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OP-Pflege Prüfungswissen

Margret Liehn
Traute Sauer
Brigitte Lengersdorf

OP-Pflege
Prüfungswissen
Fragen und Antworten rund um den OP

2., aktualisierte Auflage

Mit 86 Abbildungen

123
Margret Liehn
Rellingen, Deutschland

Traute Sauer
UKSH Akademie, Kiel, Deutschland

Brigitte Lengersdorf
Hamburg, Deutschland

ISBN 978-3-662-49812-5 978-3-662-49813-2 (eBook)


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2

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Die eingetragene Gesellschaft ist Springer-Verlag GmbH Berlin Heidelberg
V

Vorwort

Lebenslanges Lernen ist nicht nur ein bildungspolitischer An-


spruch, sondern es ist auch nötig, um im Beruf der Krankenpflege
im Operationsdienst mit den Entwicklungen der Chirurgie und
der innovativen Technik Schritt halten zu können.

Aus diesem Grund haben wir das OP-Handbuch gerade aktuali-


siert und die bariatrische wie auch die plastische Chirurgie hinzu-
gefügt; einige Kapitel wurden neu verfasst, etwa zur Augenheil-
kunde oder zur Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie.

Dieses Buch mit Fragen (und Antworten) basiert auf den Inhalten
des OP-Handbuches. Rund um die verschiedenen operativen Dis-
ziplinen, vom Basiswissen ausgehend bis zu spezifischem Fach-
wissen, wurden Fragen erstellt, um allen Mitarbeitern im OP, aber
vor allem denen in der Fachweiterbildung und in der Ausbildung
zur OTA die Möglichkeit zu geben, ihr Wissen zu überprüfen, sich
auf die Prüfungen vorzubereiten oder das Wissen zu aktualisieren.

Wir haben die Fragen so formuliert, dass sie verständlich sind,


jedoch nur beantwortet werden können, wenn die Inhalte verstan-
den und verinnerlicht wurden.

In Zweifelsfällen können die entsprechenden Seiten im analog auf-


gebauten OP-Handbuch schnell gefunden werden, um das erfragte
Thema nachzulesen und dann die Fragen zu beantworten.

In der 2. Auflage dieses Buches mit Prüfungsfragen und Antwor-


ten konnten wir die Fehler ausmerzen, die sich in die 1. Auflage
»eingeschlichen« hatten, damit Irritationen bei der Benutzung
dieses Buches nicht mehr vorkommen.

Wir danken Frau Ulrike Niesel und Frau Sarah Busch vom Springer-
Verlag, die dieses Projekt begleitet und unterstützt haben, und in
besonderem Maße unserer Lektorin Frau Michaela Mallwitz für ihr
beharrliches Nachfragen und die sorgfältige Überprüfung unserer
Arbeit.
VI Vorwort

Wir hoffen, dass das Buch Sie als Ergänzung zu anderen Lehr-
büchern unterstützt und Sie so mit Freude und Erfolg Ihr Wissen
vertiefen können, um unseren Beruf weiterhin engagiert ausüben
zu können.

Margret Liehn
Traute Sauer
Brigitte Lengersdorf
Hamburg, im Sommer 2016
VII

1 Wegweiser durch dieses Buch

Nach der entsprechenden Vorbereitung im OP-Handbuch können Sie


im Folgenden Ihr Wissen überprüfen. Dafür stehen Ihnen unterschied-
liche Fragetypen zur Verfügung, die hier kurz vorgestellt werden.

Ist die Aussage richtig?


Kreuzen Sie nur die korrekte Antwort an und lassen Sie sich nicht von
falschen Aussagen verwirren!

Ist die Aussage falsch?


Manchmal klingt die falsche Aussage logisch, aber lassen Sie sich da-
von nicht vom Gelernten abbringen.
Diese Fragen sind im Stil von Multiple-choice-Fragen mit unter-
schiedlich vielen Antworten gestellt.
Beispiel:

1.1 Eine der folgenden Aussagen zur Patientenlagerung


ist falsch – welche?

o a. Starker Druck und massive Dehnung aller Nerven und Gefäße


sind zu vermeiden; zu starke Flexion oder Beugung führen zu
Schädigungen.
o b. Übertriebene Rotation oder Abduktion z. B. des Arms führt
zu Dehnungen des Plexus brachialis.
o c. Befestigungen und Gurte müssen fest angezogen werden,
um ein Verrutschen des Patienten zu verhindern.
o d. Zu harte oder falsch platzierte Rollen führen zu Kompressionen.
o e. Alle Gelenke werden leicht abgewinkelt gelagert.
o f. Niemand darf sich auf einem Patienten abstützen.
o g. Bei intraoperativen Lagerungsveränderungen muss die
korrekte Lagerung des Patienten kontrolliert werden.
VIII Wegweiser durch dieses Buch

Beschriften von Abbildungen


Anhand einer Abbildung werden Informationen, z. B. zur Anatomie,
erfragt.
Beispiel:

1.2 Bitte beschriften Sie . Abb. 1.1 mit den vorgegebenen


Begriffen.

. Abb. 1.1 Ventralansicht der rechten Niere. Das Nierenbecken befindet sich
hinter dem Gefäßstiel und ist somit operativ gut zugänglich

(Auswahl: A. renalis, Facies anterior, Margo lateralis, Margo lateralis,


Margo medialis, Nierenhilus, oberer Pol, unterer Pol, Ureter, V. renalis)

Lückentext auffüllen
Entscheiden Sie, mit welchen Worten die Lücken aufgefüllt werden.
Können Sie in freien Texten erkennen, welche Worte fehlen? Manch-
mal sind Wörter vorgegeben, manchmal müssen Sie sie aus dem Zu-
sammenhang finden können. Dazu muss das Thema verstanden sein,
sonst ist die Zuordnung nicht möglich.
IX

Beispiel:

1.3 Bitte fügen Sie die fehlenden Begriffe ein.

(Auswahl: ableitenden Tränenwegen, Ernährung, gefäßlosen, klare


Hornhaut, ölige, optischen Apparates, Schutz, Tränendrüse, Tränen-
films, Umschlagfalten, weißlichen Lederhaut)
Dem Augapfel (Bulbus oculi), dem eigentlichen Sehorgan, sind zum
Schutz die Lider mit und
vorgelagert. Der Augapfel selbst besteht außen aus einer derben
faserigen Hülle, der undurchsichtigen , die
nach vorn hin in die übergeht, die wegen
ihrer hohen Brechkraft den wesentlichen Teil des zusammengesetzten
des Auges bildet.
Die Hornhaut geht an ihrem Rand (Limbus) in die Bindehaut (Kon-
junktiva) über. Dank den Taschen, den sog. ,
die sich unter Unter- und Oberlid befinden, wird die Beweglich-
keit  des Auges nicht einschränkt. Die Hornhaut bietet einerseits
tiefergelegenen bindegewebigen Strukturen der Augenhöhle
, ist aber insbesondere für die schleimige
(Becherzellen) und wässrige (akzessorische Tränendrüsen) Schicht
des verantwortlich, der durch die
Schicht (Meibom-Drüsen) aus den
Lidrändern vervollständigt wird. Der Tränenfilm ist verantwortlich
für die Befeuchtung und der
Hornhaut, die ohne ihn sofort ihre Transparenz einbüßen würde.
X Wegweiser durch dieses Buch

Fakten zuordnen und Zusammenhänge erklären


Können Sie Fakten zuordnen und Zusammenhänge erklären?
Beispiel:

1.4 Bringen Sie die folgenden Begriffe des Risikomanage-


ments in eine logische Reihenfolge und ordnen Sie die
nachstehenden Erklärungen den Begriffen zu.

Bitte bringen Sie in die korrekte Reihenfolge (. Tab. 1.1):


4 Risikocontrolling
4 Risikobewältigung
4 Risikobewertung
4 Risikoidentifikation

Erklärung
o a. Die Risiken müssen kommuniziert und nach ihrer Bedeutung
analysiert werden.
o b. Ableitung von Fehlervermeidungsstrategien.
o c. Regelmäßige Überprüfung der Maßnahmen.
o d. Um Risiken zu minimieren, müssen diese zunächst erkannt
werden.

. Tab. 1.1 Risikomanagement

Reihen- Erklärung
folge

1 Risiko ൺ

2 Risiko ൺ

3 Risiko ൺ

4 Risiko ൺ
XI

Instrumente und ihr Verwendungszweck


Um eine Operation vorbereiten und assistieren zu können, müssen
die benötigten Instrumente und ihr Verwendungszweck bekannt sein.
Können Sie anhand einer Abbildung erkennen, welches Instrument es
ist und wofür es benötigt wird?
Beispiel:

1.5 Benennen Sie das spezielle Instrumentarium für die


Laparotomie und seine Verwendung (. Abb. 1.2).

185 mm, 7 1/4 ’’

205 mm, 8”

. Abb. 1.2 Name/Bezeichnung: ,


Verwendung: (kFa. Aesculap AG)
XII Wegweiser durch dieses Buch

Korrekte Reihenfolge der OP-Schritte


Der Ablauf einer Operation erfolgt in nachvollziehbaren Schritten, die
durcheinandergewürfelt dargestellt sind. Können Sie sie nummerieren?
Beispiel:

1.6 Bringen Sie die Operationsschritte der Schilddrüsen-


resektion in die richtige Reihenfolge (Nr. 1–12).

o a. Nr. Kocher-Kragenschnitt.
o b. Nr. Spalten der vorderen geraden Hals-
muskulatur in Längsrichtung, bei großen Strumen auch
quere Durchtrennung.
o c. Nr. Abtasten beider Schilddrüsenlappen, auch
der dorsalen Anteile, damit keine Knoten übersehen werden.
o d. Nr. Anklemmen der Schilddrüse (z. B. mit
Kocher-Klemmen o. Ä.).
o e. Nr. Freipräparieren des oberen bzw. unteren
Pols und Durchtrennen der Polgefäße nach Ligatur bzw.
anderer Blutstillung.
o f. Nr. Darstellung der A. thyreoidea inferior,
des N. recurrens. Neuromonitoring zur sicheren Differenzie-
rung. Darstellung der Nebenschilddrüsen. Fakultativ Ligatur
der A. thyreoidea inferior.
o g. Nr. Resektion der Schilddrüsenlappen.
Blutungen werden mit Elektrokauter, Péan-Klemmen und
Ligaturen, Ultracision oder LigaSure versorgt.
o h. Nr. Bei größeren Schilddrüsenresten
Kapselnähte, bei kleinen Resten meist nicht erforderlich.
o i. Nr. Schichtweiser Wundverschluss.
o j. Nr. Ligatur der Vv. jugulares anteriores,
kleinere Äste können mit dem Elektrokauter verschorft werden.
o k. Nr. Lösen des Isthmus von der Trachea,
Durchtrennen desselben.
o l. Nr. Nach Kontrolle auf Bluttrockenheit
(auch unter Überdruckbeatmung) Neuromonitoring über den
N. vagus auf jeder operierten Seite.
XIII

Fragen frei beantworten


Für die mündliche Prüfung und im täglichen OP-Betrieb in der Anlern-
situation müssen Sie auf Fragen frei antworten können. Formulieren
Sie die Antwort auf die Frage.
Beispiel:

1.7 Beschreiben Sie die Strukturen des Nierenhilus


und nennen Sie deren Besonderheiten.

Und nun viel Spaß beim Überprüfen Ihres Wissens.


Margret Liehn
Inhaltsverzeichnis

I Fragen

1 Grundlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
T. Sauer, M. Liehn

2 Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie . . . . . . . . . . . 27


T. Sauer, M. Liehn

3 Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie . . . . 94


B. Lengersdorf, M. Liehn

4 Gefäßchirurgie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 123
T. Sauer, M. Liehn

5 Shunt- und Portsysteme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149


M. Liehn

6 Thoraxchirurgie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152
T. Sauer, M. Liehn

7 Kardiochirurgie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 175
M. Liehn

8 Gynäkologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 186
T. Sauer, M. Liehn

9 Urologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 210
B. Lengersdorf, M. Liehn

10 Neurochirurgie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 232
B. Lengersdorf, M. Liehn

11 Mund-, Kiefer- und Gesichts-Chirurgie . . . . . . . . . . . . . 252


B. Lengersdorf, M. Liehn
XV

12 Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 261
B. Lengersdorf, M. Liehn

13 Kinderchirurgie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 271
M. Liehn, T. Sauer

14 Augenheilkunde (Ophthalmologie) . . . . . . . . . . . . . . . . 289


T. Sauer, B. Lengersdorf

15 Verbrennungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 295
M. Liehn

16 Plastische Chirurgie – Ästhetische Chirurgie . . . . . . . . . 300


T. Sauer, M. Liehn

17 Organexplantation/Multiorganentnahme . . . . . . . . . . . 309
M. Liehn

II Lösungen

1 Grundlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 312

2 Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie . . . . . . . . . . . 329

3 Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie . . . . 373

4 Gefäßchirurgie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 394

5 Shunt- und Portsysteme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 414

6 Thoraxchirurgie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 416

7 Kardiochirurgie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 432

8 Gynäkologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 441

9 Urologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 458
XVI Inhaltsverzeichnis

10 Neurochirurgie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 473

11 Mund-, Kiefer- und Gesichts-Chirurgie . . . . . . . . . . . . . 488

12 Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 494

13 Kinderchirurgie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 500

14 Augenheilkunde (Ophthalmologie) . . . . . . . . . . . . . . . . 512

15 Verbrennungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 516

16 Plastische Chirurgie – Ästhetische Chirurgie . . . . . . . . . 519

17 Organexplantation/Multiorganentnahme . . . . . . . . . . . 525

Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 526
1 I

Fragen
2 Kapitel 1 · Grundlagen

1 Grundlagen

T. Sauer, M. Liehn

1.1 Aufgaben einer Pflegekraft im Operationsdienst

1.1 Gliedern Sie die komplexen Aufgaben des OP-Personals


in Teilsequenzen und ordnen die jeder Teilsequenz drei
Arbeitsschritte zu! Nutzen Sie die vorgegebene Struktur
in . Abb. 1.1.

Aufgaben des
OP-Personals

. Abb. 1.1

1.2 Nennen Sie mindestens drei Gründe, warum Formalin


für die Fixierung von Präparaten geeignet ist.

4
M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,
DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_1, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
3 1
1.3 Welche Aussagen sind korrekt?

o a. Material zur Schnellschnittuntersuchung darf nicht aus-


trocknen.
o b. Material für Schnellschnittuntersuchungen kann für weitere
methodische Aufbereitungen weiter verwendet werden.
o c. Material für Schnellschnittuntersuchungen muss trocken
geliefert werden, um es schnell gefrierfähig zu machen.
o d. Material für histologische Untersuchungen kann mit gepuffer-
tem Formalin fixiert werden.

1.2 Operationslagerungen

1.4 Ordnen Sie die juristische Verantwortung der Lagerungs-


phasen dem genannten Personal zu (. Tab. 1.1).

o a. Anästhesist und Chirurg


o b. alle Mitarbeiter
o c. Anästhesist
o d. Anästhesist

. Tab. 1.1 Juristische Verantwortung

Lösungen

1 Präoperative Phase

2 Lagerung zur OP

3 Intraoperative
Lageveränderungen

4 Postoperative Phase
4 Kapitel 1 · Grundlagen

1.5 Nennen Sie vier Aspekte des patientenorientierten


Wärmemanagements und begründen Sie,
warum dieses Management unerlässlich ist.

4  

4  

4  

4  

Begründung:

1.6 Eine der folgenden Aussagen zur Patientenlagerung


ist falsch – welche?

o a. Starker Druck und massive Dehnung aller Nerven und Gefäße


sind zu vermeiden; zu starke Flexion oder Beugung führen zu
Schädigungen.
o b. Übertriebene Rotation oder Abduktion z. B. des Arms führt
zu Dehnungen des Plexus brachialis.
o c. Befestigungen und Gurte müssen fest angezogen werden,
um ein Verrutschen des Patienten zu verhindern.
o d. Zu harte oder falsch platzierte Rollen führen zu Kompressionen.
o e. Alle Gelenke werden leicht abgewinkelt gelagert.
o f. Niemand darf sich auf einem Patienten abstützen.
o g. Bei intraoperativen Lagerungsveränderungen muss die korrek-
te Lagerung des Patienten kontrolliert werden.
5 1
1.7 Welche Aussagen sind richtig?

o a. Die Lagerung des »Narkosearms« erfolgt ausgelagert in


Pronationsstellung auf einer am Tisch fixierten Schiene.
o b. Schädigungen am N. radialis und N. ulnaris sind zu
vermeiden.
o c. Der andere Arm wird gepolstert und hoch oder seitlich am
Körper angelagert.
o d. Die Operateure stellen die korrekte Lagerung durch ihr
Gegendrücken sicher.
o e. Die Beine werden parallel gelagert und mit einem Gurt fixiert.
o f. Läsionen des N. peronaeus sind durch eine korrekte Bein-
lagerung in Goepel-Stützen zu vermeiden.
o g. Die Druckeinwirkung auf die Nerven und Gefäße muss
sichergestellt sein.
o h. Bei extremen Lagerungen, z. B. in der minimal-invasiven
Chirurgie, verhindern Schulter-, Fuß- und Seitenstützen eine
Positionsveränderung des Patienten.
o i. Der Einsatz einer Vakuummatratze vermeidet das unkontrol-
lierte Verrutschen des Patienten.
o j. Die Vakuummatratze wirkt isolierend auf den Patienten,
ein Haut-zu Haut-Kontakt hat keine Auswirkungen bei der
Anwendung von HF-Chirurgie auf den Patienten.

1.8 Die Dokumentation von standardisierten Lagerungen ist


einfach, da nicht mehr alle Lagerungshilfsmittel aufgezählt
werden müssen. Welche Besonderheiten bezüglich der
Lagerung müssen jedoch separat dokumentiert werden?

4
6 Kapitel 1 · Grundlagen

Abdeckungskonzepte

1.9 Nennen Sie bitte vier grundsätzliche Anforderungen,


die ein modernes Abdeckmaterial erfüllen muss.

Hochfrequenzchirurgie

1.10 Beim Umgang mit der Neutralelektrode müssen


einige Regeln beachtet werden.
Kreuzen Sie die richtigen Aussagen an!

o a. Elektrode so nah wie möglich am OP-Feld ganzflächig


aufkleben.
o b. Möglichst kleine Elektrode zur Applikation wählen.
o c. Die Elektrode nicht auf Narbengewebe oder stark behaarter
Haut applizieren.
o d. Die Vorbereitung des Patienten unterscheidet sich nicht von
der Vorbereitung bei Anwendung mit einer bipolaren Technik.
o e. Bei Patienten mit Pacern oder Herzschrittmacherelektroden
kann auf die Anwendung mit bipolarem Strom verzichtet
werden.
o f. Der Hautkontakt des Patienten zu Metallteilen des OP-Tisches
ist häufig nicht zu verhindern, der Patient ist über Risiken
aufgeklärt.
o g. Bei Nutzung von Ultraschallgeräten zur Blutstillung kann auf
die Applikation einer Neutralelektrode verzichtet werden.
7 1
1.3 Aspekte zur pflegerischen Dokumentation

1.11 Definieren Sie den Begriff »Dokumentation«.

1.12 Nennen Sie die Vorteile und Auswirkungen,


die sich aus der Dokumentationspflicht ergeben.

1.13 Erklären Sie den Begriff »Beweislastumkehr«


in Zusammenhang mit der Dokumentation.
8 Kapitel 1 · Grundlagen

1.14 Was ist das Ziel der elektronischen Dokumentationsform?

o a. Die Loslösung von Papier.


o b. Insellösungen für einzelne Bereiche zu schaffen.

1.15 Bitte fügen Sie die entsprechenden Begriffe ein:

(Begriffe: Planung, Aufnahme, Gesamtpaketlösungen, Entlassung,


Auswertung, Dokumentation)
Der Anbietertrend entwickelt sich verstärkt in Richtung
, die den Patienten von der bis
zur begleiten. Diese in sog. Modulen
aufgebauten EDV-Lösungen gibt es für alle Krankenhausbereiche.
sowie
und stehen allen berechtigten Mitar-
beitern zeitaktuell zur Verfügung.

1.16 Darüber hinaus können einzelne Arbeitsschwerpunkte


miteinander verknüpft werden – welche?
Kreuzen Sie sie an.

o a. Tagesgeschäft.
o b. Erfassung der Versorgungsqualität.
o c. Administrative Anforderungen der Krankenhausverwaltung.

1.17 Nutzerspezifische Zugangsberechtigungen ermöglichen


den Zugang zur Dokumentation durch
die Berufsgruppen, die an der Operation beteiligt sind.
Welches ist die Voraussetzung dafür?

o a. Definition- und personengebundene Zuordnung der Zugriffs-


berechtigungen.
o b. Digitale Erfassung durch Fingerabdruck.
9 1
1.18 Unterstützend für die Dokumentation sind definierte
Prozesse, die auch in einem Qualitätsmanagement-
Handbuch hinterlegt sind. Ist das Zeitfenster für die
Dokumentation aufgrund vieler kurzer Eingriffe sehr
klein, können Standardfelder hinterlegt werden,
mit dem Ziel, … (bitte ankreuzen)

o a. … den Zeitaufwand für die Dokumentation zu reduzieren.


o b. … die Dokumentation auf einen späteren Zeitpunkt zu ver-
schieben.
o c. … die Dokumentation auf Hilfskräfte zu delegieren.

1.19 Nennen Sie drei Probleme, die bei der Umsetzung


EDV-gestützter Dokumentation zu Störungen führen
können, und zeigen Sie dafür Lösungsmöglichkeiten auf.

Lösungsmöglichkeiten:

4
10 Kapitel 1 · Grundlagen

1.4 Risikomanagement im OP

1.20 Die häufigsten Fragestellungen und Schadensmeldungen


im Rahmen von Risikomanagement finden sich
u. a. in den Bereichen Krankenhausorganisation
und Personal sowie bei den angewandten Materialien.
Bitte geben Sie für jede Kategorie mindestens zwei
Beispiele, die diese Häufigkeit unterstreichen.

Krankenhausorganisation:

Personal:

Materialien:

4
11 1
1.21 Was ist unter der Abkürzung »CIRS« zu verstehen?
Erklären Sie mit eigenen Worten, was damit gemeint ist.

CIRS =

1.22 Welche der folgenden Maßnahmen können dazu


beitragen, die Fehlerquote zu senken?

o a. Patientenidentifikationssystem.
o b. Verwendung von Checklisten.
o c. Aufnehmender Arzt führt den Eingriff durch.
o d. Das Stationspersonal bleibt während der OP beim Patienten
und passt auf =»Bodyguard-Prinzip«.
o e. Kennzeichnung der zu operierenden Seite vor dem Transport
mit geeigneten Markern.
o f. Interdisziplinäre und berufsgruppenübergreifende Kommuni-
kation und Kooperation.

1.23 Bringen Sie die folgenden Begriffe des Risiko-


managements in eine logische Reihenfolge und ordnen
Sie die nachstehenden Erklärungen den Begriffen zu.

Bitte bringen Sie in die korrekte Reihenfolge (. Tab. 1.2):


4 Risikocontrolling
4 Risikobewältigung
4 Risikobewertung
4 Risikoidentifikation

Erklärung
o a. Die Risiken müssen kommuniziert und nach ihrer Bedeutung
analysiert werden.
o b. Ableitung von Fehlervermeidungsstrategien.
o c. Regelmäßige Überprüfung der Maßnahmen.
o d. Um Risiken zu minimieren, müssen diese zunächst erkannt
werden.
12 Kapitel 1 · Grundlagen

. Tab. 1.2 Risikomanagement

Reihen- Erklärung
folge

1 Risiko o

2 Risiko o

3 Risiko o

4 Risiko o

1.24 Kreuzen Sie die falschen Aussagen zum Thema


»Erfassung von Fehlern« an.

o a. Fehler und Konsequenzen werden rückblickend nach dem


Auftreten betrachtet.
o b. Bereits geschehene Zwischenfälle und sog. Beinahe-Ereignisse
werden betrachtet.
o c. Verantwortliche Personen und Abteilungen können dadurch
leichter identifiziert und die entsprechenden Sanktionen
gezielter verhängt werden.
o d. Zusammen mit den Fehlermeldungen können eigene Lösungs-
ansätze oder Vorschläge zur Verbesserung erfolgen.
o e. Die Meldungen werden an das Team des Risikomanagements
weitergeleitet, das die Meldungen analysiert, Verbesserungs-
maßnahmen daraus ableitet und einen Rückmeldebericht mit
namentlichen Nennungen ins Internet stellt.
o f. CIRS kann als alleiniges Risikomanagement betrachtet
werden.
13 1
Risikomanagement im OP-Bereich

1.25 Zählen Sie vier mögliche Hilfen auf, die im OP


zur Risikominimierung beitragen können.

1.5 Chirurgisches Nahtmaterial

1.26 Beschriften Sie . Abb. 1.2 mit den genannten Begriffen.

4 Besonderheiten
4 Bestellnummer
4 Fadenstärke
4 Nadeltyp
4 CE-Zeichen und Barcode
4 Anzahl der Fäden und Länge des Nahtmaterials
4 Sterilisationsart
4 Nicht resterilisieren, Einmalprodukt!
4 Gebrauchsinformation beachten
4 Haltbarkeitsdatum
4 Chargennummer
14 Kapitel 1 · Grundlagen

. Abb. 1.2 Verpackungskennzeichen. (© Fa. Ethicon)

1.27 Welche Anforderungen sollten an chirurgisches


Nahtmaterial gestellt werden?
Kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.

o a. Gutes Knüpfverhalten.
o b. Bei Bedarf Vorbeugung gegen postoperative Infektionen
durch antibakterielle Beschichtung.
o c. Verfügbarkeit von verschiedenen Längen, auch über 3,5 m.
o d. Sterilität.
o e. Resterilisierbar.
o f. Ausreichende Festigkeit während der Wundheilung.
o g. Resorbierbarkeit.
o h. Verschiedene Färbungen.
15 1
1.28 Ordnen Sie das folgende Nahtmaterial (. Tab. 1.3)
seinen Grundstoffen zu.

Seide, Vicryl, PDS, Safil, Drahtnähte, Ethibond, Prolene, Polysorb,


Zwirn

. Tab. 1.3 Nahtmaterial und seine Grundstoffe

Synthetische Grundstoffe:

Mineralische Grundstoffe:

Natürliche Grundstoffe:

1.29 Ordnen Sie die Begriffe ihren Beschreibungen zu.

Monofiles Material:
Zwirnen:
Pseudomonofiles/polyfiles Material:
Flechten:
a. Mehrere einzelne Fäden werden gedreht.
b. Mehrere einzelne Fäden werden gedreht, um welche anschließend
eine Hülle aus dem gleichen Material geflochten wird.
c. Besteht aus einem Fadenfilament.
d. Bestehend aus mehreren Fadenfilamenten: Die »Fadenseele« ist
gedreht/gezwirnt und mit einem Mantel überzogen, der dem
Faden einen monofilen Charakter verleiht.
16 Kapitel 1 · Grundlagen

1.30 Zur Beschreibung von resorbierbarem und nicht


resorbierbarem Nahtmaterial fügen Sie bitte
die unten stehenden Begriffe in den Lückentext ein.

Begriffe: Reißkraft, Hydrolyse, abgebaut, Resorptionszeit, aufgespal-


ten, Gefäßnähten, Fadenfestigkeit, dauerhaft, Reißfestigkeit, Zeitraum
Resorbierbar: Nach einer definierten Zeit werden alle synthetischen
Fäden durch abgebaut. Dabei
wird das Material durch Gewebeflüssigkeit
und gleichmäßig vom Körper
Die darf nicht mit dem »Reiß-
kraftabfall« gleichgesetzt werden, der angibt, wie lange der Knoten
seine Funktion erfüllt. Der Faden des resorbierbaren Nahtmaterials ist
noch zu sehen, wenn er seine
schon verloren hat.
Nicht resorbierbar: Die Fäden behalten einen Großteil ihrer
, werden aber über einen längeren Zeitraum
auch partiell abgebaut. Sie verbleiben
im Gewebe oder werden entfernt. Sie werden dort angewendet, wo
über einen langen eine konstante
gewünscht ist, z. B. bei
17 1
Nadelkunde

1.31 Beschriften Sie . Abb. 1.3 mit den vorgegebenen


Begriffen.

Armierzone, Bogenlänge, Nadeldurchmesser, Nadelkörper, Nadel-


radius, Nadelspitze, Sehne.

. Abb. 1.3 Aufbau einer Nadel. (Fa. Ethicon)

1.6 Werkstoffe des chirurgischen Instrumentariums

1.32 Kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.

o a. Für allgemeine Instrumente gelten die gleichen Anforde-


rungen wie für Implantate und Implantatinstrumentarium.
o b. Die meisten allgemeinchirurgischen Instrumente sind aus
einer Chrom-Nickel-Titan-Verbindung hergestellt.
o c. Es gibt hochentwickelte, nichtrostende Stahlsorten, Edelmetalle
und Metalllegierungen zur Herstellung des chirurgischen
Instrumentariums, die den besonderen Anforderungen in der
Medizin entsprechen.
o d. Außer Edelstahl kommt bei manchen Spezialinstrumenten
Titan, Kunststoff, Kupfer, Messing, Neusilber, Silber oder Zinn
zur Anwendung. Der eingesetzte Werkstoff richtet sich nach
dem Verwendungszweck.
18 Kapitel 1 · Grundlagen

o e. Titan findet als Werkstoff immer häufiger Verwendung.


Er ist sehr gewebeverträglich und ruft im Gegensatz zu Nickel
keine Allergien hervor. Nachteilig ist der hohe Preis.
o f. Instrumente, die einen goldfarbenen Griff aufweisen, sind Son-
deranfertigen und besonders hochwertig in ihrer Funktion.
o g. Die glänzende Oberfläche einzelner Instrumente verhindert
Lichtreflexionen.

1.8 Drainagen

1.33 Mit welchem Ziel wird eine Drainage eingelegt?


Nennen Sie drei.

1.34 Aus welchen Materialien sollte eine Langzeitdrainage


nicht bestehen?

o a. Silikon
o b. Latex
o c. PVC
o d. Naturgummi
o e. Silikonisierter Latex
19 1
1.35 Welche Materialien für die Herstellung und Verwendung
von Drainagen werden in den folgenden Definitionen
beschrieben? Ordnen Sie den Definitionen entsprechend
das Material zu.

Materialien: PVC, Latex, Silikon.


4 Material eignet sich als Kurzzeitdrainage, ansonsten verlieren sich
die Elastizität und Härte. Material kann zu Gewebereaktionen im
Körper führen:

4 Material ist für Kurzzeitdrainagen geeignet, ansonsten besteht


die Gefahr, dass Weichmacher aus dem Material heraustreten
und Eiweißablagerungen den Abfluss behindern. Das Material
besticht durch seine Festigkeit:

4 Material hat eine sehr gute Gewebeverträglichkeit, Weichmacher


und organische Zusatzstoffe findet man nicht. Material ist von
großer Wärme- und Wasserbeständigkeit:

1.36 Welche Aussage über das Material und den Umgang


mit Redon-Drainagen ist richtig?

o a. Das Silikonmaterial besticht durch seine Festigkeit, muss


aber frühzeitig entfernt werden.
o b. Latex hat eine optimale Steife und große Knickfestigkeit,
die auch bei längerer Verweildauer erhalten bleiben.
o c. Das Redon-Drain kann nicht kollabieren; es kann zum Aus-
tritt von toxischen Weichmachern kommen.
o d. Bei einer Latexallergie dürfen keine Redon-Drainagen gelegt
werden, es treten dann starke lokale Gewebereaktionen auf.
o e. Polyvinylchlorid ist sehr fest, durch Eiweißablagerungen
können Abflussbehinderungen entstehen.
20 Kapitel 1 · Grundlagen

1.37 Um welche Drainage handelt es sich in diesem Beispiel?

Das Drain besitzt Röntgenkontraststreifen.


Die Ausleitung erfolgt durch eine separate Inzision.
Das Drain wird durch eine Naht fixiert.
Das Drain ist als Langzeitdrainage geeignet.
Das Sekret fließt in einen Auffangbeutel, der Ablauf erfolgt ohne Sog.
Das Drain besitzt im Innenlumen längs verlaufende Stege.
Das Drain ist für die Ableitung im Bereich empfindlicher Strukturen
geeignet.

1.9 Operationsindikationen

1.38 Definieren Sie den Begriff »Operationsindikation«.

1.10 Wunden und ihre Versorgung

1.39 Was ist unter dem Begriff »Wunde« zu verstehen? Nennen


Sie allgemeine Kennzeichen und die Folge einer Wunde.
21 1
Wundheilung

1.40 Bitte bringen Sie die Phasen der Wundheilung, die


Dauer der Phasen und die Ereignisse während der Phasen
in . Tab. 1.4 in den korrekten Zusammenhang.

Phasen:
o a. Exsudative Phase (Reinigungsphase)
o b. Proliferationsphase (Granulationsphase)
o c. Regenerationsphase (Differenzierungsphase)

Dauer:
o d. 1.–4. Tag
o e. 4.–7. Tag
o f. 7.–21. Tag, bis 14 Monate

Ereignisse:
o g. Durch Kapillar- und Fibroblasteneinsprossung in das Wund-
bett entsteht das Granulationsgewebe. Kollagenfasern werden
gebildet und der Defekt somit weitgehend vor dem Eindringen
von Erregern geschützt.
o h. Das Granulationsgewebe wird durch Vernetzung und Aggre-
gation der Kollagenmoleküle unter Gewebeschrumpfung in
Narbengewebe umgewandelt. Durch die Gefäßminderung
wird das Bindegewebe weiß und straff. Einwachsen sensibler
Nervenfasern, Epithelisierung vom Rand her. Es fehlen Haare,
Schweißdrüsen und Pigmente.
o i. Ausfüllen der Gewebelücke durch Blut, Lymphe und Fibrin.
Schutz vor Infektion durch Wundverschluss, begleitet von
Hyperämie und Phagozytendiapedese. Ödemrückbildung, Mi-
tosen des Randepithels. Übergang der Katabolie zur Anabolie.
22 Kapitel 1 · Grundlagen

. Tab. 1.4 Wundheilung

Phasen Dauer Ereignisse

 

 

Arten der Wundheilung

1.41 Beschreiben Sie die Unterschiede zwischen Primär-


und Sekundärheilung.

Primärheilung

Sekundärheilung

1.42 Setzen Sie die passenden Begriffe in den Text


zum Wundverschluss ein.

(Begriffe: Einzelknopfnähten, Hautkleber, Hautnaht, Inspektion, keil-


förmige Exzision der Wundränder, Ruhigstellung, Sekretaufnahme,
Subkutis, Tetanusimmunisierungsspritze)
23 1
Nach der Applikation des Lokalanästhetikums erfolgt die
der Wunde. Beim Vorliegen einer Riss-
wunde wird eine durchgeführt. Bei
tiefen Wunden wird die mit wenigen
Nähten adaptierend verschlossen; die
erfolgt spannungsfrei mit Im Idealfall
ist eine alleinige Versorgung mit Pflasterzügen, Flüssigpflaster oder
möglich.
Der Verband dient dem Schutz der Wunde, zur
und ggf. zur , wenn nötig als
Schienen- oder Gipsverband. Nach Bedarf Verabreichung der
(n).

1.43 Welche Aussage zur Versorgung von größeren


Extremitätenwunden ist korrekt?

Bei der Versorgung von größeren Extremitätenwunden wird eine


o a. pneumatische Blutsperre
o b. Extension angelegt.

Chirurgische Infektionen

1.44 Definieren Sie den Begriff »nosokomiale Infektion«.


In welchem Gesetz ist die Definition festgelegt?
24 Kapitel 1 · Grundlagen

1.45 Nennen Sie zwei Entstehungsmechanismen


für nosokomiale Infektionen.

1.46 Lokale Formen chirurgischer Infektionen:


Welche Aussage ist jeweils falsch? Bitte kreuzen Sie
die entsprechende Antwort an und finden Sie das
Lösungswort, indem Sie den betreffenden Buchstaben
des Lösungskästchens kennzeichnen.

1. Abszess

Diffuse eitrige Örtlich umschrie- Örtlich umschrie- Flächenhaftes


Entzündung bene eitrige bene eitrige Fortschreiten
ohne Kapsel- Entzündung Entzündung der Entzündung
bildung ohne Zerstörung mit Zerstörung mit Schmerzen
des örtlichen des örtlichen
Gewebes Gewebes

D V E N

2. Phlegmone

Geschwulstartige Ausbreitung auf Feststellung Diffuse eitrige


knötchenförmige die Talgdrüsen des Inhalts durch Entzündung
Neubildung und auf das seine Fluktuation ohne Kapsel-
aus Granulations- benachbarte bildung, schwere
gewebe Bindegewebe allgemeine Ent-
zündungszeichen

E S A N
25 1
3. Empyem

Durch Abzsess- Eiteransamm- Vorkommen in Keime: E. coli


membran abge- lung in präfor- Darmwand, oder Mischflora
kaspelte eitrige mierter Körper- Mundboden,
Entzündung höhle durch Subkutis,
direkte oder Mediastinum
fortgeleitete
Infektion

H T I R

4. Granulom

Auf Haarfollikel Häufige post- Vorkommen Neubildung


beschränkte operative Wund- bei durchblu- aus Granulations-
eitrige Infektion infektion tungsgestörtem gewebe als Ge-
Gewebe webereaktion auf
allergisch-infek-
tiöse Prozesse

T L N Z

5. Lymphangitis

Ausbreitung auf Wird häufig als Vorkommen: Deutlich ab-


Talgdrüsen »Blutvergiftung« Nacken, Unter- gegrenzt und
bezeichnet arm, Nasen- juckend
eingang

M Ü E F

6. Furunkel

Vorkommen Mehrere konflu- Fortgeleitete Ent- Gewebereaktion


in Gelenken, ierende Furunkel zündungsform auf allergisch-
Gallenblase, werden als ausgehend von infektiöse
Pleura Karbunkel einem primären Prozesse
bezeichnet Infektionsherd

A N E T
26 Kapitel 1 · Grundlagen

7. Erysipel

Wund- oder Häufige postope- Eintrittspforten Hospitalismus-


Gesichtsrose; rative Wundin- meist schlecht keim
Sepsis als fektion, juckend, heilende Wunden
Komplikation bläulich-rote oder Mund-
möglich Schwellung winkelrhagaden

D K Z T

8. Gangrän

Intrakutane, Postoperative Vorkommen Form einer


flächenhafte, Wundinfektion hauptsächlich Nekrose; cha-
auch lymph- mit typischer bei Arbeitern rakteristischer
angisch ausbrei- Blaugrünver- in Fleisch-, faulig-süßer
tende Infektion färbung des Geflügel- oder Geruch
Verbandes Fischbetrieben

B T E U

9. Panaritium

Gewebsverflüs- Eitrige Infektion Superinfektion Verläuft als


sigung durch des Fingers oder durchblutungs- chronisch eitrige
Einwirkung der Zehe gestörter Finger Entzündung,
anaerober Fäul- oder Zehen Eiter sieht klei-
nisbakterien nen Schwefel-
körnchen ähnlich

R N K I

10. Bursitis

Ausgangsort sind Akute oder chro- Abszedierende Graugrüne


häufig Bagatell- nisch verlaufen- oder phlegmo- Färbung, evtl. mit
verletzungen de Entzündung nöse Entzündung Gasbildung
eines Schleim-
beutels

A G O U
27 2
2 Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

T. Sauer, M. Liehn

2.1 Zugangswege und Instrumentarium


Beschreibung der Zugangswege

2.1 Welche Aussage ist korrekt?

Die Schnittführung hängt ab von


o a. der geplanten OP.
o b. dem Operateur und dem Zustand des Patienten.

2.2 Hinsichtlich der Zugangswege für eine Operation müssen


einige Punkte Berücksichtigung finden. Nennen Sie zwei.

Wichtig ist die Berücksichtigung von

2.3 Worin bestehen die Vorteile großer Schnitte?


Kreuzen die Sie die korrekten Lösungen an.

Die Vorteile großer Schnitte bestehen darin, …


o a. die Übersicht zu erhöhen,
o b. die OP-Zeit möglichst gering zu halten,

o c. der Radikalität nutzen zu können,

o d. Kosten für Zusatzinstrumentarium einzusparen.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_2, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
28 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.4 Ordnen Sie die Schnittführungen entsprechend den


Markierungen zu und geben Sie für jede Schnittführung
eine OP-Indikation an (. Abb. 2.1 und . Tab. 2.1).

. Abb. 2.1 Mögliche Schnittführungen in der Viszeralchirurgie. (Aus Liehn et al. 2016)
29 2
. Tab. 2.1 Zugangswege und Indikationen

Zugang Indikationen

Kocher-Kragenschnitt

Rippenbogenrandschnitt

Obere mediane
Längslaparotomie

Untere mediane
Längslaparotomie

Oberbauchquerschnitt

Obere bogenförmige
Laparotomie

Wechselschnitt
nach McBurney
30 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Instrumente für die Laparotomie

2.5 Benennen Sie das spezielle Instrumentarium


für die Laparotomie und seine Verwendung
(. Abb. 2.2 und . Abb. 2.3).

185 mm, 7 1/4”

190 mm

205 mm, 8”

. Abb. 2.2 Name/Bezeichnung: . Abb. 2.3 Name/Bezeichnung:


, ,
Verwendung: Verwendung:
. .
(© Fa. Aesculap AG) (© Fa. Aesculap AG)
31 2
2.6 Benennen Sie die in . Abb. 2.4 bis . Abb. 2.7
abgebildeten Klammernahtinstrumente und ordnen Sie
ihnen ihre Funktion zu.

Drehgriff Skalenfeld Orange Farbmarkierung

Sicherung
Klammermagazin
Zentralstab
Tabakbeutelnahtkerbe
Bedienungshebel Abnehmbarer Instrumentenkopf

. Abb. 2.4 Name/Bezeichnung: ,


Verwendung: . (© Fa. Ethicon)

Bedienungsschieber Fingermulden Führungszapfen

Bedienungshebel Magazinlager Stabilisierungsstift

Magazingriff Gegenlager

Gegenlagergriff Grifffläche am Magazin Magazin mit Klammerschutz

. Abb. 2.5 Name/Bezeichnung: ,


Verwendung: . (© Fa. Ethicon)
32 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Freigabeknopf Führungsstabarretierung

Führungsstaab
Magazinblocck
Einspannlag
ger
Gegenlager

Magazin mit Klammerschu


utz

In
nstrumentengriff
Verschlusshebel
Auslösehebeel

. Abb. 2.6 Name/Bezeichnung: ,


Verwendung: . (© Fa. Ethicon)

Freigabeknopf Führungsstab Klammerschutz


Führungsstabknopf Magazin

Verschlusshebel Gegenlager

Instrumentengriff Auslösehebel Gebogener Instrumentenkopf

. Abb. 2.7 Name/Bezeichnung: ,


Verwendung: . (© Fa. Ethicon)
33 2
2.2 Schilddrüse
Anatomie

2.7 Ergänzen Sie die Angaben zur Anatomie der Schilddrüse.

Aussehen: -förmig.
Gewicht: g.
Die Schilddrüse besteht aus einem rechten und linken Lappen, ver-
bunden durch eine Gewebsbrücke, dem

2.8 Durch welche beiden Arterien erfolgt die Blutversorgung


der Schilddrüsenlappen?

2.9 Welche Aussage ist korrekt?

In der Nähe der Schilddrüse liegen Epithelkörperchen, die das Parat-


hormon produzieren, das den
o a. Kaliumstoffwechsel

o b. Kalziumstoffwechsel

o c. Natriumstoffwechsel

steuert.
34 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Erkrankungen der Schilddrüse

2.10 Erkrankungen der Schilddrüse unterscheidet man


nach der Gewebebeschaffenheit und nach der Funktion.
Ordnen Sie die Begriffe entsprechend zu (. Tab. 2.2).

(Auswahl: euthyreote Struma, Struma diffusa, Struma multinodosa,


hyperthyreote Struma, Struma uninodosa, hypothyreote Struma)

. Tab. 2.2 Erkrankungen der Schilddrüse

Gewebebeschaffenheit Funktion

2.11 Wodurch ist eine Hyperthyreose gekennzeichnet?


Kreuzen Sie die richtigen Antworten an.

o a. Stark erhöhtes TSH im Blut.


o b. Erniedrigtes TSH im Blut.
o c. Starke Erhöhung der Schilddrüsenhormone im Blut.
o d. Hervorstehende Augen.
o e. Heißhunger.
o f. Gewichtszunahme.
o g. Motorische Unruhe.
o h. Starkes Schlafbedürfnis.
o i. Lethargie.
35 2
Operationen an der Schilddrüse

2.12 Welche Aussagen zu den OP-Zielen sind falsch?

o a. Alle Knoten müssen entfernt werden, ggf. ist auch bei


benigner Veränderung eine vollständige Entfernung beider
Schilddrüsenlappen erforderlich (Thyreoidektomie).
o b. Solitäre Knoten können mit umgebendem Gewebe reseziert
werden, eine Enukleation eines Knotens ist ebenfalls aus-
reichend.
o c. Der Isthmus kann bei einseitiger Operation belassen werden.
o d. Karzinome werden grundsätzlich mit einer Thyreoidektomie
und je nach Tumorgröße unterschiedlicher Lymphknoten-
dissektion behandelt.
o e. Bei jeder Schilddrüsenoperation muss der Stimmbandnerv,
der N. recurrens, dargestellt werden.
o f. Die Epithelkörperchen sind nur beim primären Hyperpara-
thyreoidismus aufzusuchen und darzustellen.

2.13 Nennen Sie zwei Patientenlagerungsmöglichkeiten


zur Operation an der Schilddrüse.

2.14 Was ist unter einem elektrophysiologischen Neuro-


monitoring bei Schilddrüsenoperationen zu verstehen?
36 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.15 Bringen Sie die Operationsschritte der Schilddrüsen-


resektion in die richtige Reihenfolge (Nr. 1–12).

o a. Nr. Kocher-Kragenschnitt.
o b. Nr. Spalten der vorderen geraden
Halsmuskulatur in Längsrichtung, bei großen Strumen auch
quere Durchtrennung.
o c. Nr. Abtasten beider
Schilddrüsenlappen, auch der dorsalen Anteile, damit keine
Knoten übersehen werden.
o d. Nr. Anklemmen
der Schilddrüse (z. B. mit Kocher-Klemmen o. Ä.).
o e. Nr. Freipräparieren
des oberen bzw. unteren Pols und Durchtrennen der Polgefäße
nach Ligatur bzw. anderer Blutstillung.
o f. Nr. Darstellung der
A. thyreoidea inferior, des N. recurrens. Neuromonitoring
zur sicheren Differenzierung. Darstellung der Nebenschild-
drüsen. Fakultativ Ligatur der A. thyreoidea inferior.
o g. Nr. Resektion der Schild-
drüsenlappen. Blutungen werden mit Elektrokauter, Péan-
Klemmen und Ligaturen, Ultracision oder LigaSure versorgt.
o h. Nr. Bei größeren Schild-
drüsenresten Kapselnähte, bei kleinen Resten meist nicht
erforderlich.
o i. Nr. Schichtweiser
Wundverschluss.
o j. Nr. Ligatur der
Vv. jugulares anteriores, kleinere Äste können mit dem
Elektrokauter verschorft werden.
o k. Nr. Lösen des Isthmus
von der Trachea, Durchtrennen desselben.
o l. Nr. Nach Kontrolle
auf Bluttrockenheit (auch unter Überdruckbeatmung) Neuro-
monitoring über den N. vagus auf jeder operierten Seite.
37 2
2.16 Erklären Sie folgende Abkürzungen. Kreuzen Sie an, wel-
che Abkürzung nicht für einen minimal-invasiven Zugang
zur Schilddrüse steht.

o a. ABBA
Erklärung:
o b. OMIT
Erklärung:
o c. OBCAP
Erklärung:
o d. MIVAT
Erklärung:

2.3 Hernien
Allgemeines

2.17 Ordnen Sie die jeweiligen Formen (a–f)


den Hernienarten zu.

Äußere Hernien: , ,

Innere Hernien: , ,

o a. Nabelhernie
o b. Zwerchfellhernie
o c. Leistenhernie
o d. Ileozäkalhernie
o e. Brüche der Bauchwand
o f. Brüche befinden sich innerhalb des Abdomens
38 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.18 Beschreiben Sie, wann eine inkarzerierte Hernie zur


Notfallindikation eines operativen Eingriffes erklärt wird.

Leistenhernie

2.19 Ergänzen Sie die Aussagen zur Anatomie des Leistenkanals.

(Begriffe: äußeren, inneren, Lig. teres uteri, medial, Samenstrang,


4–6 cm)
Der Leistenkanal ist lang und
verläuft vom Leistenring lateral
intraabdominal nach zum
Leistenring. Er umgibt beim Mann
den und bei der Frau das

2.20 Welche der folgenden Merkmale kennzeichnen


den Samenstrang?

o a. Ductus deferens
o b. Lig. sacrouterinum
o c. M. obturatorius
o d. M. cremaster
o e. A. spermatica
o f. V. obturatoria
o g. Urethra
o h. Plexus pampiniformis
39 2
2.21 Orden Sie die Beschreibungen der direkten
oder indirekten Hernie zu.

Indirekte Hernien: ,
Direkte Hernien: ,
o a. Senkrechter, innerer oder medialer Bruch.

o b. Schräger, äußerer oder lateraler Bruch.

o c. Treten »direkt« auf halber Strecke und damit medial der

epigastrischen Gefäße in den Leistenkanal ein.


o d. Treten am inneren Leistenring und damit lateral der

epigastrischen Gefäße in den Leistenkanal ein.

2.22 Die Verstärkung der Hinterwand des Leistenkanals zum


Verschluss der Bruchpforte ist ein wichtiger Schritt in der
Leistenhernienchirurgie. Ordnen Sie die Besonderheiten
des Verschlusses den verschiedenen Techniken zu.

Bassini (Kirschner):
Shouldice:
Lichtenstein:
o a. Spannungsfreier Bruchpfortenverschluss durch Implantation

eines Kunststoffnetzes.
o b. Anatomische Rekonstruktion der Hinterwand des Leisten-

kanals durch die Doppelung der Fascia transversalis.


o c. Durchgreifende Nähte zur Vereinigung von M. obliquus

internus, Fascia transversalis und M. transversus abdominis


mit dem Leistenband.
40 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Narbenhernien

2.23 Die Versorgung von Narbenhernien erfolgt nach klaren


Prinzipien. Welche Aussagen hierzu sind falsch?

o a. Der Bruchsackinhalt wird reponiert, danach erfolgt die


Abtragung des Bruchsacks.
o b. Intakte Faszienränder müssen für die Rekonstruktion darge-
stellt werden.
o c. Die Eröffnung des Bruchsackes erschwert die Rekonstruktion
und birgt die Gefahr eines erneuten Rezidivs.
o d. Die Implantation von Fremdmaterial ist obligat.
o e. Um eine Reaktion auf das Fremdmaterial möglichst gering zu
halten, wird die Größe des Netzes auf das Notwendigste be-
grenzt.
o f. Sowohl die Fixierung des Netzes auf dem hinteren Faszien-
blatt als auch die Platzierung auf dem verschlossenen vorderen
Faszienblatt sind möglich.

2.4 Speiseröhre
Anatomie

2.24 Wie lang ist die Speiseröhre?

Der Ösophagus des Erwachsenen ist ein Muskelhohlorgan von


o a. 35 cm
o b. 28 cm

o c. 22 cm Länge.
41 2
2.25 Bitte fügen Sie die Begriffe in den Lückentext ein.

(Auswahl: Herzen, His-Winkel, Magen, N. vagus, Refluxverhinde-


rung, S-förmig, Schlund/Pharynx, Trachea)
Die Speiseröhre verbindet den
mit dem Mit dem Eintritt in
den Thorax verläuft der Ösophagus
im hinteren Mediastinum hinter der
und dem Im Übergang zum
Magen befindet sich der , der
zur wichtig ist.
Besondere Aufmerksamkeit bei Operationen am Ösophagus gilt dem
, der mit beiden Ästen auf der
Vorder- und Hinterseite der Speiseröhre verläuft.

2.26 In welche drei Abschnitte teilt sich die Gefäßversorgung


des Ösophagus?

Die Gefäßversorgung des Ösophagus teilt sich in drei Abschnitte:


4 Zervikaler Abschnitt: Versorgung aus den

4 Thorakaler Abschnitt: Versorgung aus

4 Abdominaler Abschnitt: Versorgung aus der


und

Zervikales Ösophagusdivertikel

2.27 Die Schleimhautaussackung durch die Muskelschichten


des zervikalen Ösophagus nach links wird mit
einer Innervationsstörung in Zusammenhang gebracht.
Wodurch ist das Zenker-Divertikel gekennzeichnet?

Das Zenker-Divertikel gilt als typisches


o a. Pulsionsdivertikel.
o b. Traktionsdivertikel.
42 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.28 Worin besteht die Symptomatik eines Zenker-Divertikels


im fortgeschrittenen Stadium?

2.29 Beschreiben Sie kurz das Operationsprinzip


einer Zenker-Divertikel-Abtragung.

Hiatushernie

2.30 Welche Operation gilt als die typische operative


Versorgung einer Hiatushernie?
43 2
Ösophaguskarzinom

2.31 Welche Aussagen treffen für die operative Versorgung


eines Ösophaguskarzinoms zu?

o a. Die operative Versorgung erfolgt über einen abdominalen und


kollaren bzw. thorakalen Zugang.
o b. Die Lagerung erfolgt in Rückenlage, der Kopf wird nach links
gedreht bzw. es wird ein Polster unter die linke Schulter gelegt.
o c. Bei einem Zweihöhleneingriff erfolgt eine intraoperative
Umlagerung in eine Linksseitenlagerung.
o d. Die Exploration des Bauchraums auf Fernmetastasen ist
mitentscheidend für das weitere Vorgehen.
o e. Die Wiederherstellung der Passage erfolgt über eine
Ösophagogastrostomie.
o f. Die Ernährung des Magenschlauchs wird durch die A. gastrica
dextra und A. gastroomentalis dextra gewährleistet.
o g. Die Resektion des Ösophagus beinhaltet regelmäßig eine
Fundoplikatio, um einen galligen Reflux zu verhindern.
o h. Die Ösophagogastrostomie kann sowohl per Hand- als auch
per Stapleranastomose erfolgen.
o i. Alternativ kann die Ösophagogastrostomie mittels eines
Koloninterponats erfolgen.
44 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.5 Magen
Anatomie

2.32 In welche drei Abschnitte wird der Magen anatomisch


eingeteilt?

Der Magen ist ein muskuläres Hohlorgan, das in drei Abschnitte


unterteilt wird:

2.33 Bitte vervollständigen Sie den Lückentext.

Die Lage des Magens ist durch verschiedene Gewebestrukturen


sichergestellt:
4 Fixierung der am Zwerchfell.
4 Fixierung mit der durch das
Lig. hepatogastricum.
4 Fixierung mit der durch das
Lig.gastrosplenicum.
4 Fixierung zum über das
Lig. gastrocolicum.

Die Gefäßversorgung des Magens ist komplex:


4 Hauptgefäßstamm:
4 Versorgung der kleinen Kurvatur: A.
und A. (aus der A. hepatica communis).
4 Versorgung der großen Kurvatur: A.
(aus der A. splenica) und A.
(aus der A. gastroduodenalis).
45 2
2.34 In welches Gefäß erfolgt die venöse Drainage
des Magens?

Die venöse Drainage erfolgt in die


o a. V. portae
o b. V. cava inferior

Allgemeines zur Magenchirurgie

2.35 Bitte markieren Sie die korrekten Aussagen.

Ein blutendes gastroduodenales Ulkus …


o a. wird primär endoskopisch therapiert.
o b. erfordert eine operative Blutstillung, wenn der Konserven-

bedarf nach Endoskopie 10 Erythrozytenkonzentrate/24 h


übersteigt.
o c. erfordert eine operative Blutstillung, wenn der Konserven-

bedarf nach Endoskopie 4 Erythrozytenkonzentrate/24 h


übersteigt.
o d. wird chirurgisch mittels Quadrantenumstechung und Ligatur

der A. gastroduodenalis therapiert.


o e. wird chirurgisch mittels Quadrantenumstechung und Ligatur

der A. gastrica dextra therapiert.

Pyloroplastik

2.36 Ergänzen Sie den Lückentext zur Pyloroplastik.

(Begriffe: Lumenerweiterung, mediane, Verkürzung)


Der Zugangsweg ist die querverlaufende oder
Laparotomie. Das Prinzip dieser Operation beruht darauf, eine
der Duodenalrohrlänge und eine
gleichzeitige am Rohrquerschnitt zu
erzielen.
46 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.37 Woraus besteht die OP-Technik bei der Pyloroplastik?

Die aus dem OP-Prinzip resultierende Technik besteht in der


o a. Lösung des Duodenums mit Kocher-Manöver aus dem
Retroperitoneum.
o b. Querinzision des Pylorus mit Längsvernähung.

o c. Längsinzision des Pylorus mit Quervernähung.

Magenresektion

2.38 Nennen Sie drei Indikationen zur Magenresektion


nach Billroth I.

2.39 Ordnen Sie die beschriebenen OP-Techniken


bzw. Prinzipien der Rekonstruktion nach Billroth I
oder Billroth II zu.

o a. Duodenalblindververschluss
o b. Rekonstruktion der gastrointestinalen Passage als Gastro-
jejunostomie
o c. Braun-Fußpunktanastomose

o d. Rekonstruktion der gastrointestinalen Passage als Gastro-

duodenostomie
o e. Mobilisation des Duodenums nach Kocher

o f. Y-Roux-Anastomose

o g. Verschluss des Mesoschlitzes

o h. Anastomosen mit Handnaht oder Staplertechnik möglich

4 Billroth I:
4 Billroth II:
47 2
Magenkarzinom

2.40 Welche Organe bzw. Strukturen werden bei einem


Magenkarzinom entfernt, wenn mit kurativem Ansatz
operiert werden soll?

2.41 Womit wird die Ersatzmagenbildung durchgeführt?

o a. Koloninterponat.
o b. Jejunumschlinge.
o c. Ileumschlinge.

2.42 Bitte vervollständigen Sie die Aussagen zur Anastomose


bei Magenkarzinom-OP.

Die Anastomosierung erfolgt mittels

Die Dichtigkeit der Anastomose wird geprüft durch:

4
48 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.43 Palliative Therapieformen bei Magen- bzw. Kardia-


karzinom beinhalten welche der folgenden Maßnahmen?
Bitte kreuzen Sie die richtigen Antworten an.

o a. Gastroenterostomie.
o b. Palliative Gastrektomie.
o c. Endoskopische Dilatation/Stent.
o d. Entfernung von hepatischen oder pulmonalen Metastasen.
o e. Entfernung des Peritoneums mit intraperitonealer Chemo-
therapie.

2.6 Milz
Anatomie

2.44 Bitte setzen Sie die fehlenden Angaben ein.

Die Milz liegt im Oberbauch,


vollständig
o a. retroperitoneal,

o b. intraperitoneal,

wiegt ca. g und ist von einer


und (Serosa) umhüllt.

2.45 Durch welche Gewebestrukturen ist die Lage der Milz


sichergestellt?

Fixierung vom Hilus zum Magen durch das Lig.


Fixierung an der dorsalen Bauchwand durch das Lig.
Fixierung mit dem Pankreasschwanz durch das Lig.
49 2
2.46 Welche Gefäße versorgen die Milz durch den Milzhilus?

4 V.
4 A.
4 Vasa

Splenektomie

2.47 Nennen Sie je eine notfallmäßige, elektive


und diagnostische Indikation zur Splenektomie.

Elektiv:

Notfallmäßig:

Diagnostisch:

2.48 Welche Organe unterliegen bei einer Splenektomie


besonderer Verletzungsgefahr?

4
50 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Milzerhaltende Operationstechniken

2.49 Begründen Sie, warum möglichst organerhaltend


operiert wird.

2.50 Welche Komplikation ist bei einem Milzverlust


besonders gefürchtet?

2.51 Bitte ergänzen Sie den fehlenden Wert.

Der Milzerhalt ist nur sinnvoll, wenn –


% Parenchymrest erhalten werden
können.

2.52 Bitte kreuzen Sie jeweils die korrekte Aussage an.

Milzerhaltend operiert werden sollte bei allen polytraumatisierten


Patienten.
o a. Stimmt.

o b. Stimmt nicht.

Milzerhaltend operiert werden sollte bei Milzverletzungen im Rah-


men elektiver Oberbaucheingriffe.
o c. Stimmt.

o d. Stimmt nicht.

Milzerhaltend operiert werden sollte bei verletzten Kindern.


o e. Stimmt.

o f. Stimmt nicht.
51 2
Milzerhaltend operiert werden sollte bei isolierten kleinen malignen
Herden.
o g. Stimmt.

o h. Stimmt nicht.

2.53 Welche Instrumente und/oder Materialien würden Sie


für eine geplante milzerhaltende Operationstechnik
bereitlegen?

2.54 Ordnen Sie die Aussagen den verschiedenen lokalen


Hämostyptika zu (. Tab. 2.3).

. Tab. 2.3 Lokale Hämostyptika

Lösungen

1 Fibrinkleber

2 Kollagenvlies

3 Tabotamp

4 Tachosil
52 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

o a. Besteht aus oxidierter, regenierter Zellulose, führt zur raschen


Bindung der Proteinbestandteile des Blutes
o b. 2-Komponentenkleber, Lagerung erfolgt tiefgefroren
o c. Kollagenvlies, bestehend aus Fibrinogen und Thrombin,
resorbierbar
o d. Besteht aus resorbierbaren Kollagenfibrillen

2.7 Gallenblase und Gallenwege


Anatomie, Diagnostik, Operation/Indikation

2.55 Ergänzen Sie für die Anatomie der Gallenblase


und -wege den folgenden Lückentext.

(Begriffe: birnen-, Blindsack, cystica, cysticus, dickt, Gallenflüssig-


keit, intraperitoneal, Leber)
Die -förmige Gallenblase mündet
seitlich über den Ductus als
in die ableitenden Gallenwege ein.
Die Gallenblase ist bindegewebig mit der
verwachsen und liegt Sie speichert die
und sie ein.
Die Gallenblase wird arteriell über die A.
versorgt.

2.56 Bei welchen Strukturen handelt es sich um Anteile


der Gallenblase?

Als Anteile werden unterschieden:


o a. Fundus.

o b. Korpus.

o c. Pylorus.

o d. Infundibulum.
53 2
2.57 Nennen Sie typische Symptome eines Gallensteinleidens.

2.58 Nennen Sie je ein Beispiel für die folgenden


OP-Indikationen zur Cholezystektomie.

Absolute Indikation zur Sofort- oder Notoperation:

Dringliche Indikation (Operation binnen 24–72 h):

Elektive Indikation:

2.59 Welche Aussagen sind falsch?

o a. Der Rippenbogenrandschnitt stellt die typische Schnittfüh-


rung zur offenen Cholezystektomie dar.
o b. Die Lagerung des Patienten zur Cholezystektomie erfolgt in
leichter Linksseitenlage mit leicht aufgeklapptem Oberkörper.
o c. Bei einer laparoskopischen Vorgehensweise wird der Patient
in Steinschnittlage kopftief gelagert.
o d. Bei einem Gallenblasenhydrops oder -empyem wird die
Flüssigkeit intraoperativ abpunktiert.
o e. Das entnommene Präparat, inkl. Steine, wird bakteriologisch
und histologisch untersucht.
54 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Cholezystektomie

2.60 Welche Struktur wird bei einer Cholezystektomie


korrekterweise ligiert/geklippt und durchtrennt?

o a. Ductus choledochus.
o b. Ductus hepaticus communis.
o c. Ductus cysticus.
o d. A. hepatica dextra.
o e. A. hepatica sinistra.

2.61 Wodurch unterscheidet sich das Vorgehen bei einer


retrograden Cholezystektomie von einer antegraden
Cholezystektomie?

Retrograde Cholezystektomie:

Antegrade Cholezystektomie:

2.62 Bei welchen Indikationen ist die antegrade


Vorgehensweise indiziert?

o a. Bei anatomischen Unklarheiten.


o b. Das Hilusgebilde kann nicht mit Sicherheit identifiziert werden.
o c. Bei besonders dicken Patienten.
o d. Bei entzündlichen Veränderungen.
o e. Empfohlen für unsichere Chirurgen.
o f. Bei kleinen Zugängen.
55 2
Choledochusrevision

2.63 Was ist mit dem Begriff »Gallengangrevision« gemeint?

o a. Anlage einer biliodigestiven Anastomose nach Durchtrennung


des Gallengangs.
o b. Operative Eröffnung des Ductus choledochus und Dar-
stellung mit Kontrastmittel und ggf. Entfernung von Steinen
und Anlage eines T-Drains.
o c. Versorgung eines Gallelecks nach Cholezystektomie.
o d. Anlage einer perkutanen Drainage der Gallenblase.
o e. Umstieg vom laparoskopischen zum offen-chirurgischen
Vorgehen bei Cholezystektomie.

2.8 Leber
Anatomie, Diagnostik, Operationstechniken

2.64 Ergänzen Sie für die Anatomie der Leber folgenden


Lückentext.

(Begriffe: Abfluss, fünf, Leberarterien, Pfortader, rechten, Rippenbo-


gen, V. cava inferior, venöse)
Die Leber liegt unter der Zwerchfell-
hälfte und wird vorn vom be-
deckt. Bänder fixieren sie in
ihrer Lage unter dem Zwerchfell. Die Leber ist zwischen zwei
Kreisläufe geschaltet:
4 Der venöse des Magen-Darm-
Traktes, der Bauchspeicheldrüse und der Milz erfolgt über die
Der venöse Blutabstrom
erfolgt über die Vv. hepaticae zur .
4 Die arterielle Blutversorgung, die nur 20% der gesamten Blutzu-
fuhr darstellt, erfolgt über die .
56 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.65 In wie viele Segmente wird die Leber gegliedert


(Einteilung nach Couinaud)?

2.66 Durch welche Strukturen erfolgt – je nach


Betrachtungsweise – die Unterteilung in einen linken
und einen rechten Leberlappen?

o a. Lig. falciforme.
o b. Lig. teres hepatis.
o c. V. cava-Gallenblasen-Linie.
o d. Pfortader.

OP-Indikationen

2.67 Bei einer Teilresektion der Leber sollte eine klinisch


bedeutsame Leberinsuffizienz weitestgehend
ausgeschlossen werden. Wie viel Prozent einer Leber
kann dafür reseziert werden?

2.68 Nennen Sie je zwei gut- und bösartige Veränderungen


der Leber, die eine Therapie erfordern.

Gutartige Läsionen:

4
57 2
Bösartige Läsionen:

2.69 Welche Vorbereitungen und Arbeitsschritte erfolgen


bei einer Leberrevision nach Trauma? Bitte kreuzen Sie
die richtigen Aussagen an.

o a. Laparo- bzw. Thorakoskopie, um das Ausmaß des Traumas zu


identifizieren.
o b. Autotransfusionsgerät und entsprechendes Zubehör bereit-
stellen.
o c. Blutungen mit einer wirkungsvollen Tamponade oder mit
tief durchgreifenden Parenchymdurchstechungen versorgen –
Relaparotomie am nächsten Tag.
o d. Zubehör für das Pringle-Manöver bereitstellen.
o e. Inspektion und ggf. Versorgung der Verletzungen an Gallen-
blase, Ductus choledochus und Ductus hepaticus.
o f. Mit Hilfe von Fibrinkleber und Infrarotkoagulator können
die Blutungen in den häufigsten Fällen beherrscht werden.

2.70 Welche zwei Resektionstechniken werden in der


Leberchirurgie grundsätzlich unterschieden?

Bei Resektionen, die sich an der Lokalisation einer Läsion orientieren,


spricht man von
berücksichtigen dagegen die
anatomischen Grenzen.
58 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.71 Bitte erklären Sie den Begriff »Pringle-Manöver«.

Lebertransplantation

2.72 Ordnen Sie die Beschreibungen den Transplantations-


techniken zu (. Tab. 2.4).

. Tab. 2.4 Techniken zur Lebertransplantation

1 Orthotope Lebertrans-
plantation (OLTX)

2 Split- oder Segment-


transplantation (SLTX)

3 «Living-related« LTX
(LBLTX)

o a. Transplantation eines Lebersegments. Die Spende erfolgt


durch einen Angehörigen.
o b. Die Leber eines Leichenspenders wird in die anatomische
Position implantiert.
o c. Implantation eines Leberteils oder -segments an der
anatomischen Position. Die Spende kann durch Lebend-
oder Leichenspende erfolgen.
59 2
2.73 Welche Schritte erfolgen bei der sog. »Back-table-
Präparation«? Kreuzen Sie die richtigen Antworten an.

o a. Nach dem Auspacken wird das Spenderorgan histologisch


beurteilt, gewogen und das Gewicht dokumentiert.
o b. An der Spenderleber werden die Leberarterien auf Anasto-
mosenlänge präpariert und die Pfortader mit Haltefäden
versehen.
o c. Von den Lebervenen und der V. cava wird anhängendes
Binde- und Muskelgewebe entfernt.
o d. Die V. cava inferior wird distal durchtrennt.
o e. Offene Gefäßabgänge, die sich beim Sondieren mit der Knopf-
kanüle zeigen, werden verschlossen. Abschließend Spülen des
Gallengangs mit Kochsalzlösung.
o f. Das vorbereitete Spenderorgan wird dann bis zur Implantation
auf Eis gelagert.

2.9 Bauchspeicheldrüse
Anatomie und Physiologie

2.74 Markieren Sie die korrekten Aussagen zur Anatomie


der Bauchspeicheldrüse.

o a. Die Bauchspeicheldrüse liegt retroperitoneal.


o b. Die Bauchspeicheldrüse liegt intraperitoneal.
o c. Das Pankreas ist ein exokrines Organ und ist von zahlreichen
Ausführungsgängen durchzogen.
o d. Das Pankreas ist ein endokrines Organ.
o e. Der Pankreaskopf wird rechts vom Duodenum umschlossen.
Beide Organbereiche haben eine gemeinsame Blutversorgung.
o f. Der Pankreaskopf wird von einer festen bindegewebigen
Kapsel umschlossen.
60 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.75 In welche Abschnitte wird das Pankreas unterteilt?

2.76 Bitte vervollständigen Sie den Lückentext.

(Auswahl: A. und V. splenica, Aorta, Bursa omentalis, Ductus chole-


dochus, Ductus Wirsungianus, Oberkante Pankreasschwanz, Papilla
Vateri)
Im Duodenum münden der und der
in die
Die Vorderfläche des Pankreas grenzt an die Magenhinterwand und
ist von dieser lediglich durch die
getrennt. Der steht in enger
Beziehung zum Milzhilus.
verlaufen an der
des Pankreas. Dabei geben sie aber viele kleine Äste an die Bauch-
speicheldrüse ab. Das Organ liegt ventral der Wirbelsäule der
auf.

2.77 Durch welche Gefäße erfolgt die arterielle


Blutversorgung der Bauchspeicheldrüse?
61 2
Krankheiten der Bauchspeicheldrüse

2.78 Welche Aussagen entsprechen dem OP-Konzept


bei einer akuten Pankreatitis?

o a. Die operative Therapie beginnt frühzeitig, um einer


nekrotisierenden Pankreatitis vorzubeugen.
o b. Die Nekrosektomie erfolgt im Anschluss an ein endoskopi-
sches interventionelles Verfahren.
o c. Spüldrainagen werden zur Ableitung des aggressiven
Pankreassekrets in die Pankreasloge eingelegt.
o d. Die Sanierung der Spätfolgen durch erfolgt durch Drainage-
operation, z. B. Pseudozystojejunostomie nach Y-Roux.

2.79 Bitte ergänzen Sie den Satz.

Der kurative Therapieansatz für das Pankreaskopf- und das Papil-


lenkarzinom erfolgt im frühen Erkrankungsstadium durch die
nach Whipple.

2.80 Welche Aussagen sind falsch?

o a. Der operative Goldstandard bei Pankreaskopfkarzinom ist die


totale Duodenopankreatektomie.
o b. Ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus ist die Folge einer
totalen Duodenopankreatektomie.
o c. Bei fortgeschrittenem Karzinombefund erfolgt eine pylorus-
erhaltende partielle Duodenopankreatektomie.
o d. Eine Operation nach Whipple mit Resektion des distalen
Magens wird vorgenommen, wenn der Tumor auch im Bulbus
duodeni zu finden ist.
o e. Das Pankreasschwanzkarzinom wird, falls die Operabilität lo-
kal gegeben ist, durch die Linksresektion des Organs therapiert.
o f. Bei einer chronischen Kopfpankreatitis wird der Entzün-
dungsherd lokal reseziert, die Deckung des Defekts erfolgt in
fortlaufender Nahttechnik mit dem verbleibenden Bauch-
speicheldrüsengewebe.
62 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Duodenumerhaltende Pankreasresektion (DEPKR)

2.81 Kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.

Duodenumerhaltende Pankreaskopfresektion nach


o a. Berger.
o b. Frey.

Lokale Pankreaskopfresektion mit longitudinaler Pankreatikojejuno-


stomie nach
o a. Berger.

o b. Frey.

Vollständige Durchtrennung des Pankreas auf Höhe der Mesenterial-


vene und anschließender »Aushöhlung« des Pankreaskopfes nach
o a. Berger.

o b. Frey.

Partielle Pankreaskopfresektion ohne Durchtrennung des Paren-


chyms, aber mit Erweiterung des Pankreasgangs nach
o a. Berger.

o b. Frey.

2.82 Kreuzen Sie die richtige Antwort an.

Bei allen duodenumerhaltenden Operationsverfahren wird der eröff-


nete Pankreasrest mit einer antimesenterial eröffneten, nach Y-Roux
ausgeschalteten Jejunumschlinge gedeckt.
o a. Stimmt.

o b. Stimmt nicht.
63 2
Distale Pankreasresektion

2.83 Kreuzen Sie die richtige Aussage an.

Bei einer linksseitigen subtotalen Pankreasresektion werden


o a. 50–70%
o b. 60–80%

des gesamten Drüsengewebes entfernt.

2.84 Nennen Sie drei Indikationen für eine distale


Pankreasresektion.

2.85 Welche Aussagen zur linksseitigen Pankreasresektion


sind falsch?

o a. Die OP erfolgt in Rechtsseitenlage mit retroperitonealem


Zugang.
o b. Resektion des Pankreasschwanzes mit einem Teil des
Pankreaskörpers.
o c. Resektion der Milz und Unterbindung der A. splenica ist
obligat.
o d. Die OP ist laparoskopisch durchführbar.
o e. Bei der Präparation des Pankreasschwanzes und der Gefäße
vom Retroperitoneum ist die Nebenniere stark gefährdet.
o f. Eine postoperative endoskopisch retrograde Cholangio- und
Pankreatikographie (ERCP) ist Pflicht, um eine Stenose im
Pankreasgang auszuschließen.
64 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Partielle Duodenopankreatektomie nach Whipple

2.86 Nennen Sie drei Indikationen zur rechtsseitigen


Pankreasresektion nach Whipple.

2.87 Kreuzen Sie das heute übliche Operationsverfahren


einer partiellen Pankreatikoduodenektomie an.

o a. OP nach Kausch-Whipple: En-bloc-Resektion des Pankreas-


kopfes mit dem Duodenum und dem distalen Anteil des
Magens.
o b. OP nach Traverso-Longmire: En-bloc-Resektion des
Pankreaskopfes mit Duodenum als pyloruserhaltende
Operation ohne Magenteilresektion.

2.88 Ergänzen Sie den Lückentext zum Operationsprinzip


der rechtsseitigen Pankreasresektion nach Whipple.

(Auswahl: biliodigestive Anastomose, Ductus choledochus, Jejunum-


schlinge, Magenhinterwand.)
Cholezystektomie und Resektion des
Die Rekonstruktion erfolgt über eine
zur Ableitung der Galle und Anastomosierung des Restpankreas mit
oder durch Implantation in die
65 2
2.89 Welche intraoperativen Voraussetzungen müssen
für die komplette Durchführung einer partiellen
Duodenopankreatektomie nach Whipple erfüllt sein?

2.10 Dünndarm
Anatomie und Physiologie

2.90 Welche Aussagen zum Dünndarm sind korrekt?

o a. Die Länge beträgt 5–7 m.


o b. Die Länge beträgt 4–6 m.
o c. Das Jejunum und das Ileum hängen in ganzer Länge frei am
Mesenterium.
o d. Das Jejunum und das Ileum hängen in ganzer Länge frei am
Omentum majus.

2.91 Markieren Sie die korrekten Aussagen für die Anatomie


des Dünndarms.

Der Dünndarm beginnt am


o a. Pylorus
o b. Duodenum

und endet an der


o c. Bauhin-Klappe.

o d. Ileozäkalklappe.
66 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.92 Bitte ergänzen Sie den Lückentext.

(Begriffe: ascendens, descendens, Jejunum, mesenterica superior,


Pankreaskopf, retroperitoneal)
Die Gefäßversorgung des Dünndarmes erfolgt aus Ästen der A.
Das Duodenum umfasst hufei-
senförmig den , liegt größten-
teils und besteht aus den Ab-
schnitten: Pars superior, Pars und
Pars horizontalis. Die abschließende Pars
mündet am Treitz-Band in das

2.93 Definieren Sie den Begriff Enterotomie.

Dünndarmresektionen

2.94 Nennen Sie mindestens vier Indikationen


für eine Dünndarmresektion.

4
67 2
Tumor Resektionslinie

Resektionslinie
Striktur

. Abb. 2.8 (Aus Siewert u. Stein 2012)

2.95 Ordnen Sie die Grafik (. Abb. 2.8) entsprechend dem


operativen Vorgehen bei einem benignen oder malignen
Befund zu und begründen Sie die Antwort.

. Abb. 2.8a:

4 Befund:

4 Begründung:

4
68 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

. Abb. 2.8b:

4 Befund:

4 Begründung:

2.96 Welche der folgenden Aussagen zu den Grundsätzen


der Dünndarmresektion sind richtig?

o a. Nach Aufsuchen der betroffenen Schlinge erfolgt die


Skelettierung des Mesenterialbezirks V-förmig.
o b. Die Gefäßversorgung wird grundsätzlich zentral unter-
brochen.
o c. Die Diaphanoskopie unterstützt beim Auffinden der ent-
sprechenden Arterien.
o d. Mit einem linearen Anastomosenstapler wird der Darm
durchtrennt.
o e. Eine Durchtrennung mit dem Skalpell wird wegen der Gefahr
der Verunreinigung der Bauchhöhle nicht empfohlen.
o f. Die Rekonstruktion der Darmpassage erfolgt durch eine
End-zu-Seit-Anastomose in Einzelknopftechnik.
o g. Eine weitere Möglichkeit der Rekonstruktion besteht durch die
ein- oder zweireihige fortlaufende Nahttechnik als End-zu-
End-Anastomose.
o h. Durch den Verschluss des Mesenterialschlitzes und das
Anordnen des Darmpakets im Sinne von Noble werden
Verschlingungen und Abknickungen vermieden.
o i. Vor dem Bauchverschluss wird der gesamte Dünndarm quer
zur Mesenterialwurzel mäanderförmig angeordnet und mittels
Naht fixiert.
69 2
2.11 Blinddarm
Appendizitis

2.97 Markieren Sie die korrekten Aussagen zur Anatomie


der Appendix.

o a. Die Appendix entspringt aus der Ileozäkalklappe.


o b. Sie entspringt aus dem Zäkum.
o c. Sie entspringt aus dem Ileum.
o d. Die Appendix liegt intraperitoneal.
o e. Sie liegt retroperitoneal.
o f. Die Appendix wird von der A. appendicularis versorgt.

2.98 Es gibt drei Appendizitisformen. Nennen Sie diese.

2.99 Bitte markieren Sie die korrekten Aussagen.

Bei Kleinkindern verläuft die Entzündung des Wurmfortsatzes verzö-


gert. Je älter die Patienten sind, desto schwieriger gestaltet sich die Dif-
ferenzialdiagnose.
o a. Stimmt.

o b. Stimmt nicht.

Aufgrund einer geringer ausgeprägten Klinik liegt die Rate der perfo-
rierten Wurmfortsätze bei alten Menschen mit über 30% doppelt so
hoch wie bei den übrigen Patienten. Bei einer häufig größeren Zahl
von Begleiterkrankungen resultiert eine erhöhte Mortalität.
o c. Stimmt.

o d. Stimmt nicht.
70 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.100 Einige der Aussagen zu den zeitlichen Besonder-


heiten im Rahmen der OP-Indikationen sind falsch.
Welche?

o a. OP-Vorbereitung und Planung sollten maximal 2 h in


Anspruch nehmen. Auf die Forderung der Nüchternheit vor
der Narkoseeinleitung muss verzichtet werden.
o b. Bei unklarer Symptomatik wird primär auf Beobachtung und
Erhebung von Kontrollbefunden verzichtet und frühzeitig
operiert.
o c. Zur Klärung und Vermeidung von zeitlichem Verzug wird
grundsätzlich eine offene Appendektomie angestrebt.
o d. Eine Sofortoperation beim perityphlitischen Infiltrat bzw.
Abszess unter Antibiotikaprophylaxe mit Fortführung als
Therapie kann den Krankheitsverlauf abkürzen.
o e. Besonderer Wert in der Diagnostik kommt der präoperativen
Sonographie sowie der CT-Diagnostik zu.

Appendektomie bei mobilem Zäkum

2.101 Ergänzen Sie den Text zum Prinzip der klassischen


offenen Appendektomie.

(Begriffe: 1 m, appendicularis, Appendixstumpfversenkung, Douglas-


Raums, Fibrinbelägen, Ligatur, Meckel, Querschnitt, rechten, warmer,
Wechselschnitt, Zäkumbasis, Zäkumpols)
Häufigster Zugang: im
Unterbauch. Alternativ:
, weil er beliebig verlängert wer-
den kann und bei perityphlitischen Befunden vorteilhaft ist.
Hervorluxieren des und Fassen
des Mesenteriums an der Appendixspitze.
Doppelte Ligatur der A. und Ske-
lettieren des Mesenteriolums bis zur .
Absetzen der Appendixbasis nach Legen einer kräftigen
am Zäkum durch eine Tabakbeutelnaht aus
dünnerem Nahtmaterial und ggf. Sicherung mit einer Z-Naht.
71 2
Inspektion des Dünndarms nach einem
-Divertikel über eine Distanz von ca. .
Häufig ist dieser ca. 70 cm vor der Ileozäkalklappe zu finden.
Sorgfältiges Austupfen des mit
Stieltupfern.
Bei Perforation: Spülen des Abdomens mit
Kochsalzlösung und Entfernen von .

2.102 Beschreiben Sie kurz das intraoperative Vorgehen


beim retrozäkal gelegenen Wurmfortsatz.

