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Schubert: Die Freunde von Salamanka

Ouvertüre Nr. 2: Arie ALONSO, DIEGO


ALONSO, DIEGO Vom bösen Geist wird er getrieben.
ERSTER AKT FIDELIO Davon ward uns keine Ahndung.
Man ist so glücklich und so frei TORMES
Nr. 1: Introduktion von Zwang und Harm, FIDELIO Ich empfehle mich, Ihr Herrn,
auf einer stillen Meierei. Spott ertrag’ ich mit Geduld, will Sie länger nicht beschweren,
ALONSO Das Blut wird warm und hüpft im raschen vielen Dank für Ihre Huld, Ihre Unart soll mir nie entfallen,
Die Sonne zieht in goldnen Strahlen, Gang, nimmer kann ich mich entschließen. so wahr ich Tormes bin genannt.
zieht in Majestät einher. die Stirne wird der Falten los,
In ihren Farben will sich alles malen, bei Spielen, bei Scherzen und Gesang, TORMES ALONSO, DIEGO
sich baden in dem Feuermeer. die Augen klären sich am grünen Moos des Nein, das ist doch gar zu närrisch! Vom bösen Geist wird er getrieben!
Horstes auf,
DIEGO der Bäche Schlangenlauf, ALONSO, DIEGO FIDELIO
Welch Gewimmel auf den Straßen, der Blumen Pracht ruft mich mit Macht Solchen Spaß sollst du genießen! Nimmer kann ich mich entschließen,
auf den Gassen, welch Getümmel! zu jenen Stätten hin! nimmer, nein!
Freunde, der Anblick ist wunderschön! TORMES
Nr. 3: Quartett Doch, daß ich mich zusammenfasse. Nr. 4: Arie
FIDELIO Weil ich Ernst und Grillen hasse,
Bruder, fürwahr aus voller Seele stimm’ ich TORMES lud ich Sie, mit mir zu gehn. OLIVIA
dir bei, Morgen, wenn des Hahnes Ruf erschallt, Wohl, die Fahrt wird ohne Sie geschehn. Einsam schleich’ ich durch die Zimmer,
aus lauter Kehle fließe das Lied in steigen wir in meinen Wagen, doch mir fehlt, ich weiß nicht was.
wogender Lust! das Horn erklingt, die Peitsche knallt, FIDELIO O goldne Ruhe, kehrst du nimmer?
Gebet die Sorgen den flüchtigen Winden, dann vorwärts, im Sturm getragen! Sie verzeihn! Ehedem, wenn ich Blumen las
was wir brauchen, wird sich finden, Deutlich fühl’ ich’s einige Tage. und die Vögel um mich schwirrten,
und den Stürmen trotze die Burst. FIDELIO Trauer düstert meinen Sinn, oder Tauben um mich girrten,
Daß ich’s Ihnen nur offen sage, die muntre Laune ist dahin! fühlt’ ich mich so leicht und froh.
ALONSO, DIEGO, FIDELIO deutlich fühl’ ich’s einige Tage. Spott ertrag’ ich mit Geduld. Jene sel’ge Zeit entfloh,
Gebet die Sorgen den flüchtigen Winden, Trauer düstert meinen Sinn, ach nun bin ich eng umfangen
was wir brauchen, wird sich finden, die muntre Laune ist dahin! TORMES durch ein irrendes Verlangen,
und den Stürmen trotze die Brust; Nach Belieben! das mich in die Ferne treibt:
ohne Zagen wollen wir TORMES Ach, das ist doch gar zu närrisch, zum Entlegnen hingezogen
lustig durch das Leben jagen für und für! Wie, Fidelio, Sie melancholisch? nein, das ist doch gar zu toll! bin ich um das nächste Glück betrogen.
Nein, das ist doch gar zu närrisch, Nur der Trost der Tränen bleibt,
Freunde, fühlen Sie die Wandlung? mögen sie denn immer fließen,

