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NR.

282
DEZEMBER 2012

50 JAHRE »SETI«
AUF DER SUCHE NACH E.T.

2. MUCCON IN MÜNCHEN · SKYFALL · REZENSIONEN


HOBBITS UND HALBLINGE: »DAS INTERVIEW«
GF/FO282/FREUNEK/MELDUNGEN

DVR VERLAG:

NEUERSCHEINUNGEN
IM HERBST UND WINTER
ENDE OKTOBER IST ERSCHIENEN:
Paul [Paolo] Mantegazza: DAS JAHR 3000.
Ein Zukunftstraum. Neuausgabe der 1897
erschienenen dt. Erstausgabe (OA: L’ANNO
3000. Sogno. Milano [Mailand] 1897). Mit
einem Nachwort von Franz Rottensteiner
und einem Titelbild von Frank R. Paul („city
of the future“, 1934). – Br., 141 S., 5 Abb.,
15 Euro.

X MINUS 2
Das ist am heutigen Samstag,
24.11.2012, die noch verstreichende
Zeit in Tagen bis zum Beginn des
Osnabrücker Weihnachtsmarktes.
Damit ersparen sich die Veranstalter –
und natürlich auch die Glühwein-
buden-Betreiber vorwurfsvolle Blicke
der Evangelen. Im benachbarten Bun-
desland Nordrhein-Westfalen legten
einzelne Städte schon am Buß- und
Bettag mit dem kollektiven Vernichten
des alkoholischen Wirkungsgetränkes
los. Prompt gab es Mecker.
Viel zu sagen ist zu dieser Ausgabe
des Fandom Observers nicht. Eben
Business as usual, das heißt, eine ANFANG/MITTE DEZEMBER ERSCHEINT:
bunte Mischung an Beiträgen. Stöbert, Gerd Frank (Hrsg.): SAR DUBNOTAL
lest und erfreut euch an dieser Aus- Band 2: Der Astraldetektiv – Br., 402 S.,
gabe. Die Print-Abonnenten feixen 11 Abb., 25 Euro. Das Buch enthält den Text
fröhlich, denn sie können dieses Heft der Hefte 2–6 der französischen und des
„stromlos“ genießen und sparen so Heftes 5 der spanischen (entspr. Heft 14 der
auch noch Geld. französischen) Ausgabe in deutscher Über-
GÜNTHER FREUNEK setzung von Gerd Frank sowie ein Nachwort
des Herausgebers. Wegen des erhöhten
Umfangs (6 Hefte) musste der Preis auf
25 Euro festgesetzt werden.
ENDE NOVEMBER IST ERSCHIENEN: Hinweis: Abonnements und bisher schon
Lazar Freiherr von Hellenbach: DIE INSEL erfolgte Vorbestellungen sind notiert (müs-
MELLONTA. Neuausgabe der 1896 sen also nicht wiederholt werden) und wer-
(EA: 1883) erschienenen erweiterten 3. Auf- den sofort nach Erscheinen ausgeliefert,
lage. – Br., 158 S., 4 Abb., Nachwort von und zwar zum angekündigten Subskrip-
Dr. Ulrich Bach, USA, 15 Euro. tionspreis von 18 Euro.
Hinweis: Abonnements und schon erfolg-
te Vorbestellungen sind notiert (müssen also Weitere Informationen finden sich unter:
nicht wiederholt werden) und werden sofort www.dieter-von-reeken.de
nach Erscheinen ausgeliefert.

INHALT
02: Aktuelles, Neuerscheinungen
03: eBooks von EVOLVER
04: SETI – 50 Jahre Horch und Guck FANDOM OBSERVER, AUSGABE 283:
07: Interview: Als Halbling unterwegs
09: Rezensionen
– Jack McDevitt: Firebird Redaktionsschluss: 15. Dezember 2012
– Peter Straub: Okkult
10: Comic-Rezension: Der Hobbit Redakteur: Günther Freunek
12: Dies & das
13: James Bond bei Rahenbrock Am Haster Berg 37, 49090 Osnabrück
14: Filmnews
16: Kino E-Mail: redaktion@fandomobserver.de
18: Muccon, München
20: SecondLife + Impressum

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GF/FO282/EBOOKS VON EVOLVER

EVOLVER BOOKS KÜNDIGT AN:

HORROR, KRIMI UND SCIENCE FICTION


Haudrauf-Söldner Bradley hat zwar sein Di-
plomatiestudium recht bald abgebrochen,
aber alle nötigen Waffenscheine gemacht.
Und so eliminiert er je nach Tageslaune und
Auftraggeber mal Rebellen, mal Regimes. In
18 Missionen kämpft der abgebrühte Welt-
raum-Haudegen unter anderem gegen glit-
schige Schleimgeschöpfe, glühende Todes-
meteoriten, tödliche Aufzugsmusik sowie
diverse Mutanten, Imperatoren und Kampf-
lesben. Gehört auf jeden Bordcomputer der
Galaxis. Und eine vom galaktischen Ge-
heimdienst erst jetzt freigegebene Bonus-
Mission gibt’s dazu – ebenso ein ausführ-
liches Interview mit dem Mann, der sich
solche Sachen ausdenkt …

HORROR MIT ZOMBIE-KURZ-


GESCHICHTEN, KLUGER CRIME
Was wäre Halloween ohne die Gehirne und
Menschenfleisch verspeisenden Untoten,
die seit ein paar Jahren aus keiner Horror-
party mehr wegzudenken sind? In der Zom-
bie-Anthologie „Das Buch der lebenden To-
ten“ (Hrsg.: Thomas Fröhlich & Peter Hiess)
wüten sie in Versuchslabors, begleiten
Schulwandertage, machen die Schrecken
der Weltkriege noch schrecklicher, verspei-
sen selbst Samurai – und fühlen sich auch
im Chefbüro wohl. 21 Stories mit Biss, von
wohlig-trashig über parodistisch-literarisch
bis schwerverdaulich. Holen Sie die Hölle
auf Ihren Reader … das eBook kommt mit
einer zusätzlichen Zombie-Story und einem EBOOKS FÜR SPARFÜCHSE:
Bonus-Interview! GROSCHENHEFT GOES EREADER
Mit der Heftchen-Reihe „SUPER PULP“ ha-
WEDER SÜSS NOCH SAUER: ben die Herausgeber Dr. Trash und r.evolver
THRILLER – SCHARF UND BITTER lange vor Halloween einen weiteren Untoten
Im scharfen Pulp-Thriller „The Nazi Island reanimiert: den Groschenroman in Heftform.
Mystery“ von r.evolver schlägt der MI6 Den bietet EVOLVER BOOKS jetzt auch als
Alarm: Verrückte Wissenschaftler basteln im günstiges „eHeftl“, bleibt aber der Pulp-
Vierten Reich an gefährlichen Klon-Experi- Tradition treu: Jede SUPER PULP-Ausgabe
menten – und schrecken vor nichts zurück. Dschungels, noch dazu mit einflussreichen serviert drei unterhaltsame Stories, dazu
Nur Superagentin Kay Blanchard mit ihrer Satanisten als Gegnern. Wer die Story für einen Sachbeitrag aus kundiger Feder, der
Vorliebe für Sex, Drogen und lautloses Tö- Verschwörungsklimbim hält, darf sich schon sich wie die Kurzgeschichten den Genres
ten kann die Verschwörer aufhalten. Der ulti- jetzt auf das exklusive eBook-Nachwort Pulp, Thriller, Horror und Science Fiction
mative Thriller-Trash mit Werwolf-Aliens und freuen, in dem Compart über die wahren widmet. Und weil wir von Groschenheften
Russ-Meyer-Bräuten gehört zu den Bü- Hintergründe seiner Story berichtet; dazu reden, gibt’s den ersten Band für weniger
chern, nach deren Lektüre jeder nur eines gibt’s hier auch noch das erste Kapitel der als einen Euro. Inklusive Bonus-Interviews
sagen kann: „Sowas habe ich noch nie ge- in Entstehung befindlichen Fortsetzung „Die und einem Artikel von Martin Compart über
lesen.“ Auch hier gibt’s in der elektronischen Gomorra-Depesche“ – sowie ein Söldner- den feinen Unterschied zwischen Pulp-
Ausgabe ein Bonus-Interview dazu. Buch-Review und zwei Bonus-Interviews. Fiction, Trash und „Schund“. (Als eBook bei
Eher bitter und realistisch geht es im Amazon, beam eBooks und in Kürze auch
Hochgeschwindigkeits-Verschwörungsthril- SCHRECKEN DER GALAXIS: anderen Plattformen.
ler „Die Lucifer-Connection“ von Noir-Exper- EIN MANN, SO KÜHL WIE SEIN BIER …
te und Krimi-Legende Martin Compart zu. Stolpern lebende Tote durch die Straßen, Wer jetzt auf den Geschmack gekommen
Sein Held, Exsöldner und Privatermittler Gill, dann ist das Ende der Welt nah – oder es ist, findet im Internet, auf der Webseite des
ermittelt zunächst wegen harmlos erschei- handelt sich bloß um eine Invasion der Au- Verlags, weitere Informationen:
nendem Catnapping. Doch bald entpuppt ßerirdischen. Dagegen hilft: „Scott Bradley: www.evolver-books.at
sich der Auftrag als kompromisslos finstere Blondinen, Blobs & Blaster-Schüsse“ von
Reise in die tödliche Hölle des afrikanischen Andreas Winterer. Der siebzehnschrötige

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GF/FO282/FREUNEK/SETI

AUF DER SUCHE NACH „ET“:

50 JAHRE
HORCH UND GUCK

Vor rund 50 Jahren (etwa um 1960) kam Planet, auf dem sich solches Leben entwi- Fantasiebild des Exoplaneten OGLE im Stern-
bild Schütze. Entfernung ca. 21.000 Lichtjahre.
die Erkenntnis auf, dass Extraterrestri- ckeln soll, muss dafür bestimmte astronomi- Damit ist er der Planet mit der größten bisher
sches Leben eventuell nicht nur ein sche und physikalisch-chemische Voraus- bekannten Entfernung.
Hirngespinst in den Geschichten von setzungen erfüllen.
Science-Fiction-Autoren ist, sondern Optimistische Schätzungen kommen auf
dass dieses ganz real existieren könnte. eine mögliche Anzahl von rund 300 Zivilisa- AUF EMPFANG
tionen in der Milchstraße. Diese verteilen Gestatten wir uns einmal Optimismus und
So entstand SETI. Die Abkürzung steht für sich auf ein recht großes Gebiet, denn unse- nehmen die Existenz von „Intelligentem Le-
den Begriff „Search for Extraterrestrial Intel- re Galaxis bringt es auf einen Durchmesser ben“ an. Mal eben zum Kaffeekränzchen
ligence“ (oder auf deutsch: Suche nach au- von etwa 100.000 Lichtjahren und umfasst und Sonntagsnachmittagsbesuch vorbeizu-
ßerirdischer Intelligenz). Das heißt nicht zwischen 200 und 400 Milliarden Sterne, die fliegen ist nicht. Schon der nächste Stern,
mehr und nicht weniger als die Suche nach wiederum von ca. 50 Milliarden Planeten Alpha Centauri, ist rund vier Lichtjahre von
außerirdischen Zivilisationen – so es sie umkreist werden, davon befinden sich ge- uns entfernt. Würden wir ein Raumschiff auf
denn gibt. 50 Jahre Suche sind ein Grund schätzte 500 Millionen in habitablen Zonen, die Reise schicken und beschleunigten es
für den Fandom Observer mal nachzuha- also in Bereichen, in denen sich Leben ent- auf ein Zehntel Lichtgeschwindigkeit, dann
ken, was denn dabei herauskam. wickeln kann. dauert der Flug dorthin satte 40 Jahre. Un-
Seit den sechziger Jahren wurden ver- Eine weitere Annahme ist, dass Leben ser Botschafter würde als Jungspund los-
schiedene wissenschaftliche Suchprogram- die Existenz von flüssigem Wasser voraus- fliegen und käme in gesetztem Alter an. Und
me gestartet, die zumeist den Radiobereich setzt, denn Wasser ist ein einfaches Molekül mal ehrlich, wen würde die theoretische
bzw. das elektromagnetische Spektrum un- und zugleich eine ideale Umgebung für die Antwort, vielleicht ein „Hier ist nichts los, ich
serer Milchstraße nach möglichen Zeichen Entwicklung komplexerer Moleküle, die zur habe nichts gefunden“, dann noch interes-
und Signalen technischer Zivilisationen im Entstehung des Lebens führen könnte. Und sieren?
All abhörten. dann gibt es da noch die Einschränkung, Also konzentrierte man sich bei SETI auf
sich auf sonnenähnliche Sterne zu konzen- die Kommunikation auf elektromagnetischer
DIE BASIS DES GANZEN trieren. Große Sterne wie blaue Riesen, ha- Basis, wie ein Radiosignal und lauschte in
Der SETI-Forschung liegt die Annahme zu- ben nur recht kurze Lebenszeiten von eini- den Kosmos. Um solch eine Übertragung
grunde, dass es in unserer Galaxis außerir- gen Millionen bis zu hin zu wenigen zehn- von einer außerirdischen Zivilisation zu
dische Zivilisationen gibt und diese im we- tausend Jahren, so dass intelligentes Leben empfangen, so sie denn welche sendet,
sentlichen ähnliche Kommunikationtechno- auf deren Planeten sehr wenig Zeit für die muss man die gängigsten elektromagneti-
logien einsetzen, wie wir. Soweit – so gut. Entwicklung hätte. Auf der anderen Seite schen Frequenzen absuchen, da man nicht
Ein „Wir wissen, dass es so ist“ gibt es können sehr kleine Sterne nur wenig Energie vorausahnen kann, welche Frequenz die Au-
nicht, ebensowenig einen Beweis. Die freisetzen. Bei diesen kann sich Leben nur ßerirdischen nutzen. Da dieses Signal stär-
Annahme beruht auf einer Einschätzung des auf sehr sonnennahen Umlaufbahnen ker sein müsste, als die Strahlung des Hei-
amerikanischen Astrophysikers Frank Drake. entwickeln. Dafür beträgt die Lebenszeit matsterns, steht zu erwarten, dass es auf ei-
Dieser entwickelte die Drake-Gleichung und solcher Sterne bis zu 20 Milliarden Jahre. nem sehr schmalen Frequenzband gesendet
stellte sie auf einer wissenschaftlichen Kon- Durch die enge Umlaufbahn und die würde. Was die Suche danach nicht gerade
ferenz im Jahr 1961, in Green Bank, USA, Wirkung der damit verbundenen starken vereinfacht, weil so eine große Anzahl von
vor. Drakes Überlegungen beziehen sich da- Gezeitenkräfte ist die Rotationsgeschwin- Kanälen abgesucht werden muss.
rauf, dass sich unter bestimmten Bedingun- digkeit solcher Planeten in der Regel lang- Erschwert wird die Aufgabenstellung des
gen unter Einbezug von Stickstoff, Kohlen- sam. Die Folge sind sehr ungünstige und SETI-Projektes dadurch, dass weder Modu-
stoff und weiteren Faktoren Leben entwi- extreme Temperaturen, wie wir sie in unse- lation noch die gewählte Kodierung einer
ckeln könnte. Die Spezies Mensch nimmt er rem eigenen Sonnensystem vom Planeten sendenden Zivilisation bekannt sind. Will
als Beweis dafür, dass es funktionieren Merkur kennen. heißen, wir wissen nicht, wie die Außerirdi-
kann. Das System und natürlich auch der schen ticken. Möglicherweise ist die Ent-

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GF/FO282/FREUNEK/SETI

Das Radioteleskop am
Green-Bank-Observatorium.

