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AEDL

Essen und Trinken


Man unterstützt die Bewohner/ Klienten/ Pa enten bei ihren
individuellen Bedürfnissen und Gewohnheiten in Bezug auf
Essen und Trinken. Beim Essen beachtet man die Menge der
Nahrungsaufnahme, den Appe t und das Geschmacksempfinden
des pflegebedür igen Menschen, sowie die Art der
Nahrungszubereitung (passierte Kost), Diäten, Sondenkost,
parenterale Ernährung).
Beim Trinken beachtet man, wie Flüssigkeiten aufgenommen
werden und wie groß die Trinkmenge ist, die der pflegebedür ige
Mensch zu sich nimmt. Auch die Zähne spielen in diesem
Zusammenhang eine Rolle (Zahnstatus, Situa on des
Zahnfleisches, Zustand der Zahnprothesen). Das Kauen und
Schlucken (Lippenschluß, Speichelfluß, Mundboden -, Zungen-,
Wangenmuskulatur, Gaumensegel, Zäpfchen) und die Koordina on
von Kauen und Schlucken sind zu ebenso berücksich gen wie die
Verträglichkeit von Speisen und Getränken (Übelkeit, Erbrechen).
Essen und Trinken
• „Der Mensch ist, was er isst“

• „Essen und Trinken hält Leib und Seele

zusammen“
Bedeutung von essen und trinken
• Lust

• Mit allen Sinnen genießen,

• sehen, riechen, schmecken zu können

• Sorge für andere

• Geselligkeit

• Gemütlichkeit

• Kommunika on

• Zuwendung

• Rituale
Ziele einer Ernährungstherapie
• Ausreichende Energie und Flüssigkeitsversorgung

• Ausreichende Nährstoffversorgung

• Unterstützung des Heilungsverlaufs

• Lebensverlängerung

• Verbesserung und Erhalt von Körperfunk onen

• Diese Faktoren verlieren in der Sterbephase ihre

• Bedeutung!!!
Was Ihnen nicht passieren sollte
• Einflößen von Nahrung gegen den Willen des Pflegebedür igen

• Missachtung der bekannten Vorlieben •

• Verwendung des Wortes "Fü ern"

• durch starre Essenszeiten in feste Tagesabläufe zwingen

• Verabreichung des Essens auf dem Nachtstuhl

• Vorenthaltung der Zahnprothese

• Verabreichung von passierter Kost („…geht doch schneller und

schmeckt genauso, oder!?“)


Mögliche „Symptome“ durch die Dehydrierung

• Mundtrockenheit und Durst


• Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen
• Apathie, kogni ve Störungen, geringeres
• Schmerzempfinden
• Erschlaffen der Haut, trockene Haut, weniger Ödeme
• Abfall von Venendruck und Blutdruck,
• Durchblutungsstörungen, erhöhtes Dekubitusrisiko
• Reduk on von Übelkeit, Erbrechen, gastrointes naler
Flüssigkeitsbildung
• (Quelle: Heilberufe spezial: Pallia ve Care, 2009)
Mögliche „Symptome“ durch die Dehydrierung
• Weniger Atemnot, Husten und Ers ckungsgefühl,
• jedoch zäher Schleim
• Verminderte Ödemneigung, Reduk on von
• Aszites und Pleuraergüssen
• Veränderte Elektrolytzusammensetzung verbunden mit
natürlicher Anästhesie und Entspannung, aber auch
eventuellem Au reten von Muskelkrämpfen
• Endorphinproduk on mit geringerer Schmerzempfindung
(Quelle: Heilberufe spezial: Pallia ve Care, 2009)
Tipps zur Anregung der Speichelproduk on
• Gefrorene Fruchtstücke, die zum Lutschen gereicht oder in
einem Obstsauger in den Mund gelegt werden (z.B. Ananas,
Orangen, Zitronen)
• Gefrorene Getränke (kleine Eiswürfel mit Sa , Cola, Bier, Sekt
etc.)
• Fruchtbonbons (Zitrusgeschmack) oder Kaugummi (Minze)
• Rote Tees als Mundpflegelösung (werden nicht immer
vertragen aufgrund der Säure)
• Aromalampen mit Zitrusdü en
• Massage der Ohr
• oder Unterzungenspeicheldrüsen
Zur Mundbefeuchtung eignen sich:
• Wasser, Tee, Kaffee, Sekt (Fruchtsä e und Milch sind eher
ungeeignet)
• Bu erflocken, Sahne, Olivenöl
• Mundpflegelösungen (z.B. Panthenollösung)
• Wässrige Lösungen in einen Zerstäuber gefüllt und in den
• Mund gesprüht
• Regelmäßige Lippenpflege z.B. mit Panthenolsalbe
• Künstlicher Speichel (geschmacklich schwierig?)