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meine Einsamkeit versüßen, Wehe, weh! bedenken Sie, was Sie beginnen,
stillen meines Herzens Glut. sie hört uns nicht! ALONSO
EUSEBIA O Freund, wie wird die Sache enden,
Nr. 5: Terzett Denken Sie, was Sie beginnen! Nr. 6: Terzett bange klopft mein Herz.
Wehe, weh!
OLIVIA ALONSO DIEGO
Lebensmut und frische Kühlung OLIVIA Freund, wie wird die Sache enden, Seinen Segen wird der Himmel spenden,
weht mir aus dem trauten Wald, Sind nicht Häuser in der Nähe des Waldes, bange klopfet mir das Herz. daß gelinge unser Scherz.
meinen Träumen schenkt Erfüllung wo ich mich ergehe.
eine höhere Gewalt, Kindisch sind doch in der Tat DIEGO ALONSO
die da in den Zweigen hauset, eure Sorgen, eure Grillen Seinen Segen wird der Himmel spenden, Freund, wie wird die Sache enden…
bald in wildem Walten brauset, hemmen nimmer meinen Willen! daß gelinge unser Scherz.
bald wie Geisteratmen weht. DIEGO
EUSEBIA, LAURA ALONSO Segen wird der Himmel spenden…
EUSEBIA Ach, sie hört nicht unser Flehn! Ach, das teure Weib erschrecken
Ihr Entschluß füllt mich mit Beben! Schonen Sie Ihr teures Leben! und benützen ihren Wahn? ALONSO
Und Fidelio, der alles eingeleitet,
LAURA OLIVIA DIEGO wo bleibt er?
Schonen Sie Ihr heilig Leben! Kindisch sind doch eure Sorgen, Sie befrein von einem Gecken
kindisch sind doch eure Grillen, ist doch wahrlich gut getan? DIEGO
OLIVIA zu der Arbeit sollt ihr gehn. Sie, da kommt er,
Wo der Gießbach über Felsen schäumt, Kindisch sind doch in der Tat ALONSO wacker schreitet er in froher Hast einher!
ein tiefes Rot die Beeren säumt, eure Sorgen, eure Grillen, Sie in Todesangst versetzen,
und holder sind der Blumen Sterne, hemmen nimmer meinen Willen, weil es unsre Rachsucht will? ALONSO, DIEGO
da weil’ ich so gerne! ändern nimmer meinen Sinn. Wir fühlen minder uns beklommen,
DIEGO Fidelio sei uns willkommen,
EUSEBIA, LAURA LAURA Wonne sproßt aus dem Entsetzen, verkünde, wie die Dinge stehn!
Wehe, sie achtet nicht den treuen Rat. Denken Sie, was Sie beginnen, solches sagt mir mein Gefühl!
ach, sie hört nicht unser Flehn, ALONSO, DIEGO
EUSEBIA hören Sie den treuen Rat an! ALONSO Wir fühlen minder uns beklommen…
Denken Sie, was Sie beginnen! Ihre Seufzer, ihre Klagen!
EUSEBIA FIDELIO
LAURA Ach, sie hört nicht unser Flehn, DIEGO Ihr fühlet minder euch beklommen,
Ein bös’ Geschick treibt sie von hinnen! sie achtet nicht den treuen Rat; Wer gewinnen will, muß wagen! Alonso, Diego, ich sei euch willkommen, o