Im Gegensatz zum passiven Suchen und


Lauschen auf Signale wurde das Versenden
von Signalen auch als Active SETI oder
METI (Messaging to Extra-Terrestrial Intelli-
gence), bezeichnet. Forscher, wie der Astro-
physiker Stephen Hawking und David Brin
äußerten Bedenken bezüglich der damit
verbundenen Risiken. „Hilfe – wir verraten
den Außerirdischen unsere galaktische Po-
sition!“ Angeblich gibt es uf der Erde Pläne
für eine Planetare Verteidigung. Auf einer ei-
gens geschaffenen Risikobewertung von 1
bis 10, erreichte die unvorsichtige Sendung
von Arecibo im Jahr 1974, doch glatt die
Stufe 8!
1979 startete die Universität Berkeley in
Kalifornien das SETI-Projekt SERENDIP
(Search for Extraterrestrial Radio Emissions
from Nearby Developed Intelligent Popu-
lations). Dafür wurden Radioteleskope mit
Spiegeldurchmessern von 25 bis 65 Metern
verwendet.
Nach Vorschlägen von Paul Horowitz
wurden 1981 neue tragbare Radiofrequenz-
analysatoren entwickelt. Gegenüber den frü-
heren analogen Modellen hatten sie den
Vorteil, dass sie viel mehr und schmälere
Kanäle durchsuchen konnten. Im Jahr 1985
startete die Ohio State University ein eige-
nes SETI-Programm, das Projekt Big Ear,
das später finanzielle Unterstützung von der
schlüsselung eines solchen Signals sehr viel schaftlern die Verwendung künstlicher Neu- Planetary Society erhielt. Diese wurde fünf
schwieriger als das Knacken des „Enigma- trinos als Ansatzpunkt mehrfach diskutiert. Jahre zuvor von Carl Sagan, Bruce Murray
Codes“. Gemeinerweise gibt es auch noch und Louis Friedman gegründet.
weitere ungünstige Einflüsse, als da wären: AUF SUCHE 1992 finanzierte die NASA bzw. die US-
Kosmische Strahlung oder interstellare Wol- Im Jahr 1960 startet Frank Drake von der Regierung, das SETI-Programm MOP
ken, die ein Signal stören, ablenken oder Cornell Universität das erste moderne SETI- (Microwave Observing Program), das später
gar ganz verschlucken. Damit wir das Signal Experiment, das sogenannte Projekt Ozma. als High Resolution Microwave Survey
einer außerirdische Zivilisation empfangen Der Namensgeber ist die Königin von Oz (HRMS) bezeichnet wurde. Mit HRMS wur-
können, die 100 Millionen Lichtjahre entfernt aus den Fantasy-Romanen von Frank L. den gezielt 800 – 1.000 sonnenähnliche
lebt, müsste diese einen sehr starken Sen- Baum. Dafür nutzte Drake ein Radioteles- Sterne innerhalb einer Entfernung von
der benutzen. Seine Leistung müsste über kop des Green-Bank-Observatoriums mit 100 Lichtjahren durchsucht. Doch bereits
zehnmal so stark sein wie die gesamte elek- einem Durchmesser von 26 Metern. Er un- ein Jahr später stoppte der US-Kongress
trische Leistung, die wir heute auf der Erde tersuchte damit die beiden Sterne Tau Ceti das Programm.
erzeugen. Im September 1959 stellten die und Epsilon Eridani nahe dem 1,42-GHz-
beiden Physiker Giuseppe Cocconi und Phi- Band. Nach Abspeichern und durchforsten Künstlerische Darstellung
lip Morrison die These auf, dass sich Mikro- der empfangenen Signale fand er „nichts des Exoplaneten Gliese.
wellen-Frequenzen zwischen 1 und 10 Giga- Auffälliges“. Nicht besser erging es der
hertz (GHz) am ehesten für eine Kommuni- Sowjetunion 1964 bei ihrem Suchpro-
kation eignen. Bei Frequenzen darunter stört gramm.
die kosmische Hintergrundstrahlung und in 1971 finanzierte die NASA Zyklop, eine
dem Bereich darüber verfälschen Wasser- Studie über ein Radio-SETI-Projekt. Es
stoff- und Sauerstoff-Atome unserer Atmo- wurde ein Array mit 1500 Teleskopen
sphäre ein eventuelles Signal. vorgeschlagen. Aufgrund der Kos-
Besonders die untere Grenze dieses ten mit rund
„Mikrowellenfensters“ eignet sich zur Kom- 10 Milliarden Dollar wurde die
munikation, da es einfacher ist, Signale mit Realisierung verworfen. Drei
niedrigen Frequenzen zu senden und zu Jahre später ging das Arecibo-
empfangen, als solche mit hohen. Cocconi Observatorium auf Sendung
und Morrison schlussfolgerten daraus, dass und schickte eine einmalige
sich die Frequenz von 1,42 GHz., die soge- Radiobotschaft von 1.679 Bit
nannte 21-cm-Linie, besonders für eine in- Länge zum Kugelsternhaufen
terstellare Übertragung eignen müßte. M13. Dieser befindet sich in
Eine weitere Methode, Signale von mög- 25.000 Lichtjahren Entfernung.
licherweise existierenden außerirdischen Die Zahl 1.679 hat zwei Prim-
Zivilisationen zu entdecken, verdanken wir faktoren, 23 und 73 und die
dem bekannten Science-Fiction-Autor Nachricht enthält ein Bild von 23
Stanislaw Lem. Er erwähnte in seinem Ro- mal 73 Pixeln. Das Bild stellt das
man „Glos Pana“ (1968) die Möglichkeit, Arecibo-Observatorium, eine
Neutrinos für die SETI-Suche einzusetzen. menschliche Figur, die DNA und die für
Auch Isaac Asimov kam auf die gleiche das Leben auf der Erde notwendigen Ele-
Idee. Aufgrunddessen wurde von Wissen- mente dar.

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GF/FO282/FREUNEK/SETI

Der Bildschirmschoner
für den SETI@home-Client.

ten „Wow-Signal“. Dieses Schmalband-Ra-


diosignal zeichnete der Astrophysiker Jerry
Ehman, am „Big Ear“-Radioteleskop der
Ohio State University am 15. August 1977
auf. Es kam aus Richtung des Sternbildes
Schütze. Da sich das Signal nicht wieder-
holte und weder durch Ehman noch durch
andere ausfindig gemacht werden konnte,
ist seine Natur ungeklärt. Also alles reine
Geldverschwendung?
Nicht ganz. Zwei Ergebnisse kann man
ableiten. Da sind zum einen die Entdeckung
von Exoplaneten, wie zum Beispiel Kepler
22b. Er ist rund 600 Lichtjahre von der Erde
entfernt und wurde mit Hilfe des Teleskops
Kepler gefunden. Die Weiterentwicklung von
Teleskopen und verbesserte Analyse-Ver-
fahren, ermöglichen heute die Entdeckung
von extraterrestrischen Planeten.
Und Nummer zwei? Ein SF-Film! Allen,
die sich dafür interessieren, wie ein solcher
Kontakt mit Außerirdischen verlaufen könn-
te, sei der Film „Contact“, aus dem Jahr
1995 startete das privat finanzierte Pro- Spender wie zum Beispiel Nasa Astronaut 1997 empfohlen. Regie: Robert Zemeckis;
jekt Phoenix des SETI-Instituts in Mountain Bill Anders oder Schauspielerin Jodie Foster Darsteller: Jodie Foster und Matthew Mc-
View, Kalifornien. Es nutzte für die Radio- und der US Air Force gelang es, genügend Conaughey in den Hauptrollen. Amüsanter-
suche das 64-m-Parkes-Teleskop in Austra- Gelder einzusammeln, um den Betrieb weise hat das Weiße Haus, die damalige
lien. Von September 1996 bis April 1998 wieder aufzunehmen. Allerdings wurde die Clinton-Administration, Protest gegen den
stützte sich das Programm auf das Green Aufgabenstellung erweitert. Nun soll das virtuellen Auftritt von Bill Clinton eingelegt.
Bank Radioteleskop und ab August 1998 Telescope Array zusätzlich auch nach Welt- Und zum Abschluss zitiere ich den
schließlich das Arecibo-Observatorium. raumschrott suchen, um so rechtzeitig Schlüsselsatz aus diesem Film, gesprochen
Phoenix wurde 2004 eingestellt. Bei den Gefahren für die kommerzielle Raumfahrt, von Jodie Foster: „Auf unserer Suche nach
800 Sternen innerhalb eines Suchradius von insbesondere Satellitenbetreiber, zu allem, was die Leere erträglich macht, ha-
200 Lichtjahren wurde kein Ergebnis erzielt. mindern. ben wir nur eins gefunden … einander.“
GÜNTHER FREUNEK
SETI@HOME EXOPLANETEN UND CONTACT
Im Mai 1999 initiierte die Unversität SETI Welches Fazit lässt sich jetzt, 50 Jahre nach WEITERGEHENDE LINKS:
das Projekt SETI@home. Dieses Projekt be- den ersten Schritten von SETI, ziehen? Ein http://de.wikipedia.org/wiki/SETI@home
dient sich der Rechenleistung von vielen positives Ergebnis kann SETI nicht vorwei- http://de.wikipedia.org/wiki/Exoplaneten
Computern im Internet, deren Benutzer sie sen. Weder gelang die Kommunikation mit http://www.moviemaze.de/filme/2705/
freiwillig zur Verfügung stellen. Man kann einer intelligenten außerirdischen Spezies, contact.html
das SETI@home-Programm herunterladen, noch wurde ein Signal einer solchen Zivili-
das Datenpakete vom Server der Universität sation gefunden oder empfangen. Größenvergleich vom System Kepler-22
Berkeley abholt und diese im Hintergrund Sieht mal einmal ab von dem sogenann- und den Planetendurchmessern.
(mit geringer Prozessorlast) analysiert, so-
bald auf dem Computer Rechenkapazitäten
frei sind. Ein Bildschirmschoner zeigt den
entsprechenden Arbeitsfortschritt an. Ist das
Datenpaket abgearbeitet, werden die Ergeb-
nisse zurückgeschickt. Das SETI Institute
arbeitete mit der University of California,
Berkeley, zusammen, um im Norden Kalifor-
niens ein neues Radioteleskop, das Allen
Telescope Array (ATA) zu bauen. Es sollte
sich sowohl der Radioastronomie als auch
der Suche nach außerirdischer Intelligenz
widmen. Wie dem Namen zu entnehmen ist,
wurde das Teleskop von Microsoft-Mitgrün-
der Paul Allen unterstützt. Der kalkulierte
Kostenrahmen lag im Bereich von 25 Millio-
nen US-Dollar. 2005 wurde mit dem Bau be-
gonnen. Das SETI Institute stellte das Geld
für den Bau zur Verfügung, während die
Universität Berkeley das Teleskop entwarf
und die Verantwortung für den Betrieb über-
nahm. Im April 2011 war das SETI-Institut
aus finanziellen Gründen gezwungen, die
Forschung mit dem Allen Telescope Array
zu unterbrechen.
Der Betrieb am ATA ruhte, weil der uns
allseits bekannte „Gouvernator“ des klam-
men Bundesstaates Kalifornien die Zu-
schüsse dafür strich. Mit Hilfe privater

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GF/FO282/FRICK/INTERVIEW

INTERVIEW MIT PRISCA BURROWS:

ALS HALBLING UNTERWEGS


IN DIE BUCHHANDLUNGEN
Klaus N. Frick: Unter wie Tolkien sein Völkchen beschrie-
dem Titel »Der Fluch der ben hat, sollten zum Tragen kom-
Halblinge« ist dein aktu- men. Friedlich sein, gern essen und
eller Roman in die Buch- trinken, das Leben genießen und al-
handlungen gekommen – pünktlich len anderen einen schönen Tag
zur Buchmesse und zum Start des wünschen – was könnte besser
»Hobbit«-Filmes. Das Buch sieht sein?
stark aus. Bist du stolz darauf? So ein Volk muss unbedingt mal in
den Vordergrund gerückt werden,
Uschi Zietsch-Jam- um aufzuzeigen, wie eine Welt, in
bor: Und ob! Mit der Ge- der Halblinge leben, aussehen
staltung hat der Verlag könnte. Und jeder kann sich gut in
sich sehr viel Mühe ge- das Völkchen hineinversetzen und
geben. Klappenbroschur, Goldprä- mit ihm mitleben. Jeder kann mit
gung und der Umschlag innen auch auf die Reise gehen, ins Abenteuer
noch bedruckt. Da bleiben keine hinein – und hoffentlich auch wieder
Wünsche offen, das Buch ist ein- zurück.
fach wunderschön. Toll finde ich es, Mein Buch ist aber völlig eigenstän-
dass die Karte in den Umschlag ge- dig, denn auch wenn meine Bogins
setzt wurde, weil man so nicht lan- den Hobbits sehr ähnlich wirken,
ge blättern muss, sondern schnell sind sie durchaus anders. Ich habe
nachschauen kann, wo wir uns ge- bewusst diesen Volksnamen ge-
rade befinden. Den Text auf der wählt, denn »Bogins« heißen die
Rückseite und den Teaser auf der walisischen Kobolde, die ebenfalls
ersten Umschlagklappe finde ich von freundlicher Art sind (also zu-
auch sehr gelungen. Ich finde, das mindest nach den Quellen, die ich
macht neugierig. Und passt zum In- gefunden habe). So habe ich eini-
halt. ges miteinander verwoben und da-
durch Nähe zu unserer Mythenwelt
geschaffen, aber auch eine Affinität
Klaus N. Frick: Der zu Tolkien hergestellt, was sich
Roman erschien bei ebenfalls in der Erzählweise aus-
Lübbe, wo ja auch deine drückt, in der epischen Darstellung,
»Waldsee«-Romane ver- und doch behutsamen Modernität
öffentlicht worden sind. Entstanden im Ausdruck.
die »Halblinge« aufgrund einer Idee Und außerdem … hat Tolkien sich ja
des Verlages, oder war es deine auch ganz ungeniert bei den nordi-
eigene Überlegung? schen Sagen und Legenden (samt
Namensgebung) bedient und die
Uschi Zietsch-Jam- Schöne Gestaltung beim Buchtitel. Stoffe zu einem eigenen Mythos, ei-
bor: Tatsächlich war es eine Idee ner eigenständigen Welt verwoben.
des Lektors, Ruggero Leò, und
zwar bereits 2007! Damals wurde messenem Rahmen aus vorhandenen Stof- Klaus N. Frick: Wie bist du
ja schon eifrig an den (damals noch zwei) fen »bedient« und mich genau wie Tolkien denn ausgerechnet auf diesen
Hobbit-Filmen gearbeitet, und der Lektor auch an der »Edda« und den gälisch-kelti- Namen gekommen? Es ist ja ein
hielt es für eine gute Idee, passend dazu ei- schen Märchen orientiert. Selbstverständ- »offenes Pseudonym«.
nen Halbling-Roman herauszubringen. lich ist es zudem eine Hommage an Tolkien.
Ich war völlig frei in der Gestaltung, und da Die Storyline und der Schauplatz sind prak- Uschi Zietsch-Jambor:
konnte ich natürlich nicht widerstehen. tisch in »Mittelerde« eingebettet, nur eben Selbstverständlich ist es offiziell,
Schließlich habe ich mit 14 den »Hobbit« auf keiner der bisher bekannten Karten ver- dass ich die Autorin bin. Prisca
und dann mit 15 den »Herrn der Ringe« ge- zeichnet. Das hat auch seinen Grund, wie Burrows ist nämlich mein
lesen, was damals wie eine Initialzündung die Leserin und der Leser bei aufmerksamer »Original«-Hobbitname. Es gibt einen Na-
für mich war, es erzählerisch auch mal mit Lektüre erkennen können (wenn sie möch- mensgenerator für Hobbitnamen (wie übri-
der Fantasy zu versuchen, da ich Märchen, ten). gens auch für Elben und Zwerge) im Inter-
Sagen und Legenden sehr liebe und seit net, den ich während meiner Recherchen
über vier Jahrzehnten sammle. Ich wollte ei- Klaus N. Frick: Kritisch nach- entdeckt habe, und nach Eingabe meines
gentlich neben meinen sonstigen Texten im- gefragt … ist das nicht eine Plün- Namens erschien die Prisca (Frumble Bur-
mer etwas in dieser Art schreiben, war nur derung des Tolkienschen Wer- rows).
bis dahin nie auf die Idee gekommen, es kes?
auch tatsächlich zu tun. »Fantasy« in Ro- Klaus N. Frick: Und das
manform, das gab’s damals in Deutschland Uschi Zietsch-Jambor: Oh war alles?
bis zur Gründung des Labels der »Hobbit nein, ganz und gar nicht! Klar,
Presse« gar nicht. meine Halblinge sind den Hob-
So kehre ich mit dem »Fluch der Halblinge« bits sehr ähnlich, das ist aber völ-
heute also praktisch »back to the roots«. lig beabsichtigt. All die wundervollen Eigen-
Entsprechend habe ich mich hier in ange- schaften, die Idealisierung des Engländers,

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GF/FO282/FRICK/INTERVIEW

Uschi Zietsch-Jambor: Das Uschi Zietsch-Jambor: Ja, Klaus N. Frick: Was hat es mit
hat mir so gefallen, dass ich dazu das ist durchaus interessant und dem Bücherlindwurm auf sich?
die Figur der »Historikerin« er- für den einen oder anderen sicher Klingt ja sehr geheimnisvoll …
schaffen habe, um die Geschich- auch irritierend. Der Traffic ist
te des Volkes der Bogins praktisch »authen- sehr viel höher als ich »Gefällt mir«- Klicks Uschi Zietsch-Jambor: Die
tisch durchzuziehen«, indem ich die Histori- habe – das sind natürlich noch nicht so viele Bücherlindwürmer sind auch et-
kerin sozusagen selbst erzählen lasse. Die –, weil ja alle Postings öffentlich sind und was ganz besonderes. Das sind
»Biographie« entspricht demnach ziemlich die Neugier doch einmal dazu antreibt, kleine Drachen, die Bücher hü-
meiner, und die dort genannten Namen nachzuschauen, wer die Autorin des ten, katalogisieren und bewahren – also wie
ebenso wie im Dank und der Widmung sind »Fluchs der Halblinge« sein mag. Und des- ein Drache seinen Schatz auf seinem Hort,
auch alle »echt«. Alles rundum stimmig, das halb kommen erstaunlicherweise die meis- nur hier ist es das Wissen. Die Bücherlind-
hat Spaß gemacht. ten Rückmeldungen per Mail. Prisca hat aus würmer haben sich auf Bücher spezialisiert,
diesem Grund inzwischen auch eine eigene nicht auf Gold und Geschmeide, und ihr
Klaus N. Frick: Wie viel von Mailadresse erhalten (prisca(at)uschizietsch. Hort ist eine riesige Bibliothek. Sie sind klein
Uschi Zietsch oder Susan de). und lustig, unentbehrlich für Bibliothekare,
Schwartz steckt eigentlich in intelligent, frech, hervorragende Witzeerzäh-
Prisca Burrows? Klaus N. Frick: Und wenn du ler und lieben genau wie die Bogins gutes
aus deinem Buch vorliest, wie zu- Essen. Das sie ihnen vom Teller klauen.
Uschi Zietsch-Jambor: Oh, letzt bei der RingCon, verkleidest
eine Menge. Susan Schwartz du dich dann auch als Halbling? Klaus N. Frick: Wie soll es mit
lieferte die sachlichen Fakten – Wirst du zu Prisca Burrows? Prisca und ihrer Historiker-Arbeit
denn die von mir beschriebene weitergehen? Weitere Pläne?
Insel existiert ebenso wie die meisten Orte, Uschi Zietsch-Jambor: Ja, ich
nur eben ein wenig »verfremdet«, wobei die trete ganz und gar als Prisca auf, Uschi Zietsch-Jambor: Prisca
Verfremdung historisch bedingt ihre Berech- auch meine sprachliche Aus- hat auf ihren Reisen und den
tigung hat. Dazu gehören auch die Namen drucksweise und mein Verhalten Gesprächen mit den Betroffenen
der beschriebenen Figuren, die isländisch, verändert sich. Dazu klassische Gewandung jede Menge spannendes Material
keltisch und teilweise der Edda entlehnt und Häubchen, Augengestell, Schreibfeder, gesammelt, das noch keine Berücksichti-
sind. Einige menschliche Figuren haben so- Tintenfässchen, und ein ledernes, handge- gung gefunden hat, um den Rahmen des
gar einen sagenhistorischen Hintergrund. bundenes Notizbuch mit handgeschöpftem Buches nicht zu sprengen. Da gibt es noch
Uschi Zietsch war dann dafür verantwort- Papier. Ich schlüpfe hinein und fühle mich einiges, das sie verarbeiten kann und sicher
lich, den Figuren Klang und Tiefe zu verlei- dann auch so. Nur das mit den großen auch niederschreiben wird. Es ist schließlich
hen, und Prisca Burrows wiederum verwob Füßen klappt nicht, meine Füße sind einfach die Geschichte ihres Volkes ...
alles zu einem harmonischen Ganzen und zu klein. Andererseits bin ich für eine Bogin
erzählte die Geschichte insgesamt. auch ein wenig groß geraten. Eine Eigen- Klaus N. Frick: Vielen Dank für
schaft allerdings, die der junge Fionn Hell- das Beantworten der Fragen –
Klaus N. Frick: Für Prisca haar, der all die beschriebenen Abenteuer und weiterhin viel Erfolg!
Burrows gibt es sogar eine eige- erlebt und wahrhaftig Geschichte schreibt,
ne Facebook-Seite. Wieso das mit mir teilt. Uschi Zietsch-Jambor: Ich
denn? Bilder finden sich auf Priscas Facebook- habe zu danken – im Namen von
Seite. Mit dabei ist natürlich Litli, mein Prisca!
Uschi Zietsch-Jambor: Prisca Bücherlindwurm.
hat ihre eigene Geschichte er-
zählt, sie soll also selbst zu Wort
kommen und von ihrem Werde- USCHI ZIETSCH-JAMBOR ALIAS SUSAN SCHWARTZ ODER PRISCA BURROWS
gang berichten. Schließlich ist sie ein Binde-
glied zwischen der archaischen Welt der ist Jahrgang 1961 und wuchs auf am
Bogins aus einer unbekannten Epoche Stadtrand im Münchner Westen.
unserer Erde und der allergegenwärtigsten Ihre ersten Geschichten begann sie be-
Gegenwart, nämlich unserem Heute. reits im Alter von drei Jahren zu erzählen
und konnte es kaum erwarten, in die
Klaus N. Frick: Diese Face- Schule zu dürfen, um Lesen und vor allem
book-Seite wird ja komplett von Schreiben zu lernen. In der Folgezeit füllte
dir erstellt und betrieben. Gibt es sie die Schulhefte lieber mit unglaub-
Unterstützung vom Verlag dafür? lichen Geschichten anstatt mit Rechen-
aufgaben.
Uschi Zietsch-Jambor: Nein, Ihr erster „richtiger“ Roman war eine
gar nicht. Aber das macht Prisca Pferdegeschichte im Wilden Westen.
nichts aus – sie ist es gewohnt, 1978 verschickte sie ihren ersten Daher gründete sie einen eigenen Verlag,
auf sich gestellt zu sein. Recher- 1000-seitigen Fantasywälzer an verschie- nämlich Fabylon, „der Verlag mit dem
chieren und schreiben ist seit je her eine dene Verlage und bekam sofort eine Men- Faible fürs Fabelhafte“. Danach folgten
einsame Aufgabe. Dennoch möchte sie in ge Resonanz. Das Manuskript wurde Kontakte zu FanPro sowie die Autoren-
bescheidenem Rahmen andere daran teil- zwar nicht verlegt, aber es verhalf ihr zu tätigkeit für die Perry-Rhodan-Serie. 1996
haben lassen und Hintergründe mit ein- Kontakten und persönlichen Gesprächen erfolgte der Wechsel in die Selbständig-
beziehen. mit Lektoren, die ihr viele Tipps und Hin- keit. Im Jahr 2003 verließ sie dann das
weise gaben und so den Weg zum Profi Perry-Rhodan-Team, um sich wieder
Klaus N. Frick: Wie ist die ebneten. mehr auf eigene Projekte zu konzentrieren
Interaktion mit den Lesern, die Im Dezember 1984 wurde ihr Fantasy- und auch den Fabylon-Verlag wiederzu-
eine solche Facebook-Seite be- Roman „Sternwolke und Eiszauber“ vom beleben. Seit September 2004 lebt und
suchen? Das ist ja etwas eher Heyne Verlag angenommen und erschien schreibt sie auf einem kleinen Hof in der
ungewöhnliches. 1986. Leider kam es zu diesem Zeitpunkt Nähe Memmingens, einem Dorf mit 150
zu Programmkürzungen, vor allem bei Einwohnern und mindestens 350 Kühen.
Fantasy & Science Fiction von deutsch-
sprachigen Autoren. QUELLE: WWW.USCHIZIETSCH.DE

