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Freunek/FO181/Vorwort

Nr. 181 · Juli 2004

Lebst Du noch – oder golfst Du schon?


In Abwandlung des bekannten Slogans Der Con-Sommer hat begonnen
eines noch bekannteren schwedischen Mö- Mit dem ColoniaCon am zurückliegenden
belhauses. Die wirtschaftlich malade Stim- Juni-Wochenende ging es los. Zwar war die
mung macht offensichtlich auch im Wolken- Observer-Crew nur teilweise vertreten, durch
kuckucksheim der Eliten nicht halt. Wie Florian Breitsameter und meine Wenigkeit.
sonst läßt es sich erklären, daß die noblen Der Rest genoß wohl das Wochenende in
Golfer zur Telefonakquise greifen und die heimischen Gefilden. Es sei ihnen gegönnt.
Geschäftsstelle des Golfclubs (wir ver- Rückblickend bleibt festzuhalten, daß es
schweigen jetzt mal vornehm, welcher aus noch immer keine „logische Erklärung“ für
dem Osnabrücker Land) sich genötigt sieht, die über die Jahre beständige Besucherfre-
Agenturen, Grafiker und Werbetreibende aus quenz bei diesem Con gibt. Ist es die locke-
den „Gelben Seiten“ zu beackern. Nö, nicht re Atmosphäre, die gelassene Art der Veran-
was ich zuerst befürchtete, nämlich „Neu- stalter mit Programm und Gästen umzuge-
mitgliedergewinnung per Telefon“ – so nötig hen, die gemütliche Theke, die (Vorsicht
hat man es scheinbar noch nicht. Dafür neudeutsch!) „Location“ am Rheinufer oder
schalmeiet eine „ölige Lobeshymne“ auf die ist es einfach nur der stimmige Mix aus all
interessante und finanzstarke Klientel durch dem, der diese Veranstaltung ausmacht.
den Telefonhörer. Was will die Tucke nur von Löblich ist, daß sich in Köln noch kein
mir? Endlich rückt sie damit heraus. Gesprächspartner von mir verabschiedete
Sie haben da im Clubhaus so eine Art mit den Worten: „Ich muß jetzt aber auf den
„Schwarzes Brett“. Eine Präsentationstafel. Programmpunkt…“
Und hochwertige und honorige Anbieter Günther Freunek
dürfen dort, vor dem ach so erlauchten Pub-
likum, ihre Produkte und Dienstleistungen Nr. Redaktionsschluß Redakteur
darbieten. Mit Müh’ und Not unterdrücke ich
182 15. Juli Kempf
den aufkeimenden Lachanfall. Man will ja 183 15. August Breitsameter
nicht unhöflich sein! Ganz vorsichtig erläute- 184 15. September Dressler
re ich der werten Anruferin, daß ich an ihrem 185 15. Oktober Funke
Angebot nicht wirklich interessiert bin und 186 15. November Breitsameter
187 15. Dezember Freunek
mehr beiläufig füge ich hinzu, daß die
Ansichten darüber, was nun eine „interes- Material für Ausgabe 182 an:
sante Zielgruppe“ ist, doch sehr unter-
Martin Kempf, Märkerstraße 27,
schiedlich sein können. „Ich – für meinen 63755 Alzenau
Fall – zähle die Mitglieder eines Golfclubs E-mail: mk170866@t-online.de
nicht dazu.“ Eisiges Schweigen am anderen
oder an die zuständigen Redakteure
Ende der Leitung. Das war jetzt anscheinend (Adressen siehe Impressum) schicken.
doch zuviel Ehrlichkeit. Na dann eben nicht!

Der dunkle Schirm


Holger Marks vergleicht
siehe Seite 18

Inhalt
02: ElsterCon, Leipzig
03: Fanzines
08: ShortCuts
0:0
10: Freizeitrummel in Brandenburg Rudis Kicker und der Con am Rheinufer
11 + 15: Buch 12: Perry-Rhodan-Film siehe Seite 16
13: Hardcover/Heftroman 14: Kino
16: ColoniaCon
18: Synopse zu Philip K. Dick
20: Contermine, Impressum www.fandomobserver.de
Freunek/FO181/Con

SF-Stammtische 7. ElsterCon
Letzte Aktualisierung: 5. 6. 2004
Vom 17. bis 19. September in Leipzig
Aschaffenburg, SF-Stammtisch
jd. letzten Freitag i. M., 20 Uhr; „Zur Löwen-
grube“, Schneebergstraße 9, Karl E. Aulbach, Leo Lukas interessant werden. Auch Frank
(0 60 92) 77 36; karl.aulbach@t-online.de W. Haubold, Angela und Karlheinz Stein-
Aschaffenburg II, jeden letzten Sonntag i.M. müller werden da sein!
ab 18 Uhr, Gaststätte „Zur Eisenbahn“, Haupt- Es wird mit der Eröffnung, gestaltet von
straße 1, Stockstadt/Main. Info: Ursula Christian von Aster und Boris Koch, am
Aschenbrenner, (0 60 27) 29 86 Freitag beginnen. Auch eine Necroscope-
Augsburg, Universitärer SF-Stammtisch nach Hörbuchnacht ist geplant. Samstag vormit-
Vereinbarung im Unikum tags dann natürlich der große Buchmarkt,
Bernhard Kübler, Tel. (08 21) 54 41 69,
kuebel@unforgettable.com
Jean-Jacques Rousseau bezeichnete
Bad Homburg, SF-Stammtisch Städte schwarzmalerisch als die Abgründe
jd. 1. Samstag i.M. ab 19 Uhr, Ristorante der menschlichen Spezies. Doch gerade
„Al Capone, Homburger Strasse 17, Bad Hom-
burg/Ober Erlenbach. Info: Mathias Kubens, diese Aushängeschilder technischen Fort-
(0 60 36) 98 02 38, mkubens@gmx.de schritts und künstlerischer Kreativität kön-
nen im Idealfall nicht nur Raum und Ge-
Berlin, SF-Stammtisch (SFCB)
jd. 4. Freitag i. M., 19 Uhr, „Zum Igel“, Sieg- borgenheit bieten, sondern auch Möglich-
lindestraße 10, Berlin Friedenau (Nähe keiten zur Selbstverwirklichung und Entfal-
U- und S-Bahnhof Bundesplatz) tung. Diskussionen zum Thema Stadt in ver-
Markus Luther, (0 30) 7 92 27 55 schiedenen Bereichen und beleuchtet von
Berlin, SFC Andymon Auf dem nunmehr siebten ElsterCon unterschiedlichen Blickpunkten. Weiteres
jd. 2. Donnerstag im M., 18 Uhr 30, möchte der Freundeskreis SF Leipzig e. V. Highlight: die diesjährige Kurd-Laßwitz-
Kulturbund e.V., Ernststraße 14 - 16, zusammen mit den vielen nationalen und Preis-Verleihung. Außerdem werden die
12437 Berlin-Treptow, Ralf Neukirchen,
Tel. (030) 2 75 27 21 internationalen Gästen aus verschiedenen Autoren in separaten Veranstaltungen ih-
Bereichen der für uns alle so entscheiden- ren Lesern Rede und Antwort stehen, Ver-
Braunschweig, SF-Stammtisch den Frage nachgehen „Stadt, wohin?“. lage Ausblick auf ihr aktuelles Programm
jd. 1. Montag i.M., 20 Uhr, „Biergarten Tiger
Pub“, Wilhelm-Bode-Str. 33; Homepage: Illustre und hochkarätige Gäste werden geben.
http://www.perrys-video-club.de zugegen sein: „Mr. Necroscope“ persönlich
Brian Lumley wird uns in Leipzig aufsu- Anmelden (Achtung: Frühbucherrabatt
Darmstadt, SF-Treff Darmstadt
jeden 1. Samstag i.M. ab 18 Uhr im Clubraum chen (immerhin spielte ja die Stadt auch bis zum 1. September 2004!) kann man
der Gaststätte „Stadt Budapest“, Heimstätten- eine Rolle in Band 1). sich unter:
weg 140, 64295 Darmstadt (Heimstättensied- Mit Orson Scott Card, John Clute und
lung). Info: Roger Murmann Tim Powers haben herausragende SF- und http://www.fksfl.de/FKSFL/Elstercon/
(0 60 71) 38 71 8, sftreffda@gmx.de
(SFC Rhein-Main). Homepage: Phantastik-Autoren zugesagt. Elstercon_2004/index.htm
http://www.sftd-online.de Der Bestseller-Autor Kai Meyer hat zu-
gesagt, gerade erst sorgten die Bände der Dort finden sich auch Links zu Hotel-
Dresden, PR-Stammtisch
alle 14 Tage, Haus der Volkssolidarität Merle-Trilogie für weltweites Aufsehen, die reservierungen, zur Homepage des Veran-
(nahe der Dreikönigskirche neben der Pizzeria), ersten Bände der Wellenläufer sind so- staltungsortes, „Haus des Buches“ mit An-
18 Uhr eben erschienen. Für Perry Rhodan-Fans fahrtsbeschreibungen.
Uwe Schillbach, uwe.schillbach@sz-online.de dürften insbesondere Michael Nagula und
Düsseldorf, Phantastischer Treff
jeden 2. Samstag im Monat, Gaststätte
„Beim Franz“, Gerresheimer Str. 19,
40211 Düsseldorf; Homepage: http://dpht.net
Giessen, SF-Stammtisch
jeden 1. Samstag im Monat ab 18.00 Uhr,
„Stadthaus“, Kongresshalle Giessen am Berli-
ner Platz 2, 35390 Giessen. Info: Harald Latus,
(06 41) 47 65 3 (Far Beyond e.V.). Homepage:
http://stud-www.uni-marburg.de/
~ Kapmeyeh/TD-MR/TD-GI/TD-GIStart.htm
Graz, PR Stammtisch
jd. 1. Donnerstag i.M., 19 Uhr, „Schwarzer
Adler“, Leonhardstr. 27, Bernd Hubich,
bernd.hubich@styria.com - http://www.prsg.at
Halle, ASFC-Stammtisch
Jeden 2. Freitag im Monat, 18.00 Uhr in der
Gartengaststätte „Zur Sonne“, Halle
(Südstadt); Kontakt: Thomas Hofmann,
0345 77 640 72,
http://www.phantastische-ansichten.de

Änderungen bitte mitteilen.

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Freunek/FO181/Fanzines

ich diese Mitteilung tatsächlich nicht verges-


Redaktionsanschrift:
sen (der Macher hatte sie mir ans Herz
Kurt S. Denkena gelegt – denn, nur wer das Blatt kennt, kann
Postfach 76 03 18 es später auch abonnieren)! Nach einem
28733 Bremen nostalgischen Vorwort und dem erwarteten
E-Mail: IKUB-ksdenkena@t-online.de Blick auf die Reaktionen zu den Vornum-
mern lesen wir 12 Stories von so Leuten wie
Thomas Franke, Axel Kruse, Thomas Berger,
Rubrikeneinteilung Jürgen Müller, Michael Tillmann, Klaus N.
stößt auf einhellige Frick, Manfred Borchard, Thomas Ziegler,
Helmut Ehls und Frank Neugebauer (ich
Begeisterung… mochte keinen weglassen, eine repräsenta-
tive Auswahl wäre auch kaum machbar
Reaktionen auf die Zinerubrik sind der- gewesen), die beweisen, dass recht kurze
zeit selten wie die Beschreibung schwuler Stories durchaus in prima Qualität machbar
und lesbischer Küsse in aktuellen SF-Heftro- sind – wobei die Themen allerdings nicht zu
manen. So bleibt dem Zineredax nur die ernst gewählt sein sollten! Eh, warum geht
Hoffnung, dass die werte Leserschaft die das eigentlich „heute“ nicht mehr, ist der
neue Einteilung mit Freuden entgegenge- Zineredax geneigt zu fragen...?!? Ist der Sar-
nommen hat! Angemerkt werden soll hier kasmus nur einer bestimmten Generation
aber noch, dass so manches Publikations- und Gattung von SF- und Phantastikschrei-
werk schwer einzuordnen ist – so wie in berlingen in die Tasten gegeben? Mit dem Stefan Wogawa mit „Der letzte Kampf“, wo
dieser Ausgabe zum Beispiel der „Golem“ Blick auf das, was derzeit so durch die die Gier nach Macht und sexueller Ausbeu-
oder „Elvira Spezial“ (ginge beides auch als Magazine trötet, und was hier geboten wird, tung mittels Magie den Tod durch eine Lawi-
Clubzine) und natürlich die Clubzines „Intra- ist man geneigt, diese Vermutung zu beja- ne nach sich zieht – das haben sie nun
venös“ und „Festak“ (hier wäre die Rubrik hen! Wie immer ansehenswert sind die Gra- davon, naja; mal was Witziges präsentiert
Perry-Zine denkbar). Aber wir Fans sind ja phiken von Thomas Franke, aber ... nun ist Uwe Post und „Professor Kuhnfisch und das
sowas von tolerant – hüstel!, da kümmert „gut“ damit, etwas anderes muss her, sonst Hühnerfrikassee“, wo die Konstruktion eines
uns derlei Erbsenzählerei natürlich in kein- kriegen wir diesen Stil über...! Und, noch so ‚Rückwärts-Zeifeldes’ zu den üblichen Ver-
ster Weise. Vielleicht sollte als innovativer ein Knackpunkt: Wollen die Herren eigent- wirrungen führt, recht nett! Fazit: geht so lala
Schritt so eine Einteilung wie „Egozines“ lich unser sich bleiben? Nirgendwo kommt
gewählt werden – und alle Blätter mit Wer- ein Elfenwesen dahergehüpft und drückt
tungen versehen werden (von FANHIMM- den literarischen Seiten den weiblichen
LISCH bis NICHT EINMAL FÜR SAMMLER Stempel auf...! So kritisierenswert, so gut –
ANSCHAFFENSWERT reichend), na, das gäbe hoffen und warten wir auf die nächste Aus-
endlich mal eine Aufregung...* gabe („in unregelmäßigem Abstand“). Bis
dahin noch das Wort zum System und Fan-
SF und Fantasy-Zines dom (von Manfred Borchard): „Steuerreform,
Rentenreform, Gesundheitsreform, Staats-
verschuldung, Seuchenreform. Ein Problem-
gebirge und kein Dynamit, um das alles
explosionsartig zur Lösung zu sprengen“...

GOLEM # 73
Stories/A5/20 S.
Uwe Post, Schalker Str. 113,
45881 Gelsenkirchen
Anthologie ist angesagt, hier im Auftrag
des Thunderbolt – 3 Stories bieten unter-
schiedliche Inhalte, aber auf jeden Fall soli-
den gut lesbaren Stil: der längste Beitrag ist
„Der Wind streichelt die Blumen“, eine Fan- SF-NOTIZEN # 558
tasy von Theo Klein, die zeigt, wohin Gewalt SF/A5/12 S./51 Ex
und imperiales Machtstreben führt, nämlich Kurt S. Denkena, Postfach 760318,
zu Tod, Vernichtung und Gräbern – nicht 28733 Bremen
eben eine neue Erkenntnis; nicht viel anders Sphinx_2 ist der Titel des neuesten Ro-
mans von Herbert W. Franke und von Alan
Lightman gibt es eine prima Sammlung von
* Ach, wirklich? Geschichten zur Zeit (Einstein’s Dreams);
EXODUS # 15 Die Idee ist doch reizvoll. Wie wär’s zum aber auch die Trivialliteratur wird observiert
SF-und phantastische Stories/ Beispiel mit einem Wertungsbalken von 5 (der neue Atlan 12-er Zyklus), Sammleritis
A4/52 S./200 Ex Sternen? Also: begutachtet. Elric von M. schreibt geradezu
René Moreau, Schillingstr. 259,  massenhaft Postkarten an den SFN-Macher,
52355 Düren anläßlich des Gay-Monats Juni wird auf
Man wüßte dann auf einen Blick, ob es
Für umsonst kriegt der interessierte Fan einen erfreulichen Girly Sex Comic hingewie-
sich lohnt. Und die „verbale Prügel“ dafür
ein kostenloses Probeleseexemplar dieses sen und diverse abstruse Sekten- und Kult-
erhält der Fanzine-Redakteur… -güf
wiederauferstandenen Zines – so, jetzt habe profis bekommen Spott & Hohn gratis...

