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DEUTSCHE NORM Februar 2003

Schutzkleidung für die Benutzer


von handgeführten Kettensägen
Teil 11: Anforderungen für Oberkörperschutzmittel
Deutsche Fassung EN 381-11:2002 EN 381-11
ICS 13.340.10

Protective clothing for users of hand-held chainsaws —


Part 11: Requirements for upper body protectors;
German version EN 381:2002

Vêtements de protection pour utilisateurs de scies à chaine tenues à la main —


Partie 11: Exigences relatives aux vestes de protection;
Version allemande EN 381:2002

Die Europäische Norm EN 381-11:2002 hat den Status einer Deutschen Norm.

Beginn der Gültigkeit

EN 381-11:2002 wurde am 10. August 2002 angenommen.

Nationales Vorwort

Diese Norm enthält sicherheitstechnische Festlegungen.

Die Europäische Norm EN 381-11:2002 ist vom Technischen Komitee CEN/TC 162 „Schutzkleidung
einschließlich Hand- und Armschutz und Rettungswesten“ (Sekretariat: Deutschland) ausgearbeitet
worden.

Das zuständige deutsche Normungsgremium ist der Arbeitsausschuss NPS 5-5 „Schutzkleidung gegen
mechanische Einwirkung“ im DIN.

Fortsetzung 13 Seiten EN

Normenausschuss Persönliche Schutzausrüstung (NPS) im DIN Deutsches Institut für Normung e. V.


— Leerseite —
EUROPÄISCHE NORM EN 381-11
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE November 2002

ICS 13.340.10

Deutsche Fassung

Schutzkleidung für die Benutzer von handgeführten


Kettensägen
Teil 11: Anforderungen an Oberkörperschutzmittel

Protective clothing for users of hand-held chainsaws — Vêtements de protection pour utilisateurs de scies à chaîne
Part 11: Requirements for upper body protectors tenues à la main — Partie 11: Exigences relatives aux
vestes de protection

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 10. August 2002 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen
dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen
dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage
erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache,
die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Management-
Zentrum mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland,
Island, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, der Tschechischen
Republik und dem Vereinigten Königreich.

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: rue de Stassart, 36 B-1050 Brüssel

© 2002 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN 381-11:2002 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
EN 381-11:2002 (D)

Inhalt

Seite

Vorwort........................................................................................................................................................................ 3
Einleitung .................................................................................................................................................................... 3
1 Anwendungsbereich..................................................................................................................................... 4
2 Normative Verweisungen ............................................................................................................................. 4
3 Begriffe........................................................................................................................................................... 4
4 Anforderungen .............................................................................................................................................. 5
4.1 Allgemeines ................................................................................................................................................... 5
4.2 Unschädlichkeit............................................................................................................................................. 5
4.3 Ergonomische Anforderungen .................................................................................................................... 5
4.4 Festgelegte Mindestschutzfläche für Oberkörperschutzmittel ................................................................ 5
4.5 Maßhaltigkeit ................................................................................................................................................. 7
4.6 Widerstand gegen Kettensägen-Schnitte................................................................................................... 7
4.7 Anforderungen für die Befestigung von Schutzpolstern und Festigkeit der Verschlüsse ................... 7
5 Einteilung in Klassen entsprechend der Kettengeschwindigkeit ............................................................ 8
6 Kennzeichnung.............................................................................................................................................. 8
7 Informationen des Herstellers ..................................................................................................................... 8
8 Piktogramm.................................................................................................................................................... 9
Anhang A (informativ) Benutzung von Kettensägen und die Wahl geeigneter
Oberkörperschutzmittel.............................................................................................................................. 10
A.1 Einleitung ..................................................................................................................................................... 10
A.2 Risikoanalyse .............................................................................................................................................. 10
A.3 Sichtbarkeit des Benutzers ........................................................................................................................ 11
Anhang ZA (informativ) Abschnitte in dieser Europäischen Norm, die grundlegende
Anforderungen oder andere Vorgaben von EU-Richtlinien betreffen ................................................... 12
Literaturhinweise...................................................................................................................................................... 13