2.12 Dickdarm
Anatomie und Physiologie

2.103 Als Dickdarm (Kolon) bezeichnet man den etwa 1,5 m


langen Darmanteil von der Ileozäkalklappe bis zum Anus.
In welche Abschnitte wird das Kolon – von rechts unten
ausgehend – unterteilt? (Bedenken Sie dabei bitte auch
die Angabe, ob der benannte Abschnitt intra- oder retro-
peritoneal liegt.)

4
72 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.104 Ordnen Sie die besonderen Merkmale des Kolons den


Beschreibungen zu (. Tab. 2.5)

. Tab. 2.5 Kolon

Lösungen

1 Tänien

2 Haustren

3 Appendices epiploicae

4 Plica semilunares coli

o a. Kleine, von Serosa überzogene Fettläppchen längs der Tänien.


o b. Halbmondförmige Kontraktionsfalten, die das Innenrelief des
Dickdarms bilden. Sie entsprechen Kontraktionszuständen der
Ringmuskulatur und wandern mit der Peristaltik.
o c. Ausbuchtungen zwischen den Tänien, die durch Einschnürun-
gen gegeneinander abgesetzt sind.
o d. 3 Längsstreifen aus zusammengebündelten Fasern der Längs-
muskulatur.
73 2
Diagnostik, Einteilung und Therapie kolorektaler Karzinome (KRK)

2.105 Die Tumorstadien werden international einheitlich


dokumentiert in der sog. TNM-Klassifikation.
Wofür stehen die Buchstaben und wozu dienen sie?

T=
N=
M=
Bedeutung:

2.106 Kreuzen Sie die richtigen Aussagen zur OP-Vorbereitung


im Rahmen der Fast-Track-Therapie an.

o a. Die Antibiotikatherapie zur Senkung von postoperativen


Infektionen beginnt 24 h vor der OP.
o b. Auf eine Nahrungskarenz vor und nach der OP wird
verzichtet.
o c. Die Indikationsstellung für Drainagen erfolgt sehr kritisch.
o d. Auf eine hydromechanische präoperative Darmreinigung wird
verzichtet.
74 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.107 Nennen Sie mindestens drei Grundsätze zur Verhütung


der Tumorzellaussaat.

2.108 Bringen Sie die allgemeinen OP-Schritte


bei Kolonresektionen in die richtige Reihenfolge.

o a. Nr. Skelettierung unter


Beachtung der Gefäßversorgung der Darmenden (bis 1/2 cm).
o b. Nr. Mobilisierung der
Darmenden zur Schaffung spannungsfreier Nahtverbindun-
gen (keine Spannung auf der Anastomose).
o c. Nr. Festlegung der
Resektionsgrenzen je nach Tumorlokalisation, Lymphknoten-
befall und Metastasenbildung.
o d. Nr. Verschluss des
Mesenterialschlitzes.
o e. Nr. Sphinkterdehnung
nach Kolonanastomosenoperation.
o f. Nr. End-zu-End-Ana-
stomose (biologisch am günstigsten).
75 2
2.109 Benennen Sie die in . Abb. 2.9 dargestellte Operation,
zu entfernende Kolonabschnitte und Rekonstruktions-
technik, um die Darmkontinuität wiederherzustellen.

. Abb. 2.9 (Aus Siewert 2001)

In . Abb. 2.9 dargestellte Operation:

Zu entfernende Kolonabschnitte:

Art der Anastomose:


76 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.110 Benennen Sie die in . Abb. 2.10 dargestellte Operation,


zu entfernende Kolonabschnitte und Rekonstruktions-
technik, um die Darmkontinuität wiederherzustellen.

A. colica media
A. jejunalis

. Abb. 2.10 (Aus Siewert u. Stein 2012)

In . Abb. 2.10 dargestellte Operation:

Zu entfernende Kolonabschnitte:

Art der Anastomose:


77 2
2.111 Ergänzen Sie den Text zur Sigmaresektion.

Die Sigmaresektion erfolgt in


-Lagerung.
Zugangsweg: Die Sigmaresektion kann als
oder als Operation durchge-
führt werden.

2.112 Bitte markieren Sie die korrekten Aussagen.

Die Sigmaresektion umfasst:


o a. Sigmaschleife,
o b. Colon descendens,

o c. Rektum

o d. Milz.

Die Rekonstruktion erfolgt als


o e. Handanastomose,

o f. Stapleranastomose,

o g. Doppelläufige Anus-praeternaturalis-Anlage.

Besondere Aufmerksamkeit bei der Präparation gilt empfindlichen


Strukturen wie
o h. Ureter,

o i. Milz,

o j. Niere,

o k. Blase,

o l. Pankreas.
78 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.113 Welche OP-Verfahren sind zur erweiterten Sigma-


resektion bei großen oder Mehrfachtumoren indiziert?

2.114 Einige der Aussagen zur Anastomose in Staplertechnik


sind falsch. Welche?

o a. Das Einführen der Gegendruckplatte erfolgt am distalen


Darmende.
o b. Die Gegendruckplatte wird mit Hilfe einer Tabakbeutelnaht
fixiert.
o c. Beim offenen Rektumstumpf ist eine zweite Tabakbeutelnaht,
die den Dorn des Klammernahtinstrumentes fixiert, obligat.
o d. Vor dem Einführen des Klammernahtgerätes ist eine
Rektoskopie zwingend notwendig.
o e. Nach Adaption des Magazins zur Gegendruckplatte entsteht
mit Auslösung des Klammervorgangs eine zirkuläre
Anastomose.
o f. Die Dichtigkeitsprüfung erfolgt wie der Klammervorgang von
rektal, größtenteils mit gefärbter Spüllösung.
o g. Wenn die Anastomosenringe nicht vollständig sind, wird auf
eine Dichtigkeitsprüfung verzichtet.
79 2
Anus-praeternaturalis-Kolostomie

2.115 Definieren Sie den Begriff »Anus praeternaturalis«.

2.116 Stellen Sie die Unterschiede zwischen einem doppelläufi-


gen AP und einem endständigen AP in . Tab. 2.6 dar.

. Tab. 2.6 Doppelläufiger und endständiger Anus praeternaturalis

Indikationen Technik Lage Rückver-


lagerung
möglich?

Doppel-
läufiger
AP

Endstän-
diger AP
80 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.117 Erläutern Sie das Prinzip der Operation nach Hartmann.

Möglichkeit der zweizeitigen Operation:


Hartmann I:

Hartmann II:

Rektumresektion/-amputation

2.118 Kreuzen Sie die richtigen Aussagen zur Rektumresektion


bzw.-amputation an.

o a. Eine Steinschnittlagerung mit Möglichkeit zur Trendelenburg-


Position ist zwingend vorzubereiten.
o b. Bei der kontinenzerhaltenden anterioren Rektosigmoid-
resektion ist in der Regel die Mobilisation der rechten
Kolonflexur erforderlich.
o c. Durch die Klammernahttechnik sind Anastomosen bis ca.
2 cm oberhalb der Anokutanlinie möglich.
o d. Auf die Darstellung des linken Ureters kann intraoperativ
verzichtet werden, da er präoperativ transurethral geschient
wird.
o e. Bei einer OP mit kurativem Ansatz ist eine proximale/totale
Mesorektumexzision unerlässlich.
o f. Bei einer Rektumamputation werden das distale Sigma, das
Rektum und der Anus mit systematischer Entfernung des
Lymphabflussgebietes en bloc total entfernt.
o g. Die Ausleitung des Restsigmas erfolgt als doppelläufiger AP.
o h. Die Operation wird in eine abdominale und perineale Phase
eingeteilt und kann nahezu gleichzeitig von 2 OP-Teams
durchgeführt werden.
81 2
o i. Um die Sakralhöhle bei einer Rektumamputation auszufüllen,
kann eine Netzplombe aus dem Omentum majus präpariert
werden.
o j. Die Zählkontrolle erfolgt grundsätzlich, unabhängig von der
Anzahl der Teams, immer zusammenhängend.

Divertikel und ihre Behandlung

2.119 Bitte definieren Sie den Begriff »Divertikel«.

2.120 Welche Anteile des Kolons werden bei einer Sigma-


divertikulitis entfernt? Welche werden für die
Anastomose benötigt?

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

2.121 Markieren Sie die korrekten Aussagen für Morbus Crohn


und Colitis ulcerosa

Die Colitis ulcerosa ist eine chronische Entzündung, die sich im Ge-
gensatz zum Morbus Crohn auf folgende Struktur(en) beschränkt:
o a. Dünndarm,

o b. Dickdarm,

o c. Duodenum.
82 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Durch Vernarbungen und Verdickungen der befallenen Darmab-


schnitte kann es zu folgenden Komplikationen kommen:
o d. Perforation,

o e. Fistel- bzw. Abszessbildung,

o f. Blutung.

Das Karzinomrisiko ist beim Morbus Crohn


o g. höher
o h. geringer

als bei der Colitis ulcerosa.

2.122 Bitte beschreiben Sie das unterschiedliche Resektions-


ausmaß bei operativer Therapie des Morbus Crohn und
der Colitis ulcerosa.

Morbus Crohn:

Colitis ulcerosa:

2.13 Proktologie
Anatomie des Anorektums

2.123 Wie lang ist das menschliche Rektum?

– cm.
83 2
2.124 Ergänzen Sie den Lückentext zur Anatomie des Anorektums.

(Begriffe: Analkanal, dentata, Diaphragma, anocutanea, levatorius,


Plicae transversae)
Rektum, und das abschließen-
de Sphinktersystem bilden eine physiologische und komplexe anato-
mische Einheit. Das Rektum tritt im Hiatus
durch das pelvis hindurch und
geht in den Analkanal über.
Das Schleimhautrelief des Rektums weist meistens drei quere Falten,
die sog. , auf.
Die Linea markiert die Grenz-
zone zwischen der nichtsensiblen Rektumschleimhaut und dem hoch-
sensiblen Plattenepithel der Analhaut. Operationen oberhalb der
Linea verursachen daher kaum Schmerzen.
Die distale Begrenzung des Analkanals bildet die Linea
, die eine sichtbare Grenze zwischen dem nicht
verhornenden Plattenepithel des Analkanals und der behaarten peri-
analen Haut der Körperoberfläche darstellt.

2.125 Welches sind die Aufgaben des Beckenbodens?

Der Beckenboden ist eine komplexe trichterförmige Struktureinheit


mit verschiedenen Aufgaben:

4
84 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Hämorrhoiden

2.126 Welche Aussagen sind falsch?

o a. Hämorrhoiden sind arterielle Gefäße und befinden sich unter-


halb der Linea dentata unter der Schleimhaut.
o b. Entsprechend dem Verlauf der versorgenden Endarterien
entstehen Hämorrhoidalknoten bei den Positionen 3, 7 und
11 Uhr in Steinschnittlage.
o c. Gefäßpolster werden mit zunehmendem Alter schlaffer, die
Gefäßkissen können dann prolabieren.
o d. Hämorrhoiden werden dem Befund nach in 5 Grade eingeteilt.
o e. Das Ziel einer Behandlung von symptomatischen Hämorrhoi-
den ist ihre komplette Entfernung und somit eine dauerhafte
Beseitigung der Beschwerden.
o f. Hämorrhoiden bis einschließlich Grad III sind in aller Regel
konservativ zu behandeln.
o g. Effektive konservative Behandlungsmethoden von Hämor-
rhoiden sind Sklerosierung, Infrarotbehandlung, Gummi-
bandligaturen, selektive Hämorrhoidalarterienligaturen.
o h. Operationen werden in segmentale und zirkuläre Verfahren
unterteilt.
o i. Zu den segmentalen Verfahren gehören die Techniken nach
Milligan-Morgan oder Ferguson. Bei den zirkulären Verfahren
gilt die Staplerhämorrhoidopexie als Methode der Wahl.

2.127 Welches OP-Verfahren wird in . Abb. 2.11 gezeigt?

o a. Offene Hömorrhoidektomie nach Ferguson.


o b. Offene Hömorrhoidektomie nach Milligan-Morgan.
o c. Staplerhämorrhoidopexie nach Longo.
85 2

. Abb. 2.11 (Aus Lange et al. 2006)

2.14 Peritonitis
Einteilung und Therapie

2.128 Welche Aussagen zur Therapie einer Peritonitis


sind richtig?

o a. Chirurgische Herdsanierung der Infektionsquelle, intensiv-


medizinische Maßnahmen und unterstützende gezielte anti-
biotische Therapie stellen die Therapiemaßnahmen dar.
o b. Lokalisation und Beschaffenheit der Infektionsquelle, Infek-
tionsdauer, Qualität der chirurgischen Arbeit sind wesentliche
Faktoren, die über die Prognose der Peritonitis entscheiden.
o c. Durch suffiziente chirurgische Herdsanierung, intraoperative
Lavage mit Nekrosektomie und definitiven Bauchverschluss
nach Einlage einer Drainage wird nur ein geringer Anteil der
Peritonitiden erfolgreich behandelt.
o d. Für postoperative Peritonitisfälle, besonders durch Nahtinsuf-
fizienzen hervorgerufene Fälle, eignet sich die Etappenlavage-
86 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

therapie, bei der in einem halb offenen Verfahren ein tempo-


rärer Wundverschluss mit einem Netz erfolgt.

2.129 Im Konzept der Etappenlavage verbleiben häufig von ei-


ner Spülung bis zur nächsten Spülung Textilien im Bauch
des Patienten. Was bedeutet das für die Dokumentation?

2.15 Minimal-invasive Chirurgie (MIC)


Instrumentelle Grundausstattung

2.130 Welche Aussagen zu den Grundlagen der minimal-


invasiven Chirurgie sind falsch?

o a. Bei den Variationen SILS und LESS bietet ein Trokar den
Zugang für Optik und Arbeitsinstrumente.
o b. Das Vorgehen, mit flexiblen oder starren Endoskopen den
Zugang zum erkrankten Organ über eine natürliche Körper-
öffnung zu wählen, wird als NOTES bezeichnet.
o c. Alle technischen Geräte befinden sich auf einem fahrbaren
Regalturm und sind miteinander vernetzt. Dadurch genügt
eine Einweisung gemäß dem MPG für nur jeweils ein Gerät.
o d. Die benötigten Instrumente sind für die Anwendung durch
Trokarkanäle entwickelt, sie werden wie bei den konventionel-
len Verfahren angereicht.
o e. Das OP-Personal unterstützt den Operateur beim Einführen
der Instrumente in die Trokarhülsen.
o f. Die Instrumente müssen während der OP ständig sauber
gehalten werden, d. h. die Hohlräume werden intraoperativ
mit Aqua dest. oder Ringer-Lösung durchspült.
87 2
2.131 Bitte beantworten Sie die Fragen zum Gas zur Anlage
des Pneumoperitoneums.

1. Welches Gas wird zur Anlage des Pneumoperitoneums gewählt?

4
2. Welche Vorteile bietet dieses Gas?

4
3. Warum sollte das Insufflationsgas angewärmt werden?

2.132 Nennen Sie mindestens zwei Möglichkeiten der Präpara-


tionstechniken im Rahmen der MIC und erklären Sie diese.

2.133 Welche Aussagen zum Umgang mit dem MIC-Instrumen-


tarium sind richtig?

o a. Die Veress-Nadel zum Anlegen eines Pneumoperitoneums


gibt es in verschiedenen Durchmessern, unterschiedlichen
Längen, als Einweginstrument und als resterilisierbares
Instrument. Grundsätzlich gilt hier, die Funktionsfähigkeit des
Schnappmechanismus für den Nadelschutz und die Durch-
gängigkeit zu überprüfen.
88 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

o b. Beim Gebrauch eines Single-Ports können sowohl Standard-


MIC-Instrumente verwendet werden als auch speziell geform-
te. Eine Winkeloptik ist ebenfalls erforderlich.
o c. Die Clipzangen sind multifunktional, d. h. die verschiedenen
Clipgrößen haben einen identischen Applikator. Ein PDS-Clip
passt also in die Zange für Titanclips.
o d. Isolierende Instrumentenschäfte sind zwingend notwendig,
um mit monopolarem Strom zu arbeiten.
o e. Wird eine Gewebezange für Präpariertupfer genutzt, muss
dieser fest eingespannt sein. Das bedeutet, die Arretierung
muss bis auf die letzte Raste geschlossen werden.

2.134 Was ist ein Bergesack/Bergebeutel?


Wann wird er eingesetzt?

2.135 Die minimal-invasive Chirurgie bietet viele Vorteile


für den Patienten. Nennen Sie mindestens drei.

4
89 2
2.136 Im Rahmen der MIC ist der Patientenlagerung eine große
Bedeutung beizumessen. Um die Schwerkraft auszu-
nutzen, wird häufig Kopftieflagerung bzw. Fußtieflage-
rung angewendet. Wie heißen diese Lagerungen und was
ist dabei insbesondere zu beachten?

Kopftieflagerung:

Fußtieflagerung:

Beachten:

Operationen

2.137 Ordnen Sie die Operationstechniken den


Beschreibungen zu.

TAPP:

TEP:
o a. Das Kunststoffnetz wird auf laparoskopischem Weg durch die
freie Bauchhöhle, nach Durchtrennung und Präparation des
Peritonealüberzugs und des Bruchsackes von innen vor die
Bruchpforte platziert.
o b. Die stumpfe Aufdehnung zur Platzierung des Kunststoffnetzes
vor der Bruchpforte erfolgt zwischen M. rectus abdominis und
hinterem Blatt der Rektusscheide bis zur Leistenregion.
90 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.138 Welche Zugangsmöglichkeiten zur laparoskopischen


Adrenalektomie sind Ihnen bekannt? Nennen Sie deren
Vor- und Nachteile.

Zugang:

4 Vorteil:

4 Nachteil:

Zugang:

4 Vorteil:

4 Nachteil:

Laparoskopische Magenchirurgie

2.139 Eine Magenresektion unter laparoskopischen


Bedingungen erfolgt als videoassistierte Operation.
Bitte fügen Sie die genannten Begriffe ein.

(Begriffe: laparoskopischer (2 ×), Minilaparotomie, vor der Bauch-


decke)
Der präparatorische Anteil erfolgt unter
Sicht, die Entfernung des Resektates über eine
und die Anastomosen zur Wiederherstellung der
Nahrungspassage oder wieder
unter Sicht.
91 2
2.140 Beschreiben Sie kurz das Prinzip der laparoskopischen
Fundoplicatio nach Nissen/Rosetti.

Laparoskopische Kolonchirurgie

2.141 Bitte fügen Sie die unten angegebenen Begriffe ein,


um den Text verständlich machen.

(Begriffe: anatomischen Strukturen, laparoskopischer, Pfannenstiel,


Streuung, Trokarinzision, Zusatzschnitt)
Kolonresektionen werden immer häufiger mit
Technik operiert. Über die laparoskopische Optik sind die
sehr gut zu erkennen, sodass
die Gefäßversorgung bei malignen Erkrankungen zuerst unterbunden
werden kann, um eine der Tu-
morzellen zu verhindern.
Da das Präparat im Verhältnis zur Trokarinzision relativ groß ist, muss
ein erfolgen, durch den der
Darm entfernt oder vor der offenen Absetzung ausgeleitet wird. Die
Minilaparotomie erfolgt über einen kleinen
-Schnitt oder im Bereich einer erweiterten
Dieses Vorgehen führt zu akzeptablen kosmetischen Ergebnissen.
Dieser Aspekt ist insbesondere für jüngere Patienten mit benignen Er-
krankungen relevant.
92 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.142 Welche besonderen Vorteile bietet eine laparoskopische


Kolonoperation dem Patienten im Vergleich zu einer
klassischen offenen Operation?

2.16 Bariatrische Chirurgie (Adipositaschirurgie)

2.143 Welche (baulichen und materiellen) Voraussetzungen


müssen für die Lagerung von schwergewichtigen
Patienten sichergestellt werden?

2.144 Nennen Sie die Definition von »Adipositas« gemäß WHO.

2.145 Welche Parameter verwendet der BMI zur Einteilung der


Adipositas? Wie lautet die Berechnungsformel des BMI?
93 2
2.146 Wonach richtet sich die Wahl des Operationsverfahrens
bei der Adipositas?

2.147 Vervollständigen Sie den Lückentext mit der Beschrei-


bung des Prinzips der Sleeve-Resektion.

(Begriffe: 2/3, entfernt, Länge, Schlauch)


Der Magen wird in seiner gesamten »abge-
tackert«, sodass nur ein schmaler
übrig bleibt. Im Gegensatz zu anderen metabolischen Verfahren muss
ein Großteil des Magens – ca. des
Magens – werden.

2.148 Bringen Sie die OP-Schritte des »gastric bypass«


in die korrekte Reihenfolge (Nr. 1–4).

o a. Nr. Der Dünndarm


wird mit dem kleinen Magenpouch verbunden.
o b. Nr. Der Magen wird im
oberen Bereich abgetrennt, sodass für die Nahrungspassage
nur ein kleiner Restmagen bleibt.
o c. Nr. Der zuvor durch-
trennte Dünndarm wird an tieferer Stelle wieder mit dem
Dünndarm verbunden als Roux-Y-Anastomose.
o d. Nr. Zur Weiterleitung
der Nahrung wird an einer bestimmten Stelle der Dünndarm
durchtrennt.
94 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3 Orthopädische und Unfallchirurgie,


Handchirurgie

B. Lengersdorf, M. Liehn

3.1 Anatomie und Physiologie von Knochen

3.1 Bitte ergänzen Sie den Satz sinnvoll.

Knochen sind ein Stützwerk aus


und

3.2 Welches sind die Aufgaben der Knochen? Bitte kreuzen


Sie die korrekten Aussagen an.

o a. Stützfunktion und Formgebung.


o b. Infektabwehr.
o c. Schutz bestimmter Organe (Lunge, Herz).
o d. Mineralspeicher.
o e. Blutbildung.

3.3 Durch das Einlagern anorganischer Substanzen dient


der Knochen auch als wichtigster Speicher für Kalzium
und Phosphat. Sie können bei Bedarf durch knochen-
abbauende Zellen (Osteoklasten) mobilisiert werden.
Dies steht unter dem Einfluss von Parathormon und
Kalzitonin. Wo wird Parathormon gebildet und welche
Aufgabe erfüllt es?

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_3, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
95 3
3.4 Wo wird Kalzitonin gebildet und welche Aufgabe erfüllt es?

3.5 Ergänzen Sie die Lücken sinnvoll.

Am Röhrenknochen unterscheiden wir die


(jeweils am Gelenkende) von den
Zu beiden Enden hin verbreitert sich der diaphysäre Schaft in den
Die gelenkbildenden Enden
eines Röhrenknochens sind die

3.6 Beschreiben Sie die anatomischen Begriffe »Spongiosa«


und Kortikalis«.

Spongiosa:

Kortikalis:
96 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3.2 Pathophysiologie von Knochen und Gelenken

3.7 Definieren Sie den Begriff »Fraktur«.

3.8 Traumatische Frakturen werden in offene und geschlos-


sene Brüche unterteilt. Nennen Sie unterschiedliche
Schweregrade (jeweils mindestens 2)

Geschlossene Brüche:

4
Offene Brüche:

3.3 Behandlung von Frakturen

3.9 Worauf zielt jede operative Frakturversorgung ab?


97 3
3.10 Welche Methoden der Frakturversorgung fallen unter
den Begriff »konservative Behandlung«?

3.11 Nennen Sie mindestens zwei Vorteile der intramedullären


Schienung einer Knochenfraktur.

3.12 Welche Aussagen zur »Arbeitsgemeinschaft für Osteo-


synthesefragen« (AO) sind richtig?

o a. Sie wurde 1958 in der Schweiz gegründet.


o b. Sie hat sich weltweites Ansehen erworben, durch systema-
tische Einteilung und standardisierte Behandlung von
Knochenbrüchen.
o c. Auf eine stabile Osteosynthese und eine Knochenheilung
durch Kompression der exakt reponierten Fraktur kann hier
verzichtet werden.
o d. Ein wesentliches Prinzip der AO-Technik ist die interfrag-
mentäre Kompression.
98 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3.13 Das Prinzip der sog. AO-Technik zielt auf eine Knochen-
heilung durch Kompression der exakt reponierten
Fraktur und eine stabile Osteosynthese, die statisch oder
dynamisch realisiert werden kann, ab. Bitte erklären
Sie diese Begriffe.

Statische Kompression:

Dynamische Kompression:

3.4 Pflegerische Tätigkeiten in der Traumatologie

3.14 Die Anwendung von Röntgenstrahlen auf Menschen


wird durch die Röntgenverordnung geregelt. Patient und
Personal müssen geschützt werden. Welche drei Grund-
sätze des Strahlenschutzes müssen beachtet werden und
was sagen sie aus?

4
99 3

3.15 Markieren Sie die richtigen Aussagen zur Blutsperre.

o a. Viele Operationen an Arm und Bein werden erleichtert, wenn


die Blutzufuhr vorübergehend unterbrochen ist.
o b. Die Höhe des Manschettendrucks liegt in der Verantwortung
des Pflegepersonals.
o c. Höhe und Dauer des Manschettendrucks müssen vom Pflege-
personal exakt dokumentiert werden.

3.16 Bitte setzen Sie die korrekten Werte ein.

Am Arm sind zur Blutsperre Manschettendrücke von


mm Hg und am Bein von mm Hg üblich.

3.17 In der Knochenchirurgie kommt häufig Knochenzement


zur Anwendung. Bitte ergänzen Sie folgenden Text
sinnvoll.

Der Knochenzement besteht aus


Komponenten, einer und ei-
nem . Häufig ist der Zement mit
einem Zusatz versetzt. Das An-
rühren beider Komponenten kann manuell oder mit einer Vakuum-
pumpe erfolgen.
100 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3.18 Welche Maßnahme resultiert aus der Tatsache, dass die


Bestandteile des Knochenzements (Polymere, Monomere,
freie Radikale) in der Regel während der Verarbeitung
sehr aggressiv sind?

3.19 Die Vorbereitung und das Anrühren bei geringen Mengen


von Knochenzement obliegen dem Instrumentanten, der
einen freien Blick auf eine Uhr mit Sekundenzeiger haben
sollte. Welche Materialen werden vorbereitet?

4
101 3
3.5 Instrumente, Implantate und ihre Anwendung

3.20 Benennen Sie die in . Abb. 3.1 bis . Abb. 3.4 dargestellten
Instrumente und beschreiben Sie, wofür sie benutzt werden.

. Abb. 3.1 Name/Bezeichnung: . Abb. 3.2 Name/Bezeichnung:


, ,
Verwendung: . Verwendung: .
(© Fa. Aesculap AG) (© Fa. Aesculap AG)

. Abb. 3.3 Name/Bezeichnung: . Abb. 3.4 Name/Bezeichnung:


, ,
Verwendung: . Verwendung: .
(© Fa. Aesculap AG) (© Fa. Aesculap AG)
102 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3.21 Nennen sie mindestens zwei Indikationen für eine Zug-


gurtungsosteosynthese an Frakturen Ihrer Wahl.

3.22 Bitte fügen Sie die richtigen Werte ein.

Kortikalisschrauben haben im Standardfragment einen Durchmesser


von mm, im Kleinfragment
mm.
Spongiosaschrauben haben im Standardfragment einen Durchmes-
ser von mm, im Kleinfragment
mm.

3.23 Bitte markieren Sie die korrekten Aussagen.

Das Längenmessgerät gibt die Schraubenlänge


o a. einschließlich Spitze und Kopf der Schraube an.
o b. ohne Kopf der Schraube an.

Implantate dürfen
o a. nur einmal

o b. mehrfach

benutzt werden.
103 3
3.24 Beschreiben Sie das Einbringen einer Standardfragment-
Kortikalisschraube in der korrekten Reihenfolge.
Bedenken Sie dabei die Angabe der Durchmesser der
jeweiligen Instrumente.

3.25 Welches ist der vorwiegende Einsatzort einer


Spongiosaschraube?

3.26 Erklären Sie den Begriff »Zugschraubenosteosynthese«.

3.27 Was zeichnet eine Malleolarschraube aus?


104 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3.28 Jede Platte kann mehrere Funktionen erfüllen. Nennen


Sie mindestens zwei dieser Funktionen.

3.29 Es gibt viele unterschiedliche Plattenformen, von denen


einige unten angegeben sind. Beschreiben Sie bitte, bei
welchen Frakturen sie angewendet werden können.

Spann- Gleitlochplatten: DCP-Platte (»dynamic compression plate«)


und LC-DC-Platte (»limited contact plate«).
Anwendung:

Drittelrohrplatten:
Anwendung:

Rekonstruktionsplatten:
Anwendung:

3.30 Winkelstabile Implantatsysteme sind gekennzeichnet


durch eine Verblockung der Schraubenköpfe im Platten-
loch. Nennen Sie beispielhaft mindestens zwei Indika-
tionen für eine winkelstabile Osteosynthese.

4
105 3
3.31 Definieren Sie den Begriff »Marknagel«.

3.32 Nennen Sie mindestens fünf Vorteile einer Marknagelung


gegenüber einer anderen Osteosynthese.

3.33 Ein Marknagel kann auf zwei unterschiedliche Arten


verriegelt werden. Beschreiben Sie beide Möglichkeiten
und geben jeweils den Grund für die Verriegelung an.
106 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3.34 Was ist nach einer Frakturversorgung mit einem verriegel-


ten Marknagel unter einer »Dynamisierung« zu verstehen?

3.35 Beschreiben Sie in wenigen Worten das Prinzip der dyna-


mischen Hüftschraube (DHS).

3.36 An Hüfte, Knie und Schulter (und an den Grundgelenken


der Finger) hat sich der Gelenkersatz mit einer Endopro-
these bewährt. Was gehört zu einer Totalendoprothese
(TEP) eines Hüftgelenkersatzes und welche Möglichkei-
ten der Befestigung gibt es?

4
107 3
3.37 Wie unterscheidet sich eine bipolare/Duokopfendo-
prothese von einer Totalendoprothese (TEP)?

Bipolare/Duokopfendoprothese:

Totalendoprothese (TEP)

3.38 Beschreiben Sie das Prinzip und die Vorteile des »Fixateur
externe«.

3.39 Welche Fixateurtypen kennen Sie? (6 Antworten sind


möglich.)

4
108 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3.40 Welche Materialien für einen Fixateur kennen Sie?

3.41 Nennen Sie mindestens vier mögliche Indikationen für


die Anlage eines »Fixateur externe«.

3.6 Operationsbeispiele einzelner Skelettabschnitte

3.42 Welche Aussagen zur Behandlung von Frakturen


der Wirbelsäule sind falsch?

o a. Bei Längsstauchung der Wirbelsäule kommt es zur Zerreißung


von Ligamenten und der Bandscheibe, evtl. begleitet von einer
Fraktur, und damit zur Instabilität in 2 Richtungen.
109 3
o b. Eine relative Indikation liegt vor bei inkomplettem Quer-
schnittsyndrom, Nervenwurzelläsionen, einer Kompressions-
fraktur mit einem Keilwirbelwinkel >15–20° und zur besseren
Pflege und Rehabilitation.
o c. Therapieziele bei einer wie auch immer gearteten Wirbel-
säulenverletzung sind die Wiederherstellung der anatomischen
Konfiguration, die Dekompression des Spinalkanals und die
Stabilisierung der Wirbelsäule.
o d. Bei frischen Frakturen wird schon durch die Lagerung eine
gewisse Reposition erreicht, diese wird durch einen Wirbel-
säulen-Fixateur (Fixateur interne) komplettiert.
o e. Der ventrale Zugang ist bei Wirbelsäulen-/Bandscheiben-
verletzungen keine Methode der Wahl.
o f. Einigermaßen belastungsfähige Stabilisierungen, bei
schlechter Knochenqualität, lassen sich durch Einzementieren
der Schrauben erreichen.
o g. Bei osteoporotischen Frakturen haben sich als Verfahren die
Kyphoplastie bzw. die Vertebroplastie etabliert.

3.43 Häufig werden Knochendefekte mit Spongiosa unter-


füttert oder aufgefüllt. Warum eignet sich Spongiosa
besser als z. B. Kortikalis?

3.44 An welchen Stellen erfolgt vorzugsweise die Entnahme


autologer Spongiosa? Nennen Sie mindestens vier
Lokalisationen.

4
110 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3.45 Welche Spezialinstrumente werden für die Entnahme ei-


nes kortikospongiösen Spans am Beckenkamm benötigt?

4 Bei Bedarf:

3.46 Wir unterscheiden knöcherne Verletzungen und


Weichteilverletzungen der Schulter. Welche anatomi-
schen Anteile sind jeweils betroffen?

Knöcherne Verletzungen des Schultergelenkes:

4
111 3
Weichteilverletzungen:

3.47 Welche operativen Therapiemöglichkeiten einer


Sprengung des Akromioklavikulargelenks kennen Sie?

3.48 Bitte kreuzen Sie die korrekten Aussagen zum Thema


Schaftfrakturen des Humerus an.

Viele extraartikuläre Schaftfrakturen des Humerus können konserva-


tiv behandelt werden, z. B.
o a. mit einem sog. Sarmiento-Brace,

o b. mit einem Hängegips,

o c. mit einem Gilchrist-Verband.

Bei ausbleibender Kallusbildung oder neurovaskulären Komplikatio-


nen sollten diese Humerusschaftbrüche operativ stabilisiert werden.
Wegen der Gefährdung des
o d. N. radialis,

o e. N. ulnaris
112 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

eignen sich dafür


o f. Platten,
o g. Marknägel,

o h. Fixateurs externes.

Marknägel werden von proximal oder distal eingebracht. Sie müssen


o i. proximal

o j. distal

verriegelt und drehstabil implantiert werden.

3.49 Was ist in . Abb. 3.5 dargestellt?

. Abb. 3.5 (Aus Heberer et al. 1991)

3.50 Bitte kreuzen Sie zum Thema der medialen Schenkelhals-


frakturen die falschen Aussagen an.

o a. Bei den medialen Schenkelhalsfrakturen muss geklärt werden,


ob die Stellung des Femurkopfes und das Alter des Patienten
den Versuch einer kopferhaltenden Behandlung rechtfertigen.
o b. Mediale Schenkelhalsfrakturen werden immer operativ versorgt.
o c. Wenn der Patient noch jung oder trotz fortgeschrittenen
Alters in guter Verfassung ist und der Kopf nicht abgerutscht
113 3
ist, kann manchmal die Verschraubung oder sogar die konser-
vative Behandlung ausreichen.
o d. Von den Femurhalsfrakturen sind meist ältere und in
reduziertem Allgemeinzustand befindliche Patienten
betroffen.
o e. Von Femurhalsfrakturen sind meist junge Patienten betroffen.
o f. Wenn der Femurkopf abgerutscht ist, eine Kopfnekrose droht
und die Patienten so rasch wie möglich mobilisiert werden
müssen, sind oft Endoprothesen nötig.
o g. Die Implantation einer Endoprothese bei einer medialen
Schenkelhalsfraktur ist nicht üblich.
o h. Zur Versorgung einer medialen Schenkelhalsfraktur eignen
sich besonders die sog. Duokopf- oderbipolaren Schalen-
endoprothesen, die eine Erhaltung der natürlichenHüftpfanne
ermöglichen.

3.51 Bitte nennen Sie zwei Operationsmöglichkeiten bei einer


lateralen und pertrochantären Femurfraktur.

3.52 Zur Implantation einer Hüftendoprothese sind unter-


schiedliche Zugänge möglich. Benennen und beschreiben
Sie diese und erwähnen dabei auch die Lagerung des
Patienten.

4
114 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3.53 Welcher Operationstisch wird für eine Marknagelung


immer benutzt?

3.54 Warum werden unaufgebohrte Marknägel immer


proximal und distal verriegelt?

3.55 Bitte fügen Sie die fehlenden anatomischen Begriffe ein.

(Auswahl: Lig. patellae, Quadrizeps, Retinacula, Sesambein)


Die Kniescheibe ist das größte
des Körpers. Sie bündelt die Kraft der
-Muskulatur und überträgt sie über das
auf den Unterschenkel. Sie wird von den
seitlich gehalten.
115 3
3.56 Die operative Versorgung einer Patellafraktur ist
abhängig von der Frakturform. Welches Verfahren ist bei
folgenden Frakturen indiziert?

Querfraktur →

Längsfraktur →

Trümmerfraktur →

3.57 Welche Lagerungsmöglichkeiten des Patienten stehen für


arthroskopische Knieoperationen zur Verfügung?

Je nach OP-Verfahren:

3.58 Warum verlangen gerade Tibiakopffrakturen eine


möglichst exakte und stabile Rekonstruktion?

4
116 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3.59 Welche Versorgung ist das Mittel der Wahl bei Impres-
sionsfrakturen des Tibiaplateaus?

3.60 Welche Frakturen der Tibia werden zumeist


mit Verriegelungsnägeln stabilisiert?

3.61 Am Unterschenkel ist eine operative Frakturversorgung


immer auch unter dem Aspekt der kritischen Blutversor-
gung zu betrachten. Welche Frakturversorgungen werden
deshalb am Unterschenkel, wann immer möglich, bevor-
zugt?

4
117 3
3.62 Was ist unter der Bezeichnung »Pilon-Tibial-Fraktur«
zu verstehen?

3.63 Nennen Sie das jeweilige Operationsprinzip bei den


unterschiedlichen Frakturen des oberen Sprunggelenks
(OSG).

Fibulafraktur:

Syndesmosenzerreißung:

Innenknöchelfraktur:

Fraktur des hinteren Volkmann-Dreiecks:

Maisonneuve-Fraktur:

4
118 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3.64 Welche Indikation zur Arthrodese des oberen Sprung-


gelenkes ist Ihnen bekannt?

3.65 Welches sind die häufigsten Deformitäten des 1. Zehen-


strahls?

3.66 Zur Therapie des Hallux valgus unterscheidet man welche


Operationsmethoden nach ihrer Lokalisation?

3.67 Wann gilt die operative Therapie eines Hallux valgus als
kontraindiziert?

4
119 3
3.7 Handchirurgie

3.68 Bitte ergänzen Sie den Satz.

Die menschliche Hand wird gebildet aus:

3.69 Von welchen drei großen Nerven wird die Hand versorgt?

3.70 Erklären Sie den Begriff »subaxilläre Plexusanästhesie«.

3.71 Welchen Zweck verfolgt das Anlegen einer Blutsperre/


Blutleere am Oberarm in der Handchirurgie?
120 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3.72 Bei Kahnbeinfrakturen kommt häufig eine Osteosynthese


mit kanülierten Schrauben zur Anwendung. Was ist dar-
unter zu verstehen?

3.73 In den letzten Jahren haben sich Titanimplantate bei


Osteosynthesen durchgesetzt. Welches sind die Vorteile
von Titanimplantaten?

3.74 Dislozierte Fingerfrakturen, ggf. mit Gelenkbeteiligung,


erfordern auch an den Fingergliedern die operative
Korrektur mit Stabilisierung. Dafür stehen Kleinfragment-
instrumentarien und Miniimplantate zur Verfügung.
Beschreiben Sie mindestens zwei Implantate.

3.75 Kommt es bei Verletzungen zur Durchtrennung von


Sehnen, so ist ihre möglichst frühzeitige, d. h. primäre
Naht erforderlich. Warum?

4
121 3
3.76 Bei älteren Nervenverletzungen kann eine spannungs-
freie Naht in der Regel nicht mehr durchgeführt werden,
sodass dann ggf. eine Nerventransplantation erforderlich
ist. Welche Nerven kommen als Spendernerv in Frage?

3.77 Was ist unter der »Dupuytren-Erkrankung« zu verstehen?

3.78 Das Karpaltunnelsyndrom (KTS) ist das häufigste Nerven-


kompressionssyndrom. Beispielsweise durch Flüssigkeits-
einlagerung in der Synovialis der Sehnen kommt es zu
einem ansteigenden Druck im Tunnel, der vom Nerv mit
Missempfindungen, Taubheitsgefühlen, Schwäche der
Daumenballenmuskulatur und nächtlichen Schmerzen
quittiert wird. Was ist das Prinzip der Operation zur
Behebung eines KTS?

3.79 Was ist unter einer »Rhizarthrose« zu verstehen?


122 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3.80 Bei einer Spiegelung des Handgelenkes können 4 verschie-


dene Gelenkräume gespiegelt werden. Welche sind das?

3.81 Nennen Sie die Grundsätze der Infektbehandlung an


der Hand.

4
123 4
4 Gefäßchirurgie

T. Sauer, M. Liehn

4.1 Grundlagen
Anatomie

4.1 Markieren Sie die korrekten Aussagen zur Anatomie


des arteriellen Gefäßsystems.

Im Körperkreislauf führen die Arterien das


o a. sauerstoffreiche
o b. sauerstoffarme

Blut von der


o c. linken

o d. rechten

Herzkammer weg in die einzelnen Körperregionen. Die Arterien ver-


zweigen sich zu
o e. Arteriolen

o f. Kapillaren

und weiter zu
o g. Arteriolen

o h. Kapillaren

(= Haargefäßen). Auf der Ebene der Kapillaren findet der


o i. Stoffaustausch

o j. Gasaustausch

statt.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_4, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
124 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

4.2 Markieren Sie die korrekten Aussagen zur Anatomie


des venösen Systems.

Beim venösen System wird zwischen tiefem und oberflächlichem


System unterschieden. In beiden Systemen gibt es
o a. Kollateralvenen,

o b. Stammvenen,

o c. Seitenäste.

Die beiden Systeme sind über


o d. Verbindungsvenen

o e. Tunnelvenen

miteinander verbunden.
Beide Systeme haben in den Extremitäten
o f. Venenklappen,

o g. Verbindungsvenen,

die den Rückstrom des Blutes zum Herzen unterstützen.

4.3 Fügen Sie die fehlenden Begriffe in . Abb. 4.1 ein und
beschreiben Sie den Lungenkreislauf in der richtigen
Reihenfolge.

o CO2- o Lunge
o O2- o Aorta
reiches Blut
aus dem
Körperkreislauf

o CO2-
o O2-
reiches Blut
aus der
o Lunge
o Aorta

. Abb. 4.1
125 4
4.4 Ordnen Sie die Beschreibung der Wandschichten
den anatomischen Strukturen zu (. Tab. 4.1).

. Tab. 4.1 Gefäßwandschichten

Lösungen

Intima

Media

Adventitia

Beschreibung:
o a. Muskelschicht
o b. Bindegewebige Hülle und Stütze

o c. Innere Gefäßauskleidung

4.5 Kreuzen Sie die falschen Aussagen zum venösen System an.

o a. Venenklappen sind segelartige Ventile, die sich bei stehendem


oder sich umkehrendem Blutstrom verschließen und somit
verhindern, dass das Blut in die Peripherie zurückfließt.
o b. Verbindungsvenen (Vv. perforantes) verbinden die Hautvenen
mit den Kapillaren der unteren Extremitäten. Ihre Klappen
sind so angelegt, dass das Blut von venös nach arteriell fließen
kann.
o c. Der venöse Rücktransport des Blutes zum Herz wird durch die
Mechanismen der sog. Muskelpumpe und durch die Pulswelle
der benachbarten Arterie gewährleistet.
o d. Der Saugeffekt des rechten Herzens durch das Zusammenspiel
von Herzmuskulatur und Herzklappen und der Saugeffekt
durch die Ausdehnung der V. cava während tiefer Einatmung
sind Mechanismen, die degenerativen Prozessen unterliegen
und im Alter den venösen Rücktransport erheblich erschweren.
126 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

Allgemeine Pathophysiologie

4.6 Bringen Sie den Prozess, der zu arteriellen Erkrankungen


führt, in die richtige Reihenfolge.

Die Entzündungsreaktion in der Gefäßwand wird durch folgende


Kaskade ausgelöst:
o a. Nr. Anstieg des Blut-
drucks, Mangeldurchblutung.
o b. Nr. Die Muskelzellen
der Media gehen zugrunde.
o c. Nr. Umbau der Arte-
rienwand mit Vermehrung von Bindegewebe (Sklerose).
o d. Nr. Das Gefäß wird starr
und kann sich der Pulswelle nicht mehr anpassen.
o e. Nr. Kalk wird eingelagert.
o f. Nr. Verdickung der
Arterienwand.
o g. Nr. Nekrose.

4.7 Erklären Sie, wie eine Sklerose entsteht.

4.8 Warum wird die periphere arterielle Verschlusskrankheit


(pAVK) auch als »Schaufensterkrankheit« bezeichnet?
127 4
4.9 Welche Aussagen zu venösen Erkrankungen sind falsch?

o a. Bei den Erkrankungen des Venensystems werden Erweiterun-


gen (Varikosis) von Verschlussprozessen unterschieden.
o b. Das postthrombotische Syndrom (PTS) ist durch akute Atem-
not gekennzeichnet.
o c. Die häufigste Erkrankung der tiefen Venen ist die Varikosis.
Neben den kosmetischen Problemen stehen für den Patienten
starke Krämpfe im Vordergrund.
o d. Die Varikosis entsteht meist infolge einer gestörten Klappen-
funktion.
o e. Im Endstadium können trophische Störungen der Haut
auftreten.

Grundausstattung

4.10 Fügen Sie den fehlenden Begriff ein.

Typische gefäßchirurgische Instrumente erkennt man an der


Zahnung.

4.11 Was zeichnet eine Gefäßnaht aus?

4.12 Kreuzen Sie die richtige Antwort an.

Kontrastmittel ist in der Menge und Konzentration der Nierenfunk-


tion, dem Kreatininwert und evtl. vorhandenen Allergien des Patien-
ten anzupassen.
o a. Stimmt.

o b. Stimmt nicht.
128 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

Implantate

4.13 In der Gefäßchirurgie kommen verschiedene Implantate


zum Einsatz. Ergänzen Sie die fehlenden Inhalte
in . Tab. 4.2.

. Tab. 4.2 Implantate

Autologes Homologes Heterologes Alloplasti-


Material Material Material sches
Material

Material-
beispiel

Vorteile
des
Materials

Nachteile
des
Materials

Ordnen Sie die Aussagen der Prothesenform zu (. Tab. 4.3).

. Tab. 4.3 Prothesenformen

Lösungen

Gewebte
Polyesterprothese

Geköperte
(kettengewirkte)
Polyesterprothese
129 4
o a. Prothesen sind sowohl beschichtet als auch unbeschichtet er-
hältlich.
o b. Prothese franst nach dem Ausschneiden leichter aus.
o c. Die Herstellung erfolgt mit vielen Fäden und mindestens
ebenso vielen Nadeln. Beim Kettenwirken laufen die Fäden
vertikal. Die Maschen laufen nicht gerade, sondern leicht
schräg.
o d. Verarbeitung des Polyesters erfolgt mit mehreren Fäden in
mehreren Schichten zu einer besonders engen Webstruktur.
o e. Material wird auch als Patch angeboten.
o f. Prothesen sind kostengünstig.

4.15 Unbeschichtete Prothesen müssen durch körpereigenes


Fibrin abgedichtet werden. Wann erfolgt das sog.
Clotting?

4.16 Welchen Vorteil bieten beschichtete Prothesen?

4.17 Was bewirkt die Silberacetatbeschichtung auf Polyester-


prothesen?
130 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

4.18 Woraus resultieren die Nachteile einer PTFE-Prothese


im Vergleich zu Polyesterprothesen?

4.19 Markieren Sie die korrekten Aussagen zur Resterilisation


von Gefäßprothesen.

Vom technischen Aspekt kann jede Prothese resterilisiert werden.


o a. Stimmt.
o b. Stimmt nicht.

Gemäß
o c. den Hygienevorschriften

o d. dem Medizinproduktegesetz

darf kein Artikel resterilisiert werden, der mit einer durchgestrichenen


o e. 2

o f. 5

gekennzeichnet ist.
Beschichtete Prothesen können ebenfalls ohne Funktionsbeeinträchti-
gungen resterilisiert werden.
o g. Stimmt.

o h. Stimmt nicht.
131 4
Anastomosentechniken

4.20 Welche Funktion hat eine Stufennaht vor einer Gefäß-


anastomose?

4.2 Zugänge

4.21 Ordnen Sie den in . Tab. 4.4 angegebenen Zugängen die


möglichen Gefäßoperationen zu.

. Tab. 4.4 Zugänge für Gefäßoperationen

Zugang Gefäßoperation

Längsschnitt am Vorderrand des M. sterno-


cleidomastoideus, erweiterbar hinter dem Ohr

Mediane Sternotomie

Anteroposteriore Thorakotomie in Rechts-


seitenlage

Extraperitonealer Zugang in Rückenlage


132 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

4.3 Lagerungen und Abdeckungen

4.22 Auf welche gefäßchirurgischen Eingriffe weist . Abb. 4.2


hin und welche Kriterien sind bei der Abdeckung
und Lagerung zu beachten? (Nennen Sie zwei Kriterien.)

Eingriff:

Kriterien:

. Abb. 4.2 (Aus Liehn et al. 2016)

4.23 Auf welche gefäßchirurgischen Eingriffe weist . Abb. 4.3


hin und welche Kriterien sind bei der Abdeckung und
Lagerung zu beachten? (Nennen Sie zwei Kriterien.)

Eingriff:

Kriterien:
133 4

. Abb. 4.3 (Aus Krettek u. Aschemann 2005)

4.4 Erkrankungen des arteriellen Systems

4.24 Ergänzen Sie die folgende Aussage.

Bevorzugte Lokalisationen der Arteriosklerose sind


An den Beinen sind die
und die A. femoralis (AFS) am
häufigsten betroffen.

4.25 Ordnen Sie die jeweiligen Symptome den einzelnen


Körperregionen zu (. Tab. 4.5).

Symptome:
o a. Beine
o b. ZNS

o c. Herz
134 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

. Tab. 4.5 Arterielle Symptome und Körperregionen

Lösungen

TIA (transitorische ischä-


mische Attacke) und
PRIND (prolongiertes rever-
sibles ischämisches Defizit)

KHK (koronare Herz-


krankheit)

pAVK (periphere arterielle


Verschlusskrankheit)

4.26 Vervollständigen Sie . Tab. 4.6 zu den Operations-


techniken des arteriellen Systems.

. Tab. 4.6 Operationstechniken des arteriellen Systems

Vorgehen Bedeutung Rekonstruktion

Desobliteration

Thrombend-
arteriektomie

Interponat

Bypass

Dilatation
135 4
4.27 Welche Gefahr besteht bei einer retrograden
Desobliteration immer? Welche Bedeutung hat diese
Gefahr für die instrumentelle wie auch für die Vor-
bereitung des Patienten?

4.28 Ordnen Sie die verschiedenen Venenbypässe ihren


Beschreibungen zu (. Tab. 4.7).

. Tab. 4.7 Venenbypässe

Lösungen

Reversed Bypass

In-situ-Bypass

Orthograder Bypass

o a. Die Vene wird zunächst mit dem weiten proximalen Ende an


der Spenderarterie angeschlossen. Anschließend werden die
Venenklappen zerstört. Die nun durchgängige Vene wird
dann mit ihrem distalen Ende an der Empfängerarterie
anastomosiert.
o b. Die Vene wird nach der Entnahme umgedreht; so sind die
Klappen in Flussrichtung offen.
o c. Die Vene verbleibt in ihrem bindegewebigen Bett, es wird nur
distal und proximal je ein ausreichendes Ende mobilisiert.
136 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

Dilatative Erkrankungen

4.29 Worin unterscheidet sich ein »echtes« von einem


»falschen« Aneurysma?

4.30 Definieren Sie die Begriffe »arterielle Thrombose« und


»Embolie« und benennen Sie je eine Therapiemöglichkeit.

Arterielle Thrombose:

Therapiemöglichkeit:

Embolie:

Therapiemöglichkeit:
137 4
4.5 Intraluminale Dilatation

4.31 Was wird in der Gefäßchirurgie mit dem Begriff


»interventionelles Verfahren« beschrieben?

Grundausstattung

4.32 Beim Dilatationskatheter handelt es sich um einen


doppellumigen Katheter. Welche Aufgaben haben die
beiden Lumina?

Zentrales Lumen:

Zweites Lumen:

4.33 Welche Aussagen zur Grundausstattung für die


intraluminale Dilatation sind falsch?

o a. Der röntgendurchlässige Marker am Ballon des Dilatations-


katheters muss während des Röntgens immer zentral im Bild
zu sehen sein.
o b. Alle Führungsdrähte besitzen eine weiche Spitze, um Gefäß-
verletzungen zu vermeiden. Für das Vorschieben endovasku-
lärer Prothesen sind allerdings steifere Drähte erforderlich.
o c. Die Auswahl des Angiographiekatheters richtet sich nach dem
Anwendungsgebiet.
138 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

o d. Die Druckstärke und -zeit, die während der Dilatation gleich-


mäßig im Stenosebereich gehalten werden muss, ist digital am
Katheter einstellbar.
o e. Mit einem Angiomaten ist es möglich, Kontrastmittel in
vorher eingestellter Menge und Druck in das Gefäßsystem zu
infundieren.

4.34 Ergänzen Sie die richtigen Begriffe im Lückentext


zur Verwendung von Stents.

(Begriffe: Abdichtung, Aneurysmen, Gefäßstütze, innen, offen hält,


retrograd, undichter Stellen)
Ein Stent ist eine (Platzhalter),
die im Gefäß platziert wird und so
ein Gefäß Ein mit dünnem Kunst-
stoff ummantelter Stent (Stent-Graft, Stentprothese) wird zur
(Leckage) oder bei verwendet.
Alle Arten von Stents werden in der Regel
in den Körper eingebracht.

4.35 Die Verwendungsmöglichkeiten von Stents sind


vielseitig. Welche haben sich bisher durchgesetzt?

o a. Koronarangioplastie.
o b. Angioplastie der A. carotis.
o c. Angioplastie der Becken- und Beinarterien.
o d. Ausschaltung von Aorten- und Iliacaaneurysmen.
o e. Ausschaltung von thorakalen Aortenaneurysmen.

4.36 Stents werden aus verschiedenen Materialien hergestellt.


Kreuzen Sie die korrekten Materialien an.

o a. Stahl.
o b. Aluminium.
o c. Nitinol.
o d. Polyester oder PTFE.
139 4
4.37 Welcher Operationstisch wird in der Regel gewählt,
wenn eine Stenteinlage geplant ist?

4.6 Weitere Operationsbeispiele

4.38 Ergänzen Sie die Aussage zum Prinzip der Thrombendar-


teriektomie der Karotisgabel.

Das Prinzip der OP besteht in der offenen


der Karotisgabel mit (Wieder-) herstellung optimaler

4.39 Welches sind die Möglichkeiten der Wiederherstellung?

o a. TEA mit Patchplastik und Shunteinlage.


o b. Anlage eines Venenpatches.
o c. Anlage eines Veneninterponats.
o d. Anlage eines Protheseninterponats mit einer dünnwandigen
Polytetrafluorethylen- (PTFE-) Prothese.

4.40 Welche der folgenden Strukturen werden bei der Thromb-


endarteriektomie aufgesucht und angeschlungen?

o a. A. carotis communis.
o b. A. carotis externa.
o c. A. carotis interna.
o d. V. jugularis interna.
o e. V. subclavia.
o f. A. thyreoidea sup.
o g. N. vagus und N. hypoglossus.
140 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

4.41 Markieren Sie die richtigen Aussagen.

o a. Bei einer Profunda(erweiterungs)plastik erfolgt die Wieder-


herstellung optimaler Flussbedingungen von der A. profunda
femoris bis zur A. femoris communis.
o b. Die A. iliaca externa, A. femoralis communis, A. profunda
femoris werden mit einem Loop angeschlungen.
o c. Nach dem Ausklemmen der Femoralisgabel und Eröffnung
des Hauptgefäßes mit Stichskalpell und Potts-Schere erfolgt
die Desobliteration mittels Dissektor, Overholt und ggf.
Ringstripper.
o d. Mit Hilfe eines Embolektomiekatheters werden Thromben aus
dem ausgeklemmten Bereich entfernt.
o e. Der Katheter ist mit Heparin-Kochsalz-Lösung zu entlüften
und der Ballon ist mit 2 ml NaCl-Lösung auf Dichtigkeit zu
überprüfen.
o f. Der Patch wird mit einer fortlaufenden Gefäßnaht eingenäht,
das Fadenende mit einem bezogenen Klemmchen fixiert.

4.42 Wie wird eine entnommmene Vene


(z. B. V. saphena magna) für einen Bypass vorbereitet?

4
141 4
4.43 Erklären Sie das Prinzip des extraanatomischen
Prothesenbypasses und zählen Sie die möglichen
Verläufe anhand . Abb. 4.4 auf.

Axillofemoraler
Bypass
unilateral li. o. re.
bilateral

y-förmig

„Cross-over
-Bypass“

. Abb. 4.4 (Aus Lüdtke-Handjery 1981)

Prinzip:

Mögliche Verläufe:

4
142 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

4.44 Ordnen Sie die Lagebeschreibungen den Aneurysma-


bezeichnungen zu (. Tab. 4.8).

. Tab. 4.8 Aneurysmen

Lösungen

Infrarenales Aneurysma

Juxta- oder pararenales


Aneurysma

Suprarenales Aneurysma

o a. Das Aneurysma beginnt oberhalb der Abgänge der Nieren-


arterien, möglicherweise sind auch eine oder beide Nieren-
arterien aneurysmatisch verändert und müssen mit rekon-
struiert werden.
o b. Das Aneurysma beginnt unterhalb der Nierenarterienabgänge,
die Aortenklemme kann unterhalb platziert werden.
o c. Das Aneurysma beginnt direkt an den Nierenarterienabgän-
gen oder bezieht sie mit ein. Die Gefäßwand ist kurz unterhalb
der Abgänge der Nierenarterien noch intakt, für die Aorten-
klemme jedoch zu kurz, sie muss oberhalb der Abgänge
platziert werden, die Prothese kann aber unterhalb eingenäht
werden.
143 4
4.45 Welche Aussagen zum Transperitonealen Aortenersatz
sind falsch?

o a. Für die möglichen Rekonstruktionen der Iliacagabel oder der


Nierenarterien müssen zusätzliche Rohrprothesen implantiert
werden.
o b. Für den Eingriff wird ein retroperitonealer Zugang gewählt.
o c. Das Aneurysma wird digital ausgeräumt und die Thromben
werden entfernt.
o d. Kalkablagerungen werden mit einer scharfen Kürette oder
einem Ringstripper entfernt.
o e. Blutende Lumbalgefäße werden mit geflochtenen, resorbier-
baren Fäden umstochen.
o f. Bei Beteiligung der Nierenarterien müssen diese vorher
ausreichend mit heparinisierter Ringer-Lösung perfundiert
werden.
o g. Ein Verschluss des Aneurysmasackes über der Prothese ist
nicht erforderlich, weil aufgrund des retroperitonealen
Zugangs ein Kontakt zwischen Prothese und Darmschlingen
nicht möglich ist.

4.46 Welche Aneurysmen werden unterschieden?


Kreuzen Sie die korrekten Formen an.

Es werden folgende Aneurysmen unterschieden:


o a. entzündlich bedingte,
o b. arteriosklerotisch bedingte,

o c. degenerativ bedingte,

o d. traumatisch bedingte.
144 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

4.47 Für den OP-Verlauf beim thorakalen Aortenersatz und


die Lagerung ist es erforderlich zu wissen, in welchem
Abschnitt der thorakalen Aorta sich das Aneurysma befin-
det. Bitte vervollständigen Sie die Angaben in . Tab. 4.9.

. Tab. 4.9 Thorakaler Aortenersatz

Abschnitt Lagerung Einsatz Herz-


Lungen-
Maschine

Aorta
ascendens

Aorten-
bogen

Aorta
descendens

4.48 Bitte markieren Sie die korrekten Aussagen zum


thorakalen Aortenersatz.

Indikationen zur OP stellen


o a. Aneurysma,
o b. Dissektion der thorakalen Aorta

dar. Rekonstruktionsmöglichkeiten sind:


o c. Rohrprothese,

o d. Homograft,

o e. Stentprothese.
145 4
4.49 Markieren Sie die falschen Aussagen zum thorako-
abdominalen Aortenersatz.

o a. Das Prinzip des Eingriffs besteht darin, den thorakoabdomi-


nalen Aortenabschnitt, der sich von der zwerchfellnahen
thorakalen Aorta bis zu den Nierenarterien oder weiter nach
distal erstreckt, mit einer Polyesterprothese zu ersetzen.
o b. Die kurze Ischämiezeit kann nur über den Anschluss an eine
Herz-Lungen-Maschine gewährleistet werden.
o c. Der Eingriff erfolgt als Zweihöhleneingriff in kombinierter
Rücken-Seiten-Lage.
o d. Die betroffenen Abgänge (Truncus coeliacus, A. mesenterica
superior, Aa. renalis sinistra et dextra) werden mit entspre-
chenden Prothesen oder Patches versorgt.
o e. Die Operation eines TAAA (thorakoabdominales Aortenaneu-
rysma) ist durch die Hybridoperation weitestgehend verdrängt
worden.

4.50 Was bedeutet der Begriff »Hybridoperation« im Rahmen


der Gefäßchirurgie? Nennen Sie ein Beispiel.

Hybridoperation:

Beispiel:

4.51 Nennen Sie die mindestens drei Vorteile, die Hybrid-


operationen bieten.

4
146 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

4.52 Was ist bei Amputationen zu beachten? Kreuzen Sie die


richtigen Aussagen an.

o a. Richtige Schnittebene am Knochen (schräg nach proximal


verlaufend).
o b. Sorgfältiges Aufsuchen der Nerven und Gefäße und sichere
Unterbindung, um Nachblutungen zu vermeiden.
o c. Embolektomie der großen Gefäße, um die Durchblutung
sicherzustellen.
o d. Sorgfältiges Feilen der Knochenränder und eine gute Polste-
rung mit Muskel- und Fettgewebe, um das spätere Tragen
einer Prothese zu erleichtern.
o e. Nerven mit Lokalanästhetikum umspritzen, um postoperative
Schmerzen zu minimieren.

4.7 Erkrankungen des venösen Systems

4.53 Beschreiben Sie den Unterschied zwischen einer


primären und sekundären Varikosis.

Primäre Varikosis:

Sekundäre Varikosis:
147 4
4.54 Welche Aussagen zu den Therapiemöglichkeiten
bei Varikosis sind falsch?

o a. Das Tragen von Kompressions- oder Stützstrümpfen kann


nicht als konservative Behandlung bezeichnet werden. Diese
Form stellt eine Symptombekämpfung, aber keine Ursachen-
bekämpfung dar.
o b. Das Varizenstripping , d. h. die Entfernung der V. saphena
magna und/oder der V. saphena parva, inklusive ihrer
Seitenäste mittels einer speziellen Sonde, ist die einzige
Therapie ohne Rezidivgefahr.
o c. Wichtig ist, die Varizen beim stehenden Patienten mit einem
wasserfesten Stift anzuzeichnen und die Perforansvenen extra
zu kennzeichnen.
o d. Der Vorteil einer stadiengerechten Therapie der CVI (= chro-
nisch venöse Insuffizienz) liegt darin, dass nur die erkrankten
Venenanteile, inkl. der varikösen Seitenäste, entfernt werden.
o e. Der Eingriff erfolgt in Blutsperre.
o f. Je nachdem, ob die V. saphena magna oder die V. saphena
parva entfernt wird, findet der Eingriff in Rücken- oder
Bauchlagerung statt.

4.55 Was ist bei einer Thrombektomie einer tiefen Bein-


Becken-Venenthrombose vom Instrumentanten
vorzubereiten?

4
148 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

In Bereitschaft:

4
149 5
5 Shunt- und Portsysteme

M. Liehn

5.1 Katheter und Shunts für die Hämodialyse

5.1 Welche Möglichkeiten kennen Sie, einen Zugang zum


Gefäßsystem zu schaffen, damit bei akutem oder chroni-
schem Nierenversagen eine Dialyse durchgeführt werden
kann? Nennen Sie mindestens drei Möglichkeiten.

Vorhofkatheter

5.2 Über welche Venen kann ein Demers-Katheter oder ein


Shaldon-Katheter gelegt werden?

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_5, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
150 Kapitel 5 · Shunt- und Portsysteme

5.2 Portsysteme

5.3 Beschreiben Sie bitte, was unter einem Portsystem


verstanden wird und zu welchem Zweck es gelegt wird.

5.4 Welche Vorteile bietet ein liegendes Portsystem


dem Patienten?

5.5 Wie nennt man die Nadel, mit der ein Shunt punktiert
wird, und was unterscheidet sie von anderen Kanülen?
151 5
Systemarten

5.6 Beschreiben Sie kurz die Seldinger-Technik, um einen


zentralvenösen Zugang zu legen.

Arteriovenöse Fistel nach Brescia-Cimino

5.7 Was ist unter einer arteriovenösen Shuntanlage zu


verstehen?

5.3 Peritoneovenöse Shunts

5.8 Wann ist die Anlage eines peritoneovenösen Shunts


indiziert?

4
152 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

6 Thoraxchirurgie

T. Sauer, M. Liehn

6.1 Anatomische Grundlagen

6.1 Aus wie viel Rippenpaaren besteht die knöcherne


Thoraxwand?

o a. 10
o b. 12

6.2 Bitte ergänzen Sie den folgenden Satz.

Die linke und rechte Thoraxhälfte werden in der Mitte durch das
begrenzt, zum Bauchraum bil-
det das die Abgrenzung.

6.3 Markieren Sie bitte die korrekten Aussagen zu den


anatomischen Grundlagen des Thorax.

Von innen unterscheidet man folgende Strukturen:


o a. Pleurahöhle,
o b. Mediastinalhöhle,

o c. Perikardhöhle,

o d. Peritonealhöhle.

6.4 Ordnen Sie die Beschreibungen den Hautschichten


der Pleura zu . Tab. 6.1.

o a. Diese seröse Hautschicht bekleidet die Lungenflügel und geht


am Hilus über in die zweite seröse Hautschicht.
o b. Diese seröse Hautschicht bildet das Rippenfell.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_6, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
153 6
. Tab. 6.1 Hautschichten der Pleura

Lösungen

Pleura visceralis

Pleura parietalis

6.5 Ergänzen Sie den Lückentext zur Anatomie der Lunge.

(Auswahl: [A.] pulmonalis, Hauptbronchus, Lungenhili, Mediasti-


num, Pleurahöhle, [V.] pulmonalis)
Die Lunge besteht aus zwei Lungenflügeln‚ die sich rechts und links
vom in jeweils einer
befinden. Jeder Lungenflügel wird von
einem belüftet. Die beiden
bilden zur Körpermitte jeweils
eine feste Verbindung, aus der die Hauptbronchien und die Hauptäste
der A. und der V.
ein- und austreten.

6.6 Bitte markieren Sie die korrekten Aussagen.

Die Lungenflügel teilen sich rechts durch die Fissura


o a. mediastinalis,
o b. horizontalis,

o c. obliqua

in drei Lappen, den Ober-, Mittel- und Unterlappen.


Links trennt die die Fissura
o d. mediastinalis

o e. horizontalis

o f. obliqua
154 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

den
o g. Oberlappen und den
o h. Mittellappen und den

o i. Unterlappen.

Die Lungenlappen werden in Segmente unterteilt und von


o j. 1–10

o k. 1–8

nummeriert.

6.2 Thoraxinstrumentarium

6.7 Welche Vorteile bieten Klammernahtinstrumente in der


Thoraxchirurgie? Kreuzen Sie die richtige Antwort an.

o a. Die linearen Stapler werden ausschließlich bei Keilresektionen


angewendet, um die OP-Zeit zu verkürzen.
o b. 90° abgewinkelte Stapler zum Verschluss des Bronchus
ermöglichen einen zügigen, sicheren und luftdichten
Bronchusverschluss.
o c. Der Einsatz von Klammernahtinstrumenten mit integrierter
Schneidevorrichtung ist beim Lungenparenchym nur mit
zusätzlicher Übernähung des Gewebes zu empfehlen.

6.8 Wann kommen in der Thoraxchirurgie Ersatzmaterialien


wie nicht resorbierbare, teilresorbierbare sowie resor-
bierbare Kunststoffnetze oder Gore-Tex-Membranen zur
Anwendung?

4
155 6
6.3 Typische Zugangswege und Lagerungstechniken in der
Thoraxchirurgie

6.9 Bei welchen Eingriffen sind die beiden Schnittführungen


in . Abb. 6.1 indiziert?

Schnittführung b:
Schnittführung a:

a b

. Abb. 6.1a, b (Aus Heberer et al. 1991)

6.10 Nennen Sie zu beiden Schnittführungen in . Abb. 6.1


die entsprechenden Indikationen.

Indikationen Schnittführung . Abb. 6.1a:

Indikationen Schnittführung . Abb. 6.1b:


156 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

6.11 Ordnen Sie die Unterschiede bei der Thoraxeröffnung


den Schnittführungen in . Abb. 6.1 zu. Tragen Sie Ihre
Lösung in . Tab. 6.2 ein.

. Tab. 6.2 Schnittführungen zur Thoraxeröffnung

Lösungen

Schnittführung
. Abb. 6.1a
Schnittführung
. Abb. 6.1b

o a. Der Hautschnitt verläuft bogenförmig nach dorsal zwischen


dem 4. und 6. Interkostalraum (ICR).
o b. Der Hautschnitt erfolgt bogenförmig unterhalb des Brust-
ansatzes von der Axilla bis in Sternumnähe. Der ICR wird
unterhalb der 4. Rippe eröffnet.
o c. Der M. latissimus dorsi wird erhalten, die Interkostalmusku-
latur stumpf freipräpariert und der M. serratus anterior
gespalten.
o d. Durchtrennt werden neben dem M. serratus der gesamte
M. latissimus dorsi und Teile des M. subscapularis.

6.12 Für welche Schnittführung in der Thoraxchirurgie werden


die Patienten wie in . Abb. 6.2 gelagert?

o a. Kocher-Kragenschnitt.
o b. Mediane Sternotomie.
o c. Partielle obere Sternotomie.
157 6

. Abb. 6.2 (Aus Krettek u. Aschemann 2005)

6.13 Nennen Sie zur medianen sowie zur partiellen oberen


Sternotomie entsprechende Indikationen.

Mediane Sternotomie:

Partielle obere Sternotomie:

6.14 Welche Aussagen zur Mediastinumeröffnung


bzw. -verschluss sind richtig?

o a. Der Hautschnitt verläuft in der Sternummitte unterhalb des


Jugulum bis zum Xiphoid.
o b. Das subkutane Gewebe, die Brustwandmuskulatur und der
M. latissimus dorsi werden mittels eines monopolaren Messers
oder einer bipolaren Schere durchtrennt.
158 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

o c. Durch eine elektrische oder druckluftbetriebene Sternumsäge


wird das knöcherne Sternum eröffnet.
o d. Entstehende Blutungen aus den Schnittflächen der Spongiosa
werden koaguliert oder mit Knochenwachs versorgt.
o e. Der freigelegte Interkostalraum wird durch Einsetzen eines
Thoraxsperrers langsam erweitert.
o f. Vor Verschluss erfolgt eine Dichtigkeitsprobe mit körper-
warmer physiologischer Kochsalzlösung.
o g. Der Verschluss erfolgt mit 5–6 stabilen Drähten mit kräftiger
Nadel und Drahtnadelhalter.

6.15 Welche Funktion hat der vorstehende Teil der Sternum-


säge (. Abb. 6.3)?

. Abb. 6.3 (Aus Liehn et al. 2016)


159 6
6.4 Thoraxdrainagen

6.16 Welche Aussagen zu Thoraxdrainagen sind falsch?

o a. Thoraxdrainagen werden an einen Überdruck von in der


Regel 20 mbar angeschlossen.
o b. Die Drainagen werden an ein vakuum- oder druckbetriebenes
Thoraxsogsystem angeschlossen.
o c. Der Sog ermöglicht der Lunge die Ausdehnung und Anpas-
sung an die Thoraxhöhle.
o d. Die Lunge kann sich aktiv entfalten, ein Verkleben der
Lungenoberfläche mit der Thoraxwand wird trotzdem
verhindert.
o e. Der Sog sorgt für eine Blut- und Sekretentlastung.

6.17 Welche Maßnahmen werden beim Thorakotomie-


verschluss durchgeführt? Kreuzen Sie an.

Mittels Wasserprobe können bronchopleurale Fisteln im Bereich der


Lunge, des abgelösten Interlobiums oder des verschlossenen Bron-
chusstumpfes erkannt und ggf. übernäht werden.
o a. Stimmt.

o b. Stimmt nicht.

Blutstillung mittels Fibrinkleber oder ähnlich wirkenden Materialien.


o c. Stimmt.

o d. Stimmt nicht.

Einbringen von mindestens zwei Thoraxdrainagen.


o e. Stimmt.

o f. Stimmt nicht.

Infiltration eines langwirkenden Lokalanästhetikums, um die Inter-


kostalnerven zu betäuben.
o g. Stimmt.

o h. Stimmt nicht.
160 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

Nach Aufhebung der überdehnten Lagerung wird der erweiterte Zwi-


schenrippenraum wieder approximiert.
o i. Stimmt.

o j. Stimmt nicht.

Der Interkostalraum wird mit stabilen Stahlnähten verschlossen.


o k. Stimmt.

o l. Stimmt nicht.

6.5 Präoperative Diagnostik

6.18 Ordnen Sie die präoperativen Diagnostikverfahren


in . Tab. 6.3 den Beschreibungen zu.

. Tab. 6.3 Präoperative Diagnostik

Lösungen

Thoraxröntgenaufnahme

Magnetresonanz-
tomographie

Positronenemissions-
tomographie

Perfusionszintigraphie

EBUS-TBNA

o a. Modernes bildgebendes Verfahren – durch die Stoffwechsel-


aktivität von markiertem Zucker gelingt es so, eine Krebs-
diagnostik des gesamten Körpers durchzuführen.
o b. Eine Untersuchung zur Bestimmung der funktionellen
Lungendurchblutung. Zum Ausschluss regionaler Durch-
blutungsstörungen (z. B. Lungenembolie) und der präopera-
tiven Beurteilung der funktionellen Operabilität bzw. der nach
der Operation zu erwartenden Lungenfunktionsminderung.
161 6
o c. Ultraschallgestützte transbronchiale Feinnadelaspiration, um
Gewebeproben für die Diagnostik von Mediastinalprozessen,
Lymphknoten und auch Primärtumoren zu gewinnen, sowie
zum Staging hilärer und mediastinaler Lymphknoten.
o d. Zur Tumorlokalisation/Verlagerung thorakaler Strukturen, für
aktuelle Hinweise auf Lungenentzündung, Stauung in der
Lungenstrombahn, Pleuraerguss (maligne?), kardiale Pump-
störung sowie als präoperativer Ausgangsbefund.
o e. Bildgebendes Verfahren ohne Röntgenstrahlung. Zielregionen
der Untersuchung sind das Herz, die Blutgefäße, Brustwand
(Weichteile) und der Brustwirbelkanal.

6.19 Markieren Sie die falschen Aussagen zur Bronchoskopie.

o a. Indikationen zur Bronchoskopie stellen die Beurteilung einer


Instabilität der zentralen Atemwege, ggf. Verordnung einer
PEP-Maske (PEP = »positive expiratory pressure«).
o b. Die Bronchoskopie kann nur mit einem flexiblen Fiber-
endoskop durchgeführt werden.
o c. Der visuelle Einblick ermöglicht die gezielte Gewinnung von
Gewebe aus den Atemwegen und dem Lungenparenchym zur
histologischen Untersuchung.
o d. Die Bronchoskopie ersetzt beim Diagnostikverfahren die
Echokardiographie.

6.20 Welche weiteren Diagnostikmaßnahmen müssen beim


Vorliegen von Fernmetastasen getroffen werden?
Nennen Sie zwei.

4
162 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

6.6 Eingriffe an der Lunge

6.21 Beschriften Sie anhand . Abb. 6.4 die verschiedenen


Resektionsverfahren, die an der Lunge durchgeführt
werden können.

. Abb. 6.4 (Aus Heberer et al. 1993)

6.22 Ordnen Sie die beschriebenen Prinzipien der Resektions-


verfahren den in . Abb. 6.4 dargestellten Resektionen zu.

Lungengewebe wird ohne Präparation der zugehörigen Gefäße und


Bronchien entfernt:
Entfernung eines oder mehrerer Lungensegmente. Als Indikation für
diesen Eingriff gelten benigne Tumoren, Bronchiektasen, entzündliche
umschriebene Prozesse, kleine Karzinome und Karzinom bei schlech-
ter Lungenfunktion:
Über eine Thoraxeröffnung Resektion eines Lungenlappens unter
Verschluss des Lappenbronchus und ggf. Lymphknotenentfernung bei
z. B. einem nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom (BC):

Resektion zweier benachbarter Lungenlappen, der dritte Lappen ver-


bleibt:
Die Entfernung eines Lungenflügels – wird nur durchgeführt, wenn
die Radikalität es erfordert:
163 6
6.23 Welche Aussagen zur Lungenkeilresektion sind richtig?

o a. Die Resektion richtet sich nach vorgegebenen anatomischen


Strukturen.
o b. Die VATS (= »video assisted thoracoscopic surgery«) hat sich
als Standardverfahren etabliert.
o c. Indikationen stellen diagnostische Lungenkeilresektion bei
interstitieller Lungenerkrankung dar.
o d. Das Resektionsverfahren eignet sich für distal gelegene Herde.
o e. Standardzugang ist eine postero- oder anterolaterale Thorako-
tomie.
o f. Die Lungenkeilresektion kann mit Klemme und Skalpell, aber
auch mittels eines linearen Staplers durchgeführt werden.

6.24 Beschreiben Sie das Resektionsausmaß einer Lobektomie.

6.25 Wie wird der Patient für eine Lobektomie gelagert?

6.26 Begründen Sie, warum die Bilobektomie nur rechts-


pulmonal möglich ist.
164 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

6.27 Markieren Sie die richtigen Aussagen zu broncho-


plastischen Eingriffen.

o a. Aus Gründen der Radikalität werden Teile des Bronchial-


systems entfernt. Der Bronchus wird über eine End-zu- Seit-
Anastomose rekonstruiert.
o b. Bei Patienten, für die das Risiko einer Pneumonektomie zu
hoch erscheint, ist die parenchymsparende bronchoplastische
Resektion die Methode der Wahl.
o c. Bei zentral wachsenden Tumoren kann eine sog. Manschetten-
resektion vorgenommen werden.
o d. Die Bronchusanastomose muss intraoperativ bronchoskopisch
kontrolliert werden.

6.28 Einige der folgenden Aussagen treffen auf eine Lungen-


flügelresektion nicht zu. Welche?

o a. Die Entfernung eines Lungenflügels wird nur durchgeführt,


wenn die Radikalität es erfordert.
o b. Aus Radikalitätsgründen müssen stets die Lungengefäße im
eröffneten Herzbeutel präpariert werden.
o c. Die obere und untere V. cava werden in der Vorhofeinmün-
dung freigelegt, durch eine Gefäßschlinge gesichert und mit
einem Gefäßklammernahtinstrument durchtrennt.
o d. Nach dem Absetzen des Lungenflügels sollte die Deckung des
Bronchusstumpfes, zur Vermeidung einer Bronchusstumpf-
insuffizienz, mit vitalem Gewebe erwogen werden.
o e. Zur Deckung eignet sich die von der Thoraxinnenwand
gelöste Pleura, eine Perikardlefze, der Ösophagus und ein frei-
präparierter interkostaler Muskellappen oder das Perikard mit
perikardialem Fettgewebe.
165 6
6.7 Eingriffe an der Trachea

6.29 Markieren Sie die korrekten Aussagen für Trachea-


resektionen.

Als Indikation für Trachealresektionen gelten entzündliche


o a. Stenosen.
o b. Tumoren.

Der Zugang richtet sich nach dem betroffenen Trachealabschnitt. Eine


Resektion im oberen Abschnitt kann über
o c. einen Kocher-Kragenschnitt

o d. eine mediane Sternotomie

durchgeführt werden.
Teile der distalen Trachea und der Tracheabifurkation werden über
die übliche
o e. rechtsseitige anterolaterale

o f. rechtsseitige posterolaterale

o g. linksseitige posterolaterale

Thorakotomie zugänglich.

6.30 Welche der folgenden Aussagen zur Tracheateilresektion


sind korrekt?

o a. Präoperative Bronchoskopie in Narkose durch den Anästhe-


sisten und den Operateur, um die Länge und Beschaffenheit
des zu resezierenden Tracheabereichs darzustellen und die
Resektionsgrenzen festzulegen.
o b. Die manuelle Mobilisation der Trachea reicht vom Kehlkopf
bis zur Hauptcarina, um eine größtmögliche Spannungs-
freiheit für eine End-zu-End-Anastomose zu erhalten.
o c. Das Absetzen des unteren Stenosenrandes erfolgt über das
liegende Bronchoskop.
o d. Vor der Resektion der Tracheastenose und Entnahme des
Resektats erfolgt eine Trans-OP-Feld-Intubation.
166 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

o e. Die Tracheaanastomose erfolgt mit resorbierbarem monofilem


Nahtmaterial, beginnend mit der Tracheavorderwand.
o f. Um die hinteren Nähte zu legen, erfolgt die Beatmung in der
Phase mit der »low frequency ventilation«.
o g. In besonderen Fällen ermöglicht eine Mini-Tracheostoma-
anlage die Unterstützung der Atmung bei postoperativer
Schwellung der Trachea.

6.31 Begründen Sie, warum postoperativ der Kopf des


Patienten mit dem Kinn auf der Brust gelagert werden
sollte.

6.8 Eingriffe an der Pleura

6.32 Ordnen Sie die Entstehungsursachen eines Pneumo-


thorax den Überbegriffen in . Tab. 6.4 zu.

. Tab. 6.4 Entstehungsursachen eines Pneumothorax

Lösungen

Spontan

Sekundär

Iatrogen

o a. Durchbrochene Malignome, Überdruck in den Atemwegen,


z. B. nach stumpfem Thoraxtrauma oder perforierender
Thoraxverletzung
o b. Ruptur einer subpleural gelegenen Emphysemblase
167 6
o c. Nach Pleurapunktion, Thoraxdrainageneinlage, Überdruck-
beatmung oder nach thoraxchirurgischen Eingriffen

6.33 Welche Aussagen zur Operation beim Pneumothorax sind


falsch?

o a. Wenn sich die Lunge nach Anlage einer Thoraxsaugdrainage


nicht ausdehnt, ist eine Indikation zur OP gegeben.
o b. Die Ziele der Operation sind die Entfernung der bullösen
Abschnitte der Lunge bzw. Verschluss der Fistel und die
Verklebung der Pleura parietalis mit der Pleura visceralis.
o c. Das Operationsziel kann durch eine partielle Pleurektomie
oder durch eine ausgedehnte Adhäsiolyse der Pleurablätter
erreicht werden.
o d. Die Anrauung der Pleura parietalis durch Talkuminstillation
wird aufgrund der hohen Partikelaufwirbelungen innerhalb
des OP-Feldes nicht empfohlen.
o e. Die videoassistierte Thorakoskopie (VATS) zur operativen
Revision eines Pneumothorax ist Standard.

6.34 Markieren Sie die richtigen Aussagen bezüglich


der Dekortikation und der Pleurektomie.

