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1.

Heutige Situation
- In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts führten FG Königs und andere induktive
experimentelle Psychologie-Forschung zur Frage "Was geht im Kopf des Übersetzers
vor sich" mit Fokus auf den Übersetzungsprozess durch.
- Infolge der Entwicklungen im Bereich der Forschungen zur artificial intelligence
(Künstliche Intelligenz, KI) eröffnen sich im übrigen ebenfalls neue Einsichten in den
Übersetzungsvorgang.
=> Hoffnung: Die KI wird neue Möglichkeiten für die Realisierung des computergestützten
Übersetzens eröffnen.

- Jedoch, insgesamt gesehen, die Wissenschaft vom Überset- zen und Dolmetschen am
Ende des 20. Jh. ein nach wie vor - oder erst recht heterogenes und uneinheitliches Bild.
Den Hauptgrund, warum sich die Genesis dieser Disziplin so schwierig gestaltet,
sehen wir in der Komplexität des Gegenstandes.( verschiedene Sprachen, Kultur-
und Kommunikationsgemeinschaften,...)
=> Die kognitiven und interpretativen Fähigkeiten des einzelnen Übersetzers ebenso
unterschiedlich sind wie seine Ausdrucksfähigkeit in der Zielsprache.
+ Es ist ein Fortschritt im langwierigen Prozess der Theoriebildung bezüglich des
Übersetzens und Dolmetschens, wenn sich mehr und mehr Wissenschaftler
heute bemühen, dieser Komplexität Rechnung zu tragen.
=> Die einst weitgehend von der Linguistik bezeichneten Grenzen der
Übersetzungswissenschaft wurden ausgeweitet.
=> Der Stellenwert (übersetzungs)didaktischer Fragen in der Translatologie in den letzten
Jahren wichtiger geworden ist, wenngleich hier u. E. nach wie vor ein großer Nachholbedarf
besteht. All dies lässt darauf hoffen, dass die Translatologie gewissermaßen vom Kopf
auf die Füße gestellt wird.
=> Die Aufgabe der modernen Translatologie heute ist dass, die Bewusstheit des
Sprachmittlers für die vielen verschiedenen Facetten seiner Tätigkeit und für die mannigfaltigen
Alternativen, die ihm in der konkreten Kommunikationssituation mit all ihren widersprüchlichen
Faktoren offenstehen, zu schärfen.
2. Vor-nachteile der heutigen Translatologie
- Die heutige Translatologie hat auch ihre Kehrseite. Mit ihr geht nämlich ein „Verlust an
Exaktheit“ aber im Bereich des Übersetzens und Dolmetschens bestenfalls ansatzweise
vor.

- Auf der anderen Seite gibt es auch Entwicklungen, die sich positiv auf die Etablierung
der Translatologie als eigenständige Wissenschaft auswirken. Das Argument worden
mittlerweile durch solche neuen theoretischen Ansätze wie die Chaostheorie mindestens
relativiert. Trotzdem, ist die Etablierung der Translatologie als Wissenschaft heute eher
noch schwieriger geworden als zu Zeiten, da man sie mehr oder minder
selbstverständlich als eine Teildisziplin der Sprach- bzw. Literaturwissenschaft,
Philologie etc. betrachtete.

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