2
EN 381-11:2002 (D)

Vorwort
Dieses Dokument (EN 381-11:2002) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 162 „Schutzkleidung
einschließlich Hand- und Armschutz und Rettungswesten” erarbeitet, dessen Sekretariat vom DIN gehalten
wird.
Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung
eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis Mai 2003, und etwaige entgegenstehende nationale
Normen müssen bis Mai 2003 zurückgezogen werden.
Dieses Dokument wurde unter einem Mandat erarbeitet, das die Europäische Kommission und die
Europäische Freihandelszone dem CEN erteilt haben, und unterstützt grundlegende Anforderungen der
EU-Richtlinien.
Zum Zusammenhang mit EU-Richtlinien siehe informativen Anhang ZA, der integraler Bestandteil dieses
Dokumentes ist.
Anhang A ist informativ.
Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden
Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland,
Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich,
Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich.

Einleitung
Diese Europäische Norm ist Teil einer Normenreihe für persönliche Schutzausrüstungen, die für den Schutz
gegen die aus der Anwendung von handgeführten Kettensägen entstehenden Gefahren bestimmt sind.
Unfälle entstehen auf Grund einer Anzahl komplexer Ursachen, aber ein gemeinsamer Faktor ist ein
unrichtiger Gebrauch der Kettensäge. Die Wichtigkeit der korrekten Ausbildung und des richtigen Gebrauchs
einer Kettensäge bei der Unfallverhütung darf nicht unterschätzt werden.
In einigen Ländern wenden Benutzer von Kettensägen Arbeitstechniken an, die zusammen mit deren
Ausbildung die Verwendung von Oberkörperschutzmitteln unnötig machen. Dazu gehört üblicherweise die
Anordnung, die Kettensäge mit beiden Händen zu halten und die Kettenbremse anzuwenden, wenn es
erforderlich wird, das Schneiden zu beenden. Oft wird der Fall angetroffen, dass es aus ergonomischen
Gründen undurchführbar ist, den Oberkörper zu schützen.
Es hat sich gezeigt, dass bei Benutzung einer Kettensäge alle Teile des Oberkörpers gefährdet sind.
In dieser Europäischen Norm sind Festlegungen für den Schutzbereich und die Leistungsfähigkeit der
Oberkörperschutzmittel angegeben. Ein 100%iger Schutz gegen Schnittverletzungen durch handgeführte
Kettensägen kann durch keine persönliche Schutzausrüstung sichergestellt werden.
Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass es möglich ist, Schutzkleidung zu entwerfen, die einen gewissen Grad
von Schutz bietet.
Um eine Schutzwirkung zu erzielen, können unterschiedliche Funktionsprinzipien genutzt werden.
Diese umfassen:
a) Kettenschlupf: im Kontakt mit dem Material wird durch die Kette keine Schneidwirkung ausgeübt;
b) Materialstau: Fasern werden mit der Kette in das Kettenzahnrad gezogen und blockieren die Bewegung
der Kette;
c) Kettenbremsung: Die Fasern weisen einen großen Widerstand gegen Kettensägen-Schnitte auf und
absorbieren Rotationsenergie, wodurch die Geschwindigkeit der Kette verringert wird.
Häufig werden bei Schutzkleidung für Benutzer von Kettensägen mehrere Prinzipien angewandt.
Oberkörperschutzmittel, die dieser Norm entsprechen, sind für den Gebrauch während Arbeiten bestimmt, bei
denen der Arbeiter nicht auf dem Boden steht, und wo die Risikobeurteilung zeigt, dass ein bedeutendes
Risiko von Schnittverletzungen am Oberkörper durch die sich bewegende Kette besteht, wie beim Arbeiten
von einer Hebebühne aus und der Durchführung baumchirurgischer Arbeiten.