Resektion der partiellen Pleura:


o a. Dekortikation.
o b. Pleurektomie.

Pleuritis als Indikation:


o c. Dekortikation.

o d. Pleurektomie.

Videoassistierte Thorakoskopie (VATS) oder Thorakotomie:


o e. Dekortikation.

o f. Pleurektomie.
168 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

Mediane Sternotomie als ein möglicher Zugangsweg:


o g. Dekortikation.
o h. Pleurektomie.

6.35 Eine Pleurektomie wird wie folgt durchgeführt:


Der Pleurarand wird mit einer kräftigen, langen Klemme
gefasst, angespannt und durch stumpfes Präparieren bis
zur vorderen und hinteren Umschlagfalte am Mediasti-
num bzw. bis zum Zwerchfell komplett herausgelöst.
Hier wird die Pleura scharf abgesetzt. Mit welchem Ziel
werden die Thoraxdrainagen gelegt?

6.36 Nennen Sie mindestens drei Indikation zur VATS


(»video assisted thoracoscopic surgery«).

6.37 Welche Aussagen zur VATS sind falsch?

o a. Der Eingriff erfolgt über einen 3-Punkt-Zugang (= 3 Haut-


schnitte von 2 cm Länge) oder einen 2-Punkt-Zugang.
o b. Die Wahl der Schnitte bedingt die spätere Nutzung für Drai-
nageaustrittstellen oder ein Umsteigen auf eine Thorakotomie.
o c. Eine Probeexzision zur bakteriologischen und histologischen
Untersuchung ist obligat.
169 6
o d. Zur Vermeidung eines erneuten Pneumothorax wird eine
Dekortikation durchgeführt. Dadurch verklebt während der
Heilung die Lungenoberfläche breitflächig mit der Brustwand.
o e. Zur Sicherung der Dichtigkeit nach der Lungenkeilresektion
wird Fibrinkleber auf die Resektionsfläche appliziert.

6.9 Eingriffe am Mediastinum

6.38 Markieren Sie die korrekten Aussagen zur


Mediastinoskopie.

Dieser
o a. diagnostische
o b. therapeutische

Eingriff dient in der Regel der


o c. Entfernung von kleinen Tumoren am Mediastinum.

o d. Entnahme von Lymphknotengewebe.

Der Zugang erfolgt chirurgisch über eine Inzision


o e. unterhalb

o f. oberhalb

des Jugulums.

6.39 Nennen Sie die Indikationen der Mediastinoskopie.

4
170 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

6.40 Welche Aussagen treffen auf eine Mediastinoskopie zu?

o a. Der Patient wird in halb sitzender Position mit weit reklinier-


tem Kopf gelagert.
o b. Bei der Präparation muss möglicherweise eine V. thyreoidea
superior ligiert werden.
o c. Nach Durchtrennung der Halsfaszie erfolgt die Präparation
der Trachea über ein Mediastinoskop.
o d. Das Mediastinoskop mit beleuchteter Optik wird in den prä-
trachealen und retrosternalen Raum eingeführt.
o e. Sollten Lymphknoten entnommen werden, dürfen sie vor
ihrer Exstirpation keinesfalls punktiert werden, um evtl.
Tumorstreuungen zu vermeiden.

6.41 Ordnen Sie die möglichen Zugangswege in . Tab. 6.5


zum Mediastinum den Beschreibungen zu.

. Tab. 6.5 Zugangswege zum Mediastinum

Lösungen

Posteriore
Mediastinotomie

Anteriore parasternale
Mediastinotomie

Kollare Mediastinotomie

Superiore
Mediastinotomie
171 6
o a. Der Hautschnitt verläuft über dem Jugulum zwischen beiden
Mm. sternocleidomastoidei.
o b. Der Hautschnitt verläuft parallel zum Vorderrand des
M. sternocleidomastoideus.
o c. Seitlich neben dem Sternum erfolgt in Höhe der 2.–3. Rippe
der Hautschnitt, bei Bedarf müssen die Knorpelanteile der
oben genannten Rippen reseziert werden.
o d. Der Zugang liegt neben der Wirbelsäule in Höhe der Skapula.
Auch hier müssen Rippenanteile reseziert werden.

6.42 Ordnen Sie die in . Tab. 6.6 genannten Tumoren dem


vorderen, mittleren und hinteren Mediastinum zu.

. Tab. 6.6 Tumoren im vorderen, mittleren und hinteren Mediastinum

Lösungen

Vorderes Mediastinum

Mittleres Mediastinum

Hinteres Mediastinum

o a. Lymphome
o b. Granulome
o c. Neurogene Tumoren
o d. Perikardzyste
o e. Bronchogene Zysten
o f. Mesenchymale Tumoren
172 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

6.43 Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.

Der Zugang zu den Tumoren des vorderen Mediastinums erfolgt über


die mediane, longitudinale Sternotomie.
o a. Stimmt.

o b. Stimmt nicht.

Weitere Zugangswege sind die hohe Thorakotomie oder die VATS.


o c. Stimmt.

o d. Stimmt nicht.

Folgende Gefäße werden bei einer Mediastinaltumorresektion darge-


stellt:
o e. A. carotis,

o f. V. cava inferior,

o g. A. brachiocephalica,

o h. V. brachiocephalica dextra und sinistra,


o i. Aortenbogen.

Bei einer möglichen Eröffnung der Pleurahöhlen wird der


o j. N. vagus

o k. N. phrenicus

dargestellt.
173 6
6.10 Knöcherne Thoraxwand

6.44 Ordnen Sie dem Prinzip der Korrektur einer Trichterbrust


entsprechend zu, ob eine Anhebung oder Umkehrung
stattfinden soll (. Tab. 6.7).

. Tab. 6.7 Trichterbrustkorrektur

Lösungen

Anhebung

Umkehrung

o a. Rippen und Sternum werden durchtrennt und so wieder ein-


gesetzt, dass eine Vorwölbung entsteht.
o b. Der Rippenknorpel wird durchtrennt und teilweise reseziert.
Das Sternum wird mobilisiert, korrigiert und mit Kirschner-
Drähten oder Spangen stabilisiert.

6.45 Markieren Sie die korrekten Aussagen zur Trichterbrust-


korrektur nach Nuss.

Eine Metallplatte wird


o a. oberhalb
o b. unterhalb

des Sternums implantiert. Die Platte drückt bogenförmig das Sternum


nach außen und verbleibt
o c. 2–3 Jahre

o d. lebenslang

im Brustkorb.
174 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

6.46 Welche Aussagen zu Thoraxwandtumoren sind richtig?

o a. Der Tumor wird im Gesunden unter kompletter Mitnahme


der Rippen entfernt. Aus Radikalitätsgründen wird benach-
bartes Lungengewebe en bloc mitrezesiert.
o b. Man unterscheidet zwischen Knochen- und Weichteiltumoren.
o c. Die Weichteiltumoren sind grundsätzlich gutartig.
o d. Bei Resektionen von mehr als 3 Rippen sollte zur Brustwand-
stabilisierung eine Brustwandrekonstruktion stattfinden.
o e. Große Brustwand- oder Sternumdefekte können durch eine
»Sandwichplastik« mit einer anmodellierten Knochenzement-
platte zwischen 2 Blättern einer Gore-Tex-Membran oder ei-
nem resorbierbaren Kunststoffnetz ergänzt werden.
o f. Eine Stabilisierung mit autologem Material (Insellappen des
Muskels oder Omentum majus) oder die vitale Deckung durch
Muskelplastiken wie z. B. M. latissimus dorsi oder ventral
durch M. pectoralis ist aufgrund möglicher Tumorinfiltrierun-
gen nicht empfehlenswert.
175 7
7 Kardiochirurgie

M. Liehn

7.3 Herz-Lungen-Maschine (HLM)

7.1 Mit der HLM oder auch extrakorporaler Zirkulation (EKZ)


besteht die Möglichkeit, Eingriffe am stillstehenden und
blutleeren Herz vorzunehmen. Nennen Sie mindestens
zwei Eingriffe, für die die HLM benötigt wird.

7.2 Bestimmte Operationen, wie beispielsweise die Resektion


von Aortenbogenaneurysmen, werden z. T. in tiefer
Hypothermie (18–22°C) durchgeführt. Wie lange kann der
Kreislaufstillstand damit toleriert werden?

7.3 Ergänzen Sie die fehlenden Begriffe im Lückentext


zu HLM-Operationen.

(Begriffe: 4–10°, ascendens, CO2, femoralis, Kalium, Kardioplegie-


lösung, O2, passiv, stillstehenden)
Anfahren der HLM. Das Blut gelangt dabei
zur HLM, wird dort mit
angereichert (oxygeniert) und von
befreit und anschließend über die arterielle Linie in die Aorta ascen-
dens bzw. A. zurückgeführt.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_7, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
176 Kapitel 7 · Kardiochirurgie

Einlegen eines sog. Aortenwurzelkatheters in die Aorta


zur Verabreichung von
und zum späteren Entlüften des Herzens.
Queres Abklemmen der Aorta ascendens mit der Fogarty-Klemme.
Stillstellen des Herzens durch eine sog. kardioplegische Lösung. Diese
ist meist C kalt und enthält
, das zu einer elektromechani-
schen Entkoppelung des Herzmuskelgewebes führt.
Durch den Stillstand des Herzens und die Kühlung werden die Ener-
giereserven des Herzens geschont, z. B. für Eingriffe am
und blutleeren Herzen.

7.4 Chirurgische Zugänge

7.4 Benennen Sie die in . Abb. 7.1 eingezeichneten Zugangs-


wege zum Herzen.

I
II
b III
c f
e IV
d
V

. Abb. 7.1 Chirurgische Zugänge. (Aus Liehn et al. 2016)


177 7
4 a:

4 b:

4 c:

4 d:

4 e:

4 f:

7.5 Koronarchirurgie

7.5 Beschreiben Sie kurz das Prinzip der operativen


Behandlung einer Angina pectoris.

7.6 Bitte erklären Sie folgende Abkürzungen.

4 LIMA: .

4 RIMA: .

4 LAD: .

4 ACVB: .
178 Kapitel 7 · Kardiochirurgie

7.7 Welche arteriellen oder venösen Gefäße werden bevor-


zugt entnommen, um eine koronare Bypassoperation
durchzuführen?

7.6 Linksventrikuläre Aneurysmektomie

7.8 Was ist unter dem Begriff »linksseitige Aneurysmektomie«


zu verstehen?
179 7
7.7 Aortenklappenchirurgie

7.9 Aus welchem Material können Klappenprothesen


hergestellt werden? Benennen Sie deren Vor- und
Nachteile in . Tab. 7.1.

. Tab. 7.1 Klappenprothesen

Material Vorteile Nachteile

7.10 Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen zu den Auswahl-


kriterien des Klappentyps an.

Alloplastische Klappen werden meist


o a. jüngeren
o b. älteren

Patienten und insbesondere in der


o c. Mitralposition

o d. Aortenposition

implantiert.
180 Kapitel 7 · Kardiochirurgie

7.11 Biologische Herzklappen sind für Patienten geeignet,


bei denen eine Behandlung mit gerinnungshemmenden
Medikamenten grundsätzlich problematisch ist.
Um welche Patienten handelt es sich?

7.8 Mitralklappenchirurgie

7.12 Was ist unter dem Begriff »Mitralklappe« zu verstehen


und welche Funktionsstörungen dieser Klappe kennen
Sie?

7.13 Welche Aussagen zur Mitralklappenstenose sind richtig?

o a. Hauptursache einer Mitralklappenstenose ist eine vorange-


gangene rheumatische Erkrankung.
o b. Bei der Mitralklappenstenose kommt es zur Vergrößerung des
Klappenapparates (Segel und Sehnenfäden) und zur Verkle-
bung der Kommissuren.
o c. Schließlich verkalkt der Klappenapparat.
o d. Die Verminderung der Klappenöffnungsfläche von normal
4–6 cm2 auf 1 cm2 führt bereits in Ruhe zu Beschwerden.
181 7
o e. Dabei fließt das Blut durch die zu große Mitralklappe und es
kommt zur Vorhofüberdehnung mit Entstehung von Vorhof-
flimmern sowie Thrombenbildung im linken Herzohr.
o f. Als Komplikationen können arterielle Embolien entstehen.
o g. Bei Fortbestehen der Mitralstenose kann es dann zur Lungen-
stauung bis hin zum Lungenödem und zur Widerstands-
erhöhung im kleinen Kreislauf kommen.

7.10 Aortenaneurysmachirurgie

7.14 Bitte fügen Sie die fehlenden Begriffe korrekt ein.

(Auswahl: »entry«, »reentry«, 5,5, Aorta descendens, Aortenaneu-


rysma, aufsteigende Aorta, Bogen, descendens, Intima)
Bei einer krankhaften Erweiterung der Aorta sprechen wir von einem
Dabei können die
(Aorta ascendens), der
und die absteigende Aorta (
) betroffen sein.
Bei einem Überschreiten des Aortendurchmessers auf mehr als
cm ist die Indikation zur bald-
möglichen Operation gegeben.
Ist es durch die Erweiterung der Hauptschlagader mit nachfolgender
Erhöhung der Wandspannung zum Einriss der Gefäßinnenhaut
( ) gekommen, kann sich eine
Blutung zwischen den verschiedenen Schichten der Aortenwand von
der Aorta ascendens über den Bogen bis in die Aorta
entwickeln. Dabei bezeichnet man den Einriss,
der in den meisten Fällen in der Aorta ascendens liegt (Stanford-A-
Aneurysma), als .
Gibt es im weiteren Verlauf einen weiteren Einriss, der meist im Be-
reich der Aorta descendens bzw. der Bauchaorta liegt, bezeichnet man
dies als .
182 Kapitel 7 · Kardiochirurgie

7.15 Wie nennt man die Operationsmethode, wenn bei ausge-


dehnten dissezierenden thorakalen Aneurysmen unter
Einbeziehung von Aorta ascendens, Aortenbogen und
Aorta descendens der operative Aorta-ascendens- und/
oder Aortenbogenersatz mit einem antegraden einzeiti-
gen Stenting der Aorta descendens kombiniert wird?

7.11 Chirurgie kongenitaler Herzfehler

7.16 Welche Aussage ist falsch?

o a. Der Vorhofseptumdefekt ist eine seltene angeborene Herz-


fehlbildung.
o b. Es besteht ein Defekt in der Vorhofscheidewand, der meist im
Bereich des ehemaligen Foramen ovale gelegen ist.

7.17 Bitte erklären Sie die Abkürzung ASD.

7.18 Nennen Sie die Symptome eines großen Vorhofseptum-


defektes.

 

 
183 7
7.19 Wann ist bei einem Ventrikelseptumdefekt (VSD) eine
Operationsindikation gegeben?

7.20 Bitte ergänzen Sie die fehlenden Begriffe.

Typisch ist die Kombination einer Aortenisthmusstenose (Coarctatio


aortae) mit einem offenen so-
wie einer valvulären Aortenstenose.
Man unterscheidet einen präduktalen und einen
Typ der Aortenisthmusstenose.

7.21 Bitte kreuzen Sie die korrekten Aussagen an.

Die präduktale Aortenisthmusstenose (sog. kindliche Form) erfordert


meist eine
o a. notfallmäßige Operation.

o b. elektive Operation.

Die postduktale Aortenisthmusstenose ist in der Kindheit oft


o c. dramatisch

o d. asymptomatisch.

Später entwickeln sich die Folgen der Hypertonie in der oberen Kör-
perhälfte mit
o e. Linksherzbelastung

o f. Rechtsherzbelastung

o g. frühzeitiger Zerebralsklerose

o h. Risiko von Schlaganfällen bereits im Jugendalter

sowie einer bakteriellen Endokarditis.


184 Kapitel 7 · Kardiochirurgie

7.12 Erkrankungen des Herzbeutels

7.22 Was ist unter einem »Panzerherz« zu verstehen?

7.13 Herztumoren

7.23 Herztumoren sind selten. Welches ist der häufigste Tumor


und wo ist er überwiegend zu finden?

7.14 Pulmonale Thrombektomie

7.24 Betrachten Sie . Abb. 7.2. Sie zeigt ein Operationspräpa-


rat einer Patientin mit einer tiefen Beinvenenthrombose.
Welche OP-Indikation könnte gegeben gewesen sein?

. Abb. 7.2 (© Abb. freundlicherweise überlassen von RIESSmedien)


185 7
7.25 Bitte fügen Sie die fehlenden Begriffe ein.

Bei Patienten mit rezidivierenden Lungenembolien kann es infolge


der Verlegung der durch
Thromben zu einer schweren pulmonalen
kommen. Diese Patienten können in tiefer Ganzkörper-
hypothermie ( °C) mit Hilfe der
HLM und mit intermittierendem Kreislaufstillstand pulmonal thromb-
ektomiert werden. Dabei wird unter Zuhilfenahme eines Instrumen-
tes, genannt , altes thromboti-
sches Material zusammen mit der Gefäßintima (Thrombarteriekto-
mie) entfernt.

7.15 Behandlung von Herzrhythmusstörungen

7.26 Was ist unter einem »physiologischen Herzschrittmacher«


zu verstehen?

7.27 Ergänzen Sie folgenden Text zum Thema der internen


Defibrillation

Sogenannte bösartige ventrikuläre Rhythmusstörungen können zu


/
führen. Gelingt es nicht, diese Patienten durch entsprechende
zu behandeln, besteht bei Auslösbarkeit
von Kammerflimmern während einer elektrophysiologischen Unter-
suchung die Indikation zur Implantation eines internen Defibrillators.
Moderne Defibrillatoren verfügen über Sensing-Defibrillations-
Elektroden, die genau wie bei einer Schrittmacherimplantation
und
unter Bildwandlerkontrolle implantiert werden können.
186 Kapitel 8 · Gynäkologie

8 Gynäkologie

T. Sauer, M. Liehn

8.1 Anatomische Grundlagen

8.1 Ergänzen Sie die Begriffe zu den allgemeinen


anatomischen Grundlagen.

Die weiblichen Geschlechtsorgane sind unterteilt in inneres und äuße-


res Genitale. Dazu gehören folgende Organe:
Inneres Genitale:

Äußeres Genitale:

Insgesamt wird das äußere Genitale auch bezeichnet als

Die Gefäßversorgung des weiblichen Genitale erfolgt über die

4 A. und die

4 A.
M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,
DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_8, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
187 8
8.2 Ergänzen Sie die Begriffe zur Anatomie des Uterus.

(Auswahl: anteflektiert, Blase, Dach (Fundus), Endometrium, Hals


(Zervix), intraperitoneal, kaudalen, Körper (Korpus), kranialen,
Mund (Portio), Peritoneum, Rektum)
Der Uterus liegt im kleinen Becken zwischen
und Er ist üblicherweise nach
vorn gewölbt = Die Gebärmut-
ter wird in 4 Segmente eingeteilt:
1. ,
2. ,
3. ,
4.
Große Teile des Uterus liegen
und sind mit überzogen. Innen
ist der Uterus mit ausgekleidet.
Der Uterus hat nach allen Seiten einen Halteapparat, der aus 3
und 3
Bändern besteht.

8.2 Zugänge in der Gynäkologie

8.3 Ordnen Sie die Merkmale der operativen Zugänge


in der Gynäkologie korrekt zu (. Tab. 8.1).

. Tab. 8.1 Zugänge in der Gynäkologie

Lösungen

Suprasymphysärer
Faszienquerschnitt
nach Pfannenstiel

Medianer Unter-
bauchlängsschnitt
188 Kapitel 8 · Gynäkologie

o a. Gute Erweiterungsmöglichkeit und geringere Blutungsgefahr


o b. Gute kosmetische Ergebnisse
o c. Längsschnitt im Bereich der Linea alba nach distal bis zur
Symphyse, nach proximal bis zum Nabel
o d. Platzbauch- und Herniengefahr
o e. Bei operativ größerem Raumbedarf
o f. Hautschnitt quer, leicht bogenförmig, wenn möglich unterhalb
des suprapubischen Haaransatzes

8.3 Lagerungen und Abdeckungen

8.4 Welche Aussagen zur Lagerung bei Eingriffen


in der Mammachirurgie sind richtig?

o a. Die Lagerung kann sowohl in Rückenlagerung als auch in


Beach-Chair-Lagerung erfolgen.
o b. Beide Arme werden grundsätzlich ausgelagert, damit eine
Symmetrie entsteht.
o c. Bei der Beach-Chair-Lagerung wird der gesamte Tisch fuß-
wärts gekippt und die Beine zusätzlich ca. 10% abgesenkt.
o d. Ein Polstern der Fersen und eine Entlastung der Kniegelenke
sowie eine Fixation der Patientin mit einem Gurt sind unbe-
dingt notwenig.
o e. Das Gesäß der Patientin muss gut gepolstert im Knick
des OP-Tisches liegen.
o f. Die HF- (Hochfrequenz-) Elektrode wird grundsätzlich am
Rücken der Patientin platziert, da beide Seiten desinfiziert und
abgedeckt werden.
o g. Auf einen Narkosebügel kann verzichtet werden.
189 8
8.5 Ordnen Sie die Merkmale der Steinschnittlagerungen
den beiden Variationen zu (. Tab. 8.2).

. Tab. 8.2 Steinschnittlagerung

Lösungen

Steinschnittlage-
rung mit abgesenk-
ten Beinen

Steinschnittlage-
rung mit hochge-
stellten Beinen

o a. Diese Lagerung wird bei allen gynäkologischen Laparotomien


und Laparoskopien durchgeführt.
o b. Das Gesäß ragt etwas über das Tischende.
o c. Das Gesäß schließt mit der Tischkante ab.
o d. Die Unterschenkel liegen gut gepolstert in den Halbschalen in
100° Kniebeugung.
o e. Die Beine der Patientin sind 40–45° gespreizt.
o f. Die Oberschenkel werden in Verlängerung des Körpers gelagert.

8.6 Kreuzen Sie die für die Bauchlagerung nach Standard rich-
tige Aussage an bzw. ergänzen Sie die fehlenden Begriffe.

Die Operationslagerung erfolgt


o a. vor der Intubation.
o b. nach der Intubation.

Die Lagerung des Körpers und der Beine erfolgt mit Hilfe von Lage-
rungsrollen – dabei werden diese unter
o c. ,
o d. und
o e.

platziert.
190 Kapitel 8 · Gynäkologie

8.7 Welche Grundsätze müssen bei der Bauchlagerung nach


Standard eingehalten werden? Kreuzen Sie die richtigen
Aussagen an.

Folgende Grundsätze müssen eingehalten werden:


Kehlkopf und Brüste dürfen nicht gequetscht werden, die Schultern
müssen frei liegen.
o a. Stimmt.
o b. Stimmt nicht.

Patellae und Zehen sind frei und druckentlastet zu lagern.


o c. Stimmt.

o d. Stimmt nicht.

Bei der Lagerung der Arme liegen die distalen Gelenke höher als die
proximalen.
o e. Stimmt.
o f. Stimmt nicht.

8.4 Gynäkologisches Instrumentarium

8.8 Bezeichnen Sie die Instrumente in . Abb. 8.1, . Abb. 8.2,


. Abb. 8.3, . Abb. 8.4 und benennen Sie deren Funktion
bei der Operation.

4 . Abb. 8.1: , Funktion:

4 . Abb. 8.2: , Funktion:

4 . Abb. 8.3: , Funktion:

4 . Abb. 8.4: , Funktion:


191 8

. Abb. 8.1 (© Fa. Aesculap AG) . Abb. 8.2 (© Fa. Aesculap AG)

. Abb. 8.3 (© Fa. Aesculap AG) . Abb. 8.4 (© Fa. Aesculap AG)
192 Kapitel 8 · Gynäkologie

8.5 Medikamente

8.9 Ordnen Sie die Medikamente in . Tab. 8.3 ihrem


Einsatz zu.

. Tab. 8.3 Medikamente

Lösungen

Lokalanästhetikum
(z. B. Xylonest, Scandicain)

Antibiotikahaltige Lösungen
(z. B. Gentamycin)

Bakterielle Neurotoxine
(z. B. Botulinumtoxin)

o a. Gemischt mit NaCl zur Behandlung von Erkrankungen der


überaktiven Blase mit und ohne Inkontinenz.
o b. Verdünnt mit Ringer-Lösung zur besseren räumlichen Dar-
stellung und für verminderte Blutung in der Beckenboden-
chirurgie geeignet.
o c. Geeignet zur lokalen Injektion, um postoperativem Schmerz
vorzubeugen.
o d. Verdünnt mit Ringer-Lösung zur Vorbeugung einer post-
operativen Infektion bei der Implantation von Bio-Meshs.

8.6 Operative Eingriffe

8.10 Welche Aussagen zur Marsupialisation sind richtig?

o a. Der Eingriff ist bei der Verstopfung des Ausführungsgangs der


Marsolin-Drüsen notwendig.
o b. Die Verstopfung tritt meist einseitig auf und führt zur
massiven Schwellung der Labie.
o c. Aus einer schmerzlosen Zyste kann sich ein Abszess ent-
wickeln.
193 8
o d. Das Prinzip der OP beruht auf der Öffnung und Entleerung
des Abszesses/der Zyste sowie der Schaffung eines neuen
Drüsenausführungsgangs.
o e. Eine minimale Abdeckung der Patientin und das Tragen von
Handschuhen sind ausreichend.
o f. Das entnommene Material wird zur histologischen Unter-
suchung geschickt.

8.11 Nennen Sie je eine diagnostische und eine therapeutische


Indikation für eine Abrasio.

Diagnostische Indikation:

Therapeutische Indikation:

8.12 Ordnen Sie die Charakterisierungen der Abrasio oder


der Abortkürettage zu (. Tab. 8.4).

. Tab. 8.4 Abrasio und Abortkürettage

Lösungen

Abrasio

Abortkürettage

o a. Entfernung des Materials mit Küretten und einer Fasszange.


o b. Mit Hilfe einer Saugkürette erfolgt das Vorgehen schneller und
schonender.
o c. Das Ausschaben der Tubenecken erfolgt mit einer kleineren
Kürette.
o d. Zur Diagnostik oder zur Sicherstellung der vollständigen Ent-
fernung des Materials kann vor bzw. nach dem Eingriff eine
Kontrolle mittels Hysteroskopie erfolgen.
194 Kapitel 8 · Gynäkologie

o e. Zervix- und Korpusmaterial werden streng voneinander


getrennt und histologisch untersucht.
o f. Die Entnahme des Materials erfolgt mit Hilfe von scharfen
Küretten.

8.13 Nennen Sie zwei Ziele der Konisation.

8.14 Nennen Sie drei mögliche Techniken, mit denen eine


Konisation durchgeführt werden kann.

8.15 Markieren Sie die richtigen Aussagen.

Die karzinomgefährdete Zone liegt bei jungen Frauen mehr im Zervi-


kalbereich.
o a. Stimmt.

o b. Stimmt nicht.

Die karzinomgefährdete Zone liegt bei älteren Frauen mehr auf der
Portio.
o c. Stimmt.

o d. Stimmt nicht.
195 8
Bei jungen Frauen wird ein breiter, flacher Konus entnommen.
o e. Stimmt.
o f. Stimmt nicht.

Bei älteren Frauen wird ein schmaler, hoher Konus entnommen.


o g. Stimmt.

o h. Stimmt nicht.

Die Resektionsgrenzen lassen sich mittels Anfärbung der Portio be-


stimmen: erkrankte Bezirke verfärben sich, gesunde werden weißlich
oder verfärben sich nicht.
o i. Stimmt.

o j. Stimmt nicht.

Nach der Konisation erfolgt immer eine fraktionierte Abrasio.


o k. Stimmt.

o l. Stimmt nicht.

8.16 Nennen Sie zwei Indikation für Operationen


bei Zervixinsuffizienz

8.17 Um welche Operationstechnik handelt es sich?


Kreuzen Sie die richtige Antwort an.

Mittels einer nicht resorbierbaren subkutanen Naht, die 4-mal ausge-


stochen wird, wird der Muttermund eingeengt oder verschlossen:
o a. Cerclage nach McDonald.

o b. Cerclage nach Shirodkar.

o c. Muttermundverschluss nach Szendi.


196 Kapitel 8 · Gynäkologie

Mit resorbierbaren Einzelknopffäden wird die vordere und hintere


Muttermundlippe im zweischichtigen Verfahren aufeinander genäht:
o d. Cerclage nach McDonald.

o e. Cerclage nach Shirodkar.

o f. Muttermundverschluss nach Szendi.

Ein nicht resorbierbarer Faden mit stumpfer Nadel wird mittels Ein-
stich bei 12 h und Ausstich bei 6 h um die Zervix herumgeführt:
o g. Cerclage nach McDonald.

o h. Cerclage nach Shirodkar.

o i. Muttermundverschluss nach Szendi.

8.18 Markieren Sie die korrekten Aussagen zur vaginalen


Hysterektomie.

Bei folgenden Indikationen ist eine vaginale Hysterektomie indiziert:


o a. Erhöhtes allgemeines OP-Risiko.
o b. In Kombination mit Deszensusoperationen.

o c. Erkrankungen der Portio oder Vulva.

o d. Bei einem PAP IV A (PAP-Abstrich = Abstrich nach Papani-

colaou).
o e. Uterus myomatosus, wenn dieser Faustgröße nicht über-

schreitet.

8.19 Welches sind die Vorteile der vaginalen gegenüber


der abdominalen Hysterektomie? (Nennen Sie min-
destens zwei.)

4
197 8
8.20 Welche Nachteile ergeben sich aus dem Verfahren gegen-
über der abdominalen Hysterektomie? Markieren Sie die
korrekten Aussagen.

a. Eingeschränkte Sichtverhältnisse.
b. Schwierige anatomische Verhältnisse.
c. Technisch schwierig bei Voroperationen am Uterus.
d. Einschränkte Möglichkeiten, an den Adnexen zu operieren.
e. Inkontinenzgefahr.

8.21 Bringen Sie die Operationsschritte bei der vaginalen


Hysterektomie in die richtige Reihenfolge (Nr. 1–16).

o a. Nr. Abdeckung.
o b. Nr. Legen eines Blasenverweilkatheters
oder einer suprapubischen Ableitung.
o c. Nr. Einstellen und Anhaken der Portio
mit Spekula und Hakenzangen.
o d. Nr. Hinterer Scheidenschnitt = hintere
Kolpotomie.
o e. Nr. Eröffnung des Douglas-Raums
(hintere Kolpozöliotomie).
o f. Nr. Vorderer Scheidenschnitt = vordere
Kolpotomie.
o g. Nr. Zirkuläres Umschneiden der Portio
mit dem Skalpell.
o h. Nr. Inspektion der Adnexe.
o i. Nr. Absetzen der Uterinagefäße und
der Ligg. cardinalia.
o j. Nr. Stürzen des Uterus.
o k. Nr. Darstellung der Adnexe (Entfer-
nung oder Absetzen mit Umstechung).
o l. Nr. Absetzen der Parametrien.
o m. Nr. Absetzen der Ligg. sacrouterina.
o n. Nr. Entfernen des Uterus.
o o. Nr. Verschluss der Scheidenwunde.
o p. Nr. Verschluss des Peritoneums.
198 Kapitel 8 · Gynäkologie

8.22 Welche Defekte werden jeweils ursächlich der Entstehung


eines Descensus uteri und eines Descensus vaginae zuge-
ordnet?

Descensus uteri:

Descensus vaginae:

8.23 Markieren Sie die korrekten Aussagen zum Genitaldes-


zensus.

Durch die Erschlaffung der hinteren Scheidenwand entsteht/entste-


hen …
o a. … Rektozele,

o b. … Zystozele,

o c. … Enterozele.

8.24 Welche Ursachen begünstigen die Entstehung eines


Genitaldeszensus? (Nennen Sie mindestens zwei.)

4
199 8
8.25 Ordnen Sie die OP-Techniken in . Tab. 8.5 bei Genital-
deszensus den Beschreibungen zu.

. Tab. 8.5 Operationen bei Genitaldeszensus

Lösungen

Uterosakropexie

Vordere Kolporrhaphie/
vordere Plastik

Vaginale Kolposakropexie

Hintere Kolpoperineo-
rrhaphie/hintere Plastik

Vordere und hintere


Scheidenplastik

o a. Raffung und Stützung der Scheidenwand, ggf. mit Hilfe von


synthetischen oder Bionetzen zur Deckung der vorderen und
hinteren Vaginalwanddefekte.
o b. Durch Spaltung der Scheidenhaut in der Mittellinie wird der
Blasenpfeiler von lateral gefasst und durch quere Nähte nach
medial verlagert und vernäht. Dadurch entsteht unter der
Blase eine Doppelung der Faszie.
o c. Durch Spaltung der Scheidenhaut in der Mittellinie wird der
Rektumpfeiler von lateral gefasst und durch quere Nähte nach
medial verlagert und vernäht. Dadurch entsteht unter dem
Rektum eine Doppelung der Faszie. Zusätzlich wird der
Damm verbreitert und der Hiatus genitalis verkleinert.
o d. Sakrospinale Scheidenstumpffixation oder sakrospinale
Fixation unter Uteruserhalt.
o e. Durch ein in den Douglas-Raum eingebrachtes Netz und die
Befestigung mit einer Titanspirale am Promontorium wird die
200 Kapitel 8 · Gynäkologie

anatomisch gerechte Achse der Vagina beibehalten. Der Ein-


griff kann komplett laparoskopisch oder als vaginal-laparo-
skopische Operation durchgeführt werden.

8.26 Welche Aussagen zu Inkontinenzoperationen sind falsch?

o a. Inkontinenzoperationen werden ausschließlich von den


Gynäkologen durchgeführt.
o b. Um eine optimale Behandlungsform wählen zu können, ist
eine sorgfältige Diagnostik und Differentialdiagnostik sowie
eine urodynamische Untersuchung notwendig.
o c. Ziel jeder Inkontinenzoperation ist es, die Ursachen der
Inkontinenz zu beheben.
o d. Die Behandlung mit spannungsfreien Kunststoffschlingen
(z. B. TVT =«transvaginal tape«) ist in Lokal- bzw. Peridural-
anästhesie möglich, außerdem kann der Erfolg der OP intra-
operativ kontrolliert werden.
o e. Die Kolposuspensionsoperation (z. B. nach Burch) verfolgt das
Ziel, die Kontinenz durch eine Überkorrektur des Blasenhalses
wiederherzustellen. Dazu erfolgt eine Fixierung der Scheiden-
faszie am Becken.
o f. Intra- bzw. periurethrale Injektionen (z. B. mit Bulkamid) in
die Wand der Urethra erfolgen über ein Urethrozystoskop und
werden als »Re-Operationen« nach anderen erfolglosen Ver-
fahren eingesetzt.

8.27 Nennen Sie mindestens drei Indikationen zur abdomina-


len Hysterektomie.

4
201 8
8.28 Nennen Sie mögliche laparoskopische Vorgehensweisen
zur Hysterektomie und beschreiben Sie das Prinzip der
Wertheim-Operation.

Vorgehensweisen:

Prinzip:

8.29 Welche Aussagen zur erweiterten Uterusexstirpation


nach Wertheim-Meigs sind richtig?

o a. Das Zervixkarzinom stellt die Indikation zur OP dar.


o b. Bei jungen Frauen können die Ovarien belassen und ihre
Funktion erhalten werden.
o c. Die Metastasierung des Zervixkarzinoms verläuft über die
Adnexe.
o d. Operativ erfolgt die Entfernung des Uterus, der Adnexe, des
parametranen Beckenbindegewebes und des oberen Scheiden-
anteils.
o e. Bei jungen Frauen wird aufgrund der verbesserten Prognose
das Omentum majus entfernt und eine Teilresektion der Blase
durchgeführt.
o f. Entnahme von Lymphknoten erfolgt im Bereich der A. iliaca
interna, der Obturatoriusregion, der A. iliaca externa und der
A. iliaca communis bis hin zur Bifurkation.
202 Kapitel 8 · Gynäkologie

8.30 Welches Prinzip liegt der Trachelektomie zugrunde?

8.31 Welche Aussagen treffen auf eine Sectio caesarea nicht zu?

o a. Der Kaiserschnitt kann sowohl in Rückenlagerung als auch in


Steinschnittlagerung durchgeführt werden.
o b. Zur Verhinderung des V.-cava-Syndroms wird der OP-Tisch
leicht nach rechts gekippt.
o c. Die Sectio ist eine Notfallindikation. Abdeckung und Des-
infektion sind immer zweitrangig, es wird direkt aus dem Sieb
instrumentiert.
o d. Bei einer Mehrlingssectio müssen die Kocher-Klemmen zum
Abnabeln gekennzeichnet werden.
o e. Auf eine intraoperative Nachkürettage und eine Dilatation der
Zervix mit Hegar-Stiften ist aufgrund des weichen Uterus zu
verzichten.

8.32 Nennen Sie den Unterschied zwischen einer einfachen


und einer radikalen Vulvektomie.

Einfache Vulvektomie:

Radikale Vulvektomie:

4
203 8
8.7 Laparoskopie/Pelviskopie

8.33 Nennen Sie je vier Indikationen für eine diagnostische


und eine therapeutische Laparoskopie.

Diagnostische Laparoskopie:

Therapeutische Laparoskopie:

8.34 Welche Funktion haben der Portioadapter bzw.


der Uterusmanipulator bei einer Laparoskopie?
204 Kapitel 8 · Gynäkologie

8.35 Welche Aussagen zur laparoskopischen Myom-


enukleation sind falsch?

o a. Bei der Abtragung von intramuralen Myomen wird der Uterus


eröffnet und das Myom mit der Schere oder einem elektri-
schen Myommesser enukleiert.
o b. Subseröse Myome liegen nicht in der Uteruswand, sind meis-
tens gestielt, sodass nach Darstellung und bipolarer Koagu-
lation des Gefäßstiels das Myom entfernt werden kann.
o c. Große Myome werden mit einem Morcellator vor dem Ent-
fernen zerkleinert.
o d. Die Bergung erfolgt wegen des hohen Entartungsrisiko und
Vermeidung von Zellaussaat (»spilling«) mit Hilfe eines
Bergebeutels.

8.36 Vervollständigen Sie die Abkürzungen in . Tab. 8.6


und ordnen Sie die Operationstechniken den Beschrei-
bungen zu.

. Tab. 8.6 OP-Technik zur Hysterektomie

Abkürzung für OP-Technik

LAVH =

LASH =

TLH =

o a. Nach dem Absetzen der Adnexe und der Parametrien bis zum
isthmozervikalen Übergang wird der Korpus von der Zervix
abgetrennt. Das Präparat kann sowohl über einen Trokar als
auch über die Scheide entfernt werden.
o b. Diese Operationstechnik wird in der Regel bei Frauen mit
enger Scheide, Voroperationen im kleinen Becken, zusätzli-
205 8
chen abdominalen Erkrankungen oder geplantem Eingriff an
den Adnexen durchgeführt. Die Entfernung des Präparates
erfolgt über eine Zusatzinzision suprapubisch.
o c. Nach Entfernung des Uterus und der Zervix wird die Scheide
luftdicht mit einem Streifen verschlossen oder mit einem
Ballonkatheter geblockt.

8.37 Eine der Aussagen zur Hysterektomie ist falsch – welche?

o a. Welche Form der Hysterektomie gewählt wird, ist von vielen


Faktoren abhängig.
o b. Nach einer LASH ist keine weitere gynäkologische Vorsorge
notwendig.
o c. Vor einer Hysterektomie sollte eine aktuelle Nierensono-
graphie, ein negatives β-HCG und ein aktueller PAP-Abstrich
(Abstrich nach Papanicolaou), ggf. eine Histologie vorliegen.
o d. Nach einer Hysterektomie kann es zu Senkungsbeschwerden
kommen.
o e. Die Patientinnen sind u. a. über Blasen- und Darmverletzun-
gen aufzuklären.

8.38 Welche Aussagen zu laparoskopischen Operationen


am Ovar sind richtig?

o a. Gutartige Veränderungen des Ovars können meistens


laparoskopisch therapiert werden, limitierender Faktor kann
die Größe der Veränderung sein.
o b. Bei stielgedrehten Ovarialzysten wird nach Aufhebung der
Drehung einige Minuten gewartet, um die Durchblutung der
Gewebeanteile beurteilen zu können.
o c. Alle Ovarialtumoren sollten immer mit Hilfe von Berge-
beuteln entfernt werden.
o d. Sowohl ein Tumor als auch eine Zyste können mit Hilfe von
bipolarer Zange und Schere ausgeschält werden.
o e. Die Abpunktion einer Zyste erfolgt grundsätzlich im Berge-
beutel.
206 Kapitel 8 · Gynäkologie

o f. Zeigt sich direkt zu Beginn der Laparoskopie, dass es sich um


ein bösartiges Geschehen handelt, wird auf ein abdominales
Vorgehen konvertiert.
o g. Eine Radikaloperation bei einem Ovarialtumor definiert sich
wie folgt: Längsschnittlaparotomie, Hysterektomie, Adnektomie
beidseitig, pelvine Lymphonodektomie, Omentektomie, Appen-
dektomie, ggf. Entfernung weiterer befallener Strukturen.

8.8 Mammachirurgie

8.39 Ergänzen Sie den Text zu den anatomischen Grundlagen


der Mamma.

(Auswahl: axillaris, Brustwarze, Drüsen, Fett, Interkostalarterien,


Milchgangsystem, pectoralis major, thoracica lateralis, thoracicus lon-
gus, thorakodorsale, vier)
Die weibliche Brustdrüse liegt auf der Faszie des M.
Unterteilt wird sie in den - und
körper sowie in das
.
Die arterielle Versorgung der Mamma entspringt aus medialen Ästen
der 2.–4. Interkostalarterien, Äste der A.
übernehmen die laterale Gefäßversorgung.
Der Brustdrüsenkörper kann zur genaueren Beschreibung eines
tumorösen Geschehens in
Quadranten und die eingeteilt
werden. Anatomische Strukturen in der Axilla sind die V. und
A. , das
Gefäß-Nerven-Bündel mit dem N. thoracodorsalis sowie der N.
.
207 8
8.40 Welches ist die häufigste Lokalisation von Mamma-
karzinomen?

Mammakarzinome treten am häufigsten


o a. unten innen
o b. oben außen

o c. oben innen

auf.

8.41 Aufgrund chirurgischer Gesichtspunkte wird der


Lymphabfluss der Brust, der axillären Lymphknoten
in drei Etagen (Level) aufgeteilt. Ordnen Sie die Beschrei-
bungen den einzelnen Levelstufen in . Tab. 8.7 zu.

. Tab. 8.7 Lymphabfluss der Brust

Level Lösungen

Level I

Level II

Level III

o a. Axilläre Gruppe dorsal des M. pectoralis minor und unterhalb


der V. subclavia
o b. Obere infraklavikuläre, medial des M. pectoralis minor
gelegene Gruppe, oberhalb der V. subclavia
o c. Untere axilläre Gruppe bis zum lateralen Rand des M. pectora-
lis minor
208 Kapitel 8 · Gynäkologie

8.42 Welche Aussagen zur Markierung des Wächter-


lymphknotens sind falsch?

o a. Der Wächterlymphknoten ist der erste Lymphknoten im


Lymphabfluss eines Mammakarzinoms mit der höchsten
Wahrscheinlichkeit für einen metastatischen Befall.
o b. Haben sich im Wächterlymphknoten Tumorzellen angesiedelt,
so befinden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit keine weiteren
Metastasen in den Lymphknoten der Umgebung.
o c. Die selektive Entfernung des Wächterlymphknotens kann aus-
reichend sein, auf eine axilläre Lymphadenektomie kann dann
verzichtet werden.
o d. Eine radioaktive Substanz, die unter die Haut der Brust inji-
ziert wird, reichert sich im Wächterlymphknoten an und kann
so intraoperativ mittels Gammakamera identifiziert werden.
o e. Der entnommene Lymphknoten wird zur radioaktiven
Untersuchung in die Nuklearmedizin gebracht.
o f. Gefäße für den Transport des Lymphknotens müssen mit
einem Aufkleber der Nuklearmedizin gekennzeichnet sein.
o g. Wächterlymphknoten können nicht immer markiert werden.

8.43 Welche OP-Verfahren werden in der chirurgischen


Therapie des Mammakarzinoms bevorzugt?

Bei kleinen Mammakarzinomen:

Bei großen Mammakarzinomen oder mehreren Herden:

4
209 8
8.44 Markieren Sie die richtigen Aussagen zur
Mammachirurgie.

o a. Auf ein »Anklemmen« des Tumors bei einer Tumorektomie


sollte verzichtet werden.
o b. Die Fascia pectoralis wird bei einer Tumorektomie mit
entfernt.
o c. Das Präparat wird mit drei Fadenmarkierungen zur Orien-
tierung für den Pathologen versehen. Die Schnellschnittunter-
suchung soll die Entfernung des Tumorrandes zum Gesunden
sicherstellen.
o d. Bei einer totalen Mastektomie erfolgt eine spindelförmige
Umschneidung der Haut unter Einschluss der Mamille.
o e. Entfernung des Drüsenkörpers unter Mitnahme der
Pektoralisfaszie.
o f. Der Zugang zur axillären Lymphadenektomie erfolgt grund-
sätzlich über einen separaten bogenförmigen Hautschnitt.
o g. Ein Handschuhwechsel vor Beginn der Axillaausräumung ist
obligat.
o h. Unbedingt notwendig ist die Entfernung der Lymphknoten
des Levels III, die nur durch eine schlitzförmige Inzision des
M. pectoralis minor erreicht werden kann.
210 Kapitel 9 · Urologie

9 Urologie

B. Lengersdorf, M. Liehn

9.1 Anatomische Grundlagen

9.1 Bitte beschriften Sie . Abb. 9.1 mit den vorgegebenen


Begriffen.

. Abb. 9.1 Ventralansicht der rechten Niere. Das Nierenbecken befindet sich hin-
ter dem Gefäßstiel und ist somit operativ gut zugänglich. (Aus Liehn et al. 2016)

(Auswahl: A. renalis, Facies anterior, Margo lateralis, Margo medialis,


Nierenhilus, oberer Pol, unterer Pol, Ureter, V. renalis)

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_9, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
211 9
9.2 Bitte beschriften Sie . Abb. 9.2 mit den vorgegebenen
Begriffen.

. Abb. 9.2 Längsschnitt durch die Niere. (Nach Schiebler u. Korf 2007)

(Auswahl: A. arcuata, A. interlobularis, Ast der A. renalis, Außen-


zone, Columna renalis, Innenzone, Lobulus, Mark, Markstrahlen,
Nierenbecken, Nierenkapsel, Papilla renalis, Rinde, Sinus renalis,
Ureter, Lobus)
212 Kapitel 9 · Urologie

9.3 Beschreiben Sie die Strukturen des Nierenhilus


und nennen Sie deren Besonderheiten.

9.4 Ergänzen Sie die Lücken sinnvoll und verwenden


Sie dabei die vorgegebenen Begriffe.

(Begriffe: A. uterina, Blasenboden, Ducuts deferens, Harnblase, hin-


ten, Ostien, Prädilektionsstellen, Trigonum vesicae, Überkreuzung,
Ureterabgang)
Der aus dem Nierenbecken, die
der Iliakalgefäße sowie die Ein-
mündung in die sind die phy-
siologischen Engstellen der Ureteren. Diese bilden
für Konkrementobstruktionen. Hinter der Blase wird
der Harnleiter beim Mann vom ,
bei der Frau von der gekreuzt.
Die Ureteren ziehen von in die
Blase ein. Sie verlaufen dort noch etwa 4 cm schräg in der Blasen-
wand, bevor sie spitzwinklig im Blasenboden münden. Die Einmün-
dungsstellen, die , sind die 2 Eck-
punkte des .
213 9
9.5 Beschreiben Sie Lage, Aufbau und Funktion der Harn-
blase sowie die Besonderheit des Trigonum vesicae.

Harnblase:

Trigonum vesicae:

Männlicher Urogenitaltrakt

9.6 Wie heißen die fünf Abschnitte der männlichen Urethra?

4
214 Kapitel 9 · Urologie

9.7 Beschriften Sie bitte . Abb. 9.3. Benutzen Sie dafür


die zur Verfügung gestellten Begriffe.

. Abb. 9.3 Hoden mit Nebenhoden. Die Ductuli efferentes leiten die Spermien
aus dem Hoden in den Nebenhoden. (Aus Liehn et al. 2016)

(Begriffe: Nebenhodenkopf, Tunica albuginea, Septulum testis, Duc-


tulus efferens, Lobulus testis, Samenleiter, Nebenhodengang)
215 9
9.8 Beschreiben Sie den Aufbau von Hoden und Nebenhoden
und ordnen Sie die jeweilige Aufgabe zu.

Hoden:

4 Aufbau:

4 Aufgabe:

Nebenhoden:

4 Aufbau:

4 Aufgabe:

9.9 Welche Strukturen werden zu den akzessorischen


Geschlechtsdrüsen gezählt?

9.10 Wie groß ist die Prostata?

4
216 Kapitel 9 · Urologie

9.11 Ergänzen Sie bitte die Lücken. Verwenden Sie die vorge-
gebenen Begriffe.

(Begriffe: Apex prostatae, Blasengrund, Colliculus seminalis, Denon-


villier-Faszie, linken, Muskelfasern, periphere Zone, rechten, Rektum,
Spitze, Transitionalzone, zentrale Zone)
Die Prostata ist ein prall-elastisches, von
durchzogenes Drüsenorgan, das in einen
und linken Lappen unterteilt ist. Die Prostata umgibt die Urethra
unterhalb des Ostium urethrae internum bis hin zum
Ihre Basis liegt am ,
die (Apex) zeigt zum Diaphragma
urogenitale. Hinten liegt sie dem an,
getrennt durch die
Die Prostata wird in drei Zonen unterteilt:

4 Die , sie liegt zum Rektum


und zum hin und umfasst
bei jüngeren Männern ca. 75% des Organs;

4 die , unter dem Trigonum


der Blase;

4 und die , der Innenbereich


der Prostata, er umgreift die Urethra.

9.12 In welchen anatomischen Regionen entsteht typischer-


weise die BPH (gutartige Prostatahyperplasie) und in
welchen entsteht das Prostatakarzinom?

4
217 9
9.2 Spezielles urologisches Instrumentarium
Katheter und Schienen

9.13 Ordnen Sie die in . Tab. 9.1 beschriebenen Material-


eigenschaften dem entsprechenden Material zu.

. Tab. 9.1 Materialeigenschaften

Lösungen

Elastisch und
gleichzeitig hart

Hartes Material

Gewebefreundlich

o a. PVC (Polyvinylchlorid).
o b. Silikon.
o c. Latex.

9.14 Nennen Sie die Indikationen und die Besonderheiten


von Tamponade-, Dauerspül- und Hämaturiekathetern
(5 Antworten sind möglich).

4
218 Kapitel 9 · Urologie

9.15 Was zeichnet Glycerollösung als Blockmittel aus?

9.3 Transurethrale und perkutane Eingriffe

9.16 Beschreiben Sie den Unterschied zwischen einer Hoch-


und einer Niederdruckresektion der Prostata.

Hochdruckresektion:

Niederdruckresektion:

9.17 Was ist unter dem Begriff »TUR-Syndrom« zu verstehen?

9.18 Wie kann das TUR-Syndrom vermieden werden?


219 9
9.19 Welche Aussagen sind falsch?

o a. Die Ureterorenoskopie (URS) wird angewendet zur Sicherung


einer Tumorverdachtsdiagnose und zur Entfernung von Harn-
leitersteinen.
o b. Durch eine URS kommt es häufig zu Strikturen der Ureteren.
o c. Die URS wird angewendet bei Füllungsdefekten im oberen
Harntrakt in der Bildgebung.
o d. Flexible Ureterorenoskope werden v. a. zum Einsehen der un-
teren und mittleren Kelchgruppe eingesetzt.
o e. Die postoperative Einlage eines DJ-Katheters, nach einer URS,
ist unbedingt erforderlich.
o f. Spülzytologie, Histologie aus dem Harnleiter sowie Steine aus
dem Harnleiter können über ein semirigides oder flexibles
Ureterorenoskop gewonnen werden.

9.20 Was ist bei der Anlage einer suprapubischen Harnablei-


tung zu beachten? Markieren Sie die korrekte Aussage.

o a. Die suprapubische Harnableitung ist die optimale Harn-


ableitung beim Harnblasenkarzinom.
o b. Die Anlage einer suprapubischen Harnableitung sollte erst
nach kompletter Blasenentleerung erfolgen.
o c. Die Anlage einer suprapubischen Harnableitung hat gegen-
über der transurethralen Harnableitung den Vorteil, dass eine
Keimbesiedelung der Blase vermieden wird.

9.21 Wann ist die Anlage einer suprapubischen Harnableitung


kontraindiziert?
220 Kapitel 9 · Urologie

9.22 Ergänzen Sie die Lücken unter Verwendung der vorgege-


benen Begriffe.

(Begriffe: ableitenden, Blase, Harnableitung, Harnleiter, Harnstauung,


Obstruktionen, Schienenlänge)
Eine Harnleiterschiene wird bei einer der
ableitenden Harnwege eingelegt. Ursache hierfür können
im Rahmen von Konkrementen im Harnleiter
sein. Auch Tumoren im kleinen Becken können die
komprimieren. Eine retrograde Darstellung der
Harnwege mittels Kontrastmittel unter Bildwand-
lerkontrolle ist üblich. Die wird
anhand der Körpergröße und ggf. eines Röntgenbildes ermittelt. Die
zwischen Niere und
ist somit gewährleistet, ohne den Patienten in seiner Mobilität einzu-
schränken.

9.23 Nennen Sie drei mögliche Ursachen für eine Harnröhren-


striktur.

9.24 Beschreiben Sie die Gemeinsamkeiten und den Unter-


schied zwischen einer Urethrotomie nach Sachse und
einer Urethrotomie nach Otis.
221 9
9.25 Formulieren Sie das Prinzip der »perkutanen
Nephrostomie«.

9.26 Welche Aussagen zur Nephroskopie (= PNL, perkutane


Nephrolithoplaxie) sind richtig?

o a. Die PNL ist keine Alternative zur offenen Steinentfernung.


o b. Große Steine der unteren Kelchgruppe (>2 cm) sind eine
Indikation zur PNL.
o c. Präoperative Einlage eines Ureter-/Okklusionskatheters bis in
das Nierenbecken, um ein Einspülen von Steinfragmenten in
den Harnleiter zu vermeiden.
o d. Postoperativ wird ein Nephrostomiekatheter in der Größe des
Nephroskops zur Kompression des Nierenparenchyms und
zur Harnableitung eingelegt.

9.4 Äußeres Genitale

9.27 Definieren Sie die Begriffe Phimose und Paraphimose.

Phimose:

Paraphimose:
222 Kapitel 9 · Urologie

9.28 Nach einer Vasektomie werden die Samenleiterresektate,


nach Seitenlokalisation getrennt, zur pathohistologischen
Untersuchung eingeschickt. Nennen Sie den Grund dafür.

9.29 Beschreiben Sie in Stichworten den OP-Ablauf der Vaso-


Vasostomie.

9.30 Was ist unter dem Begriff »Spermatozele« zu verstehen?


Wie kann dieses Krankheitsbild diagnostiziert werden?

9.31 Erläutern Sie kurz das Prinzip der Hodenfreilegung bei


Hydrozelen und erklären Sie die OP-Methoden.

Prinzip:
223 9
4 Nach Winkelmann:

4 Nach van Bergmann:

4 Nach Salomon/Lord:

9.32 Warum wird bei Hodentumoren eine kontralaterale


Biopsie empfohlen?

9.33 In welcher anatomischen Region finden sich üblicher-


weise Metastasen von Keimzelltumoren?

9.34 Benennen Sie die Dissektionsgrenzen bei der radikalen


Lymphadenektomie (RLA):

Bei linksseitigen Hodentumoren:

4
224 Kapitel 9 · Urologie

Bei rechtsseitigen Hodentumoren:

9.5 Prostata

9.35 Welche operative Behandlung gilt bei der benignen


Prostatahyperplasie (BPH) als ungeeignet?

o a. Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P).


o b. OP nach Millin.
o c. Radikale Prostatektomie.
o d. Laserablation der Prostata.

9.36 Ordnen Sie die folgenden Symptome der BPH obstruk-


tiven (o. B.) bzw. irritativen Beschwerden (i. B.) zu.

o a. Harnstrahlabschwächung:
o b. Ständiger Harndrang:
o c. Startverzögerung der Miktion:
o d. Schmerzhafte Miktion:
o e. Nachträufeln:
o f. Nykturie:
o g. Restharngefühl:
o h. Harnverhalt:
o i. Pollakisurie:
o j. Überlaufinkontinenz:
o k. Dranginkontinenz:
o l. Flankenschmerzen bei Hydronephrose:
225 9
9.37 Beschreiben Sie die Gemeinsamkeiten und die
Unterschiede der Prostatektomie nach Millin und
der Prostatektomie nach Freyer.

Gemeinsamkeiten:

OP nach Millin:

OP nach Freyer:

9.38 Über welche Zugangswege ist eine radikale


Prostatektomie durchführbar?

9.39 Eine radikale Prostatektomie ist auch roboterassistiert,


z. B. über das Da Vinci-System, möglich. Wozu dient der
Einsatz des Roboters?

 
226 Kapitel 9 · Urologie

9.6 Blase

9.40 Welche Aussage zur Harnblase ist richtig?

o a. Fehlbildungen der Blase sind häufig.


o b. Harninkontinenz zählt nicht zu den Funktionsstörungen der
Blase.
o c. Blasensteine entstehen nicht durch Entleerungsstörungen.
o d. Makrohämaturie, die nicht eindeutig von einer Entzündung
herrührt, ist immer karzinomverdächtig.

9.41 Ergänzen Sie die Lücken sinnvoll; verwenden Sie die


vorgegebenen Begriffe.

(Auswahl: Ausbreitung, Harnableitung, Harnröhre, heterotope, konti-


nente, orthotope, Prostatektomie, vordere Exenteration)
Die komplette Entfernung der Blase, evtl. auch der ,
wird bei muskelinfiltrierendem Blasenkarzinom, welches i. Allg. durch
eine transurethrale Biopsie nachgewiesen wurde, durchgeführt. Dazu
gehört beim Mann die und bei
der Frau die .
Nach der Zystektomie muss eine neue
geschaffen werden. Die Auswahl der neuen Harnableitung richtet sich
nach des Tumors, Lebenser-
wartung des Patienten und dessen Wunsch. Prinzipiell unterscheiden
wir die (anstelle der Harnblase),
(an einer anderen Stelle),
und inkontinente (»nasse«)
Harnableitung.
227 9
9.42 Welche Formen der Harnableitung nach Zystektomie
kennen Sie?

9.7 Harnleiter

9.43 Nennen Sie die typischen Engstellen im Ureter,


an denen Steine Symptome bereiten.

9.44 Wann ist eine Antirefluxplastik am Nierenbecken indiziert?

4
228 Kapitel 9 · Urologie

9.45 Nennen Sie die bekanntesten OP-Verfahren einer Anti-


refluxplastik.

9.10 Harninkontinenz des Mannes

9.46 Welches ist die häufigste Ursache für die Harninkontinenz


des Mannes?

9.47 Wie wird die Harninkontinenz des Mannes in der Regel


behandelt?

4
229 9
9.48 Nennen Sie die Indikationen und das Prinzip bei der
Harninkontinenz des Mannes bei der Anlage eines
Sphinkters und eines Bandes (. Tab. 9.2).

. Tab. 9.2 Harninkontinenz des Mannes: Anlage eines Sphinkters und eines
Bandes

Indikation Prinzip

Anlage eines
Sphinkters

Anlage eines
Bandes

9.49 Nach der einfachen Urethrotomie kommt eine plastische


Rekonstruktion bei Rezidiven oder bei bereits primär
längeren oder komplexeren Strikturen in Frage.
Wo können Harnröhrenstrikturen lokalisiert sein?

4
230 Kapitel 9 · Urologie

9.11 Harnröhrenplastik

9.50 Bringen Sie den Ablauf einer Harnröhrenplastik


mit End-zu-End-Anastomose in die richtige Reihenfolge.

o a. Nr.: Anlegen von Haltenähten distal


und proximal der Striktur am gesunden Anteil der Harnröhre
und Anklemmen dieser Nähte.
o b. Nr.: Darstellen der Harnröhre und
Anschlingen mit einem Zügel.
o c. Nr.: Der verengte Anteil wird reseziert
und das distale sowie das proximale Lumen auf evtl. noch
fibrotische Stellen inspiziert.
o d. Nr.: Die gesunden Harnröhrenenden
werden entgegengesetzt mit der Schere nach Potts spatuliert.
Dorsal beginnend wird die Harnröhre einschichtig wieder
verschlossen.
o e. Nr.: Die Harnröhre wird unmittelbar
distal der Sonde mit einem Stichskalpell inzidiert und die
Striktur in ihrem Verlauf mit Schere/Messer eröffnet.
o f. Nr.: Hautdesinfektion und sterile
Abdeckung des OP-Gebiets.Team-Time-out. Einbringen eines
Terumo-Drahts in die Harnröhre.
o g. Nr.: Längsinzision an der Unterseite
des Penis, etwas versetzt von der Mittellinie bis über die zu
erwartende Striktur.
o h. Nr.: Nach Beendigung einer seitlichen
Naht wird der längsgerillte Nélaton-Blasenkatheter eingeführt,
mit einer atraumatischen Pinzette bis in die Blase geführt und
dort geblockt.
o i. Nr.: Nun wird die andere Seite der
Anastomose in gleicher Weise genäht.
o j. Nr.: Schichtweiser Wundverschluss,
Pflaster, Anschluss des Urinableitungsbeutels.
o k. Nr.: Um die Anastomose herum wird
zum Schutz gesundes subkutanes Gewebe gelegt.
231 9
9.51 Beschreiben Sie kurz das Prinzip der Nierenbeckenplastik
nach Anderson-Hynes.

o a.

o b.

9.12 Eingriffe an der Niere und am Nierenbecken

9.52 Welche Aussagen zur Operation einer radikalen


Nephrektomie treffen zu?

o a. Wird durchgeführt bei funktionsloser Niere und entzünd-


lichen Prozessen.
o b. Beinhaltet das Entfernen von Niere, Fettkapsel, evtl. Neben-
niere, regionären Lymphknoten.
o c. Der Patient wird in Seitenlage gelagert.
o d. Bei Entfernung der linken Niere wird die V. testicularis bzw.
V. ovarica ebenfalls ligiert, da diese in die V. renalis münden.

9.13 Nierentransplantation

9.53 Welche Indikationen zur Nierentransplantation


sind Ihnen bekannt?

4
232 Kapitel 10 · Neurochirurgie

10 Neurochirurgie

B. Lengersdorf, M. Liehn

10.1 Anatomische und physiologische Grundlagen

10.1 Ergänzen Sie die Lücken und verwenden Sie die vorgege-
benen Begriffe.

(Begriffe: sympathisch, parasympathisch, peripher, zentral)


Das Nervensystem wird in zwei Bereiche unterschieden, das
und das
Nervensystem. Zusätzlich gibt es ein autonomes Nervensystem,
bei dem ebenfalls zwei Komponenten unterschieden werden: das
und das
Nervensystem.

10.2 Bei einem Anschnitt des Gehirns erkennt man


zwei Bereiche. Was enthalten diese?

Weiße Substanz des Gehirns: enthält

Graue Substanz des Gehirns: enthält

10.3 Welche Anteile des Gehirns werden dem Hirnstamm


zugerechnet?

4
M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,
DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_10, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
233 10
10.4 Ordnen Sie die folgenden Aussagen dem Thalamus bzw.
dem Hypothalamus zu.

Ist dem vegetativen Nervensystem übergeordnet –


Wichtige Sammelstelle für Erregungen aus den Sinnesorganen und
dem Körper –
Koordination der Ausschüttung von Hormonen, besonders der Hypo-
physe und der Nebennieren –
Erkrankungen und Verletzungen stören die Sensibilität (Entstehen
von z. B. Spontanschmerzen) –

10.5 Welche Aufgaben werden dem Kleinhirn zugerechnet?

Hirnnerven

10.6 Wie viele Hirnnerven gibt es? Nennen Sie mindestens fünf
und ordnen Sie deren Aufgaben zu (. Tab. 10.1).

. Tab. 10.1 Hirnnerven

Hirnnerven Aufgaben
234 Kapitel 10 · Neurochirurgie

Rückenmark

10.7 Der Leitungsapparat des Rückenmarks liegt in der weißen


Substanz. Wir unterscheiden das afferente und das
efferente System. Worin liegen die Unterschiede dieser
beiden Systeme?

Afferentes System:

Efferentes System:

Liquorräume

10.8 Die Hohlräume der embryonalen Hirnblasen bleiben


erhalten und bilden später die vier Ventrikel des Gehirns.
Wo liegen diese?

4
235 10
10.9 Wie sind die vier Ventrikel miteinander verbunden?

Hüllen des Gehirns und des Rückenmarks

10.10 Nennen Sie die Schichten des Schädeldachknochens


von außen nach innen.

10.11 Der Schädel ist das Knochengerüst des Kopfes.


In welche Teile unterscheiden wir ihn?

10.12 Die Schädelbasis stellt die untere Rahmenkonstruktion


des Kraniums dar. Welche Regionen erscheinen Ihnen
von Bedeutung und was enthalten diese Regionen?
(Nennen Sie mindestens drei.)

4
236 Kapitel 10 · Neurochirurgie

10.13 Die Meningen liegen zwischen Knochen und Hirn


bzw. Rückenmark. Nennen Sie diese mit ihren jeweiligen
Besonderheiten.

10.14 Beschreiben Sie die Besonderheiten


der Sinus durae matris.

Blutversorgung des Gehirns

10.15 Fügen Sie die fehlenden Begriffe in den Text zu den


Besonderheiten des »Circulus arteriosus Willisii« ein.

(Begriffe: basilaris, Blutversorgung, cerebri anterior, cerebri media,


cerebri posterior, communicantes, Hinterhauptloch)
Die arterielle Versorgung des Gehirns geschieht über die beiden
Aa. carotides internae und vertebrales. Diese vereinigen sich nach ih-
rem Eintritt durch das in den
Schädel zur A. Die Aa. carotides
internae und die A. basilaris sind über die Rr.
miteinander verbunden. So entsteht an der Hirnbasis ein zusammen-
hängendes System aller zum Gehirn führenden Arterien, der »Circu-
lus arteriosus Willisii«.
237 10
Von diesem entspringen die eigentlichen das Gehirn versorgenden
Arterien:

4 A. ,

4 A. ,

4 A.

Der »Circulus arteriosus Willisii« bewirkt, dass bei Ausfall einer zu-
führenden Arterie in den meisten Fällen die volle
des Gehirns sichergestellt ist.

Wirbelsäule

10.16 Aus welchen Wirbeln setzt sich die Wirbelsäule


zusammen? Wie viele gibt es von jeder Art?

10.17 Beschreiben Sie kurz den Aufbau eines Wirbels.


238 Kapitel 10 · Neurochirurgie

10.18 Ergänzen Sie die Lücken und verwenden Sie die vorgege-
benen Begriffe.

(Begriffe: Wasserkissen, Nucleus pulposus, Faserknorpel, Faserring


(Anulus fibrosus), kollagenen, Wirbelkörper, Wirbelsäule, Bandschei-
ben)
Die Verbindung der Wirbel untereinander wird durch die Wirbelge-
lenke am Wirbelbogen, die und
die verschiedenen Bänder erreicht. Die Disci intervertebrales sind an
den Endflächen zweier benachbarter
befestigt und spiegeln so die Form dieser Flächen wider. Sie sind aus
aufgebaut, der in der Mitte zum
aufgequollen ist. Dieser wirkt wie
ein Damit diese weiche Masse nicht
durch die Last der zwischen den Wirbel-
körpern herausgequetscht wird, ist er von dem
außen umgeben, der aus straffen, Faser-
zügen besteht.

Vegetatives Nervensystem

10.19 Welche Wirkung haben Sympathikus und Para-


sympathikus auf die inneren Organe?
239 10
10.2 Neurochirurgisches Basiswissen im Operationssaal
Lagerung und Abdeckung

10.20 Eine Besonderheit in der Neurochirurgie ist die Lagerung


des Kopfes für Gehirnoperationen und Operationen an
der Halswirbelsäule. Welche Fixation des Kopfes wird
gewählt und warum ist das für die Operation wichtig?

Instrumente und Geräte der Neurochirurgie

10.21 Was ist unter einem »Trepan« zu verstehen?


Beschreiben Sie dessen Besonderheit.

10.22 Zur Blutstillung in der Neurochirurgie gibt es einige


Spezialitäten. Nennen Sie die Besonderheiten von
Hirnwatte und erklären Sie, wann Knochenwachs zur
Anwendung kommt.

Hirnwatte:

Knochenwachs:
240 Kapitel 10 · Neurochirurgie

10.23 Bitte ergänzen Sie den Lückentext zur Neuronavigation.

(Begriffe: Anatomie, Bilddaten, Kontrolle, Laserstrahlen, Marker,


Schädelstellen, Veränderungen)
Mit Hilfe der Neuronavigation gelingt der Transfer von
aus der kranialen Computertomographie (CCT) und
der Magnetresonanztomographie (MRT) in die reale Anatomie des
OP-Situs.
Über werden präoperativ markante
markiert, lasertechnisch vermessen und
das System errechnet aus den Landmarken die Position des Tumors.
Ist der Kopf des Patienten zur Operation fixiert, werden die
identifiziert. Das Kamerasystem der
Neuronavigation erfasst die Positionen der Marker und ein System-
rechner stellt die Beziehung zwischen den CCT-/MRT-Bildern und
der tatsächlichen des Patienten her.
Diese wird intra- und postoperativ
mehrfach wiederholt. , die intra-
operativ auftreten, können nicht real abgebildet werden.

10.24 Welches sind die Vorteile der Neuronavigation?

4
241 10
Instrumentieren unter dem Mikroskop

10.25 Was ist bei der Ablage von Mikroinstrumenten auf dem
Instrumentiertisch zu beachten? Welche Regeln gelten für
das Instrumentieren unter dem Mikroskop?

10.4 Intrakranielle Tumoren

10.26 In welche drei Kategorien werden Hirntumoren


unterschieden?

o a. – Geschwülste der Hirnsubstanz.


o b. – Geschwülste, die von den Hirn-
häuten, den Gefäßen und dem Schädelknochen ausgehen.
o c. – Tumoren der Hypophysenregion.

10.27 Welches sind die Besonderheiten von Hirntumoren,


verglichen mit anderen Tumoren?

4
242 Kapitel 10 · Neurochirurgie

Einteilung der Hirntumoren

10.28 Der häufigste Hirntumor ist das sehr bösartige


Glioblastoma multiforme. Es zählt zu den neuro-
epithelialen Tumoren. Kennen Sie noch weitere Gliome?
Nennen Sie mindestens zwei.

10.29 Welcher Tumor geht von den Hüllscheiden des


VIII. Gehirnnervs aus und welche Symptome begleiten ihn?

Tumor:

Symptome:

10.30 Welche Aussagen sind richtig?

o a. Mesodermale Tumoren gehen von den Meningen, den


Gefäßen und den Schädelknochen aus.
o b. Medulloblastome liegen im unteren Kleinhirnwurm, in den
Kleinhirnhemisphären und in der Brücke; sie erzeugen keine
Rückenmark- und Kaudasymptome.
o c. Bei Hypophysenadenomen finden sich klinisch endokrine Stö-
rungen sowie Gesichtsfeldausfälle, eine Verminderung der Seh-
stärke und eine ballonartig aufgetriebene Sella im Röntgenbild.
o d. Kraniopharyngeome wachsen in das Zwischenhirn und den
3. Ventrikel, sie erzeugen klinisch einen Hydrozephalus,
Diabetes insipidus sowie Trieb- und Antriebsstörungen.
o e. Epidermoide und Dermoide gehören zu den Missbildungs-
tumoren.
243 10
Therapie der Hirntumoren

10.31 In der Hypophyse kommt es häufig zur Entstehung


eines Hypophysenadenoms. Welche Entfernungsmöglich-
keiten sind Ihnen bekannt? Beschreiben Sie das jeweilige
Operationsprinzip.

10.5 Intrakranielle Gefäßmissbildungen


Aneurysmen

10.32 Größe von Aneurysmen?

Die Aneurysmen zeigen sich in sehr unterschiedlicher Größe, meist


sind sie etwa
o a. kirschkerngroß.

o b. pflaumengroß.

10.33 Bitte setzen Sie in den folgenden Lückentext die fehlen-


den Begriffe ein.

(Begriffe: Abgangsstellen, breitbasig, Gefäßaussackungen, Gefäß-


wanddefekte)
Aneurysmen im Gefäßsystem des Gehirns sind angeborene
Sie sind besonders häufig an den Teilungs-
stellen der Gefäße lokalisiert, an denen oft
im Zusammenhang mit der Gefäßentwicklung nachzuweisen sind,
oder sie sitzen an den ursprünglichen
embryonaler, später obliterierter Arterien.
244 Kapitel 10 · Neurochirurgie

In ihrer Form sind Aneurysmen sack- oder beerenförmig, gestielt


(meist an den Gefäßaufteilungen) oder spindelförmig (Gefäßerweite-
rungen über eine größere Strecke). Gelegentlich sitzen sie auch
der Gefäßwand auf.

10.34 Mit welchen anderen Gefäßmissbildungen im intra-


kraniellen Raum können Aneurysmen kombiniert sein?

10.35 Wenn ein endovaskulärer Verschluss eines Aneurysmas


in der Neuroradiologie nicht möglich ist, wird es operativ
geclippt. Beschreiben Sie das Prinzip des Aneurysma-
clippings.

4
245 10
Trigeminusneuralgie

10.36 Die Trigeminusneuralgie ist gekennzeichnet durch einen


typischen, attackenartigen, pulsierenden einseitigen
Schmerz im Versorgungsgebiet des N. trigeminus
(V. Hirnnerv). Welche Ursachen sind häufig der Grund für
diese Erkrankung?

10.37 Zur Behebung einer Trigeminusneuralgie wird häufig die


Operation nach Jannetta durchgeführt. Was ist darunter
zu verstehen?

10.7 Schädel-Hirn-Traumata
Einteilung der Schädel-Hirn-Traumata

10.38 Nennen Sie das jeweilige Spezifikum folgender


Erkrankungen.

Gedecktes Schädel-Hirn-Trauma:

Offenes Schädel-Hirn-Trauma:
246 Kapitel 10 · Neurochirurgie

Traumatische intrakranielle, extrazerebrale Hämatome

10.39 Ordnen Sie die folgenden Aussagen dem epiduralen


bzw. dem subduralen Hämatom zu (. Tab. 10.2).

. Tab. 10.2 Epi- und subdurales Hämatom

Lösung

a Liegt zwischen harter Hirnhaut und Knochen

b Ist fast immer mit einer schweren Hirn-


kontusion verbunden

c Die Dura wird mit einem Messer eröffnet


und mit der Duraschere erweitert

d Die sofortige Beseitigung der Kompres-


sionserscheinungen durch Schädeleröff-
nung, Entfernung des Hämatoms und Blut-
stillung der verletzten Arterie ist notwendig

e Es handelt sich um eine flächenhafte


Blutung zwischen Dura und Arachnoidea

f Schon beim Setzen der Bohrlöcher quillt das


gestaute Blut hervor

Schädeldefekt nach osteoklastischer Trepanation

10.40 Bitte definieren Sie die osteoklastische


und die osteoplastische Trepanation

Osteoklastische Trepanation:

Osteoplastische Trepanation:
247 10
10.8 Erkrankungen und Verletzungen des Rückenmarks, seiner
Hüllen und der Wirbelsäule
Spinale Geschwülste

10.41 Bitte definieren Sie, was im weitesten Sinne alles unter


»spinalen Geschwülsten« zu verstehen ist.

Bandscheibenerkrankungen

10.42 Ergänzen Sie die Lücken unter Verwendung der unten


vorgegebenen Begriffe.

(Begriffe: Anulus fibrosus, Einreißen, Elastizität, Nucleus pulposus,


Prolaps, Protrusion, Wassergehalt)
Die Bandscheibe oder Zwischenwirbelscheibe (Discus intervertebra-
lis) besteht aus einem zentralen Gallertkern ( )
und einem umgebenden Faserring ( ).
Der Nucleus pulposus besteht aus weichem Gewebe, nimmt etwa 2/3
der Bandscheibe ein und besitzt in der Jugend einen hohen
Mit zunehmendem Alter nimmt die
der Bandscheibe ab und es kommt zum
Verschleiß. Mechanische, stoffwechselphysiologische und altersab-
hängige Veränderungen in der nichtvaskularisierten Bandscheibe bil-
den die Voraussetzungen zum pathologischen
des Anulus fibrosus und führen zur Sequestrierung (Vorfallen) des
Nucleus pulposus.
248 Kapitel 10 · Neurochirurgie

Solange derAnulus fibrosus noch intakt ist und das Gallertgewebe des
Nucleus pulposus lediglich den Faserring aus dem Zwischenwirbel-
raum hervordrückt, spricht man von einer ,
wenn Faserring und Längsband zerrissen sind und sich Bandschei-
bengewebe durch die Öffnung in den Wirbelkanal quetscht, spricht
man von einem

10.43 Zwei wesentliche klinische Bilder eines lumbalen Band-


scheibenschadens sind Lumbago und Ischialgie bzw.
Lumboischialgie. Beschreiben Sie kurz die wesentlichen
Merkmale dieser klinischen Bilder.

Lumbago:

Ischialgie bzw. Lumboischialgie:

10.44 Beschreiben Sie kurz das Operationsprinzip der


Operation eines lumbalen Bandscheibenvorfalls.
249 10
10.45 Nennen Sie mindestens zwei Symptome eines zervikalen
Bandscheibenschadens.

10.46 Bitte ordnen Sie die Definitionen von Laminektomie und


Foraminektomie korrekt zu.

: In der entsprechenden Höhe


werden die Wirbelbögen entfernt. Eine sehr invasive operative Maß-
nahme, die nur unter strenger Indikation durchgeführt werden sollte.
: Die geschädigte Nervenwurzel
wird freigelegt, der Wurzelkanal wird mit einem Rosenbohrer aufge-
fräst und so die Nervenwurzel dekomprimiert. Von diesem Zugang
gelingt es, auch lateral gelegene freiperforierte Bandscheibenvorfälle
zu entfernen.

Spinalstenose

10.47 Welche Aussagen zur Spinalstenose sind richtig?

o a. Im Rahmen von degenerativen Wirbelsäulenveränderungen


kommt es an den kleinen Wirbelgelenken zu massiven
knöchernen Verdickungen.
o b. Zysten können keine Spinalstenose bewirken, weil sie ein-
drückbar sind.
o c. Auch Bandscheibenvorwölbungen führen zu einer deutlichen
Verengung des Querschnitts des knöchernen Spinalkanals.
o d. Nervale Strukturen wie Rückenmark oder Spinalnerven
können dadurch nicht komprimiert werden.
o e. Die Spinalstenosen treten am häufigsten im Lumbalbereich
auf, sind jedoch auch im Zervikalbereich zu finden.
250 Kapitel 10 · Neurochirurgie

o f. Eine zervikale Spinalstenose ist gekennzeichnet durch eine


zunehmende Gangunsicherheit, durch Störungen in der Fein-
motorik und der Tiefensensibilität.
o g. Bei den lumbalen Spinalstenosen steht die Schmerzsymptoma-
tik im Vordergrund, v. a. lumbale Schmerzen, die oft in beide
Beine einstrahlen.

Wirbelkörperkompressionsfrakturen

10.48 Zur Reposition von Wirbelkompressionsfrakturen kann


die Ballonkyphoplastie sinnvoll sein. Was ist darunter zu
verstehen?

10.9 Schädigung peripherer Nerven

10.49 Welche Störungen werden durch die Schädigung peri-


pherer Nerven ausgelöst? Begründen Sie diese Störungen.

Begründung:
251 10
Operative Eingriffe an peripheren Nerven

10.50 Was beschreibt der Begriff »Neurolyse«?


252 Kapitel 11 · Mund-, Kiefer- und Gesichts-Chirurgie

11 Mund-, Kiefer- und Gesichts-Chirurgie

B. Lengersdorf, M. Liehn

11.1 Überblick über das Fachgebiet Mund-, Kiefer- und Gesichts-


chirurgie

11.1 Die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG-Chirurgie)


ist ein relativ junges eigenständiges Fachgebiet. Welche
drei Ziele werden in der Therapie angestrebt?

11.2 Welche Aussagen bezüglich der Tätigkeit in der Mund-


Kiefer- und Gesichts-Chirurgie (MKG-Chirurgie) sind rich-
tig?

o a. Das OP-Personal benötigt Kenntnisse des umfangreichen


Instrumentariums und dessen Bedeutung.
o b. Besondere Aspekte der Mikrochirurgie können vernachlässigt
werden.
o c. Insbesondere in diesem Fachgebiet kommt es häufig zu
klinischen Situationen, die ein Abweichen vom gewohnten
Vorgehen verlangen.
o d. Eine besondere Herausforderung für die instrumentierende
Pflegekraft stellen zeitgleiche Eingriffe in zwei unterschied-
lichen operativen Regionen dar, die durch die Abdeckung zu
trennen sind.
o e. Eine Vermengung der den Operationsgebieten zugeordneten
Instrumente ist nicht zu vermeiden.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_11, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
253 11
11.3 Ordnen Sie die folgenden Eigenschaften dem jeweiligen
Mundsperrer zu:

Wird seitlich in den geöffneten Mund eingeführt, mit seinen Bran-


chen auf jeweils einen Backenzahn gesetzt und langsam geöffnet:
o a. Mundsperrer nach Heister.

o b. Mundsperrer nach Kilner-Doughty.

o c. Mundsperrer nach Denhart.

Erlaubt die Übertragung starker Kräfte zur Vergrößerung der Mund-


öffnung, die ein kontrolliertes Vorgehen erfordert:
o d. Mundsperrer nach Heister.

o e. Mundsperrer nach Kilner-Doughty.

o f. Mundsperrer nach Denhart.

Besitzt auswechselbare, unterschiedlich große Spatel; erlaubt ein Ar-


beiten dorsal am Gaumen und Rachen:
o g. Mundsperrer nach Heister.

o h. Mundsperrer nach Kilner-Doughty.

o i. Mundsperrer nach Denhart.

11.4 Welche Möglichkeiten kennen Sie, während einer


intraoralen Operation die Zunge zu fixieren?

4
254 Kapitel 11 · Mund-, Kiefer- und Gesichts-Chirurgie

11.5 Bitte kreuzen Sie die korrekte Antwort an.

Das in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am häufigsten ver-


wendete Osteosynthesematerial entspricht in etwa der Größe des
Kleinfragmentinstrumentariums.
o a. Stimmt.

o b. Stimmt nicht.

Die Schrauben besitzen in der Regel ein selbstschneidendes Gewinde.


o c. Stimmt.

o d. Stimmt nicht.

Die Implantate bestehen meist aus Stahl.


o e. Stimmt.

o f. Stimmt nicht.