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Primärstufenzine von J.G. Huckenpöhler. Tja, eine aussterben- einfach nach dem Umfang festsetzen; aber
de Gattung, so bleibt nur folgendes zu tun: Doppel- oder gar Dreifachnummern fanden
„Take a look at your duplicate box. Give a noch nie meine Zustimmung, wenn das
book to a kid – if your own son or daughter (semi)professionelle Blätter machen müssen
ist not interested, then a niece of nephew, (um z. B. bei monatlichem Erscheinen im
or a cousin’s child or a friend’s.” & „Give a Sommer einen Monat zu überbrücken),
book to a school library.” & „Telephone or e- okay, aber SF-Fans, nee –, also, das wie ge-
mail a fellow Burroughs collector in your wohnt mit einem Foto plus einmontiertem
area and arrange a get-together. That’s how Perrygehalt geschmückte Zine bringt als
the Panthans got started.“ & „Display your inhaltlichen Schwerpunkt allerlei zur US0,
collection proudly – don’t let anyone think vor allem eben Stories (auch von jetzigen
you’re ashamed of it”… und ehemaligen Perryprofis) nebst einem
Comic. Irgendwie inkonsequent die letzten
THE GRIDLEY WAVE # 260 14 Seiten, wo auf das Perry-Sammelkarten-
ca. A4/2 S. spiel eingegangen wird (eine neue Phase
The Burroughs Bibliophiles, University startet da), das ist zwar interessant, passt
of Louisville, Louisville, KY 40292, USA aber nicht zum sonstigen Buch. Entweder –
DUM-DUM 2004 in Fort Collins, Colorado oder? Ich hätte mir auf diesen Seiten noch
wirft seine letzten Junischatten im Mai aus, mal einen echt handfesten Artikel zur USO
Programm und Gäste werden vorgestellt, als gewünscht, so richtig gibt das Conbuch
Special Guest kam noch in letzter Minute „TV nämlich im Sekundärbereich außer einem
Jane“ Lydie Denier hinzu... perryhistorischen Abriss (von Dieter Reich) –
aus den diversen Lexika zusammengesucht
PÜGASSE # 7 Club-Zines – und einem 4-seitigen Überblick aller Hefte,
ca. A5/16 S./30 Ex TBs und Comics zur USO wenig her! Da fehlt
Kurt S. Denkena, Pürschweg 5, doch ganz einfach eine kritische Untersu-
28779 Bremen chung der USO als solcher, bestimmter Per-
Tarzan musste sich das Lesen und sonen oder was weiß ich (je nach Interes-
Schreiben bekanntlich selber beibringen senlage des Schreibers). So gesehen macht
(das Sprechen folgte dann als Praktikum in sich nach dem zweiten Blick auf diese FEST-
den ersten Begegnungen mit der menschli- AK-Ausgabe doch Enttäuschung breit: Da
chen Spezies), eine enorme Leistung jen- hatte ich prima Infos zur USO erwartet, aber
seits von IGLU und PISA. Ausgehend von letztlich stehe ich weitestgehend mit leeren
dieser Coveridee befasst sich der Inhalt mit Fanhänden da – schade! Dennoch ein lo-
Vergangenheit und Gegenwart bildungspoli- benswertes Magazin, an dem ich allerdings
tischer Entscheidungen, wirft erneute Blicke noch drei = 3 Seiten kritisieren möchte: Viel-
auf den zu verhüllenden Bauchnabel, wühlt leicht hätte man die Seiten 5-7 so ein-
sich durch TOM-Comics und bringt erstmals drucken können (ohne Seitenzahlen und auf
zwei literarische Texte „einer Lehrkraft, bevor billigem Papier), dass sie vom ernsthaften
sie aus dem Klassen- bzw. Lehrerzimmer- Sammler gleich nach Erhalt herausgerissen
fenster sprang“... werden könnten! Es sind die Grußhansel-
worte, die anscheinend bei keinem Con in
Süddeutschland fehlen dürfen (sorry, wenn
ERB-Zines das nicht stimmt, aber just da fallen sie mir
landsmannschaftlich besonders auf), äh,
BURROUGHS BULLETIN – kriegt man sonst die Lokalitäten nicht oder
NEW SERIES # 58 FESTAK # 31/32 wie oder was? Harmlos eigentlich noch der
ca. A4/40 S. PRC-ARGE-FESTAK/A5/120 S./300 Ex Erste Bürgerhansel von Schwanstetten, aber
The Burroughs Bibliophiles, University Andy Schmid, Hermann-Hetzel-Str. 39, spätestens bei VPM-Vertreter KNobertF
of Louisville, Louisville, KY 40292, USA 90530 Wendelstein wird’s peinlich... der macht nämlich nur Wer-
Back to the Stone Age als 58. Roman- United Stars Organisation – Kurzform bung für die Produkte seines Hauses (naja,
werk wurde im Jahr 1935 geschrieben: „It is USO – am 1.7.2115 von Atlan gegründete dafür wird er schließlich bezahlt), merkt es
the story of Lt. Von Horst who was left Organisation, die sich als galaktische, den auch irgendwann, kann die Schose aber
behind in Pellucidar when the O-220 retur- Staatsgebilden der Milchstraße übergeord- nicht mehr retten. So gemacht ist das dreist
ned to the outer crust.“ Es ist der 5. des 7- nete Polizei- und ‚Feuerwehr’-Einheit ver- und/oder dümmlich! Schlichtweg zum Kot-
bändigen Zyklus zum Hohlweltszenario, steht, die sich strikt aus den internen Ange- zen dann das „Grußwort des Bayerischen
dass sich innerhalb der Erde abspielt... Ne- legenheiten der Milchstraßenvölker heraus- Staatsministers des Innern Dr. Günther Beck-
ben den Betrachtungen dazu gibt es einen zuhalten hat. Der Franken-Con 2004 befasst stein als Schirmherr“, der sich doch tatsäch-
langen Artikel zum Zeichner J. Allen St. John, sich speziell mit der „USO“, eine für mich lich erdreistet, seine Zuständigkeit als ähn-
es werden die Verbindungen von Edgar Rice überraschende Thematik, die aber grund- lich der der USO zu bezeichnen (es muss
Burroughs hin zu L. Frank Baum („The Won- sätzlich zu gefallen weiß. Dieses Conbuch ihm jemand obige Erläuterung gezeigt ha-
derful Wizard of Oz“) und der esoterischen jedenfalls enthält folgerichtig – als Doppel- ben, mehr Ahnung dürfte der Herr von Perry
Madame Blavatsky untersucht – und wir nummer, warum denn das? Weshalb lässt eh nicht haben): „Zwar sind die Dimensio-
werden über die Ergebnisse einer Umfrage ein SF-Club überhaupt eine Ausgabe seines nen im heutigen Bayern mit denen der
unter ERB-Fans informiert, die 2002 durch- Zines als doppelte laufen, etwas, was ich ‚USO’, der ‚United Stars Organisation’, nicht
geführt wurde (logischerweise in den USA, noch nie verstanden habe, denn den Preis vergleichbar. Dennoch tun wir alles, um auf
im Verbund mit dem Bulletin), kommentiert kann ich ja (nicht nur für Außenstehende) Erden im Hier und Jetzt sichere und friedli-

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che Verhältnisse zu schaffen, in denen sich Perry-Zines


unser Bürger wohlfühlen.“ Muss sich dieser
Club diesen Rechtsaußen antun – oder ist ATLAN PERSPEKTIVEN # 7
dies ein Hinweis darauf, wo die USO eigent- A6/16 S./80 Ex
lich kosmospolitisch einzuordnen ist? Das Kurt S. Denkena, Postfach 760 318, 28733
wäre ja mal ein fandomanischer Ansatz, der Bremen
uns zurückführt in die Perrykritik der wilden Das beste Heft der ATLAN-Heftserie wird
SFT-Jahre in den 70-er Jahren ... aber ich ver- im 2. Teil dieser kleinen Wahlaktion endlich
mute, nichts liegt dieser ARGE ferner (aber gefunden (speziell für die ACD-Mitglieder): #
ein CSU-Club isser ja wohl doch nicht, oder)! 500 = William Voltz, Die Solaner. Nette Plau-
Muss so ein werbepolitisches Gesülze wirk- derei über nette Romane, 12 Bonusausga-
lich sein?!? Okay, dem Perryisten sei dieses ben dieses Zines enthalten Coverabbildun-
Zine dennoch ans nachsichtige Serienherz gen in Farbe – und hier seien auch noch die
gelegt – und vielleicht finden wir ja noch beiden Titel auf Platz 2 verraten: # 1 = K.H.
irgendwo mal einen guten tiefergehenden Scheer, Das galaktische Syndikat sowie #
Artikel zur USO (sei es in hector- oder thie- 131 = Klaus Fischer, Der Zeitnomade...
senschen Gefilden, vielleicht im ACD oder
dann doch bei den FESTAK-Leuten), wir wer-
den sehen...

handfeste Lösung des Problems unbekannt


– aber wir wissen, dass ein Prinz in dem
Werk vorkommt, das macht sich für Adelsro-
mane immer gut! Leider ist diesmal das
Cover (von Marco Cavet) eines dieser Com-
puterwerke, deren Machart man überdeut-
lich sieht – irgendwie vergleichbar billigen
Darstellungen in japanischen SF-Filmen der
60er Jahre, sorry. Und jetzt doch ein Klä-
rungsversuch: Irgendjemand wird dir noch
Manieren beibringen müssen, Mädchen. Ge-
nau, wollte ich auch just vorschlagen...

ELVIRA SPEZIAL
A5/32 S./80 Ex
Ernstine Gohr, Diltheystr. 7,
65203 Wiesbaden
INTRAVENÖS # 141 „Der Kristallprinz & Ich“ ist das Motto
ACD/A5/84 S./85 Ex dieser Beilage zum INTRAVENÖS # 141 des
Rüdiger Schäfer, Stixchesstr. 27, ACD – und man sollte schon etwas in die-
51377 Leverkusen sen Club hineingeschnuppert haben, um
Beizettel gibt es diesmal gleich deren 3: diese angesammelten Berichte entspre-
die Vorstandswahlen stehen an (für jedes chend verstehen und auch würdigen zu
Amt eine Person, das verkürzt die Grübelei können. Aus Schweden berichtet Faktotum
ungemein), es gibt Fotoseiten vom Franken- Elvira (das alter ego von Esther Huck) über
Con 2004 und dazugeheftet ist auch noch ihre und Atlans Abenteuer in Värmland,
der VPM-Flyer zum Obsidian-Zyklus. Im ei- wohin es den Kristallprinzen vor nunmehr 3
gentlichen Internzine dann ungewöhnlich Monaten zog... Irgendwie durchaus ein klas-
viele Besprechungen, Stories, was für den sisches Egozine mit arkonidischem Hinter-
intellektuellen Kopf (Quiz, Rätsel, Personali- grund, reichlich schräg...
ty-Test), was von den ACD-Royals und noch
allerlei drumherum und so … auch wichtig:
Roman-Zines
unter den neuen Karten der Club Edition gibt
es als Nummer 254 (unter der Rubrik „Faszi- MURPHY # 9
nation Fandom“) den „Fandom Observer“... IKARUS # 18 Horror/A5/60 S.
SF/A5/104 S. Hary-Production, Waldwiesenstr. 22,
Romantruhe, Röntgenstr. 79, 50169 Kerpen 66538 Neunkirchen
Cleveres Mädchen. Aber damit wirst du Bist du eigentlich Pilot oder ein altes
nicht weit kommen. In „Präludium“ versucht Weib? Diese brisante Frage stellt sich in
dies Autor Martin Kay hinzubekommen; da „Aztekenzauber“, geschrieben von Earl War-
unsereiner aber diese Schiene der durchaus ren und Henry Rohmer und in mittelameri-
erfolgreichen Serie um den Rettungskreuzer kanischen Gefilden spielend. Schweigt, ihr
im All nicht goutiert, bleibt uns leider die Hunde! Nana, so unfreundlich wollen wir

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doch nicht sein, oder? Mund auf und Ohren


zu. Jetzt will ich es wissen. Genau, irgend-
wie oder – wo muss doch jetzt die Antwort
zu finden sein. Ob wir sie auf den Leserkon-
taktseiten finden? Ups, da steht unerfreulich:
„Der lesende Mann ist eindeutig eine aus-
sterbende Spezies!“ (lt. Marktforschungen)
Aber keine zufriedenstellende Lösung unse-
res Problems – tja, vielleicht finden wir derlei
in dem Fortsetzungband! Das mag jetzt alles
sein, wie es will...