3
EN 381-11:2002 (D)

1 Anwendungsbereich
Dieser Teil dieser Europäischen Norm legt Anforderungen für den Schutz fest, den Oberkörperschutzmittel
gegen Schnittverletzungen durch eine handgeführte Kettensäge bieten, und der mittels der Prüfverfahren in
EN 381-10:2002 bewertet wird. Die Anforderungen hinsichtlich der ergonomischen Eigenschaften, der
Identitätsbezeichnung, der Kennzeichnung und der vom Hersteller zu liefernden Angaben einschließlich der
Auswahlkriterien und Gebrauchsanweisungen werden ebenfalls festgelegt.

2 Normative Verweisungen
Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder undatierte Verweisungen Festlegungen aus anderen
Publikationen. Diese normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die
Publikationen sind nachstehend aufgeführt. Bei datierten Verweisungen gehören spätere Änderungen oder
Überarbeitungen dieser Publikationen nur zu dieser Europäischen Norm, falls sie durch Änderung oder
Überarbeitung eingearbeitet sind. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe der in Bezug
genommenen Publikation (einschließlich Änderungen).

EN 340, Schutzkleidung — Allgemeine Anforderungen.

EN 381-10:2002, Schutzkleidung für die Benutzer von handgeführten Kettensägen — Teil 10: Prüfverfahren
für Oberkörperschutzmittel.

3 Begriffe
Für die Anwendung dieser Europäischen Norm gelten die folgenden Begriffe.

3.1
Oberkörperschutzmittel
Schutzkleidung beliebiger Art für den oberen Teil des Körpers, z. B. eine Jacke, die bis zu dem Grad des in
dieser Norm festgelegten Widerstandes gegen Schnitte durch eine Kettensäge zumindest die festgelegte
Schutzfläche schützt

3.2
Schutzmaterial
Material, das für den Schutz des Trägers gegen die Schnittwirkung handgeführter Kettensägen ausgelegt ist.
Zu diesem Schutzmaterial darf auch der Stoff des Bekleidungsstückes selbst gehören

3.3
Schutzbereich
die aus Schutzmaterial bestehende Fläche des Kleidungsstückes

3.4
festgelegte Schutzfläche
der in dieser Norm festgelegte geforderte Schutzbereich

3.5
Schulteroberseite
Schulteroberseite wie in Bild 1 gezeigt

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EN 381-11:2002 (D)

4 Anforderungen

4.1 Allgemeines

Oberkörperschutzmittel für die Benutzer von handgeführten Kettensägen müssen die allgemeine Anforderung
erfüllen, dass sie sicher und gebrauchstauglich sind. Sie müssen die Anforderungen 4.2 bis 4.7 dieser Norm
erfüllen.

4.2 Unschädlichkeit

Oberkörperschutzmittel für die Benutzer von Kettensägen müssen so ausgelegt und hergestellt sein, dass sie
bei Anwendung nach den Anweisungen des Herstellers Schutz bieten, ohne den Benutzer oder andere
Personen zu gefährden. Die Materialien für die Herstellung und die in ihnen verwendeten Substanzen müssen
die Anforderungen an die Unschädlichkeit nach EN 340 erfüllen. Sie dürfen die Personen, die mit ihnen in
Berührung kommen, nicht gefährden. Der Hersteller muss in den von ihm zu liefernden Informationen die
Bezeichnungen und Konzentrationen aller im Produkt enthaltenen Substanzen aufführen, die allgemein als
allergieerzeugend oder sensibilisierend bekannt sind. Oberkörperschutzmittel für die Benutzer von
Kettensägen müssen frei von harten oder scharfen Bestandteilen und rauen Oberflächen sein, die bei einem
Benutzer, der mit ihnen in Berührung kommt, eine Hautabschürfung, Druckstellen, Reizung, Einstiche oder
Schnitte verursachen könnten. Der Hersteller muss eine Anleitung für die sichere Zerstörung und Entsorgung
der Produkte und über alle Gefährdungen liefern, die beim mechanischen Zerstören oder beim Verbrennen
des Produktes auftreten können.