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Freunde! OLIVIA
verkünd’ euch, wie die Dinge stehn! DIEGO Wo bin ich? War’s ein schwerer Traum? OLIVIA
Verdammt, nun heißt’s entspringen! Meinen Augen trau’ ich kaum! Alles ist vorüber, treue Schar!
Nr. 7: Finale (schnell ab) Bin ich dem Mörder entronnen? Diese Edlen stell’ ich euch als meine Retter
vor!
OLIVIA ALONSO ALONSO
Mild senkt sich der Abend nieder, Dieser Dame hat’s gegolten, Ihrer Augen milde Sonnen CHOR
alles schwimmt in lichter Glut, der Bube lief davon! dringen tief zum Herzen mir. Donnernd steigt unser Dank zum Himmel
ihre schwärmerischen Lieder Schöne Frau, uns war es vorbehalten, empor!
singt die Nachtigall; FIDELIO Euch vom Räuber zu befrein!
die Gegend ruht in Lichter Glut, Von ihr, der Holden, erscholl der Klageton! DER ALCALDE
der Tau… OLIVIA Sagt uns, o Gebieterin, wer war der
ALONSO, FIDELIO Laßt den Göttern, die über mich walten, Verruchte,
DIEGO (springt hervor) Dieser Dame hat’s gegolten… meines Dankes Erstlinge weihen, der den unvermessnen Frevel versuchte?
Holla! erwünschte Beute! ihr, meiner Rettet liebe Gestalten,
ALONSO sollt die nächsten an ihnen sein. CHOR
OLIVIA Wie sie bleich ist und entgeistert, Daß wir ihn verfolgen, daß er uns nicht
Mörder! Zu Hilfe, ihr Leute! o Himmel, ist sie tot? ALONSO entgeh’,
Ihrer Augen milde Sonnen… damit ihm nach seinem Verbrechen
DIEGO FIDELIO gescheh’
Schöner Frau, Ihr ruft vergebens, Die Angst hat sich ihrer bemeistert ALONSO, FIDELIO damit ihm nach Rechten gescheh’.
gebt nur, was Ihr habt, und getüncht der Wangen rot. Beschämt, holde Dame, stehn wir hier,
des Lebens will ich immerhin schonen, Ritterpflicht nur üben wir! OLIVIA
doch Eure Dublonen, diese Kette, jene ALONSO, FIDELIO Es war ein Guerilla, ich war gewarnt,
Kamm, Sie atmet! CHOR die eigene Lust hielt mich umgarnt.
gehören mit in meinem Kram! (in der Ferne und allmählich sich nähernd)
ALONSO Von dort ist der Schrei erklungen, CHOR
OLIVIA Sie atmet, Fidelio, sie lebt, sie atmet! nur mutig vorwärts gedrungen! Sagt uns, ihr Herren, wohin ist er geflohn?
Zu Hilfe!
Gerne will ich alles geben, FIDELIO OLIVIA FIDELIO
schenket ihr mir nur mein Leben! Wie er nun in Entzückungen schwebt, Meine Leute, die treuen, sie nahn! Als wir uns nahten, lief er davon
Alonso, sie lebt! und hat sich im Forste geborgen.
ALONSO, FIDELIO CHOR
Wir kommen Hilfe zu bringen! Wie, unsere Gebieterin, war sie in Gefahr?

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EUSEBIA ALONSO, FIDELIO, CHOR DER die Körbe der Winzerinnen.