nämlich wann der hier nachgedruckte Ro- einmal im Jahr verkrafte ich das schon (ei-
man wo erschien: 1968 als Band 583 in der nen Spirou-Comic zu dem Bereich gibt es
Heftreihe Utopia Zukunft! Ebenfalls ein auch noch)... Aus Anlass des 30-jährigen
Nachdruck und diesmal sogar mit den not- (nicht ganz durchgehenden) Bestehens der
wendigen Daten geliefert...: # 29 ist „Der COMIXENE äußerst sich diesmal René Leh-
Krieg der Feiglinge“ von W.W. Shols – erst- ner, der letzte Vertreter des „Gründertrios“.
mals erschienen 1962 im Bewin Verlag als Im Interview dann Neil Gaiman, der in
Leihbuch, allerdings unter dem Titel „Planet Zukunft lieber an Romanen statt an Comics
im Niemandsland“. Bliebe noch ein Fantasy- arbeiten will, was ich sehr bedauere, denn
Titel...: # 30 ist „Festung im Nirgendwo“ von von seinen phantastischen literarischen
Alfred Wallon & Kerstin Dirks und Band V des Werke konnte mich bisher noch nix so rich-
3. Thorin-Zyklus. Da erfahren wir im Magazin tig überzeugen (die Ansätze immer okay, die
SIRIUS # 27, 28, 29, 30 (das nun erfreulicherweise mehrere Bände Umsetzung aber nie konsequent und stili-
SF & Fantasy/A5/68+64+64+64 S. lang hintereinander nicht mehr dieselben stisch eher matt). Dazu die üblichen Rubri-
Mohlberg-Verlag, Hermeskeiler Str. 9, Verlagsnews bringt), dass eine Paperbackrei- ken in dieser Mai-Ausgabe... Achso, als Bei-
50935 Köln he namens SIRIUS EXKLUSIV erscheinen soll, lage finden wir da die Nullnummer von HIT
Der Ranger geht kompromißlos seinen die eher den Zyklen vorbehalten sein soll, COMICS (Heftformat/16 S.), gedacht als Wer-
Weg; ein Mann im Stil von John Wayne – während in der Heftreihe vor allem Oldies bung für die nun doch weitergehende Reihe
wenn ich sowas unter den Personenanga- angesagt sind. Die Sache scheint sich also der Publikation, deren reguläre Ausgabe 35
ben zu einem SF-Roman lese, der im Jahr bestens zu tragen und einer Ausweitung Ende Mai erscheinen soll (voll mit Superhel-
2567 spielt, dann wächst die Skepsis schon wert! Wenn aber vielleicht die neueren Wer- dencomics, was mich weniger bis gar nicht
von vornherein ins Unermessliche, die auch ke in gepflegtem Ausmaß die neue Recht- interessiert)...
durch die sicher gutgemeinten Erläuterun- schreibung benutzen könnte – als Zineredax
gen des Autors im Nachwort (hier „Magazin“ muss man sonst nach dem ersten Tippen ICOM INTERN # 123
benannt) nicht beseitigt werden kann. # 27 von Zitaten mitunter alles noch mal durch- Verbandszine/A4/8 S.
ist „Keduan – Planet der Drachen“ von Alfred ackern (wie z. B. hier in den Sorceryweiten): Burkhard Ihme, Danneckerstr. 12,
Bekker, wo gleich noch ein paar gut Was er nun sah, war so unfaßbar, daß ein 70182 Stuttgart
bekannte Versatzstücke anderer auch recht Gedanke jetzt den anderen jagte... Ein wiederbelebter Mythos sei das neue
bekannter (SF-)Welten eingebaut werden. PARDON (das unsereiner hier vor Ort nir-
An so einem Roman wird dann irgendwo Comic-Zines gendwo bekommen konnte – und eine Be-
doch deutlich, dass die Heft-SF ideenmäßig stellung beim Verlag brachte bisher keinerlei
ein auslaufendes Modell darstellt (Ausnah- COMIXENE # 73 Zusendung...): „Es gibt viele Karikaturen, die
metrivialliteraten nehmen wir hier mal zur Magazin/A4/64 S. obligate Nonsens-Abteilung, einen Manga-
Seite, mir fällt da gerade mal das dreckige Comixene c/o Nobst, Mühsamstr. 40, Comic mit Angela Merkel in der Hauptrolle
halbe Dutzend ein)! Da greifen wir lieber 10249 Berlin und leider einige Texte zu viel, deren Rezep-
gleich zu den Oldies...: # 28 ist „Der Multi- Das Runde muss ins Eckige – nee, also, tion weniger Augenlicht denn Willensstärke
mutant“ von Peter Theodor (1921-1999), wenn der Zineredax eines nicht abkann, voraussetzt. ‚Lange Texte sind ja die letzte
einem Pseudonym von Peter Krämer (als dann ist es Sport und speziell Fußball, und Provokation, die noch geht’, sagt Zeller. Aber
Serientäter bei Mark Powers, Ren Dhark und zwar in Film, Buch oder Comic (was mich deshalb muß Satirekonsum ja nicht gleich in
Raumschiff Promet aktiv). Im Magazin gibt aber nicht davon abhält, hier vor Ort minde- Arbeit ausarten.“ Na, unsereiner als ehemali-
Macher Heinz Mohlberg etliche Infos zum stens jedes zweite Wochenende in der 5. ger Leser des „alten“ PARDON in der zweiten
Schaffen des Autors, die naheliegendste Liga die heimischen Kickerspiele zu verfol- Hälfte der 60-iger Jahre meint auch eher,
fehlt allerdings (ich muss zugeben, genau gen, den Nervenkitzel liebe und genieße dass dieses Blatt als Remake heutzutage
das habe ich auch erwartet, es zieht sich ich)! Aus Anlass der EM ist nun ausgerech- eher fehl’ am Platze ist – ein normales und
wie ein roter Faden durch die Sirius-Reihe), net „Comic & Fußball“ das Titelthema, aber lesbares Satireblatt haben wir mit der TITA-

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Freunek/FO181/Fanzines

NIC (dank der die WM 2006 in Deutschland DIE SPRECHBLASE # 196 und Richard Corben plus den Künstlern aus
stattfindet), bliebe nur ein Konzept mit echt Magazin/A4/68 S. dem Underground wurde hierzulande in den
radikalem Konzept denkbar (plus irgendwel- N. Hethke Verlag, Postfach 1170, 70ern die Lust am erwachsenen Comic
chen undenkbaren Zusätzen), sonst – ver- 69246 Schönau geweckt, da war echt noch Pionierarbeit
giss es... Und weitere brauchbare News in 30 Jahre Gespenster Geschichten bei vonnöten...! Gefeiert wird „66 Jahre SPIROU“
dem jetzt flott erscheinenden monatlichen BASTEI, Grund genug für Martin Hillard, die (es gibt schon seltsame Jubiläumszahlen!),
ICOM-Mitteilungen... Reihe entsprechend zu würdigen (der Zine- begutachtet werden autobiografische Co-
redax meint, just dieses Genre an sich ist im mics, man blickt auf den Comic-Salon 2004
Comic nur sehr selten ansprechend gestaltet in Erlangen und es gibt die informativen
– mir fallen da beim ersten Nachdenken nur News und Rezensionen. An längeren Comic-
die alten EC-Comics ein, da wirkte der Horror beitrag gibt es „Der Golem“ von Laska-
noch so richtig) – die unsereinen nach Comics – und dann noch ein Portrait zu
einem Durchblättern nie zur Lektüre animier- Franziska Becker, was mich an die Jahre
te... Micky Maus Zeitung, Von Kauka bis erinnert, in denen ich die EMMA las...
Comicon (die endlose altkaugummihafte
Serie zu Rolf, einem der unerträglichsten
Leute der deutschen Comicsszene), Italio- … und nun ist echt Schluss:
Comics (kennt jemand überhaupt irgendei- Tja, dass am 27. April 2004 in der Bre-
nen lesenswerten Comic aus dem Stiefel- mer Tageszeitung WESER-KURIER in ei-
land) 5. Teil und ein Artikel (nebst Interview) nem längerer Artikel zum Frauenfussball
zum Ende der John Cullen Murphy-Ära bei (bezogen auf das Jahr 1955, wo diese
„Prince Valiant“ (Prinz Eisenherz) – ein Faux- Sportart für die Damenwelt doch tatsäch-
pas dabei, just in dieser Ausgabe die Serie lich verboten wurde – die dumpfen re-
dazu nicht zu präsentieren! Noch einmal in pressiven Tage meiner Kindheit, wo so
den Phantastik/SF-Bereich gehören die 2 vieles nicht erlaubt war) sogar die Grün-
Seiten zum Tod von Don Lawrence (mehr zu dung des SFCD drinne steht, wer hätte
dem Künstler, der ja jahrelang in diesem das gedacht! Aber leider nicht erwähnt
Magazin mit der STORM-Serie präsentiert wurde der Tod von Albert Einstein im
wurde, folgt in der nächsten Ausgabe – die April, Lösung c) war also die richtige...!
Anlaufzeiten sind bei dem Schönauer Blatt Und da wieder niemand mitmachte
PLOP # 70 mitunter wirklich extrem)... bzw. dahinterkam, verzichten wir mal bis
A5/56 S./150 Ex auf weiteres (vor allem: Lust dazu) auf
Andreas Alt, Kreuzbergstr. 7, derlei Sperenzien. Oder vielleicht fällt
36100 Petersburg dem Herrn aus Bremen-Vegesack ja noch
In den 70er Jahren kam die Fanzine- Anreizenderes ein, wie z. B. die Frage
Szene durch Punk in Schwung. Punkbands nach dem eingetragenen Verein, der sei-
veröffentlichten anfangs nicht bei den nen Vorstandsmitgliedern prima Darlehen
großen Plattenfirmen. Daher waren Informa- vergibt (da unsereiner jetzt selber Kassie-
tionen über sie schwer zu bekommen. Diese rer in einem e. V. geworden ist, wird der-
Aufgabe übernahmen Fanzines, die durch lei immer interessanter bzw. natürlich
Postvertrieb oder Verkauf während Konzer- rechtlich gesehen brisanter, sofern ge-
ten gezielt an die Punkfans verteilt wurden. wisse Institutionen dahinter kommen, sei
Die Unprofessionalität der Herstellung wur- mal geschätzt)....?
de durch das sprichwörtliche Schnipsel-Lay-
out betont. Macher Andreas Alt lässt noch Ad lunare
einmal die Szenerie Revue passieren, die ksdenkena
1981 zum Start des Zines PLOP führte (durch
eine gewisse Heike Anacker, damals 17-
jährige Schülerin), unter der sicher passen-
den Überschrift „Schlecht verkäuflich“ (auch
SF-Zines können ein Liedchen davon sin-
gen). Wie immer die beliebte Mischung von
Comics aller Schattierungen und Qualitäten,
jedesmal voller Überraschungen. Dazu Rezis XOOMIC # 9
von Zines und Profialben – und eigentlich Magazin/ca. A4/64 S.
muss ich nur noch Herrn KN Frick zitieren, Frank Kemter-Verlag, Nürnberger Str. 111 a,
dem ich (ausnahmsweise mal) zustimme: 90762 Nürnberg
„Ich freue mich aus die nächsten 31 Ausga- Nein, ich bin kein spiritueller Mensch. Ich
ben meines Lieblings-Comic-Fanzines.“ Die bin sehr normal. Wenn ich zeichne, dann
Coverzeichnung stammt übrigens aus dem zaubere ich. Wie ein Sänger, der in eine
Wettbewerb des Verlags Schwarzer Turm, andere Welt eintaucht, wenn er singt – die
wo „der dämlichste Alien des Universums“ Zeit scheint still zu stehen und man ist ein-
gesucht wurde... fach nur glücklich. Das ist eine Gabe und ich
fühle mich so, wenn ich zeichne. Erzählt
Jean Giraud/Moebius im Interview – und die
dazu abgebildeten Zeichnungen, ja, die
wecken nostalgische Gefühle. Mit Moebius

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Freunek/FO181/Short Cuts

Short Cuts
Mona Lisas Lächeln (Staaten 03; Regie betrachtet man wie sich Joan über ihre Mög- dige abzuringen. Emiliano und Brake helfen
Mike Newell; Darsteller/innen: Julia Stiles, lichkeiten im Leben ernsthaftere Gedanken ihr als Cowboys dabei. Mit dem freundlichen
Julia Roberts, Kirsten Dunst, Marcia Gay macht (Familie & ein Studium in Yale), wie Brake hat Maggie, die seit Jahren allein lebt
Harden, Maggie Gyllenhaal, Ginnifer die offene Feindseligkeit Bettys als ein ver- eine Art Verhältnis, das zwar das Körperliche
Goodwin, Juliet Stevenson, Dominic West zweifeltes Schutzkonstrukt (vor ihrer harther- einschließt, aber emotional nicht über einen
u.a.; 115 Minuten). zigen Mutter und ihrem lieblosen Ehemann) gewissen Punkt hinaus geht. Maggie ist es,
offenbar wird, oder wie Rosie, trotz Bettys die auf dieser Distanz besteht; genährt aus
„Sentimantalität ist nicht per se ein eifersüchtiger Böswilligkeiten, ihr Glück doch Erfahrungen, die sie mit den Vätern von Lily
Negativum. Wie viele Begriffe läßt sie sich in noch finden kann. Einzig die frühreife Lebe- und Dot machen mußte.
verschiedene Richtungen ausinterpretieren. Eines Tages steht Samuel Jones vor dem
Sie steht für „Rührseligkeit“ wie auch für Farmhaus – der eigene Vater, der vor zwan-
„Empfindsamkeit“. „Rührselig“ ist aber die zig Jahren sie und ihre Mutter ohne ein
bedeutendere Losung für „sentimantal“ Wort verließ, um bei den Indianern zu
geworden und somit ein gebräuchliches leben. Maggie haßt Sam nach wie vor für
Werkzeug, um ein Objekt des Interesses das, was er seiner Frau (sie starb wenig
abzuwerten. Sentimentalität in ihrer anderen später) und seinem Kind damit angetan
Aussprägung hat allerdings ein beachtliches hat. Der verschlossen wirkende Mann
Vermögen dem Betroffenen ein wenig die macht nicht viele Worte zu den Anschuldi-
Wärme in diese abgekühlte Welt zu geben.“ gungen Maggies; er bittet sie nur sich um
(aus „Pour Langue“ v. Myrelle Minotier) seine alte Wunde zu kümmern. Als Sam am
nächsten Morgen so verschwunden ist, wie
Kate Watson verläßt die son- er kam, scheint alles wieder in Ordnung zu
nige Westküste wie ihren liebe- sein. Aber der grausame Alptraum steht
vollen Freund in Richtung Neu- allen noch bevor. Auf einer entfernten
England, um als Kunst-Dozentin Weide werden Brake und Emiliano viehisch
an dem Hohe-Töchter-College frau Giselle behält bei allen Dra- ermordet, die siebzehnjährige Lily ver-
Wellesley zu unterrichten. Eine men in ihrer Umgebung einen schleppt und nur die kleine Dot kann ihrer
glückliche Fügung, wie sich bald kühlen Kopf, weiß von Anfang an verzweifelten Mutter erzählen, daß sie von
heraus stellt, denn die elitäre Bil- was sie mit ihrem Leben anfan- einer Bande überfallen wurden. Nachdem
dungsstätte ist, auch was den Lehrkörper gen will. Hierin ist sie sogar ihrer liberalen der für den Distrikt zuständige Sheriff nur
bestrifft, ein eher geschloßener Zirkel. Hier- Dozentin weit voraus. mit den Achseln zuckt und auf die Zustän-
hin gelangt man/frau nur mit entsprechen- MONA LISAS LÄCHELN ist sentimantales digkeit der Army (Indianer!) verweist, macht
den Beziehungen; oder wie in Kates Fall auf (s.o.) Kino mit großen Momenten, das nicht
Grund eines kurzfristigen Ausfalls. Als an seiner angeblich plakativen Botschaft er-
Dozentin wie als Frau fühlt sich Kate berufen stickt, wie das Gros der Kritik vermeinte an-
an diesem Hort konservativer Lebensent- prangern zu müssen. Und wenn mir selbst
würfe für einen neuen Geist zu wirken. Für Julia Roberts kein Unbehagen verursacht (es
die unkonventionelle Lehrerin stellt „Wissen“ sei denn in den wenigen Sekunden da sie
nicht das reine Inhalieren von Fakten dar, ihr gefürchtetes Cinemascope-Lächeln ein-
sondern den selbstsicheren Umgang damit. setzt) sagt das schon einiges aus über die-
Nicht die Meinung eines Gelehrten ist Aus- sen Film. Einmal völlig abgesehen von
schlag gebend. Die Fähigkeit selbstständig jenem cineastischen Kleinod, die wunder-
zu einem eigenem Standpunkt zu finden ist volle Tori Amos singen zu sehen (ehrlich –
es. Mit solchen liberalen Bildungszielen diese Überraschung klinkte mir die Kinnlade
stößt Kate schnell sowohl in der Leitung wie aus). Wenn dann noch Rachel Portman den
in Teilen ihrer Klasse auf Ablehnung und Abschied Kates von Wellesley (für solche
Unverständnis. Für Kate beginnt ein kurven- guten Abschiede hege ich seit je her ein Fai-
reicher Weg, der schlußendlich auch ihr ble!) mit einer Suite unterlegt, die mich an
selbst einige Erkenntnisse beschert, die sie Thomas Newmans göttlicher Musik zu MEET
so nicht erwartet hätte. JOE BLACK zurück denken läßt, dann ist es
Allerdings ist Mike Newells Film kein wahrlich an der Zeit im Kinosessel senti-
Klassiker-Zitat des Wie-rüttle-ich-meine- mental (!) zu werden.
Schutzbefohlenen-wach-Genres geworden.
Gleichberechtigt eingewoben sind einige The Missing (Staaten 03; Regie: Ron sich Maggie zusammen mit Dot an die Ver-
wunderbare Nebenhandlungen und Figuren Howard; Darsteller/innen: Cate Blanchett, folgung. Sie weiß nur, daß die Bande aus
(Marcia Gay Harden z.B. als ein wenig splee- Tommy Lee Jones, Jenna Boyd, Evan Apachen und Weißen besteht, die seit eini-
nige Kollegin, die sich damit abgefunden hat Rachel Wood, Aaron Eckhart, Eric Schweig ger Zeit Frauen verschleppen, um sie in
niemand mehr für ihr Leben zu finden und u.a.; 130 Minuten). Mexiko als Sklaven zu verkaufen und daß
unter ihrer überkandidelten Zurückgezogen- sie von einem furchteinflößenden Medizin-
heit die verletzbaren Gefühle verborgen Maggie Gilkeson hat das Sagen auf der mann namens Chidin angeführt werden.
hält), die in ihrer Gesamtheit einen eigen- einsam gelegenen Ranch irgendwo in den Maggie sieht keine andere Möglichkeit als
ständigen (und gewichtigen) Part bilden, der Weiten New Mexicos. Zusammen mit den ihren Vater um seine Hilfe zu bitten.
MONA LISAS LÄCHELN nicht zum befürchte- beiden Töchtern Lily und Dot versucht sie Zusammen gehen sie auf eine schwere
ten Roberts-Vehikel werden läßt. Interessiert dem eher kargen Land das Lebensnotwen- Reise, die ihnen nicht nur fast alles abver-