4.3 Ergonomische Anforderungen

Das Gewicht der Schutzkleidung sollte möglichst gering sein.

Die Ausführung darf keine Anhängsel aufweisen, die sich in der Maschine oder im Gestrüpp verfangen
können.

Die Machart des Ärmelansatzes muss das Beugen und Heben der Arme erleichtern.

Der Wasserdampfdurchgangswiderstand des Kleidungsstückes außerhalb der besonders geschützten Fläche


2
darf bei Prüfung nach 10.1 von EN 381-10:2002 nicht größer als 5 (m Pa/W) sein.

Durch die Konstruktion der Schutzkleidung müssen Unbequemlichkeit und Behinderungen beim Tragen
möglichst gering gehalten werden. Bei Prüfung nach 10.2 und 10.3 von EN 381-10:2002 muss der Mittelwert
der Punktzahl aller Prüfpersonen kleiner als 1,5 sein.

4.4 Festgelegte Mindestschutzfläche für Oberkörperschutzmittel

a) Vorderteil: siehe Bild 1:


Die festgelegte Schutzfläche muss die Vorderseite des Bekleidungsstückes von der Schulteroberseite nach
unten auf einem Bereich abdecken, der mindestens 25 % des Brustumfangs des in der Kennzeichnung
angegebenen vorgesehenen Benutzers mit den größten Körpermaßen beträgt. Die Schutzfläche muss die
oberen 80 % der Fläche der Ärmelvorderseite einschließen, bis herunter zu 70 mm vom körperfernen unteren
Ärmelende;

b) Rückenteil: siehe Bild 2:


Die Schutzfläche muss die Schulteroberseiten sowie die oberen 40 % der Fläche der Ärmelrückseite
bedecken, bis herunter zu 70 mm vom unteren Ärmelende.

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EN 381-11:2002 (D)

In der Mitte des Rückenteils ist eine Lücke ohne Schutzwirkung zulässig. Die Maße der Lücke, l5 und l6, sind
in Bild 2 dargestellt. Die Breite von l5 muss weniger als 9 % des Brustumfangs des kleinsten in der
Kennzeichnung angegebenen vorgesehenen Benutzers betragen, und die Breite von l6 muss weniger als
35 % des Brustumfangs des kleinsten vorgesehenen Benutzers betragen;

c) Hals (wahlweise): siehe Bilder 1 und 2:


Wenn ein Schutzkragen angebracht ist, muss die Schutzfläche eine Mindestlänge von 100 mm auf jeder Seite
des Halses bedecken. Eine Lücke im Schutzmaterial von maximal 80 mm ist in der Mitte der Vorderseite
gestattet, ebenso ist eine Lücke im Schutzmaterial von maximal 80 mm in der Mitte der Rückseite gestattet.
Die Höhe des Schutzmaterials muss mindestens 30 mm betragen;

d) Verschlüsse und Verbindungsstellen:


Das Kleidungsstück darf in der Mitte der Vorderseite einen von oben nach unten laufenden Verschluss
aufweisen, um das Anlegen und Ablegen zu erleichtern. Wenn das Kleidungsstück verschlossen ist, darf die
Breite der Lücke zwischen den Rändern des Schutzmaterials maximal 30 mm betragen. Die Lücke im
Schutzmaterial an der Verbindungsstelle zwischen dem Hauptteil des Kleidungsstücks und dem Kragen muss
kleiner als 8 mm breit sein.
Die Messung des Schutzbereiches ist nach Abschnitt 7 von EN 381-10:2002 durchzuführen.

