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Arbeitsmarkt-Information

für qualifizierte Fach- und Führungskräfte

Der Arbeitsmarkt für


Geographinnen und Geographen
Es ist nichts, was den geschulten Verstand mehr kultiviert
Herausgeber:
Zentralstelle für Arbeitsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV)
und bildet, als Geographie.
Arbeitsmarkt-Informationsservice (AMS)
Villemombler Str. 76 Immanuel Kant
53123 Bonn
Tel.: 0228/713-1292
E-Mail: Bonn-ZAV.ams@arbeitsagentur.de
Postanschrift: 53107 Bonn

Autorin:
Dr. Beate Raabe
Geographen-Porträts: Marion Rang
Arbeitsmarkt-Informationsservice, ZAV

Grafiken:
Tamara Spanehl, Marcel Raschke
Arbeitsmarkt-Informationsservice, ZAV

Titelbild: DGfG

Stand: August 2005


Arbeitsmarkt-Information 3/2005
ZAV – 115 – 0126 – 08/05

Der einfacheren Lesbarkeit wegen wird im Text nur dort das Femininum
verwendet, wo ausschließlich Frauen gemeint sind. Im Übrigen gelten die
Aussagen für Männer und Frauen gleichermaßen.

2
Inhaltsverzeichnis diffus erscheinen. Andererseits er-
Der Geograph heute geben sich aus dieser Querschnitt-
Der Geograph heute................................................................................. 4 qualifikation Anknüpfungspunkte zu
Geographie studieren............................................................................... 5 Als Erd-Zeichner – so die Überset- den Nachbardisziplinen und Ein-
Vom Studium ins Berufsleben .................................................................. 9 zung des griechischen Ursprungs- satzmöglichkeiten in vielen un-
Berufsfelder für Geographen.................................................................. 13 wortes – haben sich vor Jahrhun- terschiedlichen Berufsfeldern. Des-
Durchblick im Schienenverkehr.......................................................... 15 derten die ersten Geographen si- halb ist der Arbeitsmarkt für
Umweltschutz im Unternehmen als Sprungbrett ................................ 16 cherlich gesehen. Die Erdoberflä- Geographen nicht homogen zu be-
Traumjob im Tourismus ..................................................................... 18 che zu erkunden, zu vermessen schreiben. Diese Brückenkopffunk-
Mit Marktforschung in Führung gehen ............................................... 19 und zu kartographieren, Küsten tion zu anderen Fachrichtungen ist
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt .............................................................. 22 Grund, warum in der Betrachtung
und Landstriche zu beschreiben,
Beschäftigtenstatistik ......................................................................... 22 des Arbeitsmarktes für Geogra-
auch Naturphänomene zu doku-
Nachfrage nach Geographen............................................................. 25 phen immer wieder auch ein Blick
Geographen ohne Job ....................................................................... 27 mentieren – mit diesen Tätigkeiten
zählten Geographen zu den Welt- auf die Entwicklung in den
Selbstständigkeit als Ausweg aus der Arbeitslosigkeit....................... 34
entdeckern. Das Interesse an ihren angrenzenden Themenfeldern er-
Blick ins Portemonnaie........................................................................... 36
Erkenntnissen wuchs nach der folgt – zum Beispiel Architek-
Arbeiten im Ausland ............................................................................... 37
Jetzt geht’s los........................................................................................ 39 großen Amerikareise Alexander tur/Raumplanung, Sozialwissen-
Jobsuche strategisch planen ............................................................. 39 von Humboldts. In der Folge wur- schaften oder auch Psychologie
Die Bewerbung .................................................................................. 41 den im 19. Jahrhundert geographi- (vgl. Abbildung 1).
Literaturverzeichnis ................................................................................ 43 sche Gesellschaften gegründet.
Adressen und Links................................................................................ 45 Am Ausgang des 19. Jahrhunderts Die Bedeutung der Zahl der explizit
Abbildungsverzeichnis............................................................................ 48 war erstmals ein Studium der für Geographen ausgewiesenen
- PUBLIKATIONEN -............................................................................ 49 Geographie möglich. Heute lotsen Stellen sollte nicht zu hoch bewer-
uns Satellitensysteme durch den tet werden. Auch Stellenausschrei-
Verkehr – und hier können Geogra- bungen aus benachbarten Fach-
phen und ihr Fachwissen mit im richtungen sind für Geographen
Spiel sein. Auf den Aspekt der interessant, sofern diese die Detail-
Erderkundung und -vermessung qualifikationen mitbringen. Seit
beschränken lässt sich die Tätigkeit 2001 ging die Zahl der Stellenmel-
von Geographen schon lange nicht dungen für Geographen insgesamt
mehr. zurück – ein arbeitsmarktliches
Phänomen, das auch andere
Geographie ist eine breit gefä- akademische Berufe betraf. Die
cherte Disziplin an der Schnittstelle Stellenmeldungen kamen aus der
zwischen Natur- und Sozialwis- öffentlichen Verwaltung, aus Hoch-
senschaften. Die Polyvalenz der schulen, aus Ingenieurbüros oder
Qualifikation lässt das Profil eines Softwarehäusern. Die breite Streu-
Geographen im Hinblick auf den ung in unterschiedliche Wirt-
Arbeitsmarkt und die beruflichen schaftsbereiche entspricht der breit
Einsatzfelder zunächst als eher angelegten fachlichen Qualifikation.

3 4
Abbildung 1 Heute zeigt sich das Studienange- nur in geringem Ausmaß. An allen
bot in der Fachrichtung Geographie deutschen Hochschulen waren im
G eographie und ihre fachlichen Nachbarn
in der Gesamtschau recht vielfältig. Wintersemester 2003/2004 fast
Bundesweit bieten 64 Hochschulen 25.000 Studierende in der Fach-
A rchitektur einen Abschluss in Geographie an, richtung Geographie (ohne Lehr-
wie die Deutsche Gesellschaft für amt) eingeschrieben, knapp die
Geophysik / Geolo gie K artographie Geographie in einer Zusammen- Hälfte davon waren Frauen. Die
R aum planung
stellung aufzeigt. Der Hochschul- Zahl der Erstsemester, die im Win-
Biologie Ö kologie G eographie GIS Inform atik
kompass der Hochschulrektoren- tersemester 1999/2000 bei 3.178
konferenz listet im Juni 2005 42 lag, stieg in den Folgejahren kon-
A g ra r-
W irtschafts -
W irtschafts-
Möglichkeiten für ein Lehramtsstu- tinuierlich an (siehe Abbildung 2).
geograp hie
w issenschaften wissenschaften dium in Geographie auf, 30 Ma- 2003/2004 schrieben sich mit fast
gisterstudiengänge, 29 Diplomab- 5.000 Erstsemestern über 50 %
schlussmöglichkeiten und 16 Ba- mehr für die Fachrichtung Geo-
Sozialw issenschaft
chelor-Abschlüsse. Mit der fort- graphie ein als vier Jahre zuvor.
© 2005,BA-AM S
schreitenden Europäisierung steht Damit steht in den nächsten Jahren
zu erwarten, dass die Zahl der Ba- ein Anwachsen der Absolventen-
chelor-Studiengänge deutlich zu- zahlen bevor.
Die Arbeitslosigkeit der Geogra- Geographie studieren nehmen wird und die Diplomstu-
phen sah 2004 etwas anders aus
diengänge sich rückläufig entwi- Im Prüfungsjahr 2003 legten insge-
als in anderen Berufsgruppen.
Die Geschichte der Geographie an ckeln. samt gut 1.700 Prüflinge erfolgreich
Während etwa bei den Ingenieuren
deutschen Hochschulen kann als ihr Examen in Geographie ab
vor allem Ältere von Arbeitslosig-
Geschichte des Wachstums be- Im Hochschulkompass weist die (ohne Lehramt). Dieser Wert
keit betroffen sind, stellen unter
schrieben werden. Als breiter auf- Liste der Studienmöglichkeiten für unterlag in den fünf Jahren zuvor
den Geographen jüngere Bewerber
gestellte Fachdisziplin ist die Geo- das Suchwort Geographie in der nur unwesentlichen Schwankun-
den Großteil der Arbeitslosen – ein
graphie noch recht jung. Die ersten Mehrzahl den Studiengang Geo- gen. Wie bei den Studierenden ist
Hinweis darauf, dass insbesondere
Diplomstudiengänge wurden Ende graphie aus. Vereinzelt findet sich auch unter den Absolventen der
der Berufseinstieg sich für Geo-
eine differenziertere Benennung Frauenanteil recht hoch. Gegen-
graphen momentan weniger ein- der 50er Jahre eingerichtet, einen
der Fachrichtung: Angewandte läufig entwickelte sich in den
fach gestaltet. Die Zahl der arbeits- deutlichen Zuwachs gab es in den
70er Jahren. Die Zahl der Stu- Geographie, Anthropogeographie, vergangenen Jahren der Frauen-
losen Geographen insgesamt ist
Biogeographie, Didaktik der Geo- anteil unter Erstsemestern und
seit der Jahrtausendwende kon- dierenden hat seither deutlich zu-
graphie, Humangeographie, Kul- Absolventen. Während bei den
tinuierlich angestiegen und hat sich genommen, und fachintern waren
eine Reihe von Veränderungen zu turgeographie sowie Wirtschafts- Erstsemestern noch vor einigen
in den Jahren 2003 und 2004 auf
oder auch Wirtschafts- und So- Jahren der Frauenanteil über der
vergleichsweise hohem Niveau sta- beobachten. Der Überhang der
zialgeographie sind die Studien- Hälfte gelegen hat und seither
bilisiert. Gleichzeitig ist eine Dy- Lehramtsgeographen wich einer
deutlichen Dominanz der Zahl der fachbenennungen einzelner Hoch- leicht unter 50 % gesunken ist,
namik am Arbeitsmarkt zu ver-
schulen. stieg der Anteil der Geographinnen,
zeichnen: Es gibt nicht nur Neuzu- Diplomabschlüsse, die Binnendiffe-
die erfolgreich ihr Studium absol-
gänge in Arbeitslosigkeit – 2004 renzierung nahm zu, neue The-
menfelder, wie zum Beispiel die Das Statistische Bundesamt infor- vierten, von etwas mehr als 40 %
meldeten sich monatlich ein Viertel
miert über die Studierenden- und auf fast die Hälfte (Abbildung 3).
bis ein Fünftel der arbeitslosen Geoinformationssysteme, gewan-
Absolventenzahlen des Faches
Geographen aus der Arbeits- nen an Gewicht.
Geographie. Eine zusätzliche fach- Als Abschlüsse gesondert aus-
losigkeit in Erwerbstätigkeit ab.
liche Differenzierung gibt es hier gewiesen werden in der Statistik

5 6
Abbildung 2 die Wirtschaftsgeographen und die lichkeiten, Vertiefungsgebiete oder
Geoökologen. Jedoch finden sich Nebenfach-Kombinationen zu wäh-
Anzahl der Studienanfänger in Geographie wächst
hier insgesamt sehr niedrige abso- len, führen zu unterschiedlichen
lute Zahlen: 2003 wurden 29 Ab- Profilen, die die Weichen für den
schlussprüfungen in Wirtschafts- Berufseinstieg stellen. Die Liste der
4.989
geographie notiert, 194 in Geoöko- möglichen Nebenfächer ist lang.
4.498
logie. Auch hier lag der Frauen- Die Möglichkeiten der Neben-
4.139 anteil bei etwa der Hälfte. fachauswahl variieren von Hoch-
3.627 schule zu Hochschule. Welche
3.178
2003 schlossen die Geographen im Optionen sich hier auftun, zeigen
Durchschnitt nach 13 Semestern am ausführlichsten die Darstel-
ihr Studium ab und waren 28,4 lungen der Fachbereiche der ein-
Jahre alt. Die Regelstudienzeit liegt zelnen Hochschulen.
einschließlich der Diplomprüfung
Nebenfächer stellen die Weichen für
das berufliche Tätigkeitsfeld <<
bei neun Semestern. Die ersten
Bachelor- und Masterabsolventen
Wintersemester 99/00 00/01 01/02 02/03 03/04
der Fachrichtung Geographie ver- Je nachdem, ob ein Geograph sich
Quelle: Statistisches Bundesamt ließen 2002 die deutschen Hoch- hier eher auf die naturwissen-
© 2005, BA-AMS

schulen (2003: 2,7 % der Prüfun- schaftlichen Themenfelder konzen-


gen). triert oder seinen Fokus auf sozial-
oder wirtschaftswissenschaftliche
In den vergangenen fünf Jahren lag Fragestellungen legt, trifft er aus
die Zahl der Lehramtsabsolventen den vielen Einsatzfeldern eine
jährlich etwa bei 500 (alle Schul- Vorauswahl für seine spätere
formen). Auch unter den angehen- berufliche Orientierung. Die Kieler
Abbildung 3
den Lehrern stellten die Frauen Universität etwa listet 24 Gebiete
etwa die Hälfte. auf: Angewandte Systemökologie,
Steigender Anteil der Geographinnen unter den Absolventen
Betriebswirtschaftslehre, Boden-
Alle Absolventen
Bemerkenswert bei den Geogra- kunde, Botanik, Chemie, Geologie,
1.727 1.730
1.665
1.750
1.704
Weibliche Absolventen
phen ist die unterdurchschnittliche Geophysik, Informatik, Land-
Abbrecherquote. Während die Stu- schaftsentwicklung, Limnologie,
dienabbrecherquote in den Natur- Medienwissenschaft und Kultur-
wissenschaften durchschnittlich bei management, Meteorologie, öffent-
26 % lag (Studienabbruchstudie liches Recht - Schwerpunkt Raum-
893
853 2005), lag der Wert bei den Geo- planungsrecht, öffentliches Recht -
821 787
746
graphen bei 19 %. Dieser Wert Schwerpunkt Wirtschaftsverwal-
deutet darauf hin, dass es sich tungsrecht, Ozeanographie, Politi-
beim Geographie-Studium oft um sche Wissenschaft, Psychologie,
ein von Interesse geleitetes Stu- Soziologie, Statistik, Ur- und
dium handelt. Frühgeschichte, Volkswirtschafts-
lehre, Volkswirtschaftslehre mit
1999 2000 2001 2002 2003
Geograph ist nicht gleich Geo- Schwerpunkt Regionalwissen-
Quelle: Bundesagentur für Arbeit © BA-AMS
graph. Die unterschiedlichen Mög- schaft, Wasserwirtschaft, Zoologie.