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Freunek/FO181/Short Cuts

langt, sondern Vater und Tochter auch ein zur Entwaffnung der Lakota überbrachte, So aber mußten die Verantwortlichen aus
wenig näher zueinander bringt. dessen Ausführung mit dem Tod von 350 einem Frank Hopkins gleich (wieder) eine
Für Ron Howard ausgesprochen unge- Männern, Frauen und Kindern endete. Zum Ikone machen, die natürlich all dies im Film
wöhnlich ist THE MISSING ein realistischer anderen könnte er mit dem ansehnlichen gezeigte auch tatsächlich erlebt habe. Ein
und somit harter Spätwestern geworden. Preisgeld viele der Mustangs freikaufen, die müder PR-Gaul, der „wen“ bittesehr beein-
Keinerlei Idealisierung (a la APOLLO) und auf Betreiben der Regierung ausgerottet drucken soll?! Das amerikanische Publikum
Schönfärberei (a la BEAUTIFUL MIND) des werden sollen. Nach langer Seereise, wäh- hat es nicht weiter gekümmert. Sicher, der
Wilden Westen macht sich hier breit und rend der er die ebenso elegante wie kalt- Film schwelgt auch ausgiebig in orientali-
dürfte wohl mit dazu beigetragen haben, blütig intrigierende Lady Davenport kennen- schem Flair (oder dem, was manche dafür
daß dieses gelungene Drama (speziell in lernt, freundet sich Frank in Aden mit dem halten), der allerdings nicht allzu selten in
den Staaten) mit Desinteresse gestreift Ausrichter des gewaltigen Rennens, Scheich 1001-Nacht-Klischees abdriftet. So wird für
wurde (kein künstlerischer Patriotismus!). Für Riyadh, an. Aber Frank und seinem treuen das Auge einiges geboten, aber passen will
mich nicht sonderlich überraschend. Unge- Mustang Hidalgo bleibt nicht lange Zeit, um auch dies nicht. Das Phantastische beißt
wöhnlich erscheint mir dafür der Tenor der die arabische Gastfreundschaft zu genießen. sich mit dem postulierten Anspruch der Aut-
hiesigen (!) Kritik, die dem Film in der Tat Inmitten eines Pulks reinrassigster Araber- hentizität. Unfreiwillig komisch wird der Film
einen Rückfall in alte Stereotype der frühen Pferde – allen voran den beiden hoch ge- immer dann, wenn das Konzept der Fremd-
Western vorwarf. Indianer seien hier wieder setzten Favoriten von Lady Davenport und sprachlichkeit nicht konsequent durchdacht
nur die blutrünstigen Feinde und mehr nicht. Scheich Riyadh selbst – müssen sich der scheint. Egal ob sich nun Scheich Riyadh mit
Eher ein Scheuklappen-Blick besagter Kriti- Halbblut und der hispanische Mischling seinem ruchlosen Neffen Katib zunächst auf
ker würde ich meinen, denn Howards Rea- behaupten. Nach Überfällen, Hinterhalten Arabisch unterhält, um dann übergangslos
lismus im Film beginnt bereits damit, daß und steter Kämpfe gegen die Grausamkeit ins Englische zu wechseln. Ob Omar Sharif
Menschen jeder (!) Rasse zu Gutem und sehr gebildetes Hocharabisch parliert, wäh-
Schlechtem befähigt sind. „Der böse India- rend ihm seine Filmtochter im knödeligen
ner als Schreckbild“ – dabei tummeln sich in Dialekt antwortet. Oder ganz allgemein
Chidins Bande eigentlich genügend weiße wenn Araber untereinander Englisch spre-
Halunken! Daß den Verfolgern der Sklaven- chen, nur weil Frank mit von der Partie ist
händler im weiteren Verlauf ein Vater und (bei der Befreiung Jaziras!). Eine Kleinigkeit
dessen Sohn zu Hilfe kommen, die zufälli- am Rande belegt wohl auch die sonstige
gerweise auch Apachen sind, scheint hier allgemeine Verwirrung; denn das angebliche
zudem nicht weiter ins Gewicht gefallen zu Ziel des Rennens, das syrische Damaskus,
sein. Oder, daß eines der entführten Mäd- liegt gute hundert Kilometer vom nächst ge-
chen Indianerin ist. Nein, in diesem Film legenen Strand entfernt. Hidalgo spurtet
werden „amerikanische Ureinwohner als aber dann nach dem Sieg direkt in die Bran-
böse Menschen dargestellt“ – der Vorwurf dung welchen Meeres?!
des unbewußten Revisionismus wabert Darstellerisch kann Viggo Mortensen für
durch die Zeilen. seinen Frank immer dann interessieren,
Darf man/frau demnach den Charakter wenn er allein mit sich und seiner Identi-
eines Menschen bereits an seiner Hautfarbe tätssuche ist. Anmerkenswert bleibt auch
erkennen?! Louise Lombard, deren Lady Davenport mich
THE MISSING ist ein gutes, wenn auch öfters an Kate Winslets Spiel der „Rose“ in
ausgesprochen hartes Drama, das sowohl TITANIC erinnerte.
von seinen Charakteren, deren ausgereifter HIDALGO ist so besehen trotz seiner
Darstellung (Blanchett/Jones/Boyd), wie modernen Ansprüche eher dem Breitwand-
auch vom Spannungsbogen einer unge- der Wüste selber, kommen nur drei von hun- Kino der frühen 60er verpflichtet und in letz-
wissen Jagd, einer leidvollen Befreiung und dert gestarteten Reitern in der Nähe des ter Konsequenz nur für Pferdeliebhaber wei-
dem verzweifelten Showdown lebt – und Zielpunkts an. Im dramatischen Endspurt lie- ters noch von Interesse. Deutlich besser
von großartigen Landschaftsbildern. fert Hidalgo ein klassisches Finale, das überzeugt zum Thema „Pferderennen“ nach
natürlich mit dem Sieg des Helden endet. wie vor ein Western wie Richard Brooks’
Hidalgo – 3000 Meilen zum Ruhm (Staa- Neidlos erkennen die jubelnden Araber an, BITE THE BULLET („700 Meilen westwärts“) –
ten 04; Regie: Joe Johnston; Darstel- daß auch andere als ihre eigenen Pferde immerhin schon Jahrgang 1975.
ler/innen: Viggo Mortensen, Omar Sharif, etwas wert sind. robert musa
Louise Lombard, Zuleikha Robinson, Silas Man hätte diese phantasiereiche Ge-
Carson, Said Taghmaoui u. a.; 136 Minu- schichte auch in ein paar Nummern kleiner
ten). abdrehen können; der Glaubwürdigkeit auf
Für Frank Hopkins ist die Herausforde- der Leinwand wäre es sicherlich bekommen.
rung aus dem so fernen wie fremden Arabi-
en die Möglichkeit für gleich zwei Neuan-
fänge: Erstens bietet sich dem ehemals so
Am 24. April 2004 verstarb Heinrich R. Arenz nach längerer Krankheit
ausdauernden Postreiter und Sieger einiger
Langstreckenrennen die Möglichkeit endlich in Frankfurt. Er gehörte zu den Fans der ersten Stunde im deutschen
aus Buffalo Bills Western Show auszustei- Fandom.
gen. Einem Zerrbild des Wilden Westen wie
In den letzten Jahren besuchte er nur noch wenige Cons, hat aber den
seiner Ureinwohner, in dem Hopkins lande-
te, weil er im Suff sein Trauma vom Massa- Kontakt zum Fandom nie verloren.
ker am Wounded Knee zu vergessen sucht.
Wir werden ihn nicht vergessen.
Frank ist zur Hälfte ein Indianer und er war
es, der am 29. Dezember 1890 den Befehl

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Freunek/FO181/Parks

Regenwald mal ohne Krombacher


Freizeitrummel in Brandenburg

Nachdem unser Bremen-Korrespondent Wirtschaftsministerium gestellt. Schließlich zende, Klaus Michael Machens: „Wir sind
(Kurt Denkena) schon aufmerksam das tut man ja was für die Wirtschaft, da sind skeptisch gegenüber öffentlich geförderten
Space Center in Bremen im Auge behält, doch 12 Millionen Staatsknete nicht zuviel Projekten“. Kein Wunder, die Wirtschaft
taucht nun ein neues Investitionsobjekt in verlangt, oder? Ist ja nur ein bisserl Erschlie- lahmt, die Angst vor Arbeitslosigkeit dämpft
deutschen Landen auf. Getreu dem Motto ßung, Verkehrsanbindung und Tourismusför- die Laune. Und ob gestreßte Großstädter
„Dem deutschen Osten fehlen noch blü- derung. Und damit ist man ja viel beschei- tatsächlich die 70 km von Berlin zurückle-
hende Landschaften“, will ein asiatischer dener als die Bremer Betreiber-Gesellschaft, gen, um auf „überdachte Dschungeltour“ zu
Investor den Freizeitpark „Tropical Islands“ die immerhin 240 Millionen Euro Subventio- gehen, ist fraglich. Zumal die Wirtschaftlich-
aus dem Boden stampfen. nen kassierten. Die Landesregierung unter keitsberechnung und die Umsatzprognosen
Matthias Platzeck prüft derzeit noch vorsich- dazu von der Hamburger Firma Wenzel Con-
Na gut, stampfen muß man dazu nicht tig die entsprechende Anfrage. Schließlich sulting stammen. Das Pikante daran: diese
unbedingt, schließlich existiert südöstlich hat man mit der Chipfabrik in Frankfurt/Oder lieferte auch die Zahlen für das Space Cen-
von Berlin, im Speckgürtel der Hauptstadt, und dem Lausitzring schon zwei weitere ter in Bremen. Und dort blieben die Besu-
noch ein pleite gegangenes Projekt namens Investitionsruinen stehen. Und auch der Ver- cher weit hinter den Erwartungen zurück.
„Cargolifter“. Richtig! Das waren die Buben, band Deutscher Freizeitparks und Freizeitun- Wir behalten das Projekt jedenfalls im Auge!
die den wirtschaftlichen Betrieb von Last- ternehmen ist kritisch. So äußerte der Vorsit- Günther Freunek
zeppelinen versprachen. Fleißig sammelten
sie Gelder von gutgläubigen Aktionären ein.
Insgesamt wurden so rund 300 Millionen
Euro zuerst in die Kasse geschaufelt und
anschließend verbrannt. Weitere 50 Millio-
nen wurden noch aus Steuermitteln in die-
sem Projekt versenkt, ehe es dann zur gran-
diosen Bauchlandung kam.

Übrig blieb von den hochfliegenden Plä-


nen nur die riesige Cargolifter-Halle. Rund
60.000 Quadratmeter überbaute Fläche. Das
Bauwerk, immerhin mit dem Titel „größte
freitragende Halle der Welt“ gerühmt, gam-
melte seitdem vor sich hin. Damit soll nun
Schluß sein: Der malaysische Investor Colin
Au, will in der Halle einen Regenwald mit
Tropendorf einrichten. 17 Millionen Euro
kostete ihn das „Schnäppchen“. Bei solchen
Ausgaben hat er clevererweise schon mal
einen Förderantrag bei der brandenburgi-
schen Investitionsbank und dem dortigen