Legende
1 Schulteroberseite
2 unteres Ärmelende (Manschette)
l1 Mindesthöhe des Schutzbereichs an der Vorderseite des Kleidungsstückes
l2 Ärmelbreite
l3 Breite des Schutzbereichs an der Vorderseite des Ärmels (mindestens 80 % von l2)
l4 Ungeschützte Manschette, Breite unter 70 mm
l5 Höhe des Schutzbereichs am Kragen, mindestens 30 mm
l6 Lücke des Schutzbereichs am Kragen, Höchstbreite 80 mm

Bild 1 — Festgelegte Schutzfläche — Vorderseite des Kleidungsstückes

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EN 381-11:2002 (D)

Legende
1 Schulteroberseite
2 unteres Ärmelende (Manschette)
l1 Mindesthöhe des Schutzbereichs an der Rückseite des Kleidungsstückes
l2 Ärmelbreite
l3 Breite des Schutzbereichs an der Rückseite des Ärmels (mindestens 40 % von l2)
l4 Ungeschützte Manschette, Breite unter 70 mm
l5 Lücke des Schutzbereichs auf dem Niveau der Schulteroberseite
l6 Lücke des Schutzbereichs im Abstand l1 von der Schulteroberseite nach unten
l7 Lücke des Schutzbereichs am Kragen, Höchstbreite 80 mm

Bild 2 — Festgelegte Schutzfläche — Rückseite des Kleidungsstückes

4.5 Maßhaltigkeit

Bei der Messung nach Abschnitt 6 von EN 381-10:2002 muss die Maßänderung nach dem Waschen geringer
als 6 % sein.

4.6 Widerstand gegen Kettensägen-Schnitte

Bei Prüfung nach Abschnitt 8 von EN 381-10:2002 sind an keinem Prüfling durchgehende Schnitte zulässig.

4.7 Anforderungen für die Befestigung von Schutzpolstern und Festigkeit der Verschlüsse

Das Schutzmaterial muss am Bekleidungsstück dauerhaft befestigt sein. Die Befestigung muss entlang aller
Ränder des Schutzmaterials außer um das untere Ärmelende vorhanden sein. Bei Prüfung nach Abschnitt 9
von EN 381-10:2002 muss die mittlere Reißkraft an allen am Kleidungsstück vorhandenen Befestigungen
mindestens 200 N betragen.

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EN 381-11:2002 (D)

5 Einteilung in Klassen entsprechend der Kettengeschwindigkeit


Die Prüfungen nach dieser Norm sind mit einer der folgenden vier Geschwindigkeiten durchzuführen, wobei
die Klassen wie folgt zugeordnet werden:

Klasse 0: (16,0 ± 0,2) m/s;

Klasse 1: (20,0 ± 0,2) m/s;

Klasse 2: (24,0 ± 0,2) m/s;

Klasse 3: (28,0 ± 0,2) m/s.

6 Kennzeichnung
Schutzkleidung für die Benutzer von handgeführten Kettensägen ist mindestens mit folgenden Angaben
dauerhaft zu kennzeichnen:

a) Name oder Warenzeichen oder andere Angaben zur Identifizierung des Herstellers oder des gesetzlich
verantwortlichen Unternehmens;

b) Bezeichnung oder Fasson-Nr. (Modellkode des Herstellers);

c) Seriennummer/Chargennummer;

d) Herstellungsdatum (Jahr und Monat);

e) Nummer und Ausgabejahr dieser Europäischen Norm;

f) Größenangabe;

g) Klasse für die Sägengeschwindigkeit. Diese Information muss außerhalb der Umrandung des
Piktogramms angegeben werden, das eine Kettensäge darstellt, vorzugsweise unterhalb des Schildes;

h) der Satz „Bei beschädigtem Schutzmaterial ist das Bekleidungsstück auszutauschen“ oder eine ähnliche
Formulierung;

i) Wasch-/Reinigungsanweisungen mit Warnungen vor unsachgemäßer Behandlung.