7 8
Einen klaren inhaltlichen Schwer- rücksichtigt. Gezielte Geographen- benachbarten Berufsgruppen fallen teil der Architekten, die regulär er-
punkt im Studienverlauf zu setzen, Befragungen einzelner Hochschul- in dieser Frage sehr unterschied- werbstätig waren, auf 70 %, der
stärkt das Profil eines Geographen. standorte wurden zuletzt Ende der lich aus. Honorartätigkeitsanteil nahm leicht
Gleichzeitig gilt es bei dieser Spe- 90er Jahre durchgeführt. zu. Unter den Bauingenieuren der
zialisierung - etwa als physischer Für die Zeit unmittelbar nach dem TU Dresden entwickelte sich der
Geograph - zu bedenken, dass in In ihren regelmäßigen Befragungen Examen, zwölf Monate danach und Anteil der Beschäftigten in regulä-
den späteren Anwendungsberei- richtet die Technische Universität zwei Jahre danach, gaben gut die rer Erwerbstätigkeit ähnlich wie der
chen durchaus Wechselwirkungen (TU) Dresden ihren Blick auf Hälfte der Geowissenschaftler an, bei den Architekten (47,1 %,
bestehen: Verkehrsplanung kann ausgewählte Fachbereiche und dass sie einer regulären Erwerbs- 64,4 % und 79,1 %). Jedoch waren
nicht ohne Umweltschutzbelange den Berufsübergang ihrer Absol- tätigkeit nachgingen (54,9 %, 54 %, nur sehr wenige Bauingenieure mit
betrieben werden, Tourismusförde- venten. Geowissenschaftler sind in 57,1 %), während fast keine Hono- Honorartätigkeiten betraut (2,9 %,
rung muss auch an ökologische der 2004 veröffentlichten Son- rarbeschäftigungen vorlagen (2 %, 0 % und 1,5 %). Deutlich höher als
Nebenwirkungen denken. Vernetz- derauswertung der Absolventen- 0 %, 0 %; vgl. Abbildung 4). Auch in den bisher genannten
tes Denken, interdisziplinäre Arbeit studien von 2000-2003 berück- bei den Architekten gab mehr als Berufsgruppen war der Anteil der
und fundierte Methodenkenntnisse sichtigt. Innerhalb der Dresdener die Hälfte an, dass ihre Be- regulären Erwerbstätigkeit bei den
sowie ein frühzeitiger Praxisbezug Fakultät Forst-, Geo- und Hydro- schäftigung nach dem Examen Psychologen (73,5 %, 74,3 % und
können sich als Erfolgsfaktoren für wissenschaften sind die Geowis- eine reguläre Erwerbstätigkeit war. 83,6 %) und bei den Wirt-
den Berufsübergang herausstellen. senschaften differenziert in Geo- Allerdings stellten die Architekten schaftswissenschaftlern (71,2 %,
graphie, Geodäsie und Kartogra- unmittelbar nach dem Examen 85,5 % und 95,7 %). Absolventen
phie. Insofern können aus dieser einen höheren Anteil an Honorar- dieser Studiengänge fällt damit der
Absolventenbefragung, auch wenn tätigkeiten, und zwar 15,6 %. Einstieg in reguläre Beschäftigung
Vom Studium ins Gleichzeitig stieg in den beiden deutlich leichter. Darauf deutet
Berufsleben sie nur einen Hochschulstandort
betrifft, Hinweise auf den Berufs- Jahren nach dem Examen der An- teilweise auch der geringe Anteil an
übergang für Geographen heraus-
Absolventenbefragungen liefern gelesen werden. Der Seitenblick
Einblicke, wie der Übergang vom auf die Ergebnisse benachbarter Abbildung 4
Studium ins Erwerbsleben erfolgt. Fachrichtungen – Architektur, Bau- Berufseinstieg schwierig:
Sie quantifizieren Aussagen ingenieurwesen, Wirtschaftswis- Geringer Zuwachs regulärer Erwerbstätigkeit bei Geowissenschaftlern
darüber, welche Beschäftigungs- senschaften – unterstreicht oder re-
100%
form sich an das Ende des Studi- lativiert den Wert einzelner Geowissenschaftler

ums anschließt, welche Bewer- Antworten der Geowissenschaftler. Architekten


80%
bungswege erfolgreich sind oder Bauingenieure
welches Wissen am Arbeitsplatz Auskunft erteilten die Befragten zu Psychologen
60%
gefragt ist oder den Kandidaten in ihrer ersten Erwerbstätigkeit nach Wirtschaftswissenschaftler
ihrer Fachausbildung fehlte. Damit dem Studium und zu der Erwerbs-
40%
geben diese Befragungen für nach- tätigkeit zwölf und 24 Monate nach
folgende Bewerber wichtige Hin- Studienabschluss. Je höher der
weise. Anteil der regulären Erwerbstätig-
20%

keit zu einem frühen Zeitpunkt


Da die Berufsgruppe der Geogra- nach dem Examen liegt, desto eher 0%
Nach dem Examen 12 Monate nach dem 24 Monate nach dem Nach dem Examen 12 Monate nach dem 24 Monate nach dem
phen sehr klein ist, wird sie kann der Berufseinstieg als leicht Examen Examen Examen Examen
Reguläre Erwerbstätigkeit Honorartätigkeit
allerdings bei den großen bun- angesehen werden. Die Werte für
desweiten Befragungen kaum be- die Geowissenschaftler und die Quelle: TU Dresden © 2005, BA-AMS

9 10
befristeten Beschäftigungen in die- senschaftler mittelfristig betrachtet Abbildung 5
sen Berufsgruppen hin. Nach 24 sehr ausgewogen.
Arbeitgeber vorwiegend aus der Wirtschaft
Monaten hatten nur 11,2 % der Viele Geowissenschaftler arbeiten im öffentlichen Dienst
Wirtschaftswissenschaftler einen Geographen, die ihr Vertiefungsge-
befristeten Arbeitsvertrag, jedoch biet eher in raumplanerischer Rich- 100%
52,4 % der Geowissenschaftler. tung gewählt haben, werden in den Geowissenschaftler
Architekten
Trotzdem ist auch unter den Beschäftigungsanteilen näher bei 80%
Bauingenieure
Geowissenschaftlern in der Frage den Architekten liegen. Die sozial- Psychologen
60%
der befristeten Beschäftigung in und wirtschaftswissenschaftlich Wirtschaftswissenschaftler
den ersten beiden Berufsjahren ausgerichteten Geographen wer- 40%

eine Verbesserung zu notieren. Es den eher Parallelen zu den Wirt-


20%
waren nach zwei Jahren nur noch schaftswissenschaftlern finden. Der
gut die Hälfte befristet beschäftigt – Anteil der Architekten in Hoch- 0%

unmittelbar nach dem Examen lag schule und Forschungseinrichtun- Nach


Examen
12 Monate
nach
24 Monate
nach
Nach
Examen
12 Monate
nach
24 Monate
nach
Nach
Examen
12 Monate
nach
24 Monate
nach
dieser Wert bei mehr als 70 %. gen ist gegenüber den Geowissen- Examen Examen Examen Examen Examen Examen

Hochschule und Forschung Öffentlicher Dienst Wirtschaft


schaftlern unmittelbar nach Stu-
>> Unternehmen beschäftigen Geowissen- dienende halb so groß (10 %) und
schaftler so häufig wie der öffentliche Dienst geht in der Folge weiter zurück,
Quelle: TU Dresden
© 2005, BA-AMS

Die Absolventenstudie nimmt eine während er bei den Geowissen-


sehr grobe Untergliederung vor, schaftlern in den ersten Berufs- Für Architekten war der öffentliche Sicht weiter beizupflichten. Be-
was den Beschäftigungsbereich jahren relativ stabil bleibt. Noch Dienst ebenfalls eher selten Arbeit- trachtet man den hohen Anteil be-
nach dem Studium angeht. Unter- geringer ist der Anteil der Wirt- geber. 8 % der Dresdener Absol- fristeter Beschäftigungen der Dres-
schieden wird hier nur in Hoch- schaftswissenschaftler, die in den venten waren hier zwei Jahre nach dener Geowissenschaftler am An-
schule/Forschungsinstitute, öffentli- ersten beiden Jahren nach dem ihrem Examen beschäftigt. Ar- fang ihres Berufslebens, so befin-
che Verwaltung/Behörde und Wirt- Examen einer Beschäftigung in chitekten gaben zu mehr als der den sich viele unter anderem we-
schaft. Die Geowissenschaftler ga- Hochschule und Forschungsein- Hälfte (53,3 %) und Bauingenieure gen der Befristung in einer Über-
ben zu gut einem Fünftel an, an der richtungen nachgehen. Der Anteil zu mehr als zwei Dritteln (69,4 %) gangssituation (71,7 %, 67,3 %,
Hochschule und in Forschungs- liegt zunächst bei 8,5 % und sinkt einen Arbeitsplatz in der Wirtschaft 52,4 % - vgl. Abbildung 6).
einrichtungen zu arbeiten. Dieser auf 3,4 % (vgl. Abbildung 5). an. Bei den Wirtschaftswissen-
Anteil ging in den ersten beiden schaftlern betrug dieser Anteil mehr Inwiefern die in den 90er Jahren oft
Jahren nach Studienabschluss Auch der öffentliche Dienst stellt als vier Fünftel (83,1 %). Die beklagte mangelnde Berufs-
leicht zurück und lag 24 Monate nach der Dresdner Absolventen- unterschiedlichen Gewichtungen orientierung im Studium mitt-
nach dem Examen bei 19 %. Im studie für die Wirtschaftswissen- können Orientierung bieten bei der lerweile tatsächlich behoben ist
gleichen Zeitraum stieg der Anteil schaftler nur einen geringen Ar- Suche nach potenziellen Arbeit- oder ohnehin nur von den Leh-
derjenigen, die im öffentlichen beitgeberanteil. Mit 7,9 % waren gebern. renden behauptet wird, könnte
Dienst beschäftigt waren, von zwei Jahre nach dem Examen we- letztendlich nur eine neue
28,6 % auf 38,1 %. In der nige Wirtschaftswissenschaftler in „Der Weg zur ‚endgültigen’ berufli- Absolventenbefragung unter Geo-
Wirtschaft waren zunächst 32,7 % der öffentlichen Verwaltung und in chen Tätigkeit, bei der man bleiben graphen aller deutschen Hoch-
der Geowissenschaftler tätig. Behörden tätig. Mit 38,1 % lag der will, verläuft mit Wartezeiten und schulen beantworten. Blicke in die
Dieser Anteil stieg auf ebenfalls Wert für die Geowissenschaftler zumeist über mehrere Stationen,“ Veranstaltungsverzeichnisse der
38,1 %. Damit war das Verhältnis fast fünfmal höher. bekundete eine Geographin in der Geographen lassen Veränderun-
dieser beiden Beschäftigungsbe- Kölner Verbleibsstudie aus dem gen in diese Richtung erkennen.
reiche für die Dresdener Geowis- Jahr 1999. Dem ist aus heutiger

11 12
Abbildung 6 neue kamen hinzu. Die nachfol- der verschiedenen Transportmittel,
Viele Geowissenschaftler beginnen ihr Berufsleben mit einer befristeten Beschäftigung
gende Darstellung von Tätigkeits- Datenerhebungen und -auswertun-
feldern für Geographen gibt einen gen, aber auch Kostenkalkulati-
71,7 %
Eindruck von der Vielfalt ihrer onen.
Erste Tätigkeit nach dem Examen
67,3 %
12 Monate nach dem Examen
Möglichkeiten.
24 Monate nach dem Examen 59,1 %

52,4 % 53,3 % Umweltschutz/Naturschutz


51,5 %
48,8 % Stadt- und Regionalplanung,
Verkehrsplanung Ein Geograph mit inhaltlichem
38,5 % 37,0 %
34,6 % Schwerpunkt in Fragen der Land-
28,9 % In ihrem Studium befassen sich schaftsentwicklung und Botanik ist
24,8 % 24,2 %
21,0 % Geographen mit Fragen der fachlich qualifiziert für eine Tätig-
Raumplanung und des Verkehrs. keit im Natur- und Landschafts-
11,2 %
Mit diesem Fachwissen ist die öf- schutz. Initiativen und Vereine kön-
fentliche Verwaltung mit der Flä- nen hier ebenso Arbeitgeber sein
Geowissenschaftler Architekten Biologen Wirtschaftwiss. Psychologen
chennutzungsplanung, der Grün- wie Naturschutzbehörden oder Um-
flächenplanung und der Städte- weltämter. Die Landschaftspflege,
Quelle: TU Dresden 2004 © 2005, BA-AMS
bauförderung ein traditionelles die Verwaltung von Schutzgebieten
Einsatzgebiet von Geographen. und die außerschulische Umwelt-
Auch private Planungsbüros zählen bildung sind Aufgabenbereiche, bei
Auffällig erscheint in der Rück- Berufsfelder für dazu. denen insbesondere Biologen zur
schau, mit welchem Nachdruck Geographen Bewerberkonkurrenz zählen. Lange
noch 1998 formuliert wurde, dass In diesem Tätigkeitsfeld stehen die Zeit lebte der Teilmarkt im Bereich
Arbeitgeber nichts mit Geographen Geographen in Konkurrenz zu den der Umweltinitiativen auch von
Die Ausbildung von Geographen ist Vermessungs- und Bauingenieur- befristeten Tätigkeiten, die ins-
anzufangen wissen (vgl. BAUERT breit angelegt. Entsprechend viel-
1998). Damals resultierte daraus en. Die Arbeitgeber in diesem besondere über Arbeitsbeschaf-
fältig sieht das Spektrum der Ar-
der Vorschlag, eine Informations- Bereich fordern von den Be- fungsmaßnahmen (ABM) der Ar-
beitgeber aus, bei denen Geogra- werbern Kenntnisse im Bereich beitsagenturen finanziert wurden.
und Selbstdarstellungskampagne phen eine Beschäftigung finden –
durchzuführen. Ob das Jahr der Standortplanungen, das Erarbeiten In dem Maße, wie hier die För-
sei es im öffentlichen Dienst oder in
Geowissenschaften 2002 ausrei- und Begleiten von Bebau- derungen finanziellen Kürzungen
der privaten Wirtschaft. Die ungsplänen, Vertragsvorbereitun- unterlagen, ist in den letzten Jah-
chend Aufmerksamkeit auch für die inhaltliche und methodische Qua-
Fachrichtung Geographie erzeugt gen und fundierte PC-Kenntnisse in ren die Zahl dieser Stellen zu-
lifikation von Geographen kann an
hat, kann an dieser Stelle nicht Fachanwendungen und der üb- rückgegangen.
vielen Stellen im Arbeitsleben lichen Bürosoftware.
beleuchtet werden. Stellenofferten nützlich sein. Interessant sind sie
für Geographen sind vielfältiger Einen Schwerpunkt in Fragen der
für Arbeitgeber, weil sie im Laufe
geworden. Das Allgemeinwissen Die planerische Kompetenz von Umwelt können Geographen je-
ihres Studiums und während ihrer Geographen kann auch in der Ver- doch in der Umweltberatung etwa
darüber, was denn ein Geograph Praktika in verschiedene The-
eigentlich macht, lässt jedoch kehrsplanung von Wert sein. Hier bei Verbraucherinitiativen oder in
menbereiche hineingeschaut ha-
weiter zu wünschen übrig. sind die Arbeitgeber Bahnunter- größeren Unternehmen finden.
ben und es gewohnt sind, inter- nehmen, Verkehrsverbünde oder Hinzuzuzählen sind auch Aufgaben
disziplinär zu arbeiten. In den ver-
Stadtverwaltungen. In der Perso- in Ver- und Entsorgungsunterneh-
gangenen Jahrzehnten sind zudem
nenbeförderung zählen zu den men, etwa im Abfallmanagement.
die Beschäftigungsfelder für Geo- Aufgaben Planungen im Bereich
graphen vielfältiger geworden,