SF-Stammtische Köln, SF Stammtisch München, PR-Stammtisch Ernst Ellert


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Freunek/FO181/Buch

Jack McDevitt: „Die Sanduhr Gottes“


Bastei-Lübbe Taschen- Untergang des Planeten noch so weit wie det bei der weiteren Erkundung des Plane-
buch; Originaltitel: möglich erforschen möchte. Schließlich sind ten in dessen Umlaufbahn die Reste eines
Deepsix; USA: 2001; die Menschen bei ihrem Vorstoß zu den gigantischen Weltraumfahrstuhls, dessen
Übersetzung: Frauke Sternen auf sehr wenige Zivilisationen bzw. Ausgangspunkt sich auf den Planeten befin-
Meier; BRD: März Reste solcher gestoßen. det. Die im Orbit treibenden Reste und die
2004; 684 Seiten Bei der Erforschung eines dieser Artefak- auf den Planeten zu erkennenden Ruinen
te kommt es zu einem Beben, in Folge des- lassen vermuten, dass eine weitere Zivilisa-
Jack McDevitt zählt sen beide Landefähren zerstört und mehrere tion diesen Planeten einen Besuch abge-
zu den Stammautoren Expeditionsteilnehmer getötet werden. stattet hat. Die Wissenschaftler sind natür-
des Bastei-Lübbe Verlags, denn innerhalb Pricilla „Hutch“ Hutchins und ihre Gefähr- lich begierig mehr zu erfahren und treiben
der SF-Reihe sind bereits einige seiner ten finden sich unversehens als Gestrandete ihre gestrandeten Kollegen zu einer eiligen
Romane erschienen und noch erhältlich. Mit auf einem zum Untergang geweihten Plane- Untersuchung der Ruinen an, in der Gewiss-
Die Sanduhr Gottes legt er einen weiteren ten zurück. Mangels weiterer Landefähren heit, dass diese mit dem Planeten in Kürze
Roman aus seinem Universum vor, in dem sind ihre Gefährten im Orbit ebenfalls zur untergehen werden.
auch Gottes Maschinen spielt, ohne dass Hilflosigkeit verdammt. Jack McDevitt hat einen handlungsdich-
diese aufeinander aufbauen. Mit dem vorlie- Als letzter Strohhalm könnte sich eine ten SF-Roman verfaßt, der über einen span-
genden Roman erzählt Jack McDevitt eine Raumfähre erweisen, die von der ersten Ex- nenden Handlungsbogen verfügt, dem er
völlig eigenständige Geschichte, in einem in pedition auf DEEPSIX zurückgelassen wurde. ständig neue Elemente hinzuzufügen ver-
sich abgeschlossenen Roman. Hierfür müssen die fünf Überlebenden aber steht. Dabei verläßt er allerdings nicht die
Vor über 27 Jahren hat eine Expedition Dutzende von Meilen unbekanntem Terrains Ebene eines gelungenen Unterhaltungsro-
MALEIVA III untersucht. Die Mission endete durchqueren. Eine andere Chance bleibt mans. Leider werden die einzelnen Figuren
in einem Desaster, denn einige Besatzungs- ihnen aber nicht und so machen sie sich auf nicht so ausführlich charakterisiert, wie man
mitglieder fanden bei einer Außenmission dem Weg. es sich als Leser wünschen würde. Mit einer
den Tod. Sie wurden von den tierischen Dieser Marsch nimmt einen Großteil des wechselnden Erzählperspektive hätte der
Geschöpfen des Planeten angegriffen und Romanes ein. Jack McDevitts Figuren müs- Autor diesem Manko durchaus Abhilfe
konnten sich nicht effektiv genug wehren, sen ständig improvisieren. Es fehlt sowohl schaffen können. Auch der große Hand-
zumal die Wissenschaftler weder über die an Lebensmitteln wie auch an der notwen- lungsrahmen bleibt vage angedeutet. Der
notwendige Ausrüstung noch über das digen Ausrüstung von der benötigten kör- Autor konzentriert sich ganz auf die Be-
militärische Wissen zur Verteidigung verfüg- perlichen Fitness ganz zu schweigen. schreibung der Geschehnisse vor Ort und
ten. Nun, Jahre später, wird eine neue Mis- Bedroht werden sie hierbei nicht nur durch geht kaum auf die gesellschaftlichen und
sion nach DEEPSIX, wie der Planet auch eine völlig unbekannte Fauna und Flora, politischen Entwicklungen der letzten Jahr-
bezeichnet wird, ausgesandt. Zum einen sondern auch durch die Auswirkungen des hunderte auf der Erde ein. Vieles bleibt des-
handelt es sich bei DEEPSIX um einen der sich nähernden Planeten. Erdbeben, Flut- wegen unscharf und oberflächlich. Ein in
wenigen Planeten, die für eine menschliche wellen, Stürme usw. beeinflussen den vielen Einzelheiten ausgearbeitetes Univer-
Besiedelung in Frage kommen und zum Marsch. sum bietet der Autor seinen Lesern nicht.
anderen wird dieser Planet durch eine Kolli- Böte diese Handlung nicht schon kurz- Mit „Die Sanduhr Gottes“ legt Jack McDe-
sion mit einem Gasriesen in einigen Wo- weilige Unterhaltung genug, reichert der vitt ein unterhaltsames Stück SF vor. Nicht
chen zerstört werden. Ein Phänomen, wel- Autor seinen Roman um ein weiteres Ele- mehr – aber auch nicht weniger.
ches fast einzigartig ist und für die Wissen- ment an. Die Besatzung der WENDY JAY fin- Andreas Nordiek
schaft gerade zu ein Quell neuer Erkenntnis-
se darstellt.
Kurz nach dem Eintreffen der WENDY JAY
erreicht auch das erste Vergnügungsraum- Neal Asher: „Der Erbe Dschainas“
schiff der Erde, die EVENING STAR, das
System. Während die einen aus rein wissen- Bastei-Lübbe Taschenbuch; 23272; Origi- Coolant, der mit vielen
schaftlichem Interesse den Zusammenstoß naltitel: The Line of Polity; Übersetzung: anderen von einem
beobachten wollen, stellt dieser für die Thomas Schichtel; GB: März 2003; BRD: Raumschiff der Theokra-
betuchten Sternentouristen ein einmaliger Mai 2004; 716 Seiten tie gerettet wird. Die
Höhepunkt ihrer Reise dar. Theokratie beherrscht ein
Da noch genügend Zeit zur Verfügung Mit „Der Erbe Dschainas“ liegt nun auch Sonnensystem am Ran-
steht, gehen die Wissenschaftler zur Erfor- der dritte und bislang letzte SF-Roman aus de der menschlichen
schung der zum Untergang verurteilten Welt der Feder des englischen Autoren Neal Polis und betreibt eine
über. Schließlich stellt DEEPSIX eine Beson- Ashers in deutschsprachiger Übersetzung klare Politik der Abgrenzung und Ablehnung
derheit dar. Zum einen handelt es sich um vor. Die Handlung ist dabei im gleichen Uni- dieser größten Menschengemeinschaft.
einen der wenigen mit Leben ausgestatte- versum angesiedelt wie „Der Drache von Obwohl die Theokratie auf streng gläubigen
ten Welten und zum anderen ist das Leben Sarmarkand“ und führt die Geschehnisse Regeln beruht, die ihren Ursprung in den
auf ihm wesentlich älter als das auf der aus diesem Roman fort. Dabei bedarf es christlichen Religionsgemeinschaften hat,
Erde. Die Entwicklung des Lebens hatte viel aber nicht unbedingt die Lektüre von Ashers wird die eigene Bevölkerung in weiten Tei-
mehr Zeit. Erstling. len brutal unterdrückt und fristet ein Skla-
Überrascht ist die Besatzung der WENDY Zu Beginn wird die Raumstation Miranda vendasein auf dem für Menschen unwirtli-
JAY aber doch, als sie auf DEEPSIX Spuren durch einen „Pilz“ zerstört und tausende von chen Planeten Masada. Viele der techni-
einer vorindustriellen Zivilisation finden. Outlinker verlieren ihre Heimat und ihr Le- schen und genetischen Errungenschaften
Spuren, die die erste Mission nicht wahrge- ben. Nur wenigen gelingt rechtzeitig die der Polis werden von den Führern abgelehnt
nommen hat und die man kurz vor dem Flucht. Darunter befindet sich auch Apis und auf vielen Gebieten der Technik, Biolo-

FO 181 · 7/2004 11
Freunek/FO181/Buch+PR-Film

gie und Genetik stehen sie weit hinter der Geschehnisse laufen dabei nebeneinander jedes menschliche Gehirn sind. Die techni-
Polis zurück. ab und in jedem Kapitel werden die jeweili- sche Entwicklung hat einen Status erreicht,
Um ihre Schwächen wissend, haben sie gen Erzählebenen berücksichtigt. Der Autor der den Mitgliedern der Polis ein sorgenfrei-
sich mit dem Wesen „Drache“, welches entwickelt dadurch eine komplexe Hand- es Leben beschert, ist dabei allerdings noch
bereits im ersten Roman eine wichtige Rolle lung, die nicht allzulange durch andere nicht ganz so weit fortgeschritten wie bei
spielte, eine Vereinbahrung getroffen und Handlungsstränge unterbrochen wird. Als Banks.
gelangten so an die zerstörerische Biowaffe, Leser kann man sehr gut der fortschreiten- Dazu ist die Polis noch zu sehr militärisch
die sie gegen die Station der Polis einsetz- den Handlung folgen. geprägt, was sich alleine an der Figur Ian
ten. Ihren darauf folgenden Betrug gegen Das ganz große Plus des Romans ist zum Cormac zeigt. Zudem ist die Handlung des
„Drache“ nimmt dieses Wesen zum Anlaß einen der sehr detailliert ausgearbeitete Romans sehr gewalttätig. Freunde von Mili-
der Theokratie Rache zu schwören. Handlungshintergrund und die gut ausgear- tary-SF kommen hier voll auf ihre Kosten,
Währenddessen befindet sich der ECS- beiteten Figuren. Viele davon sind dem denn die Auseinandersetzungen zwischen
Agent Ian Cormac in einem Einsatz gegen Leser bereits aus „Der Drache von Samar- den verschiedenen Parteien werden über-
militante Seperatisten und einem mit ihnen kand“ bekannt, dominieren die Handlung aus blutig und rücksichtslos geführt und von
verbündeten Biowissenschaftler, den es vor aber nicht. Asher charakterisiert auch seine Asher entsprechend in Szene gesetzt. Ge-
allem dingfest zu machen gilt. Während die neuen Figuren mit der selben Intensität, so storben wird blutig und sehr ausführlich,
Separatisten ausgeschaltet werden, gelingt dass ein Unterschied für den Leser nicht was nicht den Geschmack eines jeden SF-
es dem Wissenschaftler unentdeckt auf das erkennbar ist. Lesers treffen dürfte. Hier hätte sich Asher
Schlachtschiff, welches Ian Cormac und sein Der Handlungshintergrund erinnert ein durchaus etwas mehr Zurückhaltung aufer-
Team transportierte, zu gelangen und mittels wenig an das Kultur-Universum des briti- legen können, ohne dass dadurch der Ro-
einer technologisch sehr weit fortgeschritte- schen Autoren Ian Banks, ohne sich dabei man an Tempo verloren hätte.
nen Hinterlassenschaft der Dschainas dieses dessen Ideenreichtum annähern zu können. Mit „Der Erbe Dschainas“ hat Neal Asher
zu übernehmen. In Ashers Universum bevölkert die Mensch- einen sehr unterhaltsamen und schriftstelle-
Im Verlaufe der Geschehnisse finden sich heit einen Großteil der Galaxis und hat sich risch überdurchschnittlichen Roman vorge-
alle Beteiligten auf dem Planeten Masada durch genetische Manipulationen in eine legt, von dem man sich gut unterhalten las-
ein, die hier dann auch ihren Höhepunkt fin- Vielzahl sehr unterschiedlicher Völker aufge- sen kann. Wer diesen Autor bislang noch
det. spalten. Die Polis, der größte Zusammen- nicht entdeckt hat, sollte einen seiner Ro-
In verschiedenen Erzählsträngen ent- schluß menschlicher Zivilisationen wird mane einmal lesen.
wickelt Neal Asher seine Handlung und ver- mehr oder weniger von Künstlichen Intelli- Andreas Nordiek
webt sie immer mehr zu einem ganzen. Die genzen gelenkt, die weitaus komplexer als

Perry-Rhodan-Film
Erster Design-Entwurf existiert als Vorstudie

Seit 8. April 2004 gibt es etwas Besonde-


res auf der PERRY RHODAN-Homepage zu
sehen: ein Design-Entwurf, der als Vorstu-
die für den geplanten PERRY RHODAN-
Film produziert wurde. Er zeigt unter an-
derem die SOL, das wohl beliebteste und
berühmteste Raumschiff der größten
Science-Fiction-Serie der Welt.
Marcus O. Rosenmüller, der sich als
Regisseur anspruchsvoller deutschsprachi-
ger Krimi-Produktionen fürs Fernsehen einen
Namen gemacht hat, treibt derzeit zusam-
men mit seiner Firma, der Casascania
GmbH, die Arbeiten am geplanten PERRY
RHODAN-Film voran. Einer der vielen Zwi-
schenschritte auf dem Weg zum endgültigen
Produkt ist auf der PERRY RHODAN-Home-
page www.perry-rhodan.net zu sehen.
»Im Rahmen der so genannten digitalen
Pre-Production für die geplante Verfilmung«,
so erläutert Rosenmüller das Projekt, »wurde
von uns auch ein Design-Entwurf für das zügen auf der PERRY RHODAN-Homepage ternational erfolgreichen Science-Fiction-Se-
Raumschiff SOL in Auftrag gegeben«. Produ- zu sehen sein wird. rie. Diese Szenen bleiben vorerst noch »in-
ziert wurde bei der renommierten Firma Darüber hinaus präsentiert die Homepa- tern«.
Elektrofilm in Stuttgart. Bisher wurde dieser ge noch ein »Making Of«. Marcus Rosenmül- Die Arbeiten an dem Filmprojekt laufen
Entwurf nur im Rahmen von Messen und ler dazu: »Wir zeigen dabei, wie die einzel- darüber hinaus auf internationaler Ebene
Pressekonferenzen gezeigt. nen Layer für das Design und für die Anima- weiter. Marcus Rosenmüller: »Derzeit finden
»Die ausgearbeitete Szene dient vor tion miteinander verzahnt sind.« Finanzierungsgespräche in den USA statt,
allem als Test, um die räumliche Größe der Weitere digitale Design-Entwürfe ent- um die Möglichkeiten für eine internationale
SOL zu verdeutlichen«, so Rosenmüller zu standen unter anderem für den Mausbiber Co-Produktion auszuloten.«
dem Design-Entwurf, der demnächst in Aus- Gucky, eine der populärsten Figuren der in- Quelle: Perry Rhodan-Kommunikation