8 FANDOM OBSERVER 282 · 12/2012


GF/FO282/MÖHLE/REZENSION

JACK MCDEVITT Besuche auf gefährlichen Planeten und ein


kosmisches Phänomen. Letzteres ist in

FIREBIRD FIREBIRD besonders originell, origineller als


die, die McDevitt bislang in seiner Future
History kreierte (ob es astrophysikalisch
auch nur annähernd Sinn macht, kann und
Mit FIREBIRD legt der US-amerikanische will ich nicht erörtern, was ohnehin zu einer
Autor Jack McDevitt bereits den sechsten – vermutlich fruchtlosen – Grundsatzdiskus-
Band um den Antiquitätenhändler Alex Be- sion über manche Aspekte der Science Fic-
nedict und um seine Pilotin Chase Kolpath tion führen könnte …). Erfreulich ist auch,
vor. Alex Benedict ist selbstverständlich ein dass der Autor diesmal darauf verzichtete,
Antiquitätenhändler der Zukunft. Die Arte- diverse Attentate auf seine Protagonisten
fakte, mit denen er handelt, stammen aus verüben zu lassen und sie in Verschwörun-
der Historie der Menschheit, die mit dem gen zu verwickeln, wie es in den vorange-
Aufbruch zu den Sternen begann und mitt- gangenen Romanen der Fall war. An ihre
lerweile mehrere tausend Jahre umfasst. Stelle sind die Auseinandersetzungen mit
Dabei erstaunt es, wie sehr die wirtschaft- den durchgeknallten KIs auf dem Planeten
lichen und gesellschaftlichen Verhältnisse Villanueva getreten, woraus sich eine ambi-
denen der Realwelt ähneln. Auch die Tech- valente Nebenhandlung ergibt, in der die
nik mutet an, als würde FIREBIRD (und die Rolle Alex Benedicts (nach ECHO) erneut
vorangegangenen Romane) nur wenige hun- als zwiespältig dargestellt wird. Und die den
dert Jahre in der Zukunft spielen, zumindest Roman auf seinen Umfang bringt, was aber
verglichen mit anderen einschlägigen SF- nicht stört. Das gilt auch für die eigentümli-
Romanen und -Serien. Diese unprätentiöse che Diskrepanz zwischen dem Umfang der
Darstellung ist zwar auch für das übrige menschlichen Historie in der Galaxis und ih-
Werk des Autors typisch, mutet in diesem verstarb – oder spurlos verschwand. Wäh- rem sozialen, politischen und technischen
Fall aber etwas widersprüchlich an, auch rend Chase Kolpath es für aussichtslos hält, Niveau, weil sie den Handlungsablauf nicht
wenn man sie mit dem Tempo der techni- die Angelegenheit weiter zu verfolgen, wit- beeinträchtigt.
schen Entwicklung in der Realwelt ver- tert Alex Benedict ein großes Geschäft – Mit FIREBIRD hat Jack McDevitt einen
gleicht. wegen der mysteriösen Umstände des Ver- der besten Romane seiner Future Historie
Vor FIREBIRD erschienen die Romane schwindens des Physikers, der durch sein verfasst. Und dass der Roman routiniert er-
DIE LEGENDE VON CHRISTOPHER SIMS Fachgebiet auffiel: der Erforschung von zählt ist, erübrigt sich bei einem erfahrenen
(zusammen mit ERSTKONTAKT in Bastei/ Multiversen. Doch bevor die Versteigerung Autor wie Jack McDevitt beinahe zu sagen.
Lübbe-SFTB 24274, 2000), POLARIS (Bas- stattfindet, graben Alex Benedict und Chase
tei/Lübbe-SFTB 24239, 2006) DIE SUCHE Kolpath in der Vergangenheit des Physikers, ARMIN MÖHLE, WALLENHORST
(Bastei/Lübbe SFTB 24362, 2007), DAS um seinen Marktwert zu steigern. Dabei fin-
AUGE DES TEUFELS (Bastei/Lübbe-SFTB den sie heraus, dass er sich nicht nur für
24386, 2009) und ECHO (Bastei/Lübbe- Multiversen interessierte (und dafür, Wege
SFTB 24646, 2011). Die Menschheit hat of- zwischen ihnen zu finden …), sondern auch „Firebird“, 2011,
fenbar eine Reihe von Planeten besiedelt, für die unregelmäßigen Sichtungen von deutsche Erstausgabe, aus dem
die eine lockere Konföderation bilden und geisterhaften Raumschiffen, die unvermittelt Amerikanischen von Frauke Meier,
von denen Rimway, von dem aus Alex auftauchten und wieder verschwanden, Bastei/Lübbe-SFTB 20683
Benedict und Chase Kolpath ihre Geschäfte ohne dass eine Kommunikation mit ihnen (www.luebbe.de)
betreiben, der wichtigste ist. möglich war. ISBN 979-3-404-20683-4, 2012,
Der „Rainbow Enterprises“, der Firma FIREBIRD vereint viele Handlungselemen- 525 Seiten, 9+99
Alex Benedicts, werden diverse Gegenstän- te, die bereits in den vorangegangenen Ro- Coverzeichnung: Sebastian
de aus dem Nachlass des Physikers Chris- manen dieser Future History zu finden wa- Zakrzewski & Albert Kozak
topher Robins angeboten, der vor 41 Jahren ren: kriminalistisch anmutende Ermittlungen,

PETER STRAUB Umfang von Büchern offenbar vermeintli-


chen Markterwartungen geschuldet, und

OKKULT nicht mehr dem Inhalt. Doch bei Peter


Straub war das bislang anders.
Der Schriftsteller Lee Harwell fasst den
Entschluss, ein Ereignis zu ergründen, dass
Mit OKKULT liegt nach SCHATTENSTIM- vor allem durch ihre eindringliche, bedrohli- sich von vierzig Jahren, gegen Ende seiner
MEN (Heyne Paperback 56508, 2006, Nach- che Atmosphäre zu überzeugen wussten. Highschool-Zeit, zugetragen hat. Er kann
druck als Heyne TB 72181, 2008), also nach Mit seinen letzten zwei vor OKKULT erschie- die Ungewissheit wohl nicht mehr ertragen
sechs Jahren, wieder ein Roman des US- nenen Romanen, HAUS DER BLINDEN … (Dieser Kunstgriff sei dem Autor verzie-
amerikanischen Horror-Autors Peter Straub FENSTER (Heyne Paperback 43000, 2004, hen, weil es den Roman anderenfalls nicht
vor. Nachdruck als Heyne TB 43306, 2008) und gegeben hätte.) Seinerzeit waren seine Har-
Straub ist durch eine Reihe von heraus- SCHATTENSTIMMEN, enttäuschte der Au- wells spätere Frau Lee, einige seiner Schul-
ragenden Romanen im deutschen Sprach- tor aber stark: Mit den Plots plagiierte sich kameraden und zwei Studenten unter den
raum bekannt geworden, so durch WENN der Autor selbst, und die Romane waren Einfluss des Gurus Spencer Mallon geraten.
DU WÜSSTEST (u. a. als dtv TB 20786, deutlich dünner als bislang gewohnt, so Mallon war kein erfolgreicher Guru, was den
2005), GEISTERSTUNDE (u. a. als Heyne TB dass Straub seine Vorzüge nicht zum Ein- Umfang seiner Anhängerschaft betrifft, doch
72004, 2005), DER HAUCH DES DRACHEN satz bringen konnte oder wollte. sie genügte, um seine materiellen und sexu-
(u. a. als Heyne TB 123902, 2003), KOKO (u. Mit einer gewissen Skepsis ging ich also ellen Bedürfnisse zu befriedigen. Sie folgte
a. als Heyne-TB 48348, 2007), MYSTERY (u. an die Lektüre von OKKULT heran. Der Um- ihm auch zu einem geheimnisvollen Ritual,
a. als Heyne-TB 8603, 1997), MISTER X. (u. fang des Buches stimmte mich immerhin das außer Kontrolle geriet, einen Studenten
a. als Heyne TB 16003 , 2000) u. a. m., die gedämpft optimistisch. Heutzutage ist der tötete, den zweiten verschwinden ließ und

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GF/FO282/SCHWARZ/REZENSION

die Highschool-Schüler auf verschiedene allem findet Straub dennoch zu seinen alten
Arten und Weisen versehrte. Lee Harwell Stärken, zu authentischen, eindringlichen
nahm an dem Ritual nicht teil, da er Spencer und dichten Beschreibungen zurück, die mit
Mallon für einen Scharlatan hielt. Er sucht spannenden Geschehnissen verbunden
die Überlebenden auf und lässt sich ihre werden.
Versionen der Ereignisse erzählen. Den OKKULT ist atmosphärisch dicht, der
Schlusspunkt setzt seine Frau. Rückblick auf vier Jahrzehnte sorgt für
Peter Straub erzählt das Geschehen aus Detailreichtum und Vielseitigkeit. Wenn OK-
den Perspektiven der Teilnehmer des Ritu- KULT als Comeback des Peter Straub kon-
als, die sich deutlich voneinander unter- zipiert war, dann kann man nur sagen, dass
schieden, lässt ihre Lebensgeschichten, ihre es gelungen ist.
aktuellen Lebensumstände und andere Ne-
benhandlungen einfließen (wie eine Krimi- ARMIN MÖHLE, WALLENHORST
handlung, was für Straub typisch ist). Der
Plot des Romans ist für erfahrene (Horror-)
Leser sicherlich keine Überraschung, näm-
lich, dass jenes Ritual die Grenzen zwischen
der Realwelt und dem Bösen aufriss. Das ist
auch im Vergleich zu früheren Romanen des „A Dark Matter“, 2010,
Autors nicht spektakulär. Straub nimmt sich deutsche Erstausgabe, aus dem
jedoch viel Raum, um die Geschichten sei- Amerikanischen von Ursula Gnade,
ner Protagonisten (in doppelter Hinsicht, Heyne TB 43590 (www.heyne.de),
versteht sich) zu erzählen, die reizvoller sind ISBN 979-3-453-43590-, 2012,
als ihre unmittelbare Konfrontation mit einer 559 Seiten, 9+99
Welt neben unserer, wobei Straub hin und Coverzeichnung: N. N.
wieder etwas zu weitschweifig wird. Alles in

DER HOBBIT
EINE BESPRECHUNG / REZENSION VON RUPERT SCHWARZ

Nun, da Peter Jackson auch mit „Der Die Geschichte wurde von Charles Diron
Hobbit“ die Vorgeschichte zum Herrn der und David Menzel in drei Comicbänden
Ringe verfilmt, ist J. R. R. Tolkiens Erst- meisterhaft umgesetzt. Die aktuelle Ausga-
lingswerk voll im aller Munde. Der Carl- be bei Carlsen bringt nun alles in einem
sen Verlag nutzt dies um eine Neuausga- Band heraus. Das Cover der Neuausgabe
be des Comics aus den Jahren 1989/90 ist nebenstehend links, zu sehen.
neu aufzulegen. Ich musste doch sehr
grinsen, als ich folgenden Text meiner Auf 134 Seiten wird die Geschichte aus-
Rezension zur Erstausgabe dieses führlichst erzählt und was sich nicht zeich-
Comics von 20 Jahren gelesen hatte: nerisch darstellen ließ, wurde in vielen Text-
passagen eingefügt. So kommt es, dass
„Es ist erstaunlich, dass fast jeder, der den man zum Lesen dieser Comicadaption ca.
Herrn der Ringe gelesen hat, die Vorge- zwei Stunden benötigt. Man sieht, dass sich
schichte dazu, Der kleine Hobbit, nicht Charles Bixon und Sean Deming größte
kennt. Vielleicht liegt es daran, dass dieses Mühe gegeben haben, die Handlung ohne
Werk als Kinderbuch gedacht ist und sich Lücken in eine bildhafte Form zu bringen.
so mancher Erwachsene als zu alt sieht, um
sich damit zu befassen.“ Heraus kam ein harmonischer und dyna-
mischer Comic, der irgendwo zwischen
Heute lesen Erwachsene vermehrt Prinz Eisenherz und einem franko-beligi-
Jugendbücher und der Hobbit ist natürlich schen Comic liegt. Die Zeichnungen von
sehr präsent. Peter Jacksons Inszinierung David Menzel sind im passendem Stil zur
als Trilogie in einem deutlich erwachseneren Geschichte. Die aquarellierten Tuschzeich-
Format bewirkte auch, dass aus dem Buch- nungen sind gut, detailgenau, zeitlos und
titel das Wort „kleine“ verschwunden ist und Titelseite des Albums ohne Leerräume im Hintergrund. Für diese
es nun nur noch „Der Hobbit“ heißt. Dies ist Neuausgabe wurden die Zeichnungen neu
auch gut so, denn im Englischen kam dieser Bilbo sei ein Meisterdieb. Und einen Dieb eingescannt und digital verbessert. Im Klar-
Größenbezug im Titel auch nicht vor. Für all brauchen sie, denn es gilt einen Schatz zu- text heißt dass, den Zeichnungen wurde
die wenigen, die den Inhalt also noch nicht rück zu stehlen, den ein Drachen einst den mehr Farbtiefe und mehr Kontrast gegeben,
kennen hier eine kurze Zusammenfassung: Zwergen stahl. Als Bilbo zusagt, weiß er denn die ursprünglichen Zeichnungen waren
nicht, worauf er sich einlässt, denn Drachen teilweise etwas blass und sind in dieser
Liebevoll werden die Abenteuer des Hob- sind ja bekanntlich äußerst unangenehme Form nicht mehr zeitgemäß (könnte aber
bits Bilbo Beutlin beschrieben, der eigent- Zeitgenossen. Auf der langen Reise zu der natürlich auch am Druck von damals gele-
lich, wie die meisten Hobbits, nichts von Drachenhöhle hat er viele Abenteuer zu be- gen haben). Es wurden aber auch Panels
Abenteuern wissen wollte. Es ist Gandalf, stehen. Er begegnet Trollen, Riesen, Elben und ganze Seiten neu gestaltet. Als Beispiel
der Zauberer, der Bilbo aus seinem geruh- und Orgs. Am Ende muss er sich sogar als habe ich das untere Panel von Seite 33 der
samen Leben reisst und ihn in eines der Diplomat beweisen und seine Entscheidun- Neuausgabe mit der ursprünglichen Version
größten Abenteuer verwickelt. Zwerge besu- gen zollen von Weisheit, die man ihm nicht verglichen. Hier werden alle Unterschiede
chen ihn, denen Gandalf eingeredet hat, zugetraut hätte. offenbar (auf Seite 11, oben links, ist die ur-

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GF/FO282/SCHWARZ/REZENSION

Panelvergleich bzw. Gegenüberstellung


von ALT zu NEU. Augenfällig sind die
unterschiedlichen Textboxen:

Das deckende Gelb-Orange der


Alt-Ausgabe wurde ersetzt durch
moderner wirkende weiße Kästchen,
mit 70 % Deckkraft.

Wie gesagt ist die Umsetzung sehr ge-


lungen. Allerdings nahmen im letzten Drittel
die vielen Textpassagen überhand und man
merkte sehr wohl, welche Schwierigkeiten
das Team hatte, den Band in diese 134 Sei-
ten umfassende Comicadaption zu zwängen
(zumal die ursprüngliche Aufteilung auf drei
Bände eine weitere Restriktion bedeutete).
Die Comics erschienen in der Erstausgabe
im Alpha-Comic Verlag, ausnahmslos in ei-
ner Hardcoverausführung und umlaufendem
Titelbild. Von diesen wurden leider nur das
erste zu Beginn und das zweite am Ende
abgedruckt. Überhaupt fehlt der ganze
editionale Teil, der bei einer solchen Neu-
ausgabe normalerweise enthalten wäre.

sprüngliche Zeichnung zu sehen und ne-


benstehend rechts, die aus der aktuellen
Ausgabe).