Fidelios Stimme! FRAUEN BEIDE
Auf das Schloß, die Gegend von unserer MANUEL Hier flammt das Schwert, ihr sollt!
CHOR Lust erschallt! Der Verstand ist weg, nun lustig Brüder,
Seid ohne Sorgen, der feige Wicht, nun steiget nur zum Tanze nieder! Nr. 11: Duett
unserer Rache entgeht er nicht CHOR DER MANNER
er entgeht uns nicht. In den Wald, der von unserer Lust CHOR DER WINZER UND XILO
erschallt! WINZERINNEN Ein wackres Tier, das müßt Ihr sagen,
EUSEBIA Laßt uns länger nicht verweilen, tät Euch geduldig weiter tragen,
Dies ist mein Fidelio und dies ist Alonso, ZWEITER AKT in den kühlen Hain enteilen, das Tierchen ist mir lieb und wert,
sein Jugendfreund, tanzen, schwärmen, jubeln, lärmen, weil’s nicht wie andre Esel plärrt.
in Schmerz und Freude mit ihm vereint. Nr. 8: Introduktion (Weinlese) wohl errungener Genuß
mache dieses Tages Schluß. DIEGO
OLIVIA MANUEL Nun sag mir, lustiger Geselle,
Dein Fidelio? Laßt nur alles leichtfertige Wesen, Nr. 9: Lied sind wir am Ort, sind wir zur Stelle?
hurtig, die Trauben gelesen,
FIDELIO was soll das Grüßen, das Flüstern, das ERSTER GUERILLA XILO
Und dies ist Alonso, mein Jugendfreund. Küssen? Guerilla zieht durch Feld und Wald Ja, freilich, seht Ihr nicht den Schild,
Verschoben, Kinderchen, bedenkt, ist nicht in rauher Kriegeslust, der mich mit neuer Kraft erfüllt?
ALONSO geschenkt, Kanone brummt, die Büchse knallt, die Wirtin führet gute Schinken
Ich bin Alonso, sein Jugendfreund. und habt ihr eure Pflicht getan, ihm schwillt die kühne Brust; und einen Wein, nicht schlecht zu trinken!
dann gehe Tanz und Musik an! ihn lockt des Feuers roter Schein,
CHOR nur tiefer in die Schlacht hinein! DIEGO
Freundschaft, schöne Göttergabe! CHOR DER WINZER Was kümmert mich der plumpe Schild,
Du des Lebens beste Labe, Zum Moste stampfen wir die Beeren, BEIDE du zeige mir das Frauenbild,
du des Lebens höchstes Gut! der Most muß gären und sich veredeln uns Nur tiefer in die Schlacht hinein! das du so rednerisch gepriesen?
zum Wein,
OLIVIA zum süßen Blute rot und rein. ZWEITER GUERILLA XILO
Don Fidelio, Den Alonso, Wir schützen Haus, wir schützen Feld, Seh’ ich auch recht, von jenen Wiesen
und aus allen, wer nur will, CHOR DER WINZERINNEN dem Tode bloßgestellt, kommt unsre Grazie geschritten.
begleit’ mich auf mein Schloß; Wir füllen die Körbe mit schwellenden des Schicksals dunkler Würfel rollt, Ich aber muß den Herren bitten,
in seinen weiten Hallen Trauben, und ruft uns aus der Welt, mir zu erlauben, fort zu gehen,
mische Spiel und Tanz und Jubel sich! die wir der braunen Rebe rauben, drum, wenn ihr uns nicht geben wollt, das Tier darf nicht im Freien stehen.
mit Laube, mit Grünem bespinnen hier flammt das Schwert, ihr sollt! Hier ist mein Instrument, Glück auf!

