Sie sind auf Seite 1von 2

E-Bikes: Die gefährliche Alternative

Das Corona-Virus hat viele Veränderungen gebracht; man denke nur an das Tragen
von Masken, das üblich gewordene Home-Office, aber auch die soziale Distanz,
die es erfordert, auf Händeschütteln und Umarmungen zu verzichten. Eine weitere Einleitung: Von Corona
– und zumindest auf den ersten Blick durchaus positive – Veränderung ist, dass die (betrifft alle) ausgehend
zur hier behandelten
Menschen, statt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto zu fahren, zu Frage bzw. zum Thema
Fuß gehen oder das Fahrrad nehmen, um zumindest ein bisschen Bewegung zu führend
bekommen. Das Fahrrad hat dadurch einen nie gekannten Boom erfahren.
Besonders E-Bikes erfreuen sich großer Beliebtheit, denn mithilfe des Elektro-
motors lassen sich auch kleine Hügel problemlos überqueren, ohne ins Schwitzen
zu kommen. Aber nicht jeder Boom ist eine positive Entwicklung, und es lohnt
sich, auch auf das E-Bike einen genaueren Blick hinsichtlich seiner Vor- und Nach-
teile zu werfen.
gelb markiert die Konnektoren: Präpositionaladverbien,
ab hier Hauptteil:
Hauptsatzkonjunktionen und Nebensatzkonjunktionen Argumente pro (+)
und contra (-)
Klar ist, dass die Hemmschwelle, sich zu bewegen, durch das E-Bike herabgesetzt
wird. Und Bewegungsmangel ist eine der Hauptursachen für viele Zivilisations- + Gesundheit

krankheiten. Damit kann das E-Bike also ganz sicher punkten.

Ebenfalls positiv ist die Umweltbilanz: Zwar ist die Herstellung des Akkus CO2-in-
tensiv, aber schon nach 165 geradelten Kilometern ist diese durch das eingesparte + Klima
Benzin wieder ausgeglichen, bei Nutzung von Öko-Strom sogar noch schneller,
und danach ist das E-Bike im positiven Bereich.

Auch beim Platzbedarf ist das E-Bike dem Auto überlegen. Sowohl auf der Straße
als auch hinsichtlich des benötigten Parkraums hat das Auto im Vergleich zum E- + Platzbedarf
Bike keine Chance.

Aber natürlich gibt es Situationen, in denen das E-Bike das Auto nicht ersetzen
kann, weil es einfach nicht die gleichen Möglichkeiten bietet. Man denke etwa an
lange Strecken: Wohl kaum wird man mal eben an einem Tag von Frankfurt mit
dem E-Bike nach München fahren können. Nun kann man das E-Bike natürlich in
- Keine Transport-
den Zug stellen und so mit guter Ökobilanz in München ankommen. Dann fällt möglichkeiten über
aber auf jeden Fall die Möglichkeit weg, größere Mengen zu transportieren. Das weite Strecken
mag wiederum in der Stadt kein Problem sein, da man ja Lastenräder nutzen und
mittlerweile auch mieten kann, und diese reichen für den Familieneinkauf allemal
aus. Für weitere Strecken geht das aber nicht. Hier bleibt das Auto das Verkehrs-
mittel erster Wahl.
Es gibt aber noch zwei weitere Nachteile des E-Bikes, die man kaum wegdisku-
tieren kann. Da ist zum einen der Akku. Wie oben schon gesagt, ist seine Öko- - Akku: zur Herstellung
bilanz gar nicht so schlecht. Dennoch müssen „seltene Erden“, also Metalle wie z. Metallförderung durch
Kinder und Unter-
B. Lithium, unter Gefahren aus der Erde geholt werden, oft von Kindern oder privilegierte nötig →
miserabel bezahlten Arbeitskräften beispielsweise in Afrika oder China. Die gute unfair
Ökobilanz wird also durch eine nicht geringe soziale Ungerechtigkeit bezahlt. Und
Akkus können darüber hinaus bei Beschädigung Brände auslösen, die nur schwer - Akku:
Brandgefahr beim
zu löschen sind. Nicht auszudenken, was passiert, wenn ein Akkus während des Ladevorgang
Ladevorgangs in der Wohnung zu brennen beginnt!

Zum anderen birgt das E-Bike aber auch eine nicht zu unterschätzende Unfall-
gefahr. Durch die Unterstützung des Elektromotors steigt die Geschwindigkeit, und - Unfallgefahr für sich
so fahren viele Menschen mit dem E-Bike schneller, als sie sollten. Bei plötzlichen selbst und andere
Gefahren können sie dann nicht mehr bremsen und es kommt zu Unfällen. Die
Zahl solcher Unfälle mit E-Bikes hat sich laut Wikipedia in den zwei Jahren von
2014 bis 2016 fast verdoppelt und stieg bis 2018 weiter um jährlich jeweils 30%.
E-Bikefahrer*innen stellen somit eine Gefahr für sich selbst dar, und natürlich auch
für andere Verkehrsteilnehmer*innen wie Fußgänger*innen, das sollte man nie
vergessen.

ab hier Schluss
Alles in allem ist das E-Bike also eine gute Alternative für das Auto, die in
Zeiten des Klimawandels den CO2-Ausstoß wirklich reduzieren kann. Man Fazit/abschließende
sollte sich aber nicht einreden, dass damit alle Probleme aus der Welt eigene Meinung mit
geschafft werden könnten, denn seine Einsatzmöglichkeiten sind begrenzt, Zusammenfassung
der wichtigsten
seine Produktion erfolgt auch auf dem Rücken unterprivilegierter Menschen Argumente
in anderen Ländern und seine Nutzung stellt immer eine gewisse Gefahr dar.
Dennoch überwiegen die Vorteile klar, und so ist es kein Wunder, dass die
Produktion kaum die Nachfrage decken kann.

Allerdings sollte die Politik in Erwägung ziehen, die Anforderungen an die


Fahrer*innen zu erhöhen. Wie wäre es z. B. mit einem verpflichtendem
Fahrtraining vor der Nutzung von E-Bikes? Oder sogar mit einer Art Führer-
Forderungen an
Politik und Technik
schein, bei dessen Prüfung nachgewiesen werden muss, dass Gefahren für die Zukunft
richtig eingeschätzt werden und dass notfalls richtig reagiert wird? Dazu („Blick über den
Tellerrand“/das
könnte eine Helmpflicht kommen oder die Pflicht, seitens der Hersteller
Hier und Jetzt).
besonders gute Bremsen zu verbauen. Und schließlich kann man nur hoffen,
dass die Techniker bald noch sicherere Akkus herstellen können, deren
Technik vielleicht nicht mehr auf den seltenen Erden beruht und die daher
auch keine sozialen Probleme mehr mit sich bringen.