13 14
Durchblick im Schienenverkehr Umweltschutz im Unternehmen als Sprungbrett
Er schätzt an Geographen vor allem, dass sie „Über-den-Tellerrand- Er muss einige Samstage und Abende opfern, aber davon abgesehen ist
Blicker“ sind. Und er kann das beurteilen, da er selbst Geograph ist. Thomas Schäfer sehr zufrieden mit seinem Arbeitgeber Ikea. Der 30-jäh-
Achim Overath vom VerkehrsVerband OstWestfalenLippe (VVOWL) mit rige Kölner mit Geographie-Diplom ist seit kurzem Leiter eines 50-köpfi-
Sitz in Bielefeld ist stellvertretender Geschäftsführer und somit einer der gen Kundenservice-Teams in der Kölner Filiale des schwedischen Möbel-
Personalentscheider bei dem Zweckverband, der sich um Aufgaben rund Riesen. Hier hat er einen raschen Aufstieg hingelegt, nachdem er als
um den Schienenpersonennahverkehr in der Stadt Bielefeld und den vier „Teamleiter Green“ zuerst Umweltarbeit für das Einrichtungshaus in
benachbarten Kreisen Minden-Lübbecke, Herford, Lippe und Gütersloh Saarlouis geleistet hat, sich unter anderem um den Verbleib zurückge-
kümmert. nommener Ware kümmerte. Doch diese Aufgabe forderte ihn zu wenig.
Fünf Geographen und eine Geographin sind für den VVOWL tätig, in den „Meine jetzige Arbeit hat zwar nicht mehr soviel mit meinem Geographie-
Bereichen Verkehrs- und Tarifplanung für Schienen- und Busverkehr, Studium zu tun“, sagt Schäfer. „Aber dafür füllt sie mich aus. Das zeigt,
aber auch im Controlling, im Marketing oder als Koordinatoren. Sie wie flexibel und vielfältig einsetzbar Geographen sind. Man trifft sie über-
arbeiten daran mit, dass die täglich mehr als 39.000 Fahrgäste mit den all. Auch bei Ikea bin ich schon einigen begegnet.“
19 Nahverkehrslinien immer besser, pünktlicher und bequemer ans Ziel
kommen. Momentan sind beim VVOWL lauter „normale“ Geographen 1994 nahm Schäfer sein Studium in Köln auf, 2001 machte er seinen Ab-
beschäftigt, doch es waren auch schon Wirtschafts- und Fremden- schluss. Schon während der Studienzeit nahm er Kontakt mit der Opel-
verkehrsgeographen unter den Angestellten. Sie kümmern sich um Aus- AG auf, absolvierte ein Praktikum bei dem Autohersteller und auch seine
schreibungen von Verkehrsleistungen, gestalten Tarife und Fahr- Diplomarbeit zum Thema Produktentwicklung und umweltbezogene Be-
ausweise, befassen sich mit Qualitätssicherung und planen die Infra- wertungsverfahren. Anschließend blieb er als Praktikant und suchte von
struktur des Schienenverkehrs in OWL, zum Beispiel, wo neue Halte- dort aus nach einer festen Stelle: „Bei Opel selbst war nichts zu machen.“
stellen eingerichtet werden. Außerdem bewegen sie sich im politischen Doch ansonsten wurde er durchaus umworben. Eine Stelle als Umweltof-
Raum, präsentieren zum Beispiel neue Konzepte in Rat- und fizier auf einem großen Kreuzfahrtschiff konnte er aus privaten Gründen
Ausschusssitzungen. nicht antreten. Schließlich wurde Schäfer von einer bekannten Unterneh-
mensberatungsfirma eingestellt, kümmerte sich dort um Umweltdienst-
“Ich will nicht sagen, dass Geographen Alleskönner sind“, sagt Overath, leistungen, Zertifizierungen und Ähnliches. Ein Jahr blieb er. „Doch die
der zudem Geschäftsführer der Minden-Herforder-Verkehrsgesellschaft Arbeit war mir zu strukturorientiert.“ Das Angebot von Ikea kam zur
(MHV) ist, bei der ebenfalls Geographen beschäftigt sind. „Aber sie sind
gut darin, sich auf neue Aufgaben einzulassen. Beim VVOWL hat jeder rechten Zeit.
Geograph sein Arbeitsfeld bestens im Griff.“ Die Ansprüche des VVOWL
an die Qualifikationsprofile von Geographen beschreibt Overath so: „Uns „Geographen wissen oft nicht, wo sie nach dem Studium landen wollen
ist wichtig, dass sie eine Grundberufserfahrung im Bereich Verkehr oder können“, sagt Schäfer, der sich erst für einen Magisterstudiengang
mitbringen. Das war bei all meinen Geographen-Kollegen der Fall. Und Soziologie eingeschrieben hatte und dann lieber auf ein „handfestes“
sie sollten bereits im Bewerbungsgespräch den Eindruck machen, dass Studienfach umschwenkte. „Ihr Vorteil ist, dass sie – anders als in vielen
sie sehr selbstständig arbeiten können. Das ist bei einem kleinen anderen Fachrichtungen – während des Studiums lernen, sich selbst und
Verband wie dem VVOWL besonders wichtig. Außerdem sollten sie sich Inhalte zu präsentieren. Das hilft bei der Stellensuche enorm.“ Einen
präsentieren und nach außen gut darstellen können. Da braucht es fast Nachteil bei der Stellensuche sieht Schäfer darin, dass Arbeitgeber mit
schon Thomas-Gottschalk-Qualitäten. Aber darauf werden Geographen dem Qualifikationsprofil von Geographen oft nicht viel anfangen können.
im Studium bestens vorbereitet, das weiß ich aus eigener Erfahrung.“ „Die muss man dann von seinen Qualitäten überzeugen.“ Ist der Erstein-
Fachkenntnisse in speziellen geographischen Technologien, etwa GIS, stieg erst einmal geschafft, „werden spätere Bewerbungen nicht sofort
sind beim VVOWL nicht von Bedeutung: „Der Einsatz lohnt sich für uns zur Seite gelegt“.
nicht.“
Für seinen aktuellen Job musste Schäfer sich Einiges aneignen, was im
Theoretisch könnten sich auch Betriebs- oder Verkehrswirte, Verkehrs- Studium nicht vorkam: kaufmännisches Wissen etwa und Führungsqua-
ingenieure oder Raum- und Städteplaner statt Geographen um die litäten. Trotzdem ist er der Meinung, dass jedes wissenschaftliche Stu-
Aufgaben kümmern, die beim VVOWL anfallen. „Und üblicherweise
achten wir auch auf ein breites Mitarbeiterspektrum; dass es momentan dium gut aufs Berufsleben vorbereitet. „Und das, was man wirklich
vor allem Geographen sind, ist eher Zufall.“ Aber dann doch wieder nicht braucht, lernt man ohnehin erst im Arbeitsleben.“ Geographie-Studenten
nur Zufall: „Verkehrsingenieure zum Beispiel sind nun einmal nicht so gibt Schäfer den Tipp, so früh wie möglich Kontakt zu Arbeitgebern zu
flexibel einsetzbar wie Geographen, glänzen eher mit technischen Kennt- suchen: „Dann weiß man, was auf einen zukommt – zumal die vermeint-
nissen als mit Allrounder-Qualitäten.“ Sich immer wieder auf neue lich typischen Arbeitsplätze an der Uni oder an Instituten rar gesät sind.“
Aufgaben und Situationen einstellen und Menschen überzeugen zu Er selbst sieht seine Praktika bei Opel als „den wichtigsten Schritt meiner
können, das sind für Overath typische Geographen-Talente. Karriere.“ Ganz wichtig sei außerdem, Flexibilität zu zeigen: „Die muss
schon im Lebenslauf erkennbar sein.“

15 16
Wirtschaftsförderung Praxiserfahrung zählen zu den Traumjob im Tourismus
häufig genannten Anforderungen Ihre bislang umfangreichste Aufgabe hat Miriam Magnus 2004 bewältigt.
Um die wirtschaftliche Entwicklung der Arbeitgeber. Neben den Geo- Während der Landesgartenschau in Trier baute sie den Infopoint auf und
in ihrer jeweiligen Region zu unter- graphen können auch Betriebswirte betreute ihn während der sechs Monate dauernden Veranstaltung.
Damals war die 28-Jährige für dieses Gemeinschaftsprojekt der
stützen, führen Bundesländer oder in ihrem Studium einen Schwer- Landesgartenschau und mehrerer Touristik-Gesellschaften bei der
Teilregionen und Kommunen Maß- punkt im Thema Tourismus wäh- Tourist Information Trier angestellt. Mittlerweile arbeitet sie bei der
nahmen der Wirtschaftsförderung len. Sie können damit als Mitbe- Mosellandtouristik GmbH. „Mein Traumjob!“, schwärmt die junge Frau,
durch. Neue Unternehmen anzu- werber bei Stellen im Fremdenver- deren Ziel von Beginn an der regionale Tourismusbereich war. Die Arbeit
siedeln, die bestehende Struktur zu kehr gesehen werden. bei einem Reiseveranstalter oder im Eventmarketing – auch mögliche
Arbeitsbereiche für Fremdenverkehrsgeographen – hätte sie weniger
stärken, Gewerbeflächen zu ver- interessiert. Als typische Geographin würde sie sich nicht bezeichnen:
markten oder wirtschaftliche Clus- Sozial- und Marktforschung „Ich bin im Grunde eher im Kaufmännischen zuhause als in der
ter zu bilden, stehen im Zentrum Geographie.“
der Aktivitäten. Institutionell sind Um ihren Markt zu kennen, die
Studiert hat sie angewandte Geographie/Fremdenverkehrsgeographie an
die Wirtschaftsförderer an die öf- Produktangebote neu auszurichten der Universität Trier, machte dort 2003 ihr Diplom. Während des Studi-
fentlichen Arbeitgeber angegliedert oder das Unternehmen zu vergrö- ums absolvierte sie in Hamburg und in Münster Praktika im Tourismusbe-
oder als GmbH aufgestellt. Überall ßern, betreiben heute die meisten reich. Als sich der Berufseinstieg schwieriger gestaltete als gedacht, ab-
bieten sich hier für Geographen Unternehmen Marktforschung. Ob solvierte sie ein weiteres Praktikum im Counterbereich der örtlichen Tou-
Einsatzbereiche, in denen sie ihr in der Telekommunikation oder im rist-Information. Eine Erfahrung, die Miriam Magnus nur jedem angehen-
den Fremdenverkehrsgeographen empfehlen kann: „Der Counterbereich
wirtschaftsgeographisches Fach- Gesundheitswesen, in der Nah- ist ein sehr guter Einstieg, man lernt viel über Kunden- und Außenkon-
wissen nutzen können. rungsmittelbranche oder bei Versi- takte. Und die Praktika waren für mein Berufsleben wichtiger als das Stu-
cherungen – die auf diese Weise dium selbst“, sagt sie. Trotzdem war die Zeit an der Universität keine
gewonnenen Informationen sollen vertane: „Abgesehen vom Hintergrundwissen habe ich an der Uni ver-
mittelt bekommen, Verantwortung zu übernehmen – vor allem für mich
Fremdenverkehr/Tourismus helfen, die Unternehmensentwick- selbst. Außerdem habe ich im Studium gelernt, vernetzt zu denken.“
lung zu steuern. Große Unter-
Fremdenverkehr ist im Zeitalter des nehmen haben oft eigene Marktfor- Miriam Magnus’ Kollegen bei der Moselland-Touristik GmbH sind eben-
Massentourismus ein wichtiger schungsabteilungen. falls Geographen oder Reisekaufleute. Sie selbst ist für Buchungen zu-
Wirtschaftszweig in Deutschland Marktforschungsunternehmen ar- ständig, stellt Pauschalangebote zusammen und kümmert sich um die
Organisation von Veranstaltungen wie etwa Tourismusmessen. In ihrer
und weltweit. Tourismus wird noch beiten meist für verschiedene noch kurzen Karriere musste sie sich schon mehrere Fähigkeiten aneig-
immer als Wachstumsmarkt ange- Branchen. Auftraggeber sind nicht nen, die im Studium keine Rolle spielten: „Zum Beispiel den Umgang mit
sehen. Verkehrsämter, Fremden- nur Unternehmen, sondern auch Kunden, die ganz alltäglichen Arbeitsabläufe wie die Korrespondenz, den
verkehrsverbände, große Reise- politische Parteien, öffentliche Ver- Aufbau einer Rechnung oder das Schreiben eines Angebots. Alles Prak-
tische eben.“
veranstalter oder die Deutsche waltungen oder Medien. Geogra-
Zentrale für Tourismus sind hier phen sind für diesen Aufgabenbe- Die junge Geographin weiß, dass sie Glück gehabt hat, so schnell eine
potenzielle Arbeitgeber. Standort- reich gut qualifiziert, wenn sie ei- Stelle in dem von ihr bevorzugten Bereich gefunden zu haben, sei es
analysen, Marktforschung und nen sozial- und wirtschaftswissen- auch erst einmal nur eine befristete. „Eine meiner Kommilitoninnen war
Fremdenverkehrsmarketing können schaftlichen Studienschwerpunkt ein Jahr auf Stellensuche, ein anderer Studienkollege aus der Fremden-
verkehrsgeographie arbeitet inzwischen als Lehrer.“ Ihre Tipps für Studie-
zu den fachlichen Einsatzgebieten gewählt haben. Oft geben pro- rende und Absolventen: „Man sollte schon während des Studiums soviel
zählen. Auch der Aufbau und die jektgebundene Jobangebote Stu- Berufserfahrung sammeln, wie es nur eben geht, auf jeden Fall mehr als
Organisation von Tourismusbüros dierenden die Möglichkeit, in die- die vorgeschriebenen zwei Praktika absolvieren. Und wer auf die Suche
machen in diesem Wirtschaftsbe- ses Berufsfeld hineinzuschnup- nach Nebenjobs geht, sollte darauf achten, dass sie berufsbezogen sind.
Ein sehr guter Einstieg sind Aushilfsstellen in Tourist-Informationen wäh-
reich die Standardaufgaben aus. pern, erste Berufserfahrung zu rend der Ferienzeit.“
Ökonomische und juristische sammeln und Kontakte für die
Kenntnisse, Fremdsprachen und spätere Arbeitssuche zu knüpfen.

