann bis zu 24 Stunden nach THC-Gabe beobachtet werden.

Akute häufige physische Nebenwirkungen sind trockener Mund, Bewegungsstörung,


Muskelschwäche, verwaschene Sprache, Steigerung der Herzfrequenz,
Blutdruckabfall im Stehen, eventuell mit Schwindelgefühl. Bei Schwindelgefühl sollte
sich der Betroffene hinlegen. Im Liegen wird eher ein leicht erhöhter Blutdruck
gemessen. Seltene Nebenwirkungen sind Übelkeit und Kopfschmerzen.

Alle akuten Nebenwirkungen sind dosisabhängig und verschwinden ohne spezifische


Therapie im allgemeinen innerhalb von Stunden bis zu 1-3 Tagen.

Positiv erlebte Wirkungen


Charakteristisch ist ein breites Wirkungsspektrum. Die Wirkung von Cannabis ist
abhängig von:

• der Konsumform (rauchen, essen)


• dem Konsumgerät (Joint, Pfeife)
• der aufgenommen Dosis bzw. dem THC-Gehalt
• der Umgebung (Setting)
• der Person und ihren Erwartungen (Set)

Charakteristisch für die Wirkung von Cannabis ist das breite Spektrum psychischer
Effekte. Die Wirkung hängt jeweils von einer Reihe Faktoren ab. Sowohl die Dosis und
die Konsumform (rauchen, essen) als auch der Kontext des Konsums sowie die
Persönlichkeit des Konsumenten und seine Erwartungen können die Wirkung
beeinflussen.
Die subjektiv als positiv erlebten Wirkungen lassen sich folgendermaßen beschreiben:

• Fühlen - Häufig ist der Rausch von euphorischen Gefühlen gekennzeichnet ("high")
bei gleichzeitiger emotionaler Gelassenheit.
• Denken - Übliche Denkmuster treten in den Hintergrund. Neuartige Ideen und
Einsichten, verbunden mit starken Gedankensprüngen, prägen das Denken unter
Cannabiseinfluss.
• Gedächtnis - Das Kurzzeitgedächtnis wird gestört. Was vor 5 Minuten geschehen
ist, gerät bereits in Vergessenheit. In Gemeinschaft Gleichgesinnter wird dies oft
als amüsant erlebt.
• Wahrnehmung - Subjektiv wird die Wahrnehmung intensiviert, sonst
Nebensächliches wird deutlicher wahrgenommen. Wegen der Störung des
Kurzzeitgedächtnisses scheint die Zeit langsamer zu verstreichen.
• Kommunikation - Das Gemeinschaftserleben unter Freunden wird intensiviert, oft
verbunden mit Albernheit. Konsumenten haben das Gefühl, sich besser in den
anderen versetzen zu können.
• Körpererleben - Einerseits schlägt das Herz schneller, andererseits erleben
Konsumenten eine wohlige Entspannung. Ein Gefühl der Leichtigkeit bei
gleichzeitig verlangsamten Bewegungen macht sich breit.

Akute Risiken
Die unmittelbaren Risiken des Konsums von Cannabis sind in erster Linie psychischer
Natur. Problematisch ist die partielle Unvorhersehbarkeit der Wirkung. Besonders
Konsumenten, die mit der Wirkung von Cannabis noch nicht vertraut sind, sind davon
betroffen. Aber auch bei erfahrenen Konsumenten und hoher Dosierung können sich
unangenehme Wirkungen einstellen:

• Fühlen - Statt Euphorie entstehen Angst und Panikgefühle. Psychotische


Symptome wie Verwirrtheit und Verfolgungsideen ("Paranoia") sind möglich
("Horrortrip").
• Denken - Aus Gedankensprüngen wird ein uferloses Durcheinander im Kopf.
Konsumenten können keinen klaren Gedanken fassen ("Peilung verlieren") oder
steigern sich in fixe Ideen.
• Gedächtnis - Durch das gestörte Kurzzeitgedächtnis kommt es zu
Erinnerungslücken und "Filmrissen".
• Wahrnehmung - Konsumenten neigen zu Überempfindlichkeit bis hin zu
Halluzinationen.
• Kommunikation - Statt gemeinsamen Erlebens fühlen sich Konsumenten in "ihrem
eigenen Film gefangen", nehmen ihre Umwelt nur eingeschränkt wahr. Sie erleben
sich als ausgegrenzt, können sich nicht mehr mitteilen.
• Körpererleben - Herzrasen, Übelkeit und Schwindel können sich einstellen. Ein
Kreislaufkollaps ist möglich.

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