7 Informationen des Herstellers


Schutzkleidung für die Benutzer von handgeführten Kettensägen muss mit eindeutigen Benutzerinformationen
in der Sprache bzw. den Sprachen des Bestimmungslandes geliefert werden. Die Informationen des
Herstellers müssen mindestens folgende Angaben enthalten:

a) die in der Kennzeichnung angegebenen Informationen;

b) Name, Anschrift und Telefonnummer des Herstellers oder des gesetzlich verantwortlichen
Unternehmens;

c) die erforderlichen Anweisungen, um die feuchte Schutzkleidung nach jeder Wäsche in die ursprüngliche
Form zu bringen;

d) Anweisungen für die sachgemäße Benutzung;

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EN 381-11:2002 (D)

e) Anweisungen hinsichtlich der zulässigen Änderungen beim individuellen Anpassen;

f) Anweisungen hinsichtlich der Reparatur des Bekleidungsstückes mit besonderer Betonung, dass das
Schutzmaterial nicht repariert werden kann;

g) den Warnhinweis, dass der Schutzbereich und das Schutzmaterial in keiner Weise verändert werden
dürfen und dass Bekleidungsstücke, die Einschnitte aufweisen, ausgesondert werden sollten;

h) Kriterien für das Aussondern des Bekleidungsstückes;

i) den Warnhinweis „Bietet keinen Schutz gegen alle Risiken“ oder eine ähnliche Formulierung;

j) Masse des Kleidungsstückes, auf 100 g, bezogen auf die Größe;

k) den Warnhinweis „Maximaler Schutz besteht nur bei vollständig geschlossenem Bekleidungsstück“.

l) Erklärung der Einstufungsklasse für die Sägengeschwindigkeit;

m) einen Warnhinweis hinsichtlich aller im Produkt verwendeten Materialien, die allergische Reaktionen oder
eine Sensibilisierung hervorrufen können.

8 Piktogramm
Schutzkleidung, die die Anforderungen dieser Norm erfüllt, muss mit dem auf Bild 3 dargestellten Piktogramm
gekennzeichnet sein. Das Piktogramm mit einer Mindestgröße von 30 mm x 30 mm ist an einer beliebigen
sichtbaren Stelle der Schutzkleidung anzubringen. Die Schutzklasse muss außerhalb der Umrandung des
Piktogramms angegeben werden, das eine Kettensäge darstellt, vorzugsweise unterhalb des Schildes, siehe
Bild 3.

KLASSE X1)

Legende
1) Die entsprechende Ziffer stellt die Produktklasse dar.

Bild 3 — Piktogramm

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EN 381-11:2002 (D)

Anhang A
(informativ)

Benutzung von Kettensägen und die Wahl geeigneter


Oberkörperschutzmittel

A.1 Einleitung
Kettensägen sind zum Schneiden von Holz bestimmt. Sie schneiden sehr schnell in den menschlichen Körper
ein und verursachen massive Gewebeverluste. Sogar die beste Schutzausrüstung leistet nur teilweisen
Schutz.

A.2 Risikoanalyse
Das Risiko der Verletzung bei der Benutzung einer Kettensäge hängt von vielen Faktoren ab.

Deshalb sollte eine Risikoanalyse hinsichtlich des Typs der Tätigkeit durchgeführt werden.

In einer Risikoanalyse sollte mindestens Folgendes berücksichtigt werden:

Schritt 1 Bewertung des Risikos


 der Stand der Ausbildung, Geschicklichkeit und Erfahrung des Benutzers;

 die Häufigkeit, in der eine Kettensäge benutzt wird;

 die Dauer der Arbeit;

 die Art der Arbeitsumgebung;

 das Gefälle des Bodens;

 Schlamm, schlüpfriger Boden oder Steine;

 die Eignung der Fußbekleidung;

 Temperatur, Wind, Regen oder Schnee;

 die Helligkeit;

 die Art der Arbeit;

 Arbeit am Boden oder am Baum;

 das Ausmaß der störenden Einwirkung durch geschnittenes Material oder Astwerk;

 die Art der ausgeführten Schneidearbeiten;

 Eiligkeit der Arbeitsdurchführung oder Belastung durch diese;

 die Art der Kettensäge;

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EN 381-11:2002 (D)

ANMERKUNG Mit einer Hand betätigte Sägen sind besonders gefährlich und dürfen bei Arbeiten am Boden nicht
benutzt werden

 das Verfahren der Beräumung abgeschnittenen Materials;

 die Häufigkeit, in der der Sägengriff nicht mit der linken Hand gehalten wird, während die Säge in
Bewegung ist.