Das Osteosynthesematerial wird grundsätzlich entfernt.


o g. Stimmt.

o h. Stimmt nicht.

11.3 Frakturen und ihre Versorgung

11.6 Was bedeutet der Begriff »Okklusion« in der Mund-


Kiefer- und Gesichts-Chirurgie (MKG-Chirurgie)?

11.7 Warum sollten Patienten mit Fraktur des bezahnten


Kiefers mit Beteiligung eines Zahnes immer antibiotisch
abgedeckt werden?
255 11
11.8 Beschreiben Sie kurz das Prinzip der konservativen
Therapie einer Unterkieferfraktur.

11.9 Nennen Sie die Einteilung der Frakturen des Mittel-


gesichts nach Le Fort mit ihren Kennzeichen.
Nehmen Sie dabei . Abb. 11.1 zu Hilfe.

a b c

. Abb. 11.1a–c Le Fort-Einteilung der Mittelgesichtsfrakturen. (Aus Lenarz u.


Boenninghaus 2012)

o a. : Kennzeichen:
o b. : Kennzeichen:
o c. : Kennzeichen:
256 Kapitel 11 · Mund-, Kiefer- und Gesichts-Chirurgie

11.10 Bei Defektfrakturen des Orbitabodens ist eine Rekon-


struktion notwendig, damit der Orbitainhalt nicht in die
Kieferhöhle absackt oder Augenmuskeln in ihrer Funk-
tion beeinträchtigt werden. Welche Implantate kommen
hier zur Anwendung?

11.3 Tumor- und rekonstruktive Chirurgie

11.11 Bei einer Primärlokalisation eines malignen Tumors der


Mundhöhle in Knochennähe oder bei Infiltration der
Kiefer müssen bei der Resektion Kontinuitätsdefekte
gesetzt werden. Bei allen Tumoroperationen entstehen
somit beträchtliche Defekte mit funktionellen Beein-
trächtigungen, die insbesondere die Sprache und die
Nahrungsaufnahme betreffen. Welche Möglichkeiten der
Defektdeckung sind Ihnen bekannt?

11.12 Welche Muskeln bieten sich in der MKG-Chirurgie


für sichere gestielte Myokutanlappen an?

4
257 11
11.13 Welche Knochenareale eignen sich für die Behandlung
mit mikrovaskulär anastomosierten Transplantaten?

11.4 Weichteilchirurgie des Gesichtes

11.14 Was ist hinsichtlich der Wundrandexzision bei Weichteil-


verletzungen im Gesicht zu beachten? Bitte setzen Sie die
vorgegebenen Begriffe in den Lückentext ein.

(Begriffe: an den Augenbrauen, Anfrischung, im Gesicht, sparsam,


zerquetschtes)
Die Wundrandexzision, die sog. , darf
im Gesichtsbereich, wenn überhaupt, nur sehr
erfolgen. Das gilt insbesondere , den
Lidern und der Nase, da dort rasch schwer zu behandelnde Defekte
und Narben entstehen können.
Die Wundrandexzision bei Weichteilverletzungen
beschränkt sich auf
und eindeutig nekrotisches Gewebe.

11.15 Welche Flüssigkeiten und Materialien eignen sich für die


Säuberung bzw. Reinigung von Weichteilverletzungen im
Gesicht?

4
258 Kapitel 11 · Mund-, Kiefer- und Gesichts-Chirurgie

11.5 Mikrochirurgie

11.16 Welche Aussagen zu Operationen unter dem Mikroskop


sind falsch?

o a. Instrumente müssen vor jedem Anreichen von Blut gereinigt


werden, um dem Operateur unter dem Mikroskop die Sicht
auf die Instrumentenspitzen zu ermöglichen.
o b. Instrumente dürfen nur mit einem fusselfreien Tuch gereinigt
werden.
o c. Alle Instrumente müssen nach Gebrauch von der Pflegekraft
wieder abgenommen werden, damit der Operateur nicht vom
Situs wegschauen muss.
o d. Das Anreichen muss mit besonders kräftigem Druck in die
Hand des Operateurs erfolgen, damit der Chirurg nicht
schauen muss, ob das Instrument korrekt in der Hand liegt.
o e. Instrumente sollten während der Operation auf dem Patienten
abgelegt werden, damit der Anreichweg möglichst kurz ist.
o f. Das gebrauchte Instrumentarium wird in speziellen Contai-
nern fixiert und zur Aufbereitung in die ZSVA gegeben.

11.7 Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten

11.17 Die Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten (LKG-Spalten) haben,


ebenso wie die isolierten Spaltbildungen, eine multi-
faktorielle Genese. Die angeborenen Spalten können in
vielfältigen Formen in Erscheinung treten. Nennen Sie
mindestens 2 Formen (4 sind möglich).

4
259 11
11.18 Neugeborene sind durch ihre Fehlbildung erheblich be-
hindert, da die Nahrungsaufnahme durch Saugen wegen
der Spalte zur Nase nicht möglich ist. Welche weiteren
Probleme treten in der Entwicklung dieser Kinder auf?

11.19 Ergänzen Sie die Lücken unter Verwendung der unten


vorgegebenen Begriffe.

(Begriffe: interdisziplinäre, Kieferbogen, Kieferorthopäden, logopädi-


sche Behandlung, Otitiden, Paukenröhrchen, plastisch-rekonstrukti-
ven, Saugen, Zahnkorrektur)
Die Rehabilitation erfordert eine
Behandlung von MKG-Chirurgen, Kieferorthopäden, HNO-Ärzten
und Logopäden.
Zuerst erfolgt die Anfertigung einer Trinkplatte durch die
. Dadurch wird das
der Milch ermöglicht und der
kann sich günstiger ausbilden. Die operative Therapie beinhaltet den
funktionellen und Verschluss
der Spalten in Etappen. Später erfolgt ggf. eine Nasen- und/oder eine
bzw. prothetische Versorgung.
Wichtig ist die Kontrolle der Ohrenfunktion durch HNO-Untersu-
chungen. Bei Entwicklung von
und Ergüssen ist die Parazentese und/oder die Einlage von
nötig. Die
unterstützt die Sprechentwicklung.
260 Kapitel 11 · Mund-, Kiefer- und Gesichts-Chirurgie

11.20 Was sind die entscheidenden Kriterien beim Verschluss


einer Lippenspalte?

4
261 12
12 Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie

B. Lengersdorf, M. Liehn

12.1 Grundlagen der Anatomie

12.1 Bitte ergänzen Sie die fehlenden anatomischen Strukturen.

Der grenzt das vordere Halsdrei-


eck vom seitlichen ab, nach oben ist die Halsregion durch den
begrenzt, nach unten durch den

12.2 Der Rachen wird in drei Abschnitte eingeteilt.


Nennen Sie sie.

12.3 Bitte kreuzen Sie die korrekten Aussagen an.

Die Gaumenmandeln (Tonsillen) sind


o a. paarig angelegt,
o b. unpaarig angelegt.

Sie zählen zu den


o c. Schluckorganen,

o d. Lymphorganen.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_12, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
262 Kapitel 12 · Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie

Die Rachenmandeln sind


o e. paarig angelegt,
o f. unpaarig angelegt.

Werden sie zu groß, behindern sie


o g. die Nasenatmung,

o h den Schluckakt,

o i. die Belüftung des Mittelohres.

12.4 Bitte beschriften Sie . Abb. 12.1.

. Abb. 12.1 Kehlkopf: Knorpelgerüst, Membranen, äußere Muskulatur, Zungen-


bein. (Aus Lenarz u. Boenninghaus 2012)
263 12
12.5 Bitte ergänzen Sie die fehlenden anatomischen Begriffe.

Die nervale Versorgung des Larynx übernehmen der N.


(genannt N. recurrens) und der N. ;
beide sind Äste des N. Der Kehldeckel
( ) verschließt bei Reizen reflektorisch den
Kehlkopfeingang.

12.6 Sieben luftgefüllte Räume stehen mit der Nasenhöhle


in Verbindung, die sog. Nasennebenhöhlen. Bitte zählen
Sie sie auf.

12.7 Bitte ergänzen Sie die fehlenden anatomischen


Strukturen im Lückentext.

Das Hörorgan des Menschen ist in drei Teile gegliedert:


1. Äußeres Ohr mit

4 .

4
264 Kapitel 12 · Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie

2. Mittelohr, das aus der


besteht, die über die Tube mit dem Nasenrachen verbunden ist,
und den darin enthaltenen Gehörknöchelchen:

Die Gehörknöchelchen sorgen durch ihre Bewegungen für die Schall-


wellenübertragung.
3. Innenohr, das im liegt.

12.2 Diagnostisches Instrumentarium

12.8 Bitte benennen Sie die Instrumente in . Abb. 12.2 und


. Abb. 12.3 und beschreiben Sie deren Anwendung.

12.3 Operationsinstrumentarium

12.9 Zur Entfernung adenoider Wucherungen wird ein


besonderes Messer benötigt (. Abb. 12.4).
Wie heißt es und was zeichnet es aus?

12.10 Bitte benennen Sie das Instrument in . Abb. 12.5 und


beschreiben Sie dessen Anwendung.
265 12

a b

. Abb. 12.2a, b Instrumente: . Abb. 12.3 Instrument:


, ,
Funktion: . Funktion: .
(© Fa. Martin) (© Fa. Martin)

. Abb. 12.4 Instrument: . Abb. 12.5 Instrument:


, ,
Besonderheit: . Funktion: .
(© Fa. Aesculap AG) (© Fa. Aesculap AG)
266 Kapitel 12 · Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie

12.11 Warum sind die Instrumente für eine Nasenoperation


bajonettförmig oder kniegebogen?

12.12 Wofür wird die Parazentesenadel benötigt?

12.5 Hals-Nasen-Ohren-Operationen

12.13 Was ist zu bedenken, wenn entfernte Tonsillen zur


histologischen Untersuchung gegeben werden?

Panendoskopie

12.14 Bitte ergänzen Sie die Lücken sinnvoll unter Zuhilfe-


nahme der vorgegebenen Begriffe.

(Begriffe: Aufspannen, bestrahlten, Blutungen, Bronchoskop, flexib-


len, Intubation, Kehlkopfregion, Koniotomie, Maske, Narkoseeinlei-
tung, Panendoskopie, starren, Tracheotomie, voroperierten)
Die Panendoskopie mit Instru-
menten hat gegenüber der mit
Endoskopen den Vorteil, dass die Sicht durch
der Schleimhäute verbessert wird. Vor allem kann die
eingesehen werden und
durch Biopsien können vom Operateur beidhändig gestillt werden.
267 12
Beatmet wird bei der Bronchoskopie über das starre
Daher ist der Operateur bei der
anwesend.
Die ist grundsätzlich leicht erlernbar.
Allerdings besteht besonders bei und
Patienten und bei Tumoren des
Pharynx/Hypopharynx das Risiko, dass nach Narkoseeinleitung nicht
mit beatmet werden kann, eine
aber auch nicht gelingt. Vorbereitungen
zur oder
müssen nach Rücksprache mit dem Operateur getroffen werden.

12.15 Beschreiben Sie bitte kurz das Prinzip der Panendoskopie.

12.16 Für die Tracheotomie sind drei verschiedene Zugänge zur


Luftröhre möglich. Nennen Sie mindestens zwei.

12.17 Bitte ergänzen Sie die fehlenden Begriffe.

(Auswahl: Halslymphknoten, Klavikula, Lokalisation, Neck-Dissec-


tion, Primärtumors, Schädelbasis)
Eine ist eine Ausräumung der
Halslymphknoten, die, je nach Tumorstadium, einseitig oder beidseits
in einer Sitzung erfolgt. Eine Kombination der Operation mit anderen
Eingriffen ist je nach Ausbreitung des
möglich.
268 Kapitel 12 · Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie

Das Prinzip der Operation ist die Entfernung der


. Das Ausmaß der Operation ist abhängig von der
und der Ausdehnung der Grunderkran-
kung und kann von der bis zur
. reichen.

12.18 Bitte charakterisieren Sie die verschiedenen Formen


der Neck-Dissection.

Radikale Neck-Dissection:

Funktionelle Neck-Dissection:

Selektive modifizierte Neck-Dissektion:

12.19 Was ist unter dem Begriff »Septumkorrektur« zu ver-


stehen? Wann besteht dafür eine Operationsindikation?

12.20 Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.

o a. Orbitabodenfrakturen sind häufig Teil von Kombinations-


brüchen des Mittelgesichtes.
o b. Orbitabodenfrakturen entstehen in der Regel isoliert durch
z. B. Faustschläge.
269 12
o c. Bei der »blowout-fracture« bricht der Orbitaboden.
o d. Bei der »blowout-fracture« bleibt der Orbitaboden intakt, das
Kieferhöhlendach frakturiert jedoch.
o e. Bei der blowout-fracture kommt es nicht zu Irritationen des
M. rectus inferior und des M. obliquus inferior.
o f. Der M. rectus inferior, der den Blick nach unten bewegt, sowie
der M. obliquus inferior, der den Blick nach schräg oben
bewegt, können bei einer »blowout-fracture« eingeklemmt
werden, sodass es zu Doppelbildern kommt.
o g. Auch der 2. Trigeminusast kann durch Bruchfragmente
eingeklemmt werden, was zu Sensibilitätsstörungen im
Bereich der Wange führen kann.

12.21 Welche Maßnahme ist obligat, um bei der operativen


Versorgung eines frakturierten Orbitabodens eine
stufenfreie Versorgung zu gewährleisten?

12.22 Wie erscheint ein gesundes Trommelfell im Mikroskop?


Und wie, im Gegensatz dazu, ein pathologisch veränder-
tes Trommelfell?

Gesundes Trommelfell:

Pathologisch verändertes Trommelfell:

4
270 Kapitel 12 · Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie

12.23 Was ist unter einer »Tympanoplastik« zu verstehen?

12.24 Wodurch können die Gehörknöchelchen ersetzt werden?


271 13
13 Kinderchirurgie

M. Liehn, T. Sauer

13.1 Arbeitsbedingungen in der Kinderchirurgie

13.1 Nennen Sie mindestens vier physiologische oder


anatomische Besonderheiten, die Kinder, insbesondere
Neugeborene, vom Erwachsenen unterscheiden.

13.2 Warum ist der Wärmehaushalt eines Kindes instabiler


als der eines Erwachsenen?

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_13, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
272 Kapitel 13 · Kinderchirurgie

13.3 Bitte vervollständigen Sie den Text zu den physiologi-


schen Effekten bei Anlage eines Pneumoperitoneums im
Rahmen der minimal-invasiven Chirurgie beim Säugling
und beim Kleinkind.

(Begriffe: Anurie, Cardiac-Index, gastroösophagealen, Gefäßwider-


stand, Herzzeitvolumens, Hyperkapnie, intrakraniellen, Lungenvolu-
men, Nierendurchblutung, Residualkapazität)
Das Pneumoperitoneum erhöht den
und den O2-Bedarf. Durch die Zunahme des intraabdominellen Dru-
ckes und die damit einhergehende Kompression der V. cava vermin-
dert sich der venöse Rückstrom zum Herzen. Folge ist ein Abfall des
Da der periphere
erhöht ist, wird ein Volumendefizit schlecht toleriert.
Der Zwerchfellhochstand im Rahmen des Pneumoperitoneums ver-
ringert das Dadurch entsteht ein
veränderter Gasaustausch, weil es ein Ungleichgewicht zwischen Ven-
tilation und Perfusion gibt. Die funktionelle
der Lunge ist vermindert und es entsteht eine Störung im Säure-Ba-
sen-Haushalt.
Das Pneumoperitoneum beeinträchtigt vorübergehend die
Beim Säugling kommt es da-
durch in den ersten 45 min nach Anlage des Pneumoperitoneums zu
einer
Da Kinder eine wesentlich größere peritoneale Körperoberfläche im
Vergleich zu Erwachsenen haben, wird mehr CO2 resorbiert, mit der
Folge einer und einer respirato-
rischen Azidose. Das Pneumoperitoneum erweitert die Hirngefäße
und lässt den Druck ansteigen. Die
Erhöhung des intraabdominellen Druckes kann einen
Reflux erhöhen und so eine perioperative Aspiration
begünstigen.
273 13
Instrumentarium

13.4 Welche Aussagen sind richtig?

o a. Instrumente aus der Erwachsenenchirurgie können problem-


los in der Kinderchirurgie verwendet werden.
o b. Bauchtücher werden vorzugsweise benutzt.
o c. Eine Lupenbrille oder ein Operationsmikroskop erleichtern
die Präparation der feinen Strukturen.
o d. Atraumatisches feines Nahtmaterial wird vorzugsweise ange-
wendet.
o e. Hautfäden werden postoperativ frühzeitig gezogen.

13.2 Thorax
Ösophagusatresie

13.5 Bitte erklären Sie den Begriff »Ösophagusatresie«.

13.6 Was beschreibt die »Klassifikation nach Vogt« bezüglich


der Ösophagusatresie?
274 Kapitel 13 · Kinderchirurgie

13.7 Welche Aussagen sind falsch?

o a. Bei einer Ösophagusatresie tritt nach der Geburt schaumiger


Speichelfluss auf, der abgesaugt werden muss.
o b. Eine Sondierung des Ösophagus ist durch die gesamte Länge
der Speiseröhre möglich.
o c. Durch Aspiration kommt es zu Zyanoseanfällen und Atemnot.
o d. Atemluft kann nicht in den Magen gelangen.
o e. Bei Frühgeborenen dehnt sich der Magen so, dass es nicht zu
einer Magenruptur kommen kann.

13.8 Bringen Sie die Schritte der Operation zur Behebung einer
Ösophagusatresie in die richtige Reihenfolge (Nr. 1–14).

o a. Nr. Dorsolaterale Thorakotomie rechts,


4. Interkostalraum (ICR).
o b. Nr. Durchtrennung der Fistel.
o c. Nr. Hinterwandnähte und vorsichtige
Annäherung beider Stümpfe.
o d. Nr. Kleinste Eröffnung des oberen
Blindsackes.
o e. Nr. Legen einer dickeren Magensonde
zur Schienung beider Stümpfe.
o f. Nr. Ligatur der V. azygos.
o g. Nr. Mobilisation beider Ösophagusenden.
o h. Nr. Naht der Vorderwand.
o i. Nr. Oberen Ösophagusblindsack mit
einem Haltefaden versehen.
o j. Nr. Perikostalnähte.
o k. Nr. Präparation des unteren Ösophagus-
anteiles bis zur Fistelmündung. Schonung des N. vagus, Scho-
nung der Blutversorgung.
o l. Nr. ggf. Thoraxdrainage, wenn die
Anastomose unter Spannung angelegt wird.
o m. Nr. Verschluss der Fistel, Dichtigkeits-
prüfung.
o n. Nr. Wundverschluss.
275 13
Ligatur des Ductus arteriosus Botalli

13.9 Wie lautet die Definition eines »persistierenden Ductus


arteriosus Botalli«?

Angeborener Zwerchfelldefekt

13.10 Welche angeborenen Zwerchfelldefekte gibt es?

13.11 Nennen Sie mindestens vier klassische Symptome


eines angeborenen Zwerchfelldefektes.

4
276 Kapitel 13 · Kinderchirurgie

13.12 Listen Sie auf, welche Instrumente und Materialien Sie


zum Verschluss eines Zwerchfelldefektes vorbereiten.

13.3 Abdomen
Invagination

13.13 Welche Symptome kennzeichnen eine Darminvagination


und wodurch entstehen diese?

4
277 13
Perkutane endoskopisch geführte Gastrostomie

13.14 Erläutern Sie den Begriff »PEG«. Beschreiben Sie deren Vor-
teile. Welche Komplikationen sind bekannt (. Tab. 13.1)?

. Tab. 13.1 PEG

Erläuterung Vorteile Komplikationen

PEG:

Duodenalstenose und Duodenalatresie

13.15 Welche Aussage(n) ist/sind richtig?

o a. Duodenalatresien sind häufiger als Stenosen.


o b. Duodenalstenosen sind häufiger als Atresien.

13.16 Beschreiben Sie das OP-Prinzip zur Beseitigung


einer Duodenalstenose bzw. einer Atresie.
278 Kapitel 13 · Kinderchirurgie

13.17 Beschreiben Sie bitte detailliert die Lagerung zu einer


Oberbauchoperation mit den einzuhaltenden Kriterien
einer jeden Operationslagerung.

Mekoniumileus

13.18 Was ist unter dem Begriff »Mekoniumileus« zu verstehen


und worauf kann dieser hinweisen?

13.19 Welche Instrumente und Materialien bereiten Sie zur


Anlage einer Bishop-Koop-Fistel bei Vorliegen eines
Mekoniumileus vor?

4
279 13
4

Morbus Hirschsprung

13.20 Bitte kreuzen Sie die korrekte Aussage an.

Die genaue Ursache des M. Hirschsprung ist


o a. bekannt.
o b. unbekannt.

13.21 Bitte ergänzen Sie den folgenden Text sinnvoll.

(Auswahl: Genen, Megakolon, multifaktoriell, Neuroblasten, oral,


Plexus myentericus Auerbach, weitesten)
Die Pathogenese des Morbus Hirschsprung ist
und multigenetisch. Es handelt sich um eine Migrationsstörung der
. Diese wandern zwischen der 3.
und 12. Schwangerschaftswoche aus den pharyngealen Vagusskernen
in kraniokaudaler Richtung zunächst in den
ein. Von dort wandern sie in den tiefen Plexus, genannt nach Henle.
Die Besiedelung der Darmwand mit Nervenzellen wird von
gesteuert.
Die Aganglionose betrifft immer den am
abgelegenen Teil des Dickdarms und reicht unterschiedlich weit
nach Das wandhypertrophierte
geht trichterförmig in das
aboral normalweite aganglionäre Segment über.
280 Kapitel 13 · Kinderchirurgie

13.22 Welche Operationsmethoden zur Behebung eines


M. Hirschsprung sind Ihnen bekannt? Fünf sind möglich,
nennen Sie mindestens drei. Nennen Sie das jeweilige
OP-Prinzip (. Tab. 13.2).

. Tab. 13.2 M. Hirschsprung

OP-Verfahren OP-Prinzip

OP nach

OP nach

OP nach

Anorektale Agenesie

13.23 Definieren Sie bitte den Begriff »anorektale Agenesie«.


281 13
Nekrotisierende Enterokolitis der Früh- und Neugeborenen

13.24 Bitte fügen Sie die fehlenden Begriffe ein.

(Auswahl: Darmerkrankung, Dickdarm, Dünndarm, Nekrosen, Ulze-


rationen)
Die nekrotisierende Enterokolitis ist eine schwere
der Neugeborenen mit komplexer Ätiologie. Es kann zu fleckförmigen
oder segmentalen Hämorrhagien, ,
sowie zu antimesenteriell gelege-
nen Perforationen von und
kommen.

Extrahepatische Gallengangatresie

13.25 Welche Aussagen sind richtig?

o a. Die Entstehungsursache der extrahepatischen Gallengang-


atresie ist bekannt.
o b. Es gibt nur eine Form der extrahepatischen Gallengang-
atresie.
o c. Eine biliodigestive Anastomose kann eine Schädigung
der Leber verhindern.
o d. Die Roux-Schlinge muss mindestens 50 cm lang sein, um eine
Cholangitisgefahr zu reduzieren.
o e. Bei der Operation muss die Möglichkeit zum Röntgen gegeben
sein.
282 Kapitel 13 · Kinderchirurgie

13.4 Bauchwand
Omphalozele

13.26 Eine der Aussagen ist falsch – welche?

o a. Eine Omphalozele ist ein Bauchwanddefekt im Bereich des


Nabelschnuransatzes.
o b. Der Bruchinhalt besteht ausschließlich aus Dünn- und
Dickdarmschlingen.
o c. Der Bruchsack besteht aus Amnion und Peritoneum.

13.27 Beschreiben Sie bitte das Prinzip der Operation


einer kleinen bis mittleren Omphalozele.

13.28 Beschreiben Sie bitte das Prinzip der Operation


einer großen Omphalozele.

Gastroschisis

13.29 Welches andere Wort für «Gastroschisis« ist Ihnen


bekannt?
283 13
13.30 Welches sind die Merkmale dieses Krankheitsbildes?

 
 
 

Leistenbruch

13.31 Welche Aussagen sind richtig?

o a. Kindliche Leistenhernien sind überwiegend indirekte Leisten-


brüche.
o b. Die Bruchpforte liegt lateral der Vasa epigastrica.
o c. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen.
o d. Auch ohne Inkarzeration besteht eine Notfallindikation zur
Operation.

13.32 Beschreiben Sie das Operationsprinzip des Verschlusses


einer kindlichen Leistenhernie.

Hydrozele

13.33 Welche Formen der »angeborenen Hydrozele« bei


Kindern sind Ihnen bekannt? (4 Antwortmöglichkeiten)

4
284 Kapitel 13 · Kinderchirurgie

13.34 Beschreiben Sie kurz das Prinzip der Operation


zur Behebung einer Hydrozele.

13.5 Urogenitaltrakt
Hydronephrose

13.35 Bitte kreuzen Sie die richtige Aussage an.

Bei kleinen Kindern tritt eine Hydronephrose im Gegensatz zu älteren


Kindern und Erwachsenen mit
o a. keinen
o b. wenigen

o c. heftigen

Symptomen auf.

13.36 Welche Aussagen sind falsch?

o a. Eine pränatal diagnostizierte Hydronephrose ist eine Notfall-


indikation.
o b. Die Indikation zur Nierenbeckenplastik ist bei beidseitiger
Hydronephrose gegeben.
o c. Für die Nierenbeckenplastik nach Anderson-Hynes ist nur der
abdominale Zugang möglich.
o d. Bei laparoskopischer Technik wird in der Regel der trans-
abdominale Zugang vorgezogen.
285 13
Leistenhoden

13.37 Warum stellt jeder Hoden, der sich nicht im Skrotum be-
findet, nach Vollendung des 1. Lebensjahres einen patho-
logischen Zustand dar?

Hodentorsion

13.38 Die Diagnose »Hodentorsion« zieht einen Notfalleingriff


nach sich. Beschreiben Sie kurz die Operation zur Behe-
bung einer Hodentorsion.

13.6 Zentralnervensystem
Hydrozephalus

13.39 Erklären Sie den Begriff »Hydrozephalus«.


286 Kapitel 13 · Kinderchirurgie

13.40 Beschreiben Sie kurz das Prinzip des Eingriffes, der bei
Vorliegen o. g. Indikation durchgeführt wird.

13.41 Welches sind die Bestandteile jedes Liquorableitungs-


systems?

13.42 Was muss die instrumentierende Pflegekraft beachten,


wenn sie das gewünschte Liquorableitungssystem vom
»Springer« annimmt? Wie wird das System intraoperativ
behandelt?

4
287 13
Myelomeningozele

13.43 Bitte fügen Sie den korrekten Begriff ein.

Jede Form einer angeborenen Bogenschlussstörung der Wirbelbögen


über dem Rückenmark wird als
bezeichnet.

13.44 Worin unterscheidet sich die Meningozele von der


Myelomeningozele?

13.45 Worin besteht die Erstversorgung eines Kindes mit


einer Myelomeningozele?

13.7 Tumoren
Wilms-Tumor

13.46 Welche Symptome eines Wilms-Tumors sind Ihnen


bekannt?

Selten/ggf.:
288 Kapitel 13 · Kinderchirurgie

13.47 Vervollständigen Sie den Text zum Prinzip einer


Operation eines Wilms-Tumors.

(Auswahl: adjuvante, präzise, transperitoneale, Tumorstadiums, voll-


ständige)
Sorgfältig geplante, ausreichend vorbereitete und gut dokumentierte
Tumornephrektomie. Ziel der Ope-
ration ist sowohl die Entfernung
des vitalen Tumorgewebes als auch eine
Dokumentation des als Vorausset-
zung für eine angemessene Therapie.

Steißbeinteratom

13.48 Warum ist der Zeitpunkt der Operation eines Steißbein-


teratoms von Bedeutung?

13.49 Wann wird die Operation eines Steißbeinteratoms


durchgeführt und was wird entfernt?
289 14
14 Augenheilkunde (Ophthalmologie)

T. Sauer, B. Lengersdorf

14.1 Anatomie des Auges

14.1 Bitte beschriften Sie . Abb. 14.1 mit den fehlenden


Begriffen.

Zonulafasern Ziliarkörper
(Corpus ciliare)
Öffner der Pupille Augennerv
(M. dilatator pupillae) (N. opticus)

Schließmuskel der Pupille


(M. sphincter pupillae)

Zentral-
gefäße der
Netzhaut
äußere
hintere Augenkammer Augenhaut
(Tunica fibrosa)
hier: Sklera

Ziliarmuskel innere Augenhaut mittlere Augenhaut


(Tunica nervosa) (Tunica vasculosa)
hier: Retina hier: Choroidea

. Abb. 14.1 (Aus Spornitz 2010)

14.2 Bitte fügen Sie die fehlenden Begriffe ein.

(Auswahl: ableitenden Tränenwegen, Ernährung, gefäßlosen, klare


Hornhaut, ölige, optischen Apparates, Schutz, Tränendrüse, Tränen-
films, Umschlagfalten, weißlichen Lederhaut)
Dem Augapfel (Bulbus oculi), dem eigentlichen Sehorgan, sind zum
Schutz die Lider mit und
vorgelagert. Der Augapfel selbst
besteht außen aus einer derben faserigen Hülle, der undurchsichtigen
M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,
DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_14, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
290 Kapitel 14 · Augenheilkunde (Ophthalmologie)

, die nach vorn hin in die


übergeht, die wegen ihrer hohen Brech-
kraft den wesentlichen Teil des zusammengesetzten
des Auges bildet.
Die Hornhaut geht an ihrem Rand (Limbus) in die Bindehaut (Kon-
junktiva) über. Dank den Taschen, den sog. ,
die sich unter Unter- und Oberlid befinden, wird die Beweglichkeit
des Auges nicht einschränkt. Die Hornhaut bietet einerseits tiefergele-
genen bindegewebigen Strukturen der Augenhöhle
, ist aber insbesondere für die schleimige (Becher-
zellen) und wässrige (akzessorische Tränendrüsen) Schicht des
verantwortlich, der durch die
Schicht (Meibom-Drüsen) aus
den Lidrändern vervollständigt wird. Der Tränenfilm ist verantwort-
lich für die Befeuchtung und
der Hornhaut, die ohne ihn sofort
ihre Transparenz einbüßen würde.

14.3 Das retinale Pigmentepithel (RPE) ist das stoffwechselak-


tivste Organ des Körpers. Durch welche Struktur wird sie
ernährt? Welchen Nutzen hat diese Struktur ebenfalls?

4 Struktur:

4 Nutzen:
291 14
14.2 Besonderheiten bei Operationen am Auge

14.4 Ordnen Sie die systemischen Reaktionen den Medika-


menten zu (. Tab. 14.1).

. Tab. 14.1 Medikamente und systemische Reaktionen

Medikament Reaktion

Neosynephrin

Suprarenin

Atropin

Azetylcholin

Acetazolamid

Reaktionen:
o a. Führt v. a. bei Kindern zu Erregungszuständen und
Tachykardien.
o b. Stellt die Pupille weit und kann zu Blutdruckanstieg führen.
o c. Senkt die Kammerwasserproduktion und kann eine Dehydra-
tation sowie Verschiebung des Kaliumhaushaltes nach sich
ziehen (Herzrhythmusstörungen).
o d. Wird häufig den Spüllösungen zugesetzt und kann zu Blut-
druckanstieg und Erweiterung der Pupillen führen.
o e. Wird intraoperativ zur Engstellung der Pupille verwendet und
kann zu Bradykardien, Blutdruckabfall und evtl. zu einem
Bronchospasmus führen.
292 Kapitel 14 · Augenheilkunde (Ophthalmologie)

14.5 Häufige Eingriffe in der Augenheilkunde

14.5 Bitte definieren Sie die Begriffe »Hagelkorn« und


»Gerstenkorn«.

Hagelkorn:

Gerstenkorn:

14.6 Eine intakte Hornhaut (Kornea) ist Bedingung für schar-


fes Sehen, da sie als Hauptfunktion die Lichtbrechung zur
Bildfokussierung innehat. Wann ist eine Abrasio der
Hornhaut indiziert? Nennen Sie zwei Indikationen.

14.7 Nennen Sie mindestens drei Indikationen für eine


Keratoplastik.

4
293 14
14.8 Man unterscheidet zwei Formen der Keratoplastik.
Bitte beschreiben Sie das jeweilige OP-Prinzip.

Perforierende Keratoplastik:

Lamelläre Keratoplastik:

14.9 Bitte definieren Sie den Begriff »Katarakt«.

14.10 Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.

Bei einem Glaukom =


o a. grauer Star
o b. grüner Star

handelt sich überwiegend um eine chronisch fortschreitende Erkran-


kung bei meist älteren Menschen.
Die Augeninnendrucksteigerung ist Folge
o c. einer Muskelatrophie.

o d. eines gestörten Kammerwasserabflusses.

Die Behandlung erfolgt primär


o e. konservativ.

o f. operativ.

14.11 Bitte vervollständigen Sie den Satz.

Das Glaukom entsteht durch ein Missverhältnis zwischen


und
294 Kapitel 14 · Augenheilkunde (Ophthalmologie)

14.12 Bitte ordnen Sie die Beschreibungen den Schielformen zu.

Doppelbilder werden beim


o a. angeborenen oder frühkindlich erworbenen Schielen
o b. Lähmungsschielen des Erwachsenen

wahrgenommen.
Die operative Korrektur hat
o c. beim angeborenen oder frühkindlich erworbenen Schielen

o d beim Lähmungsschielen des Erwachsenen

kosmetischen Charakter.
295 15
15 Verbrennungen

M. Liehn

15.1 Verbrennungen und Versorgungsbedarf

15.1 Was bewirkt eine Verbrennung durch Feuer oder


Flüssigkeiten am Körpergewebe?

15.2 Ergänzen Sie folgenden Text.

Um das Ausmaß einer Verbrennung zu beurteilen, kann die einfache


und sichere zur Anwendung
kommen: Die Handinnenfläche inkl. der Finger eines Verletzten,
gleichgültig ob Erwachsener oder Kind, entspricht ungefähr
seiner Körperoberfläche. Diese
Faustregel erleichtert schon am Unfallort die Einschätzung des Ver-
brennungstraumas.
Die Verbrennungstiefe wird in die Grade
bis eingeteilt.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_15, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
296 Kapitel 15 · Verbrennungen

15.3 Infektionsrisiko

15.3 Welche Faktoren erhöhen das Infektionsrisiko bei


brandverletzten Patienten in Abhängigkeit von der
Ausdehnung der Verbrennung?

15.4 Hautersatz

15.4 Um verbrannte Areale abzudecken, muss die Haut ersetzt


werden. Dafür stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfü-
gung, z. B. temporärer Hautersatz. Welche Aussagen dazu
sind richtig?

o a. Leichenhaut kann nicht zur Anwendung kommen, da sie nicht


mehr durchblutet ist.
o b. Verwendet werden kann u. a. allogene Spalthaut.
o c. Der temporäre Hautersatz kann bis zu 2 Monate auf der
Verbrennungswunde verbleiben.
o d. Der temporäre Hautersatz vermindert als Hautbarriere das
Infektionsrisiko für die Verbrennungswunde.
o e. Die Konservierung mit Glyzerol (ein Abbauprodukt alko-
holischer Gärung) minimiert das vom Spender drohende
Infektionsrisiko (HIV, Hepatitis).
297 15
15.5 Synthetischer Hautersatz, z. B. Epigard, ist ein zweischich-
tiges Material. Es besteht aus Teflon und Polyurethan.
Welche Aufgaben haben die beiden Schichten jeweils?

4 Teflon:

4 Polyurethan:

15.6 Welches Ziel wird mit der Auflage von synthetischem


Hautersatz verfolgt?

15.7 Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen zur Spalthaut-


transplantation an.

Autologe Spalthauttransplantate sind vom


o a. Patienten
o b. Spender

entnommene Hautareale von gesunden Körperregionen. Die Haut


wird mit einem
o c. Dermatom

o d. Mesh-Instrument

unter sterilen Kautelen entnommen und über ein


o e. Dermatom

o f. Mesh-Instrument

zu einem gitterförmigen Transplantat aufbereitet und auf die Verbren-


nungswunde aufgelegt. Dadurch können die Wundsekrete abfließen.
Die autologe Spalthauttransplantation ist
o g. kostengünstig,

o h. für den Patienten biologisch sicher (keine Abstoßungsreaktion),

o i. Es können schnell große Wundbereiche versorgt werden.


298 Kapitel 15 · Verbrennungen

Spalthaut neigt
o j. zur Schrumpfung.
o k. zur Ausdehnung.

Dadurch können komplexe Narbenwucherungen und Kontrakturen


entstehen. Durch die Entnahme der Spalthaut entstehen neue Wun-
den, die sich infizieren können.

15.5 Operative Versorgung Schwerstbrandverletzter

15.8 Woran orientiert sich die Saaltemperatur zur Versorgung


eines Schwerstbrandverletzten und welche Faktoren
beeinflussen diese?

15.9 Was muss bei der Spalthautentnahme beachtet werden?

15.10 Was bedeutet es, wenn Spalthaut »gemesht« wird?


299 15
15.6 Elektrotrauma

15.11 Nennen Sie die Besonderheiten eines Starkstromtraumas.

15.12 Wie muss unter Umständen eine frühzeitige chirurgische


Therapie eines Starkstromtraumas aussehen, damit ein
Nierenversagen verhindert werden kann?

4
300 Kapitel 16 · Plastische Chirurgie – Ästhetische Chirurgie

16 Plastische Chirurgie – Ästhetische Chirurgie

T. Sauer, M. Liehn

16.1 Nach welchen zwei Kategorien werden die Eingriffe in der


Plastischen Chirurgie unterteilt und welche Gründe sind
führend?

Kategorien:

Gründe:

16.2 Brustvergrößerung (Mammaaugmentation)

16.2 Nennen Sie drei Indikationen für eine Brustvergrößerung.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


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301 16
16.3 Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen zum Thema
Brustvergrößerung an.

o a. Die Brustvergrößerung zählt zu den häufigsten ästhetischen


Operationen in Deutschland.
o b. Brustvergrößerungen können in jedem Alter durchgeführt
werden.
o c. In Europa werden am häufigsten Implantate aus auslauf-
sicherem Silikon eingesetzt.
o d. Brustimplantate aus Kochsalz stellen wegen natürlicher Tast-
ergebnisse eine berechtigte Alternative dar.
o e. Hohe Formstabilität, natürliches Tastgefühl und gute Verträg-
lichkeit sind Anforderungen an Brustimplantate.
o f. Sojaölimplantate werden aufgrund des natürlichen Grund-
stoffes und ihrer ausgezeichneten Verträglichkeit verstärkt
genutzt.
o g. Eine glatte Oberfläche der Implantate reduziert das Risiko für
eine Kapselfibrose.

16.4 Ordnen Sie die Bezeichnung und die Beschreibungen der


Zugangswege den Schnittführungen zu (. Tab. 16.1).

. Tab. 16.1 Zugangswege und Schnittführungen in der Brustchirurgie

Schnittführung Bezeichnung Beschreibung

Schnitt in der
Achselhöhle

Schnitt halbkreisförmig
am Brustwarzenhofrand

Schnitt in der Brust-


umschlagfalte
302 Kapitel 16 · Plastische Chirurgie – Ästhetische Chirurgie

Bezeichnung:
o a. inframammär
o b. perimamillär
o c. axillär

Beschreibung:
o d. Durch diesen Zugangsweg lässt sich die neue Brustfalte nur
schwer formen und fixieren. Es besteht nicht nur das Risiko
für einen sog. »double bubble«, sondern für die Verletzung der
benachbarten Lymphknoten.
o e. Dieser Zugang ist für jede Implantatgröße geeignet; er ist
sicher und übersichtlich. Die Narbe ist postoperativ fast nicht
mehr zu sehen, da die Brust in der natürlichen Position diesen
Schnitt überdeckt.
o f. Nachteile dieses Zugangsweges sind z. B. ein Verlust der Emp-
findsamkeit des Brustwarzenhofes und die erhöhte Gefahr der
Verletzung der Milchdrüsengänge, was die Stillfähigkeit beein-
trächtigen kann.

16.5 Nennen Sie mindestens drei Komplikationen


nach Brustvergrößerung.

4
303 16
16.3 Bruststraffung (Mastopexie)

16.6 Bitte erklären Sie den Begriff »Mastopexie«.

16.7 Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.

Bei Bruststraffung wird möglichst viel Gewebe reseziert.


o a. Stimmt.
o b. Stimmt nicht.

Die Kombination von Bruststraffung und Implantateinlage ist mög-


lich.
o c. Stimmt.

o d. Stimmt nicht.

16.8 Die Senkung der Brust (Ptosis mammae) ist eine Indi-
kation für eine Bruststraffung. Welche OP-Techniken sind
möglich? Kreuzen Sie die richtigen Techniken an.

o a. T-förmige Bruststraffung.
o b. Laterale Bruststraffung.
o c. C-förmige Bruststraffung.
o d. Vertikale Bruststraffung.
o e. Periareoläre Bruststraffung.
304 Kapitel 16 · Plastische Chirurgie – Ästhetische Chirurgie

16.4 Blepharoplastik
Oberlidplastik

16.9 Nennen Sie zwei Indikationen für eine Oberlidplastik.

16.10 Begründen Sie, warum bei einer Blepharochalasis nicht


zu viel Fett entfernt werden darf.

Unterlidplastik

16.11 Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.

Das Ausmaß der Tränensäcke, die eine der Indikationen für eine Un-
terlidstraffung darstellen, ist abhängig vom Alter.
o a. Stimmt.

o b. Stimmt nicht.

Die operative Korrektur der Unterlider, insbesondere die Beseitigung


der Tränenrinnendeformität, gehört zu den aufwendigsten Eingriffen
in der ästhetischen Chirurgie.
o c. Stimmt.

o d. Stimmt nicht.

Die Unterlidplastik wird häufig in Kombination mit der Oberlidstraf-


fung durchgeführt.
o e. Stimmt.

o f. Stimmt nicht.
305 16
Alle drei Fettkörper werden dargestellt und entfernt.
o g. Stimmt.
o h. Stimmt nicht.

Überkorrekturen, Störungen des Tränenflusses, unvollständiger Lid-


schluss, Ektropium u. a. stellen Komplikationen bei einer Blepha-
roplastik dar.
o i. Stimmt.
o j. Stimmt nicht.

16.5 Facelifting (Rhytidektomie)

16.12 Nennen Sie vier Indikationen für ein Facelifting.

16.6 Fettabsaugung (Liposuktion)

16.13 Eine der folgenden Aussagen ist falsch. Welche?

Die Liposuktion ist


o a. ein »Entfettungsverfahren«.
o b. ein Verfahren zur Harmonisierung der Körperkonturen

(»body contouring«) bei Patienten mit diätresistenten Fett-


polstern.
o c. ein Verfahren zur Gewichtsreduktion bei adipösen Patienten.
306 Kapitel 16 · Plastische Chirurgie – Ästhetische Chirurgie

16.7 Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik)

16.14 Kreuzen Sie die richtigen Aussagen zum Thema


Bauchdeckenstraffung an.

o a. Bei der Bauchdeckenstraffung wird das erschlaffte Gewebe aus


der hinteren Bauchregion entfernt.
o b. Der Eingriff kann bei Bedarf durch eine Fettabsaugung bzw.
durch ein Bodylift ergänzt werden.
o c. Bei diesem Eingriff ist die Korrektur einer Rektusdiastase
obligat.
o d. Um Konturen an den Randpartien (Hüfte, Oberbauch) an-
zugleichen, wird nach Infiltration von Tumeszenzlösung ins
abzusaugende Gewebe auch an den Flanken Fett abgesaugt.
o e. Sowohl intra- als auch postoperativ werden die Patienten in
Beach-Chair-Position gelagert.

16.8 Weichteildeckung nach Trauma

16.15 Welches Ziel verfolgt die Defektdeckung?


Welches Gewebe ist dazu geeignet?

4 Ziel:

4 Gewebearten:
307 16
16.16 Ordnen Sie die Beschreibungen den Defektdeckungs-
zeitpunkten zu.

. Tab. 16.2 Defektdeckungszeitpunkte

Zeitpunkt Lösung

Akute Defektdeckung

Verzögerte akute
Defektdeckung

Sekundäre Weichteil-
deckung

o a. Diese Defektdeckung wird bei der Infektsanierung, Weichteil-


sanierung zur Vorbereitung für weitere Operationen und
teilweise in der Tumorchirurgie angewendet.
o b. Absolute Indikation für dieses Vorgehen sind eine initial
unklare Ausdehnung der Weichteilschädigung und konta-
minierte großflächige Wunden.
o c. Diese Defektdeckung ist indiziert, wenn subtotale oder totale
Amputationsverletzungen vorliegen, wenn Gefäße und Nerven
freiliegen, bei eröffneten Gelenken und/oder deperiostierten
Knochenstücken.

16.17 Bitte nennen Sie drei Möglichkeiten der Defektdeckung.

4
308 Kapitel 16 · Plastische Chirurgie – Ästhetische Chirurgie

16.18 Nennen Sie für jede Form der Hauttransplantation Vor-


und Nachteile.

Spalthauttransplantation:

4 Vorteil(e):

4 Nachteil(e):

Meshgraft-Transplantation:

4 Vorteil(e):

4 Nachteil(e):

Vollhauttransplantation:

4 Vorteil(e):

4 Nachteil(e):

16.19 Erklären die Begriffe DIEP-Lappen und TRAM-Lappen.

4 DIEP-Lappen =

4 TRAM-Lappen =

16.20 Welche Funktion haben Gewebeexpander?


309 17
17 Organexplantation/Multiorganentnahme

M. Liehn

17.1 Erklären Sie bitte die Abkürzung DSO.

17.2 Welche Bedingungen müssen im Vorfeld erfüllt sein,


bevor es zu einer Organentnahme kommen darf?

17.3 Welche der genannten Maßnahmen gehören nicht zu


den Aufgaben des DSO-Koordinators?

o a. Die Gesamtorganisation einer Organexplantation bezüglich


des Spenders und des Explantationsteams.
o b. Qualitätskontrolle der Hirntodfeststellung.
o c. Transport der Organe.
o d. Begleitung des gesamten Explantationsablaufes.
o e. Zuteilung des Spenderorgans.
o f. Erstellung eines Dokumentationsbogens, der in der explantie-
renden Klinik verbleibt.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_17, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
310 Kapitel 17 · Organexplantation/Multiorganentnahme

17.4 Jedes entnommene Organ wird für den Transport zum


Empfänger verpackt. Wie viele Beutel werden pro Organ
benötigt?

17.5 Die Organe tolerieren unterschiedlich lange Ischämie-


zeiten. In welchem Zeitraum müssen die genannten
Organe transplantiert werden?

4 Herz und Lunge:

4 Leber und Pankreas:

4 Nieren:
311 II

Lösungen
312 Kapitel 1 · Grundlagen

1 Grundlagen

1.1 Aufgaben einer Pflegekraft im Operationsdienst


1.1 Gliedern Sie die komplexen Aufgaben des OP-Personals in Teil-
sequenzen und ordnen die jeder Teilsequenz drei Arbeitsschritte zu!
Nutzen Sie die vorgegebene Struktur in . Abb. 1.1.

Aufgaben des
OP-Personals

v Präoperative v Intraoperative v Postoperative


Phase Phase Phase

z.B.: z.B.: z.B.:


v Sichere Identifikation v Gezielte Patienten- v Assistenz bei
des Patienten beobachtung Verbänden
v Lagerung v Unterstützung des v Patientennachsorge
v Vorbereiten der OP-Teams (Entlagerung usw.)
Verbrauchsgüter v Zählkontrolle v Entsorgung
v Sterilgutkontrolle v Dokumentation Verbrauchsgüter

. Abb. 1.1

1.2 Nennen Sie drei Gründe, warum Formalin für die Fixierung
von Präparaten geeignet ist.
v Formalin verhindert Autolyse und Fäulnis.
v Formalin dringt relativ rasch und gleichmäßig in das Gewebe ein.
v Formalin härtet das Gewebe.
v Formalin tötet Keime ab und verhindert dadurch Infektionen.
v Präparate können in toto fixiert und lange in der Lösung liegen
bleiben.

1.3 Welche Aussagen sind korrekt?


v a Material zur Schnellschnittuntersuchung darf nicht austrocknen.
v b Material für Schnellschnittuntersuchungen kann für weitere
methodische Aufbereitungen weiter verwendet werden.
v d Material für histologische Untersuchungen kann mit gepuffertem
Formalin fixiert werden.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


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313 1
1.2 Operationslagerungen
1.4 Ordnen Sie die juristische Verantwortung der Lagerungsphasen dem
genannten Personal zu (. Tab. 1.1).

. Tab. 1.1 Juristische Verantwortung

Lösungen

1 Präoperative Phase c Anästhesist


2 Lagerung zur OP a Anästhesist und Chirurg
3 Intraoperative Lageveränderungen b alle Mitarbeiter
4 Postoperative Phase d Anästhesist

1.5 Nennen Sie vier Aspekte des patientenorientierten Wärmemanage-


ments und begründen Sie, warum dieses Management unerlässlich ist.
v Abdeckung mit vorgewärmten Tüchern.
v Einsatz einer Wärmematte bzw. -decke.
v Angewärmte Spüllösungen.
v Angemessene Raumtemperatur.

Begründung:
Weil sich die Auskühlung des Patienten u. A. auf die Narkoseführung aus-
wirkt. Die Aufwachphase wird verlängert, die Dekubitusgefahr steigt, die
Wundheilung kann verzögert werden.

1.6 Eine der folgenden Aussagen zur Patientenlagerung ist falsch – welche?
falsche Aussage ist:
c

richtige Aussagen sind:


v a Starker Druck und massive Dehnung aller Nerven und Gefäße sind
zu vermeiden; zu starke Flexion oder Beugung führen zu Schädigungen.
v b Übertriebene Rotation oder Abduktion z. B. des Arms führt zu
Dehnungen des Plexus brachialis.
v d Zu harte oder falsch platzierte Rollen führen zu Kompressionen.
v e Alle Gelenke werden leicht abgewinkelt gelagert.
v f Niemand darf sich auf einem Patienten abstützen.
v g Bei intraoperativen Lagerungsveränderungen muss die korrekte
Lagerung des Patienten kontrolliert werden.
314 Kapitel 1 · Grundlagen

1.7 Welche Aussagen sind richtig?


v b Schädigungen am N. radialis und N. ulnaris sind zu vermeiden.
v c Der andere Arm wird gepolstert und hoch oder seitlich am Körper
angelagert.
v f Läsionen des N. peronäus sind durch eine korrekte Beinlagerung
in Goepel-Stützen zu vermeiden.
v h Bei extremen Lagerungen, z. B. in der minimal-invasiven
Chirurgie, verhindern Schulter-, Fuß- und Seitenstützen eine
Positionsveränderung des Patienten.
v i Der Einsatz einer Vakuummatratze vermeidet das unkontrollierte
Verrutschen des Patienten.

1.8 Die Dokumentation von standardisierten Lagerungen ist einfach,


da nicht mehr alle Lagerungshilfsmittel aufgezählt werden müssen.
Welche Besonderheiten bezüglich der Lagerung müssen jedoch
separat dokumentiert werden?
v Abweichungen vom Standard und ihre Begründung.
v Namen des Durchführenden und des kontrollierenden Chirurgen.
v Platzierung der Dispersionselektrode.
v Lagerungsveränderungen.

Abdeckungskonzepte
1.9 Nennen Sie bitte vier grundsätzliche Anforderungen, die ein modernes
Abdeckmaterial erfüllen muss.
v Es muss Keimbarriere und Flüssigkeitsbarriere sein, z. B. um
Verbrennungen zu vermeiden.
v Um Störungen durch elektrische Felder in operativen und diagnosti-
schen Geräten auszuschließen, muss die Abdeckung antistatisch sein.
v Eine ungehinderte Thermoregulation muss gewährleistet sein.
v Die flexible Fixation mit Klebestreifen erleichtert die Abdeckung.
v Abdeckungen sollten standardisiert und operationsspezifisch,
ggf. als Sets, mit funktionell gefalteten Tüchern, in der Reihenfolge
ihrer Anwendung gepackt sein.
v Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit sind zu beachten.

Hochfrequenzchirurgie
1.10 Beim Umgang mit der Neutralelektrode müssen einige Regeln
beachtet werden. Kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.
falsche Aussagen sind:
b, d, e, f
315 1
richtige Aussagen sind:
v a Elektrode so nah wie möglich am OP-Feld ganzflächig aufkleben.
v c Die Elektrode nicht auf Narbengewebe oder stark behaarter Haut
applizieren.
v g Bei Nutzung von Ultraschallgeräten zur Blutstillung kann
auf die Applikation einer Neutralelektrode verzichtet werden

1.3 Aspekte zur pflegerischen Dokumentation


1.11 Definieren Sie den Begriff »Dokumentation«
Dokumentation bedeutet eine beweiskräftige, wahrheitsgemäße Aufzeich-
nung aller am Patienten durchgeführten Maßnahmen.

1.12 Nennen Sie die Vorteile und Auswirkungen, die sich aus der Doku-
mentationspflicht ergeben.
v Qualitätsleistung und -kontrolle.
v Gesicherte Informationsübermittlung.
v Zeitersparnis.
v Nachweis erbrachter Leistung.
v Prozesstransparenz.
v Sicherung der Patientenrechte als Bestandteil des Krankenhausver-
trages.
v Abrechnungsgrundlage.
v Beweissicherung für Krankenhausträger, Personal und Patienten.

1.13 Erklären Sie den Begriff »Beweislastumkehr« in Zusammenhang mit


der Dokumentation.
v Beweislastumkehr bedeutet, dass im Falle einer mangelhaften Doku-
mentation das Krankenhaus die Beweislast für ein Nichtverschulden
seinerseits an einem aufgetretenen Schaden zu tragen hat.

1.14 Was ist das Ziel der elektronischen Dokumentationsform?


v a Die Loslösung von Papier.

1.15 Bitte fügen Sie die entsprechenden Begriffe ein:


Der Anbietertrend entwickelt sich verstärkt in Richtung Gesamtpaket-
lösungen, die den Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung be-
gleiten. Diese in sog. Modulen aufgebauten EDV-Lösungen gibt es für alle
Krankenhausbereiche.
Planung sowie Dokumentation und Auswertung stehen allen berechtig-
ten Mitarbeitern zeitaktuell zur Verfügung.
316 Kapitel 1 · Grundlagen

1.16 Darüber hinaus können einzelne Arbeitsschwerpunkte miteinander


verknüpft werden – welche? Kreuzen Sie sie an.
v a Tagesgeschäft.
v c Administrative Anforderungen der Krankenhausverwaltung.

1.17 Nutzerspezifische Zugangsberechtigungen ermöglichen den Zugang


zur Dokumentation durch die Berufsgruppen, die an der Operation
beteiligt sind. Welches ist die Voraussetzung dafür?
v a Definition- und personengebundene Zuordnung der Zugriffs-
berechtigungen.

1.18 Unterstützend für die Dokumentation sind definierte Prozesse,


die auch in einem Qualitätsmanagement-Handbuch hinterlegt sind.
Ist das Zeitfenster für die Dokumentation aufgrund vieler kurzer
Eingriffe sehr klein, können Standardfelder hinterlegt werden, mit
dem Ziel
v a den Zeitaufwand für die Dokumentation zu reduzieren.

1.19 Nennen Sie drei Probleme, die bei der Umsetzung EDV-gestützter
Dokumentation zu Störungen führen können, und zeigen Sie dafür
Lösungsmöglichkeiten auf.
v Ängste und unterschiedliche Erfahrungen im Umgang mit dem PC.
v Nicht ausreichende PC-Arbeitsplätze.
v Zeitliche Kollisionen des Eingabezeitpunktes.

Lösungsmöglichkeiten:
v Anwendungsfreundliche Bedienung.
v Hausinterne Zuordnung der Eingabeinhalte und Abstimmung der
Freigabefunktionen.
v Ermittlung von Schulungsbedarfen und Unterstützung bei der Imple-
mentierung vor Ort durch IT-Personal.

1.4 Risikomanagement im OP
1.20 Die häufigsten Fragestellungen und Schadensmeldungen im Rahmen
von Risikomanagement finden sich u. a. in den Bereichen Krankenhaus-
organisation und Personal sowie bei den angewandten Materialien.
Bitte geben Sie für jede Kategorie mindestens zwei Beispiele, die diese
Häufigkeit unterstreichen.
Krankenhausorganisation:
v Informationsdefizite, Kommunikationsmängel, fehlende
Qualifikationen, knappe Personalressourcen.
317 1
Personal:
v Wissensdefizite, Fehleinschätzungen, Infektionsüberträger,
übersehene Erkrankungen/Verletzungen.

Materialien:
v Unverträglichkeiten, Infektionen, Allergien, Verwechslungen.

1.21 Was ist unter der Abkürzung »CIRS« zu verstehen? Erklären Sie mit
eigenen Worten, was damit gemeint ist.
v CIRS = Critical Incident Reporting System.
v Die Implementierung eines Systems, in dem jeder Mitarbeiter
kritische Vorfälle anonym melden kann.

1.22 Welche der folgenden Maßnahmen können dazu beitragen, die


Fehlerquote zu senken?
v a Patientenidentifikationssystem.
v b Verwendung von Checklisten.
v e Kennzeichnung der zu operierenden Seite vor dem Transport mit
geeigneten Markern.
v f Interdisziplinäre und berufsgruppenübergreifende Kommunika-
tion und Kooperation.

1.23 Bringen Sie die folgenden Begriffe des Risikomanagements


in eine logische Reihenfolge und ordnen Sie die nachstehenden
Erklärungen den Begriffen zu:

. Tab. 1.2 Risikomanagement

Reihen- Erklärung
folge

1 Risiko- →d Um Risiken zu minimieren,


identifikation müssen diese zunächst erkannt
werden
2 Risiko- →a Die Risiken müssen kommuni-
bewertung ziert und nach ihrer Bedeutung
analysiert werden
3 Risiko- →b Ableitung von
bewältigung Fehlervermeidungsstrategien
4 Risiko- →c Regelmäßige Überprüfung der
controlling Maßnahmen
318 Kapitel 1 · Grundlagen

1.24 Kreuzen Sie die falschen Aussagen zum Thema »Erfassung von
Fehlern« an.
falsche Aussagen sind:
c, e, f

richtige Aussagen sind:


v a Fehler und Konsequenzen werden rückblickend nach dem Auf-
treten betrachtet.
v b Bereits geschehene Zwischenfälle und sog. Beinahe-Ereignisse
werden betrachtet.
v d Zusammen mit den Fehlermeldungen können eigene Lösungs-
ansätze oder Vorschläge zur Verbesserung erfolgen.

Risikomanagement im OP-Bereich
1.25 Zählen Sie vier mögliche Hilfen auf, die im OP zur Risikominimierung
beitragen können.
v Einsatz von Checklisten für lückenlose Informationsweitergabe.
v Standards, Handlungs- und Verfahrensanweisungen.
v Patientenidentifikationshilfen.
v Detaillierte Materialerfassung.
v Reproduzierbarkeit von Teilprozessen.
v Zählkontrolle.
v Schulungs- und Qualifikationsnachweise.
319 1
1.5 Chirurgisches Nahtmaterial
1.26 Beschriften Sie . Abb. 1.2 mit den genannten Begriffen.

v Nadeltyp v Fadenstärke v Bestellnummer v Besonder-


heiten

v Seitlich aufgedruckt: v Gebrauchs-


v Sterilisationsart v Chargen-
CE-Zeichen und informationen
Barcode beachten nummer
v Anzahl der Fäden und v Nicht resterilisieren, v Haltbarkeitsdatum

Länge des Nahtmaterials Einmalprodukt!


in einer Folie

. Abb. 1.2 Verpackungskennzeichen. (© Fa. Ethicon)

1.27 Welche Anforderungen sollten an chirurgisches Nahtmaterial gestellt


werden? Kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.
v a Gutes Knüpfverhalten.
v b Bei Bedarf Vorbeugung gegen postoperative Infektionen durch
antibakterielle Beschichtung.
v d Sterilität.
v f Ausreichende Festigkeit während der Wundheilung.
320 Kapitel 1 · Grundlagen

1.28 Ordnen Sie das folgende Nahtmaterial (. Tab. 1.3) seinen Grund-
stoffen zu.

. Tab. 1.3 Nahtmaterial und seine Grundstoffe

Synthetische Grundstoffe: Vicryl, PDS, Safil, Ethibond, Polysorb


Mineralische Grundstoffe: Drahtnähte
Natürliche Grundstoffe: Seide, Zwirn

1.29 Ordnen Sie die Begriffe ihren Beschreibungen zu.


v Monofiles Material: c Besteht aus einem Fadenfilament.
v Zwirnen: a Mehrere einzelne Fäden werden gedreht.
v Pseudomonofiles/polyfiles Material: d Bestehend aus mehreren
Fadenfilamenten: Die »Fadenseele« ist gedreht/gezwirnt und mit
einem Mantel überzogen, der dem Faden einen monofilen Charakter
verleiht.
v Flechten: b Mehrere einzelne Fäden werden gedreht, um welche an-
schließend eine Hülle aus dem gleichen Material geflochten wird.

1.30 Zur Beschreibung von resorbierbarem und nicht resorbier-


barem Nahtmaterial fügen Sie bitte die unten stehenden Begriffe
in den Lückentext ein.
Resorbierbar: Nach einer definierten Zeit werden alle synthetischen Fä-
den durch Hydrolyse abgebaut. Dabei wird das Material durch Gewebe-
flüssigkeit aufgespalten und gleichmäßig vom Körper abgebaut.
Die Resorptionszeit darf nicht mit dem »Reißkraftabfall« gleichgesetzt
werden, der angibt, wie lange der Knoten seine Funktion erfüllt. Der Fa-
den des resorbierbaren Nahtmaterials ist noch zu sehen, wenn er seine
Reißkraft schon verloren hat.
Nicht resorbierbar: Die Fäden behalten einen Großteil ihrer Reißfestig-
keit, werden aber über einen längeren Zeitraum auch partiell abgebaut. Sie
verbleiben dauerhaft im Gewebe oder werden entfernt. Sie werden dort
angewendet, wo über einen langen Zeitraum eine konstante Fadenfestig-
keit gewünscht ist, z. B. bei Gefäßnähten.
321 1
Nadelkunde
1.31 Beschriften Sie . Abb. 1.3 mit den vorgegebenen Begriffen.

v Sehne
v Nadelspitze v Armierzone

v Nadelradius

v Nadel-
durchmesser
v
B o g e n lä n g e
v Nadelkörper

. Abb. 1.3 Aufbau einer Nadel. (Fa. Ethicon)

1.6 Werkstoffe des chirurgischen Instrumentariums


1.32 Kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.
v c Es gibt hochentwickelte, nichtrostende Stahlsorten, Edelmetalle
und Metalllegierungen zur Herstellung des chirurgischen Instrumen-
tariums, die den besonderen Anforderungen in der Medizin ent-
sprechen.
v d Außer Edelstahl kommt bei manchen Spezialinstrumenten Titan,
Kunststoff, Kupfer, Messing, Neusilber, Silber oder Zinn zur
Anwendung. Der eingesetzte Werkstoff richtet sich nach dem Ver-
wendungszweck.
v e Titan findet als Werkstoff immer häufiger Verwendung. Er ist sehr
gewebeverträglich und ruft im Gegensatz zu Nickel keine Allergien
hervor. Nachteilig ist der hohe Preis.

1.8 Drainagen
1.33 Mit welchem Ziel wird eine Drainage eingelegt? Nennen Sie drei.
v Ableitung von Blut, Sekret, Zellresten, Luft, Eiter.
v Offenhalten einer Wunde, um die Granulation vom Wundgrund aus
zu sichern (nach Abszessspaltung).
v Als Spül- und Saugdrainage zur Therapie von Knocheninfekten.
v Zur Prophylaxe, um rechtzeitig Insuffizienzen zu erkennen.
322 Kapitel 1 · Grundlagen

1.34 Aus welchen Materialien sollte eine Langzeitdrainage nicht bestehen?


Aus diesen Materialien sollte eine Langzeitdrainage nicht bestehen:
v b Latex
v c PVC
v d Naturgummi

Für die Langzeitdrainage geeignete Materialien sind:


v a Silikon
v e Silikonisierter Latex

1.35 Welche Materialien für die Herstellung und Verwendung von


Drainagen werden in den folgenden Definitionen beschrieben?
Ordnen Sie den Definitionen entsprechend das Material zu.
Materialien: PVC, Latex, Silikon.
v Material eignet sich als Kurzzeitdrainage, ansonsten verlieren sich die
Elastizität und Härte. Material kann zu Gewebereaktionen im Körper
führen:
Latex
v Material ist für Kurzzeitdrainagen geeignet, ansonsten besteht die
Gefahr, dass Weichmacher aus dem Material heraustreten und
Eiweißablagerungen den Abfluss behindern. Das Material besticht
durch seine Festigkeit:
PVC
v Material hat eine sehr gute Gewebeverträglichkeit, Weichmacher und
organische Zusatzstoffe findet man nicht. Material ist von großer
Wärme- und Wasserbeständigkeit:
Silikon

1.36 Welche Aussage über das Material und den Umgang mit Redon-
Drainagen ist richtig?
v c Das Redon-Drain kann nicht kollabieren; es kann zum Austritt
von toxischen Weichmachern kommen.

1.37 Um welche Drainage handelt es sich in diesem Beispiel?


v Um eine Easy-flow-Drainage.
323 1
1.9 Operationsindikationen
1.38 Definieren Sie den Begriff »Operationsindikation«.
v Die OP-Indikation ist definiert als der Grund zur Verordnung eines
bestimmten diagnostischen oder therapeutischen Verfahrens in
einem definierten Krankheitsfall, der seine Anwendung hinreichend
rechtfertigt.
Grundsätzlich besteht Aufklärungspflicht gegenüber dem Patienten.

1.10 Wunden und ihre Versorgung


1.39 Was ist unter dem Begriff »Wunde« zu verstehen? Nennen Sie
allgemeine Kennzeichen und die Folge einer Wunde.
v Als Wunde bezeichnet man die Durchtrennung oder Zerstörung der
Haut oder Schleimhaut, der tiefen Gewebe oder der inneren Organe,
Defektbildung von Gewebe, ggf. mit Oberflächenverletzung, Austritt
von Blut und Serum bis hin zum Schock.
Folge ist der Verlust der Schutzfunktion.
324 Kapitel 1 · Grundlagen

Wundheilung
1.40 Bitte bringen Sie die Phasen der Wundheilung, die Dauer der Phasen
und die Ereignisse während der Phasen in . Tab. 1.4 in den korrekten
Zusammenhang.
richtige Aussagen sind:
a-d-i, b-e-g, c-f-h

. Tab. 1.4 Wundheilung

Phasen Dauer Ereignisse

a Exsudative d 1.–4.Tag i Ausfüllen der Gewebelücke


Phase durch Blut, Lymphe und
(Reinigungs- Fibrin. Schutz vor Infektion
phase) durch Wundverschluss, be-
gleitet von Hyperämie und
Phagozytendiapedese.
Ödemrückbildung, Mitosen
des Randepithels. Übergang
der Katabolie zur Anabolie.
b Proliferations- e 4.–7.Tag g Durch Kapillar- und Fibroblas-
phase teneinsprossung in das
(Granulations- Wundbett entsteht das Gra-
phase) nulationsgewebe. Kollagen-
fasern werden gebildet und
der Defekt somit weitgehend
vor dem Eindringen von
Erregern geschützt.
c Regenera- f 7.–21.Tag, h Das Granulationsgewebe
tionsphase bis 14 wird durch Vernetzung und
(Differenzie- Monate Aggregation der Kollagen-
rungsphase) moleküle unter Gewebe-
schrumpfung in Narbenge-
webe umgewandelt. Durch
die Gefäßminderung wird das
Bindegewebe weiß und straff.
Einwachsen sensibler Ner-
venfasern, Epithelisierung
vom Rand her. Es fehlen
Haare, Schweißdrüsen und
Pigmente.
325 1
Arten der Wundheilung
1.41 Beschreiben Sie die Unterschiede zwischen Primär- und Sekundär-
heilung.
Primärheilung:
v Primärer Verschluss.
v Glatte Wundränder.
v Minimale Narbenbildung.

Sekundärheilung:
v Zeitlich verzögerter, schrittweiser Verschluss.
v Infizierte Wunde oder Defektwunde.
v Granulationsgewebsbildung und Wundkontraktion.

1.42 Setzen Sie die passenden Begriffe zum Wundverschluss ein.


Nach der Applikation des Lokalanästhetikums erfolgt die Inspektion der
Wunde. Beim Vorliegen einer Risswunde wird eine keilförmige Exzision
der Wundränder durchgeführt. Bei tiefen Wunden wird die Subkutis mit
wenigen Nähten adaptierend verschlossen; die Hautnaht erfolgt span-
nungsfrei mit Einzelknopfnähten. Im Idealfall ist eine alleinige Versor-
gung mit Pflasterzügen, Flüssigpflaster oder Hautkleber möglich.
Der Verband dient dem Schutz der Wunde, zur Sekretaufnahme und ggf.
zur Ruhigstellung, wenn nötig als Schienen- oder Gipsverband. Nach
Bedarf Verabreichung der Tetanusimmunisierungsspritze(n).

1.43 Welche Aussage zur Versorgung von größeren Extremitätenwunden


ist korrekt?
v a Bei der Versorgung von größeren Extremitätenwunden wird eine
pneumatische Blutsperre angelegt.

Chirurgische Infektionen
1.44 Definieren Sie den Begriff »nosokomiale Infektion«. In welchem
Gesetz ist die Definition festgelegt?
v Infektionen, die in zeitlichem Zusammenhang mit dem Kranken-
hausaufenthalt entstehen.
v Die amtliche Definition ist im Infektionsschutzgesetz (IfSg § 2)
festgelegt.
326 Kapitel 1 · Grundlagen

1.45 Nennen Sie zwei Entstehungsmechanismen für nosokomiale


Infektionen.
Entstehung:
v Bei geschwächter körpereigener Infektabwehr.
v Nach komplizierten, langwierigen Operationen.
v Durch invasive apparative Maßnahmen.
v Durch therapeutische Maßnahmen, die die Infektionsabwehr herab-
setzen.

1.46 Lokale Formen chirurgischer Infektionen: Welche Aussage ist


jeweils falsch? Bitte kreuzen Sie die entsprechende Antwort an
und finden Sie das Lösungswort, indem Sie den betreffenden
Buchstaben des Lösungskästchens kennzeichnen.
1. Abszess
Örtlich umschrie-
bene eitrige
Entzündung mit
Zerstörung des
örtlichen Gewe-
bes
E

2. Phlegmone
Diffuse eitrige
Entzündung
ohne Kapselbil-
dung, schwere
allgemeine Ent-
zündungszeichen
N

3. Empyem
Eiteransammlung
in präformierter
Körperhöhle
durch direkte
oder fortgeleitete
Infektion.
T
327 1
4. Granulom
Neubildung aus
Granulationsge-
webe als Gewe-
bereaktion auf
allergisch-infek-
tiöse Prozesse
Z

5. Lymphangitis
Wird häufig als
»Blutvergiftung«
bezeichnet
Ü

6. Furunkel
Mehrere konflu-
ierende Furunkel
werden als Kar-
bunkel bezeich-
net
N

7. Erysipel
Wund- oder
Gesichtsrose;
Sepsis als Kom-
plikation möglich
D

8. Gangrän
Form einer Ne-
krose; charakte-
ristischer faulig-
süßer Geruch
U
328 Kapitel 1 · Grundlagen

9. Panaritium
Eitrige Infektion
des Fingers oder
der Zehe
N

10. Bursitis
Akute oder
chronisch ver-
laufende Ent-
zündung eines
Schleimbeutels
G

Lösungswort: Entzündung.
329 2
2 Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.1 Zugangswege und Instrumentarium


Beschreibung der Zugangswege
2.1 Welche Aussage ist korrekt?
v a Die Schnittführung hängt ab von der geplanten OP.

2.2 Hinsichtlich der Zugangswege für eine Operation müssen einige


Punkte Berücksichtigung finden. Nennen Sie zwei.
Wichtig bei Zugangswegen für eine Operation ist die Berücksichtigung
von
v anatomischen Strukturen,
v Wundheilung,
v kosmetischen Gesichtspunkten.

2.3 Worin bestehen die Vorteile großer Schnitte? Kreuzen die Sie die
korrekten Lösungen an.
Die Vorteile großer Schnitte bestehen darin, …
v a die Übersicht zu erhöhen,
v c der Radikalität nutzen zu können.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_19, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
330 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.4 Ordnen Sie die Schnittführungen entsprechend den Markierungen zu


und geben Sie für jede Schnittführung eine OP-Indikation an
(. Abb. 2.1 und . Tab. 2.1).

v Kocher-Kragenschnitt

v Mediane Sternotomie
v Rippenbogenrandschnitt

v Obere mediane Laparotomie

v Obere bogenförmige Laparotomie

v Oberbauchquerschnitt

v Untere mediane Laparotomie

v Pfannenstiel-Schnitt

v Pararektalschnitt
v Wechselschnitt nach McBurney

. Abb. 2.1 Mögliche Schnittführungen in der Viszeralchirurgie. (Aus Liehn et al.


2016)
331 2
. Tab. 2.1 Zugangswege und Indikationen

Zugang Indikationen

Kocher-Kragen- Schilddrüsenoperation, Epithelkörperchen-


schnitt entfernung, Zugang zum vorderen Mediastinum
Rippenbogenrand- Klassische Cholezystektomie, Leberresektion
schnitt oder linksseitig Splenektomie, subphrenischer
Abszess
Obere mediane Fast alle intraabdominellen Operationen im
Längslaparotomie Ober- und Unterbauch, insbesondere Notfall-
operationen
Untere mediane
Längslaparotomie
Oberbauch- Pankreasoperationen, Magenoperationen,
querschnitt Lebereingriffe
Obere bogenförmige
Laparotomie
Wechselschnitt nach Appendektomie
McBurney
332 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Instrumente für die Laparotomie


2.5 Benennen Sie das spezielle Instrumentarium für die Laparotomie und
seine Verwendung (. Abb. 2.2 und . Abb. 2.3).

185 mm, 7 1/4”

190 mm

205 mm, 8”

. Abb. 2.2 Name/Bezeichnung: . Abb. 2.3 Bezeichnung: Rahmen


Goligher-Rahmen, Verwendung: Haken- nach Rochard. Verwendung: System
system zum Offenhalten der Laparo- aus einem Befestigungsgestell, Fixier-
tomiewunde. (© Fa. Aesculap AG) vorrichtung für den Haken sowie Val-
ven unterschiedlicher Größen. Das
System gewährleistet die Sicht auf den
OP-Situs bis zum Rippenbogenrand
durch ständigen Zug. (© Fa. Aesculap
AG)
333 2
2.6 Benennen Sie die in . Abb. 2.4 bis . Abb. 2.7 abgebildeten Klammer-
nahtinstrumente und ordnen Sie ihnen ihre Funktion zu.

Drehgriff Skalenfeld Orange Farbmarkierung

Sicherung
Klammermagazin
Zentralstab
Tabakbeutelnahtkerbe
Bedienungshebel Abnehmbarer Instrumentenkopf

. Abb. 2.4 Name/Bezeichnung: Linearstapler TL, Verwendungszweck: Lineares


Verschlussinstrument: doppelte gegeneinander versetzt gelegte Klammernaht-
reihen. (© Fa. Ethicon)

Bedienungsschieber Fingermulden Führungszapfen

Bedienungshebel Magazinlager Stabilisierungsstift

Magazingriff Gegenlager

Gegenlagergriff Grifffläche am Magazin Magazin mit Klammerschutz

. Abb. 2.5 Name/Bezeichnung: Zirkuläres Klammernahtinstrument (CDH),


Verwendungszweck: Zirkuläres Anastomosierungsinstrument: zirkuläre inver-
tierende zweireihige Klammernaht, zwischen den Nahtreihen wird das Gewebe
durch ein integriertes Messer durchtrennt. (© Fa. Ethicon)
334 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Freigabeknopf Führungsstabarretierung

Führungsstab
Magazinblock
Einspannlager
Gegenlager

Magazin mit Klammerschutz

Instrumentengriff
Verschlusshebel
Auslösehebel

. Abb. 2.6 Name/Bezeichnung: Linearer Cutter (PLC), Verwendungszweck:


Lineares Anastomosierungsinstrument: doppelte Klammerreihe (bei Endo-
staplern teilweise 6-fache Nahtreihen) mit gegeneinander versetzten Klam-
mern. Zwischen den Nahtreihen wird das Gewebe durch ein integriertes Messer
durchtrennt. (© Fa. Ethicon)

Freigabeknopf Führungsstab Klammerschutz


Führungsstabknopf Magazin

Verschlusshebel Gegenlager

Instrumentengriff Auslösehebel Gebogener Instrumentenkopf

. Abb. 2.7 Name/Bezeichnung: Contour-Stapler, Verwendungszweck: Lineares


Klammernahtinstrument mit gebogenem Instrumentenkopf: 4 Reihen Titan-
klammern setzendes Instrument, schneidend. (© Fa. Ethicon)
335 2
2.2 Schilddrüse
Anatomie
2.7 Ergänzen Sie die Angaben zur Anatomie der Schilddrüse.
v Aussehen: Schmetterlingförmig.
v Gewicht: 20–30 g.
v Die Schilddrüse besteht aus einem rechten und linken Lappen,
verbunden durch eine Gewebsbrücke, den Isthmus.

2.8 Durch welche beiden Arterien erfolgt die Blutversorgung der Schild-
drüsenlappen?
Gefäßversorgung der Schilddrüsenlappen durch zwei Arterien:
v die obere Polarterie (A. thyreoidea superior, entspringt als 1. Ast aus
der A. carotis externa).
v das untere Polgefäß (A. thyreoidea inferior, entspringt aus dem
Truncus thyreocervicalis).

2.9 Welche Aussage ist korrekt?


v b In der Nähe der Schilddrüse liegen Epithelkörperchen, die das
Parathormon produzieren, das den Kalziumstoffwechsel steuert.

Erkrankungen der Schilddrüse


2.10 Erkrankungen der Schilddrüse unterscheidet man nach der Gewebe-
beschaffenheit und nach der Funktion. Ordnen Sie die Begriffe ent-
sprechend zu (. Tab. 2.2).

. Tab. 2.2 Erkrankungen der Schilddrüse

Gewebebeschaffenheit Funktion

Struma diffusa euthyreote Struma


Struma multinodosa hyperthyreote Struma
Struma uninodosa hypothyreote Struma

2.11 Wodurch ist eine Hyperthyreose gekennzeichnet? Kreuzen Sie die


richtigen Antworten an.
v b Erniedrigtes TSH im Blut
v c Starke Erhöhung der Schilddrüsenhormone im Blut
v d Hervorstehende Augen
v g Motorische Unruhe
336 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Operationen an der Schilddrüse


2.12 Welche Aussagen zu den OP-Zielen sind falsch?
falsche Aussagen sind:
b, c, f

richtige Aussagen sind:


v a Alle Knoten müssen entfernt werden, ggf. ist auch bei benigner
Veränderung eine vollständige Entfernung beider Schilddrüsen-
lappen erforderlich (Thyreoidektomie).
v d Karzinome werden grundsätzlich mit einer Thyreoidektomie und
je nach Tumorgröße unterschiedlicher Lymphknotendissektion
behandelt.
v e Bei jeder Schilddrüsenoperation muss der Stimmbandnerv, der
N. recurrens, dargestellt werden.

2.13 Nennen Sie zwei Patientenlagerungsmöglichkeiten zur Operation


an der Schilddrüse.
v Rückenlagerung, ggf. mit einem sehr dünnen Kissen unter dem
Rücken in Höhe der Schulterblätter.
v Halbsitzende Position mit leicht rekliniertem Kopf.

2.14 Was ist unter einem elektrophysiologischen Neuromonitoring bei


Schilddrüsenoperationen zu verstehen?
v Die elektrische Stimulation des Stimmbandnervs mit visueller
Ableitung von EMG-Potenzialen.

2.15 Bringen Sie die Operationsschritte der Schilddrüsenresektion in die


richtige Reihenfolge (Nr. 1–12).
1. a Kocher-Kragenschnitt.
2. j Ligatur der Vv. jugulares anteriores, kleinere Äste können mit dem
Elektrokauter verschorft werden.
3. b Spalten der vorderen geraden Halsmuskulatur in Längsrichtung,
bei großen Strumen auch quere Durchtrennung.
4. c Abtasten beider Schilddrüsenlappen, auch der dorsalen Anteile,
damit keine Knoten übersehen werden.
5. d Anklemmen der Schilddrüse (z. B. mit Kocher-Klemmen o. Ä.).
6. e Freipräparieren des oberen bzw. unteren Pols und Durchtrennen
der Polgefäße nach Ligatur bzw. anderer Blutstillung.
7. f Darstellung der A. thyreoidea inferior, des N. recurrens. Neuro-
monitoring zur sicheren Differenzierung. Darstellung der Neben-
schilddrüsen. Fakultativ Ligatur der A. thyreoidea inferior.
337 2
8. k Lösen des Isthmus von der Trachea, Durchtrennen desselben.
9. g Resektion der Schilddrüsenlappen. Blutungen werden mit
Elektrokauter, Péan-Klemmen und Ligaturen, Ultracision oder Liga-
Sure versorgt.
10. h Bei größeren Schilddrüsenresten Kapselnähte, bei kleinen Resten
meist nicht erforderlich.
11. l Nach Kontrolle auf Bluttrockenheit (auch unter Überdruckbeat-
mung) Neuromonitoring über den N. vagus auf jeder operierten Seite.
12. i Schichtweiser Wundverschluss.

2.16 Erklären Sie folgende Abkürzungen. Kreuzen Sie an, welche Abkür-
zung nicht für einen minimal-invasiven Zugang zur Schilddrüse steht.
Zugänge zur Schilddrüse sind:
v ABBA
Erklärung: »axillo bilateral breast approach«
v OMIT
Erklärung: offen minimal-invasive Thyreoidektomie
v OBCAP
Erklärung: gibt es nicht (c existiert nicht als Zugang zur Schilddrüse.)
v MIVAT
Erklärung: minimal-invasive videoassistierte Thyreoidektomie

2.3 Hernien
Allgemeines
2.17 Ordnen Sie die jeweiligen Formen (a–f) den Hernienarten zu.
Äußere Hernien:
v a Nabelhernie
v c Leistenhernie
v e Brüche der Bauchwand

Innere Hernien:
v b Zwerchfellhernie
v d Ileozäkalhernie
v f Brüche befinden sich innerhalb des Abdomens

2.18 Beschreiben Sie, wann eine inkarzerierte Hernie zur Notfallindikation


eines operativen Eingriffes erklärt wird.
v Reposition ist nicht möglich.
v Zeitintervall der Akutinkarzeration von 4 h ist überschritten.
338 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Leistenhernie
2.19 Ergänzen Sie die Aussagen zur Anatomie des Leistenkanals.
Der Leistenkanal ist 4–6 cm lang und verläuft vom inneren Leistenring
lateral intraabdominal nach medial zum äußeren Leistenring. Er umgibt
beim Mann den Samenstrang und bei der Frau das Lig. teres uteri.