12 FO 181 · 7/2004
Freunek/FO181/Hardcover + Heftroman

Neues von der Mutantenfront


Buchbesprechung von Klaus N. Frick

Zu behaupten, ich sei ein großer Fan der ein sympathischer Conbesucher und Ge- Harri von Xanten, der Spion Sepp Nüssli und
Heftroman-Reihe »Maddrax« wäre wirklich sprächspartner. Mit der Figur des aus der einige andere Damen und Herren wunder-
zu viel gesagt. Aber ich verfolge die Serie Schweiz stammenden Spions Sepp Nüssli bar ins Bild, sorgen für eine wahrhaft bunte
seit dem ersten Roman, habe mich bei hat er es in den »Maddrax«-Heftromanen Geschichte, in der auch Dämonenanbeter
manchem Heft sehr gut unterhalten und geschafft, einen Teil der Leserschaft zu ent- mitwirken.
manches stirnrunzelnd in die Ecke gelegt, zücken und einen anderen zu entsetzen. Hahns Roman verzichtet auf zu viel Kla-
und ich gestehe ein, dass ich die Serie vor Und ebendieser Sepp Nüssli ist Held seines mauk und unterhält mit einer flotten, wenn-
allem aus rein fachlichen Gründen genau- ersten Hardcover-Romans in dieser Reihe, gleich nicht gerade tiefgründigen Handlung.
er betrachte. der mit dem in mehrfacher Hinsicht gruseli- Der augenzwinkernde Humor, mit dem der
Konkurrenz belebt das Geschäft, und es gen Titel »Dämon aus der Tiefe« und einem Autor seine Helden in absurde Situationen
ist festzustellen, dass es die Kollegen von sehr guten Titelbild in grün-gelb aufwartet. und gefährliche Kämpfe stürzt, kommt stets
Bastei geschafft haben, dem angeblich toten Wie fast alle Romane der Serie spielt zum richtigen Zeitpunkt und wird so einge-
Heftroman-Markt mit »Maddrax« eine eigen- auch dieses Buch in den Jahren nach dem setzt, dass er nicht übertrieben wirkt.
ständige und recht erfolgreiche Facette hin- Einschlag des Kometen Christopher Floyd, Spektakulär ist der Roman nicht; Hahn
zuzufügen. Wobei ich mit diesem Erfolg nie der das Antlitz der Erde gründlich verändert hat in seiner Schaffenszeit bessere Romane
gerechnet hätte, nachdem ich die ersten hat: Die meisten Staaten lösten sich im geliefert. Bei der Lektüre fiebert man zwar
zwei Romane gelesen hatte ... Chaos auf, Milliarden von Menschen star- nicht unbedingt mit, fühlt sich aber trotzdem
Mittlerweile gibt es »Maddrax«-Taschen- ben, und die Überlebenden mussten sich gut unterhalten. (Wirkliche Fehler sucht der
bücher, die bei Bastei erscheinen und in mit völlig neuen Gegebenheiten auseinan- kritische Leser übrigens vergeblich...) Und
denen die ersten Heftromane nachgedruckt dersetzen. Als im Jahr 2516 der amerikani- das ist für einen Unterhaltungsroman
werden, und es gibt Hardcover, die bei Zau- sche Pilot Mathew Drax durch eine merk- schließlich das wichtigste. Grundlegendes
bermond herauskommen und zusätzliche würdige Zeitreise in diese düstere Zukunft zur »Madrax«-Welt erfährt man nicht; zum
Abenteuer zur Serie erzählen. Lustigerweise geschleudert wird, beginnt die Handlung der Ausgleich ist der Roman auch für jeden
ist es bei PERRY RHODAN genau andersrum: Serie. sofort verständlich, der »Maddrax« noch nie
In den Hardcovern, die im selben Verlag wie Und dort setzt auch die Handlung des gelesen hat.
die Hefte erscheinen, werden die Hefte zu- vorliegenden Romans ein. Schauplatz ist So bleibt als Fazit: Wer einen aktuellen
sammengefasst, während in den Taschen- das Tal der Wuppoh, sofort als die Gegend Roman von Ronald M. Hahn lesen will, kann
büchern, die ein Lizenzprodukt sind, eigene um Wuppertal zu erkennen, der Heimat des getrost zu »Dämon aus der Tiefe« greifen.
Romane erzählt werden. Aber das ist ja ein Autors Ronald M. Hahn. Seltsame Guule trei-
völlig anderes Thema. ben ihr Unwesen, ein falscher Graf herrscht Ronald M. Hahn
Einer der »Maddrax«-Stammautoren ist auf der Burg über der Wuppoh, und die Dämon aus der Tiefe
Ronald M. Hahn, seit grauer Vorzeit in der Sekte der Kristianer unter Papst Viktorius Originalausgabe / Hardcover
SF-Szene aktiv, als Übersetzer, Herausgeber dem Siebenten mischt ebenfalls im Gesche- 256 Seiten / üblicher Preis
und Autor ein Hansdampf-in-allen-Gassen, hen mit. Da passen der heldenhafte Junker Zaubermond-Verlag / www.zaubermond.de

Russisches Roulett im Weltraum


Ein Gastspiel von Thomas Ziegler

Es scheint in letzter Zeit häufiger der Fall zu


sein. Die kritische „alte“ Herrenriege aus seli- Die Rückkehr des Autors
gen AST-Zeiten scheint keinerlei Berührungs- Vor allem den älteren Lesern der
ängste mit „Heftromanen“ zu haben. Ronald Perry-Rhodan-Serie ist Thomas Zieg-
Hahn erfindet Schweizer Spione für Mad- ler (alias Rainer Zubeil) wohl noch ein
drax, Uwe Anton schreibt für Perry Rhodan Begriff. In den frühen 80er Jahren
und auch Thomas Ziegler gibt nach knapp stieß er zu Perry Rhodan und hatte
zwei Jahrzehnten wieder sein Debüt. einige Zeit lang auch die „Exposé-
An der Theke des ColoniaCons erspähte Redaktion“ inne.
ich ihn und stellte die Frage aller Fragen: In der Zwischenzeit verfaßte Thomas
„Der Inhalt“? Ziegler grinst. „Todesspiele“, Ziegler den düsteren Alternativwelt-
zitiert er mit unheilschwangerer Stimme, Roman „Stimmen der Nacht“, für den
„Hyperimpedanz-Schock in der Milchstraße, er mit dem Kurd-Lasswitz-Preis aus-
Ausfall der kompletten modernen Technik. gezeichnet wurde. Desweiteren ver-
Ein Casino in der Milchstraße. 1.200 Besu- faßte er zahlreiche Krimis und ar-
cher/Bewohner, abgeschnitten von allen beitete für das Fernsehen.
Welten – und für eine Evakuierung gibt es Und nun wieder Perry Rhodan! Wa-
nur Platz für ca. 30 Personen.“ Er zwinkert. rum nur? Angeblich juckte es ihn in
„Da gibt es dann so Spiele wie ,Russisches den Fingern – und so gab er diesem
Roulette‘ – noch Fragen“. „Fingerjucken“ nach und verfaßte den
„Wehe, wenn sie losgelassen“. vorliegenden Band 2235. -güf
Mit Band 2235 zeigt Thomas Ziegler „Boah ey“, bringe ich noch heraus. Nein,
„wo der Bartel den Most holt“ ich habe keine Fragen mehr… -güf

FO 181 · 7/2004 13
Freunek/FO181/Kino

Platt und belanglos


The Stepford Wives/
Die Frauen von Stepford (USA 2004)
Regie: Frank Oz; Drehbuch: Paul Rudnick
(basierend auf dem Roman von Ira Levin)
Darsteller: Nicole Kidman, Matthew Brode-
rick, Bette Midler, Christopher Walken,
Glenn Close
Laufzeit: 93 Min. Format: 1:1,85
Deutscher Kinostart: 15. Juli 2004

Achtung Spoiler!
(Leider unvermeidlich)
Neuverfilmungen zuhauf aus Hollywood
– spezielle Titel zu nennen lohnt sich schon
gar nicht mehr. Mittlerweile beschränkt man
sich aber noch nicht mal mehr auf auf kulti-
ge oder ehemals besonders erfolgreiche
Filme. Oder wie wäre es sonst zu erklären,
daß die Verfilmung von Ira Levins „Die Frau-
en von Stepford“ aus dem Jahre 1975 eine
Neuauflage erfährt? Schon damals wirkte
der Film über die amerikanische Kleinstadt,
in der die Männer sich ihre Ehefrauen ent-
ledigen und durch willfährige Roboterge-
schöpfe ersetzen, reichlich angestaubt und
kam mit seinem feministischen Anliegen
zehn Jahre zu spät. Auch als SF-Thriller funk-
tionierte Bryan Forbes Regiearbeit nicht –
wer jemals „Star Trek“ oder „Twilight Zone“
gesehen hatte, sah die Pointe meilenweit im
Voraus. Was blieb, war eine leidlich unter-
haltsame Gesellschaftssatire. Dem Schreiber
der Vorlage, Ira Levin (schrieb unter anderem
Rosemary’s Baby) kann man hier aber kei-
nen Vorwurf machen, denn das Buch ist ein
Produkt der 60er Jahre und wurde für die
Leinwand stark verändert.
Frank Oz Neuverfilmung hat schon im
Vorfeld durch ein auf fast 90 Millionen Dollar
angestiegenes Budget – vermutlich auf
Grund der unzähligen Nachdrehs und einem
anderen Ende nach desaströsen Testvorfüh-
rungen – von sich Reden gemacht. Und das Joanna Eberhart (Nicole Kidman) hat es schon bald folgt der tiefe Fall: eine zweifel-
Ergebnis ist entsprechend unhomogen und geschafft! Sie ist Präsidentin eines TV-Sen- hafte TV-Sendung kostet sie ihren Posten.
enttäuschend. ders, verheiratet und hat zwei Kinder. Aber Nach einem Nervenzusammenbruch zieht
Ehemann Walter (Matthew Broderick) mit
ihr und den Kindern in eine Luxusvilla im
idyllischen Vorort Stepford. Hier wirkt alles
sehr wohlgeordnet: die Frauen kümmern
sich um Haus und Küche, verwöhnen die
Ehemänner und sind dabei auch noch dau-
ernd gut gelaunt – eine Welt wie aus
einem 50er Jahre Werbefilm! Ihr Mann ist
begeistert und Joanna wird sogleich von
der dominanten, gluckenhaften „Ober“-
Ehefrau Claire Wellington (Glenn Close) in
die Gesellschaft von Stepford eingeführt.
Die sich langsam von ihrer Elektroschockt-
herapie erholende Joanna mag nicht an
diese Idylle glauben. Zusammen mit der
chaotischen und nicht annähernd so per-
fekt wirkenden Schriftstellerin Bobbi (Bette
Midler) und ihrem schwulen Nachbarn Ro-
ger Bannister (Roger Bart) versucht sie hin-

14 FO 181 · 7/2004
Freunek/FO181/Kino + Buch

Meister Atami und der kleine Mönch


Ein Martial Arts Märchen

Jedem sind die Zutaten bekannt, aus de- bis zur Selbstverleugnung aufopferungsvol-
nen die Asiaten ihre Martial Arts Filme len Mönch Atami, seine Freunde, die
machen: Der auserwählte Kämpfer, sein nichtsnutzigen Burschen Mahing und Mah-
weiser und in Ehren ergrauter Meister, ong, oder schutzlose Mädchen, die blut-
eine Phase der Vorbereitung und Lernen durstigen Meeresungeheuern zum Frass
ter die Fassade des Städtchens zu blicken. auf den spektakulärsten Bestandteil – vorgeworfen werden sollen. Weil dabei die
Der solide Komödienregisseur Frank Oz den Kampf gegen das Böse. Der in China einzige Überraschung die ist, von welcher
(„Little Shop of Horror“, „In and out“ – eben- geborene, aber seit 20 Jahren in den Ver- Art der Ausweg ist, den Luka findet, liest
falls nach einem Drehbuch von Paul Rud- einigten Staaten lebende Da Chen präsen- der Leser sich von Kampf zu Kampf mit
nick) erleidet mit dieser unlustigen Satire tiert die bekannte Mischung statt auf nachlassendem Enthusiasmus. Weniger
derben Schiffbruch und ich frage mich – Zelluloid in Buchform. Für mich, die ich hätte dem Roman gut getan. Schade, denn
angesichts der auf eine neue Generation durchaus Vergnügen finde an den zwar auf diese Weise verliert die wirklich sympa-
von Kinozuschauern abgestimmten Rema- vorhersehbaren, aber durch die geballte thische Geschichte einiges an Charme.
kes der letzten Monate – welche Zielgruppe Ladung Action stets unterhaltsamen Fil-
mit dieser Neuverfilmung überhaupt ange- men, war die Geschichte ein erfreuliches Am Ende findet sich Luka als Kloster-
sprochen werden soll? Einerseits kippt der Wiedererkennen im ungewohnten Me- schüler wieder, denn obwohl er übermäch-
Film teilweise in eine Klamotte, andererseits dium. tige Gegner bezwungen hat, wird er noch
werden dem Zuschauer Plattitüden zum viel lernen müssen. Die wichtigste Lektion
Thema Emanzipation um die Ohren gehau- jedoch, und das ist die schönste Botschaft
en, die vielleicht in den 60er Jahren Diskus- an Da Chens Buch, hat er nicht nur ohne,
sionsstoff hergeben würden. Zudem ist das sondern sogar entgegen klösterliche An-
Ehepaar Kidman/Broderick nicht nur un- weisungen erlernt: Dass es das Wichtigste
glaubwürdig, sondern auch als Identifika- im Leben ist, seinem Herzen zu folgen.
tionsfigur völlig ungeeignet: ein unsympa- „Meister Atami und der kleine Mönch“ ist
thisches, blödes und ausgesprochen lang- kein ausgewiesener Jugendroman, ich bin
weiliges Duo! Kidman neigt zu Beginn zum aber der Überzeugung, dass er innerhalb
nervigen Overacting wie einem schlechte- einer jugendlichen Zielgruppe am ehesten
ren Altman-Streifen, wird aber in der zwei- Zustimmung finden wird.
ten Hälfte des Film immerhin erträglich und ddd
halbwegs glaubwürdig. Matthew Brodericks Da Chen
Charakter ist praktisch gar nicht vorhanden Meister Atami und der kleine Mönch,
– von Szene zu Szene dreht er sich wie ein Piper Verlag, 327 Seiten, 14+00
Blatt im Wind und läßt den Zuschauer über
dessen Beweggründe im Dunkeln. Da
wurde wohl für jeden Nachdreh und zahl-
reicher Drehbuchumschreibereien wieder
alles zurechtgebogen. Bette Midler spielt
ihren üblichen Stiefel, nur leider diesmal
ohne Danny de Vito. Und mit Roger Bart als
schwulem Ehemann wurde krampfhaft ver-
sucht, dem Stoff etwas Modernität und
Toleranz einzuhauchen. Wirkt leider ange-
pappt, genau wie Bette Midler als jüdische Grundsätzlich funktioniert das Genre
Späthippie-Tusse. Zudem wird nie erklärt, auch in der Literatur. Mit einem an den
warum diese relativ schrägen Charaktere Inhalt angepassten Schreibstil – kurze Sät-
überhaupt in dieser künstlichen steril-kon- ze, einfach verständliche Wortwahl und
servativen Vorstadtgesellschaft so für Unru- häufiger Einsatz von Dialogen, funktioniert
he sorgen können. Weitere elementare Plot- das jedoch nur eine begrenzte Zeit bzw.
Elemente – ob die Stepford-Frauen nun pro- Seitenanzahl, bis irgendwann Abnutzungs-
grammierte Roboter sind, oder durch Com- erscheinungen das Vergnügen schmälern.
puterchips im Hirn manipulierte menschli- Der junge Held, gerade in die Pubertät ein-
che Wesen sind – bleiben völlig unklar! Eine getreten, lernt immer weitere und ausge-
völlig unverzeihliche Schlamperei. Hier wird klügeltere Kampftechniken, sieht sich an-
die problematische Nachbearbeitung eines dererseits immer raffinierteren und tödli-
eh schon vermurksten Filmes allzu deutlich cheren Gegnern gegenüber. Stets wirkt der
– in einer Fabrik würde solch ein Produkt Kampf aussichtslos, der Tod scheint sicher,
als Ausschuss bezeichnet und aussortiert aber natürlich weiß der Leser, dass der tap-
werden – im Filmgeschäft wird sowas noch fere Luka wieder einen Ausweg finden Dieser Tage ist die Nummer 5 des SF-
dem Endverbraucher vor die Nase gesetzt. wird. Stets wird das ein Ausweg sein, der Magazins NOVA erschienen.
Dafür wartet Cronenbergs „Spider“ zwei Jah- neben seiner Effektivität jederzeit ein Interessenten können es bei der E-Mail-
re auf die deutsche Kinoauswertung – die moralisches Unbedenklichkeitssiegel erhal- Adresse: Ron_Hahn@compuserve.com be-
Welt ist grausam! ten würde. Denn nicht für sich selber stellen.
TOM kämpft er, sondern für seinen Lehrer, den