Es ist heute nicht mehr zeitgemäß,


Panels so zu durchbrechen, wie Wenzel es
mit Gandalf und seinem Pferd gemacht hat.
Dies wurde korrigiert und im Gegenzug er-
hielt der Zauberer eine dynamischere Pose.
Auffälliger ist jedoch, dass die Textpassagen
nun in halbtransparenten Kästen unterge-
bracht sind und nicht mehr in einem Meer
aus Ocker verschwinden. Dies ist vor allem
gegen Ende der Geschichte ein großes Pro-
blem, wenn sehr viel Text abgehandelt wird.
Und natürlich fällt das viel professionellere
Lettering auf, dass nicht, wie es auf dem
ersten Blick scheinen mag, aus dem Com-
puter stammte, sondern noch mit hoher
Kunstfertigkeiten per Hand von Hartmut
Klotzbücher gelettert wurde. Im Vergleich
zudem ist deutlich der Unterschied in der
Farbgebung und in der Schattierung zu se-
hen. Beide Zeichnungen weisen Vor- und
Nachteile auf, aber insgesamt betrachtet
sind die neuen Bilder besser und passender.
Eines aber noch: Wenn man den linken Bild-
rand der neuen Zeichnung sich ansieht,
dann wird ein Problem der neuen Ausgabe Ansonsten aber ist die Neuausgabe sehr
offenbar: Mein Scanner konnte das Bild Titel: Der Hobbit gelungen. Die Farben sind tief und satt und
nicht sauber wiedergeben, da der linke Teil Autor: David Wenzel und der Hochglanzdruck lässt keine Wünsche
sehr nahe am Bund war. Obwohl die Zeich- Charles Dixon offen.
nungen nicht verkleinert wurden, ist das Comic nach J. R. R. Tolkiens
neue Format in der Höhe um ca. 1 cm und „Der Hobbit“ Die Comicumsetzung ist aufgewendig
in der Breite sogar 2 cm kleiner. Dies be- Textbearbeitung und Lettering: und sehr gelungen. Im zeitlosen Stil wird
wirkt, dass der Abstand zum Seitenrand auf Hartmut Klotzbücher eine zeitlose Geschichte erzählt. Zeichner
ein Minimum verkleinert wurde und vor al- Buch/Verlagsdaten: Carlsen Comic, David Wenzel war definitiv die richtige
lem der Abstand zum Bund ist leider oft zu Juli 2012, 140 Seiten gebundene Person für das Projekt.
gering. Ausgabe, 24+90
ISBN: 978-3-551-76103-3 Fazit: 9 von 10 Punkten.

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GF/FO282/DIES & DAS

SANDMANN-AUSZEICHNUNG
LAUDATIO AUS MAILAND

Auf dem Filmfest in Mailand die beste Kameraarbeit beim


wurde der Film „Sandmann“ Grand Off Festival in Warschau
als bester Studentenfilm aus- und bei der Filmschau Baden-
gezeichnet. Nachstehend die Württemberg in Stuttgart.
Laudatio dazu im Original:
Ich bin erleichtert, dass der
An excellent screenplay with Film nun doch noch seine Festi-
awesome actors, for this film valehrungen erhalten hat, nach-
produced by the Filmakademie dem alle großen Festivals den
Baden-Württemberg. Notwith- Film ignorierten. Erfreulich ist au-
standing the difficulty in shooting ßerdem, dass die ersten Schulen
costume dramas, the director eine Vorab-DVD-Kopie Sand-
impressively succeeded in ren- manns über Lingua-Video er-
dering in a very incisive way standen. Bei zwei Schulen war
E.T.A. Hoffmann’s horror tale, ich zu Gast im Unterricht. Es war
involving the audience in a dark mir eine große Freude den Schü-
atmosphere of temptation and lern Rede und Antwort zu stehen
obsession. und so noch mal direktes Feed-
back auf den Film zu ernten.
Der Preis wurde in Anwesen-
heit von Filmlegende Rutger Euch allen, die am Sandmann
Hauer (Blade Runner) übergeben beteiligt waren, noch mal ein
(siehe Foto im Anhang). In der Jury des Etwa zeitgleich gewann der Sandmann herzliches Dankeschön! Ohne euch wäre
Festivals saß unter anderem Kult-Regisseur den Preis der Studentenjury beim Festival of der Film nicht möglich gewesen!
Robert Rodriguez (From Dusk till Dawn), der Fine Arts in Ungarn. Ende November läuft
war jedoch nicht anwesend. der Sandmann noch mal im Wettbewerb um ANDREAS DAHN

AUS DER HEFTROMAN-WELT


PERSONELLER WECHSEL IN DER EXPOSÉ-ARBEIT

„Fließender Übergang mit Wer sich für weitere Details Neben einem ausführlichen Rundgang
dem Zykluswechsel ab interessiert, wird unter ande- über den WeltCon werden die Highlights
Perry-Rhodan-Band rem auf der Homepage von der Veranstaltung gezeigt: Die »Macher«
2700“ – so steht es auf Michael Marcus Thurner www. von PERRY RHODAN sprechen über die
der Perry-Homepage. Die mmthurner.at fündig. Dort ist Zukunft der Serie (»Kurs 3000«), und in
Fakten: ein ausführliches Interview einer großen Diskussionsrunde kommen
Wenn am 17. Mai 2013 zum Thema. Ansonsten be- die aktuellen Team-Autoren zu Wort (»Die
der PERRY RHODAN-Ro- dankt sich die Die PERRY All-Mächtigen«). Dazu gibt es jede Menge
man 2700 erscheint, be- RHODAN-Redaktion für das Mitschnitte von Lesungen, Interviews und
ginnt nicht nur ein neuer große Engagement, das Uwe vieles andere mehr mit einer Gesamtlauf-
Zyklus in der Science-Fic- Anton als Exposéautor einge- zeit von 150 Minuten.
tion-Serie: Mit diesem Ro- bracht hat, freut sich auf viele Die DVD kann bei Amazon oder alter-
man ändert sich auch die neue Uwe-Anton-Romane und nativ auf der Website von www.larp.tv/
Exposéarbeit. Ab Band drückt dem neuen Exposé- tv2/ bestellt werden.
2700 sind die Autoren Duo die Daumen.
Christian Montillon und
Wim Vandemaan für die Exposés zustän- DVD ZUM PERRY RHODAN-
dig; sie gestalten ab diesem Band die
WELTCON 2011
Handlungsführung der Serie und schrei-
ben die Vorgaben für die Autoren. Uwe Der große PERRY RHODAN-WeltCon
Anton, der diese Tätigkeit im Frühjahr 2011 im Mannheimer Kongresszentrum
2009 ursprünglich als Vertretung für den Rosengarten liegt in der Zwischenzeit ein
schwer erkrankten Robert Feldhoff über- Jahr zurück. Für diejenigen, die bei diesem
nommen hatte, gibt die Exposéarbeit ab Ereignis nicht dabei sein konnten, aber auch
Band 2699 ab. „Ich möchte mich stärker für alle anderen, die noch einmal die Höhe-
auf das Schreiben meiner eigenen Roma- punkte dieser Veranstaltung Revue passie-
ne konzentrieren“, sagt der PERRY ren lassen möchten, gibt es jetzt die Erinne-
RHODAN-Autor. „Bei PERRY RHODAN rungs-DVD zum 50-jährigen Bestehen der
werde ich demnächst mit mehr Romanen Serie. QUELLE:
vertreten sein.“ WWW.PERRY-RHODAN.NET

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GF/FO282/OSNABRÜCK – CINESTAR

JAMES BOND BEI RAHENBROCK


DER TAG, AN DEM 007 INS CINESTAR NACH OSNABRÜCK KAM

Freitag, 26.10.2012: Post vom Autohaus Ich beschließe, den nächstgelegenen


Ford Rahenbrock. Hm, ob das ein Ange- Eingang zum Kinosaal 5 anzusteuern, um
bot für den Wintercheck ist? Oder – herr- mir einen angenehmen Sitzplatz zu si-
jeh, gar eine Rechnung? chern. Im hinteren Drittel erspähe ich
eine Reihe mit verlängertem Rückenteil,
Mitnichten! Es ist Post vom Geschäftsführer beinahe mit Kopfstützen-Charakter. Ich
Ubbo Latajka. Aha – und was will der platziere mich ziemlich genau in der Mit-
Mann? Mich einladen, denn treue Kunden te und sage artig dem Sitznachbarn
bittet er zum großen Rahenbrock-Event am „Grüß Gott“. Der schaut etwas irritiert,
Samstag, den 3. November. Angesagt ist fährt aber schnell fort, seiner Frau die
das Rudelgucken des neuen James-Bond- Bestellung in Sachen Getränk und
Streifens „Skyfall“. Zwar bin ich kein Ford- Knabberei zu erläutern. Ach, so ist
Kunde, aber seit die Osnabrücker das! Tja Pech, dass es mir nicht ge-
Peugeot-Weser-Ems-Gruppe nach ihrer lungen ist, Susanne zum Mitkommen
„Übernahme“ durch Rahenbrock, zum An- zu bewegen, denn dann könnte ich …
gebotssortiment dieses Autohauses gehört, Für die Statistiker unter den FO-Le-
darf auch ich mich als Kunde fühlen. sern: Aus alter Gewohnheit, siehe SF-
Na, da ziert man sich nicht lange und ant- Tage im Dortmunder Harenberg-Center
wortet mit „ja, ich will!“ Eine Woche später und der damaligen Besucher-Zählwei-
ist es dann soweit. Das Auto stelle ich in der se, versuchte ich mich in einer groben
Eisenbahnstraße von Osnabrück ab. Von da Schätzung. Anhand der Sitzreihen
aus sind es zu Fuß noch gefühlte sieben Mi- und der Befüllung des Kinosaals
nuten zum Osnabrücker Hauptbahnhof und Nummer 5, kam ich auf rund 90 bis
dem Kinocenter Cinestar. Sicherer ist das, 120 Anwesende. Wie schon erwähnt,
denn wer weiß, wie die Parkplatzsituation in es gab der Kinosäle vier. Und das
der Bahnhofsgarage ist – am Samstag-Mit- Foyer war proppenvoll, so dass von
tag und vor allen Dingen, wieviel Kunden 350 bis 450 Besuchern ausgegan-
Rahenbrock zu dieser Veranstaltung gela- gen werden kann.
den hat? Zurück zum Programm, das zog
Am Bahnhofsvorplatz das erste Stirnrun- sich hin. Überbrückt wurde die War-
zeln. Ein Auto mit Blaulicht vor dem Kino- tezeit von Werbetrailern in bewegt,
center und eine wahre Menschentraube vor hier ein Kurzfilm von einer siebziger
dem Eingang. Ist das die Polizei – unser oder 80er-Jahre Auto-Rallye bzw.
Freund und Helfer? Es fällt mir wieder ein, von Standbildern, die Aufnahmen
dass NDR 2 im Frühstücksradio von Streik des Hauses Rahenbrock von der Frühzeit
bei der großen Kinokette berichtete. Aber, bis zu den Niederlassungen der Gegenwart
war das nicht Cinemaxx? Egal. Ich arbeite zeigten. Ja, kann man schauen, nach der
mich in Richtung Kinoeingang vor. Nein, we- fünften Wiederholungs-Schleife läßt aber
der Polizei, noch Feuerwehr, ein Oldtimer, die Aufmerksamkeit spürbar nach.
aufgestellt von Rahenbrock, ist des Rätsels Doch schließlich war es vollbracht. Der
Lösung. Ja, gut, ich quetsche mich am fla- Kinosaal wurde abgedunkelt und die
nierenden Volk vorbei, gebe die Einladung Filmvorschauen und Werbespots des Ci-
bei der Einlaßkontrolle ab, erhalte Verzehr- nestar füllten die Leinwand. Hatte ich er-
bons in krass-grün und signal-rot und darf wähnt, dass der Sitznachbar die Ehefrau
nun die Treppe in Richtung Kinofoyer erklim- zum Verzehrbon-Einlösen abkomman-
men. Tief Luft holen, es ist Volk anwesend – dierte? Sie war erfolgreich – seufz! Und
gaaanz viiiel Volk. Au weia! so gelangte er in den Besitz des kleinen
Lautstarkes Räuspern und klopfen auf ein Kaltgetränks (Halbliterbecher) und ei-
Mikrofon belehrt mich, dass jetzt eine Ansa- nes Popcorn-Eimers. Natürlich machte
ge kommt. Ich drehe mich um, zur Sitzecke er sich darüber her und gab sich alle
hinter mir, die als provisorische Bühne dient. Mühe, mich mit seinen Saug-,
„Mein Name ist Ubbo Latajka“. Aha, er nun. Schmatz- und Kaugeräuschen zu be-
Natürlich freut er sich, dass wir alle gekom- glücken. Spätestens jetzt begann ich
men sind – so ist es aber recht. Dann folgt darüber nachzudenken, welche Mög-
die Aufzählung der Sponsoren, der Hinweis, lichkeiten zur finalen Senkung der Ge-
dass man nach dem Kinobesuch ja im Hotel saal 2 mit „Asterix bei den Briten“. Wir dür- räuschkulisse angemessen wären. Zum
Advena speisen kann. Wer es billiger mag, fen uns in aller Ruhe in die betreffenden Glück begann nun der Hauptfilm und der
könnte ja auch nach nebenan, gleich rechts Säle begeben, es gäbe ausreichend Sitz- Kau-Rüpel zur Linken vergaß gänzlich für
zum Bulleten-Brater mit dem großen gelben plätze, vorausgesetzt, es wird lückenlos Nachschub zu sorgen. Dieser Zustand hielt
M und last, but not least, ist auch noch ein Platz genommen. Genügend Zeit für das dankenswerterweise die nächsten zwei
großer Osnabrücker Optiker zugegen. Wer Einlösen der Verzehrbons für Knabberzeug Stunden an.
also schon immer mal auf den Samstag eine und Kaltgetränk ist ebenfalls gegeben. Zum Und wie war nun der neue Bond? Ach
Brille kaufen wollte … ja, nee, ist klar! Schluss folgt die Information, dass auch Leute, fragt doch den Rüdiger! Der weiß das
Danach die Erläuterung des weiteren Pro- das Parken für uns Gäste in der Bahnhofs- nicht nur, er verrät es auf Seite 16 dieses
zederes: Wir, also die Rahenbrock-Gelade- garage bezuschusst wird. Na, das ist doch Fandom Observers. Ich habe dem nichts
nen haben Zutritt in die Kinosäle 1, 3 sowie mal eine noble Geste! Nicht zu vergessen, hinzuzufügen.
5 und 6. Dort wird „Skyfall“ gezeigt. Für die dass wir uns bei künftigen Autokäufen auch
Kids gibt es das Kinderprogramm in Kino- gerne an Herrn Latajka erinnern dürfen. GÜNTHER FREUNEK

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LIEBE FILM- UND SERIENFREUNDE,


■ Laut L. A. Times werden die beiden größ-
trotz ausreichend Arbeit an diversen Schreibprojekten (ich weise hier schon mal aus reinem ten Superheldenteams der Menschheits-
Eigennutz auf die neue ATLAN-Serie hin, die ab Januar als Taschenheft erscheint, und die ich geschichte im Sommer 2015 in den Kinos
natürlich wärmstens empfehlen kann :-) konnte ich dennoch wieder ein paar Kinobesuche gegeneinander antreten. Die Blockbuster
zwischenschieben. Erst einmal jedoch wie immer die News, wobei die beherrschende Nach- »Justice League« und »The Avengers 2«
richt dieser Tage sicher die von der geplanten neuen Star Wars-Trilogie ist! buhlen dann zur gleichen Zeit um die Zu-
schauergunst. Im Streifen um die DC-Hel-
den sollen definitiv Batman, Superman,
NEWS IN KÜRZE Green Lantern, Wonder Woman und The
Flash zu sehen sein. Diese sollen danach
weitere eigene Filme bekommen.