2.20 Welche der folgenden Merkmale kennzeichnen den Samenstrang?


v a Ductus deferens
v d M. cremaster
v e A. spermatica
v h Plexus pampiniformis

2.21 Orden Sie die Beschreibungen der direkten oder indirekten Hernie zu.
Indirekte Hernien:
v b Schräger, äußerer oder lateraler Bruch.
v d Treten am inneren Leistenring und damit lateral der epigastrischen
Gefäße in den Leistenkanal ein.

Direkte Hernien:
v a Senkrechter, innerer oder medialer Bruch.
v c Treten »direkt« auf halber Strecke und damit medial der epigastri-
schen Gefäße in den Leistenkanal ein.

2.22 Die Verstärkung der Hinterwand des Leistenkanals zum Verschluss


der Bruchpforte ist ein wichtiger Schritt in der Leistenhernienchirurgie.
Ordnen Sie die Besonderheiten des Verschlusses den verschiedenen
Techniken zu.
v Bassini (Kirschner): c Durchgreifende Nähte zur Vereinigung von
M. obliquus internus, Fascia transversalis und M. transversus
abdominis mit dem Leistenband.
v Shouldice: b Anatomische Rekonstruktion der Hinterwand des
Leistenkanals durch die Doppelung der Fascia transversalis.
v Lichtenstein: a Spannungsfreier Bruchpfortenverschluss durch
Implantation eines Kunststoffnetzes.

Narbenhernien
2.23 Die Versorgung von Narbenhernien erfolgt nach klaren Prinzipien.
Welche Aussagen hierzu sind falsch?
falsche Aussagen sind:
a, c, d, e
339 2
richtige Aussagen sind:
v b Intakte Faszienränder müssen für die Rekonstruktion dargestellt
werden.
v f Sowohl die Fixierung des Netzes auf dem hinteren Faszienblatt als
auch die Platzierung auf dem verschlossenen vorderen Faszienblatt
sind möglich.

2.4 Speiseröhre
Anatomie
2.24 Wie lang ist die Speiseröhre?
v b Der Ösophagus des Erwachsenen ist ein Muskelhohlorgan von
28 cm Länge.

2.25 Bitte fügen Sie die Begriffe in den Lückentext ein.


Die Speiseröhre verbindet den Schlund/Pharynx mit dem Magen. Mit
dem Eintritt in den Thorax verläuft der Ösophagus S-förmig im hinteren
Mediastinum hinter der Trachea und dem Herzen. Im Übergang zum Ma-
gen befindet sich der His-Winkel, der zur Refluxverhinderung wichtig ist.
Besondere Aufmerksamkeit bei Operationen am Ösophagus gilt dem
N. vagus, der mit beiden Ästen auf der Vorder- und Hinterseite der Spei-
seröhre verläuft.

2.26 In welche drei Abschnitte teilt sich die Gefäßversorgung des


Ösophagus?
v Zervikaler Abschnitt: Versorgung aus den AA. thyreoideae inferiores.
v Thorakaler Abschnitt: Versorgung direkt aus dem Aortenbogen.
v Abdominaler Abschnitt: Versorgung aus der A. phrenica und
A. gastrica sinistra.

Zervikales Ösophagusdivertikel
2.27 Die Schleimhautaussackung durch die Muskelschichten des
zervikalen Ösophagus nach links wird mit einer Innervationsstörung
in Zusammenhang gebracht. Wodurch ist das Zenker-Divertikel
gekennzeichnet?
v a Das Zenker-Divertikel gilt als typisches Pulsionsdivertikel.

2.28 Worin besteht die Symptomatik eines Zenker-Divertikels im fort-


geschrittenen Stadium?
v Die Symptomatik ist durch ein Druckgefühl des meist mit Speise-
anteilen gefüllten Sackes gekennzeichnet, der auch das Lumen der
Speiseröhre beengen kann. Neben der Schluckstörung bestehen
340 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

weitere Risiken im Aspirieren von Speiseresten, in Divertikelentzün-


dungen mit Perforation, Blutungen, Mediastinitis und langfristig in
der malignen Entartung.

2.29 Beschreiben Sie kurz das Operationsprinzip einer Zenker-Divertikel-


abtragung.
v Abtragung des Divertikelsackes und ggf. die Längsdurchtrennung des
Muskelschlauches unterhalb des Divertikelhalses (Krikomyotomie)
über einige Zentimeter.

Hiatushernie
2.30 Welche Operation gilt als die typische operative Versorgung einer
Hiatushernie?
v Eine Fundoplikatio, meist laparoskopisch durchgeführt.

Ösophaguskarzinom
2.31 Welche Aussagen treffen für die operative Versorgung eines
Ösophaguskarzinoms zu?
v a Die operative Versorgung erfolgt über einen abdominalen und
kollaren bzw. thorakalen Zugang
v d Die Exploration des Bauchraums auf Fernmetastasen ist mit-
entscheidend für das weitere Vorgehen.
v e Die Wiederherstellung der Passage erfolgt über eine Ösophago-
gastrostomie.
v f Die Ernährung des Magenschlauchs wird durch die A. gastrica
dextra und A. gastroomentalis dextra gewährleistet.
v h Die Ösophagogastrostomie kann sowohl per Hand- als auch per
Stapleranastomose erfolgen.
v i Alternativ kann die Ösophagogastrostomie mittels eines Kolon-
interponats erfolgen.

2.5 Magen
Anatomie
2.32 In welche drei Abschnitte wird der Magen anatomisch eingeteilt?
Der Magen ist ein muskuläres Hohlorgan, das in drei Abschnitte unterteilt
wird:
v Fundus,
v Korpus,
v Antrum.
341 2
2.33 Bitte vervollständigen Sie den Lückentext.
Die Lage des Magens ist durch verschiedene Gewebestrukturen sicherge-
stellt:
v Fixierung der Kardia am Zwerchfell.
v Fixierung mit der Leber durch das Lig. hepatogastricum.
v Fixierung mit der Milz durch das Lig.gastrosplenicum.
v Fixierung zum Querkolon über das Lig. gastrocolicum.

Die Gefäßversorgung des Magens ist komplex:


v Hauptgefäßstamm: Truncus coeliacus.
v Versorgung der kleinen Kurvatur: A. gastrica sinistra und
A. gastrica dextra (aus der A. hepatica communis).
v Versorgung der großen Kurvatur: A. gastroomentalis sinistra (aus
der A. splenica) und A. gastroomentalis dextra (aus der A. gastro-
duodenalis).

2.34 In welches Gefäß erfolgt die venöse Drainage des Magens?


v a Die venöse Drainage erfolgt in die V. portae.

Allgemeines zur Magenchirurgie


2.35 Bitte markieren Sie die korrekten Aussagen.
Ein blutendes gastroduodenales Ulkus …
v a wird primär endoskopisch therapiert.
v c erfordert eine operative Blutstillung, wenn der Konservenbedarf
nach Endoskopie 4 Erythrozytenkonzentrate/24 h übersteigt.
v d wird chirurgisch mittels Quadrantenumstechung und Ligatur der
A. gastroduodenalis therapiert.

Pyloroplastik
2.36 Ergänzen Sie den Lückentext zur Pyloroplastik.
Der Zugangsweg ist die querverlaufende oder mediane Laparotomie. Das
Prinzip dieser Operation beruht darauf, eine Lumenerweiterung der
Duodenalrohrlänge und eine gleichzeitige Verkürzung am Rohrquer-
schnitt zu erzielen.

2.37 Woraus besteht die OP-Technik bei der Pyloroplastik?


Die aus dem OP-Prinzip resultierende Technik besteht in der
v a Lösung des Duodenums mit Kocher-Manöver aus dem Retroperi-
toneum.
v c Längsinzision des Pylorus mit Quervernähung.
342 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Magenresektion
2.38 Nennen Sie drei Indikationen zur Magenresektion nach Billroth I.
v Ulcus ventriculi.
v Komplizierte Blutung eines Ulcus duodeni.
v Komplizierte Ulkusperforationen.
v Magenausgangsstenose.

2.39 Ordnen Sie die beschriebenen OP-Techniken bzw. Prinzipien


der Rekonstruktion nach Billroth I oder Billroth II zu.
Billroth I:
v d Rekonstruktion der gastrointestinalen Passage als Gastroduode-
nostomie.
v e Mobilisation des Duodenums nach Kocher.

Billroth II:
v a Duodenalblindververschluss.
v b Rekonstruktion der gastrointestinalen Passage als Gastrojejuno-
stomie.
v c Braun-Fußpunktanastomose.
v f Y-Roux-Anastomose.
v g Verschluss des Mesoschlitzes.
v h Anastomosen mit Handnaht oder Staplertechnik möglich.

Magenkarzinom
2.40 Welche Organe bzw. Strukturen werden bei einem Magenkarzinom
entfernt, wenn mit kurativem Ansatz operiert werden soll?
v Resektion des gesamten Magens, häufig en bloc mit der Milz (s. u.).
v Großes und kleines Netz.
v Lymphknotendissektion (Prognose bezüglich Rezidivfreiheit und
Überlebenszeit nicht nachgewiesen).
v Milzexstirpation nur bei Karzinomen im oberen Magenkorpus bzw.
-fundus.

2.41 Womit wird die Ersatzmagenbildung durchgeführt?


v b Jejunumschlinge.

2.42 Bitte vervollständigen Sie die Aussagen zur Anastomose bei Magen-
karzinom-OP.
Die Anastomosierung erfolgt mittels
v Handnaht,
v Stapler.
343 2
Die Dichtigkeit der Anastomose wird geprüft durch:
v gefärbte Lösung, die durch die Magensonde injiziert wird,
v vollständige Geweberinge im Stapler.

2.43 Palliative Therapieformen bei Magen- bzw. Kardiakarzinom


beinhalten welche der folgenden Maßnahmen? Bitte kreuzen Sie
die richtigen Antworten an.
v a Gastroenterostomie.
v b Palliative Gastrektomie.
v c Endoskopische Dilatation/Stent.

2.6 Milz
Anatomie
2.44 Bitte setzen Sie die fehlenden Angaben ein.
Die Milz liegt im linken Oberbauch, vollständig
v b intraperitoneal,

wiegt ca. 150 g und ist von einer Kapsel und Peritoneum (Serosa) um-
hüllt.

2.45 Durch welche Gewebestrukturen ist die Lage der Milz sichergestellt?
v Fixierung vom Hilus zum Magen durch das Lig. gastrosplenicum.
v Fixierung an der dorsalen Bauchwand durch das Lig. phrenicosple-
nicum.
v Fixierung mit dem Pankreasschwanz durch das Lig. pankreatico-
splenicum.

2.46 Welche Gefäße versorgen die Milz durch den Milzhilus?


v V. splenica.
v A. splenica.
v Vasa gastrica brevia.

Splenektomie
2.47 Nennen Sie je eine notfallmäßige, elektive und diagnostische
Indikation zur Splenektomie.
Elektiv:
v Bei hämatologisch-onkologischen Erkrankungen.
Bei sog. Riesenmilzen kann der intraoperative Blutverlust durch vor-
herige angiographische Milzarterienembolisation vermindert werden.
344 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Notfallmäßig:
v Bei stumpfem Bauchtrauma mit Milzzerreißung.
Die Notfallindikation zur Splenektomie liegt dann vor, wenn ein
milzerhaltendes Vorgehen technisch nicht möglich ist oder ein zeit-
licher Verzug hinsichtlich lebensbedrohlicher Begleitverletzungen
nicht toleriert werden kann.

Diagnostisch:
v Bei M. Hodgkin.
v Bei einer radikalen Gastrektomie wegen Magenkarzinom.
v Bei ausgedehnten Metastasen im Milzhilus.

2.48 Welche Organe unterliegen bei einer Splenektomie besonderer


Verletzungsgefahr?
v Pankreas,
v Kolon,
v Magen,
v Nebenniere.

Milzerhaltende Operationstechniken
2.49 Begründen Sie, warum möglichst organerhaltend operiert wird.
v Organerhaltend wird operiert, weil Erkenntnisse über die Funktion
und die Folgen des Verlustes der Milz deren physiologische Bedeu-
tung belegen.

2.50 Welche Komplikation ist bei einem Milzverlust besonders gefürchtet?


v Das sog. OPSI-Syndrom (»overwhelming postsplenectomy infection
syndrome«; Postsplenektomiesyndrom) – Letalität: 50%.

2.51 Bitte ergänzen Sie den fehlenden Wert.


v Der Milzerhalt ist nur sinnvoll, wenn 30–50% Parenchymrest erhal-
ten werden können.

2.52 Bitte kreuzen Sie jeweils die korrekte Aussage an.


v b Milzerhaltend operiert werden sollte bei allen polytraumatisierten
Patienten. (Stimmt nicht.)
v c Milzerhaltend operiert werden sollte bei Milzverletzungen im Rah-
men elektiver Oberbaucheingriffe. (Stimmt.)
v e Milzerhaltend operiert werden sollte bei verletzten Kindern. (Stimmt.)
v h Milzerhaltend operiert werden sollte bei isolierten kleinen malig-
nen Herden. (Stimmt nicht.)
345 2
2.53 Welche Instrumente und/oder Materialien würden Sie für eine
geplante milzerhaltende Operationstechnik bereitlegen?
v Materialien für eine Naht und Netzplombe.
v Lokale Hämostyptika.
v Saphir-Infrarot-Koagulator.
v Instrumente für eine Segment- oder Teilresektion.
v Vicrylnetz für dosierte Organkompression.

2.54 Ordnen Sie die Aussagen den verschiedenen lokalen Hämostyptika zu


(. Tab. 2.3).

. Tab. 2.3 Lokale Hämostyptika

Lösungen

1 Fibrinkleber b 2-Komponentenkleber, Lagerung erfolgt


tiefgefroren
2 Kollagenvlies d Besteht aus resorbierbaren Kollagenfibrillen
3 Tabotamp a Besteht aus oxidierter, regenierter Zellulose,
führt zur raschen Bindung der Protein-
bestandteile des Blutes
4 Tachosil c Kollagenvlies, bestehend aus Fibrinogen und
Thrombin, resorbierbar

2.7 Gallenblase und Gallenwege


Anatomie, Diagnostik, Operation/Indikation
2.55 Ergänzen Sie für die Anatomie der Gallenblase und -wege den folgen-
den Lückentext.
Die birnen-förmige Gallenblase mündet seitlich über den Ductus cysticus
als Blindsack in die ableitenden Gallenwege ein. Die Gallenblase ist binde-
gewebig mit der Leber verwachsen und liegt intraperitoneal. Sie speichert
die Gallenflüssigkeit und dickt sie ein. Die Gallenblase wird arteriell über
die A. cystica versorgt.

2.56 Bei welchen Strukturen handelt es sich um Anteile der Gallenblase?


Als Anteile werden unterschieden:
v a Fundus.
v b Korpus.
v d Infundibulum.
346 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.57 Nennen Sie typische Symptome eines Gallensteinleidens.


v Schmerzen (kolikartige, teilweise rezidivierende Schmerzen, meistens
nach Genuss von Gebratenem, Fett und Ei).
v Bei entzündlichem Krankheitsverlauf: Fieber, Dauerschmerzen, ggf.
mit lokalen peritonitischen Zeichen.
v Ikterus der Haut (mit Juckreiz) und der Skleren, Stuhlentfärbung und
Dunkelfärbung des Urins (»bierbraun«).
v Pankreatitis.

2.58 Nennen Sie je ein Beispiel für die folgenden OP-Indikationen.


Absolute Indikation zur Sofort- oder Notoperation:
v Steinerkrankung mit Fieber, Leukozytose und Peritonitis (Gallen-
blasenempyem, -gangrän, -perforation).
v Gallensteinileus.

Dringliche Indikation (Operation binnen 24–72 h):


5 Akute Cholezystitis.
5 Gallenblasenhydrops.

Elektive Indikation:
v Cholelithiasis mit Symptomen (Koliken).
v Gallenblasenpolypen.
v Sanierung einer Gallenblasensalmonellose bei Dauerausscheidern.

2.59 Welche Aussagen sind falsch?


falsche Aussagen sind:
b, c, e

richtige Aussagen sind:


v a Der Rippenbogenrandschnitt stellt die typische Schnittführung zur
offenen Cholezystektomie dar.
v d Bei einem Gallenblasenhydrops oder -empyem wird die Flüssigkeit
intraoperativ abpunktiert.

Cholezystektomie
2.60 Welche Struktur wird bei einer Cholezystektomie korrekterweise
ligiert/geklippt und durchtrennt?
v c Ductus cysticus.
347 2
2.61 Wodurch unterscheidet sich das Vorgehen bei einer retrograden
Cholezystektomie von einer antegraden Cholezystektomie?
Retrograde Cholezystektomie:
v Bei einem retrograden Vorgehen wird zuerst die A. cystica identifi-
ziert und abgesetzt, dann der Ductus cysticus, bevor die Gallenblase
aus dem Leberbett herausgelöst wird.

Antegrade Cholezystektomie:
v Bei einem antegraden Vorgehen erfolgt die Herauslösung der Gallen-
blase aus dem Leberbett vom Fundus aus. Das Absetzen der Gefäße
wird zum Schluss durchgeführt.

2.62 Bei welchen Indikationen ist die antegrade Vorgehensweise indiziert?


v b Das Hilusgebilde kann nicht mit Sicherheit identifiziert werden.
v f Bei kleinen Zugängen.

Choledochusrevision
2.63 Was ist mit dem Begriff »Gallengangrevision« gemeint?
v b Operative Eröffnung des Ductus choledochus und Darstellung mit
Kontrastmittel und ggf. Entfernung von Steinen und Anlage eines T-
Drains.

2.8 Leber
Anatomie, Diagnostik, Operationstechniken
2.64 Ergänzen Sie für die Anatomie der Leber folgenden Lückentext.
Die Leber liegt unter der rechten Zwerchfellhälfte und wird vorn vom
Rippenbogen bedeckt. Fünf Bänder fixieren sie in ihrer Lage unter dem
Zwerchfell. Die Leber ist zwischen zwei venöse Kreisläufe geschaltet:
Der venöse Abfluss des Magen-Darm-Traktes, der Bauchspeicheldrüse
und der Milz erfolgt über die Pfortader. Der venöse Blutabstrom erfolgt
über die Vv. hepaticae zur V. cava inferior.
Die arterielle Blutversorgung, die nur 20% der gesamten Blutzufuhr dar-
stellt, erfolgt über die Leberarterien.

2.65 In wie viele Segmente wird die Leber gegliedert


(Einteilung nach Couinaud)?
v In 8 Lebersegmente.
348 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.66 Durch welche Strukturen erfolgt – je nach Betrachtungsweise –


die Unterteilung in einen linken und einen rechten Leberlappen?
v a Lig. falciforme.
v b Lig. teres hepatis.
v c V. cava-Gallenblasen-Linie.

OP-Indikationen
2.67 Bei einer Teilresektion der Leber sollte eine klinisch bedeutsame
Leberinsuffizienz weitestgehend ausgeschlossen werden. Wie viel
Prozent einer Leber kann dafür reseziert werden?
v Wenn weniger als 50% des Leberparenchyms reseziert werden, ist eine
klinisch bedeutsame Leberinsuffizienz weitgehend auszuschließen.

2.68 Nennen Sie je zwei gut- und bösartige Veränderungen der Leber,
die eine Therapie erfordern.
Gutartige Läsionen:
v Hämangiome,
v fokale noduläre Hyperplasie (FNH),
v große Leberzysten,
v Leberzelladenom,
v Abszesse,
v Echinokokkose.

Bösartige Läsionen:
v Leberzellkarzinom,
v Gallengangkarzinom,
v Hepatoblastom,
v Lebermetastasen.

2.69 Welche Vorbereitungen und Arbeitsschritte erfolgen bei einer Leber-


revision nach Trauma? Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.
v b Autotransfusionsgerät und entsprechendes Zubehör bereitstellen.
v d Zubehör für das Pringle-Manöver bereitstellen.
v e Inspektion und ggf. Versorgung der Verletzungen an Gallenblase,
Ductus choledochus und Ductus hepaticus.
349 2
2.70 Welche zwei Resektionstechniken werden in der Leberchirurgie
grundsätzlich unterschieden?
Bei Resektionen, die sich an der Lokalisation einer Läsion orientieren,
spricht man von
v nichtanatomischen Resektionen.
v Anatomiegerechte Segmentresektionen berücksichtigen dagegen
die anatomischen Grenzen.

2.71 Bitte erklären Sie den Begriff »Pringle-Manöver«.


v Die Abklemmung des gesamten Leberhilus mittels Tourniquet oder
Satinsky-Klemme; wird bis 30 min folgenlos und von vielen Patien-
ten bis zu 45–60 min ohne schwere Folgen für die Leberfunktion to-
leriert.

Lebertransplantation
2.72 Ordnen Sie die Beschreibungen den Transplantationstechniken zu
(. Tab. 2.4).

. Tab. 2.4 Techniken zur Lebertransplantation

Lösungen

1 Orthotope Lebertrans- b Die Leber eines Leichenspenders


plantation (OLTX) wird in die anatomische Position
implantiert.
2 Split- oder Segment- b Implantation eines Leberteils oder
transplantation (SLTX) -segments an der anatomischen Posi-
tion. Die Spende kann durch Lebend-
oder Leichenspende erfolgen.
3 »Living-related« LTX a Transplantation eines Leberseg-
(LBLTX) ments. Die Spende erfolgt durch
einen Angehörigen

2.73 Welche Schritte erfolgen bei der sog. »Back-table-Präparation«?


Kreuzen Sie die richtigen Antworten an.
v c Von den Lebervenen und der V. cava wird anhängendes Binde-
und Muskelgewebe entfernt.
v e Offene Gefäßabgänge, die sich beim Sondieren mit der Knopfka-
nüle zeigen, werden verschlossen. Abschließend Spülen des Gallen-
gangs mit Kochsalzlösung.
350 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.9 Bauchspeicheldrüse
Anatomie und Physiologie
2.74 Markieren Sie die korrekten Aussagen zur Anatomie der Bauch-
speicheldrüse.
v a Die Bauchspeicheldrüse liegt retroperitoneal.
v c Das Pankreas ist ein exokrines Organ und ist von zahlreichen
Ausführungsgängen durchzogen.
v d Das Pankreas ist ein endokrines Organ.
v e Der Pankreaskopf wird rechts vom Duodenum umschlossen. Beide
Organbereiche haben eine gemeinsame Blutversorgung.

2.75 In welche Abschnitte wird das Pankreas unterteilt?


v Kopf,
v Körper,
v Schwanz.

2.76 Bitte vervollständigen Sie den Lückentext.


Im Duodenum münden der Ductus Wirsungianus und der Ductus chole-
dochus in die Papilla Vateri. Die Vorderfläche des Pankreas grenzt an die
Magenhinterwand und ist von dieser lediglich durch die Bursa omentalis
getrennt. Der Pankreasschwanz steht in enger Beziehung zum Milzhilus;
A. und V. splenica verlaufen an der Oberkante des Pankreas. Dabei geben
sie aber viele kleine Äste an die Bauchspeicheldrüse ab. Das Organ liegt
ventral der Wirbelsäule der Aorta auf.

2.77 Durch welche Gefäße erfolgt die arterielle Blutversorgung der Bauch-
speicheldrüse?
v Aus Ästen der A. gastroduodenalis (A. pancreaticoduodenalis superior).
v Aus Ästen der A. mesenterica superior (A. pancreaticoduodenalis
inferior).
v Aus der Milzarterie.

Krankheiten der Bauchspeicheldrüse


2.78 Welche Aussagen entsprechen dem OP-Konzept bei einer akuten
Pankreatitis?
v c Spüldrainagen werden zur Ableitung des aggressiven Pankreas-
sekrets in die Pankreasloge eingelegt.
v d Die Sanierung der Spätfolgen durch erfolgt durch Drainage-
operation, z. B. Pseudozystojejunostomie nach Y-Roux.
351 2
2.79 Bitte ergänzen Sie den Satz.
v Der kurative Therapieansatz für das Pankreaskopf- und das Papillen-
karzinom erfolgt im frühen Erkrankungsstadium durch die partielle
Duodenopankreatektomie nach Whipple.

2.80 Welche Aussagen sind falsch?


falsche Aussagen sind:
a, c, f

richtige Aussagen sind:


v b Ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus ist die Folge einer totalen
Duodenopankreatektomie.
v d Eine Operation nach Whipple mit Resektion des distalen Magens
wird vorgenommen, wenn der Tumor auch im Bulbus duodeni zu
finden ist.
v e Das Pankreasschwanzkarzinom wird, falls die Operabilität lokal
gegeben ist, durch die Linksresektion des Organs therapiert.

Distale Pankreasresektion
2.81 Kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.
Duodenumerhaltende Pankreaskopfresektion nach
v a Berger.

Lokale Pankreaskopfresektion mit longitudinaler Pankreatikojejunosto-


mie nach
v b Frey.

Vollständige Durchtrennung des Pankreas auf Höhe der Mesenterialvene


und anschließender »Aushöhlung« des Pankreaskopfes nach
v a Berger.

Partielle Pankreaskopfresektion ohne Durchtrennung des Parenchyms,


aber mit Erweiterung des Pankreasgangs nach
v b Frey.

2.82 Kreuzen Sie die richtige Antwort an.


v a Bei allen duodenumerhaltenden Operationsverfahren wird der
eröffnete Pankreasrest mit einer antimesenterial eröffneten, nach
Y-Roux ausgeschalteten Jejunumschlinge gedeckt. (Stimmt.)
352 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.83 Kreuzen Sie die richtige Aussage an.


v b Bei einer linksseitigen subtotalen Pankreasresektion werden
60–80% des gesamten Drüsengewebes entfernt.

2.84 Nennen Sie drei Indikationen für eine distale Pankreasresektion.


v Multiple Pseudozysten im Pankreasschwanz.
v Das seltene Insulinom.
v Selten Pankreasschwanzkarzinome.
v Eine vom Schwanz ausgehende Pankreasfistel.
v Diffus sklerosierende Pankreatitis.

2.85 Welche Aussagen zur linksseitigen Pankreasresektion sind falsch?


falsche Aussagen sind:
a, c, f

richtige Aussagen sind:


v b Resektion des Pankreasschwanzes mit einem Teil des Pankreas-
körpers.
v d Die OP ist laparoskopisch durchführbar.
v e Bei der Präparation des Pankreasschwanzes und der Gefäße vom
Retroperitoneum ist die Nebenniere stark gefährdet.

Partielle Duodenopankreatektomie nach Whipple


2.86 Nennen Sie drei Indikationen zur rechtsseitigen Pankreasresektion
nach Whipple.
v Pankreaskopfkarzinom.
v Karzinom der Papilla Vateri.
v Evtl. chronische Kopfpankreatitis (hier wird zunehmend die duo-
denumerhaltende Pankreaskopfresektion angewendet).
v Distales Gallengangkarzinom.

2.87 Kreuzen Sie das heute übliche Operationsverfahren einer partiellen


Pankreatikoduodenektomie an.
v b OP nach Traverso-Longmire: En-bloc-Resektion des Pankreaskop-
fes mit Duodenum als pyloruserhaltende Operation ohne Magenteil-
resektion.

2.88 Ergänzen Sie den Lückentext zum Operationsprinzip der rechts-


seitigen Pankreasresektion nach Whipple.
Cholezystektomie und Resektion des Ductus choledochus. Die Rekon-
struktion erfolgt über eine biliodigestive Anastomose zur Ableitung der
353 2
Galle und Anastomosierung des Restpankreas mit Jejunumschlinge oder
durch Implantation in die Magenhinterwand.

2.89 Welche intraoperativen Voraussetzungen müssen für die kom-


plette Durchführung einer partiellen Duodenopankreatektomie
nach Whipple erfüllt sein?
v Beweglichkeit des Pankreaskopfes.
v Duodenum und Pankreas sind von den Mesenterialgefäßen problem-
los ablösbar.
v Sichere Präparation und Identifikation der Pfortader und der
A. hepatica.
v Keine Tumorinfiltration der Aorta und V. cava.

2.10 Dünndarm
Anatomie und Physiologie
2.90 Welche Aussagen zum Dünndarm sind korrekt?
v b Die Länge beträgt 4–6 m.
v c Das Jejunum und das Ileum hängen in ganzer Länge frei am
Mesenterium.

2.91 Markieren Sie die korrekten Aussagen für die Anatomie


des Dünndarms.
richtige Aussagen sind:
a, c, d

Der Dünndarm beginnt am Pylorus und endet an der Bauhin-Klappe


(heißt auch: Ileozäkalklappe).

2.92 Bitte ergänzen Sie den Lückentext.


Die Gefäßversorgung des Dünndarmes erfolgt aus Ästen der A. mesente-
rica superior. Das Duodenum umfasst hufeisenförmig den Pankreaskopf,
liegt größtenteils retroperitoneal und besteht aus den Abschnitten: Pars
superior, Pars descendens und Pars horizontalis. Die abschließende Pars
ascendens mündet am Treitz-Band in das Jejunum.

2.93 Definieren Sie den Begriff Enterotomie.


v Als Enterotomie bezeichnet man die zeitweilige Eröffnung des Dünn-
darmlumens. Nachdem die erforderliche Manipulation im Lumen
beendet ist, muss die Darmwandwunde wieder verschlossen werden.
354 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Dünndarmresektionen
2.94 Nennen Sie mindestens vier Indikationen für eine Dünndarmresektion.
v Inkarzerierte Hernie mit nekrotischem Darmabschnitt.
v Mesenterialinfarkt.
v Karzinom.
v Sarkom.
v M. Crohn.
v Meckel-Divertikulitis.
v Traumatische Dünndarmverletzungen.

2.95 Ordnen Sie die Grafik (. Abb. 2.8) entsprechend dem operativen
Vorgehen bei einem benignen oder malignen Befund zu und begrün-
den Sie die Antwort.

Tumor Resektionslinie

Resektionslinie
Striktur

. Abb. 2.8 (Aus Siewert u. Stein 2012)


355 2
. Abb. 2.8a:
v Befund: Maligner Tumor.
v Begründung: Onkologische Dünndarmresektion mit weitem Sicher-
heitsabstand und Lymphadenektomie durch keilförmige Skelettie-
rung des Mesenteriums.

. Abb. 2.8b:
v Befund: Gutartiger Befund.
v Begründung: Ausschließliche Resektion der Striktur, darmnah, nur
die unmittelbaren Gefäße werden ligiert, kein Sicherheitsabstand,
keine Lymphadenektomie.

2.96 Welche der folgenden Aussagen zu den Grundsätzen der Dünndarm-


resektion sind richtig?
v a Nach Aufsuchen der betroffenen Schlinge erfolgt die Skelettierung
des Mesenterialbezirks V-förmig.
v c Die Diaphanoskopie unterstützt beim Auffinden der entsprechen-
den Arterien.
v d Mit einem linearen Anastomosenstapler wird der Darm durch-
trennt.
v g Eine weitere Möglichkeit der Rekonstruktion besteht durch die
ein- oder zweireihige fortlaufende Nahttechnik als End-zu-End-
Anastomose.
v h Durch den Verschluss des Mesenterialschlitzes und das Anordnen
des Darmpakets im Sinne von Noble werden Verschlingungen und
Abknickungen vermieden.

2.11 Blinddarm
Appendizitis
2.97 Markieren Sie die korrekten Aussagen zur Anatomie der Appendix.
v b Die Appendix entspringt aus dem Zäkum.
v d Die Appendix liegt intraperitoneal.
v f Die Appendix wird von der A. appendicularis versorgt.

2.98 Es gibt drei Appendizitisformen. Nennen Sie diese.


v Akute Appendizitis.
v Akut-phlegmonöse Appendizitis.
v Chronische Appendizitis.
356 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.99 Bitte markieren Sie die korrekten Aussagen.


v b Bei Kleinkindern verläuft die Entzündung des Wurmfortsatzes
verzögert. Je älter die Patienten sind, desto schwieriger gestaltet sich
die Differenzialdiagnose. (Stimmt nicht.)
v c Aufgrund einer geringer ausgeprägten Klinik liegt die Rate der
perforierten Wurmfortsätze bei alten Menschen mit über 30% dop-
pelt so hoch wie bei den übrigen Patienten. Bei einer häufig größeren
Zahl von Begleiterkrankungen resultiert eine erhöhte Mortalität.
(Stimmt.)

2.100 Einige der Aussagen zu den zeitlichen Besonderheiten im Rahmen


der OP-Indikationen sind falsch. Welche?
falsche Aussagen sind:
b, c

richtige Aussagen sind:


v a OP-Vorbereitung und Planung sollten maximal 2 h in Anspruch
nehmen. Auf die Forderung der Nüchternheit vor der Narkose-
einleitung muss verzichtet werden.
v d Eine Sofortoperation beim perityphlitischen Infiltrat bzw. Abszess
unter Antibiotikaprophylaxe mit Fortführung als Therapie kann den
Krankheitsverlauf abkürzen.
v e Besonderer Wert in der Diagnostik kommt der präoperativen
Sonographie sowie der CT-Diagnostik zu.

Appendektomie bei mobilem Zäkum


2.101 Ergänzen Sie den Text zum Prinzip der klassischen offenen Append-
ektomie.
Häufigster Zugang: Wechselschnitt im rechten Unterbauch.
Alternativ: Querschnitt, weil er beliebig verlängert werden kann und bei
perityphlitischen Befunden vorteilhaft ist.
Hervorluxieren des Zäkumpols und Fassen des Mesenteriolums an der
Appendixspitze.
Doppelte Ligatur der A. appendicularis und Skelettieren des Mesenterio-
lums bis zur Zäkumbasis.
Absetzen der Appendixbasis nach Legen einer kräftigen Ligatur.
Appendixstumpfversenkung am Zäkum durch eine Tabakbeutelnaht aus
dünnerem Nahtmaterial und ggf. Sicherung mit einer Z-Naht.
Inspektion des Dünndarms nach einem Meckel-Divertikel über eine Dis-
tanz von ca. 1 m. Häufig ist dieser ca. 70 cm vor der Ileozäkalklappe zu
finden.
357 2
Sorgfältiges Austupfen des Douglas-Raums mit Stieltupfern.
Bei Perforation: Spülen des Abdomens mit warmer Kochsalzlösung und
Entfernen von Fibrinbelägen.

2.102 Beschreiben Sie kurz das intraoperative Vorgehen beim retrozäkal


gelegenen Wurmfortsatz.
v Retrogrades Vorgehen: Mobilisation des Zäkumpols und Ligatur der
Appendix an der Basis. Weitere Präparation bis zur Appendixspitze
durch sog. »Kletterligaturen«. Danach analoges Vorgehen wie bei der
antegraden Appendektomie.

2.12 Dickdarm
Anatomie und Physiologie
2.103 Als Dickdarm (Kolon) bezeichnet man den etwa 1,5 m langen Darm-
anteil von der Ileozäkalklappe bis zum Anus. In welche Abschnitte
wird das Kolon – von rechts unten ausgehend – unterteilt? (Bedenken
Sie dabei bitte auch die Angabe, ob der benannte Abschnitt intra- oder
retroperitoneal liegt.)
v Appendix: Sie entspricht einem rudimentären Zäkumabschnitt
(intraperitoneal).
v Zäkum: Es reicht bis zur Ileozäkalklappe (Bauhin-Klappe). Dies ist
der weiteste Dickdarmabschnitt, allseitig von Serosa umgeben und
somit intraperitoneal frei beweglich.
v Colon ascendens, retroperitoneal.
v Flexura coli dextra: An der Unterseite der Leber; das Kolon liegt
retroperitoneal.
v Colon transversum: Es liegt intraperitoneal und ist an der dorsalen
Bauchwand mittels eines Mesokolons fixiert, das Ober- und Mittel-
bauch abgrenzt. Das Colon transversum geht über in die
v Flexura coli sinistra.
v Colon descendens, das retroperitoneal liegt.
v Sigma: Es liegt im linken Unterbauch intraperitoneal und hat
dementsprechend ein Mesosigma.
v Rektum: Es liegt retroperitoneal und ist der unterste Abschnitt des
Dickdarms.
358 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.104 Ordnen Sie die besonderen Merkmale des Kolons den Beschreibungen
zu (. Tab. 2.5)

. Tab. 2.5 Kolon

Lösungen

1 Tänien d 3 Längsstreifen aus zusammengebündelten


Fasern der Längsmuskulatur.
2 Haustren c Ausbuchtungen zwischen den Tänien, die durch
Einschnürungen gegeneinander abgesetzt sind.
3 Appendices a Kleine, von Serosa überzogene Fettläppchen
epiploicae längs der Tänien.
4 Plica semilu- b Halbmondförmige Kontraktionsfalten, die das
nares coli Innenrelief des Dickdarms bilden. Sie entspre-
chen Kontraktionszuständen der Ringmuskula-
tur und wandern mit der Peristaltik.

Diagnostik, Einteilung und Therapie kolorektaler Karzinome (KRK)


2.105 Die Tumorstadien werden international einheitlich dokumentiert
in der sog. TNM-Klassifikation. Wofür stehen die Buchstaben und wozu
dienen sie?
v T = Tiefeninfiltration des Primärtumors.
v N = Lokalisation und Zahl der befallenen Lymphknoten.
v M = Lokalisation der nachgewiesenen Fernmetastasen.
v Bedeutung: Prognostische Aussagen und Vergleich verschiedener
Therapiemethoden in den entsprechenden Stadien.

2.106 Kreuzen Sie die richtigen Aussagen zur OP-Vorbereitung im Rahmen


der Fast-Track-Therapie an.
v c Die Indikationsstellung für Drainagen erfolgt sehr kritisch.
v d Auf eine hydromechanische präoperative Darmreinigung wird ver-
zichtet.

2.107 Nennen Sie mindestens drei Grundsätze zur Verhütung der Tumorzell-
aussaat.
v Präliminäre Ligatur der versorgenden Haupt- (Blut- und Lymph-)
gefäße.
v Blockade des Darmlumens an den Resektionsgrenzen: »no touch
isolation«.
v Einhüllung des tumortragenden Darmanteils bei Befall der Serosa.
359 2
v Möglichst En-bloc-Resektion.
v Einhalten von Sicherheitsabständen.
v Keine Traumatisierung der Tumorregion.

2.108 Bringen Sie die allgemeinen OP-Schritte bei Kolonresektionen in die


richtige Reihenfolge.
v c Festlegung der Resektionsgrenzen je nach Tumorlokalisation,
Lymphknotenbefall und Metastasenbildung.
v b Mobilisierung der Darmenden zur Schaffung spannungsfreier
Nahtverbindungen (keine Spannung auf der Anastomose).
v a Skelettierung unter Beachtung der Gefäßversorgung der Darm-
enden (bis 1/2 cm).
v f End-zu-End-Anastomose (biologisch am günstigsten).
v d Verschluss des Mesenterialschlitzes.
v e Sphinkterdehnung als Abschluss der Kolonanastomosenoperation.

2.109 Benennen Sie die in . Abb. 2.9 dargestellte Operation, zu entfernende


Kolonabschnitte und Rekonstruktionstechnik, um die Darmkontinuität
wiederherzustellen.
In . Abb. 2.9 dargestellte Operation:
v Transversumresektion.
v Zu entfernende Kolonabschnitte: Resektion des Colon transversum,
meist mit Netzresektion.
v Art der Anastomose: End-zu-End-Kolo-Kolostomie.

. Abb. 2.9 (Aus Siewert 2001)


360 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

A. colica media
A. jejunalis

. Abb. 2.10 (Aus Siewert u. Stein 2012)

2.110 Benennen Sie die in . Abb. 2.10 dargestellte Operation, zu entfernende


Kolonabschnitte und Rekonstruktionstechnik, um die Darmkontinuität
wiederherzustellen.
v In . Abb. 2.10 dargestellte Operation: Hemikolektomie rechts.
v Zu entfernende Kolonabschnitte: Resektion des gesamten Colon
ascendens, inkl. rechter Flexur, Zäkum, Appendix, der Ileozäkal-
klappe und Teilen des Colon transversum.
v Art der Anastomose: Ileotransversostomie.

2.111 Ergänzen Sie den Text zur Sigmaresektion.


Die Sigmaresektion erfolgt in Steinschnitt-Lagerung.
Zugangsweg: Die Sigmaresektion kann als offene oder als laparoskopi-
sche Operation durchgeführt werden.

2.112 Bitte markieren Sie die korrekten Aussagen.


Die Sigmaresektion umfasst:
v a Sigmaschleife,
361 2
Die Rekonstruktion erfolgt als
v e Handanastomose,
v f Stapleranastomose.

Besondere Aufmerksamkeit bei der Präparation gilt empfindlichen Struk-


turen wie
v h Ureter,
v i Milz,
v k Blase.

2.113 Welche OP-Verfahren sind zur erweiterten Sigmaresektion bei großen


oder Mehrfachtumoren indiziert?
v 1. Subtotale Kolektomie.
v 2. Lymphknotendissektion.
v 3. Splenektomie.

2.114 Einige der Aussagen zur Anastomose in Staplertechnik sind falsch.


Welche?
falsche Aussagen sind:
a, d, g

richtige Aussagen sind:


v b Die Gegendruckplatte wird mit Hilfe einer Tabakbeutelnaht fixiert.
v c Beim offenen Rektumstumpf ist eine zweite Tabakbeutelnaht, die
den Dorn des Klammernahtinstrumentes fixiert, obligat.
v e Nach Adaption des Magazins zur Gegendruckplatte entsteht mit
Auslösung des Klammervorgangs eine zirkuläre Anastomose.
v f Die Dichtigkeitsprüfung erfolgt wie der Klammervorgang von
rektal, größtenteils mit gefärbter Spüllösung.

Anus-praeternaturalis-Kolostomie
2.115 Definieren Sie den Begriff »Anus-praeternaturalis«.
v Anus praeternaturalis (AP) nennt man eine künstlich angelegte
Darmöffnung, durch die der gesamte Darminhalt an die Bauch-
oberfläche entleert wird.
2.116 Stellen Sie die Unterschiede zwischen einem doppelläufigen AP und einem endständigen AP in . Tab. 2.6 dar.
362

. Tab. 2.6 Doppelläufiger und endständiger Anus praeternaturalis

Indikationen Technik Lage Rückverlage-


rung möglich?

Doppel- v Notfalleingriff beim v Durch Inzision neben der Laparoto- v Im Bereich des Ileums v Ja
läufiger stenosierenden Karzi- miewunde wird eine mobilisierte v Rechte Flexur
AP nom mit Ileuserschei- (Dick-)darmschlinge hervorgezogen, v Im Bereich des Sigmas
nungen über einen »Reiter« gelegt, fixiert
v Schonung einer frischen und nach Verschluss der Laparoto-
Darmanastomose miewunde eröffnet
Endstän- v Rektumamputation v Ausleitung des verschlossenen v Im Bereich des Sigmas v Ja
diger AP v Herstellung einer Ana- Darms durch eine separate Inzision v Im Bereich des Ileums
stomose nach Resektion der Bauchdecke
nicht durchführbar v Großflächige rundliche Exzision
v Nach Kolektomie als v Durchzug der Darmschlinge durch
Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Ileostoma die Bauchdeckenlücke


v Fixierung am parietalen Peritoneum
v Eröffnen des Darms und Vernähen
der Sigmaschleimhaut mit der Haut
durch Einzelknopfnähte
363 2
2.117 Erläutern Sie das Prinzip der Operation nach Hartmann.
Möglichkeit der zweizeitigen Operation:
v Hartmann I: Resektion des tumortragenden Abschnitts, Blindver-
schluss des Rektumstumpfs, endständige Ausleitung des Sigmas als
Stoma im linken Unterbauch.
v Hartmann II: Es besteht die Möglichkeit einer Reanastomose zur
Wiederherstellung der Darmpassage.

Rektumresektion/-amputation
2.118 Kreuzen Sie die richtigen Aussagen zur Rektumresektion bzw.
-amputation an.
v a Eine Steinschnittlagerung mit Möglichkeit zur Trendelenburg-
Position ist zwingend vorzubereiten.
v c Durch die Klammernahttechnik sind Anastomosen bis ca. 2 cm
oberhalb der Anokutanlinie möglich.
v e Bei einer OP mit kurativem Ansatz ist eine proximale/totale
Mesorektumexzision unerlässlich.
v f Bei einer Rektumamputation werden das distale Sigma, das
Rektum und der Anus mit systematischer Entfernung des Lymph-
abflussgebietes en bloc total entfernt.
v h Die Operation wird in eine abdominale und perineale Phase
eingeteilt und kann nahezu gleichzeitig von 2 OP-Teams durch-
geführt werden.
v i Um die Sakralhöhle bei einer Rektumamputation auszufüllen,
kann eine Netzplombe aus dem Omentum majus präpariert werden.

Divertikel und ihre Behandlung


2.119 Bitte definieren Sie den Begriff »Divertikel«.
v Das Divertikel ist die häufigste erworbene Fehlbildung des Dick-
darms. Es handelt sich dabei um Ausstülpungen der Darmschleim-
haut durch Lücken in der Muskelschicht. Da die Wandung nicht aus
allen Schichten des Dickdarms besteht, bezeichnet man sie auch als
Pseudodivertikel.

2.120 Welche Anteile des Kolons werden bei einer Sigmadivertikulitis


entfernt? Welche werden für die Anastomose benötigt?
v Resektion der Sigmaschleife; Rekonstruktion durch End-zu-End-
Anastomose zwischen Rektum und Colon descendens.
364 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa


2.121 Markieren Sie die korrekten Aussagen für Morbus Crohn und
Colitis ulcerosa
Die Colitis ulcerosa ist eine chronische Entzündung, die sich im Gegen-
satz zum Morbus Crohn auf folgende Struktur(en) beschränkt:
v b Dickdarm.

Durch Vernarbungen und Verdickungen der befallenen Darmabschnitte


kann es zu folgenden Komplikationen kommen:
v d Perforation,
v e Fistel- bzw. Abszessbildung,
v f Blutung.

Das Karzinomrisiko ist beim Morbus Crohn


v g höher

als bei der Colitis ulcerosa.

2.122 Bitte beschreiben Sie das unterschiedliche Resektionsausmaß bei


operativer Therapie des Morbus Crohn und der Colitis ulcerosa.
v Morbus Crohn: Resektion der befallenen Darmabschnitte so sparsam
wie möglich.
v Colitis ulcerosa: Subtotale Kolektomie (größzügige Resektion als
Karzinomprophylaxe) mit Kontinenzerhaltung.

2.13 Proktologie
Anatomie des Anorektums
2.123 Wie lang ist das menschliche Rektum?
v 12–15 cm.

2.124 Ergänzen Sie den Lückentext zur Anatomie des Anorektums.


Rektum, Analkanal und das abschließende Sphinktersystem bilden eine
physiologische und komplexe anatomische Einheit. Das Rektum tritt im
Hiatus levatorius durch das Diaphragma pelvis hindurch und geht in den
Analkanal über.
Das Schleimhautrelief des Rektums weist meistens drei quere Falten, die
sog. Plicae transversae, auf.
Die Linea dentata markiert die Grenzzone zwischen der nichtsensiblen
Rektumschleimhaut und dem hochsensiblen Plattenepithel der Analhaut.
Operationen oberhalb der Linea verursachen daher kaum Schmerzen.
365 2
Die distale Begrenzung des Analkanals bildet die Linea anocutanea, die
eine sichtbare Grenze zwischen dem nicht verhornenden Plattenepithel
des Analkanals und der behaarten perianalen Haut der Körperoberfläche
darstellt.

2.125 Welches sind die Aufgaben des Beckenbodens?


Der Beckenboden ist eine komplexe trichterförmige Struktureinheit mit
verschiedenen Aufgaben:
v Öffnung beim Geburtsvorgang, der Defäkation und der Miktion.
v Aktiver Verschluss.
v Stützende Funktion für den Sphinkterapparat, die Becken- sowie die
übrigen Abdominalorgane.

Hämorrhoiden
2.126 Welche Aussagen sind falsch?
falsche Aussagen sind:
a, d, e, f

richtige Aussagen sind:


v b Entsprechend dem Verlauf der versorgenden Endarterien ent-
stehen Hämorrhoidalknoten bei den Positionen 3, 7 und 11 Uhr in
Steinschnittlage.
v c Gefäßpolster werden mit zunehmendem Alter schlaffer, die Gefäß-
kissen können dann prolabieren.
v g Effektive konservative Behandlungsmethoden von Hämorrhoiden
sind Sklerosierung, Infrarotbehandlung, Gummibandligaturen,
selektive Hämorrhoidalarterienligaturen.
v h Operationen werden in segmentale und zirkuläre Verfahren unter-
teilt.
v i Zu den segmentalen Verfahren gehören die Techniken nach Milli-
gan-Morgan oder Ferguson. Bei den zirkulären Verfahren gilt die
Staplerhämorrhoidopexie als Methode der Wahl.
366 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

. Abb. 2.11 (Aus Lange et al. 2006)

2.127 Welches OP-Verfahren wird in . Abb. 2.11 gezeigt?


v b Offene Hömorrhoidektomie nach Milligan-Morgan.

2.14 Peritonitis
Einteilung und Therapie
2.128 Welche Aussagen zur Therapie einer Peritonitis sind richtig?
v a Chirurgische Herdsanierung der Infektionsquelle, intensivmedi-
zinische Maßnahmen und unterstützende gezielte antibiotische
Therapie stellen die Therapiemaßnahmen dar.
v b Lokalisation und Beschaffenheit der Infektionsquelle, Infektions-
dauer, Qualität der chirurgischen Arbeit sind wesentliche Faktoren,
die über die Prognose der Peritonitis entscheiden.
v d Für postoperative Peritonitisfälle, besonders durch Nahtinsuffi-
zienzen hervorgerufene Fälle, eignet sich die Etappenlavagetherapie,
bei der in einem halb offenen Verfahren ein temporärer Wundver-
schluss mit einem Netz erfolgt.
367 2
2.129 Im Konzept der Etappenlavage verbleiben häufig von einer Spülung
bis zur nächsten Spülung Textilien im Bauch des Patienten. Was be-
deutet das für die Dokumentation?
v Wichtig ist ein Dokumentationssystem, in dem für jeden Patienten
genau eingetragen werden muss, wie viele Bauchtücher oder Streifen
im Bauchraum belassen werden, die bei der nächsten Lavage entfernt
werden müssen.

2.15 Minimal-invasive Chirurgie (MIC)


Instrumentelle Grundausstattung
2.130 Welche Aussagen zu den Grundlagen der minimal-invasiven Chirurgie
sind falsch?
falsche Aussagen sind:
c, d, f

richtige Aussagen sind:


v a Bei den Variationen SILS (»single incision laparoscopic surgery«)
und LESS (»laparo-endoscopic single-site surgery«) bietet ein Trokar
den Zugang für Optik und Arbeitsinstrumente.
v b Das Vorgehen, mit flexiblen oder starren Endoskopen den Zugang
zum erkrankten Organ über eine natürliche Körperöffnung zu
wählen, wird als NOTES (»natural orifice translumenal endoscopic
surgery«) bezeichnet.
v e Das OP-Personal unterstützt den Operateur beim Einführen der
Instrumente in die Trokarhülsen.

2.131 Bitte beantworten Sie die Fragen zum Gas zur Anlage des Pneumo-
peritoneums.
1. Welches Gas wird zur Anlage des Pneumoperitoneums gewählt?
v Die Insufflation erfolgt mit CO2 zum Anlegen und Aufrechterhalten
des Pneumoperitoneums.
2. Welche Vorteile bietet dieses Gas?
v CO2 ist farblos, reizarm und wird besonders leicht über die Lunge
abgeatmet.
3. Warum sollte das Insufflationsgas angewärmt werden?
v Das CO2 sollte angewärmt insuffliert werden, um eine Auskühlung
des Patienten zu vermeiden.
368 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.132 Nennen Sie mindestens zwei Möglichkeiten der Präparations-


techniken im Rahmen der MIC und erklären Sie diese.
v Ultraschall:
5 Mit dem Ultraschallskalpell ist Schneiden und Koagulieren mög-
lich, ohne dass der Patient in einen Stromkreis einbezogen wird.
5 Die Koagulation erfolgt mechanisch durch die Schwingungen der
Titanklinge.

v Bipolare Techniken:
5 Mit dem LigaSure-Gerät lassen sich über bipolare Technik Gefäß-
lumina versiegeln oder mechanisch schneiden und koagulieren.
Die seitliche thermische Gewebeschädigung ist verrringert.
5 Das EnSeal-Gerät und andere entsprechende Produkte arbeiten
ebenfalls mit bipolarer Koagulations-Schneide-Technik bei mini-
maler thermischer Abstrahlung.

2.133 Welche Aussagen zum Umgang mit dem MIC-Instrumentarium sind


richtig?
v a Die Veress-Nadel zum Anlegen eines Pneumoperitoneums gibt es
in verschiedenen Durchmessern, unterschiedlichen Längen, als Ein-
weginstrument und als resterilisierbares Instrument. Grundsätzlich
gilt hier, die Funktionsfähigkeit des Schnappmechanismus für den
Nadelschutz und die Durchgängigkeit zu überprüfen.
v b Beim Gebrauch eines Single-Ports können sowohl Standard-MIC-
Instrumente verwendet werden als auch speziell geformte. Eine
Winkeloptik ist ebenfalls erforderlich.
v d Isolierende Instrumentenschäfte sind zwingend notwendig, um
mit monopolarem Strom zu arbeiten.

2.134 Was ist ein Bergesack/Bergebeutel? Wann wird er eingesetzt?


v Es handelt sich um einen Kunststoffbeutel, der über eine Einführhilfe
eingebracht wird.
v Im Intraperitonealraum wird er ausgerollt, um z. B. die Gallenblase
oder die Appendix aufzunehmen, damit sie kontaminationsfrei vor
die Bauchdecke gezogen werden kann. Außerdem kann in dem Sack
eine Steinzertrümmerung vorgenommen werden. Damit ist eine
problemlose Bergung der Konkremente möglich.
369 2
2.135 Die minimal-invasive Chirurgie bietet viele Vorteile für den Patienten.
Nennen Sie mindestens drei.
v Erhebliche Reduktion der postoperativen Schmerzen.
v Durch die kleinen Einschnitte resultiert eine wesentlich kürzere
Heilungsphase.
v Selten auftretende Wundheilungsstörungen.
v Verminderte Liegezeit.

2.136 Im Rahmen der MIC ist der Patientenlagerung eine große Bedeutung
beizumessen. Um die Schwerkraft auszunutzen, wird häufig Kopf-
tieflagerung bzw. Fußtieflagerung angewendet. Wie heißen diese
Lagerungen und was ist dabei insbesondere zu beachten?
v Kopftieflagerung: Trendelenburg-Lagerung. Die Kopftieflage
erleichtert die Operationen im Unterbauch.
v Fußtieflagerung: Anti-Trendelenburg-Lagerung. Die Fußtieflage
erleichtert Operationen im Oberbauch.
v Beachten: Durch intraoperative Lageveränderungen müssen die
Lagerungshilfsmittel so platziert werden, dass sie ihre Position
behalten.
Extreme Kopftieflagerungen erfordern die Anlage von Schulterstüt-
zen, Fußtieflagerungen erfordern Fußstützen. Alternativ erleichtert
die Anwendung von Vakuummatten diese spezifischen Lagerungen.

Operationen
2.137 Ordnen Sie die Operationstechniken den Beschreibungen zu.
TAPP (transabdominale präperitioneale Plastik):
v a Das Kunststoffnetz wird auf laparoskopischem Weg durch die freie
Bauchhöhle, nach Durchtrennung und Präparation des Peritoneal-
überzugs und des Bruchsackes von innen vor die Bruchpforte
platziert.
TEP (totale extraperitoneale Netzimplantation):
v b Die stumpfe Aufdehnung zur Platzierung des Kunststoffnetzes vor
der Bruchpforte erfolgt zwischen M. rectus abdominis und hinterem
Blatt der Rektusscheide bis zur Leistenregion.

2.138 Welche Zugangsmöglichkeiten zur laparoskopischen Adrenalektomie


sind Ihnen bekannt? Nennen Sie deren Vor- und Nachteile.
v Transperitonealer Zugang:
v Vorteil: Übersichtlichkeit des Operationsgebietes.
v Nachteil: Präparation entlang der benachbarten Organe.
370 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

v Retroperitonealer Zugang:
v Vorteil: Geringe Komplikationsmöglichkeiten durch nur lokale
Präparation.
v Nachteil: Räumliche Enge erschwert die Entfernung größerer
Tumoren.

Laparoskopische Magenchirurgie
2.139 Eine Magenresektion unter laparoskopischen Bedingungen erfolgt als
videoassistierte Operation. Bitte fügen Sie die genannten Begriffe ein.
Der präparatorische Anteil erfolgt unter laparoskopischer Sicht, die Ent-
fernung des Resektates über eine Minilaparotomie und die Anastomosen
zur Wiederherstellung der Nahrungspassage vor der Bauchdecke oder
wieder unter laparoskopischer Sicht.

2.140 Beschreiben Sie kurz das Prinzip der laparoskopischen Fundoplicatio


nach Nissen/Rosetti.
v Reposition der Hernie, Beseitigung des Refluxes durch Bildung einer
Manschette aus der Funduswand, die um den distalen Ösophagus
gelegt wird zur relativen Einengung des Hiatus.

Laparoskopische Kolonchirurgie
2.141 Bitte fügen Sie die unten angegebenen Begriffe ein, um den Text
verständlich machen.
Kolonresektionen werden immer häufiger mit laparoskopischer Technik
operiert. Über die laparoskopische Optik sind die anatomischen Struktu-
ren sehr gut zu erkennen, sodass die Gefäßversorgung bei malignen
Erkrankungen zuerst unterbunden werden kann, um eine Streuung der
Tumorzellen zu verhindern.
Da das Präparat im Verhältnis zur Trokarinzision relativ groß ist, muss ein
Zusatzschnitt erfolgen, durch den der Darm entfernt oder vor der offenen
Absetzung ausgeleitet wird. Die Minilaparotomie erfolgt über einen klei-
nen Pfannenstiel-Schnitt oder im Bereich einer erweitertenTrokarinzi-
sion. Dieses Vorgehen führt zu akzeptablen kosmetischen Ergebnissen.
Dieser Aspekt ist insbesondere für jüngere Patienten mit benignen Er-
krankungen relevant.
371 2
2.142 Welche besonderen Vorteile bietet eine laparoskopische Kolon-
operation dem Patienten im Vergleich zu einer klassischen offenen
Operation?
v Im Rahmen der laparoskopischen Operationstechnik reduzieren sich
die postoperativen Schmerzen.
v Durch den fehlenden Hakenzug verringern sich das Operations-
trauma und der Analgetikaverbrauch.
v Die Magen-Darm-Tätigkeit normalisiert sich schneller als bei ver-
gleichbaren konventionell durchgeführten Operationen, da Serosa-
schäden durch tamponierende Bauchtücher fehlen.
v Die Vergrößerung des Operationsbereichs im Monitor führt zu einer
präzisen Gewebedissektion.
v Neue Techniken wie HD-Auflösung und 3D-Technik führen zu einer
verbesserten Sicht.

2.16 Bariatrische Chirurgie (Adipositaschirurgie)


2.143 Welche (baulichen und materiellen) Voraussetzungen müssen für die
Lagerung von schwergewichtigen Patienten sichergestellt werden?
Der Operationstisch und eine spezielle Säule für schwergewichtige Patien-
ten wie z. B. Maquet Op.-Tisch 1150 und Op.-Säule 1150.10AO mit zuläs-
sigem Gesamtgewicht von 250 kg inklusive des OP-Tischzubehörs sind
unbedingt notwendig.

2.144 Nennen Sie die Definition von »Adipositas« gemäß WHO.


Unter Adipositas (lateinisch: adeps = Fett) versteht man eine von der
WHO anerkannte multifaktorielle Erkrankung, bei der ein über das Nor-
malmaß erhöhtes Körpergewicht zu einer chronischen Überlastung des
Körpers führt.

2.145 Welche Parameter verwendet der BMI zur Einteilung der Adipositas?
Wie lautet die Berechnungsformel des BMI?
Die Adipositas wird bislang mit Hilfe des Body-Mass-Index (BMI) klassi-
fiziert. Der BMI stellt eine Relation zwischen dem Körpergewicht (KG) in
Kilogramm [kg] und der Körperlänge (KL) in Meter [m] her:

BMI = KG/KL × KL
372 Kapitel 2 · Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

2.146 Wonach richtet sich die Wahl des Operationsverfahrens bei der
Adipositas?
Die Wahl des Operationsverfahrens richtet sich u. a. nach
v dem Essverhalten,
v der Grunderkrankung des Magen-Darm-Traktes,
v den Berufs- und Lebensgewohnheiten des Patienten.

2.147 Vervollständigen Sie den Lückentext mit der Beschreibung des


Prinzips der Sleeve-Resektion.
Der Magen wird in seiner gesamten Länge »abgetackert«, sodass nur ein
schmaler Schlauch übrig bleibt. Im Gegensatz zu anderen metabolischen
Verfahren muss ein Großteil des Magens – ca. 2/3 des Magens – entfernt
werden.

2.148 Bringen Sie die OP des »gastric bypass« in die korrekte Reihenfolge.
1. b Der Magen wird im oberen Bereich abgetrennt, sodass für die
Nahrungspassage nur ein kleiner Restmagen bleibt.
2. d Zur Weiterleitung der Nahrung wird an einer bestimmten Stelle
der Dünndarm durchtrennt.
3. a Der Dünndarm wird mit dem kleinen Magenpouch verbunden.
4. c Der zuvor durchtrennte Dünndarm wird an tieferer Stelle wieder
mit dem Dünndarm verbunden als Roux-Y-Anastomose.
373 3
3 Orthopädische und Unfallchirurgie,
Handchirurgie

3.1 Anatomie und Physiologie von Knochen


3.1 Bitte ergänzen Sie den Satz sinnvoll.
Knochen sind ein Stützwerk aus Kollagen und Hydroxylapatit.

3.2 Welches sind die Aufgaben der Knochen? Bitte kreuzen Sie die
korrekten Aussagen an.
v a Stützfunktion und Formgebung.
v c Schutz bestimmter Organe (Lunge, Herz).
v d Mineralspeicher.
v e Blutbildung.

3.3 Durch das Einlagern anorganischer Substanzen dient der Knochen


auch als wichtigster Speicher für Kalzium und Phosphat. Sie können
bei Bedarf durch knochenabbauende Zellen (Osteoklasten) mobili-
siert werden. Dies steht unter dem Einfluss von Parathormon
und Kalzitonin. Wo wird Parathormon gebildet und welche Aufgabe
erfüllt es?
v Parathormon wird in den Epithelkörperchen gebildet, aktiviert die
Osteoklasten, der Kalziumspiegel im Blut steigt.

3.4 Wo wird Kalzitonin gebildet und welche Aufgabe erfüllt es?


v Kalzitonin wird in den C-Zellen der Schilddrüse gebildet, hemmt die
Osteoklasten, der Kalziumspiegel im Blut sinkt.

3.5 Ergänzen Sie die Lücken sinnvoll.


Am Röhrenknochen unterscheiden wir die Epiphysen (jeweils am Ge-
lenkende) von den Diaphysen. Zu beiden Enden hin verbreitert sich der
diaphysäre Schaft in den Metaphysen. Die gelenkbildenden Enden eines
Röhrenknochens sind die Epiphysen.

3.6 Beschreiben Sie die anatomischen Begriffe »Spongiosa« und


Kortikalis«.
v Spongiosa: Die Spongiosa ist ein schwammartig aufgebautes System
aus feinen Knochenbälkchen. Sie liegt im Inneren der Knochen und
wird nach außen hin von der Kortikalis umhüllt. In den Hohlräumen
des von den Spongiosabälkchen gebildeten »Schwammes« befindet
sich das Knochenmark.
M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,
DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_20, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
374 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

v Kortikalis: Die kompakte Substanz ist eine Ausprägung der Knochen-


substanz. Sie bildet die äußere Schicht der Knochen und wird daher
u. a. als Kortikalis (lat. cortex = Rinde) bezeichnet. Außen wird die
Kortikalis von der Knochenhaut überzogen.

3.2 Pathophysiologie von Knochen und Gelenken


3.7 Definieren Sie den Begriff »Fraktur«.
v Ein Knochenbruch ist die Unterbrechung eines Knochens unter
Bildung zweier oder mehrerer Bruchstücke (Fragmente) mit oder
ohne Verschiebung (Dislokation).

3.8 Traumatische Frakturen werden in offene und geschlossene


Brüche unterteilt. Nennen Sie unterschiedliche Schweregrade
(jeweils mindestens 2)
Geschlossene Brüche:
v Leichte begleitende Weichteilverletzung.
v Mittelschwere begleitende Weichteilverletzung, z. B. größere Muskel-
zerreißungen.
v Schwere begleitende Weichteilverletzung mit Beteiligung einer
Leitstruktur oder mit Kompartmentsyndrom.

Offene Brüche:
v Lokal begrenzte Hautverletzung ohne wesentliche weitere Weich-
teilschädigung, z. B. Knochendurchspießung, oder auch nur
Schürfungen.
v Gravierende offene Weichteilschädigung ohne Verletzung von Leit-
strukturen oder Kompartmentsyndrom, z. B. Hautquetschungen.
v Gravierender offener Weichteilschaden mit Beteiligung von Leit-
strukturen oder mit Kompartmentsyndrom.

3.3 Behandlung von Frakturen


3.9 Worauf zielt jede operative Frakturversorgung ab?
v Die normale Funktion des gebrochenen Knochens so schnell und so
gefahrenarm wie möglich wiederherzustellen.

3.10 Welche Methoden der Frakturversorgung fallen unter den Begriff


»konservative Behandlung«?
v Verbände.
v Schienungen.
v Gips.
v Extensionen.
375 3
3.11 Nennen Sie mindestens zwei Vorteile der intramedullären Schienung
einer Knochenfraktur.
v Erhaltung des Weichteilmantels.
v Erhaltung der Durchblutung.
v Frühere Belastung der Fraktur.

3.12 Welche Aussagen zur »Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen«


(AO) sind richtig?
v a Sie wurde 1958 in der Schweiz gegründet.
v b Sie hat sich weltweites Ansehen erworben, durch systematische
Einteilung und standardisierte Behandlung von Knochenbrüchen.
v d Ein wesentliches Prinzip der AO-Technik ist die interfragmentäre
Kompression.

3.13 Das Prinzip der sog. AO-Technik zielt auf eine Knochenheilung
durch Kompression der exakt reponierten Fraktur und eine stabile
Osteosynthese, die statisch oder dynamisch realisiert werden kann,
ab. Bitte erklären Sie diese Begriffe.
v Statische Kompression:
Hierbei werden die Fragmente dauernd und gleichmäßig zusammen-
gedrückt; dies kann bei Schräg- oder Spiralfrakturen von Röhren-
knochen durch Zug- oder Gleitschrauben, vorgespannte Platten und
äußere Spanner (axiale Kompression) erreicht werden.
v Dynamische Kompression:
Die dynamische Kompression wird durch eine Zuggurtung erreicht.
Hierbei wird die Zugseite des gebrochenen Knochens durch Platten
oder Cerclagen komprimiert.

3.4 Pflegerische Tätigkeiten in der Traumatologie


3.14 Die Anwendung von Röntgenstrahlen auf Menschen wird durch
die Röntgenverordnung geregelt. Patient und Personal müssen
geschützt werden. Welche drei Grundsätze des Strahlenschutzes
müssen beachtet werden und was sagen sie aus?
v Abstand:
Die Dosis D nimmt mit dem Quadrat des Abstandes A ab. Daraus
folgt:
Ausreichenden Abstand zum Röntgengerät oder Bildwandler halten.
Nicht in den Strahlengang geraten.
v Aufenthaltsdauer:
Die Dosis wächst proportional mit der Expositionszeit t. Daraus
folgt:
376 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

Kurze Durchleuchtungszeiten, keine Dauerdurchleuchtung.


Tragen eines Dosimeters.
Dokumentieren der Durchleuchtungszeit.
v Abschirmung:
Die Dosis nimmt bei γ-Strahlung mit der Dicke der Abschirm-
schicht d exponentiell ab. Daraus folgt:
Gonadenschutz für den Patienten.
Tragen einer dicken Bleischürze. Tragen eines Halsschutzes
(Schilddrüse!).

3.15 Markieren Sie die richtigen Aussagen zur Blutsperre.


v a Viele Operationen an Arm und Bein werden erleichtert, wenn die
Blutzufuhr vorübergehend unterbrochen ist.
v c Höhe und Dauer des Manschettendrucks müssen vom Pflege-
personal exakt dokumentiert werden.

3.16 Bitte setzen Sie die korrekten Werte ein.


Am Arm sind zur Blutsperre Manschettendrücke von 200–250 mm Hg
und am Bein von 350–450 mm Hg üblich.

3.17 In der Knochenchirurgie kommt häufig Knochenzement zur Anwen-


dung. Bitte ergänzen Sie folgenden Text sinnvoll.
Der Knochenzement besteht aus 2 Komponenten, einer Flüssigkeit und
einem Pulver. Häufig ist der Zement mit einem antibiotischen Zusatz
versetzt. Das Anrühren beider Komponenten kann manuell oder mit einer
Vakuumpumpe erfolgen.

3.18 Welche Maßnahme resultiert aus der Tatsache, dass die Bestandteile
des Knochenzements (Polymere, Monomere, freie Radikale) in der
Regel während der Verarbeitung sehr aggressiv sind?
v Während des Umgangs mit Knochenzement werden immer doppelte
Handschuhe getragen.

3.19 Die Vorbereitung und das Anrühren bei geringen Mengen von
Knochenzement obliegen dem Instrumentanten, der einen freien Blick
auf eine Uhr mit Sekundenzeiger haben sollte. Welche Materialen
werden vorbereitet?
v Anrührschale mit Spatel,
v Zementspritze,
v Spüllösung gegen Hitzeentwicklung beim Aushärten,
v vorbereitete Prothese mit entsprechendem Implantierinstrument.
377 3
3.5 Instrumente, Implantate und ihre Anwendung
3.20 Benennen Sie die in . Abb. 3.1 bis . Abb. 3.4 dargestellten
Instrumente und beschreiben Sie, wofür sie benutzt werden.

. Abb. 3.1 Elevatorium (Langenbeck). . Abb. 3.2 Raspatorium (König).


Verwendung: Dient als Hebelinstrument. Verwendung: Knochenschaber mit
(© Fa. Aesculap AG) scharfen Seitenkanten, um das Periost
abzuschieben. (© Fa. Aesculap AG)

. Abb. 3.3 Hohlmeißelzange (Luer). . Abb. 3.4 Osteotom (Lambotte) gibt


Verwendung: Dient zum Entfernen von es in verschiedenen Breiten, von 3 mm
Knochen- und Knorpelsplittern. bis 4 cm. Verwendung: Sie werden zur
(© Fa. Aesculap AG) Abtragung von Osteophyten und über-
schießendem Kallus benutzt. Sinnvoll
ist dabei ein kleiner, leichter Hammer.
(© Fa. Aesculap AG)
378 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3.21 Nennen sie mindestens zwei Indikationen für eine Zuggurtungs-


osteosynthese an Frakturen Ihrer Wahl.
v Sprengung des Akromioklavikulargelenkes; Dislokation durch den
M. sternocleidomastoideus.
v Fraktur oder Osteotomie des Olekranons; Dislokation durch den Zug
des M. triceps.
v Patellafraktur; Dislokation durch den M. quadrizeps, besonders bei
Beugung des Kniegelenks.
v Abriss oder Osteotomie des Trochanter major; Dislokation durch die
kleinen Mm. glutaei.

3.22 Bitte fügen Sie die richtigen Werte ein.


Kortikalisschrauben haben im Standardfragment einen Durchmesser von
4,5 mm, im Kleinfragment 3,5 mm.
Spongiosaschrauben haben im Standardfragment einen Durchmesser
von 6,5 mm, im Kleinfragment 4,0 mm.

3.23 Bitte markieren Sie die korrekten Aussagen.


v a Das Längenmessgerät gibt die Schraubenlänge einschließlich
Spitze und Kopf der Schraube an.
v a Implantate dürfen nur einmal benutzt werden.

3.24 Beschreiben Sie das Einbringen einer Standardfragment-Kortikalis-


schraube in der korrekten Reihenfolge. Bedenken Sie dabei die Angabe
der Durchmesser der jeweiligen Instrumente.
1. Bohrer (‡ 3,2 mm) mit Bohrbüchse.
2. Schraubenmessgerät.
3. Gewindeschneider (‡ 4,5 mm) im Handgriffstück je nach
Schraubentyp mit Schutzbüchse.
4. Großer Schraubendreher (Sechskant) mit entsprechender Schraube.

3.25 Welches ist der vorwiegende Einsatzort einer Spongiosaschraube?


Epi- oder Metaphyse eines Knochens, da er dort weich und spongiös ist.

3.26 Erklären Sie den Begriff »Zugschraubenosteosynthese«.


v Es wird durch beide Kortikales gebohrt, in der ersten Kortikalis ent-
spricht die Bohrung jedoch dem Durchmesser der Schraube, sodass
deren Gewinde nur in der zweiten Kortikalis greifen kann.
379 3
3.27 Was zeichnet eine Malleolarschraube aus?
v Anwendung nur im spongiösen metaphysären Knochen, wenn keine
große Zugbeanspruchung erwartet wird.
Ihr Gewinde entspricht dem der Kortikalisschraube (‡ 4,5 mm).
Sie besitzt eine speziell geformte Trokarspitze, durch die sie sich im
spongiösen Knochen ihr Gewinde selbst herstellen kann. Daher wird
ein Gewindeschneider selten benötigt.
Die Malleolarschraube hat ein halbes Gewinde und einen glatten
Schaft.

3.28 Jede Platte kann mehrere Funktionen erfüllen. Nennen Sie mindes-
tens zwei dieser Funktionen.
v Kompression: Die Fraktur wird in Längsrichtung des Knochens
durch Spannung komprimiert.
v Neutralisation: Die Platte soll reponierte Fragmente halten und Bie-
ge- und Rotationskräfte neutralisieren. Beispiel: distale Fibulafraktur.
v Abstützung: Die Platte soll ein Abrutschen gelenknaher Frakturteile
verhindern oder einer Spongiosaanlage Halt bieten. Beispiel: Tibia-
kopffraktur.

3.29 Es gibt viele unterschiedliche Plattenformen, von denen einige


unten angegeben sind. Beschreiben Sie bitte, bei welchen Frakturen
sie angewendet werden können.
v Spann-Gleitlochplatten: DCP-Platte (»dynamic compression plate«)
und LC-DC-Platte (»limited contact plate«).
Anwendung : Als 3,5-mm-Platte für Ulna und Radius.
Erklärung: Eine axiale Kompression ist ohne Spanngerät durch die
ovalen und einseitig schrägen Plattenlöcher möglich.
Die schräge Unterseite des Schraubenkopfes gleitet dabei auf dem
schrägen Rand des Plattenlochs nach unten und drückt damit die
Platte zur Seite. Die Schrauben können exzentrisch und zentrisch
eingesetzt werden. Mehrere Fragmente können einzeln komprimiert
werden.
Jede exzentrisch eingedrehte Schraube bringt Kompression von
1 mm.
Drittelrohrplatten:
Anwendung: Frakturen am Außenknöchel.
v Rekonstruktionsplatten:
Anwendung: Verletzungen im Beckenbereich.
Erklärung: Dreidimensional biegbar mit 2 Schränkeisen, gerade
Platten.
380 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3.30 Winkelstabile Implantatsysteme sind gekennzeichnet durch eine Ver-


blockung der Schraubenköpfe im Plattenloch. Nennen Sie beispielhaft
mindestens zwei Indikationen für eine winkelstabile Osteosynthese.
v Proximale Humerusfraktur:
(Hier wirken sich die Vorteile der Winkelstabilität besonders aus, da
in der Regel eine verminderte Knochenqualität mit kleinen gelenk-
nahen Fragmenten gemeinsam auftritt.)
v Distale Radiusfraktur:
(Winkelstabile Schrauben stützen die Gelenkfläche besonders gut ab,
sodass in der Regel eine Übungsstabilität erreicht werden kann.)
v Distale Femurfraktur:
(Hier ermöglicht das winkelstabile Implantat insbesondere die
Rekonstruktion multifragmentärer Brüche mit gelenknahen Frag-
menten.)
v Tibiakopffraktur:
(Die winkelstabile Abstützung der Gelenkfläche auch bei kurzen
Fragmenten ist hier ebenfalls von Vorteil.)
v Distale Tibiafraktur:
(Auch hier werden kurze gelenknahe Fragmente durch die winkel-
stabile Verankerung optimal stabilisiert.)
v Kalkaneusfraktur:
(Die Abstützung kleiner gelenktragender Fragmente ist bereits mit
einer winkelstabilen Schraube möglich.)
v Frakturen des Fußskeletts:
(Winkelstabile Implantate finden wegen der auftretenden hohen
Kräfte bei kleinen Dimensionen zunehmend Verwendung).

3.31 Definieren Sie den Begriff »Marknagel«.


v Der Marknagel ist ein intramedullärer Kraftträger, d. h. eine
Schienung des gebrochenen Knochens in seiner Markhöhle.

3.32 Nennen Sie mindestens fünf Vorteile einer Marknagelung gegenüber


einer anderen Osteosynthese.
v Der Bruch braucht meistens nicht freigelegt zu werden, die einzelnen
Fragmente bleiben in ihrem Weichteilverbund liegen (geschlossene
Marknagelung).
v In komplizierten Fällen sind offene Repositionen und zusätzliche
Fragmentsicherungen mit Cerclagen möglich (offene Marknagelung).
v Kurze Operationsdauer.
v Geringes OP-Trauma.
v Geringer Blutverlust.
381 3
v Kurze postoperative Liegedauer.
v Keine besondere Nachbehandlung.
v Rasche Belastungs- oder Übungsstabilität.

3.33 Ein Marknagel kann auf zwei unterschiedliche Arten verriegelt


werden. Beschreiben Sie beide Möglichkeiten und geben jeweils den
Grund für die Verriegelung an.
v Ein Marknagel kann an einem Ende (dynamisch) oder an beiden
Enden (statisch) verriegelt werden. Dabei werden proximal und/oder
distal der Fraktur selbstschneidende Schrauben durch den Knochen
eingebracht.
v Dynamische Verriegelung: Bei der dynamischen Verriegelung
werden nur an den Stellen Verriegelungsschrauben eingebracht, an
denen keine Rotationsstabilität gewährleistet ist.
v Statische Verriegelung: Die statische Verriegelung verhindert,
dass reponierte Trümmerbrüche an Länge verlieren und sich ein
Knochenende über dem einliegenden Marknagel verdreht.

3.34 Was ist nach einer Frakturversorgung mit einem verriegelten Mark-
nagel unter einer »Dynamisierung« zu verstehen?
v Unter Dynamisierung versteht man die Umwandlung der statischen
in die dynamische Verriegelung.
Wenn einige Wochen nach einer Marknagelung genügend Kallus zu
sehen ist und der Patient das verletzte Bein belasten kann, beschleu-
nigt dies die Knochenbildung.

3.35 Beschreiben Sie in wenigen Worten das Prinzip der dynamischen


Hüftschraube (DHS).
v Die DHS ermöglicht das Gleitlaschenprinzip. Der Schraubenschaft
gleitet im Plattenzylinder und führt somit zur dynamischen Kom-
pression von pertrochantären Femurfrakturen.

3.36 An Hüfte, Knie und Schulter (und an den Grundgelenken der Finger)
hat sich der Gelenkersatz mit einer Endoprothese bewährt. Was
gehört zu einer Totalendoprothese (TEP) eines Hüftgelenkersatzes
und welche Möglichkeiten der Befestigung gibt es?
v Die zementierte Totalendoprothese (TEP):
Sie besteht aus einem Metallschaft, einem Metall- oder Keramikkopf
und einer Pfanne (meist Polyethylen). Die Fixation im Schaft sowie
in der Pfanne erfolgt mit Knochenzement.
382 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

v Zementfreie Pfannen werden eingedreht oder eingeschlagen (Press-


fit) und optional mit Schrauben im Azetabulum fixiert. In die Pfanne
wird ein Polyethylen- oder Keramikinlay eingesetzt.
Für die Verankerung im Femurschaft ist es wichtig, einen optimalen
Sitz im Trochanterbereich zu erzielen. Die Schaftprothese wird in
Pressfittechnik eingeschlagen. Auf ihren Konus wird der Keramik-
oder Metallkopf aufgesteckt.
v Die sog. Hybridprothese ist eine Kombination aus zementierter und
zementloser TEP. Meistens wird die Pfanne nicht zementiert und der
Schaft zementiert eingesetzt.

3.37 Wie unterscheidet sich eine bipolare/Duokopfendoprothese von einer


Totalendoprothese (TEP)?
v Die bipolare/Duokopfendoprothese besteht aus einem Metallschaft,
einem separaten Metall- oder Keramikkopf und einem Aufsatz aus
Polyethylen in einer Metallkappe. Diese passt in die natürliche Hüft-
pfanne. Da die Pfanne nicht bearbeitet wird, ist die OP-Dauer kurz
und belastet die meist älteren Patienten nicht über die Maßen.
v Die Totalendoprothese (TEP) besteht aus einem Metallschaft, einem
Metall- oder Keramikkopf und einer Pfanne. Die Pfanne kann ein-
gedreht oder eingeschlagen werden (Pressfit) und optional mit
Schrauben im Azetabulum fixiert werden. Die OP-Dauer ist länger
und somit belastender für die Patienten.

3.38 Beschreiben Sie das Prinzip und die Vorteile des »Fixateur externe«.
v Das Prinzip des Fixateur externe beruht auf einer äußeren Stabilisie-
rung durch längsverlaufende Trägerelemente, die mit Klemmbacken
oder Ringsystemen transkutan mit in den Knochen eingebrachten
Schrauben, Nägeln oder Drähten befestigt sind. Entsprechend
handelt es sich um ein typisches minimal-invasives Verfahren.
v Vorteile sind somit insbesondere die geringe Gewebetraumatisierung
und das Vermeiden von Fremdkörpermaterial im unmittelbaren Er-
krankungs- oder Verletzungsbereich.

3.39 Welche Fixateurtypen kennen Sie? (6 Antworten sind möglich.)


v Klammerfixateur.
v Rahmenfixateur.
v V-förmiger Fixateur.
v Zeltförmiger Fixateur.
v Trianguläre Montage.
v Ringfixateur.
383 3
3.40 Welche Materialien für einen Fixateur kennen Sie?
v Stahl.
v Titan.
v Aluminium für Längsträger.
v kohlefaserverstärkter Kunststoff.