Schritt 2 Verringerung der Risiken

Eine Verringerung der Risiken sollte in Betracht gezogen werden. Jeder der Risikofaktoren sollte untersucht
werden und es sollten Wege gesucht werden, diese zu verringern. Wenn ein Restrisiko der Berührung des
menschlichen Körpers durch die Säge verbleibt, ist die Arbeit zu gefährlich. Wenn das Restrisiko eine seltene
leichte Berührung des menschlichen Körpers durch die Säge ist, ist die Benutzung von Oberkörperschutz-
mitteln eine geeignete Maßnahme.

A.3 Sichtbarkeit des Benutzers


Wenn bei der Arbeit mit Kettensägen in Baumbeständen Situationen bestehen, die eine Sichtbarkeit des
Benutzers erfordern, ist eine geeignete Farbe des Bekleidungsstückes (nach Abschnitt 5 von EN 471:1994)
erforderlich.

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EN 381-11:2002 (D)

Anhang ZA
(informativ)

Abschnitte in dieser Europäischen Norm, die grundlegende


Anforderungen oder andere Vorgaben von EU-Richtlinien betreffen

Diese Europäische Norm wurde im Rahmen eines Mandates, das dem CEN von der Europäischen
Kommission und der Europäischen Freihandelszone erteilt wurde, erarbeitet und unterstützt grundlegende
Anforderungen der Richtlinie 89/686/EWG.

WARNHINWEIS: Für Produkte, die in den Anwendungsbereich dieser Norm fallen, können weitere
Anforderungen und weitere EU-Richtlinien anwendbar sein.

Die folgenden Abschnitte dieser Norm sind geeignet, Anforderungen der Richtlinie 89/686/EWG, Anhang II, zu
unterstützen:

EU-Richtlinie 89/686/EWG, Anhang II Abschnitte dieser Norm


1.1.1 Ergonomie 4.3
1.1.2.1 Höchstmögliches Schutzniveau 4.2, 4.4, 5
1.1.2.2 Schutzklassen entsprechend dem Risikograd 5
1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA 4.2
1.2.1.1 Geeignete Ausgangswerkstoffe 4.2
1.2.1.2 Angemessener Oberflächenzustand jedes Teils einer PSA, das mit 4.2
dem Benutzer in Berührung kommt
1.2.1.3 Höchstzulässige Behinderungen des Benutzers 4.3
1.3.1 Anpassung der PSA an die Gestalt des Benutzers 4.2, 6
1.3.2 Leichtigkeit und Festigkeit der Konstruktion 4.2, 4.4, 7
1.3.3 Erforderliche Kompatibilität von PSA, die vom Benutzer gleichzeitig nicht relevant
getragen werden soll
1.4 Informationsbroschüre des Herstellers 7
2.2 PSA, die die zu schützenden Körperteile „umhüllen“ 4.3
2.5 PSA, die bei ihrer Benutzung mitgerissen werden können 4.3
2.12 PSA mit einer oder mehreren direkt oder indirekt gesundheits- und 8
sicherheitsrelevanten Markierungen oder Kennzeichnungen
3.3 Schutz gegen oberflächliche mechanische Verletzungen 4, 5
(Abschürfungen, Stiche, Schnitte, Bisse)

Die Übereinstimmung mit den Abschnitten dieser Norm ist eine Möglichkeit, die relevanten grundlegenden
Anforderungen der betreffenden Richtlinie und der zugehörigen EFTA-Vorschriften zu erfüllen.

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EN 381-11:2002 (D)

Literaturhinweise

[1] EN 471:1994, Warnkleidung.

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