17 18
Mit Marktforschung in Führung gehen Unternehmensberatung/Politik- how können jedoch gerade Geo-
Mit dem Wirtschaftsgeographie-Diplom in der Tasche war Helge beratung graphen zu den geeigneten Fach-
Scheunemann 1994 nach mehreren Blindbewerbungen in der glücklichen leuten in Immobilienunternehmen
und für Geographen seltenen Lage, drei Jobs zur Auswahl zu haben. Der „Mit dem Consulting hat sich in den machen. Ob es darum geht, ein
Lübecker entschied sich schließlich für Jones Lang LaSalle, eines der
weltweit führenden Immobilienmakler- und -berater-Unternehmen, das letzten 20 Jahren ein interessanter Gelände so umzugestalten, dass
seinen Stammsitz in Chicago und einen seiner deutschen Firmensitze in Arbeitsmarkt eröffnet, den bei der es im Wert steigt, nachdem der
Hamburg hat. Dort hat es Scheunemann inzwischen zum Leiter Re- Konzeption der Diplom-Studien- Boden von Altlasten gereinigt wur-
search Deutschland gebracht. Als interner Dienstleister erarbeitet er mit gänge (…) niemand erwarten konn- de, oder ein neues Nutzungskon-
seinem siebenköpfigen Team, das an mehreren Standorten in te“ (ARING 2004). Dies ist ein Bei- zept für Einkaufszentren zu ent-
Deutschland verteilt ist, Marktreports und -analysen für gewerbliche
Immobilien, nutzt dabei verschiedene Datenbanken und erstellt spiel für die Veränderungen, die wickeln, Marketingmaßnahmen zu
Umfragen. sich im Laufe der Jahre in den Ein- konzipieren – Geographen können
satzmöglichkeiten für Geographen hier von ihrer breit angelegten
Marktforschung war schon früh im Studium sein wichtigstes Interes- ergeben haben. Oft ist die Tätigkeit Qualifikation profitieren. Und ihre
sengebiet. In seinem Job kann der 37-Jährige das während des Studi-
ums angeeignete Wissen – statistische Kenntnisse, Fragebogenkon- in einer Unternehmensberatung Fähigkeit, interdisziplinär zu arbei-
zipierung, Präsentationsgeschick – immer wieder anwenden: „Ich komme eine wichtige Berufsstation, die je- ten, zahlt sich auch hier aus.
jeden Tag auf meine geographischen Wurzeln zurück“, sagt er. „Von doch nur für eine gewisse Zeit aus-
meiner Studienzeit an der Uni Kiel profitiere ich heute noch regelmäßig.“ geübt wird. Nicht zu unterschätzen
Auch vom Thema seiner Diplomarbeit, die er, damals noch zum ist die Anstrengung, die das Unter- Geo-Informationen
Erstaunen der meisten seiner Professoren, bei einem Lübecker
Industrieunternehmen absolvierte und in der es um Standortplanung für wegssein und die hohe Arbeitsbe-
Seminarzentren ging. „Zum Glück kam der Professor, der meine Diplom- lastung bedeuten. Dabei kann in Geo-Informationen haben in den
arbeit betreute, aus der Praxis und unterstützte mich nach Kräften.“ einer Unternehmensberatung die letzten Jahren enorm an Bedeu-
Entwicklung von neuen Nutzungs- tung gewonnen. Wenn raumbezo-
„Ganz zufällig“, sagt Scheunemann, „habe ich sehr gezielt studiert. Dabei
wusste ich zu Beginn gar nicht so genau, in welchem Bereich ich einmal konzepten, das Erarbeiten von gene Daten digital erfasst, analy-
landen würde. So geht es wohl vielen Geographen.“ Aus Interesse Marketingkonzepten, das von Un- siert und graphisch und textlich
besuchte er freiwillig Vorlesungen in Betriebswirtschaftslehre. „Dieses ternehmen oder öffentlichen Auf- dargestellt werden, spricht man von
Fach konnten wir damals nicht im Nebenfach studieren. Inzwischen ist traggebern an die Unternehmens- einem Geo-Informationssystem
das ja zum Glück möglich.“ Trotzdem musste er sich einige wirt- beratung ausgelagert wurde, oder (GIS). Es vereint eine Datenbank
schaftliche Kenntnisse, wie Finanzierung oder tiefere volkswirtschaftliche
Zusammenhänge, im Berufsleben aneignen: „In dieser Beziehung haben die Wirtschaftlichkeitsberechnung und die zur Bearbeitung der Daten
Geographen einige Lücken.“ Auch mit dem Thema GIS (Geoinfor- ein gutes Sprungbrett sein, um die nützlichen Methoden. Genutzt wer-
mationssysteme) wurde er erst im Job konfrontiert: „Während meines Unternehmensberatung zu verlas- den Geo-Informationssysteme, um
Studiums spielte GIS noch bei weitem keine so große Rolle wie heute.“ sen und in einem Tätigkeitsfeld in unterschiedlichsten Anwen-
Trotzdem hat Scheunemann keine Angst davor, dass junge Geographen
frisch von der Uni ihn überholen könnten: „In meinem Job als Leiter Fuß zu fassen, das mit gerade die- dungsbereichen Informationen zu
Research habe ich Personal- und Budgetverantwortung und bin für die sem Aufgabenfeld verbunden ist. generieren, die Entscheidungspro-
gesamte Abteilungsorganisation zuständig. Es kommt besonders auf zesse unterstützen können. Bei-
Führungsqualitäten an. Und die bringt bei weitem nicht jeder mit, der spiele sind Grünflächeninformati-
fachlich auf dem neuesten Stand ist.“ Immobilienwirtschaft onssysteme, Baumkataster, Spiel-
Studienanfängern würde Scheunemann den Tipp geben, von Anfang an platzkataster, Umweltdatenbanken,
auch Wirtschaftskurse zu belegen, GIS- und Präsentationskenntnisse zu Eine eindeutige Ausbildung, um in wie sie etwa das Umweltbundes-
erwerben und schon während des Studiums möglichst viele und der Immobilienwirtschaft tätig zu amt pflegt, oder Geo-Informations-
möglichst verschiedenartige Praktika zu absolvieren: „Zum Beispiel in der sein, gibt es nicht. Fachkenntnisse systeme in der Tourismuswirtschaft
öffentlichen Verwaltung und in der freien Wirtschaft, um früh die
Unterschiede kennenzulernen.“ Außerdem rät er Studierenden in der in der Stadt- und Raumplanung, oder im Gesundheitswesen.
Schlussphase, eine praxisbezogene Diplomarbeit zu verfassen „und zwar Marketingwissen und -erfahrung
eine, die auch außerhalb der Universität auf Interesse stößt.“ und betriebswirtschaftliches Know-

19 20
Geographen können einen Arbeits- den derzeitigen Stelleninhabern Entwicklungszusammenarbeit sen wird, dass nur männliche Be-
platz in den Bereichen finden, in nicht wahrscheinlich. Das ist aus werber Einstellungsaussichten ha-
denen diese Systeme zum Einsatz einer Äußerung zu schließen, die Ein überaus interessantes Betäti- ben. Einen Einblick in Projekte und
kommen, ebenso können aber der Leiter der Abteilung Geo- gungsfeld für Geographen kann die Stellenofferten der Entwicklungs-
auch Geographen mit den entspre- graphie und Karthographie der Entwicklungszusammenarbeit sein. zusammenarbeit liefert zum Bei-
chenden EDV-Kenntnissen in Soft- Westermann Schulbuchverlags Verschiedene Initiativen und Orga- spiel die Deutsche Gesellschaft
warefirmen bei ihrer Entwicklung GmbH 2002 gegenüber dem Uni- nisationen entsenden von Deutsch- für Technische Zusammenarbeit
mitwirken. Häufig werden sie auch Magazin machte. land aus projektgebunden Mitar- (GZT). Auch bei anderen Trägern
gesucht, um den Vertrieb dieser beiter in Länder Asiens, Afrikas, wie dem Deutschen Entwicklungs-
Produkte voranzutreiben. Zu den Lateinamerikas, aber auch Mittel- dienst (DED), dem Evangelischen
Aufgaben zählen im Einzelnen die Hochschule und Forschung und Osteuropas. Es handelt sich Entwicklungsdienst (EED) oder der
Erstellung des Pflichtenheftes ei- immer um befristete Aufgaben. Da- Gesellschaft Internationale Weiter-
nes Geo-Informationssystems, oft Lange Zeit war auch die Forschung bei kann ein GIS-Experte genauso bildung und Entwicklung (InWent)
inklusive der Programmierung, Ver- als klassisches Einsatzgebiet von gesucht sein wie jemand, der sich gibt es Informationen.
suchsaufbauten und die Entwick- Geographen angesehen. Dieser in Demographie und Statistik aus-
lung von Prototypen, aber auch die Stellenwert hat sich relativiert. kennt. Oft handelt es sich auch um
Marktbeobachtung und die Kom- Hochschulen und Forschungsin- Projekte der Wirtschaftsentwick-
munikation mit den Abnehmern. Mit stitute bieten heute oft nur befris- lung in Kombination mit Um- Die Lage auf dem
Reisetätigkeit ist die Installation vor tete Stellen an. Dabei kann es sich weltschutzfragen. Auch wenn es Arbeitsmarkt
Ort verbunden. Oder es geht da- einerseits um Doktorandenstellen um ein Projekt der Trinkwas-
rum, Handbücher zu erstellen und handeln, andererseits um Positio- seraufbereitung geht, kann ein
Nutzer zu schulen. nen für wissenschaftliche Mitar- Geograph gefragt sein: Von der Beschäftigtenstatistik
beiter, die bereits promoviert ha- Geländeuntersuchung bis hin zum
ben. Die Befristung resultiert zu- Kartographieren ist geographisches
Information und Dokumentation, meist daraus, dass es sich um Geographen gehören einer Berufs-
Fachwissen hilfreich. Auch Kon-
Verlage/Fachverlage Projektstellen handelt, die dritt- gruppe an, deren Spuren sich in
zepte des Landschaftsschutzes bei
mittelfinanziert sind. Je nach For- der Berufsstatistik verlieren. Wenn
der nachhaltigen Nutzung von Bo-
Die Sammlung und Dokumentation schungsschwerpunkt stehen die sie in Ingenieurarbeitsfeldern oder
denschätzen können in Entwick-
von Informationen spielt nicht erst Geographen bei diesen Stellen in in der Sozialforschung tätig sind,
lungsprojekten gefragt sein. Neben
seit der Einführung von GIS eine Konkurrenz zu benachbarten Fach- Managementaufgaben übernom-
dem notwendigen Fachwissen sol-
Rolle. Bereits zuvor waren Geo- richtungen, etwa der Geoinforma- men haben oder als IT-Experte
len Bewerber selbstverständlich
graphen in Verlagen gefragt bei der tik, dem Vermessungs- oder oder im Tourismusmarketing ar-
Fremdsprachenkenntnisse und oft
Herstellung von Landkarten und Agraringenieurwesen oder den So- beiten, sind, sofern der aktuelle
auch Berufserfahrung in der Ent-
Atlanten, in Archiven bei der Erfas- zialwissenschaften. Die (fach-)wis- Erwerbsberuf erfragt wird, statisti-
wicklungsarbeit oder in dem fach-
sung von raumbezogenen Informa- senschaftliche Befähigung, ein- sche Erhebungen zu Geographen
lichen Schwerpunkt mitbringen.
tionen oder in Bibliotheken. Dieser schlägige Programmierkenntnisse ungenau.
Interkulturelle Kompetenz ist ein
Einsatzbereich für Geographen ist und Datenbankwissen werden hier Stichwort, dass in Stellenangebo-
weiterhin gegeben. Unter dem Ein- ebenso selbstverständlich erwartet Oder sie sind als Geographen
ten der Entwicklungszusammenar-
fluss der neuen EDV-gestützten wie Fremdsprachenkenntnisse und statistisch ungenau in Berufsgrup-
beit ebenfalls immer wieder auf-
Möglichkeiten wird auch er sich Kommunikationskompetenzen. pen zusammengefasst, aus denen
taucht. Je nach Zielland kann es
verändern. Jedoch ist die Stellen- nur schwer berufsspezifische Aus-
wegen kultureller Unterschiede
zahl in diesem Arbeitsfeld be- sagen abzuleiten sind. Da es sich
auch sein, dass bereits in der Pro-
grenzt und eine Fluktuation unter bei den Geographen um eine ver-
jektbeschreibung darauf hingewie-
hältnismäßig kleine Berufsgruppe

21 22
handelt, deren geringe Anzahl zu Frauenanteil lag in der Gruppe der tig Beschäftigten um 7,7 % anstieg, 4,3 %, Stichtag 30. Juni 2004).
großen Fehlerquoten bei Stichpro- Naturwissenschaftler 1999 bei während die Gesamtzahl aller Insgesamt stellten die ‚anderen
benerhebungen (etwa dem Mik- 29 % und stieg auf 34 % im Jahr sozialversicherungspflichtig Be- Naturwissenschaftler’ 1,6 % aller
rozensus) führt, werden sie in der 2004 an. Bei allen abhängig schäftigten im Zeitraum von 1999 abhängig beschäftigten Akade-
Beschäftigtenstatistik mit anderen beschäftigten Akademikern lag der bis 2004 um 3,5 % zurückging (vgl. miker.
kleinen Berufsgruppen (Biologen, Frauenanteil nur leicht höher Abbildung 7).
Tipp: Geographen werden auch bei Stellen-
offerten für andere Fachrichtungen fündig <<
Agrarwissenschaftlern, Geowissen- (35,2 %). Nicht zu beantworten
schaftlern und Meteorologen) zu sind die Fragen, in welchem Teil- Aussagen darüber, in welchen
bereich unter den ‚anderen Natur- Branchen Geographen beschäftigt
>> Beschäftigtenzahl insgesamt ging zurück – wissenschaftlern’ dieser Zuwachs sind, bleiben wegen der gemein-
Eine weitere Besonderheit in der
Beschäftigtenstatistik der ‚anderen
Zahl der Akademiker stieg stattfand oder ob er sich gleich- samen Erfassung mit anderen Na- Naturwissenschaftler’ betrifft den
der Gruppe ‚andere Naturwis- mäßig verteilte. turwissenschaften unscharf. Be- Beschäftigtenanteil bei Verbänden,
senschaftler’ zusammengefasst. trachtet man die heterogene Parteien und Vereinen. In diesem
Dass diese statistische Zuordnung Auch die große Gruppe der Wirt- Gruppe als Einheit und vergleicht Segment liegt der Beschäftigten-
den sozialwissenschaftlich orien- schafts- und Sozialwissenschaftler sie mit der Gesamtheit aller sozial- anteil doppelt so hoch wie im
tierten Geographen nicht gerecht verzeichnete von 1999 bis 2004 ei- versicherungspflichtig beschäftig- Durchschnitt aller Akademiker
wird, kann hier nicht vertieft wer- nen Beschäftigtenzuwachs von ten Akademiker, so ist bemerkens- (6,1 % : 2,9 %). Hintergrund dieses
den. knapp 14 %, während die Ar- wert, dass die ‚anderen Naturwis- Wertes ist sicherlich das hohe
chitekten und Bauingenieure mit senschaftler’ in der Kategorie der Ausmaß an Lobbyarbeit, Anstel-
Für diese ‚anderen Naturwissen- einem Rückgang von gut 14 % Beschäftigung an Hochschulen und lungen bei Verbänden und Verei-
schaftler’ zusammen weist die Be- konfrontiert waren. Im Vergleich zu Bildungseinrichtungen einen fast nen unter Biologen, Geographen
schäftigtenstatistik im Zeitraum von diesen Veränderungen in einzelnen siebenfach höheren Wert auswei- und den weiteren kleinen naturwis-
1999 bis 2004 einen Anstieg von Berufsgruppen ist interessant, dass sen als der Durchschnitt aller Aka- senschaftlichen Berufen.
33.991 auf 38.413 aus (+ 13 %, für alle akademischen Berufe die demiker (28,8 %; alle Akademiker:
Stichtag jeweils der 30. Juni). Der Zahl der sozialversicherungspflich-