3.41 Nennen Sie mindestens 4 mögliche Indikationen für die Anlage eines
»Fixateur externe«.
v Polytrauma.
v Offene Frakturen.
v Problematische Weichteilverhältnisse.
v Osteomyelitis.
v Arthrodese.
v Fehlstellungskorrekturen.
v Extremitätenverlängerung.
v Knochendefektrekonstruktion.
v Stabilisierung bei Gelenkluxationen.
v Gelenkmobilisation.
v Repositionshilfen.

3.6 Operationsbeispiele einzelner Skelettabschnitte


3.42 Welche Aussagen zur Behandlung von Frakturen der Wirbelsäule sind
falsch?
falsche Aussagen sind:
a, e

richtige Aussagen sind:


v b Eine relative Indikation liegt vor bei inkomplettem Querschnitt-
syndrom, Nervenwurzelläsionen, einer Kompressionsfraktur mit
einem Keilwirbelwinkel >15–20° und zur besseren Pflege und Reha-
bilitation.
v c Therapieziele bei einer wie auch immer gearteten Wirbelsäulenver-
letzung sind die Wiederherstellung der anatomischen Konfiguration,
die Dekompression des Spinalkanals und die Stabilisierung der Wir-
belsäule.
v d Bei frischen Frakturen wird schon durch die Lagerung eine gewisse
Reposition erreicht, diese wird durch einen Wirbelsäulen-Fixateur
(Fixateur interne) komplettiert.
v f Einigermaßen belastungsfähige Stabilisierungen, bei schlechter
Knochenqualität, lassen sich durch Einzementieren der Schrauben
erreichen.
384 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

v g Bei osteoporotischen Frakturen haben sich als Verfahren die


Kyphoplastie bzw. die Vertebroplastie etabliert.

3.43 Häufig werden Knochendefekte mit Spongiosa unterfüttert oder auf-


gefüllt. Warum eignet sich Spongiosa besser als z. B. Kortikalis?
v Die Spongiosa wird im Vergleich zur Kortikalis schneller revaskulari-
siert und hat eine wesentlich höhere Umbaurate. Sie kann deshalb
auch im Infekt heilen, wird aber in den meisten Kliniken erst nach
Beruhigung des Infektes eingebracht.

3.44 An welchen Stellen erfolgt vorzugsweise die Entnahme autologer


Spongiosa? Nennen Sie mindestens vier Lokalisationen.
v Größtes Reservoir sind die vorderen und hinteren Beckenkämme.
v Trochantermassiv.
v Tibiakopf, z. B. für die distale Tibia und den Fuß.
v Distale Tibia für die Knöchel und den Talus.
v Lateraler Humerusepikondylus für Defekte am Radiusköpfchen.

3.45 Welche Spezialinstrumente werden für die Entnahme eines kortiko-


spongiösen Spans am Beckenkamm benötigt?
v Raspatorium.
v Scharfe Löffel.
v Hohl- bzw. Flachmeißel.
v Hohmann-Hebel.
v Hammer.
v Stößel.
v Bei Bedarf: oszillierende Säge.

3.46 Wir unterscheiden knöcherne Verletzungen und Weichteilverletzun-


gen der Schulter. Welche anatomischen Anteile sind jeweils betroffen?
Knöcherne Verletzungen des Schultergelenkes:
v Frakturen des Schlüssselbeins und des Schulterblattes einerseits und
v des Humeruskopfes andererseits.

Weichteilverletzungen:
v Sprengungen des Akromioklavikulargelenks (ACG),
v Risse der Rotatorenmanschette,
v Luxation des Humeruskopfes.
385 3
3.47 Welche operativen Therapiemöglichkeiten einer Sprengung
des Akromioklavikulargelenks kennen Sie?
v Temporäre Arthrodese mit Zuggurtung.
v Hakenplatte (Wolter, Balser).
v Naht der Bänder und Polydioxanon- (PDS-) Kordel-Verstärkung.
v Verschraubung nach Bosworth (Spongiosaschraube durch die
Klavikula in das Korakoid) und Bandnaht.

3.48 Bitte kreuzen Sie die korrekten Aussagen zum Thema Schaftfrakturen
des Humerus an.
Viele extraartikuläre Schaftfrakturen des Humerus können konservativ
behandelt werden, z. B.
v a mit einem sog. Sarmiento-Brace,
v b mit einem Hängegips.

Bei ausbleibender Kallusbildung oder neurovaskulären Komplikationen


sollten diese Humerusschaftbrüche operativ stabilisiert werden. Wegen
der Gefährdung des
v d N. radialis

eignen sich dafür


v g Marknägel.

Marknägel werden von proximal oder distal eingebracht. Sie müssen


v i proximal und
v j distal

verriegelt und drehstabil implantiert werden.


386 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3.49 Was ist in . Abb. 3.5 dargestellt?

. Abb. 3.5 Zuggurtungsosteosynthese bei Olekranonfraktur. (Aus Heberer et al.


1991)

3.50 Bitte kreuzen Sie zum Thema der medialen Schenkelhalsfrakturen die
falschen Aussagen an.
falsche Aussagen sind:
b, e, g

richtige Aussagen sind:


v a Bei den medialen Schenkelhalsfrakturen muss geklärt werden, ob
die Stellung des Femurkopfes und das Alter des Patienten den Ver-
such einer kopferhaltenden Behandlung rechtfertigen.
v c Wenn der Patient noch jung oder trotz fortgeschrittenen Alters in
guter Verfassung ist und der Kopf nicht abgerutscht ist, kann manch-
mal die Verschraubung oder sogar die konservative Behandlung aus-
reichen.
v d Von den Femurhalsfrakturen sind meist ältere und in reduziertem
Allgemeinzustand befindliche Patienten betroffen.
v f Wenn der Femurkopf abgerutscht ist, eine Kopfnekrose droht und
die Patienten so rasch wie möglich mobilisiert werden müssen, sind
oft Endoprothesen nötig.
v h Zur Versorgung einer medialen Schenkelhalsfraktur eignen sich
besonders die sog. Duokopf- oder bipolaren Schalenendoprothesen,
die eine Erhaltung der natürlichen Hüftpfanne ermöglichen.
387 3
3.51 Bitte nennen Sie zwei Operationsmöglichkeiten bei einer lateralen
und pertrochantären Femurfraktur.
v DHS,
v PFN,
v Gammanagel.

3.52 Zur Implantation einer Hüftendoprothese sind unterschiedliche


Zugänge möglich. Benennen und beschreiben Sie diese und erwähnen
dabei auch die Lagerung des Patienten.
v Anterolateraler Zugang nach Watson-Jones:
Rückenlage. Die betroffene Seite wird etwas über die Tischkante
gelagert.
Der Hautschnitt beginnt unterhalb der Spina iliaca anterior, umfährt
von hinten den Trochanter major und verläuft weiter zum proxima-
len Drittel des Oberschenkelschaftes.
Spaltung der Fascia lata.
Eingehen auf die Gelenkkapsel zwischen M. glutaeus medius und
M. tensor fasciae latae.
v Posterolateraler Zugang:
Stabile Seitenlagerung mit sicherer Abstützung durch seitlich am
Tisch angebrachte Stützen und Polsterkissen oder mit einer Vakuum-
matte.
Der Hautschnitt beginnt leicht bogenförmig hinter dem Trochanter
major und endet im proximalen Oberschenkelschaftbereich.
Spaltung der Fascia lata.
Eingehen auf die Gelenkkapsel hinter dem M. glutaeus maximus. Die
Außenrotatoren werden an ihrem Ansatz abgelöst, später refixiert.
v Transglutäaler Zugang:
Der Patient befindet sich in Rückenlage oder Seitenlage.
Der Patient wird nach hinten durch eine höhere Stütze am Kreuzbein
abgestützt.

3.53 Welcher Operationstisch wird für eine Marknagelung immer benutzt?


v Ein Extensionstisch.

3.54 Warum werden unaufgebohrte Marknägel immer proximal und distal


verriegelt?
v Unaufgebohrte Marknägel werden immer an beiden Enden verrie-
gelt, um ein Einstauchen oder Verdrehen der Fraktur zu verhindern.
Ohne Verriegelung hat der Nagel in den sich weitenden spongiösen
Metaphysen keinen Halt.
388 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3.55 Bitte fügen Sie die fehlenden anatomischen Begriffe ein.


Die Kniescheibe ist das größte Sesambein des Körpers. Sie bündelt die
Kraft der Quadrizepsmuskulatur und überträgt sie über das Lig. patellae
auf den Unterschenkel. Sie wird von den Retinacula seitlich gehalten.

3.56 Die operative Versorgung einer Patellafraktur ist abhängig von der
Frakturform. Welches Verfahren ist bei folgenden Frakturen indiziert?
Querfraktur → Zuggurtung.
Längsfraktur → Verschraubung.
Trümmerfraktur → Kombinierte Verfahren, bei Bedarf Entfernung der
Kniescheibe.

3.57 Welche Lagerungsmöglichkeiten des Patienten stehen für arthrosko-


pische Knieoperationen zur Verfügung?
Je nach OP-Verfahren:
v Rückenlage mit einer eine Handbreit oberhalb des Knies angebrach-
ten Seitenstütze.
v Mit hängendem Knie auf einer abgepolsterten Knierolle.
v Lagerung in einer Arthroskopiehalterung.

3.58 Warum verlangen gerade Tibiakopffrakturen eine möglichst exakte


und stabile Rekonstruktion?
Weil sonst
v sekundäre Instabilitäten und
v arthrotische Zerstörungen der Gelenkfläche

zwangsläufig folgen.

3.59 Welche Versorgung ist das Mittel der Wahl bei Impressionsfrakturen
des Tibiaplateaus?
v Anheben der Gelenkfläche.
v Autologe Spongiosaunterfütterung.
v Abstützplatte.

3.60 Welche Frakturen der Tibia werden zumeist mit Verriegelungsnägeln


stabilisiert?
v Proximale Schaftfrakturen.
v Trümmer- und
v Etagenbrüche des mittleren und manchmal auch die des distalen
Drittels der Tibia.
389 3
3.61 Am Unterschenkel ist eine operative Frakturversorgung immer auch
unter dem Aspekt der kritischen Blutversorgung zu betrachten.
Welche Frakturversorgungen werden deshalb am Unterschenkel,
wann immer möglich, bevorzugt?
v Konservative Frakturversorgung.
v Marknägel.
v Fixateur externe.

3.62 Was ist unter der Bezeichnung »Pilon-Tibial-Fraktur« zu verstehen?


v Eine distale Unterschenkelfraktur mit Gelenkbeteiligung der Tibia.

3.63 Nennen Sie das jeweilige Operationsprinzip bei den unterschied-


lichen Frakturen des oberen Sprunggelenkes (OSG).
Fibulafraktur:
v Außenknöchelspitze: Zuggurtung.
v Fibula: Drittelrohrplatte (bei sehr langen Frakturen zwei überlap-
pende Platten).

Syndesmosenzerreißung:
v Stellschraube und Naht.

Innenknöchelfraktur:
v Zwei Spongiosaschrauben mit Kurzgewinde; Lochschrauben oder
v Zuggurtung mit Pfeilerschraube.
v Naht des Deltabandes, wenn der mediale Gelenkspalt in der Durch-
leuchtung aufklappbar ist.

Fraktur des hinteren Volkmann-Dreiecks:


v Reposition von medial durch einen Einzinker und
v Perkutane Lochschraube mit Unterlegscheibe von vorn.

Maisonneuve-Fraktur:
v Nur Stellschraube.

3.64 Welche Indikation zur Arthrodese des oberen Sprunggelenkes ist


Ihnen bekannt?
v Zerstörung der Gelenkflächen von Tibia und Fibula durch Rheuma-
erkrankung und nach Frakturen und Syndesmosensprengungen.
390 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3.65 Welches sind die häufigsten Deformitäten des 1. Zehenstrahls?


v Hallux valgus.
v Hallux rigidus.

3.66 Zur Therapie des Hallux valgus unterscheidet man welche Operations-
methoden nach ihrer Lokalisation?
v Distale Osteotomien.
v Schaftosteotomien.
v Proximale Osteotomien bzw. Arthrodese des TMT-1-Gelenks
(TMT = Tarsometatarsalgelenk).

3.67 Wann gilt die operative Therapie eines Hallux valgus als kontra-
indiziert?
v Bei Osteoporose.

3.7 Handchirurgie
3.68 Bitte ergänzen Sie den Satz.
Die menschliche Hand wird gebildet aus:
v der Handwurzel (Carpus),
v der Mittelhand (Metacarpus) und
v den Fingergliedern (Phalangen).

3.69 Von welchen drei großen Nerven wird die Hand versorgt?
v N. medianus,
v N. ulnaris,
v N. radialis.

3.70 Erklären Sie den Begriff »subaxilläre Plexusanästhesie«.


v Der Plexus brachialis (N. medianus, N. ulnaris und N. radialis am
Oberarm) wird nach Legen eines peripheren Zugangs mit Hilfe eines
Nervenstimulationsgerätes aufgesucht und mit 30–40 ml Betäu-
bungsmittel umspritzt.
Die Einwirkzeit beträgt ca. 30 min, die Wirkdauer 2–3 h. Bei Ver-
wendung lang wirkender Anästhesien kann die Wirkdauer bis zu
12 h anhalten.
Mit der Plexusanästhesie lassen sich nahezu alle Operationen an
Hand und Unterarm durchführen.
391 3
3.71 Welchen Zweck verfolgt das Anlegen einer Blutsperre/Blutleere am
Oberarm in der Handchirurgie?
v Damit werden alle feinen Strukturen der Hand besser sichtbar und
Blutverlust vermieden.

3.72 Bei Kahnbeinfrakturen kommt häufig eine Osteosynthese mit kanü-


lierten Schrauben zur Anwendung. Was ist darunter zu verstehen?
v Es handelt sich um ein Kompressionsschraubensystem zur Versor-
gung von Frakturen und Pseudarthrosen, im Wesentlichen für das
Kahnbein. Die Schraube besitzt zwei starre und unterschiedlich steile
Gewinde, ein Kopf- und Fußgewinde und hat einen Hohlraum;
durch diese Kanülierung kann ein Kirschner-Draht geführt und
genau platziert werden.

3.73 In den letzten Jahren haben sich Titanimplantate bei Osteosynthesen


durchgesetzt. Welches sind die Vorteile von Titanimplantaten?
v Titan ist genauso fest wie Stahl, aber leichter. Dadurch sind die
Implantate dünner.
v Titan ruft keine allergischen Reaktionen hervor.

3.74 Dislozierte Fingerfrakturen, ggf. mit Gelenkbeteiligung, erfordern


auch an den Fingergliedern die operative Korrektur mit Stabilisierung.
Dafür stehen Kleinfragmentinstrumentarien und Miniimplantate zur
Verfügung. Beschreiben Sie mindestens zwei Implantate.
v Kirschner-Drähte ab 0,6 mm ‡ für die direkte Fixierung von Kno-
chenfragmenten, für die intramedulläre Schienung oder temporäre
Fixierung von Gelenken.
v Drahtcerclagen ab 0,4 mm ‡ für Zuggurtungen oder Arthrodesen.
v Titanschrauben von 1,2–2,3 mm ‡ für Zugschraubenosteosynthesen.
v Titanplatten für die oben genannten Schraubengrößen.

3.75 Kommt es bei Verletzungen zur Durchtrennung von Sehnen, so ist


ihre möglichst frühzeitige, d. h. primäre Naht erforderlich. Warum?
v Um der Verkürzung der Sehnen durch Kontraktur der Muskulatur
und narbiger Verklebung vorzubeugen.
392 Kapitel 3 · Orthopädische und Unfallchirurgie, Handchirurgie

3.76 Bei älteren Nervenverletzungen kann eine spannungsfreie Naht in der


Regel nicht mehr durchgeführt werden, sodass dann ggf. eine Nerven-
transplantation erforderlich ist. Welche Nerven kommen als Spender-
nerv in Frage?
v N. cutaneus antebrachii des Unterarms.
v N. suralis des Unterschenkels.

3.77 Was ist unter der »Dupuytren-Erkrankung« zu verstehen?


v Bei der Dupuytren-Erkrankung (nach Guillaume Dupuytren; 1777–
1835) kommt es zur Ausbildung von schmerzfreien Knoten und
Strängen (Fibromatose) in der Hohlhand und den Fingern, die aus
der Palmaraponeurose herauswachsen und durch Verkürzungen zu
Beugekontrakturen der Finger führen.

3.78 Das Karpaltunnelsyndrom (KTS) ist das häufigste Nervenkompressions-


syndrom. Beispielsweise durch Flüssigkeitseinlagerung in der Syno-
vialis der Sehnen kommt es zu einem ansteigenden Druck im Tunnel,
der vom Nerv mit Missempfindungen, Taubheitsgefühlen, Schwäche
der Daumenballenmuskulatur und nächtlichen Schmerzen quittiert
wird. Was ist das Prinzip der Operation zur Behebung eines KTS?
v Die operative Dekompression und Neurolyse.

3.79 Was ist unter einer »Rhizarthrose« zu verstehen?


v Die Arthrose im Daumensattelgelenk. Es handelt sich um eine dege-
nerative Verschleißerkrankung des Knorpels, die im Gelenk zu einer
chronisch schmerzhaften Bewegungseinschränkung bis hin zu einer
fortschreitenden Adduktionskontraktur führen kann und damit die
Funktion der Hand stark beeinträchtigt.

3.80 Bei einer Spiegelung des Handgelenkes können 4 verschiedene


Gelenkräume gespiegelt werden. Welche sind das?
v Das Radiokarpalgelenk – der Raum zwischen Speiche (Radius),
Mondbein (Os lunatum) und Kahnbein (Os scaphoideum) und das
Ulnakarpalgelenk – Ulna/Os triquetrum (Dreieckbein).
v Der Diskus-TFCC (= »triangular fibro-cartilage complex«). TFCC ist
eine ligamentäre Struktur, die an der Ulnaseite des Handgelenks zwi-
schen Ulnakopf und dem Os lunatum bzw. Os triquetrum gelegen ist.
v Das mediokarpale Gelenk – der Raum zwischen körpernaher und
körperferner Handwurzelreihe, oder Handwurzelgelenk (MCG).
v Das distale Radioulnargelenk – das körperferne Drehgelenk zwi-
schen Radius und Ulna.
393 3
3.81 Nennen Sie die Grundsätze der Infektbehandlung an der Hand.
v Frühzeitige operative Intervention und Infektsanierung.
v Anlegen einer Blutsperre statt einer Blutleere.
v Korrekte Schnittführung, um Verletzungen der Gefäß-Nerven-Bün-
del zu vermeiden.
v Abstrich zur bakteriologischen Untersuchung.
v Radikales Débridement.
v Intraoperative Spülung.
v Bei tiefen Infekten oder Osteolysen die Einlage von Septopalkugeln.
v Nur locker adaptierende Hautnähte.
v Postoperative Ruhigstellung.
394 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

4 Gefäßchirurgie

4.1 Grundlagen
Anatomie
4.1 Markieren Sie die korrekten Aussagen zur Anatomie des arteriellen
Gefäßsystems.
Im Körperkreislauf führen die Arterien das
v a sauerstoffreiche Blut von der
v c linken Herzkammer weg in die einzelnen Körperregionen.
Die Arterien verzweigen sich zu
v e Arteriolen und weiter zu
v h Kapillaren (= Haargefäßen). Auf der Ebene der Kapillaren findet der
v i Stoffaustausch
v j Gasaustausch statt.

4.2 Markieren Sie die korrekten Aussagen zur Anatomie des venösen
Systems.
Beim venösen System wird zwischen tiefem und oberflächlichem System
unterschieden. In beiden Systemen gibt es
v b Stammvenen,
v c Seitenäste.

Die beiden Systeme sind über


v d Verbindungsvenen miteinander verbunden.

Beide Systeme haben in den Extremitäten


v f Venenklappen, die den Rückstrom des Blutes zum Herzen unter-
stützen.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_21, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
395 4
4.3 Fügen Sie die fehlenden Begriffe in . Abb. 4.1 ein und beschreiben
Sie den Lungenkreislauf in der richtigen Reihenfolge.

v CO2-reiches v Rechte v Pulmonal- v Lunge


Blut aus dem Herz- arterie
Körperkreislauf kammer

v O2-reiches v Lungen- v Linker v Linke v Körper-


Blut aus venen Vorhof Herz- kreislauf
der Lunge kammer

. Abb. 4.1

4.4 Ordnen Sie die Beschreibung der Wandschichten den anatomischen


Strukturen zu (. Tab. 4.1).

. Tab. 4.1 Gefäßwandschichten

Lösungen

Intima c Innere Gefäßauskleidung


Media a Muskelschicht
Adventitia b Bindegewebige Hülle und Stütze

4.5 Kreuzen Sie die falschen Aussagen zum venösen System an.
falsche Aussagen sind:
b, d

richtige Aussagen sind:


v a Venenklappen sind segelartige Ventile, die sich bei stehendem oder
sich umkehrendem Blutstrom verschließen und somit verhindern,
dass das Blut in die Peripherie zurückfließt.
v c Der venöse Rücktransport des Blutes zum Herz wird durch die
Mechanismen der sog. Muskelpumpe und durch die Pulswelle der
benachbarten Arterie gewährleistet.
396 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

Allgemeine Pathophysiologie
4.6 Bringen Sie den Prozess, der zu arteriellen Erkrankungen führt, in die
richtige Reihenfolge.
Die Entzündungsreaktion in der Gefäßwand wird durch folgende Kaskade
ausgelöst:
1. f Verdickung der Arterienwand.
2. c Umbau der Arterienwand mit Vermehrung von Bindegewebe
(Sklerose).
3. b Die Muskelzellen der Media gehen zugrunde.
4. e Kalk wird eingelagert.
5. d Das Gefäß wird starr und kann sich der Pulswelle nicht mehr
anpassen.
6. a Anstieg des Blutdrucks, Mangeldurchblutung.
7. g Nekrose.

4.7 Erklären Sie, wie eine Sklerose entsteht.


v Gefäßveränderungen unterliegen einem Alterungsprozess: Mit zu-
nehmendem Lebensalter werden in die Intima Fett und Cholesterin-
kristalle abgelagert. Weiße Blutkörperchen wandern in die Gefäß-
wand, um diese Fremdstoffe zu vernichten, und lösen damit eine
Entzündungsreaktion aus. Dieser Vorgang verursacht zunächst eine
Verdickung der Arterienwand. Im fortgeschrittenen Stadium kommt
es zu starker Vermehrung des Bindegewebes (Sklerose).

4.8 Warum wird die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) auch


als »Schaufensterkrankheit« bezeichnet?
v Die pAVK wird auch als »Schaufensterkrankheit« bezeichnet, weil
die Ischämieschmerzen die Erkrankten zu einer Ruhepause zwingen,
damit die Beinmuskeln wieder mit Sauerstoff versorgt werden.

4.9 Welche Aussagen zu venösen Erkrankungen sind falsch?


falsche Aussagen sind:
b, c

richtige Aussagen sind:


v a Bei den Erkrankungen des Venensystems werden Erweiterungen
(Varikosis) von Verschlussprozessen unterschieden.
v d Die Varikosis entsteht meist infolge einer gestörten Klappen-
funktion.
v e Im Endstadium können trophische Störungen der Haut auftreten.
397 4
Grundausstattung
4.10 Fügen Sie den fehlenden Begriff ein.
Typische gefäßchirurgische Instrumente erkennt man an der atraumati-
schen Zahnung.

4.11 Was zeichnet eine Gefäßnaht aus?


v Gefäßnähte sind doppelt armiert, nicht resorbierbar und haben meist
eine schneidende Trokarspitze.

4.12 Kreuzen Sie die richtige Antwort an.


v a Kontrastmittel ist in der Menge und Konzentration der Nieren-
funktion, dem Kreatininwert und evtl. vorhandenen Allergien des
Patienten anzupassen. (Stimmt.)

Implantate
4.13 In der Gefäßchirurgie kommen verschiedene Implantate zum Einsatz.
Ergänzen Sie die fehlenden Inhalte in . Tab. 4.2.
398

. Tab. 4.2 Implantate

Autologes Material Homologes Material Heterologes Material Alloplastisches Material

Material- Körpereigene Hautvenen Venentransplantat Rinder- oder Schweinepe- Industriell gefertigte Implan-
beispiel eines anderen rikard, bovines (Rinder-) tate aus verschiedenen künst-
Menschen (Organspen- Kollagen als Beschichtung lichen Werkstoffen
dervene, Homograft) von Kunststoffprothesen

Vorteile Gute Einheilung, keine Ähnliche Eigenschaften In ausreichender Menge Immer in ausreichender Menge
Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

des Abstoßungsreaktion, nied- wie autologe Vene, vorhanden und ausreichendem Kalibern
Materials riges Infektrisiko, längere geringe Abstoßungs- vorhanden, spezielle Anforde-
Durchgängigkeit im Ver- reaktionen, wenn rungen können erfüllt werden
gleich zu Kunststoffen AB0-kompatibel (Medikamentenanbindung,
Spezialmaterial, spezieller
Zuschnitt)

Nachteile Nicht immer in aus- Kostspielig, eine Zeit- Umstritten wegen Künstliche Prothesen können
des reichender Menge und verzögerung muss BSE-Gefahr, Abstoßungs- Einheilungsstörungen hervor-
Materials ausreichendem Kaliber akzeptiert werden, reaktionen sind möglich rufen (= Perigraftreaktion), die
vorhanden, Verlängerung unsichere Langzeit- Offenheitsrate des Prothesen-
der OP-Zeiten und Ver- ergebnisse bypasses ist nicht so hoch
größerung des Zugangs- wie die der Venenbypasses, das
traumas Infektionsrisiko ist höher als
bei biologischem Material
399 4
4.14 Ordnen Sie die Aussagen der Prothesenform zu (. Tab. 4.3).

. Tab. 4.3 Prothesenformen

Lösungen

Gewebte Polyester- a Prothesen sind sowohl beschichtet als auch


prothese unbeschichtet erhältlich.
b Prothese franst nach dem Ausschneiden
leichter aus.
d Verarbeitung des Polyesters erfolgt mit
mehreren Fäden in mehreren Schichten zu
einer besonders engen Webstruktur.
f Prothesen sind kostengünstig.
Geköperte (ketten- a Prothesen sind sowohl beschichtet als auch
gewirkte) Polyes- unbeschichtet erhältlich.
terprothese
c Die Herstellung erfolgt mit vielen Fäden und
mindestens ebenso vielen Nadeln. Beim
Kettenwirken laufen die Fäden vertikal. Die
Maschen laufen nicht gerade, sondern leicht
schräg.
e Material wird auch als Patch angeboten.

4.15 Unbeschichtete Prothesen müssen durch körpereigenes Fibrin


abgedichtet werden. Wann erfolgt das sog. Clotting?
v Entweder vor der Implantation (= Preclotting, günstig bei längeren
Prothesen) oder
v nach der ersten Anastomose (bei kürzeren Prothesen).

4.16 Welchen Vorteil bieten beschichtete Prothesen?


v Beschichtete Prothesen sind primär dicht, d. h. es dringt kein Blut
durch die Maschen der Prothese. Dadurch kann der Blutverlust ver-
ringert und die Operationszeit verkürzt werden.

4.17 Was bewirkt die Silberacetatbeschichtung auf Polyesterprothesen?


v Polyesterprothesen mit einer Silberacetatbeschichtung oder -durch-
wirkung wirken bakterizid.
400 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

4.18 Woraus resultieren die Nachteile einer PTFE-Prothese im Vergleich zu


Polyesterprothesen?
v Prothesen aus Polytetrafluorethylen (PTFE, Teflon) haben im Gegen-
satz zu den Polyesterprothesen keine Maschen, sondern eine glatte
Oberfläche. Jeder Stich in die Prothese bedeutet ein ausgestanztes
Loch.
Stichkanalblutungen sind daher ein Nachteil dieser Prothesen.

4.19 Markieren Sie die korrekten Aussagen zur Resterilisation von Gefäß-
prothesen.
richtige Aussagen sind:
a, d, e, h

Vom technischen Aspekt kann jede Prothese resterilisiert werden


(a – stimmt).
Gemäß dem (d) Medizin Produkte Gesetz darf kein Artikel resterilisiert
werden, der mit einer durchgestrichenen (e) 2 gekennzeichnet ist.
Beschichtete Prothesen können ebenfalls ohne Funktionsbeeinträchtigun-
gen resterilisiert werden (h – stimmt nicht).

Anastomosentechniken
4.20 Welche Funktion hat eine Stufennaht vor einer Gefäßanastomose?
v An der Intima darf durch die Ausschälung des Kalks keine Stufe ent-
gegen dem Blutstrom entstehen. Diese könnte eine Dissektion verur-
sachen. Deshalb werden Stufen entgegen dem Blutstrom mit einer
Gefäßnaht fixiert.
401 4
4.2 Zugänge
4.21 Ordnen Sie den in . Tab. 4.4 angegebenen Zugängen die möglichen
Gefäßoperationen zu.

. Tab. 4.4 Zugänge für Gefäßoperationen

Zugang Gefäßoperation

Längsschnitt am Vorderrand des Karotisgabel


M. sternocleidomastoideus, erweiterbar A. subclavia
hinter dem Ohr
Mediane Sternotomie Aortenbogen
Aorta ascendens
Truncus brachiocephalicus
Hauptstamm der A. pulmonalis
Anteroposteriore Thorakotomie in Aorta descendens
Rechtsseitenlage
Extraperitonealer Zugang in Rückenlage A. iliaca
Aorta abdominalis
Lumbale Sympathektomie

4.3 Lagerungen und Abdeckungen


4.22 Auf welche gefäßchirurgischen Eingriffe weist . Abb. 4.2 hin und
welche Kriterien sind bei der Abdeckung und Lagerung zu beachten?
(Nennen Sie zwei Kriterien.)

. Abb. 4.2 (Aus Liehn et al. 2016)


402 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

Eingriff:
v An den supraaortalen Gefäßen (z. B. Karotis-OP).

Kriterien:
v Ipsilateralen Arm anlagern, kontralateralen Arm auslagern.
v Bei der Abdeckung ist darauf zu achten, dass der Ansatz des Ohr-
läppchens und das Jugulum nach dem Abdecken gut erkennbar sind.
Sie dienen als Landmarke für den Hautschnitt.

4.23 Auf welche gefäßchirurgischen Eingriffe weist . Abb. 4.3 hin und
welche Kriterien sind bei der Abdeckung und Lagerung zu beachten?
(Nennen Sie zwei Kriterien.)

. Abb. 4.3 (Aus Krettek u. Aschemann 2005)

Eingriff:
v am Arm.

Kriterien:
v Ipsilateralen Arm auf einem Armtisch auslagern, den Oberkörper des
Patienten so weit an die ipsilaterale Tischkante ziehen, dass die Axilla
mit ihr abschließt.
403 4
v Narkosebügel frontal am OP-Tisch anbringen und 90° zum Armtisch
ausrichten.

4.4 Erkrankungen des arteriellen Systems


4.24 Ergänzen Sie die folgende Aussage.
Bevorzugte Lokalisationen der Arteriosklerose sind Gefäßgabelungen.
An den Beinen sind die Femoralisgabel und die A. femoralis superficialis
(AFS) am häufigsten betroffen.

4.25 Ordnen Sie die jeweiligen Symptome den einzelnen Körperregionen


zu (. Tab. 4.5).

. Tab. 4.5 Arterielle Symptome und Körperregionen

Lösungen

TIA (transitorische ischämische Attacke) und b ZNS


PRIND (prolongiertes reversibles ischämisches Defizit)
KHK (koronare Herzkrankheit) c Herz
pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit) a Beine
404 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

4.26 Vervollständigen Sie . Tab. 4.6 zu den Operationstechniken des


arteriellen Systems.

. Tab. 4.6 Operationstechniken des arteriellen Systems

Vorgehen Bedeutung Rekonstruktion

Desoblitera- Wiederherstellung der Durch- Stufen werden mit einer


tion gängigkeit eines verstopften Naht fixiert
Gefäßes (durch Thromben
oder Kalkablagerungen)
Thrombend- Ausschälen von lokalen Kalk- Patchplastik oder Direkt-
arteriekto- ablagerungen naht
mie (TEA)
Interponat Entfernung des betroffenen Gefäßbrücke bestehend
erkrankten Gefäßabschnitts aus Vene oder Prothese
– Ersatz durch Gefäßbrücke
Bypass Überbrückung eines ver- Mit verschiedenen Im-
schlossenen Gefäßabschnit- plantaten als Seit-zu-End-
tes, das verschlossene Gefäß oder End-zu-Seit-Anasto-
wird nicht entfernt mose
Dilatation Aufdehnung einer Stenose Einlage eines Stents (lo-
mit Hilfe eines Ballonkatheters kale innere Gefäßstütze)

4.27 Welche Gefahr besteht bei einer retrograden Desobliteration immer?


Welche Bedeutung hat diese Gefahr für die instrumentelle wie auch
für die Vorbereitung des Patienten?
v Eine retrograde Desobliteration bedeutet immer eine halboffene
Desobliteration bei längeren Stenosen mit Hilfe eines Ringstrippers.
v Während einer retrograden Desobliteration besteht immer die Ge-
fahr einer Ruptur des Gefäßes. Der Patient muss bei einer solchen
OP immer so vorbereitet werden, dass notfalls die Aorta abgeklemmt
werden kann.
405 4
4.28 Ordnen Sie die verschiedenen Venenbypässe ihren Beschreibungen
zu (. Tab. 4.7).

. Tab. 4.7 Venenbypässe

Lösungen

Reversed Bypass b Die Vene wird nach der Entnahme umgedreht;


so sind die Klappen in Flussrichtung offen.
In-situ-Bypass c Die Vene verbleibt in ihrem bindegewebigen
Bett, es wird nur distal und proximal je ein
ausreichendes Ende mobilisiert.
Orthograder a Die Vene wird zunächst mit dem weiten proxi-
Bypass malen Ende an der Spenderarterie angeschlos-
sen. Anschließend werden die Venenklappen
zerstört. Die nun durchgängige Vene wird
dann mit ihrem distalen Ende an der Empfän-
gerarterie anastomosiert.

Dilatative Erkrankungen
4.29 Worin unterscheidet sich ein »echtes« von einem »falschen«
Aneurysma?
v Beim echten Aneurysma erweitert sich die gesamte kranke Gefäß-
wand.
v Ein falsches Aneurysma entsteht durch eine Verletzung (z. B. durch
Punktion) der Gefäßwand.

4.30 Definieren Sie die Begriffe »arterielle Thrombose« und »Embolie«


und benennen Sie je eine Therapiemöglichkeit.
Arterielle Thrombose:
v Verschluss einer Arterie, der durch Verklumpung (Thrombenbil-
dung) von Thrombozyten an der geschädigten Gefäßwand entsteht.
Diese Schädigung kann degenerativ durch Arteriosklerose oder
traumatisch bedingt sein.
v Therapiemöglichkeit:
Thrombektomie des betroffenen Areals mit einem Ballonkatheter
nach Fogarty, Sanierung der Ursache, ggf. medikamentöse Lyse-
therapie (= Auflösung von nicht entfernbaren Thromben, Verhinde-
rung deren Neubildung).
406 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

Embolie:
v Eine Embolie ist der Verschluss einer Arterie, der durch einen
Thrombus entsteht, der sich von seinem Entstehungsort gelöst hat
und mit dem Blutfluss eingeschwemmt wurde. Ursprungsort kann
der linke Herzvorhof bei Herzrhythmusstörungen sein.
v Therapiemöglichkeit:
Lokale Embolektomie; falls notwendig, Anlage eines Bypasses. Anti-
koagulation.

4.5 Intraluminale Dilatation


4.31 Was wird in der Gefäßchirurgie mit dem Begriff »interventionelles
Verfahren« beschrieben?
v Die Methode der Rekanalisation verengter Gefäße mittels spezieller
Katheter wird in der Gefäßchirurgie als »interventionelle« Verfah-
rensweise bezeichnet und meint damit die Wiederherstellung der
Durchblutung nicht auf konventionelle Weise mittels eines Bypasses
oder einer TEA, sondern z. B. durch Aufdehnen des verengten Gefä-
ßes (Dilatation).

Grundausstattung
4.32 Beim Dilatationskatheter handelt es sich um einen doppellumigen
Katheter. Welche Aufgaben haben die beiden Lumina?
v Zentrales Lumen: Das zentrale Lumen durchzieht den Katheter in
seiner gesamten Länge und ermöglicht das Verabreichen von Kon-
trastmittel, Spülflüssigkeit oder Medikamenten wie Actilyse oder
Heparin. Vornehmlich dient es jedoch der Platzierung des Katheters
im Gefäß über einen Führungsdraht.
v Zweites Lumen: Es endet in einem Spezialballon, der, aufgefüllt, eine
Radialkraft auf das Gefäß ausübt.

4.33 Welche Aussagen zur Grundausstattung für die intraluminale


Dilatation sind falsch?
falsche Aussagen sind:
a, d

richtige Aussagen sind:


v b Alle Führungsdrähte besitzen eine weiche Spitze, um Gefäßverlet-
zungen zu vermeiden. Für das Vorschieben endovaskulärer Prothe-
sen sind allerdings steifere Drähte erforderlich.
v c Die Auswahl des Angiographiekatheters richtet sich nach dem An-
wendungsgebiet.
407 4
v e Mit einem Angiomaten ist es möglich, Kontrastmittel in vorher
eingestellter Menge und Druck in das Gefäßsystem zu infundieren.

4.34 Ergänzen Sie die richtigen Begriffe im Lückentext zur Verwendung


von Stents.
Ein Stent ist eine Gefäßstütze (Platzhalter), die innen im Gefäß platziert
wird und so ein Gefäß offen hält. Ein mit dünnem Kunststoff ummantel-
ter Stent (Stent-Graft, Stentprothese) wird zur Abdichtung undichter
Stellen (Leckage) oder bei Aneurysmen verwendet.
Alle Arten von Stents werden in der Regel retrograd in den Körper einge-
bracht.

4.35 Die Verwendungsmöglichkeiten von Stents sind vielseitig.


Welche haben sich bisher durchgesetzt?
v a Koronarangioplastie.
v c Angioplastie der Becken- und Beinarterien.
v d Ausschaltung von Aorten- und Iliacaaneurysmen.

4.36 Stents werden aus verschiedenen Materialien hergestellt. Kreuzen Sie


die korrekten Materialien an.
v a Stahl.
v c Nitinol.

4.37 Welcher Operationstisch wird in der Regel gewählt, wenn eine


Stenteinlage geplant ist?
v Ein Carbontisch bzw. ein Durchleuchtungstisch.

4.6 Weitere Operationsbeispiele


4.38 Ergänzen Sie die Aussage zum Prinzip der Thrombendarteriektomie
der Karotisgabel.
Das Prinzip der OP besteht in der offenen Desobliteration der Karotis-
gabel mit (Wieder-) herstellung optimaler Flussbedingungen.

4.39 Welches sind die Möglichkeiten der Wiederherstellung?


richtige Aussagen sind alle Genannten:
v a TEA mit Patchplastik und Shunteinlage.
v b Anlage eines Venenpatches.
v c Anlage eines Veneninterponats.
v d Anlage eines Protheseninterponats mit einer dünnwandigen
Polytetrafluorethylen- (PTFE-) Prothese.
408 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

4.40 Welche der folgenden Strukturen werden bei der Thrombend-


arteriektomie aufgesucht und angeschlungen?
v a A. carotis communis.
v b A. carotis externa.
v c A. carotis interna.
v f A. thyreoidea sup.
v g N. vagus und N. hypoglossus.

4.41 Markieren Sie die richtigen Aussagen.


v a Bei einer Profunda(erweiterungs)plastik erfolgt die Wiederherstel-
lung optimaler Flussbedingungen von der A. profunda femoris bis
zur A. femoris communis.
v c Nach dem Ausklemmen der Femoralisgabel und Eröffnung des
Hauptgefäßes mit Stichskalpell und Potts-Schere erfolgt die Des-
obliteration mittels Dissektor, Overholt und ggf. Ringstripper.
v d Mit Hilfe eines Embolektomiekatheters werden Thromben aus
dem ausgeklemmten Bereich entfernt.
v f Der Patch wird mit einer fortlaufenden Gefäßnaht eingenäht, das
Fadenende mit einem bezogenen Klemmchen fixiert.

4.42 Wie wird eine entnommmene Vene (z. B. V. saphena magna) für einen
Bypass vorbereitet?
v Die entnommene V. saphena magna wird mit Heparin Lösung
aufgedehnt, um den Durchmesser bzw. die Bypasstauglichkeit zu
beurteilen.
v Unbedingt notwendig ist die Markierung der entnommenen Vene,
um die Venenklappen für den Bypass auszuschalten.
v Die Venenklappen werden nach der Anastomose mit einem
Valvulotom zerstört.
v Mit Hilfe eines Tunnelators und unter Vermeidung einer Rotation
wird die Vene platziert.
409 4
4.43 Erklären Sie das Prinzip des extraanatomischen Prothesenbypasses
und zählen Sie die möglichen Verläufe anhand . Abb. 4.4 auf.

Axillofemoraler
Bypass
unilateral li. o. re.
bilateral

y-förmig

„Cross-over
-Bypass“

. Abb. 4.4 (Aus Lüdtke-Handjery 1981)

Prinzip:
v Transplantation einer Polyesterprothese extraanatomisch (nicht-
anatomischer Verlauf).

Mögliche Verläufe:
v Femorofemoraler Cross-over-Bypass.
v Axillofemoraler Bypass.
v Femorokruraler Bypass auf die A. tibialis anterior oder A. fibularis.
v Femorofemoraler Bypass extraanatomisch von einer zur anderen Seite.
v Verlauf oberhalb der Symphyse im Subkutanbereich.
410 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

4.44 Ordnen Sie die Lagebeschreibungen den Aneurysmabezeichnungen


zu (. Tab. 4.8).

. Tab. 4.8 Aneurysmen

Lösungen

Infrarenales b Das Aneurysma beginnt unterhalb der Nieren-


Aneurysma arterienabgänge, die Aortenklemme kann unter-
halb platziert werden.
Juxta- oder c Das Aneurysma beginnt direkt an den Nieren-
pararenales arterienabgängen oder bezieht sie mit ein. Die
Aneurysma Gefäßwand ist kurz unterhalb der Abgänge der
Nierenarterien noch intakt, für die Aortenklemme
jedoch zu kurz, sie muss oberhalb der Abgänge
platziert werden, die Prothese kann aber unterhalb
eingenäht werden.
Suprarenales a Das Aneurysma beginnt oberhalb der Abgänge der
Aneurysma Nierenarterien, möglicherweise sind auch eine
oder beide Nierenarterien aneurysmatisch verän-
dert und müssen mit rekonstruiert werden.

4.45 Welche Aussagen zum Transperitonealen Aortenersatz sind falsch?


falsche Aussagen sind:
a, b, d, e, f, g

richtige Aussage ist:


v c Das Aneurysma wird digital ausgeräumt und die Thromben wer-
den entfernt.

4.46 Welche Aneurysmen werden unterschieden? Kreuzen Sie die korrek-


ten Formen an.
Es werden folgende Aneurysmen unterschieden:
v b arteriosklerotisch bedingte,
v d traumatisch bedingte.
411 4
4.47 Für den OP-Verlauf beim thorakalen Aortenersatz und die Lagerung ist
es erforderlich zu wissen, in welchem Abschnitt der thorakalen Aorta
sich das Aneurysma befindet. Bitte vervollständigen Sie die Angaben
in . Tab. 4.9.

. Tab. 4.9 Thorakaler Aortenersatz

Abschnitt Lagerung Einsatz Herz-


Lungen-
Maschine

Aorta Beginnt am linken Ventrikel und Rückenlage Ja


ascen- endet am Truncus brachioce-
dens: phalicus
Aorten- Beginnt hinter dem Truncus Rückenlage Ja
bogen brachiocephalicus und endet am
Abgang der A. subclavia sinistra
Aorta Beginnt hinter der A. subclavia Rechts- Nein
descen- sinistra und endet am Zwerchfell seitenlage
dens:

4.48 Bitte markieren Sie die korrekten Aussagen zum thorakalen


Aortenersatz.
Indikationen zur OP stellen
v a Aneurysma,
v b Dissektion der thorakalen Aorta

dar. Rekonstruktionsmöglichkeiten sind:


v c Rohrprothese,
v e Stentprothese.

4.49 Markieren Sie die falschen Aussagen zum thorakoabdominalen


Aortenersatz.
falsche Aussagen sind:
b, d

richtige Aussagen sind:


v a Das Prinzip des Eingriffs besteht darin, den thorakoabdominalen
Aortenabschnitt, der sich von der zwerchfellnahen thorakalen Aorta
bis zu den Nierenarterien oder weiter nach distal erstreckt, mit einer
Polyesterprothese zu ersetzen.
412 Kapitel 4 · Gefäßchirurgie

v c Der Eingriff erfolgt als Zweihöhleneingriff in kombinierter


Rücken-Seiten-Lage.
v e Die Operation eines TAAA (thorakoabdominales Aorten-
aneurysma) ist durch die Hybridoperation weitestgehend verdrängt
worden.

4.50 Was bedeutet der Begriff »Hybridoperation« im Rahmen der Gefäß-


chirurgie? Nennen Sie ein Beispiel.
Hybridoperation:
v Es werden zwei unterschiedliche Verfahren, nämlich die Kombina-
tion aus einer operativen und einer interventionellen Methode,
angewendet.
v Beispiel: Ein thorakales Aortenaneurysma kann mittels vorbereiten-
der offener Operation und einer anschließenden endovaskulären
Ausschaltung mittels Aortenstent versorgt werden.
Bei der Versorgung eines thorakoabdominalen Aneurysmas wird
dieses komplett interventionell gestentet, nachdem die Transposition
der viszeralen Durchblutung mittels einer Aortenprothese sicherge-
stellt wurde.
Bei der Versorgung der Arterienabgänge dient ein Gefäß als
»Spendergefäß«.
Das Verfahren kann ein- oder zweizeitig durchgeführt werden.

4.51 Nennen Sie die mindestens drei Vorteile, die Hybridoperationen bieten.
v Hybridverfahren können ohne den Einsatz der Herz-Lungen-
Maschine durchgeführt werden.
v Traumatische und kardiopulmonale Belastungen werden reduziert.
v Der Blutverlust wird minimiert.
v Die Abklemmzeiten der Gefäße werden verkürzt.
v Hybridverfahren können häufig ohne Eröffnung des Bauchraums
oder Brustkorbs durchgeführt werden.

4.52 Was ist bei Amputationen zu beachten? Kreuzen Sie die richtigen Aus-
sagen an.
v a Richtige Schnittebene am Knochen (schräg nach proximal verlau-
fend).
v d Sorgfältiges Feilen der Knochenränder und eine gute Polsterung
mit Muskel- und Fettgewebe, um das spätere Tragen einer Prothese
zu erleichtern.
v e Nerven mit Lokalanästhetikum umspritzen, um postoperative
Schmerzen zu minimieren.
413 4
4.7 Erkrankungen des venösen Systems
4.53 Beschreiben Sie den Unterschied zwischen einer primären und
sekundären Varikosis.
Primäre Varikosis:
v Die primäre Varikosis entsteht meist als Folge gestörter Venen-
klappenfunktionen.

Sekundäre Varikosis:
v Sie entsteht meist als Folge einer Phlebothrombose (Verschluss der
tiefen Beinvene). Durch den gestörten Abfluss erhöht sich der Druck
im oberflächlichen System und die Hautvenen übernehmen als
Kollateralgefäße die Funktion der tiefen Venen.

4.54 Welche Aussagen zu den Therapiemöglichkeiten bei Varikosis sind


falsch?
falsche Aussagen sind:
a, b

richtige Aussagen sind:


v c Wichtig ist, die Varizen beim stehenden Patienten mit einem
wasserfesten Stift anzuzeichnen und die Perforansvenen extra zu
kennzeichnen.
v d Der Vorteil einer stadiengerechten Therapie der CVI (= chronisch
venöse Insuffizienz) liegt darin, dass nur die erkrankten Venen-
anteile, inkl. der varikösen Seitenäste, entfernt werden.
v e Der Eingriff erfolgt in Blutsperre.
v f Je nachdem, ob die V. saphena magna oder die V. saphena parva
entfernt wird, findet der Eingriff in Rücken- oder Bauchlagerung statt.

4.55 Was ist bei einer Thrombektomie einer tiefen Bein-Becken-Venen-


thrombose vom Instrumentanten vorzubereiten?
v Grundinstrumente,
v Gefäßinstrumente,
v Esmarch-Binden,
v elastische Binden,
v Fogarty- bzw. Okklusionskatheter.

In Bereitschaft:
v Sternummeißel nach Lepp mit Hammer oder eine Sternumsäge,
v Thoraxsieb,
v Medikamente zur Thrombolyse (z. B. Urokinase).
414 Kapitel 5 · Shunt- und Portsysteme

5 Shunt- und Portsysteme

5.1 Katheter und Shunts für die Hämodialyse


5.1 Welche Möglichkeiten kennen Sie, einen Zugang zum Gefäßsystem
zu schaffen, damit bei akutem oder chronischem Nierenversagen
eine Dialyse durchgeführt werden kann? Nennen Sie mindestens drei
Möglichkeiten.
v Vorhofkatheter, offen oder perkutan gelegt (Demers- oder Shaldon
Katheter).
v Dialyse- oder Medikamentenport.
v AV-Shunt (arteriovenöser Shunt).
v CAPD (kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse).

Vorhofkatheter
5.2 Über welche Venen kann ein Demers-Katheter oder ein Shaldon-
Katheter gelegt werden?
v V. jugularis interna rechts.
v V. subclavia rechts.
v V. femoralis communis (selten).

5.2 Portsysteme
5.3 Beschreiben Sie bitte, was unter einem Portsystem verstanden wird
und zu welchem Zweck es gelegt wird.
v Ein Portsystem ist ein Katheter in Kombination mit einer Infusions-
kammer, der vollständig unter der Haut implantiert wird, um spe-
zielle Medikamente zentralvenös applizieren zu können. Sonst wür-
den diese die Venenwand reizen und zu schweren Entzündungen
führen. Wiederholte schmerzhafte und risikoreiche tiefe Punktionen
können so vermieden werden.

5.4 Welche Vorteile bietet ein liegendes Portsystem dem Patienten?


v Geringe Infektionsgefahr, da das gesamte System vollständig unter
der Hautoberfläche implantiert wird.
v Sicherer Gefäßzugang bei Schonung der peripheren Gefäße.
v Verkürzung der Krankenhausverweildauer durch ambulante
Therapie.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_22, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
415 5
5.5 Wie nennt man die Nadel, mit der ein Shunt punktiert wird und was
unterscheidet sie von anderen Kanülen?
v Huber-Punktionsnadel.
v Der spezielle Schliff verdrängt das Silikonmaterial der Portkammer,
stanzt aber kein Loch.

Systemarten
5.6 Beschreiben Sie kurz die Seldinger-Technik, um einen zentralvenösen
Zugang zu legen.
v Punktion der Vene.
v Gefäßerweiterung mit einem Dilatator.
v Vorschieben des Katheters über einen Führungsdraht.

Arteriovenöse Fistel nach Brescia-Cimino


5.7 Was ist unter einer arteriovenösen Shuntanlage zu verstehen?
v Eine chirurgische Verbindung zwischen einer Arterie und einer
Vene.
Durch den Druck des arteriellen Blutes kommt es zu einer Erweite-
rung der Vene und somit zu einer besseren Punktionsmöglichkeit bei
Dialysepatienten.

5.3 Peritoneovenöse Shunts


5.8 Wann ist die Anlage eines peritoneovenösen Shunts indiziert?
v Wenn eine portokavale Shuntanlage nicht möglich ist.
v Bei einer chirurgischen Leberaszitestherapie.
416 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

6 Thoraxchirurgie

6.1 Anatomische Grundlagen


6.1 Aus wie viel Rippenpaaren besteht die knöcherne Thoraxwand?
v b 12 Rippenpaare.

6.2 Bitte ergänzen Sie den folgenden Satz.


Die linke und rechte Thoraxhälfte werden in der Mitte durch das Media-
stinum begrenzt, zum Bauchraum bildet das Zwerchfell die Abgrenzung.

6.3 Markieren Sie bitte die korrekten Aussagen zu den anatomischen


Grundlagen des Thorax.
Von innen unterscheidet man folgende Strukturen:
v a Pleurahöhle,
v c Perikardhöhle,
v d Peritonealhöhle.

6.4 Ordnen Sie die Beschreibungen den Hautschichten der Pleura zu


. Tab. 6.1.

. Tab. 6.1 Hautschichten der Pleura

Lösungen

Pleura visceralis a Diese seröse Hautschicht bekleidet die Lungen-


flügel und geht am Hilus über in die zweite
seröse Hautschicht
Pleura parietalis b Diese seröse Hautschicht bildet das Rippenfell

6.5 Ergänzen Sie den Lückentext zur Anatomie der Lunge.


Die Lunge besteht aus zwei Lungenflügeln‚ die sich rechts und links vom
Mediastinum in jeweils einer Pleurahöhle befinden. Jeder Lungenflügel
wird von einem Hauptbronchus belüftet. Die beiden Lungenhili bilden
zur Körpermitte jeweils eine feste Verbindung, aus der die Hauptbron-
chien und die Hauptäste der A. pulmonalis und der V. pulmonalis ein-
und austreten.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_23, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
417 6
6.6 Bitte markieren Sie die korrekten Aussagen.
Die Lungenflügel teilen sich rechts durch die Fissura
v b horizontalis,
v c obliqua

in drei Lappen, den Ober-, Mittel- und Unterlappen.


Links trennt die Fissura
v f obliqua

den
v g Oberlappen und den
v i Unterlappen.

Die Lungenlappen werden in Segmente unterteilt und von


v j 1–10 nummeriert.

6.2 Thoraxinstrumentarium
6.7 Welche Vorteile bieten Klammernahtinstrumente in der Thorax-
chirurgie? Kreuzen Sie die richtige Antwort an.
v b 90° abgewinkelte Stapler zum Verschluss des Bronchus ermögli-
chen einen zügigen, sicheren und luftdichten Bronchusverschluss.

6.8 Wann kommen in der Thoraxchirurgie Ersatzmaterialien wie nicht


resorbierbare, teilresorbierbare sowie resorbierbare Kunststoffnetze
oder Gore-Tex-Membranen zur Anwendung?
v Nach der Entfernung von Rippen.
v Nach der Resektion des Sternums.
v Nach Perikardresektionen.
v Nach Zwerchfellresektionen.
418 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

Schnittführung b:
Schnittführung a: v zur postero-
v zur antero- lateralen
lateralen Thorakotomie
Thorakotomie

a b

. Abb. 6.1a, b (Aus Heberer et al. 1991)

6.3 Typische Zugangswege und Lagerungstechniken in der


Thoraxchirurgie
6.9 Bei welchen Eingriffen sind die beiden Schnittführungen in
. Abb. 6.1 indiziert?

6.10 Nennen Sie zu beiden Schnittführungen in . Abb. 6.1 die entspre-


chenden Indikationen.
v Indikationen Schnittführung . Abb. 6.1a:
Standardlobektomie, Lungensegment- und Lungenkeilresektionen.
v Indikationen Schnittführung . Abb. 6.1b:
Bronchoplastische und angioplastische Eingriffe, Pancoasttumoren,
Apical-chest-Tumoren, Pleuropneumektomien, Dekortikationen,
distale Tracheateilresektionen.
419 6
6.11 Ordnen Sie die Unterschiede bei der Thoraxeröffnung den Schnittfüh-
rungen in . Abb. 6.1 zu. Tragen Sie Ihre Lösung in . Tab. 6.2 ein.

. Tab. 6.2 Schnittführungen zur Thoraxeröffnung

Lösungen

Schnittführung b Der Hautschnitt erfolgt bogenförmig unterhalb


. Abb. 6.1a des Brustansatzes von der Axilla bis in Sternum-
nähe. Der ICR wird unterhalb der 4. Rippe er-
öffnet.
d Durchtrennt werden neben dem M. serratus
der gesamte M. latissimus dorsi und Teile des
M. subscapularis.
Schnittführung a Der Hautschnitt verläuft bogenförmig nach
. Abb. 6.1b dorsal zwischen dem 4. und 6. Interkostalraum
(ICR).
c Der M. latissimus dorsi wird erhalten, die Inter-
kostalmuskulatur stumpf freipräpariert und der
M. serratus anterior gespalten.

6.12 Für welche Schnittführung in der Thoraxchirurgie werden die


Patienten wie in . Abb. 6.2 gelagert?
v b Mediane Sternotomie.
v c Partielle obere Sternotomie.

. Abb. 6.2 (Aus Krettek u. Aschemann 2005)


420 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

6.13 Nennen Sie zur medianen sowie zur partiellen oberen Sternotomie
entsprechende Indikationen.
v Mediane Sternotomie:
Standardzugang bei Tumoren im vorderen Mediastinum oder zur
thorakalen Trachea sowie gleichzeitige Keilresektionen aus rechter
und linker Lunge, z. B. bei Lungenmetastasen.
v Partielle obere Sternotomie:
Eine partielle obere Sternotomie ist für einige Eingriffe ausreichend
wie z. B. für intrathorakaleThyreoidektomien, Trachearekonstruktio-
nen.

6.14 Welche Aussagen zur Mediastinumeröffnung bzw. -verschluss sind


richtig?
v a Der Hautschnitt verläuft in der Sternummitte unterhalb des
Jugulum bis zum Xiphoid.
v c Durch eine elektrische oder druckluftbetriebene Sternumsäge wird
das knöcherne Sternum eröffnet.
v d Entstehende Blutungen aus den Schnittflächen der Spongiosa
werden koaguliert oder mit Knochenwachs versorgt.
v g Der Verschluss erfolgt mit 5–6 stabilen Drähten mit kräftiger
Nadel und Drahtnadelhalter.

6.15 Welche Funktion hat der vorstehende Teil der Sternumsäge


(. Abb. 6.3)?
Der vorstehende Teil (»Schuh«) schützt die Organe unterhalb des Ster-
nums.

. Abb. 6.3 (Aus Liehn et al. 2016)


421 6
6.4 Thoraxdrainagen
6.16 Welche Aussagen zu Thoraxdrainagen sind falsch?
falsche Aussagen sind:
a, d.

richtige Aussagen sind:


v b Die Drainagen werden an ein vakuum- oder druckbetriebenes
Thoraxsogsystem angeschlossen.
v c Der Sog ermöglicht der Lunge die Ausdehnung und Anpassung an
die Thoraxhöhle.
v e Der Sog sorgt für eine Blut- und Sekretentlastung.

6.17 Welche Maßnahmen werden beim Thorakotomieverschluss


durchgeführt? Kreuzen Sie an.
v a Mittels Wasserprobe können bronchopleurale Fisteln im Bereich
der Lunge, des abgelösten Interlobiums oder des verschlossenen
Bronchusstumpfes erkannt und ggf. übernäht werden. (Stimmt.)
v d Blutstillung mittels Fibrinkleber oder ähnlich wirkenden Materia-
lien. (Stimmt nicht.)
v f Einbringen von mindestens zwei Thoraxdrainagen. (Stimmt
nicht.)
v g Infiltration eines langwirkenden Lokalanästhetikums, um die
Interkostalnerven zu betäuben. (Stimmt.)
v i Nach Aufhebung der überdehnten Lagerung wird der erweiterte
Zwischenrippenraum wieder approximiert. (Stimmt.)
v l Der Interkostalraum wird mit stabilen Stahlnähten verschlossen.
(Stimmt nicht.)
422 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

6.5 Präoperative Diagnostik


6.18 Ordnen Sie die präoperativen Diagnostikverfahren in . Tab. 6.3 den
Beschreibungen zu.

. Tab. 6.3 Präoperative Diagnostik

Lösungen

Thorax- d Zur Tumorlokalisation/Verlagerung thorakaler


röntgen- Strukturen, für aktuelle Hinweise auf Lungenent-
aufnahme zündung, Stauung in der Lungenstrombahn,
Pleuraerguss (maligne?), kardiale Pumpstörung
sowie als präoperativer Ausgangsbefund.
Magnet- e Bildgebendes Verfahren ohne Röntgenstrahlung.
resonanz- Zielregionen der Untersuchung sind das Herz, die
tomographie Blutgefäße, Brustwand (Weichteile) und der Brust-
wirbelkanal.
Positronen- a Modernes bildgebendes Verfahren – durch die
emissions- Stoffwechselaktivität von markiertem Zucker
tomographie gelingt es so, eine Krebsdiagnostik des gesamten
Körpers durchzuführen.
Perfusion- b Eine Untersuchung zur Bestimmung der funktio-
szintigraphie nellen Lungendurchblutung. Zum Ausschluss
regionaler Durchblutungsstörungen (z. B. Lun-
genembolie) und der präoperativen Beurteilung
der funktionellen Operabilität bzw. der nach der
Operation zu erwartenden Lungenfunktionsmin-
derung.
EBUS-TBNA* c Ultraschallgestützte transbronchiale Feinnadel-
aspiration, um Gewebeproben für die Diagnostik
von Mediastinalprozessen, Lymphknoten und
auch Primärtumoren zu gewinnen, sowie zum
Staging hilärer und mediastinaler Lymphknoten.

* EBUS = »endobronchial ultrasound«, TBNA = »transbronchial needle aspira-


tion«.
423 6
6.19 Markieren Sie die falschen Aussagen zur Bronchoskopie.
falsche Aussagen sind:
b, d.
richtige Aussagen sind:
v a Indikationen zur Bronchoskopie stellen die Beurteilung einer
Instabilität der zentralen Atemwege, ggf. Verordnung einer PEP-
Maske (PEP = »positive expiratory pressure«).
v c Der visuelle Einblick ermöglicht die gezielte Gewinnung von
Gewebe aus den Atemwegen und dem Lungenparenchym zur
histologischen Untersuchung.

6.20 Welche weiteren Diagnostikmaßnahmen müssen beim Vorliegen von


Fernmetastasen getroffen werden? Nennen Sie zwei.
v Abdomensonographie: Leber/Nebennieren/abdominelle Lymph-
knoten.
v Knochenszintigraphie bei ossären Metastasen.
v Gegebenenfalls Röntgenzielaufnahmen (nur bei klinischem Hinweis).
v Zerebrales CT (bei klinischem Hinweis).

6.6 Eingriffe an der Lunge


6.21 Beschriften Sie anhand . Abb. 6.4 die verschiedenen Resektions-
verfahren, die an der Lunge durchgeführt werden können.

v atypische
Resektion v Pneumonektomie
v Lobektomie
v Segment-
(Oberlappen) resektion 1-3

vBilobektomie v Basale Segmentresektion

. Abb. 6.4 (Aus Heberer et al. 1993)

6.22 Ordnen Sie die beschriebenen Prinzipien der Resektionsverfahren


den in . Abb. 6.4 dargestellten Resektionen zu.
Lungengewebe wird ohne Präparation der zugehörigen Gefäße und Bron-
chien entfernt: atypische Resektion.
424 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

Entfernung eines oder mehrerer Lungensegmente. Als Indikation für die-


sen Eingriff gelten benigne Tumoren, Bronchiektasen, entzündliche um-
schriebene Prozesse, kleine Karzinome und Karzinom bei schlechter Lun-
genfunktion: Segmentresektion.
Über eine Thoraxeröffnung Resektion eines Lungenlappens unter Ver-
schluss des Lappenbronchus und ggf. Lymphknotenentfernung bei z. B.
einem nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom (BC): Lobektomie.
Resektion zweier benachbarter Lungenlappen, der dritte Lappen verbleibt:
Bilobektomie.
Die Entfernung eines Lungenflügels – wird nur durchgeführt, wenn die
Radikalität es erfordert: Pneumonektomie.

6.23 Welche Aussagen zur Lungenkeilresektion sind richtig?


v b Die VATS (= »video assisted thoracoscopic surgery«) hat sich als
Standardverfahren etabliert.
v c Indikationen stellen diagnostische Lungenkeilresektionen bei
interstitieller Lungenerkrankung dar.
v f Die Lungenkeilresektion kann mit Klemme und Skalpell, aber auch
mittels eines linearen Staplers durchgeführt werden.

6.24 Beschreiben Sie das Resektionsausmaß einer Lobektomie.


v Resektion eines Lungenlappens unter Verschluss des Lappen-
bronchus, ggf. Lymphknotenentfernung.

6.25 Wie wird der Patient für eine Lobektomie gelagert?


v Kontralaterale Seitenlagerung.

6.26 Begründen Sie, warum die Bilobektomie nur rechts-pulmonal


möglich ist:
v Eine linksseitige Bilobektomie ergibt eine komplette Lungenflügel-
entfernung, die Pneumonektomie.

6.27 Markieren Sie die richtigen Aussagen zu bronchoplastischen


Eingriffen.
v b Bei Patienten, für die das Risiko einer Pneumonektomie zu hoch
erscheint, ist die parenchymsparende bronchoplastische Resektion
die Methode der Wahl.
v c Bei zentral wachsenden Tumoren kann eine sog. Manschetten-
resektion vorgenommen werden.
425 6
6.28 Einige der folgenden Aussagen treffen auf eine Lungenflügel-
resektion nicht zu. Welche?
falsche Aussagen sind:
b, c

richtige Aussagen sind:


v a Die Entfernung eines Lungenflügels wird nur durchgeführt, wenn
die Radikalität es erfordert.
v d Nach dem Absetzen des Lungenflügels sollte die Deckung des
Bronchusstumpfes, zur Vermeidung einer Bronchusstumpfinsuffi-
zienz, mit vitalem Gewebe erwogen werden.
v e Zur Deckung eignet sich die von der Thoraxinnenwand gelöste Pleura,
eine Perikardlefze, der Ösophagus und ein freipräparierter interkostaler
Muskellappen oder das Perikard mit perikardialem Fettgewebe.

6.7 Eingriffe an der Trachea


6.29 Markieren Sie die korrekten Aussagen für Trachearesektionen.
Als Indikation für Trachealresektionen gelten entzündliche
v a Stenosen,
v b Tumoren.

Der Zugang richtet sich nach dem betroffenen Trachealabschnitt. Eine Re-
sektion im oberen Abschnitt kann über
v c einen Kocher-Kragenschnitt
v d eine mediane Sternotomie

durchgeführt werden.
Teile der distalen Trachea und der Tracheabifurkation werden über die
übliche
v f rechtsseitige posterolaterale

Thorakotomie zugänglich.

6.30 Welche der folgenden Aussagen zur Tracheateilresektion sind korrekt?


v a Präoperative Bronchoskopie in Narkose durch den Anästhesisten
und den Operateur, um die Länge und Beschaffenheit des zu resezie-
renden Tracheabereichs darzustellen und die Resektionsgrenzen fest-
zulegen.
v b Die manuelle Mobilisation der Trachea reicht vom Kehlkopf bis
zur Hauptcarina, um eine größtmögliche Spannungsfreiheit für eine
End-zu-End-Anastomose zu erhalten.
426 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

v d Vor der Resektion der Tracheastenose und Entnahme des Resek-


tats erfolgt eine Trans-OP-Feld-Intubation.
v g In besonderen Fällen ermöglicht eine Mini-Tracheostomaanlage
die Unterstützung der Atmung bei postoperativer Schwellung der
Trachea.

6.31 Begründen Sie, warum postoperativ der Kopf des Patienten mit dem
Kinn auf der Brust gelagert werden sollte.
v Um eine Überstreckung bzw. Zugwirkung und Instabilität der
Tracheaanastomose zu vermeiden.

6.8 Eingriffe an der Pleura


6.32 Ordnen Sie die Entstehungsursachen eines Pneumothorax den Über-
begriffen in . Tab. 6.4 zu.

. Tab. 6.4 Entstehungsursachen eines Pneumothorax

Lösungen

Spontan b Ruptur einer subpleural gelegenen Emphysemblase


Sekundär a Durchbrochene Malignome, Überdruck in den Atem-
wegen, z. B. nach stumpfem Thoraxtrauma oder per-
forierender Thoraxverletzung
Iatrogen c Nach Pleurapunktion, Thoraxdrainageneinlage,
Überdruckbeatmung oder nach thoraxchirurgischen
Eingriffen

6.33 Welche Aussagen zur Operation beim Pneumothorax sind falsch?


falsche Aussagen sind:
c, d

richtige Aussagen sind:


v a Wenn sich die Lunge nach Anlage einer Thoraxsaugdrainage nicht
ausdehnt, ist eine Indikation zur OP gegeben.
v b Die Ziele der Operation sind die Entfernung der bullösen Ab-
schnitte der Lunge bzw. Verschluss der Fistel und die Verklebung der
Pleura parietalis mit der Pleura visceralis.
v e Die videoassistierte Thorakoskopie (VATS) zur operativen
Revision eines Pneumothorax ist Standard.
427 6
6.34 Markieren Sie die richtigen Aussagen bezüglich der Dekortikation
und der Pleurektomie.
v b Resektion der partiellen Pleura: Pleurektomie.
v d Pleuritis als Indikation: Pleurektomie.
v e Videoassistierte Thorakoskopie (VATS) oder Thorakotomie:
Dekortikation.
v h Mediane Sternotomie als ein möglicher Zugangsweg:
Pleurektomie.

6.35 Eine Pleurektomie wird wie folgt durchgeführt: Der Pleurarand wird
mit einer kräftigen, langen Klemme gefasst, angespannt und durch
stumpfes Präparieren bis zur vorderen und hinteren Umschlagfalte
am Mediastinum bzw. bis zum Zwerchfell komplett herausgelöst. Hier
wird die Pleura scharf abgesetzt. Mit welchem Ziel werden die Thorax-
drainagen gelegt?
v Durch den kontinuierlichen Sog über mehrere Tage entfaltet sich die
Lunge passiv und findet Halt an der geschaffenen Wundfläche.
v Im Rahmen der Wundheilung verklebt die Lungenoberfläche mit der
Thoraxwand und kann sich so durch Flüssigkeits- oder Luftaustritt
in den Pleuraspalt nicht wieder ablösen bzw. kollabieren.

6.36 Nennen Sie mindestens drei Indikation zur VATS (»video assisted
thoracoscopic surgery«).
v Pneumothorax.
v Diagnostik bei Metastasen.
v Pleurektomie sowie Dekortikation bei Pleuraerguss und Empyem.
v Bullaeresektion bei Emphysem.
v Lungenvolumenreduktion: VATS-Lobektomie bei Bronchialkarzi-
nom im Stadium 1.
v Diagnostische Keilresektion bei interstitiellen Lungenerkrankungen.
v Nichtmaligne Rundherde oder Granulome.
v Ausräumung eines Hämatothorax.
v Sympathektomie bei Hyperhidrosis.
v Pleurodese.
428 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

6.37 Welche Aussagen zur VATS sind falsch?


falsche Aussagen sind:
c, d, e

richtige Aussagen sind:


v a Der Eingriff erfolgt über einen 3-Punkt-Zugang (= 3 Hautschnitte
von 2 cm Länge) oder einen 2-Punkt-Zugang.
v b Die Wahl der Schnitte bedingt die spätere Nutzung für
Drainageaustrittstellen oder ein Umsteigen auf eine Thorakotomie.

6.9 Eingriffe am Mediastinum


6.38 Markieren Sie die korrekten Aussagen zur Mediastinoskopie.
Dieser
v a diagnostische

Eingriff dient in der Regel der


v d Entnahme von Lymphknotengewebe.

Der Zugang erfolgt chirurgisch über eine Inzision


v f oberhalb

des Jugulums.

6.39 Nennen Sie die Indikationen der Mediastinoskopie.


Diagnostik bei unklaren Befunden:
v Tumorstaging beim Bronchialkarzinom.
v Materialgewinnung bei mediastinalen Lymphomen.

6.40 Welche Aussagen treffen auf eine Mediastinoskopie zu?


v c Nach Durchtrennung der Halsfaszie erfolgt die Präparation der
Trachea über ein Mediastinoskop.
v d Das Mediastinoskop mit beleuchteter Optik wird in den prä-
trachealen und retrosternalen Raum eingeführt.
429 6
6.41 Ordnen Sie die möglichen Zugangswege in . Tab. 6.5 zum Media-
stinum den Beschreibungen zu.

. Tab. 6.5 Zugangswege zum Mediastinum

Lösungen

Posteriore Medi- d Der Zugang liegt neben der Wirbelsäule in Höhe


astinotomie der Skapula. Auch hier müssen Rippenanteile
reseziert werden.
Anteriore para- c Seitlich neben dem Sternum erfolgt in Höhe der
sternale Media- 2.–3. Rippe der Hautschnitt, bei Bedarf müssen
stinotomie die Knorpelanteile der oben genannten Rippen
reseziert werden.
Kollare Media- a Der Hautschnitt verläuft über dem Jugulum
stinotomie zwischen beiden Mm. sternocleidomastoidei.
Superiore Media- b Der Hautschnitt verläuft parallel zum Vorderrand
stinotomie des M. sternocleidomastoideus.

6.42 Ordnen Sie die in . Tab. 6.6 genannten Tumoren dem vorderen,
mittleren und hinteren Mediastinum zu.

. Tab. 6.6 Mediastinaltumoren

Lösungen

Vorderes Mediastinum a Lymphome


d Perikardzyste
Mittleres Mediastinum b Granulome
e Bronchogene Zysten
Hinteres Mediastinum c Neurogene Tumoren
f Mesenchymale Tumoren
430 Kapitel 6 · Thoraxchirurgie

6.43 Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.


v a Der Zugang zu den Tumoren des vorderen Mediastinums erfolgt
über die mediane, longitudinale Sternotomie. (Stimmt.)
v c Weitere Zugangswege sind die hohe Thorakotomie oder die VATS.
(Stimmt.)

Folgende Gefäße werden bei einer Mediastinaltumorresektion dargestellt:


v e A. carotis,
v g A. brachiocephalica,
v i Aortenbogen.

Bei einer möglichen Eröffnung der Pleurahöhlen wird der


v k N. phrenicus

dargestellt.

6.10 Knöcherne Thoraxwand


6.44 Ordnen Sie dem Prinzip der Korrektur einer Trichterbrust ent-
sprechend zu, ob eine Anhebung oder Umkehrung stattfinden soll
(. Tab. 6.7).

. Tab. 6.7 Trichterbrustkorrektur

Lösungen

Anhebung b Der Rippenknorpel wird durchtrennt und teilweise


reseziert. Das Sternum wird mobilisiert, korrigiert
und mit Kirschner-Drähten oder Spangen stabilisiert.
Umkehrung a Rippen und Sternum werden durchtrennt und so
wieder eingesetzt, dass eine Vorwölbung entsteht.
431 6
6.45 Markieren Sie die korrekten Aussagen zur Trichterbrustkorrektur nach
Nuss.
Eine Metallplatte wird
v b unterhalb

des Sternums implantiert. Die Platte drückt bogenförmig das Sternum


nach außen und verbleibt
v c 2–3 Jahre

im Brustkorb.

6.46 Welche Aussagen zu Thoraxwandtumoren sind richtig?


v a Der Tumor wird im Gesunden unter kompletter Mitnahme der
Rippen entfernt. Aus Radikalitätsgründen wird benachbartes
Lungengewebe en bloc mitreseziert.
v b Man unterscheidet zwischen Knochen- und Weichteiltumoren.
v d Bei Resektionen von mehr als 3 Rippen sollte zur Brustwand-
stabilisierung eine Brustwandrekonstruktion stattfinden.
v e Große Brustwand- oder Sternumdefekte können durch eine
»Sandwichplastik« mit einer anmodellierten Knochenzementplatte
zwischen 2 Blättern einer Gore-Tex-Membran oder einem resorbier-
baren Kunststoffnetz ergänzt werden.
432 Kapitel 7 · Kardiochirurgie

7 Kardiochirurgie

7.3 Herz-Lungen-Maschine (HLM)


7.1 Mit der HLM oder auch extrakorporaler Zirkulation (EKZ) besteht
die Möglichkeit, Eingriffe am stillstehenden und blutleeren Herz vor-
zunehmen. Nennen Sie mindestens zwei Eingriffe, für die die HLM
benötigt wird.
v Koronare Bypassoperationen.
v Klappenchirurgie.
v Eingriffe an großen herznahen Gefäßen.
v Korrekturen angeborener Herzfehler.
v Herztransplantationen.

7.2 Bestimmte Operationen, wie beispielsweise die Resektion von Aor-


tenbogenaneurysmen, werden z. T. in tiefer Hypothermie (18–22°C)
durchgeführt. Wie lange kann der Kreislaufstillstand damit toleriert
werden?
v Eine Unterbrechung der Perfusion (Kreislaufstillstand) für eine Zeit
von 30–60 min ist möglich.

7.3 Ergänzen Sie die fehlenden Begriffe im Lückentext zu HLM-


Operationen.
Anfahren der HLM. Das Blut gelangt dabei passiv zur HLM, wird dort mit
O2 angereichert (oxygeniert) und von CO2 befreit und anschließend über
die arterielle Linie in die Aorta ascendens bzw. A. femoralis zurückge-
führt.
Einlegen eines sog. Aortenwurzelkatheters in die Aorta ascendens zur
Verabreichung von Kardioplegielösung und zum späteren Entlüften des
Herzens.
Queres Abklemmen der Aorta ascendens mit der Fogarty-Klemme.
Stillstellen des Herzens durch eine sog. kardioplegische Lösung. Diese ist
meist 4–10°C kalt und enthält Kalium, das zu einer elektromechanischen
Entkoppelung des Herzmuskelgewebes führt.
Durch den Stillstand des Herzens und die Kühlung werden die Energie-
reserven des Herzens geschont, z. B. für Eingriffe am stillstehenden und
blutleeren Herzen.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_24, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
433 7

I
II
b III
c f
e IV
d
V

. Abb. 7.1 Chirurgische Zugänge. (Aus Liehn et al. 2016)

7.4 Chirurgische Zugänge


7.4 Benennen Sie die in . Abb. 7.1 eingezeichneten Zugangswege
zum Herzen.
v a = Mediane Sternotomie.
v b = Partielle superiore Sternotomie.
v c = Partielle inferiore Sternotomie.
v d = Links anteriore Thorakotomie.
v e = Rechts anteriore Thorakotomie.
v f = Links anterolaterale Thorakotomie.

7.5 Koronarchirurgie
7.5 Beschreiben Sie kurz das Prinzip der operativen Behandlung
einer Angina pectoris.
v Das Prinzip der operativen Behandlung der koronaren Herzkrank-
heit ist die Normalisierung des O2-Angebots an das Herzmuskel-
gewebe. Dies wird erreicht durch die Überbrückung (Bypass) der
Koronarstenosen oder -verschlüsse mit körpereigenen arteriellen
oder venösen Gefäßen.
434 Kapitel 7 · Kardiochirurgie

7.6 Bitte erklären Sie folgende Abkürzungen.


LIMA: »left internal mammary artery«, linke innere Brustbeinarterie.
RIMA: »right internal mammary artery«, rechte innere Brustbein-
arterie.
LAD: »left anterior descending«, vordere absteigende Koronararterie.
ACVB: aortokoronarer Venenbypass.

7.7 Welche arteriellen oder venösen Gefäße werden bevorzugt


entnommen, um eine koronare Bypassoperation durchzuführen?
v V. saphena magna.
v A. radialis.
v A. gastroomentalis.
v A. mammaria rechts und links.

7.6 Linksventrikuläre Aneurysmektomie


7.8 Was ist unter dem Begriff »linksseitige Aneurysmektomie« zu
verstehen?
Die Verkleinerung des Innendurchmessers der aneurysmatisch veränder-
ten linken Herzkammer.
435 7
7.7 Aortenklappenchirurgie
7.9 Aus welchem Material können Klappenprothesen hergestellt werden?
Benennen Sie deren Vor- und Nachteile in . Tab. 7.1.

. Tab. 7.1 Klappenprothesen

Material Vorteile Nachteile

Alloplastische Unbegrenzte mecha- Thromboembolische


Prothesen (aus nische Haltbarkeit. Komplikationen.
Kunststoff oder Lebenslange Antikoagu-
Metall) lation mit oralen Anti-
koagulanzien (Marcu-
mar) erforderlich
Klappen aus biolo- Geringe Rate an throm- Begrenzte Haltbarkeit
gischen Materialien boembolischen Kompli- (Im Vergleich zu mecha-
(heterologe Klap- kationen. Daher kann auf nischen Herzklappen-
pen aus Schweine- eine dauerhafte Antikoa- prothesen eine etwas
bzw. Rinderperi- gulation mit Ausnahme höhere Reoperations-
kard), teilweise eines bestehenden rate). Biologische Herz-
gestentet Vorhofflimmerns ver- klappen halten aufgrund
zichtet werden. der unterschiedlichen
mechanischen Belas-
tung in der Aortenposi-
tion länger als in der
Mitralposition
Homologe Aorten- Längere Haltbarkeit als Begrenzte Haltbarkeit
klappen (Homo- heterologe biologische mit erneutem Auftreten
grafts = mensch- Klappen. von Klappenverkal-
liche Klappen von Bei regelmäßigem Herz- kungen bzw. -insuffi-
Spendern) rhythmus keine Antikoa- zienzen.
gulation erforderlich. Begrenzte Verfügbarkeit
von Homografts.
436 Kapitel 7 · Kardiochirurgie

7.10 Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen zu den Auswahlkriterien


des Klappentyps an.
Alloplastische Klappen werden meist
v a jüngeren

Patienten und insbesondere in der


v c Mitralposition

implantiert.

7.11 Biologische Herzklappen sind für Patienten geeignet, bei denen


eine Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten grund-
sätzlich problematisch ist. Um welche Patienten handelt es sich?
v Frauen mit Kinderwunsch.
v Patienten im Alter von über 75 Jahren.
v Patienten mit entsprechenden Blutungsrisiken.

7.8 Mitralklappenchirurgie
7.12 Was ist unter dem Begriff »Mitralklappe« zu verstehen und welche
Funktionsstörungen dieser Klappe kennen Sie?
v Die Mitralklappe ist das Ventil zwischen linkem Vorhof und linker
Herzkammer.
v Funktionsstörungen der Mitralklappe können bestehen bei einer
unzureichenden Mitralklappenöffnung (Mitralklappenstenose) bzw.
bei einem undichten Klappenschluss (Mitralklappeninsuffizienz).
Außerdem gibt es sog. kombinierte Mitralklappenerkrankungen, bei
denen sowohl eine Stenose- als auch eine Insuffizienzkomponente
besteht.