■ Für die in Planung befindliche Verfilmung


des Jules Verne-Klassikers »20.000 Meilen
unter dem Meer« würde der interessierte
Regisseur Brad Fincher gerne Brad Pitt ver-
pflichten, wenn auch nicht für die Hauptrol-
le. Angeblich hat Disney Fincher drei Mona-
te Bedenkzeit gegeben. Dann muss er dem
Projekt endgültig zu- oder absagen.

■ Im Januar startet der von Guillermo del


Toro produzierte Horror-Thriller »Mama«.
Regieneuling Andres Muschietti erzählt dort
die Story von zwei im Wald verschollenen
Mädchen, die Jahre später in einer einsa-
men Hütte wiederentdeckt werden. Doch
mit ihnen scheint dort noch etwas anderes
zu hausen …

■ Vom Gerücht zur Realität: Sam Raimi


(»Spider-Man 1-3«) übernimmt nun wohl
doch die Regie im Remake des Tobe
■ Im April 2013 startet der US-Sender Syfy schen kämpfen. Eines Tages erheben sich Hooper-Klassikers »Poltergeist« aus dem
mit »Defiance« eine brandneue und wasch- die Sklaven jedoch gegen ihre Herren … Jahr 1982. Ursprünglich wollte der Regis-
echte SF-Serie. Die Handlung spielt auf seur den Streifen nur produzieren, scheint
einer von Aliens besetzten Erde der nahen seine Meinung aber geändert zu haben.
Zukunft. Menschen und Außerirdische
haben sich einigermaßen arrangiert; die
Stadt Defiance (errichtet auf den Trümmern
von St. Louis) ist Handlungsschauplatz und
ein Brennpunkt, in dem die beiden Kulturen
aufeinandertreffen. Staffel 1 wird aus 13 Epi-
soden bestehen. Zeitgleich startet ein
Online-Rollenspiel zur Serie.

■ »Final Girl« heißt ein neuer Slasher von


Tyler Shields, einem amerikanischen Foto-
grafen, der hier sein Regiedebut gibt. In ■ »Paranormal Activity 4« ist national wie
dem Streifen geht es um eine Gruppe international erfolgreich, und so ist es kein
Schüler, die sich einen Spaß daraus ma- Wunder, dass Teil 5 nun offiziell bestätigt
chen, geeignete Mädchen in den Wald zu wurde. Der Streifen soll bereits zu Hallo-
locken, um sie dort zu jagen und zu töten. ween 2013 in den Kinos anlaufen. Die Rezi
Ihr neustes Opfer Veronica entpuppt sich zu Teil 4 findet ihr weiter unten.
jedoch als Killerin in der Ausbildung und
dreht den Spieß um. Die Dreharbeiten ha- ■ Der von Ryan Reynolds in »X-Men Ori-
ben gerade begonnen; ein Release-Termin gins: Wolverine« gespielte Charakter Dead-
steht noch nicht fest. pool (ein zur Selbstheilung fähiger Scharf-
schütze und Nahkämpfer), wird möglicher-
■ Nach drei Jahren Produktionszeit und weise doch einen eigenen Film bekommen.
vielen Pannen und Rückschlägen, scheint Regisseur (Tim Miller) und Drehbuchschrei-
die US-chinesische Koproduktion »Empires ber (Rhett Reese und Paul Wernick) sind
of the Deep« nun fast fertig zu sein. Das 130 angeblich bereits gefunden. 20th Century ■ Auch bei »Ghostbusters 3« geht es offen-
Mio. US-Dollar teure 3D-Spektakel um die Fox muss nur noch grünes Licht geben. bar voran. Die Dreharbeiten sollen jetzt im
Liebesbeziehung zwischen einem Men- Sommer 2013 beginnen, was einen Release
schen und einer Meerjungfrau wird vermut- ■ Das Sequel zu »X-Men: Erste Entschei- im Folgejahr wahrscheinlich macht – gerade
lich im kommenden Jahr anlaufen. dung« wird bekanntlich den Titel »Days of rechtzeitig, um den anstehenden 30. Ge-
Future Past« tragen. Nun gab Comicautor burtstag des Originals zu feiern. Gefeiert
■ Paramount hat sich die Filmrechte für die Mark Millar bekannt, dass der Streifen ein wird allerdings definitiv ohne Bill Murray, der
vierbändige Comicserie »Insurrection V3.6« »großes SF-Spektakel mit Robotern, Zeit- den Dr. Peter Venkman spielte.
(insurrection = engl. für Aufstand) gesichert, reisen und Superhelden« werden wird.
und will diese auf die große Leinwand Weiterhin bezeichnete er den Film als »eine ■ Über Bryan Singers aktuelles Projekt
bringen. Die Handlung spielt in einer dysto- Mischung aus X-Men und Terminator«. »Jack the Giant Killer« (eine erwachsene
pischen Zukunft, in der Klone für die Men- Sehen kann man das Werk aber erst 2014. Version des Märchens »Hans und die Boh-

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nenranke«) habe ich schon des Öfteren be- ■ Joe Dante (bekannt für seine »Gremlins«- ■ Der Widersacher Spider-Mans im zweiten
richtet. Nun wurde der Streifen zunächst Filme) versucht sich an einem Grusel- Film des Reboots wird wohl Electro (durch
umbenannt (in »Jack the Giant Slayer«) und schocker mit dem Titel »Air Disturbance«. Blitzeinschlag mutierter Superschurke, der
dann vom 22. März auf den 1. März 2013 Die Handlung spielt an Bord eines Flug- seitdem Elektrizität kontrollieren kann) sein,
vorverlegt. zeugs, das in unerklärliche Turbulenzen gespielt von Jamie Foxx. Auch Mary Jane
gerät. Schon bald mehren sich die Zeichen, Watson (Shailene Woodley) wird erstmals
■ Stephan Zlotescus Kurzfilm »True Skin« dass es sich dabei um ein übernatürliches auftauchen. Am 17. April 2014 ist es soweit.
soll zum Spielfilm werden. Die Rechte – und Phänomen handelt. Mit von der Partie ist
den Regisseur – sicherte sich Warner Bros. auch Robert »Freddy Krueger« Englund. ■ Das geplante und dann noch vor Be-
Das SF-Märchen spielt im Bangkok einer endigung des Piloten wieder abgesetzte
weit entfernten Zukunft, in der sich Men- ■ Warner Bros. denkt anlässlich des »Battlestar Galactica«-Prequel »Blood and
schen mittels technologischer »Ersatzteile« 70. Geburtstags des Klassikers »Casablan- Chrome« wird derzeit bei Youtube in Häpp-
nach und nach in Cyborgs verwandeln. ca« offenbar ernsthaft über eine offizielle chen veröffentlicht. Anfang 2013 wird der
Fortsetzung nach. Das hat zwar nichts mit komplette Pilotfilm dann auf Syfy gesendet
■ Regisseur Justin Lin, der zurzeit »Fast Phantastik zu tun, ist für Filmfans aber den- und erscheint wenig später als DVD und
and the Furious 6« dreht und sich danach noch eine Meldung wert. Blu-ray. Die Handlung spielt zwischen den
»Terminator 5« widmen will, ist im Gespräch Ereignissen der Serie »Caprica« und dem
für einen weiteren SF-Streifen. Universal Reboot von »Battlestar Galactica«. Eine ent-
hat die Rechte an der SF-Komödie »Sub- sprechende Serie ist allerdings nicht in
division« (deutsch: Aufgliederung, Untertei- Sicht.
lung) von Morgan Jurgenson und Alex Anke-
les erworben. Die Handlung unterliegt noch ■ Nachdem Michael Bay Mark Wahlberg als
strengster Geheimhaltung. Hauptdarsteller für »Transformers 4« ange-
heuert hat, verriet der Regisseur nun, dass
die Handlung des Streifens vier Jahre nach
den Ereignissen aus Teil 3 spielen wird.

■ Der (mittelprächtige) Found Footage-


Streifen »Der letzte Exorzismus« war an den
■ »Escape from Planet Earth« heißt das Kinokassen recht erfolgreich (2 Mio. US-
neuste Animationsprojekt von Cal Brunker. Dollar Budget, 70 Mio. US-Dollar Einspieler-
Dahinter stecken die Macher von »Die Rot- gebnis). Da ist eine Fortsetzung die logische
käppchen-Verschwörung«. Der Film erzählt Folge. Sie heißt nun offiziell »The Last
die Geschichte von Scorch und Gary, zwei Exorzism 2: The Beginning Of the End«. Ob
Aliens vom Planeten Baab. Scorch wird Nomen hier Omen ist, hängt wohl wieder
eines Tages auf die Erde geschickt – und mal vom finanziellen Ergebnis ab.
■ Jetzt ist es amtlich: Arnold Schwarzen- gerät in eine Falle des Militärs. In den USA
egger wird demnächst tatsächlich in seine startet der Streifen am 14. Februar 2013. ■ Wes Craven hat seine Fans auf Twitter ge-
Paraderolle als »Conan« zurückkehren! Im fragt, ob sie wirklich noch einen weiteren
Sommer 2014 wird Arnie in dem Streifen »Scream«-Film wollen. »Scream 5« ist an-
»The Legend of Conan« zu sehen sein – und geblich in Planung, aber noch immer nicht
zwar in der Rolle, die er bereits in zwei Fil- bestätigt. Nach dem grottenschlechten vier-
men 1982 und 1984 übernommen hatte. ten Teil kann zumindest ich auf einen neuen
Nachdem ein Reboot der Marke mit Jason Aufguss verzichten.
Momoa 2011 floppte, will Universal nun of-
fenbar mit seinem (im wahrsten Sinne des ■ Interessant hören sich die ersten Infos zur
Wortes) alten Zugpferd punkten. Adaption von Patrick Lees Roman »Die
Pforte« an (Originaltitel: »The Breach«). Dort
■ Eine Studie der Universität von Westmins- geht es um einen aus dem Gefängnis ent-
ter hat jetzt angeblich herausgefunden, dass lassenen Mann, der eine einsame Wande-
das Schauen von Horrorfilmen schlank rung in Alaska unternimmt und dort auf ein
macht. Grund dafür sei das bei besonders ■ Die Trashfilme der B-Movie-Schmiede abgestürztes Flugzeug voller Leichen stößt.
intensiven Schockern durch den Körper ge- The Asylum werden immer skurriler. In Innerhalb kürzester Zeit findet sich der
pumpte Adrenalin, das ordentlich Kalorien »Sharknado« werden Tausende von Haien Protagonist inmitten eines globalen Konflikts
verbrenne. In der Studie wurden »The Shi- von einem Hurrikan zu einer US-Kleinstadt um eine außerirdische Technologie wieder.
ning«, »Der weiße Hai«, »Der Exorzist« und trnsportiert. Als dann Mini-Tornados entste-
mein persönlicher Lieblingsfilm »Alien« als hen, beginnen die Tiere die Menschen zu ■ Als eine Mischung aus »Wanted« und
wirkungsvollste Schlankmacher genannt. tyrannisieren – zu Land, zu Wasser und in »Blade« bezeichnen die Macher Joel Silver
Na denn: Weg mit den Laufschuhen, und ab der Luft. Diesen Streifen sollte man sich für und Alan Trezza ihren Fantasy-Thriller
vor die Glotze! den nächsten bierseligen Filmabend mit »Sanctuary«. Der erzählt die Geschichte ei-
guten Kumpels unbedingt vormerken! ner von einem Dämon besessenen Frau, die
■ Bereits 1978 starteten Wendy und Zuflucht bei einer vatikanischen Geheimor-
Richard Pini ihre erfolgreiche Comicserie ■ Nach Fertigstellung von »Pacific Rim« ganisation sucht. Diese lehrt sie, ihren uner-
»ElfQuest«. Darin wird die Geschichte des steht Regisseur Guillermo Del Toro bereits in wünschten Gast zu beherrschen und ihre
Elfenstammes der Wolfsreiter erzählt, der den Startlöchern für das nächste Projekt. neuen Kräfte im Kampf gegen das Böse ein-
nach anderen Stämmen sucht und sich Es soll »Heaven Sent« heißen und ist eine zusetzen.
dabei gegen allerlei Gefahren behaupten weitere DC-Comicverfilmung. Del Toro plant
muss. Die Produzenten Stephanie Thorpe einen Blockbuster im Stile von »The Aven-
und Paula Rhodes haben sich nun die gers« und will alle magischen DC-Charakte-
Rechte am Film gesichert, der eigentlich von re darin verwenden, also Deadman, The
Warner entwickelt werden sollte. Übrigens: Spectre, Swamp Thing, Constantine Hell-
Alle ElfQuest-Comics (rund 6500 Seiten) blazer, Phantom Stranger, Zatanna, Zatara,
können auf der offiziellen Homepage kos- Sargon und Etrigan den Dämon.
tenlos gelesen werden!