FO 181 · 7/2004 15
Freunek/FO181/Con

ColoniaCon 16
MacExpo in Köln und Con am Rheinufer

Fußballsommer 2004. Die EM lief – Das „übersichtliche“ Programmheft


des ColoniaCons. Wie gewohnt wurde
meine Trefferquote war bescheiden. es selten benötigt. Der kreative
Fast schon regelmäßig (bis zur etwa Vorschlag vom „Thekensteher“:
80. Spielminute) lag ich mit meinen DIN-lang paßt in meine Jackentasche,
ganz ohne „falten“! Das verwendete
Prognosen ganz passabel. Doch im- DIN-A5-Format muß ich in der Mitte
mer dann kam die „unerwartete Er- einmal knicken. Das ist schade.
gebnis-Korrektur“. Mit dem passen-
den „Naja-Gefühl“ brach ich in Rich- cher-Andrang sowieso keine Zeit
tung Köln auf. für tiefergehende Gespräche bleibt.
Trend gefällig? Für die Apple-An-
Die Anfahrt hatte ich mir auf den wender des Fandoms: Der Music-
frühen Freitagvormittag (18. 6.) gelegt. Store öffnet seine Pforten jetzt auch
Denn durch die entsprechenden E- in Deutschland. Das heißt jeder, der
Mails von „Cancom“ und „Macup“ vor- sich die kostenfreie Software
gewarnt, wußte ich, es ist „MacExpo“ „iTunes“ auf Mac oder Windows-PC
in Köln (vom 17. bis 19. Juni). Nicht packt, kann sich via Internet belie-
daß die Messe ein Grund gewesen bige Musik-Titel (zum Preis von
wäre, extra nach Köln zu fahren – 0,99+/Titel) downloaden. Das geht
doch da sie in am gleichen Wochen- ratzfatz und in voller Qualität (ohne
ende wie der Colonia-Con stattfand, MP3-Komprimierung). Man darf sie
war der Besuch dort ein reizvoller Ge- auf bis 5 Macs/PCs abspielen und
danke. Und nachdem der Macup-Ver- kann sich natürlich auch eine eige-
lag schon „kostenlose Tageskarten“ ne Audio-CD brennen. Auch wenn
verloste, geierte Cancom hinterher, die deutsche Phono-Industrie dann
verzichtete auf die Verlosung und ver- kotzt. Gelöhnt wird derzeit per VISA
schickte an seine Kunden gleich die und Master-/Eurocard. Die anderen
Tageskarten. Na, das freute doch. Bezahlarten folgen.
Die Rückfrage bei den üblichen
Verdächtigen (Observer-Herausgeber Der Samstag:
usw.) ergab dieses Mal entweder „Besuchs- stimmt, marschierte ich danach fröhlich pfei- Eröffnung war um 10.30 Uhr. Zivile Zeit.
Unlust“ oder die Rückmeldung „Nö, danke, fend los. Richtig! Richtung Messe. Mal auf Doch ich schaffte es – wie so oft – nicht,
ich brauche kein Hotel, ich nächtige privat in
Düsseldorf“.
Ein bisserl weit, dachte ich da und ent-
schied mich dafür mal im Internet nachzu-
gucken. Der Hotelreservierungs-Service dort
hatte in Sachen Köln und Umgebung auch
eine Rubrik „KölnMesse“. Und in 300 Meter
Entfernung von den Messe-Hallen lag das
Hotel „Ibis Köln Messe“. Ein Zwei-Sterne-
Haus. „Egal“, dachte ich, „ich will da ja eh
nur schlafen“. Die telefonische Anfrage zum
obligatorischen „Wochenend-Tarif“ führte zu
einem „Wir haben aber unsere Sommer-
Aktions-Angebote“. Das Ergebnis: 49+ für
das Einzelzimmer ohne Frühstück (58+ mit
Standard-Buffet). Die Überraschung kam
beim „Einchecken“. Das Personal war „su-
per-freundlich“, das Zimmer für IBIS-Verhält-
„Dirty Man“ Walter Jost bestritt Evelyn T. Bauer übermittelte Grüße
nisse „ungewöhnlich groß“, ebenso das im launige Wortduelle und präsentierte von Andrea Frick und sorgte dafür,
neckischen Drittel-Kreis ins Zimmer gebaute den staunenden Fans „Insider- daß der Observer-Chefredakteur an
Badezimmer/Dusche. Die Tiefgarage war rie- Analysen“ zum Fußball-Riesen der Theke ein volles „Getränke-
„Lettland“. becherle“ sein eigen nennen durfte.
sig, der Zugang zu Fahrstuhl, Zimmer, Tiefga-
rage mit codierter Karte pfiffig gelöst. Der
Zwei-Sterne-Standard entsprach locker ei- der MacExpo vorbeischauen. Die Messe war pünktlich anwesend zu sein. Den nachfol-
nem Drei-Sterne-Haus. Ein Restaurant war wie stets klein, übersichtlich, paßte problem- genden Programmpunkt „NOVA-Präsentation
vorhanden (Preisgefüge von 8+ bis 11+), die los und zur Gänze in Halle 6. Der Vorzug für um 11 Uhr“ verpaßte ich grandios, da die
Bar lange geöffnet und (wichtig!) Spätaufste- den „gemeinen AppleMac-Anwender“: Man Begrüßungsrunde mit „Hallo! Du auch hier?“
her-Frühstück gab es bis 12 Uhr. Die Lage findet die bekannten Software-Anbieter alle sich länger hinzog als gedacht. Die Heftro-
am „Messekreisel“ war auch gut zu finden in einer Halle versammelt und erspart sich man- und Serien-Ausblicke lockten mich als
und lag schräg gegenüber vom Messeein- die „elenden kilometerlangen Fußmärsche“ „Genre-Wenig-Leser“ nicht wirklich – und so
gang „Osthallen“. Dermaßen positiv einge- auf der CeBIT. Zumal bei dem dortigen Besu- nutzte ich die Möglichkeit, in der Cafeteria

16 FO 181 · 7/2004
Freunek/FO181/Con

das 15-Uhr-Mittagessen zu genießen und Allerlei Gimmicks in fester


mit Petra Kufner und Andreas Fielitz über und auch flüssiger Form wurden
am Samstagabend von Hermann
„amerikanische Leitkultur“ zu diskutieren. Ritter an das anwesende Volk
Dabei übersahen wir doch prompt, daß versteigert.
Earl Warren (Professor Zamorra-Heftreihe)
seine Lesung begann. Die beiden anderen
hatten fertig, grinsten und verließen fluchtar- auch, da er keinen Beamer hatte, um das
tig den Raum. So schnell hatte ich noch nie Bild vom Laptop zu projizieren.
Gulaschsuppe gelöffelt! Zum eigentlichen Band: ca. 280 Seiten
Der frühe Abend stand im Zeichen des DIN A5, Umschlag 4farbig, der Inhalt 1farbig
Fußballs. Walter Jost, der Köln-Korrespon- schwarz. Die Textbeiträge: 6 Erzählungen
dent von „Bundes-Rudi“ analysierte messer- von Wolf-Peter Ritter (alias Peter Terrid)
scharf die lettische Spieltaktik: „Das sind selbst sowie Sekundärbeiträge. Statements
zwei festgemauerte 4er-Abwehrketten kom- von Autoren-Kollegen, Artikel, Rezensionen,
biniert mit 3 abgefeimten Stürmern“. Frage Con-Berichte usw. In den knapp 4 Tagen
aus dem Hintergrund: „Ähm und wo bleibt nach dem Con habe ich es nicht geschafft,
der Torwart?“ Jost: „Torwart, Torwart – wozu genügend zu lesen, um eine inhaltliche
brauchen die noch einen Torwart?“ Wie wir Bewertung abzugeben. Deshalb beschränke
alle wissen, half natürlich nicht mal Fähn- ich mich auf mein Metier – das Erschei-
chenschwenken. Die deutschen Kicker wirk- nungsbild: Es wird dem fannischen Qua-
ten lust- und saftlos. litätsanspruch gerecht, mehr jedoch nicht.
So beschloß ich die zweite Halbzeit die- Der Druck im Innenteil ist etwas schlapp, die
ser zum „Gähnen spannenden Partie“ zu ig- Bindung eine echte Katastrophe. Wellig
norieren und suchte stattdessen den ange- (wahrscheinlich Kaltleim!). Die Seiten nur
kündigten „Bunten Abend mit Versteige- barmte sich das Pyromanen-Trio „Kufner, gelumbeckt, beim Lesen werden unweiger-
rung“, Moderation von Hermann Ritter, auf. Breitsameter, Freunek“ und demonstrierte lich Einzelseiten herausfallen. Der Satzspie-
Naja, das „Bunte“ ging irgendwie verloren wie man „Feuer macht“. Das wäre doch gel berücksichtigt keinen Bundzuwachs,
und so konzentrierte sich Hermann auf das noch ein Programmpunkt für den Colonia- deshalb sind die Texte ab Seite 120 ff im
Wesentliche, das Versteigern. Das dafür ge- Con 17: „Wie entzünde ich einen Grill?“ Bund entweder nicht mehr lesbar – oder
wohnt souverän. Und so schaffte er es, in Einschub 2: die „Käsköppe“ (Niederlän- man muß den Band soweit aufklappen, daß
knapp 40 Minuten den mit diversen Devo- der) und die Skoda-Bauer (Tschechien) zeig- die Leimung aufbricht. Ärgerlich! Zumal 14+
tionalien „befüllten“ Karton in einen „leeren“ ten währenddessen, wie man richtig Fußball ein durchaus stolzer Preis sind.
zu verwandeln. Taschenlampen, Heftromane spielt. Ein offener Schlagabtausch mit er- Da ich schon dabei war, entschloß ich
Weihnachtssekt und T-Shirts fanden neue kennbarer Spielfreude und -Lust. Ein schö- mich auch noch Programmpunkt zwei am
Besitzer. Immerhin: Für 5+ sicherte ich mir ner Ausklang beim Grillen. Sonntag mitzunehmen. Robert Vogel berich-
die Bad-Earth-Taschenlampe und habe so tete von seinen Besuchen beim StarGate-
wieder einen Ersatz, falls in Osnabrück der Der Sonntag: Team und diversen Anekdoten rund um den
Bewegungsmelder versagt und die in Reihe- Frühes Aufstehen war angesagt. Da ich Dreh und die Schauspieler. Da Robert span-
geschalteten Außenlampen dunkel bleiben. jedoch nicht das unter freiem Himmel avi- nend zu erzählen weiß, schaffte er es, das
Außerdem war es ja für einen guten Zweck! sierte Con-Frühstück in Anspruch nehmen Publikum unter Verzicht auf technische Infra-
Einschub 1: die letzten fünf Minuten der wollte, begnügte ich mich damit das Sonn- struktur (lediglich ein Mikrofon) zu unterhal-
zweiten Halbzeit „Deutschland gegen den tags-Buffet im IBIS zu vertilgen. Gut gelaunt ten und zu fesseln. Da sagen wir doch mal
Fußball-Giganten Lettland“ verliefen so er- ging es dann in Richtung Con. Und tatsäch- „ein Lob“.
eignislos wie das ganze Spiel. Abhaken. lich – an diesem Tag klappte es. Programm! Tja, das war’s. Der Con für mich um etwa
Die Veranstalter sicherten den Fernseher Beinahe pünktlich, mit nur drei Minuten Ver- 15 Uhr gelaufen, zwecks Rückfahrt nach
(wichtiges Utensil für das Spiel Niederlande spätung, stürmte ich in den Veranstaltungs- Niedersachsen. Es war unterhaltsam, Herr
– Tschechien) und dirigierten die verbliebe- saal, um die Präsentation des Peter-Terrid- Mehnert hat recht, die Autoren kann man
nen Fans zum Grillplatz. Hier zahlte sich ein- Gedenkbandes zu erleben. Leider habe ich ansprechen – sie beißen tatsächlich nicht!
deutig die „ACD- und Alzcon-Erfahrung“ aus. nicht darauf geachtet, ob es nun Kurt Kobler Der ColoniaCon 17 findet am 3. + 4. Juni
Zwar gab es Feuerholz, Grillkohle und auch oder Joe Kutzner war, der den Band vorstell- 2006 statt – zwei Wochen „vor“ der Fußball-
„Brandbeschleuniger“. Doch die anwesen- te. Mea culpa. Ein bißchen zäh war es und Weltmeisterschaft.
den Fans guckten nur „überfordert“. So er- ein wenig gehandikapt war der Vortragende Günther Freunek