7.13 Welche Aussagen zur Mitralklappenstenose sind richtig?


v a Hauptursache einer Mitralklappenstenose ist eine vorangegangene
rheumatische Erkrankung.
v c Schließlich verkalkt der Klappenapparat.
v d Die Verminderung der Klappenöffnungsfläche von normal
4–6 cm2 auf 1 cm2 führt bereits in Ruhe zu Beschwerden.
v f Als Komplikationen können arterielle Embolien entstehen.
v g Bei Fortbestehen der Mitralstenose kann es dann zur Lungen-
stauung bis hin zum Lungenödem und zur Widerstandserhöhung im
kleinen Kreislauf kommen.
437 7
7.10 Aortenaneurysmachirurgie
7.14 Bitte fügen Sie die fehlenden Begriffe korrekt ein.
Bei einer krankhaften Erweiterung der Aorta sprechen wir von einem
Aortenaneurysma. Dabei können die aufsteigende Aorta (Aorta ascen-
dens), der Bogen und die absteigende Aorta (Aorta descendens) betrof-
fen sein.
Bei einem Überschreiten des Aortendurchmessers auf mehr als 5,5 cm ist
die Indikation zur baldmöglichen Operation gegeben.
Ist es durch die Erweiterung der Hauptschlagader mit nachfolgender Er-
höhung der Wandspannung zum Einriss der Gefäßinnenhaut (Intima)
gekommen, kann sich eine Blutung zwischen den verschiedenen Schich-
ten der Aortenwand von der Aorta ascendens über den Bogen bis in die
Aorta descendens entwickeln. Dabei bezeichnet man den Einriss, der in
den meisten Fällen in der Aorta ascendens liegt (Stanford-A-Aneurysma),
als »entry«.
Gibt es im weiteren Verlauf einen weiteren Einriss, der meist im Bereich
der Aorta descendens bzw. der Bauchaorta liegt, bezeichnet man dies als
»reentry«.

7.15 Wie nennt man die Operationsmethode, wenn bei ausgedehnten


dissezierenden thorakalen Aneurysmen unter Einbeziehung von
Aorta ascendens, Aortenbogen und Aorta descendens der operative
Aorta-ascendens- und/oder Aortenbogenersatz mit einem ante-
graden einzeitigen Stenting der Aorta descendens kombiniert wird?
v Hybrid-Aneurysmektomie.

7.11 Chirurgie kongenitaler Herzfehler


7.16 Welche Aussage ist falsch?
die falsche Aussage ist:
a

die richtige Aussage ist:


v b Es besteht ein Defekt in der Vorhofscheidewand, der meist im
Bereich des ehemaligen Foramen ovale gelegen ist.

7.17 Bitte erklären Sie die Abkürzung ASD.


v Atriumseptumdefekt.
Je nach Lokalisation wird zwischen dem Ostium-secundum-Defekt
(II, ASD II), dem Ostium-primum-Defekt (ASD I), einem offenen
Foramen ovale und einem Sinus-venosus-Defekt unterschieden.
438 Kapitel 7 · Kardiochirurgie

7.18 Nennen Sie die Symptome eines großen Vorhofseptumdefektes.


v Bei großen Vorhofseptumdefekten mit entsprechend großem
Shuntvolumen kann es zu einem Leistungsabfall, zu gehäuften
Bronchitiden, zu Luftnot und zu Vorhofrhythmusstörungen kom-
men. Ferner besteht bei Patienten mit Atriumseptumdefekt das
Risiko einer Endokarditis.

7.19 Wann ist bei einem Ventrikelseptumdefekt (VSD) eine Operations-


indikation gegeben?
v Eine OP-Indikation besteht bei einem Shuntvolumen von mehr als
40% oder/und einer shuntbedingten Druckerhöhung im kleinen Kreis-
lauf mit der Gefahr der Entwicklung einer Eisenmenger-Reaktion.

7.20 Bitte ergänzen Sie die fehlenden Begriffe.


Typisch ist die Kombination einer Aortenisthmusstenose (Coarctatio
aortae) mit einem offenen Ductus Botalli sowie einer valvulären Aorten-
stenose.
Man unterscheidet einen präduktalen und einen postduktalen Typ der
Aortenisthmusstenose.

7.21 Bitte kreuzen Sie die korrekten Aussagen an.


Die präduktale Aortenisthmusstenose (sog. kindliche Form) erfordert
meist eine
v a notfallmäßige Operation.

Die postduktale Aortenisthmusstenose ist in der Kindheit oft


v d asymptomatisch.

Später entwickeln sich die Folgen der Hypertonie in der oberen Körper-
hälfte mit
v e Linksherzbelastung,
v g frühzeitiger Zerebralsklerose,
v h Risiko von Schlaganfällen bereits im Jugendalter

sowie einer bakteriellen Endokarditis.


439 7
7.12 Erkrankungen des Herzbeutels
7.22 Was ist unter einem »Panzerherz« zu verstehen?
v Perikarditiden können zu einem Panzerherz (konstriktive Peri-
karditis) führen. Dabei kommt es zu zunehmender Verschwielung
und Verkalkung des Epi- bzw. Perikards.

7.13 Herztumoren
7.23 Herztumoren sind selten. Welches ist der häufigste Tumor und
wo ist er überwiegend zu finden?
v Der häufigste Tumor ist das gutartige Myxom, das überwiegend im
linken Vorhof, ausgehend von einem Stiel am Vorhofseptum, zu
finden ist.

7.14 Pulmonale Thrombektomie


7.24 Betrachten Sie . Abb. 7.2. Sie zeigt ein Operationspräparat einer
Patientin mit einer tiefen Beinvenenthrombose. Welche OP-Indikation
könnte gegeben gewesen sein?
Fulminante Lungenembolie.

. Abb. 7.2 (© Abb. freundlicherweise überlassen von RIESSmedien)

7.25 Bitte fügen Sie die fehlenden Begriffe ein.


Bei Patienten mit rezidivierenden Lungenembolien kann es infolge der
Verlegung der Pulmonalarterien durch Thromben zu einer schweren pul-
monalen Hypertonie kommen. Diese Patienten können in tiefer Ganz-
körperhypothermie (20°C) mit Hilfe der HLM und mit intermittierendem
Kreislaufstillstand pulmonal thrombektomiert werden. Dabei wird unter
440 Kapitel 7 · Kardiochirurgie

Zuhilfenahme eines Instrumentes, genannt Dissektor, altes thromboti-


sches Material zusammen mit der Gefäßintima (Thrombarteriektomie)
entfernt.

7.15 Behandlung von Herzrhythmusstörungen


7.26 Was ist unter einem »physiologischen Herzschrittmacher«
zu verstehen?
v Eine Elektrode wird im Bereich des Vorhofs und eine weitere im
Bereich der rechten Herzkammer gelegt, weil die Herzrhythmusüber-
leitung vom Sinusknoten auf beide Ventrikel nicht ordnungsgemäß
funktioniert.

7.27 Ergänzen Sie folgenden Text zum Thema der internen Defibrillation.
Sogenannte bösartige ventrikuläre Rhythmusstörungen können zu Kam-
merflimmern/Kammerflattern führen. Gelingt es nicht, diese Patienten
durch entsprechende Antiarrhythmika zu behandeln, besteht bei Auslös-
barkeit von Kammerflimmern während einer elektrophysiologischen Un-
tersuchung die Indikation zur Implantation eines internen Defibrillators.
Moderne Defibrillatoren verfügen über Sensing-Defibrillations-Elektro-
den, die genau wie bei einer Schrittmacherimplantation transvenös und
endokardial unter Bildwandlerkontrolle implantiert werden können.
441 8
8 Gynäkologie

8.1 Anatomische Grundlagen


8.1 Ergänzen Sie die Begriffe zu den allgemeinen anatomischen
Grundlagen.
Die weiblichen Geschlechtsorgane sind unterteilt in inneres und äußeres
Genitale. Dazu gehören folgende Organe:
Inneres Genitale:
v Ovarien,
v Tuben,
v Uterus,
v Vagina.

Äußeres Genitale:
v kleine und großen Schamlippen,
v Kitzler (Klitoris),
v Scheidenvorhof.

Insgesamt wird das äußere Genitale auch bezeichnet als


v Vulva.

Die Gefäßversorgung des weiblichen Genitale erfolgt über die


v A. uterina und die
v A. ovarica.

8.2 Ergänzen Sie die Begriffe zur Anatomie des Uterus


Der Uterus liegt im kleinen Becken zwischen Rektum und Blase. Er ist
üblicherweise nach vorn gewölbt = anteflektiert. Die Gebärmutter wird
in 4 Segmente eingeteilt:
1. Dach (Fundus),
2. Körper (Korpus),
3. Hals (Zervix),
4. Mund (Portio).

Große Teile des Uterus liegen intraperitoneal und sind mit Peritoneum
überzogen. Innen ist der Uterus mit Endometrium ausgekleidet. Der Ute-
rus hat nach allen Seiten einen Halteapparat, der aus 3 kranialen und
3 kaudalen Bändern besteht.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_25, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
442 Kapitel 8 · Gynäkologie

8.2 Zugänge in der Gynäkologie


8.3 Ordnen Sie die Merkmale der operativen Zugänge in der Gynäkologie
korrekt zu (. Tab. 8.1).

. Tab. 8.1 Zugänge in der Gynäkologie

Lösungen

Suprasymphysärer b Gute kosmetische Ergebnisse


Faszienquer-
f Hautschnitt quer, leicht bogenförmig, wenn
schnitt nach
möglich unterhalb des suprapubischen Haar-
Pfannenstiel
ansatzes
Medianer Unter- a Gute Erweiterungsmöglichkeit und geringere
bauchlängsschnitt Blutungsgefahr
c Längsschnitt im Bereich der Linea alba nach
distal bis zur Symphyse, nach proximal bis zum
Nabel
d Platzbauch- und Herniengefahr
e Bei operativ größerem Raumbedarf

8.3 Lagerungen und Abdeckungen


8.4 Welche Aussagen zur Lagerung bei Eingriffen in der Mammachirurgie
sind richtig?
v a Die Lagerung kann sowohl in Rückenlagerung als auch in Beach-
Chair-Lagerung erfolgen.
v d Ein Polstern der Fersen und eine Entlastung der Kniegelenke
sowie eine Fixation der Patientin mit einem Gurt sind unbedingt
notwendig.
v e Das Gesäß der Patientin muss gut gepolstert im Knick des OP-
Tisches liegen.
v g Auf einen Narkosebügel kann verzichtet werden.
443 8
8.5 Ordnen Sie die Merkmale der Steinschnittlagerungen den beiden
Variationen zu (. Tab. 8.2).

. Tab. 8.2 Steinschnittlagerung

Lösungen

Steinschnittlage- a Diese Lagerung wird bei allen gynäkolo-


rung mit abge- gischen Laparotomien und Laparoskopien
senkten Beinen durchgeführt.
c Das Gesäß schließt mit der Tischkante ab.
e Die Beine der Patientin sind 40–45° ge-
spreizt.
f Die Oberschenkel werden in Verlängerung
des Körpers gelagert.
Steinschnittlage- b Das Gesäß ragt etwas über das Tischende.
rung mit hochge-
d Die Unterschenkel liegen gut gepolstert in
stellten Beinen
den Halbschalen in 100° Kniebeugung.

8.6 Kreuzen Sie die für die Bauchlagerung nach Standard richtige
Aussage an bzw. ergänzen Sie die fehlenden Begriffe.
Die Operationslagerung erfolgt
v b nach der Intubation.

Die Lagerung des Körpers und der Beine erfolgt mit Hilfe von Lagerungs-
rollen – dabei werden diese unter
v c Thorax
v d Becken
v e distale Unterschenkel

platziert.

8.7 Welche Grundsätze müssen bei der Bauchlagerung nach Standard


eingehalten werden? Kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.
Folgende Grundsätze müssen eingehalten werden:
v a Kehlkopf und Brüste dürfen nicht gequetscht werden, die Schul-
tern müssen frei liegen. (Stimmt.)
v c Patellae und Zehen sind frei und druckentlastet zu lagern.
(Stimmt.)
444 Kapitel 8 · Gynäkologie

v f Bei der Lagerung der Arme liegen die distalen Gelenke höher als
die proximalen. (Stimmt nicht.)

8.4 Gynäkologisches Instrumentarium


8.8 Bezeichnen Sie die Instrumente in . Abb. 8.1, . Abb. 8.2, . Abb. 8.3,
. Abb. 8.4 und benennen Sie deren Funktion bei der Operation.

. Abb. 8.1 (© Fa. Aesculap AG) . Abb. 8.2 (© Fa. Aesculap AG)

. Abb. 8.3 (© Fa. Aesculap AG) . Abb. 8.4 (© Fa. Aesculap AG)
445 8
v . Abb. 8.1: Scheidenspekulum nach Breisky, Funktion: Erlaubt die
Einstellung des Situs vaginal in alle Richtungen.
v . Abb. 8.2: Scheidenspekulum nach Scherback, Funktion: Durch das
Gewicht hält dieses Spekulum selbst.
v . Abb. 8.3: Hegarstift, Funktion: Zum Dilatieren der Portio.
v . Abb. 8.4: Kürette (scharf oder stumpf), Funktion: Zur Aus-
schabung des Uterus.

8.5 Medikamente
8.9 Ordnen Sie die Medikamente in . Tab. 8.3 ihrem Einsatz zu.

. Tab. 8.3 Medikamente

Lösungen

Lokalanästhetikum b Verdünnt mit Ringer-Lösung zur besseren


(z. B. Xylonest, räumlichen Darstellung und für verminderte
Scandicain) Blutung in der Beckenbodenchirurgie
geeignet.
c Geeignet zur lokalen Injektion, um post-
operativem Schmerz vorzubeugen.
Antibiotikahaltige d Verdünnt mit Ringer-Lösung zur Vorbeugung
Lösungen einer postoperativen Infektion bei der Implan-
(z. B. Gentamycin) tation von Bio-Meshs.
Bakterielle Neuro- a Gemischt mit NaCl zur Behandlung von
toxine (z. B. Botuli- Erkrankungen der überaktiven Blase mit und
numtoxin) ohne Inkontinenz.

8.6 Operative Eingriffe


8.10 Welche Aussagen zur Marsupialisation sind richtig?
v b Die Verstopfung tritt meist einseitig auf und führt zur massiven
Schwellung der Labie.
v c Aus einer schmerzlosen Zyste kann sich ein Abszess entwickeln.
v d Das Prinzip der OP beruht auf der Öffnung und Entleerung des
Abszesses/der Zyste sowie der Schaffung eines neuen Drüsenaus-
führungsgangs.
446 Kapitel 8 · Gynäkologie

8.11 Nennen Sie je eine diagnostische und eine therapeutische Indikation


für eine Abrasio.
Diagnostische Indikation:
v Klärung von Blutungsstörungen, insbesondere bei Postmenopausen-
blutungen.
v Karzinomverdacht.

Therapeutische Indikation:
v Entfernung von Endometriumresten.
v Hypermenorrhö.

8.12 Ordnen Sie die Charakterisierungen der Abrasio oder der Abortküret-
tage zu (. Tab. 8.4).

. Tab. 8.4 Abrasio und Abortkürettage

Lösungen

Abrasio c Das Ausschaben der Tubenecken erfolgt mit einer


kleineren Kürette.
d Zur Diagnostik oder zur Sicherstellung der vollstän-
digen Entfernung des Materials kann vor bzw. nach
dem Eingriff eine Kontrolle mittels Hysteroskopie
erfolgen.
e Zervix- und Korpusmaterial werden streng vonein-
ander getrennt und histologisch untersucht.
f Die Entnahme des Materials erfolgt mit Hilfe von
scharfen Küretten.
Abort- a Entfernung des Materials mit Küretten und einer
kürettage Fasszange.
b Mit Hilfe einer Saugkürette erfolgt das Vorgehen
schneller und schonender.

8.13 Nennen Sie zwei Ziele der Konisation.


v Exakte histologische Untersuchung.
v Bei nichtinvasiven Neoplasien oder schweren Dysplasien der Zervix
endgültige Therapie durch die Entfernung des veränderten Gewebes
im Gesunden.
447 8
8.14 Nennen Sie drei mögliche Techniken, mit denen eine Konisation
durchgeführt werden kann.
v Mit dem Skalpell, für eine genauere histologische Untersuchung zur
Abklärung verdächtiger Abstriche,
v mit Lasertechnik (CO2),
v mit dem monopolaren Messer/Schlinge, um weniger Blutungen (z. B.
Behandlung der Ektopie) zu provozieren.

8.15 Markieren Sie die richtigen Aussagen.


v b Die karzinomgefährdete Zone liegt bei jungen Frauen mehr im
Zervikalbereich. (Stimmt nicht.)
v d Die karzinomgefährdete Zone liegt bei älteren Frauen mehr auf der
Portio. (Stimmt nicht.)
v e Bei jungen Frauen wird ein breiter, flacher Konus entnommen.
(Stimmt.)
v g Bei älteren Frauen wird ein schmaler, hoher Konus entnommen.
(Stimmt.)
v j Die Resektionsgrenzen lassen sich mittels Anfärbung der Portio
bestimmen: erkrankte Bezirke verfärben sich, gesunde werden weiß-
lich oder verfärben sich nicht. (Stimmt nicht.)
v k Nach der Konisation erfolgt immer eine fraktionierte Abrasio.
(Stimmt.)

8.16 Nennen Sie zwei Indikation für Operationen bei Zervixinsuffizienz.


v Insuffizienz des Gebärmutterhalses in der Schwangerschaft.
v Zur Prophylaxe eines Abortes bei vorausgegangenen Spätaborten.
v Als Therapie bei Eröffnung des inneren Muttermundes vor der
28. Schwangerschaftswoche (dabei darf keine Scheideninfektion vor-
liegen).

8.17 Um welche Operationstechnik handelt es sich? Kreuzen Sie die


richtige Antwort an.
Mittels einer nicht resorbierbaren subkutanen Naht, die 4-mal ausgesto-
chen wird, wird der Muttermund eingeengt oder verschlossen: a – Cer-
clage nach McDonald.
Mit resorbierbaren Einzelknopffäden wird die vordere und hintere Mut-
termundlippe im zweischichtigen Verfahren aufeinander genäht: f – Mut-
termundverschluss nach Szendi.
Ein nicht resorbierbarer Faden mit stumpfer Nadel wird mittels Einstich
bei 12 h und Ausstich bei 6 h um die Zervix herumgeführt: h – Cerclage
nach Shirodkar.
448 Kapitel 8 · Gynäkologie

8.18 Markieren Sie die korrekten Aussagen zur vaginalen Hysterektomie.


Bei folgenden Indikationen ist eine vaginale Hysterektomie indiziert:
v a Erhöhtes allgemeines OP-Risiko.
v b In Kombination mit Deszensusoperationen.
v e Uterus myomatosus, wenn dieser Faustgröße nicht überschreitet.

8.19 Welches sind die Vorteile der vaginalen gegenüber der abdominalen
Hysterektomie? (Nennen Sie mindestens zwei.)
v Geringes postoperatives Trauma.
v Leichtere postoperative Mobilisation der Patientinnen.
v Geringeres Thromboserisiko.

8.20 Welche Nachteile ergeben sich aus dem Verfahren gegenüber der
abdominalen Hysterektomie? Markieren Sie die korrekten Aussagen.
v c Technisch schwierig bei Voroperationen am Uterus.
v d Einschränkte Möglichkeiten, an den Adnexen zu operieren.

8.21 Bringen Sie die Operationsschritte bei der vaginalen Hysterektomie


in die richtige Reihenfolge.
1. a Abdeckung
2. c Einstellen und Anhaken der Portio mit Spekula und Hakenzangen.
3. g Zirkuläres Umschneiden der Portio mit dem Skalpell.
4. f Vorderer Scheidenschnitt = vordere Kolpotomie.
5. d Hinterer Scheidenschnitt = hintere Kolpotomie.
6. e Eröffnung des Douglas-Raums (hintere Kolpozöliotomie).
7. l Absetzen der Parametrien.
8. m Absetzen der Ligg. sacrouterina.
9. i Absetzen der Uterinagefäße und der Ligg. cardinalia.
10. j Stürzen des Uterus.
11. k Darstellung der Adnexe.
12. n Entfernen des Uterus.
13. h Inspektion der Adnexe.
14. p Verschluss des Peritoneums.
15. o Verschluss der Scheidenwunde.
16. b Legen eines Blasenverweilkatheters oder einer suprapubischen
Ableitung.
449 8
8.22 Welche Defekte werden jeweils ursächlich der Entstehung eines
Descensus uteri und eines Descensus vaginae zugeordnet?
Descensus uteri:
v Defekt des Lig. sacrouterina, Lig. cardinale und Lig. teres uteri.

Descensus vaginae:
v Defekt der Levatormuskulatur und des Beckenbindegewebes.

8.23 Markieren Sie die korrekten Aussagen zum Genitaldeszensus.


Durch die Erschlaffung der hinteren Scheidenwand entsteht/entstehen
v a Rektozele,
v c Enterozele.

8.24 Welche Ursachen begünstigen die Entstehung eines Genital-


deszensus? (Nennen Sie mindestens zwei.)
v Primäre oder sekundäre Bindegewebsschwäche.
v Überdehnung oder Verletzungen durch Geburten.
v Erhöhter intraabdomineller Druck, z. B. durch chronischen Husten,
Heben, Übergewicht.
450 Kapitel 8 · Gynäkologie

8.25 Ordnen Sie die OP-Techniken in . Tab. 8.5 bei Genitaldeszensus den
Beschreibungen zu.

. Tab. 8.5 Operationen bei Genitaldeszensus

Lösungen

Utero- e Durch ein in den Douglas-Raum eingebrachtes


sakropexie Netz und die Befestigung mit einer Titanspirale
am Promontorium wird die anatomisch gerechte
Achse der Vagina beibehalten. Der Eingriff kann
komplett laparoskopisch oder als vaginal-laparo-
skopische Operation durchgeführt werden.
Vordere b Durch Spaltung der Scheidenhaut in der Mittelli-
Kolporrhaphie/ nie wird der Blasenpfeiler von lateral gefasst und
vordere Plastik durch quere Nähte nach medial verlagert und
vernäht. Dadurch entsteht unter der Blase eine
Doppelung der Faszie.
Vaginale Kolpo- d Sakrospinale Scheidenstumpffixation oder sakro-
sakropexie spinale Fixation unter Uteruserhalt.
Hintere Kolpo- c Durch Spaltung der Scheidenhaut in der Mittelli-
perineorrha- nie wird der Rektumpfeiler von lateral gefasst und
phie/hintere durch quere Nähte nach medial verlagert und
Plastik vernäht. Dadurch entsteht unter dem Rektum eine
Doppelung der Faszie. Zusätzlich wird der Damm
verbreitert und der Hiatus genitalis verkleinert.
Vordere und a Raffung und Stützung der Scheidenwand, ggf.
hintere Schei- mit Hilfe von synthetischen oder Bionetzen zur
denplastik Deckung der vorderen und hinteren Vaginal-
wanddefekte.

8.26 Welche Aussagen zu Inkontinenzoperationen sind falsch?


falsche Aussagen sind:
a, c, e

richtige Aussagen sind:


v b Um eine optimale Behandlungsform wählen zu können, ist eine
sorgfältige Diagnostik und Differentialdiagnostik sowie eine uro-
dynamische Untersuchung notwendig.
v d Die Behandlung mit spannungsfreien Kunststoffschlingen (z. B.
TVT =«transvaginal tape«) ist in Lokal- bzw. Periduralanästhesie
451 8
möglich, außerdem kann der Erfolg der OP intraoperativ kontrolliert
werden.
v f Intra- bzw. periurethrale Injektionen (z. B. mit Bulkamid) in die
Wand der Urethra erfolgen über ein Urethrozystoskop und werden
als »Re-Operationen« nach anderen erfolglosen Verfahren
eingesetzt.

8.27 Nennen Sie mindestens drei Indikationen zur abdominalen


Hysterektomie.
v Großer Uterus myomatosus.
v Zustand nach diversen abdominalen Operationen, wenn keine Lapa-
roskopie möglich ist.
v Korpuskarzinom, Zervixkarzinom.
v Eventuell Endometriose bei fehlgeschlagener konservativer Therapie.

8.28 Nennen Sie mögliche laparoskopische Vorgehensweisen zur Hyster-


ektomie und beschreiben Sie das Prinzip der Wertheim-Operation.
Vorgehensweisen:
v Laparoskopisch assistierte vaginale radikale Hysterektomie
(LAVRH).
v Laparoskopisch radikale Hysterektomie (LRH).

Prinzip:
v Entfernung des Uterus und evtl. der Adnexe.
v Uterusferne Entfernung des parametranen Beckenbindegewebes.
v Entfernen des oberen Scheidenanteils.
v Entfernen der pelvinen Lymphknoten (im Bereich der A. iliaca inter-
na, der Obturatoriusregion, der A. iliaca externa und der A. iliaca
communis bis hin zur Bifurkation).

8.29 Welche Aussagen zur erweiterten Uterusexstirpation nach Wertheim-


Meigs sind richtig?
v a Das Zervixkarzinom stellt die Indikation zur OP dar.
v b Bei jungen Frauen können die Ovarien belassen und ihre Funktion
erhalten werden.
v d Operativ erfolgt die Entfernung des Uterus, der Adnexe, des para-
metranen Beckenbindegewebes und des oberen Scheidenanteils.
v f Entnahme von Lymphknoten erfolgt im Bereich der A. iliaca inter-
na, der Obturatoriusregion, der A. iliaca externa und der A. iliaca
communis bis hin zur Bifurkation.
452 Kapitel 8 · Gynäkologie

8.30 Welches Prinzip liegt der Trachelektomie zugrunde?


v Dieser Eingriff ist indiziert bei Patientinnen mit potenziellem
Kinderwunsch: Entfernung von etwa 2/3 des Gebärmutterhalses mit
rund der Hälfte des Parametriums.
v Anschließend wird die Scheide an den Zervixstumpf adaptiert.
v Die pelvine Lymphknotenentfernung erfolgt laparoskopisch.

8.31 Welche Aussagen treffen auf eine Sectio caesarea nicht zu?
falsche Aussagen sind:
b, c, e

richtige Aussagen sind:


v a Der Kaiserschnitt kann sowohl in Rückenlagerung als auch in
Steinschnittlagerung durchgeführt werden.
v d Bei einer Mehrlingssectio müssen die Kocher-Klemmen zum
Abnabeln gekennzeichnet werden.

8.32 Nennen Sie den Unterschied zwischen einer einfachen und einer
radikalen Vulvektomie.
Einfache Vulvektomie:
v Entfernung des gesamten äußeren Genitale (Klitoris, kleine und
große Labien).

Radikale Vulvektomie:
v Entfernung des gesamten äußeren Genitale und Entfernung des
Lymphknotenpaketes in beiden Leisten.

8.7 Laparoskopie/Pelviskopie
8.33 Nennen Sie je vier Indikationen für eine diagnostische und eine
therapeutische Laparoskopie.
Diagnostische Laparoskopie:
v Punktion zur Entnahme von zytologischem Material,
v Gewebeentnahmen,
v Verdacht auf Extrauteringravidität (EUG),
v unklare Unterbauchbeschwerden,
v Prüfung der Tubendurchgängigkeit (mit retrograder Blauprobe).

Therapeutische Laparoskopie:
v Tubensterilisation,
v Adhäsiolyse,
v Koagulation von Endometrioseherden,
453 8
v EUG,
v Ovarialtumorentfernung,
v Myomentfernung,
v laparoskopisch assistierte vaginale Hysterektomie,
v totale laparoskopische Hysterektomie,
v laparoskopische suprazervikale Hysterektomie,
v laparoskopische pelvine und paraaortale Lymphonodektomie.

8.34 Welche Funktion haben der Portioadapter bzw. der Uterus-


manipulator bei einer Laparoskopie?
v Mit diesen Instrumenten kann der Uterus während der Laparoskopie
bewegt werden.

8.35 Welche Aussagen zur laparoskopischen Myomenukleation sind


falsch?
falsche Aussagen sind:
a, d

richtige Aussagen sind:


v b Subseröse Myome liegen nicht in der Uteruswand, sind meistens
gestielt, sodass nach Darstellung und bipolarer Koagulation des Ge-
fäßstiels das Myom entfernt werden kann.
v c Große Myome werden mit einem Morcellator vor dem Entfernen
zerkleinert.
454 Kapitel 8 · Gynäkologie

8.36 Vervollständigen Sie die Abkürzungen in . Tab. 8.6 und ordnen Sie
die Operationstechniken den Beschreibungen zu.

. Tab. 8.6 OP-Technik zur Hysterektomie

Abkürzung für OP-Technik

LAVH = Laparoskopisch b Diese Operationstechnik wird in der


assistierte Regel bei Frauen mit enger Scheide,
vaginale Voroperationen im kleinen Becken,
Hysterektomie zusätzlichen abdominalen Erkran-
kungen oder geplantem Eingriff an
den Adnexen durchgeführt. Die
Entfernung des Präparates erfolgt
über eine Zusatzinzision suprapu-
bisch.
LASH = Laparoskopische a Nach dem Absetzen der Adnexe
suprazervikale und der Parametrien bis zum
Hysterektomie isthmozervikalen Übergang wird
der Korpus von der Zervix abge-
trennt. Das Präparat kann sowohl
über einen Trokar als auch über die
Scheide entfernt werden.
TLH = Totale c Nach Entfernung des Uterus und der
laparoskopische Zervix wird die Scheide luftdicht mit
Hysterektomie einem Streifen verschlossen oder
mit einem Ballonkatheter geblockt.

8.37 Eine der Aussagen zur Hysterektomie ist falsch – welche?


falsche Aussage ist:
b

richtige Aussagen sind:


v a Welche Form der Hysterektomie gewählt wird, ist von vielen
Faktoren abhängig.
v c Vor einer Hysterektomie sollte eine aktuelle Nierensonographie,
ein negatives β-HCG und ein aktueller PAP-Abstrich (Abstrich nach
Papanicolaou), ggf. eine Histologie vorliegen.
v d Nach einer Hysterektomie kann es zu Senkungsbeschwerden
kommen.
v e Die Patientinnen sind u. a. über Blasen- und Darmverletzungen
aufzuklären.
455 8
8.38 Welche Aussagen zu laparoskopischen Operationen am Ovar sind
richtig?
Alle:
v a Gutartige Veränderungen des Ovars können meistens laparosko-
pisch therapiert werden, limitierender Faktor kann die Größe der
Veränderung sein.
v b Bei stielgedrehten Ovarialzysten wird nach Aufhebung der
Drehung einige Minuten gewartet, um die Durchblutung der
Gewebeanteile beurteilen zu können.
v c Alle Ovarialtumoren sollten immer mit Hilfe von Bergebeuteln
entfernt werden.
v d Sowohl ein Tumor als auch eine Zyste können mit Hilfe von
bipolarer Zange und Schere ausgeschält werden.
v e Die Abpunktion einer Zyste erfolgt grundsätzlich im Bergebeutel.
v f Zeigt sich direkt zu Beginn der Laparoskopie, dass es sich um ein
bösartiges Geschehen handelt, wird auf ein abdominales Vorgehen
konvertiert.
v g Eine Radikaloperation bei einem Ovarialtumor definiert sich wie
folgt: Längsschnittlaparotomie, Hysterektomie, Adnektomie beid-
seitig, pelvine Lymphonodektomie, Omentektomie, Appendektomie,
ggf. Entfernung weiterer befallener Strukturen.

8.8 Mammachirurgie
8.39 Ergänzen Sie den Text zu den anatomischen Grundlagen der Mamma.
Die weibliche Brustdrüse liegt auf der Faszie des M. pectoralis major. Un-
terteilt wird sie in den Drüsen- und Fettkörper sowie in das Milchgang-
system.
Die arterielle Versorgung der Mamma entspringt aus medialen Ästen der
2.–4. Interkostalarterien, Äste der A. thoracica lateralis übernehmen die
laterale Gefäßversorgung.
Der Brustdrüsenkörper kann zur genaueren Beschreibung eines tumorö-
sen Geschehens in vier Quadranten und die Brustwarze eingeteilt wer-
den. Anatomische Strukturen in der Axilla sind die V. und A. axillaris, das
thorakodorsale Gefäß-Nerven-Bündel mit dem N. thoracodorsalis sowie
der N. thoracicus longus.

8.40 Welches ist die häufigste Lokalisation von Mammakarzinomen?


Mammakarzinome treten am häufigsten
v b oben außen auf.
456 Kapitel 8 · Gynäkologie

8.41 Aufgrund chirurgischer Gesichtspunkte wird der Lymphabfluss


der Brust, der axillären Lymphknoten in drei Etagen (Level) aufgeteilt.
Ordnen Sie die Beschreibungen den einzelnen in . Tab. 8.7 Level-
stufen zu.

. Tab. 8.7 Lymphabfluss der Brust

Level Lösungen

Level I c Untere axilläre Gruppe bis zum lateralen Rand des


M. pectoralis minor
Level II a Axilläre Gruppe dorsal des M. pectoralis minor und
unterhalb der V. subclavia
Level III b Obere infraklavikuläre, medial des M. pectoralis minor
gelegene Gruppe, oberhalb der V. subclavia

8.42 Welche Aussagen zur Markierung des Wächterlymphknotens


sind falsch?
falsche Aussagen sind:
b, e

richtige Aussagen sind:


v a Der Wächterlymphknoten ist der erste Lymphknoten im Lymph-
abfluss eines Mammakarzinoms mit der höchsten Wahrscheinlich-
keit für einen metastatischen Befall.
v c Die selektive Entfernung des Wächterlymphknotens kann aus-
reichend sein, auf eine axilläre Lymphadenektomie kann dann ver-
zichtet werden.
v d Eine radioaktive Substanz, die unter die Haut der Brust injiziert
wird, reichert sich im Wächterlymphknoten an und kann so intra-
operativ mittels Gammakamera identifiziert werden.
v f Gefäße für den Transport des Lymphknotens müssen mit einem
Aufkleber der Nuklearmedizin gekennzeichnet sein.
v g Wächterlymphknoten können nicht immer markiert werden.

8.43 Welche OP-Verfahren werden in der chirurgischen Therapie


des Mammakarzinoms bevorzugt?
Bei kleinen Mammakarzinomen:
v Brusterhaltende Mammaoperationen (Tumorektomie, Quadrantekto-
mie) und Entfernung des Wächterlymphknotens.
457 8
Bei großen Mammakarzinomen oder mehreren Herden:
v Ablative Mammaoperationen (subkutane Mastektomie, modifizierte
radikale Mastektomie) und zusätzliche Entfernung axillärer Lymph-
knoten (Axilladissektion).

8.44 Markieren Sie die richtigen Aussagen zur Mammachirurgie.


v a Auf ein »Anklemmen« des Tumors bei einer Tumorektomie sollte
verzichtet werden.
v c Das Präparat wird mit drei Fadenmarkierungen zur Orientierung
für den Pathologen versehen. Die Schnellschnittuntersuchung soll
die Entfernung des Tumorrandes zum Gesunden sicherstellen.
v d Bei einer totalen Mastektomie erfolgt eine spindelförmige
Umschneidung der Haut unter Einschluss der Mamille.
v e Entfernung des Drüsenkörpers unter Mitnahme der Pektoralis-
faszie.
v g Ein Handschuhwechsel vor Beginn der Axillaausräumung ist
obligat.
458 Kapitel 9 · Urologie

9 Urologie

9.1 Anatomische Grundlagen


9.1 Bitte beschriften Sie . Abb. 9.1 mit den vorgegebenen Begriffen.

v Extremitas superior
v Margo lateralis
(oberer Pol)

v A. renalis

v Nierenhilus
(Hilum renale)
v Facies v V. renalis
anterior
v Ureter

v Margo medialis
v Extremitas inferior
(unterer Pol)

. Abb. 9.1 Ventralansicht der rechten Niere. Das Nierenbecken befindet sich hin-
ter dem Gefäßstiel und ist somit operativ gut zugänglich. (Aus Liehn et al. 2016)

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_26, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
459 9
9.2 Bitte beschriften Sie . Abb. 9.2 mit den vorgegebenen Begriffen.

v Lobulus

v A. interlobularis v Nierenkapsel
(Capsula renalis)
v Rinde
v A. arcuata

v Sinus renalis
v A. interlobaris

v Ast der A. renalis


v Nierenbecken v Columna
(Pelvis renalis) renalis
v Papilla renalis
v Ureter
v Lobus
v Markstrahlen

v Innenzone v Außenzone

v Mark

. Abb. 9.2 Längsschnitt durch die Niere. (Nach Schiebler u. Korf 2007)

9.3 Beschreiben Sie die Strukturen des Nierenhilus und nennen Sie deren
Besonderheiten.
Im Nierenhilus (Nierenstiel) befinden sich die zu- und ableitenden Blut-
gefäße der Niere sowie das Nierenbeckenkelchsystem.
v Die Nierenarterie (A. renalis):
entspringt der Bauchaorta und teilt sich im Hilusbereich in 2 Äste
auf.
v Die Nierenvene (V. renalis):
Beide Vv. renales münden in die V. cava. Die linke Nierenvene nimmt
den Weg über die Aortenvorderwand zur V. cava und ist somit etwas
länger als die rechte.
v Das Nierenbeckenkelchsystem:
mit meist 7 Kelchpaaren.
v Der Harnleiter (Ureter):
tritt hinter den Gefäßen aus und liegt meist außerhalb des Hilus, er
bildet die Verlängerung des Nierenbeckens.
460 Kapitel 9 · Urologie

9.4 Ergänzen Sie die Lücken sinnvoll und verwenden Sie dabei die vorge-
gebenen Begriffe.
Der Ureterabgang aus dem Nierenbecken, die Überkreuzung der Iliakal-
gefäße sowie die Einmündung in die Harnblase sind die physiologischen
Engstellen der Ureteren. Diese bilden Prädilektionsstellen für Konkre-
mentobstruktionen. Hinter der Blase wird der Harnleiter beim Mann vom
Ducuts deferens, bei der Frau von der A. uterina gekreuzt. Die Ureteren
ziehen von hinten in die Blase ein. Sie verlaufen dort noch etwa 4 cm
schräg in der Blasenwand, bevor sie spitzwinklig im Blasenboden
münden. Die Einmündungsstellen, die Ostien, sind die 2 Eckpunkte des
Trigonum vesicae.

9.5 Beschreiben Sie Lage, Aufbau und Funktion der Harnblase sowie die
Besonderheit des Trigonum vesicae.
v Die Harnblase sammelt den Urin zwischen den Harnentleerungen.
Sie liegt subperitoneal im kleinen Becken hinter der Symphyse. Nur
gefüllt ragt sie über die Symphysenoberkante hinaus und schiebt so
das Peritoneum nach oben.
Sie besteht aus einer Muskelschicht (Tunica muscularis), die mit
Schleimhaut (Urothel) ausgekleidet ist.
Das Blasendach hat einen Scheitel (Vertex), von dessen Mitte eine
mediane Bauchfalte, die das Lig. umbilicale enthält, zum Nabel zieht.
Rechte und linke Seitenwand.
Blasenhinterwand.
Blasengrund (Blasenboden mit dem Trigonum und den beiden
Ostien).
v Das Trigonum vesicae hat die Form eines Dreiecks, liegt am Blasen-
boden und hat im Gegensatz zur übrigen Schleimhaut keine Falten
und lässt sich nicht verschieben. An den Eckpunkten münden die
Ostien, nach kaudal die Harnröhre.

Männlicher Urogenitaltrakt
9.6 Wie heißen die fünf Abschnitte der männlichen Urethra?
v Ostium urethra internum; mit dem M. sphincter internum.
v Pars prostatica; Abschnitt zwischen Ostium urethra internum und
M. sphincter externus, ca. 3–4 cm lang. Am Ende der Pars prostatica
an der Blasenhinterwand liegt der Colliculus seminalis (Samenhü-
gel), an dessen Seiten die Prostataausführungsgänge und die Samen-
leiter münden. Harn- und Samenwege treffen hier zusammen, sodass
die Urethra auch als Harn-Samen-Röhre bezeichnet werden kann.
461 9
v Pars membranacea; dieser Abschnitt ist ca. 1 cm lang und wird vom
M. urethra externum umschlossen.
v Pars spongiosa; verläuft im Harnröhrenschwellkörper und ist
ca. 20 cm lang.
v Ostium urethra externum.

9.7 Beschriften Sie bitte . Abb. 9.3. Benutzen Sie dafür die zur Verfügung
gestellten Begriffe.

. Abb. 9.3 Hoden mit Nebenhoden. Die Ductuli efferentes leiten die Spermien
aus dem Hoden in den Nebenhoden. (Aus Liehn et al. 2016)

9.8 Beschreiben Sie den Aufbau von Hoden und Nebenhoden und ordnen
Sie die jeweilige Aufgabe zu.
Hoden:
v Aufbau: Tunica albuginea; bindegewebige Kapsel des Hoden-
parenchyms. Dies besteht aus Hodenläppchen (Lobulus testis), den
Hodenkanälchen sowie den Leydig-Zwischenzellen (Testosteron-
bildung). Im Hodenhilus sammeln sich die Kanälchen zu einem
Kanälchensystem (Rete testis). Dort beginnen die ableitenden
Samenwege (Ductuli efferentes).
Die Hoden liegen außerhalb der Bauchhöhle im Hodensack
(Skrotum).
462 Kapitel 9 · Urologie

v Aufgabe: Produktion von Spermien und dem männlichen Hormon


Testosteron.

Nebenhoden
v Aufbau: Besteht aus Nebenhodenkopf (Caput epididymidis), Neben-
hodenkörper und Nebenhodenschwanz, der über den Nebenhoden-
gang (Ductus epididymidis) zum Samenleiter wird (Ductus deferens).
v Aufgabe: Dient als Speicher- und Reifungsorgan.

9.9 Welche Strukturen werden zu den akzessorischen Geschlechtsdrüsen


gezählt?
v Samenblase,
v Prostata,
v Cowper-Drüsen.

9.10 Wie groß ist die Prostata?


v Etwa kastaniengroß.

9.11 Ergänzen Sie bitte die Lücken. Verwenden Sie die vorgegebenen
Begriffe.
Die Prostata ist ein prall-elastisches, von Muskelfasern durchzogenes
Drüsenorgan, das in einen rechten und linken Lappen unterteilt ist. Die
Prostata umgibt die Urethra unterhalb des Ostium urethrae internum bis
hin zum Colliculus seminalis. Ihre Basis liegt am Blasengrund, die Spitze
(Apex) zeigt zum Diaphragma urogenitale. Hinten liegt sie dem Rektum
an, getrennt durch die Denonvillier-Faszie.
Die Prostata wird in drei Zonen unterteilt:
v Die periphere Zone, sie liegt zum Rektum und zum Apex prostatae
hin und umfasst bei jüngeren Männern ca. 75% des Organs;
v die zentrale Zone, unter dem Trigonum der Blase;
v und die Transitionalzone, der Innenbereich der Prostata, er umgreift
die Urethra.

9.12 In welchen anatomischen Regionen entsteht typischerweise


die BPH (gutartige Prostatahyperplasie) und in welchen entsteht
das Prostatakarzinom?
v Die BPH entsteht häufig in der Transitionalzone.
v Das Prostatakarzinom entsteht typischerweise in der peripheren
Zone und ist daher möglicherweise mit dem Finger bei der rektalen
Untersuchung zu tasten.
463 9
9.2 Spezielles urologisches Instrumentarium
Katheter und Schienen
9.13 Ordnen Sie die in . Tab. 9.1 beschriebenen Materialeigenschaften
dem entsprechenden Material zu.

. Tab. 9.1 Materialeigenschaften

Lösungen

Elastisch und gleichzeitig hart c Latex


Hartes Material a PVC (Polyvinylchlorid)
Gewebefreundlich b Silikon

9.14 Nennen Sie die Indikationen und die Besonderheiten von Tamponade-,
Dauerspül- und Hämaturiekathetern (5 Antworten sind möglich).
v Finden Anwendung nach transurethralen Eingriffen und bei
Blutungen in der Blase.
v Besitzen einen Kanal zur Harnableitung, einen separaten Spülzulauf
und einen dritten zur Blockung.
v Haben ein größeres Blockvolumen als herkömmliche Verweil-
katheter.
v Besitzen eine verstärkte Wand, damit der Katheter beim Aspirieren
von Koageln nicht kollabiert.
v Können nach transurethralen Eingriffen mittels eines Führungs-
stabes leichter eingeführt werden.

9.15 Was zeichnet Glycerollösung als Blockmittel aus?


v Glycerollösung hat größere Moleküle als reines Wasser und erschwert
so die Diffusion der Blockflüssigkeit aus dem Katheter. Das ist v. a.
wichtig, wenn Katheter einen kleinen Blockballon haben, z. B. bei
Nephrostomiekathetern oder Okklusionskathetern, die im Harnleiter
zu liegen kommen.

9.3 Transurethrale und perkutane Eingriffe


9.16 Beschreiben Sie den Unterschied zwischen einer Hoch- und
einer Niederdruckresektion der Prostata.
v Bei der Hochdruckresektion wird mit dem doppelläufigen Resek-
toskop gearbeitet, wo sich wiederkehrend bei zunehmender Blasen-
füllung der Druck – und somit die Gefahr der Einschwemmung –
erhöht.
464 Kapitel 9 · Urologie

v Bei der Niederdruckresektion wird mit dem einläufigen Resekto-


skop gearbeitet. Über einen suprapubisch platzierten Trokar zur
Absaugung wird der Druck in der Blase niedrig gehalten. Die Gefahr
der Einschwemmung ist somit geringer.

9.17 Was ist unter dem Begriff »TUR-Syndrom« zu verstehen?


v Infolge Einschwemmung der hypotonen Spülflüssigkeit durch die
eröffneten Gefäße in den Blutkreislauf kann es zu einer Hyperhydra-
tation mit Herz-Kreislauf-Belastung bis hin zu einer Rechtsherzinsuf-
fizienz kommen. Deshalb ist es wichtig, die Resektionszeit möglichst
kurz zu halten. Das TUR-Syndrom tritt v. a. bei Patienten mit Spinal-
anästhesie und während der Aufwachphase bei Patienten mit Voll-
narkose auf.
v Symptome des TUR-Syndroms sind Übelkeit, Verwirrtheit, Unruhe
und Erbrechen bis hin zum Schock, akutem Nierenversagen und
Hirn- und Lungenödem.

9.18 Wie kann das TUR-Syndrom vermieden werden?


Zu vermeiden ist das TUR-Syndrom durch
v eine Niederdruckresektion und
v eine möglichst geringe Resektionszeit.

9.19 Welche Aussagen sind falsch?


falsche Aussagen sind:
b, e

richtige Aussagen sind:


v a Die Ureterorenoskopie (URS) wird angewendet zur Sicherung
einer Tumorverdachtsdiagnose und zur Entfernung von Harnleiter-
steinen.
v c Die URS wird angewendet bei Füllungsdefekten im oberen Harn-
trakt in der Bildgebung.
v d Flexible Ureterorenoskope werden v. a. zum Einsehen der unteren
und mittleren Kelchgruppe eingesetzt.
v f Spülzytologie, Histologie aus dem Harnleiter sowie Steine aus dem
Harnleiter können über ein semirigides oder flexibles Ureteroreno-
skop gewonnen werden.
465 9
9.20 Was ist bei der Anlage einer suprapubischen Harnableitung zu
beachten? Markieren Sie die korrekte Aussage.
v c Die Anlage einer suprapubischen Harnableitung hat gegenüber
der transurethralen Harnableitung den Vorteil, dass eine Keim-
besiedelung der Blase vermieden wird.

9.21 Wann ist die Anlage einer suprapubischen Harnableitung kontra-


indiziert?
v Beim Harnblasenkarzinom, da eine rasche Tumorinfiltration und
Exulzeration entlang der Katheteraustrittstelle möglich ist.

9.22 Ergänzen Sie die Lücken unter Verwendung der vorgegebenen


Begriffe.
Eine Harnleiterschiene wird bei einer Harnstauung der ableitenden
Harnwege eingelegt. Ursache hierfür können Obstruktionen im Rahmen
von Konkrementen im Harnleiter sein. Auch Tumoren im kleinen Be-
cken können die Harnleiter komprimieren. Eine retrograde Darstellung
der ableitenden Harnwege mittels Kontrastmittel unter Bildwandlerkon-
trolle ist üblich. Die Schienenlänge wird anhand der Körpergröße und
ggf. eines Röntgenbildes ermittelt. Die Harnableitung zwischen Niere
und Blase ist somit gewährleistet, ohne den Patienten in seiner Mobilität
einzuschränken.

9.23 Nennen Sie drei mögliche Ursachen für eine Harnröhrenstriktur.


v Postentzündliche Prozesse (Gonorrhö).
v Traumatische Ursachen z. B. nach Beckenfrakturen.
v Infolge transurethraler Eingriffe z. B. Katheterismus, Zystoskopien,
Resektionen.

9.24 Beschreiben Sie die Gemeinsamkeiten und den Unterschied zwischen


einer Urethrotomie nach Sachse und einer Urethrotomie nach Otis.
v Bei beiden Verfahren wird das Harnröhrenlumen durch einen kon-
trollierten Längsschnitt, in der Regel bei 12 Uhr in Steinschnittlage
(SSL), erweitert: ohne Sicht beim Verfahren nach Otis, unter Sicht
beim Verfahren nach Sachse.

9.25 Formulieren Sie das Prinzip der »perkutanen Nephrostomie«.


v Die perkutane Nephrostomie ist eine röntgenologische bzw. sonogra-
phische Einlage eines Fistelkatheters durch die Haut in das Nierenbe-
cken zur Harnableitung nach außen, im Gegensatz zur retrograden,
inneren Ableitung mittels eines DJ-Katheters.
466 Kapitel 9 · Urologie

9.26 Welche Aussagen zur Nephroskopie (= PNL, perkutane Nephro-


lithoplaxie) sind richtig?
v b Große Steine der unteren Kelchgruppe (>2 cm) sind eine Indika-
tion zur PNL.
v c Präoperative Einlage eines Ureter-/Okklusionskatheters bis in das
Nierenbecken, um ein Einspülen von Steinfragmenten in den Harn-
leiter zu vermeiden.
v d Postoperativ wird ein Nephrostomiekatheter in der Größe des
Nephroskops zur Kompression des Nierenparenchyms und zur
Harnableitung eingelegt.

9.4 Äußeres Genitale


9.27 Definieren Sie die Begriffe Phimose und Paraphimose.
v Phimose:
Angeborene oder erworbene Verengung der Vorhaut, die nicht
(absolute Phimose) oder nur schwer (relative Phimose) über die
Glans zurückgezogen werden kann.
v Paraphimose:
Anschwellen der retrahierten Vorhaut hinter der Glans (Notfall-
indikation, da dies extrem schmerzhaft ist; kann bei längerer Dauer
zu Nekrosen führen).

9.28 Nach einer Vasektomie werden die Samenleiterresektate, nach


Seitenlokalisation getrennt, zur pathohistologischen Untersuchung
eingeschickt. Nennen Sie den Grund dafür.
v Die Samenleiterresektate werden zur pathohistologischen Untersu-
chung eingeschickt zur Sicherung der Histologie, z. B. bei eventuellen
Schadenersatzansprüchen bei »Misserfolg« der Operation.

9.29 Beschreiben Sie in Stichworten den OP-Ablauf der Vaso-Vasostomie.


v Hautdesinfektion und sterile Abdeckung.
v Team-Time-out.
v Steriles Abdecken des OP-Mikroskops und der Stühle der
Operateure.
v Kleiner Hautschnitt auf dem Skrotum und Hervorluxieren des
Hodens aus dem Skrotum.
v Freipräparieren des Samenleiters, Ausschneiden der Vasektomie-
narbe, damit das Lumen der beiden Enden des Ductus sichtbar wird.
Durch Massieren des Nebenhodens wird aus dem distalen Anteil
Sekret exprimiert und mit Hilfe einer Spritze (mit ca. 0,2 ml steriler
NaCl-Lösung) aspiriert.
467 9
v Mikroskopie zum Nachweis von Spermien; dient dem Nachweis der
Durchlässigkeit des distalen Samenleiters. So kann indirekt eine Aus-
sage zur Erfolgsaussicht getroffen werden.
v Das Lumen des proximalen Samenleiters kann mit einem monofilen
Faden sondiert und so auf Durchlässigkeit geprüft werden.
v Nach positivem Spermiennachweis wird der Samenleiter unter dem
Mikroskop in zweischichtiger Nahttechnik mit einem monofilen
Faden (6–0 bis10–0 doppelt armiert) reanastomosiert. Eine span-
nungsfreie Anastomose wird mittels eines Approximators erreicht.
v Blutstillung, subkutane Naht, Hautnaht.
v Analoges Vorgehen auf der Gegenseite.

9.30 Was ist unter dem Begriff »Spermatozele« zu verstehen?


Wie kann dieses Krankheitsbild diagnostiziert werden?
v Spermatozelen sind zystische Erweiterungen, die von den Samen-
wegen ausgehen (zumeist am Nebenhodenkopf) und mit ihnen in
Verbindung stehen. Sie gehen häufig ohne Schmerzen einher und
werden nur durch Zufall entdeckt.

9.31 Erläutern Sie kurz das Prinzip der Hodenfreilegung bei Hydrozelen
und erklären Sie die OP-Methoden.
v Prinzip:
Der Hoden wird freigelegt, die Hydrozelenwand eröffnet und rese-
ziert zur Verhinderung einer erneuten Flüssigkeitsansammlung.
Je nach Indikation erfolgt die Freilegung über einen skrotalen oder
einen inguinalen Zugang.
v Nach Winkelmann:
Die Hodenhüllen werden eröffnet und nur umgeschlagen und wieder
vernäht.
v Nach van Bergmann:
Die Hodenhüllen werden abgetragen.
v Nach Salomon/Lord:
Die Hodenhüllen werden über den skrotalen Zugang mit der Tunica
albuginea des Hoden verbunden.

9.32 Warum wird bei Hodentumoren eine kontralaterale Biopsie


empfohlen?
v Sie wird empfohlen, um die sog. TIN-Zellen (TIN = testikuläre intra-
eptheliale Neoplasie), die später obligat zu einem kontralateralen
Tumor führen würden, frühzeitig entdecken zu können.
468 Kapitel 9 · Urologie

9.33 In welcher anatomischen Region finden sich üblicherweise


Metastasen von Keimzelltumoren?
v Im Retroperitoneum.

9.34 Nennen Sie die Dissektionsgrenzen bei der radikalen Lymph-


adenektomie (RLA).
Bei linksseitigen Hodentumoren:
v Linke Grenze: Ureter.
v Nach kranial die Nierengefäße.
v Rechte Grenze: präaortal bis zum Abgang der A. mesenterica inferior,
darunter bis zur Bifurkation (kaudale Grenze) nur links lateral der
Aorta.
v Interaortokavale Lymphknoten müssen nicht entfernt werden.

Bei rechtsseitigen Hodentumoren:


v Rechte Grenze: Ureter.
v Nach kranial die Nierengefäße.
v Linke Grenze: präaortal bis zum Abgang der A. mesenterica inferior.
v Interaortokaval bis zu den Vasa iliacae.
v Alle interaortokavalen Lymphknoten müssen entfernt werden.

9.5 Prostata
9.35 Welche operative Behandlung gilt bei der benignen Prostata-
hyperplasie (BPH) als ungeeignet?
ungeeignet:
c

geeignet:
v a Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P).
v b OP nach Millin.
v d Laserablation der Prostata.

9.36 Ordnen Sie die folgenden Symptome der BPH obstruktiven (o. B.)
bzw. irritativen Beschwerden (i. B.) zu.
a Harnstrahlabschwächung: o. B.
b Ständiger Harndrang: i. B.
c Startverzögerung der Miktion: o. B.
d Schmerzhafte Miktion: i. B.
e Nachträufeln: o. B.
f Nykturie: i. B.
g Restharngefühl: o. B.
469 9
h Harnverhalt: o. B.
i Pollakisurie: i. B.
j Überlaufinkontinenz: o. B.
k Dranginkontinenz: i. B.
l Flankenschmerzen bei Hydronephrose: o. B.

9.37 Beschreiben Sie die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede


der Prostatektomie nach Millin und der Prostatektomie nach Freyer.
v Beide OP-Verfahren haben als Gemeinsamkeit die Indikation bei
großen Adenomen (>60–80 g), das manuelle Ausschälen der
Adenome aus ihrer chirurgischen Kapsel sowie die zwangsläufige
Entfernung der prostatischen Harnröhre im Hyperplasiebereich.
Der Zugang erfolgt über einen Pfannenstiel-Schnitt.
v Bei der Methode nach Millin erfolgt die Entfernung der Prostata
extravesikal.
v Bei der Methode nach Freyer wird die Blase eröffnet. Dies hat den
Vorteil, dass eventuell vorhandene Blasensteine mit entfernt werden
können.

9.38 Über welche Zugangswege ist eine radikale Prostatektomie


durchführbar?
v Retropubisch.
v Perineal.
v Laparoskopisch.

9.39 Eine radikale Prostatektomie ist auch roboterassistiert, z. B. über das


Da Vinci-System, möglich. Wozu dient der Einsatz des Roboters?
v Das Da Vinci-System dient der präzisen Steuerung der endoskopi-
schen Instrumente.

9.6 Blase
9.40 Welche Aussage zur Harnblase ist richtig?
v d Makrohämaturie, die nicht eindeutig von einer Entzündung
herrührt, ist immer karzinomverdächtig.

9.41 Ergänzen Sie die Lücken sinnvoll; verwenden Sie die vorgegebenen
Begriffe.
Die komplette Entfernung der Blase, evtl. auch der Harnröhre, wird bei
muskelinfiltrierendem Blasenkarzinom, welches i. Allg. durch eine trans-
urethrale Biopsie nachgewiesen wurde, durchgeführt. Dazu gehört beim
Mann die Prostatektomie und bei der Frau die vordere Exenteration.
470 Kapitel 9 · Urologie

Nach der Zystektomie muss eine neue Harnableitung geschaffen werden.


Die Auswahl der neuen Harnableitung richtet sich nach Ausbreitung des
Tumors, Lebenserwartung des Patienten und dessen Wunsch. Prinzipiell
unterscheiden wir die orthotope (anstelle der Harnblase), heterotope
(an einer anderen Stelle), kontinente und inkontinente (»nasse«) Harn-
ableitung.

9.42 Welche Formen der Harnableitung nach Zystektomie kennen Sie?


v Harnleiter-Haut-Fistel.
v Conduit.
v Pouch.
v Neoblase.

9.7 Harnleiter
9.43 Nennen Sie die typischen Engstellen im Ureter, an denen Steine
Symptome bereiten.
v Abgang aus dem Nierenbecken.
v Überkreuzung der Iliakalgefäße.
v Muraler Anteil in der Blase.

9.44 Wann ist eine Antirefluxplastik am Nierenbecken indiziert?


v Bei Erreichen von vesikorenalem Reflux in das Nierenbecken mit
Erweiterung des Hohlraumsystems, das entspricht dem Grad 3–4 in
der Parkulainen-Skala.

9.45 Nennen Sie die bekanntesten OP-Verfahren einer Antirefluxplastik.


v Extravesikales Vorgehen nach Lich-Grégoir.
v Operation nach Politano-Leadbetter.
v Intravesikales Vorgehen nach Cohen.

9.10 Harninkontinenz des Mannes


9.46 Welches ist die häufigste Ursache für die Harninkontinenz des Mannes?
Die häufigsten Ursachen für die Harninkontinez des Mannes sind post-
operative Komplikationen nach Eingriffen an der Prostata, z. B. transure-
thrale Resektion der Prostata (TUR-Prostata), Adenektomie und nach der
radikalen retropubischen Prostatektomie.

9.47 Wie wird die Harninkontinenz des Mannes in der Regel behandelt?
Als operative Verfahren gibt es
v die Anlage eines artifiziellen Sphinkters sowie
v die Anlage eines suburethralen Bandes.
471 9
9.48 Nennen Sie die Indikationen und das Prinzip bei der Harninkontinenz
des Mannes bei der Anlage eines Sphinkters und eines Bandes
(. Tab. 9.2).

. Tab. 9.2 Harninkontinenz des Mannes: Anlage eines Sphinkters und eines
Bandes

Indikation Prinzip

Anlage eines Fehlende Sphinkteraktivität Obstruktion der Harnröhre


Sphinkters Versagen anderer im Bereich der membra-
Therapien nösen bulbären Harnröhre
Anlage eines Leichte bis mittelgradige Anheben der Urethra mit-
Bandes Harninkontinez unter- tels einer Schlinge aus
schiedlicher Genese nichtresorbierbarem Band
über einen perinealen
Zugang und kleine transob-
turatorische Stichinzision

9.49 Nach der einfachen Urethrotomie kommt eine plastische Rekonstruk-


tion bei Rezidiven oder bei bereits primär längeren oder komplexeren
Strikturen in Frage. Wo können Harnröhrenstrikturen lokalisiert sein?
v In der prostatischen Harnröhre; zwischen Harnblase und Schließ-
muskel.
v In der membranösen Harnröhre; im Niveau des Schließmuskels.
v In der bulbären Harnröhre; zwischen Schließmuskel und Beginn des
mobilen Penis.
v In der penilen Harnröhre; im mobilen Teil des Penis.
v In der Eichel selbst.

9.11 Harnröhrenplastik
9.50 Bringen Sie den Ablauf einer Harnröhrenplastik mit End-zu-End-
Anastomose in die richtige Reihenfolge.
1. f Hautdesinfektion und sterile Abdeckung des OP-Gebiets. Team-
Time-out. Einbringen eines Terumo-Drahts in die Harnröhre.
2. g Längsinzision an der Unterseite des Penis, etwas versetzt von der
Mittellinie bis über die zu erwartende Striktur.
3. b Darstellen der Harnröhre und Anschlingen mit einem Zügel.
4. a Anlegen von Haltenähten distal und proximal der Striktur am ge-
sunden Anteil der Harnröhre und Anklemmen dieser Nähte.
472 Kapitel 9 · Urologie

5. e Die Harnröhre wird unmittelbar distal der Sonde mit einem


Stichskalpell inzidiert und die Striktur in ihrem Verlauf mit Schere/
Messer eröffnet.
6. c Der verengte Anteil wird reseziert und das distale sowie das proxi-
male Lumen auf evtl. noch fibrotische Stellen inspiziert.
7. d Die gesunden Harnröhrenenden werden entgegengesetzt mit der
Schere nach Potts spatuliert. Dorsal beginnend wird die Harnröhre
einschichtig wieder verschlossen.
8. h Nach Beendigung einer seitlichen Naht wird der längsgerillte Néla-
ton-Blasenkatheter eingeführt, mit einer atraumatischen Pinzette bis
in die Blase geführt und dort geblockt.
9. i Nun wird die andere Seite der Anastomose in gleicher Weise
genäht.
10. k Um die Anastomose herum wird zum Schutz gesundes subkutanes
Gewebe gelegt.
11. j Schichtweiser Wundverschluss, Pflaster, Anschluss des Urinablei-
tungsbeutels.

9.51 Beschreiben Sie kurz das Prinzip der Nierenbeckenplastik


nach Anderson-Hynes.
v Entfernen des zu engen Harnleitersegments, Verkleinerung des zu
großen Nierenbeckens, Versorgung aberrierender Gefäße, Absetzen
des Ureters, Anastomose zwischen Pyelon und Ureter mit/ohne
Nephrostomiekatheter, Splint oder Doppel-J-Katheter.
v Sowohl offen als auch laparoskopisch möglich.

9.12 Eingriffe an der Niere und am Nierenbecken


9.52 Welche Aussagen zur Operation einer radikalen Nephrektomie treffen
zu?
v a Wird durchgeführt bei funktionsloser Niere und entzündlichen
Prozessen.
v d Bei Entfernung der linken Niere wird die V. testicularis bzw.
V. ovarica ebenfalls ligiert, da diese in die V. renalis münden.

9.13 Nierentransplantation
9.53 Welche Indikationen zur Nierentransplantation sind Ihnen bekannt?
Irreversible terminale (dialysepflichtige) Niereninsuffizienz durch:
v Glomerulonephritis,
v Pyelonephritis,
v diabetische Nephropathie,
v Zystennieren.
473 10
10 Neurochirurgie

10.1 Anatomische und physiologische Grundlagen


10.1 Ergänzen Sie die Lücken und verwenden Sie die vorgegebenen
Begriffe.
Das Nervensystem wird in zwei Bereiche unterschieden, das zentrale und
das periphere Nervensystem. Zusätzlich gibt es ein autonomes Nerven-
system, bei dem ebenfalls zwei Komponenten unterschieden werden: das
sympathische und das parasympathische Nervensystem.

10.2 Bei einem Anschnitt des Gehirns erkennt man zwei Bereiche.
Was enthalten diese?
Weiße Substanz des Gehirns:
v enthält Nervenfasern, die Farbe ergibt sich aus den Markscheiden.

Graue Substanz des Gehirns:


v enthält größere Mengen nah beieinander liegender Nervenzellkörper.

10.3 Welche Anteile des Gehirns werden dem Hirnstamm zugerechnet?


v Basalganglien,
v Zwischenhirn,
v Mittelhirn,
v Kleinhirn,
v Medulla oblongata.

10.4 Ordnen Sie die folgenden Aussagen dem Thalamus bzw. dem Hypo-
thalamus zu.
Ist dem vegetativen Nervensystem übergeordnet – Hypothalamus.
Wichtige Sammelstelle für Erregungen aus den Sinnesorganen und dem
Körper – Thalamus.
Koordination der Ausschüttung von Hormonen, besonders der Hypophy-
se und der Nebennieren – Hypothalamus.
Erkrankungen und Verletzungen stören die Sensibilität (Entstehen von
z. B. Spontanschmerzen) – Thalamus.

10.5 Welche Aufgaben werden dem Kleinhirn zugerechnet?


v Das Kleinhirn koordiniert das Zusammenspiel von Muskelgruppen.
Besonders wichtig sind die engen Beziehungen zum statischen Or-
gan. Das Kleinhirn ist für die Koordination von Bewegungsabläufen
und das Gleichgewicht zuständig.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_27, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
474 Kapitel 10 · Neurochirurgie

Hirnnerven
10.6 Wie viele Hirnnerven gibt es? Nennen Sie mindestens fünf und
ordnen Sie deren Aufgaben zu (. Tab. 10.1).

. Tab. 10.1 Hirnnerven

Hirnnerven Aufgaben

I N. olfactorius Geruchsempfindung
II N. opticus Sehen
III N. oculomotorius Bewegung des Augapfels, Pupillenspiel
IV N. trochlearis Rotation des Augapfels nach außen und unten
V N. trigeminus Sensible Versorgung der Gesichtshaut
VI N. abducens Rotation des Augapfels nach außen
VII N. facialis Mimik
VIII N. vestibulo- Hören
cochlearis Wahrnehmung der Stellung des Körpers im
Raum
IX N. glosso- Geschmack
pharyngeus Gaumenbewegung (Schlucken)
X N. vagus Sensible Versorgung
Motorische Versorgung
Parasympathische Versorgung
XI N. accessorius Kopfnicken, Heben der Schulter
XII N. hypoglossus Zungenbewegung
XIII N. intermedius Geschmack
Drüsensekretion

Rückenmark
10.7 Der Leitungsapparat des Rückenmarks liegt in der weißen Substanz.
Wir unterscheiden das afferente und das efferente System.
Worin liegen die Unterschiede dieser beiden Systeme?
v Afferente Systeme leiten zum Hirn hin. Temperatur und Schmerz-
empfindung, Tast- und Berührungsempfinden werden in unter-
schiedlichen Bahnen dem Hirn zugeleitet.
v Efferente Systeme leiten vom Hirn zur Peripherie in den Pyrami-
denbahnen. Diese entspringen in der vorderen Windung des Groß-
475 10
hirns und laufen in der Capsula interna (zwischen den Basalganglien
und dem Zwischenhirn) abwärts. Im verlängerten Mark kreuzen die
Pyramidenbahnen auf die Gegenseite. Bei einer Verletzung der Pyra-
midenbahn ist eine willkürliche Bewegung unterhalb der geschädig-
ten Stelle nicht mehr möglich.
Die efferenten Systeme leiten auch das extrapyramidal motorische
System. Dieses wiederum steuert die unwillkürlichen Bewegungs-
impulse, wie z. B. geübtes Schreiben. Das extrapyramidal motorische
System hat über das Zwischenhirn eine direkte Verbindung zu den
Basalganglien, in denen die Bewegungsabläufe gespeichert sind. Das
bedeutet eine Entlastung des pyramidalen Systems.

Liquorräume
10.8 Die Hohlräume der embryonalen Hirnblasen bleiben erhalten und
bilden später die 4 Ventrikel des Gehirns. Wo liegen diese?
v Der 1. und der
v 2. Ventrikel liegen in der rechten und linken Hemisphäre des Groß-
hirns. Sie heißen dementsprechend »Seitenventrikel«.
v Der 3. Ventrikel liegt im Zwischenhirn.
v Der 4. Ventrikel liegt im Rautenhirn.

10.9 Wie sind die vier Ventrikel miteinander verbunden?


v Alle vier Ventrikel sind miteinander über die Foramina Monroi ver-
bunden, der 3. Ventrikel ist mit dem 4. Ventrikel über den Aquaeduc-
tus cerebri Sylvii verbunden.

Hüllen des Gehirns und des Rückenmarks


10.10 Nennen Sie die Schichten des Schädeldachknochens von außen nach
innen.
v Lamina externa,
v Diploe,
v Lamina interna.

10.11 Der Schädel ist das Knochengerüst des Kopfes. In welche Teile unter-
scheiden wir ihn?
v Neurokranium,
v Viszerokranium.
476 Kapitel 10 · Neurochirurgie

10.12 Die Schädelbasis stellt die untere Rahmenkonstruktion des Kraniums


dar. Welche Regionen erscheinen Ihnen von Bedeutung und was ent-
halten diese Regionen? (Nennen Sie mindestens drei.)
v Hypophysenregion (Sella turcica).
v Kleinhirnbrückenwinkel.
v Vordere Schädelgrube; sie enthält Zugänge zur Nasenhöhle und zur
Orbita.
v Mittlere Schädelgrube; sie enthält Zugänge zum Gesichtsschädel und
zur Orbita.
v Hintere Schädelgrube; sie enthält Zugänge zum Innenohr, zur Hals-
region und zum Wirbelkanal.
v Der Verbindungsknochen zum Gesichtsschädel ist das Siebbein,
durch dessen löchrigen Grund die Fasern der Riechnerven ziehen.

10.13 Die Meningen liegen zwischen Knochen und Hirn bzw. Rückenmark.
Nennen Sie diese mit ihren jeweiligen Besonderheiten.
v Dura mater:
Sie liegt der Innenseite des Schädels bzw. des Wirbelkanals an und
übernimmt die Aufgaben des fehlenden Periosts.
v Arachnoidea:
Mit ihrem spinnenwebartigen Aufbau bildet diese Hirnhaut eine
lockere Verbindung zwischen harter und weicher Hirnhaut.
v Pia mater:
Sie liegt direkt dem Hirn bzw. dem Rückenmark an. Die in ihr ver-
laufenden feinen Gefäße dienen der Versorgung von Hirn und Rü-
ckenmark.

10.14 Beschreiben Sie die Besonderheiten der Sinus durae matris.


v Die »Sinus dura matris«, die in die Dura eingefügten venösen Blutlei-
ter, haben nicht den üblichen Wandaufbau der »echten« Venen, son-
dern sind lediglich mit Endothel ausgekleidete Hohlräume. Dadurch
klaffen sie bei Verletzungen, bluten kräftig und stellen eine große Ge-
fahr für eine Luftembolie dar.

Blutversorgung des Gehirns


10.15 Fügen Sie die fehlenden Begriffe in den Text zu den Besonderheiten
des »Circulus arteriosus Willisii« ein.
Die arterielle Versorgung des Gehirns geschieht über die beiden Aa. caro-
tides internae und vertebrales. Diese vereinigen sich nach ihrem Eintritt
durch das Hinterhauptloch in den Schädel zur A. basilaris. Die Aa. caro-
tides internae und die A. basilaris sind über die Rr. communicantes mit-
477 10
einander verbunden. So entsteht an der Hirnbasis ein zusammenhängen-
des System aller zum Gehirn führenden Arterien, der »Circulus arteriosus
Willisii«.
Von diesem entspringen die eigentlichen das Gehirn versorgenden
Arterien:
v A. cerebri media,
v A. cerebri anterior,
v A. cerebri posterior.

Der »Circulus arteriosus Willisii« bewirkt, dass bei Ausfall einer zufüh-
renden Arterie in den meisten Fällen die volle Blutversorgung des Ge-
hirns sichergestellt ist.

Wirbelsäule
10.16 Aus welchen Wirbeln setzt sich die Wirbelsäule zusammen?
Wie viele gibt es von jeder Art?
v 7 Halswirbel,
v 12 Brustwirbel,
v 5 Lendenwirbel,
v Kreuzbein,
v Steißbein.

10.17 Beschreiben Sie kurz den Aufbau eines Wirbels.


v Die Wirbel haben alle bis auf den 1. Halswirbel (Atlas) einen ähnli-
chen Aufbau. Sie bestehen aus dem Wirbelkörper, Wirbelbogen,
Dorn- und Querfortsatz. An den Bögen der Brustwirbel befinden
sich außerdem die Gelenkflächen für die Rippen.

10.18 Ergänzen Sie die Lücken und verwenden Sie die vorgegebenen
Begriffe.
Die Verbindung der Wirbel untereinander wird durch die Wirbelgelenke
am Wirbelbogen, die Bandscheiben und die verschiedenen Bänder er-
reicht. Die Disci intervertebrales sind an den Endflächen zweier benach-
barter Wirbelkörper befestigt und spiegeln so die Form dieser Flächen
wider. Sie sind aus Faserknorpel aufgebaut, der in der Mitte zum Nucleus
pulposus aufgequollen ist. Dieser wirkt wie ein Wasserkissen. Damit die-
se weiche Masse nicht durch die Last der Wirbelsäule zwischen den Wir-
belkörpern herausgequetscht wird, ist er von dem Faserring (Anulus fi-
brosus) außen umgeben, der aus straffen, kollagenen Faserzügen besteht.
478 Kapitel 10 · Neurochirurgie

Vegetatives Nervensystem
10.19 Welche Wirkung haben Sympathikus und Parasympathikus auf die
inneren Organe?
v Der Sympathikus bedingt im Wesentlichen eine Leistungssteigerung
der inneren Organe, der Parasympathikus die Erholungseffekte. Das
sympathische und das parasympathische System sind somit Antago-
nisten.

10.2 Neurochirurgisches Basiswissen im Operationssaal


Lagerung und Abdeckung
10.20 Eine Besonderheit in der Neurochirurgie ist die Lagerung des Kopfes
für Gehirnoperationen und Operationen an der Halswirbelsäule.
Welche Fixation des Kopfes wird gewählt und warum ist das für die
Operation wichtig?
v Meistens werden der Kopf und die Halswirbelsäule des Patienten mit
einem 3-Punkt-Kopfspanner nach Mayfield starr fixiert, um ein Ver-
wackeln des OP-Feldes weitgehend zu verhindern.

Instrumente und Geräte der Neurochirurgie


10.21 Was ist unter einem »Trepan« zu verstehen? Beschreiben Sie dessen
Besonderheit.
v Ein Trepan bohrt runde Löcher in die Kalotte und stoppt, sobald er
keinen Widerstand mehr hat. Dadurch kann eine Verletzung der
Dura in der Regel vermieden werden.

10.22 Zur Blutstillung in der Neurochirurgie gibt es einige Spezialitäten.


Nennen Sie die Besonderheiten von Hirnwatte und erklären Sie, wann
Knochenwachs zur Anwendung kommt.
v Hirnwatte wird als Tupfer oder Streifen in verschiedenen Größen
und Längen angeboten. Sie besteht aus gepresster, fusselfreier Watte.
Jeder Tupfer und jeder Streifen ist mit einem Faden armiert. Sie wer-
den immer feucht angereicht, denn sie dienen dem Schutz des Ge-
hirns oder der Lagefixation eines Hämostyptikumstreifens.
v Knochenwachs ist ein industriell gefertigtes Wachs, das zur Blutstil-
lung auf blutenden spongiösen Knochen mit dem Finger oder einem
Dissektor aufgetragen wird.

10.23 Bitte ergänzen Sie den Lückentext zur Neuronavigation.


Mit Hilfe der Neuronavigation gelingt der Transfer von Bilddaten aus der
kranialen Computertomographie (CCT) und der Magnetresonanztomo-
graphie (MRT) in die reale Anatomie des OP-Situs.
479 10
Über Laserstrahlen werden präoperativ markante Schädelstellen mar-
kiert, lasertechnisch vermessen und das System errechnet aus den Land-
marken die Position des Tumors.
Ist der Kopf des Patienten zur Operation fixiert, werden die Marker iden-
tifiziert. Das Kamerasystem der Neuronavigation erfasst die Positionen
der Marker und ein Systemrechner stellt die Beziehung zwischen den
CCT-/MRT-Bildern und der tatsächlichen Anatomie des Patienten her.
Diese Kontrolle wird intra- und postoperativ mehrfach wiederholt. Verän-
derungen, die intraoperativ auftreten, können nicht real abgebildet werden.

10.24 Welches sind die Vorteile der Neuronavigation?


v Der ideale Bereich für die Kraniotomie lässt sich vorab bestimmen.
v Es lässt sich prüfen, welche Hirnareale bei dem gewählten Zugangs-
weg berührt werden.
v Intraoperativ ist eine sichere Instrumentenführung anhand der Dar-
stellung auf dem Monitor gewährleistet.

Instrumentieren unter dem Mikroskop


10.25 Was ist bei der Ablage von Mikroinstrumenten auf dem Instrumen-
tiertisch zu beachten? Welche Regeln gelten für das Instrumentieren
unter dem Mikroskop?
v Mikroinstrumente müssen so gelagert sein, dass die feinen empfind-
lichen Spitzen der Instrumente keinen Schaden nehmen können.
Dazu eignen sich Gummimatten.
v Instrumente mit fusselfreien feuchten Tüchern von Blut säubern,
da Fremdmaterial unter dem Mikroskop bei der Vergrößerung als
extrem störend empfunden wird.
v Auf Wunsch des Operateurs Führen seiner Hand in den Situs unter
dem Mikroskop, damit der Operateur nicht ständig vom Operations-
feld wegschauen muss. Die Neuadaptation ist anstrengend und kostet
Zeit.
v Unbedingt ein Anstoßen von Sauger und Mikroskop vermeiden,
da schon geringe Vibrationen zu Gewebs- und Gefäßverletzungen
führen können.

10.4 Intrakranielle Tumoren


10.26 In welche drei Kategorien werden Hirntumoren unterschieden?
v a Neuroepitheliale Tumoren – Geschwülste der Hirnsubstanz.
v b Mesodermale Tumoren – Geschwülste, die von den Hirnhäuten,
den Gefäßen und dem Schädelknochen ausgehen.
v c Ektodermale Tumoren – Tumoren der Hypophysenregion.
480 Kapitel 10 · Neurochirurgie

10.27 Welches sind die Besonderheiten von Hirntumoren, verglichen mit


anderen Tumoren?
v Alle Tumoren innerhalb der Schädelkapsel, auch langsam wachsende
gutartige, sind in ihrer Wirkung bösartig, da sie durch zunehmenden
Hirndruck und fehlende Ausweichmöglichkeit des Gehirns unwei-
gerlich zum Tod führen, wenn nicht chirurgisch eingegriffen wird.
v Sie metastasieren nicht und bewirken keine Kachexie.
v Sie kommen häufig schon in der Kindheit vor.

Einteilung der Hirntumoren


10.28 Der häufigste Hirntumor ist das sehr bösartige Glioblastoma multi-
forme. Es zählt zu den neuroepithelialen Tumoren. Kennen Sie noch
weitere Gliome? Nennen Sie mindestens zwei.
v Astrozytome,
v Spongioblastome,
v Oligodendrogliome,
v Paragliome.

10.29 Welcher Tumor geht von den Hüllscheiden des VIII. Gehirnnervs aus
und welche Symptome begleiten ihn?
v Tumor: Das Akustikusneurinom.
v Symptome: Zu Beginn finden sich meist Gehörstörungen, zuneh-
mende Taubheit sowie Gleichgewichtsstörungen. Später Trigeminus-
ausfälle und eine periphere Fazialisparese. Schließlich können Klein-
hirnsymptome, Druckerscheinungen und Hirndruckzeichen auftre-
ten. Es findet sich immer eine Eiweißerhöhung im Liquor.

10.30 Welche Aussagen sind richtig?


v a Mesodermale Tumoren gehen von den Meningen, den Gefäßen
und den Schädelknochen aus.
v c Bei Hypophysenadenomen finden sich klinisch endokrine Störun-
gen sowie Gesichtsfeldausfälle, eine Verminderung der Sehstärke und
eine ballonartig aufgetriebene Sella im Röntgenbild.
v d Kraniopharyngeome wachsen in das Zwischenhirn und den
3. Ventrikel, sie erzeugen klinisch einen Hydrozephalus, Diabetes in-
sipidus sowie Trieb- und Antriebsstörungen.
v e Epidermoide und Dermoide gehören zu den Missbildungstumoren.
481 10
Therapie der Hirntumoren
10.31 In der Hypophyse kommt es häufig zur Entstehung eines Hypo-
physenadenoms. Welche Entfernungsmöglichkeiten sind Ihnen
bekannt? Beschreiben Sie das jeweilige Operationsprinzip.
v Transnasale Hypophysenadenomektomie: Vollständige Entfernung
des Tumors über einen transnasalen Zugang durch die Keilbeinhöhle
unter Bildwandlerkontrolle.
v Subfrontale Hypophysenadenomektomie: Vollständige Entfernung
des Tumors über eine seitliche Trepanation im Stirn-Schläfen-Be-
reich.

10.5 Intrakranielle Gefäßmissbildungen


Aneurysmen
10.32 Größe von Aneurysmen?
v a Die Aneurysmen zeigen sich in sehr unterschiedlicher Größe,
meist sind sie etwa kirschkerngroß.

10.33 Bitte setzen Sie in den folgenden Lückentext die fehlenden Begriffe
ein.
Aneurysmen im Gefäßsystem des Gehirns sind angeborene Gefäßaus-
sackungen. Sie sind besonders häufig an den Teilungsstellen der Gefäße
lokalisiert, an denen oft Gefäßwanddefekte im Zusammenhang mit der
Gefäßentwicklung nachzuweisen sind, oder sie sitzen an den ursprüngli-
chen Abgangsstellen embryonaler, später obliterierter Arterien.
In ihrer Form sind Aneurysmen sack- oder beerenförmig, gestielt (meist
an den Gefäßaufteilungen) oder spindelförmig (Gefäßerweiterungen über
eine größere Strecke). Gelegentlich sitzen sie auch breitbasig der Gefäß-
wand auf.

10.34 Mit welchen anderen Gefäßmissbildungen im intrakraniellen Raum


können Aneurysmen kombiniert sein?
v Mit Angiomen.

10.35 Wenn ein endovaskulärer Verschluss eines Aneurysmas in der Neuro-


radiologie nicht möglich ist, wird es operativ geclippt. Beschreiben Sie
das Prinzip des Aneurysmaclippings.
v Osteoplastische Kraniotomie.
v Aufsuchen des Aneurysmas.
v Clipping des Aneurysmasackes unter Erhaltung der Blutzirkulation
in der betroffenen Hirnarterie.
482 Kapitel 10 · Neurochirurgie

Trigeminusneuralgie
10.36 Die Trigeminusneuralgie ist gekennzeichnet durch einen typischen,
attackenartigen, pulsierenden einseitigen Schmerz im Versorgungs-
gebiet des N. trigeminus (V. Hirnnerv). Welche Ursachen sind häufig
der Grund für diese Erkrankung?
v Ein Gefäß-Nerven-Kontakt im Bereich des oberen Kleinhirnbrücken-
winkels.
v Tumoren im Bereich der Schadelbasis.
v Multiple Sklerose.