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Spielt nur recht schwärmerisch d’rauf. schaue ich des Retters Bild. Blumengehänge, den Teuren zu binden. Nr. 16: Terzett
Und vom süßen Liebeswehe
Nr. 12: Duett ist die Seele mir erfüllt. ALONSO DER ALCALDE
Alle Gluten, die da ruhten, Bin von irdischen Schmerzen geheilet, Nichte, Don Diego da,
DIEGO flammen auf in wilder Macht, wenn sie tröstend auf mich sieht. wirbt um deine freie Hand,
Gelagert unterm hellen Dach von seinem Opfer angefacht. Laßt es nur einmal erklingen, was ich von ihm hörte und sah,
der Bäume, an dem Silberbach, Zweimal wagte er das Leben, jenes milde Zauberwort: verziehn. zeigt mir seinen Verstand.
sehnt sich der Schäfer nach der Schönen um dem Lichte mich zu geben,
und klagt in schwärmerischen Tönen! wessen Brust bleibt ungerührt, OLIVIA LAURA
muß ich denn nicht liebend sinnen, Eilt an meine treue Brust! Solcher Antrag macht mich rot,
LAURA daß ein höheres Beginnen doch ich folge Eurem Gebot.
Dem Spiele, so melodisch rauscht, mir den Teuren zugeführt. ALONSO
die Schäferin im Busche lauscht, Götter, ertrag’ ich solche Lust! DER ALCALDE
ihr ist’s als klängen seine Lieder Nr. 14: Duett Man muß alles erst reiflich erwägen.
die eignen Wünsche schöner wieder. OLIVIA, ALONSO
ALONSO Laßt uns den Lüften, den Bäumen und DIEGO
DIEGO Von tausend Schlangenbissen Quellen Ihr schlägt mein Herz in Wonne entgegen,
Wie ist das Leben ernst und trübe, der Reue und der Schuld unsere Leiden und Wonnen erzählen! darf ich kühne Hoffnungen nähren?
erhellet es nicht treue Liebe. ward mir mein Herz zerrissen,
bis Heilung von Euch kam. Nr. 15: Romanze LAURA
LAURA Mit immer frischen Farben Ach, wer kann der Liebe wehren!
Wer Liebe fand, der ist geborgen, erschien mir meine Schuld DIEGO
von jedem Schmerz, von allen Sorgen. und alle Blüten starben, Es murmeln die Quellen, DER ALCALDE
gestreut durch Eure Huld. es leuchtet der Stern der Liebe in Nur sachte, mein Jurist,
LAURA, DIEGO Schöne Wandlung! Ihr verzeiht, strahlendem Feuer, erst sollt Ihr zeigen, was Ihr wißt.
So leuchte goldne Liebessonne laßt es nur einmal erklingen, wo weilet mein Liebchen?
zu unsrer Herzen neuer Wonne daß ich schwebe auf wonnigen Schwingen, Ach, sie ist fern, die über alles mir teuer, LAURA
und schau’ mit unbewölktem Blick jenes milde Zauberwort: verziehn, der Zauber dieser stillen Nacht, Wird er sich durch seine Fragen,
auf unsre Freude, unser Glück! o sagt’s in einem fort! die Geister wehn, seine Zweifel rühmlich schlagen?
der Sterne Pracht erfreun mich nicht,
Nr. 13: Arie OLIVIA sie zeige sich und aller Kummer schwindet. DIEGO
Der Strom der Entzückungen Werd’ ich mich durch seine Fragen,
OLIVIA teilet mir wider Willen sich mit. seine Zweifel rühmlich schlagen?
Wo ich weile, wo ich gehe, Wenn mir’s gelänge, Fesseln zu finden,

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DER ALCALDE DIEGO EUSEBIA


Ihr werdet geprüft aus den Digesten, Laura, lebt wohl! FIDELIO Ein ernster Schritt ist nicht leicht getan.
aus unserer Väter Weisheit Überresten; Ach, mein Herz ist kummervoll! Nur zu, lieber Graf, nur recht galant,
und so Ihr Euch kundig bewährt, FIDELIO
seid Ihr mir hoch geehrt, Nr. 17: Arie EUSEBIA Sie wankt, o überglücklicher Mann!
und Eidam will ich Euch grüßen. Ihr Haus, Herr Graf, ist mir bekannt.
LAURA TORMES
LAURA Traurig geht der Geliebte von dannen, TORMES Erlauben Sie den Kuß der Huldigung!
Nun ist er recht im Gedränge, ach, mir will ein Unglück ahnen, Schöne Frau, des großen Cid
wie, wenn es ihm nicht gelänge. weiß er nicht, was der Oheim fragt, Schlachten focht ein Tormes mit. FIDELIO
Meine Tränen würden fließen! ach, dann sei’s den Göttern geklagt! Ich bewundre Ihren Adlerschwung!
Doch vielleicht die Angst entweicht, EUSEBIA
DIEGO bei dem Gedanken, er weiß Bescheid, Wem verdank’ ich das Vergnügen, OLIVIA
Nun bin ich recht im Gedränge, dann kehrt in Wonne das Leid, Sie, Herr Graf, bei mir zu sehn? Eusebia!
wie, wenn es mir nicht gelänge, süße Erwartungen ranken gleich Reben an
meine Tränen würden fließen! ihn, FIDELIO FIDELIO
und des Kummers Wolken fliehn, aber ach! Sie wird sicher unterliegen, Donna Olivia!
LAURA günst’ger Wind die Segel blähn.
Wird er sich durch seine Fragen… Nr. 18: Finale EUSEBIA
TORMES Meine Gebieterin!
DIEGO FIDELIO So weit die Augen reichen,
Werd’ ich mich durch seine Fragen… Gnäd’ge Frau, ich hab’ die Ehre um Tormes bin ich Herr. TORMES
(für sich) Die Triften all’, Ha! Welche Täuschung, ich bin
DER ALCALDE wenn er nur beim Teufel wäre! die herdereichen Hügel, hintergangen!
Nur sachte, mein Jurist… (laut) traubenschwer,
Laura, aufs Schloß, und Ihr, Herr Jurist, den Grafen Tormes vorzustellen. der Anger voll von stolzen Pferden, FIDELIO
sollt nun zeigen, was Ihr wißt, (für sieh) sie sind alle mein! Ja, mein Graf, ein Narr hat sich gefangen!
Diego kommt, welch Vergnügen, ihn zu prellen! Dies alles soll Euer werden,
nun Jedes dahin, wohin es soll! wollt Ihr Gräfin Tormes sein. TORMES
TORMES Ihr Verwegner, sollt es büßen!
LAURA Vom Rufe ihrer Schönheit bewogen, FIDELIO
Diego, lebt wohl! flieg’ ich zu Donna Olivia, Gnäd’ge Gräfin, welch ein Glück, FIDELIO
Ach, mein Herz ist kummervoll! doch hat die Fama gelogen, ich les’ Verwirrung in Eurem Blick. Daß Sie, Graf, es auch nur wissen:
denn Schöneres ich nie noch sah. Heut’ wird Olivia Alonso angetraut,