Abbildung 7 Abbildung 8
Beschäftigung von Akademikern nimmt zu Stellenangebote für Geographen rückläufig

Architekten, Bauingenieure
106,5
Wirtschafts- und 100 100 Geographen
115 Sozialwissenschaftler
andere Naturwissenschaftler
88,8 Alle Akademiker
Akademiker insgesamt
110
alle Beschäftigten
Indexberechnung:
75,3
2000 = 100
105 68,8

60,1
100 51,9
49,4

95 38,9

28,9
90

14,2
85 Indexberechnung: 1999 =
100
Stichtage: jeweils 30.06.
80
1999 2000 2001 2002 2003 2004 2000 2001 2002 2003 2004 Januar - Juni
2005

Quelle: Bundesagentur für © 2005, BA- Quelle: Bundesagentur für Arbeit © 2005, BA-AMS

23 24
Nachfrage nach Geographen Stellenangebote gab es 2004 zu Abbildung 9
einem hohen Anteil von Unterneh-
Die Zahl der Stellenmeldungen für mensberatungen (25 %) und der Geographen in sehr unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen gesucht
Geographen und die Schwankun- öffentlichen Verwaltung (17,7 %).
gen, denen diese Zahl unterliegt, Stadtplanung in den Kommunen Sonstige 8,3%

verdeutlichen den Nachfragetrend oder örtliche Fremdenverkehrsbü- Softwarehäuser 2,1%


nach Geographen und damit deren ros zählen hier zu den Einsatzfel-
Arbeitsmarktschancen. Die Be- dern. Auch Arbeitgeber in der Ver- Erwachsenenbildung und sonstiger Unterricht 6,3%

deutung der explizit für Geogra- bandsarbeit (14,6 %), Ingenieurbü-


Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen 7,3%
phen ausgewiesenen Stellenmel- ros (9,4 %), Hochschulen (7,3 %),
dungen sollte jedoch nicht zu hoch Einrichtungen der Erwachsenenbil- Architektur- und Ingenieurbüros 9,4%

bewertet werden. Oftmals denkt ein dung (6,3 %) oder Softwarehäuser Forschung und Entwicklung
9,4%
Arbeitgeber zunächst an eine an- (2,1 %) suchten Geographen. im Bereich Naturwissenschaft

dere Qualifikation, obwohl auch ein Vereinzelt waren Stellen für Verbände; politische Parteien 14,6%

Geograph für die ausgeschriebene Geographen im Gesundheitswesen


Öffentliche Verwaltung 17,7%
Aufgabe in Frage käme. Für Be- und im Verteidigungswesen zu
werber ist daher wichtig, die Details besetzen, die in die Abbildung 9 in Unternehmensberatung 25,0%

der Stellenausschreibungen in den die Kategorie Sonstiges einge-


Quelle: Bundesagentur für Arbeit © 2005, BA-AMS
benachbarten Fachrichtungen im flossen sind.
Auge zu behalten. Stellen für Be-
triebswirte, für Biologen, für Raum- Viele Geographen teilen die Erfah-
planer oder für Informatiker können rung, dass die Stellensuche nicht
für sie ebenfalls interessant sein. einfach ist. Die Gründe dafür belegt
beispielhaft die Absolventenstudie
Die Zahl der Stellen, die bei der der Technischen Universität (TU)
Bundesagentur für Arbeit explizit Dresden. Die Antworten geben
für Geographen gemeldet wurden, Auskunft darüber, wo aus Bewer- Abbildung 10
ging in den letzten Jahren zurück. bersicht die Schwierigkeiten bei der Welche Schwierigkeiten Geowissenschaftler bei ihrer Stellensuche sahen
Dieser Rückgang betraf auch die Stellensuche lagen (vgl. Abbildung
Stellenzahl für alle Akademiker- 10). An erster Stelle der Schwie- Berufserfahrung
69,7 %
gruppen. Im Vergleich zur Gesamt- rigkeiten rangierte unter den Geo- vorausgesetzt
Spezielle Kenntnisse
heit nahm die Stellenzahl für Geo- wissenschaftlern das Kriterium Be- gefordert
36,4 %

graphen zunächst noch zu, ging in rufserfahrung (69,7 %). Berufs- Anderer
Studienabschluss gefragt
36,4 %

der Folge dann jedoch in größerem anfänger ohne Einblicke in die Stellenbeschreibung 27,3 %
Ausmaß zurück als der Durch- Praxis hatten es überaus schwer.
schnitt (vgl. Abbildung 8). Im Ka- Weitaus seltener suchten die
Andere Probleme 27,3 %

lenderjahr 2004 gingen bei den Arbeitgeber einen anderen fach-


Anderer Schwerpunkt
24,2 %
gesucht

Agenturen für Arbeit nur noch 96 lichen Schwerpunkt (24,2 %). Aller- Entfernung vom
angebotenen Arbeitsplatz
15,2 %

Stellen ein, für die an erster Stelle dings gaben auch ein Drittel der Andere
15,2 %
explizit Geographen gesucht wur- Dresdener Absolventen an, dass Gehaltsvorstellungen
Andere Arbeitszeit und -
den – im Spitzenjahr 2001 waren spezielle Kenntnisse verlangt wur- bedingungen vorgestellt
12,1 %

es noch 263 Positionen gewesen. den, die sie nicht vorweisen Unvereinbarkeit mit der
3,0 %
Familie Mehrfachnennungen möglich
konnten.
Quelle: TU Dresden 2004 © 2005, BA-AMS

25 26
Zugleich spielen bei den Schwie- 11). Mit fast einem Drittel war auch Abbildung 11
rigkeiten der Stellensuche auch der Anteil derjenigen hoch, die die
Beweggründe eine Rolle, die nicht vorherige Beschäftigung nur als Gründe, warum Geowissenschaftler ihren Arbeitsplatz wechseln wollten
in den Anforderungen der Arbeit- Übergangslösung angesehen hat-
geber zu suchen sind, sondern mit ten. Nur ein Achtel (12,5 %) führte Weiterqualifikationsmöglichkeit 56,3 %
den Vorstellungen der Bewerber eine Kündigung durch den Arbeit- Befristeter Arbeitsvertrag 43,8 %
zusammenhängen: dass zum Bei- geber als Wechselgrund an. Nach Vorher nur Übergangslösung 31,3 %
spiel ein Arbeitsplatz zu weit ent- einer befristeten Tätigkeit oder ei- Bessere Aufstiegschancen 25,0 %
fernt lag, nicht den Gehalts- ner Kündigung fehlt oftmals die An-
Interessantere Aufgabe 25,0 %
vorstellungen des Bewerbers ent- schlussbeschäftigung. Arbeitslosig-
Besseres Betriebsklima 18,8 %
sprach oder die Arbeitszeiten und keit ist die Folge.
Arbeitsbedingungen andere waren Höheres Einkommen 18,8 %

als gewünscht. Die Arbeitslosigkeit unter den Geo- Wunsch nach Ortswechsel 12,5 %

graphen insgesamt entwickelte sich Kündigung durch den Arbeitgeber 12,5 %

in den vergangenen Jahren ähnlich Eigenständigeres Arbeiten 12,5 %


wie die Arbeitslosigkeit bei allen Unvereinbarkeit von Beruf und Familie 6,3 %
Geographen ohne Job Akademikern. Um die Jahrtausend- Zu geringe Anforderungen 6,3 %
wende war ein Rückgang zu beob- Andere persönliche Gründe 6,3 % Mehrfachnennungen möglich
achten. Hier profitierten auch die
Es gibt viele Gründe, einen Ar-
Geographen von der gestiegenen Quelle: TU Dresden 2004 © 2005, BA-AMS
beitsplatz zu wechseln. Die TU
Nachfrage nach qualifiziertem Per-
Dresden fragte ihre Absolventen
sonal. Ab 2001 erfolgte dann ein
nach diesen Gründen. Auch die
allmählicher Anstieg.
Geowissenschaftler führten ver-
schiedene Wechselgründe an. Die
Befristung des Arbeitsvertrages Monat für Monat wurden im Kalen-
derjahr 2004 zwischen 200 und
>> Ältere Geographen selten von Arbeitslosigkeit 400 Zugänge von Geographen in
bedroht Arbeitslosigkeit registriert. Zugleich Abbildung 12
verzeichnete die Statistik der
stand dabei weit vorn. Ein Blick auf Bundesagentur für Arbeit Monat für
Arbeitslose Geographen 2004:
die Stellenmeldungen, die in den Monat zwischen 200 und gut 300 Monatliche Fluktuation deutet Dynamik am Arbeitsmarkt an
vergangenen zwei Jahren bei der Abgänge von Geographen aus der
Bundesagentur für Arbeit eingin- Arbeitslosigkeit (vgl. Abbildung 12). 1.800

gen, unterstreicht den Stellenwert Diese Zahlen zeigen, dass sich 1.600
dieses Wechselarguments: 2003 hinter der relativ gleich bleibenden
waren 63,9 % der Stellen für Geo- Bestandszahl von Arbeitslosen im 1.400

graphen befristet, 2004 77,1 %. Jahresverlauf gleichwohl eine Dy- 1.200

Sehr oft sahen die Arbeitsplatz- namik verbirgt, die monatlich mehr 1.000
wechsler unter den Geowissen- oder minder ausgeprägt ist. Wäh-
schaftlern in einer neuen Stelle rend 2004 am jeweiligen Monats- 800

bessere Weiterqualifikationsmög- ende zwischen 1.500 und 1.800 600

lichkeiten (56,3 %), Aufstiegschan- Geographen als arbeitslos erfasst 400


cen (25 %) oder interessantere waren, konnte im Gesamtmonat je-
200
Aufgaben (25 %) (vgl. Abbildung
0
Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit © 2005, BA-AMS

27 28
weils eine Zugangszahl in Ar- det waren, lag dieser Anteil bei den Abbildung 13
beitslosigkeit verzeichnet werden, Geographen bei knapp einem
die in Relation zur Stichtagsgröße Fünftel (18,9 %), bei den Soziolo- Regionale Verteilung arbeitsloser Akademiker 2004

zwischen 14 und 23 % lag. In Re- gen bei 23,3 %.


lation zur Bestandszahl am Ende Nordrhein-Westfalen 20,0 %
Niedersachsen 11,8 %
eines Monats lagen 2004 die Die Beschäftigungsmöglichkeiten Bayern 10,7 %
Abgänge aus Arbeitslosigkeit für von Geographen sind sehr weit Berlin 9,5 %
Geographen im Laufe des je- aufgefächert. Sie sind in unter- Baden-Württemberg 8,0 %
7,7 %
weiligen Monats zwischen 14 und schiedlichsten Wirtschaftsberei- Hessen

Rheinland-Pfalz 7,1 %
20 %. Dabei war auffällig, dass chen anzutreffen. Spürbar ist dies Sachsen 4,0 %
jeweils zu Quartalsbeginn (Januar/ statistisch auch in den Angaben, Schleswig-Holstein 3,7 %

April/Juli/Oktober) die Zugangs- die Geographen machen, wenn sie Hamburg 3,0 %
Bremen 3,3 %
zahlen höher lagen als die Ab- von Arbeitslosigkeit betroffen sind.
Saarland 2,9 %
gangszahlen im Monatsverlauf. Von den Geographen, die sich Brandenburg 2,7 %
Hintergrund können Kündigungen 2004 arbeitslos meldeten und die Sachsen-Anhalt 2,6 %

sein, die jeweils zum Quartalsende Angaben zu ihrer vorherigen Be- Mecklenburg-Vorpommern 1,4 %
Thüringen 0,9 %
erfolgten, so dass bei Quartals- schäftigung machten, gaben
beginn höhere Zugänge in Arbeits- 20,1 % an, dass sie zuvor an Hoch- Quelle: Bundesagentur für Arbeit Stichtag: 30.9. © 2005, BA-AMS
losigkeit zu verzeichnen waren. In schulen bzw. anderen Bildungsein-
den übrigen Monaten überwogen richtungen beschäftigt waren (vgl.
bei den Geographen die Abgänge Abbildung 14). An zweiter Stelle
aus Arbeitslosigkeit gegenüber den stand die öffentliche Verwaltung
Zugängen. (10,2 %), gefolgt von Architektur-
und Ingenieurbüros (6,8 %) und
Unterschiedlich verteilt sich die Ar- Unternehmensberatungen (5,2 %).
Abbildung 14
beitslosigkeit der Geographen in Mit 6,7 % stellten auch Verbände,
den einzelnen Bundesländern. An Parteien und kirchliche Einrichtun- Wo waren Geographen tätig, bevor sie arbeitslos wurden
der Spitze dieser Streuung steht gen einen relativ hohen Anteil der
1,6 %
Nordrhein-Westfalen, wo 2004 fast ehemaligen Arbeitgeber. Mit jeweils Werbebranche

ein Viertel aller arbeitslosen Geo- ca. 2 % waren Reisebüros und Verlagsgewerbe 1,8 %

graphen wohnten (24,5 %, Stich- Reiseveranstalter, Verlagshäuser, Softwarehäuser 2,1 %

tagserhebung vom 30. September). Softwareunternehmen, Einzelhan- Reisebüros und Reiseveranstalter 2,4 %
In Niedersachsen waren 13,4 % del und Werbebranche vertreten.
Erwachsenenbildung 2,7 %
der arbeitslosen Geographen zu Vielfältig waren die weiteren
Einzelhandel 2,8 %
Hause, in Bayern 12,6 %, gefolgt Nennungen, die bei Anteilen von je
von Berlin mit 9,7 % (vgl. Abbildung unter 1 % lagen: Vor ihrer Arbeits- Unternehmensberatungen 5,2 %