10.37 Zur Behebung einer Trigeminusneuralgie wird häufig die Operation


nach Jannetta durchgeführt. Was ist darunter zu verstehen?
Bei der OP nach Jannetta wird nach subokzipitaler Kraniotomie zur De-
kompression ein Stück Teflonschwamm oder körpereigene Muskulatur
zwischen den Trigeminusast und das begleitende Gefäß (A. oder V. cere-
belli superior) eingelegt.

10.7 Schädel-Hirn-Traumata
Einteilung der Schädel-Hirn-Traumata
10.38 Nennen Sie das jeweilige Spezifikum folgender Erkrankungen.
v Gedecktes Schädel-Hirn-Trauma: Die Dura ist unverletzt.
v Offenes Schädel-Hirn-Trauma: Durch eine von außen einwirkende
Gewalt wird Hirngewebe zerstört, dabei weisen Haut, Knochen und
Dura gleichzeitig eine durchlaufende Wunde auf.
483 10
Traumatische intrakranielle, extrazerebrale Hämatome
10.39 Ordnen Sie die folgenden Aussagen dem epiduralen bzw. dem
subduralen Hämatom zu (. Tab. 10.2).

. Tab. 10.2 Epi- und subdurales Hämatom

Lösung

a Liegt zwischen harter Hirnhaut und Knochen Epidurales Hämatom


b Ist fast immer mit einer schweren Hirn- Subdurales Hämatom
kontusion verbunden
c Die Dura wird mit einem Messer eröffnet Subdurales Hämatom
und mit der Duraschere erweitert
d Die sofortige Beseitigung der Kompres- Epidurales Hämatom
sionserscheinungen durch Schädeleröff-
nung, Entfernung des Hämatoms und
Blutstillung der verletzten Arterie ist not-
wendig
e Es handelt sich um eine flächenhafte Blu- Subdurales Hämatom
tung zwischen Dura und Arachnoidea
f Schon beim Setzen der Bohrlöcher quillt Epidurales Hämatom
das gestaute Blut hervor

Subdurales Hämatom: b, c, e
Epidurales Hämatom: a, d, f

Schädeldefekt nach osteoklastischer Trepanation


10.40 Bitte definieren Sie die osteoklastische und die osteoplastische
Trepanation
v Osteoplastische Trepanation: Bei geplanten Operationen im fronta-
len, temporalen, parietalen und okzipitalen Bereich zur Entfernung
von Tumoren, Angiomen oder Aneurysmen wird dem Patienten sein
eigener Knochendeckel wieder angepasst, wenn am Ende der Opera-
tion keine Hirnschwellung auftritt.
v Osteoklastische Trepanation: Bei frischem Schädel-Hirn-Trauma
mit sichtbarer oder zu erwartender postoperativer Hirnschwellung
bleibt der Knochendeckel entfernt. Nach der Trepanation wird in
einer Zweitoperation eine Schädeldachplastik vorgenommen.
484 Kapitel 10 · Neurochirurgie

10.8 Erkrankungen und Verletzungen des Rückenmarks,


seiner Hüllen und der Wirbelsäule
Spinale Geschwülste
10.41 Bitte definieren Sie, was im weitesten Sinne alles unter »spinalen
Geschwülsten« zu verstehen ist.
v Spinale Geschwülste sind alle raumfordernden Prozesse des Spinal-
kanals. Entweder gehen sie vom Spinalkanal selbst aus oder dringen
sekundär in den Wirbelkanal ein.
v Im weitesten Sinne gehören zu den spinalen Geschwülsten auch
nichttumoröse raumfordernde Prozesse, wie Arachnoidalzysten,
Bandscheibenvorfälle u. a. m.

Bandscheibenerkrankungen
10.42 Ergänzen Sie die Lücken unter Verwendung der unten vorgegebenen
Begriffe.
Die Bandscheibe oder Zwischenwirbelscheibe (Discus intervertebralis)
besteht aus einem zentralen Gallertkern (Nucleus pulposus) und einem
umgebenden Faserring (Anulus fibrosus). Der Nucleus pulposus besteht
aus weichem Gewebe, nimmt etwa 2/3 der Bandscheibe ein und besitzt in
der Jugend einen hohen Wassergehalt. Mit zunehmendem Alter nimmt
die Elastizität der Bandscheibe ab und es kommt zum Verschleiß. Mecha-
nische, stoffwechselphysiologische und altersabhängige Veränderungen in
der nichtvaskularisierten Bandscheibe bilden die Voraussetzungen zum
pathologischen Einreißen des Anulus fibrosus und führen zur Sequestrie-
rung (Vorfallen) des Nucleus pulposus.
Solange derAnulus fibrosus noch intakt ist und das Gallertgewebe des Nu-
cleus pulposus lediglich den Faserring aus dem Zwischenwirbelraum her-
vordrückt, spricht man von einer Protrusion, wenn Faserring und Längs-
band zerrissen sind und sich Bandscheibengewebe durch die Öffnung in
den Wirbelkanal quetscht, spricht man von einem Prolaps.

10.43 Zwei wesentliche klinische Bilder eines lumbalen Bandscheiben-


schadens sind Lumbago und Ischialgie bzw. Lumboischialgie.
Beschreiben Sie kurz die wesentlichen Merkmale dieser klinischen
Bilder.
v Lumbago: Meist blitzartig einschießender Kreuzschmerz, als Folge
einer Bandscheibenverschiebung (Hexenschuss). Mit dem Schmerz
kommt es zur Verspannung und Verkrampfung der paravertebralen
Muskulatur (Muskelhartspann). Diese führen wiederum zu schmerz-
haft fixierter Fehlhaltung der Lendenwirbelsäule mit weitgehender
Bewegungseinschränkung.
485 10
v Ischialgie bzw. Lumboischialgie: Liegt ein Bandscheibenvorfall
mehr lateral, kommt es zu einer mechanischen Irritation der in dieser
Höhe austretenden Nervenwurzeln. Der Schmerz strahlt entspre-
chend seinem Versorgungssegment ins Bein aus. Meist liegt gleich-
zeitig ein Rückenschmerz vor. Der Name Ischialgie besagt, dass es in-
nerhalb eines Teils des Versorgungsgebietes des N. ischiadicus, näm-
lich des Teils, der für die 5. Lendenwurzel zuständig ist, zu radikulä-
ren Schmerzen kommt.

10.44 Bechreiben Sie kurz das Operationsprinzip der Operation eines


lumbalen Bandscheibenvorfalls.
v Bei der Operation wird nicht nur der sichtbare Vorfall entfernt,
sondern auch zusätzlich das Innerste der Bandscheibe (der defekte
Nucleus pulposus) soweit wie möglich ausgeräumt, um ein Rezidiv
zu vermeiden. Der interlaminäre Zugang zur Bandscheibe ist die
Methode der Wahl. In der Regel werden die interlaminäre Fenste-
rung und die Prolapsentfernung mikrochirurgisch durchgeführt.

10.45 Nennen Sie mindestens zwei Symptome eines zervikalen Band-


scheibenschadens.
v Nacken-Hinterkopf-Schmerz (Zephalgie), wenn vornehmlich die
oberen Halsbandscheiben – C2/3 und C3/4 – betroffen sind. Ver-
spannte Nackenmuskulatur, eingeschränkte Kopfbewegung mit
Druckschmerz der paravertebralen Muskulatur.
v Nacken-Arm-Schmerzen (Brachialgie), wenn hauptsächlich C5/6
und C6/7 betroffen sind. Verspannungen der Nackenmuskulatur,
Bewegungseinschränkung des Kopfes und Zwangshaltung sind
kombiniert mit Schulterschmerz und Schmerzausstrahlung, auch
Parästhesien in den Arm bis in die Finger.
v Vertebragener Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und Schwin-
del. Meist uncharakteristisch oder aber auch reiner Drehschwindel
bei abrupten Kopfbewegungen.
v Zervikale Myopathie. Hierbei handelt es sich um chronische Formen
der diskogenen Myopathie (Rückenmarkschädigung) mit sich lang-
sam entwickelnden Para- und Tetraparesen sowie Sensibilitätsstörun-
gen. Hauptsächlich ist die Bandscheibe C5/6 betroffen.
486 Kapitel 10 · Neurochirurgie

10.46 Bitte ordnen Sie die Definitionen von Laminektomie und


Foraminektomie korrekt zu.
v Laminektomie: In der entsprechenden Höhe werden die Wirbel-
bögen entfernt. Eine sehr invasive operative Maßnahme, die nur
unter strenger Indikation durchgeführt werden sollte.
v Foraminotomie: Die geschädigte Nervenwurzel wird freigelegt, der
Wurzelkanal wird mit einem Rosenbohrer aufgefräst und so die Ner-
venwurzel dekomprimiert. Von diesem Zugang gelingt es, auch late-
ral gelegene freiperforierte Bandscheibenvorfälle zu entfernen.

Spinalstenose
10.47 Welche Aussagen zur Spinalstenose sind richtig?
v a Im Rahmen von degenerativen Wirbelsäulenveränderungen
kommt es an den kleinen Wirbelgelenken zu massiven knöchernen
Verdickungen.
v c Auch Bandscheibenvorwölbungen führen zu einer deutlichen
Verengung des Querschnitts des knöchernen Spinalkanals.
v e Die Spinalstenosen treten am häufigsten im Lumbalbereich auf,
sind jedoch auch im Zervikalbereich zu finden.
v f Eine zervikale Spinalstenose ist gekennzeichnet durch eine zuneh-
mende Gangunsicherheit, durch Störungen in der Feinmotorik und
der Tiefensensibilität.
v g Bei den lumbalen Spinalstenosen steht die Schmerzsymptomatik
im Vordergrund, v. a. lumbale Schmerzen, die oft in beide Beine ein-
strahlen.

Wirbelkörperkompressionsfrakturen
10.48 Zur Reposition von Wirbelkompressionsfrakturen kann die Ballon-
kyphoplastie sinnvoll sein. Was ist darunter zu verstehen?
Ein Ballonkatheter (z. B. Fa. Kyphon) dient zur Kompaktierung von Spon-
giosa und der Reposition von Wirbelkörperfrakturen. Der Ballonkatheter
wird im Knochen positioniert und unter Kontrolle aufgedehnt. Wenn der
Ballon sich aufweitet, wird der Knochen verschoben, bis die Anatomie
wiederhergestellt ist.
487 10
10.9 Schädigung peripherer Nerven
10.49 Welche Störungen werden durch die Schädigung peripherer Nerven
ausgelöst? Begründen Sie diese Störungen.
v Sensible Störungen: Sie machen sich als Minder-, oder Missempfin-
dungen im Hauptversorgungsgebiet des betroffenen Nervs bemerk-
bar. Die Störungen von Empfindung, Schmerz, Temperatur, Tastsinn
können teilweise oder vollständig sein.
v Motorische Ausfälle: Sie zeigen sich durch schlaffe Paresen im Ge-
gensatz zu spastischen Lähmungen bei Schäden des Rückenmarks.
Schädigungen der peripheren Nerven betreffen auch die vegetativen
Fasern. Deshalb kann es auch zu Störungen der Durchblutung und
der Ernährung im Bereich des Versorgungsgebiets der betroffenen
Nerven kommen.
v Begründung:
Periphere Nerven sind gemischte Nerven, d. h. sie enthalten sowohl
motorische als auch sensible Fasern. Infolgedessen äußern sich
Ausfälle peripherer Nerven immer in sensiblen und motorischen
Störungen.

Operative Eingriffe an peripheren Nerven


10.50 Was beschreibt der Begriff »Neurolyse«?
v Bei der Neurolyse wird ein Nerv aus seiner Umgebung gelöst. Dieser
Eingriff wird v. a. bei indirekten Schädigungen peripherer Nerven
durchgeführt.
v Unter der interfaszikulären Neurolyse versteht man die Freipräparie-
rung der einzelnen Nervenfaserbündel. Sie wird angewendet, wenn
es zu Narbenbildung im Epineurium gekommen ist.
488 Kapitel 11 · Mund-, Kiefer- und Gesichts-Chirurgie

11 Mund-, Kiefer- und Gesichts-Chirurgie

11.1 Überblick über das Fachgebiet Mund-, Kiefer- und Gesichts-


chirurgie
11.1 Die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG-Chirurgie) ist ein
relativ junges eigenständiges Fachgebiet. Welche drei Ziele werden
in der Therapie angestrebt?
v Wiederherstellung der Funktion.
v Wiederherstellung der Form.
v Wiederherstellung der Ästhetik.

11.2 Welche Aussagen bezüglich der Tätigkeit in der Mund-Kiefer- und


Gesichts-Chirurgie (MKG-Chirurgie) sind richtig?
v a Das OP-Personal benötigt Kenntnisse des umfangreichen Instru-
mentariums und dessen Bedeutung.
v c Insbesondere in diesem Fachgebiet kommt es häufig zu klinischen
Situationen, die ein Abweichen vom gewohnten Vorgehen verlangen.
v d Eine besondere Herausforderung für die instrumentierende Pflege-
kraft stellen zeitgleiche Eingriffe in zwei unterschiedlichen operati-
ven Regionen dar, die durch die Abdeckung zu trennen sind.

11.3 Ordnen Sie die folgenden Eigenschaften dem jeweiligen Mundsperrer


zu:
Wird seitlich in den geöffneten Mund eingeführt, mit seinen Branchen auf
jeweils einen Backenzahn gesetzt und langsam geöffnet:
v c Mundsperrer nach Denhart.
Erlaubt die Übertragung starker Kräfte zur Vergrößerung der Mund-
öffnung, die ein kontrolliertes Vorgehen erfordert:
v d Mundsperrer nach Heister.
Besitzt auswechselbare, unterschiedlich große Spatel; erlaubt ein Arbeiten
dorsal am Gaumen und Rachen:
v h Mundsperrer nach Kilner-Doughty.

11.4 Welche Möglichkeiten kennen Sie, während einer intraoralen


Operation die Zunge zu fixieren?
v Zungendrücker (nach Tobold).
v Zungenfasszange (nach Collin).
v Haltenaht durch die Zungenspitze.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_28, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
489 11
11.5 Bitte kreuzen Sie die korrekte Antwort an.
v a Das in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am häufigsten
verwendete Osteosynthesematerial entspricht in etwa der Größe des
Kleinfragmentinstrumentariums. (Stimmt.)
v c Die Schrauben besitzen in der Regel ein selbstschneidendes Ge-
winde. (Stimmt.)
v f Die Implantate bestehen meist aus Stahl. (Stimmt nicht.)
v h Das Osteosynthesematerial wird grundsätzlich entfernt. (Stimmt
nicht.)

11.2 Frakturen und ihre Versorgung


11.6 Was bedeutet der Begriff »Okklusion« in der Mund-Kiefer- und
Gesichts-Chirurgie (MKG-Chirurgie)?
v Die Passung der Zähne zueinander.

11.7 Warum sollten Patienten mit Fraktur des bezahnten Kiefers mit
Beteiligung eines Zahnes immer antibiotisch abgedeckt werden?
v Der Bruch eines bezahnten Kiefers mit Beteiligung eines Zahnes gilt
immer als offene Fraktur.

11.8 Beschreiben Sie kurz das Prinzip der konservativen Therapie einer
Unterkieferfraktur.
v Ruhigstellung des Unterkiefers durch Einbinden zahntragender
Metallschienen im Ober- und Unterkiefer und mandibulomaxilläre
Fixation durch Gummi- oder Drahtschlingen.
490 Kapitel 11 · Mund-, Kiefer- und Gesichts-Chirurgie

a v Le Fort I b v Le Fort II c v Le Fort III (Escher III)

. Abb. 11.1a–c Le Fort-Einteilung der Mittelgesichtsfrakturen. (Aus Lenarz u.


Boenninghaus 2012)

11.9 Nennen Sie die Einteilung der Frakturen des Mittelgesichts nach Le Fort
mit ihren Kennzeichen. Nehmen Sie dabei . Abb. 11.1 zu Hilfe.
v a Le Fort I; Kennzeichen: Basale Absprengung des Oberkiefers.
v b Le Fort II; Kennzeichen: Absprengung des gesamten Oberkiefers
mit der knöchernen Nase.
v c Le Fort III; Kennzeichen: Absprengung des gesamten knöchernen
Mittelgesichtes.

11.10 Bei Defektfrakturen des Orbitabodens ist eine Rekonstruktion not-


wendig, damit der Orbitainhalt nicht in die Kieferhöhle absackt oder
Augenmuskeln in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Welche Im-
plantate kommen hier zur Anwendung?
v Hierzu eignen sich resorbierbare Membranen in verschiedenen Stär-
ken oder ein Titan-Gitter.

11.3 Tumor- und rekonstruktive Chirurgie


11.11 Bei einer Primärlokalisation eines malignen Tumors der Mundhöhle in
Knochennähe oder bei Infiltration der Kiefer müssen bei der Resektion
Kontinuitätsdefekte gesetzt werden. Bei allen Tumoroperationen ent-
stehen somit beträchtliche Defekte mit funktionellen Beeinträchtigun-
gen, die insbesondere die Sprache und die Nahrungsaufnahme betref-
fen. Welche Möglichkeiten der Defektdeckung sind Ihnen bekannt?
v Defektdeckungen mit gestielten Fernlappen.
v Defektdeckungen mit mikrovaskulär anastomosierten körpereigenen
Transplantaten.
491 11
11.12 Welche Muskeln bieten sich in der MKG-Chirurgie für sichere gestielte
Myokutanlappen an?
v M. pectoralis,
v M. latissimus dorsi.

11.13 Welche Knochenareale eignen sich für die Behandlung mit mikro-
vaskulär anastomosierten Transplantaten?
v Beckenkamm,
v Fibula,
v Skapularand;
v mit oder ohne Haut.

11.4 Weichteilchirurgie des Gesichtes


11.14 Was ist hinsichtlich der Wundrandexzision bei Weichteilverletzungen
im Gesicht zu beachten? Bitte setzen Sie die vorgegebenen Begriffe in
den Lückentext ein.
Die Wundrandexzision, die sog. Anfrischung, darf im Gesichtsbereich,
wenn überhaupt, nur sehr sparsam erfolgen. Das gilt insbesondere an den
Augenbrauen, den Lidern und der Nase, da dort rasch schwer zu behan-
delnde Defekte und Narben entstehen können.
Die Wundrandexzision bei Weichteilverletzungen im Gesicht beschränkt
sich auf zerquetschtes und eindeutig nekrotisches Gewebe.

11.15 Welche Flüssigkeiten und Materialien eignen sich für die Säuberung
bzw. Reinigung von Weichteilverletzungen im Gesicht?
v Zur Säuberung eignen sich NaCl-, PVP-Lösungen oder Wasserstoff-
peroxidlösungen.
v Zur Reinigung eignen sich sterile Bürsten.

11.5 Mikrochirurgie
11.16 Welche Aussagen zu Operationen unter dem Mikroskop sind falsch?
falsche Aussagen:
d, e

richtige Aussagen sind:


v a Instrumente müssen vor jedem Anreichen von Blut gereinigt
werden, um dem Operateur unter dem Mikroskop die Sicht auf die
Instrumentenspitzen zu ermöglichen.
v b Instrumente dürfen nur mit einem fusselfreien Tuch gereinigt
werden.
492 Kapitel 11 · Mund-, Kiefer- und Gesichts-Chirurgie

v c Alle Instrumente müssen nach Gebrauch von der Pflegekraft


wieder abgenommen werden, damit der Operateur nicht vom Situs
wegschauen muss.
v f Das gebrauchte Instrumentarium wird in speziellen Containern
fixiert und zur Aufbereitung in die ZSVA gegeben.

11.7 Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten
11.17 Die Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten (LKG-Spalten) haben, ebenso wie
die isolierten Spaltbildungen, eine multifaktorielle Genese. Die ange-
borenen Spalten können in vielfältigen Formen in Erscheinung treten.
Nennen Sie mindestens 2 Formen (4 sind möglich).
v Die isolierte Lippenspalte kann vollständig (Lippenrot und Lippen-
weiß) sowie unvollständig (häufig nur Einkerbungen im Rot-weiß-
Bereich) auftreten; sie kann einseitig oder zweiseitig sein.
v Ein seltenes Krankheitsbild stellen die Lippen-Kiefer-Spalten dar.
Hier dehnt sich der Spalt bis in den Alveolarfortsatz des Oberkiefers
aus.
v Die isolierte Gaumenspalte betrifft den weichen Gaumen, kann
aber auf den harten Gaumen übergreifen.
v Die häufigste Variante der Spaltbildungen ist die vollständige LKG-
Spalte, die ebenso wie die Lippenspalte ein- oder doppelseitig auf-
treten kann. Sie reicht von der Lippe weiter durch den Kiefer und bis
zur Uvula.

11.18 Neugeborene sind durch ihre Fehlbildung erheblich behindert,


da die Nahrungsaufnahme durch Saugen wegen der Spalte zur Nase
nicht möglich ist. Welche weiteren Probleme treten in der Entwick-
lung dieser Kinder auf?
Unbehandelt ist die spätere Sprachentwicklung gestört.
Auffällig ist die näselnde Sprache bei Kindern mit Gaumenspalte (Rhino-
lalia aperta).
Diese Kinder leiden oft unter Mittelohrentzündungen mit Ergussbil-
dung, da die funktionelle Tubenbelüftung fehlt.

11.19 Ergänzen Sie die Lücken unter Verwendung der unten vorgegebenen
Begriffe.
Die Rehabilitation erfordert eine interdisziplinäre Behandlung von MKG-
Chirurgen, Kieferorthopäden, HNO-Ärzten und Logopäden.
Zuerst erfolgt die Anfertigung einer Trinkplatte durch die Kieferortho-
päden. Dadurch wird das Saugen der Milch ermöglicht und der Kiefer-
bogen kann sich günstiger ausbilden. Die operative Therapie beinhaltet
493 11
den funktionellen und plastisch-rekonstruktiven Verschluss der Spalten
in Etappen. Später erfolgt ggf. eine Nasen- und/oder eine Zahnkorrektur
bzw. prothetische Versorgung.
Wichtig ist die Kontrolle der Ohrenfunktion durch HNO-Untersuchun-
gen. Bei Entwicklung von Otitiden und Ergüssen ist die Parazentese und/
oder die Einlage von Paukenröhrchen nötig. Die logopädische Behand-
lung unterstützt die Sprechentwicklung.

11.20 Was sind die entscheidenden Kriterien beim Verschluss einer Lippen-
spalte?
Entscheidend sind eine symmetrische Oberlippenlänge und eine korrek-
te Rekonstruktion der Muskulatur, die durch unterschiedliche Schnitt-
führungen erreicht werden können.
494 Kapitel 12 · Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie

12 Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie

12.1 Grundlagen der Anatomie


12.1 Bitte ergänzen Sie die fehlenden anatomischen Strukturen.
Der M. sternocleidomastoideus grenzt das vordere Halsdreieck vom seit-
lichen ab, nach oben ist die Halsregion durch den M. digastricus begrenzt,
nach unten durch den M. omohyoideus.

12.2 Der Rachen wird in drei Abschnitte eingeteilt. Nennen Sie sie.
v Nasopharynx (Nasen-Rachen-Raum).
v Oropharynx (mittlerer Rachenraum).
v Hypopharynx (unterste Schlundgegend).

12.3 Bitte kreuzen Sie die korrekten Aussagen an.


v a Die Gaumenmandeln (Tonsillen) sind paarig angelegt.
v d Sie zählen zu den Lymphorganen.
v f Die Rachenmandeln sind unpaarig angelegt.
v g, i Werden sie zu groß, behindern sie die Nasenatmung und die
Belüftung des Mittelohres.

12.4 Bitte beschriften Sie . Abb. 12.1.

v Epiglottis
v Zungenbein
v N. laryngeus
v Membrana
superior
thyreohyoidea v A. laryngea
superior
v Eminentia
laryngea
v Schildknorpel

v Lig. crico- v Aryknorpel


thyroideum
v M. crico-
thyroideus v Ringknorpel

v Trachealspange

. Abb. 12.1 Kehlkopf: Knorpelgerüst, Membranen, äußere Muskulatur, Zungen-


bein. (Aus Lenarz u. Boenninghaus 2012)

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_29, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
495 12
12.5 Bitte ergänzen Sie die fehlenden anatomischen Begriffe.
Die nervale Versorgung des Larynx übernehmen der N. laryngeus infe-
rior (genannt N. recurrens) und der N. laryngeus superior; beide sind
Äste des N. vagus. Der Kehldeckel (Epiglottis) verschließt bei Reizen re-
flektorisch den Kehlkopfeingang.

12.6 Sieben luftgefüllte Räume stehen mit der Nasenhöhle in Verbindung,


die sog. Nasennebenhöhlen. Bitte zählen Sie sie auf.
v Die Stirnhöhle (Sinus frontalis, paarig).
v Die Kieferhöhle (Sinus maxillaris, paarig).
v Die Keilbeinhöhle (Sinus sphenoidalis).
v Das Siebbeinlabyrinth (Sinus ethmoidalis, paarig).

12.7 Bitte ergänzen Sie die fehlenden anatomischen Strukturen im Lücken-


text.
Das Hörorgan des Menschen ist in drei Teile gegliedert:
1. Äußeres Ohr mit
v Ohrmuschel,
v S-förmig gebogenem äußerem Gehörgang,
v Trommelfell als Abgrenzung zum Mittelohr.
2. Mittelohr, das aus der Paukenhöhle besteht, die über die Tube mit
dem Nasenrachen verbunden ist, und den darin enthaltenen Gehör-
knöchelchen:
v Hammer (Malleus),
v Amboss (Incus),
v Steigbügel (Stapes).
Die Gehörknöchelchen sorgen durch ihre Bewegungen für die
Schallwellenübertragung.
3. Innenohr, das im Felsenbein liegt.

12.2 Diagnostisches Instrumentarium


12.8 Bitte benennen Sie die Instrumente in . Abb. 12.2 und . Abb. 12.3
und beschreiben Sie deren Anwendung.

12.3 Operationsinstrumentarium
12.9 Zur Entfernung adenoider Wucherungen wird ein besonderes Messer
benötigt (. Abb. 12.4). Wie heißt es und was zeichnet es aus?

12.10 Bitte benennen Sie das Instrument in . Abb. 12.5 und beschreiben
Sie dessen Anwendung.
496 Kapitel 12 · Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie

a b

. Abb. 12.2a, b Instrumente: Nasen- . Abb. 12.3 Instrument: Zungenspa-


spekula, Funktion: Inspektion der Na- tel, Funktion: Herunterdrücken der
senhöhle. (© Fa. Martin) Zunge bei der Racheninspektion.
(© Fa. Martin)

. Abb. 12.4 Name des Instruments: . Abb. 12.5 Instrument: Koniotom,


Ringmesser nach Beckmann, Beson- Funktion: Für eine notfallmäßige Ko-
derheit: Es ist an der Innenkante des niotomie kann das Lig. conicum mit
oberen Randes geschliffen, um die diesem Trachealtrokar durchstoßen
Polypen aus ihrem Lager zu schälen. werden. (© Fa. Aesculap AG)
(© Fa. Aesculap AG)
497 12
12.11 Warum sind die Instrumente für eine Nasenoperation bajonettförmig
oder kniegebogen?
v Dies erleichtert den Blick auf den Situs, ohne dass die Hand des
Operateurs die Übersicht behindert.

12.12 Wofür wird die Parazentesenadel benötigt?


v Zur Inzision des Trommelfells.

12.5 Hals-Nasen-Ohren-Operationen
12.13 Was ist zu bedenken, wenn entfernte Tonsillen zur histologischen
Untersuchung gegeben werden?
v Tonsillen werden immer seitengetrennt zur histologischen Untersu-
chung gegeben.

Panendoskopie
12.14 Bitte ergänzen Sie die Lücken sinnvoll unter Zuhilfenahme der
vorgegebenen Begriffe.
Die Panendoskopie mit starren Instrumenten hat gegenüber der mit fle-
xiblen Endoskopen den Vorteil, dass die Sicht durch Aufspannen der
Schleimhäute verbessert wird. Vor allem kann die Kehlkopfregion einge-
sehen werden und Blutungen durch Biopsien können vom Operateur
beidhändig gestillt werden.
Beatmet wird bei der Bronchoskopie über das starre Bronchoskop. Daher
ist der Operateur bei der Narkoseeinleitung anwesend.
Die Panendoskopie ist grundsätzlich leicht erlernbar. Allerdings besteht
besonders bei voroperierten und bestrahlten Patienten und bei Tumoren
des Pharynx/Hypopharynx das Risiko, dass nach Narkoseeinleitung nicht
mit Maske beatmet werden kann, eine Intubation aber auch nicht gelingt.
Vorbereitungen zur Koniotomie oder Tracheotomie müssen nach Rück-
sprache mit dem Operateur getroffen werden.

12.15 Beschreiben Sie bitte kurz das Prinzip der Panendoskopie


v Spiegelung aller relevanten Bereiche im Kopf-Hals-Bereich (Pharynx,
Hypopharynx, Nasopharynx, Larynx, Trachea, Bronchien, Ösopha-
gus), mit Biopsien von suspekten Befunden.
498 Kapitel 12 · Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie

12.16 Für die Tracheotomie sind drei verschiedene Zugänge zur Luftröhre
möglich. Nennen Sie mindestens zwei.
v Obere Tracheotomie, oberhalb des Isthmus der Schilddrüse.
v Mittlere Tracheotomie mit der Durchtrennung des Isthmus der
Schilddrüse. (Dieser Zugang wird für eine elektive Tracheotomie am
häufigsten benutzt.)
v Untere Tracheotomie unterhalb des Isthmus der Schilddrüse.

12.17 Bitte ergänzen Sie die fehlenden Begriffe.


Eine Neck-Dissection ist eine Ausräumung der Halslymphknoten, die, je
nach Tumorstadium, einseitig oder beidseits in einer Sitzung erfolgt. Eine
Kombination der Operation mit anderen Eingriffen ist je nach Ausbrei-
tung des Primärtumors möglich.
Das Prinzip der Operation ist die Entfernung der Halslymphknoten. Das
Ausmaß der Operation ist abhängig von der Lokalisation und der Aus-
dehnung der Grunderkrankung und kann von der Schädelbasis bis zur
Klavikula reichen.

12.18 Bitte charakterisieren Sie die verschiedenen Formen der Neck-


Dissection.
v Radikale Neck-Dissection: Lymphknotenausräumung mit umgeben-
dem Fett sowie Resektion von N. accessorius, M. sternocleidomastoi-
deus, V. jugularis interna (evtl. auch A. carotis externa), Glandula
submandibularis.
v Funktionelle Neck-Dissection: Lymphknotenausräumung mit umge-
bendem Fett und Bindegewebe.
v Selektive modifizierte Neck-Dissektion: Lymphknotenausräumung
je nach Ausmaß der Grunderkrankung.

12.19 Was ist unter dem Begriff »Septumkorrektur« zu verstehen? Wann


besteht dafür eine Operationsindikation?
v Eine Begradigung der Nasenscheidewand.
v Sie ist nur dann erforderlich, wenn die Verbiegung die Nasenatmung
behindert.

12.20 Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.


v a Orbitabodenfrakturen sind häufig Teil von Kombinationsbrüchen
des Mittelgesichtes.
v c Bei der »blowout-fracture« bricht der Orbitaboden.
v f Der M. rectus inferior, der den Blick nach unten bewegt, sowie der
M. obliquus inferior, der den Blick nach schräg oben bewegt, können
499 12
bei einer »blowout-fracture« eingeklemmt werden, sodass es zu Dop-
pelbildern kommt.
v g Auch der 2. Trigeminusast kann durch Bruchfragmente einge-
klemmt werden, was zu Sensibilitätsstörungen im Bereich der Wange
führen kann.

12.21 Welche Maßnahme ist obligat, um bei der operativen Versorgung


eines frakturierten Orbitabodens eine stufenfreie Versorgung zu
gewährleisten?
v Um den Orbitaboden wieder als glatte Fläche zu gestalten, sollte er
nach der Reposition mit einer resorbierbaren Kunststoffscheibe abge-
deckt werden.

12.22 Wie erscheint ein gesundes Trommelfell im Mikroskop? Und wie,


im Gegensatz dazu, ein pathologisch verändertes Trommelfell?
Gesundes Trommelfell:
v Es glänzt gräulich und zeigt keine Rötung oder Sekretansammlung
im Mittelohr.

Pathologisch verändertes Trommelfell: Es zeigen sich verschiedene Bil-


der:
v Eine Einziehung hat fast immer einen Unterdruck in der Pauken-
höhle als Ursache.
v Eine Vorwölbung weist auf eine Flüssigkeitsansammlung im Mittel-
ohr hin.
v Eine Rötung gilt als Zeichen einer Entzündung.

12.23 Was ist unter einer »Tympanoplastik« zu verstehen?


v Die gestörte Schallleitung soll wieder hergestellt werden, indem der
Trommelfelldefekt mit körpereigener Temporalisfaszie verschlossen
wird.

12.24 Wodurch können die Gehörknöchelchen ersetzt werden?


v Durch Titanprothesen.
500 Kapitel 13 · Kinderchirurgie

13 Kinderchirurgie

13.1 Arbeitsbedingungen in der Kinderchirurgie


13.1 Nennen Sie mindestens vier physiologische oder anatomische
Besonderheiten, die Kinder, insbesondere Neugeborene, vom
Erwachsenen unterscheiden.
v Neigung zu Hypoglykämie und Hypokalzämie.
v Geringeres Blutvolumen.
v Höherer Flüssigkeitsumsatz.
v Unreife innerer Organe wie Nieren, Leber und Lungen.
v Erhöhte Blutungsneigung.
v Unzureichende Infektabwehr.
v Instabiler Wärmehaushalt.

13.2 Warum ist der Wärmehaushalt eines Kindes instabiler als der eines
Erwachsenen?
v Im Vergleich zum Körpergewicht ist die Körperoberfläche relativ
größer.
v Das subkutane Fettgewebe ist sehr dünn und kann demzufolge nicht
gut isolieren.
v Die körpereigene Wärmeproduktion ist gering und wird durch z. B.
Muskelrelaxanzien und Narkotika weiter reduziert.

Minimal-invasive Chirurgie
13.3 Bitte vervollständigen Sie den Text zu den physiologischen Effekten
bei Anlage eines Pneumoperitoneums im Rahmen der minimal-
invasiven Chirurgie beim Säugling und beim Kleinkind.
Das Pneumoperitoneum erhöht den Cardiac-Index und den O2-Bedarf.
Durch die Zunahme des intraabdominellen Druckes und die damit einher-
gehende Kompression der V. cava vermindert sich der venöse Rückstrom
zum Herzen. Folge ist ein Abfall des Herzzeitvolumens. Da der periphere
Gefäßwiderstand erhöht ist, wird ein Volumendefizit schlecht toleriert.
Der Zwerchfellhochstand im Rahmen des Pneumoperitoneums verringert
das Lungenvolumen. Dadurch entsteht ein veränderter Gasaustausch,
weil es ein Ungleichgewicht zwischen Ventilation und Perfusion gibt. Die
funktionelle Residualkapazität der Lunge ist vermindert und es entsteht
eine Störung im Säure-Basen-Haushalt.
Das Pneumoperitoneum beeinträchtigt vorübergehend die Nierendurch-
blutung. Beim Säugling kommt es dadurch in den ersten 45 min nach
Anlage des Pneumoperitoneums zu einer Anurie.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_30, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
501 13
Da Kinder eine wesentlich größere peritoneale Körperoberfläche im Ver-
gleich zu Erwachsenen haben, wird mehr CO2 resorbiert, mit der Folge
einer Hyperkapnie und einer respiratorischen Azidose. Das Pneumoperi-
toneum erweitert die Hirngefäße und lässt den intrakraniellen Druck an-
steigen. Die Erhöhung des intraabdominellen Druckes kann einen gastro-
ösophagealen Reflux erhöhen und so eine perioperative Aspiration be-
günstigen.

Instrumentarium
13.4 Welche Aussagen sind richtig?
v c Eine Lupenbrille oder ein Operationsmikroskop erleichtern die
Präparation der feinen Strukturen.
v d Atraumatisches feines Nahtmaterial wird vorzugsweise angewendet.

13.2 Thorax
Ösophagusatresie
13.5 Bitte erklären Sie den Begriff »Ösophagusatresie«.
v Eine angeborene Anomalie, bei der die Kontinuität der Speiseröhre
vollständig unterbrochen ist. Häufig (ca. 90%) liegt zusätzlich eine
Fistel zwischen Speiseröhre und Trachea vor.

13.6 Was beschreibt die »Klassifikation nach Vogt« bezüglich der


Ösophagusatresie?
v Die unterschiedlichen Formen und die Lokalisation der Atresie, ob
und wann wo welche Fistel auftritt.

13.7 Welche Aussagen sind falsch?


falsch sind:
b, d

richtige Aussagen sind:


v a Bei einer Ösophagusatresie tritt nach der Geburt schaumiger Spei-
chelfluss auf, der abgesaugt werden muss.
v c Durch Aspiration kommt es zu Zyanoseanfällen und Atemnot.
v e Bei Frühgeborenen dehnt sich der Magen so, dass es nicht zu einer
Magenruptur kommen kann.

13.8 Bringen Sie die Schritte der Operation zur Behebung einer
Ösophagusatresie in die richtige Reihenfolge (Nr. 1–14).
1. a Dorsolaterale Thorakotomie rechts, 4. Interkostalraum (ICR).
2. f Ligatur der V. azygos.
502 Kapitel 13 · Kinderchirurgie

3. i Oberen Ösophagusblindsack mit einem Haltefaden versehen.


4. k Präparation des unteren Ösophagusanteiles bis zur Fistelmündung.
Schonung des N. vagus, Schonung der Blutversorgung.
5. b Durchtrennung der Fistel.
6. m Verschluss der Fistel, Dichtigkeitsprüfung.
7. g Mobilisation beider Ösophagusenden.
8. d Kleinste Eröffnung des oberen Blindsackes.
9. c Hinterwandnähte und vorsichtige Annäherung beider Stümpfe.
10. e Legen einer dickeren Magensonde zur Schienung beider Stümpfe.
11. h Naht der Vorderwand.
12. l ggf. Thoraxdrainage, wenn die Anastomose unter Spannung
angelegt wird.
13. j Perikostalnähte.
14. n Wundverschluss.

Ligatur des Ductus arteriosus Botalli


13.9 Wie lautet die Definition eines »persistierenden Ductus arteriosus
Botalli«?
v Eine für den Fetalkreislauf charakteristische Verbindung zwischen
der A. pulmonalis und der absteigenden Aorta schließt sich postnatal
nicht, sodass das Blut aus der A. pulmonalis an der Lunge vorbei
direkt in die Aorta fließt.

Angeborener Zwerchfelldefekt
13.10 Welche angeborenen Zwerchfelldefekte gibt es?
v Bochdalek-Hernie (posterolateraler Zwerchfelldefekt).
v Morgagni-Hernie (anterolaterale Zwerchfellhernie).
v Paraösophageale Hiatushernie (selten angeboren).

13.11 Nennen Sie mindestens vier klassische Symptome eines angeborenen


Zwerchfelldefektes.
v Zyanose.
v Atemnot.
v Verschiebung des Herzens nach rechts.
v Progredienz der Symptome durch Volumenzunahme der Bauch-
organe durch geschluckte Luft.
v Eingesunkenes (leeres) Abdomen.
v Meist links vergrößerter Thorax.
v Abgeschwächte Atemgeräusche links.
503 13
13.12 Listen Sie auf, welche Instrumente und Materialien Sie zum Verschluss
eines Zwerchfelldefektes vorbereiten.
v Grundinstrumente.
v Laparotomieinstrumente.
v Lidhaken, kleinste Roux-Haken.
v Kochsalzschale und warme Spüllösung.
v Sauger mit feinem Ansatz.
v Bauchtücher.
v Resorbierbares Nahtmaterial (3–0, 4–0, 5–0).
v Ggf. Pleuradrainage (12 Charr).
v Implantat zum Verschluss des Defektes, in der Regel degradierbares
Gewebeimplantat oder Gore-tex.

13.3 Abdomen
Invagination
13.13 Welche Symptome kennzeichnen eine Darminvagination und
wodurch entstehen diese?
v Durch die Einstülpung komprimieren die Mesenterialgefäße und die
Darmdurchblutung ist verringert. Dadurch entsteht ein Wandödem
und es kommt zu Zeichen eines beginnenden Ileus mit kolikartigen
Schmerzen.
In den beschwerdefreien Intervallen schreit das Kind nicht.
v Bei entstehender Darmnekrose und Peritonitis kommt es zur Sepsis
und zur Apathie.
v Die Erhebung eines Tastbefundes ist schmerzhaft und zeigt einen
walzenförmigen Tumor überwiegend im rechten Oberbauch.
v Die venöse Stauung führt zur Sekretion blutigen Schleims, der Stuhl
erscheint »Johannisbeergelee-artig«.
504 Kapitel 13 · Kinderchirurgie

Perkutane endoskopisch geführte Gastrostomie


13.14 Erläutern Sie den Begriff »PEG«. Beschreiben Sie deren Vorteile.
Welche Komplikationen sind bekannt (. Tab. 13.1)?

. Tab. 13.1 PEG

Erläuterung Vorteile Komplikationen

PEG = Perkutane Bei älteren Kindern Selten kommt es zu


endoskopisch ge- kann die PEG in Lokal- einer Peritonitis, einer
führte Gastrostomie anästhesie gelegt Infektion des Stomas
– Anlage einer intu- werden. oder einer Blutung.
bierten Fistel zwi- Die Gefahr eine Leak- Manchmal gibt es unter
schen Bauchhaut age von Magensaft auf der Rückhalteplatte
und Magenlumen im die Haut ist gering. Hautnekrosen.
Durchzugsverfahren. Diese Sonde kann nicht In wenigen Fällen
versehentlich gezogen unterbleibt der Spon-
werden. tanverschluss nach
Nach der Entfernung Entfernung.
verschließt sich die
Fistel.

Duodenalstenose und Duodenalatresie


13.15 Welche Aussage(n) ist/sind richtig?
v a Duodenalatresien sind häufiger als Stenosen.

13.16 Beschreiben Sie das OP-Prinzip zur Beseitigung einer Duodenal-


stenose bzw. einer Atresie.
v Umgehung der Stenose/Atresie durch eine Duodeno-Duodenostomie
Seit-zu-Seit und Exzision der Membran.

13.17 Beschreiben Sie bitte detailliert die Lagerung zu einer Oberbauch-


operation mit den einzuhaltenden Kriterien einer jeden Operations-
lagerung.
v Die Auflagefläche des Tisches entspricht der Größe des Kindes.
v Der zu operierende Körperabschnitt wird mittels einer Gelrolle
hochgelagert.
v Eine Seitenlagerung kann mit unterpolsterten breiten Pflasterstreifen
fixiert werden.
v Korrekte Platzierung, ggf. einer neutralen Elektrode, die der Größe
des Kindes angemessen ausgewählt wird.
505 13
v Schutz vor Wärmeverlusten durch Wärmematte, Alufolie, Einwickeln
der Extremitäten, besonders der Hände und der Füße (große Ober-
fläche) in Watte oder Folie, Bedecken des Kopfes mit Tuch oder
Mütze aus tg-Schlauch (anästhesiologische Erfordernisse berücksich-
tigen), angewärmte Spül- und Infusionslösungen.

Mekoniumileus
13.18 Was ist unter dem Begriff »Mekoniumileus« zu verstehen und worauf
kann dieser hinweisen?
v Ein mechanischer Ileus des Neugeborenen durch Verschluss des ter-
minalen Ileums mit eingedicktem Mekonium.
v Dies kann die früheste Manifestation einer Mukoviszidose sein.

13.19 Welche Instrumente und Materialien bereiten Sie zur Anlage einer
Bishop-Koop-Fistel bei Vorliegen eines Mekoniumileus vor?
v Grund- und Kinderlaparotomieinstrumente.
v Spüllösung und Kochsalzschüssel.
v Saugkanüle.
v 5-Charr-Katheter mit runder Spitze.
v 2%ige Acetylcholinlösung (2 × 10-ml-Spritzen).
v Nahtmaterial, resorbierbar (5–0 und 6–0).

Morbus Hirschsprung
13.20 Bitte kreuzen Sie die korrekte Aussage an.
vb Die genaue Ursache des M. Hirschsprung ist unbekannt.

13.21 Bitte ergänzen Sie den folgenden Text sinnvoll.


Die Pathogenese des Morbus Hirschsprung ist multifaktoriell und multi-
genetisch. Es handelt sich um eine Migrationsstörung der Neuroblasten.
Diese wandern zwischen der 3. und 12. Schwangerschaftswoche aus den
pharyngealen Vagusskernen in kraniokaudaler Richtung zunächst in den
Plexus myentericus Auerbach ein. Von dort wandern sie in den tiefen
Plexus, genannt nach Henle.
Die Besiedelung der Darmwand mit Nervenzellen wird von Genen ge-
steuert.
Die Aganglionose betrifft immer den am weitesten abgelegenen Teil des
Dickdarms und reicht unterschiedlich weit nach oral. Das wandhypertro-
phierte Megakolon geht trichterförmig in das aboral normalweite agang-
lionäre Segment über.
506 Kapitel 13 · Kinderchirurgie

13.22 Welche Operationsmethoden zur Behebung eines M. Hirschsprung


sind Ihnen bekannt? Fünf sind möglich, nennen Sie mindestens drei.
Nennen Sie das jeweilige OP-Prinzip (. Tab. 13.2).

. Tab. 13.2 M. Hirschsprung

OP-Verfahren OP-Prinzip

OP nach Swenson Abdominoperineale Rektosigmoidektomie


mit extraanaler Anastomose
OP nach Rehbein Tiefe anteriore Resektion
OP nach Duhamel und Rektorektaler Durchzug mit transanaler
Grob Seit-zu-Seit-Anastomose
OP nach Soave Durchzug durch den demukosierten
Rektumstumpf
OP nach de la Torre- Transanaler endorektaler Durchzug, lapa-
Mondragou roskopisch oder offen chirurgisch

Anorektale Agenesie
13.23 Definieren Sie bitte den Begriff »anorektale Agenesie«.
v Anorektale Anomalien umfassen ein Spektrum unterschiedlicher
Entwicklungsstörungen, deren gemeinsames Merkmal ein angebore-
ner, mehr oder weniger vollständiger Enddarmverschluss ist. Die
Analöffnung kann verschlossen oder zu eng sein oder an der falschen
Stelle liegen. Analkanal oder Anorektum können fehlen oder patho-
logisch verlaufen.

Nekrotisierende Enterokolitis der Früh- und Neugeborenen


13.24 Bitte fügen Sie die fehlenden Begriffe ein.
Die nekrotisierende Enterokolitis ist eine schwere Darmerkrankung der
Neugeborenen mit komplexer Ätiologie. Es kann zu fleckförmigen oder
segmentalen Hämorrhagien, Ulzerationen, Nekrosen sowie zu antimesen-
teriell gelegenen Perforationen von Dünndarm und Dickdarm kommen.

Extrahepatische Gallengangatresie
13.25 Welche Aussagen sind richtig?
v c Eine biliodigestive Anastomose kann eine Schädigung der Leber
verhindern.
v d Die Roux-Schlinge muss mindestens 50 cm lang sein, um eine
Cholangitisgefahr zu reduzieren.
v e Bei der Operation muss die Möglichkeit zum Röntgen gegeben sein.
507 13
13.4 Bauchwand
Omphalozele
13.26 Eine der Aussagen ist falsch – welche?
falsche Aussage ist:
b

richtige Aussagen sind:


v a Eine Omphalozele ist ein Bauchwanddefekt im Bereich des Nabel-
schnuransatzes.
v c Der Bruchsack besteht aus Amnion und Peritoneum.

13.27 Beschreiben Sie bitte das Prinzip der Operation einer kleinen bis
mittleren Omphalozele.
v Einzeitiger primärer Bauchwandverschluss, bei Bedarf durch Implan-
tation eines Bauchwandpatches aus Fremdmaterial.

13.28 Beschreiben Sie bitte das Prinzip der Operation einer großen
Omphalozele.
v Entweder primär konservativ mit sekundärem Bauchwandverschluss.
v Oder primär operativ, mehrzeitig mit Bildung einer passageren
Hernie aus Silastikfolien und sekundärem Bauchwandverschluss. Ein
primär operatives Vorgehen erlaubt die Inspektion der Bauchorgane
auf zusätzliche Missbildungen und vermeidet die Gefahr einer Zelen-
ruptur.

Gastroschisis
13.29 Welches andere Wort für «Gastroschisis« ist Ihnen bekannt?
v Laparoschisis.

13.30 Welches sind die Merkmale dieses Krankheitsbildes?


v Angeborener Bauchwanddefekt, meist rechts des Nabelschnuransatzes.
v Prolaps von Baucheingeweiden, meist des Darmes, gelegentlich auch
des Magens, der Harnblase und – beim Mädchen – der Adnexe.
v Ein Bruchsack fehlt.

Leistenbruch
13.31 Welche Aussagen sind richtig?
v a Kindliche Leistenhernien sind überwiegend indirekte Leistenbrüche.
v b Die Bruchpforte liegt lateral der Vasa epigastrica.
508 Kapitel 13 · Kinderchirurgie

13.32 Beschreiben Sie das Operationsprinzip des Verschlusses einer kind-


lichen Leistenhernie.
v Verschluss eines offenen Processus vaginalis peritonei in Höhe des
inneren Leistenringes; bei Maldeszensus Funikulolyse und Orchido-
pexie in gleicher Sitzung.

Hydrozele
13.33 Welche Formen der »angeborenen Hydrozele« bei Kindern sind Ihnen
bekannt? (4 Antwortmöglichkeiten)
v Hydrocele funiculi: Flüssigkeitsgefüllte Zyste im Bereich des Samen-
stranges.
v Hydrocele testis: Flüssigkeitsansammlung innerhalb des unvollstän-
dig obliterierten Processus vaginalis peritonei in der Umgebung des
Hodens.
v Kombinationsmöglichkeiten: Hydrocele testis et funiculi mit oder
ohne indirekte Leistenhernie.
v Bei Mädchen: Nuck-Zyste, eine zystische Flüssigkeitsansammlung im
Bereich des Lig. rotundum außerhalb des Leistenkanals.

13.34 Beschreiben Sie kurz das Prinzip der Operation zur Behebung einer
Hydrozele.
v Verschluss des unvollständig obliterierten Processus vaginalis
peritonei in Höhe des inneren Leistenrings.
v Bei abdominoskrotaler Hydrozele zusätzlich möglichst vollständige
Exzision des Zelensacks.

13.5 Urogenitaltrakt
Hydronephrose
13.35 Bitte kreuzen Sie die richtige Aussage an.
v a Bei kleinen Kindern tritt eine Hydronephrose im Gegensatz zu
älteren Kindern und Erwachsenen mit keinen Symptomen auf.

13.36 Welche Aussagen sind falsch?


falsche Aussagen sind:
a, c

richtige Aussagen sind:


v b Die Indikation zur Nierenbeckenplastik ist bei beidseitiger
Hydronephrose gegeben.
v d Bei laparoskopischer Technik wird in der Regel der transab-
dominale Zugang vorgezogen.
509 13
Leistenhoden
13.37 Warum stellt jeder Hoden, der sich nicht im Skrotum befindet, nach
Vollendung des 1. Lebensjahres einen pathologischen Zustand dar?
v Die Temperatur des skrotalen Hodens liegt bei 33°C, die des abdomi-
nalen Hodens entspricht der Körperkerntemperatur. Die erhöhte
Temperatur führt zu Infertilitätsraten von 30–60%.
v Ziel ist es, durch rechtzeitige Verlagerung des Hodens Sekundär-
schäden zu verhindern und eine klinische Untersuchung des Hodens
durch Palpation zu ermöglichen.

Hodentorsion
13.38 Die Diagnose »Hodentorsion« zieht einen Notfalleingriff nach sich.
Beschreiben Sie kurz die Operation zur Behebung einer Hodentorsion.
v Über einen Inguinalschnitt wird die sofortige Exploration durch-
geführt.
v Die Torsion wird manuell rückgängig gemacht und der Hoden mit
nichtresorbierbarem Nahtmaterial an 4 Punkten im Skrotum pexiert.
v Die Tunica vaginalis testis wird offen gelassen.
v In gleicher oder späterer Sitzung sollte der kontralaterale Hoden
ebenfalls pexiert werden.

13.6 Zentralnervensystem
Hydrozephalus
13.39 Erklären Sie den Begriff »Hydrozephalus«.
v Hydrozephalus bezeichnet eine pathologische Vergrößerung der
Hirnventrikel auf Kosten der Hirnsubstanz, verursacht durch einen
erhöhten Druck des Liquor cerebrospinalis. Ursache dafür ist ein
Missverhältnis zwischen Liquorproduktion und -resorption.

13.40 Beschreiben Sie kurz das Prinzip des Eingriffes, der bei Vorliegen
o. g. Indikation durchgeführt wird.
v Zur Entlastung muss Liquor aus einem Seitenventrikel in die Bauch-
höhle oder in den rechten Herzvorhof abgeleitet werden.

13.41 Welches sind die Bestandteile jedes Liquorableitungssystems?


v Ein zentraler Katheter, der durch ein Bohrloch im Schädelknochen
durch die Dura mater hindurch in den betreffenden Seitenventrikel
eingeführt wird.
v Ein peripherer Katheter, der mit dem Ventrikelkatheter konnektiert
wird und den Liquor entweder (meistens) in den Intraperitoneal-
raum oder in den rechten Herzvorhof leitet.
510 Kapitel 13 · Kinderchirurgie

v Ein Ventil, das verhindert, dass der Ventrikel leer läuft und dass der
Liquor nicht zurück in den Ventrikel laufen kann.
v Gegebenenfalls gibt es ein Reservoir, um bei Bedarf Liquor zu
entnehmen oder eine Druckmessung durchzuführen.
v Ein ASD (Anti-Siphon-Device) verhindert, dass bei aufrechter
Position des Patienten die Ableitung durch die Schwerkraft exzessiv
wird.

13.42 Was muss die instrumentierende Pflegekraft beachten, wenn sie


das gewünschte Liquorableitungssystem vom »Springer« annimmt?
Wie wird das System intraoperativ behandelt?
v Das System wird erst kurz vor der Implantation aus der sterilen
Verpackung genommen und ggf. vor der Implantation mit einer anti-
biotikahaltigen NaCl-Lösung gespült und dann flüssigkeitsgefüllt
angreicht.
v Es darf ausschließlich mit Instrumenten angefasst werden.
v Textilien, die mit dem System in Berührung kommen, dürfen nur
feucht angereicht werden.

Myelomeningozele
13.43 Bitte fügen Sie den korrekten Begriff ein.
v Jede Form einer angeborenen Bogenschlussstörung der Wirbelbögen
über dem Rückenmark wird als Spina bifida bezeichnet.

13.44 Worin unterscheidet sich die Meningozele von der Myelomeningozele?


v Bei der wesentlich selteneren Meningozele ist das Rückenmark nor-
mal ausgebildet, lediglich die Hirnhäute (Dura und Arachnoidea)
stülpen sich zystenförmig durch die Spaltbildung der offenen Wir-
belbögen. Der Sack ist in der Regel mit normaler Haut bedeckt.

13.45 Worin besteht die Erstversorgung eines Kindes mit einer


Myelomeningozele?
v Das Neugeborene wird in einen handelsüblichen sterilen transparen-
ten Plastikbeutel gesteckt, sodass nur der Kopf und die Arme frei
bleiben. Auf diese Weise werden Austrocknung, Verletzung und
bakterielle Kontamination der Zele vermieden. Der Plastikbeutel
wird erst bei der Operation geöffnet.
v Alternativ kann die Zele mit einer folienbeschichteten, nicht haften-
den Kompresse oder mit Hirnwatte bedeckt werden.
511 13
13.7 Tumoren
Wilms-Tumor
13.46 Welche Symptome eines Wilms-Tumors sind Ihnen bekannt?
v Sicht- und tastbarer, rundlicher, großer, aber nicht schmerzhafter
Bauchtumor mit glatter Oberfläche und fester Konsistenz, der
meistens zufällig entdeckt wird.
v Selten: Makrohämaturie, Fieber und Gewichtsverlust; ggf. Blutdruck-
erhöhung.

13.47 Vervollständigen Sie den Text zum Prinzip einer Operation eines
Wilms-Tumors.
Sorgfältig geplante, ausreichend vorbereitete und gut dokumentierte
transperitoneale Tumornephrektomie. Ziel der Operation ist sowohl die
vollständige Entfernung des vitalen Tumorgewebes als auch eine präzise
Dokumentation des Tumorstadiums als Voraussetzung für eine angemes-
sene adjuvante Therapie.

Steißbeinteratom
13.48 Warum ist der Zeitpunkt der Operation eines Steißbeinteratoms von
Bedeutung?
v Wenn der Tumor nicht rechtzeitig oder nicht vollständig reseziert
wird, kann das Steißbeinteratom zu einem bösartigen Tumor werden.

13.49 Wann wird die Operation eines Steißbeinteratoms durchgeführt und


was wird entfernt?
v Tumorentfernung im Neugeborenenalter en bloc zusammen mit dem
Steißbein und den unteren Sakralwirbeln.
v Ohne Steißbeinresektion ist eine lokale Rezidivrate von über 30% zu
erwarten.
512 Kapitel 14 · Augenheilkunde (Ophthalmologie)

14 Augenheilkunde (Ophthalmologie)

14.1 Anatomie des Auges


14.1 Bitte beschriften Sie . Abb. 14.1 mit den fehlenden Begriffen.

v Bindehaut (Konjunktiva) Ziliarkörper


Zonulafasern v Linse
(Corpus ciliare)
Öffner der Pupille Augennerv
(M. dilatator pupillae) (N. opticus)

Schließmuskel der Pupille


(M. sphincter pupillae)

v vordere Augenkammer

v Hornhaut (Kornea)
Zentral-
gefäße der
v Regenbogenhaut (Iris) Netzhaut
äußere
hintere Augenkammer Augenhaut
(Tunica fibrosa)
hier: Sklera

Ziliarmuskel innere Augenhaut mittlere Augenhaut


(Tunica nervosa) (Tunica vasculosa)
hier: Retina hier: Choroidea

. Abb. 14.1 (Aus Spornitz 2010)

14.2 Bitte fügen Sie die fehlenden Begriffe ein.


Dem Augapfel (Bulbus oculi), dem eigentlichen Sehorgan, sind zum
Schutz die Lider mit Tränendrüse und ableitenden Tränenwegen vor-
gelagert. Der Augapfel selbst besteht außen aus einer derben faserigen
Hülle, der undurchsichtigen weißlichen Lederhaut, die nach vorn hin in
die klare Hornhaut übergeht, die wegen ihrer hohen Brechkraft den we-
sentlichen Teil des zusammengesetzten optischen Apparates des Auges
bildet.
Die Hornhaut geht an ihrem Rand (Limbus) in die Bindehaut (Konjunk-
tiva) über. Dank den Taschen, den sog. Umschlagfalten, die sich unter
Unter- und Oberlid befinden, wird die Beweglichkeit des Auges nicht ein-
schränkt. Die Hornhaut bietet einerseits tiefergelegenen bindegewebigen
Strukturen der Augenhöhle Schutz, ist aber insbesondere für die schlei-
mige (Becherzellen) und wässrige (akzessorische Tränendrüsen) Schicht

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_31, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
513 14
des Tränenfilms verantwortlich, der durch die ölige Schicht (Meibom-
Drüsen) aus den Lidrändern vervollständigt wird. Der Tränenfilm ist ver-
antwortlich für die Befeuchtung und Ernährung der gefäßlosen Horn-
haut, die ohne ihn sofort ihre Transparenz einbüßen würde.

14.3 Das retinale Pigmentepithel (RPE) ist das stoffwechselaktivste Organ


des Körpers. Durch welche Struktur wird sie ernährt? Welchen Nutzen
hat diese Struktur ebenfalls?
v Struktur: Aderhaut (Choroidea).
v Nutzen: Die Aderhaut ist für die Kühlung der Netzhaut notwendig.

14.2 Besonderheiten bei Operationen am Auge


14.4 Ordnen Sie die systemischen Reaktionen den Medikamenten zu
(. Tab. 14.1).

. Tab. 14.1 Medikamente und systemische Reaktionen

Medikament Reaktion

Neosynephrin b Stellt die Pupille weit und kann zu Blutdruckanstieg


führen.
Suprarenin d Wird häufig den Spüllösungen zugesetzt und kann
zu Blutdruckanstieg und Erweiterung der Pupillen
führen.
Atropin a Führt v. a. bei Kindern zu Erregungszuständen und
Tachykardien.
Azetylcholin e Wird intraoperativ zur Engstellung der Pupille
verwendet und kann zu Bradykardien, Blutdruckab-
fall und evtl. zu einem Bronchospasmus führen.
Acetazolamid c Senkt die Kammerwasserproduktion und kann eine
Dehydratation sowie Verschiebung des Kalium-
haushaltes nach sich ziehen (Herzrhythmusstö-
rungen).

14.5 Häufige Eingriffe in der Augenheilkunde


14.5 Bitte definieren Sie die Begriffe »Hagelkorn« und »Gerstenkorn«.
v Hagelkorn: Das Chalazion ist Folge einer Entzündung der sog.
Meibom-Drüsen im Lidknorpel (Tarsus), die ihren Ausführungsgang
an der Lidkante hat.
514 Kapitel 14 · Augenheilkunde (Ophthalmologie)

v Gerstenkorn: Das Hordeolum ist eine eitrige Entzündung der


Schweiß- und Talgdrüsen an den Augenlidrändern (Moll-Drüsen,
Zeis-Drüsen).

14.6 Eine intakte Hornhaut (Kornea) ist Bedingung für scharfes Sehen,
da sie als Hauptfunktion die Lichtbrechung zur Bildfokussierung
innehat. Wann ist eine Abrasio der Hornhaut indiziert? Nennen Sie
zwei Indikationen.
v Keratitis,
v rezidivierende Erosio corneae,
v Fremdkörpereinsprengungen.

14.7 Nennen Sie mindestens drei Indikationen für eine Keratoplastik.


v Permanenter Verlust der Transparenz der Hornhaut,
v Fuchs-Dystrophie,
v Zunehmende Aussackung der Hornhaut (Keratokonus),
v Hornhautnarben infolge einer perforierenden Verletzung,
v Chronische Entzündung,
v Akut perforiertes Hornhautulkus.

14.8 Man unterscheidet zwei Formen der Keratoplastik. Bitte beschreiben


Sie das jeweilige OP-Prinzip.
v Perforierende Keratoplastik: Entfernung erkrankter Hornhaut mit-
tels Trepan in ganzer Dicke und Ersatz durch Spenderhornhaut.
v Lamelläre Keratoplastik: Isolierte Entfernung einzelner Hornhaut-
schichten und deren Ersatz durch Spenderhornhaut.

14.9 Bitte definieren Sie den Begriff »Katarakt«:


v Die Katarakt (grauer Star) bezeichnet eine zunehmende Trübung der
Augenlinse mit Verschlechterung der Sehschärfe, Nachlassen des
Farbsehens und Verminderung des Kontrastes sowie erhöhte Blend-
empfindlichkeit.

14.10 Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.


Bei einem Glaukom = grüner Star (b) handelt sich überwiegend um eine
chronisch fortschreitende Erkrankung bei meist älteren Menschen.
Die Augeninnendrucksteigerung ist Folge eines gestörten Kammerwas-
serabflusses (d).
Die Behandlung erfolgt primär konservativ (e).
515 14
14.11 Bitte vervollständigen Sie den Satz.
Das Glaukom entsteht durch ein Missverhältnis zwischen Augeninnen-
druck und Durchblutung des Sehnervens.

14.12 Bitte ordnen Sie die Beschreibungen den Schielformen zu.


Doppelbilder werden beim
v b Lähmungsschielen des Erwachsenen

wahrgenommen. Die operative Korrektur hat


v c beim angeborenen oder frühkindlich erworbenen Schielen

kosmetischen Charakter.
516 Kapitel 15 · Verbrennungen

15 Verbrennungen

15.1 Verbrennungen und Versorgungsbedarf


15.1 Was bewirkt eine Verbrennung durch Feuer oder Flüssigkeiten
am Körpergewebe?
v Wird bei einer Verbrennung durch Feuer oder Flüssigkeiten Körper-
gewebe zerstört, entsteht eine toxisch entzündliche Reaktion, die zum
Kreislaufversagen, zur Sepsis und bei mehr als 25% zerstörter Kör-
peroberfläche (KOF) zum Versagen lebenswichtiger Organe führen
kann. Durch den Verlust größerer Hautareale kommt es zu Störungen
der Temperaturregulation.

15.2 Ergänzen Sie folgenden Text.


Um das Ausmaß einer Verbrennung zu beurteilen, kann die einfache und
sichere Handflächenregel zur Anwendung kommen: Die Handinnenfläche
inkl. der Finger eines Verletzten, gleichgültig ob Erwachsener oder Kind,
entspricht ungefähr 1% seiner Körperoberfläche. Diese Faustregel erleich-
tert schon am Unfallort die Einschätzung des Verbrennungstraumas.
Die Verbrennungstiefe wird in die Grade I bis IV eingeteilt.

15.3 Infektionsrisiko
15.3 Welche Faktoren erhöhen das Infektionsrisiko bei brandverletzten
Patienten in Abhängigkeit von der Ausdehnung der Verbrennung?
v Die Immunabwehr des Patienten ist herabgesetzt durch freiwerdende
Toxine.
v Nekrotisches Gewebe und Wundschorf sind ideale Nährböden für
Wundinfektionen.
v Die verbrannte Haut kann keine Schutzfunktion mehr übernehmen.
v Aufgrund der gestörten Durchblutung der verbrannten Haut können
i.v. verabreichte Antibiotika nicht ausreichend wirken.

15.4 Hautersatz
15.4 Um verbrannte Areale abzudecken, muss die Haut ersetzt werden.
Dafür stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, z. B. temporärer
Hautersatz. Welche Aussagen dazu sind richtig?
v b Verwendet werden kann u. a. allogene Spalthaut.
v d Der temporäre Hautersatz vermindert als Hautbarriere das Infek-
tionsrisiko für die Verbrennungswunde.
v e Die Konservierung mit Glyzerol (ein Abbauprodukt alkoholischer
Gärung) minimiert das vom Spender drohende Infektionsrisiko
(HIV, Hepatitis).

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_32, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
517 15
15.5 Synthetischer Hautersatz, z. B. Epigard, ist ein zweischichtiges
Material. Es besteht aus Teflon und Polyurethan. Welche Aufgaben
haben die beiden Schichten jeweils?
v Teflon: Als luftundurchlässige Schicht nach außen.
v Polyurethan: Als weiche Bedeckung der Wunde.

15.6 Welches Ziel wird mit der Auflage von synthetischem Hautersatz
verfolgt?
v Es reinigt die Wunde und erhält das feuchte Hautmilieu für eine
spätere Hauttransplantation.

15.7 Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen zur Spalthauttransplanta-


tion an.
Autologe Spalthauttransplantate sind vom Patienten (a) entnommene
Hautareale von gesunden Körperregionen. Die Haut wird mit einem Der-
matom (c) unter sterilen Kautelen entnommen und über ein Mesh-Instru-
ment (f) zu einem gitterförmigen Transplantat aufbereitet und auf die Ver-
brennungswunde aufgelegt. Dadurch können die Wundsekrete abfließen.
Die autologe Spalthauttransplantation ist kostengünstig (g), für den Pa-
tienten biologisch sicher (keine Abstoßungsreaktion) (h). Es können
schnell große Wundbereiche versorgt werden (i).
Spalthaut neigt zur Schrumpfung (j). Dadurch können komplexe Narben-
wucherungen und Kontrakturen entstehen. Durch die Entnahme der
Spalthaut entstehen neue Wunden, die sich infizieren können.

15.5 Operative Versorgung Schwerstbrandverletzter


15.8 Woran orientiert sich die Saaltemperatur zur Versorgung eines
Schwerstbrandverletzten und welche Faktoren beeinflussen diese?
v Die Raumtemperatur im OP-Saal muss nach Rücksprache mit der In-
tensivstation erhöht werden, um eine Hypothermie des Patienten zu
vermeiden.
v Der OP-Saal wird auf die gleiche Temperatur aufgeheizt, die in der
patienteneigenen Brandverletzten-Einheit herrscht.

15.9 Was muss bei der Spalthautentnahme beachtet werden?


v Aus hygienischen Gründen erfolgt die Spalthautentnahme vor der
Entfernung der Nekrosen, um eine Keimverschleppung zu vermei-
den. Deshalb wird dafür ein separater Instrumentiertisch vorbereitet.
v Die Entnahmestelle wird vor der Spalthautgewinnung eingefettet, eine
weitere Möglichkeit ist die Nutzung des Abdeckpapiers der Fettgaze.
v Zur Entnahme muss die Haut unter Spannung gehalten werden.
518 Kapitel 15 · Verbrennungen

15.10 Was bedeutet es, wenn Spalthaut »gemesht« wird?


v Die entnommene Haut wird mittels eines Instrumentes und einer
passenden Schablone zu einem Gitternetz geschnitten.

15.6 Elektrotrauma
15.11 Nennen Sie die Besonderheiten eines Starkstromtraumas.
v Durch den Kontakt mit einer hohen Stromleistung kommt es zu ei-
ner thermischen Gewebeschädigung, da der Strom durch den Körper
wandert und es entlang dieses Weges zu Nekrosenbildung kommt.
v Betroffen sind alle Strukturen wie Haut, Muskulatur, Sehnen, Ner-
ven, Gefäße und Knochen.
v Im Vordergrund steht die Muskelschädigung, dadurch kommt es zur
Ausschüttung von Hämoglobin und Myoglobin, was die Nierenfunk-
tion gefährdet.
v An den Extremitäten besteht durch Schwellung ein hohes Risiko der
Kompartementausbildung.

15.12 Wie muss unter Umständen eine frühzeitige chirurgische Therapie


eines Starkstromtraumas aussehen, damit ein Nierenversagen
verhindert werden kann?
v Eine offene Amputation der betroffenen Extremität und ein umfas-
sendes Débridement können notwendig werden.
v An den Extremitäten besteht durch Schwellung ein hohes Risiko der
Kompartementausbildung, was eine Fasziotomie nach sich zieht.
519 16
16 Plastische Chirurgie – Ästhetische Chirurgie

16.1 Nach welchen zwei Kategorien werden die Eingriffe in der Plastischen
Chirurgie unterteilt und welche Gründe sind führend?
Kategorien:
v Formverändernde Eingriffe.
v Wiederherstellende Eingriffe.

Gründe:
v Funktionelle Gründe.
v Ästhetische Gründe.

16.2 Brustvergrößerung (Mammaaugmentation)


16.2 Nennen Sie drei Indikationen für eine Brustvergrößerung.
Veränderungen in der Form und Volumen nach bzw. bei
v Schwangerschaft/Stillzeit,
v Gewichtsverlust,
v Alterung,
v unvorteilhafter Größe bzw. Asymmetrie,
v angeborener Brusthypoplasie.

16.3 Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen zum Thema Brust-
vergrößerung an.
richtige Aussagen sind: a, c, e.
v a Die Brustvergrößerung zählt zu den häufigsten ästhetischen
Operationen in Deutschland.
v c In Europa werden am häufigsten Implantate aus auslaufsicherem
Silikon eingesetzt.
v e Hohe Formstabilität, natürliches Tastgefühl und gute Verträglich-
keit sind Anforderungen an Brustimplantate.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_33, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
520 Kapitel 16 · Plastische Chirurgie – Ästhetische Chirurgie

16.4 Ordnen Sie die Bezeichnung und die Beschreibungen der Zugangs-
wege den Schnittführungen zu (. Tab. 16.1).

. Tab. 16.1 Zugangswege und Schnittführungen in der Brustchirurgie

Schnittführung Bezeichnung Beschreibung

Schnitt in der c d Durch diesen Zugangsweg lässt


Achselhöhle axillär sich die neue Brustfalte nur schwer
formen und fixieren. Es besteht nicht
nur das Risiko für einen sog. »double
bubble«, sondern für die Verletzung
der benachbarten Lymphknoten.
Schnitt halb- b f Nachteile dieses Zugangsweges
kreisförmig am perimamillär sind z. B. ein Verlust der Empfindsam-
Brustwarzen- keit des Brustwarzenhofes und die
hofrand erhöhte Gefahr der Verletzung der
Milchdrüsengänge, was die Stillfähig-
keit beeinträchtigen kann.
Schnitt in der a e Dieser Zugang ist für jede
Brustumschlag- inframammär Implantatgröße geeignet; er ist sicher
falte und übersichtlich. Die Narbe ist post-
operativ fast nicht mehr zu sehen, da
die Brust in der natürlichen Position
diesen Schnitt überdeckt.

16.5 Nennen Sie mindestens drei Komplikationen nach Brustvergrößerung.


v Kapselfibrose.
v Rotation oder Dislokation des Brustimplantates.
v Implantatdefekt durch Materialermüdung oder Unfall.
v Taubheitsgefühl an der Mamille.
v Wundheilungsstörungen.
v Hämatom.
v Infektion.
v Serombildung.

16.3 Bruststraffung (Mastopexie)


16.6 Bitte erklären Sie den Begriff »Mastopexie«.
v Mastopexie bedeutet übersetzt »Brustfixierung«. Die Bruststraffung
verändert die Form, die Festigkeit und bedingt die Größe einer hän-
genden oder erschlafften Brust. Durch Anheben und Neuformen
521 16
kann eine Hängebrust in eine ästhetisch ansprechendere Form ge-
bracht werden.

16.7 Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.


v b Bei Bruststraffung wird möglichst viel Gewebe reseziert. (Stimmt
nicht.)
v c Die Kombination von Bruststraffung und Implantateinlage ist
möglich. (Stimmt.)

16.8 Die Senkung der Brust (Ptosis mammae) ist eine Indikation für eine
Bruststraffung. Welche OP-Techniken sind möglich? Kreuzen Sie die
richtigen Techniken an.
v a T-förmige Bruststraffung.
v d Vertikale Bruststraffung.
v e Periareoläre Bruststraffung.

16.4 Blepharoplastik
Oberlidplastik
16.9 Nennen Sie zwei Indikationen für eine Oberlidplastik.
v Bindegewebserschlaffung.
v Kopfschmerzen.
v Beeinträchtigung des Sichtfeldes.

16.10 Begründen Sie, warum bei einer Blepharochalasis nicht zu viel Fett
entfernt werden darf.
Es kann ansonsten zu einer Hohläugigkeit kommen.

Unterlidplastik
16.11 Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen an.
v b Das Ausmaß der Tränensäcke, die eine der Indikationen für eine
Unterlidstraffung darstellen, ist abhängig vom Alter. (Stimmt nicht.)
v c Die operative Korrektur der Unterlider, insbesondere die Beseiti-
gung der Tränenrinnendeformität, gehört zu den aufwendigsten Ein-
griffen in der ästhetischen Chirurgie. (Stimmt.)
v e Die Unterlidplastik wird häufig in Kombination mit der Oberlid-
straffung durchgeführt. (Stimmt.)
v h Alle drei Fettkörper werden dargestellt und entfernt. (Stimmt
nicht.)
v i Überkorrekturen, Störungen des Tränenflusses, unvollständiger
Lidschluss, Ektropium u. a. stellen Komplikationen bei einer Blepha-
roplastik dar. (Stimmt.)
522 Kapitel 16 · Plastische Chirurgie – Ästhetische Chirurgie

16.5 Facelifting (Rhytidektomie)


16.12 Nennen Sie vier Indikationen für ein Facelifting.
v Hängebäckchen.
v Doppelkinn.
v Tiefe Falten wie Zornesfalte.
v Denkerstirn.
v Lachfältchen.
v Tiefe Nasolabialfalten.
v Verschwommene Konturen vom Unterkiefer bis zum Hals-Nacken-
Bereich.

16.6 Fettabsaugung (Liposuktion)


16.13 Eine der folgenden Aussagen ist falsch. Welche?
falsch ist: c.

richtig sind: a, b.
Die Liposuktion ist
v a ein »Entfettungsverfahren«.
v b ein Verfahren zur Harmonisierung der Körperkonturen
(»body contouring«) bei Patienten mit diätresistenten Fettpolstern.

16.7 Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik)


16.14 Kreuzen Sie die richtigen Aussagen zum Thema Bauchdecken-
straffung an.
v b Der Eingriff kann bei Bedarf durch eine Fettabsaugung bzw. durch
ein Bodylift ergänzt werden.
v d Um Konturen an den Randpartien (Hüfte, Oberbauch) anzuglei-
chen, wird nach Infiltration von Tumeszenzlösung ins abzusaugende
Gewebe auch an den Flanken Fett abgesaugt.

16.8 Weichteildeckung nach Trauma


16.15 Welches Ziel verfolgt die Defektdeckung? Welches Gewebe ist dazu
geeignet?
Ziel:
v Eine Defektdeckung soll Form und Funktion wiederherstellen.

Gewebearten – separat oder kombiniert:


v Haut.
v Fettgewebe.
v Muskulatur.
v Knochen.
523 16
16.16 Ordnen Sie die Beschreibungen den Defektdeckungszeitpunkten zu.

. Tab. 16.2 Defektdeckungszeitpunkte

Zeitpunkt Lösung

Akute Defekt- c Diese Defektdeckung ist indiziert, wenn subtotale


deckung oder totale Amputationsverletzungen vorliegen,
wenn Gefäße und Nerven freiliegen, bei eröffneten
Gelenken und/oder deperiostierten Knochenstü-
cken.
Verzögerte b Absolute Indikation für dieses Vorgehen sind eine
akute Defekt- initial unklare Ausdehnung der Weichteilschädi-
deckung gung und kontaminierte großflächige Wunden.
Sekundäre a Diese Defektdeckung wird bei der Infektsanierung,
Weichteil- Weichteilsanierung zur Vorbereitung für weitere
deckung Operationen und teilweise in der Tumorchirurgie
angewendet.

16.17 Bitte nennen Sie drei Möglichkeiten der Defektdeckung.


v Primärer Wundverschluss.
v Sekundärer Wundverschluss.
v Einfache Hauttransplantation
5 Spalthaut,
5 Meshgraft,
5 Vollhaut.
v Lappenplastiken
5 lokale Lappen,
5 freie Lappen.
v Bei Amputation (in Extremfällen) gestielte oder freie mikrovaskuläre
Lappenplastiken aus Amputatteilen zur Stumpfverbesserung.

16.18 Nennen Sie für jede Form der Hauttransplantation Vor- und Nachteile.
Spalthauttransplantation:
v Vorteil(e): Spalthauttransplantate verheilen schnell.
v Nachteil(e): Spalthauttransplantate sind nicht sehr widerstandsfähig.
Die mit Spalthaut gedeckte Fläche schrumpft in der Narbenreifungs-
phase.
524 Kapitel 16 · Plastische Chirurgie – Ästhetische Chirurgie

Meshgraft-Transplantation:
v Vorteil(e): Spart Spendergewebe (Haut) und wird angewandt, wenn
große Hautdefekte gedeckt bzw. größere Hautwunden verschlossen
werden sollen.
v Nachteil(e): An der Entnahmestelle bleiben Narben zurück.

Vollhauttransplantation:
v Vorteil(e): Vollhauttransplantate sind wesentlich robuster als ein
Spalthauttransplantat und die Färbung ist unauffälliger.
v Nachteil(e): Das Einwachsen an der behandelten Stelle ist deutlich
schwieriger als bei einer Spalthauttransplantation. Ein komplettes
Hautareal kann nur an Körperstellen entnommen werden, an denen
sich die Wunde nach der Transplantation wieder ohne Schwierig-
keiten zusammenziehen und vernähen lässt.

16.19 Erklären die Begriffe DIEP-Lappen und TRAM-Lappen.


v DIEP-Lappen = Deep-inferior-epigastric-perforator-Lappen.
v TRAM-Lappen = transverser Rectus-abdominis-Muskellappen.

16.20 Welche Funktion haben Gewebeexpander?


Sie dienen der langsamen Ausdehnung von Gewebeabschnitten (z. B.
Haut), um einen Flächenzugewinn dieses Gewebes zu erzielen und nach-
folgend einen besseren Wundverschluss, eine Hautdeckung o. Ä. möglich
zu machen. Ist die Haut ausreichend gedehnt worden, werden die Gewe-
beexpander entfernt und die neue Haut kann zur Defektdeckung verwen-
det werden.
525 17
17 Organexplantation/Multiorganentnahme

17.1 Erklären Sie bitte die Abkürzung DSO.


v Deutsche Stiftung Organtransplantation.

17.2 Welche Bedingungen müssen im Vorfeld erfüllt sein, bevor es zu einer


Organentnahme kommen darf?
v Der Mensch hat zu Lebzeiten mittels eines Organspendeausweises
einer Organentnahme zugestimmt oder
v die Angehörigen stimmen gemäß dem vermuteten Willen des Patien-
ten einer Organentnahme zu.
v Nach der Feststellung des Hirntodes wird der Patient auf der Inten-
sivstation so weit betreut, dass die Organe weiter funktionieren, bis
die Multiorganentnahme beginnen kann.

17.3 Welche der genannten Maßnahmen gehören nicht zu den Aufgaben


des DSO-Koordinators?
falsche Aussagen sind:
b, e

richtige Aussagen sind:


v a Die Gesamtorganisation einer Organexplantation bezüglich des
Spenders und des Explantationsteams.
v c Transport der Organe.
v d Begleitung des gesamten Explantationsablaufes.
v f Erstellung eines Dokumentationsbogens, der in der explantieren-
den Klinik verbleibt.

17.4 Jedes entnommene Organ wird für den Transport zum Empfänger
verpackt. Wie viele Beutel werden pro Organ benötigt?
v Für jedes Organ werden 3 Beutel benötigt, in diesen Beuteln werden
die Organe in den Transportboxen verpackt und weitergeleitet.

17.5 Die Organe tolerieren unterschiedlich lange Ischämiezeiten. In wel-


chem Zeitraum müssen die genannten Organe transplantiert werden?
v Herz und Lunge: müssen innerhalb von 4–6 h transplantiert werden.
v Leber und Pankreas: müssen innerhalb von ca. 12 h transplantiert
werden.
v Nieren: tolerieren eine Ischämiezeit von über 24 h.

M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2_34, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
526 Literatur

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Siewert JR (Hrsg) (2001) Chirurgie, 7. Aufl. Springer, Berlin Heidelberg New York
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begründet von Martin Allgöwer). Springer, Berlin Heidelberg New York
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M. Liehn et al., OP-Pflege Prüfungswissen,


DOI 10.1007/978-3-662-49813-2, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016

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