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Feilen

1. Die Feile

Feilen ist mit dem Sägen eines der ältesten spanenden Bearbeitungsverfahren in
Metallverarbeitenden Berufen. 1387 wurde der erste Feilenhauer dokumentiert. Dies war
früher ein eigenständiger Beruf, und die Feilen wurden von Hand gehauen. Heute werden
Feilen noch immer gehauen, aber auch Gefräst.

Im Metallbau werden aber größtenteils


gehauene Feilen genutzt. Beim Hauen
werden mit einem Haumeißel gleichmäßig Kerben in das Feilenblatt gehauen diese nennt
man Hiebe. Diese Hiebe Schaben beim Feilen das Material ab. Bei gefrästen Feilen
Schneiden die Hiebe das Material.

Gefräste Feilen haben eine höhere Schneidfähigkeit, jedoch ist die aufzubringende Kraft
auch höher. Gefräste Feilen sind für weiche Werkstoffe, wie z.B. Aluminium, Zinn, Blei,
Kupfer oder Kunststoffe geeignet. Gefräste Feilen sind auch deutlich teurer in der
Anschaffung

Gehauene Feile haben eine geringere Schneidfähigkeit als gefräste Feilen, jedoch sind sie
besser geeignet für härtere Werkstoffe wie z.B. Stahl oder Grauguss,

Feilen gibt es für unterschiedlichste anwendungen und Materialien, von der Holzraspel bis
hin zur Nagelfeile. Unterschiedlicher können die Materialien nicht sein, das Ziel ist immer
das selbe, Material abtragen und in Form bringen.

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Die Feile besteht aus dem Feilenblatt mit den Hieben. Der Feilenangel, dabei handelt es
sich um eine art Spitze, auf diese wird das Feilenheft aufgestochen. Das Feilenheft ist der
Griff der Feile und besteht meist auf Holz oder immer öfter aus Kunststoff.

Meist kennen wir 2 Feilenarten, Schruppfeile und


Schlichtfeile, hier spricht man von der Hiebteilung
also wie fein oder grob die Feile ist. Die Schruppfeile
ist geeignet für grosse Spanabtragung bei geringer
Anforderung an die Oberfläche. Die Schlichtfeile wird
zur Herstellung passgenauer Werkstücke mit feiner
Oberfläche verwendet. In der Regel kann man
sagen, wenn mehr als 0,30 mm abzufeilen ist, nimmt
man erst die Schruppfeile, ab 0,20 mm dann die
Schlichtfeile

Feilen gibt es in unterschiedlichen Forme, die je nach Form und gegebenheit des zu
erstellendem Werkstück gewählt werden.

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Die Zahnung der Feile, also der Hiebform der Feile wird je nach Material ausgewählt. Im
Metallbau unterscheiden wird ansich unter 2 verschiedenen Hiebarten:

Die Einhiebfeile zum bearbeiten von weichem Material wie zb.


Blei, Zinn, Aluminium oder Kupfer.

Die Kreuzhiebfeile zum bearbeiten von hartem Material wie zb.


Baustahl oder Edelstahl

Bei Feilen von weichem Material oder beim


Schlichten, also dem Feilen mit einer
Schlichtfeile, können die Hiebe sich
zusetzen. Die Späne können nicht mehr
über die Hiebe abgeleitet werden. Beim
Schlichten kann dies zu Schrammen oder
Fehlstellen in der Oberfläche führen, auch
beim Schruppen wird dadurch die
Abtragsleistung beienträchtigt.

Hierzu gibt es eine Feilenbürste, zieht man


die Feilenbürste in Hiebrichtung über die
Feile, sollten die meisten festsitzende Späne entfernt sein. Sollten noch Späne nicht gelöst
sein, kann man diese mit einem Feilenreiniger herausdrücken. Der Feilenreiniger ist eine art
kleiner Meißel aus Kupfer oder Messing.

2. Die Handhabung / Das Feilen

Wichtig beim Feilen ist dass das Werkstück richtig


gespannt wird. Bei kleinen Bauteilen können diese
im Schraubstock gespannt werden, hier soll das
Werkstück so weit wie möglich eingespannt
werden. Somit werden Vibrationen und
Schwingungen vermieden. Diese Schwingungen sind
durch das Quietschen nicht nur nervig, sondern
können auch die Oberfläche beeinträchtigen.

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Kann der Schraubstock in der Höhe verstellt werden, sollte dieser auf die Körpergröße
eingestellt werden. In der Regel sollte der Ellbogen auf der Höhe der Spannbacken sein.

Das Feilen ist eine Hin- und Herbewegung


der Feile, beim Vorwärtshub drückt man auf
die Feile, beim Rückwärtshub entlastet man
die Feile. Der Druck auf die Feile soll
gleichmäßig auf Heft und Feilenblatt sein,
dass die Feile auf dem Werkstück aufliegt
und nicht kippelt oder schaukelt.

Um grössere Flächen gerade zu Feilen, führen wie die


Feile kreuzweise über die Fläche. Beim Kreuzstrich
lassen sich unebenheiten besser erkennen. Beim
Kreuzstrich liegt die Feile maximal auf dem Werkstück
auf, dies erleichtert die Führung.

Bei längeren Werkstücken führen wir die Feile quer


über das Werkstück.

Beim Strichfeilen mit der Slichtfeile in Längsrichtung


des Werkstücks werden letzte Unebenheiten beseitigt.

Um beim Schlichten eine feine Oberfläche zu erhalten,


ist es wichtig dass die Feile frei von festsitzenden
Spänen ist, zusätzlich kann man die Feile noch mit
Kreide einstreichen, damit sich die Späne nicht so
leicht festsetzen können.

3. Arbeitssicherheit

- Achte darauf, dass das Feilenheft fest sitzt. Bei Feilenheften aus
Holz darf der Griff nicht gerissen sein. Feilenheft mit einem
Hammer durch leichtes klopfen aufziehen.
- Scharfe Kanten entgraten
- Feilspäne nicht wegpusten, die Späne können ins Auge fliegen

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