13). Im Vergleich zu allen akade- losigkeit waren diese Geographen Verbände; politische Parteien 6,7 %

mischen Berufen zeigt sich für die beschäftigt bei Kreditinstituten, bei Architektur- und Ingenieurbüros 6,8 %
Geographen eine anders gelagerte Versicherungen, im Gesundheits- Öffentliche Verwaltung 10,2 %
Ost-West-Relation. Während 2004 wesen, in Nachrichtenbüros, Bib-
Hochschulen 20,1 %
ein Drittel der arbeitslosen Aka- liotheken, im Hoch- und Tiefbau
demiker in Ostdeutschland gemel- oder in der Landwirtschaft. Quanti- Sonstige 37,6 %

Quelle: Bundesagentur für Arbeit ( Stichtag 30.09.2004) © 2005,BA-AMS

29 30
tative Aussagen darüber, in wel- losen ihrer Berufsgruppe weitaus Abbildung 16
chen Wirtschaftsbereichen Geo- seltener als der Durchschnitt.
graphen nach dem Ende der Ar- Langzeitarbeitslosigkeit bei Geographen niedriger als im Durchschnitt
beitslosigkeit tätig werden, sind Für die Geographen mag hier eine
nicht möglich, da Angaben hierzu Rolle spielen, dass sie nach eini-
Geographen
bei der Abmeldung nicht erhoben gen Jahren Berufserfahrung, die
Alle Akademiker
werden. sie in befristeten Stellen oder durch 22,8%
20,4%
Projektaufträge gesammelt haben, 19,2%
17,3%
Unter den arbeitslosen Geogra- eine dauerhafte Beschäftigung ge- 16,6% 16,2%

phen sind alle Altersgruppen ver- funden haben, so dass ältere Jahr-
14,1%
treten. Besonders zahlreich sind gänge nicht mehr so zahlreich von 11,1% 12,3%
die arbeitslosen Geographen im Arbeitslosigkeit betroffen sind. Ein 10,7% 10,4% 10,5%
9,9%
8,5%
Alter bis 40 Jahren. Mit fast einem weiterer Aspekt kann sein, dass
Viertel stellten die Geographen insgesamt die potenzielle Zahl der
zwischen 35 und 39 Jahren 2004 berufstätigen Geographen in fort-
hier den größten Anteil (23,9 %). geschrittenem Lebensalter nicht so kleiner 1 1 - unter 2 2 - unter 3 3 - unter 6 6 Monate - u. 1 1 - unter 2 2 Jahre und
Insgesamt lag die Arbeitslosigkeit groß ist wie in jüngeren Jahrgän- Monat Monate Monate Monate Jahr Jahre länger

der Geographen bis 44 Jahren gen. Hintergrund ist, dass das Quelle: Bundesagentur für Arbeit Stichtag 30.9.2004 © 2005, BA-AMS
über dem Durchschnitt der Ar- Geographiestudium erst Ende der
beitslosigkeit aller Akademiker (vgl. 50er Jahre allmählich an deutschen
Abbildung 15). Für die älteren Hochschulen eingeführt wurde und
Geographen kehrt sich dieses Ver- die Studierendenzahlen im Di-
hältnis um: Die älteren Jahrgänge plombereich zunächst niedrig wa-
ab 45 Jahre sind unter den Arbeits- ren.

Abbildung 15
Abbildung 17
Weniger ältere Geographen arbeitslos
Langzeitarbeitslosigkeit bei Bauingenieuren höher als im Durchschnitt

Geographen
Bauingenieure
23,9% Alle Akademiker
22,5% Alle Akademiker
20,5% 20,4%
19,6%
19,1% 18,6%
17,5% 17,3%
16,5% 16,6% 16,2%
15,9%
15,3%
14,1% 14,8%
14,1%

10,5% 10,5% 11,1%


9,9%
9,4%
8,5% 8,6%
6,8%
4,4%
3,0%
1,7% 1,4%
0,6%
0,0%0,2% 0,2% 0,0%

15- 19 20 - 24 25 - 29 30 - 34 35 - 39 40 - 44 45 - 49 50 - 54 55 - 59 60 - 64 kleiner 1 1 - unter 2 2 - unter 3 3 - unter 6 6 Monate - 1 - unter 2 2 Jahre und


Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Monat Monate Monate Monate unter 1 Jahr Jahre länger

Quelle: Bundesagentur für Arbeit Stichtag 30.9.2004 © 2005, BA-AMS


Quelle: Bundesagentur für Arbeit Stichtag 30.9.2004 © 2005, BA-AMS

31 32
Abbildung 18 Abbildung 19

Langzeitarbeitslosigkeit bei Biologen unterdurchschnittlich Verweildauer von Geographen in Arbeitslosigkeit steigt mit dem Alter

5,6% 1 Jahr und


11,2% mehr
Biologen
26,4% 17,4% 25,0% 6 Monate -
Alle Akademiker 21,9% unter 1 Jahr
39,4%
20,4% 24,4%
50,6% 3 - unter 6
55,6% Monate
17,9% 62,0%
17,3% < 3 Monate
16,6% 16,4% 28,6%
15,7% 16,2% 22,8% 26,8% 78,3%

22,2%
24,2%
11,1%
10,2% 9,9% 9,9% 19,2%
17,8% 21,4% 11,1%
8,5%
7,9%
15,8% 16,9%
48,4%
42,2% 13,7%
31,6% 9,9% 8,7% 33,3%
30,4%
20,6% 4,3%
14,3% 11,3% 8,7%
kleiner 1 Monat 1 - unter 2 2 - unter 3 3 - unter 6 6 Monate - 1 - unter 2 2 Jahre und
Monate Monate Monate unter 1 Jahr Jahre länger
alle Geographen >30 Jahre 30 - 34 J. 35 - 39 J. 40 - 44 J. 45 - 49 J. 50 - 54 J. 55 - 59 J. 60 und älter

Quelle: Bundesagentur für Arbeit Stichtag 30.9.2004 © 2005, BA-AMS Quelle: Bundesagentur für Arbeit Stichtag 30.9.2004 © 2005, BA-AMS

Die Besonderheit der Altersstruktur Demgegenüber stellten die Geo- ten die Geographen über 50 Jahre arbeitslosen Bauingenieuren etwa
bei den arbeitslosen Geographen graphen unter den Arbeitslosen, einen unterdurchschnittlichen Anteil waren 31,1 % Frauen, während sie
tritt noch deutlicher hervor, wenn die am Stichtag eine kürzere Ver- der Arbeitslosen, die am Stichtag nur 20,2 % der Absolventen stell-
man sie mit anderen Berufsgrup- weildauer in Arbeitslosigkeit hatten, kürzer als drei Monate arbeitslos ten.
pen vergleicht. Der Anteil der Ar- einen höheren Anteil als der Durch- waren, aber einen weit über-
beitslosen über 45 Jahre liegt bei schnitt. Gegenläufig sah das Bild durchschnittlichen Wert bei der
den Geographen bei 16,8 %, bei bei den Biologen oder den Sozio- Langzeitarbeitslosigkeit. Selbstständigkeit als Ausweg
den Architekten bei 31,1 %, bei den logen aus. aus der Arbeitslosigkeit
Bauingenieuren bei 52 % und bei Lag zunächst der Frauenanteil bei
den Soziologen bei 43 %. Auf die Frage, welche Altersgrup- knapp der Hälfte der arbeitslosen Eine selbstständige Tätigkeit kann
pen kürzer und länger arbeitslos Geographen (1993: 46,4 %), so eine Alternative zu der Beschäfti-
Ähnlich wie bei der Altersstruktur sind, gibt es eine klare Antwort: stieg er mittlerweile auf gut die gung in einem Angestelltenverhält-
schneiden die Geographen ab, Tendenziell sind die Jüngeren kür- Hälfte (2004: 50,4 %; vgl. Abbil- nis sein. Auch Geographen haben
wenn man die Dauer der Arbeitslo- zere Zeit arbeitslos. Während am dung 20). Damit liegt der Anteil der sich in den vergangenen Jahren
sigkeit in dieser Berufsgruppe be- 30. September im Durchschnitt die arbeitslosen Geographinnen leicht verstärkt selbstständig gemacht.
trachtet. Die Stichtagserhebung Verweildauer in Arbeitslosigkeit über dem Anteil, den Frauen in den Wenn sie arbeitslos waren, konnten
vom 30. September 2004 ergab unter drei Monaten 31,6 % der letzten Jahren unter den Geogra- sie eine finanzielle Förderung durch
einen Anteil von langzeitar- arbeitslosen Geographen betraf, phieabsolventen stellten. Ihre Lage die Agenturen für Arbeit bean-
beitslosen Geographen, der unter lag der Anteil bei den unter 35- am Arbeitsmarkt kann damit als tragen. Sie nahmen entweder den
dem Anteil lag, den der Durch- Jährigen deutlich höher. Gleich- etwas schwieriger bezeichnet wer- Eingliederungszuschuss in An-
schnitt aller akademischen Berufe zeitig waren die unter 40-Jährigen den als die der männlichen Berufs- spruch, um eine Ich-AG zu grün-
stellte (vgl. Abbildung 16 - 18). Als unterdurchschnittlich oft von Lang- kollegen. Dieser Aspekt fällt bei ei- den, oder sie beantragten Über-
langzeitarbeitslos gilt, wer ein Jahr zeitarbeitslosigkeit betroffen (vgl. nigen anderen Berufsgruppen brückungsgeld.
und länger arbeitslos ist. Abbildung 19). Demgegenüber hat- weitaus extremer aus. Unter den

33 34
Abbildung 20 Im Vergleich dazu lag dieser es bei der augenblicklichen
Wert bei den Biologen bei 7,1 %, Arbeitsmarktlage nicht mehr ohne
Unter den arbeitslosen Geographen sind viele Frauen
bei allen Akademikern bei weiteres von sich sagen.
Alle Geographen 18,8 %.
Frauen
1.637
Die Spanne der Verdienstmöglich-
1.621
Das Überbrückungsgeld bietet keiten ist sehr weit. Abhängig da-
1.395 eine dreimonatige Anschubfi- von, ob im öffentlichen Dienst oder
1.279 1.288
1.266
1.193 nanzierung unter der Voraus- in der Industrie, in einem großen
1.038
1.099 1.064
1.106
setzung einer von einer „fach- oder kleinen Unternehmen, von
892 kundigen Stelle“ erstellten Be- Branche und Region variieren die
scheinigung zur finanziellen Trag- Gehälter. Auch das Lebensalter,
816
766 fähigkeit der Geschäftsidee. Hin- die Berufserfahrung, die Dauer der
623 655 657
541
585 581 549 570 zu muss ein Anspruch auf Betriebszugehörigkeit oder der
499
414 Lohnersatzleistungen wie Ar- Verantwortungsgrad der Tätigkeit
beitslosengeld treten. beeinflussen die Höhe des Gehalts.

1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 Wer sich mit einer Ich-AG Geographen tauchen weder in den
Quelle: Bundesagentur für Arbeit © BA-AMS
selbstständig machen möchte, Tarifverträgen noch in Gehaltsbe-
muss eine Kurzbeschreibung der fragungen, wie sie online zu finden
Geschäftsidee, einen Kapitalbe- sind, explizit auf. Orientierung kön-
Das klassische Instrument der denz hatte, lag die Zahl der Ich-
Existenzgründung mit Hilfe von AG-Gründer in dieser Berufs- darfs- und Finanzierungsplan so- nen auch hier wieder die benach-
wie eine Umsatz- und Ren- barten Fachrichtungen bieten oder
Überbrückungsgeld wurde von gruppe bei nur 27, Tendenz sin-
tabilitätsvorschau vorlegen. Das der Verantwortungsgrad einer Tä-
Geographen und benachbarten Be- kend (vgl. Abbildung 21). Zusam-
rufsgruppen häufiger in Anspruch mengefasst machten sich 2004 Einkommen aus der entsprech- tigkeit.
enden selbstständigen Tätigkeit
genommen als das Angebot, mit mit finanzieller Unterstützung der
darf aber nicht mehr als 25.000 € Honorartätigkeiten und deren Be-
einem Existenzgründungszuschuss Agenturen für Arbeit 183 Geo-
eine Ich-AG ins Leben zu rufen. graphen selbstständig. Dies sind im Jahr betragen. Die Förder- zahlung sind oft frei vereinbar, un-
dauer, beginnend mit 600 € terliegen daher großen Variationen.
Während im Jahr 2004 156 in Relation zu der saisonberei-
monatlich im ersten Jahr, danach In den vergangenen Jahren war
Geographen das Überbrückungs- nigten Arbeitslosenzahl (Stich-
geld erhielten und diese Zahl im tagserhebung 30. September) absinkend bis auf 240 € im dritten hier ein Abwärtstrend zu beobach-
Jahr, beträgt insgesamt drei ten.
Vorjahresvergleich steigende Ten- 11,3 %.
Jahre. Die Förderung einer neu-
Abbildung 21 en Ich-AG ist derzeit bis Ende Wenn ein Geograph im öffentlichen
2007 begrenzt. Dienst beschäftigt ist, richtet sich
Selbstständigkeit häufiger durch Überbrückungsgeld gefördert
sein Gehalt nach dem Bundesan-
Existenzgründungszuschuss Überbrückungsgeld
2005 bis 2005 bis gestelltentarifvertrag (BAT). Hier
Jahr 2002 2003 2004 2002 2003 2004
Juni Juni verdient zum Beispiel ein lediger
Alle Akademiker 10.817 11.150 9.029 2.717 20.239 31.957 38.389 18.234 Blick ins Portemonnaie 30-jähriger Geograph, eingruppiert
Geographen 39 29 26 10 59 86 156 76
Biologen 97 83 63 16 172 205 275 136
in den höheren Dienst, Gehalts-
Bauingenieure 994 1.147 790 189 1.226 1.882 2.254 1.205
„Ein attraktives Gehalt ist selbst- stufe BAT IIa, 3.139 € brutto (inclu-
Architekten 349 344 291 88 1.111 1.761 2.062 999 verständlich“, heißt es oft in sive Zulagen) im Monat. Tarifver-
Soziologen 50 54 39 8 141 164 265 130 Stellenanzeigen. So wünschens- träge können auch in der privaten
Quelle: Bundesagentur für Arbeit © 2005, BA-AMS
wert dies ist, Geographen können Wirtschaft das Einkommen be-