Achtung: Lemons cks sind für die Behandlung von


Mundtrockenheit nicht geeignet, da sie die Schleimhaut eher
austrocken!!!
Häufige Ursachen für Nahrungsverweigerung
• Chronische Schmerzen
• Hoch dosierte Psychopharmaka
• Angst
• Depression
• Missempfindungen in der Mundhöhle, Soor, schlecht sitzende
• Prothese, Druckstellen
• Schluckstörungen
• Essen schmeckt nicht
• Art der Nahrungszufuhr wird abgelehnt
• Weit fortgeschri ener Rückzug
• Im Vorfeld des Sterbens
Essen und Trinken in der Sterbephase
Was tun bei Übelkeit?
• Essen zum rich gen Zeitpunkt
• Bewohner immer selbst entscheiden lassen
• Wunschkost
• Starke Essensgerüche vermeiden
• Rahmenbedingungen posi v gestalten
• Essen in Gemeinscha ermöglichen
• das Essen in sehr kleinen Por onen servieren
• vor bzw. zu den Mahlzeiten nur wenig trinken
• keine Speisen im Zimmer stehen lassen
• appe tlich angerichtet
Essen und Trinken in der Sterbephase
Wie können wir den Menschen unterstützen?
• Beachtung der Lebensmi elhygiene
• Menge, Speisenpräsenta on, Atmosphäre
• Flexible Essenszeiten (schnelle Verfügbarkeit)
• Beläge im Mund lassen sich evtl. mit Bu er, Sahne oder Olivenöl
lösen
• Intensive Beratung von Bewohner und Angehörigen
• Auf verändertes Geschmackvermögen eingehen
• nicht zu scharf, nicht zu fe g
• keine bi eren Lebensmi el
• Ist eine Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich, dem
Bewohner auf andere Weise Zuwendung geben
Essen und Trinken in der Sterbephase
Welche Lebensmi el und Speisen sind geeignet:
• Geeignet ist das, worauf der Bewohner Appe t hat (egal ob
Spiegelei oder Currywurst)
• Eis
• Kleine Eiswürfel mit Lieblingsgetränken (z.B. eingefroren in der
Form von Milka lila Herzen)
• Kleine Por onen über den Tag verteilt anbieten
• Suppen, Süßspeisen (Vanillepudding)
• Passende Konsistenz anbieten
• Geeignete Hilfsmi el anbieten (z.B. Strohhalme,
Obstsauger)
Umgebungsgestaltung
• Frische Blumen
• Kerzenlicht
• Dezente Musik
• Angehörige zum Mitessen anregen
• Du lampen einsetzen
• Besuch von Tieren
• Begleitung organisieren
• Reduzierte Raumpflege durch die Pflege
Rituale weiterleben
• Tischgebet sprechen
• Gemeinsames Singen
• Gemeinsame Mahlzeiten
• „5 Uhr Tee“ trinken
• Musik zum „Frühstück“
• Etwas Vorlesen
• Anstoßen, zuprosten
Basale S mula on
• Kaffeedu auf dem Wohnbereich
• Waffeldu auf dem Flur
• Du lampe einsetzen
• Starke Essensgerüche eher vermeiden
• Smoothfood anbieten (Schaum, Air)
• Mundpflege mit Lieblingsgetränken
• Frischer Brötchendu morgens
• Kräutertees (Salbei, Minze, Kamille)
• Fingerfood anbieten
• Ansprechende Speisenpräsenta on („das Auge isst
• mit“)
Was vom Essen übrig bleibt…

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