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GF/FO282/SCHÄFER/KINO

KÜRZLICH GESEHEN
KINO
Unter dieser Überschrift verrate ich euch
DIE MELDUNG DES JAHRES: zum Abschluss, welche Filme und Serien
NEUE STAR WARS-TRILOGIE GEPLANT! (auch ältere und genrefremde) ich mir in den
vergangenen vier Wochen angeschaut habe,
und was ich von ihnen halte …

»PARANORMAL ACTIVITY 4«
(2012, Horror, Kino, 143 min., FSK 12)

Wahrscheinlich hat es inzwischen ohnehin Dass Star Wars und seine zahlreichen Das Found Footage-Genre produziert nach
schon jeder irgendwo gehört oder gele- Subserien und Merchandising-Artikel eine wie vor Filme am Fließband. Mit einigen
sen, aber die Nachricht ist so schön, dass sprudelnde Geldquelle sind, bleibt dage- leidlich begabten Nachwuchsmimen, einem
man sie eigentlich gar nicht oft genug wie- gen unbestritten. Allein die sechs Filme Null-Acht-Fünfzehn-Drehbuch, sowie ein
derholen kann: Im Zuge der Übernahme haben bislang rund 4,5 Milliarden US-Dol- paar Handkameras, kann praktisch jeder in-
von Lucasfilm durch die Walt Disney lar erlöst. Star Wars ist ein globales Super- nerhalb weniger Wochen einen solchen
Company für die unglaubliche Summe label mit glänzenden Zukunftsperspekti- Streifen zusammenbasteln. Ob man für die
von rund vier Milliarden US-Dollar, gaben ven. Nach der Übernahme von Pixar und amateurhaften Wackelbilder in VHS-Qualität
die Verantwortlichen Ende Oktober in ei- Marvel Entertainment, hat der Disney-Kon- unbedingt ins Kino muss, ist die Entschei-
ner Presseerklärung bekannt, dass bereits zern mit Lucasfilm damit ein weiteres Sah- dung jedes Einzelnen. Fakt ist jedenfalls,
für das Jahr 2015 der Release von »Star nestückchen in sein ohnehin schon be- das »Paranormal Activity 4« eine der lang-
Wars – Episode VII« geplant sei. Die Filme achtliches Portfolio aufgenommen. Was weiligsten und einfallslosesten Low Budget-
acht und neun sollen dann jeweils 2016 man daraus macht, bleibt abzuwarten. Produktionen ist, die ich je gesehen habe.
und 2017 folgen! Erste durchaus seriöse Quellen wollen Eine Handlung oder gar so etwas wie Span-
George Lucas äußerte sich in einem In- erfahren haben, dass Disney das Fran- nung sucht man vergebens. Das Geschehen
terview erwartungsgemäß positiv und un- chise im Stil von »The Avengers« aufzie- plätschert in selten erlebter Eintönigkeit vor
terstrich seine Überzeugung, dass das hen will. Das würde bedeuten, dass einzel- sich hin und endet in einem enttäuschenden
Star Wars-Franchise eines Tages auch ne beliebte Charaktere ihre eigenen Filme Finale ohne jede Höhepunkte.
ohne ihn weiterleben würde. Dennoch bekommen. Auch war zu hören, das »Epi- Warum dieser cineastische Blindgänger
schlüpft er zunächst noch in die Rolle ei- sode VII« nichts mit der bisherigen Vorge- dennoch 130 Mio. US-Dollar eingespielt hat,
nes Beraters (Creative Consultant). Die schichte zu tun haben soll, sondern eine bleibt mir schleierhaft. Den schon bestätig-
Geschäftsführung von Lucasfilm geht auf komplett neue Story erzählen wird. Als ten fünften Aufguss der Serie werde ich mir
seine langjährige Vize-Geschäftsführerin Drehbuchautor wurde bereits Michael definitiv nicht mehr ansehen.
Kathleen Kennedy über. Der Kaufpreis von Arndt engagiert, der für »Little Miss Sun-
vier Milliarden US-Dollar wird übrigens shine« einen Oscar einheimsen konnte.
etwa zur Hälfte in Disney-Aktien bezahlt Für »Toy Story 3« bekam er eine Nominie- »SKYFALL«
(insgesamt 40 Millionen Stück). rung. Er hat sich als bekennender Star (2012, Action-Thriller, Kino, 143 min.,
Größere Veränderungen in Lucas' Fir- Wars-Fan geoutet, was Fans als gutes FSK 12)
menimperium, zu dem neben Lucasfilm Zeichen werten.
auch Unternehmen wie LucasArts, Indust- In den vergangenen Wochen schossen Daniel Craig zum Dritten. Vier Jahre nach
rial Light & Magic und Skywalker Sound die Spekulationen jedenfalls ins Kraut – ein »Ein Quantum Trost« begibt sich der durch
gehören, soll es vorerst nicht geben. Auch weiterer Beweis dafür, wie groß das Inter- seine Rolle als Superagent James Bond
die Firmenzentrale bleibt in Los Angeles. esse am Thema ist. Regisseure wie Chris- weltweit bekannt gewordene britische
Inzwischen wurde bekannt, dass topher Nolan, Joss Whedon, Matthew Schauspieler zum dritten Mal in den Einsatz.
George Lucas mit einem Teil des Geldes Vaughn oder Duncan Jones für den sieb- Diesmal zieht er gegen Raoul Silva (gespielt
eine Stiftung gründen wird, die sich in ten Star Wars-Streifen wurden bereits ge- von Javier Bardem) zu Felde, einen ehe-
Bildungsfragen engagieren soll. handelt. Angeblich sollen auch Harrison maligen MI6-Agenten, der sich an seiner
Wie immer man zu dieser Übernahme Ford (Han Solo), Carrie Fisher (Prinzessin früheren Chefin rächen will. Dabei geht es in
steht: Star Wars-Fans dürfte es zunächst Leia) und Mark Hamill (Luke Skywalker) an Istanbul, Shanghai, Macao, London und den
einmal freuen, dass es mit dem Franchise Gastrollen interessiert sein. Mein Tipp: schottischen Highlands wie immer action-
weitergeht. Es bleibt jedoch zu hoffen, Glaubt nichts und lest lieber die Filmrubrik reich zur Sache.
dass die zuletzt mehr und mehr einem im FO, denn dort werden nur bestätigte Die Stunts und Spezialeffekte sind dies-
jüngeren Publikum zugewandte Ausrich- Fakten veröffentlicht respektive alle Ge- mal nicht so zahlreich und spektakulär wie
tung der Marke mit den neuen Kinofilmen rüchte als solche gekennzeichnet! in den beiden Vorgängern, passen jedoch
wieder in erwachsenere Bahnen zurück- Das derzeit heißeste Gerücht (verbreitet zum insgesamt eher ruhigeren und nostalgi-
kehrt. Um verlässliche Aussagen über vom Daily Express, der sich auf einen In- scheren Stil des Streifens. Craig legt seinen
Kurs und Orientierung unter der neuen sider von Disney beruft) ist zweifellos die Bond von jeher nicht als den überlegenen
Führung zu treffen, ist es allerdings noch angebliche Rückkehr von Darth Vader, der Playboy, sondern vielmehr als Charakter mit
viel zu früh. bekanntlich in Episode VI starb. Ecken, Kanten und menschlichen Fehlern
an. Für mich ist Craig nach Sean Connery

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GF/FO282/SCHÄFER/KINO

»DREDD 3D«
(2012, SF, Action, Kino, 95 min., FSK 18)

1995 war es Actionlegende Sylvester


Stallone, der in die Rolle des »Richters«
ohnehin der beste Bond, weil er der Serie Blockbusters mit schauspielerischer Tiefe, Judge Dredd schlüpfte und an den Kino-
die unfreiwillige Komik ausgetrieben hat, die feinem Humor und klassischen Thriller-Ele- kassen baden ging. Der Film spielte ge-
den Brosnan-Bonds noch anhaftete und menten zu kombinieren. Die diversen An- rade einmal etwas mehr als die Produkti-
einfach nicht mehr in die moderne Zeit spielungen auf den Bond-Mythos und seine onskosten ein. Kein Wunder also, dass
passte. behutsamen Verfeinerungen, runden einen es fast zwanzig Jahre gedauert hat, bis
Die Story ist zweifellos nicht besonders Film ab, der auch mit seinen über zwei man der 1977 erstmals erschienenen
originell und ziemlich einfach gestrickt. Da- Stunden zu keinem Zeitpunkt langweilt. Comicserie »Judge Dredd« eine neue
für ist sie perfekt auf jene Figur zugeschnit- Der Titel des Streifens hat übrigens nichts Chance auf der großen Leinwand gab.
ten, die neben James Bond seit 1995 (»Gol- mit einem streng geheimen Regierungspro- Diesmal versucht sich Karl Urban (vie-
deneye«) wie keine andere brilliert und auch jekt oder dem Kodenamen einer Superwaffe len womöglich noch als Èomer aus der
in »Skyfall« wieder Meilensteine setzt: Die zu tun, sondern ist der Name von James »Herr der Ringe«-Trilogie bekannt) an
große alte Dame Judie Dench als »M«! Ne- Bonds Geburtshaus, in das er mit »M« vor dem Rächer in martialischer Rüstung
ben der mächtigen Präsenz der obersten dem bösen Silva flieht, und das er am Ende und mit schwerer Bewaffnung. Wir befin-
MI6-Beamtin verblassen selbst die üppigen in die Luft jagt. den uns in der Zukunft. An der Ostküste
Reize der so beliebten Bond-Girls. Leider ist Für mich ist der 23. Bond einer der mit der USA liegt Mega-City One, ein Mo-
es der letzte Auftritt der inzwischen 78-jähri- Abstand besten. Die nächsten beiden loch mit 800 Millionen Einwohnern. Je-
gen Amerikanerin als Vorgesetzte des Su- Streiche soll es bereits 2014 und 2016 ge- den Tag werden 17.000 Verbrechen ge-
peragenten. Die Drehbuchschreiber haben ben – erneut mit Daniel Craig in der Haupt- meldet; die Ordnungskräfte sind völlig
ihr zwar einen dramatischen Abgang spen- rolle. Beide Filme werden von John Logan überfordert. Aus diesem Grund wurden
diert, doch traurig stimmt der Abschied geschrieben, der auch das Drehbuch von die Judges ernannt, knallharte Kämpfer
dennoch. »Skyfall« mitverfasste. Das sind doch für Recht und Ordnung, die unmittelbar
»Skyfall« schafft es, den Bombast eines wunderbare Aussichten. vor Ort urteilen und vollstrecken. Unnötig
zu erwähnen, dass es dabei wenig zim-
perlich zugeht, und das das dank der
FSK 18-Freigabe auch gezeigt wird.
»POSSESSION – DAS DUNKLE IN DIR« Die eingleisige Handlung dreht sich
(2012, Horror, Kino, 92 min., FSK 16) um einen Judge namens Dredd, seine
junge, parapsychisch begabte Partnerin
Im Vorfeld sogar mit dem Klassiker »Der (Olivia Thirlby) und Madelaine Madrigal
Exorzist« verglichen, musste ich bezüglich (Lena Headey), genannt Ma-Ma, eine
dieses Streifens im Kino eine herbe Enttäu- Superschurkin, die die Modedroge Slo-
schung erleben. Im Mittelpunkt der überaus Mo in großem Stil vertickt. Dredd spürt
zähen Handlung steht die junge Em, die auf sie auf, legt dabei ein halbes Stadtviertel
einem Flohmarkt eine geheimnisvolle Box – inklusive Horden von Gangstern – in
ersteht. Diese lässt sich zunächst nicht öff- Schutt und Asche und schmeißt die kri-
nen, doch als Em des Nachts ein Flüstern mit »Possession« leider viel zu sehr in lang- minelle Dame am Ende von einem Wol-
vernimmt, das aus dem Innern des Käst- atmigen Erzählsträngen und billigen Kli- kenkratzer. Mehr ist da nicht.
chens zu kommen scheint, schafft sie es schees. An mehreren Stellen wirkt der Film Wer also nach dramaturgisch ausge-
doch, und findet einen Zahn, eine tote Mot- sogar unfreiwillig komisch, weil er allzu feilter Handlung und tiefschürfenden Dia-
te und einen Ring, den sie sich über den schablonenhaft und vorhersehbar in Szene logen sucht, der bleibt besser zu Hause.
Finger streift. Wie in ungezählten ähnlichen gesetzt wird. Wer sich aber von brutaler Baller-Action
Filmen üblich, entwickelt sich kurz darauf Wirkliche Schockmomente sind rar. Auch und phantastischen 3-D-Effekten mal so
eine Folge ungewöhnlicher und immer be- die im Vorfeld gestreuten Meldungen, dass richtig in den Kinosessel drücken lassen
ängstigender Ereignisse. Es stellt sich her- der Streifen auf einer wahren Geschichte will, der geht sofort ins nächste Licht-
aus, dass Em von einem sogenannten Dib- beruhe und dass es während der Dreharbei- spielhaus. »Dredd« ist hart, schnell und
buk, einem Totengeist aus der jüdischen ten angeblich unerklärliche Vorgänge wie gewalttätig. Die Zeitlupen (von der Slo-
Mythologie besessen ist, der in der Box eine explodierende (nicht eingeschaltete) Mo-Droge ausgelöst) machen in der drit-
eingesperrt war. Ihr Vater ist zunächst der Neonröhre und einen Brand im Lagerhaus ten Dimension richtig was her, und immer
Einzige, der die Zeichen richtig deutet – und mit den Filmkulissen gegeben hätte, lassen wieder glaubt man, dass die Trümmer
er stellt sich dem Kampf gegen den bösen eher an billiges Effektmarketing, denn an ei- der zahlreichen Explosionen nur Zenti-
Dämon. nen ernst gemeinten Exorzismusfilm den- meter am eigenen Kopf vorbeifliegen.
»Possession« (hier engl. für Besessen- ken. Außerdem fällt es extrem schwer, eine Allein dafür lohnt sich das Eintrittsgeld.
heit), das sei vorweggenommen, kann es Beziehung zu den Handlungsträgern aufzu- Einzig und allein die angeblich so
nicht einmal im Ansatz mit dem »Exorzisten« bauen, eben weil sie so beliebig und aus- skrupellos böse Ma-Ma enttäuscht und
aufnehmen. Letzterer ist auch heute noch, drucksschwach sind. macht einen eher drögen Eindruck. Eine
fast 40 Jahre nach seiner Veröffentlichung, Fans von Horrorfilmen, die sich um Be- Fehlbesetzung, die dem Film zwar nicht
ein beeindruckender Film, der kaum etwas sessenheit und Dämonen drehen, mögen wirklich schadet, aber an ein bis zwei
von seiner beklemmenden Wirkung verloren auf ihre Kosten kommen, sollten aber nicht Stellen nervt. Fazit: »Dredd« ist unkom-
hat. Ole Bornedal, der 1994 mit »Night- zu viel erwarten. Ich persönlich fand »Pos- plizierte Action pur in SF-Kulisse – und
watch« immerhin einen grandiosen Low session« eher alltäglich und den Eintritt macht einfach tierisch Laune!
Budget-Gruselstreifen schuf, verliert sich nicht wert.