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Freunek/FO181/Dick

Smarties aus Truthahnscheiße und der schwarzweiße Wolf


oder was eine kleine Nachbearbeitung Bastei-Ausgabe zierte damals ein völlig un- 19 / … Puppe…
(nicht) ausmacht. Ein Synopse der alten passendes Titelbild, das Partick Woodroffe 19 / … Braut …
Bastei-Lübbe Ausgabe von Dicks „Der ursprünglich für den Roman „Rote Ernte“ 25 / Wahrnehmungszentren
dunkle Schirm“ von 1980 mit der Neuaus- von Dashiell Hammet gezeichnet hatte.) Klar 25 / Rezeptoren
gabe, 2004 bei Heyne erschienen. war auch, daß die Neuausgabe nur in der 25 / „Nein“, sagte Donna. „Das ist für immer
neuen deutschen Rechtschreibung zu ha- im Arsch.“
In irgendeiner Realität des Multiversums ben ist. Und natürlich hat jeder Lektor sei- 25 / „Nein. Es ist irreversibel.“
sitzt ein zufriedener Philip K. Dick und freut nen eigenen Geschmack, der darüber ent- 30 / Geheimer Rauschgift-Agent
sich. Er dreht lächelnd die Heyne-Neuausga- scheidet, wie mit Füllwörtern umgegangen 31 / Undercover – Rauschgiftermittler
be des „Dunklen Schirm“ in seinen Händen wird und welcher Satzbau und welche Satz- 35 / Drogen … feilbieten
und murmelt leise: „Kein Hinweis… kein ein- längen akzeptiert werden. 37 / … Drogen … verkaufen
ziger…“ Aber von diesen geschmäcklerischen Ne- 47 / … seine Puppe
Bereits zu Lebzeiten hat Dick immer wie- 49 / … sein Mädchen
der versucht, aus dem Ghetto des „Pulp- 50 / Superunanständig
Geschreibsels“ herauszukommen. Aber sei- 52 / Superätzend
ne Versuche als Mainstream-Autor blieben 310 / „Geht und schaut euch Fernseher an.“
weitgehend erfolglos. So würde es ihn im 338 / „Geht und schaut fern.“
Nachhinein besonders erfreuen, daß sein
Drogenkultroman „Der Dunkle Schirm“ in der Man kann wirklich darüber streiten, ob
Heyne-Neuausgabe keinen einzigen Hin- es wesentlich ist, ob es nun „Mäuse“ statt
weis auf die Literaturgattung „Science Fic- „Flöhe“ oder „Braut“ statt „Puppe“ heißt.
tion“ enthält. Schon 1975 – nachzulesen in Man kann sich auch darüber Gedanken ma-
Lawrence Sutins Biographie über Dick – chen, ob „Scheiße im Quadrat“ besser ist als
beschwor er seinen amerikanischen Verle- „Kubikscheiße“. Aber die meisten werden
ger Doubleday, den Roman nicht in der SF- mir zustimmen, wenn ich behaupte, daß es
Reihe herauszugeben. Doubleday war je- heute zeitgemäßer ist, ein Ventil zu schrot-
doch der Auffassung, Dick nicht außerhalb ten, statt es „zu Klumpatsch zu fahren“. Aber
des Ghettos vermarkten zu können und es fällt auch auf, daß bestimmte Fremdwör-
lehnte ab. ter heute weitaus gebräuchlicher und ak-
Seiner posthumen Berühmtheit hat Dick zeptierter sind, als vor 25 Jahren, also „Re-
es zu verdanken, daß Heyne seine Romane zeptoren“ statt „Wahrnehmungszentren“
in einer eigenen Edition herausbringt, z. T. und „irreversibel“ statt „für immer im Arsch“.
neu übersetzt aber wenigstens als eine Und über „Undercover“ dürfte spätestens
„überarbeitete Neuausgabe“, wie bei „A seit Sandra Bullock niemand mehr ernsthaft
Scanner Darkly“. Dieser Zusatz erregte meine stolpern.
Aufmerksamkeit und ich kaufte das Buch, Eine kleine Veränderung am Erzählstil
obwohl ich die alte Ausgabe, 1980 in der bensächlichkeiten abgesehen, sind seit der wird aber in dem Beispiel mit „sagte Donna“
Reihe SF Bestseller im Bastei-Lübbe-Verlag Bastei-Ausgabe beinahe 25 Jahre vergan- auch deutlich. In der Regel fehlen diese, die
erschienen, bereits im Schrank stehen hatte. gen. Eine Menge Zeit, in der sich die Spra- wörtliche Rede erklärenden Einschübe oder
Was bedeutet dieser Zusatz „überarbei- che weiterentwickelt hat. Und genau das Nebensätze ganz, wenn sie nicht zusätzli-
tete Neuausgabe“? Bei einer Neuüberset- merkt man auch. Für einen Roman, der stark che Aktionen oder Funktionen des Spre-
zung kann man einen anderen Sprach- und in die in Drogensubkultur im Orange County chenden erläutern. Hier macht sich ein an-
evtl. Erzählstil erwarten, vielleicht sogar eine in Kalifornien abtaucht, ist Sprache ja nicht derer Erzählstil bereits bemerkbar. Er ist
sorgfältigere, werkgetreuere Arbeit mit einer unwichtig. Dick hatte genug eigene Erfah- knapper und in vielen Fällen auch lakoni-
neuen Interpretation des einen oder ande- rungen, um diese Sprache in seinem Roman scher, wie die folgenden Beispiele belegen
ren Details. nachbilden und wiedergeben zu können. sollen.
Ich wußte, daß die ursprüngliche Über- Um so mehr kommt es natürlich darauf an,
setzung von Karl-Ulrich Burgdorf recht diese auch in der deutschen Übersetzung Seite / Alte Ausgabe: Bastei-Lübbe 1980
gründlich und werkgetreu war. Von einer wiederzugeben. Seite / Neue Ausgabe: Heyne 2004
Neuübersetzung hat Heyne daher auch ab- Am einfachsten sind die Änderungen bei
gesehen. simplen idiomatischen Ausdrücken aufzu- 29 / …– die haben mich wieder reingelegt,
Was passiert aber, bei einer „bloßen“ zeigen. Hier ein paar Beispiele: wie sie’s mit allen anderen gemacht haben.
Neubearbeitung? Wie stark sind die Verän- 30 / … – die haben mich wieder reingelegt.
derungen und Eingriffe? Ich machte mich Seite / Alte Ausgabe: Bastei Lübbe 1980 30 / Sechs Stunden lang hatte Powers über-
also an eine Synopse der beiden Ausgaben Seite / Neue Ausgabe: Heyne 2004 wältigt beobachtet, wie sich Tausende von
– und weil es doch etwas mühsam ist, Picasso-Gemälden in einer blitzschnellen
beschränkte ich mich auf die beiden ersten 11 / … paar Flöhe Schnittfolge vor seinen Augen ablösten.
und die letzten jedoch kürzeren vier Kapitel. 9 / … paar Mäuse 32 / Sechs Stunden lang hatte er überwäl-
Insgesamt handelt es sich dabei um gut 70 12 / Kubikscheiße tigt beobachtet, wie vor seinen Augen tau-
Seiten des knapp 350 Seiten dicken Ro- 11 / Scheiße im Quadrat sende von Picassos vorbeirauschten.
mans. Der Vergleich dürfte daher halbwegs 19 / Wahrscheinlich hatte er ein Ventil zu 37 / Verblüfft stelle er fest, daß die Zuhörer
„repräsentativ“ sein. Klumpatsch gefahren keinerlei Unterschied bemerkten, obwohl er
Die Neuausgabe ist natürlich gediegener 18 / Vermutlich hatte er ein Ventil geschrot- doch vom vorbereiteten Text abgewichen
und verzichtet ganz auf ein Titelbild. (Die tet. war und jetzt völlig frei improvisierte und

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das sagte, was ihm gerade in den Sinn kam, 340 / Bruce schien sich nicht dafür zu inter- beschreibende, ausschmückende Sätze. Die
ohne sich auf die Vorgaben der PR-Jungs essieren; er hatte jetzt einen flüchtigen Blick Änderungen haben zum Teil auch vereinfa-
drüben im Behördenzentrum in Orange der Berge erhascht und stand da, sie unver- chenden Charakter. Während (Beispiel Seite
County zu verlassen. wandt anstarrend, sich ihrer Existenz zum 317) die ältlichen Männer mit den Kindern
39 / Er stellte fest, dass die Zuhörer keinerlei ersten Mal bewußt. streiten und sich gegenseitig die Fütterungs-
Unterschied bemerkten – obwohl er vom 369 / Aber er schien sich nicht dafür zu methoden kritisieren, streiten die älteren
vorbereiteten Text abgewichen war und jetzt interessieren, er hatte nun die Berge wahr- Männer nur mit den Kindern „und auch un-
völlig frei improvisierte, das sagte, was ihm genommen und starrte sie unverwandt an. tereinander.“
gerade in den Sinn kam. 342 / „Ich habe es gesehen“, sagte Ein besonderer Fall dürfte das Beispiel
47 / Er wählte nun die Speichertrommeln Bruce. Er dachte: Ich habe gewußt. Es ist von Seite 47 sein. Hier muß man bedenken,
aus, und auf sein Signal hin spulten sie die geschehen: Ich habe gesehen, wie Substanz daß der Roman in den siebziger Jahren ge-
verlangten Anrufe ab, wobei sie alle Leer- T wächst. Ich habe gesehen, wir der Tod aus schrieben wurde und Abhör- und Aufzeich-
stellen auf den Bändern ausließen. der Erde sprießt, aus dem Boden selbst, auf nungsmethoden notgedrungen auf den
50 / Fehlt. einem blauen Feld, wie winzige Farbspren- technischen Vorstellungen dieser Zeit basie-
308 / Er fragte sich nach dem Wissen und kel. ren. Die technische Beschreibung schien
der Bedeutung des Lebens, vielleicht ver- dem Bearbeiter der Neuauflage wohl zu
stand er bloß noch nicht richtig, was sie antiquiert und er strich sie einfach komplett.
meinten Diese Vorgehensweise ist zwar besser, als
335 / Er fragte sich, was das Leben war, was die Passage umzuschreiben und den heuti-
es bedeutete. Vielleicht verstand er es nur gen technischen Möglichkeiten anzupassen.
nicht. Aber war die Änderung notwendig? War es
315 / Wie ein tuntiger alter Schmierenkomö- notwendig aus den „McDonalds Hambur-
diant, der im Kreise seiner Verehrer hofhält, gern“ „Smarties“ zu machen (Beispiel Seite
eingehüllt in den Mantel seines Charismas, 324)? Smarties mag der Leser eher mit pil-
paradiesvogelbunt, spähte er umher und lenwerfenden Drogenabhängigen assoziie-
genoß ren, aber die von Dick unterlegte Kritik an
342 / Wie ein tuntiger aller Schmierenkomö- der amerikanischen Kultur und Lebensweise
diant im Kreis seiner Verehrer spähte er um- geht so verloren. Und war es notwendig,
her und genoß. dem Bildnis vom schwarzweißen Wolf (Bei-
317 / Die beiden ältlichen Männer stritten spiele Seite 326 und 327) durch die Kürzun-
mit den Kindern und kritisierten gegenseitig gen seine Kraft zu rauben? Wäre der Leser
ihre Füttermethoden. durch die zusätzlichen Informationen und
345 / Die beiden älteren Männer stritten mit Sätze überfordert gewesen oder irritiert?
den Kindern und auch untereinander. Nebenbei wird hier auch die Sprache ent-
324 / Klingelbeutel: … sind lauter McDo- schärft. Statt „niedergeschossen“ wird „er-
nald’s Hamburger drin… „Und die sind aus schossen“ und aus „abgeschlachtet“ wird
Truthahnscheiße.“ „geschlachtet“.
355 / …. sind lauter Smarties drin. … Und die Aus all dem wird deutlich, daß es bei der
sind aus Truthahnscheiße. Neubearbeitung um mehr geht, als nur um
326 / … Am Ende stürzte sich der Wolf 372 / „Ich habe es gesehen“, sagte er eine kleine Anpassung an den Sprachge-
tatsächlich auf ein räudiges braunes Tier, und dacht: Ich habe es gewußt. Ich habe brauch. Es geht auch darum, den Roman
und da wurde er in seinem schwarzweißen gesehen, wie Substanz T wächst. Ich habe „gefälliger“ zu machen und die Schnörkel zu
Mantel von ihnen allen gemeinsam erschos- gesehen, wie der Tod aus der Erde sprießt, kappen. Verspielte Beschreibungen bleiben
sen. aus dem Boden selbst, wie winzige Farb- zugunsten eines stringenten und moderne-
354 / … Schließlich stürzte sich der Wolf sprenkel. ren Erzählstils auf der Strecke. Und letztlich
tatsächlich auf ein Tier und da wurde er von damit auch ein Stück Lebensgefühl, das
ihnen erschossen. Auf den ersten Blick fällt auf, daß der allerdings besser in die 70er Jahre des 20.
327 / Aber jetzt gab es diesen Körper nicht „neue“ Text (in kursiv) immer kürzer ist als Jahrhunderts gehört, anstatt in die „Nuller-
mehr, sie hatten den Wolf niedergeschos- der „alte“ – in einigen Fällen werden Auslas- Jahre“ des begonnenen 21sten.
sen. Und das wegen ein paar magerer Tiere, sungen deutlich. Im Beispiel von Seite 30 Durch die Änderungen liest man keinen
die sowieso nur abgeschlachtet und geges- wird einfach eine kleine zusätzliche Infor- völlig anderen Roman. Dicks Intentionen, die
sen wurden. Kraftlose Tiere, die nie spran- mation, die für das Verständnis nicht wichtig Grundaussagen und die Grundkonzeption
gen und die auf ihren Körper nicht mehr ist, weggelassen. Die „blitzschnelle Schnitt- des Werkes bleiben unangetastet. Dazu gibt
stolz sein konnten. Aber andererseits – …. folge“ fehlt. Diese „Auslassungen“, die letzt- es in der Neuausgabe noch ein sehr kundi-
355 / Doch jetzt gab es diesen Körper nicht lich eine Reduktion der Komplexität darstel- ges Nachwort von Christian Gasser, in dem
mehr, sie hatten den Wolf erschossen. Und len, finden wir in vielen der genannten Bei- er u. a. die Anspielungen und Bezüge auf
das wegen ein paar magerer, kraftloser spiele. Es sind in der Regel Nebensäch- damals aktuelle politische Ereignisse um
Tiere, die ohnehin geschlachtet und dann lichkeiten, Informationen, die für das Ge- Richard Nixon erläutert.
gegessen wurden. Natürlich – …. schehen nicht wichtig sind. Die aber trotz- Fazit: wer die alte Ausgabe hat, kann auf
337 / „Schau sie dir an.“ Der Manager wies dem etwas zur Atmosphäre beitragen. Dazu die neue gerne verzichten, auch wenn das
mit der recht Hand auf die Berge. Bruce paßt dann auch, daß bestimmte Passagen Papier schon langsam vergilbt. Nostalgisch
schaute nicht hin. „Wir werden dir… ganz weggelassen werden (Beispiele Seiten stimmt, daß die Bastei-Lübbe Ausgabe da-
367 / „Das ist gut, wir werden dir… 327, 337, 340 u. 342). Besonders die fast mals für 5,80 DM zu haben war. Aber das ist
340 / Ein Gemüse unter Gemüse, dachte er. surrealistischen Überlegungen des Farmauf- eine andere Realität des Multiversums.
Ein Pilz unter Pilzen. Und wenn du willst, sehers in Beispiel Seite 340 passen an-
kannst du sie ernten. scheinend nicht in den modernen Erzählfluß Holger Marks
369 / Fehlt und wurden weggekürzt. Ebenso andere

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Letzte Termin-Aktualisierung: 2. 6. 2004 Brian Lumley, Tim Powers, Kai Meyer


Kontakt: Thomas Braatz, Gebrüder-Weber- Impressum
2. – 4. 07. 2004 Weg 7, 04109 Leipzig, http://www.fksfl.de
Fandom Observer 181 – Juli 2004
6. Kongress der Phantasie
„Phantastische Filmwelten“ 12. – 13. 03. 2005 Verlag: Editorship S & M
Multi Media Trainingscenter, Neuburger Str. DortCon 2005 Herausgeber: Martin Kempf,
108, Passau, Info: www.edfc.de, eMail: Fritz-Henßler Haus, Geschwister Scholl Str. Märkerstr. 27, 63755 Alzenau
edfc@edfc.de 33-37, Dortmund Innenstadt (Nähe Haupt-
bahnhof); Ehrengäste: Alastair Reynolds, Chefredakteur: Günther Freunek,
13. – 15. August 2004 Thomas R.P. Mielke. Am Haster Berg 37, 49090 Osnabrück,
ACD-JahresCon: Anmeldung: Irma Leu, Berliner Str. 206, E-mail: freucom@gmx.de
Das Fest in Hildesheim 45144 Essen; http://www.DORTcon.de
Grillen, Fußballspielen, Armdrücken und Redaktion:
ansonsten einfach jede Menge Spaß haben Änderungen bitte mitteilen Kurt S. Denkena (Fanzines)
– so sieht das Programm dieses ACD-Cons Postfach 76 03 18, 28733 Bremen
aus, zu dem auch Nicht-Mitglieder herzlich E-Mail: IKUB-ksdenkena@t-online.de
eingeladen sind! Frühanmelder erhalten die Fandom Observer
Thomas Vohl (Film),
»Attending Membership Card« und können Kontaktadressen Alte Schanze 69, 47057 Duisburg,
sich kostbare Sammelkarten sichern! Chefredaktionen: E-Mail: ThomasVohl@uumail.de
Info: www.atlan-club-deutschland.de
• Günther Freunek, Andreas Nordiek (Horror),
Am Haster Berg 37, 49090 Osnabrück Ernst-Lemmer-Str. 11, 26131 Oldenburg
20. 08. – 22. 08. 2004
PalatineCon/SFCD-Con Email: freucom@gmx.de E-Mail: andreas.nordiek@nwn.de
im Saalbau, Neustadt an der Weinstraße. • Martin Kempf, Märkerstr. 27, 63755
Rezensionsmaterial an den zuständigen
Ehrengäste sind Rainer Erler, Marcus Ham- Alzenau; Email: mk170866@t-online.de Redakteur schicken.
merschmitt, Leigh Kennedy und Christopher
Priest, Künstlerehrengast ist Franz H. Miklis. · Florian Breitsameter, St.-Martin-Str. 12,
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Email: breitsameter@sf-fan.de Beiträge übernimmt die Redaktion keine
7a, 79853 Lenzkirch,
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17. – 19. 9. 2004 Anzeigenverwaltung: Martin Kempf; es gilt
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Leipzig, Haus des Buches Email: olaf.funke@sf-fan.de Druck: Schaper, Braunschweig
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Lippmann, Stern Buchholz 11 Redaktionsschluß:
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