35 36
stimmen. Branchenunabhängig gibt In den übrigen. europäischen Lehrer, die Tätigkeit in der Ver- assets employers look for with the
es hier unterschiedliche Tarif- Ländern wird das Fach in waltung oder auch in der Wirt- skills good Geographers possess.”
verträge. Ein Überblick findet sich geringerem Umfang angeboten. schaftsförderung und der Umwelt-
zum Beispiel auf der Internet- beratung die Wunschliste an. Für eine Berufstätigkeit im Ausland
Homepage der Hans-Böckler- Häufig sind es dann auch die Uni- sind Kenntnisse der entsprechen-
Stiftung (www.boeckler.de). Ge- versitätsinstitute, die Hinweise dar- Bei der tatsächlichen Tätigkeit steht den Landessprache unabdingbar.
haltsangaben, die aus Umfragen auf geben, was die Qualifikation ei- die Verwaltung an erster Stelle, Auf mögliche kulturelle Unter-
jenseits der tarifvertraglichen Be- nes Geographen ausmacht und berufsunspezifische Beschäftigun- schiede kann sich ein Bewerber,
stimmungen resultieren, sind mit wohin es ihn auf dem Arbeitsmarkt gen wie Kellner, Beschäftigung im der sich bereits während des Stu-
Einschränkungen gültig. Zum einen führen kann. Um sich hiervon einen Einzelhandel oder als Zusteller diums im Ausland aufgehalten hat,
sind die Angaben abhängig von der Eindruck zu verschaffen und die folgen auf der Rangliste. Wiederum besser einstellen. Zu bedenken ist
Auswahl der Mitwirkenden, zum landesinterne Darstellung mit der optimistischer stellt die britische immer, dass ein deutscher Bewer-
anderen bringt der Umfrage- deutschen Sicht zu vergleichen, Geographical Society die Ein- ber in Konkurrenz steht zu den
Mittelwert für eine Berufsgruppe lohnt ein Suchlauf im Internet unter satzmöglichkeiten von Geogra- ‚Landeskindern’. Die Gepflogen-
nicht die vorhandenen Abwei- den Stichworten geography und ca- phen dar. Das Einsatzspektrum heiten bei Stellenausschreibungen,
chungen nach unten und nach reer. wird ähnlich breit skizziert, wie es Bewerbungswegen und auch der
oben zum Ausdruck. hier bereits für Deutschland und für Aufbau und die Art der Bewer-
Geographie-Absolventen im Aus- Österreich beschrieben wurde (vgl. bungsunterlagen können von Land
land finden in ihrem Heimatland TALBOT 1998). Sowohl im Bereich zu Land variieren. Für Geographen
mehr oder weniger einfach Be- der Stadt- und Verkehrsplanung, im mit Interesse an einer Tätigkeit in
Arbeiten im Ausland schäftigungsmöglichkeiten in ihrer Tourismus, in der Demographie- diesem Kontext ist es hilfreich,
Fachrichtung. So unterstreicht etwa statistik, in der Umweltberatung frühzeitig Informationen zu recher-
Geographen werden auch in ande- die österreichische Arbeitsverwal- kann aus britischer Sicht ein Geo- chieren, die Fühler auszustrecken
ren Ländern ausgebildet. Europa- tung die Einsatzmöglichkeiten für graph beruflich Fuß fassen. und Kontakte zu knüpfen.
weit gibt es die meisten Hoch- Geographen, die denen in
schulangebote in dieser Fachrich- Deutschland sehr nahe sind In einer älteren Erhebung aus den Bereits hingewiesen wurde auf die
tung in Deutschland, doch in (Raumordnung und Stadtentwick- späten 90er Jahren gaben Geo- Möglichkeit, im Rahmen der Ent-
Großbritannien reicht die Zahl der lung, Bibliotheken und Verlage, graphen fünf Jahre nach Studien- wicklungszusammenarbeit im Aus-
Hochschulinstitute beinahe an die Umweltberatung und Tourismus, abschluss an, in welchem Einsatz- land zu arbeiten. Ansprechpartner
Geo-Informationssysteme) und gibt bereich sie arbeiten. Angeführt für die Stellensuche in diesem
>> Tätigkeitsspektrum im Ausland ähnlich wie Hinweise auf potenzielle Arbeitge- wurde diese Hitliste von der Ver-
waltung (25 %), gefolgt von Unter-
Bereich müssen nicht unbedingt
Arbeitgeber im Ausland sein,
in Deutschland. ber (vgl. ARBEITSMARKT-
SERVICE ÖSTERREICH 2004). richt und Finanzdienstleistungen (je sondern deutsche Organisationen,
in Deutschland heran. Auch in Spa- Demgegenüber unterstreicht die 20 %). Marketingaufgaben gingen die Projektmitarbeiter für eine Tä-
nien, Italien und Frankreich kann spanische Arbeitsverwaltung in ei- gut 10 % nach, jeweils 5 % oder tigkeit im Ausland suchen. Einige
an jeweils 20 bis 40 Hoch- ner statistischen Veröffentlichung, weniger waren in der Forschung, in Adressen sind im Anhang aufge-
schulinstituten Geographie studiert dass die Berufswünsche der Arbeit Umweltdiensten oder im Tourismus führt.
werden. In Österreich, Belgien, den Suchenden Geographen nicht un- tätig. Aus dem eher beschränkten
Niederlanden, der Tschechischen bedingt deckungsgleich sind mit Stellenangebot unmittelbar für Praktische Hinweise zu Lebens-
Republik, in Polen und Schweden der Beschäftigung, der Geogra- Geographen folgert der britische und Arbeitsbedingungen finden
finden sich jeweils mehr als zehn phen im Lande nachgehen. Neben Berufsratgeber: „Geographers are sich auf der Informationsplattform
Studienorte für das Fach Geo- der originären Tätigkeit als Geo- seen to be employable in the wider der Bundesagentur für Arbeit sowie
graphie. graph führen die Beschäftigung als job market for reasons that link the der EU (siehe Anhang).

37 38
Jetzt geht’s los Stellenanzeigen sind vielerorts zu können. Sein persönliches Netz- mischen Berufsgruppen deutet da-
finden: in Anzeigen der lokalen und werk auf Informations- und Kon- rauf hin, dass Arbeitgeber hier bei
überregionalen Zeitungen, in Ver- taktmöglichkeiten abzufragen und Bewerbern oft Defizite sehen.
Jobsuche strategisch planen bands- und Branchenzeitschriften, es gezielt auszubauen, kann eine Berufserfahrene Bewerber, die von
über diverse Internetjobbörsen bis Investition für die Phase der Stel- Arbeitslosigkeit bedroht oder be-
hin zu Annoncen auf den Homepa- lensuche sein. Praktika, die unter- reits arbeitslos sind, sollten ihre
Ähnlich wie die Ergebnisse der Ab-
ges einzelner Unternehmen. Adres- nehmensbezogene Abschlussar- Bemühungen um eine neue Be-
solventenbefragung aus Dresden
sen spezieller Jobbörsen sind am beit, der Besuch von Fachtagungen schäftigung als Vollzeittätigkeit an-
bestätigt die Beratungserfahrung
Abschluss dieser Broschüre zu – all dies kann zu einem Kontakt- sehen und wie einen Arbeitstag
mit Bewerbern in den Agenturen für
finden. netz führen, das Bewerber bei der angehen. Die Situation kann dazu
Arbeit, dass die frühzeitige Be-
Jobsuche einschalten können. genutzt werden, sich über persönli-
schäftigung mit der Stellensuche
Explizit ausgeschriebene Stellen che und berufliche Ziele ein klares
den Übergang von der Hochschule
sind nicht der einzige Erfolg ver- Bild zu verschaffen oder dieses zu
in den Beruf erleichtert. Viele Um in die Endauswahl zu gelan-
sprechende Weg. Zumal es – mit bestätigen (vgl. auch SPÖRRLE
Dresdner Geowissenschaftler be- gen, genügt es nicht, fachlich zu
Ausnahme des öffentlichen Diens- 2004). Auch das Sammeln von In-
gannen bereits frühzeitig im Stu- überzeugen. In Stellenanzeigen
tes – keine Verpflichtung gibt, eine formationen jenseits von Stellenan-
dium mit der Stellensuche (12 %) nehmen Fachkenntnisse oft wenig
Vakanz auszuschreiben. Auch Be- zeigen ist ein zeitaufwändiges Ge-
Raum ein. Immer jedoch werden
>> Kontakte erleichtern die Stellensuche
werbungen ohne vorherige Aus-
schreibung führen oftmals zum Schlüsselqualifikationen genannt.
schäft, ebenso wie das Bemühen,
Kontakte zu knüpfen und zu pfle-
immens Am häufigsten zu finden sind
Job. Auf Recruitingmessen gehen gen. Und schließlich kostet auch
Unternehmen gezielt auf Bewer- Kommunikations- und Teamfähig- jede einzelne Bewerbung viel
oder in der Zeit des Studienab- keit. Deren häufige Nennung in
bersuche. Für Jobsuchende kön- Mühe.
schlusses (66 %). 16 % starteten Stellenanzeigen für fast alle akade-
nen auch Fachmessen ein geeig-
erst unmittelbar danach.
neter Ort der Selbstvermarktung
Oft ebnen Praktika im Studium den sein.
Weg ins spätere Berufsleben, hel-
Abbildung 22
fen Gespräche mit Praktikern oder Bei Initiativbewerbungen empfiehlt
Brancheninformationen. Da ein es sich auf jeden Fall, zuvor aus- Wie fanden Dresdener Geowissenschaftler ihre Stelle
Geograph manchmal auch zum reichend Informationen einzuholen
Einsatz kommen kann, ohne dass und auch telefonischen Kontakt Ausbildung vor dem
Studium
7,8%

eine Stelle explizit für ihn ausge- aufzunehmen. Nur ein individuell
Sonstige 9,8%
schrieben ist, lohnt es sich, beim und stimmig formuliertes Bewer-
Lesen von Stellenofferten aufmerk- bungsschreiben, das die Bedürf- Persönliche Kontakte 15,7%

sam zu fragen: Bin auch ich hier nisse des potenziellen Arbeitgebers
Kontakte zu Dozenten 17,6%
gemeint, weil ich die geforderten berücksichtigt, hat Aussicht auf
Kenntnisse mitbringe und die An- Erfolg. Äußerst unergiebig ist es, Arbeitsagenturen 41,2%

forderungen erfülle? Dass die Be- Initiativbewerbungen blind zu streu- Jobkontakte 45,1%
werber begriffen haben, dass es en in der Hoffnung, irgendwo einen
nicht den einen Königsweg der Treffer zu landen. Initiativbewerbung 47,1%

Bewerbung gibt, zeigt die Abbil- Internet 49,0%


dung 22. Die Dresdener Geowis- Unterschätzt wird noch immer, wie
senschaftler gaben wie selbstver- Erfolg versprechend persönliche Stellenausschreibung 68,6%

ständlich mehrere Suchwege an. Kontakte bei der Stellensuche sein


Quelle: TU Dresden, 2004 © 2005, BA-AMS

39 40
Die Bewerbung Entspricht der Absender den Anfor- ein Praktikum auch nach dem Exa-
derungen, fachlich und darüber men möglicherweise den Weg zum
Schriftliche Bewerbungen unterlie- hinaus? Mit der gekonnten Prä- Berufseinstieg ebnen. Vor- und
gen Spielregeln, formalisierten Be- sentation stellt der Bewerber Nachteile sind gegeneinander
werbungskonventionen. Sie kön- gleichzeitig eine Fähigkeit unter abzuwägen. Der Kandidat sollte
nen von Land zu Land variieren Beweis, die möglicherweise im sich im Vorfeld bei der Auswahl ei-
und ändern sich im Laufe der Zeit. Arbeitsalltag wieder gefragt sein nes Unternehmens darüber Ge-
Deshalb gilt: Wenn ein Bewerber wird. danken machen, ob dort in abseh-
seine letzte Bewerbung bereits vor barer Zeit überhaupt eingestellt
einiger Zeit verfasst hat, sollte er Wenn das Anschreiben und die wird und ob die Praktikumstätigkeit
sich über die aktuellen Standards Bewerbungsmappe fertig sind, Perspektiven für ihn bietet. Hier
informieren und seine Unterlagen empfiehlt sich ein kritischer Blick kann ein geeigneter Bewerber bei
entsprechend aktualisieren. auf die Unterlagen: Wenn ich der gezieltem Vorgehen auf den so ge-
Personalchef wäre und noch nichts nannten Klebeeffekt hinwirken (vgl.
Eine Bewerbung ist Selbstver- von dem Bewerber wüsste, auch KEWES 2004).
marktung, Öffentlichkeitsarbeit in welchen Eindruck machten die
eigener Sache. Der Bewerber will Unterlagen auf mich? Entspricht In jeder Buchhandlung ist Literatur
sich interessant machen und dem der Kandidat unseren Vorstel- zu Bewerbungen zahlreich vorhan-
Arbeitgeber anbieten. Um seinen lungen? Was springt mir ins Auge, den. Eine kurze Zusammenstellung
Lebenslauf und sein Qualifikations- kann ich schnell das Wesentliche wesentlicher Fragen findet sich in
profil inhaltlich marktgerecht zu erfassen? Zwischen 30 Sekunden der Broschüre Jobprofi, die die
präsentieren, kann es Berufsein- und drei Minuten dauert beim Bundesagentur für Arbeit heraus-
steigern helfen, sich schon vor der Arbeitgeber der erste Check der gibt. Auch die Hochschulteams der
konkreten Stellensuche mit dem Bewerbungsunterlagen, in denen Agenturen für Arbeit bieten Bewer-
Inhalt von Stellenangeboten zu die Entscheidung zwischen Aus- berseminare an.
befassen. Welche Anforderungen sondern und näher Prüfen fällt.
stellen Unternehmen an Bewerber?
Welche fachlichen und außerfachli- Bei Bewerbungen per E-Mail ist zu
chen Qualifikationen muss ich im beachten, dass die Ansprüche und
Einzelnen mitbringen? Zu wem Erwartungen der Personalverant-
stehe ich in Konkurrenz? wortlichen genauso hoch sind wie
bei traditionellen Bewerbungen.
Es lohnt, ausreichend Zeit in die Auch wenn bei einigen Großunter-
schriftliche Bewerbung zu investie- nehmen mittlerweile sogar explizit
ren. Korrekte und vollständige Un- nur die Online-Bewerbung erbeten
terlagen sind ein erstes Qualitäts- wird, sollte ein Bewerber bei Unter-
merkmal in der Bewerbungskonkur- nehmen, die diesen Wunsch nicht
renz. So banal es klingen mag: formulieren, vorab klären, ob diese
Rechtschreibfehler disqualifizieren, Bewerbungsform erwünscht ist.
der Fettfleck und das Eselsohr
auch. Die Selbstdarstellung sollte Wenn Unternehmen sich in wirt-
knapp und prägnant sein. Was ge- schaftlich schwierigen Zeiten mit
nau ist im Anzeigentext gefordert? Einstellungen zurückhalten, kann