FANDOM OBSERVER 282 · 12/2012 17


GF/FO282/HÖPPNER/MUCCON

MUCCON 2012 –
DIE PHANTASTEN LADEN 2.0
München war der Geburtsort eines der
berühmtesten Phantasten der deutschen
Geschichte, eines Mannes dessen märchen-
hafte Phantasien weltberühmt sind, und
dessen nerdige Seite erst noch entdeckt
werden muss. Während anderswo die Zu-
kunft der Nation entschieden wurde, baute
dieser Mann – ein König, Mäzen und mit ge-
radezu arthuresken tragischen Ende gleich-
sam Stoff von Sagen und einem guten Maß
Idealisierung – Schlösser und Burgen, die
jedem Fantasyfreund Tränen der Begeiste-
rung in die Augen treiben sollten. Er ließ sich
Kroninsignien fertigen, die in keinem Disney-
film traumhafter gezeigt wurden, und mach-
te seine Geldbörse für einen Komponisten
auf, der das musikalische Äquivalent von
tausendseitigen Fantasyschmökern auf die
Bühne brachte. Keine Frage: König Ludwig
II war seiner Zeit weit voraus als Phantast.
Insofern hätte er gut Pate stehen können für
die MucCon 2012, war diese doch ebenfalls
die zweite ihrer Art. Er war größer, breiter,
besser als der Vorgänger, und er war zudem weile habe ich mich von dem Gedanken Die Planer des MucCon 2013 bei der
der Geburtsort für die Planungen seines verabschiedet. Man kann wirklich nicht alles Vorbesprechung: Tina Low, Jürgen
Lautner, Ralf Boldt, Michael Haitel,
Nachfolgers 2013 – doch davon später. machen. Aber ansonsten ist die Bandbreite Simone Edelberg.
relativ weit. Für Erwachsene gibt es ,Das
„Wir haben die Con ein bisschen erweitert. zerbrochene Mädchen‘, erschienen 2011.
Wir haben eine breitere Programmschiene, Wir machen Mythologie wie die ,Geschich-
mehr Aussteller und mehr Stände“, erklärt ten unter dem Weltenbaum‘ und pure ren im München von Heute. Er fällt in die
Simone Edelberg, erste Vorsitzende der Fantasy wie den ,Lichtbringer‘. Wir haben Kategorie Urban Fantasy oder Romantic
Phantasten e. V. und federführend bei der düstere Geschichten über Fabelwesen wie Fantasy. Der Arbeitstitel steht noch nicht
Veranstaltung. „Wir haben hier in Trudering die ,Geisterhafte Grotesken‘ Wasserspeier. fest.“ Auf die Frage nach den Orten, an dem
eine wahnsinnige Bühne, die wir nicht wirk- Oder ,Die Einhörner‘“ – hier leuchten Lows ihr Buch spielt, will sie nicht zu viel verraten.
lich nutzen konnten weil den Ausstellern Augen auf. „Stolz bin ich bei den Einhörnern „Es gibt verschiedene Viertel, die genannt
und Besuchern sonst Ohren weg fliegen darauf, dass wir Peter S. Beagle, den Autor werden, die ich aber bis auch einen noch
würden. Aber wir haben sie genutzt etwa für des ,Letzten Einhorns‘, den Vater der Ein- nicht verrate: Der Englische Garten. So wie
die Schokoschlacht von Thorsten Low. Das hörner schlechthin gekriegt haben. Aber wir die Planung aussieht, wird der Roman beim
ging so: ich habe Fragen zur Phantastik und machen auch ganz brutale, heftige Splatter- nächsten MucCon präsentiert.“
Science Fiction gestellt, und wer die richtige romane wie ,Im Zentrum der Spirale‘ oder,
Antwort wusste, bekam von Thorsten Scho- ganz neu im November, ,Faulfleisch‘. Das ist Ein Hingucker wegen seiner Besonderheit
kolade an den Kopf geworfen. Die Idee ha- ein richtig fieser, dreckiger, schmutziger war vor allem ein Buch des Wölfchen Ver-
ben wir von Stockholmer Science Fiction Zombiehorrorroman, der in der Nähe von lags: „Weil wir Mädchen sind“, eine fantasti-
Fans abgeschaut. In Zukunft wollen wir das Hamburg spielt. Da tanzt der Zombie.“ sche Anthologie: „Sie hebt sich auch inhalt-
weiter ausbauen, und dazu brauchen wir lich ab“ verspricht Verlagsleiter Alfons Theo-
andere Räumlichkeiten mit mehr Platz.“ Beim Verlag Torsten Low tanzte übrigens dor Seeboth. „Es war uns wichtig, dass das
auch Deutschlands jüngste Verlegerin Emily. Buch für mehrere Lesertypen zugänglich ist.
IM ZENTRUM DER DEUTSCH- Ihre Mutter Tina Low hatte ihren eigenen Fa- Ich denke, das ist gut gelungen und kombi-
SPRACHIGEN SZENE: voriten im Verlagsprogramm: Geheimnisvol- niert eine interessante Auswahl: ein Biss-
AKTIVE VON WIEN BIS BREMEN le Bibliotheken. „Das ist eine Kurzgeschich- chen Gruselfaktor, Thriller oder Fantasyele-
ten-Anthologie über geheimnisvolle Dinge, mente wie eine Sirene, die versucht Männer
15 Aussteller und ein zweitägiges Programm die in Bibliotheken passieren. Sie ist Ende zu betören, um sie dann zu fressen. Aber
mit Punkten wie einer Lektoratsversteige- August herausgekommen. Die Herausgebe- hauptsächlich geht es um starke Frauen,
rung, Schreib- und Zeichenworkshops, rin Carolin Gmyrek arbeitet an der National- starke Mädchen. Das ist der Leitfaden. Das
Klangkollage, Dia-Shows und natürlich Le- bibliothek in Leipzig. Wenn ein Herausgeber Gegenstück läuft auch schon: die Antholo-
sungen, Lesungen, Lesungen zeigen den so eine gute Idee hat, bringen wir sie ein. gie ,Verliebte Jungs.‘ Ich bin schon ge-
Umfang des MucCons. Vom 17. – 18. No- Das ist eine Sache der Leidenschaft.“ Ihr spannt drauf. Nur befürchte ich, es werden
vember fand sich eine Reihe von dynami- Mann pflichtet ihr bei. „Ich verlege nur das, so an die 200 Einsendungen.“
schen Verlagen, Autoren und anderen Ma- wovon ich selber hundertprozentig über-
chern in Münchner Kulturzentrum Trudering zeugt bin.“ Auch Seeboth hat seine Meinung zu den re-
ein, und sie vermittelten eine gute Übersicht gionalen Unterschieden in der Phantastik-
über die Spielarten der Phantastik. Schon Auch für Autorin Lily de Winter ist München Szene: „Sie ist von Stadt zu Stadt anders.
der Verlag Torsten Low deckte mit seinem ein bedeutender Ort für Fantasy – allerdings Mal ist Fantasy dort mehr gefragt, mal weni-
Programm alle Bereiche ab – bis auf einen: aus ganz eigennützigen Interessen. Sie ger. Es kommt drauf an. Berlin ist zum Bei-
schreibt an einem Buch, das hier spielt. „Ein spiel völlig überlagert mit Kultur; die Autoren
„Wir machen Phantastik in allen Spielarten. Roman, der voraussichtlich nächstes Jahr geben sich gegenseitig die Klinke in die
Fast alles – außer Science Fiction. Mittler- heraus kommen wird. Er handelt von Vampi- Hand. In Bremen ist die Chance schon

18 FANDOM OBSERVER 282 · 12/2012


GF/FO282/HÖPPNER/MUCCON

Veranstalter und Preisträger der


Storyolympiade: Simone Edelberg,
Tatjana Stöckler (Hg.), Karin Jakob
(Platz 2), Aileen Kopera (Platz 3),
Kristina Kesselring (Platz 3).

gramm Science-Fiction-lastig sein. Dieses


Jahr war es ja Phantastik gemischt quer
über alle Genres.“

Eine der offenen Punkte war dabei die Frage


der Location. Vorschläge wie eine Dampfer-
fahrt auf einem der Münchner Hausseen
oder einem Austragungsort im westlichen
Umland standen im Raum. Der Termin wur-
de mittlerweile für den 26. – 27. Oktober
2013 festgelegt, über weitere Einzelheiten
hält der Fandom Observer euch selbstver-
ständlich auf dem Laufenden.

TEXT: MICHAEL HÖPPNER


FOTOS: UDO KLOTZ

höher, eine Lesung zu kriegen. Gerade in


den Randgebieten fragen die Buchhandlun-
gen bei uns nach: habt ihr nicht einen Autor,
der mal lesen will?”

JEDER ERFOLG TRÄGT DEN


KEIM DES NÄCHSTEN IN SICH:
PLANUNGEN AM CON-TISCH.

Noch vor Ende der MucCon 2012 setzte


sich in München eine illustre Runde zusam-
men, um die Con für das nächste Jahr zu
planen. Der Vorstand der Phantasten und
ein Teil des Vorstands des SFCD (Science
Fiction Club Deutschland) vereinbarten da-
bei, die MucCon 2013 gemeinsam zu ge-
stalten.

Edelberg verrät: „Wir sind nächstes Jahr


auch der SFCD Jahrescon. Wir haben die
Verantwortung dafür, dass der überregionale
Verein hier seine Mitgliederversammlung
abhalten kann. Entsprechend wird das Pro-
Fifty Shades of Grey?
Nein, Simone Edelberg bei
der Versteigerung.

Steampunk trifft Raumfahrt


trifft Märklin. Modelle von
Jürgen Lauer.

FANDOM OBSERVER 282 · 12/2012 19


GF/FO282/KÜPER/SECONDLIFE-LESUNG /IMPRESSUM

„VIER STUNDEN IMPRESSUM

BIS ZUM WELTUNTERGANG“ Fandom Observer 282 –


Dezember 2012
Verlag: Editorship S & M
LESUNG IN SECONDLIFE UND ONLINE ALS STREAM Herausgeber: Martin Kempf,
Märkerstr. 27, 63755 Alzenau

Freitag, der 21. Dezem- Chefredakteur: Günther Freunek,


ber 2012 ist ein beson- Am Haster Berg 37, 49090 Osnabrück
deres Datum und wie ei- E-Mail: gf@fandomobserver.de
nige glauben, unsere Redaktionen:
letzte Gelegenheit für Fanzines: derzeit vakant
ein wirklich großes
Event. Deswegen haben Comics: Rupert Schwarz
wir uns ganz spontan zu E-Mail: rusch@fandomobserver.de
einem Science Fiction Horror: Andreas Nordiek
Special der Extraklasse E-Mail: andreas.nordiek@t-online.de
entschieden. Würdig
eines Weltunterganges Hörspiel: Mark Engler
würde ich behaupten. E-Mail: markengler@arcor.de
Fantasy: Katrin Hemmerling
HIER DIE GROBEN
E-Mail: KathysSong@gmx.net
ECKDATEN:
Kino & TV: Rüdiger Schäfer
Von 20 Uhr bis 21 Uhr E-Mail: rs@fandomobserver.de
liest der Experte für
Die Zusendung von Rezensionsmaterial
Wissenschaftsthriller
bitte mit dem zuständigen Redakteur
Thomas Thiemeyer Au-
vereinbaren.
tor von Titeln wie Koro-
na, Nebra und Magma Ihr könnt die Lesung in SecondLife ver- Mitarbeiter dieser Ausgabe:
im Kafe Krümelkram auf Ataria. folgen oder per Stream unter dieser URL: Andreas Dahn, Klaus N. Frick, Michael
Von 21 Uhr bis 22 Uhr erleben wir Mar- http://secondstream.de:10001/ Höppner, Udo Klotz, Thorsten Küper,
cus Hammerschmitt, den Schöpfer großarti- Armin Möhle, Rupert Schwarz, Uschi
ger Science Fiction Alterntivweltentwürfe Es ist ein nichtkommerzielles Event und Zietsch-Jambor
wie „Der Zensor“ und „Polyplay“ auf Ling natürlich ist der Eintritt völlig kostenlos! Ach
Vision. ja: Nach Mitternacht sind alle Getränke gra- Fotos:
Vom 22 Uhr bis 22.30 Uhr liest der in tis! ;-) Archiv, evolver, Internet, Udo Klotz,
SecondLife mittlerweile sehr beliebte Wikipedia
Schriftsteller Frederic Brake in SecondLife Startpunkt der Lesung in Secondlife: Satz & Gestaltung: FREUCOM
Köln, ihm folgt Michael Marrak, Autor u. a. http://slurl.com/secondlife/Ataria/56/160/23 Druck: Stefan Schaper, Vechelde
von Lord Gamma und Black Prophecy, der Unter der nachfolgenden Adresse findet
bist 23.30 Uhr auf der Bühne stehen wird, ihr ein kleines Tutorial, wie ihr die Lesung Für den Inhalt namentlich gekennzeich-
gefolgt von Michael Iwoleit, dem Altmeister entweder als Audiostream im Web oder neter Beiträge übernimmt die Redaktion
des deutschsprachigen Cyberpunks, der direkt in SecondLife verfolgen könnt: keine Verantwortung.
uns bis Mitternacht mit seiner markanten http://kueperpunk2012.blogspot.de/ Anzeigenverwaltung: Martin Kempf;
Stimme unterhalten wird. 2012/11/4-stunden-bis-zum-weltuntergang- es gilt die Anzeigenpreisliste 3/07
Zuviel? Hey, es ist unsere letzte Gelegen- die.html
heit! THORSTEN KÜPER Bezugspreis: 2,50 Euro (inkl. Porto),
Abonnement (12 Ausgaben) 30,00 Euro,
Auslandspreis bitte anfragen.
Abobestellungen: Konto 240 639 385,
Sparkasse Alzenau, BLZ 795 500 00
DER FO IM INTERNET … ltd. auf Martin Kempf
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