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und hier ist meine Braut! DIEGO hat der Freundschaft Macht bezwungen.
Freunde, seid mir herzlich gegrüßt!
TORMES OLIVIA, EUSEBIA, LAURA
Ich habe Lust, Euch zu erwürgen! ALONSO, FIDELIO Bei dem seligen Verein
Auf gelegnere Zeit sei die Rache gespart, Wo warst du, erzähle, wo warst du so lang, findet Amor sich ein!
alle Folgen treffen Euch, nur Euch! uns war ob deinem Verweilen so bang.
ALONSO, DIEGO, FIDELIO
OLIVIA DER ALCALDE Freundschaft und Liebe wollen wir preisen!
Keine Tätlichkeit in meiner Gegenwart! Er ist, ich bezeug’s, kein schlechter Jurist;
er hat durch zwei volle Stunden ALLE
FIDELIO sich meiner Prüfung unterwunden. Nimmer entschwinden sie unsern Kreisen!
Ich stelle mich, ich will’s verbürgen! Fern vom städtischen Gewühle,
Das ist mir so ziemlich gleich! ALONSO, FIDELIO laßt uns des Lebens freun!
Diego geprüft, wir müssen lachen, Unsers Herzens heilige Gefühle,
OLIVIA für uns ganz neue Sachen! jeder Tag soll sie erneuen!
Eusebia, Fidelio, ich bin auf Euch
ungehalten! DIEGO
Meint ihr umsonst, das wäre dumm,
FIDELIO da seht ihr mein schönes Prämium!
Den ganzen Spaß will ich entfalten:
ich hab’ ihm Rache geschworen, ALONSO, FIDELIO
er schalt mich einen Toren, Bravo, Diego, um diesen Preis
und zürnen Sie, so zürnen Sie nur mir, floß mit Recht der Stirne Schweiß!
Eusebia kann nichts dafür.
DER ALCALDE
ALONSO Gnäd’ge Frau, ich wag’ es vorzuschlagen,
Sagt, was hat sich hier begeben, das Richteramt auf ihn zu übertragen.
wütend fährt der Graf davon!
OLIVIA
FIDELIO Wie Ihr sagt, so soll’s geschehen,
Seine Eitelkeit und tolles Streben Glückliche nur will ich heute sehn.
empfing den wohlverdienten Lohn.
ALONSO, DIEGO, FIDELIO
Alle Knoten tief verschlungen,

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