41 42
Literaturverzeichnis Instituto de Empleo Servicio Público de Empleo Estatal (INEM):
www.inem.es/ciudadano/p_observatorio.html > Titulados universitarios 2003
ALBERT, Sigrun: Von allem eine Ahnung – Geographen kennen sich auf vielen
Gebieten aus, in: die Zeit, 12. Oktober 2000 KEWES, Tanja: Harte Sitten, in: Wirtschaftswoche Nr. 25, 10. Juni 2004

ARBEITSMARKTSERVICE ÖSTERREICH: Jobchancen Studium – Bio- und KOCH, Kerstin (Hg.). Berufe für Geowissenschaftler, Darmstadt 2004
Geowissenschaften, Wien 2004; www.ams.or.at/b_info/download/stbiogeo.pdf
KURSnet – Die Datenbank für Aus- und Weiterbildung;
ARING, Jürgen: Consulting als Berufsfeld für Geographen, in: Standort 1/2004 http://www.arbeitsagentur.de à KURS

BAUER, T. et al.: Studium – und dann? Ergebnisse der Absolventenbefragung LOHOFF, Dirk J.: Geographen als „Unternehmensberater“ im Dienste der
an der Universität Trier. Trier 1998 (=Goid-Spezial 1/98) Kommunen und der Privatwirtschaft, Ein Einstieg ins Berufsleben,
http://www.uni-giessen.de/geographie/fs/geophon/ws_00_01/20.html
BAUSCH, Manfred: Journalistinnen und Journalisten. Arbeitsmarkt-Information
für qualifizierte Fach- und Führungskräfte, Bundesagentur für Arbeit, POPP, Jacqueline,KREMPKOW,René, HEIDEMANN, Lutz: Sonderauswertung
Zentralstelle für Arbeitsvermittlung, Bonn 2003 der Dresdener Absolventenstudien 2000-2003, TU Dresden, 2004

BRIEDIS, Kolja, MINKS, Karl-Heinz: Studienverlauf und Berufsübergang von SCHEDDIN, Monika: Erfolgsstrategie Networking, Nürnberg 2003
Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen des Prüfungsjahres 2001;
Absolventenstudie des Hochschul-Informations-Systems, Hannover 2004 SCHEITOR, Dieter: Was sind Sie wert? Einstiegsgehälter nach der Ausbildung
oder dem Studium, Hannover, 2004
BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT (Hg.): Jobprofi. Tipps zur erfolgreichen
Stellensuche, Bewerbung und Vorstellung, Nürnberg 2003 SCHWEIZER, Günther: Wo sind sie geblieben? Was ist aus ihnen geworden?
Eine Befragung zur beruflichen Verbleibsforschung von Kölner
BUNDESMINISTERIUM FÜR WIRTSCHAFT UND ARBEIT (Hg.): Ich-AG Geographiestudierenden, Köln 1999
und andere Kleingründungen, Berlin 2005;
www.bmwa.bund.de/Redaktion/Inhalte/Pdf/Publikationen/br-ich- SPÖRRLE, Mark: „Was wäre Ihr Traumjob?“, in: Die Zeit Nr. 37,
ag,property=pdf,bereich=,rwb=true.pdf 2. September 2004, S. 37

Die Lage der deutschen Geographie, Geoid – Forum für geographische und STATISTISCHES BUNDESAMT: Fachserie 11/ Reihe 4.1 - Bildung und
umweltrelevante Themen, Sonderausgabe zum deutschen Geographentag 1999 Kultur, Studierende an Hochschulen, Wiesbaden 1993ff

DIETRICH, Angelika: „Bitte haben Sie noch Geduld“ – Unternehmen entdecken STATISTISCHES BUNDESAMT: Fachserie 11/Reihe 4.2 - Bildung und Kultur,
die Kunst des Hinhaltens, in: Die Zeit Nr. 44, Chancen Studium und Karriere, Prüfungen an Hochschulen 2002, Wiesbaden 1993ff
Oktober 2004, S. 4
TALBOT, Patrick: Exploring the world of Work: Geography and Careers,
„Formen des Berufseinstiegs“, in: Uni-Magazin 6/2004, S. 22 – 33 London 1998; www.rgs.org/PDF/exploringworldofgeo.pdf

HEUBLEIN, Ulrich, SCHMELZER, Robert, SOMMER, Dieter: VDI-Nachrichten (Hg.): Ingenieurgehälter 2004, in:
Studienabbruchstudie 2005 – Die Studienabbrecherquoten in den Fächergruppen www.ingenieurkarriere.de/library/pdf/gehaltsstudie_2004.pdf
und Studienbereichen der Universitäten und Fachhochschulen; Hannover,
Hochschul-Informations-System, 2005 „Weiterqualifizierung: Quereinstieg ins Lehramt“, in: Uni-Magazin 2/2004,
S. 34 - 35
HOHN, Bernhard: IT-Experten: Talsohle erreicht. Arbeitsmarkt-Information für
qualifizierte Fach- und Führungskräfte, Bundesagentur für Arbeit, Zentralstelle Wissenschaftsladen Bonn (Hg.): Arbeitsmarkt Umweltschutz und
für Arbeitsvermittlung, Bonn 2004 Naturwissenschaften, Bonn, erscheint wöchentlich

43 44
Adressen und Links Eine Liste der Bundes- und Landeseinrichtungen im Bereich der Geo-
Informationen hat der interministerielle Ausschuss für Geoinformationswesen
Dachverband der geographischen Fachverbände und Gesellschaften: zusammengestellt: www.imagi.de/de/links/f_links.html

Deutsche Gesellschaft für Geographie Weitere Bundeseinrichtungen:


c/o Geographisches Institut der Humboldt-Universität Berlin
Rudower Chaussee 16 Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
12489 Berlin Alfred-Bentz-Haus
www.geographie.de/ Stilleweg 2
D-30655 Hannover
Teilverbände: www.bgr.de/

Deutscher Verband für Angewandte Geographie e.V. Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Liebfrauenstraße 9 Deichmanns Aue 31 – 37
54290 Trier 53179 Bonn
www.geographie.de/dvag/ www.bbr.bund.de/

Hochschulverband für Geographie und ihre Didaktik Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
Kontaktadresse: Richard-Strauss-Allee 11
Prof. Dr. Ingrid Hemmer 60598 Frankfurt am Main
Universität Eichstätt www.bkg.bund.de
Ostenstr. 18
85072 Eichstätt GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ)
www1.ku-eichstaett.de/hp/ Telegrafenberg
D-14473 Potsdam
Verband der Geographen an Deutschen Hochschulen www.gfz-potsdam.de
GEO-Büro
Bundesgeschäftstelle des VGDH Jobbörsen im Internet
Meckenheimer Allee 166
D-53115 Bonn www.arbeitsagentur.de à Arbeitnehmer à Stellenangebote suchen à Beruf
www.giub.uni-bonn.de/vgdh Geograph

Verband deutscher Schulgeographen e.V. www.akademiker-online.de à Naturwissenschaften insgesamt à Geographie


www.erdkunde.com/
Überblick über Geobranchen: www.geobranchen.de/
Deutsche Akademie für Landeskunde e..
c/o Institut für Länderkunde Einige Jobbörsen listen speziell für Geowissenschaftler Jobangebote und
Schongauer Str. 9 Praktika auf. Teils werden die Seiten von Unternehmen betreut, teils sind es
04329 Leipzig Privatinitiativen:
www.deutsche-landeskunde.de www.geojobs.de/
www.mygeo.info/geojobs.html
Leibniz-Institut für Länderkunde e.V. www.geoagentur.de/jobboerse.htm
Schongauerstr. 9
04329 Leipzig Thematische Stellenbörsen für Geographen sind auf den Internetseiten des Geo-
www.ifl-leipzig.com/ Büros und des Verbandes der Geographen an deutschen Hochschulen zu finden
(siehe oben).

Deutscher Dachverband für Geoinformation e. V (DDGI)

Center for Geoinformation GmbH


Emil-Figge-Str. 91
44227 Dortmund
www.ddgi.de

45 46
Informationen zum Arbeiten im Ausland
Abbildungsverzeichnis
Informationen über Arbeit und Ausbildung in Europa:
Europa kommt - gehen wir hin. Perspektiven in Europa
www.europaserviceba.de Abb. 1 Geographie und ihre fachlichen Nachbarn 5
EURES – das europäische Portal zur beruflichen Mobilität: Abb. 2 Anzahl der Studienanfänger in Geographie wächst 7
http://europa.eu.int/eures/main.jsp?acro=lw&lang=de&catId=490&parentId=0
Abb. 3 Steigender Anteil der Geographinnen unter den Absolventen 7
Das deutsche Mobilitätsportal für Forscher enthält Informationen zum Arbeiten Abb. 4 Berufseinstieg schwierig: Geringer Zuwachs regulärer
im Ausland und gibt Informationen zu Forschungsaufenthalten in Deutschland: Erwerbstätigkeit bei Geowissenschaftlern 10
www.eracareers-germany.de/
Abb. 5 Arbeitgeber vorwiegend aus der Wirtschaft. Viele
Informationen zur Entwicklungszusammenarbeit Geowissenschaftler arbeiten im öffentlichen Dienst. 12
Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH Abb. 6 Viele Geowissenschaftler beginnen ihr Berufsleben
Dag-Hammarskjöld-Weg 1-5 mit einer befristeten Beschäftigung 13
65760 Eschborn Abb. 7 Beschäftigung von Akademikern nimmt zu 23
www.gtz.de
Abb. 8 Stellenangebote für Geographen rückläufig 24
Deutsche Welthungerhilfe e.V.
Friedrich Ebert Str. 1 Abb. 9 Geographen 2004 in sehr unterschiedlichen
53173 Bonn Wirtschaftsbereichen gesucht 26
www.welthungerhilfe.de Abb.10 Welche Schwierigkeiten Geowissenschaftler bei ihrer
Deutscher Entwicklungsdienst gGmbH (DED) Stellensuche sahen 26
Tulpenfeld 7 Abb.11 Gründe, warum Geowissenschaftler ihren Arbeitsplatz
53113 Bonn wechseln wollten 28
www.ded.de
Abb.12 Arbeitslose Geographen 2004: Monatliche Fluktuation
Evangelischer Entwicklungsdienst e.V. (EED) deutet Dynamik am Arbeitsmarkt an 28
Ulrich-von Hassell-Str. 76
53123 Bonn Abb.13 Regionale Verteilung arbeitsloser Akademiker 2004 30
www.eed.de Abb.14 Wo waren Geographen tätig, bevor sie arbeitslos wurden 30
InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH Abb.15 Weniger ältere Geographen arbeitslos 31
Tulpenfeld 5 Abb.16 Langzeitarbeitslosigkeit bei Geographen niedriger als
53113 Bonn
www.inwent.org/ im Durchschnitt 32
Abb.17 Langzeitarbeitslosigkeit bei Bauingenieuren höher als
im Durchschnitt 32
Abb.18 Langzeitarbeitslosigkeit bei Biologen unterdurchschnittlich 33
Abb.19 Verweildauer von Geographen in Arbeitslosigkeit steigt
mit dem Alter 34
Abb.20 Unter den arbeitslosen Geographen sind viele Frauen 35
Abb.21 Tabelle: Selbstständigkeit häufiger durch Überbrückungs-
geld gefördert 36
Abb.22 Wie fanden Dresdner Geowissenschaftler ihre Stelle 40

47 48
Arbeitsmarkt-Informationsservice (AMS)

- PUBLIKATIONEN -
Akademiker-Arbeitsmarkt

Der AMS beschreibt die Entwicklungen auf dem Akademiker-Arbeitsmarkt mit


Schwerpunkt Deutschland, ergänzt um Ausblicke ins Ausland, in zwei
Produktlinien:

• Schriftenreihe „Arbeitsmarkt-Information für hoch qualifizierte Fach-


und Führungskräfte“:
detaillierte Publikationen zu Berufen, Branchen und übergeordneten
Themen.

• Kurzberichte zu einzelnen Berufen („Jahresbericht“):


knappe Aussagen zur aktuellen Arbeitsmarktlage einer Vielzahl
akademischer Berufe, jährlich zielgruppengerecht neu aufgelegt als
o Kurzbericht für Arbeitgeber zum Akademiker-Arbeitsmarkt
o Kurzbericht für Arbeitnehmer zum Akademiker-Arbeitsmarkt.

Die Gesamtliste aller Veröffentlichungen des AMS zum Akademiker-


Arbeitsmarkt finden Sie auf www.europaserviceba.de unter dem Punkt
„Publikationen“. Liste und Publikationen stehen Ihnen dort zum kostenlosen
Download zur Verfügung. Wenn Sie gedruckte Veröffentlichungen zum
Akademiker-Arbeitsmarkt bestellen wollen, nutzen Sie den Online-
Bestellservice der Bundesagentur für Arbeit auf www.ba-bestellservice.de,
Suchbegriff „Akademiker“, Artikel 200011A Akademiker-Arbeitsmarkt. Auch
dort können Sie kostenlos downloaden.
Die Autorin

Europäische Bildungs- und Arbeitsmärkte Nach dem Studium der Romanistik, Anglistik, Pädagogik und Psychologie in
Göttingen war Dr. Beate Raabe zunächst an der Universität Göttingen
beschäftigt. Anschließend war sie bei verschiedenen national und international
Als zentraler Informationsdienstleister des Europaservice der Bundesagentur für
tätigen Kultur- und Bildungseinrichtungen in Göttingen, Hannover und Bonn
Arbeit (ES-BA) unterstützt der AMS die Mobilität am europäischen Bildungs-
tätig. Seit 2003 arbeitet sie im Arbeitsmarkt-Informationsservice (AMS) der
und Arbeitsmarkt durch die Bereitstellung von Printmedien (Gesamtüberblick als Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV). Die ZAV ist die InterNationale
pdf-Datei) und Online-Medien (www.europaserviceba.de). Personalagentur der Bundesagentur für Arbeit.

Unsere Printmedien sind auch über den Online-Bestellservice der Bundesagentur


für Arbeit unter www.ba-bestellservice.de, Stichwörter „Praktikum im Ausland“,
„Ausbildung in Europa“, „Studium im Ausland“, „Arbeiten in Europa“ oder
„Weiterbildung in Europa“ zu beziehen.

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